Sozialdemokrat gentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei iu der Tschechoslowaklschen Republik Erscheint mit Ansnahme de» Montag tl-lich früh Redaktion und Verwaltung: Prag XII., Fochova 62— Telephon 88077— Herausgeber: Siegfried Taub— Verantwortlicher Redakteur: Karl Kern, Prag 17. Jahrgang Donnerstag, 18. Mär-1937 cknzekprei» Aus dem Inhalt: Aufruf der Internationale für Spanien Wehrerziehung in Sicht Ein Piratenstück Francos Kein Bergarbeiterstreik In Polen Nr. 6« Blutige Zusammenstöße in Paris Polizei schient auf demonstrierende Arbeiter— Fünf Tote und 200 Verwundete Paris. Dienstag abends Kam es in dem Pariser Vorort Clichy zu schweren Zusammenstößen zwischen Demonstranten der Linksparteien, unter die sich offenbar Elemente der äußersten Rechten in provokativer Absicht ge mischt hatten, und der Zivilgarde. ES entwickelte sich eine Schießerei, bei der die Polizei ganze Salven gegen die Menge abgab. Bisher sind fsinfTote undetwa2vv Verwundete sestgestellt. Diese beklagenswerten Ereignisse erinnern lebhaft an de« 6. Feber 1934, an welchem Tage eS— ebenfalls durch Provokationen der Rechten— vor der Kammer zu einem Blutbad kam, das de« Rücktritt des Kabinetts Daladier zur Folge hatte. Kabinettsrat beschließt Aufruf zur Ruhe Part«. Der KabinettSrat, der Abend unter dem Vorsitz deS Ministerpräsidenten Blum znfam- mentrat, hat keinerlei Sanktione» be- fchloffen, da die Untersuchung noch nicht abgeschlossen ist. ES wurde beschlossen, daß die Negierung I an die Pariser Bevölkerung einen Aufrnfznr Ruhe erlassen wird. Für Mittwoch abends bewilligte die Regierung die Tagung der Volksfront im Rathaus von Clichy, jedoch unter der Bedingung, daß die Tagung in einem geschloffenen Raum im RathauS ohne alle Umzüge und Zusammenrottungen ans den Straßen stattfindrn müsse. Der Ministerpräsident wird am Donnerstag dir Delegationen der- LinkSklubS empfangen und dann persönlich an der Sitzung der. LinkSklubS teilnehmrn. - Die Kommunisten und die extremen LlnkS- «lemente unter der Arbeiterschaft fordern, daß die Regierung mehrere Polizeiinspektoren bestrafe und strenge Maßnahmen gegen die Partei de la Ro- queS sowie gegen die Bolkspartei DoriotS ergreife. Dagegen fordern die Radikalsozialisten, daß für die Zeit der.Internationalen Pariser Ausstellung in Frankreich ein W a f f e n st i l l st a n d der Parteien hergestellt werde, welcher von allen Parteien sowohl der äußersten Linken als auch bei der äußersten Rechten respektiert werde. Die auf dem Ausstellungsgebäude beschäftigten Arbeiter unterbrachen vor Mittag.die Arbeit und versammelten sich in der Stärke von«Uva 6000 Personen zu einer Bolksversammlung. ES tvurdeeirrrResolution angenommen, in welcher die streng« Bestrafung der Provokateure verlangt wird. ES wurde eine Delegation gewählt, welch« diesen Wunsch dem Ministerpräsidenten bekanntgeben soll. Vom Kriegsschauplatz Madrid. Der Ausschuß für die Verteidigung Madrids meldete Dieustag abendS, um 22 Uhr: An der Front von Guadalajara versuchten die Flugstreitkräfte deS Generals Franco, unsere Positionen zu boinbardieren, wurde« aber durch- tvegs in die Flucht getrieben. Die Flugzeuge, der Negierung bewarfen dann die feindliche» Positionen mit Bomben. Bei Fliegerkämpfen wurden vier feindliche Flugzeuge abgeschoffen. Am Abschnitt Toralba an der Arragon- Front unternahm der Feind einen drei Stunden dauernden Angriff. Derselbe wurde mit großen Verlusten für dir Abteilungen FrancoS zurückgeschlagen. Valencia. Der neue Sowjetbotschafter in Spanien, Leo G a j k i 8, übergab am Dienstag dein Präsidenten der Spanischen Republik sein Beglaubigungsschreiben. Wieder In einem Tag überzeichnet Paris. Das Amtsblatt veröffentlicht das Dekret, womit die Zeichnung der zweiten Tranche der französischen NatlonalvertridlgnngSanleih« in der Höhe von drei Milliarden Franks eingestellt wird, weil diese Tranche am DienStag bereits voll gezeichnet worden ist. Ucber die Zusammenstöße gibt das T s ch e- choslowakischePressebüro folgenden•—. offenbar stark einseitig auf In» formationen durch die Polizei fußenden— Bericht wieder: Sie französische„Soziale Partei", tereN Borsitzender Oberst del a,Noe q u e ist, teilte vor einigen Tage« mit, daß. sie im'Kino„Olympia" in Clichy einen Unterhaltungsabend für ihre Anhänger veranstglten werde. Die Polizripräsrk- tur und daS Innenministerium" bewilligten diese Beranstaltung. DienStag abrndS begannen sich in der Umgebung des Lichtspielhauses Gruppen junger kommunistischer Anhänger zu sammeln, die noch vor Beginn der Unterhaltung der Sozialen Parset in paS Kino, oinzudringen versuchten. Ber. stärkte PrlizeiabteUun,en und Republikanische Garde hindmten sie jedoch daran und mochten den Zugang für die Anhänger de la RoegueS stet. In de» Seitengassen sammelte» sich dann nach und yach ungefähr 6000 blS 7VVV Anhänger der äußersten Linken an und ihre Zahl nmchS beständig. Die Demonstranten näherte» sich von einigen Seiten trotz dm ziemlich starken Polizeiabteilungen dem Kino. Die Polizei begann sie zu zerstreue». Die Lage verschlechterte sich, als plötzlich anS den Reihen der Demonstranten(von Provokateuren aus beip faschistischen Lager- D. Red.) geschossen wurde. Der Polizeipräfekt ließ weitere Berftärknngm herbeirufen und forderte die Demonstranten znm Auöeinan- dergehen auf. Diese-jedoch verbarrikadier t e» s i ch in den Seitmgaffe».und begannen di« Polizei mit Steinen aus dem aufge- riffenen Pflaster zu bewerfen. Nachdem einige Polizisten verwundet worden warm und als aus den Reihen dar Demonstrantrn geschossen wurde, gab der Polizeipräfekt nach zwei vergeblichen Aufforderimgen zum AuSeinandergehen Befehl zum Schießen. Strenge Untersuchung ungeordnet Der Minister deS Innern D o r« o y begab sich um 2:48 Uhr inS Ministerium und erklärte, daß sofort eine rasche Untersuchung angestellt werden wird, wer für die Ereignisse in Clichy verantwortlich ist, möge er wer immer sein: Er fügte hinzu, die Regierung bedauere sehr, daß eS zu solchen Zwischenfällen kam, und verneige sich vor dm Opfern. Di« Ereignisse find außerordentlich schmerzlich. Die Regierung verlangt bloß, daß jedtr-Kaltblütigkeit bewahrt, Sämtliche Geschosse, di« bei den Operierten der verwundete» Personen«ttfernt wurden, war. den dem Minister dvö Snnern für di« amtliche« Nachforschungen übergeben. ES sind dies sämt» lich SechS-Milliineter-Nevolvergeschosse. • DiaiGerichtSbehördm, die vormittags die Untersuchung ausgenommen haben, stellen genau fest, wer scharf geschossen hay ob dieManifestan« tm odurdiePplizet. Die republikanischen Gar- Blums Kabinettschef schwer verletzt Minister des Inneren Dormo», der von dm Demonstrationen informiert worden war, begab sich sofort ins RathauS von Clichy, wohin auch der KablnettSchef deS Ministerpräsidenten Blum, Bl« m e l, kam. Minister Dormoy begab sich mit Blumel auf dm Balkon deS Rathauses, wo sie zur Menge sprechen wollten. Plötzlich aber begann Blumel zu wanken, dmn er war vonzweiRe- volverschüssen auS den Reihen der Demonstranten getroffen worden. Er wurde in daS Krankenhaus von Baujon gebracht. ES handelt sich um Schußverletzungen. Er mußte sich noch in dm Nachtstundm einer Operation unterziehen. DaS Geschoß wurde entfernt und sein Zaftänd istflhr zusrWknskellendT"^ Auch der Bürgermeister von Clichy hat ziemlich bedeutende Kontusionen erlitten. Während dieser Demonstrationen wurde daS BergnügnngSprogramm deS Abends der Sozialen Partei im Kino„Olympia" weiter.fortge- f e tz t. Als eS zahlreichen Demonstranten auS den Reihe» der Linken gelungen war, biS zum Gebäude deS. Lichtspieltheaters heranzutommm und sie auf daS Dach des Theaters Steine warfen, besetzte die Polizei die Umgebung des KipoS und führte die Teilnehmer an dem Unterhaltungsabend der Sozialm Partei, ungefähr 16 0 Personen, durch Seitentüren ans dem Kino und machte Ihnen dm Weg frei. Ministerpräsident. Lion.Blum besuchte noch in der Nacht mid Mittwoch vormittags säpttlich« im KrankmhauS liegendm Verwundeten. Der Zustand eines derfelbm ist sehr ernst. Die Mehrzahl der verletzten Polizribmmten, von denen an 00 Verletzungen davongrtragm haben, wurden im Laufe des Vormittags in häusliche Pflege rnt- lassm. Rur sechs blieben im Krankenhaus. disten erklären, sie hätten alle blind und in die Luft.geschossen, um die Manifestanten zu zerstreuen. Nach den Berichten der Sonderausgabe des „Petit Parisien" schossen die Polizisten scharf anS Revolvern.& wird jedoch erklärt, daß sie in Notwehr gehandelt Haban, als sie direkt aus dm Reihen der Manifestanten beschossen wurden. Der Bürgermeister der Stadt Clichy, der kommunistische Drputicktr Auffray, erklärte Journalisten, daß seiner Ansicht«ach die Hauptschuld a« den Zusammenstößen' in Clichy d i e Pu r t e i d e l a R» e y« ab trag t, deren Versammlung»m der Arbeiterschaft in Clichy alb'Pr»vokation angesehm wurde. / Der sozialistische.„Ppp», la irr" vezelch- net die Ereignisse in Clichy als P rav o k a t i a n. seitmS der Partei der ehemaligen Feuerkreuzler. V Die kommunistische n%> um a nit«"schreibt, daß die Polizei auf"hie Anhäng« der Volksfront geschossen hat, und verlangt die Auflösung der Pgrtei he la Rocquesund DoriotS. Die Nachrichten von den blutigen Ereignissen im Pariser Vorort Clichy, welche sieben Tote und 300 Verwundete gekostet haben, lassen noch keine volle Klarheit darüber zu, wie es zu den Schießereien gekommen ist, Sicher ist es, daß die kleine, aber verwegene Gruppe der französischen Faschisten, die sich jetzt„Französische Sozialpartei" nennt, den A n l a ß zu Unruhen durch ihre Veranstaltung gegeben hat, worauf eS zu Gegendemonstrationen gekommen ist. Es ist durchaus verständlich, daß die Arbeiter von Paris faschistische Manifestationen nicht zulassen wollen und daß sie den Faschismus in seinen ersten Regungen niedertreten wollen— die Erfahrungen der letzten Jahre geben ihnen da durchaus recht. Dagegen geht aus den bis zur Stunde eingetroffenen Nachrichten noch nicht hervor, werzuer st geschossen hat. Waren es faschistische Provokateure oder waren es einzelne Polizisten, die in ihrer Gesinnung nicht weit von Herm de la Roque entfernt sind? Diese Frage wird"einer genauen, rücksichtslosen Untersuchung bedürfen und sie wird erfolgen. Dafür bürgt schon der sozialistische Innenminister Darmoy, der auch die Ber- antwortung einzelner Funktionäre der Polizei und ihres Kommandanten prüfen wird. Daß der Innenminister und BIumS Kabinettchef herbeieilten, zeigt, daß die Vertrauensmänner der sozialdemokratischen Arbeiter ihre Pflicht erkannten, ersüll- tcn und weiter erfüllen werden, daß der Kabinett- Hes^bs^ErfÜllMg^eissirP flicht iNit rkmr schwe-- ren Verwundung büßte, zeigt die Unerschrockenseit der beiden Funktionäre, die eben dort waren, wo sich die Lage am kritischesten gestaltete. Sieben Tote und dreihundert Verletzt» sind eine Mahnung und Warnung, daß von Seite der Regierung und der staatlichen Exekutive mit aller Umsicht und Tatkraft eingegrifsen werde, damit Frankreich nach wie vor das Land bleibt,, das fest und ungebrochen seinen großen politischen und geistigen Aufgaben, nachkomme und seine europäische Sendung im Interesse des Friedens und der Kultur, der Demokratie und der Freiheit erfülle. Dieser Ausgabe ist sich die Regierung Lkon BlumS bewußt. Die Verhandlungen, die der Ministerpräsident mit seinen Partnern der Volksfront tagsüber geführt hat, zeigen, daß er eine gemeinsame Auffassung der„Negierung der Massen" erarbeite» will. Das ist notwendig, da die versteckten und offenen Gegner der Demokratie daraus lauern, der Bolkssrontregierung ein Betn zu stellen. Der letzte große Erfolg, den Blum uM sein Finanzminister Auriol mit der Rüstungsanleihe erzielt haben, hat die Wut der Faschisten gesteigert und sie zu einem verwegenen Versuch verleitet, der nicht zu ihrem Erfolg. ausschlagen wird. Denn die jetzige Negierung Frankreichs ist stark, das Land hat eines der stärksten' und stabilsten Kabinette seit Clkmenceaus Kriegskabinett. Die Negierung Blum' hat alle Schwierigkeiten zur Ueberraschung und zum Leidwesen aller Reaktionäre" Europas bisher überwunden uitd sie wird unter der geschickten Leitung des Staatsmannes und Sozialisten Blum auch in dieser schwierigen Lage ihren Mann stellen, wenn alle Teile der Volksfront, von dem Wissen beseelt sind, zusammenzuhalten und weiter zu regiere.». Wenn man die Läge Frankreichs am 17. März 1037 mit jener am 6. Feber 1084 vergleichen sollte, da die Demonstrationen jenes Tages den Rücktritt des Ministerpräsidenten Daladier zur Folge hatten, so' darf man nicht., vergessen, daß diese Regierung. Blum weit stärker ist als es jene Daladiers gewesen ist und daß Blum.«ine geschlossene Parlamentsmehrheit hinter sich hat. Blum hat sich in den zehn Monaten ein solches Ansehen und Vertrauen erlvorben, daß man gerade ihn als den Mann ansehen kann, der Frankreich die Ruhe und den inner» Frieden zurückgebeni wird. ■« retten.. Schon ist e» der sozialistischen und gewerkschaftliche« Propaganda gelungen, bedeutende Erfolge zu erzielen: Klarheit verbreitet sich, die Geister geraten in Bewegung. Jetzt ist' der Zeitpunkt, alle Anstrengungen zu verdoppeln. 1 Wenn jede unserer Organisationen ihre ganze Pflicht erfüllt, dann wird d« Sieg unserer spanischen Genossen gesichert und beschleunigt werden. Nochkan« der F r i e d e« der Welt gerettet werden! erfordern, so wird Me Regier«eng im Berard- nungSwege auch ältere Personen, soweit sie Nach dem StieattvertetdigungSgesrh zu persön- lichen Leistungen verpflichtet sind, der WehräuS- tildutrg' bzw. der Artbildung km Schutzdimst >mt«zieben können. DktWehrerzkehung soll au» vier Teilen bestehen:' Au» der maraflschen Mrd erzieherischen Wehrvorberritung, au» der körperlichen Ausbildung, au» der Ausbildung im Schuhdirnst und au» der WehrauSbildung. In den letzten Tagen ist er gelungen, die Genehmigung der Resysteinisierung für die Zivilangestellten der Militärverwaltung zu erreichen. Die Zahl der vraamatikalischen Kanzleibeamten wird erhöht. Die diesbezüglichen Ernennungen sollen zum größten Test bereit» zum 1. Juli durchgesührt werden. Im Jahre 1986 konnten mehr längerdienende Unterofsiziere versorgt werden al» in früheren Jahren, doch ist der Effekt i«inner noch nicht zufriedenstellend. Die Einführung der zweijährigen Dienstzeit und' die Reorganisation det Armee hat u. a. auch Wehrerziehung In Sicht Der ursprüngliche Entwurf völlig umgearbeitet 28 Per freund Als ich aus dem ,Salon' zurückkehcte, fiel mir auf: daß jemand sich hinter den Garderobenständern versteckte. Ich sah scharf hin und glaubte, Kolja zu erkennen. Dann erfuhr ich in der Klasse, daß er gleich nach mir herauS- gegangen war. In« ,Salon' hatten wir ihn aber nicht gesehen. Sofort schöpfte ich Verdacht und stellte ihn t« der Pause zur Rede. Er wich aus. Ich sägte, dtzß der Direktor nicht mich alles», sondern auch Ärischa ertappt hätte und fragte ihn, wo er den« gewesen wäre. Da wurde er blaß und schrie mich a«: ,Di« glaubst doch nicht etwa, daß ich ein Verräter bin?' Nun, nach diesen Worten gläubte ich es allerdings nicht mehr. Ich wüßte e»I" Und er sah sich triiunphierend um. Ich. kann nicht sagen, ob jemand seinen Blick erwiderte. Ich senkte die Augen. Zweierlei stieß in mir aufeinander. Empörung Mer Kölsa, verflochten mit einem Mitleid, da» ich nicht zurückwieS, und ein Gefühl gegen Rappaport, das Aehnlichleit mit Zahnweh hatte. Etwas versetzte mich in eine noch kaum faßbare Gegnerschaft zu ihm und ließ mich aller besseren Einsicht zum Trotz instinktiv Partei für de« Verräter ergreifen.. den ich doch nicht anders als verurteile« konnte. Aber zum Analysieren und tieferem Sehen hatte ich gar keine Zeit. Rappaport erzählte weiter. »Ihr kennt wohl alle meinen Bruder, den Arzt. Ihr habt ihn gekannt, al» er noch unsere Uniform trüg« Ich begab mich gleich nach dem Unterricht zu IHM und teilte ihn« nieinen Verdacht mit. Er versprach» mich-zu unterstützen, Daraufhin ging ich zu Kolja, nahm ihn scharf in» Ver hör und erfuhr alles, wa» ich euch soeben erzählte. Geweint hat er, die Memme. Und um Verzeihung gebeten. Da gibt es«chtr nichts zu verzeihen. Verrat ist eben Verrat, Wer weiß, was er noch alles angerichtet hätte, wenn mir die Geschichte heute nicht gleich ausgefallen wäre. Und nun machte ich ihm folgenden Vorschlag: sofort die Stadt zu verlassen und ein Gesuch um Versetzung in eine andere Lehranstalt einzureichen." Wiederum riesen einige Stimmen:„Ahl" Mir aber war es, als ob mir jemand kleine Kügelchen in die Kehle geworfen hätte, die mich a«n Atmen hinderten, die bis an» Herz hinabrutschten, wieder wie Bälle hinaufsprangen und drückten, würgten, stießen. Ich mußte alle Kraft zusammennehmen, um mir keine Blöße zu geben. «Da ich alles vorher mit meinem Bruder abgemacht hatte," hörte ich Rappaport weitersprechen,»konnte ich Kolja eiste gewisse Summe zusichern, die völlig reichen wird, um ihm ein weitere» Fortkommen in irgendeiner anderen Stadt zu ermöglichen. Es gibt genug Schulen-in Rußland. Er muß ja nicht gerade hier sein Abitur machen. Bi»«r e» hat, wird er vpn meinem Bruder jeden Monat sein Geld bekommen." „Und?" rief jemand. ,«Er nahm da» Angebot natürlich an. E» war für ihn ja auch der beste Ausweg. Er wußte ganz genau, daß einerseits der Direkwr ihn nicht au» den Klauen lassen würde, andererseits die Kameraden ihm seinen Verrat nie verleihen könnten. Und schließlich— wenn er sich vpm Direktor kaufen ließ— warum sollt« er sich nicht auch von mir kaufen lassen? Ich bot ja mehr und für Leichteres——•" Hier hatten die Kügelchen in meinem Halse so an Kraft gewognen, daß ich nicht mehr siegen sie ankhmpfeu konnte. Ich brach in ein laute» Schluchzen" aus. Mir war, äl» stünde ich än einem offenen Grabe, in da» ich niich selbst hineinlegen müßte, da alles, was mir lieb war, bereit» darin lag. Man umringte mich, fragte erstaun^ fragte« zornig, suchte mich zu beruhigen, freundlich mid durch Hohn— ich hörte nicht hin, meine Nerven waren der Spannung dieser Tage— nach all dem Borangegangenen— nicht Mehr gewachsen, hatten versagt. Ich gab mich dem Schluchzen, trotz der WarnungSrufe de» Hirns.wie einer Erlösung hin. Und ich erinnere mich, daß sch auf alle Fragen nur nochdie Worte herausstieß: »Und die Menschenwürde——I Die Menschenwürde-" Die Versammlung, vielmehr Rappaports Berscht mußte unterbrochen werden. Als ich mich beruhigt hatte(ohne daß die anderen mich voll verstanden hätten) und betrWt und beschämt, aber etwa» entspannt von Zeit zu Zeit mit zitternden Händen mein Äla» Wasser zum Munde führte und e» wieder leise auf ein Tischchen hinstellte— ich befand mich nicht mehr in der Ecke, sondern saß auf dem Bett Saschas neben dem Nachttisch—, da rüttelte un» Rappaport voü neuem auf. „Wir sind hier nicht zu einer Gedächtnisstier zufanrmengekommen", sagte er bissig. Er la» in mir wie in einem offenen Buche, und ich einpfinde sogar jetzt, bet der Erinnerung daran, ein gewisse» Unbehagen. ,E» hat wenig Zweck, an diesen Vorfall mtt Grischa anzuknüpfen", fuhr er fort,„wir sind alle mehr oder weniger erregt durch die Geschehnisse der letzten Woche, Sine Gefahr ist e» mir gelungen abzuwenden. Wal die Angelegenheit Nikiforow» anbetrifst, so fand ich, wie ihr aste wißt, bereit» den Arzt, der ihn behandelt hat. Mei« Bruder war bei ihm, und morgen bekommt der Direktor einen Brief, in dem ihm mitgeteilt wird, daß der Grund für Nikiforow» Selbstmord sicherlich in der Grkran« kung zu sucht« sei. Der Direktor und Nikiforow» Pater werdenstch mtt diesem Arzt in Verbindung fetzen, und ich bin überzeugt, daß alle»'gut endet. Uns'wird man ledenfall»'kaum noch mit Nikiforow» Selbstmord belästigen. Aber damit ist nicht gesagt, daß der Direktor überhaupt seine zahlreiche Bauten notlveiidig gemacht. Gegenwärtig erreicht die Bautätigkeit der Militärverwaltung ihren Kulminationspunkt. Die Militärverwaltung arbeitet mit den kompetenten Ressort» auf dem Gebiete der Ergänzung unsere» Straßennetze» eng zusammen: sie kann natürlich nur solche Straßenbauten unterstützen, die vom militärischen Standpunkt au» von Bedeutung find. Die Militärverwaltung wendet der Motorisierung shstemattsche Aufmerksamkeit zu, namentlich wa» jene Wagen bekifft, die mit Holzgas und, Schtveröl betrieben werden. Die Militärverwaltiina. Ist sich aber dessen betvußt, daß die bisher auf diesem Gebiet gewährten Begünstigungen nicht hinreichen. Sie wird bestrebt sein, weitere Begünstigungen für alle Motorfahrzeuge zu erzielen, namentlich für sene, i welche mit Lrsatzbrenn st offen betrieben werde«. Der Minister betonte sodann die Bedeutung unsere» Flugwesen», da» ständig mit neuem Material aufgefüllt und auch nach der personellen Seite hin entsprechend««»gestattet werden muß. Mit aller Entschiedenheit, sagte der Minister, achten wir darauf, daß da» Flugzcugmatcrial absolut vollkommen sei, nicht nur tnbezug auf die Leistung, sondern auch in bezug auf die Dauerhaftigkeit. Namentlich unsere Kampfflugzeuge übertreffen beträchtlich den internationalen Durchschnitt. Neue Tvpen sind in Vorbereitung, bei gleichzeitigem Uebergang zu Metallkonsttukttonen- Man bemüht sich auch, leistung»fähtge Flugzeuginotore zu beschaffen, für die man einheimische Schweröle verwenden könnte. Zum Schluß befaßte sich der Minister mit der Einreihung in die Ersatzreserve, die beträchtliche Schwierigkeiten verursacht. Än früheren Jahren konnte man über 7000 Wehrpflichtige in die Ersah« reserve«inreihen. Heuer konnte man jedoch nur 8000 Gesuchen stattgeben. Mit den außerordentlichen Nachträgen, die da» Ministerium außertourlich bewilligt bat, wird die Quote nur 8880 Wehrpflichtige erreichen.»478 Cesuchzsteller konnten nicht berückstch- tigt werden, obwohl auch bei ihnen die Bedingungen für die Einretburig in die Ersatzreserve erfüllt wären. Mr da» erwähnte Nachtragikonttngent kommen nur jene Wehrpflichtigen in Frage, die in eine äußerst krittsche Situation geraten sind. Bekommen uneheliche Kinder Unterhältebelträge oder nicht! In der letzten Sitzung de» WehrauSschusse», in der u. a. die Regierungsverordnung vom 20. November 1986 über die Unterhaltsbeiträge für die Familien der aktiven Militärdienst leistenden Personen genehmigt wurde, meldet sich Abgeordneter H e e g e r zu Wort und verwies auf di» Entscheidungen der Unterhaltskommissionen, die unter Berufung auf den Artikel 1 des Gesetze» und selbst der Regierungsverordnung die Ansuchen um Gewährung de» UnterhaltSbeittage» mit der Begründung ablehnen, daß der eingerückte Soldat vor seiner Einrückung für den Unterhalt des nachträglich geborenen Kinde» nicht gesorgt habe. Diese Entscheidungspraxis stellt ei« krasse» soziale» Unrecht, dar, um so mehr, da e» immer heißt„Alles für da» Kintz"-während hier die BerwaltrmgSbehörden der Kindesmutter und dem Kind gegenüber auf Grund falscher Auslegung der gesetzlichen Bestimmungen das Gegenteil tun. Diese Feststellungen des Abgeordneten Heeger haben allseits Interesse wachgerufen. Den Vertreter de» Ministeriums Dr. Kable» erklärte, die Sache ließe sich auf administrativem Wege regest«, und diesbezügliche Weisungen würden hin- auSgehen. Die Dienstverhältnisse der Gsfnsiniie* und Bezirksbediensteten Landesvertreter Dr. Hckhn-Reichenberg stellte in der böhmischen Landesvertretung den Antrag, an da» Ministerium de» Innern mit dem Ersu- tzagd auf uns aufgeben wird. Im Gegenteil. Aus KoljaS Worten entnahm ich mit ziemlicher Klarheit, daß eS dem Direktor persönlich weniger um die Wahrheit im Falle Nikiforow zu tun ist als um unS. Er wird nicht ruhen, ehe er uns in den Händen hat. Das darf aber nicht geschehen. Gelingt ihm daS, so vernichtet er nicht allein unseren Bund und die Zeitschrift, sondern verkrüppelt auch unser persönliches Leben. Ich will niemanden zu nahe treten, aber—, nicht alle sind stark unter UNS. Ich will niemanden verdächtigen, aber: was ihm mit Kolja gelungen ist, kann ihm eines guten Tages noch mit dein einen.der dem anderen unioc uns gelingen. Wer weiß, ob dann der Gegenstoß mich so gut geht wie beiKolja." Alle Wien gespannt zu. All« hielten den Atem an. Alle wußten: jetzt kommt ein Vorschlag« ein Schlag. Me duckten sich— bereit, den Hiesig auszunehnien. „Und da müssen wir unS der Lage gewachsen zeigen. Allel zu retten erscheint unmöglich. So haben wir die Pflicht, wenigsten» etwas zu erhalten. Sonst macht Einigkeit stark. Unter den gegebenen Verhältnissen würde sie uni aber nur schwach machen. Gegen einen überlegenen Feind muh Ma« sehr oft einen Partisanenkrieg führen. Holt er dann zum Schlage au», trifft er einen Einzelnen. Immer nur einen und nicht alle zusammen. Ich bin deshalb dafür, daß wir vorläufig die Organisation selbst auflösenl" Jetzt war e» ausgesprochen. Ich wagte nicht aufzusehen. Ich hatte die Empfindung, als würde ich beim Austlicken hinter Rappaport meinen Vatep entdecken, mit seinem höhnischen, überhöflichen Lächeln, das ich sq haßte, weil es so überlegest war und mir so weh tat. Die andzpen hatten offenbar ebenfalls gegen Hemmungen anzukäinpfen, jeder nach seiner Art. Es war eint Stille im gjmmer, die wie verzweifelt sind erstickt zü stöhnen schient Dann aber brach es los. Jemand rief stotternd:„Feigheit"- und schon schrien mehrere Sttmmen durcheinander «Seite 8 Donner-tag, 18. März 1887 zre.«» 2 mir der der den mir Di« VtoatSprüfunge« für da» Lehramt der Musik und de» Gesanges an Lehrerbildungsanstalten und für daS Lehramt de» Gesanges an Mittelschulen finden Mitte Juni l. I. statt. Anmeldungen sind dir zum 1. April an obengenannte Kommission, Prag II., Pladislavovä 28, zu sende». deutschen Kulturverbander I Der nichtarische Rechtsanwalt im Orte hatte es zuvor abgelebnr, den Exelutor auf seinem traurigen Vang zu begleite»— der arische SdP-Advokat war bereit- willigst eingesprungen, unr deutsche Volksgenossen zu pfänden, die erst einige Tage zuvor für die VolkShilse gespielt hatten... Kommentar: Sudetendeutschen kann nur durch HenleinS geholfen werden. Kein Streik Im polnischen Bergbau Warschau. Die Beratungen deö außerordentliche» Kongresses der Betriebsräte aller drei polnischen Kohlenreviere, der Mittwoch abends in Kattowitz stattfand, endeten wider Erwarte» nicht mit dem Beschluß der Streikproklamation. Der Kongreß akzeptierte vielmehr de» vor einigen Arbitrage.Kommtsiton betreffend di» Löhne ArtitrageKommisiion betreffend die Löhne Wagrnstöftei und Obertagarteiter. Teuerungsaushilfe für die Arbeiter der Poldlhütte In Komotau lieber Eingabe der I. M. B. an die Poldihütte in Komotau nach einer Teuerungsauohilfe wurden in einer durchgesührten Verhandlung sorgende Ergebnisse erzielt: Jeder Arbeiter, der vor dem 1. Jänner 1886 im Werk beschäftigt war, erhält 28 Stundenlöhne, lver zwischen dem 1. Jänner und 36. Juni 1886 eintrat, 20 und alte, die nach diesem Zeitpunkt die Arbeit ausnahmen, 12 Stundenlöhne. E» wäre an der Zeit, wenn a.uch die Poldihüttenarbeiter In ihrer Gesamtheit den Wert der freien Gewerkschaft erkennen würden. Oer Zuatand der BezirkaatraDan Di« böhmische Landesvertretung führt bekanntlich seit einigen Jahren die sogenannte Lan- deSstraßenaktion durch, mit deren Hilfe den Bezirken der Ausbau ihres Straßennetzes erleichtert, in manchen Fällen erst ermöglicht wird. Im Dezember 1886 wurde die Aktion um 40 Millionen Krönen erweitert. Obwohl sich die Landesvertretung diese Frage sehr angelc^^'ein läßt, fehlen ihr bisher doch die umfassen^.-.»Übersichten über den Zustand der BezirkSstraßen. In der eben abgeschlossenen Session beantragte daher Novh-Eger, der Landespräsident möge die Anlegung einer nach Bezirken geordneten Uebersicht über die Straßen» Verhältnisse veranlassen, au- welcher neben den Ausmaßen die Art der Pflasterung, die Breite der verschiedenen Abschnitte, Einzelheiten über die Straßenlage und die Höhenunterschiede sowie andere für die Beurteilung des Zustandes wichtigen Daten hervorgingen. In den Erläuterungen zu seinem Antrag schilderte Landesvertreter Novy die Verhältnisse in zahlreichen nord» und westböhmischen Bezirken, deren Straßen dringend einer Rekonstruktion bedürfen. ser Petition unterschrieben haben, sollen auch bereit- au-getreten sei«. Also: In Leümeritz unterschlägt ein Advokat Klientengelder und VollShilfeMittel, in Komotau verdächtigt man SdP-Männer, in ihre eigene Kanzlei eingebrochen zu sein. Das ist doch ein wundervoller Beweis für die Sauberkeit der Bewegung! Auf die Austragung dieses Streites ist die Oeffentlichkeit jedenfalls sehr gespannt. Sombenexploslonen In Jerusalem Jerusalem. In Jerusalem wurden am Mittwoch vier Bomben geworfen,«ine auf einem Platz und drei in arabischen Kaffeehäusern. 27 Jude» und Araber wurden verletzt. Unter den Verletzten befinden sich auch ein Polizist und vier Kinder. chen heranzutreten, daß den gesetzgebenden Kör-' perschasten Gesetzentwürfe über die Novellierung der Gesetze 18 und 17 aus dem Jahre 1820, welche die Dienstverhältnisse der Gemeinde- und Bezirksbediensteten betreffen, vorgelegt werden. An der ausführlichen Begründung wird darauf hingewiesen, daß sich seit der Erlassung der beiden Gesetze die Verhältnisse so stark geändert haben, daß die Novellierung der Gesetze eine unaufschiebbare Notwendigkeit geworden ist. In diesem Sinne hat auch der Senat bereits eine Resolution beschlossen, in welcher die Forderung ausgesprochen wurde, daß die Gemeinde» und Bezirksbediensteten hinsichtlich ihrer Ansprüche auf Dienstbezüge und Ruhe- und Bersorgungrgenüsse den Staat-bediensteten in gleicher Dienststellung gleichgestellt werden. Der Antrag wurde geschäftsordnung-gemäß dem Landesausschuß zugewiesen. Nr.... sechsjährige Der Präsident der Republik empfing am 17. März den Stellvertreter des Vorsitzenden der Negierung, Eifenbahnminister R. Bechynö, der erst kürzlich nach seiner Gesundung sein Amt wieder angetreten hat. Weiter- empfing der Präsident den Gesandten Rumänien- George P. S. Aurelian, die Vertreter-e- Klub- der tschechischen und deutschen Theaterfunktionäre und schließlich Vertreter der Stadt Olniütz und der Stadt Kyjov, welche ihm die Ehrenbürger- Diplome Überreichten. Die böhmische Lande-Vertretung beendete Mittwoch ihre die-mal kurze Frühjahr-sesston. Bon dem Programm de» letzten Sitzungstage» ist die Aenherung der Aulzieh« und Kündigungsordnung im,Lande Böhme» hervorzuheben, über die wir bereits berichtet haben. .Der Prager Primator Dr. Baza, der auch Mitglied der Landesvertretung ist, hat dort sein Mandat niedergelegt. Dr. Baxa hat bekanntlich die Absicht, in absehbarer Zeit auch seine Funktion als Primatpr der Hauptstadt zu übergeben. Richtigstellung. In unserem gestrigen Bericht über die Errichtung einer gemeinsamen Zentrale der aktivistischen Parteien ist bei der Wiedergabe der Namen«in Druckfehler unterlaufen. Die deutsche christlichsoziale Volk-Partei ist in der Zentrale durch Sekretär Dr. Pruscha vertreten. Zu dem Großfeuer In den Sdiiditwerken ist noch nachzutragen, daß in dem Kerzenfabrika« tionsgebäude, das bis auf die Umfassungsmauern niederbrannte, auch die gesamte Maschinenetnrich- tung, Fertigwaren und Halbfabrikate mit vernichtet wurden. Das Gebäude hat ei'te Größe von 100 zu 20 Metern. DaS Feuer entstand im Bor« dertrakt. ES konnte noch nicht geklärt werden, ob eS durch beim Schweißen— auch im gestrigen Bericht sollte das Wort s o heißen— entstandene Funken angesacht wurde, oder eine andere Ursache in Betracht kommt. Große Gefahr drohte für die übrigen Trakte von einer brennenden Masse von etwa zwölf Waggons Stearin. Es mußten besondere Schaumlöschapparate in Anwendung gebracht werden, um da» Feuer auf seinen Herd zu beschränken. DaS Nebengebäude der Fettsäure- und Stearinfgbrik wär bereits vom Feuer erfaßt worden, konnte aber gerettet werden. Auch der Glyzerinkomplex war in höchster Gefahr. Von der Schicht feuerwehr, die naturgenuitz zuerst bet den Löscharbeiten eingriff, wurden 40 Rohre geführt, von den übrigen Wehren 18, so daß das Brandobsekt au- über 60 Rohren mit Wasser belegt wurde. Der durch das Feuer angerichtete Schaden ist bedeutend, er dürfte rund zwei Millionen lli betragen. Glücklicherweise bewahrheiten sich die wilden Gerüchte von Verletzten und Toten nicht. Bei den: Brand und den Löscharbei- tcn war nicht der geringste Unfall zu verzeichnen. Ein Piratenstück Francos Holländischer Dampfer aufgebracht Scharfe Spreche des holländischen Außenministers Krach In der Komotauer SdP Vor einiger Zeit wurde in die Orts« gruppenkanzlei der SdP in Ko« motau eingebrochen. Im Zusammenhang mit dieser Angelegenheit hat man, so verlautet wenigsten», einen Funktionär abgesägt, weil man vermutete, daß er der Täter sei. Damit war die Angelegenheit aber noch nicht abgetan. Innerhalb der Mitgliedschaft oder wenigstens eine» großen Teile» von ihr besteht nämlich die Auffassung, daß der Täter noch in Amt und Würden s i tz t und sie verlangen nun die Entfernung diese- Manne- au- seinen Funktionen. Dieser Streit um die„Reinheit" der Funk« rionäre geht nun fest dem Tage, da dieser Einbruch verübt wurde. ES ist jetzt so weit gekommen, daß ein Teil der SdP-Anhängerschaft ein« Pe- tttimr mit einigen hundert Unterschriften überreichte, in welcher die Absetzung diese» des Einbrüche- verdächtige» Mannes gefordert wird. Fall» diesem Wunsch« nicht Rechnung getragen werden sollte, drohen sie mit dem Austritt ander Partei. Einige Mitglieder, die sich auf die- glng, erhielt»an der helländischen Regierung di« telegraphische Weisung, sich zur sefortigen Augfahrt bereit zu machen. Ma» ist der Ansicht, daß da» Unterseeboot nach Malaga fahre« wird, um dort die sofortige Freilassung der»Song« Johanna" zu verlange«. An» der Ltssab»««» Mel, d««g geht hervor,»aß auch«ochetn, weiter holländischer Dampfer von de» Kriegsschiffen Franeo» aufgebracht wurde. Frelgegebenl Haag. Einer Mittwoch alend- au« Malaga eingegangenen Depesche znfolg« haben di« spanischen Aufständischen da« angehaltene holländische Schiff„Jong« Johann" samt seiner Fracht itiiiiiütn, Staatssekretär Schmidt bleibt daheim Wien. Dem„Weltblatt" zufolge wird den Bundeskanzler Dr. Schuschnigg auf seiner Reise nach Budapest nicht der Staatssekretär für Aus« wäriige Angelegenheiten Dr. Schmidt begleiten, Die Reise de- österreichischen Bundtspräsidenien Milla» nach Budapest ist für ein spätere» Datum vorgesehen. Seine Msrke: llMuttniler Konrad Henleins empfindsame Reise Wer sich die Zeit zur„Zeit" vom 17. März nimmt, dem wird weich zumute, wo immer weich man werden kann,'an Seele und an Leib. » «In Auscha vermittelt der Bezirksleiter der SdP dem Führer den Wunsch einer Sterbenden. Diese einfache Frau wollte vor ihrem Tode noch einmal Konrad Henlein sehen. ES ist selbflver« stündlich, daß diesem Wunsche Folge geleistet wurde", so der Bericht der„Zeit". Wirklich großartig und erprobt. Wir erinnern un» da großer Vorbilder. Das Mutter! soll übrigen- so übel nicht daran sein und wir finden e» nicht schön von dem Herrn Redakteur, ihren Wunsch al» den einer Sterbenden zu bezeichnen. Gebt, liebe Amt-walter, nur das sonst so lesenswert« Blatt der Armen nicht in di« Hände. Aufregung schadet. Südafrika«ehrt sich gegen den Nationalsozialismus Kapstadt.(Reuter.) Die südafrikanische Regierung soll entschlossen sein, den Behörden in Südwestafrika«ine ausgedehnte Machtbefugnis zu gewähren, um in diesen Gebieten den Nationalsozialismus unterdrücken zu können.. Personen, welche versuchen würden, den Nationalsozialismus zu propagieren oder ihre Mitbürger zu terrorisieren, sollen d e p o r t i e r t werden, 's ist überhaupt Hochbetrieb in alten Weiblein» bei Konrad HenleinS Reise durchs Hopfenland. Und jede» Dörfchen tut sein Beste», de» Führer- Auge und unsere Tränensäcke zu erquicken. Doch sew hübsch vorsichfig, oh Amtswal» teriche, die ihr ahnengläubig und abergläubisch seid zumeist, daß all die alten Weiblein immer seitwärts bleiben am Wege und keine».Konrad- Fahrbahn kreuzt, denn Unheil bringtS nach unsrer Väter Weistum. 'S ist ohnehin nicht mehr wie einst im Mai (1888). Zwar meditieren die Herren von der „Zeit" nicht am grünen Tisch, wie ausdrücklich festgestellt wird(man müßte sonst auch Spuren solchen Meditieren» im Blatt entdecken können), aber sie saugen sich die Teilnehmerziffern dafür schlicht au» den Fingern. Wohlgezählte 2680 Leute gingen in Auscha im Zuge, aus dem ganzen Auschaer, dem östlichen Leitmeritzer, dem süd« lichen Bensener und dem nördlichen Wegstädtler Bezirke, aus einem Gebiete von mindesten» 12.000 Henleinwählern. Dazu kam er zum ersten Male in da» Gebiet, eine Attraktion sondergleichen, stärker doch jedenfalls als gewöhnliche Landesvertreter am 1. Mai, wo bliebe denn sonst auch da» Führer« Prinzip? Und die Berichterstattung der SdP selbst gibt Beweis davon, daß bei einer Kundbegung, auf der Henlein sprach, die über das Bezirks- gebiet hinausging, weniger Leute waren al» hei der Kundgebung de» 1. Mal 1836. Läut ,'Mund« schau" vom 8. Mai 1836 lauschten am I. Mai 1086 Über 8000 Bauern, am 18. März harr« ten nur gegen 8000 Menschen. Beide Ziffern Übertrieben, wie die Zählung zeigt, aber in ihrem Nebeneinander Bewei» dafür, daß er mank und mau wird. H a a g. Mittwoch vormittags hielt ein spanischer Aufständischen-Dampfer in lleuta den holländischen Kohlendampfer„Jonge Johanna" an. Der holländische Kreuzer„Hertog Hen- drik" kam zu spät, um dem Kohlenschiff noch Hilfe»ringen zu können., Der holländisch« Außenminister erklärte im Senat, daß die Anhaltung d«S Dampfer» durch ein Kriegsschiff de» General- Franc» von Holland äl- P t r a t e n t ä t angesehen wird, da dir holländisch« Regierung die Franco-Negierung nicht anerkannt hat. Di« holländische» Kriegsschiff« erhielten Befehl, sich einer solchen Anhaltung von holländischen Schissen zn w i d e»setze n. DaS holländische Unterseeboot„L 16", s da» in der vorigen Woche in Lissabon vor Anker Echt Ntler-demokratisch! DI« HenleInrr bereiten die Gemeindewahlen auf ihre Weise vor. Die vom Stammesführer ernannten Unterführer sehen sich selbst in Aemter ein und da» nennen sie waschechte Demokratie. Nachstehend abgedruckte» Zirkular gibt Aufschluß Über die Art, wie die Partei Konrad HenleinS die Kandidatenlisten für die Gemeindewahlen vorbereitet: Sudetendeutsch« Partei— Ortsgruppe Schluckenau OrtSleiter. Schluckenau, am 20. Feber 1087 An den(die) Kameraden(in) Schluckenau Im heurigen Jahre endet die Amtsdauer der Gemeindevertretung und sind daher die Gemeindewahlen fällig. Die notwendigen Vorarbeiten wurden von der Ortileitung bereit» ausgenommen, und zwar: 1. Der SeldstverwaltungS-OrtSsachwalter mir eingesetzt, bzw. dieser Posten von selbst iLernommen. 2. Der fünfgliedrige ListenauSschuh von bestimmt. Jede» Mitglied unserer Ort»gruppe hat dablecht, von ihm al» geeignet angesehene Kameraden für die Aufnahme in die Wahlwerberliste(Kandidatenliste) in Vorschlag zu bringen. Die umseitige Wahlvorschlagsliste ist von dem Mitglied« ' auszufüllen und muß außer der leserlichen Unterschrift auch die Mitgliedlnummer enthalten. Dieser Wahldorschlag ist dann in einem geschloffenen Briefumschläge bi- zum 8. März 1887 im Heim der Orttgruppe abzugeben, bzw. in den dort befindlichen Brieflaften einzuwerfen. Verspätet eingebrachte Wahlvorfchläge gelten al» nicht eingÄracht. Der Listenausschuß hat diese Vorschläge zu prüfen und seinen Wahlvorschlag dem OrtSrate zu unterbreiten- De« ListenanSschnß ist jedoch bei feinem Wahlverschlago-für de«.Ortsrat an die Wahlvorfchläge der Mitglieder nicht gebunden. Um den Dillen unserer Mitgliederschait weitgehendft Raum geben zu können, ersuche ich, von dem Rechte, Wahworschläge einzubringen, recht auSgiebig Gebrauch zu machen. Mit deutschem Grußl Der Ort»leiter: Franz Mater e.h. Welch' elende Komödie wird da gespielt mit den Kameradeni Die Kameraden Arbeiter werden in jedem Falles die Leidtragenden sein bei dem ModuS, daß der ListenauSschuh bei der Aufstellung de» Wahlvorschlage» an die Wahlvor- schläge der Mitglieder nicht gebunden ist... Gand in die Augen,..1 Zugunsten dar SVH gespielt— von SdP«Advokatsn gepfändet... Die„Rote Fahne" berichtet folgenden Vorfall: Dieser Tage spielte in K a r b i tz die Wanderbühne Göringer zugunsten der Dudetendeut- schen Bolkshilfe. Die arme Truppe hatte bald darauf eine gutbesuchte Vorstellung und der Ti- rektor hoffte, den Schauspielern einen Teil der rückständigen Aage auSzahlen zu können. Da— das Spiel war gerade im schönste« Ganze— pflanzte sich plötzlich vor dem Kassentisch der Exekutor auf und. beschlagnahmte die Kasse mit allen Eintrittsgeldern. Der Exekutor war nicht allein. Ihn begleitete der Advokat Dr. Renner, Obmannstessvertre- ter der SdP und sein Konzipient, Obmann de» Loyales Wunschkonzert Nach dem Muster von Nazideutschland veranstaltete die SVH in Friedland ein Wunschkonzert. Unter den 5600 Ki, welche für die Wünsche einalngen, figuriert auch ein Betrag von 380 KS, der für solche Stücke bezahlt wurde, die in dercr wieder Gedächtnis- ivnnder, deren Gehirn zur Aufnahme und Festhaltung von Namen, Zahlen und Sprachen ganz besonders eingerichtet ist. Denn Gedächtnis hängt getviss mit Bedeiitnng znsamnien, ist aber nicht unbedingt mit Genialität verbunden. Gedächtnis, jene noch innner rätselhafte Begabliiig deck„Merkens", befassen manche Menschen, die sonst nicht» lveniger als Genies lvaren. Die Rechenkünstler und Sprachphänonicnc— wir wollen hier von den Gedächtnistechnikern schweigen, die eines der zahllosen Systeme zur Behaltung von Zisfernreihen oder anderem beherrschen, die sogenannten Mnemotechniker also— die Menschen, die imstande sind und lvaren, ohne eigentlich zu rechnen, ge- waltige Ziffern zu multiplizieren, oder ohne grösser« Mühe bis zn achtzig Sprachen zu beherrschen (lvie der berühmte Kardinal Mezzofanti), sie lvaren und find häufig in anderen Hinsichten kei- neSlvegs bedeutend. Mezzofanti etwa, war zwar ein gütiger und liebenSlvürdiger' Mann, ab;r durchaus kein Sprachforscher von Rang, sondern eben nur ein Sprach„könncr".- Auch der berühmteste Rechenkünstler seiner Zeit Zacharias Dale (geboren 1824 in Hamburg), konnte wohl in einer halben Minute— lvas verbürgt ist— oie beiden Zahlen: 854,738.288 mit 5,423.937 multiplizieren und das Resultat nennen: 1,024.329,325:550.401, war aber. sonst ein Durchschnittsmensch. Eine unbegreifliche. Anlage des Gehirns,. fQr. die das Wort Konzentration nicht hinreicht, ermöglichte es ihm, bei einer Vorführung in Wiesbaden, während laut und ohne Rücksicht rund um ihn gesprochen wurde, zlvei öüziffrige Zählen in zlvei Stunden und 59 Minu te» niiteinander im Kopfe zu multiplizieren, wobei als Kuriosum hinzugefügt sei, daß die Kontrolle des Resultates Tage dauerte, obwohl sie natürlich schriftlich gerechnet wurde. Es ist bisher nicht gelungen, für solche Erscheinungen auch nur die geringste Erklärung zu finden, da uns ja die inneren Vorgänge des Gehirns nur zum Teil bekannt sind. ES dreht sich offenbar bei solchem Gedächtnis um eine stärkere Ausbildung gewisser Partien des Gehirns, di« mit den Funktionen des übrigen nichts zu ttm haben. Solche Menschen sind also sozusagen Monstren wie Riesen, Zwerge oder auch Scchsflngerige, für deren Zustandekommen man ja auch erst in jüngster Zeit Erklärungen sucht. Tatsächlich hat es immer Ge» dächttiiswunder gegeben, und zlvar unter Genies und Durchschnittsmenschen, woraus am leichtest-n geschlossen werden kann, lvie unabhängig diese Begabung ist. Meist ist uns allerdings„geniales Gedächf- nis" überliefert, zmnal aus dem Mertum und der Renaissance, da diese Eigenschaft überaus geschäht wurde: so lvusste der grosse athenische Staatsmann Themistokles die Namen sämtlicher athenischer Vollbürger auswendig, im ganzen 20.000 und kannte jeden von Angesicht. Auch lernte er in einem einzigen Jahre Persisch vollkommen. Auch aus römischer Zeit kennen wir mehrere Beispiele: der ältere Seneca, Vater des berühmten Philosophen und ein im übrigen durchaus nicht hervorragender Redner, konnte sich 8089 Namen, die er einmal gehört hatte, in der Reihenfolge merken und 200 Verse, so wie man sie ihm vorgesprochen hatte oder umgekehrt, wiederholen Der Rethor Hortensius(114 vor bis 50 nach Christus) wusste nach einer Auktion alle verkauften Gegenstände samt ihren Preis anzugeben. Dass das Gedächtnis für den Menschen der Renaissance, der auf die vollkommene Ausbildung der Persönlichkeit nach allen.Richtungen grössten Wert legte, ja diese als. einziges und höchstes Lebensziel betrachtet«, von Wichtigkeit war, ver steht sich von selbst: wessen Gedächtnis nicht von Natur aus trefflich war, der hatte sich der Mnemo- tcchnil zu bedienen, um möglichst viel geistiges Gut in sich aufnehmen und wiedergeben zu können. AuS keiner Zeit sind uns daher so viel« Gedächtnisproben unerhörter Ars bekannt, wie zwischen etwa 1480 und 1800, Der französische Jurist Hugo Donella wusste daS gesamte CorpuS juris, viele tausende Institutionen und Pandekten auswendig. Joseph Scaliger, ein berühmter Altphilologe, lernte in 21 Tagen beide grossen Epen bcä Homer vom ersten Vers der Odyssee bis zum letzten der Ilias auswendig. Kardinal Girolamo Alesandro, einer der größten Humanisten, Rektor der Universität Paris und päpstlicher Nuntius bei der Krönung Karls V., und ein schottischer Historiker Thomas Dempster zu Ende der Renaissanc.' (gestorben 1625), den man„die sprechende Bibliothek" nannte, sagten beide, sie wüssten nich:, was Vergessen heisst. Beide konnten einfach nichts vergessen, lvas sie jemals gelesen hatten und eine Stelle aus einem Autor noch nach Jahren zitteren. Von Calvin, dem Schweizer Reformator, wird berichtet, dass ei» nach vjelen Stunden unterbrochenes Gespräch oder Diktat von ihm mit demselben Wort, wo er aufgehört hatte, wieder ausgenommen werden konnte, mochte, er auch in der Zwischenzeit eine längere Disputatton gehalten haben. In der folgenden Epoche, deren Menschen noch den„Saft", aber nicht die Kraft der voran- gegangenen befassen, lebte der im übrigen nicht hervorragende Theologe Johann Heinrich Heidegger, der mehrfach die Probe seines merkwürdigen Gedächtnisses dadurch ablegt«, dass er ein. unbekanntes<"orf von etwa einer halben Meile durchwanderte und jedes HauS; jeden Gegenstand, jeden begegnenden Menschen, jedes Tier, jede». Baum in der Reihenfolge nennen konnte, sein Zeltg.-« nasse Claudius Menestrier, von Beruf Hexaldiker (geboren 1631), konnte sich nach einmaligem Hören 800 sinnlose Worte merken, und schon, oie- seS Experiment unterscheidet das Barock von de« Renaissance; immerhin ist anzucrlennen, daß natürlich Worte ohne Inhalt unvergleichlich schwerer zu merken sind als andere. DaS grösste SpezialgedachtniS— im übrigen typisch für Bibliothekare— des Barock besaß aber Antonio Magliabecchi, der bis zu seinem vierzigsten Lebensjahre als Goldschmied in seinen Mußestunden so viel gelesen hatte, daß er zum KustoS der Bibliothek des Grossherzogs Cosimo HI. von Medici berufen wurde. Magliabecchi war durchaus kein großer Gelehrter— seine Veröffentlichungen sind nicht bedeutend— aber sein Gedächtnis war weit über Italien hinaus bekannt. Er wußte nicht nur alle Titel der von ihm gelesenen Werke samt Autor, Verleger und Jahreszahl, sondern auch ihren genauen Inhalt, die Kapitel. Seitenzahlen und Paragraphen und kannte alle lebenden Schriftsteller samt ihre Meinungen, Werken und Systemen. Ausserdem kannte er in großen Zügen sämtliche Bibliotheken Europas und ihre Ausstellung und bezeichnete einmal Zimmer und Schrank der Bibliothek in Konstantinopel, wo eine bestimmte Handschrift aufbewahrt werdet Immer wieder machten sich Gelehrte und Schrift) steiler den Scherz, ihm ein Manuskript zur Lektüris zu senden und nach einigen Tagen borzugeben, es verloren zu haben, worauf Magliabecchi meist sciteittveise aus dem„verlorenen" Werk zitteren und es beinahe ganz rekonstruieren konnte. Solches Gedächtnis wäre heute beinahe sinnlos, da es durch Bibliotheken auf allen Gebieten ersetzt' wird. Immerhin gibt es in jeder Bibliothek, auf jeder Hochschule auch heute noch Menschen mit bewundertem Gedächtnis, zu schwelgen von Finanzleuten und Rechenkünstlern.'.Und mag auch in unseren Tagen der Statistiken und Nachschlagewerke, der Rechenmaschinen und des Spezia« listentums, da» Gedächtnis nicht ganz so wichtig sein wie«inst, wer es besitzt, wird leichter vor« wartskommen, zumal, wenn.es so treu, und mit anderer. Begabung verbunden ist,.wie. das der gro- ssen Gedächtniswunder früherer/Zeltest.>„ B- z n'g sh ed i n st un g e n: Bei Zustellung ins Sau» oder bei Bezug durch dir Poft monatlich Ui 16.—, vierteljährlich stö 48.—, halbjährig K8 96.— ganzjährig KS192.—.— Inserate werden laut Tarif billigst-berechnet, Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manustripien erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken.— Di« ZeittrngSfrankatur wurde von der Post- und Tele- graphendirektion mit Erlaß Nr. 1S.800/VII/198Ü bewilligt.— Druckerei:„OrbiS". Druck«. 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