Errichtung einer gemeinsamen Zentrale der aktivistischen Parteien Sn einer gemeinsamen Beratung, an welcher für die deutsche sozialdemokratische Arbeiterpartei BizeprSfldent Abgeordneter Taub, für die deut, sche christlichsoziale BoMpartei Settetär Dr. P n s ch k a und für den Bund der Landwirte Sekretär Gras teilgenommen haben, wurde die Errichtung einer ZenKalstelle der aktivistischen Parteien beschlossen, welche die Zusammenarbeit der drei Parteien aus dem Gebiet der Arbeitsbeschaffung, der Angestesstenfragen, der Schul- rmd BolkSbildungSfragen, der Jugend» und So» zialfürforge organisieren ft«. Zum GeschäftSfüh- rer der Zentralstelle wurde Abgeordneter Taub bestellt. An diese Zentralstelle sännen sich alle den drei genannten Parteien angeschlossenen oder ihnen nahestehenden Organisationen sowie jene Einzelpersonen«enden, welche auf dem Boden der aktidistischen Politik stehen. Zugleich wurde der Wunsch ausgesprochen, daß analoge Stellen auch in den einzelnen Bezirken geschaffen werden. Die Errichtung solcher Stellen ist der Zentralstelle anzuzeigen. Der Sitz der Zentralstelle ist porläufig im Parlament. Zuschriften sind an die Zentralstelle der aktivistischen Parteien, zuhanden deS Bize- präsidenten Siegfried Taub zu richten.. Keine srüSeren Operationen Madrid. Der Ausschuß für die Bertei- digung der Stadt Madrid teilt DlenStag mittags mitr> An der Madrider.Front lei Jarama und Guadalajara sind in den letzten 24 Stunden keine bedeutendere» Operationen zu melden. An der Guadalajara-Front konzentriere» die republikanischen Abteilungen das Kriegsmaterial, daS der Feind in de» Abschnitte« von Trijueque und Brihuoga zurückließ. In den Kämpfen vom letzten Sonntag wurde« 92 Italiener gefangengenommen. Der.Sonderberichterstatter der Agentur Habas meldet aus SIguenza: Dm ganze» Tag hindurch nrnßtm sich die beide» Gegner auf ei» heftiges Artillerie-Duell beschränken, da eS an der ganzen Front wie äuS Kannen g o tz und stellenweise W o l< kenirüche niedergingen. ■* General Miaja erklärte DlenStag nachmittags Journalisten gegenüber: RegierungS- flieger beschossen wirksam Brlhuega an der Gua- delaraja-Front und einige Abschnitte in diesem Gebiete. Sonst ist vom militärischen Standpuntt nichts Reue» zu melden. Miaja konstatterte ferne», daß in Madrid entgegm der Behauptung deS Aufständischen- Rundfunks, der in dem plätzlichm Tode des kubanischen Vertreter» einen nmm Mord erblickte, niemand getötet oder ermordet wurde. Der ku- dänische Chargt d'AffaireS wird hierüber eine Rote veröffentlichen. Italienischer Admiral auf Mallorca Valencia. Die Radiostation der Regierung hat folgendes Radiogramm aus der Stadt Parma de Mallorcu aufgefangen: An den diplomatischen Vertreter de» Gr- • neralö Franco in Rom:«Admiral viac- ch i n i, welcher der italienischen Fl«««,- eSkadrille in Spanien augehört, wird sich auf Urlaub begeben. Ich bitte Eure Erzellmz, daß der Admiral hier auch weiter Dienst versehe» könne, da er in Palma de Mallorca ein große» Btück Arbeit»e- l e i st e t hat und. die Stadt eine sehr ttifttitt Flugzeug- und MarinetafiS darsiellt. Da der Admiral kommenden Montag atterufen werdm . soll, ist diese Frage sehr drin^ichl* Amtliche Kreise Valencia» heben hervor, daß diese» Radiogramm die Anwe f e nh e.it ita» lien.tscher Offiz t e r e ip Palma de Mallorca beweise. Mittwoch, 17. März 1937 tralorga« der Deutsche« sozialdemokratische« Arbeiterpartei I« der Tschechoslowakischen Republik «rfch,i»t»tt««««ahme de«»ontsg tOUttch fr*h AtdEion und Derwaltmg: Prag XU., Fochova S2- TelephonvS077- Herausgeber: Siegfried Tanb- DerantwortlicherReda»eur:KarlKern,Prag 17. Aus dem Inhalt: Ueberfüllte Jaksdi-Versammlungen In Komotau und Karlsbad Erinnerung an Rudolf Rlidcl Ein merkwürdiger Freispruch Die nazistische Verschwörung in Ungarn Nr.«5 Französische Intervention in Rom Wesen des Einsatzes italienischer Truppen In Spanien Pari». Der sozialistische„P o p u l a i r e" berichtet, daß die Rachrichtm der spanischm Regierung über den Einsatz italienischer Truppm auf Seite der Rationalisten in Spanien die mifmerksamkeit der ftanzöstschm Regierung wachgerufen habe. Die ftanzöstsche Regierung, so schreibt da» Blatt, habe stch nicht darauf beschränkt, den Fall dem Londoner RichtinterventionS- auöschuß bclanutzugcben, sondern sie habe auch direkt die italienische Regie- rnng auf den Ernst dieserAngelegenheit aufmerksam gemacht. Krach Im londoner Ausschuß London. In der DienStag-Sitzung de» SubkomiteeS deS RichteinmifchungSauSschusse» wurde über die Frage der sogenannten Finanzhilfe eine langwierige, aber vollständig er- gebniS verlaufene DISkuffion abgeführt. Eine Lord Plymouth zugegangene Rote wurde verlesen, in welcher die Regierung der Sowjetunion erklärt, daß siee» absolut allchne, über daS Recht der spanischen Regierung, über ihr im AuS- Das Drei-Eck Wien—Präs—Budapest Wien. Unter dem Tittl«Die.Zeit arbeitet für Mitteleuropa" schreibt da» Schuschnigg nahestehende„ReuigkeitS-Weltblatt": Der bevorstehende Besuch de» Bundeskanzlers Dr. Schuschnigg in Budapest wird im Geiste einer bewährten traditionelle« Freundschaft zwischen de» beiden Rachbarstaaten, zugleich aber auch t« Zeichen der jüngste» politischen Entwicklung in Mitteleuropa abgeftattet werde». Unverkennbar hat-sich die- Stellung der D»na»staate»»-»»-de>r beite« Großmächte», die i» natürlicher Welse an Mitteleuropa mit interessiert sind, im letzten Jahre eine lleine Wandlung vollzogen. Da» Deutsche Reich ist mit der Auswertung seiner wiedererlangten Freiheit befaßt, große» Wirtschaftsausgaben zugewandt, die in der Koftnial- ftage münden und gegenwärtig auch noch mit der Aufrichtung eine» neuen Sicherheitssystem» für seine Westgrenze beschäftigt. Italien wiederum .wendet seine ganze Aufmerksamkeit, wie auch die Die westeuropäische« Stimmen, die bisher zu dem Projett eine» neue»«Locarno" laut wurden, da» durch die deutsch-italienische Rot« wieder i» ein aktuelle» Stadium getreten ist, sind darin einig, daß man 1. in eine Ausschließung Ruß- landsnichtein willigen könne, daß man 2. nicht dulde« werde, daß Rom stch al» allgemeiner Sontrollfaktor in das BerttagSsystem deS Kontinent» einschalte und eS zugunsten Berlin» reguliere, daß S. die Sicherheit der»leinen Staate» nach dem Grundsatz der kollektiven Sicherheit gewährleistet werde« müsse. In diesem Zusammenhang wendet sich dastärkste Interesse Belgien zu. Daneben beachtet man Deutschland» Versuche, die Schweiz und Dänemark-» ködern. Der Besuch de» schwedische» Außenminister» S a ad le r in Pari» wird al» Beweis für die Treue der nordischen Königreiche zum Völkerbund angesehen. Man nimmt an» daß bei enger Zusammenarbeit der drei Reiche mtt Finnland im Kriegsfall,eine Neutralisierung der.vstfee möglich wäre, so daß der Seekrieg sich in ter Arktis abspiele« würde. Pari». Die Unterredungen de» französischen Außenminister Avon Delbo» mit dem belgischen, dem russischen und dem italienischen Botschafter, der gegenwärtige Aufenthalt de» schwedischen Aubenminister» Sandler in London und dessen geplanter Besuch in Pari» sowie die Unterredung de» König» von Dänemark mit dem deutschen Reichskanzler Hitler bilden den Gegenstand mannigfacher Kommentare der französischen Presse,, welche alle diese Ereignisse al» Kundgebungen einer Intensiven dtplomatischen Tätigkeit erachtet,! deren Zentralpunkt der Vorschlag auf Verwirklichung eine» neuen Locarno ist. land befindliches Gold ftei zu disponieren, zu verhandeln. Rach einer Debatte erllärten die italienischen und deutschen Vertreter, daß sie bereit seien, über die Durchführung des KontrollplaneS zu verhandeln, dagegen über keine andere Frage mehr, also auch nicht einmal über die Abberusung der Freiwilligen. Der internationale Rat für die Durchführung deS KontrollplaneS hält am Mittwoch eine Sitzung ab. libysche Reise de» Ministerpräsidenten Mussolini beweist, der Festigung seine» Imperiums und damit» der Mittelmeer-Zone zu. Der italienische Publizist Gayda hat erst unlängst geschrieben, daß Italien nicht am Brenner blockiert bleiben wolle. Diese neue politisch eSituation berührt nicht nur Oesterreich, sondern auch Ungarn und auch die Tschechoslowakei, denn jede» dieser drei Länder kann infolge seiner geographischen Lage den gleichen Aspirationen und Gefahren auSgesetzt sei» und andererseits ist der Bestand jede» dieser drei Län- der. eine absolute Rotwendigkit für de» Frieden in MsstÄistKba. KrSfrblefer Einsicht hat Oesterreich den jüngsten Ereignissen in Ungar« seine »olle Aufmerksamkeit geschenkt und mit Befriedigung wahrgeuommen, daß die Regierung Daranyi kompromißlos den Weg der Mitte weiter geht. DK Zeit, in der somit die Donaustaaten mehr denn je auf sich selbst angewiesen sind, ruft zur Besinnung für die"mitteleuropäischen Möglichkeiten und Notwendigkeit en auf und arbeitet für Mitteleuropa. Im»Petit Pari sie n schreibt Bour- gueS: Der BertreKr der Sowjetunion hat soeben dem Aubenminister Avon DelboS die Ansicht Moskaus über den deutsch-italienischen Vorschlag dargelegt, und die Frage gestellt, welche Absichten die französische Regierung in dieser Richtung bat. Der Vorschlag Deutschlands und Italien» zielt auf eine Aus s ch alrun g der"S,ow j et- uni o n au» dem Kreise der europäischen Mächte und auf ihre Isolierung hin. Die deutsche Rote nennt zwar Sowjetruhland nicht direkt und richtet gegen Moskau nicht irgendwelche Angriffe, empfiehlt aber in einer Bemerkung die Aufhebung des französisch-russischen Vertrages und kann deshalb Mißtrauen gegenüber der Moskauer Regierung Hervorrufen. Der italienische Botschafter habe dein Aubenminister DelboS eine Kopie der ast die Londoner Regierung gesandten ttalieni- schen Note überreicht, welche von den Möglichkeiten einer Ausschaltung der Sowjetunion aus dem europäischen Konzert spricht und Italien im Westpakte stie Rolle eines Schiedsrichter zuteilt, welche fichmitder Stellung, die Frankreich unter den Grohmächten innehat, nicht. vereinbaren liehe. Unser Staat ist überaus friedliebend, will aber bei der Auswahl seiner Freunde ftei und in seinen Taten unabhängig bleiben, wie er eS bisher stet» war. Londo». Die.Time B“ und einige andere Blätter befassen sich mit- den verschiedenen" Mutmaßungen, welche dieser Tage im Zusammenhang mit: bet deutschen Antwort an England betreffend den vorgeschlagenen Westpakt veröffentlicht wurden,,und heben hervor, däh Großbcita-'nien nie-' m a l»".Bereitwilligkeit-bekundete,• seine Einwilligung«zur Loslösung des Paktes, von der Völker« bundsatzung zu erteilen. Es bestehe k e i n Grund zu der Erwartung, daß sich die britische Politik in dieser Angelegenheit ändern würde. Der Außenminister Dr. Krofta hat in seinem kürzlich vor den Kammern gehaltenen Expose das Mittelmeer eine der großen weltpolttischen Gefahrenzonen genannt. Diese Klassifizierung war umso auffälliger, als doch erst vor wenig mehr als zwei Monakn daS sogenannte GentlemenS-Agreement zwischen London und Rom den Frieden im Mittelmeer gesichert hatte— mindestens in den Augen jener Optimisten, die solche Agreements, die Pakk, Verträge, Versprechungen>wch zum vollen Kurswert von Mannesworten umrechnen. In Wahrheit ist nichts so sehr devalorisiert, so sehr entwertet und abgewertet worden, wie das ehrliche Wort, das ein Mann zum andern spricht, das ein Dipwmat dem andern schreibt. DaS Gent» lemenS-Agreement war nicht mehr als eilt Waffenstillstand, der sich auf kurze Zeit und auf einzelne Teilfragen erstreckt. Hinter dem Agreement steht drohend der. Konflikt zwischen Italien und den Westmächten. Mussolinis ltzbische Reise, sein Versuch, die arabische Welt, dk ohnehin in brennender Unruhe ist, mit dem Fieber seines Dynamismus anzustecken, sie als Verbündeten gegen England auf» zurufen, die Usurpation einer Echutzherrschaft über 400 Millionen Mohammedaner, daS ist nur ein Schachzug in dem gewaltigen Spiel, das Mus» folini vor Jahren begonnen hat und seit dem afrikanischen Krieg nun notgedrungen in immer rascherem Tempo, mtt immer größerem Einsatz weiterspielt. Der italienischen Diktatur geht eS wirtschaftlich kaum besser als der deutschen. DK'Goldreserve schmilzt, dk Abhängigleit von fremden Rohstoffen ist für Jtalknmoch drückender al» für Deutschland, die geographische Lage Italiens, das —„beinahe"— eine Insel ist, wie die Italiener gern sagen, ist solange ein günstiges Moment, als Italien England nicht gegen sich hat, sie ist ein« Gefahr mehr, wenn Italien von einer Seemacht angegriffen wird. Der abessinische Krieg hat Unsummen verschlungen. Wohl verfügt Italien heute über die Reichtümer AethiopienS, aber eS braucht Kapital, fk auszubeuten und dieses Kapital fehlt. Abessinien wttd zur großen Verlegenheit,, wenn eS nicht gelingt, den englischen, französischen, amerikanischen Geldmarkt für Italien zu erschließen. Aber die großen Geldmächk sind bisher spröde geblieben. Mussolini hat sich dann, wahrscheinlich mehr aus dem Zwang der Hasardpartte heraus als au» Sympathie für Franco in daspanische Abenteuer eingelassen. Er wollte hier vermutlich Pfänder wirtschaftlicher und politischer Art in die Hand bekommen: Häfen, Erzgruben, Flugplätze, Aufmarschbasen, Industrien, Kupfer, Quecksilber, vielkicht den Goldschatz von Madrid, der dem Zugriff Francos entzogen wurde. Im Besitz dieser Pfänder wollte Mussolini den Briten wahrscheinlich ein anderes GentlemenS-Agreement diktieren, als eS das von der Jahreswende 1630/37 war. Aber die spanische Rechnung hatte sehr viele Kalkulationsfehler. Der Krieg dauerte viel länger, als man in Rom und Berlin gerechnet hatte, er kostete viel mehr Opfer, er brachte viel weniger ein. Denn es ist heute kein Geheimnis mehr: selbst wenn Franco gewinnt, wird er vor London kapitulieren müssen. Die Gruben, die Industrien, die Rohstoffe bleiben in Englands Hand. Jeder Kampftag in Spanien kostet Mussolini Geld, jeder Kampftag kostet Menschenleben, ausgebildete, erstklassige Soldaten und Offiziere, kostet Flugzeuge, Tank», Geschütze. England sieht zu. Was Mussolini heute in Spanien opfert, wird bei der Generalabrechnung auf Englands Aktivseite stehen. Rom hat auf die britische Aufrüstung mit hysterischem Geschrei reagiert. Der Große faschistische Rat hat eine Reihe von Verordnungen beschlossen/ die" der Proklamierung des Kriegszustandes gleichkommen. Ebenso wie Hitlepdeutschland so soll auch Italien heute schon einem wirtschaftlichen und sozialen Regime unterworfen werden, das dem^ Belagerungszustand,, ja buchstäblich dem Zustand tn einer bela- ! gerten Festung gleichkommt. Dennoch wird Italien mit der britischen Rüstung nicht Schritt halten, weder seine Flotte noch seine Luststreitkräfte auf das Ausmaß'der britischen Wehrmacht bringen können. Unter. diesen Umständen hat Mussolini zu seinen RüstungSmaßnahmen noch ein übriges getan. Er festigt heute, da alle Versuche, die West- Um das neue„Locarno“ Mißtrauen seaen die Berliner Geschäftigkeit t Keine Ausschaltung RuBlandsl Seite 2 Nr.<65 Mittwoch, 17. Mär, 1987 MribWenAW« Benes In Brünn Zw0l Promotionen zum Ehrendoktor Bedeutsame Kundgebungen des Präsidenten machte zu gewinnen, bisher gescheitert sind, die Achse B e rl i n—Rom. Zweifellos wollte er ursprünglich seine Freundschaft mit Hitler bei der ersten Gelegenheit gegen eine-solidere einwech- feln. Heute aber versucht er, au» der Not eine Tugend zu machen und sich für den äussersten Fall die Bundesgenossenschaft Hitlers zu sichern. Schon beteiligt sich Deutschland an der Erschlie» ssung Abessiniens, gehen beide Mächte in Spanien gemeinsam vor, hat Mussolini seinem Partner den Donauraum halb und halb preisgegebcn. WaL feinem der beiden- Länder einzeln möglich wäre, eine Autarkie und Aufrüstung gegen die ganze Welt burchzuhalten, tvollen beide gemeinsam versuchen. ~ Aber Mussolini weih, dah für sein Schicksal doch nicht entscheidend sein Ivird, was nördlich der Alpen geschieht, sonder» dah Italiens Impero imMiitelmeer lebt oder-stirbt. Wenn-Italien sich im Mittelmeer gegen England und Frankreich nicht behaupten kann, wenn eine Blockadeslotte die italienischen Häsen sperrt, wenn Sardinien und Sizilien, Tripoli» und der Dode- kanesoS, Aethiopien und vielleicht Teile der Halbinsel von anglofranzösischen Expeditionsheeren besetzt werden, ivenn Rom und Turin und Florenz und Neapel und Mailand im Bereich feindlicher Bomber-liegen, dann nützt e» Italien wenig, dah unterdessen Hitler vielleicht Wien und Budapest besetzt. Um die Mittelmeerstellung Italien» zu befestigen, hat Mussolini mit dem AuSbauPan» tellerias zu einer grohen Festung begonnen. Pantelleria ist eine kleine Insel halbwegs zwischen Sizilien und Tunis. Bon ihr au» liehe sich vielleicht da» östliche Mittelmeer gegen den Westen absperren. Gelingt e» auch, den Kanal von Suez, oder da»»Tor der Tränen", den Durchgang vom Roten Meer zum Indischen Ozean, zu sperren, so wäre für Jtaliew i m östlichen Mittelmeer eine gröhere Basis gewonnen. Dazu bedarf e» aber der Bundesgenossenschaft der arabischen Stämme und Staaten. Die Balkan- Entente(Griechenland, Jugoslawien, Türkei) ist anti-italienisch und pro-britisch. Mussoloni» Ziel scheint eS zu sein, die arabischen Mächte Irak, Semen und das Groh-Arabien Ibn» Sands, dazu Aegypten und die panarabische Bewegung in Tunis und Marokko für sich zu geioinnen. Noch ist nach dem Untergang de» osmanischen Kalifat» in Stambul die Frage de» geistigen Oberhauptes des Islam, die Frage seiner politischen Zusammenfassung nicht gelöst. Mussolini kann nicht Kalif werden. Aber er trögt sich vielleicht mit dem Gedanken, da»„Jmpero" mit einem groharabischen Kalifat zu verbünden, unter dem Protektorat Italien», eine revolutionäre nioslemitische Bewegung aufzuziehen, damit im Kriegsfall vom Rif bis Sansibar, vom Tsad-See bis Mossul, vom Indus zum Nil da» Feuer einer panarabischen Revolution aufflammt und Englands Weltmacht lähmt. Mussolinis Plan ist nicht ohne Gröhe. Aber er ist derPlaneines Hasardeurs. Er beschleunigt nur da» notwendige Ende. 3e stärker sich England bedroht fühlen wird, desto eher wird es dem gefährlichen Spiel ein Ende machen— ein Ende um jeden Preis. Rom>Relse verschoben? Wien. Wie in politischen Kreise» verlautet, wurde die für Ende März angekündigte Reise de» Bundeskanzler» Dr. Schuschnigg nach Rom neuerding» auf einen späteren Termin verschoben. I Brünn. Der Präsident der Republik Dr. B e«e i begab sich am Dienstag früh nach Brünn, um dort die ihm kürzlich verliehenen Würden eine» Ehrendoktors der Brünner tschechischen Tcchuis und der Masaryk-Universität persönlich entgegenzunehnien. An der Fahrt nahm auch die Gemahlin de» Präsidenten teil. Auf dem Bahnsteig in Brünn wurde der Präsident vom Landeöpräfidenten Dr. Cerny und vom Bürgermeister Spazier begrüstt. Bor dem Bahnhof hatte eine Ehrenrotte sowie Offiziere Und Rtztt- meister, Sokol» und Bertreter verschiedener Vereine Aufstellung genommen. Von hier tiS zum LandeSamt bildete eine dichte BolkSmenge Spalier. Zu dem PromotionSaki an der Technik, die feine» Ranzen trägt, erschien der Präfident in Begleitung de» Schulmlnister» Dr.-Franke und dr» Landeipräsidenten. Rach der Promotion hielt der Präsident einen Bortrag über „Sinn und Bedeutung der modernen Technik" Er sprach ausführlicher darüber, welche wirtschaftlichen und sozialen Folgen die moderne Technik dem menschlichen Leben bringt. Auf der einen Seite wird heute dir Technik als Gipfel der gesstigen und materiellen Tätigkeit de» Menschen, al» Grundlage allen Fortschritte» der modernen verfeinerten Kultur und der Massenwohlfahrt bewundert und begeistert gevriesen, aus der andern Seite wird sie als Hauptursache aller Uebel» unseres Jahrhundert» hinge- stellt. Gleichzeitig wird sie in schier unglaublichem Maste zum Instrument der nationalistischen und expansiven Ziele und Instinkte der sogenannten dynamischen Staaten undBölker, zum Werkzeuge der unbarmherzigen industriellen und kapitalistischen Au»sauger, der rücksichtslosen politischen Machthaber. Statt da» allgemeine kulturelle und geistige Niveau der Massen zu heben, trägt die moderne Physik, Chemie und Biologie zur Schaffung gran- d i o s e r M ü st u n g» i n d u st r i e n, von Höllenmaschinen, Bomben, Giftgasen, Tank» und Flugzeugen bei. Die Pessimisten sehen auch bereits die ganzen Schrecken de» künftigen Kriege», der naturnotwendig die Verwüstung, die Bernichtung der gesamten modernen Kultur herbciiühren, die Völker ausbimgern und die Staaten vernichten wird. Kurz, die Technik wird bei ihrem letzten Para- d o x o n anlangen: sie wird die Welt, die Kultur und damit sich selbst vernichten. Darin liegt die gesamte Tragödie der heutigen Technik und der modernen Technik überhaupt beschlossen. Die Tschechoslowakische Republik ist ein Staat, der, soll er aufblühen und erstarken, in keiner Weise hinter der Technif der reifsten Staaten Zurückbleiben darf. Unser Staat must seinen Existenzkampf nicht nur auf einer guten Armee und einer guten Diplomatie aufbaüen — e» kann Zeiten geben, wo eine hohe Kultur, eine europäisch reise Technik und unser gesamte», auf deren Grundlage aufgebaute» wirtschaftliche», soziale», politisches und kultureller Leben für.eine-Festigung unserer Existenz und zum Schutze- unsere» Staate» weit mehr leisten werden al« sämtliche übrigen Elemente unsere» staatlichen und nationalen Leben». Heute ist es un» alle» schon klar, dah da» Problem de» neuen Menschen nicht mir ein» Kroge del mechanische» Fortschritte» der Technik ist. Jede neue Entdeckung der Technik Ian» einen unbeschränkte» sozialen, wirtschaftliche» und Moralische» Vorteil bringen, aber sie kann in gleicher Weise sozial, wirtschaftlich und moralisch in böser Absicht missbraucht werbe«. ES kommt einfach darauf an, dou wem stnb wie sie verwendet wirb.’ Der Kampf um dm neum Menschen und um eine»ene Kultur ist lein technische», sondern ein moralische» Problem. Die Maschine, die imstande ist, Güter und dm materiellen und geistigm-Wohlstand der Mmschheit in ungewöhnlichem Masse zu vermehren, dars nicht Verderben und Unglück verbreiten. Die Welk kann dm heutigen Stand der Technik nicht verlassen. Wmn sie aber nicht vemichtet werdm soll, muss die Technik in die Hände eine» Menschen mit neuen Ideen, mit neum Konzeptionen, mit einer neum Maral, mit einem neuen sozialen unk moralischen Verantwortungsbewusstsein gelangen- Die moderne Technik wird sich demnach, notwendig Im Geiste einer neum Moral, einer neum iknitur,. eine» neuen sozialm Empfindens entwickeln. Die vier Staatstypen Europas Nach her zweiten Promotion an der philosophischen Fakultät hielt der Präsident ebenfalls eine» Vortrag, in dem er u. a. auSführter Da» heutige Europa und die Welt überhaupt befindet sich in einem Jdeenchao», wie eS vielleicht lange Jahrhunderte keines mehr gab. E» ist ein Chaos der philosophischen und moralischen Anschauungen. der rechtlichen und staatlichen Doktrinen und der wirtschaftlich-sozialen Konzeptionen. Die Philosophie, welche den Kampf um» Dasein, den Kampf um den Platz an der Sonne, dm Kampf um die Expansion de» Volke» und Staate» durch die natürliche Lebensgrundlage, den menschlichen und nationalen Egoismus und den Lebenselan zu klären versucht, die Philosophie, welche von dem naturgegebenen Dynamilmu» diese» oder lene» Volke» spricht, geht von diesen neuen philosophischen, Doktrinen aus. Die heutigen völlig aktuellen Differenzen zwischen den Doktrinen der sogenannten autorita- riv-en Staaten»nd der demokratischen Staaten sind nicht nur oberflächliche Unterschiede, sondern vielmehr fundamentaler Art: sie liege» in philosophischen Doktrinen und Grundsätzen, um welche bereits die Vorkriegswelt kämpfte und um die noch nachdrücklicher die heutige WÄ. kämpft, sie liegen bi» auf dem Grunde unsere» Denken», und Urteilens. Der landläufige Intelligenzler sieht im heutigen Europa vier Typen von Staaten, in welchen sich alle Gegensätze der heutigen Zeit bezüglich der Auffassung de» Staate» und-der öffentlichen Rechtes widerspiegeln. Wir sehen hier vor uns die Konzeption dealten konstitutionellen parlamentarischen, demokratischen Staates, die wir von England, vom Frankreich des BorkciegeS, von Belgien, den fkan- dinavischen Staatm und von un» au» der Tschechoslowakei kennen. Diesem StaatLtyp gegenüber stehen alle drei übrigen Typen: der Typ de» kommunistischen Staate», de» faschistischen Staate» und des nationalsozialistischen Staate». Die Politiker, die politischen Parteien und die Bürger erleben die Gegensätze dieser Doktrinen und Regime schmerzlich, leidenschaftlich, kämpferisch. - Er handelt sich darum, dost Aenderrmgen und Entwicklungen in ruhigem Wege vor sich gehen. Ein heftiger und gewaltsamer Konflikt zwischen ihnen ist n i ch t notwendig und besonders ein kriegerischer Konflikt hätte Überhaupt keinen Sinn. E» würde daran» ein noch ärgere» Chao» hervorgehen. ♦ . Am Nachmittag besuchte der Präsident-.die Kinitzer Talsperre, wo ihn auch Arbeitenminister Dostalrk erwartete. Nm 1« Uhr 40ftat der Präsident dir, Rückreise nach. Prag tut. , Sir Austen Chamberlain gestorben i, London. Sir Austen tlhamberlai« ist Dienstag abend» in London ft» Mer von 78 Jahren gestorben. Austen Chamberlain nntrde im Jahre 1882 zum erstenmal in» Unteichauz gewählt. Bom Jahre 1895 bi» zum Jahre 1808 und von 1880 bi» 1806 war er mehrmals Mitglied konservativer Kabinette. Im Jahre 1815 wurde Chamberlain in der Koalitionsregierung Asquith Staatssekretär für Indien, trat aber im Jahre 1817 zurück. Im April 1818 trat er in da» sogenannte Kriegskabinett neuerlich als Minister ohne Portefeuille ein. Nach dem Kriege gehörte er bi» zum Jahre 1821 dem Koalitionskabinett Lloyd Georges als Finanzminister an. Ei» neuer Abschnitt in der politischen Tätig« keft Sir Austen» begann, al» er im November 1821, sm zweiten Daldwinkablneit Minister der Aeutzern wurde. In dieser Funktion- entfaltete er einen bedeutenden Einfluh und"machte sich insbesondere um die französisch-deutsche Annäherung verdient, wache im Loearn oder trag ihre» Ausdruck fand. Auch am Eintrift Deutschlands in den Völkerbund, der ein Jahr später erfolgte, hatte Sir Austen Chamberlain hervorragenden Anteil. Im Dezember de» Jahre» 1826 wurde ihm gleichzeitig mft Stresemann und Briand der Nobel-Friedenspreis erteilt. Nach dem Wahlsieg der Labour Party im August 1828 ftat Sir Austen samt dem Kabinett .Baldwin zurück. In der Regierung der nationalen Zusammenarbeit war Thmnberlain von August bis November 1881 Erster Lord der Admiralität. Nach den Wahlen vom 28. Oktober 1886 ftat Chainberleain mit der Begründung zurück, tast er jüngeren Kräften Platz machen wolle. Sir Austen Thamberlain erkrankte in den letzten Tagen an einem starken Hexenschub. Heute ging er ihm jedoch etwa» besser. Ilm 18 Uhr erhob ec sich von seinem Lager, um in seine Bibliothek zu gehen, da wurde er plötzlich von Herzkrämpfen befallen, welchen er in wenigen Minuten erlag, ohne da» Bewußtsein wiedererlangt zu haben. Vie Schuldenregelung der Selbstverwaltung Bericht in der böhmischen Landes Vertretung Die böhmische Landesvertretung ist Dienstag, den 16. März, zu einer duzen Tagung zu» smnmengetreten. In der an diesem Tage stattgefundenen Sitzung wurden meist Angelegenhei» ien wenig wichtiger Art erledigt. Von gröberer Bedeutung war nur ein Bericht de» LandeSauS- schuhbeisitzers M a ch ä L e l über den bisherigen Verlauf der Schuldenregelung der Selbswer« waltungskörper. Bei der Durchführung der SchüldenregeluNg der Bezirke und Gemeinden wurde zunächst mit jenen Darlehen begonnen, deren Schuldendienst früher da» Land Böhmen aus dem Dotationsfonds vergütet hat. In den Monaten November und Dezember wurden Schulden dieser Art bei 68 Bezirken in der Höhe von über 188 Millionen KL und bei 69 Gemeinden in der Höhe von nicht ganz 2» Millionen IkL geregelt. Insgesamt verlangen 96 Bezirke eine Regelung von Schulden in der Höhe von 1.128,924.622 Kö und 611.Gemeinden in der Höhe von 1.916,428.826 XL. Bei der Durchführung der Regelung wird so vorgegangen, dass in der ersten Etappe Darlehen erledigt werden, zu denen Man die Zustimmung der Ministerien nicht braucht.— Der Bericht wurde hur Kenntnis genommen. 22 Der Freund ROMAN VON GREGOR JÄRCHO Einen AugeMick dachte ich daran, auf den Zettel zu verzichten und so zu gehen. Aber ich erinnerte mich gleich an unseren Direktor und streckte die Hand nach dem Papier au». Vielleicht war ich überhaupt zu feige, vielleicht zu zermürbt durch die Aufregungen der letzten Tage, vielleicht aber— und das ist durchaus möglich— waren die Dinge, die mein Vater vorher gesagt hatte, doch auf fruchtbaren Boden gefallen und wirkten bereits im llnterbewubtsein, ohne dass Ich es erkannte und mich dagegen wehren konnte. Jedenfalls nahm ich den Zettel an, senkte die Augen und ging hinaus. Doch weil ich mich vor mir selbst und vor dem Vater schämte, weil ich ihm nicht» zu entgegnen wusste, empfand ich seine Sorge um mich und seinen traurigen Blick und seinen Vergleich als eine persönliche Kränkung. Gewiss, ich weiss: er lässt sich auch das irgendwie deuten. Bei einiger Phantasie lässt sich schliesslich alles erklären. Aber wenn ich zurückschaue, muh ich dennoch den Kopf schütteln. Mochte Baier tun, .was er wollte, mochte er mich wie ein rohe» Ei behandeln oder wie einen Prügelknaben— nichts war mir recht. Der Schluss einer jeden Unterredung war immer negativ, wenn ich so sagen darf, gab immer mehr Boden der„Ueberzeugung", dah wir in»verschiedenen Welfen lebten*. Es lag sicher nicht an meinem Vater. E» lag wahrscheinlich .auch nicht ganz an mir. Vielleicht hassen Generationen von Vätern die tiefe Kluft gegraben, die zwischen ihm und mir stand. Da» Verhältnis anderer Jungen zu Ihren Vätern spielte dabei auch eine nicht geringe Rolle. Und schliesslich tvgr 11 die unbewuhie Suche nach dem Sündenbock, die uns alle zwang, unsere eigene Unfähigkeit und Schwäche mit den Fesseln zu entschuldigen, die uns von unseren Eltern, von den Erwachsenen überhaupt auferlegt wurden.. 18. Dass ich zum Abendbrot schon fast gar nichts essen konyte, dah ich dann durch die Strassen nicht ging, sündern lief, braucht wohl nicht erst gesagt zu werden. Aber nicht ich allein war in so fieber- hafte Aufregung geraten. Als ich an Ort und Stelle erschien, in der. Ansicht, ich würde als erster da sein, fielen mir gleich die vielen Uniformmäntel und Mützen im Vorraum auf: man wartete bereits auf mich. In Sascha» Zimmer bot sich mir äuherlich das übliche Bild derarttger Versammlungen: lichtdämpfende Rauchwolken, die man kneten zu können glaubte, glimmende Zigaretten, flackernde Augen, tuschelnde Gruppen, und eine Spannung über allem, die sich einem sofort mitteilte. Diesmal war sie so stark, platzte so wuchtig in dir meine hinein, dah ich da» Gefühl Halle, niedergedrückt zu werden. Ich sagte heiser.Guten Abend*, reichte keinem die Hand-7- niemand schien es auch von mir erwartet zu haben— und verkroch mich in. die Ofenecke. „Jetzt sind wir vollzählig", erklärte hart die Stiwme Rappaports. „Kolja fehlt noch", sagte jemand. „Kolja kommt nicht*, erwiderte Rappaport. „Weder heute noch morgen, noch sonst jemals. Kolja ist nach Hause gefabren, zu seiner Mutter. Er wird unsere Schule nicht mehr besuchen.* Einige der Anwesenden stiessen einen unterdrückten Schrei aus. Andere machten nur eine hastige, unvollendete Bewegung. Ich sah Rappaport wahrscheinlich nicht'sehr geistreich an, verlieh aber meine Ofenecke nicht. Rappaport blieb vollkommen ruhig. „Kolja war ein Verräter", fuhr er fort. Und nun erzählte er. wie der Direttor Kolja vorge nommen und ihm so lange mit allem Möglichen gedroht hätte, bis der arme Junge sich nicht mehr zu helfen wuhie und einige» ausplauderte. „Er sagte, seine Mutter wäre ihm in Erinnerung gekommen und hätte ihm so leid getan. Der Direktor drohte ihm nämlich zuletzt mit dem HinauSwurf. Schon der Gedanke daran wäre ihm — eben mit Rücksicht auf die alle Dame— unerträglich gewesen. Aber viel sagt er, hätte er nicht verraten. Nur, dah Nikiforow geschlechtskrank gewesen und durch Marusta angesteckt worden wäre, und dah Maruska sich ebenfalls da» Leben genommen hätte. Ast er aber so weit war, erzählte er mir, da sagte ihm. der Direktor, er sollte auf mich achtgebey. Allem Anschein nach Slaubt der Dicke nicht recht an die Geschichte mit karuska. Die Leute glaiwen ja nie, wenn man ihnen wirklich einmal mit der keinen Wahrheit kommt.".'*'.‘ Nun, Kolja hätte sich geweigert, Spionagedienste zu leisten. Da sollte Ihm der Direktor klärgemacht haben, dah er ja ohnehin bereits die Freunde vertaten hätte und. dass jemand, der A fagt, auch B sagen müsste." „Es war ja aüch Verrat*, meinte Rappa» pört.„Wit anderen" schwiegen doch und sägten nichts," Kolja war so verwirrt, so niedergeschlagen, so au» aller Fassung gebracht, dah er völlig zusammenbrach, al» der Direktor von neuem zu drohen begann. Nun hatte der Quäler leichte» Spiel. Kolja war nicht mehr Herr- seiner selbst Und muhte versprechen," Rappaport zu überwachen und l alles Ausfällige dem Direktor mitzuteilen. Ueber Nikiforow wurde" er nicht mehr gefragt. Anscheinend war dem Direktor die Selbstmord»" angelegenheit nicht mehr so wichtige .„Der schlaue Fuchs wittert mehr und wittert richtig. Un» will er haben— unsere Organisation, Misere Zeitschrift! Unsere Aiifllärnng»- arbeit will er vernichten! Deshalb sollte ich überwacht werden." Rappaport sagte das mit Stolz, und obwohl ich wuhie, dah sein Sichbestaunen berechtigt war, obwohl ich Rappaport uneingeschränkt„verehrte", war mir diese Regung in ibM im Augenblick unangenehm und Peinlich. Kleinlich erschien sie mir, unangebracht und gleichsam damaskierend. Als ob sich Rappaport plötzlich-eniblöht hätte. Selbst seine Miene war so ander» als sonst. Und ich erinnere mich, nachts in mein Tägebitch etwas von„teuflischem Cäsarentum" eingetragen zu haben, Worte, die mft da» Gedächtnis später, nach dem Kriege, ost wieder zurief. Rappaport, der sonst so empfindlich war wie Saiten einer alten Geige» meüte nichts von dem Wien Eindruck, den er hervovgerufen hatte, und fuhr fort: „Da» alle» geschah schon gestem. Allein, zu Hause, begriff Kolja, tvas für eine Gemeinheit er begangen hotte..Und nun. beschloss er, so zu handeln, dass einerseits der Direktor zufrieden sein, andererseits aber unsere Organisation unentdeckt bleiben sollte. Und fasste den Plan, unsere kleinen vergehen dem" Direktor mitzuteilen— mit anderen Worten, mich al» Opfer der Sache zu bringen:",- . Wieder klang diese» mir an ihm bis dahin unbemerkt gebliebene Herausheben des eigesten Jchs besonders scharf und deutlich hervor. Und wiederum war die Wirkung die gleiche. Er chber merkte lwch immer nichts.-, indessen habe ich auch auf meine Zukunft Rücksicht zu-nehmen-!-. genau so wft er, Richt wahr? Darüber-Hatte tzrisich hinweggesetzt. Heute früh rief mich Grischä":(ich also)„durch einen Zettel, Inden.Salon'hinunter. Ach wusste nicht, um>vas es-sich handelte- Als die Stunde begann, .sagte ich zu Kolja, der hinter mir fass, dass ich ejnen Ranchdurst hätte, und bat den Lehrer um Erlaubyis hlnäuszügehen.. Kaum aber, war"ich fort, als auch Koljaaü» der Mässe ging uäd dem Direktor meldete, dass ich rauchte.-- Was-weiter wär, wisst ihr. ckFtzrtjetzung folgt.)! 1tr.es Mittwoch, 17. März 1037 et«« s Ein wahrer Führer ’ Eine neue Biographie Viktor Adlere Du Arbeiterverein„Kinderfreunde"(Bodenbach a. E., Poststrab« 818/11) hat soeben eine für hie Jugend bestimmte klein« Schrift herausgegeben, • welche dl« Lebensbeschreibung des großen Führers , der österreichischen Sozialdemokratie Viktor Adler enthält. Geschrieben ist da» Büchlein von einem Freunde Adler», dessen Name jedoch nicht genannt werden kann, weil er in Oesterreich lebt. Da die Schrift nur 8 Xi kostet, wird sie : sicherlich weiteste Verbreitung finden. Nachstehend bringen wir dar Vorwort de» Büchlein», welche» von K a t j a A d l e r, der grau von Fritz Adler, verfabt ist.. Die Lebensarbeit Viktor Adlers liegt in einer Zeit, in der man den' Begriff Führer, in dem Sinne, wie er heute verwendet, bewundert oder leidenschaftlich abgelehnt wird, noch nicht kannte. Und so einzigartig die Persönlichkeit dieses großen Arbeiterführer» war, so läßt sich sein Leben und Wirken nur als Geschichte der österreichischen Arbeiterbewegung darstellen— seine Hingabe, sein völliges Ausgehen in der Bewegung macht es ,schwer, die Person von der Bewegung abzuheben. EinigungSarbett, Zusammenfassung der in verschiedenen Sprach- und Interessengebieten gespaltenen Anfänge der Arbeiterbetvegung in einer Partei, Erfüllung des Proletariats mit dem Bewußtsein seiner Aufgabe, Bemühungen, es geistig und physisch kampffähig zu machen und zu erhalten— das ist Inhalt des Lebens und der vorliegenden Lebensbeschreibung Biktor Adler». Und doch dringt aus der schlichten und tiefgreifenden Darstellung de» Verfasser», der der gleichen Generation angehört, neben Viktor Adler wirkte, und dessen Namen in einem freien Oesterreich mit Freude begrüßt werden wird, auch zu dem jungen Menschen von heute eine Ahnung jener großen Wirkung auf Menschen und Umgebung, die Viktor Adler zum Führer der Arbeiterbewegung, zum Lehrmeister einer ganzen Generation macht. Nicht rücksichtsloser Führerwille, der blinden Glauben unid Gehorsam fordert, war er, wa» diese Wirkung auSlöste, sondern seine Berwachsenheit mit den Aufgaben und Zielen de» Befreiungskämpfe» de» Proletariates. Die soziale Not, die Unterdrückung der Menschenwürde, die Rechtlosigkeit der Arbeiterschaft erlebte er als treibende Kraft seiner Anschauung und seiner Arbeit. Seine Leistung baute sich au» ost steinen Taten der Tagesarbeit auf: Gründung eine» Arbeiterblattes, Arbeiterschutz, Rechtsschutz, Wahlrechtskämpfe, Erziehungsarbeit — unpersönlich, al» Vollstrecker der Forderungen de» TageSkampfeS, sich mit den Aufgaben der Arbeiterbewegung identifizierend, /die bestehenden Möglichkeiten" jeweils' abwägend, die Willensregungen der Massen, ihr Empfinden, ihre Rot, ihr Denken mitlebend, so leitete er die Tatkraft der Massen und der Partei zu ihren großen Siegen, Im auftelbenden Kampf um Verbesserung der Lage der Arbeiter, um einen Rechtsstaat, um AesetzeSgeltung und Schuh der Menschen gegen Willkür der Mächtigen entwickelten und vertieften sich die Begriffe der Freiheit, der Gleichberechtigung, der Selbstbestimmung und der Menschlichkeit. Aber die Epoche de» Ausbaue» der Arbeiterbewegung scheint in der aufgewühlten Zeit, in der die gegenwärtige Jugend lebt und sich entwickelt, weit zurückzuliegen. Der Faschismus hat in Mitteleuropa die Errungenschaften der Arbeiterbewegung zerschlagen, da» Recht: die Freiheit der Menschen vernichtet. Unterstützt von allen Kräften der Reaktion droht der-Faschismus die sozialistische Bewegung, die Kulturgüter der Menschheit äuSzutotten.'daS Werden einer sozialistischen Gesellschaft in der Sowjetunion zu vernichten, einen Krieg von unvorstellbar verhängnisvollen Folgen heraufzubeschwören. Im Kampfe gegen diesen Ansturm de» Faschismus in den kapitalistischen Ländern, im Kampfe für die Verteidigung und Weiterentwicklung der sozialen Revolution— in diesem letzten erbitterten Kampfe für Sozialismus und Menschenrechte— verblaßt das Empfinden fiir Leben und Schicksal de» einzelnen. Sin anderer Führertyp— halb Krieger, halb Staatsmann— mit anderen Führereigenschaften, die, aus Krieg und Revolution geboren, die notwendige Härte, Entschlossenheit und Rücksichtslosigkeit der gewaltsamen Epoche verkörpern, scheint.unerläßlich. In dieser, aufgewühlten Zeit wird den jungen Menschen die Gestalt eine» Führer», dessen Wirken-im Zeichen de» stettgen Fortschreiten» einer'organisierten Arbeiterbewegung zur Kultur, verlies,/ Besinnung und»Erlebnis sein, Erlebnis der großen Werte der Menschlichkeit, der Freiheitsliebe Md der Menschenwürde, die auf der Grundlage der sozialistischen Gesellschaft als.dauernde Ercungestschaften Wiedererstehen werden und ohne die der Bestand der sozialistischen Gesellschaft nicht denkbar ist. Vetter« drei Milliarden Paris. Dienstag morgens wurde die Zeichnung der. zweiten Tranche der Nationalverteidi» gungsanleihe eingeleitet/ deren Höhe mit drei Milliarden Franks festgesetzt wurde, und zwar Miet'den-gleichen Bedingungen wie beim ersten Teil der Anleihe. Die Zeichnunglfrist endet mit dem LS. März, doch nimmt man an, daß auch der zweite Teil der Anleihe sehr rasch' gezeichnet lein wird, fudctcndeutscfier ZeUspie^et Der neue Siegeszug RIeilfle Versammlungen überall der Sozialdemokratie Die Bodenbacher Kundgebung der sudetendeutschen Sozialdemokratie war die erste Reaktion der breiten Bolksinaffen auf das deutsch-tschechische Abkommen vom 18. Feber 1887. Die faschistischen Gegner hatten gehofft, daß Bodenbach eine einmalige Erscheinung bleiben werde. Die Hoffnung war vergeblich. Am Sonntag ivaren in allen größeren Orten des sudetendeutschen Gebietes die Frauenversammlungen: überall war der Besuch außerordentlich stark und die StinMUNg War zuversichtlich>md kämpferisch. Aber auch die anderen Kundgebungen der Partei erfassen außer unseren erprobten Kämpfern tausende Indifferenter oder bisheriger Gegner. Dar Bodenbacher Kundgebung folgte jene In Komotau sie war Montag abends. Eine solche Bersamm- lung hat Komotau schon lange nicht gesehen: der grosse Parksaal war überfüllt, in den Gängen standen die Menschen zu Hunderten dicht gedrängt. An den Nebenräumen lauschten die vielen Besucher, die keinen Platz im Hauptsaal gefunden hatten, dm durch Lautsprecher übertragenen Darlegungen der sozialdemokratischen Redner. Und noch vor dem Gebäude standen die Menschm in hellen Scharm um dm im Freien montierten Lautsprecher. ES warm dreitausend Menschen dal Man sah hier alle Schichten der Bevölkemng versammelt— mit Ausnahme jener, die sich gmndsitzlich nur in Bersammlungm der SdP treffen: der Fabrikantm Md Bankiers. Hier, in der sozialdemokratischm Kundgebung, waren neben den Arbeitern dis Angestellten vertreten, Gewerbetreibende, kleine Kaufleute, Lehrer, Staatsbeamte. Geduldig harrten sie au», bis Jaksch, der Hauptredner des Abend», kam, wie gebannt hingen sie an den Lippen der Redner, leidenschaftlich nahmm sie Anteil an ihre« AuS- fühmngen. Ammer wieder brach jubelnder Beifall lo», der sich am Schluffe zu einem wahrm Begeisterungssturm steigerte. Ein neuer Aufbruch des Volke? hat eingesetzt, ein Ausbruch zur Vernunft, ein Zurückströmen zur Sozialdemokratie. Nur wer diese Kundgebungen miterlebt hat, wird wissen, welch eine gewaltige Kraft in ihnen ist und aus ihsten wächst. Vorbei ist das lähmende' Bewußt sein, daß die Partei isoliert kämpft, wiedergekehrt ist die Erkenntnis, daß die Partei eine Bewegung ist, auf welche die Augen der Massen voll Vertrauen und Hoffnung gerichtet sind. In der Komotmier Versammlung hielt die Hauptrede Abg. WenzelJaksch. Er beschäftigte sich vor allein mit den außenpolitischen Zielen der SdP und mit der gesamteuropäischen Situation und berichtete über seine Reise nach dem Westen. Bor ihm hatte Karl Kern, Prag, über die innerpolitischen Fragen im Zusammenhang mit den deutschtschechischen Bereinbarungm gesprochen. UeberfMtte Jaksch-Versammlung In Karlsbad Karlsbad.(Eigenbericht.) Die für Dienstag abends in das SchvtzmhauS in Karlsbad einberufene Bersammlung unserer Partei stand seit Tagen im Mittelpunkt deS allgemeinen Interesses. ES war zu erwarten, dass sie einen außergewöhnlich starken Besuch aufweisen werde; daß aber solche Massen zufammenströmen würden, daß schon eineinhalb Stunde» vor Beginn der Bersammlung alle Räume überfüllt sein würden, so dass der Zutritt polizeilich gesperrt werden musste— das zeigte, wie gewaltig' das Interesse an den wichtigsten innenpolitischen Fragen und wie gross daS Vertrauen btf breiten Schichten deS sudetendeutschen BolkeS zur Sozialdemokratie ist. Bon wiederholten Beifallsstürmen unterbrochen, schilderte Genosse I a k s ch in zweistündiger Rede die europäische Situation und behandelte dann eingehend die innenpolitischen Fragen. An die Adresse der tschechischen Politiker sagte er: ES ist noch nichts getan mit den Bereintarungen. Es kommt auf den Geist an, in dem sie durchge- führt werden. Am Geiste MasarpkS oder jener Ehauvinisten, die immer nur vom„verdeutschten" Gebiet reden. Wir lassen unS unser Heimatrecht von niemandem streitig machen! Mit der Annahme einer Entschliessung und dem Gesang der Internationale fand die denkwürdige Kundgebung, die bei allen Teilnehmern einen unauslöschlichen Eindruck hinterließ, ihren Abschluß. Erziehung der Jugend zur Heuchelei? Dieser Tage hat der SdP-Senator Braß in Leipa und Tetschen über die Lage und Aufgabe der sudetendeutschen Jugend u. a. folgendes gesagt: »Der Kampf geht vor allem um die Zukunft der Jugend, um die Erhaltung de» Arbeitsplätze», um die bessere Bezahlung der Arbeitsplätze für den jungen. Mann. Unsere deutsche Jugend wolle» wir vor dem zersetzenden Gift de» Kommunismus und Marxismus bewahren. Alles die» aber hat nicht» zu tun mit einer Politisierung der Jugend. Der Weg der Jugend zur Volksgemein« . schäft führt über die««polnischen ErziehungSver- bände, vor allem über den Deutschen Turnverband." Die Erhaltung bzw. Eroberung des Arbeitsplatzes überläßt die Partei des Herrn Senators Braß den deutschen Aktivisten. Die SdP beschränkt sich aufs Reden und auf das Verkünden weitreichender Programme. Herrn Henlein ist der Inhalt der deutsch-tschechischen Vereinbarungen zu mager. Aber feine Redner erheben bie in den Vereinbarungen enthaltenen Forderungen.— Selbstverständlich sind die Löhne, die den tgBSSBSBBBBSBBSBgSBSBBBBBBSBSSBBS Jugendlichen gezahlt werden, eine Schande. ES steht zu wünschen, daß sich die Henlein- unternehmer die Worte des Senator» Braß zu Herzen nehmen und bessere Löhne zahlen, um die Jugend zu retten. lieber den unpolitischen Charakter des Deutschen Turnverbandes gibt u. a. auch ein Vorfall Aufschluß, über den die»Deutsche Landpost" berichtet. In' Kalsching(südlicher Böhmerwald) sollte Gustav Hacker, der Obmann des Bundes der Landwirte, auf einem Kreisparteitag sprechen. Für diese Veranstaltung sollte die Turnhalle gemietet werden. Der Deutsche Turnverband ist Pächter dieser Turnhalle. Er stellte für die Vermietung der Turnhalle folgende Bedingungen: ES darf in der Kundgebung weder die SdP noch Konrad Henlein angegriffen werden; Henleinleute sind mit einem Gegenredner zuzulaffen. Die vom Senator Braß verlangte Hilfe für die Jugend wird trotz allem BolkSgemeinschafts- Gerede nicht von der Fabrikanten-SdP kommen und die Behauptung, der Deutsche Turnverband sei unpolitisch, ist eine Fälschung. Soweit die völkische Jugend das'Heucheln noch nicht kann, vermag sie es von den Führern der SdP zu erlernen... Alte Nazis tauchen auf In Troppau hat E n g e n W e e s e die Führung der SdP-OriSgrnppc übernommen. Eugen Weese war gewissermaßen die rechte Hand des Jng. Jung. Er redigierte seinerzeit das Trop- pauer Blatt der Deutschen nationalsozialistischen Arbeiterpartei und die Jugendzeitschrift der Nationalsozialisten. In einer Versammlung der Troppauer Henleinpartci, in der er die Leitung der Ortsgruppe offiziell übernahm, hielt Weese einen Vortrag über das Thema: ,Pon Kremsier nach Aussig". Er erklärte, daß in Troppau die HauptkaderS für den AuSba» der Henleinbewe- gung in Nordmähren-Schlesien geschaffen werden müßten. Die SdP kann nach der Bestellung dieses Mannes guten Mutes sein: sie b.t nunmehr die Kaders der aufgelösten nationalsozialistische» Partei vollkommen zur Verfügung, soweit deren Mitglieder nicht lvie Jung über die Grenze geflüchtet oder eingesperrt sind. Ehemaliger Jndustrielkanfetretär gegen d«e Tschechoslowakische Republik. Wie der„Venkov" berichtet, hat der tschechosiotvakische Konsul in Johannisburg(Südafrika), Blahovsky, fesige- ftellt, daß der ehenmltge Sekretär des deutschen Haupwerbandes der Industrie in Teplitz Dr. K. Janovskh, Journalisten in Südafrika ein Interview gegeben hat, in welchem er sich gegen die Tschechoslowakische Republik wendet. Dr. Janovskh hat diese Fahrt unternonunen, uni angeblich fiir unsere Texttlindustrie Propaganda zu machen. Er tvollte zu diesem Zwecke eine Subvention des Exportinstitutes, die aber abgelehnt wurde. Die Behörden untersuchen, lvie der„Venkov" schreibt, die ganze Angelegenheit, die für den Betroffenen nicht angenehme Folgen haben Großfeuer in de» Schichtwerken. Dienstag, nachmittags 2.20 Uhr, geriet das Gebäude der Kerzenfabrikation der Firma Schicht in Brand. Offenbar durch, beim Scheißen entstandene, Funken entzündeten sich in der Nähe befindliche, leicht entzündliche Stoffe und bald stand das riesige Gebäude, in dem Paraffin und Stearin lagerten, in Brand. Haushohe Flammen schlugen aus dem brennenden Gebäude. Dem sofortigen vorbildlichen, tatkräftigen Eingreifen der Feuerwehren — neben der Fabrikwehr waren die Nussiger und Schreckensteiner freiwilligen Wehren tätig— ist es zu danken, daß nach ettva halbstündiger Arbeit der Brand lokalisiert und die angrenzenden Gebäude gerettet werden konnten, obwohl das Feuer bereits ein Nebenobjekt ergriffen hatte. Eine nennenswerte Betriebsunterbrechung wird der Gesamtbetrieb der Firma Schicht durch das Schadenfeuer nicht erfahren» da der ausgebrannte Trakt Saisonbetrieb ist.— Eine große Anzahl Feuerwehren aus der Umgebung, auch die der großen Chemischen, traten nicht in Tätigkeit. Bisher konnte der durch das Feuer verursachte Schaden nicht beziffert werden. Via Tschechoslowakei wird Informiert Paris. Der französische Außenminister Avon Delbos empfing DienStag den tschechoslowakischen Gesandten Dr. O s«s k h. Er hatte mit ihm einen Meinungsaustausch über aktuelle außenpolitische Fragen und informierte ihn" hauptsächlich Über den gegenwärtigen Stand deS diplomatischen Meinungsaustausches in Angelegenheit deS »Reuen Loearno" sowie Uber den von der französischen Regierung in dieser Sache eingenommenen Standpunkt. Erinnerung an Rudolf Rückl Ein junger Bursche wandert durch den sin« kenden Abend seinem Heimatdörfchen zu. Er kommt vom der Arbeit im Steinbruch. Mildheit steckt in allen Gliedern, macht sie schwer und ihre Bewegungen langsam-unbeholfen. Nicht um viele» frischer ÄS eines Alten, Verbrauchten Gang erscheint der de» jungen Steinbrucharbeiter». Wer sein Geist ist jung und frisch, weltoffen seine Seele, scharf und klar sind seine Augen. An den feinen Linien des Erzgebirges haften feine Blicke, schwingen siStz von ihnen über den Himmelsbogen den'sanften Rücken des Mit- tslgebirges zu— die Blicke des Wanderers nehmen Tag für Tag mit gleicher nie schwächer werdender Liebe das Bild der Heimat auf. Die Ohren aber sammeln die von Nähe und Ferne herdringenden mannigfachen bunten und einander durchbrechenden und doch zu einer Harmonie' zu- sanMNklingenden Stimmen, Geräusche, Lärm- wogest der Arbeit. Die Lippen des Burschen formen, dem Sprecher zunächst noch unbewußt, Silben, Worte, Sätze,~ Worte und Sätze, die seine» Geiste» Gesichte, zeichnen, Verjünge Arbeiter kramt- daheim, ohne ast das Essen zu denken, auSeinem Kofferchen etn Heft, ein Schulheft mit blauem Umschlag. Auch die Buchstaben der Beschriftung sind noch schülerhaft. Aber so zart und fein, daß niemand vermuten könnte, eines Steinbrucharbeiters Hand habe da» niedergeschrieben: Gedichte von R. Rückl. Was er heute sah, fiihlte, erlebte, schreibt "der junge Arbeiter in sauberen Und klar geordneten Zeilen in sein Heft. Dann rasch das Abendessen und' wieder fortl Die Freunde warten! An einem Wiesenrand, am Hange eines Hügels. Die Freunde— das sind die Schulkameraden, die AfterSgenoffen. Die Freunde■— das sind die Mitglieder der Jugendorganisation, die Rudolf Rückl gegründet hat. Sie sind seine Diskussionspartner, sie sind Hörer, wenn er vorliest und vorträgt... Nach dieser Versammlung noch bei trüb flackerndem Petroleumlämpchen stundenlanges Lesen.— Und so noch viele Jahre und bei wechselnder Arbeit. Rüchl ist Steinbrucharbeiter, landwirtschaftlicher Arbeiter, Hilfsarbeiter in einer Zuckerfabrik, Bergarbeiter— und ist immer guch liebender Freund der Heimat wib treuer Liebhaber der Büchern ist Erwecker seiner Altersgenossen und sozialistischer Organisator, steigt in die Tiefen zu den Quellen de» Wissens und fliegt zu den Höhen der Dichtung. Als junger Arbeiter schrieb er in jenes blaue Heft: Tagsüber schaffen meine.Hände Mit Fäustel. Krampen, die mein Werkzeug find. Doch abends flammen meiner Seele Brände. LMdwunde Finger greifen nach dem Buch im Spind,— Aus Weißen Blättern steigen kühne Träume.., Rückl wird Zeitungscxpeditor, wird später RedÄteux, wird noch später Leiter der Bildungsarbeit der sozialdemokratischen Partei— und nichts ändert sich in seinem Wesen. Er bleibt der Leser und Sucher, der Wanderer und Tätiger, der Lehrer, der seine Klaffengenoffen zu sozialistischer Erkenntnis zu führen sucht und zu vernünftiger Lebensgestaltung, zu der Verzicht auf jeglichen Alkoholgenuß gehört. Rückl wächst innerlich höher und höher. Er enstvickelt in unermüdlicher Arbeit an sich selber alle Kräfte seiner Seele und seines Geistes,— aber den jungen Mann erfaßt eine tückische Krankheit, ein Krebsleiden, dem er nach tapferemmnd zähem Ringen erliegt. Heute vor fünf Jahren ist Rudolf Rückl gestorben. Die sudetendeutschen sozialistischen Arbeiter haben ihn nicht vergessen. Sie wiffen: er war Verkörperung der besten Seiten ihres Wesens, er war vielleicht der vielseitigste, der zu erstaunlichster Reife getvachsene sudetendeutsche Proletarier. Sein Lebensweg zeigt denen, die guten Willens sind, zu welchen geistigen und sittlichen Höhen Arbeiter zu steigen vermögen., .Sette 4 Mittwoch, 17. Mär, 1087 Nr.« Flugzeug verbrannt. Ein Flugzeug der Imperial AirtvoyS der Strecke London—Köln istin der Nacht vom 15, zum 16. März gegen Mitternacht im Kreis Bergheim mit drei Insassen abgestürzt und verbrannt. Die Leichen wurden gefunden. Lastauto verursacht Hauseinsturz. Dienstag mittags ereignete sich im Növdwesten Berlins im Vororte Weihensee ein ungewöhnlicher Automobilunfall. Ein" schweres Lastautomobil führ mit voller Wucht gegen ein Eckhaus. Etwa zehn Minuten später, stürzte.ein Teil des Hauses zusäm» Greta Garbo als„Kameliendame" men. Zwei Wohnungen im ersten und zweite» Stockwerk wurden schwer in Mitleidenschaft gezogen, doch sind Menschen glücklicherweise nicht zu Schaden gekommen. Tragödie untertags. In den tiefer gelegenen Stollen des Kohlenbergwerkes„Ehügai" im Bezirke Shizuock(Japan) ist ein Brand auSgebro« chen. Gegen 166 Bergleute unternehme», den Versuch. 40 ihrer von den Flammen eingeschlossenen Gefährten zu retten. Es werden jedoch Befürchtungen gehegt, daß die Eingeschlossenen erstickt sind.■ Hoher Stand der Theiß. Der höchste Wasserstand wird Dienstag in Karpathoruhland von der Theiß gemeldet, welche in ihrem Mittellauf in Bylok 370 Zentimeter über das Normale gestiegen, ist. Auch der Berzava-Fluß ist beträchtlich gestiegen und hat bei Chmelntk im Bezirke von JrSava eine Breite von 3 Kilometer angenommen. Der Rika-Fluß hat bei Nijnt Bhstrh an zwei Stellen die von Christ nach Bolovö führende Landstraße unterwaschen. Die Autobusverbindung auf dieser Straße wird nur mit großen Schwierigkeiten aufrecht erhalten. In Munkaievo ist am Sonntag die 37 Jahre alte F. Braun beim Waschen in die Hochwasser führende Latorlca gefalle» und ertrunken..» Tödlicher Ski-Unfall. An der N-rdseite de» Keilberges verunglückte beim Skifahren der LSjährigo Karl Laukner aus Burghartsdorf bei Chemnitz tödlich. Er fuhr an einen Baum und erlitt, einen Schädelbruch sowie schwere, innere Verletzungen. 13 Sparbüchel gestohlen. Dienstag, früh gegen 8. Uhr. drangen bisher unbekannte'Einbrecher in di» Wohnung der Marie Brebtova in Vrbno ein.und. entwendeten 15 Sparkaffebücher, deren Einlagen insgesamt mehr als eine halbe Million Kt-betragen, sowie Wertpapiere und Pretiosen. Die kalte Lust, die vom Nordwesten her gegen das Festland vordringt, veranlaßte in unseren Gegenden sehr häufige Schnee» oder Regenschauer. Di» Temperaturen sind, unter dem Normalwert'. gesunken und auf den Bergen herrscht den ganzen. Tag über Frost. Heute dürfte sich daSLöeüer bei uns.teilweise. bessern, da der Luftdruck andauernd; ansteigt. An der Küste von Frankreich bildete sich jedoch ein» neue Störung, so daß die Besserung nur einen vor« übergehenden Charakter haben wird. Wahrscheinlicher Wetter heute: Noch unbeständig, im. gsmzen .jedoch Abnahme der. Bewölkung. und der. Rieder-. schlüge, unternormale. Temperatmen. In den/ Niederungen Nachtfrost und untertags ziemlich, kalt. Auf den Bergen GanztagSfrost. Abflauen des nordwestlichen Windes. WetterauSstchten für morgen; Nach einer vorübergehenden Besserung, vom Weste»• her erneut Zunahme der Bewölkung und der'Niederschläge, etwas wärmer. springt, durch sie persönliche Vorteile zu er. langen. DaS ist die Höflichkeit, die der. Jude dem Nichtjuden gegenüber in Anwendung bringt."—Man weiß nicht, worüber, man bei einem solchen Satz mehr staunen soll, über das miserable Deutsch, daS allerdings ja wohl schon zum guten Ton der-fränkischen Hetzblätter gehört, oder über die Dummheit. Denn was soll schließlich der Jude unter diesen Botokuden machen. Wenn er unhöflich ist, geht eS ihm schlecht, und wenn er höflich ist,, wird eS ihm als unanständige Berechnung auSgelegt, und. es geht ihm erst recht schlecht. Zentral, afrika ist alteS Kulturland dagegen! Merkenswert ist insbesondere das Zeuge nprotokolldes nicht persönlich geladenen Zeugen Dr. Paul Schulz, in welchem festgestellt ist, daß dieser unter den zu- haiicnden Studenten mit Bestimmtheit den Angeklagten Erweck erkannte, den er nach Verlassen der Universität polizeilich feststellen.ließ, In den ärztlichen Befunden, die zur Verlesung kamen, wird einerseits die aus Rechnung des Ausreißers Gäbel gehende schwer« Zahnbeschädignng festgestellt, anderseits aber bemerkt, daß die sonstigen Verletzungen, des ohnmächtig geschlagenen JUC Pokorny„keinerlei st ch t b a r e S p u re» h i n- terlasfeü hätten". Die durch das Protokoll des Dekans festgestellt« Bewußtlosigkeit des Mißhandelten fiel, wie sich zeigen sollte, bei der richterlichen Erwägung nicht ins Gewicht, denn der BezirkStichter Dr. Udrjsal fällte«in freifpreckiendeS Urteil mit folgender denkwürdiger Begründung: Es fei außer Frage, daß der Verletzte einem bnita- len Angriff seitens des.derzeit unauffindbaren" Karl Göbel zum Opfer gefallen sei. Was aber di« Verletzungen betreffe. so fei die einzige, welche di« nach h 411 St.-G. zur»Eistillung des Tatbestandes" erforderlichen.sichtbaren.Merkmale und Folgest" Prag,(rö) Die skandalösen Vorfälle, die sich bei der Antrittsvorlesung des Pros. Dr. K. Kelsen -auf dem„akademischen Boden" der Prager Deutschen Universität abspielten und die jedem wahrhaft deutsch empfindenden Menschen die Schamröte ins Gesicht treiben müßten, fanden gestern ihr gerichtliche» Ilachspiel vor dem Prager Bezirksgericht für Uobcrtretungen. Bei diesen»Demonstrationen" wurde dem RechlShörer JUC Rudolf Pokorny durch einen der abkonunandierten akademischen Stauf- bolde nazistischer Couleur da» Gebiß eingcschlagen und ein weiterer dieser»nordischen Edelmenschen" versetzte ihm von rückwärts einen so schweren Hieb gegen den Hinterlopf, daß JUC Pokorny dar Bewußtsein verlor und nach dem Zeugenvrotokoll de» Herrn Prof. F o l t y n, Dekan» der juridischen Fakultät, von diesem bewußtlo» auf dem Boden liegend aufgefunden wurde. Wa» den Hieb gegen die Kinnlade de» JUC Pokorny betrifft, so ist dessen Urheber einwandfrei festgeftellt. ES ist ein gewisser Karl Göbel, stammend au» Breitenau bei Freudenthal, also unweit deS Ortes, wo vor fünfviertel Jahren unser Genosse Walter Rosenzweiä dem felgen Mordüber- fall eine» Hitlerbuben.zum Opfer fiel. Jener Mordbube fand damals wie so viele seinesgleichen ein sicherer Asyl im Dritten Reich. ES kann nicht wundernehmen. daß der schuftige Raufbold Kart Göbel seine Zuflucht gleichfalls dorthin nahm. Heute lebr er, wie verlautet, in Dresden. Er ist beizeiten auS- geriffen. Roheit und Feigheit sind ja so eng verschwistert. So kam e», daß gest—>t auf der Anklagebank vor dem BezirkSrichter Dr. U d r j a l nur einer der beiden Angeklagten Platz nahm, gegen die die Anklage der»leichten Körperverletzung" erhoben worden war. Beide sind»Scharführer", nach anderer Version„Gruppenführer" der nazistischen Studentenschaft. Der Ausreißer Karl Göbel hat dem Studenten Pokorny vier Zähne locker geschlagen und die Goldbrücke seines Gebisses gesprengt. Die Revaratur erforderte laut ärztlicher Rechnung 76.6 iii. Daß nach Beschluß der Gerichte! der Raufbold Göbel durch Veröffentlichung in der Fahndungsliste der Polizei der sofortt» gen Verhaftung bei Betreten miscreS Staatsgebiete» vreisgegeben ist, dürfte ihn an seinem derzeitigen WirkungSort allerdings wenig anfechten. Blieb also der Gesinnungsgenosse dieses sauberen Subjektes der gerichtlichen Verantwortung vor- beljaltcn. ES ist ein getvisser, aus Britz; stauuncu- der Emil E r l b e ck, von dem bei Gericht bekannt wurde, daß er bereits zehn Semester JuS studiert- Dieser Akademiker war beschuldigt, dem JUC Pokorny von rückwärts jenen schweren Kopfhieb versetzt zu haben, der ihn ohnmächtig auf den Bode» niederstreckte. Pokorny war als eingeschriebener Hörer deS KelsenkollegS zu der Antrittsvorlesung des Prof. Kelsen erschienen. Vor dem BorlesungS- saal staute sich an jenem 22. Oktober eine Menge von Studenten, die vielfach anderen Fakultäten angehörten und zu den»spontanen Demonstrationen" von der nazistischen AgitgtionSzentrale ahlonmmn- diert waren Es gab bereit» Wortgefechte zwischen den Störern und den eigentlichen Hörern. JUC Pokorny kam gerade dazu, als der flüchtige Raufbold Göbel einem seiner Bekannten einen brutalen Fansthieb ins Gesicht versetzte. Er rief dem Gewalttäter zu:»Schlagen Sie ihn doch nicht!", worauf er sofort von dem Göbel einen Hieb gegen da» Kinn erhielt, der die bereits geschilderten Folgen hatte. Gleich darauf erhielt er den tückischen Hieb von hinten und brach bewußtlos zusaimnen. Die Anklage legt nun dem Emil Erlbeck zur Last, diesen Hieb geführt zu haben. Erlbeck, d« vor Gericht die merkwürdige Mischung von Trotz und Verlegenheit an den Tag legte, die unreifen Menschen anzuhaften pflegt, erklärte, er sei zwar bei jener Auseinandersetzung anwesend gewesen, bestritt aber, den in Frage stehenden Hieb geführt zu haben. Auf die Frag«, ob er sich»altiv beteiligt habe", blieb er zunächst die Antwort schuldig, worauf ihm der Richter diese Frage verdeutlicht«:»Aktiv— das heißt, wenn dte Fäuste sprechen." Der Angeklagte antwortete:»Es Ivar eine Prügelei im Gange, wer den Herrn Pokorny geschlagen hat, weiß ich nicht." Der Hauptzeuge JUC Pokorny erläuterte den bereits geschilderten Hergang und bemerkte auf die Frage des Vorsitzenden, daß er Göbel und Erlbeck als Anstifter des KratvallS ansehen müsse. Ergänzt wurde tiefe Meinung durch die Aussage seines Bruder» Dr. Karl Pokorny, der in der Nähe stand und hörte, wie Erlbeck die randalierenden Burschen durch Zurufe dirigierte. Wer ihm den Hieb gegen den Hinterkopf versetzt hat, konnte der Hauptzeuge begreiflicherweise nicht angeben, doch stimmten die Zeugenaussagen darin überein, daß sich unter den verschiedenen Raufbolden, di« auf JUC Pokorny von rückwärts einschlugen, auch der Angeklagte Erlbeck befunden habe. Be- Liebe und Arsen... Der 86jährige Landwirtssohn Franz Bon d r o u ö aus Canh bei Pardubitz und die-17jährige Dlenstmagd Marie Kudivejzovä wurden Dienstag nachts in einem Bardubitzer Hotel mit Arsen vergiftet aufgesunden. BondrouS starb in den Morgenstunden, während daS Mädchen mit dem Leben davonkommen dürste. Die beiden hatten beschlossen, gemeinsam zu sterben, da sich der Baker de» Bondrous ihrer Verbindung widersetzt«. 17jährige wirft ihr Leben weg. Montag abends warf sich daS 17jährige Lehrmädchen Marie Swhwasser, das seinen Posten verloren hatte und den Eltern au» Furcht vor Tadel nichts berichtet«, vor den auf der Strecke Karlsbad- Johanngeorgenstadt verkehrenden Personenzug. In schwerverletztem Zustand wurde das Mädchen ins Krankenhaus- eingeliefert, wo es seinen Verletzungen erlag/ Beim Skifahren vom Schlag getroffen. Am Sonntag wurde im Hochschwabgebiet der Wiener Kaufmann Rudolf Springer beim Skifnhren vom Schlag getroffen und war auf der Stelle tot. Ein Begleiter wollte in» Tal um Hilfe eilen, verlor aber die Orientierung und st jt r z t e 400 Seine Leiche wurde am Die„Fränkische Tageszeitung" äußert fol- gende Meinung:„ES gibt eine Höflichkeit, die unanständig ist, weil sie der Berechnung ent- Von deutscher Kultur Dem.Kulturspiegel" derBasler„Na tionalzeitung" entnehmen wir folgende Glossen: Die„Deutsche Presse", Berlin, redet eine deutliche Sprache/ sobald es sich um Kultur handelt:„Wi r pfeifen also au falle Kultur, und möge sie noch so alt sein, wenn sie uns nicht die Werte gibt, die unserem Ge setz entsprechen,—(das wird sie bestimmt nicht tun, sonst wäre sie keine Kultur)— wir pfeifen auf alle geistigen Güter, wenn sie uns nicht die Waffen liefern für unseren Kampf, wir lachen über diesen ganzen toten Kram und überflüssigen Ballast, wir verlachen ihre Vertreter, wir sagen TintenkuliS zu ihnen,' und gehen unsere Wege."— Und nach diesem Gepfeife wird im ganzen Land, besonders in den Konzentrationslagern, getanzt! * DaS sehr tapfere Jung-Katholische Blatt „Entscheidung. Eidgenössisches Werk. Blatt" bringt in einer Spalte„Streiflichter" folgende -Bemerkung:„In dem von MaroKanem, Deut schen und Italienern besetzten Teil von Spanien wurde jetzt der s p a n i s ch e G r u ß eingeführt. Dieser besteht darin, daß der Spanier de» deutschen Gruß anwendet. Die nationale Eigenart deS deutschen Grußes aber liegt darin, daß er den r ö m i s ch e n Gruß vorstellt." • lieber die Heiratspläne Schuschniggs ereifert sich ein Plauderer in einem s u d e t e n deutschen Blatt:„Man vergißt bek Staats-, männern nur zu leicht, daß sie nebenbei auch M e ter tief a b. Menschen sind. Menschen aber essen und trin- j Dienstag geborgen. ken, vergnügen sich und reisen, tanzen gern und möchten vielleicht sogar so etwas wie eine traute Häuslichkeit haben, darin ein liebes Weibchen schaltet und waltet, worin man sich von der Arbeit erholen kann..."-— Man sieht, daß auch daS Sudetendeutsch eine sehr schwere Sprak ist, worin man entgleisen, kann. Eis** merkwürdiger Freispruch Ein nazistischer MdelsfUhrer bei den Hochschulkrawallen vor Gericht »ach sich gezogen habe, eben jene Beschädigung des Gebisses, die dem polizeilich verfolgten Göbel zur Last fällt. Wa» die übrigen Mißhandlungen betrifft, die zur Ohnmacht der, Angefallenen führten,' fo--de» ständcn keinerlei»sichtbar« Merkmale" der Verletzungen und also fei nach der objektiven Selte ta» Im Tatbestand de» 8 411 St.-G. statuierte Delikt der leichten Körperverletzung nicht al»»erfüllt" zu erachten; ganz abgesehen davon,-daß-— wie die Urteilsbegründung nebenbei bemerkt— der Angeklagte die Schuld überhaupt in Abrede.stelle. Bei dieser RechtSanschauuna hätte der Richter, Herr Dr. Udrjal, natürlich auch'keinen Anlaß,- sich mit den tieferen Zusammenhängen und Hintergründen dieser abscheulichen akademischen Exzesse näher zu befassen. Insbesondere auch mit der zeugenmäßig feftgestellten Tatsache, daß sich der Angeklagte tatsächlich an den Mißhandlungen und BruMlisierungen feiner Kollegen beteiligt hat und daß eine ganze Reihe anderer Stü- denten von den Radaubrüdern insultiert worden sind. Nach Ansicht der Richter» handelt es sich bei gerechter Auslegung des Gesetzes in diesem Fall nicht um ein von amtswcgen zu verfolgendes Delikt, sondern höchsten» um einen Fall vön Ehreichcleldigung, der im Wege der Privatklage zu verfolgen gewesen wäre. Da gegen da» Urteil Berufung eingelegt werden und diese» Urteil als nichtig angefochten, werden wird, werden die erfahrenen Richter deS Berufungssenate» zu- entscheiden haben, ob sie sich die Anschauung de» ErstgertchieS zu eigen machen können oder nicht- Vom Rundfunk - Empfehlenswerte! aut den Programmen! Donnerstag: Prag, Sender I: 10.05: Deutsche Presse, 11.05: Rundfunk für deutsche Schulen, 12.10: Lieder au» Tonfilmen, 16.10: Orchesterkonzert KOK. 17.15: Jugoslawische Lieder, 17:45: Deutsche Sendung: Äenoni, LandSkron, liest eigene Gedichte, 18: Jugendstunde: Heitere Kanons, gesungen und gespielk, 18.20: Landwirtschaft, 18.45: Deutsche Presse, 18.55: Aus dem deutschen Kulturleben, 21.05: Klavierkonzert, 22.20: Schallplattenkonzert. — Prag, Sender II: 14.15: Deutsche Sendung: Dr. Meyer: Meine Damen und Herren, Erlebnisse eines Vortragenden, 14.85: Schallplatten, 14.50: Deutsche Presse, 18: Musils Salonguartett.— Brünn: 17.40: Deutsche Sendung: Arbeiters»»!! 22.20: Englische Musik.— Prchburg: 10.25: Tanzmusik.— Kascha«: 11.05: Populäres Konzert auf Schallplatten, 12.85: Rundfunkorchester.— Mährisch> Ostrau: 15: Rundfunkorchesterkonzert, 18.10: Deutsche Sendung:. Hamik: Grammophon, Rundsunkspiel nach Humoreske von Avertienka, LI,05: Vorklasslsche Musik. Von zwanzig Jahren begann die.russlsdie ReVqlütlph'... In diesen Märztagen jährt sich zum zwanzigsten Male derBeginnder russischen Revolution. Diese Aufnahme stammt aus den Märztagen 1917 und wurde in Petersburg hergesteltt. Nr. 65 Mittwoch, 17. März 1037 Sette V * Volkswirtschaft und Sozialpolitik Die amerikanischen Streiks sind die Gewerkschaften In der vom setzten Kongreß des Amerikanischen GewerkschafiSbUndeS(A. F. of L.) ange« nominellen Entschließung über den Konflikt mit dem von I. LewiS gegründeten Komitee, für tndu» ftrielle Organisation(E.-I. O.) wird ausdrücklich festgestellt, daß die A. F. of L. keine Organi- sailonSsorm auSschliehe. Dies werde schon dadurch bewiesen, daß sie z. B. gerade dem Bergarbeiter- värband eine MitgliedSürkunde als industrielle Organisation auSstellte.- > Die Organisationsform des JndustrieverbaN- deS Wird somit von der A. F. of L. ausdrücklich anerkannt. Diese Tatsache erleichtert eine objektive Darstellung deS Resultats des Streiks'bei General Motors;.sie gestattet, die neueste Entwicklung in USA losgetrennt von der heiklen und verwickelten Frage des Konfliktes zwischen A, F. of. L,. und T. I. O. zu beurteilen und lediglich die Frage zu stellen: inwieweit hat sich bei dieser Gelegenheit die Form deS Jndustrieverbandes bewährt? Ohne gegen den reinen Berufsverband Stellung zu nehmen, der je nach der BerufSlategorie und der Art des Gewerbes bezw. der Industrie auch weiterhin seinen Nutzen und seine Daseinsberechtigung haben kann, darf im Falle der Auwmobilindustrie, die eine typische Industrie der Massenproduktion ist und sich deshalb für die Aktton eines Jndustrieverbandes besonders gut eignet, gesagt werden, daß«ine erste Feuerprobe bestanden worden ist. Auch der Bergarbeiterverband ist, wie bereits angedeutet, eine große Industrie« Organisation und hat in dieser Eigenschaft schon Proben seines Könnens abgelegt, da jedoch die Bergarbeiter unter ganz besonderen Verhältnissen arbeiten und Bergarbeiterorganisationen— wie in anderen Ländern— wegen der mit dem Beruf verbundenen tallischen und organisawrischen Besonderheiten allzeit eine Sonderstellung einnehmen, kann man ohne Ucberweibung sagen, daß der Kampf der»United Automobile Workers" (U. A. SB.), deS von der T. I. O. in.jeder Weise geförderten Jndustrieverbandes der Automobilindustrie, der erste entscheidende Kampf einer großen Jndustrieorganisation ist, der auch beispielgebend für andere Induswien werden kann und schon geworden ist(bereits hat der Kampf in der Stahlindustrie auf der gleichen Grundlage seinen Anfang genommen, wobei vier der größten Stahlwerke Nordamerikas schon zu Beginn wesentliche Konzesswnen machten). Wenn man bedenkt, baß die Organisierung der- Arbeiter per Automobilindustrie seit Jahren eine d er Wüßtest Sötgest MstA? F.' wf L.' ist und die Unternehmer gerade in bieser Industrie die hartnäckigsten Verteidiger des Standpunktes vom ,-Herrn im Hause" und die unerbittlichen Gegner irgendwelcher Verhandlungen waren, so kann das erzielte Resultat in Erstaunen setzen: die U. A. W., mtt der sich die Beherrscher der Industrie woh der Intervention der Regierung noch während des Streiks nicht einmal an den gleichen Tisch setzen wollten, wird für sechs Monate als Verhandlungspartner anerkannt- Die A. F. of L. war während des Streiks bestrebt, auf der Grundlage der Organisationsform des Berufsverbandes ebenfalls ihr Wort Mitzureden. Noch Ende Jänner fand in Washington eine Sitzung swtt, auf der 22 Berufsverbände vertreten waren, die Mitglieder in der Auwmobilindustrie umfassen. Die zwei„Departement«", d. h. Sektionen, in denen diese Berufsverbände innerhalb der A. F. of L. lose zusammengefaßt sind(Bauarbeiter- und Metallarbeitersektton), beschlossen,»irgendwelche andere Organisatwn in der Auwmobilindustrie daran zu verhindern, im Namen der Mitglieder der 22 Verbände der beide-. Departement« zu sprechen.". Was die Einzelheiten der Abmachung betrifft, die von der U. A. W. am Schluß des Konfliktes mit den Unternehmern gewoffen wurden, so enthalten sie einige Einschränkungen, auf, die der Pressedienst der A. F. of L. wie folgt aufmerksam macht:"-»Berichte zeigen, daß die ursprüngliche Forderung, wonach U. A. W. als. der einzige Verhandlungspartner für alle bei General Motors beschäftigten' Arbeiter anerkannt werden sollte,' preisgegeben wurde. Im ersten Stadium der Verhandlungen wurde diese.Berwetung auf 26 Betriebe der General Motors beschränkt (d. h. auf die 20 Betriebe, in denen gestreikt wurde, während die U. A. W. in den übrigen 40 Betrieben ibr« eigenen Mitglieder vertretensollt«, d. R.) Im Schlüßabkommen wurde die Abmachung völlig fallen gelassen". ' Bemerkenswert ist, daß die General Mowrs alle am Streik beteiligten Arbeiter ohne Maßregelungen wieder einstellten, ferner würden gleichzeitig beträchtlich« Lohnerhöhungen erzielt. Ohne Zweifel ist dev gute Geschäftsgang bei General Motors an diesem Resultat nicht unbeteiligt- ferner die. Tatsache, daß gewaltige Aufträge vorliegest, die sich diese Firma, die die Hälfte der gesaKteü Produktion an Automobilen auf sichver« einigt. natürlich nicht entgehen lassen will.,.,. ' Es wird sich nun zeigen, ob di«' genannten sechs Monate, während welcher alle sgnstigsn Forderungen erledigt werden sollen, lediglich«in Waffenstillstand stnd vder-ob es gelistgts'fich mich auf die noch unerledigten Punkte zu einigen. 8u ihgen gehören u. a, die Anerkennung der kl. A. W, als- einziger VerhändlungSvarister für die General Motors beschäftigten Arbeiwr, die Abschaf fung der Stückarbeit, die Einführung des Sechs« Stunden-Tages und eines Mindestlohnes, der dem amerikanischen Lebensstandard entspricht. Die ll. A. W. wird ohne Zweifel die Frist nach Möglichkeit zur Stärkung'ihrer Organisation und ihrer Stellungen ausnutzen. Index der troHhandelsprelse■ 1 Der vom Statistischen Swatsamte nach dem Stande vom 1. März. 1887 ermittelte Index der Großhandelspreise verzeichnet ein Steigen um 1.2 Prozent, von 745 im Feber auf 754, Der Index der NahrungS- und Genuhmittel sank um 0.8 Prozent, von 717 auf 715, demgegenüber stieg der Futtermittelindex von 840 auf 888. Der Index der Lndustriestoffe und-Erzeusf- nisse.stieg von 7S8 auf 818 Punkte, d. i. um 2.5 Prozent. War die p f l a n z l i ch e n Nahrungsmittel betrifft, so stiegest die Preise von Erbsen um 2.5 Prozent, Karwffeln um 1.0 Prozent, Zitats mb Obst um weniger als ein Prozent. In d«r Gruppe der tierischen Nahrungsmittel verbilligte sich Rindfleisch um 4.4 Prozent, Schweinefleisch uw 8.8 Prozent, geräucherter Schinken um 1.5 Prozent, Butter um 0.2 Prozent und Eier um 17 Prozent. Dagegen verteuerte sich inländisches Schweinefett um 2.8 Prozent und ausländisches um 1 Prozent. Die ungarische Negierung bemüht sich, die Verschwörung der Pfeil- und Hakenkreuzler zu vertuschen oder zu bagatellisieren, weil sehr hohe Persönlichkeiten in sie verwickelt sind. In Berlin macht man sich's noch einfacher. Dort hat man kurzerhand gemeldet, in Budapest sei eine„k o m- m u n i st i s ch e" Verschwörung aufgedeckt worden! Diesen Vertuschungs- und Ableugnungsma- növern gegenüber ist eS nicht unwichtig, das Zeugnis eines unter österreichischer Zensur erscheinenden, eimvandfrei n i ch t„marxistischen" und über ungarische Dinge zweifellos aus guter Quelle orientierten Blattes zu zitieren. Daö legi- timistische Wiener Blatt„D e r Oesterreich e r" behauptet, seine Informationen aus „sicherster Quelle" zu haben. ES schreibt über die ungarische Verschwörung u. Ein ganz neues Element fügte sich...«In, als mit der Machtergreifung der Nationalsozialismus in Deusichland mich in Ungarn unter verschiedenen Slawen und mit verschiedenen Parteistnifor- men ch«n.Nationalsozialismus nachgebildeie Partei-, gruppenHsäuimentraten,""unter denen'die„Pfeil- kreuzler" deS Grafen Fest e t i e s die stärksten sind. Bald fand eine ziemlich enge Berührung und Vermischung zwischen jenen ungarischen Iiationali« sten und diesen Nationalsozialisten. statt. Die ganze Bewegung fand in Ungarn verschiedene Nährböden, selbstverständlich an den Universitäten, ferner bei der deutschsprachigen Bevölkerung in der Umgebung von Budapest in Westungarn, bei den stets zu Umstürzen aller Art geneigten ttansdanubischen Bauern, vor allem aber im ganzenLandebei dem verelendeten agrar lschenPro- letariat, dem man ztvar seit-Jahren eine Siedlungsreformversprochen, dem man aber dieses Bersprechennie- malS geh alten hat. ES sei aber vor allein nicht Übersehen, was sich erst in jüngster Zeit enthüllte, daß«ine Anzahl insbesondere jüngerer Offiziereder Armee und der G en d a r m er i e,ferner eine nicht gettnge Zahl mittlerer Beamter verschiedener Budapester Zentralstellen, mit dieser In der Gruppe der M e t'a l l e macht sich die allgemeine'Verteuerung bei Giehereieisen (22.5 Prozent) bemerkbar, ferner bei Kupfer (80 Prozent), Zink(21.4 Prozent), Blei(18.4 Prozent) und Zinn(8.7 Prozent). Nur bei Halb- fertig- und Fertigwaren aus Eisen kam«S bei Durchschnittspreisen zu einer vorübergehenden Senkung um 2.0 Prozent. In der Gruppe der T« x t i I i e n wurde ein weiteres Anziehen der Preise bei Baumwolle um ein Prozent und bei Baumwollgarn um 2.5 Promm A zent verzeichnet. Dagegen weisen überseeische Schafwolle«ine Verbilligung um 1.7 Prozent, Rohseide um 4.8 Prozent und Jute um 0.8 Prozent aus. Bon den son st ige n Industrie st offen u n d-Erzeugnissen verteuerten sich: Rohleder(8.7 Prozent),'gegerbtes Leder(0.7 Prozent), Petroleum(2.8 Prozent), ferner hartes Schnittholz(5 Prozent) und weiches Schnittholz(12.5 Prozent). ganzen nach hakenkreuzlerischem Muster gÄildeten Bewegung sympathisierte. Man wußte«S vielfach in Ungarn, ater man hat es bis heute kaum in der übrigen Welt gewußt, daß diese Bewegung bis zur schweren Erkrankung des Ministerpräsidenten Aömbss darauf abzielt«, diesen zum Diktator von U n g a r n mit dem Ziele auf engst« politische Zusammenarbeit mitdrmDritten Reich zu machen.... Aber Gömtö» starb und die ganze auf eine Diktatur in Unganr und auf engste Verbindung mit dem Dtttten Reiche abzielende Bewegung stand nnn sozusagen führerlos da. Die Geldquellen aus demDrit- ten Reich waren bis dahin nicht besonders reichlich, höchstens zugunsten der an verschiedenen Stellen Ungarns etablierten nationalsozialistischen Agi- tationSzenttalen und Druckereien gefloßen, die das Propagandamaterial auch zu uns nach Oesterreich schmuggeln. -Dis führenden Agitatoren deS SkatiynalsozialiS- muS km Anslllnd« treten meisten» a n-t e r b-tt- Maske von Journalisten auf. 2n Budapest sind eS trotz aller AblengnungSverfuche ter auch in Wien bekannte B a r» n H a h n, der sich übrigens gegenwürtig„auf Urlaub" wieder in Oesterreich aufhalte» soll, wo er gewiß nicht» zu tun hat und wo er nicht geduldet werde» sollte, ferner Herr S ch e P k I, der in Wien Korrespondent reichsdeutscher Zeitungen war, bi» ihm hier nach der Ermordung de» Bundeskanzler» Dr. Dollfuß der Bode» zu heiß, wurde, und ein gewißer Rademacher. Die Angaben über die S» m m« n, die durch die Hände dieser drei Herren in jüngster Zeit nach Ungarn gefloßen sei» sollen, schwanken zwischen 4«nd5Milkt»»e»Mark. Diese Gelder wnrde» im Lande unter dem TUel von Unterstützungen deutscher Kulturverein« und unter de« Borwand, von Pferdeankäusen verteilt. Die Aktton stand und steht unter der Leitung der ungarische» Abgeordneten Merier und Martin sowie«ine» Dtttten, der früher Gouverneur der Ungarischen Poftspattaßa war, von dort gelegentlich de» Frane- Skandal» abging und dann in» Parlament gewählt wurde. Die Tätigkeit dieser Gruppe und der hinter ihr stehenden Parteigänger gewann insbesondere seit dem 14. Feber stark an Umfang, also seit dem Tage, an dem Bundeskanzler Dr. von Schuschnigg seinen Standpunkt zur Wiederherstellung der Monarchie so vollkommen eindeuttg dargelegt und alle Einmischungen in die Innenpolitik Oesterreichs, insbesondere aber jede Einflußnahme„betont nationaler" Gruppen von sich gewiesen hatte. Von diesem Augenblicke an hielt man offenbar in Budapest, aber vor allem in Berlin die Zelt für aktionSreif. Hier wird also durchaus bestätigt, lvaS unser ungarischer Mitarbeiter über Ursprung und Ausbreitung der putschlstischen Bewegung berichtet hatte. DaS Blatt meldet dann noch, es hätte ein Kabinett Meeskr gebildet werden sollen. Als erster habe der Kriegsminister General Roeder eingegriffen und die geheimen Waffenlager der Nazis beschlagnahmen laßen. Dann habe E ck a r d t bei Däranyi auf Niederschlagung der Verschwörung gedrängt und Herr von Mackensen sei, als die Sache ruchbar wurde, auf Urlaub gefahren. Sinn suche man die Sache als harmlos darzustellen: „In Wirtlichkeit aber ist also folgendes geschehen:«ine Gruppe von Politikern und eine sehr große Masse Unzufriedener an» dem»ngattschen Bolle ist mit reichs d e» t s ch« m G e l d e und mtt reichsdeutschen A g i 1 a t i o n S m i t- t e l n dazu präpariert worden, in Ungar« di« Macht zu ergreifen. ES hat sich dabei den Hintermännern dieser Bewegung keineswegs nur um Ungarn, fon- dern vor allem nm Oesterreich gehandelt. Wäre der Putsch in Ungarn gelungen, so hätte Berlin Oesterreich in der Zange gehabt. Man hätte wann man e» gewollt hätte Oesterrttch nicht nur an» dem Norden und an» dem Westen,, sondern auch au» dem Osten und über Steiermark aus dem Süden bedrohen können. Da» ist, wenn man die Sache europäisch betrachtet, die neueste Form der Dranges nach dem Osten. Diese Gefahrist, weil der Putsch in diesen Tagen mißlang, n o ch keineswegs vorbei. Sie kann und sie wird von neuem aufflammen." Mussolini als Regenspender Banghazi. Ministerpräsident Mussolini setzte am Dienstag seine Inspektionsreise längs der Wischen Küstenstraße fort. Auf dem Programm steht die weitere Besichtigung eines 820 Kilometer langen Abschnittes. Südlich von Benghasi wurde der Duee von einer Eingeborenenmenge begrüßt, deren Führer zu ihm sagte:„Mögest du noch so weit von uns leben, wir fühlen deinen Edelmut. Sobald dein Besuch angekündigt worden war, hat unS Allah, nach einer langen-Periode der Trockenheit Regen' gesandt." Deutsche Diktatur In Francos Munitionsfabriken Almeria. Der HavaS-Korrespondent meldet: Aus Granada ist der dort in einer Fabrik zur Herstellung von Bomben beschäftigt gewesene Mechaniker Maurieio Boch entflohen, der nach seinem Eintreffen in Almeria erklärte, daß die genannte Fabrik unter Leitung deutscher Techniker Flugzeugbomben im Einzelgewichte von 150 Kg. erzeuge. Täglich verlassen Eisenbahnzüge, beladen mit"Kriegsmaterial, Granada zur Fahrt an die Madrider und die Andalusische Front. Boch fügte hinzu, daß die mit der Leitung der Erzeugung jeder Art Kriegsmaterials betrauten Deutschen in den Fabriken Ivahrhastig eine Diktatur eingesührt haben. Die nazistische Verschwörung in Ungarn und der preußische»Drang nach Osten** Vor zwanzig Jahren Die deutsch» Front«riebt den Zarensturz Auf der vorgeschobenen Artilleriebeobachtung zwischen Maroez- und Wischnewsee spcht in der Frühe des 17. März 1017 /der Wachtmeister Streit die Ohrtstp Hinter der russischen Front ist Kanonendonner zu hören. WaS geht da vor sich? Der Ruße vom im,/Graben verhält sich, merkwürdig still. Nicht einmal den üblichen Mor»; gengruß sptttzt er herüber./ Einige Jäger erklettern di« Grabenböschustg undäugen zu dm feindlichen Gräben hinüber. Die scheinen wie auSge«, storben. Kein Panje schießt auf sie. Die Hauptbeobachttmg meldet sich. An der Geländefalte am BirkenwÄvchen, die vondervor« geschobenen Beobachtung nicht einzusehen ist, bewegt sich' eine Gruppe Soldaten auf die deutsche■ Stellung zu. Etwa fünfzehn Mann. In dem tte« fm Schnee kommen sie nur mühsam vorwärts.—- Alle» starrt zum Birkenwäldchen hinüber.. Jetzt, müßen, sie doch gleich au» der Senkung austau»- chen. Richtig, da.heben sich zwei schtparze Punkte von dem Schnee tw. Eine Stange bewegt sich hin' und her. Etwa» flattert an her Stange. Ein Taschentuch? Ein Hemd?. Weitere schwarze Punkte erscheinen ,über der Schneedecke.' Da ist kein Zweifel, hi« Kerle wollen herÜbettommen.— Wer sind, sie? Was fiihren sie im Schilde? Die Jäger legest die Gewehre an. Da ertönt von drüben-rasendes Maschinengewehrfeüer. Ah, der Panse nimmt sie üntet Feuer. Ueberläufer sind er. Aber was für merkwürdige Ueberläufer. In so großer Zahl und; am hellerlichten Tage? Sind es entflohene deutsche Gefangene? Gotwerdammt, man muß ihnen hel- fenl Die Artillerie muß dem Panje eins aufs Dach geben I Die ganze Grahenbesatzung steht nun vor den Gräben. Sie schreien, gestikulieren, Winken. Graf Keller, der junge Jägerleutnant, llemmt sich hinter ein Maschinengewehr und raffelt einige Gurte herunter, hinüber zu den russischen Gräben. Gerade will Wachttneister Streit die Feuerstellung anklingeln,-da meldet sie sich-schon selbst. ■■.Was??"—»Jawohl, Herr WachtmeisterI Ehrenwortl Parole d'honneurl". /-- Der Battertetelephonift hat> soeben- sein Ehrmwopt darauf gegeben, daß ist>Pet«rSbstrg die Revolutton ausgebrochen ist. Der Zar' ist gefangen lParole HeimatI Und noch einmal trimphie» pend: Parole HeimatI Die Nachricht schlägt wie eine Bombe ein. Mer jetzt ist nicht Zest, zu jubeln und zu debat- tieren. Da vorne im Schnee spielt., sich dar den Augen der erregten Deutschen ein Drama ah. Rasendes Gewehrfeuer schlägt jetzt aus den russischen Gräben in Richtung auf die Flüchtigen. Zwei Maschinengewehre rattern wie toll.—. Die schfvarzen Punkte sind verschwunden/Noch einmal tauchen zwei Küps« aus dem Schnee auf., Wieder Men Gewehre und MG.— Die Köpfe verschwinden wieher.. . Ah, jetzt weiß man, was--sich da vorne abspielt- Russische Offiziere flüchten vor den eigenen, revoltierenden Soldaten.—'Revolution-in Pe- iersburgl Revolution an dep FrontI. Himmel und Teufel, hie Kerle schieße«'auf ihre Vorgesetzten I —»Erinnert Ihr Euch noch, wie genau vor einem Jahre während-der großen Smnpfschlacht die russischen Offiziere drüben vom Kugelbusch aus ihre eigenen zurückfluienden Soldaten zusammenpfefferten?" »Letzt hat der Panje den Spieß umgedreht I* murmelt«in Obergefreiter. Der-junge Jägerleutnant schaut unentwegt mit dem Fernrohr zur Stelle hinüber, wo sich das Drama abspielt. Noch einmal taucht dort«in Kopf auf. Prompt knattern die Gewehre. Der Kopf sinkt in den Schnee.— Dann wird es sttll da' drüben.• Die Jäger getatenaug Rand und Band. Sie wittern den nahen Frieden. Ihre tzsfiziere schauen bellommen drein. Ihre Blicke irrest an den Unter», gebenen vorbei. Andere wieder sind doppelt zackig. Schimpfen und fluchen.„Schweinebande."—- „Elende Hordel"—„Pflichtvergessene Hunde!" „gusammenschießen müßte man sie, diese Bestien!" Aber das Schimpfen der Offiziere bedeutet unnötige Vorsicht. Die deutschen Soldaten beherrscht nur ein Gedanke: Revolutton ha drüben bedeutet Kriegsschlußl Parole Heimat! Parole Heimat! Sie hocken beisammen in den Unterständest und ist hen Gräben und debattieren eifrig, was nun werden wird, Aus einigen,Unterständen steigt Gesang heraus. Seit Monaten haben sie kein Lied mehr gesungen. Hunger und grausige Kälte haben sie-apathisch werden laßen und ihre Kehlen gelähmt. Mer jetzt beleben neue Triebe ihr« Brust.-Stürmisch steigt die Hoffnung auf und die Freude am Leben! Und die heiße, heiße Sehnsucht! «Sei gegrüßt aus weiter Ferne. Teure Heimat, sei gegrüßt!" W. e h e r- H o.n.r a t.h. j, Seite« „Sozialdemokrat* Mittwoch, 17. Mir, 1837. Nr.«Ui Uu&hnd Der Negus hofft noch Immer Bath. Halle Selassie erklärte in einem Interview mit einem Vertreter der Agentur HavaS: Der Tod des Naö Desto darf nicht, so ausgelegt Werden, daß er das Ende des nationalen Widerstandes Abessiniens bedeuten würde. Der Widerstand^ ist tatsächlich national und allgemein und cs handelt sich ittn'- etwas mehr als um lokale Widcrstandszenfren gegen den'Angreifers Das Attentat auf Graziani beweist sehr anschaulich, daß sich der Eindringling auch in Addis Abeba nicht sicher fühlt. In der Hauptstadt ist die Opposition niedergehalten und tvagt es noch nicht, her» vorzutreten. Aber schon einige Kilometer von der Stadt entfernt verschärft sie sich. Halle Selassie fiigtr hinzu: Abessinien wird in der nach st en Völkerbunds er» sammlung vertreten sein und die abessinische Delegation wird gerne für die Aufnahme Aegyptens in den Völkerbund stimmen, das bis in die letzten Tage ein Freund des Landes war. ■ Tschechoslowakei— empfindlichster Punkt. Der„TempS" vom Dienstag widmet seinen Leitartikel der gcgeittvärtigc» außenpolitischen Lage und den Verhältnissen in Oesterreich, Ungarn und der Tschechoslowakei. Das Blatt sagt, dah die Frage einer allfälligen Wiedereinsetzung der Habsburger, die in letzter Zeit die Ocffentlichkeit stark beschäftigt, entschieden. an Aktualität gewonnen hat. Was das Verhältnis der. Tschechoslowakei zu Deutschland betrifft, ist daS Blatt der Meinung, dah im Hinblick auf die gegenwärtige Tätigkeit Deutschlands in Mitteleuropa die Tschechoslowakei der empfindlich st«Punkt'der Kon tinentalpolitik ist. Trotzdem müsse man jedoch die Gerüchte, die sich in gewis-, scn internationalen Kreisen als Folge der heftigen Kampagne, welche die deutsche Presse gegen hje Tschechoslowakei führt, im Umlauf befinden, mit erheblichen Vorbehalten aufnehmen. Der Druck durch Pressekampagnen ist in der deutschen Diplomatie kein ungewöhnliches Mittel, wenn.es sich ihr um die Stärkung deS Einflusses deutscher Elemente handelt, die im Rahmen ausländischer Staaten aktiv der Sache des PangermaniSmuö dienen. Die Prager Regierung hat, wie gut bekannt ist, zahlreiche Beweise weitgehendster Versöhnlichkeit gegeben und es liegt im Interesse Deutschlands, dah dieses das peinliche Gefühl der Ungewihheit beseitige. In Berlin gibt es jedoch eine Reihe mächtiger Elemente— schließt daS Blatt— welche der deutschen Politik in Mitteleuropa ihren bisherigen bedrohlichen Charakter belassen wollen,, und gerade in ihrer. Tätigkeit, liege die Gefahr eventueller Komplikationen in Mittel-Europa. Schwelgen über Südtirol. Jüngst wurden acht junge südtiroler Deutsche in geheimer Verhandlung zu Bozen— einen Verteidiger durften sie nicht haben— wegen einer gemeinschaftlich unternommenen Ski-Tour zur Verschickung auf die Insel Ponza verurteilt, zwei sogar auf fünf Jahre. Ponza ist eine der Strafinseln im Mittelmeer, wo die Gefangenen fürchterlicher Sommerhitze und' schrankenloser Willkür der Schergen ausgeliefert sind. Bor 14 Tagen wurde ein Gesetz verkündet, wonach in den neuen, erst nach dem Wellkrieg«langten Provinzen Italiens Land „für Agrikulturzwecke* enteignet werden kann. Man erwartet davon in Südtirol, daß deutsche Bauern durch hepbeigeschaffte Italiener verdrängt werden sollen. Als groheS Zugeständnis an Dollfuß hatte Italien seinerzeit in drei Städten Südtirols— das ja längst kein« deutsche Schule mehr hat— Deutschunterricht zugelassen. Davon ist aber jetzt keine Rede mehr und im Dezember 1986 wurde Josephine Leitner zu 64 Tagen Gefängnis verurteilt, weil sie cntgeqen dem Totalverbot Unterricht in der deutschen Sprache erteilt hatte. Bon der völligen Rechtlosigkeit und brutalen Entdeutschnng dieser Viertelmillion Deutscher in Südtirol aber schweigen die Hitler, Henlein usw. in allen Tönen, während sie alle Welt mit Schauermärchen gegen die einzige Demokratie' in Mitteleuropa- aufzu- bringen versuchen I(bn) Der SA-Sturm den Hindenburg-Zentrum wurde aufgelöst, well er sich den Anordnungen der Partei- leitung widersetzte und in der Deutschen Arbeitsfront einen radikalen Einfluh ausgeübt HM«. Gleichzeitig hatte die Polizei«inen Bericht an den Stabschef. Lutze, gemacht, dah die oberschlestsch« SA sehr stark mit kriminellen Elementen' durchsetzt sei. Schwarzsender.. In Modena wurde ein Schwarzsender entdeckt, der sich vor allem gegen die italienische Intervention in Spanien richtete. Zahlreiche Personen, darunter einige Offiziere, wurden verhaftet. < Katholik Mn Franko hingerichtet. Nach Meldun- gen au» Sevilla wurde dort der frühere Minister der Regierung Gil Roble», Jimenez Fernandez, der. nach der Flucht von Gil RobleS die Leitung der Aceton Populär übernahm, deren linken, gemäßigten Flügel, angehörte und für eine Agrarreform eintrat, auf-Befehl der Franco-Behörden hingerichtet. Fernandez gehörte früher dem Jesuitenorden an. und war bis zuletzt überzeugter Katholik. Wieder ein Kind überfahren. Gestern um 11 Uhr Vormittags warf der 36jährige Chauffeur Karl Mahler aus Wtzsotschan mit seinem leichten Lastauto vor dem Hause Nr.'86 in der Podibradstraße in Zijskov den siebenjährigen Schüler Karl Bandro- vec, den, Sohn eines Zijskover Lackierers zu Boden. Der Knabe erlitt einen Bruch des linken Arms. Er wurde in'Begleitung der' Wache sofort"vön"einer Autodroschke in» tschechische Kinderspital gebracht, während das Strafverfahren gegen den Wagenlenker eingeleitet wurde. Das Leben für 40 K& Vorgestern nachmittags um halb 4 Uhr sprang die Frau einer ehemaligen Angestellten, Antonie Benda auS Hodkoviika, von der Stefanlkbkück« in die Moldau. Sie wurde von zwei Arbeitern herauSgezogen und von der RettnngSge» sellfchakk auf die Klinik Nonnenbruch gebracht,- wo sie als Gruyd'ihres Selbstmordversuches angab, sie und ihr. Mann seien seit längerer Zeit arbeitslos und«in Betrüger, der ihr versprochen habe, ihr einen Posten zu. verschaffen,, habe sie unter diesem Vorwand unt 40 I<ä gebracht. Hierüber sei sie völlig'verzweifelt.'.'.- Arbeitsanfall. Gestern mittags wurde der. 89- jährige BahnhqfSarbeiter. Karl Byikovskh auS Michle ins allgemeine Krankenhaus.gebracht Er war bei'Arbeiten' auf dem Wrschowitzer Bahnhof von einer Heransahrenden Lokomotive erfaßt' worden und hatte vier Rippenbrüche auf d« linken. Körperseite erlitten. Ausfluglzüge der Tschechoslowakischen Staatsbahnen zu den vsterf«iertag«n.'An den Tagen vom 20. bis 20, März in» Riesengebirge kl! 480.—, 20. bis 20. März nach Tatranfkä Lomnice 880 fli, 28. bis 80. März Große und Kleine Fatta 420 Ki, 28. bi, 29. llsiärz Erzgebirge 880 XL, 27. bis 29. Mörz ins Riefengebjrge 140 Xi, 27. bis 29. März ins Erzgebirge 165 Xi.— Anmeldungen mit Angabe km Basar neben dem Wilsonbahnhof. Telephon 888-85. 18.000 männliche NoväkS führt das neue Prager Adreßbuch an. Mit Gattinnen.und Kindern«»| geben die Prager Träger dieses Namens, der im Tschechischen stch einer ähnlichen Verbreitung, erfreut, wie im Deutschen etwa der Name Müll« oder Schulze, zahlenmäßig di« Bevölkerung einer ganz ansehnlichen Kleinstadt. Die Noväk» haben bekmmt- lich einen Verein gebildet und geben eine eigen« Zeitschrift heran». Interessant ist, daß dieser Name, ebenso wie der ähnlich verbreitete Name Novotny und der etwas seltenere N o v tj ursprünglich einen neu Zugezogen, in d« Gemeinde neu Ansässigen bedeutet. Gesandter Fierlinger Über Briand.„Die tschechoslowakische Vereinigung für den BLllerbund" (Staatswissenschaftliche Gesellschaft) beging unter Mitwirkung- der„Paneuropa-Union in d« Tschechoslowakischen Republik" und de»..Verbandes der Hochschulvereinigungen für den Völkerbund in der Tschechoslowakischen Republik" am 16. März, den fünfjährigen Todestag des großen ftanzöstschen Staatsmann«» Briand durch einen Vortrag der- Gesandten Zdenik Fierlinger im großen Saale her Handels- und Gcwerbekammer in Prag. Der Vortragende gedachte insbesondere der konsequenten Bemühungen Briands um die Sicherung des Frieden». Sein Pazifismus war keinersall» ein'Zeichen von Skeptizismus und Schwäche. Seine Friedensbestrebungen waren vielmehr der Ausdruck«Ines tiefgreifenden Realismus, richtiger Intuition und der ernsten Auffassung der Aufgaben eines verantwortungsbewußten Staatsmannes. Briand hatte sehr schnell begriffen, daß Europa nicht ewig in zwei feindliche Lager gespalten bleiben könne, sondern von neuem sein natürliche» Gleichgewicht, beruhend auf den sich gegenseittg durchdringenden Interessen und auf der Erneuerung des internattonalen Vertrauen», finden müsse. In der heuttgen schwierigen Atmosphäre der fieberhaften Rüstungen und de» gesteigerten Misstrauens wird un» umso stärker bewußt, daß die Politik BriandS richtig und daß seine Warnung berechtigt war. Leider erwies es sich al» eine allzu schwere, die Kraft eine» Menschen übersteigende Aufgabe, di« tiefe Kluft der Mißtrauens zu überbrücken, die der Krieg zwischen den Nationen geschaffen hatte, insbesondere da-die aktuellen Mialen Konflikte die Lösung von Fragen der int«nattonalen Politik nur noch mehr erschwerten. Nicht nur Frankreich, sondern auch, die Tschechoftowafet hat besondere Gründe zur Dankbarkeit. gegenüber'Briand.- Denn er stand an der Wiege-unserer Selbständigkeit.' In der Nach» kriegSepoch« kann ssch unsere Außenpolitik mit allen FriedenSbestrebustgen Briand!'. identifizieren. Nicht -ein einzige».Mal bestand zwischen der Außenpolitik der Tschechoftowakei und der Politik Briand» der geringste ideologische oder taktische Unterschied. Bei der Kontinuität, durch die stch die tschechoslowakische Außenpolitik äuSzeichnet, charakterisiert diese ideelle Parallelität genügend die Ziele unserer Politik. Dieses Ziele- zu verwirflichen, da» Vermächtnis Briand» zu erfüllen,' ist die Aufgabe unser aller und wird zweifellos auch in Zukunft die gemeinsame Aufgabe. der französischen und- tschechoslowakischen Außenpolitik bleiben,.. Allgemeiner Angestellten-Verband, Jugendabteilung.. Wir laden zu dem am Mittwoch, den 17. März 1987, im H e i m, Prag II., Smeikagasse 22, dritter Stock, stättfindenden Vortrag. „Kanada, dae Land der Zukunft" ein»! Vortragender: Sekretär Kollege Adolf Schmidt. Kollege Schmidt hat selbst ein« längere Studienreise durch Kanada gemacht. XumI und Wteaeg SmnStag, Erstaufführung„R-ftini in Neapel", komische Over-nach Rossini von Baumgartner, mit Preger(Titelrolle), Köche Walter(Angela), Wanka (Isotta), Rahn(Franciüa), Kuthan(Nina). Bäudler(Äarbaja), Göllnitz(Torquato), Hetz(Wirt), Libat(Dichter), Dudek(Gerichtsdiener), Taub (Marcello). Dirigent: Rieger; Regie: Nordo. (AL.) Sonntag, TIlla Duebens al« Elisabeth in „Maria.Stuart". Letzte» Auftreten!(B 1.) Da die B 2-Abonnenten kein Gastspiel Tilla Durieug erhalten konnten, gelten für die B 2-Abonnenten ausnahmsweise die Gutschein« der Kleinen Bühne mit 50proz«ntiger Ermäßigung auch im Neuen Theater. Wochenspielplan des Reuen Deutschen Theater». Mittwoch 8%: Minna von Barnhelm, Abonn. ausgeh., 7f6: Treff-As, B.— Donnerstag 7%: Gioconda. E 2.— Freitag 8: Tress-As, D.— Sainttag 7J4: Rossini In Neapel, AL.— Sonntag Llb: Arbeitee» vorftellung! Di«.Fledermaus, 8: La Traviata, Gastspiel Eide Norena, B 1. WochenIPhelplan dar Klein«, Bühn«. Mittwoch 8: Alarm im Radio. Bankbeamte ll und freier Verkauf.— Donnerstag 8: Photographieren verboten. — Freitag 8: Alarm im Radio, Theatergemeinde de» Kulturverbandes und freier Verkauf.— Samstag 8: Treff-As.— Sonntag 8: Dar Nest. Gastspiel Tilla Dutteur, 8: Iran, Gastspiel Kramer- Glöckner. Die Jugend kommt zum Atusl Als besonder» erfreuliche» Zeichen der kommenden- Aufwärirentwicklung. der Arbeiter-Turn» und Sporchcivegung kann der Bericht-de» BezirVobman- ne» Genossen Winter auf dem sonntägigen Be» zirksverbandrtag in Eger gelten. Ebenso wie die Techniker berichtete der Obmann über starkem Jugendnachwnch»,' wodurch der Mitgliederstand feit fünf Jahren erstmalig eine Blldnngsvenfn deutscher Irbelier, Prag Bildungsausschuss der DSIP, Prag fausilt Am Donnerstag, den 18. Mär» 1987, nm 20 Uhr im großen Saale der„Urania", Prag II., Klimontskt 4. Programm: Joseph Haydn: Klavier-Trio, G-dur.— W. A. Mozart; Sonate für Violine und Klavier, F-dur.— L. van Beethoven: Streich- Quartett, A-dur, op. 18, Rr. 5. Milwirkend er Rudolf Czerwenka(Klavier), Fran» Berger(Violine), Fritz Kraupner (Cello), Karl Schreiner(ll. Violine), Rudolf Posselt(ll. Violine), Nikolai Gotlib(Viola). Schüler der Meisterllaffe der deutschen Musikakademie. Karten zu M S.— und AL 8.— im BUdnngSverrin deutscher Arbeiter, SmeLky» bei Optiker Deutsch, Koruna, und bei den Vertrauensleuten. Aufwärt» en tw i cklung genommen hat. Die Berichte der Bezirksfunktionäre lösten«ine lange Debatte au», besonder» eingehend nahmen die Ber- einSvertretcr zur Frage der Gewinnung und Erziehung de»' proletarischen Nachwuchses Stellung. Ueber den Arbeitsplan 1987 erstattete Genosse Mykura«in übersichtliches Referat. Ausgehend von den wirtschaftlichen und politischen Grundlagen, kam der Referent auf die neuen Aufgaben der Arbeiterkulturbewegung und auf da» neue Gesicht der Organisation zu sprechen. Die Neuwahl ergab u. a. die Wiederwahl de» Genossen Hans Winter al» Obmann. Bon den weiteren Beschlüssen wären hervorzuheben: Korporative Teilnahme am Arbeitertag in Asch.(25. Juli), Einführung von drei getrennten Vorturnerlchrstunden, Herausgabe einer Borturnerzeitung, Gründungsfest de» Atus Haslau am 15. August, Besinn der FuBball*FrUh]ahrs* serle In Westböhmen Die Herbstserie der ersten Fußballllaffe im 6. AtuS-Krei» wurde nach elf Spielen beendet. Bon 22 erreichbaren Vunkten brachte es der Spitzenführer und Kreismeister G r a S l i tz nur auf 15, e» folgen ihm vier Mannschaften(ASB Neudek. FFK Falkenau, AtuS Karlsbad, Aw» Unterreichenau) mit je 14 Punkten. Das NachtragSspiel gegen Drahowitz bergab GraSlitz auf eigenem Platz mit 2:1 und da- mtt die Chance eine» größeren Vorsprung»..Kommenden Sonntag beginnt der z w e i t e T e i b der Serie. Der Spitzinführer fährt zum'Tabellenletzten nach FranzenSbad; nach der sonntägigen Niederlage im Freundschaftsspiel gegen Unterreichenau dürfte e» dem Kreismeister nicht so leicht werden. Eine wichtige Entscheidung fällt in Karlsbad, dort treffen sich die punktegleichen Vereine AtuS Karlsbad und ASB Neudek. Die beiden anderen .Bierzehnpunkter" spielen auf eigenem Platz, und ztvar hat Fallenau die gutvlacierte Fischern« Mannschaft zu Gaste In Unterreichenau wird Maierhöfen erwartet. Die Rote Elf EhodSu leitet die Serie mit einem Spiel gegen den Tabellennachbarn Drahowitz ein; die gutplacierten Schankauer spielen, gegen Aich. Freundschaftsspiele vom Sonntag: Atus Unter« relchena» gegen ASB GraSlitz 2:1, FFK Fallenau gegen, AtuS Neusattl 5:1, AtuS Drahowitz gegen Atu» Weheditz 5:1, Atus Karlsbad gegen Note Elf tkhodau 4:1. DI« ÜfSF-GeneralversaMmlung am Sonntag beschloß u. a., daß die Reorganisation der Divisionen, zu einem späteren Zeitpunkte verhandelt werdet lehnte den Antrag, die Zahl der Klubs am Qualifi- kationSturnier um den Aufstieg in die Liga zu vermehren, ab und wandte stch schließlich gegen neue ausländische Spieler und verlangte deren Start- verbot. DaS finnische Wasa-Skirennen(85 Kilometer)' gewann der Schwede Ä. Hägoblad in 6:05:56 Eid. vor seinem Landsmann Matslow. welcher nur um vier Sekunden länger lief. Am Start befanden stch 70 Läufer. RW-Genossenl Achtung! Der RW-Abend am Donnerstag, den 18.'d. M.» findet nicht statt. Die RW-Genossen sollen sich an dem am gleichen Tage stattftndenden„Mustk-Atend" im großen Saale der„Urania" Prag Ik., Kliment- flä 4, beteiligen. Der nächste RW-Abend am Sä». Mürz, ttricbtt tu» Parteiheim. Deutsche BSllerbundliga. Heute 19 Uhr,„Deutsches Hau»", Schmetzkalsaal: Haupwersaminluug mit Vortrag de» Univ.-Prof. Dr. A. v. B e r droh über„Die Reform des Völkerbund«»". Gäste willkommen. Verlanget überall Volksziinder Bczugsbedin g un g en: Bei Zustellung in»Hau» oder be: Bezug durch dir Post monatlich Xi 16.—, vierteljährlich Ai 48.—, halbjährig Xi 98.— ganzsährigXi 192.—.— Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei-Einsendung der Rewurmarken.— Die ZeitungSfrankatur wurde von der Post- und Tele- graphendirektion mit Erlaß Nr. 18.80ü/Vlfll980 bptvWllt.— Druckerei:„Orbis", Drück-, Verlags- und Zeitungs-A.»G.'Prag,'