ffln»riprel»70 Akütk schlagenen Namen einzeln»der in ihr« Gesamtheit streichen. Bon diesem Recht ist bei den Wahlen vom Mär, 103» namentlich in größ«en Unternehmungen, wo keine Kontrolle der Stimmabgabe zu befürchten war, Gebrauch gemacht worden, zum Teil so anSgiebig, daß di« Betriebsleitung auf die Bekanntgabe der zahlenmäßi- «m Ergebnisse auf dem Schwarzen Brett verzichteten. In einigen Fällen kam damal» eine Wahl überhaupt nicht zustande so daß die Treuhänder d« Arbeit nachträglich die Ver» trauensräte ernannten." ES kann gas keitzem Zweifel unterliegen, daß die abermalig« Verlegung der BertrauenS- männerwahlen einfach der Angst des System» vor den Arbeitern entspringt. Man wagt in den Betrieben keine so groben Wahlschwindeleien wie, bei „Volksabstimmungen", die schwer zu überprüfen „Im Frieden Wachsamkeit" President Dr. BeneS Ober die Devise des Osterfrledens Der Präsident der Republik empfing am 'Montag eine Deputation dcS Tschechoslowakischen Roten Kreuzes, welche ihn ersuchte, einige Worte über die heurige' Devise de» Osterfrledens.In» Frieden Wachsamkeit" zu sahen. Der. Präsident erklärte, er sehe in. dieser Devise bis zu einem gewissen Maß e i n Memento f ü r j e d.e n v o n u n S. Wer nach dem Frieden strebt, müsse stet» an ihn denken, für ihn mit allen Kräften arbeiten, sich vor allem hüten, wodurch der Frieden bedroht. oder untergraben würde, kurz: er müsse auf der Wacht sein. Definitiv sei der Frieden nie gesichert: Wachsamkeit bedeute allerdings auch: zu wissen, was man will, und da» bedeute auch Ruhe und Vertrauen. DaS Bewußtsein, einen richtigen und mit guten Mitteln gesicherten Weg zu gehen, verschaffe auch ein inneres Gleichgewicht, schühe'gegea Kopflosigkeit und Panik und erfülle mit Vertrauen zu sich und anderen. Die Devise zeige auch, wie ernst die Zeit noch. Immer ist und wie unvorsichtig eS wäre, ihre warnende Stimme außer acht zu lassen und'die Bedeutung de» wahren Zusammenhalten», der Bereitschaft und d« auf.da» gegenseitige vertrauen sich stützenden Entschlossen- ' Helt zu Übersehen... 4m Vorjahr hat Hitler sich in einer„Volks- absiimmung" durch eine phantastisch« Zahl von Äa-Stimmen dar vertrauen aussprechen lassen. Wenig« Wochen später sollt- in den Betrieben über die Vertrauensmänner abgestimmt werden. Es fiel auf, daß man diese Abstimmung, bei der ein Schwindel und ein'Massenauftrieb nicht so leicht möglich sind, nicht durchführt«, Im April de» Vorjahres wurden die Vertrauensmännerwahlen, die schon 1V35 nicht zum besten ausgefallen waren, einfach auf ein Jahr v e r. schoben. Nun meldet die„N. Z. Zig." aus Berlin: „Die Wahlen z« den vertrau en» rätender Betriebe, dl, gemäß dem ' J?*!***»ur Ordnung der nationalen Arbeit jede» Frühjahr stattfinden sollen, fallen diese» Jahrau». Di« ReichSregierun, hat zu diesem «weck ein Gesetz«lasse», da» einfach die« m t S- dauer der gegenwärtigen BertrauenSräte u m ein wettere» Jahr verlängert. Für diese Maßnahme läßt sich keine andere Er- klärung finden al» dir, daß di« amtlichen Stellen der Stimmung unter dem P«smS»l der Fabriken und Betrieb« nicht trauen und einen Mißerfolg bei den Wahleir nicht in Kauf nehmen wollen. Bei steigend« Äoniunkiur und erhöhten Kosten d« Lebenshaltung sind di« Löhn« nur für quasi, sizirrte Facharbeiter gestiegen» für die groß« Masse der Arbeit« ab« seit vier Jahren sa gut wie unverändert gebltebenT^DI« letztjäh'rtg« Streikaktion.in den Opelwer- krn in Rüsselsheim, vim der die veffrntlichkeit seinerzeit auf Grund cim» Gerichtsurteil« Kenntnis erhielt, und einzelne Zwischen- fälle in anderen indnstriellen Gegenden haben gezeigt, daß dir Arbeiter sich über da» Sinken de» Reallohnes ihre Gedanken machen. Eine gewisse Unsicherheit in der Taktik der Regierung hat sich schm, vor einem Jahr heraus- gkstrllt, al» die Wahlen zu den BertranenSräten schon ausgeschrieben, in» letzte« Moment aber wieder abgeblasen wurden. Statt für rin Jahr, wie cs dem gesetzlichen Programin entspricht, üben die im März 1035 gewählten Vertrauensleute nun ihr Amt für mindesten» drei Jahre auS. ' Je nach der Größe dr» Betriebe» setzen sich die BertranenSräte au» zwei biS zehn Mitgliedern zusammen. Ein Mitbestimmung-recht steht ihnen nicht zu, dagegen können sie Anregung«« in Angelegenheiten de- Bettiebe- machen n»«d sich für die Beilegung von Stteitigkeiten rieisetzen. sind. Man.fürchtet auch die Arbeiter, insbesondere nach v!en'Vorfällen int Saargebiet. Ueber diese berichtete mehrere Male die „Rational-Zeitung". Ungefähr 4000 saarländische Kumpel arbeiten auf französischem Gebiet in lothringischen Gruben. Sie erhalten ihren Lohn in Francs ausbezahlt und haben diese bisher in Frankreich gegen Mark gewechselt. Nun verordnete Göring, daß die Devisen über die 'Grenze gebracht, und in Deutschland gewechselt lverden müßten(wo aber die Mark bekanntlich zu einem lächerlich hohen Phantasiekurs umgerechnet wirdl). Die Arbeiter weigerten sich. Daraufhin verwehrte man ihnen die Ueberschreitung der Grenze und die Rückkehr zu ihren Familien. Die Arbeiter sammelten sich in starken Kolonnen, die Abendschicht wartete auf die Frühschicht und in geschlossener Formation durchbrachen die Arbeiter den Kordon von Polizei und SS. Die G r« n z w a ch e w u r d e, als sie Verhaftungen vornehmen wollte, verprügelt. Zu schießen wagte man nicht, weil eS doch peinlich gewesen wäre, an der französischen Grenze oder noch jenseits dieser die Toten liegen zu haben. Auch Einzelverhaftungen wurden nicht vorgenommen, da die Arbeiter gegen jeden Versuch demonstrierten und inimer wieder erklärten: entweder 4000 ins KZ oder keiner I Daß angesichts solcher Vorfälle daS System Angst vor Betriebswahlen hat, ist begreiflich. «eine Garantie für Dänemark Berlin. Gelegentlich der Anwesenheit de» K Sn i g s von Dänemark in Berlin und seines Besuche- bei Reichskanzler Hitler Warr» in B«li« vielfach Gerüchte verbreitet, wonach auS diesem Anlasse grgenüb« Dänemark eine ähnlich« Neutralitätserklärung von Deutschland abgegeben wnden p»ürde, wir die- für die Schweiz geschehen ist. 2/’, von unterrichteter dänisch« Sette wird at« dazu erklärt, daß solche vttniutungen dm Tatsache« nicht entsprechen. D« Besuch sei ein bloß« Häflichkeit-att gewesen, der sich in freund- schäftlichm Formen vollzog«nd etwa SO Minu» tm dauerte. Erscheint mit««««ahme de««»ata,»glich fr»h Redaktion und Derwaldmg: Prag XII., Fochova 02 Wichtige Positionen vo|t den Reslerungstruppon zurUckerobert -'' M a d r i d. Der Ausschuß füt düe vsrteldißuck, Mabrws 6-b Svnrttag mittag- trkamttr Al» d« Guadalajara-Front ergriffen die republikanische»■ Truppen, unterstützt von Flugzeugen, Artillerie«nd Angriffswagen, neuerlich di« Offensive läng» der von Guadalajara nach Siguenza führenden Straße und eroberte» da» Dorf Triueque zurück. ver Teplitzer Industriellentas Die Teplitzer Vollversammlung dcS Deutschen HauptverbandeS der Industrie hat Sonniag ihren. Abschluß gefunden. Der Bericht, den das »Prager Montagsblatt" gibt, vermerkt, daß es unerhörtenJubel gab, als der Vorsitzende mtt der Feststellung schloß, daß in letzter Zeit manches bessorge worden ist und daß mai» heute der schweren Lage der Industrie mehr Verständnis und mehr guten Willen enjgcgenbringt. Selten hat jemand mit weniger Mühe Anlaß zu Jubel gefunden als der Teplitzer Jndustriellentag. Es war der Golwcrneur der Nationalüank Dr. Engliö, welcher das Wort gebrauchte, die Industrie dürfe nicht im Schmollwinkel stehen, sie müsse Mitarbeiten. Kein Wort trifft die deutschen Industriellen besser als dieses. Klagen, Wünsche und Forderungen fehlten ihr nicht, was aber nie von ihnen zu hören war, waren durchführbare Vorschläge und aufbauende Ideen. So taub sie in der Konjunlturzeit den Warnungen vor der ziel- und planlosen Wirtschaft gegenüberstanden, so wenig sie damals den Staat und die Arbeiter kannten, umso schneller fanden sie den Weg zu ihnen, als die Katastrophe hcrcinbrach. Der Staat sollte helfen, die Gcwerl- schaften sollten Helsen, die Arbeiter Mußten die Mittel finden, die den eisernen Ring der Not sprengen sollten. Der Weg wurde gesunden, aber ihn eingeschlagen zu haben, ist nicht das Verdienst der Unternehmer. Die Regierung und vor allein die Arbeiterpartei«»» waren es, welche die Mittel zur Bekämpfung der Krise fanden und sie anwandten. Neue Maßnahmen der Währungspolitik, Abbau der Zölle und der Devisenbeschränkungen, Erlcichtsrung der EIckfUht,"FördcrüN'g des Ex-' Ports, Belebung der Bautätigkeit und andere kleinere, in ihrer Gesamtheit aber nicht minder wirksame Taten sind das Werk der Negierung, sie Ivaren das Programin der Sozialdemokraten Und der freien Gewerkschaften und von diesen ivurdcn sie auch durchgesetzt. Im Nachtrab zogen die Unternehmer, um die Früchte der Arbeit heimzubringen. Die arbeitenden Menschen, mögen eS Arbeiter oder Angestellte oder die auf den kleinen Käufer angetviesenen Gewerbetreibenden sein, sollen dicS nicht vergessen. Und sie sollen die jubelnden Unternehmer fragen, was sie aus der Vergangenheit gelernt haben und wie sic auf die einsctzende ivirtschaftliche Belebung, auf das größere Verständnis und den guten Willen reagieren. Die Antwort, welche die Teplitzer Genecalversanun» lung gab,, ist. beschämend für die Veranstalter und lehrreich für alle andern. Die deutschen Industriellen haben aus der Vergangenheit nichts gelernt und auS der Besserung nur die Folgerung gezogen, daß sie jetzt noch mehr fordern und noch weniger geben könnten. So'lang die Liste der Forderungen ist— nicht alle sind abzulehnen, aber es sind ja auch nicht alle den Köpfen der Fordernden entsprungen— so wenig erfährt man, was denn die Unternehmer selbst zum Gelingen beizutragen gedenke». Vergebliche Mühe, mehr als runde und allgemeine Worte zu suchen I Rocht gibt es hunderttausende Arbeitslose im Staat, die Ausfuhr hat im Vorjahr noch nicht einnial die Hälste'deS Exports im Jahre 1020 erreicht, aller Welt ist es klar, daß in unserer Wirtschaft ein gewaltiger Umwandlungsprozeß vor sich geht und daß das Schicksal uiiserer Menschen davon abhängt, ob sich die Industrie planvoll in ihn einzugliedern verstehen wird. Zu alledein hat der Jndustriellenverband nur zu sagen: Weniger Steuern, mehr Kredite, keine Einmischung des. Staates! Woher der Vorsitzende dieser Körper» schäft feine'Uebtrzeugung schöpft, daß»dem Unternehmer auch im Wirtschaftsleben der kommen» den Zeit eine bedeutsame Rolle zulommt" ist unter diesen Umständen unerfindlich. Die einzige Ueberzeugung, welche die Teplitzer Industriellentagung vermittelte, ist die, daß auf diesem Wege neue Katastrophen unvermeidlich sein werden.. Die Selbstherrlichkeit den Industriellen zu beseitigen, ist der beste Dienst für die Industrie. Mit aller Klarheit muß ausgesprochen werden, daß die Arbeiterschaft ihre gesammelte Kraft eingesetzt hat und einsetzt, um die Industrie, die lebenserhaltende Ikaft des Sudctcndeutsch- tums,.zu erhalten, nicht aber, um die Industriellen jubeln zu lassen. Es sind jetzt nianche Rechnungen zu begleichen. Das Unternehmertum, bei uns nicht weniger als anderswo, hat die Krise Seite 2 Dienstag, 10. Mite» 1037 Nr. 6« verschuldet, die Arbeiter und Angestellten waren die unschuldigen Opfer. In allen diesen Jahren haben die Unternehmer nicht einen Heller zur Unterstützung dieser Arbeitslosen beigetragen, der Staat und die Gewerlschasten muhten die ganze Last auf sich nehmen. Die Löhne in der Tscheche» slowakei sind weitaus niedriger als in andern Ländern. Da wie dort sind die Unternehmer hier» zulande im Vorteil. Man könnte also über die Reform der Arbeitslosenunterstützung sprechen, wenn an die Stelle der bisherigen eine ordent» liche Arbeitslosenversicherung treten sollte, zu welcher auch die Unternehmer, wie in andern Ländern, ihre Beiträge zahlen. Bor allem aber haben die Arbeiter und Angestellten zur Kenntnis ge» nommen, dah die Industriellen wieder mehr ver» dienen. Die Arbeiter und Angestellten, die dagrößte Recht dazu besitzen, verlangen ihren Anteil an dem Ergebnis ihrer Arbeit./ I Schwedens AuBenmlnlster. In London• London. Der schwedische• Außenminister Sandler ist am Montag in Londpn eingttröWn, wo er vier Tage hindurch Gastderbritischin Regierung sein wird. Auhenminister Saydler erwiderte den Besuch deS englischen AußenmintsttrS Eden, den dieser vor zwei Jahren Schweden abgestattet hatte. Die beiden Minister werden die die beiden Länder betreffenden Fragen behandeln. Minister Sandler wird auch"mit dem Premier» Minister Baldwin' und dem Handelsminister Runeiman Verhandlungen pflegen. Der schwedische Außenminister wird auch vom König im Buckingham-Palais in Audienz empfangen, werden, worauf er Oxford und den Londoner Hafen besuchen und sodann nach Pari» weiter» f reisen wird. Wutausbruch des»Völkisches Beobachters* über die Lbndon*Relse des Genossen Jaksch In einer der letzten Nummern de?»Völkischen Beobachter" war über die Titelseite die lnallige Ueberschrift zu lesen: „Tschechische Hetzoffenstve in London mit Be- keidl-ungen Deutschland-" Anschließend wird spaltenlang über den Genossen Jaksch losgezogen und behauptet, er habe „Unglaubliche Lügen über angebliche AufstantzSabsichten der Sudeten» . deutschen" verbreitet. In dem Bericht, der angeblich von einem„gelegentlichen" Londoner Mitarbeiter stammt, aber offensichtlich in A s ch oder P r a g fabriziert wurde, heißt eö weiter: „Nach dem, war bisher über die Tätigkeit dieser tschechischen Agenten bekannt geworden ist, scheint der Hauptaustrag, den er von Prag mitgebracht hat, darin zu bestehen, gegen dar nationalsozialistische Deutschland zu hetzen und dar nationalsozialistische Deutschland alr die Ursache aller Schwierigkeiten der tschecho- flowakischen Politik hinzusteUm. In Borträgen behauptete dieser im Prager Solde stehende marxistische Agitator unter anderem nicht weniger, als daß ein deutscher Ausstand in der Tschechoslowakei nach dem Muster de» spanische» Bürgerkriege» sür Juni 1088 vortereitet werde. Dar auswärtige Amt der NSDAP lein Name, den er bekanntlich nicht gibt!) und der deutsche Generalstab seien mit nicht- anderem beschäftigt, alr eingehende Besetzungrpläne für dar Gebiet der Tschechoslowakei ausznarbciten." Soweit der„Völkische Beobachter", der wahrlich keine Sorge zu haben braucht, dah er zu einer Berichtigung seiner hanebüchenen Verleumdungen gezwungen werden könnte. Trotzdem wagt es das Zentralorgan der Hitlerpartei nicht, seine Fälschungen' zu konkretisieren.„Es scheint" ihm nur, daß Jaksch aus Prag diesen oder jenen Auftrag mitgebracht hatte. Daö saubere Blatt wagt es gar nicht, konkret zu sagen, bei welchen„Vorträgen" Jaksch die ihm in den Mund gelegten Behauptungen aufgestellt haben soll. Der„Völkische Beobachter" getraute sich deshalb Nicht, seine Beschuldigungen in bestimmter, greifbarer Form zu erheben, lveil er sonst in Gefahr geraten wäre, Von London aus berichtigt zu werden. Denn der Vortrag im Parlament, um den e» sich allein handeln kann, war Politikern und Journalisten aller Richtungen zugänglich. Der wesentliche Inhalt wurde in der Presse veröffentlicht und jeder englische Zuhörer weiss, daß der Bericht de»„völkischen Beobachter" einfach auS der Lust gegriffen ist«nd eine nazistische Brunnenvergistun» übelster Sorte darstellt. Außerdem ist allen englischen Persönlichkeiten, mit denen Genosse Jaksch in Berührung kam, genau bekannt, dah sich testen Argumentation mit keinem einzigen Wort des Berichte» im „völkischen Beobachter" gedeckt hat. Jakfch hat nämlich, vielleicht zum Unterschiede von anderen Herren, in London nur da» wiederholt, wa» er zu Hause in feder öffentlichen Versammlung sagt, und die stärkste Betonung auf den Nachweis gelegt, daß die Sudetendeutschen ein im tiefsten Wesen friedliebendes«nd arteit»freudige» Volk sind, welche» in feiner Mehrheit keinen Krieg will, sondern sein nationales Recht und seinen Anspruch auf Brot und Arbeit mit friedlichen Mitteln durchsetzen will. Somit hat der„BölktfcheBeobach» ter" mit seinem Lstgenbericht nur unfreiwilliger Weise vor der englischen Oeffentlichkeit seine schmutzigen Propaganda-Methoden gegen die Tschechoslowakei und die sudetendeutschen Akt!» visten enthüllt. ES läßt übrigen» tief blicken, wenn da» Zentralorgan der Hitlerpartei wegen der Reise de» Vertreter» einer„Splitterpartei" nach London völlig die Fassung verliert- und in der Berichterstattung jegliche Vorsicht außer Acht läßt. ES niag diesen Herrn und ihren sudetendeutschen Hintermännern freilich unangenehm sein, dah e» auf dem Boden der Tschechoslowakischen Republik noch demokratische Deutsche gibt, die auf eine Bevormundung auS Berlin dankend verzichten. Man kann dem„B. B." sür diese Anpöbelung nur danken, denn ste hat gewiß dazu beigetragen, die Sympathien zu stärke», deren stch die sudetendeutschen Verständigung-Parteien in dm demokratischen Ländern de» Westen» erfreuen I Konferenz der Sekretäre ; und Redakteure der Partei Montag, den 18. März, fand in Prag ein». Konferenz der Redakteure"'Und Sckretiire der deutschen sozialdemokratischen Partei'statt. In der Konferenz, die.von"68 Teilnehmern besucht Mar, erstatwtc zunächst der Parteiborsitzende Minister Dr. Tz e ch einen Bericht, in welchem er die außenpolitische, wirtschaftliche und innenpolitische Lage, insbesondere, die zwischen der Regierung und den deutschen aktivistischen Parteien getroffe- nen"VereIniarUstgen besprach. Anschließend daran erörterte Parteisekretär Abgeordneter Taub.die au» diesen Vereinbarungen für die Partei stch ergebenden Aufgaben. In der Debatte hierüber sprachen Abgeordneter ft t e.jii» Trautenau, Eckl» Podersam, T e j e s s Y-Prehburg, Abgeordneter Jaksch- Prag.K u t s ch a»Jagerndorf, Loren z-Tep- Ith, Abgeordneter Z i sch k a-Sternberg, B i e» r e r-Mähr-Schönberg, Pölz l-Aussig, Abgeordneter. K ö g l e r-Bodenbach, K l a s ch k, a-, Mähr.-Ostrau, H ä a S-Komotau, W a n k««Pilsen und ftebn-Prckgi worauf E C'z e ch in einem Schluhwort die von den Devatteredpern aufgeworfenen Fragen eingehend besprach"und das Ergebnis der Beratungen zusammenfahte. Sodann Wurde noch eme Reihe organisatorischer Fragen beraten, worauf sich die Konferenz in den Abendstunden mit Fragen der Presse be- fahte. Dar Referat hiezu erstattete Abgeordneter T a u b. In der Debatte sprachen Dr. Strauß- Prag, Seide l-Teplitz, Dr. C zech, K e r n- K'omotau, Wank a-Pilsen, Wunderlich- GraSlitz, P e r l s e c-Briinn, T e j e s s Y-Preß- burg, KrejL i-Trautenau und LeinSmer- Troppau, worauf Taub in einem Schlußwort da» Ergebnis der Debatte feststellte. Die Konferenz, die d§n ganzen Tag in Anspruch nahm, zeitigte eine einmütige Auffassung der politischen und organisatorischen Aufgaben der Partei, und so konnte der Borsihtnde zum Schluß auf da» fruchtbare Ergebnis der Tagung Hinweisen. ver„Venkov“ und die Wahrheit Der„Venkov", das Haüptorgan der tschechischen Agrarpartei, hat mn vergangenen Samstag behauptet, dah ebenso wie Norke und Severing auch Philipp Scheidemann in Deutschland lebe und eine weit höhere Pension beziehe, als ihm nach seiner Tätigtet im öffentlichen Dienst gebühre. Obgleich uns diese, vün den„Närodni Lisch" am Sonntag freudig abgedruckte Behauptung gleich erfunden schien, haben wir un» erkundigt und von unseren Genossenen Kopenhagen die Bestätigung erhalten, dah Genosse Scheidemann dort nach wie vor und ohne,jegliche Pension lebt, da diese ihm Mit seinem sonstigen geringen jPrtvatbesitz undseinev-angeborene»-'deutschen 'Staatsbürgerschaft von den Nazis gestohlen wurde wie unzähligen anderen auch.(bn.) Der Präsident der Rrpndlik empfing am Montag den Abgeordneten W. I a k s ch. Lnndwlrtschast-minlster für Revision der Getreidepreise. In P r e r a u hielt Landwirtschaftsminister Dr. Z a d i n a am Sonntag eine Rede, in der er u. a. erklärte, dah wir Heuer ohne grohe gefährliche Ueberschijsse, nur mit kleinen Weizenresttben, in das künftige Erntejahr gehen werden. Nach den Aendetyngen aus de» Getreideweltmärkten und in der Gestaltung der Produktionskosten in der Landwirtschaft und in Das^britische Kabinett begrüßt das Abkommen koift 18. Feber j London.(Reutor.) Der Unterstaatsekretär ft» Außmministeriüm Lord 6 r a n b» r n r sagte In Beamstvortmig einer Anfrage im Unterhanse, ob er von dem kürzlichen Abkommen zwischen der tfchechöslowaftschen Regierung und den Bartretarn dar deutschen Minderheit Nachricht erhalten habe und wenn ja, ob er darüber ein«. Erklärung abgeben wolle: Ja. Da- Abkommen, da- erzielt wurde, betrifft die deutschsprachigen Gebiete, insbesondere in wirtschaftlicher Hinsicht. Die britische Sirgiernng begrüßt natürlich jede Aktion, welche den innere» Wohlstand de» befreundete» Staatr» unterstützen kann. Eine weitere Frage Arthur Henderson-, ob er diese- Abkommen mit Rücksicht auf mögliche Reibungen, welche vielleicht zwischen Deutschland und der Tschechoslowakei entstehen könnten, al» nützlichen Beitrag für den europäischen Frieden begrüße, liest Lord Cranlorne unbeantwortet. der Industrie werden die Landwirte bis zur künftigen Ernte einen durchgreifenden Abbau der Abzüge und eine Neuregelung der Getreidegründpreise verlangen. Minister Tuänh für ArbeitSzeiwerkvrzung. In einer Landes-Konferenz der tschechischen nationalsozialistischen Gewerkschaften in Brünn hielt Postminister Tuönh eine Rede, in der er auf die Besserung der Wirtschaft hinwie». Sicherlich hätten sowohl die RüstungSkonjunktur als auch die Jnbestitionrpolitik zur Besserung der Beschäftigung beigetragen, aber die Hauptrolle dabei spiele doch die Erhöhung der Ausfuhr, die von 6 Milliarden im Jahre 1088 auf über 8 Milliarden im Vorjahr gestiegen ist. Die Rationalisierung hat Millionen von Arbeitern auf der Welt ausgeschaltet. Technischer Fortschritt bedeutet we» niger, Arbeit. Deshalb müsse die Arbeit so ausgeteilt werden, daß auch die andern daran teilhaben können. DaS einzige Mittel, welcher hier in Betracht komme, sei die B e r k ü r z u n g de« Arbeitszeit. Für eine Pressekammer. Am Sonntag hielten da» Syndikat der tschechoslowakischen Journalisten sowie die Reichsgewerkschaft der deutschen Presse in Prag Tagungen ab. Da» Syndikat nahm eine Resolution an, worin erklärt wird, dah di« Ordnung im Zei» tungswesen und die Verantwortlichkeit der Journalisten nur durch rasche Verwirklichung der. ^Journalistenkammer gesichert werden'könne, die heute«ine staatliche Notwendigkeit geworden sei. Die Mitgliedschaft in dieser Kammer müsse für die ZeitungSherauSgeber wie für die Redakteure obligatorisch sein. Auch die Reichsgewerkschaft nahm eine gleichlautende Resolution an, die noch durch einen Zusahantrag, betreffend die nationale Sektionierung dieser Kammer ergänzt ivurde.— Die Reichsgewerkschaft befaßte sich auch mit der durch die Ablehnung der Berlän- gerung der KoNektibvertrage» feiten» der Unternehmer geschaffenen Lage und nahm eine weitere Resolution an, in der sie den Vorstand, ihrer unverbrüchlichen Solidarität und bedlngungs- I losen Disziplin versichert. 81 Oer freund ROMAN VON GREGOR JARCHO Es lag für mein Gefühl etwas Wahres m diesen Worten. Also: auch Rappaports Glaube war unecht. Und der meine? Ich senkte die Augen. Vater sprach etwa-, aber ich hörte nicht hin. Ich wehrte mich jetzt vor allem gegen mich selbst. Ich sah eine Falle, der ich au-weichen muhte, lveil ich fühlte, daß ich sonst gar keinen Halt mehr haben würde. „Judas Ivar auch ein VerräterI" ging e» mir durch den Kopf.„Und dennoch ist die Lehre Christi gut. Und dennoch sind in seinem Zeichen unerhörte Heldentaten vollbracht worden I Er wußte auch, dah er verraten sein würde und glaubte dennoch an die Macht seiner Liebe und an das Zukunftswerk seiner Jünger. Rappaports Mißtrauen ist kein Beweis sür die Abwegigkeit seines Glaubens, kein Zeichen einer Kluft zwischen seinen Worten und seinem Fühlen. Auch ich habe gezweifelt— an allenI Und bin ich nicht doch ein Gläubiger?" - Nur wenig Trost gab mir die Ausflucht zum überheblichen Gleichnis mit Christus. Aber e» war doch wie ein Strohhalm, an den ich mich klammerte mit aller verzwciflungSvollen Beharrlichkeit eines jungen Lebens, das sich erhalten will. .— und ist auch im eigensten Interesse eurer Sache, wenn ihr erstmal das Zeug sammelt, das zmn Kampfe nötig ist. Werdet erst etwas. Erringt euch ein breiteres Wissen, eine Stellung im Leben, von der aus zu den Zügeln nur ein Griff fein kann. Stellt euch über die Masse, dann erst könnt ihr sie führen!" Ach ja es war Baier, der sprach. „Führen", sagte er.„Kampf" Ich begann zuzuhüren. Der Strohhalm hatte mir doch eine gewisse Sammlungsmöglichkeit gegeben. „Wenn ihr.aber jetzt davongejagt werdet, dann gehen alle eure Kräfte im Ringen ums tägliche Brot verloren. Sage nicht, daß Arbeiter in den Betrieben diesen Kampf immer führen und dennoch auch der gemeinsamen Sache, der Freiheit, dienen. Euch würde der Sturz vielleicht einfach zermürben, vielleicht auf Nikiforows Spuren treiben" „Niel" rief ich mehr inftinftiv als aus Ueberzeugung. „Doch, Junge, doch! Glaube mir! Denke nicht, dah wir Alten es in unserer Zeit sehr viel anders empfanden. Schau— auch ich bin in deinen Jahren einmal so hitzig gewesen, bi» meinem Vater davongelausen zu einem Schuster, um selbst zu verdienen, un: niemandem zur Last zu fallen. Und vor allem, weil ich dieses ewigen Sichvorbereitens müde war, genau so wie ihr jetzft weil ich mitten in» Leben hineinwollte, da ich doch lebte." Davon hatte mir Vater noch nie etwa» erzählt.„Und?" fragte ich— bereits abgelenkt und interessiert/ „Dein Grohvater kam jeden Tag. zu dem Schuster und bat mich, zurückzukommen. Ich blamierte ihn ja. Außerdem liebte er mich und war älter, sah klarer." Ich lächelte spöttisch. Was er da erzählte, legte sich indes wie ein Schleier um alles, was in den Tiefen versteckt brodelte, und nahm meine Aufmerksamkeit gänzlich gefangen. Ein junge»' Herz ist wie ein Brett mit unzähligen Schalter». Man kann viele zugleich in Bewegung setzen und mit dem einen den andern üushelsen. Ich konnte schon lächeln. Wenn auch nur spöttisch und bitter — aber doch: lächeln. Mein Vater sah e» nicht und fuhr fort: „Nun, ich weigerte mich natürlich, wieder ins Gymnasium zu gehen und den Schuster zu verlassen. Meine Freunde waren über meinen scheinbaren Mut begeistert, noch mehr meine Freundinnen. Man half mir mit Worten und Aufmunterungen und hätte mir auch materiell geholfen, aber man wußte von vornherein, daß ich diese Art Hilfe ablehnen würde. Bald jedoch er, fuhren andere Väter von der Sache, wittertest Gefahr für ihre Söhne, sahen in mir ein schlechte» Beispiel und verboten meinen Freunden jeden Verkehr mit mir. Danach trafen wir uns nur noch heimlich, aber bald hörte auch das auf. Ich roch nach armen Leuten. Meine Kleidung war schlecht geworden, ich magerte ab— juNge Damen begannen bereits, mich nicht mehr zu erkennen. Und eine» Tage» merkte ich, dah ich völlig allein war in dieser Welt, daß die Kreise, in denen ich aufgewachsen war, mich beinah als einen Verräter ansahen, mich sozusagen verfemt hatten, während die Leute, zu denen ich mit so viel Begeisterung gekommen war, mich im besten Falle für einen Sonderling hielten/mich nicht ernst nehmen wollten." Er machte. eine Pause.„Und?" trieb Ich an.„Und d« kehrte ich eben vernünftig heim— du weißt ja, daß ich nicht Schuster geworden bin", lächelte er.„Da» war Kneifen." „Nein, da» war es nicht. Keineswegs. Erkenntnis war e»! Es können nicht alle Schuster und Handwerker sein! Aber bis es mir- klar wurde, daß meine i,Heldentat" Unsinn war— wa» habe ich da alle» auszustehen gehabt! Auch nachdem ich heimgekehrt war und mich von neuem der Schule gewidmet hatte, blieb Ich noch eine sehr,'sehr lange Zeit völlig allein. Niemand, vertraute mir, alle wandten sich nach wie vor von mir ab. Damals war auch ich nahe daran, mir eine Kugel durch den Kopf zu schießen. Wir sind eben sticht alle gleich. Auch sozial nicht. Und werden es wdhl niemals ganz werden."' Ich schüttelte energisch den Kopf. Vater übersah«». Mit Absicht wohl.„Nein, ein Ausstieg, da» ist gut", fuhr er fort.'„Da»'ist auch nicht unmöglich. Selbst Sei uns, selbst'jetzt.nicht. Aber ein Ab. rollsn, eist' IInter-das-Bolk-Gcheii ist zwecklos, ist Unsinn. Die Unterschiede sistd zu groß geworden', die Spalte zü starr.' Nur wenn man ganz, ganz tief herunterkommt, zum Abschaum der Gesellschaft geht"— er gebrauchte oft diese Worte— „erst dann ist man wieder unter Gleichen. Abe» wenn man ein gewisses Niveau wahren, ein sicheres Dach über dem Kopf haben will, muß man sich von der Gaffe, von der Landstraße abwenden und bei der Arbeit bleiben. Und da gibt es unzählige Stufen, da darf man nür vorwärts gehen, hinauf. Verlah dich darauf— dem Lebenden wird ein Abstieg nie verziehen. Und dem Toten ist cs gleich, ob man ihn heilig spricht." „Wenn er jetzt noch länger redet, gibt cs einen Zusammenstoß mit bösen Folgen!" ging cs mir durch dest Kopf.„Wir müssen dieses Gespräch abbrechen. Ich habe genug." „Ich danke dir für die Warnung, Papa", sagte ich.„Du hast seinerzeit einen Versuch ge-' macht. Er ist dir mihlungen. Gut. Aber Iah mio dasselbe Recht, bitte. Heute Ist das Volk anders — reifer: Ich möchte ebenfalls meinen Versuch machen, überdies kann ich nicht anders l" platzte ich schon gereizt heraus. Aber ich nahm mich noch rechtzeitig zusammen.„Jedenfalls müssen wir Jungen uns jetzt unter uns erstmals aussprcchen. Bitte, gib mir eine Bescheinigung, daß ich in deinem Auftrage nach acht Uhr aus dem Hause gegangen bin." Mein Vater sah mich mit einem sehr traurigen Blick an, stand auf,' setzte sich an den Schreibtisch und schrieb mir den gewünschten Zettel. Während des Schreibens sagte er:„Wäre ich wie du, so könnte ich jetzt erklären, dah du unaufrichtig bist und kneifst.".. „Wieso?" rief ich erregt. „Nun, was ich. da schreibe, ist doch nicht wahr. NNd ich schreibe es nur! weil du mich darum bittest. Du, zwingst mich also zu lügen und willst dich selbst durch eine Lüge schützen. Wenn ich„Konvention" sage, verlierst, du alle Fassung ustd schimpfst innerlich wie. ein Droschkenkutscher — Ich'Beiß es.. Aber diese,Lüge hier"— ustd er hielt mir den fertigest Zettel entgegen t*«ist dir willkommen"(Fortsetzung solgt.)j Nr/ 04 DIenSia», 18. Mr» 193t Seife 3 fudctendcutsdier Zeitepicgcf de» Die Unterschlagungen in Neudorf a. d. B. unser Frauentag Schadensumme 537.000« HecMsolle Versammtanaen. erhebende Kampfstimmung > den Jahren Heger und besonderem Bühne nur erfolgen. Die Herren von» Bund der Deutschen möchten alles gleichschalten und unter de» Einfluß der SdP bringen. Das scheint ihnen beim Kulturverband tvenigftens auf den ersten Hieb nicht geglückt zu sein. Ob er ihnen aber nicht gerade durch die Vereinbarungen gelingen wird, die der Kulturverband abzuschließen bereit ist, ist eine andere Frage und aus der Mitteilung des jkul- turverbandes ist also zu ersehen, daß die Leitung des KnlturverbandeS allenfalls einen für das deutsche Schulwesen in der Republil gefährlichen Weg ginge, wenn sie den Gleichschaltungstenden» zen des Bundes der Deutschen auch nur eine Möglichkeit gibt. Die deutschen sozialdemokratischen Frane» haben am Sonntag eine glänzende Probe ihres Kampf- wie ihres OrgauisationswUleus abgelegt. In allen Bezirksstädten des sudetendeutfche» Ge Schuschnlgg nach Budapest Wien. Bundeskanzler Dr. Schuschnigg begibt sich, wie amtlich mitgeteilt wird, am Doa- nerStag nach Budapest, um den Besuch deS ungarischen Ministerpräsidenten Daranyi vom" Herbst vorigen Jahre» zu erwister». Der Bundeskanzler wird Fueita» nachmittags wieder«ach Wien zurückkehren. Der Besuch deS Bundeskanzlers in Italien wird bald wach den Osterfeier- tagen erfolgen. Der genaue Termin wurde noch nicht festgesetzt. Wir haben schon einmal. berichtet, daß der Kassier der Raiffeisenkassa in Neudorf, Fried» rich ,® chmidt, eine Leuchte des Provinzbürger- tum», vor dem Beginn einer Revision Selbstmord verübt hat. Die Kontrollorgane der Pra- ger Zentralstelle mutzten damals unverrichteter Dinge Weggehen. Inzwischen wurde jedoch die Revision durchgeführt, welche ein erschreckendes Ergebnis zeitigte. Die Unterschlagungen bei dieser verhältnismäßig Keinen Sparkassa haben die erkleckliche Summe von 637.000 KC überschritten. Diese Betrügereien begann Schmidt schon vor Jahren. Br praktizierte sie so geschickt, datz die örtlichen Revisionsorgane nicht dahinter kommen konnten. So haben beispielsweise Selbstverwal- tungikörper kleinere Darlehen zur Vereinfachung Oer Wahlkampf In Brüssel Brüssel. Der Wahlkampf in Brüssel hat zu Zusammenstößen zwischen den politischen Gegnern geführt. An dem Bororte Saventhem wurde eine Versammlung der Rexisten von Anhängern der Linksparteien gesprengt. Am SamStag wurde der erste Wahlaufruf deS Ministerpräsidenten van Zegland veröffentlicht. ES heiht darin!, die Wähler hätten sich zu entscheiden sür ein RegierungS» system, das Belgien aus der Krise geführt habe, oder für ein Abenteuer, da» Belgien Weder in Unordnung, zurückwerfen werde. Der katholische Bloch hat in einer Borstandrsitzung beschlossen, für die Wahl van ZeelandS einzutreten. haben ihre Darlehen abgestotzen, Schmidt führte sie jedoch ruhig weiter in der Autzenstandsliste und täuschte so die AusstchtSorgane. In der Bevölkerung Neudorfs herrscht ob dieser Unterschlagung große Erregung. Man zweifelt, daß der Kassier die Gelder allein für sich verwendete. Die Bevölkerung ist froh, daß der Mann nicht mehr Vorsteher war, sonst hätte er, meinen sie, auch noch die Gemeinde bestohlen. gut besuchte Berfammlungen, die wieder einmal Zeugnis gaben von.der außerordentlichen und stetig fortschreitenden politischen Reife der Frauen in unserer Bewegung. Die Berfammlungen wiesen u n g e w ö h n l i ch h o h e B e s u ch e r z a h- l e n auf und hatte» überall festlicheir und zugleich Kampscharakter. Unsere Frarrenorganisatio- nen verstanden eS ausgezeichnet, den Beranstal- tuilgen eine» würdigen, feierlichen, freudig-ernste» Rahmen z» geben. Ueberall toirkten unsere Jugendlichen, unsere Turner und unsere Säuger, Frauen, Mädchen, Männer und Burschen, an de» Beranstaltungen in der erhebendsten Weise mit. Der politische Inhalt der Kundgebungen entsprach durchaus und allerorten der für diesen Tag auS- gegebenen Parole:„Mobilisierung der FriedenskräftegegendenKrie gl". In allen Berfammlungen beschäftigten sich die Rednerinnen und Redner mit dem Faschismus und der ihm immanenten Kriegsgefahr und die Stim- niung in de» vollen, teilweise ü b e r f ü l l t e n Säle» bewies, niit welcher Unbedingtheit deS Herzens und des BerstandeS die arbeitenden Frane» im sudetendentschen Gebiet entschlossen sind, dieser antifaschistischen und AntikriegS- Parole zu folgen. Bon politischer Bedeutung ist die Tatsache, daß auch unser Frauentag einen neuen Beweis für die Tatsache erbrachte, daß. im sudetendeutschen Gebiet ein neuer Umbruch des Gei- st e s sich anbahnt, daß die n k t i v i st i s ch e B e w e g u n g v o n d e» M a s f e n m i t wachse n d e r A n t e i l n a h m e a u f g e n o m m e n wird und daß insbesondere unsere Partei alS Führerin dieser Bewegung betrachtet wird und einen herzerfreuenden Auftrieb erfährt. I» diesem Sinne berichten alle Genossen und Genossinnen, die diesen Frauentag miterlebten. Außerstande, die Einzelberichte anS Kreisen, ' Bezirken und Städten auch nur namentlich zur registrieren, buchen wir diesen 14. März 1937 alü hosfnungSspendendeS Gesanitereignis für die De- nwkratie, für den Frieden, für den Sozialismus, ' für die Partei! Englands grfiBtes Luftfahrtbudget London. Der UnterftaatSsekretär tm Lustsahrtministerium, Sir Philipp Soff»»», legte am Montag dem Unterhaus da» Budget sein« Ressort» für da» nächste Budgetjahr vor. ES ist da» grüßte LuftfahrttndIrt, da» jemal» dem.tritischenParlamrnt»orgrkegt wurde. Der vudzetbedarf beträgt ungefähr 82.8 Mil- ltonen Psnnd(etwa ll.ü Milliarden K8), da» sind saft nm 82 Millionen Pfund mehr al» im Bndget de» Jahre» ISS«. Kulturverband und Bund der Deutschen Wie die Presseberichte des Deutschen Kulturverbandes mitteilen, fand in Prag ini Deut- chen Haus am Sonntag eine Tagung der Ge- amtorganisation des Deutschen Kulturverbandes statt, die sehr zahlreich besucht tvar. Nahezu alle Gaue und Bezirksverbände hatten ihre Vertreter entsandt. Neben inneren OrganisationSsragen war auch da» künftige Verhältnis zum Bund der Deutschen der Gegenstand eingehender Beratungen. Ueber Antrag des Gaues Egerland, der mit rund Süv Ortsgruppen die stärkste Untergliederung des deutschen Kulturverbandes darstellt, wurde eine Entschließung angenommen, in der eS u, a. heiht:- Die heute versammelten Vertreter aller Gaue und Bezirksverbände haben die vom Bund der Deutschen aufgeworfene Frage der Vereinheitlichung der Schutzarbeit beraten und warnen im Interesse der ruhigen Fortführung unserer sür da» Volkstum unentbehrlichen Arbeit davor, diese Frage weiterhin in den Untergliederungen zum Gegenstände von Beratungen und voreiligen Beschlüssen zu machen. Die versammelten Vertreter bekennen sich zum Grundgedanken einer plan- mätzigen Schutzarbeit und ersuchen die Verbandsleitung, ehesten» Vereinbarungen, auch mit dem ' Bunde'der Deutschen abzuschlietzen^ die den Sudeten- und Karpathendeutschen eine zweckmäßige Schutzarbeit sichern. Die Vertreter stellen ferner fest, datz der Deutsche Kulturverband seine ihm übertragene Aufgabe bi» an die Grenze des Möglichen erfüllt hat und datz für den Deutschen Kulturverband derzeitkeinAnlatz vorliegt, eine andere als die bestehend«Orga- nisationsform anzustreben. In dem Zericht wird überdies noch mitgeteilt, datz schon gegen Ende des Vorjahres dem Bunde der Deutschen ein Vorschlag auf Abschluß eines Rahmenübereinkommens überreicht wurde, der erst in den letzten Wochen durch den Entwurf von bi» in die Einzelheiten gehenden Vereinbarungen ergänzt worden ist. Doch wurde bisher von feiten des Bunde» zu diesen Vorschlägen noch keine Stillung genommen. AuS dieser Mitteilung d«S Kulturverbandes ist also zu ersehen, datz der Kulturverband wohl mit aller Entschiedenheit eine Verschmelzung mit dem Bund der Deutschen ablehnt. Solche Bestrebungen müssen von selten de» Bundes aus in energischer Seite unternommen worden sein, denn sonst würde auch die Abwehr nicht so. entschieden Tibor Eckhardt für Donau-Entente Wien-Prag—Budapest Paris. Der Sonderkorrespondent „Petit Journal", St. d« la Roncheslaurauld, setzt auS Ungarn seine Reportage über Mitteleuropa fort. Er veröffentlicht sein Gespräch mit dem ungarischen Politik«. Tibor Eckhardt, d« sich sür di« Bildung rin« aktiven Achse B n» dope st—W i« n—P rag und für die Zusammenarbeit der Tschechoslowakei mit Oesterreich und Ungarn ansspricht. Diese drei Staaten, sagt Eckhardt, würden eiirr gesund« Wirtschaftseinheit bilden, wärest landwirtschastlich autark und könnten Jndustrlrerzeugiiisse insbesondere »ach dem Balkan ausführen. Gleichzeitig wären st« rin« fe st«Bast ton gegen die deutsche Erpanfio«. Da» Shstem der römischen Protokolle, fährt Eckhardt fort, hat bewiesen, daß«» für Ungarn nützlich tst,«» kann jedoch nicht al» Drstnitivum angesehen werden. Definitiv w«d« die Schaffung eine» natürlichen System» der wirtschaftlkchen Zusammenarbeit der Donaustaaten sein. Schließlich sagte Eckhardt, daß die Wiedereinsetzung der Habsburger vorläufig inopportun fei. Sir könnte jedoch später möglich werden. Seit der Abschaffung der beim Publikum unvergessenen eigenen Oper— noch in 198! bis 1984 haben die Direktoren Schottländer diese Kunstgattung mit Eifer gepflegt— wirken an unserer mehr je ein Operetten- und Schauspielensemble. Dem Vernehmen nach arbeitet aber Direktor Moosbauer auf die Wiedereinführung einer eigenen Oper hin, da er sich bei gelegentlichen Operngastspielen von dem großen Interesse, da» die Brüxer gerade für gute Opernausführungen hicken, überzeugt hat. Wir hoffen zuversichtlich, datz Direktor Moosbauer auch den ernsten Künsten wieder zu ihrem Recht verhelfen wird und damit unsere Meinung teilt, datz ein Stadttheater niemals zu einer blotzen Amüsieranstalt herabsinken darf. An Wertvollem wurde bisher geboten: „Faust", 1. Teil,„Der Widerspenstigen Zähmung",„Die Heimkehr de» Matthias Bruck". „Menschen auf der Eisscholle",„Heimat",„Himmlische Hochzeit" und die Opern„Freischütz" und „Troubadour". Auch die Gastspiele der Münchner. Tanzgruppe„Günther" und de» indischen Ballett»„Menaka" seien erwähnt. Besondere» Niveau hasten die vom hiesigen„Deutschen Verein für Theater- und Musikpslege" heuer" neu eingeführten „Philharmonischen Konzerte". Da» erste war Anton Bruckner gewidmet, das. zweite brachte einen, zum Teil radiöphoNisch übertragenen Beethoven-Abend, im dritten kamen die sudetendeutsche» Komponisten R. Engel, V. Reisner und P. Engler zu Wort und da» vierte bestritt der Brüxer Gesang« und Mustwerein.Liedertafel" gemeinsam „Der Schutzherr des Islams“ Eine alte Rolle mK neuem Darsteller Mussolini ist in Lybien und läßt sich durch große Demonstrationen, die der Marschall Balbo musterhaft inszeniert, von den Singebornen feiern. In einem Aufruf Balbo» heißt cs, der Duee sei der„S ch u tz h«r r des Islam»". Ein arabischer Würdenträger sagte in der, wohl von Balbo aufgesetzten, Rede, daß Mussolini ein„teure» Instrument de» göttlichen Willen»" sei.»Gott will mitdeim« rHilfeder Menschheit Frieden und Wohlergehen schenken." Man erinnert sich unwillkürlich der lauten Kundgebungen Wilhelms ll. anläßlich seiner Orientreise(um die Jahrhundertwende). Wilhelm proklamierte sich damals ebenfalls al» der Freund und Beschützer von 400 Millionen Moflim. Die Rede erregte vielfach Mißstimmung. Da die Moflin zum größten Teil britische Untertanen waren, sah England in der Botschaft de» Kaiser» einen-Affront. Die christlichen Kirchen ihrerseits waren auch verstimmt. Und alle Welt - sah in der Rede die Programmerklärung de» deutschen Imperialismus, der über Bagdad auf Bombay und über Jerusalem nach Kairo und bi»-um Sudan ziele. E» war eine der verhängnisvollsten Reden Wilhelm». Auch Mussolini wird mit dieser Rede den Engländer, er wird den jungen arabischen und ägyptischen Staaten keine Freude bereiten, er fordert^ selbstverständlich Frankreich,«r fordert die Türkei heran», wenn er sich zum Schutzherrn der Moflim auüfwlrft. Aber die italienische Politik ist eben durchgängig auf Provokation gestellt. Hitler, der doch auch auf die Araber rechnet, denen„Mein Kampf" in Uebirsetzung vorliegt, wird bei der Rührigkeit der römischen Kollegen wieder einmal in» Hintertreffen geraten. Vielleicht stützt er sich zur Abwechslung auf die Türken, die ohnehin kürzlich erklärt hoben, sie müßten mit-dem„schmutzigen Koran", den ihnen die Araber aufgezwungen hätten, ebenso fertig werden wie die Deutschen mit der Bibel, weil sie nur so zu wahrer nationaler Größe gelangen würden. Brüxer Theaterbrief Unser kleine», schmucke» Stadttheater konnte heuer da» Fest seine» 25jährigen Bestände» feiern. Al» dabei der Vorsitzende der städtischen Vettval- tungrkonunission, Oberkommissär Dr. F. Slemr, unter Hinweis auf den glänzenden Besuch der tschechischen Vorstellungen den Wunsch aussprach, datz e» auch den Deutschen gelingen möge, ihre Spielzeit durch gebesserte» Besuch auf eine gesicherte Grundlage zu stellen, waren wir mehrfacher Gründe wegen anfang» etwa» skeptisch, lieben un» aber später durch die Tatsachen eine» Besseren belehren." Unsere Bühne wird seit dem Herbste 1986 von dem ehemaligen Direktor de» Egerer Stadttheater», HerrnGo»wip MooSbauer, mit Umsicht und Tatkraft geleitet. Anfang» hatte er— er war der Nachfolger einer Arbeitsgemeinschaft— mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen: Die Reihen der Stamm- sitzinhaber waren stark gelichtet und das Publikum verhielt sich, auch au» Spielplangrüyden, zunächst sehr zurüöchaltend. Mit dem Zeitpunkt de» Einsetzen» der Gastspielabende aber trat eine plötzliche Wendung zum Besseren ein; seit Jänner d. I. hat sich der Besuch so erheblich gebessert, daß Direktor Mooibauer vor einigen Tagen bei der städtischen Verwaltungskommission um Verlängerung seine» Vertratst»-ti» 1989 angesücht hat. Seinem Begehren wurde stattgegeben, so daß nun auch uns« Theater endlich wieder mit einer' stabilen Leituyg^ rechnen kann. Ola Anklagen gegen die SVH. Ein Untersuchungsausschuß eingesetzt Bei einer„Schlußkundgebung" für die„Sudetendeutsche Bolkshllfe" im Prager„Deutschen Hau»", am Samstag, vermochte, wie der„Montag" berichtet, keiner der Redner(Redakteur Jauk, Friedrich und Kilberth) die vorgebrachteu Beschuldigungen abzustreiten. Sie mußten vielmehr zugeben, daß ein Untersuchungsausschuß sich mit der Prüfung der Beschwerden befassen werde. Die Aufklärungen über die Beziehungen zwischen dem B. d. D. und der SVH hinsichtlich der Verwendung der Spenden betrachtet das Blatt als nicht ausreichend. Bet Ausnahme Deutscher in den Dienst der Staatspolizei ist es sehr wichtig, die Bedingungen zu kennen, die bei Aufnahmen in den Polizeidienst gelten. Diese Bedingungen sind im Ükedni list(Amtsblatt) Zahl 189 vom 10. Juli 1936 enthalte». Einbruch im Konsumverein in Ober-Jungbuch. In der Nacht von SamStag auf Sonntag wurde in die Ober-Juygbucher Verkaufsstelle des Konsumvereines„Vorwärts" Trautenau ein Einbruch verübt, wobei den Tätern Waren und Bargeld im Werte von nahezu 6000 K6 in die Hände fielen. Die Diebe nützten die Abwesenheit des Personals und der Hausbewohner aus, um einen großzügigen Diebstahl zu verüben. Von dem hinteren Teil des Gebäudes au» wählten sie den Weg über das Dach und stiegen nach Oeffnung 'eine»'Dachfensters in di« Bäckerei ein, von wo sie durch Ausbrechen der Türen in die Verlauss- stelle gelangten, dort wurde zuerst nach dem vorhandenen Bargeld in der Kassa im Werte von 609 KL gegriffen und dann eine teilweise Plünderung des Warenvorrates vorgenontmen. Das Diebsgut an Waren stellt einen Verlust von 8200 KL dar. der Geschäftsgebarung zu größeren Anleihen mittels ordentlicher Gemeindevertretungsbeschlüffe zusammen gezogen. Schmidt hat auf diese Art von Darlehen, neue Schuldscheine ausgestellt, ohne jene für die geteilten kleinen Anleihen zurückzugeben._ Dadurch erreichte er, eine einzige Schuld zweimal' biet« brasste der»Frauentag", der am vergange- aurweisen zu können. Andere Schuldner wieder'nen Sonntag abgehalteu wurde, anßerordenilich Dr. Bacher, von dem wegen seiner in der„Bo- hemia" erschienenen Kritik am nationalen Bersüh- nnngswerk der Vorstand der Dentschdemokratischen Freiheitspartei abgerückt war, hat nun vom Parteiobmann Kostka und Geschäftsführer Dr. Schmid eine Vertrauenserllärung erhalten, aus Grund deren Dr. Bacher seine Resignation auf die ihm anvertrauten Parteifunktionen z u r ii ck z o g. Abgängig. Der Kontorist Sützemilch Eduard aus Relchenberg ist schon längere Zeit arbeitslos, lim doch einige Kronen zu verdienen, hausierte er mit Gablonzer Waren. Am 8. März l. I. schrieb er ans Bodenbach seiner Frau, daß er am nächsten Tag Geld schicken wird. Seit dieser Zeit ist aber weder Geld »och ein sonstiges.Lebenszeichen bei seiner Frau an- gclommeu. Sützemilch ist 82 Jahre alt. Wer Nachricht Uber ihn geben kann, lvird ersucht, sie an Frau Marie Sützemilch in Reichenberg, Erlweg 8, zu leiten. mit dem 60 Mann starken Philharmonischen Orchester mit einer glanzvollen Aufführung von Haydns „Schöpfung".— Viel Anklang fanden die Gastspiele der Aussiger und Teplitzer Sprechbühnen(„Jean" und.Platte"), die Instrumentalisten Hans Groh- mann(Violine) und Eugen Schmidt(Klavier), die Comedian Harmonists, die Neudeter Kinderkapelle und die Illusions-Revue Ferry Bossos,— Besonderer Beliebtheit erfreuen sich auch die hier heuer zum erstenmal versuchten geschlossenen Vorstellungen der politischen Parteien. Neben Direktor MooSbauer, der selbst oft inszeniert und in Sprechstücken auftritt, schätzen wir be- sonderö seine Regisseure Siegfried Sützeuguth, M. Ahrendt und W. Kühn, ferner den sehr fähigen Kapellmeister Martin Velin und hen mit grobem Geschmack unermüdlich tätigen Bühnenbildner Karl Koch. Bon den Darstellern erfreuen sich Otto Singer, Siegfried Sützenguth und Adele Eberl besonderer Beliebtheit. Auf saubere und dekorativ wirkende Inszenierungen, sowie auf häufige kostümliche Neuausstattungen legt Direktor MooSbauer großes Gewicht. Die im»Heren Teil der Bühne neu installierten Beleuchtungsanlagen ermöglichen jetzt eine Einschränkung des ernüchternden Rampenlichtes. Unser Theater beendet Ende März seine sechsmonatige Spielzeit, um dem tschechischen Ensemble, das für gewöhnlich in den Monaten September, April und Mai ohne Unterbrechung spielt, Platz zu machen.— Im Anschluß an die Brüxer deutsche Saison gibt cs für unsere Ensemble» meist noch eine vier- bi» sechswöchige Arbeitsmöglichkeit in Böhmisch- Budweis. I: P, Seite i Dienstag, 16. Mär, 1937 Nr. 6t Die Weltausstellung bei Nacht Eine Nachtaufnahme von den Bauarbeiten für die Pariser Weltausstellung auf dein Gelände' an der Seine AAemruigKelte«. Von Leit zu Zelt» dann nämlich, wenn in ihren Reihen der Nationalismus zurückgedrängt wurde, entdecken die Christlichsozialen, entdeckt der Hilgenreinersche Flügel der Chrlstlichsoziälen, das; die Judenfrage ein aktuelles Problem ist. Dann anti- scmitelt die„Deutsche Presse" und dann läßt man irgendeinen alten Antisemiten einen Bortrag über die Judenfrage halten. Diesmal war es der ehemalige österreichische Unterrichts- Minister C z e r m a k, der jenen, die verhinderte Nazi sind, aus den Herzen zu sprechen hatte. Die„Deutsche Presse", die in' derselben Nummer gegen die Katholikin Harand sich wendet, weil diese Frau vom christlichen und menschlichen Standorte aus gegen den Antisemitismus kämpft, behauptet, der Bortrag habe durch seine Klarheit ungemein gefesselt und sich auSschließ- lich auf jüdische Quellen gestützt. Nun, der Bortrag mag willigen Zuhörern als so überaus klar erschienen sein, weil er bloß sagte, waS sie hören wollten; bemerkenswertes Neues hat er nicht gebracht. Und die Quelle, aus der, zum Beispiel, die Behauptung stammt, auf den Bermudas hätten. d i e Hoteliers einen Boykott gegen die Juden beschlossen, ist keine jüdische und außerdem ist die Nachricht falsch. Nur drei deutsche Hoteliers wollen keine jüdischen Gäste mehr und ihr Antisemitismus entspringt, wie der Antisemitismus so vieler,„arischem" Geschäftsgeist; sie glauben nun der Kundschaft der nazistischen Deutschamerikaner sicher zu sein. DaS ist aber kein Beweis für den amerikanischen Antisemitismus, sondern nur sür den der deutschen Bindestrich-Amerikaner, die sich weniger als Amerikaner, denn als Hitlerianer fühlen. Wie jene Christlichsozialen, die so gern den Marsch inS Braune mitmachen würden, wenn er nur nicht geradewegs in eine neue Form deS Heidentums führte. Mie einer Behauptung hat Czermak freilich recht: die Judenfrage ist keine bloß jüdische Angelegenheit. Da werden ihm alle Juden zusttmmen und alle Nichtjuden, die im Antisemitismus eine der widerlichsten und scheußlichsten Erscheinungen unserer Zeit sehen. Und wenn die„Deutsche Presse" berichtet, Czermak habe ausgesührt, die deutschen Katho- liken seien überzeugt, daß eine Erneuerung unseres— also ihres— kulturellen Lebens nötig sei, seine Wiederverchristlichung, so wird niemand sie an dieser Berchristlichung hindern wollen. Wieso die Juden ein großes Hemmnis auf diesem Wege sind, ist nicht zu verstehen. Kein Jude kann es und wird es verhindern wollen, kein Sozialist will eS verhindern, daß die Katholiken christlich leben, zum Beispiel versuchen, die große Lehre von der Nächstenliebe lebendig zu machen. Bielleicht ist daS so gemeint, daß der antisemitische Christlichsoziale durch die Existenz der Juden an der Berchristlichung seines Lebens verhindert ist,— mit der christlichen Nächstenliebe ist ja der AntisemstismuS nicht vereinbar, mit den katholischen Glaubensgrundfähen ist die nazi- stische Rassenlehre nicht vereinbar,— wären die Juden nicht da, diese„jüdische Rasse", dann wären die antisemitischen Christlichsozialen keine Aistisemsten und also treuer den Lehren Christi... es ist schon so: auch an der Mangelhaftigkeit des Christentums vieler, die sich Christlichsoziale nennen, ist der Jud schuld! Es ist nicht christliche Gruudeinstellung christlichsozialer Führer, die von Zeit zu Zeit die Partei einem schärfer betonten Antisemitismus zutreiben will,— cs ist daS Gegenteil, ist die innere Verbundenheit mit einer ganz anderen als einer christlichen„ErneuerungS"-Bowegung. Es ist immer wieder zugleich ein Sieg ebensowohl christlicherer, wie rcalpolitischer Einstellung, wenn es wieder zu Ablehnungen deS Nazismus konunt. Wie so viele Deutsche haben auch viele Christlichsoziale, ohne deshalb schon etwas mit Faust gemeint zu haben, zwei Seelen in der Brust. Mohra-Tal unter Wasser. Infolge der starken Regengüsse der letzten Tage und des plötzlich heremgebrochenen TauwetterS in den Sudeten begann die Oppa und die Mohra bereits im Laufe des Sonntag zu steigen. Während die- Oppa zwar eine» sehr hohen Wafferstand führt,«wer bisher iwch fast nirgends aus den Ufern getreten ist, lag der Wasserstand der Mohra 8(10 Zentimeter übernormal. Der Fluß ist an vielen, meist nicht regulierten Stellen aus den Ufern getreten und hat weite Strecken LmideS überschwemmt, so vor allem bei Branka und Grätz-Podoli, wo das Wasser auch in die niedriger gelegenen Häuser eingedrungen ist. Am Zusammenfluß der Oppa mit der Mohra hat die Oppa gleichfalls weite Strecken Landes zwischen Komorau und Tkebo- viee unter Waller gesetzt. Die heurigen lieber» sibwemmungen durch die Mohra und die. Oppa find die größten seit den letzten zehn. Jahren. Zwei Knaben ertrunken. In Pardubitz kam es Sonntag nachmittags zu einem bedauernswerten Unglücksfall. Zwei 14jährige'Knaben schritten über einen engen provisorischen Steg über die angeschwollene Chrudimka, um auf dem anderen Ufer Blumen zu pflücken. In der Mitte des Steges wurden die Kinder von Schwindel erfaßt, stürzten in den Fluß und ertranken. Die beiden Leichen konnten geborgen werden. Auto-Unfall einer Brünner Familie. Auf der Rückfahrt von Bratislava erlitt das Auto des Installateurs Ernst Blach au» Brünn keim Per- lassen der Ortschaft Lanjhot einen Motordefekt und.fuhr in den Straßengraben,, wo es sich überschlug. Die Gattin VlachS, Anna, wurde töt aufgefunden, während'Blach und der Chauffeur Franz Dolejal nur unbedeutende Verletzungen erlitten. Zwei Budweiser mit ihvem Führer akge- stürzt.'.SamStag unternahm der Zentraldirektor der Schwarzenbergschen Güter Jng. Dr. Picha aus Budweis mit seiner Gemahlin und drei Studenten einen.Skiausflug auf die Gaipa-Höhe im Lungau. Sie wurden von dem Jäger Josef Wallner aus einer nahen Gemeinde begleitet. Als gegen Mittag der 21jährige Jng. C. Peter RuZiöka und fein Löjähriger Bruder, der Medizinstudent Bläh. RuZikka mit Wallner ins Tal fuhren, löste sich zwischen dem Gmeinock und der Schwarzwand eine ungefähr 800 Meter lange, 66 Meter breite und. 7 Meter hohe Lawine und riß die beiden Studenten sowie Wallner mit in die Tiefe. Bladimir RuZikka wurde um 18 Uhr aus den Schneemaffen tot geborgen, bald darauf auch Wallner. Peter Rujiika konnte noch nicht aufgefunden werden... Roch ein Lawinen-Unglück.. Im Pustertal unweit der Gemeinde Praß, ging eine riesige Lawine nieder, Ivelche die Brüder Treu«her aus der nahen Gemeinde St.'Beit verschüttete. Einer der Brüder konnte sich aus den Schneemaffen befreien, während der zweite im Schnee erstickte. Die Zahl der Todesopfer bei dem Eisenbahnunglück bei B o u r g e 8 hat sich auf 18 erhöht. Flugzeug„landet" am Zeppelin. Gelegentlich der Probefahrt des Luftschiffes„Hindenburg" führte Oberst II d e t mit einem Fokker-Wull» Flugzeug mit vollem Erfolg.mehrere'Lan« düng»versuche am Luftschiff durch. Dieses Landen" vollzieht sich in der Weise, daß das von unten das Lüstschiff anfliegende Flugzeug sich yttttels besonderer technischer Einrichtungen an einem am Luftschiff befestigten Bügel einhängt. Die deutsche Zeppelin-Reederei verfolgt damit den Zweck, Post und möglicherweise auch einzelne Passagiere dem in Fahrt befindlichen Flugzeug nackMbringen und in derselben Weise abzuholen, u. zw. zur Bermeidimg zeitraubender Zwischenlandungen. Verheerende Unwetter über den. britische» Inseln. In ganz Schottland, Irland und in Wales sowie auch in den. nördlichen Teilen Englands wüteten in den letzten Tagen die größten Schnee- stürme während der letzten Jähre. Niemand erinnert sich daran, daß der Schnee jemals.in einer solchen Höhe und so'ausgedehnte Strecken der britischen Inseln bedeckt, hätte.. In Irland ist Sonntag Tauwetter eingetreten und aus zahlreichen Orten werden bereits Ueberschtvemmungen gemeldet;, demgegenüber haben in Schottland und in.Nord-Englgnd' neue Schneestürme eingesetzt. Zahlreiche,Sträße».. und Eisenbahnstrecken süid verweht und.viele entlegene Dörfer und Höfe' find von der Übrigen Welt abgeschnitten.'Die Farmer haben große Schäden, erlltten,, denn die üngün-. stige'.Witterung hatte, zur Folge, daß ,viele tausend Stück'Schafe'zugrunde gingen.. In. Belfast, sind unter der Schneelast die, Dicken' von,^.großen Getreidespeichern"eitzgestür^.i' der'Schaven wird auf. 12.Y00 Pfund.Sterling. geschätzt.' Die Themsesist über die llfer getreten' und in Twicken- ham in' der Nähe Londons ist die.Uebprschwein« mung schon so groß, daß die'DamPffähren, um die Reisenden an Land zu setzen, weit vom Themseufer entfernt, an der Hauptstraße, die entlang der Themse führt, ausgebootet werden mußten. Die heurigen Niederschläge in England überboten alle Rekorde und die GesämtniederschlagSmenge im Jänner und Feber ist die höchste während der letzten 67 Jahre. Walhalla und. Olymp. Aehnlich wie in Deutschland undin Ungarn werden auch in Griechenland Versuche unternommen, den Kult der alten Herdnischen Götter wieder, einzuführen.. Der Führer der griechischen Heiden ist ehr gewißer AstiriotiS, der behauptet, daß Griechenland nur durch die Wiedereinführung des Heidentums zu seiner alten Kultur zurückkehren könne.' Seinen Agitatoren ist eS bereits gelungen, genug Menschen für die. Ehrung. Zeus, Athens, AphroditeS und anderer, heidnischer. Götter, zu. gewinnen. Es wurden auch schon, die Tage festgesetzt, an welchen diese.oder jene antiken Götter geehrt^werden sollen. Unter den griechischen' orthodoxen Priestern stößt diese neue Bewegung auf große» Widerstand AntiriotiS und eine ganze Reihe seiner engeren Mitarbeiter werden sich vor einem Kirchengericht als Schismatiker zu verteidigen haben.. Ei» Darf verschüttet. Da» Dorf Maharaki bei Paira« wurde durch einen Erdrutsch verschüttet. Um» Leben gekommen'ist aber niemand, da die Gefahr rechtzeitig bemerkt worden war und die gesamte Bevölkerung rechtzeitig ihre Wohnungen. geräumt und sich autzerhollb de» Dorfe» in Sicherheit gebracht hatte.' Gestrandeter Dampstr. Westlich von Skagcn ist der' deutsche Dampfer„Erika" gestrandet. Da der Dampfer keine Furckanlage hat,-teilte er da» Unglück durch- eine Brieftaube mit, die Sonntag abend» in einem Dorfe in der.Nahe von' Gotenburg gefunden wuide. Ein dänischer.Regierungsdampfer eilte dem gestrandeten Schiff, zu Hille.' Sie Verlagen ihr Schift nicht. Dem-englischen Motorschiff-„SiWerlarge", da» 800 Meilen von Honolulu im Stillen Ozean in Brand geraten ist, kam der amerikanische Kreuzer„Louir Bille" zu Hilfe. Die Fahrgäste wurden, von der-.^lloui» Bille" an Bord genommen.. Die Besatzung de».brennenden Motorschiffe» weigerte sich, da» Schiff zu verlassen .und erklärte, daß sie da» Feuer weiter bekämpfen wolle.. Die Ladung de» Schiffe» besteht au» Rohöl. Blut» türkisch. Die türkische. Regierung hat die Operette‘„Geisha"- verboten, da dies Stück „aus dem Geiste krankhafter europäischer Borliebe für daS Exotische geboren sei und die astatischen Böller unter'' dem'GesichiSwInlel"eines Schaubudenbetriebes darstelle".'. Stakt Bonbons. Eines.ajiiecikanische Gas- maskenfäb'rik hat in den Straßen von New Mrk Automaten aufgestellt, aus denen nach.Einwurf von 6 Dollar eine G ä s m a s k e gezogen werden kann. ' Die Zahnbürste hat dieser Tage ihr 156jährige» Jubiläum gefeiertl Sie wurde zum erstenmal. im Jahre 1787'in den Schaufenstern der Firma Addi»& To. in London ausgestellt. Der Erfinder war Here Addis selbst... Obwohl er- sich schon seit.1781 mst dieser^Erfindung", befaßte, traute er sich lange Zei: vor> dem Spott'der. Publikums nicht, damit an die Oeffentlichkeit zu(treten.-. Dann aber begannt die Zahnbürste ihren. Lauf durch, die ganze Welt zu nehmen.— Das Jahr 1687 ist' überhaupt' reich an Jubiläen-.. Der Eiffelturm'.Wird 56 Jahre Der Frack.hat feinen.156. Geburtstag und auch das Taschentuch ist 1S0.M»hre in seiner heutigen Gesta't in Gebrauch. Es Ivar nämlich vordem nicht quadra- tisch, sondern, rechteckig.'„Erfinderin" des quadratischen Taschentuches ist die Königin Marie Antoinette, die eine» Tage» in Trianon' ihrem Gynahl erklärte, ihr J mißfalle die Form des Taschentuchs.' Daraus erschien ein königliches.Dekret, da» besagte'; die Länge von. Taschentüchern,' die im Königreich erzeugt wer- ' den,'.müsse in- Zukunft dieselbe’ Dimension wie' die Bteiie'haben.- . Der Nackte ans dem Dach. In Ergänzung unserer gleichnamigen Peldustg, au» d«n Sonntagsblatt ist mitzuteilen, daß der nackte.Exzedent ein Unteroffizier war.' Sui Krankenhanse wurde feftge- Radlo Barcelona sendet täglich In de'utsch^Sjjraawr* auf lu?aitf-®erte"42';78(7020 Kiloherz) um 20 Uhr westeuropäischer, also 21 Uhr mittestueropäi- scher Zeit; auf Wolle 877.4(705 Kiloherz) um' 28 Uhr, 15'westeuropäischer,'also 24 Uhr 15 mitteleuropäischer Zeit.- stellt, daß der Mann nicht geisteskrank war, sondern einen TobsuchtSansall infolge übermäßigen Alkoholgenuss es erlitten hatte. Er war mit einem Straßenmädchen in deren in jenem Hause befindliche» Wohnung gegangen, wo die'beiden dann so ausgiebig dem Alkohol huldigten, daß der Unteroffizier in schwerster Weise z« exzedieren begann, die Wohnungseinrichtung zerschlug,- die Nachbarn bedrohte und zum Schluß auf da» Dach kroch, wo er fich öffentlich produzierte^ Die Sache dürste ein für den Betreffenden, sehr unangenehme» Nachspiel haben. Günstiger Einfluß der Seniestralforsen ans de» Handel. DaS Institut für Binnenhandel hat, Ermittlungen über die Wirkung der Semestralferien gepflogen, die in diesem Jahre auf eine volle Woche- ausgedehnt wurden. Die Ferien bewirkten eine Steigerung de» Umsatzes insbesondere bei den Sportbedarfsartikeln(um 26 Prozent), bei Eisenwaren (um 16 Prozent), bei Konfektionswaren(bi» um 20 Prozent),.und schließlich bei Pelzwaren und Papierwaren. Demgegenüber beschwerten sich einige Branchen, daß sie,, freilich nicht sehr empfindlich, durch die teilweise Entvölkerung der größten Städte betroffen waren. Die» betrifft die LebenSmitielhänd« lcr, die Spielwarenbranche und die Uhrmacher; bei den Blumenhändlern ist der Umsatz infolge der Fröste zurückgegangen. Auch die Lichtspieltheater in Prag und in Brünn hatten einen Ausfall zu verzeichnen(durchschnittlich um 21. Prozent, in den Borstädten nur um 18 Prozent). Sehr günstig war der Einfluß der Semestralferien auf das Gast« und Hotelgewerbe in den Hauptgebieten der Touristik, namentlich im R t esen g eb'irg e. Der Touristenbesuch im Böhmerwald ist um 56 bi» 70 Prozent gestiegen(hauptsächlich in Eisenerz und auf dem Spttzberg), im Borgebirge um 80 Prozent, ebenso im Ldlergebirge, das früher an den kurzen Semestralferien nur wenig zn profitieren pflegte(Umsatzstei- gerung mehr al» 166 Prozent), in den Beskiden(in den Niederungen um 80 Prozent, in den Gebirgshotels und-Bauden bi» um 260 Prozent), sowie schließlich in der Tatra(um 75 Prozent), wohin heuer viele Touristen auch au» den westlichen Gebieten der Tschechoslowakei kamen. Durch die erhöhte Frequenz in den Gebirgsgegenden haben insbesondere die örtlichen Kaufleute und Gewerbetreibenden gewonnen, welche die Hotels und Banden beliefern. Die durch den Rückgang de» Umstürze» in den Städten bewirkten,' jedoch im allgemeine» geringe« Ausfälle erscheinen durch den erhöhten verbrauch in den Gebirgsgegenden, die größere Verkehrsfrequenz und durch die Einkäufe vor den Ferien, die wahrscheinlich größer gewesen Wären, wenn die. Berlän- gernng der Ferien rechtzeitig bekanntgegeben worden wäre, aufgeboten. Vom wirffchastlichen Gesichtspunkte können daher die vollwöchentlichen Semestralferien al» eine dauernde Einrichtung in jeder Hinsicht empfohlen werden. Ermäßigte Eisenbahn-Halijahre»-Kart« sür Geschäftsreisende. Die nächste Ausgabe erfolgt mit Geltung ab 1. April. Organisierte Geschäftsreisende erhEen die Halbjahreskarten zum P«ise von je 56 Prozent(statt 65 Prozent und 50 Prozent) und außerdem einen Sondernachlatz von 5 Prozent vom Gesamtpreise. Bei Karten für mehr al» zwei Direktionen werden noch weitere Nachlässe gewährt, Ferner genießen die Besitzer der Halbjahreskarten Nachlässe auf Staatsautobuslinien sowie freie Bahnfahrt voni Wohnsitz Kir Anschlußstafion sür'die Halbjahreskartenstrecke. Nähere Auskünfte für diese Begünstigungen und sonstigen Bedingungen erteflt der Bund der Vertreter und Reisen« d en(Fachgruppe tm Allgemeinen Aügestellten-Ber« band), Reichenberg, Turnerstrabe 27, der auch die begünstigten Halbjahreskarten besorgt. Rechtzeitige Bestellung empfiehlt sich zur Vermeümng von Berzöge- rungen. Ende de» Borfrühlinz». Bom Ozean her find gegen Mitteleuropa Miere Lufttnaffen vorgedrungen. Auf den Bergen herrscht erneut andauernder Frost. Der Westwind, hat-dabei bis auf. Sturmstärke aufge- fttscht. Da da»'Zentrum'' de» Tiefdruck» nunmehr über der Ostsee liegt, wird die Zufuhr Mter Lust bom Westen bi» Nordwesten her gegen da» Festland andauern und die veränderliche Witterung wird an» hallen.— Wahrscheinliches Wetter heute: Unbeständig, Schauer, abflauender West- bis Nordwestwind, weitere Abkühlung.— Wetteraussichten für m o r g e n: Reine wesentliche Aenderung. Vom Rundfunk CsmtahlwMwtrtas aas da» Prosraaaaaat Mittwoch: Prag, Sender I: 10.05: Deutsche Presse, 12.10: Tonfilmlieder, 12.85: Orchefterkonzert FOR: Red» bal. Johann Strauß etc., 18.10: Deutsche Sendung: Dr. Mara»: Aus dem tschechoslowakisch«: Kultur» leben. 18.26: Arbeiterfimk, 18.40:-- S»ziäli»fqr» nuttanen, 18.45: Deutsche Preist, 22.20: Populä- re» Konzert.— Prag, Sender 11: 14.15: Deutsche Sendung:^stlnderftunoe: Multerer: Vater. erzählt, 14.40;, Schallplatte» au» dem„Barbier von Sevilla",' 18.15: Salonhuartett. 10.80 iTanzmusik.—. Brünn: 17.40: Deutsche Sendung: Pros. Dr. RIppl: Dtt' Spräche der Peripherie.>— Rundfunksviel, Prrßbnrg: 11.05: Militärkonzert.'-'-.«aschaar 12.05: vt-ernges-M. 16-85: Leichte Mustk:«und. kunkorchester.— Mährisch-Ostr«»: 18. BstchmusiL Nr. 04 Dienstag, 16. Mär» 1037 (Seite 5 voll ungeahnter Wonnen spielen um unsere Sinne, bis zu dem ernüchternden Augenblick, da inan erfährt, dah ,Arab" das Zimmer mit zwei Betten bedeutet. Der Internationale Hotelierverein scheint die seelischen Bedürfnisse seiner Gäste nicht in der gleichen Weise berücksichtigt zu haben wie die körperlichen; denn wer wüvde eine arabische Nacht im„Araü", dem Zimmer mit zwei Betten, verbringen wollen? Da"ziehen musikalisch Gestimmte das„Aber" vor, das Dreibettzimmer, vielleicht wegen der ähnlich klingenden Schumann- Variationen, während empfindsame Seelenmenschen sich ein„Belab" wünschen oder gar ein „Belabsal". Har man zwei Zimmer mit zwei Betten(Belab) oder gar noch einen Salon dazu, ein„Belabsal", so wird cs in diesem Labsal, das sich, hier zum Superlativ" eines Belabsal steigert, gewiß nicht schwer fallen," differenziertesten Welt- schmerzideeii nachhängen zu können. Da haben es. die Menschen, die ein„Danid" auSwahlten, bedeutend schwerer; es mutz ein Danaergeschenk seinl diese vier Zimmer mit vier Betten, denn be» .deutet eS nicht, daß MN die ganze Familie mit auf die Reise nehmen mutz, die Kinder! oder die Eltern? Öder die Unglücklichen von„Durbi"i Das ist das höchste Merkwort des Schlüssels und. bedeutet bei aller Harmlosigkeit— Dürbi, klingt das nicht Wie ein Kindername oder eine Tiroler Wkswirtsckast mul§0LiaipoiM (lu&fafld 44,888.000 187.881 181.151 118.253 86.071' 111.107 fahren liegt. 1988 war bekanntlich das Lahr der grötzten Arbeitslosigkeit. Dah der versicherte Durchschnitt gestiegen ist, hat seine Ursachen zum Teil in Lohnaufbesserungen(vereinzelte Verttäge, Verbindlichkeiten" der Kollektivvertriige), zum gröberen Teil jedoch in der infolge besseren Be- deS Jahres 1986 unter der Ziffer der Jahre 1988—1985 und sank im September unter den Stand von 1932. Am Jahresende näherte sie sich der Zahl vom" Jahre 1981.. Eisen u. Eisenwaren Baumwolle, Garne u. Waren" daraus Getreide, Malz, Hülsenfrüchte, Mehl, Reis 1986 Jän.-F«b. 1987' +.286,548,000 +276,216.000. Jahrechnitte auch über dem Stand von 1982.' Gegen" Jahresende erreichte- sie fast den Stand von 4981,".• Die Arbeitslosenzahl, das heißt die Zahl der bei den"öffentlichen Ber- mitilungsanstaltcn Gemeldeten, lag selb Beginn Das versilberte Arbeitereinkommen "" Die versicherten Arbeiterlöhne, die. auf Grund der Verzeichnisse der KrankenverstcherungS- anstalten über die Gliederung nach Lohnklassen errechnet wurden, weisenim Jahre 1986 eine günstigere Entwicklung auf, zum,' erstenmal seit dem Iahte"1030. Im Ddzeniber 1986 wurde ein durchschnittlicher versicherter Tageslohn' pon KÖ Die Beschäftigung, gemessen an der Zahl der Krankenversicherten, bewegte sich während deS ganzen Jahres 1986 über dem Stand der Jahre 1938—1985 und seit der arbeit. Bemerkenswert ist, daß die. Monate September und Oktober"1936 sich^sopderi. stark.über den Stand, des vorangegängenen Jahres, höben' und sich dadurch günstig von allen. Fahren useit! 1930 unterscheiden. In dieser Erscheinung"kommt dUm Ausdruck, daß die Beschäftigung in der Industrie sich" bis" dahin, noch nicht" wieder,"gesenkt hatte, während die landwirtschaftlichen Arbeiten aufhörten(und damit die'in vornehmlich niedrigeren Klassen eingereihten ArbeiterjauD'den Ber- zeichnissen der KtaNkeNversicherungSanstalten" auS- schiedcn. Bon einem'gesteigerten Lohnniveau kann, man bei uns also noch nicht sprechen, wohl aher" ist Has Gesamteinkommen der versicherten ein wenig gestiegen. 1986 über seinem Bergleichsmonat stand. Der Feber-AuSweiS zeigt, baß die Ausfuhr um ganze 46 Prozenti fast hie Hälfte, höher ist als ein Jahr zuvor. Die Ausfuhr von Fertigwaren ist von 451 auf 646 Millionen gestiegen, das ist um 44 Prozent. Gegenüber dem Jahre 1984 hat sie sich mehr als verdoppelt. Die Einfuhr von Rohstoffen, ein Merkmal für die Aussichten der Beschäftigung, ist um die Hälft«, von 818 aus 470 Millionen gestiegen..." 16.28 gegenüber XL 15.84 In der gleichen Zelt deS Bahr«».1985 verzeichnet,-Dabei"wurde-gl«ich- Lestkg'der'Manb dcs Fahre?"1988'ekKityt., Ein"Blick auf das Diagramm"zeigt" jedoch, daß dabei das versicherte Durchschnittseinkommen immer noch unverhältnismäßig tief unter dem Jahre 1929 und sogar unter den ersten Krisen- Geheimsprache Von Josef. Wechsberg Alljährlich erscheint in allen zivilisierten. Staaten ein Hotelführer. Und alljährlich steht an seiner Spitze der Internationale Hoteltelegraphen», schlüssel für Zimmerbestellungen. Wenn er auch einen ziemlich langen Bart hat, so verrät seine. Herstellung doch eine gewisse Kunstfertigkeit: mit einem einzigen Wort dieses Schlüssels schließt man auf alle Entfernungen die gewünschte Anzahl von Zimmern mit der nötigen Bettanzahl auf. Wie. alle großen Erfindungen zeichnet er sich durch Ein-, fachheit aus— der erste Buchstabe bedeutet in der Reihe des Alphabets die Anzahl der Zimmer, der letzte die der Betten— jetzt versteht man auch, warum„Alba" nur« i n Zimmer mit einem Bett sein kann. Doch haben die.Merkworte unleugbar etwas Geheimnisvolles..Gleich das, erste,-„Alba". Verbindet man"".mit demfin- steren Widersacher EgmontS nicht die Assoziation des Alleinseins und Alleinschlasens?. Der böse Herzog ist. sozusagen die Verkörperung düstersten JunggesellendgseinS und„Albaduo" das Zimmer mit dem Doppelbett, klingt trotz seiner pikanten Bedeutung" wie«ine arge Entgleisung. Wie anders wirkt das Zeichen„Arab" auf uns ein! Arabien, arabische Wohlgcrüche, arabische Nächte Für die beiden ersten Monate des Jahres zusammen ergeben sich folgende Ziffern(in XL) Reiner Warenverkehr Einfuhr.»»» Ausfuhr.,,, Aktivum■■<■ Die Fertigwarenausfuhr macht mit 1088 Millionen XL rund 78 Prozent des Gefamtexpor- teS aus und hält damit den Anteil, den sie von der Äefamtbelebung in den letzten Monaten hatte, aufrecht. Sie ist um 288 Millionen höher als in den ersten zwei Monaten des vergangenen Jahres. Erfreulich ist, daß an der Absatzsteigerung auch die Textil- und die Glas- und Keramindustrie in beträchtlichem Umfang teilnehmen. Die Hohl- glaSindustrie macht davon eine bedauerliche Aus nahme. Ihr Export ist im Jänner und Feber um ungefähr"zwölf Prozent kleiner als im Vorjahr. Die wichsigsten Einzelausweise Über die Ausfuhr (dem Werte nach) lauten: 1987 Jäm-Fsb. in Tausend XL 217.049 1987 ,. 1.481,508.000 .. 1.528,341.000 1937 782,038.000 876,686.000 94,658.000 Außenhandel stark gestiegen Fertlswarenausfuhr Im Feber um 44 Prozent größer Nach den Ausweisen deS Stallstlschen SiaatsamteS weist unser Außenhandel" im Feber folgende Daten auS(in XL): Reiner Warenverkehr Einfuhr.. Ausfuhr., Aktivum-- Trotz einer gewaltigen Einfuhrzunahme konnte der Export Schritt halten und hat sogar daS vorjährige Aktivum beträchtlich erhöht. ES hat sich'also die Annahme als berechtigt erwiesen, daß"zwqr daS neue Jahr mit kleineren Außen handelsumsätzen beginnt als dar vergangene äuf- hörte, daß aber die folgenden Monate erweisen werden, daß das Nweau des Außenhandels Höher liegt als im Jahre 1936. Im Jänner 1987 war der Außenhandel um 81 Prozent über dem Jänner 1986, um ebenso viel wie der Dezember 1936 545,390.000 . 600,470.000 55,080.000 Zur Absägung HansstaenglS.(Tsch. P.-B.) „Im Zuge der allgemeinen Vereinfachung deS Pressewesens in Deutschland, die eine Beseitigung aller überflüssigen Pressestellen anstrebt, ist.die. ursprünglich für den 31. März vorgesehene Auflösung des Büros des Auslandspressechefs der NSDAP Dri Ernst Franz Hanfstaengl bereits jetzt erfolgt. Bekanntlich hat Dr. Hanfstacngl schon auf dem letzten Reichsparteitag in Nürnberg sein Amt nicht mehr auSgeübt, vielmehr wurde der Empfang der ausländischen Presse durch den Pressechef der NSDAP Dr. Dietrich, vorgenommen. Die Angelegenheiten der Auslandspreise werden ebenfalls bereits seit längerer Zeit vom .Propagandaministerium und vom Auswärtigen Amt erledigt. Wie man von unterrichteter Seite hört, soll Dr. Hanfstaengl, der sich zur Zeit auf Reisen befindet, künftig mit wissenschaftlichen Aufgaben betraut werden." Einmal kein„Brückenbauer". Der Bischof von Kattowitz erließ einen Hirtenbrief, in dem er scharfe Kritik an dem Kampf gegen das Christentum im Dritten Reich Wie. Ein wahnsinniger Rassestolz verblende die Geister und treibe sie zum Heidentum zurück. Polen werde demgegenüber seiner Aufgabe als Bollwerk des Christentums treu bleiben. Der Terror in Palästina. Außer drei jüdischen Arbeitern, welche in der Nähe des Dorfes Vavneel aus dem Hinterhalt getötet worden sind," wurden auch ztvei Hirten der jüdischen Kolonie Kcfar Haho- resch ermordet. Gegen die jüdischen Kolonien in TiberiaS und Jaffa wurden Bomben geworfen. Di« englischen Behörden haben gegen den Sekretär deS Arabischen Nationalkomitees, Safed,«inen Steckbrief erlassen. Die Regierung beschloß Verstärkungen nach Tiberias zu entsenden. England entschuldigt sich bei Professor Basch. Freitag abends ist Universitätsprofessor Dr. Viktor Basch, der Vorsitzende der Liga für Menschenrechte, dxp 4n»London au.dev-Tagung des Internationalen Ausschuss für dle'Sp'änieUhilfe teilgenommen hatte", welche"- parallel mit der Tagung der ErekutivaUS- fchüsse der Zweiten Sozialistischen Internationale und der allgemeine» GewerkfchaftSinternationale slattgefunden hatte, ans London nach Paris zurückgekehrt. Professor Doktor Basch sollte in London bei einer großen Versammlung zugunsten des republikanischen Spanien sprechen, doch verbot ihm dar englische Innenministerium bei dieser Versammlung zu sprechen und beschränkte den Londoner Aufenthalt Professor Basch- bis Freitag nachmittags. Die Angelegenheit bildete den Gegenstand einer Interpellation labouristischer Abgeordneter im Unterhaus und Innenminister Simon verlängerte daraufhin dje AufenthaltSbewilligung für Prof. Basch, doch war es bereits zu spät, da Prof, Basch inzwischen auS London abgereist war. Bei seinem Eintreffen in Paris, erreichte Prof. Basch ein Ersuchen des englischen Innenministers Simon, er möge das Vorgehen der Londoner Behörden entschuldigen. USA-Schaafmacher rüsten. Die Zugeständnisse, die zu gewähren die organisierte Arbeiterschaft die Jndustrieherren neulich gezwungen hat, "sind meist in kurzfristigen Verträgen, zwischen sechs Monaten und einem Fahr, festgesetzt. Nun enthüllt der New Morler Korrespondent des „Daich Herald" die Verschwörung von zwölf .Riesenkonzernen— darunter General Motors/ schäftigung der Betriebe zurückgehenden Kurz« j Standard Oil, General Electric, U. S. Steel 1986 1.075,848.000 1.096,472.000 1987 +405,660.000 +429,869.000 20,624.000 1987 1986 Jän.-Jeb. Jän.-Feb. in Tausend Xi Glas u. GlaSwaren 101.175 72.727 Wolle, Wollengarn« und Waren 105.190 89.240 Fahrzeuge 55.811 3.457 Leder u. Lederwaren 82.800 78.605 Kohlen 80.025 62.887 Konfektionswaren 58.884 48.339 Flachs, Hanf, Jute; Garne u. Waren daraus 50.677 85.296 Papierzeug, Papier u. Papierwaren 48.248 28.029 Seide u. Seidenwaren 58,074 49.526 Holz 56.202 49.110 Unedle Metalle und Waren daraus 43.815 89.568 Tonwaren 29.136 21.553 Maschinen u. Apparate 88.802 25.741 Holzwaren 27.114 18.888 > Lenka.Podhajskä in dem tschechischen Film„Harmonika", Corporation— gegen ein dauerndes Bestehen dieser Verbesserungen der Lebenslage der Arbeiter. Jeden Monat" treten die Vertreter dieser zwölf Konzerne in New Mark zusanrmen, um die Gegenoffensive zu organisieren. Eine Hauptrolle spielt die Werkspionage, Zwei ehemalige Mitglieder der einst gegen die Gangsters geschaffenen Truppe haben die Leitung der Arbeiterbekämpfung in den General Motors übernommen. Geplant ist sogar der Bau neuer Fabriken in Gestalt großer Fe st ungen mit bewafsneter Besatzung, die Streiks unmöglich machen soll. Vorläüfig allerdings werden noch Zugeständnisse gemacht, damit die reichlich profitablen Aufträge erfüllt werden können,(bn.) Erdöl in Deutschland.(Ru) Abgesehen von großen Fortschritten auf dem Gebiete der Gewin-- nung von Benzin aus Stöhle, sind in den letzten Jahren in Deutschland bedeutende Erfolge in der Aufsuchung neuer natürlicher Quellen von Erdöl erzielt worden. Der Bedarf Deutschlands an flüssigem Brennmaterial wird im Frieden auf rund zwei Millionen Tonnen jährlich geschätzt. Im Kriege muß man, jedenfalls bei voller Motorisierung der Armee und einem ungeheuren Aufwand an Benzin durch die Militärflugzeuge, mit der Verdoppelung des Friedensbodarfes rechnen. Man komnit dann zu einem Kriegsbedarf Deutschlands an flüssigem Brennmaterial von mindestens hier MiilivAdn TöNllen jährlich.""Män-Hät keine»1 genauen Angaben dafür, Wä4 für ein Anteil davon im Kriegsfälle auf die künstliche Produktion von Brennöl entfällt, man kann aber damit rechnen, dah etwa die Hälfte daraus entfällt. Dagegen sind in die Presse einige interessante Angaben über die Entwicklung der Gewinnung des natürlichen Erdöls in Deutschland gedrungen. Danach hat man im Jähre 1934 57 neue Bohrschächte für Erdöl angelegt, einige davon aus eine Tiefe von 2200 Meter. 1985 sind bereits 105 Schächte angelegt worden. Jin Jahre 1936 sind mehr als eine halbe Million Tonnen natürliches Erdöl gefördert worden, so dah ettva ein Viertel des Friedensbodarfes an Brennmaterial dadurch als gedeckt angesehen lverden kann. Die größten Erdölquellen sind in Hannover, Thüringen, Baden und Holstein gefunden worden. Neuerdings koiilmen aus Deutschland Nachrichtei:, wonach im Schwarzwald und in Westfalen ungeheure Erdölquellen gefunden worden seien, die ihrem Reichtum nach den amerikanischen Erdölquellen nicht nachstehen sollen.- Was an. dieser höchst sensationellen Nachricht wahres ist, läßt sich noch nicht feststellen, Tatsache jedoch ist, daß die größten Erdölkonzerne der Welt, Rot; al Shell uiü> S t a n d a rd O i l, sich an der Ausbeutung der neuen deutschen Erdölqüellen in Westfalen und im Schlvarzwald beteiligen." Almhütten-Sennerin?"— nicht weniger als vier Zimmer und neun BettenI Auf diese Almhütten» herrlichkeit der neun Betten wird jedermann gern verzichten. Exotisch veranlagte Reisende werden beim Wort„Ciroc" ein Auge zusammenkncife» und ihre Erzählungen hier auf den Flüsterton dämpfen. Ja, damals, in Ciroc, die drei Einbettzimmer, das Ehepaar und er... Und was ist er heute? Ein„Alba", ein Einzelbettler, der sich weder das„Cour" erlauben kann(auf fließendes Wasser reicht es. nicht mehr) noch wagen würde, jemandem die Cour zu machen... Wie. man sieht, ist in der internationalen Hotelwelt alles äuf'S Beste und Sinnreichste geordnet. Es wird hoffentlich niemals passieren, daß Marschall Balbo seine Zimmer telegraphisch bestellt. Denn wenn man einem Marschall ztvei Zimmer mit vierzehn Betten anweiser:"würde, so könnten, sich daraus" diplomatisch« Verwicklungen" ergeben."Die Nächte sind vorbei, da die Marschälle so" wie zu Hannibäls Zeiten, in militärischen Maffenquärtieren mit ihrer Süite schlafen. Bei Gandhi liegt der Fall ander-:-der indische Asket, der sich bekanntlich mit einer'Strohmatte begnügt, wäre sehr Ungehalten, wenn man ihn: .auf die mit„Gandhi" unterzeichnete Mitteilung seiner Ankutrft eine Flucht bon sieben Zimmern mjt neun Betten reservieren würde.- Tritt 6 „Sozialdemokrat' DirnStag, 16. März 1987. Nr. 84 Daqer Aeltmrq Fran» Wahle gestorben. In Prag ist der pensionierte Bankbeamte Franz Wahle gestorben, der den älteren Prager Genossen in guter Erinnerung sein wird. In der Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung Prag» mutz sein Name genannt werden, weil er in den neunziger Jahren einer der ersten'Repräsentanten dieser Bewegung war. Franz Wahle ist einer der Gründer des Arbeitervereines und ein« zeitlang Obmann dieses Vereine» gewesen, den er mit Intelligenz und Klugheit geleitet und um den er sichgroße Verdienste erworben hat. Schon einige Jahr« war Wahle herzleidend und ist jetzt dieser langjährigen Krankheit zum Opfer gefallen. Seelsorge«ad Zufall. Ein Leser schreibt uns: Wir befaßten uns schon früher damit, wie der Prager evangelische„Kirchenbote" das theologische Problem des Eintopfsonntags mit Bezugnahme auf Spanien behandelte und beifällig eine „hemmungslose Lehrtätigkeit" In der Schule N Jirchaiich 18, feststellte. Warum wird dort, Parterre rechts,'„Grenzlandarbeit" der„Wanderfahrten" betrieben? Warum hält die Gattin des SdP-Abgeordneten K u n d t dort Borträge in Paragraph-2-Berfammlungen, von denen nicht bekannt ist, ob sie angemeldet waren? Warum stehen in der Pfarreibibliothek lichtvolle Ausführungen des Dr. v. L o e s ch, über deren Inhalt wir ebenfalls schon früher berichteten? Warum gibt es mitunter an mehreren aufeinander folgenden Nachmittagen, während der Beschäftigungszeit, Zusammenkünfte von Militär« Personen? Sind das alles eingerückte Pfarramtskandidaten? Zufällig alle in Prag? Zufällig alle gleichzeitig dienstfrei? Warum vexmittelt die caritative Arbeitslosenfürsorge ausschließlich Gelegenheitsarbeit bei SdP-Nngehörigen und reichsdeutschen Staatsangehörigen? Quo vadis, Do- mine? Warum wurde dort einem Arbeitslosen angedeutet, am besten sei er versorgt, wenn er, wie früher der Pfarrer selbst, einige Zeit in tschechoslowakischer Schutzhaft verbringe? Wie man zweckmäßig dahinkommen kann, wurde ihm allerdings nicht näher ausgeführt. Man nimmt an, daß er intelligent genug sei, es aus den Gesprächen der Kandidaten am Gange der Bocelova 12 (SBH) und in der Volksküche der Tynska ulice von selbst zu lemen. Eben deshalb verweist man alle Arbeitslosen auSnahniöloS dorthin. Zufall?— Neinl Seelsorge. Die Seelsorge geht so weit, daß man sogar eine— aber auch nur eine einzige— jüdische Emigrantin bekehrt hat. Mit dem Ergebnis, daß sie nicht leben und nicht sterben kann; wie alle anderen Patienten der SBH. Rentner-Vrrsammlnng. Am Sam-tag fand im Handwerkerheim ein« Versammlung der ttn Allgemeinen Angestellten-Verband Reichenberg. Ortsgruppe Prag,' organisierten RenMer und Rentnerinnen der Angestellten-PcnsionSanstalt statt. Unter dem Vorsitz des OrtSgruppen-ObmanneS, Kollegen Str na d, referierte der Ehrenobmann der Ortsgruppe, das langjährige Mitglied Kollege Josef L u n i a k, welcher als Delegierter der großen Rentnerkonferenz des Verbandes in B.»Leipa beiwohnte. Einen Teil der Berichte brachte auch die Angestelltenzeitung, welche in einigen Restaurationen in Prag aufliegt. Die Ausführungen des Kollegen Strnao zur Frage der Krankenversicherung, Fürsorge des Verbandes und des Standes der Fürsorge der Pensionsanstalt, ferner die vom Kollegen Luniak vorgetragenen Anträge der Leipaer Konferenz fanden große Aufmerksamkeit und Zustimmung.— ES können auch PcnsionSrentner, welche bisher nicht Mitglieder des Verbandes waren, in unsere Rentner- Abteilung eintreten, womit sie allen Schutz genießen und darüber hinaus regelmäßig über den Stand der PenstonSfragen informiert weiden.— Auch über die Zugehörigkeit der Wistven der verstorbenen Rentner sowie über ein Altersheim für die Rentner und Rentnerinnen wurde gesprochen.— Die Ortsgruppenleitung von Prag wird den Rentnerangelegenheiten, wie bisher, ihre Aufmerksamkeit schenken.— Auskünfte sind regelmäßig Mittwoch abends von 6 bis 8 Uhr im Handwerkcrheim, eigene Kanzlei, zu erhalten. Filmvorführung„Kampf in Spanien". Am Sonntag, den 14. März, veranstaltete die SA. Kreis Prag, gemeinsaur mit der tschechischen sozialdemokratischen Jugend, Gau Prag, eine Kinovorführung üler die»Kämpfe in Spanien". Das Kino„II Vejvodü" war bis auf den letzten Platz gefüllt, viele Interessenten konnten keine Eintrittskarten mehr bekommen und di« Veranstalter denken daher daran, die Vorführung zu wiederholen. Leider verfielen die geplanten Begrüßungsansprachen der VertrauenS- männer beider Organisationen der Zensur.. Dies konnte aber der ausgezeichneten Stimmung aller Anwesenden. keinen Abbruch tun- Stürmischer Applaus begrüßte besonders die Szenen, welche. die internationale Brigade in ihrem Kampfe gegen den internationalen Faschismus zeigten. Die Vorführung wurde mit der'.Internationale" geschlossen--Dieser Vormittag zeigte wiederum die innige Verbundenheit und Solidarität der deutschen und tschechischen sozialistischen Jugend mit dem kämpfenden spanischen Proletariat. . Zwei Kind«» überfahren. Auf der Eisenbahnbrücke in Wrschowitz lief gestern dar achtjährige Söhnchen des Privatbeamten Samiula direkt vor dar Auto P-10.666 des 42jährigen Angestellten Jan Melichar aü» Pankrad. Dar Kind, das eine Gehirnerschütterung und einen Bruch der rechten Hand erlitten hat, wurde vom gleichen Auto ins tschechische Kindeispital gebracht. Das Unglück geschah dadurch, daß eine vovbeifahrende Lokomotive die Brücke im I Rauch«inhüllte, so daß man die Fahrbahn nicht Überblicken konnte.— Sn Bubentsch wurde gestern in der Podbabaftraße das fünfjährige Kind- der Arbeitersfrau Antonie Labut, mit dem sie spazieren ging, vom Motorrad 0666-P der Selchers Josef Kopta aus Prag VH., zu Boden geworfen und verletzt. Der Knabe erlitt einen Bruch der linken Schenkels; die RettungSgesellschaft brachte ihn inr tschechische Kinderspital. Ai 7809.— in bar gestohlen. Sonntag» drangen zwischen 4 und 8 Uhr nachmittags bisher unbekannte Täter in die Wohnung de» Ingenieur- Vwsäk in der Safakikgass« in Karolinenthal ein und erbeuteten Ai 6200.— in bar. Darauf gingen sie in die im gleichen Hau- befindliche Wohnung der Maschinisten Sosef Bare- und entwendeten Äi 1600.— Ob sonst noch etwas gestohlen wurde, konnten di« Geschädigten nicht angeben. Die Nachforschungen wurden eingeleitet. ErztehungSberatungSstelle der Deutschen Pesta- lozzigesellschast. Besuchsstunden heute Dienstag 4 bis 6 Uhr nachmittags Evangelische Schul«, Prag H., V Jirchäklch 18. Erste Arbeitsstunde nach Ostern am S. April. Allgemeiner Angestellten-Verband, Jugendabteilung Mir laden zu dem am Mittwoch, den 17. März 1087, im H e i m, Prag II., Smeikagaffe 22, dritter Stock, fiattfindenden Vortrag „Kanada, da» Land der Zukunft** ein. Vortragender: Sekretär Kollege Adolf Schmidt. Kollege Schmidt hat selbst«ine längere Studienreise durch Kanada gemacht. MSSSSSSSSS2525S5MSS5ll5SSüS2SSW5SSM5M Bierröhrenmarder Prag, i-rb-f Auch die Unterwelt hat ihre Kasten und„Berufsstände", die ein sehr verschiedenes Ansehen genießen und ihr Zunftbewußtsein entwik- kelt haben. DaS Diebsgewerbe zerfällt z. B. in zahlreiche„Spezialfächer", von denen die Kasienknacker «IS die Elite angesehen werden. Eine Kaste für sich bilden di« Bierröhrenmarder, die ungefähr auf der gleichen Stufe mit den Boden- und Kellerdieben rangieren. aber eher um einige Grade höher. Die Bierröhrenmarder haben e» auf die Schankröhren der Gastwirte abgesehen, die immerhin einen ganz ansehnlichen Metallwert repräsentieren. Dafür ist aber diese» Diebsgewerbe auch ziemlich gefährlich und gerade in letzter Zeit kamen eine ganze Reihe solch«« Fälle zur Verhandlung. Fast ausschließlich handelt es sich um alte Gewohnheitsdiebe, denn dies« Branche erfordert ziemliche Erfahrungen. Die zwei, die gestern vor dem Strafsenat M ir r e 111 erschienen, bilden keine Ausnahme von dieser Regel. In einer Nacht hört« die Gastwirtin Anna Rychtatlik in ihrem Bierkeller ein verdächtige» Geräusch und schickte, da die Vorsicht der Tapferkeit besserer Teil ist, ihre Hausgehilfin in den Keller, um nachzusehen, ob vielleicht etwa» nicht in Ordnung sei. Als diese durch die Kellertüre lugte, sah ste einen Mann, der emsig damit beschäftigt war, die zinnernen Äierröhren abzusägen, während ihm ein anderer Kumpan dazu mit einer elektrischen Taschenlampe leuchtete. Sie holte schnell einen Polizisten herbei, der den Mann mit der Taschenlampe auf der Kellerstiege abfing. Er war der ost vorbestrafte Berufsdieb Theodor E v a n t a r, der zwar, da es nichts zu leugnen gab, seinen Einbruch gestand, dagegen auf» entschiedenste leugnete, einen Spießgesellen gehabt zu haben. Der Keller schien auch in der Tai leer. Als man aber bei gründlicherem Nachsuchen«ine alte, mit Holzwolle gefüllte Kiste umkippte, rollte aus dieser ein Mann hervor und mit ihm etliche abgesägte Bierröhren. Mgn stellte in ihm den gleichfalls vielmals vorbestraften Miloslav B o l e k fest. Heiter ist nun, daß die beiden Spießgesellen ungemein erswunt taten, als man sie einander gegenüderstellte und sich um keinen Breikennen wollten. Bolek erklärte in treuherzigem Ton, er habe bloß in dem Keller übernachten wollen und sich die Holzwollenkistcn zum Nachtlager au-gesucht. Bei dieser Verteidigung blieb er auch bei der Hauptverhandlung, obwohl festgestellt worden ist, daß die beiden sich im Kriminal angesreundet hatten und sogar zusammenwohnten. Beide wurden zu a ch t Mo naten schweren Kerkers verurteilt. Iümst und Wteaen Suff# Björling, eine der vielen Stimmbegabungen, die Skandinavien hervorbringt, warb am Sonntag im Deutschen Theater in schwedisch«« Sprache um di« Gunst Aida» und de» Prager Publikums. das ihn nach dem Nil-Akt auch außerordentlich feierte. Bis zu dessen letztem Teil hatte man in Björling«inen in Wuchs, Haltung. Spiel und dramatischem Gesang unscheinbaren Mann kennengelernt, der nach der mühe- aber auch ziemlich ein« druckslos gesungenen Romanze in jüer Hinsicht reserviert wirkt«. Erst im ersten Duett mit Aida gewinnt die sonst weiche Stimme heldischen Glanz, wird der nasal-kehlige Timbre richtig trompetenhaft umgefärbt, gewinnt der Sänger dann endlich auch den Ähhthmu- aooal vivo. Mit der schmetternden Anrufung de- Priester» schließlich entfesselt Björling den stürmischen Beifall de» bis dahin begreiflicherweise wenig«motionierten Publikum-, Möglich,.daß der junge Sänger den Star»Stab im Tornister trägt; vorläufig«über scheint er un» doch zu jenln zu gehören, deren Auftreten erst recht di« Notwen» digkeit voller und echter Ensemble» Kunst unterstreicht, wie sie etwa der ausgezeichnete Amona-ro de» Herrn Schwarz repräsentiert,. l. g. Tschechische Mittelschüler im Deutschen Ldoater. Lessings„Minna von Barnhelm" wird im Neuen Deutschen' Theater in Prag Mittwoch, Len 17. Mörz, um 16 Uhr 80 Min. al- erst« deutsche Vorstellung für die tschechischen Mittelschüler aufgeführt. Der Malek Otakar Kutin iOthon Toublnes wurde'dieser Tage mit dem Großen Malerbrei» ausgezeichnet, der ihm von der Vereinigung für Kunst, Literatur und Wissenschaft in Marseille in feierlicher Weise verliehen wurde. Fra« Professor Margit Larrä aus Budapest spricht am 19. März, um 8 Uhr abend- im Sitzungssaal der Städtischen Bibliothek. Frau Professor Barrü, ein« der angesehensten-Musikpädagoginnen unserer Zett, die. Verfasserin de» bekannten Werke»„Der lebendige Klavierunterricht", dar bei Simrock erschienen ist und in einige Sprachen übersetzt wurde, wird über da- Thema: Musikalische Begabung und persönlicher Habitus" sprechen. Wochensvielplan de» Neuen Deutsch« Theater». Dien-tag 7ib: Der Rosenkavalier, A 2,— Mittwoch 8%: Minna von Barnhelm, Abonnement ausgeh., 7)4: Treff-Ar, B.— Donnerstag 7%: Gioconda. C 2.— Freitag 8: Treff-A», D.— Samstag 7j4: Rossini in Neapel, AL.— Sonntag 2%: Arbeitervorstellung, DI« Fledermaus, 8: La Traviata, Gastspiel Eid« Norena, B 1. Wochensvielplan der Kleinen Bühn«. Dienstag 8 Uhr: Alarm im Radio.— Mittwoch 8: Alarm im Radio, Bankbeamte II und freier Verkauf.— Donnerstag 8: Photographieren verboten. — Freitag 8: Alarm im Radio, Theatergemeinde de» Kulturverbandes und freier Verkauf.— Samstag 8: Treff-As.— Sonntag 8: Das Nest, Gastspiel Tilla Durieux, 8: Jean, Gastspiel Kramer- Glöckner. RW-Genossenl Achtung! Der RW-Abend am Donner-tag, den 18. k. M„ findet nicht statt. Die RW-Genoffen sollen sich an dem am gleichen Tage fiattfindenden„Musik Abend" im großen Saale der„Urania" Prag II., Kliment« skä 4, beteiligen. Der nächste RW-Abend am 26. März, wieder im Parttihelm. G M Prag XII:.Noch find nicht alle Märzen vorbei,".— Donnerstag, 18. März, 8 Uhr, großer Urania- Saal: Nusikabend der Partei.— Freitag, den 19. März, 7 Uhr, FVSA-Heim, Gruppe Prag II: Zehnminutenreferate über verschiedene Fragen.— Sonntag, 21. März, 7 Uhr, FVSA-Heim: OsterwanderungSbesprechung.— Montag, den 22. März, 8 Uhr, FVSA-Heim: Erster Aussprache- Abend mit der Partei. Genosse Dr. Wiener:»Ucber die parlamentarische Tätigkeit der Partei." Krri»Prag. Dienstag,den 16. März, 8 Uhr, DSAP-Heim, Be Smejikäch Nr. 22, Gruppe Prag I: „Rote Armee."— Mittwoch, 17. März, 8 Uhr, FVSA-Heim, Spälenä 46, Gruppx Prag VII: „Kaffenkämpfe in Deutschland seit Hohe„Moral** Im Wlld-Weetgau In Falkenau a. d. Eger fand am Sonntag«ine Amtswalter-Tagung des DJB-Westgaues statt, bei welcher c» zu kehr stürmischen Szenen kam, die auf die Moral in bürgerlichen SporÜreisen ein bezeichnende» Licht Wersen. Der Vertreter de» Vereine» Deutsche Sportbrüder Asch forderte die Erstklassigkeit seine- Klub» und bezeichnete, den Westgau angeblich al» einen.Schiebergau". Das war nun der Beginn zu einem argen Krach in dieser .Volksgemeinschaft" und der Gauobmann entledigte stch des unbequemen Kritiker» einfach durch Ausschluß von der Sitzung. Doch der Äscher erklärte, er werde nur einem polizeilichen Einschreiten weichen, gab aber später nach und ging. Aber sofort meldete sich«In zweiter Vertreter dieses Ascher Vereine» zum Wort und erklärte, wie der»Montag" meldet, gleichfalls den Westgan al» »Schtebergau", so daß der Skandal seine Fortsetzung fand. Auch dieser Herr wurde dann ausgeschlossen- Da-'geschah am sogenannten»grünen Tisch" — weshalb sollte es an einem solch bewegten Tag der»Amtswalter" nicht auch am»grünen Rasen" oder wenigstens darnach ebenso volUgemeinschaftlich zugehen. Da» haben stch anscheinend die D achauer gedacht, obwohl wir nicht annehmen wollen. dich sie vom Falkenauer Extempore ihrer Amtswalter schon Kenntnis hatten. Also, die Tachauer konnte» gegen die Egerer Sportbrüder nicht gewinnen, da» Match endete nur 2:2 und dar hat natürlich böse» Blut gemacht. Nach dem Spiel wurden die Gäste-Spieler sowie einig« ihrer Schlachtenbummler verprügelt und die Gendar» merie mußte ste samt den Schiedsrichter ins Hotel begleiten, wo dann noch durch«I» Steinbombardement sämtliche Fensterscheiben der»Wut" zum Opfer fielen... Sparta« erster Sieg In der Frühjahrsliga Die sonntägigen Ligaspiele waren wohl nicht so gespickt mit SpielerauSschlüssen,. aber«».gab doch poch hart« Kämpfe, wie sie sich— da» soll aber keine Garantol Ober ! Jahr lBn 9 frisch. Packung ü Kö S—, aus* reichend fUr 100-120 Eier. Qaranto(vertrieb; Wenzel HBller. Tetsdieü. Entschuldigung sein!— immer barbieten, wenn da» Ende nisher ruckt. Bon all den Spielen interessierte der Sütrt Sparta- in Nachod. Die Präget: haben seit Braine- Abgang bisher In der Frühjahrssaison gerade keine gute Rolle, gespielt und da man seinerzeit in der Presse großsprecherisch verkündete, daß kein« neuen'Spieler»aufgenommen" würden, war man erstaunt, al» Sparta daranging, neue Kräfte einzukaufen und dafür den ganz netten Betrag von 60.000 Ki für zwei Spieler aufwendete. Die neueste Akguisition Zeman kam von SK Pilsen. Sparta hat dank dieser.Investitionen" am Sonntag in Nachod über den SK«Inen glatten 4:0<1:0)»Sieg errungen, so daß ihre Position in der Meisterschaft nicht mehr»bedroht" erscheint, al» mit Ausnahme des Verlustes de» Meistertitels. Die Nachoder hielten nicht da-, was man von ihnen nach den letzten Erfolgen erwartete. In Prag gab es wieder eine Doppelveranstaltung auf dem Slaviaplatz«. Die Begegnung BI k» toria Z iZkov—SKKIadno endete nach einer torlosen ersten Halbzeit trotz der besseren Spielweise der Kladnoer unentschieden 1:1. Beide Tore fielen in den letzten fünf Minuten.'—- Slavia gewann gegen die Brünner Mo r. Slav i a mit 6:2(2:1). Die Brünner spielten nicht sa schlecht al- da- Resultat besagt, aber sie haben keine gute Verteidigung und da auch ihr Tormann mal au- der Rolle fiel, war da» Endergebnis nicht ander». Zwei Elfer konnte die Slavia nicht verwerten l Viktoria Pilsen hatte daheim Rnsj UZhorod zum Gegner und gewann nach gleichwertigem Spiel glücklich mit 1:0(1:0) durch einen Strafstoß. Den»fliegenden Lehrern" hat die Liga kein Glück gebracht; sie werden ebenso wie Mor. Slavia auSscheiden. Eine schöne lleberraschnng gab es in Protz» ni tz, wo die Hausherren gegen den Pilsener SK 1:2(0:0) verloren'. In Brünn holte stch Zideniee die beiden Punkte mit einem 2:1<0:0)-Sieg über ESÄ Hreßburg. Es war«in glücklicher Erfolg, der Brünner, da die Gäste das bessere Spiel vorführten, deren Sturm aber durch schlechtes Schießen de« möglichen Sieg aus der Hand gab. Ueberrasdiungen in der DFV-Dlvlslon In Karlsbad gewann der KFK, der feine Mannschaft stark verjüngte, über den Warn- dor- f« r FK mit 2:0(0:0). Als die Gäste sahen,.daß nichts zu holen sei, wurden sie grob, so baß einer von ihnen ausgeschlossen werden mußt«.— DSV Saaz schlug auf eigenem Platz die Prager Sportbrüd er mit 4:0(1:0). Nach der Pause zeigten sich die Prager von dir härteren Seite.—- Der Teplitzer FK besiegt« daheim den Gablonzer DSK mit 0:0(6:0).— In Schrek- kenstein wurde der DFK Komotau von dem DSB mit 6:1(1:0) abgehängt.— Die SpVg Bodenbach weilte in Reichenberg, wo sie über den RFK mit 6:2(8:1) erfolgreich blich. Nicht allein da» Spiel haben di« Reichender» g e r verloren, sie büßten auch die Einnahme ei», da der Exekutor wegen Steuerschulden sie beschlagnahmte.— Der Prager DFE war spielfrei und die Begegnung BSK Gablonz—VfB Teplitz wurde wegen Uichenützbarkeit des Platzes abgesagt. DFE Prag«egen S» Dejvlce 4:3.(3:1). ES war ein Trainingsspiel und da braucht man sich auch nicht anzustrengen, denn ohne Prämien kein Sieg— dachten wahrscheinlich die Spieler de» DFE- Die Vorstädter waren recht harte Kämpfer und da di« DM-Leute in her Verteidigung sowie Half recht klägliche Leistungen boten, kamen sie zu einem ganz achtbaren Resultat, da- nur gegen den DFE spricht. Au» den tschechischen' Divisionen. Mittel- böhmen: Cechie Karlin gegen Union ZiZkov 8:0, Sparta KoSik gegen Altbunzlau 7:1, Libeü gegen Meteor VH! 4:1, BohcmianS gegen Vikwria Nusle 4:1, AFK Kolin gegen Sparta Kladno 2:1, ,SK Nusle gegen Slavoj VIII 4:2, Rapid gegen Nusel» sky SK 1:0.— Böhmen-Land: SK Pardubitz gegen Rakonitz 9:0, ESK B.-BudweiS gegen Röni- ginhof 4:0, Slavia Karlsbad gegen Jungdunzlauer SK 2:2(1:2) Explosia Semtin,gegen Kopifth 4:8, Polaban Nimburg gegen Königgrätz 8:0, Petkin gegen Hobokice 8:0.— Mähren-Schlesien: Schles.-Ostrau gegen Moravia Brünn 8:1,' Polonig Karwin gegen Ostrauer Slavia 8:1, Slovan Mähr.- Ostrau gegen Huffowitz 0:0, Olmütz gegen Kral. Pole 1:1(1:0). Han. Slavia gegen Prerau 2:0, Äaka Zlin gegen Zaboviesky 8:0. Sonstige Fußballergebniffe. Brüx: ESK gegen Schwalbe 8:2, Sporibrüder gegen DSB Schmiedeberg 6:1.— Eger: DSV gegen Sparta Karlsbad 4:8.— B.- Lei Pa: DSB gegen DFK Reichen« berg y:2.— Brünn: DSV gegen SK Adamov 8:1.— Budapest: Ferenevaros gegen Szegod 8:1, Ujpeft gegen Halada» 6:1, Phöbu» gegen Budai 0:0.— Wien: Fav. AC gegen Austria 2:1(!), Admtra gegen Wacker 1:0, Liberia» gegen Rapid 1:0, FT Dien gegen Hakoah 0:0. De» Großen Preis der Tschechoslowakei in der akpin«» Kombination, welcher in Johannisbad durchgeführt wurde, gewann in der Gekamtwertüng bei den Sportlern der ehemalige HDW-Sportler Willi Pick(Vhf. spart Prag) mit 444 Punkten vor Äerauer(HDD) mit 446 Punkten. Bei den Frauen siegt« Beirchauerovä(LZK Prag) mit 401 Punkten- Nrn« tschechoslowakischer Schwimmrekord. Die Frauen-Stafette der Bar Kochba Pretzbura erzielte Über 4X100 Meter Brust'in'6:Ü8'.8 Mim«inen neuttt Rekord. DI« alt« Leistung stand.auf 6:60. Min. und wurde von LPK Prag gehalten,, Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins Hau» oder be« Bezug durch die Poft monatlich itt 18.—, vierteljährlich Kö 48.—, halbjährig Ki 96.— ganzjährig Ab 192.—.— Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manüstripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken.— Di« ZeitungSfcankatur wurde von der Poft« und Tele-' ....• graphendirektion mit Erlaß Nr. 18.8ü0lVIIllS80 bewilligt,— Druckerei: ,Orbis", Druck», Verlags» und Zeitung-»A.«B. Prag,