Einzelpreis/^ lelnschließl. 5 Keller Port») Beilage: Wirtschaft der Welt Erfolg der Prager Messe 17. Jahrgang Nr. 63 Sonntag, 14. März 1937 euer«Kn n. aeberi Die Resieruns wird ihr Wort halten! Praktische Auswirkunsen binnen Jahresfrist der einzig richtige Weg (Fortsetzung auf Seite 2.) Aus dem Inhalt: Italienische Division vernichtet Zur tschechisch-deutschen Frage verwies Tr. Hod.sa zunächst darauf, iw er schon vor einigen Monaten im Budgetausschuß dem Sprecher der SdP geantwortet habe, daß er. nlchtbereit. Die Offensive rum Liehen gebracht Staatspolitl, der Regierung und unserer Demokratie der Vorwurf gemacht werden konnte: Wie ist das, daß wir über die Regelung«ine- so wichtigen Miu- derheitenproblemr mit Vertretern der Parteien verbandeln, die bloß 22 Mandate repräsentieren, und warum lösen wir das Problem nicht mit der Mehrheit/ mit der Partei, die 44 Mandate hat? Es bestand die Gefahr, daß bas Ausland, das auf uns als den empfindlichen Punkt Mitteleuropas vom Standpunkte Westeuropas aus schaut, unser Vorgehen nicht verstehen wird. Eten vom Standpunkt de» parlamentarischen Demokratie ist unser Vorgehen da« einzig mögliche und einzig richtige. Wie kann man sich Verhandlungen zwischen Faktoren vorstellen, deren Verantwortlichkeit wesentlich vonein- ander verschieden iftk Da« wäre ein ungleiche«.Spiel, wenn, die Regierung, di» dafür verantwortlich ist/ was sie machen will»der kann, di» Last ihrer Verantwortlichkeit mit lenem Anteil an Verantwortung messen wollte, die di» Opposition trägt. Die Negierung würde in einem solchen Falle selbstverständlich der Gefahr der Lizitation vonseiten der Opposition ausgesetzt sein und Hütt« lenen feste» Boden unter dm Füßen verloren, ans dem sie stehen mutz, wen» st« ruhig und sicher die Verantwortung dafür, wa« sie tut, in der Zukunft tragen soll, Rur vom Gesichtspunkt der gleiche« Verantwortlichkeit kann eine solche Aufgabe gelöst werdm. Dr, Hodssa erinnert daran, wie deshalb in einer ähnlichen Situation die Verhandlungen mit der slowakischen BolkSpartei scheiterten, und fuhr dann fort: Die Regierung konnte sich setzt nicht ter Gefahr aussehen, daß bei dem llharakter der Politik der SdP-»le Verhandlung»« ein« Brut- st» t t eta k t i s ch e r Rümpfe würden, wo die Opposition eventuell durch Nebertreibung ihrer Forderungm» bs i ch t l i ch, vielleicht « n absichtlich d i e.v erhandln« g en vereitelt hätte. Di« Regierung mutzt« diese» Problem" mit" denjenigen Faktoren bereinigen, mit denen sie a priori die atsolnt gleich« Verantwortlich kett hatte. • Trotzdem bestanden auch bei dm Aktivisten Schwierigkeiten. Sie hatten die radikaler« Opposition im Rülltn! ebenso wie die.Regierung did radi- kaler« Opposition auf tschechischer Seite" im. Rücken hatte.'' Ich würde gern senm tschechischen Patrioten sehen, der der Regierung daran»«inen Vorwurf ma- chm könnfe, daß st» ei« Gesetze erfüllt, da» stch^dle tschech,slowakische. verfassunggebende. Rational«», fammlung gegeben hat oder, weil st« ihre Verfastmi» iN Wirklich»«» setzt. Diese Vrrfaffung ist«r Stolz der Tschechoslowakischen Republik,, fie war unsere Attivlegitimation auch im Ausland». Und wir sollen Nstser» Verfassung dadurch beflecken, datz wir fie sei, über Autonomie zu sprechen. Er habe damals und auch bei anderen Gelegenheiten erklärt: Wir sprechen über Autonomie schon aus dem Grunde uicht, weil wir nicht, die Absicht haben, auf jene Tschechen zu verzichten, welche durch die Fügung des Schicksals auf einem sonst überwiegend voll Deut- sen bewohnten Gebiet leben. ES find ihrer 880.000 und wir sind nicht bereit, auch nur auf ein einziges Tausend, auch nur auf eine einzige tschechische Seele in diesem Gebiet zu verzichten, was zur Kenntnis genommen werden möge, ebenso wie wir er ablehnen, daß" etwa 1000 Deutsche oder auch nur«ine einzige deutsche Seele zu uns gelockt werde. Dies« streng angedeutete Demarkationslinie muß deshalb s,. streng sein, weil in diesen Berüh» rnygSpunkten der Nationalitäten sich Reibung«, s fächo n'bilden könnten.' ES ist die Pflicht der staatlichen Macht, der Administrative und Gesetzgebung, bi« zu den letzten Konsequenzen»en Grundsatz.zu verkünden und durchzuführm: Wir duldm kein« G e r m a n i s i e r u n g der Tschechm und dulden kein« Tschechisierung der Deutschen. Da« hat sein« adminiftrativm, Wirt» fchaftlichen und sozialen Voraussetzungen. Ich bin mir bewußt, welcher Art diese Voraussetzungen find, und erkläre Ihnen, datz wir diese Voraussetzungen hundertp r o z e» t i g erfüllen werdm, da wir un« der Gefahr einer halben Lösung, insbeson- der« lir diesen, kritischen Gebiete«,»oll bewußt sind. "Die Aufgaben der Biinderheitmpolitik' können nur unter dem Gesichtspunkte gleicher verantwort- lichkeft gelöst werdest.■— tisch auS dem gegebenen Augenblick Nutzen zu ziehen,, unterdrückte und es verstand, in seinem oppositionellen\ Anlauf gegen die Regierung vor dem Interesse des, Staates halt zu machen., ES wurde gefragt, sagte Tr- Hodja weiter, wie" sich die Minderheitenregelmig bei de» Deutschen auS- wirken wird. Da« kann ich nicht wiffen. Ich Weitz, 1 datz binnen Jahresfrist eine bestimmte Anzahl Deut-' scher in den Staatsdienst ausgenommen werden wird. Ich Weitz, datz niemand, ich wieder- i hole, niemand, von den sogenannten untergeord-| nete» Organen der öffentlichen Verwaltung die An-. ordnnngm deS verantwortlichen Ministers betreffend- des f a i r P l a u bei der Vergebung der Arbeiten, das ist de« gerechten VorgehmS auch zugunsten der deutschen Untemehmer und deutschen Ar- beiter, sabotieren wird. Ich weiß, datz die Regierung und die Demokratie, die ganze Demokratie dieses" Staate«, keine Unaufrichtigkeit und Hinterhältigkeit' ertragen würde. Der tschechoslowakische Mensch, der die Berant- Wortung für diese« Staatsgebilde auf diesem emp- flndlichm Punkt Mitteleuropas trägt, ist sich bewutzt, daß seinWortsofeftundftark sein muß, wie da« stärkste und ernsteste Gentlemm« agreemmt In der europäischen Politik. WaS ich gesagt habe, daS wird zur Tat werden. Wenn es jemanden gibt, der befürchtet, datz die Regierung von die- sem Wege auf einen Abweg gelangen könnte, dem sage ich: Habt keine Befürchtungen!^ Wenn«S andere gibt, die hoffe n, datz die Regierung in dieser Angelegenheit ihr Wort.flicht«inhalten wird, dgß,die Tschechoslowa- kifche Republik, so wie sie durch' diese Regierung und diese Koalition repräsentiert wird,- eine Lügnerin sein wird, dem rufe ich zu: Laseiate ogni speranza!(Lastet alle Hosfnnng fahren!) Für alle Minderheiten die gleichen Rechte Da«, was sich auf die deutsche Minderheit bezieht, bezieht" sich auf die Minderheiten überhaupt, also auch auf die ungarische Minderheit. Für die. Tschechen und Slowaken könnte sich die Personalpositik als eine neueKonkurrenz zeigen. Es ist nämlich selbswekständlich, daß wir nicht auf einmal so viel Staatsbeamte ernennen können, um die Proportionalität zu erreichen. Auf. der anderen Seite können wir auch nicht aus dem Staatsdienst so viel Tschechen entlassen, um sie durch Deutsche zu ersetzen. Daran« geht hervor, daß fiet jeher Aufnahme von Kräften so viel Deutsche, respettive Angehörige der Blinderheit I« einem für sie w e i t günstigerem Verhältnis al« biShe« aufgenommen werden. Wenn allerdings da« tschechoslowakische El«, ment in diesem Staate seine Machtposition behaupten will, darf es sich nicht di« Türen zum Staatsdienst dort versperren, wo die Kenntnis der Minderheitensprache absolut verlangt wird. Wir brauchen in de» Aemtern die Kenntnis der Minderheitensprachen ebenso wie eS selbstverständlich ist, datz wir von den Angehörigen der.Min- betitelten die Kenntnis der Amtssprache»erlangen. Damit die Regierung dem Nachdruck verleihe, datz bei den tschechischen und slowakischen Bewerbern die sprachliche Qualifikation direkt verlangt wird, wird die Kenntnis der Minderheitensprachen einerseits durch raschere Borrük- kung, andererseits durch besondere Zu la- gen honoriert werden. Im Verhältnis zwischen den Tschechen und den Deutschen gibt e« verschieden««, da« zu regeln ist. Die Regierung anerkennt di« Notwendig- leit dieser Regelung und wenn sich irgend, jemand etwa» davon verspricht,. patz«ine Regierung mit eiflem Slowaken an der Spitz« da« vergessen wird, dann, sage ich, er möge diese Hoffnung nur aufgeben. Personalpolltlk In Evidenz. Im MinisterratSpräfidlnm wird ei» Personalreferat in allen Detail« auSgebäut wer- den- E« ist dort, bereit»«IN Beamter— ein Deuts ch« r— und«S kommt dorthin ein karpathornffi scher und vielleicht auch ein ungarischer Beamter.. DI« Aufnahme von "Kräften in den Staatsdienst erachte ich auch vom regionalen und Minderheitenstandpunkt al« Prüfstein dafür, wa» wir in der Minderheitenpolitik unternommen haben. Wenn wir verlören, wa« ich nicht zugebe, hätte der 18. Feber keine Bedeutung. Wenn wir gewinnen, und da« wird mir linnen Jahresfrist auch di« SdP beftättgeu, dann"haben wie fahr viel und.viel« Prozent« de» gesamten Minderheitenpro- blems in diesem. Staate gelöst. Km zu diesem Ergeb- ni« zu gelangen, stimmen die Regierungsfaktoren zu, Prag. Freitag fand im. Repräsentation». ?>u>r der Hauptstadt Prag rin vom Syndikat der tschechoslowakischen Journalisten zu Ehren de« Ministerpräsidenten Dr. H o d j a veranstalteter Festabend statt, zu dem sich ISO Jonrnalisten au« allen Teilen des Staates ohne Unterschied der nationalen oder politischen Einstellung«ingefun- den hätten. Bei der Begrüßung gab Syndikus Pich l der Neberzeugung Ausdruck, datz eS Dr. Hodja, seiner Regierung und dem ganzen Volk, gelingen werde, dem Staat den Frieden zu wah- reu. Der Regierungschef antwortete den Jour- nalisten nicht mit einer vorbereiteten Kundgebung, sondern ersuchte die Journalisten, sie mö> gen selbst ihre Anfragen formulieren, welche er dann zusammenfaffend. in einer flowakisch und tschechisch gehaltenen Rede beantwortete. Urberwiegend betrafen die Anfragen dir letzten Regierungsmaßnahmen zur Minderheiten- Politik, dir Dr. Hodja unter dem Mott» der Reform der öffentlichen Verwaltung zusammen- faßte. Zum Frauentag Von Abg. Irene Klrpal Wie alle Jahre erheben die Frauen in de» demolraiischen Staaten am Frauentage auch heuer ihre Stimmen gegen einen neuen Krieg und demonstrieren für Völkerverständi- güngund dauernden Frieden. Leider haben allzuviele die durch den Weltkrieg geschaffene Verelendung der Masten, die unsagbaren Leiden und Schmerzen, die Vernichtung von Kulturgütern schon wieder vergessen. Viele haben erst nach dem furchtbaren Blutbad erkannt, daß mit jedem Völkermorden eine Katastrophe der Wirtschaft verbunden ist, die auch die Siegerstaate» überfällt, daß nur Kriegsindustrielle und Kriegswucherer aus menschlichem Blute Gold aiismün- zen und sie die alleinigen Nutznießer des Krieges, die große Masse aber nur der leidende Teil ist. Die großen Phrasen des PatrioiiSuuiS»stv. sind dank unserer Ailfllärniigsarbeit schon vielfach als solche erkannt Ivorden. Wir haben als Trägerinnen menschlichen Lebens die Pflicht, den AntikriegSwillen in den Herzen und Hirnen unserer Mitmenschen zu verankern. Wir wolle» leinen Krieg! DaS können wir nicht ost genug an unseren Frauentage» wiederhole». Wir müssen aber auch trachten, den Kriegshetzern d a S u n s a u b c r e H a» d w e r'k z u lege n. Deshalb gilt unser Ausliärungskampf den beiden Mächten, die die gefährlichsten Gegner des Ver- ständigungswillcnS und des Friedens sind: Kapi- ialismuS und Faschismus. Die frcuudnachbar- lichcn Beziehungen beider Friedensstörer kann ein klassischer Zeuge bestätigen: Mussolini schrieb im 14. Band des italienischen Lexikons:„Tie freudige Bejahung des Krieges liegt im Wesen des Faschismus". Der Krieg Italiens gegen Abes- siiiicn hat bewiesen, daß der Frieden dem Faschismus unerwünscht ist. Wieder sagt Mussolini:„Der Krieg adelt die Völker, die den Mut habe», ihm ins Gesicht zu schauen," und läßt seelenruhig Männer, Frauen und Kinder morden im Interesse der Kultur, im Interesse des Imperiums. Nicht genug Opfer kau» der Kriegsgott verschlingen. Daher beschließt der Große faschistische Rat, die militärische Macht aufS höchste zu steigern und alle wehrpflichtigen Männer vom 18. bis zum 55. Lebensjahr in kriegerischer Bereitschaft zu halten. Selbstverständlich werden auch die Frauen zu entsprechenden KriegSdienstleistniigen herangezogen. Der spanische Bürgerkrieg zeigt unS in die unmittelbare Gegenwart hinein, daß der Faschismus die höchste technische Enttvickluug nur als Werkzeug benützt, um möglichst viel freie Menschen umzubringcn. Das Blutbad von Malaga wird ein ewiger Schandfleck der nationalen Barbarei bleiben. Angesichts des Wettrüstens der faschistische» Staaten Deutschland und Italien können auch die demokratischen Staaten nicht untätig bleiben, wollen sie nicht eines Tages das Objekt der faschistischen Eroberungslust werden. So hat England sich entschlossen, 200 Milliarden KL für Kriegsrüstungen auSzugebe», um dadurch den Frieden sicherzustellen. Auch unser Staat, der schon seiner ungünstigen militärischen Lage wegen aus der Hut sein muß, von politischen Erwägungen ganz abgesehen, sorgt vor, daß er nicht eines Tages sich von den faschistischen Heeren überschwemmt sieht. Denn wenn Deutschland einen starken Biuidcs- genosten für das Losschlägen gefunden hätte, der nicht nur über Kanonen und Giftgase, über Tanks und Flugzeuge, sondern auch über Rohstoffe und landwirtschaftliche Produkte in genügender Menge verfügte, dann hätte es schön den militärischen Ausflug gewagt. Aber Italien ist nur ein ideologischer Bundesgenosse, kein verläßlicher Kriegspartner. Italien hat in seiner ganzen Vergangenheit immer nur seinen eigenen Vorteil gesucht, selbst auf Kosten der eben noch mit ihm■ Per-■ bündeien. Die Demokraten in der Tschechoslowakischen Republik verfolgen dieses wahnsinnige Wettrüsten " mit klarem und nüchternem Blicke. Trotz unserer " Friedensliebe könnten wir cs niemals verant'vor- [ test, wenn auch nicht bei uns"alle Sicher- hettsvorkehrungen für.Schub und i Freiheit des Staates getroffen tvürdeii. ' Wir sind gegen den äußeren und inneren. Feind ' gerüstet, weil wir uns nicht Neberraschungen auS- ' setzen wollten. Mit großer Genugtuung stellen wir fest, daß deutsche Sozialdemokratost im Eiu- , vernehmen mit den beiden anderen aktivistischen , Parteien durch die Regieruiigöbeschlüste vom.18. , Feber außerordentlich zur Befriedung der Mimenpolitik beigetragen haben. Es konnte uns daher auch nicht überraschen, daß die Sudetendeutschg «rschetRt mit A««««hme de» Mo«tag täglldj früh StedMonunb Verwaltung: Prag XL, Fochova«2- Telephon 68077- Herausgeber: Siegfried Taub- BerantwortNcherRedakt«ur:KarlKern,Prag Ohne SdP DK Schwierigkeiten im Zusammenhang mit! unter den Tisch werfen, da» wir w»llten,daß fie ein der SdP.konnten^sich dann ausdrücken,^datz der| Fetzen Papier bleibe? E» war gut,.daß di« Aktivisten tiefen Standpunkt an nahmen. Sie konnten ihn ganz ruhig annehmen, weil st« sich überzeugt hatten, datz, wenn dl« Berfaffung bis z n m letzten Buchstaben ««füllt wird, hte Minderheiten mehr gewinnen al« ihnen«ine wie immer geartete Separierung, wie fie die SdP empfiehlt, geben könnte. Ich bin überzeugt, daß die sudetendeutsche Oppositionspartei nach einer gewlffen Zeit ihren wesentlichen Irr» tum einsehen wird. Wann die«.sein wird, Weitz ich nicht; ich wünsche, datz e« möglichst bald wäre. Binnen Jahresfrist Da«, wa» wir vereinbart haben und wa» der Inhalt der Deklaration der Regierung vom 18. Fe- brr ist, da» ist di« Grundlage. Wir brauchen ein Jahr dazu, nm feststellen zu können, daß da«, wa» wir un» auf Grundlage der Berfaffung und' der Gesetze al« Prinzip gesetzt Halen auch durchgeführt, daß e» System»urbe. Die Deklaration enthält die Verpflichtung, bei der Aufnahme von Kräften in den Staatsdienst auf die Proporti onal i t ät.hinzuarbeiten. Wer ist dafür verantwortlich, daß wir bi« zum 18.-Jahr« der RepMik diese Proportionalität nicht- in allen Zweigen.der staatlichen Verwaltung erreicht haben? Nur die Regierung. ist, verantwortlich dasiir, daß nach dem Umsturz während einer langen Zeit von Jahren viele junge Deutsche, sonst qualifiziert, nicht tschechisch sprechen oder lernen wollten« Ohne Rücksicht auf all die« müssen wir mit der Tatsache rechnen, daß wir dies« Proportionalität heute bi« auf zwei Sektoren der öffentlichen Verwaltung nicht haben,-und wir müssen eine Methode finden und habest sie auch gefunden, wie auf sie hingearbeitet werden kann. Niemand wird sabotieren I E« versteht sich von sollst und-ist«in Gebot der verfassungsmäßigen und sittlichen Verantwortlichkeit, daß"lei der Aufnahme von Kräften in den Staat», dienst,.mag«» sich nun um die-Minderheiten»der wen immer handeln- die Onal i f i ka t Ion in Betracht»«zogen werden mutz, und zwar nicht nur di« formale, sondern auch di« moralische Qualifikation. Wa» die Minderheiten le- trifft,.ist, hi« Voraussetzung ihrer Rechte die b e° dtngung8lose.Loyalit.it»um Stirät«. - Auch die" Minderheiten anerkennen die- und auch die SdP-betont,"daß sie auf dem Boden der RepMik steht," und zwar auf pem Boden der deniokratischen Republik.. In der Vertvaltung»praxi» wird man die». Überzeugender-'al» in Wortgefechten beweisen.können:- Nach Besprechung der Schwierigkeiten, die auch die Koali'tiost s ei bst durchzumachen hatte, als. sie die Vereinbarungen vorbereitet«, würdigte Dr. Hodtza in berzlichen Worten die Haltung des Dr. K ram äk. der die begreiflicheNeigung eine» oppositionellen Führer»,, nur zu.kritisieren und nur tak- Seite 2 Sonntag, 14. März 1037 Nr. S? Partei. bztv. ihr..Führer" das Ergebnis der Ver- hattdlitngett ablehnt, die Bemühungen der altivi- stischen Parteien» des Staatspräsidenten Dr, Bcneö und des Ministerpräsidenieii Dr. Hodja verspottet rind verkleinert, obwohl alle Demokrä- ten de? In- u!>d.?snSlander Worte der Aiierlen- nnitss fitr die Ergebnisse der AnSglcichSverhand- lnngen gefunden haben. Er lmin es.auch Helm besten Willen nicht anerkennen, weil sein Weizen nur in der Uneinigkeit blühen kamt, seine nebelhafte„VoltSgenieinschast" eilte Belastungsprobe durch die rauhe Wirtlichkeit nicht aushalten kann. Sonst hätten doch die Volksgenossen Kapitalisten den Volksgenossen Arbeitern und Arbeitslosen schon längst beispringen müssen durch Arbeit, Lohnerhöhung udgl., aber nicht durch Reden, AuS- landssahrten, Erholungsreisen an den Genfer See usiv. Aber es beginnt bereits zn dämmern. Unter den Arbeitern und Arbeiterinnen, die den Lockrufen, ost aus irgendeiner BerzweislungS- stitnnutng heraus, gefolgt sind, beginnt die Vernebelung schon zu ioeichen. Denn damals am 10. Mai find ihr bleie Frauen und Mädchen erlegen. DaS„traute Heini" sollte ihnen(tute im Hitler- reich) als Ziel winken. Kaum aber hatten die Frauen ihre Stimmen abgegeben, wurden sie als unwürdig der Gleichstellung mit den Männern in die Ecke gestellt. Trotzdem die Wählerinnen in der Mchrzabl sind, stand weder ans Len Liften der SdP ins Parlament, noch in die Landes» und Bezirlsvertretungeir irgend eine Frau. Offenbar gehen sie Fragen des Krieges und Friedens, der Wohlfahrt und Volkswirtschaft, der Schule und Volksbildung nicht» an, weder als Hausfrau noch als Mutter. Die zweite Ohrfeige beabsichtigt Herr Henlein den Frauen in den kommenden Gemeindewahlen zu geben, ioo E r die Listen kontrollieren und keine Frau aiifstellen lassen wird, wie seine Weisungen bereits jetzt klar erkennen lassen. Eine Ohrfeige gab er den Frauen bereits, indem er an die Spitze der Frauenorganisationen— oder im geliebten Deutsch des Dritten Reiche» der Franen- sachschaften— einen Mann, Herrn Rudolf Dietl kommandierte. Daß noch leider so viele Frauen nicht erkannt haben, wie sehr sie nur als Steigbügelhalter mißbraucht werden, wie sehr sie mit den schwer errungenen Frauenrechten spielen, ist eine Tatsache und der Einsatzpunkt für unsere Aufklärungsarbeit. Diese irregeleiteten Frauen und Mädchen unseren so« zialistischenAdeen zu gewinnen, ist und must Ziel unserer besten Aufklärungsarbeit sein. Wir dürfen es als demokratische Frauen nicht so weit kommen lassen wie in den faschistischen Staaten, ioo man die Frau mit dem»trauten Heim", mit Ehestandsdarlehen und anderen Lockmitteln um ihre politischen Rechte brachte, siy aber als Ersatz dafür mit Fett- und Lebensmittelkarten bedachte, fee von allen Rechten, darunter dem Rechte aüsschloft, mitzubestimmen, ob ihre Kinder wegen, kapitalistischer- Interessen auf dem »Felde der Ehre" zu fallen haben. Wir halten die Augen offen. Auch in der Partei des Herrn Henlein gehen manchen schon die Augen auf. lind da in der famosen„Volksgemeinschaft" die sozialen Unterschiede zwischen Besitzern und Proleten nicht aufgehoben werden können, sondern ein Sprengmittel sind, versucht die SdP mit der nationalen Walze auf die Menge zu wirken. Wir Sozialdemokraten lehnen es ab, unerfüllbare Forderungen auszustellen, um nachher sagen zu können: die anderen sind schuld, weil sie unsere Hoffnungen nicht erfüllen ivollen. Wir stellen uns auf den Boden der Tatsachen: wir bekämpfen jede» Vorrecht, verlangen aber die Sicherung der Rechte jeder Ra-I tl on. So gebietet der diesjährige Frauentag:' Jin-Zeichen des Kapitalismus und des zum Kriege führenden Faschismus Geschlossenheit der Arbeiter und Arbeiterinnen im Kampf uüt.die-, Erhaltung der Demokratie, des Frieden» und her F r s i h et t, Erfassung unwissender Frauen durch Aufklärung über die heute nur zur Wahl stehenden Möglichkeiten: Faschismus, daS ist Krieg mit allen seinen Folgen der Unkultur, Knechtschaft und Barbarei des Mittelalter», mögen sie auch vorher noch so schön mit Schlagwörtern aller Art getarnt sein, oder Sozialismus, das, heisst Friede, Freiheit, Arbeit, Völkerverföhnung. D i e W a h I kann einer denkenden Frau und Mutter nicht schwer salleni Schneider-Creuzot wird verstaatlicht Pari». Die Pressemeldungen über hi» Verstaatlichung der Schneider-Lrtuzot-Werk« bestätigen sich. Da» Amtsblatt veröffentlicht ein Dekret, in dem eS heisst, dass die Regierung beschlossen habe, jene Fabriken der Firma Schneider zu verstaatlichen, die-für die Bedürfnisse der Nationalverteidlgung arbeiten, namentlich da» grösste werk in Creng»t.■ Erfolgreiche Gegenangriffe Madrid. Durch Gegenangriffe der re pitblikanlschen Truppen wurde dir Offensive der Aufständischen an der Gttndalajara-Front am Samstag zum Stillstand gebracht. Die Aufständischen mußten von ter nach Aragana führenden. Straße um 6 Kilometer zurückiveichen. Die Republikaner haben zahlreiches Kriegsmaterial, insbesondere Tank» und Mörser erbeutet. Selbst die Rundfunkstatl.n der Aufständischen gibt zu, daß das Kommando der Regierungstruppen an diese Abschnitte seine tapfersten DH» amtteroS zum Angriff gegen die Tanks der Auf- ständifchen eingesetzt habe. Im Zentrum der Front östlich von Madrid hatten schon am Freitag RegierungSattellungen initiative Operationen im Abschnitt bei Guadalajara eingeleitet, wo einige Batterien erobert und wichige Dokumente erbeutet wurden. General Miaja beglückwünschte die Flieger zu de« Erfolgen, die sie an diesem Teile der Front erzielt haben. Italienische Division vernichtet! Samstag abends wurde folgendes Kommuniquö ausgegebenr Llnsere Flieger sahen ganz deutlich ganze Bataillone der italienischen Division im raschen, vollkommen ungeordnete« Rückzug längs der nach Guadalajara führenden Straße. Unsere Flugzeug« verfolgte» sie, beschossen sie ans Mafchinengewehren und setzten einige Panzerautomobile in Brand. Der 1tomma«dan1 der AngriffSegkader«nserer Luftwaffe teilt mi^ daß seiner Ansicht nach eine g a nz e i t a l ionische Divtsi o n v er n i ch* tet wurde. Beschwerde in Genf und London Well vier Schwarxhemdendlvlslonen mltkämpf en'■ Genf. DaS Generalsekretärtat deS BöflertunbeS veröffentlicht, eine Rote der Regierung van Valentin, worin die Mikgliedstaaten'aufmerksam gemacht werden, daß gegen die Regle- rungßtruppen in Spanien re g ul ä r e 11 al ieni sche Militärabt eil ungen kämpfen. Sn-der Anwefenheit italientscher.TWVPen aus.fpgnikche«-Bode»> erblickt hie Regierung In der Note wird u. a. erklärt: Die gegenwärtige- Offensive der Aufständischen führen vier Divisionen der regulären-sia- lienischen Armee: die erste» zweite und-dritte Schwarzhemden-Division. Die- Truppen,-..- welche an der. Offensive teilnehmen, werde» durch- zwei Sonderbrigaden ergänzt, von denen sich- die"eine ans regulären deutschen und italienischen Soldaten und di» zweite ans vier motorisierten Kompagnien Kara» binieri, sowie aus- regulären deutschen Soldaten zusammensetzt. Jede Division-besitzt zwei Regimenter zn drei Bataillonen vonje Ü5Ö Manu in vier Kompagnien< mit kompletter Maschinen- gewehr-AuSrüstung. Zwei weitere Divisionen sind noch im Anmarsch. Da» Kommando hat. ditz Absicht, Madrid einzunehmen,- sobald, eine-italienische und eine deutsche ESkadre'unfer dpn-Borwand der Küstenkontrolle einen Angriff ans Barcelona und Valencia unternehmen. London.(Reuter.) Der spanische Gesandte überreichte am SämStag im Außenministerium eine Rote, in welcher die spanische Regierung verlangt, daß Großbritannien seinen Einfluß im Londoner RichteinmischnngsattSschuß zur Prüfung der militärischen Mitarbeit verwende, die S t a l i e n den Aufständischen gewährt. 80 Per freund ROMAN VON GREGOR JARCHO Mir schien, als hätte elloaS In mir, das um Trotz mid Selbstbehauptung gellammert war, sich plötzlich gelöst, als iniistte ich fallen, nachgeben, mtsgebcn, alles, mich selbst Abspannung, Abfall warf mir die Niedergeschlagenheit fest.nm daS Hirn, ich vermochte nicht länger, mich gegen irgend etwas zu wehren, ich sank in den Sessel -zurück— entkräftet, demütig auS einem neuen, -kalte» Trotz heraus, der über mir war, nicht miS mir kam, mich aber auSsüllte und sich nun gegen -mich selbst richtete. Aehnliches habe Ich später noch öfter erlebt. Damals war es mir neu, und ich weist wirklich nicht,>oaS mein Vater zu mir sprach. Ich hörte mW hörte ihn nicht. Bis dann seine Berührung mich zwang, die Augen zu heben, bis mein Blick von dem seinen wie vorher schon aufgesangen u»d sestgehälten wurde. .„Was ist dir?" „Ich bin müde—-—"-wollte ich sagen. Aber ich schwieg. „Hat der Direktor alles erfahren?" Ich schüttelte verneinend den Kopf. .„Aber dtt fragtest mich doch, ob ich mit ihm gesprochen hätte. Also must ihm doch jemand .etivas erzählt haben I" „An" «Was denn?". „Ach weih nicht genau——" Mir war immer noch alle» gleich. Da holte Vater seine-Zigaretten hervor und bot mir eine an.. Mit den ersten tiefen Zügeir zog ich wieder .etwas Ivie Leben in mich. „Rauchst du immer so stark durch die Lunge?-" Ich nickte bejahend. Und ganz von selbst kamen die Worte:„Du ja auch!". .Kleine Fältchen legten sich um feine von neuem Heller werdenden Augen— wie wenn«r ein Lächeln unterdrückte. Da stieg in mir als erstes wieder voll empfundenes Gefühl auf: ein Mitleid. Und ich lächelte ihm zu. Hatte er erraten, was in mir borgegangen war? Oder hatte ihm eine Art Freude das Rot in die Wangen getrieben? Ich weist nicht. Er schüttelte nur wie abwehrend den Kops und fragte wieder: „WnS gibt es denn? Wa» hast du heute? Ich erzählte ihm von den Vorfällen in der Anstalt. Bon der Besprechung mit Rappaport und von meinem neuen, so unerwarteten Zusam- menstost mit dem Direktor, von dem rätselhaften Bries, von der Verabredung auf Anruf zu warten, Und— seltsam— das Neuerleben aller Erschütterungen dieses Tages schien mir jetzt— aus dem Wöge über" die Erinnerung— die Kraft wiederzugeben, die mir durch da» stete Hinnndhergewor- fenwerden verloren gegangen war. AIS ich, zu Ende erzählt hatte, bemerkte mein Vater: „Dieser Rappaport ist entschieden klüger als du— er nimmt sich in acht, er will sich in acht nehmen I" „Ich doch auch! Ihm droht überdies mehr al» mir. Wenn er jetzt herausfliegt,' darf er nicht mehr in Ruhland studieren. Ich aber tarnt in eine andere Anstalt kommen...“ „Vorausgesetzt, dah du nicht auch-ein Wolfsbillett bekommst.. „Das ist eS ja!" rief ich.„Du. denkst immer an dich, an mich— hier geht es doch nicht um mich!" „Sondern?" „Um un» allel" .«Da» Ist Literatur—. ES geht Immer um jeden einzelnen— einzeln!" Ich hatte schon Worte des Widerspruches auf der Zunge— ich konnte bereits widersprechen uiw freute mich beinahe, dazu— wie ein Genesender. Da klingelte.daS Telephon. Ich verzichtete- auf jede Entgegnung, sprang hastig auf und eilte zum Apparat. Die Ahnung- hätte mich nicht getrogen: e» -.war Rappaport, Und nun erfuhr ich, dah er einen der beiden -Freunde, die bei Nikiforow gelebt hatten, für einen Verräter hielt. Dieser Freund-— Kolja— war, kurz nachdem Rappaport die Klasse verlassen hatte, um sich mit mir im„Salon" zu treffen, ebenfalls nach unten gegangen. Nappaport wollte ihn später — bei der Rückkehr— flüchtig im Gang— hinter einem Garderobenständer versteckt— gesehen haben. J.t der Pause hatte Rappaport ihn gefragt, was er im unteren Gang allein zu tun gehabt hätte, da er doch nicht im„Salon" erschienen Wäre— und Kolja sollte ihm darauf unklare, ausweichende, sich widersprechende Am« worten gegeben haben.„Er ist ein armer-Teufel und nicht taktfest. Wenn es dem Direktor gelungen-ist, ihn einzuschüchtern oder zu bestechen, dann müssen wir auf das Schlimmste gefaßt sein.. „Und—— und——" stammelte ich. „IvaS sollen wir tun?" «Ich Sehe jetzt zu ihm. Ich werde schon die Wahrheit herauskriegen. Und-heute abends kommen wir alle bei Sascha zusammen.- Ich glaube, wir bringen erst diese dumme Selbstmordgeschichte in Ordnung, und lösen uns dann für eiste Zeitlang auf." „Auflösen! Mer..." »Lein aber. Die Adresse des Arztes habe ich bereits. Bon Nikiforows Tante. Also— Vis später. Du kommst doch!" „Ja Hör mal——. Er hörte nicht tnehr, Er hatte abgehängt. Ich zitterte an alle« Gliedern.- Und diesmal war es Verzweiflung anderer Art. Elpe, die zu Taten trieb, die Taten forderte, die sich nicht gab, die einen' aufrist—■’ .„Nun?", hörte ich plötzlich den Vater fragen, "Jetzt, da der Verdacht bereits Richtung hätte Hodia überden 18. Feber v(Fortsetzung von Seite 1.) daß di» Personalabteilung beim Ministerium die Personalpositik der Regierung in Evidenz.führe. Das Problem der Arbeitslosigkeit Auf die Frage, wie die Regierung das Problem der dauernden Arbeitslösigkeit/die auch In der Äon» junktnr verbleiben wird, lösen wird, kann ich keine endgültige Antwort gebe». Es sind da dr e i Probleme. Bor allem die Frage, wie weit eS möglich ist, gewisse Grundstücke, die durch den Grubenbau ver'- nichtet wurden, zu rekultivieren und so SiedlungSvoden zu gewinnen. Einige" hundert,'im besten Fall einige tausend Leute könnten auf diesen Grundstücken anaesicdekt werden. Diese Zahl steht in keinem Verhältnis zii de» Kosten und Sorgen, die damit verbunden wären., Da» zweite Problem ist da s P opu la« t i o n» p r o b lern. ,-Wenn die BevülkerungSzähl i>> arithmetischer Reihe wachsen würde, wäre dies ein fast unlösbares Problem. Zn Meinem großen Bedauern mutz ich jedoch sagen, daß der Po« pulattonzuwachs Im Staate eine absteigende Tendenz aufwelst. ES wird die ständige Sorge der Sozial» und Wirtschaftspolitik jein, wo» mit den dauernd Arbeitslosen geschehen soll. MU der Autz» wanderung können wir nicht kalkulieren. Itm so komplizierter ist die ganze Aufgabe. Da» alles beginnt eine große ganznationaleAuf- g a b e aller ohne Nnterschied der Nationalität und ohne Nnterschied ans die ideologische Berschiebenhelt zu werden. Hier könnte«Ine Krise entstehen, di« eine sehr unliebsame Fortsetzung der Wirt- schasibkrise wäre, da sie di« unseligen sozialen Folgen petrlfizieren würbe. Für deute genügt«», die Aufmerksamkeit der össentlichen Meinung auf den ganzen Komplex der kritischen. Komponenten zu lenkest und daraus die scharsstnnigsten Köpfe zu konzentrieren. WeiterS bezeichnete Dr. Hodsa die Kooperation der Donaustaatcn mit Italien und Deutschland als die selbstverständliche Voraussetzung der mitteleuropäischen Projekte. An den Berhandlunaen Italiens mit Jugoslawien sehen weder wir noch Rumänien etwa», tvaS gegen di« Kleine Entente gerichtet sein könnte oder wollte, biumänien begrübt ..ebenso wie wir jeden Schritt, mit der sich Jugoslawien Italien nähert. Dr. Hodja hofft ferner, daß kn zwei Monaten die Tschechoslowakische Republik in organisierten Handelsbeziehungen mit dem ganzen Donaugebiet fein wird. Glauben Sie nicht, erklärte er zum Schluß, das; Mitteleuropa ein Losungswort für festliche Kundgebungen bei internationalen Manifestationen ist Dal tonnte einmal so sein. Heute ist Mitteleuropa daS Aktionsprogramm und wir alle bekennen uns im eigenen Interesse und im Interesse .des Frieden».in Europa^u^diestuit Ijtro^rossNm. Die karpstborusslsche Autonomie Der Ministerpräsident kündigte it. a. auch an, daß der Gesetzentwurf über die Autonomie Karpatho- rutzländS nach Ostern in» Parlament kommen wird. Wir schaffen, erklärte Dr. Hodja, ein Gouvernement und wir statten diese Behörde mit einer Kompetenz In so weitem Rahmen a»S, Ivie sie die FriedenSvcrträge und dieVerfassung vorschreiben. Im Rahmen einer toeiteren Teiles der autonomen Kompeiety, welche für den karpatho- russischen Landtag reserviert war, weisen wir vorläufig den Gubernialrat ein Konsultativvotum für denGouverneur bi» zu jenem Zeitpunkte zu, da der Landtag gewählt sein wird. und ein Ziel, nachdem ein Name gefallet» war, hinter dem ein Mensch steckte, und eigentlich etwa» wie Ruhe die volle Ungewihhelt hätte ablÜscst können, erschien mir das Ganze noch ungeheuerlicher als vorher, da ich gezwuttgen gewesen war, in jedem den Verräter zu wittern. Dieser Kolja war Waise. Seine Mutter— Beamtenswitwe— häkelte und strickte, da die karge Pension selbst in dem Dorf, in dem sie wohnte, nicht reichen wollte, für sie und ihre fünf Kinder. Wir— bessergestellte Kameraden— bildeten die Stammkundschaft der Frau, da wir unsere Mütter veranlahten, alles Einschlägige durch sie' oder umnittelbar von ihr zu beziehen, llnsere WollstrÜmpse, die wollenen. Handschuhe, die Strickkliidcheii und. Busenwärmer.für die Schwestern, Wolle und Garn— alles lieferte uns Kolja» Mutter und verdiente daran,-wenn auch nicht vielj sp doch- wenigstens etwas. Dann hat- ten ivir dafür gesorgt, daß er selbst zu Nikiforow gekommen war, und sein Schlasburschcndasein ein Ende genommen hatte. Gleich nach dem Unglück, als er fortziehen-muhte, wurde ihm von uns ein Zimmer gemietet; wir versorgten ihn mit gurbezahlten- Unterrichtsstunden. Und jetzt- dieser Undank!" Es war.nicht zu glauben, entsetzlich war es. Als ich stotternd, wie wenn, die Worte zu heiß wären, das soeben in Erfahrung-Gtbrachte Baier erzählte, wurde er sehr ernst- „Da hast du. wieder ein Beispiel", sagte er. „ES geht immer um den einzelnen «Aber da», ist ja erst ein Verdacht!" unterbrach ich. «Schon Last Rappaport einen Verdacht von dieser, Art haben könnt», beweistäm--besten, wie wenig et selbst euch al» etwa» Ganzes ansieht. Auch er ist der Ansicht, dah jeder einzelne anders ist, und daß e» stets um Lest einzelnen geht." .(Fortsetzung folgt;»-\ Nr. 68 Sonntag, 14. März 1637 Seite S fudctendcutscfier Zeitspiele/ Der Schwarzsender nicht auf tschechoslowahlschen Boden! Prag. Zu bett Nachrichten über eine geheime deutsche kommunistische Nundfunksendestation wird amtlich mitgeteilt, daß die durchgeführten Nachforschungen ergeben haben, daß diese Sendestation n i ch t ans tschechoslowakischem Staatsgebiet ist. Ernährunssausschuß urglert Zuckerprelsherabsetums Wie erinnerlich, Hat der ErnährungSauS- schuß deS Abgeordnetenhauses unter dem Vorsitz des Genossen I a t s ch in der zweiten Jänner- Hälfte nach gründlicher Bortereitung in einem Subkomitee«ine Resolution angenommen, in welcher der Negierung Maßnahmen zur Herabsetzung deS Zuckerpreises vorgefchlage» wurden. Rach Ansicht deS Ausschusses wäre durch di« vor- geschlagenen Maßnahmen ohne Schädigung der Staatskasse ein« Preissenkung um K6 1.40 pro Kilogramm durchführbar. Der Ausschuß hatte vor allem empfohlen: Revision der Kalkulation deS Produktionspreises unter Durchrechnung der tatsächlichen Exporwerluste; Revision deS Zuckerkortelldertrages;eingehend« Prüfung der Wirtschaft des Zuckerkartells und aller Zuckerfabriken; Beschränkungen der Anteils der Zuk- kcrabteilungen der Banken am Zwischenhandel und die Senkung der Zuckersteuer für den Inlandsbedarf. Diese Resolution wurde seinerzeit der Regierung zur weiteren Behandlung abgetreten; offiziell ist über ihr Schicksal bisher nichts bekannt geworden. DaS Präsidium deS Ernährungsaus- fchvsseS hat daher am Freitag den Beschluß gefakt, daS Kammerpräfidium zu ersuchen,«S möge von der Regierung eine Mitteilung«inholen, w i e weit die Verhandlungen über di« Herabsetzung des ZuckerpreisrS und die damit verbundenen Fragen gediehen find, ' Auch die Süden fallen unter die Vereinbarungen vom 18. Feber Prag. Der Vorsitzende der Regierung, Dr. HodZa, empfing Freitag die Vertreter der jüdischen Nationalen Minderheit, Die Delegation überreichte ihm eine Denkschrift und trug ihm kulturelle, wirtschaftliche und soziale Forderungen der jüdischen Minderheit vor. Der Vorsitzende der Regierung konstatierte in seiner Antwort, dah. die Erklärung der Regierung vom 18. Fcker d. I. betreffend die Regelung der Nationalitätenpolitik sich natürlich auch auf die jüdisch« Minderheit bezog. Die vorgebrachten Forderungen, die sich innerhalb der Richtlinien der Regierungspolitik bewegen, anerkenne die Regierung als berechtigt und gerecht und werd« deshalb die Verstaatlichung des hebräischen VolkSschul- wesens durchführen.(Es handelt sich um sieben hebräische Schulen in Karpathorußland.) Dm Eisenbahnminister R. Bechyni besuchten am Freitag im Sanatorium des Dr. Opatrnh in Smokovec der Präsidialchef Jng. Nossek und die Vorstände der einzelnen Sektionen des Eisenbahnministeriums, um den. Minister vor seiner Rückkehr nach Prag zu begrüßen und über dienstliche Angelegenheiten zu informieren. Gleichzeitig mit ihnen fand sich'das Präsidium des Zen- tralvertrauensmännerausfchusses für das Eisenbahnministerium ein, um im Namen deS Personals der Staatsbahnen dem Minister ihre Freude über seine Gesundung zu versichern. Deutsche Gefangene in Spanien „Was machen Sie hier?" „Wir tragen die Friedensbotschaften' unseres Führers durch Europa”. Ole soziale Funktion der SVH Arbeiter werden um die Krankenversicherung betrogen Ein Arbeitsloser berichtet unSt Als Mitglied des Bundes der Deutschen wandte ich mich, da ich arbeitslos bin, am 26. Feber 1887 an die Leiterin der Frauenortsgruppe der BdD in Prag um Unterstützung. Dies« Lei- terin heißt Kun d t und ist di« Freu deS bekannten SdP-Mgeordneten. Sie bewilligte mir KL 10.'—•_ Unterstützung und schickt« mich mit einem Empfehlungsschreiben an Jng. Staffen. Ich wurde sofort bei der Altpapiersammlung der SdP.verwen- I det.— ES waren schon 1700 Kilo Altpapier mit-1 telS Autos gesammelt worden. Ich schlug vor, auf die Verwendung deS Autos zu verzichten und dafür den Arbeitslosen mehr zu geben,, die sich mit dem Einsammeln beschäftigen. Nun fuhr ich Tag um Tag meinen schweren Handwagen durch die Straßen. Am SamStag, als die Auszahlung' erfolgte, waren wir bei der Einsammlung Beschäftigten aber alle schwer' enttäuscht.' Ach bekam für «ine sechzigstündige Arbeitszeit Kd 120.—, die endeten Arbeiter KC 90.—. An der zweiten Woche wurde es, etwas besser, da bekam mein Mitfahrer auch KC 120.—.-! Aber Herr Dr. Renner, der die Aktion.leitet, wär nicht zufrieden, daß wir in einer' Woche nur 1700 Kilo Papier hereingebracht hatten.'.Als'ich ssnmal sagt«, daß die ganze Sache schlecht organisiert sei und wir des öfteren ganz ohne Erfolg in-die Wohnungen. gehen müssen, wurde'das dein Dr.- Renner hinterbracht. Er sagte, ich h<»be bei der Arbeit nichts zu reden, eS feiew'Leute genüg.-zü haben.'(Es-melden sich jetzt Leute aus dem-Al'hi' denen-Dr. Renner-nur KC 60.—wöchentlich zählen muß.)'— Wir mußten alle unterschreitest, dah wir-in keinem ordentlichen' Artrttsverhältnis stehen, weswegen wir nicht bitt'der Krankenversicherung anznmelden seien.' Dabei war die Arbeit in höchstem' Mäße gesundheitsschädlich undgefährlich."- 'Wir haben, diesem Bericht nichts' hinzüzu« fügen. Er spricht'für sich selbst. Insbesondere die Tatsache, daß-, man, die ärmsten Teufel um die Krankenberftcherüng bringt, obwohl zweifellos ein reguläres Arbeitsverhältnis besteht, wirft auf di« soziale Gesinnung der verantwortlichen Leute in der SVH ein bezeichnendes Licht.... eine Niederlage Konrad Henleins „Lidovi Noviny” gewinnen einen Prozeß Der verantwortliche Redakteur der„Lidovä Nobiny" Dr. S« l« p a wurde von Konrad Henlein wegen eines am 6. März 1988 erschienenen Artikels geklagt, in dem berichtet wurde, daß die Agitationsmethoden der Sudetendeutschen Hei» matsront ausländischen Mustern gleichen und daß. die Henleinpärtei von Hakenkreuzlern durchsetzt ist. Der Verteidiger des verantwortlichen Redakteurs führte den Wahrheitsbeweis durch. Aus einem Briese des RonSpcrgcr Tierarztes Dr. E n- g e l m a n n an die Egerer SdP-Hauptleitung geht hervor, daß ihm, der ein exponierter Führer der Hakcnkreuzlcr toar, Fritz Köllner und Dr. Walter Brand rieten, in der Henleinpärtei unter f a l f ch e m R a m e- n zu arbeiten. Davon hat Konrad Henlein-gewußt. Am 12. März 1987 fand die Schlußver'- handlung' vor' dem Pressesenat des Brünner Kreisgerichtes statt. Dr. 8 e l e P a wurde f r e i g e sp r o ch e n, Konrad Henlein wurde zur Tragung- der Versahrenskosten verurteilt. Erh&hto Eintrittspreise für eine Henlelnbeslditlgung - Unter diesem Titel berichtet die„Deutsche Landpojt": Sonntag finden in Nordböhmen drei Henletnveyammlungenstatt, und zwar in Böhm.- Leipa, Haida und Zwickau. Dä die Mitgliedsbei- träge nur-spärlich fließen, der große Partetbeam- tenapparat und die kostspieligen Londonreisen aber ungeheure Gelder verschlingen. müß auch Henlein wieder mitverdienen helfen., Er zeigt sich wieder dem Volke, das er über ein halbes Jähr gemieden hat, uyd zwar zu erhöhten'Eintrittspreisen. Die besseren Leute zahlen für die Teilnahme an. den Versammlungen 8.40 KC, das gewöhnliche Volk 2.80 KC und die Arbeitslosen, haben;— insoweit sie noch an das Spruchband' glauben„Konrad Henlein gibt euch Brot", das jetzt nicht mehr verwendet wird— füp den Eintritt in di« Versammlung«inen Peterspferinig von' 1.10 KC zu entrichten. Nur für die.iBostzen im Speck"— Ehrenkarten und Eintri-tt srei l die sudetendeutscke Jugend I Das Sudeicndenischtum steht in diesen Wochen vor den lebenswichtigsten Entscheidungen: Will cS an seiner Zukunft selbst Mitarbeiten, oder sich von dieser Mitarbeit ausschaltcn und sich sein künftiges Schicksal von fremden Kräften vorschreiben lassen? Der deutsche Aktivist ist für die Mitarbeit an der Entwicklung des Sudetendcutschtums auf dem Boden unseres Staates, der deutsche Negativismus schaltet sich immer wieder von dieser Mitarbeit aus. Alle alarmierenden und vertvirrendcn Meldungen und Gerüchte können nicht darüber hin- wegtäuschen, daß das Siidetcndcutschtum in seinem Bchauptungskampfe auf sich selbst gestellt ist und nur dann erfolgreich sein kann, wenn es diesen Kampf im Geiste und mit den Mitteln wahrer und ausrichtiger Demokratie führt. Das Bekenntnis der Ncgativisten zur Totalität ist zwangsläufig auf die Herbeiführung eines Zustandes gerichtet, in dein brutale Getvalt über die Minderheit entscheidet; eS ist mit der Demokratie und den LebenSinierefsen unseres Volkes unvereinbar. Die Gleichberechtigung der Völler unserer Republik unter dem Leitworte„Ich Herr— Du Herr" ist daS Endziel der demokratifchen Kräfte des Sudetendeutschtums, tvelche dadurch nicht nur an der Befriedung der nationalen Verhältnisse in unserem Lande, sondern auch an dem gesamteuropäischen FriedenSwcrk im Geiste wahrer deutscher Kulturgesinnung Mitarbeiten wollen. Die sudetendeutsche Jugend will leben und arbeiten und ihre Zukunft mitgestalien. Die Jugendgruppen der deutschen Aktivisten wollen daher alle Bestrebungen unterstützen, die darauf gerichtet sind, unserem Volke die Gleichberechtigung auf dem Boden der Demokratie zu erringen. Die Jugend des deutschen AktivismuS will und muß die ganze junge Generation davon überzeugen, daß sie sich, genau so wie das ganze Volk, nur auf sich felbst verlassen kann. Es gilt, den schärfsten Kampf gegen alle zu führen, die mit uner- süllbaren Versprechungen die Jugend für ihre machtpolitischen Zwecke mißbrauchen. Auf Prager Boden werden die Jugendgrup- pen der deutschen Aktivisten in einer gemeinsamen Kundgebung am 14. April 1987 zu den Lebensfragen der deutschen Jugend Stellung nehmen. Sozialistische Jugend Landständisch« Jugend(BdL) Deutsche Jungdemokraten(DDF) Arbeitsgemeinschaft junger Christlichsozialer (DCBP) Hanfstaengl abgesagt? Ans Hansstaengl nahestehenden Kreisen erfährt„Unidet Preß", daß daS Büro Hanf- ftaenglS, deS Auslandspressechefs der NSDAP., geschlossen wurde. Er hat Deutschland verlassen. Man vermutet, daß Hansstaengl nach den Vereinigten Stuckten unterwegs ist. Sein Ausscheide» wurde schon seit längerem erwartet, nachdem schon zur Zeit des letzten Parteitages bekannt geworden war, daß seine Stellung schwer erschüttert sei. Die Ursache seines Sturzes wird in wiederholten MeinungSverfchiedenhei- t'tnmit Goebbels und anderen. Parteiführern erblickt.- Vor einem halben Jahr hieß es bereits, daß Hansstaengl wegen«ittrs persönlichen Konflikts — wie damals berichtet wurde, mit Hitler— gehen müsse. Hansstaengl waren die Pressestellen der Partei unterstellt. Er war Hitler direkt verantwortlich. Hanfstaengl entstamiitt einem bekannte Münchner BerlagshauS. Er und seine Familie Haban die nntionalsozinlistische Bewegung schon in ihren Anfängen mit großen Geldmitteln unterstützt. In den Jahren 1931 und 1632 War Hansstaengl der stibndige Begleiter HitlerS auf dessen Reisen durch Deutschland. Rach der Machtergreifung wurde Hansstaengl zum Auslandspressechef erwannt. Er trat nicht oft an die Oeffentlichkeit. Bor einigen Monaten mußt« «in Vetter HansstaenglS, der als Direktor d«S Kaiser-Friedrich-Museums in Berlin tätig war, Wege« seiner Kunstpolitik, die Gegenstand scharfer Befehdung im„Angriff" war, seinen Pasten verlassen.- Planwlrtschaftlldie Sachverständigenkonferenz des IGB (JGB) Im Zusammenhang mit einem auf dem Londoner Internationalen Gewerkschaftskongreß im vergangenen Jahre ausgesprochenen Wunsch und auf Grund eines Beschlusses des Vorstandes deS JGB wird am 14. uno 15. April in Paris eine planwirtschaftliche Sachverstän- digen-Konferenz tagen, die an die VorstandS- und Ausschußsitzung des JGB in Budapest Ende Juni d. I. Bericht erstatten soll und sich mit nachstehenden Fragen zu befassen hat: 1. Die nationälen Wirtschaftspläne und ihre bisherigen Verwirklichungen,— Internationaler Vergleich. 2. DaS Problem der Kriscnverhütung. 8. DaS Rohstoffproblem. Ole genossenschaftliche Eigenproduktion schfitzt die Interessen der werktätigen Konsumenten HHÜTZEN UND FÖRDERN DESHALB AUCH WIR UNSERE GENOSSENSEHAFTIIEHE EIGENPRODUKTION DURCH STÄNDIGEN BEZUG DER GUTEN ffSC--PRODUKTE! ErtllHidi in alten VerteilnnflsstelleH der KonstnnBenosseascliaHen Seite 4 Sonntag, 14. Mär» 1087 Nr. 8» Wort und Tat Ole Internationale für das demokratische Spanien I Äußer der Durchführung der Kontrolle.aber muß man noch die Rückkehr alter in Spanien kämpfenden Ausländer verlangen, denn sonst wäre die Kontrolle zwecklos. Diese Gedanken kommen auch in der'Resolution zum Ausdruck. Wort« und unsere Taten miteinander In Einklang wollen wir unser Ziel er» Die neuen Angriffe Im Nordosten von Madrid Der ungefähre Frontvorlauf bei Madrid nach dem Stande der Meldungen. vom 12. März. Der letzte Angriff der Italiener wurde von Sjgu- -nza gegen die Straße Gua« älajara—Sacedon geführt, ie letzte sichere Verbindung Madtid» mit Balenela. Der für Madrid lebensgefährliche Stoß konnte hei Torija noch ausgesangen werden- Die Resolution erinnert zunächst daran, daß beide Internationalen auf die Gefahr der bisherigen Politik der Nichtintervention aufmerksam gemacht haben, eine Politik, welche sich in eine elnseitigeJntervention und in einen internationalenreakttonären Feldzug gegen das demokratische Spanten verwandelt hat. Zur beabsichtigten Kontrolle wird ein skeptisch abwartender Stand« punkt eingenommen und auf die Unzulänglichkeiten der Kontrolle, insbesondere an der Grenze Portugals aufmerksam gemacht,„Zeigt die Erfahrung* so heißt eS,„daß diese Maßnahmen nicht binnen wenigen Wochen die Hilfe, welche die faschistischen Mächte den Aufständischen erweisen, aufheben, dann ist eS die Pflicht der in der Internationale vereinigten Organisationen, dahin zu wirken, daß eine Politik siege, welche der spanischen Demokratie die Möglichkeit garantiert, sich durch freien Einkauf die Mittel zu ihrer Abwehr zu verschaffen*. ES wird dann festgestellt, daß die Anwesenheit ausländischen Militärs auf spanischem Boden die spanische Souveränität bedroht, eS wird protestiert gegen die Identifizierung von Freiwilligen mit den nach Spanien kommandierten faschistischen Soldaten, die als Freiwillige hingestellt werden, aber es wird dem zugestimmt, daß alle Ausländer ohne Unterschied Spanien verlassen müssen, wenn sich dies eben auf alle Ausländer, auch die Marokkaner, bezieht und wenn dies Lei unparteiischer Kontrolle durchgeführt wird. sumgenoffenschaften wird die Solidarität des einen 1 für den anderen praktisch geübt. Sie sind di» Schulen für unsere Arbeiterfrauen und lehren sie, tvirtschafilich zu denken und zu handeln. In unseren Konsumgenossenschaften lernen die Frauen wirtschaftliche Zusaminenhänge verstehen und daran mitzuarbeiten, daß sowohl für den Tag, als auch für die weitere Zukunft für den Haushalt und die Familie Vorteile geschaffen werden. Fede Krone, die beim Einkauf den Mitgliedern erspart wird, bedeutet ein größeres Stück Brot und lebe Krone, die als Rückvergütung zu den Mitgliedern zurückfließt, ist eine Erleichterung für die Familie. Nufer fester Zusammenschluß in den Konsumgenossenschaften steigert die Kraft de» einzelnen und macht uns zu einer Gemeinschaft, die ihre Ziele erreicht. Die Frauen müssen ihrer Konsum- genosienschaft die Treue halten, denn nur dlo Tat entscheidet, ob wir siegen oder unterliegen. Der Internationale Frauentag soll un» mit dahin führen, daß toir im täglichen Leben ständig daran denken, daß Selbsthilfe durch die Konium- genossenschaften uns die wirtschaftliche Grundlage für eine gerechte, soziale Planwirtschaft baut, bei deren Schaffung leine Frau fehlen darf. Emmy Riedl.' geplanten neuen Westpakt, eS distanzierte sich von Frankreich und aewann damit mancherlei wohl- Fostenden Zuspruch aus dem Dritten Reich.. Im panischen Bürgerkrieg, an dem die belgischen Arbeiter leidenschaftlich Anteil Nehmen, markierte man allersteifste Neutralität; man schien sich für nicht» andere» zu intereß'ieren al» für die Entschädigung, die die spanische Regierung für den Unfall des jungen Borchgrave eines belgischen Diplomaten, der vor den Toren Madrid» den Tod gefunden hatte— bezahlen sollte. Meinungsverschiedenheiten darüber führten zur Demission Bandervelde» al» Gesund- heitSmintster. Die Demission war, wie im Generalrat mit Bitterkeit meberkt wurde, zurückzuführen auf Differenzen nicht zwischen Sozialisten und Bürgerlichen, sondern zwischen den sozialistischen Ministern selbst. Gesteigert wurde die Unruhe durch zwei Interviews von Gpaak und de Man in der liberalen„Jndkpendance Belg«*. Spaak■ warf dem Marxismus vor, die Bedeutung de» äkono- mischen Faktor» über^ätzt zu haben, er forderte eine Revision de» Begriff» de» Klassenkampses sind sprach sich scharf gegen den. Bolschewismus aus, den er als einen„proletarischen Faschismus* bezeichnete. De Man stellte dem„Weichen Reformismus* seinen„harten Planismus* entgegen und erklärte, daß er einen gelebten nationalen Sozialismus" einem nur„gesprochenen internationalen Sozialismus* vorziehe. Allerdings dürfe Ler„nationale Sozialismus* nicht in einen„sozialistischen Nationalismus* au»« arten Man versteht, daß solche Bekenntnisse die Unruhe, die über die Außenpolitik entstanden war, noch vermehrten. C» entstand der Verdacht, Spaak und de, Man wollten die Partei irgend einer allbelgischen Ueberpartel, einer nationalen Einheitsfront eingliedern, die dann durch diktatorisches Gebaren und korporativistische Experimente den Wea.zu-dem Faschismus ebnen würde. Umgekehrt versicherten de.Man und Spaak, daß es ihnen ge« rade darauf ankomme, den Faschismus wirksam zu bekämpfen. An ihrer ehrlichen Absicht wird nach der Äeneralratrdebatte kaum noch jemand zweifeln. An der Richtigkeit ihres Weges vielleicht desto mehr. Es war ein glänzendes geistige» Ringen. Dabei waren de Rian und Spaak al» konsequente Verfechter der Regierungspolitik im Vorteil, da sich ihre wirtschaftspolitischen Maßnahmen als zweckmäßig erwiesen hatten, wozu auch die Weltwirtschaftskonjunktur da» ihre beitrug. Niemand wollte den Austritt aus der Regierung. Aber Bandervelde und seine nächsten Freunde wollten stärker die Eventualität in Betracht ziehen, daß die Partei eines Tages wieder genötigt feil» könnte, als Opposition an das Volk zu appellie« ren, wobei dann das Problem der Volksfront akut würde. Dagegen meinten die aktiven Minister, eS fei nicht möglich, mit einem Bein in der Regierung und mit dem anderen draußen zu stehen, was man mache, müsse man ganz machen. Darum waren sie nicht geneigt, die Frage der Volksfront, de» Zusammengehens mit den Kommunisten, auch nur entfernt in Betracht zu ziehen. Da» hatte auch wieder seine Wirkung auf ihre Stellung zu Sowjetrußland. War zum Beispiel de Broucktre bereit, in den Moskauer Prozessen nur die Reste einer alten Barbarei zu sehen, die zu überwinden Rußland im Begriffe sei, so erschienen auf der anderen Seite diese Prozesse als richtige Früchte des Systems. Die aktiven Minister erleichterten auch dadurch ihre Stellung, daß sie gewisse überspitzte Formulierungen ihrer Interviews Preisgaben und den Verdacht zerstreuten, als seien sie auf dem Wege zur naiionalen tleberpartei. Bei der Wahl eine» neuenThef- redaktenrS des„Peuple* an Stelle von WauterS, der Nachfolger Bandervelde» in' der Negierung geworden ist, siegte mit geringer Mehr« heit der Kandidat der alten Führer, Delvigne. Die Sympathie mit den„Alten* und die Zuftlo- denheit mit der bisherigen Haltung des ausgezeichnet redigierten Blattes war stärker al» der richtungSmätzige Zusammenhalt. Die Hauptresolution, mit der der Kamps abschloß und die fast einstimmig angenommen wurde, ist ein Meisterwerk der Stilisierung, in der Absicht verfaßt, keinen Teil als Sieger oder al» Besiegten aus dem Streit hervorgehen zu lassen. Immerhin empfiehlt sie deutlich genug eine Korrektur der Außenpolitik, - indem sie mit folgender Deklaration beginnt: „Die belgische Arbeiterpartei ist und bleibt die belgische Sektion der Sozialistischen Arbeiter- Internationale. Sie erwartet von der Regierung eine beharrliche Aktion zur Stärkung dar kollektiven Sicherheit, mit der di«. Sicherheit Belgien» unkennbar verbunden ist." Eine besondere Resolution spricht die leidenschaftliche Anteilnahme derPartei an den spantschenKämpfen aus, und ihren unbeugsamen Wille», den Republik»« nern jede mögliche Hilfe angedeihen zu lassen. WaS das öffentliche Auftreten zusammen mit Angehörigen anderer Parteien rechts und links (Kommunisten, Christliche, Demokraten usw.) betrifft, so soll In Zweifelsfragen der Partetvor« ; stand angerufen werden. Beide Gruppen fanden sich zum Schluß in dem gemeinsamen Willen, fitr die positiven Ziele . der Partei im Kampfe gegen Monopolkapital und . Faschismus alle Kräfte einzusehen. > Im ganzen kann man die große Debatte, die > manchmal sehr dramatisch, aber stets musterhaft J diszipliniert verlief, al» eine Auseinandersetzung zwischen marxistischen und revisionistischen Re« . formisten betrachten. Die Führung hehält der revisionistische Reformismus, der sogenannte > Planismus. Der marxistische Reformismus aber, : die klassische Parteitradition der Bandervelde, de ' Broucktzre und Huysman, behält nicht nur die Kontrolle, sondern verstärkt sie. Die belgische i Arbeiterpartei kann mit diesem Ergebnis > zufrieden sein, zeigen, daß sie eintreten für Freiheit, Recht und Sozialismus, Sie bekennen stolz, daß ihr Sinnen und Trachten über den engen Kreis der Familie und des eigenen Lebens hinausgeht und sich an eine große Idee, an den gemeinsamen Kampf für ein bessere» Dasein aller hingibt. Gar mancher Frau wird in solch festlicher Gemeinschaft da» Herz höher schlagen und sie wird sich vornehme», nun noch fester und treuer zu allem zu stehen, wo» die heilige Sache fördern kann und nicht mehr Ian und mutlos werden, Wenn der Alltag wieder in seine Rechte tritt. Zu dem Ringen um ein freie» und bessere»' w^kschäftS-Jnt'e'rnätwnale«ine Dilanz'der bitt- Dasein, da» in der Krisenzelt besonders schwer ist. hcrigcn Tätigkeit beider Organisationen, und gehört auch da» Streben nach Freiheit und Un«^Pj«tro Nennt und Isabelle Blume infor- abhängiglkit^in wirtschastflcher Beziehung.^ Die mierkn die Anwesenden Über die Situation an “““**“ v* der Front und die Bedürfnisse der Bevölkerung hinter der Front. Ein weiterer Zweck der Konfeernz war, sich darüber zu verständigen, wa» man für das republikanische Spanten tun könne, und zwar sowohl in rein humanitärer, als auch in politischer Hinsicht. So haiwelt cs sich um die Erhaltung von Krankenhäusern, Arzneimitteln und Lebensmitteln, sowie um die Fürsorge für die Kinder. Jede sozialistische Partei sollte da weiter tätig sein und eS ist die Pflicht der Sozialisten aller Länder, die entsprechenden Opfer zu bringen. Was nun die politische Unterstützung der spanischen Demokratie betrifft, so ist es die Pflicht aller Parteien, ihren politischen Einfluß aurzunühen, um auf die Regierungen entsprechend einzuwirken. Sollte die ! Kontrolle der Richtunterstützung der kämpfenden Gruppen in Spanien nicht entsprechend durchgeführt werden, so mühte die Rückkehr zu den normalen Rechtsverhältnissen gefunden werden, d. h. da» republikanische Spanien mühte überall Waffen etnkaufen können. i das hat der Verlauf der letzten großen AuSeinan- ' Versetzungen im Generalrat klargestellt— vielleicht mehr schon al» dir Partei Spaak» und de Man». Ein Generationswechsel vollzieht sich. ' De Man freilich gehört nicht mehr zu den Jungen. Man kennt ihn als einen geistreichen uitb leidenschaftlichen Ringer um dir Wahrheit, der sich aus einem orthodoxen Marxisten in einen ebenso entschiedenen Anttmarxisten verkehrte, der als überzeugter Internationalist begann, im Kriege für sein überfallene» Vaterland kämpfte, dann aber für Deutschland Partei ergriff, als es nach seiner Niederlage ungerecht behandelt wurde. | Der deutsche Professor verwandelte sich in einen i Die Konferenz der Sozialistischen Arbeiter«' Internationale und de» Internationalen Gewerkschaftsbundes, die soeben beendet wurde, hatte, mehrere Zwecke: Zunächst den, daß sich die Delegierten der sozialistischen Parteien Über die Verhältnisse in Spanien informieren. Das war dadurch möglich, daß eine zahlreiche spanische Delegation erschienen war und zwar sowohl Vertreter der spanischen sozialistischen Partei als auch der spanischen Gewerk« | schäften. Außerdem gaben deBrouckire für die politische und Scheven«!» für die Ge- Teilnahme und den Mitbesitz an allen Einrichtun«| belgischen Politiker zurück, der den„Plan der gen und^Errungenschaften eröffnet. An,den Kon- Arbeit" ersann, dessen Trommler wurde, zum '—«■---«•- J- zielten Parteivorsitzenden ausrückte und bet der Bildung der Regierung van Zeeland einen bedeutenden Platz einnahm. Heute ist er erfolgreicher Finanzmlntster und—■ trotz oder neben Bandervelde— der populärste Mann der Partei. Sein bedeutendster Schüler ist der viel jüngere Außenminister Spaak. Vordem hatte er den Parteiführern da» Leben schwer gemacht, indem er sie mit einer ungewöhnlichen Beredtsam- keit von link» her heftig angriff. Seine Bekehrung vom radikalen Saulus zum realpolitischen Paulu» kam der breiten Oeffentlichkeit ziemlich plötzlich, und sein Eintritt in di« Regierung erschien geradezu als«in politischer Saltomortale. In der Regierung aber hat er sich dank seiner nicht geringen GeiskSgckben bewahrt. Auf dies« Smennung sind die gegenwär« tigen Spannungen in der Hauptsache zurückzu« führen. Sie bedeutete einen Kurswechsel. Gmg l es nach den alten Führern, so hätte Belgien seit| dem Machtantritt Hitler» erst recht als Vorkämpfer der Demokratie und der kollektiven Sicherheit seine europäische Sendung erfüllen sollen. Aber unter dem Einfluß der dre starken Männer— de» König», de» Ministerpräsidenten und de» Außenminister»—zog sich I Belgien immer mehr auf«ine enge, nichts-als- bclgischc Außenpolitik zurück. Es demonstrierte sein Desinteressement am Bölkevbuitd und an dem Auseinandersetrungen in der belgischen Sozialdemokratie Um die Außenpolitik— Der Kampf aasen den Faschismus In der belgischen Sozialdemokratie ist ti in der letzten Zeit zu Äu»«inandersetzungen gekom- |J men, die ihren Luttruck in,duy,AuSlcheIdzn van- dervelde» au» der Regierung gefunden haben. Aus einer Reichskonfcrenz der Partei wurde der, wie e» scheint, erfolgreich« versuch gemacht, sich wieder«in« einheitliche Linie der Parteipolitik zu erarbeiten. 8» wird daher unsere Leser sicher schr interessieren, den nachfolgenden Bericht über die Strömungen in der belgischen Partei zu lesen, den Wir dem.Fttuen Vorwärts* entnehmen: Belgien ist ein kleines Land, aber seine Arbeiterpartei mit rund 600.000 Mitgliedern ist Zum Internationalen Frauentag sammeln sich in vielen Städten die arbeitenden Frauen und« Mädchen, um durch ihr- geschlossene Masse zu Entweder wirksame Kontrolle oder freie Waffenkäufe der Realer,uns abhängigkeit in wirtschaftlicher Beziehung, i arbeitenden Menschen in Stadt und Land haben sich In Ihren Konsumgenossenschaften ein feste» Bollwerk geschaffen, um ihre eigenen wirtschaft lichen Interessen zu vertreten und sie so zu ordnen, wie e» Ihnen selbst dient. Die Auswirkungen der planlosen, nnr auf den Profit gestellten kapitali stischen Wirtschaft zeigen sich in verheerender Weise. Die Frauen haben die Last der Arbeits losigkeit, der Sorgen um den Lebensunterhalt, uin die Existenz und Entwicklung ihrer Kinder schtver zil tragen. Sie wirtschaften mit den kargen Kronen und müssen alle Kunst aufbieten, um nur von einem Tag zum anderen da» Leben zu fristen. Von der Frau wird verlangt, daß sie in der Familie gut wirtschafte. Ist eS da nicht selbstver ständlich, daß sic auch ihr Teil mit beiträgt, um eine gute und planvolle Wirtschaft des Volkes mit aufzubauen? Ist nicht sie e», die ihr eigene» Streben am besten durch die genossenschaftliche Seltst- bilseorganisation der Berbraucher, durch die Kon sumgenossenschaften, gefördert sieht? Unser» müssen stehen, reichen. Die Wirtschaft de? Kapitals und deL Pro fites, die tausendfache» Elend über die arbciien» den Menschen verhängt, wird nicht mit Worten allein hinweggesegt. Wir müssen durch di« Tat be weisen, daß es un» ernst damit ist. Unser Wille muh sich in jeder kleinen Handlung de» Tage» sinnvoll für unser Ziel einsetzen, denn die Schaf fung einer neuen Wirtschaftsordnung ist das Werk vieler tausender Menschen und währt«Ine lange Zeit. Je bewußter die Frauen die Dinge sehen, wie sie sind, und je entschlossener sie Mitarbeiten, desto schneller kommen wir zu unserem Ziele. Die Konsumgenossenschaftrbewegung erstrebt für die arbeitenden Menschen die Unabhängigkeit von Handel und Erzeugung. Jede Verteilungs stelle ist ein Bollwerk gegen Uebervorteilung beim täglichen Einkauf. Jede EigenproduktlonSstäite der Konsumgenossenschaft oder unseres GEE-Berban- 1— de» ist ein Bollwerk gegen Uebervorteilung bei der I in der Internationale«ine große Partei, nicht Erzeugung. Ihre Förderung bedeutet ein Ein« nur durch ihre zahlenmäßig« Stärke, sondern dringen in die Welt de» Profites und Kapital»! noch mehr durch ihre geistig« Bedeutung. Die und einen Ausbau der planvollen Wirtschaft, die, Welt kennt sie al» die Partei Bandervelde», keinen Profit kennt. Alle Mitglieder in der Kon-' HuySman» und^e Brouck-reS. Heute^stsie— sumgenossenschaft sind gleichberechtigt und ge» tzOWk^ ,neben gemeinsam alle Vorteile, die ihnen ihr Zusammenfchlnh bringt. Jede Familie gehört dazu. Jede Einkaufskrone gehört in die Genos senschaft! In jeden Haushalt gehören unsere eigenerzeugten Güterl Dank der Aufbauarbeit, welche von den Gründern der Bewegung bisher geleistet worden ist, bedeutet da» Einkäufen in der Konsumgenos senschaft kein Opfer, sondern bringt den Mitglie dern sogleich alle Vorteile. ES gibt keine zweite wirtschaftliche Gemeinschaft, die gleich den Kon« siinigenossenschaften jeder Familie sogleich die fit. 68 Sonntag, 14. März 1937 Seite 5 Italienische Rohstoffpläne Die Regierung Mussolini erstrebt, wie sie> selbst behauptet, keine„Autarkie", das heißt voll«| kommen« Befriedigung aller wirtschaftlichen Be- dürfnisse aus eigenen Quellen, sondern die „Autonomie". Mit diesem letzten Ausdruck ist ein Zustand gemeint, bei dem ein Land sich in möglichst weitem Matze von der Abhängigkeit vom Ausland befreit hat. Es kommt aber auf dasselbe hinaus, nämlich auf den Versuch, mit ungeheuren Opfern für di« Bevölkerung, im eigenen Lande Güter zu produzieren, die man auf bequeme und billige Weise vom AuSlande erhalten kann. In der vordersten Linie. steht da das Problem der„Ernährung aus eigener Scholle". Schon lange Zeit vor den Sanktionen hat dieses Bestreben zu einschneidenden Maßnahmen geführt. Die Brotgetreide-Versorgung wurde 1925 mit der B a t t a g l i a del G r a« o, der „Getreideschlacht", in de» Vordergrund gestellt. Seitdem hat man folgendes Ergebnis erzielt: im letzten Jahrfünft 1932/36 wurden durchschnittlich 71.2 Millionen Doppelzentner Weizen jährlich geerntet gegenüber 68.9 Millionen Doppelzentner in dem der Getreideschlacht vorangegangenen Jahrfünft 1921/26. In dem letzten BorkriegS- jahrfiinst, 1999/18, sind, allerdings auf dem damaligen Gebietsumfang Italiens, bloß rund 69 Millionen Doppelzentner Weizen jährlich geerntet worden. Gegenwärtig werden bei guten Ernten Ueberschüsse erzielt, bei schlechten allerdings reicht, wie 1936, die eigene Erzeugung nicht aus, um den Bedarf zu decken. Außerdem hat sich die„Getreideschlacht" äußerst ungünstig auf der übrigen landwirtschaftlichen Produktion auSgewirlt. Nach wenigen Jahren der neuen Getreideproduktion stellte sich heraus, daß Eier und Butter, die früher eine bedeutende Mehr aus fuhr hatten, nunmehr in immer wachsendem Matze eingeführt lverden müssen. Gleichzeitig hat die inländische Viehhaltung beängstigend abgenommen. Was also die italienische Wirtschaft und insbesondere die italienische Handelsbilanz aus der Erhöhung der Weizenproduktion gewonnen hat, das ging auf anderen Gebieten der Landwirtschaft verloren". Hier zeigt sich auch die schwächste Seite aller Autarkiebestrebungen auf landwirtschaftlichem Gebiete: man ist da meistens genötigt, qualifizierte Landwirtschastszweige den primitiveren zu opfern. Inzwischen ist an die Stelle der„Weizenschlacht" die allgemeinere„Erzeugungsschlacht" durch die Landwirtschaft getreten: man versucht jetzt auch die italienische Vieh« wirtschaft, die noch großer technischer und organisatorischer Verbesserungen fähig ist, zu heben. Von feiten der Befürworter der Autarkie oder der„Autonomie" wird übrigens geltend gemacht, daß mit pflanzlichen Produkten im ganzen doch mehr Nährwert aus dem gleichen Boden her- autgewirtfchqftet werden kann als mit tierischen Produkten. Diese Erwägung hat allerdings nur vom kriegswirtschaftlichen Standpunkt eine ge« wisse Rechtfertigung, denn vom Standpunkt des Volkswohlstandes ist es natürlich vorteilhafter, hochwertige Viehaufzucht zu treiben als reine Getreidewirtschaft. Unter den Rohstoffe einführenden Industrien steht die T e x t i l i n d n st r i e beiweitem an erster Stelle. Die beiden einheimischen Rohstoffe, die in wachsendem Unifange an die Stelle der importierten Baumwolle und Wolle treten sollen, sind Hanf und K u n st s e i d e. Wegen des hohen Preise» kann Seide nicht ohne weiteres Baumwolle und Hanf nicht Jute ersetzen. Aber eine Steigerung der Erzeugung dieser einheimischen Rohstoffe zum Teilersatz von Wolle und Baumwolle ist durchaus möglich. Di« Einfuhr von Wolle und Baumwqlle nach Italien ist 1986 schon unter den StaUd des Vorjahre» und den Jahresdurchschnitt de» vorhergehenden Jahrfünfts gesunken und sie wird 1986 noch niedriger liegen, ohne daß wesentliche Störungen der Textilversorgung eingetreten wären. Man schätzte kürzlich in maßgebenden Kreisen der Textilindustrie, daß die Baumwoll- einfuhr künftig nur zehn Prozent der früheren Jahresdurchschnitte» erreichen werde. Es"liegt also durchaus im Bereich des möglichen, daß die italienische Zahlungsbilanz, durch die Verminderung' der für die Textilindustrie notwendigen Rohstoffeinfuhr erleichtert wird. Aber man soll zugleich bedenken,'daß die italienische Textilindustrie ohne eine hesttmmte Rohstoffeinfuhr nicht bestehen kann und daß noch gär Nicht ausgemacht ist,, daß die durch die einheimische Erzeugung, erzielte» Einsparungen"hurch Ungünstigere Bedingungen der restlichen textilen Rohstoffeln« fuhr Nicht vollauf ausgewogen werden. Hier also erweist sich wiederum die Autarkie als ein, zweischneidige» Schwert. Besondere Bedeutung. hat fijr die neue „autonome" italienische Wirtschaft di« Versorgung auf dem Gebiete der Me t a l l«. Allerdings gibt«»in Italien zahlreiche Erzvorkommen, die jedoch seit Jahrzehnten nicht mehr oder nur in ganz geringem Maße auSgenutzt werden. Diese verlassenen Erzgruben,' die vom wirtschaftlichen Standpunkte nicht mehr den Abbau lohnen, werden nun mit hohen Kosten wieder in Betrieb genommen. Dian kann bei normalen Abbau der eigenen Erze, wenn man die hohen Produktionskosten außer Acht läßt, auf Eisenerzeinfuhr verzichten. Eine Erweiterung der Produktion ist aber ohne eine bedeutende Einfuhr von Eisenschrott unmöglich, ganz abgesehen davon, daß die Verwendung von Eisenerz statt Schrott die Produktionskosten außerordentlich erhöhen iviirde. Auch eine beschränkte Einfuhr von Manganerzen läßt sich nicht ausschalten. Sonst vermag Italien bloß den gesamten und allerdings außerordentlich erhöhten Bedarf an Aluminium ans eigenen Rohstoffen zu dellen. Bei allen anderen Bunt metallen versagt die italienische„Autononiie" vollkommen. Die Gewinnung von Kupfer aus den eigenen, sehr armen, Erzen deckt nur einen winzigen Bruchteil des Verbrauchs: bei einem jährlichen Verbrauch von rund 67.999 Tonnen wurden im Jahre 1934 rund 64.999 Tonnen eingeführt. Man plant in Italien, unter Heranziehung der einigermaßen abbauwürdigen einheimischen Erze und Altkupfer, eine Jahresproduktion von etwa 16.999 Tonnen zu erzielen. Man kann also höchstens mit der Deckung von weniger als einem Viertel des Kupferverbrauches durch Eigenerzeugung rechnen. Auch die B l e i einfnhr läßt sich nicht aus- fchalten, ebenso wie die Einfuhr von Zinn und Nickel. Was flüssige Brenn st offe anbetrifft, so wird man im besten Falle wohl die Hälfte des Bedarfes im Lmid« decken können, dazu noch einen weiteren Anteil aus den Erdölquellen Albaniens, das in wirtschaftspolitischer Beziehung heute bereits als ein Teil Italiens angesehen wird. Bei Steinkohle wird, trotz der autzerordent- lichen Opfer, höchstens ein Fünftel des Bedarfes Das Kun st harz hat schon in der Vorkriegszeit praktssche Anwendung gefunden, aber erst in den letzten fünfzehn Jahren hat die Erzeugung von Kunstharz eine so rasch ansteigende Entwicklung genommen, daß man heute vor einer ganz neuen Situation auf diesem Gebiete steht. Allerdings ist das Kunstharz weniger berühmt als solche künstlichen Rohswffe wie Kunstseide oder das synthetische Gummi. In Wirklichkeit hat heute das Kunstharz jedoch längst seine Bedeutung als Ersatz für natürliches«arzüberschritten und ist im Begriffe, ein„Allroun d"- S t o f f zu werden. Es hat sich nämlich als viel geeigneter als die Mehrheit der vor ihm bis jetzt in den' entsprechenden Industrien verwendeten nicht nur künstlichen, sondern auch natürlichen Stossen erwiesen. Man kann es deshalb heute kaum mehr als einen Ersatzstoff bezeichnen. Vielmehr ist man versucht, manche bisher verwendeten Rohswffe nur als Notbehelfe für das Kunstharz anzusehen.' Unter Kunstharz ist übrigens kein einheit- llches Erzeugnis zu verstehen, sondern eine Vielzahl aus verschiedenartigen Grundstoffen hergestellter Erzeugnisse, denen gemeinsam ist, daß sie harzartige Körper sind. Es dürften gegenwärtig weit über hundert verschiedene Kunstharze im Handel sein, und jedes Jechr kommt eine beträchtliche Zahl neuer Erzeugnisse auf den Markt. Der HerstellungSprozetz ist im wesentlichen der gleiche, nämlich die Verdichtung der durch Hitze in gasförmigen Zustand übergeführten Stoffe zu einer zähen Flüssigkeit, die dann nach dem Erkalten in Mühlen zermahlen wird. Bei den meisten Kunstharzen ist der Grundstoff daS Phenol, das bei der Verarbeitung von Steinkohlenteer abfällt. Wer «S werden auch andere Grundstoffe verwandt. Die.B e r w e n d u n g» m S g l i ch k e i- ten des Kunstharzes sind beiimhe unbegrenzt. Kunstharz tritt zunächst an die Stelle von.Naturharz, insbesondere von Kopal und Schellack. Kunstharz vermag diese Stoffe bei der Herstellung von Lacken und'Firnissen aller Art ohne Schwierigkeit abzulösen. Andere Sorten von kftinstharz eigne» sich zur" Herstellung von Lest» ü»d Kitten, von" Druckfarben, Siegellack, Schuhpech usw. Edelkunstharze übertreffen an Festigkeit' und Elastizität Elfenbein, aus ihnen werdest,, an Stell« von Bernstein, Schildplatt, Horn, Elfenbein, Marmor usw» alle möglichen Erzeugnisse hevgestellt, sogar Möbel, vom Restart« rättonSttsch biS zmn Küchenschrank. ' Die ausgedehnteste' Anwendung findet das Kunstharz als Hartpapier, als Preßmasse und Gprihmasse. Die zahlreichen vorzsige de» aus eigenen Gruben gedeckt werden können. Allerdings wird durch weitgehende Elektrifizierung der italienischen Industrie eine bedeutende Einsparung der Kohle erzielt, aber— wiederum ein Haken in der^autonomen" Wirtschaftspolitik!— die Elektrifizierung erfordert vorerst eine Steigerung der Einfuhr von Kupfer und der sonstigen Metalle. Auch ist an eine Befreiung von der Abhän- gigkeit vom Auslande auf dem Gebiete des Holzes, der Steine und Erden sowie der pflanzlichen Schmiermittel nicht zu denke». Für die Schwierigkeit der neuen italienischen Wirtschaftspolitik, di« auf„Autonomie" gerichtet ist, ist es bezeichnend, daß die K u n st s e i d e, die ja im System der italienischen Autarkie als einer der grundlegenden einheimischen„Rohstoffe" angesehen wird, selbst aus einem Rohstoff hcrgestellt wird, der aus dem Auslande eingeführt werden niuß. Die Kunsffcidenindustrie arbeitet bis heute ausschließlich mit importtertem Holz. Man verfügt leider über keine genauen Angaben darüber, was dem italienischen Verbraucher und überhaupt der ganzen Nation die neue Wirffchaftpolitik von Mussolini kostet. Aber die allgemeine Preiserhöhung läßt gewisse Schlußfolgerungen auf eine bedeutende Verschlechterung des Standes des Volksver- brauchcs zu. Die Baumwolle, die auf deni Weltmärkte wenig über 6 Lire pro Kilogramm kostet, wird in Italien durch kownisierten Hanf ersetzt, fiir den man 11 Lire pro Kilogramm bezahlen muß. Die Kosten des aus italienischer Braunkohle gewonnenen Benzins betragen mehr als das Vierfache der Kosten des natürlichen Benzins, das nach Italien eingeführt wird. Die Ausdehnung der Anbaufläche für verschiedene Nahrungs- und Rohswffpflanzen, die angcstrebt wird, ist Wohl auch nur möglich durch Uebergang zu ungünstigen Böden, mit entsprechender.Verteuerung, wie das die besonders starken Preiserhöhungen für land- wirsschastliche Produkte andcuten. ES ist unmöglich, diese Preiserböhungen zu verhindern, ivcnn man an dem Ziel der„Autonomie" fcsthält. Me Kontrolle seitens der Regierung kann da nichts helfen. Kunstharzes: große Härte, niedriges Gewicht, schlechte Leitung von Wärme und Elektrizität, Unempfindlichkeit gegen chemische und astnosphärische Einflüsse, haben ihm eine große Zahl von Verwendungsgebieten erschlossen. Allgemeine Anerkennung haben Kunstharze als Isolierstoffe in der Stark st romtechnik gefunden. Gegenwärtig finden sie Verwendung in der Fernsprech-, Telegraphen- und Radiotechnik, bei der Herstellung von Telephonapparaten, Gehäusen für Rundfunkapparate, Skalenscheibe», Schaltern, Schalttafeln usw. Auch im Automobil- und Flugzeugbau werden sie bei der Herstellung verschiedener Einzelteile verwandt, und«in neues grotzes Gebiet hegimit sich ihnen im Maschinenbau zu erschließen. Die Artikel des täglichen Bedarfes, die aus Kunstharz hergestellt werden, sind kaum zu zählen. In der Bekleidungsindustrie werden aus Kunstharz Knöpfe,- Schnallen, Schirmgriffe usw. hergestellt. In der Erzeugung von Haushaltsbedarf wird Kunstharz bei der Produktion von Bestecken, Tellern, Dosen, Bechern und Schalen, Rauchutensilien, Lampen- Deckenbeleuchtungen, Waagen, Kaffeemühlen usw. verwandt. In der 11 h r e n i n d u st r i e werden aus dem Kunscharz Zeiger, Zisfernblätter und Gehäuse verfertigt, im optischen Gewerbe Gehäuse für Kameras und Kinoapparate, Linsenfassungen, Stative mrd Theatergläser, in der Musikinstrumentenerzeugung Griffbretter, Flöten, Klaviertasten, Schallplatten usw. Kunstharz Ivird für Reklamezwecke, für Spielwaren, Bürobedarfsartikel und sanitär« Anlagen verwendet, Au» dem Kunstharz werden, zum Beispiel auch Wandplatten für die Baderäume in den Schiffen hergestellt.,' In dch: W elterz eugung von Kunstharz nehmen, die Bereinigten Staaten von Amerika den ersten Platz ein. Im Jahre 1986 erreichte die Erzeugung von Kunstharz in Amerika rund 46.999 Tonnen." Den zweiten Platz nimmt in der Kunstharzerzeugung Deutschland ein, wo ich Jahre, 1985 etwa 25.990 Tonnen produziert wurden. Den dritten Platz, nimmt Großbritannien«in, dem in einem gewissen Abstand Frankteich,"die Sowjetunion und Japan folgen. Der Anteil der Vereinigten Staaten an der Welter- zeugung von Kunstharz: die im Jahre 1985 rund 220,990 Tonnen erreicht hat, hat rund 40 Prozent betragen, jener Deutschlands etwa 22 Prozent, während Großbritannien, mit" rund 16 bis 18 Prozent an der Weltprodstkttön'teilgenommen hat. Finanzpolitisches Manöver in Frankreich Die Maßnahmen, die die Regierung Bluni am 5. März ergriffen hat, bedeuten eine wesentliche Modifizierung des bisherigen Wirtschafts» progranuns der Regierung. Obgleich der Grundsatz der„regulierten Wirsschaft" keineswegs fallen gelassen wurde, sind dem wirtschaftlichen Liberalismus bedeutende Konzessionen gemacht worden. Aber man muß bei der Kritik der französischen Maßnahmen die Schlvierigkeiten beachte», dc»e» sich die Regierung gerade in ihrem Verhältnis zum tvelUvirtschaftlichcn Verkehr befindet. Die Grundlage der französischen Währungspolitik bleibt das Drcicrabkommen vom 25. September 1936, wonach Frankreich sein wäh- rungspoliiisches Schicksal auf Gedeih und Verderb mit den beiden angelsächsischen Staaten verkoppelt hat. Dieses Wkommen zwischen Frankreich, England und USA hat bloß dann einen Sinn, wenn alle Regierungen die allmähliche Befreiung des wirtschaftlichen Verkehrs zur Richtschnur nehmen. Dieser Grundsatz hat die Regierung Blum in der gegenivärtigcn schwierigen Situation daran gehindert, eine allgemeine Kontrolle über die Kapitalausfuhr und über die WähruugSvpcra- tionen einzuführcn. An und fiir sich Iväre eine solche Maßnahnie vielleicht berechtigt, aber nian ivürde sie in London und Washington als einen ensscheidenden Schritt auf dem Wege zur Ivirt- schaftlichen Diktatur und damit auch zur Autarkie betrachten. Die Erklärung der Regiernug Blum vom 5. März betont nun mit aller Entschiedenheit die Treue Frankreichs zum Wlommen vom 26. September. Da jedoch die Regierung sich nicht zu einer strengen Kontrolle der Kapitalausfuhr und der Balutaoperationen entschließen konnte, hat sie sich zugleich der wirksamsten Waffe gegenüber der Großspekulation begeben. Nun blieb nur der andere Weg offen— durch die Freilassung des Gold» und BalutaverkehrS das Vertrauen dersolidenKaPitalisten, solvohl der großen als vor allem der kleinen, zu getvinnen und auf diese Weise die Spekulation gegen den Franc und die Preistreiberei lahmzulegen. Diesen Zweck sucht die Verordnung über die Aufhebung des ZwangSkurscs beim Ankauf des Goldes durch die Bank von Frankreich zu erreichen. Der innere"Goldverkehr sowie die Aoldeinfuhr sind nun vollkommen frei, bloß die Ausfuhr von Gold bleibt der Bank von Frankreich Vorbehalten. Im enge» Zusammenhang mit dieser letzten Maßnahme steht die Veränderung in der Organisation der Äcrkvaltung des sogenannten Stabilisierungsfonds. Es scheint, daß auch hier der Wunsch maßgebeird ist, durch Verlassen der starren Kurspolitik, die den Franc kn einem ganz festen Verhältnis zmn englischen Pfund hielt, größeres Vertrauen zur französischen Währung inr In- und AuSlande zu erzeugen. Die Taktik des französischen Stabilisierungsfonds lvird sich in der nächsten Zeit im engsten Anschluß an jene des englischen StabilisierungS- fond» entkvickeln. Schließlich bedeutet das Bekenntnis zur Sparpolitik und das Versprechen, sich noch mehr wie bisher im Rahmen einer vorsichtigen Budgctpolitik zu halten, Iviederum einen Appell an den vernünftigen und republilirenen Mittelstand, der Regierung Vertrauen zu schenken und damit die Möglichkeit zu geben, ihr Programm in Ruhe zu verwirklichen. Wieweit übrigens die Regierung in ihrem Bestreben, das Vertranen zu kräftigen, gegangen ist, beweist die Tatsache, daß die neue Wehr an leihe neben Francs auch auf Dollars und englische Pfunds lautet. Damit soll dem kleinen Sparer die volle Sicherheit gegeben werden, Alles in allem stellen die Maßnahmen vo>» 5, März ein überlegtes Manöver dar, das den Zlveck verfolgt, der Regiernng eine Atempause zu geben und vor allein auch angesichts der bald bevorstehenden A u s stell'» n g s- e r ö f f n u ng eine günstige Stimniung zu schaffen. Wer die Maßnahmen deö 5. März bedeuten zugleich auch eine lctzt^Warnungan die Großspekulation und an die Großverdiener jeder Art. Sollte diesmal der Zlveck nicht erreicht werden, sollte vor allem nicht die von deö Regierung erkvartete und fiir die Volkswirtschaft durchaus notwendige R ü ck f lut der g e- f l o h e n e n K a p i t n l i e n bald einsetzen, so könnte die Regierung Blum in die Versuchung , kommen,- andere Saiten in ihrer Wirtschaftspolitik aufzuziehen. Revolution auf dem Gebiete der künstlichen Rohstoffe Seite 6 Sonntag, 14. März 1937 Nr. 03 AAeMemgkeitm Deutscher Film unbeliebt Bei der Jahrestagung der deutschen Reichsfilmwoche am 6. März 1937 hielt deren Präs!- deut, Staätsininister a. D. Dr. Leh«ich, einen Vortrag, in dem er selbst bittere Klage über den Rückgang des deutschen Fil- meS in der Weltgeltung geführt hat. Er, sagt unter anderem folgendes: „In den letzten vier Jahren ist der deutsche Film auf. eine völlig"veränderte Grundlage gestellt worden. Die rassensremden Elemente sind auS- geschieden, so da st nunmehr die Voraussetzungen für die Entstehung von Filmen mit wahrhaft deutschem Tharalter gegeben sind. ES hat denn auch eine recht befriedigende AufwärtsenÜvicklung eingesetzt, aber die Zahl der Filmwerke, die in Deutschlmid und der Welt volle Anerkennung gefunden haben,.Ist verhältnismäßig Hein geblieben. Die Kluft, die zwischen den geistigen Kräften im deutschen Boll und dem erzielten Stand des deutschen Filmes besteht, muß daher in den nächsten Jahren geschlossen werden. Man scheut sich, gegenwartsnahe Stoffe zu bearbeiten und zieht sich lieber auf nichtssagende Themen zurück, man sucht im Ausland nach Stoffen, anstatt die geistigen Kräfte des Bolles zu mobilisieren. Selbst grob angelegte Filme sind in letzter Zeit infolge dieser Unsicherheit gescheitert." Der deutsche Film ist künstlerisch völlig ivertlog geworden— was die Herren des Drit- teu Reiches wohl nicht weiter aufgeregt hätte— er wurde aber iinmcr mehr auch zu einem schlechten Geschäft, Dieser Umstand ist schon deS Nachdenkens wert. Allerdings wird sich unter der Herrschaft des Dritten Reiches dieser Zustand nicht ändern, denn„gegenwartsnahe Stoffe", die in der Well Jiüeresse finden würden (z. B. ein Film Wer die„Erziehungs". Methoden in den deutschen Konzentrattonslagern) dürften weder dem Herrn Lehnich noch seinem Auftraggeber genehm sein. Auf die Vorführung des rassisch gereinigten RazikitscheS wird aber immer inehr verzichtet, was beweist, daß der gifte Geschmack selbst unter dem reichlich verdorbenen Kinopublikum noch nicht ganz auS- gestorben ist. Die Frau mit Arsen vergiftet. Im Krem- sierer Krankenhaus starb die 46jährige Frau deS landwirtschaftlichen Arbeiters Tatloukal, Marie, unter verdächtigen Umständen. Durch die Sezle- rung wurden in den Därmen Spuren von Gift festgestellt. Die Gendarmerie.stellte fest, daß ihr Mann schon eine längere Zell hindurch kleine Mengen von Arsen in die Nahrung mengte, das er vor einiger Zeit auf Rezept seines Arbeitgebers, aber ohne dessen Wissen, mit der Motivierung, dab das Arsen für die Pferde bestimmt sei, gekauft hatte. Seit dem Jahre 1985 litt die Zatloukalovä ständig an inneren Beschwerden und wurde bereits zweimal dem Krankenhaus eingeliefert. Diesmal, als sie zum drittenmal die des Krankenhauses in Anspruch nahm, erlag sie den Folgen der Vergiftung. Noch vor ihrem Tode versuchte ihr Mann von ihr ein Sparkassebuch, das auf 19.000 KS lautet, herauszulocken, das sie bei ihrem Bruder ausbewahrt hatte. In der Gemeinde hatte Zatloukal eine Bekanntschaft mit einen» Dienstmädchen, dein er auch versprochen hatte, es zu heiraten, falls seine Frau das Zeitliche segnen würde. Zatloukal leugnete zuerst, gestand jedoch später seine Schuld und wurde in die Haft des Kreisgerichtes in Zdounky eingeliefert. Hochwasser in Ungarn. Das Wasser steht in den Koinitaien Borsod und Goemoer anderthalb Meter hoch. 20.000 Morgen Land sind überschwemmt. Seit Menschengedenken ist ein derartiges Ausmaß des Ueberschwemmungsgebietes nicht vorgekommen. Hunderte von Menschen sind obdachlos. Zahlreiche Häuser sind eingestürzt. Die von der Tschechoslowakei mis angekündigte neuerliche Flutwelle hat bereits Ungarn erreicht. An der Grenze des Pesier.KomitateS sind weitere 9000 Morgen Ackerland überschwemmt. Auch der Wasserstand der Theiß ist um 4 Meter gestiegen und beginnt in Oberungarn die umliegenden Gebiete zu überschwemmen. Gangster zur Krönung!- Die amerikanische Polizei informierte Scotland Vard, daß Führer von Gangsterbanden beabsichtigen, London in der Zeit"der Krünungsseierlichkeiten, offenbar zum Zwecke eines' ausgiebigen„Geschäftsunternehmens" einen Besuch. abzustatten. Gleichzeitig wurden den Londoner Stcherheitsbehörden die Photographien dieser Gangster und deren Fingerabdrücke zugesandt, die eben Behörden der Hafenstädte' zwecks■ Evidenzhaltung übermittelt werden. Der Wacht« und Beobachtungsdienst wurde derart ausgedehnt, um, der Arbeit dieser, angekündtgten Besucher der KrönyngSfeierlichkeiten erfolgreich begegnen zu können. Die Memente bezwingen die Technik. Auf der^Strecke'' BeurgeS—Montlucon entgleiste Samstag nachmittags in einer Entfernung von 30 Kilometern von BurgeS ein Schnellzug., Die Neuer österreichischer Klein-Tank Im österreichischen Heer wurden diese neuen kleinen Kampfwagen eingeführt, die nur mit einem Maschinengewehr ausgerüstet sind, ferner sowohl Raupenantrieb wie auch Räder besitzen. Lokomotive, der Tender und ein Waggon stürzten um. Der ersten Meldung zufolge scheinen einige Personen ums Leben gekommen und andere verletzt worden zu sein. Das Unglück wurde durch ein Unwetter verursacht, welches seit dem frühen Morgen mit ungewöhnlicher Heftigkeit über der ganzen Gegend Ivütete. Der Sturm entwurzelte einen mächtigen Baum, welcher über die Schienen siel. Der Lokomotivführer konnte den Zug vor diesem Hindernis nicht mehr rechtzeitig zum Stehen bringen. Erfroren. Der 68jährige Slowake Stefan Ku« bänek hatte unweit der Gemeinde Herrnbaumgarten (Niederösterreich) in einem Strohschober vor der Käüe Zuflucht gesucht. Tags darauf wurde er in dem Schober erfroren aufgefunden. Eine Sensation für Briefmarkensammler. Wie auch bei anderen internationalen Ausstellungen wird auf der Pariser Weltausstellung 1987 eine umfangreiche Briesmarkeischau zu sehen sein. Aber die Sensation für die Briefmarkensammler wird nicht diese ständige Ausstellung darstellen— die allerdings auch außerordentlich schöne Sammlungen umfassen wird, deren Wert.man mit 100 Millionen Francs bezeichnet'— sondern vielmehr die Festwoche, die-vom 18. bis 25. Juni bim Internationalen Philatelistenverband aus Anlaß der Ausstellung veranstaltet wird. Während dieser Woche nämlich wird man zum erstenmal die berühmte Briefmarkensammlung König Georgs V. zu sehen bekommen, die bisher nur. Besuchern des König» zugänglich war. Dorothtz darf den Kuß nicht verweigem. Es ist zu erwarten, daß nicht nur die Frauen Amerika», sondern auch die jungen Damen der ganzen Welt gegen die Gerichtsentscheidung von Hardwick im Staate Massachusetts Einspruch erheben. Ein gewisser John Mucha war mit seinem Auto gegen einen Baum gesahren und hatte außerdem einen Kinder« tvagen stark lädiert. Neben ihm im Auto saß seine Freundin■ Miß Dorothy Bellewr, die versicherte, einen Nervenschock erlitten zu haben. Dor Gericht ergab sich der Tatbestand, daß John Mucha, während sein Auto. 8-Stundenkilometer fuhr, immer wieder den Versuch gemacht hatte, Dorothy Bellows einen Kuß zu rauben. Sie hatte sich ablehnend Verhalten und hatte den stürmischen jungen ,Mann zurückgestoßen. Und so war eben das Unglück geschehen. Der Richter stellte sich nun auf den eigenartigen Standpunkt, dab nicht John Mucha, sondern Dorothy Bellows an allem schuld sei und eigentlich auch den gesamten Schadenersatz zu wagen habe. Denn man müsse sein Verhalten immer nach den Umständen richten. ES wäre zweckmäßiger gewesen,— sich küssen zu lassen. Allein um die Welt. Die bekannte Fliegerin Amelia Earhardt teilt mit, daß sie Sonntag abends oder Montag zu ihrem Flug um die Welt start-.» werde. Sie will den Flug ganz allein unternehmen. Sie fliegt zunächst nach Honolulu,, der-Insel How» land und Neuguinea. Politik, Sport ober Gewerbe? Gegen 200 mit Maschinengewehren bewaffnete chinesische Bandtten drangen in der Nacht in die Keine Stadt Sungari ein- Die Banditen plünderten die Stadt aus, setzten 200 Häuser in Brand und verschleppten 70 Gefangene, darunter 20 Japaner, Die XVIII. ordentliche Hauptversammlung der Tierärztekammer fiir die CSR. sand am 7. d. M. unter zahlreicher Beteiligung von Mitgliedern und Delegieren aus der ganzen Republik statt, außerdem im Beisein von Repräsentanten dreier Ministerien, der Landesbehörden und der Ständevereine. Dtt Hauptversammlung-wurde von dem amtierende» Vizepräsident-Dr. Pevny mit einer Kundgebung er» ösfnet, in der er des 87. Geburtstages des Präsi- denten-BefreierS in besonderer Weise gedachte. Durch Erheben von den Sitze» stimmten alle Anwesenden dem Vorschläge bei, ein Huldigungstelegramm an Präsident-Befreier T. G. Masaryk abzusenden. Gleiche Telegramme wurden dem Staatspräsidenten, dem Ministerpräsidenten, den Ministern Dr. Radina und Dr. Czech übersandt. Die Hauptversammlung nahm einen durchaus würdigen Verlauf; der hierbei neugewählta Vorstand setzt sich aus 10 Tschechen und Slowaken und 5 Deutschen zusammen. Neben der Behandlung anderer wichtiger, den BeteriNärstand betreffenden Fragen, wurde mit Einstimmigkeit, dar Referat der Preßburger Schlachihosdirekior» Dr. Oplutztil über die Herausgabe des Gesetzes zur Tier- und Fleischbeschau, zu dessen'Verwirklichung der vom Unisikationsmimsterium. i erlassene En twurf- wesentlich beiträgt, genehmigt. Das neue Präsidium-wurde mit einer Intervention- ist. diesem' Sinne bei dem Minister für Gesundheitswesen Dr. Tzech beauftragt. AuS den angenommenen Resolutionen ist besonders die Forderung einer Novellistdrstng des' Kammergesetzes, die Einführung einer Pensionsversicherung i fiir Vrivatveterinäre, Schütz der Praxi» der Privat veterinäre zu erwähnen; weiter» wurde gegen alle Verdrängungsversuche der Tierärzte Da» Ehepaar, selbst schwer getroffen durch den tragischen Verlust seiner Verwandten und Mitbewohner, mit denen es in herzlichstem Eiiwernehmen lebte, tmirde de» Vergehen» gegen die Sicherheit des Leben» angeklagt, da In der unfachmännischen Wnwntierung de» Füllofen» Und dessen unvorsichtiger Verwahrimg eine sträfliche Fahrlässigkeit im'Sinne de» Paragraph K88 2t,-G- erblickt werden müsse. Einzelrichter Dr. Pgzderskü erkannte die Attgeklggten nach dnrchgeführter Verhandlung schuldig und verurteilte sie zu je z w e i Monaten st r e n g e n Arrestes bedin gt. Bildungsvereln deutscher Irbelter, Pros Bildungsausschuss der DSIP, Prag Atead ktossistket Ulusilc Am Donnerstag, den 18. März 1937, um 20 Uhr im«rosten Saale der„Urania", Prag II., Klimontskä 4. Programm: Joseph H a h d n: Klavier-Trio, G-dur.— W. A. Mozart: Sonate für Violine und Klavier, F-dur.— L.»an Beethoven: Streich- Quartett, A-dur, op. 18, Nr. 6. Mitwirkende: Rudolf Ezenvenka(Klavier), Fran» Berger■(Violine), Fritz Kraupner (llello), Karl Schreiner(I. Violine), Rudolf Pöffelt(H. Violine), Nikolak G-tlib(Viola)-. Schüler der MeifterNaffe der deutschen Musik- akademie. Karten»tt KS 6.— und K8 3.— im Bildungsverein deutscher Arbeiter, Smeiiky, bei Optiker Deutsch, Koruna,«nd bei den Bertranenbleuten... JCiuist uiul UWea Das Dritte Reich und die Wiener Staatsoper Wir lesen in der Baseler„National-Zeiiung": Vor kurzem wurde der Korrepetitor Prof. Erich Meller der Wiener Staatsoper plötzlich entlassen, der seit mehr als zwanzig Jahren dort beschäftigt war... Jetzt erfährt man, dab diese Entlassung auf Einflüsse au» dem Dritten Reich zurückzuführen ist. E» handelt sich dabei natürlich nicht um eine künstlerische, sondern um eine rassische Frage. Im Zusammenhang damit heißt es, daß dieser Nordwind nock> manche andere Opfer verlange. Man will in Berlin Gastspiele reichsdeutscher Sänger an der Wiener Staatsoper künftig nur mehr dulden, wenn dem Gaste da» Zusammenwirken mit nichtarischen Sängern und Dirigenten erspart bliebe... Bemerkenswert ist hier, daß Dr. Kerber, der neue Direktor der Staatsoper, den Aufruf der 600 Malkontenten mitunterzeichnet hat, die de»„Deutschsozialen Volksbund" gründen wollten. einen nationalistisch getarnten nationalsozialisttschen Verein, den Schuschnigg dann abgeblasen hat— Weiter wird berichtet, daß sich dieser Einfluß vielleicht auch auf die SalzburgerFe st spiele auswirken werde, indem Toscanini, Walter, Reinhardt und andere von dort weggescheucht werden dürften. Wa» der Aufhebung der 1009-Mark-Sperre vorläufig nicht gelang, würde dann eintreien: da» Publikum der Weststaaten bliebe au», und die Nazi» wären in Salzburg zienilich unter sich. Jenö Huba» gestorben. In seiner ungarischen Heimat starb am Freitag plötzlich während einer Sitzung Jenö Hubatz, einer der bedeutendsten Violinmeister unserer Zeit, im 79. Lebensjahre. Huba», ein Schüler de» berühmten Geiger» Joachim und noch zum Liszt-Krei» gehörig, nahm nicht nur al» Violinvirtuose und Lehrer einen International hervorragenden Platz ein— er war u. a. jahrzehntelang Leiter der Violinmeisterklasse am Budapester Konservatorium—, sondern erlangte Bedeutung auch als Komponist. Bon ihm stammen neben vielen kannner- musikalischen und stzmphonischen Werken auch eine Reihe von Opern(„Der Geigenmacher von Cremona",„Anna Karenina",„Maske") die auch auf deutschen Bühnen aufgeführt wurden. In feiner ungarischen Heimat genoß Hubah höchste Ehren; er war OberhauSmitglied und sein Haus Mittelpunkt der musikalischen Kreise Budapest». „Der Freischütz". Ganz plötzlich, ohne besondere Voranzeige und noch dazu In einer NachinittagSvor- stellung, ist gestern Karl Maria von Weber» romantische VolkSoper„Der Freischütz" nach langer Pause wieder im Spielplan de» Prager Deut- kchenTheater» erschienen, nachdem man un» anläßlich des vorjährigen Weber-Gedenktage», der nun längst wieder in Vergessenheit geraten ist, eine Neuaufführung. de» Werke» versprochen hatte. Hoffentlich bleibt diese samstagnachmittägige Aufführung einer Oper nur eine einmalige, durch die Erforder- niffe des deutschen Schulfunks gerechtfertigte Angelegenheit. Denn als ständige Neueinführung dürften sich Theateraufführungen am Samstag nachmittag kaum rentieren, da ja das Theater nicht einmal bei de» Abendvorstellungen immer da» nötige Publikum findet. I» dieser„Freischütz"-Ausführung stellte sich übrigen» in der Rolle der FörsterStochter Agathe eine jugendlich-dramatische Sängerin vor, deren Gastspiel Eiigagementsabsichten zugrunde liegen, Maria R e i n i n g von der Münchner Staatsoper. Sie ist im Besitz einer schönen und großen, ausfallend dunkel gefärbten Sopranstimme, die sich in der Höhe schön entfaltet. Unreinheiten der Intonation dürften vielleicht auf die llnvertrautheit mit den akustischen Berhältniffen des Hause» zurückzuführen sein. Auch al» Darstellerin wirkte die Sängerin sympathisch. Ob sie musikalisch ist? Den Noten nach wohl; aber äb erwachten Liebe und dem Vertrauen und der Zuneigung ihrer Tochter eine schwere Entscheidung zu treffen hat. Der Registeur Reinhold Schiinzcl hat die Schwächen de» Buche»«rlannt und den Ablauf der Handlutig in den Hintergrund treten laste» gegen«ine ausgezeichnete Milieuschilderung. Di« grotze Wirkung des Filmes lonnnt aber vom Bild her, da» in jeder Sekunde des Filmes abgerundet und stellenweise von stärkster Einprägsamkeit ist. Lil Dagov er ist«ine schöne Mutter, Hedwig Bleibtreu«ine wunderbare Grobmutter. Bon den zwei Mädeln Ist Sabine Peters, die eifersüchtige Sechzehnjährige, weniger echt, zu sehr Schauspielerin, als ihre Schwester, di« klein« Katt. Schändeck, der»Stiefvater", ist zu kalt, zu gespreizt. Im ganzen ein Film, der— auch durch die prachtvolle Szenerie — vor allem die Augen befriedigt. jk. Kinderarzt,:Dk.' Engel. PaulHutt spielt den„Onkel Doktor" einer reizenden Kinderschar. Er wird der Bater«Ine» seiner kleinen Patienten, denn da» vorgeschrieben« glückliche Ende verlangt, dab er sich in die Kaffeehausgeigerin verliebt, deren kranken Jungen er behandelt. Ein Film, der nichts versäumt, was Herz und Gemüt ansajst. Bil- toria B a l l a s k o ist leider nur eine sebr schwache Partnerin Hörbigers. In einer gröberen Rolle siebt man auch Oskar S i in a, lind eine entzückende Horde schöner Kinder belebt die Leinwand. Ein Film, der .nicht toählccisch in den Mitteln ist, der die Grenzen des guten Geschmacks gerade noch nicht überschreitet, ik. Folgen des schlechten Wetter»; Es bleibt meistens nicht bei Erkältungen und Husten, ernstere KrankhcitScrscheinungen folgen. Deswegen hcibt eS: rechtzeitig Vorbeugen. Aber auf angenehme Art. Esten Sie MarSmalzI Das wohlschmeckende Edelprodukt ist in allen guten Geschäften erhältlich. Achten Sie aber darauf, datz jeder Würfel die Prägung Mar» trägt. Nur dann ist er echt. Rudolf Riemer*“■ Färberei and chemische Reinigung Indanthrenfärberei, Enlanisieren(Mottenechtmachen) von Teppichen, Pelzen, Polstermöbeln, Wollwaren und Wollgarnen, Weiß Wäscherei, Plissieren Filialen und Annahmestellen lh zahlreichen SUdten der Republik 295a BENZIN Kraluper Gesellschaft für chemische Produkte a. m. b. h. Prag ik, tlrborn'll««. Telegramme: KralupolPrag.. 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H e u t e 11, 2, 4, 6, Yi 0, Dienstag bis Donnerstag halb 6,%0 Uhr, Die Sozialistische Äugend,(Kreis Prag), gemeinsam mit der hlläckcb socialnö demokra- tickä veranstaltet heute Sonntag um 10 Uhr vormittags im Kino„U Vejvodü" eine einmalig» Vorführung des Films: Madrid In Flammen Karten zu KC 2,— und 4.— bei den SJ-Funk- tionären. Der Reinertrag wird zugunsten der Opfer des spanischen Bürgerkrieges verivendet. filme In Prager Lichtspielhäusern Urania-Kino:„Seine kleine Freundin." Sh, Tenrple. D.— Adria:„Lufttorpedo-18." Tsch.—- Alsa:„Tundra."— Apollo:„Die Sechzehnjährige." D.— Avion:„DaS Mädchen aus der Kleinstadt." A.— Beranek:„Tas Sch lost in Flandern." D.—• Fentz:„San Francisco." A.— Flora:„Die schwarze Spinne." A.— Hollywood:„Scheidung der Frau Eva." Heim. Film.— Hvizda:„Lusttorpedo 48." Tsch.— Füllt:„Im Namen de» Zaren." Kinema d. Pl. Ä-: Journale, Grotesken, Reportagen. — Koruna Akt.-Th.: Journale, Grotesken, Reportagen.— Kotva:„Der Abenteurer von Paris- D, — Unten in:„San Francisco." A.— Metro:„Kinderarzt Dr. Engel." D.— Passage:„Premiere." D, — Praha:„Scheidung der Frau Eva-" Tsch.— Radio:„Die Fruerlinie." A.— Skaut:„Moral Über alles." Tsch.— Svetozor:„Premiere." D..—* Alma:„Die schwarze Spinne." A— Baikal:„Menschen auf der Eisscholle." Tsch.— Belvedere:„Der Hund von AaSkerville." D.— Bcscda:„DaS Schlotz in Flanderw" D.— Earlton:„Moral über alles.. Tsch.— Illusion:„Burgtheater." Wiener Film, D. — Lido II:„Der Mann mit den 100 Gesichern." F, — Louvre:„Menschen auf der Eisscholle." Tsch.—• Maceöka:„Burgtheater." Wiener' Film- D. Olympic:„Das Schlost in Flandern," D.— PcrS- tyn:„Der grobe Bill." bl.— Rory:„DaS Hofkonzert." D.—■ Tatra Weinberge:„Moral über alles." Tsch.— U Bejvodu:„Die Komödiantenprinzessin." — Baldck:„Burgtheater."— Belctrhy;„Burgtheater." viltt raren lost Schmerzen ip den Gelenken un> Gliedern, Kopf*' schmerzen und bei ErkM tun* ?en. Haben Sie Verhaue- tu og, I E n, Versuch überzeug: Viele Ä-z’equ a-hlen. In'allen Apotheken einältl. lltli'-u.itk'öis. Nr. 68 - tatiteio Sonntag, 14. Mär, 1687 Ans einer Zeitungsnachricht über•Aberglauben« vom 54X1.1936. Wie eine ßcauine Verbreitet lieh dl« Mir, dlil dir OHEPALEUM-Tipploh OlUck bringt-«Ja, du stimmt. DI« vernünftige Hiuafriu bl* legt Fussboden u. Winde mit OHEPALEUM. So spirt sie Arbeit u. Veld, denn OHEPA* LEUM kostet nur 2 Ki per Mtr. CUttudeum gelegt QtücA hu Statut „|,H... alt tiMmki.CHtFALtuir. LINOLEUM TEPPICHE VORHÄNGE BLUM. DECKEN Prag. Brünn, Mähr.-Ostrau, Olmlitz, Bratislava Frühling Im Hause Sie ist da, die Zeit der großen Wiedergeburt, ter Erneuerung in der Natur. Man spürt wieder ihr Atmen, sie reckt sich und auch der Mensch richtet sich höher auf, der milderen Sonne und den aufbruchlündenden Lüften entgegen. Dust von Mimosen und Veilchen an den Straßenecken, Ha« selnuß« und Weidenkätzchen, das Liebesspiel der Enten auf den Parkteichen beweisen auch dem Städter, daß der Frühling kommt, und dem Stubenhocker künden es am Morgen die Kanonaden der wildgewordenen Teppichklopfer auf den Höfen und hofseitigen Ballonen: dar große Früh- kingSreinemachen beginnt, ter Winlerruß wird buchstäblich hinausgeprügelt und jede Hausfrau/ auch die ärmste, trachtet, ihr Heim, dessen Mängel und Schaden die Sonne nun unbarmherzig-enthüllt, so fteundlich als möglich zu machen. Wer dar Glück hat, einen Staubsauger zu besitzen, findet in ihm nun den treuesten und schonendsten Helfer, der Teppiche und Matratzen, Ueberwürse und Wände, Winkel und Simse und au-gezeichnet auch die schweren Winterkleider von Staub und Ruß reinigt. Wer ihn nicht besitzt, geht ihnen mit Klopfer, Bürste und Besen zu Leibe. Beim großen Räumen zeigt sich auch, war im Hau-halt an Einrichtungsgegenständen und Geräten erneuerung-bedürftig ist, und nie ist die Lust und die Bereitschaft gröber, hier Lücken aus- zusüllen, als im Frühjahr, wenn uns die Natur mit ihrem Beispiel vorangeht. Bielen proletarischen Hausfrauen ist heuer, zum ersten Male seit Nähren, endlich wieder die Möglichkeit gegeben, an kleinere Neuanschaffungen zu denken, da nach langer Arbeitslosigkeit der Mann oder sie selbst wieder Erwerb gefunden hat, und es wird sich in den meisten Fällen zeigen, daß die dringendste An- schassung, die voy Kleidungsstücken ist, die ja mehr dem Verschleiß ausgesetzt sind als andere Dinge. Hier steht nun manche Hausfrau vor der Frage: Schneiderin oder Konfektion? Sie läßt sich nicht mst einem Worte entscheiden. Wer keine ausge glichene Figur hat, wird sich für Werkstatt oder Hausschneiderin entscheiden, viel« Frauen und Mädchen aber, die normal gebaut sind, wählen gern« Konfektion, da die tschechoslowakische Bellet» dungSistdustrie leistungsfähig ist und diePreise den Durchschnittsverdiensten angepaßt sind. In dieser Frage hat di« Zweckmäßigkeit daS letzt« Wort, s Nicht zuletzt darf di« Frau im Frühling an die körperlich« Erneuerung ihrer sestst und der Familienmitglieder denken I Wenn wir uns nur «in bißchen beobacht«», merken wir, wie deutlich der Körper im Frühling selbst danach verlangt.^ Die stürmische-Erneuerung der Körpersäste, di« sich vorbereitet, sollen wir nach Kräften unterstützen, um den Organen zu helfen, die Winterschlacken loszuwerden. Die■ uralten FrühlingS» kuren,«inst verlacht und als Aberglaube abgetan, kommen in der neueren Zeit wieder zu Ehren untzi daS mit Recht..! ' Wir sehnen uns nach Bewegung, nach frischer Lust, nach Sonne, nach Reinlichkeit, kurz.nach den Dingest, die so wichtig sind für dar Wohlbefinden und'fiir die Gesundheit der Menschen und di« so viel zur Regeneration des Körpers beitragen. Uralt« Sehnsucht der Frauen: im Frühling zu blühen und schön zu sein— wie die Erde blühtund schön ist. Und darum tun wir zu all dem noch«in übriges: wir pflegen uns mit größerer Lust, so viel und so gut wir«S können. ES muß nicht viel kosten. Wirksam ist die Kosmetik nicht immer, wenn sie viel kostet, sondern vor allem, wenn sie vernünftig ist, und die Wissenschaft davon ist ja heute nicht mehr ein Borrecht einer kleinen auserlesenen Schicht«, sondern Gemeingut einer schon sehr großen FrauenkresseS. Und vergessen wir nicht, dem großen Wunder der Frühlings auch unsere l Herzen zu öffnen I Lernen wir«S wieder, trotz allem Schweren, gläubig ins Leben zu sehen und lehren wir diese Kunst auch Unseren Kindern, 1.. Gestern erst krochen wir aus dem El, heute schon wissen, genau:es wir zwei: Was die gute Hausfrau zum Osterfest backt, mit SAHA Immer am buten tehmeckt. Sana cvlkksesmetner Aesgefteittenvervanv,«etdhewverH,«urnerftrafte 17 CliMz und Meller t z 3911 ■'j Hp eziallack e r\ ,„Favorit“'Email,'Ofeneiiber„Pyrol", Fuß-, ■„ bodenlacitfarbe„Anker" u.„Tiger" erhältlich in allen einschlägigen Geschäften sowie’ -‘den Verkaufsstellen des„QEC-VerbandlS Ladi, Firnis und Farbenfabrik PRÄG II, lubcnisM ul. 44 BolkSkrankheiten der UeifegangSzeit.-Zu den am meisten.verbreiteten Krankheiten, die sich gerade. bei WiticrnngSnmschlägcn bemerkbar machen, gehören.' Rheuma, Gicht und JSchiaS.' Besonders unter ,; Rheuma habestviele zu leiden und khnnen trotz wie- t- dcrholter Versuche-di« peinigenden Schmerzen nicht loswerden. Zur Berzweiflung ist kein Grund vor» I Händen, denn bei der Bekämpfung genannter.Krank-' besten haben sich T o g a l,- Tabletten in- hervorragender Weife bewährt..!' Rachen Sie noch heut«' einen Versuch. Erhältlich ist allen Apotheken/' 4 ROHMANN RUSCHWITZ HäKHL-, STOPF-, STRICKGARNS OBERGARNE STRUMPF- UND RÜSCHENGUMMI BÖRTEL UND BORTEN SOCKENHALTER, HOSENTRÄGER SCHNÜRRIEMEN Reichuberier Sparkasse Gemeinde* and Bezirkssparkaue Gegründet in? Jahre 1854...., PoBtaparkÄBBen-Konto Prag Nr, 9823, 25085 und 33591 Fernsprecher Reichenberg 3M1.'*" r Der Bekleidungsarbeiterverband in der CSR. mit dem Sitze, in Reiehenberg, Luftgasse 10 Ist die. grOBte Organisation u..wirksamste Interessenvertreterin’ für die Schneidergehilfen u.-Gehilfinnen, Hutarbeiter,. Lederarbeiter, Schuhmacher und Lederhandschuh«.. tnacher, Ledergalanteriearbeiter und Koffermachpr sowie der Frlieurgehilten» Parteigenossen n.-Genostzlstnen,- werbet, unter diesen Berutsgruppen für- unseren' Verband!•- 1 89«■ ] HauptanstaltReichenberg, SchloBgasse 0 Zweigans talt: Reichenberg, Altetädter Pl.2 Zweiganstalt. Ilelchenperg,'„Am Kranich“•'' .. 1 Hanlchener StraB« la•' Zweiganstalt:. Georgiwold«, Ferupr, Nr. u Poatapirkaiaen-Ronto. NT. 89.033. UnbeBchrllnkte Haftung der 1 Stadtsem'einde und des Bezirkes RelehtpiberB,....Sjfp Arbcltcr-Konsumvcrcin Bbdcnbadi registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung eigene Dampfbäckerei, Bodenbach, SchlachthofstraBe Kanzlei u. Zentrallaserhaus: Bodenbach, SchlachthofstraBe Telephon 504 Unterlager: Bensen, Mühlgasse, Telephon 15 46 V E RTEI L U N GS STELL E N untemmut Me VepeBMoeN Ger^ngefMIteN M kauft nur vor 6 Ahr ahM-s M U