Sozialdemokrat Aeatralorgan der Deutsche« sozialdemokratischen Arbeiterpartei in derTschechoslowakischen Republik Erscheint mit««»«ahme de««out«, tii«I»ch früh Redavion und Verwaltung: Prag XL, Fochova 62- Telephon 83077- Herausgeb«: Siegfried Tand- Derantwortllcher Redakteur: Karl Kern, Prag Einzelpreis 78(eluschließl. 8 Heller Porto) Aus dem Inhalt: SdP organisiert„Alarmgruppen" Betriebsbesetzung und erfolgreicher Streik bei Pick-Oberleutensdorf Gasdiebstahl— Ursache der Katastrophe von Tylerl 17. Jahrgang Mittwoch, 24. März 1937 Nr. 71 Eine Welle europäischer Staatsbesuche zuarbeiten. den Einbau des„Oslo-BIockeS" in das Sicher» hettssystem Europas verhandelt. Noch größerem Interesse begegnet aber wohl der Besuch des Königs der Belgier in London. Es ist bekannt, dass Leopold IH. die Verhandlungen seiner Regierung über die Garantierung Belgiens durch die Nachbarmächte beschleunigen möchte. Belgien wünscht eine Garantie von Krankreich, Deutschland und England, dass eS in keinem Fall Kriegsgebiet wird. Die Westmächte wünschen aber, dass diese Garantie nicht Formen annehme, die eS Frankreich und England unmöglich machen würden, einem in Mitteleuropa angegriffenen Staat über Belgien rasch und unmittelbar gu Hilfe zu kommen. ES handelt sich also darum, wieweit sich Belgiens Verpflichtungen gegen den Völkerbund mit dem Wunsch nach vollkommener Neutralisierung in Uebercinstim« niung bringen lassen. mittelbar betroffen erscheint. Aus allen diesen Grinden darf man TatareSeuS Prager Besuch als ein Zeichen der Festigung, im Donauraum buchen. Während der rumänische Staatsmann in Prag weilt und C t a n o sich nach Belgrad begibt, kommentiert die Weltpresse sehr ausführlich die Reise des schwedischen Aussenministers nach Paris. Sandler hat in Paris ebenfalls über wirtschaftliche und polittsche Fragen, vor allem über Der Besuch des rumänischen Ministerpräsidenten in Prag findet nicht nur in der Tschechoslowakei und in Rumänien, sondern in gang Europa entsprechende Beachtung. Am Vorabend der Konferenz der Kleinen Entente ist die lange Rom. Ausrüstung neuen Materials und es ist nicht nur '. ein Beweis für das Ansehen und die Qualität ' unserer Rüstungsindustrie, sondern auch für die eitge politische Freundschaft der beiden Länder, dass Rumänien vor allem, die tschechoflowakische Industrie zur Lieferung heranziehen will. Daneben ' galt der Besuch TatareSeuS— dem ein Besuch des Handelsministers Eonstantinescu in Berlin parallel geht— aber selbstverständlich der Besprechung der Lage in Europa überhaupt und im Donauraum Im besonderen."^ - Die Funktionen der einzelnen Staaten der Kleinen Entente haben sich im Laufe der. Jahre notwendigerweise geändert. Noch im Vorjahr sprach man davon, dass Rumänien die Brücke zu Italien, die Tschechoflowakei die Verbindung zu Russland und Jugoflawien den Mittler gegenüber Deutschland darstelle. Heute steht Jugoslawien unmittelbar vor einer engeren Verbindung mit Italien. Donnerstag wird Graf Clano in Belgrad eintreffen und das Programm seiner Beratungen mit StojadinoviL umfasst«Ine Reihe brennend wichtig« Fragen, vor allem auch die Probleme der kroatischen Emigration, der Ustasa, der Adria- und der albanischen Frage. Andererseits war zwischen Rumänien und Italien seit längerer Zeit eine Entfremdung eingetreten. ES ist bekannt, dass Belgrad sich heute in erster Linie stir Balkan- und Mittelmeerfragen Interessiert.' Es hat sich an dem Ausbau der Balkan-Entente sehr aktiv beteilig!,- hat seinen »ewigen Frieden" mit Bulgarien gemacht und will ■ sich eben jetzt mit Italien verständigen. Andererseits ist die Tschechoflowakei wett mehr als etwa Jugoflawien an den Fragen der.westeuropäischen Sicherheit, am Ostpäkt und an den Problemen de» mittleren Donau-Raumes interessiert^. Rumänien nimmt"heute, wie schon vor dem Weltkrieg eine Art Zwischenstellung ei«. Es wird immer an den Balkanfragen und.den Problemen des Schwarzen Meeres interessiert bleiben, aber es gehört, doch West weniger zum Balkan und zu den Mlstelmeerstaaten als Jugoslawien.. Die SicherheitSprobleme im Osten sind, flitz Rumänien überau» wichtig. Für un» hat Rumänien eminente Bedeutung als Brücke zu ' Russland, aber auch al» der an Oel und Getreide reichste Nachbarstaat. Die. jetzt häufig diskutierte Zusammenarbeit an der mittleren Donau, also die Annäherung. zwischen Oesterreich und Ungarn einerseits, der Tschechoflowakei andererseits, ist ohne Teilnahme Rumänien» kaum vorstellbar, während Jugoflawien in diesen Dingen nicht un„silier Irl öde und fahl Wachsende Unzufriedenheit im Dritten Reich Der jüngsten Sammlung interessanter und überzeugender Deutschland-Berichte der Sopade ■ entnehmen wir folgende Darstellung: Nach der Auffassung verschiedener, von einander völlig unabhängiger, Beobachter ist ein Stimmungswandel in der Berliner Bevölkerung bis weit in? Bürgertum hinein festzustcllen, wie er in diesem Umfange bisher nicht beobachtet werden konnte. Wer sich zum Beispiel allein aus Beobachtungen in Berliner Kneipen ein Bild über die Einstellung der Bevölkerung zum Regime machen wollte, der müsste zu dem Schluss kommen, dass cs kaum noch Anhänger der NazircgimeS gibt. ES ist schon schwer geworden, sich von dem allgemeinen Geschimpfe fernzuhalten; man fällt auf, wennmannichtschimpft. Dies ist der Fall, obwohl feder, und insbesondere die Wirte verpflichtet sind, Beschimpfungen deS Staates oder irgend eines Führers fofprt anzuze'gen. Freiwillig« Denunziationen sind heut« jedoch überaus selten geworden. Dafür nehmen allerdings die bezahlten Lockspitzel zu. In der Bahn, auf den Märkten, in de» Kneipen und in den Lebensmittelgeschäften kann man aus diese AchtgroscheniungenS stossen, die sich aber meist durch ein all7U provokatorisches Schinipfen kenntlich machen. ES mögen genug Opfer dieser Lockspitzel auf die Anklagebank und in die Gefängnisse wandern, dock ist die Gefahr, die von ihnen auSgeht, nicht halb so gross wie die des freiwilligen Denunziantentums in den ersten Jahren de» Hitlerregimes. Die Verhöhnung des Regimes oder seiner Führer vollzieht sich zum grosse« Teil in Formen, die von der Polizei schwer zu fassen sind, z. B. in einem übertriebenen Byzantinismus, wenn man etwa von Göring als von„unserem guten, lieben, süssen Göring" spricht, oder jeden Satz mit einer Berufung auf„unseren unübertrefflichen und unerreichbaren Führer" einleitet. Der Terror hält unvermindert an, seine Wirkung lässt nach, weil di« freiwilligen Handlanger fehlen, auf denen ein grosser Teil der Wirkung des Terror» der ersten Jahre beruhte. Äusser dem um- fangreicken^ockspihelwesen hat daS Regime ein — auf dem Papier lückenloses— Beobachtungs- neh durck das Snstem der Dlockwarte aufgebaut. Jeder Blockivart ist zur Berickterstattung über das Leben und Treiben der Hausbewohner verpflichtet. Viele Blockwarle zeichnen fick aber durchaus nicht durch besonderen Eifer au». Diejenigen, di« getreu berichten, sind sehr bald bekannt und man sieht sich vor ihnen vor. Er ist ja auck im Grunde selbstverständlich, dass bei einem so ausgedehnten UeberwachungSapparat. wie ihn das Dritte Reick organisieren mich, die unteren und untersten Organe, die gar nickt oder nur schleckt bezahlt werden können, sich der allgemeinen Stimmung gar nicht entziehen können. So stark auck der Druck des Apparats auf sie fein mag, der tägliche und stündliche Druck der Mitbewohner des Haukes und der Kollegen im Betrieb muss sich auf die Dauer als stärker erweisen. Eine Analyse der allgemeinen Missstimmung gegen daS Regime ist zur Feit überaus sckwer. Teuerung, Rohstoff- und LebenSmitteflnavpheit, Missstimmung wegen der allseitigen Reglemen- rierung, Kriegsangst— all diese Gründe waren vor einem halben Jahr auck schon wirksam, zum Teil sogar stärker. Nock vor wenigen Wochen konnte man von einer ausgesprochenen Kriegspsychose sprechen, die heute mehr einer latenten Kriegsangst gewichen ist. Auch die Lebensmittel» knavpheit, speziel Butterknappheit ist im Augenblick weniger fühlbar als noch vor etwa vier Wochen. Dennoch hat die M i st st im m u n g ohne Zweifel zugenommen und breitere Kreise erfasst. Ausserdem geht sie tiefer als früher, ist nicht mehr an einen aeradc aktuellen Anlass gebunden, richtet sich vielmehr gegen die'bestehenden Verhältnisse überhaupt, gegen das ganze Regime, gegen die Bonzokratie. Im allgemeinen ebenso wie gegen die einzelnen grossen und kleinen „Führer", Hitler«Ingeschlossen.' Letzteres unterscheidet die Situation wesentlich von früheren „Meckerperloden".„Der Führer" wird ntchtmehrvonder KritikauSgenom» Seitz 2 Mittwoch, 2t. März ISS? Nr. 71 deuten, daß nicht mehr diese und jene Maßnahme»! nicht mehr dieser und jener Neprnscntai.lt dcS Reginie» kritisiert und angegriffen wird, Ändert Maßnahmen'und andere Repräsentanten dagegen gebilligt werden, sondern daß jetzt das System als ganzer,„total" abgclehnt wird, unter Umständest, obwohl einzelne Maßnahmen sogar Zustimmung finden. Im Grunde seht die Kritik heute an jedech Punkt an, bedient sich jeder.Gelegenheit, um auch sofort in eine grundsätzliche Demonstration umzuschlagen... Den Korn der.randalierenden Opposition bilden nicht die Arbeiter, sondern die M i t t risch i ch t e n. Ihrer bemächtigt sich eine wachsende Bcrzwetflung. Die Verdienste sind wirklich sehr gering und die Ueberwachung Ivird Immer strenger und unangenehmer. Mehr und mehr begreifen die Kaufleute und Handwerker, daß sic sticht nur „vorübergehend"' Opfer bringen sollen, sondern einem dauernden uild systcinalischen Druck auf ihre Lebenshaltung ausgesetzt sind. Bor allem treiben sie die verschiedenen Abgaben, die einfach unige- legt werden und vor denen man sich nicht, drücken kann, zur Verzweisiung. Bei der Arbeiterschaft ist die Opposition gegen das Regime viel differenzierter, allerdings im allgemeinen auch brivlißter und politischer. Aber die breiten Schichten der früher Unorganisierten neigen noch recht häufig dazu, ausgerechnet gewiße sozialpolitische Leistun gen des Naziregimes zu entdecken und„anzuer- lcnnen", einfach aus dem Grunde,.weil sie keine Ahnung, von,den Leistungen der früheren Gewerkschaften haben. Der alte^Organisierte Kern der Arbeiferschaftist gegen solche Verirrungen gefeit. Aber auch die, anderen erkennen mit der lobenden Hervorhebung! bestimmter Einrichtungen des Regimes iiichtda» Regime als Ganzes an, sondern schränken damit umgekehrt nur ihre Kritik, am Regime ein. Auch aus allen Bezirken des R h e i n l a n d s kommen' Berichte über eine tiefgehende Verschlechterung der allgemeinen Volksstimmung. DaS Regime sucht dieser Mißstimmung beizukommen, indem cS die verschiedenen Amtswalter landauf, landab schickt, sic in Versammlungen der DAF, der NSV, der SA sprechen läßt. Keiner weiß etwas Neues zu sagen. Sie all« wiederholen die Reden von Hitler und anderen Nazigrößen. Oes« fentliche Versammlungen der NSDAP finden kaum noch statt. Sie werden von vornherein sabotiert, niemand kümmert sich darum. Rur dort, wo eine Kontrolle des Einzelnen möglich ist, geht man notgedrungen hin. Alles ist öde und fahl. Der Beifall der Versammlungsteilnehmer wird immer schwächer. Die Nazibonzen kämpfen verzweifelt gegen die allgemeine Niedergeschlagenheit und offene Feindseligkeit des Volkes an.„ Die Enttäuschung ist außerordentlich und noch ständig im Wachsen. gen Ansatzpunkt zur geistigen Klärung zu finden. ES gibt fast keinen.Bezirk, au» dem nicht Lehrer an der Pädagogischen Woche, teilnehmen/' Damit Man sich ein richtige» Bild machen kann, seien nur einigä.Zahlen genannt.. So staitnncii.apS dem Bezirke Aussig 82 Teilnehmer, Neudek 12, Ttt« sehen 18, Bischofteinitz 10, Eger S, Deutsch-Gabel 14 usf. Von GraSlih bis Grulich, von Bodenbach bis Troppau kommen Lehrer und Lehrerinnen. Für viele ist die Teilnahme ein wirkliches Opfer; daß es gebracht wird, beweist allein den Wert der Veranstaltung sind die bedeutende Veränderung in der geistigen'Haltung der Lehrerschaft. Wir wünschen nur, daß dieser Neuausstieg der sudetendeutschen Demokratie auch wirtschaftlich untermauert werde. Dienst an der Demokratie wird die Päoago- giscke Woche sein. Sie steht deShalb im Zeichen der Zusammenfassung aller demokratischen Kräfte. Da» ist auch die Forderung der Gegemvart an die Lehrerschaft. Diese Synthes« der Kräfte ist abfr an«ine Voraussetzung gebunden, nämlich an hie Erkenntnis, wer mit wem sich einigen soll. Zwei Strömungen ziehen durch unser Volk. Beide müssen wir nicht nur nach ihren Worten, sondern auch nach ihren Taten beurteilen. Unter der einen — der Demokratie— hat die Lehrerschaft die größte Freiheit, unter der andere«»-—dem Nationalsozialismus— wird sie in erniedrigender Abhängigkeit gehalten. Sein Machtantritt begann mit der Einkerkerung und dem Hinauswurf aller jener, die sich weigerten, sich zu unterwerfen. Der schamloseste Ausdruck und die größte Schande dieses Regimes aber sind die Konzentrationslager. Die Stellung zur Freiheit, um di« viele Millionen Menschen ihr Leben geopfert haben, oder wie Masaryk sagt, zur Menschlichkeit, ist der Prüf st einfür unser« Haltung. Und so beginnt denn, so paradox das klingen mag, die Einigung mit einer Trennung, nämlich mit. einer scharfe»» Abgrenzung von den offenen und versteckten Feinden des Fortschritts'. Der Feind des Fortschritts ist der Faschismus. Damit er besiegt werde, müßen sich alle Freunde des Fortschritt» über lleinliche Gruppeninteressen hinweg finden.' Unsere beiden bedeutendsten lebenden Staatsmänner— Masaryk und Beneö— kommen in allen ihren Aeußerungen und Handlungen immer wieder auf die alle edlen Geister bewegenden Grundsätze der Menschlichkeit, der Verständigung und de» Friedens unter den Völkern zurück. Diese Grundsätze müßen auch in unserer Schulerziehung lebendig werden. Und darum wünschen wir, daß für diese Gedanken unsere Lehrerschaft gewonnen tverde. Damit es dazu komme, müsse»» die, welche die ganze Verantwortung dafür tragen, weniger predigen und mehr tun, weniger verbieten, dafür aber mehr aufklären und werben. Von der Reichenberger Tagung wird hiezu ein mächtiger Impuls auSgehen. Welche Wichtigkeit ihr beizuMes« sen ist, mag daraus hcrvorgehen, daß den. Eröffnungsvortrag kein geringerer als der Minister für Schulwesen und Volkskultur Dr. Emil Franke hält. Eine wichtige Ausgabe der sudetendeutschen Schule ist die Erziehung zum guten Staatsbürger und ausrechten Deutschen. Daß das kein Gegensatz ist, wird Minister des Aeußern. Dr. Kamil Krofta in einem großen Vortrag beweisen. Aus all dem schöpfen wir die frohe Hoffnung, daß die Kultytausgaben wieder in den Vordergrund des öffentlichen Interesses rücken. Die Reichenbcrger Pädagogische Woche wird der sichtbare Ausdruck einer geistigen Wandlung innerhalb der sudetendeutschen Lehrerschaft I sein. Segen den Versammlungsterror Da»„Närodni Osvobozeni" beschäftigt sich in einem Leitartikel mit den von der SdPver- ursachten Versammliingsstörungen am letzten Sonntags Es schreibt: Es ist also der Terror an der Reihe. Man fängt an, Versaminlungen zu zerschlagen. Nur daß die Sache einen Haken hat. Der Terror gegen politische Versammlungen ist gleichzeitig die Verletzung der Grundrechte de» Staatsbürger», in die- . sein Falle der Staatsbürgers deutscher Nationalität. Und der Staat, der dieses Recht den Bürgern gegeben hat, ist dazu da, es auch zu garantieren und die Bürger zu schütze»». Diese Prüfung haben die Staatsorgane schon mehrmals mitge- macht und jedesmal mit gutem Erfolg. Da» Volk hat sich daran gewöhnt, daß die Versammlungen nicht dazu da sind, damit sie jemand zerschlage, sondern dazu, damit derjenige, der sie«inberuft, dem Volk Dinge, aureinandersetzt, welche aus- einanderzusehan notwendig sind. Auch die deutsche Bevölkerung hat sich schon lange daran gewöhnt und«s wird keine groß« Arbeit sein, alle daran zu erinnern, welche da» au» seinen Köpfen hin- anShauen wollen, daß nicht einmal ein Henlein- Abgeordneter auf seine demokraftschen Rechte greifen darf. Auch daS„Ccskä Slovo" beschäftigt sich mit dem Bersammlnngsterror der SdP, welchen es als p olitischesGangstertu m bezeichnet. DaS Blatt schreibt, daß die erste Etappe der Politik der SdP in einer Art friedlichen Durchdringung der Tschechoslowakei bestanden, habe. Die zweite Etappe bedeutete dann die versuchte Herabsetzung des Ansehens der Tschechoslowakei im Ausland und jetzt habe die dritte Etappe in dieser Politik begonnen.„Diese Etappe", so sagt das Blatt wörtlich", sind kommandierte Gewalttätigkeiten, die im Parlament ihren Anfang hätten nehmen ,in die öffentlichen Kundgebungen übertragen und ständig gesteigert werden sollen. Im Abgeordnetenhaus ist dieser Versuch gemacht worden. Mer daS tschechosloivakische Parlament erträgt Gewalttätigkeit nicht gut und insbesondere seitens jener Leute» die bei der Prüfung der Mündigkeit und Intelligenz nicht bestehen würden. Und so leitet man eine Aera der Gewaütätigkeit in den Versammlungen ein, indem man die Kundgebungen der anderen Parteien, insbesondere der Regierungsdeutschen, zerschlägt und Verwirrung und Nervosität in da» gesamte öffeütlich« Lebe»» trägt.' Diese Aktion soll gemäß der Anordnung der Berliner Zentrale ununterbrochen gesteigert werden, ohne Rücksicht darauf, wa» das an Men- schenlebei» kosten wird, damit aus der Tschecho- sloivakei langsain ein Land ähnlich Spanien ge- schaffen. werde, wo man da»N'„im Interesse des europäischen.Friedens und der Ruhe" auch„intervenieren" müßte. Jenen Landwirte», die im Jahre 1088 höchsten- SO Hektar bzw. in der Slowakei und Karpatho- rußland höchstens 100 Katastraljoch Boden bewirtschaftet haben, hat da» Finanzministerium die Frist zur Einbringung des NmsatzsteuerbekenntnisseS für 19SS bi» zum 18. Mai verlängert. Diese Fristverlängerung bezieht sich nur auf da» Umsatzsteuer- elnbekenntni» hinsichtlich de» Erlöser oder de» Preise» für jene Lieferungen, Leistungen sowie für den Eigenbedarf, auf die sich in früheren Jähren die Pauschalierung dec Umsatzsteuer für Kleinlandwirte bezog. Vie Reichenberger Pädagogische Woche Von Dosef Hudl Heute wird in Reichenberg die VI. Pädagogische Woche der Rcichrvereinigung deutscher sozialdemokratischer Lehrer eröffnet. Ihr Zweck ist, zu den Aufgaben unserer Schule vom Standpunkt der sudetendeutschcn Demokratie Stellung zu nehmen. Die Veranstaltung fällt in eine gärende Zeit. In solch schwankenden Zeiten ist gerade für den Lehrer innere Ruhe notwendig, damit er seine verantwortungsvolle Aufgabe erfüllen kann. Eines der wirksamsten Mittel dazu ist die Weitung des Gesichtskreises und die Ermöglichung eines tiefe»» Einblicks in die gesellschaftlichen Kräfte unserer Epocke. Dieser Aufgabe dient die Pädagogische Woche. lln» wird immer wieder unterschoben, daß wir mit unseren Veranstaltungen nichts anderes wollen, als aus den Lehrern Sozialdemokraten machen. Das ist nicht der Fall. Aber wenn es so»väre, wäre es natürlich auch kein Verbrechen. Den leichtsertigcn Kritikern der Sozialdemokratie sei jedoch dringend empfohlen, sich erst einmal mit ihrer nationalen und soziale»» Leistung vertraut zu machen. Sie werden dann vielleicht erkennen, daß die Sozialdemokratie mit reinem Gewissen inn ..die Lehrerschaft werben kann, und daß ihr Aufstieg auch der Aufstieg der Lchrersrbaft ist. Wenn die gesellschaftliche Stellung der Lehrerschaft heute eine andere ist als vor dem Kriege, so ist die» das auSschließlilhe Verdienst der Sozialdemokratie. DaS kann nickit ost genug gesagt»verden, da innerhalb der sudetendentschen Lehrerschaft eine Generation im Amte ist, die von den Kämpfen in der Vorkriegszeit keine Kenntnis hat und die vorgefundenen schweren Errungenschaften al» selbstver- srhndlich ansieht. Es sei in diescin Zusammenhang« nur der greifbarste Erfolg hervorgehoben: die Art und Weise der Anstellung. Durch die Regelung der Anstellung der Lehrerschaft nach dem Dienstalter ist jede Parteinahme ausgeschlossen. Unter einem totalen Regime besteht ein solcher Gesetz nicht ftinf Minuten. Ta wird eben nur angestellt, wer sich vorbehaltlos zu ihm bekennt. Dieses Gesetz ist für den sudetendeutschen Lehrer eine Leben-Notwendigkeit und doch hat mancher bewußt oder unbewußt dazu beigetragen, bei einflußreichen Perfonei» Zlveifel in di« Richtigkeit dieses Gesetzes austom»nen zu lassen. Ließe sich die Sozialdemokratie nur von der Stellung der Lehrerschaft zu ihr leiten, wie dies Faschismus und Nationalsozialisinus tun, so bestünde dieses wichtige Gesetz längst nicht mehr. Glücklicher Weise bestimmten bei ihr daS politische Verhalten nicht Stimmungen, sondern Grundsätze. In der GehaltSsrage wurde zweifellos der Lehrerschaft in den letzten Jahren arg mitgespielt. Hier kam» nur die Frage gestellt werden: Wieviel Menschen hat denn die Weltkrise verschont? Nun versucht ja die Regierung diese Wunde zu heilen, aber die sozialdemokratische Lehrerschaft verschweigt nicht, daß die bisher probierten Mittel unzureichend sind. Die Regierung darf bei den letzten Maßnahmen für die Lehrer und Staats- angcstellteii nicht lange stehen bleiben, hier müsse»» bald neue Mittel bereit gestellt werden. ES geht uns dabei nicht alle!»» um das Geld, sondern »nn die Gewinnung der Lehrerschaft für den Akti- viSmuS. Damit da» möglich Ist, müssen alle Psychologischen Hindernisse beseitigt werden. Die wirksamste Maßnahme wäre die rascheste Wiederherstellung der GehaltSverhältnisse vor dem Ab- ban. Die auch in der sudeiendcutschen Lehrerschaft einsctzende Ernüchterung muß mit allen Mitteln gefördert werden. Noch vor einem Jahre wäre e» unmöglich gewesen, zu einer sozialdemokratischen Lchrcrtagung soviel Teilnehmer zu bringen wie in diesem Jahre. An der Reichenbergtr Pädagogischen Woche»verden mehrere hundert Lehrer teilNehmen. Wa» da» heißt, weiß nur der richtig cinzuschätzcn, der die Schäden keimt, welche die ideologischen Verirrungen der letzten Jahre an» i gerichtet haben, und wie schwer es ist, den richti28 Per freund ROMANVONGREGORJARCHO Sie haben etwas von Freiheit»nd Gleichheit gehört— ich weih schon, was ich sage!— aber was stellen Sie sich unter Freiheit und Gleichheit vor? Haben Sie schon einmal einen Forst gesehen? Nicht einen wild wachsenden Wald, sondern«inen richtig angelegten Forst?" Ich nickte. „Ist Ihnen da nicht ausgefallen,»vie eng die Bäume aneinander gepflanzt sind? Wie gedrängt sie nebeneinander in die Höhe wachsen? Warum, glauben Sie wohl, legen die Förster ihre Kulturen gerade so an? Wäre es»richt besser, man liehe jedem Baum niehr Raum, damit er frei in der Sonne wüchse? Nein, daS wäre nicht besser I" antwortete er selbst.„Dadurch, daß jeder Pflanze nur wenig Platz und wenig Licht gegeben wird, ist sie gezwungen, sich zu recken, schneller zu »vachscn, gerader, in die Höhe und nicht in die Breitel Nur durch dieses bewußte Hemmen des Wachstums in einer Richtung werden aus den Pflanzen hohe, schlanke, gebrauchSsähige Bäume! lind ein" Staat ist wie ein Forst. Nur dann mühen sich alle Menschen, in die Höhe zu konrmen, nur dann vollzieht sich die Entwicklnng im Interesse dcS Staates, ivem» Hemmungen da sind, wenn jeder Mensch für sich un» seinen Platz an der Sonne kämpfen muh, wenn die Schlvachen im Schatten bleiben, absterben, Dünger werden, wenn nichts von jenen» Unsinn zu spüren ist, de,» Sie Freiheit nennen und der nur den Schwachen zugute kommt! Nur das Gefeffeltsetn zwingt jeden stark zu werden! Ein Staat, in dem Ihre ntopi- stischen Freiheiten Wirklichkeit werde»» sollten, würde einem verwahtlosten ungepflegten Wald gleichen, mit häßlichen, breiten, unverlvendbaren, verkrüppelten Bäumen! Ich weiß, Sie sprechen immer vom Völk, haben Sie auch einmal an Ruhland gedacht? Ich rede zu Ihnen so, weil mir genau bekannt ist, daß Sie Mitglied eine» von Staatsfeinden gegründeten Geheimbundes sind. Ich wist Ihnen statt. Ihrer romantische»» Märchen Tatsachen zeigen! Das Boll kann cs nur güt haben, wenn der Staat blüht und der Staat kann nicht blühen, wenn er rmterioUhlt wird. Ein Forst verwahrlost, wenn ihm der hegende Förster genomnicn wird. Verstanden? In Rußland ist cs der Zar! Und die Behörden sind sein« Helfer. Sie glauben, eine Revolution würde Gutes bringen! Unsinn I Eine siegreiche Revolution wäre das Ende Rußlands! Wer eine siegreiche Revolution ist gottlob unmöglich! Ich spreche zu Ihnen tvie ein Vater. Eine Revolution hätte bei uns gar keine Aussichten! Nehmen Sie. sich in acht! Rücken Sie ab von den Verführern, die Sie ins Verderben stürzen wollen! Ich will Ihnen die Hand zur Rettung reichen! Lehnen Sie di« Hilfe nicht ab! Sagen Sie sich rechtzeitig los von Gedanken, die fruchtlos bleiben werden! Die Staatsgewalt, ist jetzt gefestigter denn je! Der Zar hat überall seine Augen>md Ohren. Ich warne Sie! Mücken Sie reumütig von den Leuten ah, di« ein frevelhafte» Spiel mit Rußlayh und mit Ihrem jungen Leben treiben—— Jetzt sckh ich deutlich, worauf diese Litanei hinaus sollte. Zu meinem Mitleid mischte sich«in Widerwille. „Ich versichere Ihnen", begann ich, ihn unterbrechend. „Was?" fragte er, mitten im Satz anhaltend und zog die Brauen hoch, „Ich versichere Jbne», daß Rappaport gestern nicht mit mir war Seim Mundwinkel sanken, di« Lippen zitterten. Er ballte, aber die Faust und stieß hervor: „Gehen Sie!" Lch verbeugte mich und ging. Draußen mußte ich stehin bleiben. ES gelang mir, daS Weinen zu unterdrücken. IS. ' Nach der Unterrichtsstunde, in. der Pause, suchte ich Rappaport. Man sagte mir, daß er kurz vor dem Glockenzeichen zum Direktor geholt wor- den wäre. Ich wartete im Gang.., Vergebens. Die Glocke erscholl von neuein— die nächste Stunde begann. Ich mußte zurück in die Klasse. Während ich die Treppe hinausstieg, siel mir ein, daß ich fast volle zehn Minuten im Gang gestanden hatte, dah die Angelegenheit, die ich nach der Unterredung mit dem Direktor gewissermaßen für erledigt zu halten geneigt war, mich nach, wie vor stark beschäftigte, daß ich keineswegs so sehr über den Dingen stand, wie ich es glauben wollte. Ich erwiderte dies« Entdeckung»nit einem Achselzucken. „Also ist«S mir gleichgültig, daß mir etwas nicht gleichgültig ist! Ich müßte schlafen gehend Auch darüber zuckte ich wieder die Achseln und— lächelte. Dieses Lächeln begann mich allmählich zu ärgern. Aber selbst für den Aerger hatte ich nichts als ein Lächeln übrig. Dann erschien der Mathemattklehrer— ein Mann, der schon über zwanzig Jahre in unserer Anstalt unterrichtet und aus irgendeinem un8 nicht wehr bekannten Grunde„Asonja, da» Stahlroß" genannt wurde. Man erzählte sich mitunter' etwas von einer Renngeschichte, die ihm ein kleines Verniögen und eine hübsche Braut gekostet haben sollte— aber niemand wußte etwas Ge», naues. Der Mann hatte ein« recht trocken« Vortragsart, trug«inen Zwicker, griff von Zeit zu Zeit in seinen Knebelbart und kennzeichnete dann jemand oder etwa» mit sehr wenigen Worten— oft auch nur mit einem einzelnen— so witzig und treffend, daß die Klaffe meist in«in lautes Lachen' ausbrach. Er selbst blieb dabei unerschütterlich ernst, zog df« Uhr,, sah sie eine Zeitlang an und erklärte schließlich:„Zwei Minuten gelacht. Äe- nug." Einmal war es einem Schüler eingefallen, auch diese»„Gen»»g" mit einem Lachen zu- erwidern.„Asonja" winkte ihn sofort zu sich heran. „Sie lachen so herzlich: mein Freund. Anscheinend habe»» Sie sich sehr gut vorbereilet. Nehmen Sie, bitte, di«. Kreide und schreiben Sie—" Und dann kam eine sehr schwierige Ausgabe, die— ungelöst blieb. Die Folge war eine schlechte Nöte. „Sie haben mich enttäuscht!" erklärte „Afonfa" seinem Opfer.. Seitdem wurde nach dem„Genug" nie wieder gelacht. Dieser„Afonfa" gab also an jenem Morgen in unserer Klaffe die zweite Unterrichtsstunde. Er kam pünktlich wie immer, und pünktlich wie imnicr begann der Unterricht. Nur'mir allein schien alles anders zu fein. „Asonja" sah mich ein paarmal kurz und fragend an, schließlich erkundigte er sich: ,Hat der Direktor schon mst Ihnen gesprochen?" „Ja."_• „Dann gehen Sie gefälligst aus der Klasse!" Er wat allem Anschein»»ach nicht nur Mathematiklehrer, der alte„Asonja". Ich wunderte mich«wer damals gar nicht über seine Ausforhe» rung; ich nickte kurz, lächelte und ging.■ Stieg die Treppe hinunter, dachte einen Augenblick an die Möglichkeit'einer Begegnung. mit'Rappaport, traf ihn natürlich nicht, und verzog mich in den „Salon".' Dort blieb ich müde am Ofen stehen und rauchte. Als die Glocke wieder erschollt ging ich hinaus, um erneut Rappaport zu suchen. Ich trat in den Gang, blickte zunächst in die Richtung de» DirektorzimmerS hin und entdeckte auf eininal— meinen Vater. Der Schuldicner nahm ihm gerade den Mantel ckb. Sofort lief ich auf ihn zu. «Hat der Direktor dich,holen taffen?" fragte ich. '■„Ja. (Fortsetzung folgt.).". Slr. 71 Mittwoch, 24/März 1937 Seite S Eine politische Auseinandersetzung Um die Stellung der Agrarpartei Der sonntägige„Venkov" hat einen Artikel eine»«Mitgliedes des Vorstandes der Republi« konischen Partei" gebracht, in dem über die anderen KoalitionSparteien lebhafte Klage geführt tvird. ES wird da gesagt, die anderen Parteien behaupten, daß die tatsächliche Macht, welche die Agrarpartei verkörpere, nicht im Einklang sei mit der Stimmenanzahl, die für diese Partei"abgegeben wurde.„Damit hängt", so heißt es wörtlich,„der Druck auf das Dorf zusammen, die Bestrebungen, daS Eindringen der Republikanischen Partei in die Städte zu verhindern, die Versuche, daS Landvolk zu zersplittern und die Zusammenarbeit mit den verwandten Elementen der mittleren Schichten zu verhindern. Man spricht von der Isolierung der Republikanischen Partei im Rahmen der Koalition und gleichzeitig wird die Partei des Paktierens und der Verbindungen mit der Opposition beschuldigt." Schließlich veröffcnt« licht der„Benkov" noch ein angebliches vertrauliches Schreiben des Parteisekretariats der tschechischen Sozialdemokratie vom 10. März 1987, welcher Weisungen über die Wahlen in die Gemeindevertretungen enthält. ES wird darin gesagt, daß der Angriff vor allem der Agrarpartei gelten und daß man mit der kommunistischen Partei„eine stille Zusammenarbeit" bewahren müße. DaS„Prävo Lidu" antwortet nun am Dienstag ausführlich auf diesen Artikel des„Ven- kov" und sagt, daß die Agrarpartei sich tatsächlich in der Staatsverwaltung Positionen bemächtigt habe, welche tm Widerspruch damit stehen, daß diese Partei" nur 15 Prozent aller Stimmen erhalten habe.„Sie hat", so heißt es weiter,«den militärischen und SicherheiiSapparat längere Zeit in Händen als gesund wäre, sie beherrscht alle landwirtschaftlichen Institutionen in einer Art, gegen die sich alle nichtagrarischen KoalitionS- und Nichtkoalitionsparteicn im Parlamentsausschuß empört haben. Sie beeinflußt die Mehrheit der Bezirkshauptleute und alle vier Landesbehörden. Sie benützt diese Macht zur Terrorisierung der in diesen Aemtern und Einrichtungen beschäftigten Personen und jener, die dort Arbeit suchen, sie zwingt sie durch Gewalt und unter Existenzdrohungen in die agrarischen politischen und Gewcrk- schaftSorganisationen einzutreten." Das„Prävo Lidu" erklärt kategorisch, daß die tschechische Sozialdemokratie weder am 10. März noch an einem anderen Datum das vom„Venkov" zitierte Rundschreiben heräuSgegeben habe. Entweder sei die Sache vom„Venkov" erfunden oder habe der Schreiber deS Artikels falsches Material gekauft. Die nicht agrarischen Parteien haben die Agrarpartei niemals isoliert, sondern diese isoliere sich selbst. Der Artikel des«Prävo Lidu" schließt mit folgenden Worten:„Wir freuen uns niemals über die Krise in irgendeiner Koalitionspartei, weil das schließlich auf die ganze Koalition wirkt. Wir wünschen aufrichtig, die Agrar- vartei möge ihre innere Krise so bald als möglich heseiiigen. Wir wollen in diese Krise nicht eingreifen." Dr. Beneti anfangs Mai nach Südiöhmen. LantwirtschaftSMinister Dr. Zadina kündigte bei einer Tagung der freien Bauernschicke in ReuhauS an, daß der Präsident der Republik Dr. Beneö anfangs Mai den böhmischen Süden besuchen werde, um die Bedürfnisse dieses Gebietes kennenzulernen. Der Prästdent der Republik empfing Dienstag, den 98. März, den Chef des Generalstabes, Armeegeneral L. Krejkt und den GeneralI. Fajfr. Weiter empfing der Präsident den bevollmächtigten Minister und außerordentlichen Gesandten Jugoslawien», Dr. B. P r o t i ö und schließlich den außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister in Warschau Dr. Juraj S l ä v i k. „Reue Erziehung." Die Märzfolge der«Reuen Erziehung". ist eben erschienen. Josef Hudl nimmt Stellung zu den Beschlüssen der Regierung vom 18. Jeder vom Standpunkte der Schule und der Lehrerschaft. Alfred Steinberg behandelt die Erziehung zum Reali»mu». Paul Fürstenau erörtert da» Thema Schule und Volk, Josef Spinler liefert einen aktuellen Beitrag zur Erziehung zur Sachlichkeit im politt» scheu Kampfe. Ludwig Kohler schreibt über die Gesinnungsbildung im Deutsch-Unterricht. Weiter enthält die Folge zahlreiche Notizen über da» Schulleben im Ausland«. Aus der Rubrik^Rundschau" sei nur auf den Beitrag über die Erziehung zur Höflichkeit hingewiesen. Die «Reue Erziehung" gehört in die Hand jede» Lehrers und Erzieher». Der Bezugspreis ist jährlich 15 Kd. Bestellungen bei per Verwaltung der„Reuen Erziehung", Aussig,Herrengasse" 8.’v: An unsere Kolporteure. Abonnenten und Leser I AnUMchderS fterfetrrtas» entf SIU untere Dienstag» «n<«abet»»»Za. MLrz. ”. Die nächste Ausgabe erscheint dann zur gewohnten Stunde am Mittwoch, den 31. März. D ie Derw«It u n g. fudciendeutscfier Zeitspiele/ Streik und Betriebsbesetaing bei E. G. Pick, Oberleutensdorf Union der Textilarbeiter erelelt bedeutsamen Verhandlungs-Erfolg Nach Bewilligung der Forderungen Betrieb geräumt Dienstag vormittags um halb 10 Uhr brach in sämtlichen drei Betrieben der Firma E. G. Pick in Oberleutensdorf rin spontaner Stteik aus, der sich in erster Linie gegen die Reorganisations-Methoden der Firma und gewisse andere Uuzukämmlichkeite» richtete. Dir Arbeiterschaft hielt de» Brttieb besetzt«nd gab ihn erst frei, als nach langwierigen Verhandlungen zwischen der Union der Textilarbeiter»nd der Firma die Forderungen der Belegschaft bewilligt worden waren. Der Streik wurde einmütig und geschlossen durchgeführt. 2000Arbeiter undArbei- terinney wären an der Aktion beteiligt. Unter den Streikenden herrschte eine ungemein erbitterte Stimmung und die Erregung teilte sich bald der gesamten Bevölkerung mit. Oberleutensdorf Ivar in Bewegung und vor den Fabriktoren drängte sich die Masse in dichten Scharen. Die Staatspolizei mußte«ingreifen und nur ihrem besonnenen Vorgehen ist cs zu danken, daß es nicht zu Zusamnienstößen zwischen den heftig diskutierenden und erregten Gruppen vor dem Be- trieb kam. triebsausschusses werden voll anerkannt. Maßregelungen wegen des Streiks dürfen keine erfolgen. Die Arbeiterschaft begrüßte das Ergebnis der Verhandlungen und ihrer Aktion mit lautem Jubel. Hierauf wurde der Betrieb geräumt. ES wäre aber nun hoch an der Zeit, daß die Betriebsleitung sich bemühte, erträgliche Zustände und menschenwürdige Methoden einzuführen. Die Ausbeutung, die gesuntcheitliche Schädigung der Arbeiter, daS überhehte Tempo und die Schikanen haben die Arbeiterschaft in einen Zustand verseht, daß die Folgen eines neuen spontanen Zusammenstoßes gar nicht auszudenken sindl Nebenbei sei vermerkt, daß gewisse politische Parteien versuchten, den Stteik für sich auszuwerten. So haben SdP und Kommunisten sich als Freunde der Arbeiterschaft erweisen wollen, indem sie Lebensmittel in den Betrieb schafften. Unterdeffen aber hat die Union der Textilarbeiter verhandelt und das Jnteresic der gesamten Arbeiterschaft erfolgreich gewahrt! Oer widerspruchsvolle Deutschlandsender Am Sonntag schien der Deutschlandsender vergessen zu haben, welche Propagandalinie er einzuhalten hat. Gav es erst den Tag vorher wieder eine Greuclmeldung aus unserer Republik über die Not im sudetendeutschen Gebiet, so schien das sogenannte„Wunschkonzert" zur Winterhilfe gerade das Gegenteil zu beweisen. Da gab es einig« Male Spenden auS densude- tendeutschen Gebietem darunter nicht geringe. Ein begeisterter Anhänger der Winterhilfe für die Aufrüstung spendete sogar 60 Golddollar für ein Musilstückl Daß eS gerade des rasicnunreinen Bizets„Carmen" war. ist nur ein pikantes Detail. Aber ist denn bei uns die Not nicht groß? Woher nehmen denn die Su- detendcutschen die Mittel zu den Spenden? Und ist die Verfolgung der Sudetendeutschen nicht so groß, daß cs ihnen möglich ist, große Beträge ins Ausland zu solchen Zwecken zu senden? Aber er kommt noch bester I Sogar zwei sudetende u t s ch e.„A r b e i t s l o s e" sandten einen Betrag von fast vier MarkI Man sicht, eö klappt doch nicht mehr so richtig im Dritten Reich! Konrad Henlein in Stiefeln. Die Parlamentarier und die anderen Unterläufel Konrad Henleins laufen schon lange in Hitlerstiefeln umher sLieferstelle: Zeughaus der NSDAP?). Nun bat sich auch Konrad Henlein solche Stiesel angeschasst. Denn er hat Sinn siir Stil. Wer Stiefel redet, kann sie auch an den Füßen haben. Der Stteik hat folgende Vorgeschichte: Seit Jänner ungefähr versuchte die Firma E. G. Pick, ihren Betrieb zu„reorganisieren", daS heißt, die Arbeitsleistungen in gewaltsamer und auch vom sozialgesundheitlichen Standpunkt aus überaus bedenklicher Weife zu steigern. In der Ringdrostel-Abteilung, der Streckerei und im Krempelsaal sollte die Reorganisation durchgesührt werden. Im Ringsaal hatte ein« Arbeiterin bisher drei Hälften betreut, nun sollte sie deren sechs übernehmen. In der S t r e ck e r e i sollte die einzelne Arbeiterin st a t t f ü n f bis acht Strecken wie bisher, nun zehn Strecken bedienen. Im Krempelsaal war die Höchstleistung bisher die Betreuung von elf bis 18 Maschinen. Nunmehr sollten es 21 s e i n I Mit dieser neuen Arbeitsmethode wurde, ohne jegliche Vorbereitung, Montag, den 22 d. begonnen. Die Belegschäft lehnte aber, da leine Vereinbarung getroffen und nichts vorbereitet worden war, di« Durchführung ab. Auch aus ge- fundheitlichen Gründen konnten die Arbeiter und Arbeiterinnen den Anforderungen der Betriebsleitung nicht gerecht werden. Zu diesem unvorbereiteten und unglückseligen Diktat neuer Arbeitsmethoden gesellte sich eine seit längerer Zeit praktizierte, unerttägliche und provozierend e Behandlung der Arbeiterfchaft. Es gab viele Verstöße gegen die Arbeitsordnung, gegen zahlreiche Vertragsverletzungen. Von einzelnen Meistern und Vorgesetzten wurden Verhandlungsmethoden angewandt, welche die Erbitterung"der Arbeiter steigern und ihren Widerstand auslösen muhten. So hatte«in Meister eine Arbeiterin„Kanaille" geschimpft und als sie in berechtigter Empörung dem Beleidiger ins Gesicht fuhr, wurde sie fristlos entlasten. Auch ein« Solidaritätsaktion der Belegschaft half nicht. Die Arbeiterin Kovakik wurde versetzt, weil sie offen gegen die Methoden im Betrieb ausgetreten war. Erst ein spontaner Solidaritätsstreik erzwang di« Widerrufung der Versetzung. Zu den Schikanen gegen die Arbeiterschaft kam ein schändliches S t r a f s y st e m, das bei kleinsten Verstößen harte Strafen, vor allem empfindliche Lohnabzüge anwandte. DaS Ausbeutersystem der Firma hat den Zustand geschaffen, aus dem die Aktion der Betriebsbesetzung erklärlich wird. Nach elf Uhr erschien der Sekretär der Union, Genosse P r e i ß, im Betrieb. Er berief eine BelegschastSversammlung ein und ließ sich die Wünsche der Arbeiter mitteilen. Herr Rat Jng. Zuck eie g e l von der Teplitzer Gewerbehörde war bestrebt, mit Umsicht und Takt zwischen der Arbeiterschaft und der BetriebSleittmg zu vermitteln. ES nahmen auch der Kommissär C e e von der Bezirksbehörde, die Mitglieder des Be- triebsausschustes. und Arbeiterdelegierte an den Verhandlungen teil, die sich außerordentlich schwierig gestalteten und bis halb 8 Uhr währten." Um 8 Uhr wurde eine neue Versammlung zusammengerufen, in der Genosse Preih Uber daS Ergebnis der Verhandlungen berichtete. ES wurde erreicht, daß die am 10. Feber getroffenen Anordnungen wieder aufgehoben und die a l t en Arbeitsmethoden wieder h e r g e st e l l t werd« n. In der Lohnfrage und wegen der arbeitsrechtlichen Beschwerden wird der Betriebsausschuß die Wünsch« der Arbeiterschaft dem Unternehmen übermitteln, doch muh auch in diesen Fragen bin," nen vier Wochen eine Klärung hecheigeführt werden.. Der Kollek.tivvertrag bleibt in Gültigkeit und die Rechte des BeEnthüllungen über SdP-Stoßtrupps Ein HenlelnfunktlonSr plaudert aus der Schule Die Sprengung der gegnerischen Versammlungen durch SdP-Leut« erfolgt nach einem genauen Plan und mit Hilfe eigens für diesen Zweck geschulter Leute. Der Plan ist aus dem Vorgehen der SdP-Leute in Aussig, Mies und Zloittau zu erkennen. Für die Bildung der Stoßtrupps gibt es jetzt Beweise. Sie wurden von SdP-Funktio- nären geliefert. Am 16. Feber 1937 tagte im Gasthaus„Zur Nordbahn" in Böhmisch-Leipa eine Versammlung der Standesgruppe Handel und Gewerbe(einer Untergliederung der SdP). In dieser Versammlung führte zunächst der Ortsleiter Turnerden Vorsitz- Dann wurde«in gewisser W a l z e I zum Standesgruppenführer gewählt. Nach einem Bericht WalzelS ergriff der Ortsleiter Turner das Wort und führte u. a. folgendes aus: ES werden unter Umständen auch nichtge- mekdete Versammlungen der SdP abgehalten werden. Falls sich di« Notwendigkeit ergäbe, rin« solch« Versammlung zu veranstalten, würde e» genügen, fünf SIS sechs Telephongefpräche zu füh ren. Dir Angerufenen müßten dann wieder andere Mitglieder verständigen und dann könne man irgendwo eine vertrauliche Zusammenkunft ab- vnlten. Es seien im übrigen immer handfeste SdP-Kameraden zur Stelle, eine sogenannte Alarmgruvpe. Der Zweck dieser Gruppe sei die Sprengung marxistischer Versammlungen bei der Gemeindewahl. Herr Turner bat wiederholt, diese Mitteilungen doch ja streng vertraulich zu behandeln, doch sind sie, wie man sieht, doch an„Unberufene" gelangt. Anscheinend können die Mitglieder der Alarmgruppen ihren Arbeitseifer nicht bis zur Ausschreibung der Gemeindcwahl zügeln, weshalb sie sich schon jetzt in gegnerischen Versammlungen betätigen. Uns kommt noch die Nachricht zu, daß die SdP in Nordböhmen überall Sanitätsleute ausgebildet Hai, die mit Legitimationen versehen wurden und offenbar die Aufgabe haben, bei der Arbeit der Alarmgruppen zu assistieren. 3aksch In Sägerndorf Dienstag abends sprach Abg. Genosse Falsch in einer öffentlichen Versammlung in Jägern- dors, di« auf daS größte Interesse der Bevölkerung stieß. ES waren zahlreich« Bürgerlich, erschienen«nd insgesamt füllten 2000 Mensche« den großen Saal deS Arbeiterheimes und die Rebenräume, In welche die Rede mit Lautsprecher übertragen wurde. Jaksch entrollte«in Bild der wirtschaftlichen»nd politischen Lag« des Grrnzlandes und gab zum Schluß feiner optimistische» Ueber- zeugung Ausdruck, daß die Demokratie im Aufstieg, daß sie stärker als 1920 sei, weil sie in den entscheidenden Ländern marschiere. Dem Referat, daS wiederholt von Beifall unterbrochen worden war, folgte minutenlang anhaltender Beifall. Die Bersammlung war ein voller Erfolg und ein Erlebnis für di« Teilneh- iner, denn sie bewies, da die deutsche Sozialdemokratie wieder eine führend« Roll« im Volke spielt. Mtt der„Internationale" wurde die prächtig« Kundgebung geschloffen. Aus dem Bund der deutschen Landjugend Die Reichskonferenz des Bundes der deutschen Landjugeich hat im November vorigen Jahres Grundsätze angenommen, die den„unpolitischen Ehärakter" dieser großen Jugendorganisation wahren sollen. Die Hacke»Richtung hatte auf dieser Reichskonferenz eine klare Niederlage erlitten.' Der Bund der deutschen Landjugend stand schon bis zu dieser Reichskonferenz unter einer Führung, die eindeutig henleinisttsch gewesen ist. Die Erklärung der polittschen Neutralität war von vornherein nichts anderes, als der Wandschirm, hinter dem sich die vollständigeDienstbar- machung der landbündlerischen Jugendorganisation für die Zwecke der Sudetendeutschen Partei verbarg. Diese Auffassung wird beftättgt durch die Haftung des„Deutschen Ltugendland", welches das offizielle Organ deS Bundes der deutschen Landjugend ist. In seiner Märzfolge nimmt das„Deutsche Jugendland" zu den deutsch-tsche» Ichtschen Verhandlungen volftommen ableh nend Stellung. E» trifft sich dabei mit den Erklärungen Konrad Henleins. Dies« selbe Märzfolge nahm jedoch nicht zur Renninis, daß T. G. Masaryk seinen 87 Geburtstag feiert«. Hingegen wurde in der Feberausgabe dieses Blattes der Umstand sehr anssührlich gefeiert, daß im Jänner General Göring und Alfred Rosenberg ihren 44. und Dr. Schachtden 60. Geburtstag gefeiert haben. Der„unpolitische Charakter" der deutschen Landjugendbewegung wird durch diese Tatsachen vollkommen offenbar: er ist geheuchelt. Bezirkskonferenz Karlsbad. Am Sonntag fanden sich im Großen Saal des Arbeiierheimes in Altrohlau 186 Vertrauensleute zu einer Konferenz der Bezirksorganisation Karlsbad der Deutschen sozialdenwlratischen Arbeiterpartei zusammen. Aus den» Bericht des Sekretärs H o p f wax zu entnehmen, daß sich die wirtschaftliche Situation im Bezirke Karlsbad im vergangenen Jahre teillveise noch verschlechtert hat, was aber die gute Entlvicklung der Parteiorganisation umso erfteulichir erscheinen läßt. Der Markenumsad konnte bedeutend gesteigert und über 400 neue Mitglieder aufgenommen werden. Dazu kommt «ine ganz außerordentliche Aktivierung der Ge- samtbewegllng. Die Partei verzeichnet insgesamt rund 600 Veranstaltungen mit fast 70.000 Teilnehmern. In der Debatte zu den Berichten sprachen 20 Vertrauensleute. Da» politische Referat erstattete Abgeordneter d e W i t t s. In einer einstimmig angenommenen Resolution wird dem Parteivorstand und den parlamentarischen Klub» für ihre zähe und erfolgreiche Arbeit im Interesse des sudetendeutschen Volkes der Dank ausgesprochen. Die Vereinbarungen vom 18. Feber erklärte die Konferenz als eine wichtige und sichtbar«, Etappe unseres Kampfes um die nationale Befreiung. Zum Bezirksvertrauensmann wurde Loses Hein gewählt. Verstaatlichung der Polizei In FranzenStad. Die Polizei in FranzenSbad wird, wie wir erfahren, mich vor Beginn der diesjährigen Kursaison verstaatlicht werden. Den Sicherheitsdienst werden etwa 30 Staatspolizisten versehen, und zwar auch in.den unmittelbar an Franzensbad grenzenden,Gemeinden. Seit« 4 Mittwoch, 24. Mär, 1037 Nr. 74 Lss-VledstsM 61» Ursaoke der Xlndertragüdle von fyler! NewB« rk. William Shaw, der Direktor der durch eine Gasexplosion zerstörten Schule von New London, hat vor einem Militär-Nntersn- chungSgericht ein sensationelles Geständnis abgelegt. Der Direktor erklärte, daß die Schulleitung vor einem Monat in der Absicht, dir Heizkosten zu senken, GaSrohre einer Privatgesellschaft, die unter dem Schulgebäude«erlaufen, anzapsen lieft. Auf dies« Weise wurde ohne Wissen der Privatgesellschaft Heizgas bezogen. Shaw, dessen eigener Sohn bei der Explosion getötet wurde, gab zu, daß mehrere Sachverständige ihn vor dem gefähr- licheu Gas gewarnt hätten und daß außerdem «ine große Anzahl der HeizungSröhren ohne Ab- zugSventile waren und einfach im Mauerwerk der Wände endeten. DaS auS den undichten Heizungskörpern auSstrSmende GaS wurde durch einen Funken entzündet, der bei einem elektrischen Schalter übersprang. Der Schuldirektor ist nach seinem Geständnis völlig zusammengebrochen. Rach einer soeben aiiögegebenen amtlichen Liste sind 426 Menschen bei dem Unglück ums Leben gekommen. Gruft an einen«Impfer Heute, vollendet D r.C ä rl-Mi e r tzir- dar ff'' seinen 40. Geburtstag. DaS ist ein Datum, das man sonst außerhalb des'eügsten FamllienkreiseS nicht feiert, kaum erwähnt. Wenn wir an diesem Tage die Arbeiter und Sozialisten, die unser Wort losen, an Carl Micrendorff erinnern, so deshalb, weil Mierendorff seinen 40. Geburtstag im Konzentrationslager verbringt, weil er seit vier Jahren in der Hölle eines deutschen KZ gepeinigt.wird, weil er zu den standhaftesten Kämpfern wider daS fluchwürdige System der braunen Barbarei gehört. Mierendorff hatte als Student in Heidel- borg, München/ Freiburg für das demokratische Deutschland, für den Sozialismus und den Frieden gekämpft. Damals zog er sich den Haß des berüchtigten Begründers einer„deutschstämmigen Physik", des Nobelpreisträgers und Einstein-Hassers Lennard zu. Der Hast dieses kleinlichen und eftlen Mannes ist eS, der Mierendorff bis heute verfolgt und feine Frei- lassung vor allem hindert. Als Schriftsteller wurde Mierendorff zuerst bekannt durch eine Broschüre über den Film, der damals noch eine sehr junge Kunst war. Später durfte Mierendorff als einer der namhaftesten politischen Publizisten Deutschlands gelten. Er kam 1980 als jüngster Sozialdemokrat in den Reichstag, war Pressereferent der hessischen Regierung und spiefte zwischen 1980 und 1938 in wachsendem Maße eine Rolle im Kampf gegen den Nazismus. Mierendorff war der Ueber- gang zu neuen OrganisattonS- und Propogandamethoden zu danken, an die man nur leider zu spät und zu zaghaft heranging. Im Herbst 1932 weilte Mierendorff kurze Zeit in der Tschechoflowakei und trug im Rahmen unserer Parteischulen über moderne Propaganda vor. Die Genossen, die ihn damals sahen und hörten, werden sich seiner erinnern. Mierendorff, der als Siebzehnjähriger freiwillig in denKrieg gegangen, ihnvierJahreanderFront mitgemacht hat, der eine schwere Schädelverletzung undTaub- heft auf einem Ohr aus dem Kriege heimbrachte und das Eiserne Kreuz 1. Kl. besitzt, wurde von den br seine Kunst bestehe darin, kleine Dinge als große wirken zu lassen. Das wäre also ein Schuster, der für kleine Füße große'Schuhe zu machen versteht. Man könnte solche-Leute Mundwerker nennen..■ AIS der spartanische König ArchidamuS den Thukydides fragte, ob'er im Rsngkampfe wohl stärker sei als PerikleS, war er Mer die Antwort sicherlich sehr erstauirt:„DaS ist schwev fcsjziM stellen».denn-.wenn ich ihn zu Boden gebracht hab«, redet er den Zuschauern ein, er sei, gär nicht unten; und so gewinnt er." - Vergleicht man derartige Redekünstler etwa mit den Personen, welche di« Frauen-schminken und, maskieren, so muh'-man sagen; diese richten geringeren Schäden an/ Wir. erleiden keinen erheblichen Verlust, wenn wir nicht das wirkliche Gesicht, der Frauen.sehen. Jene Wortemacher aber suchen nicht unsexe Augen, sondern unser Urteil zu täuschen, sie wollen daS Wesen der Dinge verfälschen und verderben, ' Di« Rede blühte in Rom am stärksten Miet den Gewittern der. Bürgerkrieg«,' ja, die Rede war obenauf, als es im' Staate ani schlechtesten Kohlenproduktlon Im Vormonat Nach der einstweiligen inoffiziellen Statistik standen im Feber 1887 insgesamt 78 Steinkohlen- und 174 Braunkohlengruben in Betrieb. In den Steinkohlengruben wurden 866.840, in den Braunkohlengruben 181.696 Schichten bewältigt. vor Fremdenverkehr höher als In den Vorjahren ■ Der Fremdenverkehr im Feber lvar reger als in den Vorjahren. Es steigt nicht nur die Zahl der Reisenden, sondern auch die Länge ihrer Aufenthaltsdauer. Die Auslandsreisen der Tschechoslowaken nehmen zwar ebenfalls zu, doch ist ihr Aufenthalt im Ausland« verhältnismäßig kurz und geringer als im Febet 1986. Der inländische Reiseverkehr ist jedoch Heuer schwächer. Die Grenzzählung der Reisenden mit Fernreisepaß weist im Fevrr(Jänner d. I.)«in Einreise von 162.666(118.666) und eine Ausreise von 166.666(126.966) Ausländern aus. In der gleichen Zeit reisten 86.260(85.206) Inländer ins Ausland und 79.666(88.806) kehrten zurück. Der Reiseverkehr der Ausländer zu uns ist für Jänner bis Feber 1987 gegenüber der gleichen Zeit des Vorjahre? um ungefähr 15 Prozent und gegenüber Jänner bis Feber 1935 um ungefähr 28 Prozent stärker. Die Aufenthaltsdauer der ausländischen Besucher betrug im Feber(Jänner) d. I. annähernd 126.600(214.500) und die der Tsche- chollowaken im Ausland in der gleichen Zeit un- lstiähr-88,800,.(55.400),Tage. Für Jänner bis Feber stieg die gesamte Aufenthaltsdauer--der Ausländer bei uns Heuer um ungefähr 8 Prozent. Die Verständigung im Donauraum Vorsichtige Fühler Budapest.(MTJ.) In'einem offenbar inspi rierten Leitartikel über den Budapester Besuch des Bundeskanzlers- Schuschnigg hebt der„P e st e r LIoy d" als wichtigstes konkrete» Ergebnis her vor, daß nach der übereinstimmenden Auffassung aller Beteiligten die römischen Protokolle und ihr Geist unverändert weiter bestehen. Ein anderes wichtiger Ergebnis ist die gleiche Auffassung der ungarischen und der'österreichischen Staatsmänner hinsichtlich der Notwendigkeit der Herbeiführung eines, korrekten Verhältnisses zu den Nachbacstaä- ten. Die Schaffung eine» solchen wünschenswerten Verhältnisse» habe- aber gewiss« Voraussetzungen und wenn. auf der Gegenseite mit der Erfüllung dieser Vorbedingungen ein entsprechende» Ent gegenkommen dokumentiert werde, könne immer von der Schaffung eines korrekten Verhältnisses zwischen Ungarn und allen seinen Nachbam die Rede sein. Wien. Zu den Budapester Besprechungen schreibt die„Volkszeitung": Die Worte des Kom munique» können sich«her auf Ungarn und dessen Verhältnis zur Tschechoslowakischen Republik be ziehen und stellen in dieser Form eher ein De menti, als eine Bekräftigung der Gerüchte dar, die schon von einem Wien-Budapest-Pragcr Dreier pakte wissen wollen. Zwischen Oesterreich und der ES wurden auSgesührt Steinkohle: nach Oesterreich 86.131(im Jänner 84.566), Italien 46.697(36.786)','Deutschland 14.840 (14.265), Ungarn 4020(2265), Jugoslawien 1700, Schweiz 1284, Polen 60, Rumänien 20; Braunkohle: Deutschland 132.290(148.854), Oesterreich 3725<8665); Kok»: Ungarn 14.205 (11.495), Oesterreich 12.444(18.995), Schweden 8197(2830), Polen 2698(8245), Nor-. wegen 2451, Italien.1887(2154), Jugoslawien 1255, Rumänien 710, Schweiz 523, Finnland 800, Bulgarien 87. Einfuhr: 88.441— 1.686 6.441— 84 18.651— 1.161 1.480— 406 Handel fordert Revision der Kartellpreise• Der Zentralrat der Kaufmannschaft erhielt aus den Reihen seiner Mitgliedsverbände zahlreiche Beschwerden Mer di« von den Kartellen vorgenommenen Preiserhöhungen und trifft nunBor- bereitungen für eine einheitliche Aktion gegen sie. Der Zentralrat will di« Regierungsstellen darauf, aufmerksam machen, daß da»'Kartellgesetz' auch in seiner jetzigen Fassung die.Möglichkeit zu einem Schiedsgerichtsverfahren Mer das derzeitige Preisniveau sowie zum. amtlichen Einschreiten gegen unbegründete Preiserhöhungen bietet. Die ziffermäßigen Unterlagen für dar Verfahren, zu dem die Regierung aufgefordert werden soll,, wird der Zentralrat der Kaufmannschaft. auSarbeiten und zur Verfügung stellen. Steinkohle Braunkohle Kok» Anthrazit Davon haben eingesührt: Deutschland Stein kohle 85.286<86.816), Polen 8190(3361), Jugoslawien 15; Braunkohle wurde durchlveg? au» Ungarn eingeführt; Anthrazit aus Deutschland; Koks aus Deutschland 18.502 und aus Polen 128.. Vorräte: 402.888— 2.169 492.928+ 5.878 184,912— 5.738 Belegschaften: Steinkohlengruben 41.127+245 Braunkohlengruben 28 248+126 Arbeitstage: Stetnkohlengr. 21.1 unverändert Braunkohlengr. 20.0—0.9 M und Vappetitlich M Glai Irt porenfrei, es verhindert W mit absoluter Sicherheit den r ElndringenirgendwelcherKeime. 4 Glai Ist aber auch chemltch neu* fral,de>halb kann es niemals Geschmack oder Aroma des Inhalts andern. Beldo* sind wichtige Gründe für die IdugeHausfrau, Marmeladen,Kompotte,ein- gemachte Gemüse etc. »tot* in Glatpak' kung tu kaufen! WM Illi UM 157.000 Versicherte mehr als Im Vorjahr Nach dem Ausweis der Zentralsozialver« stchcrungsanstalt waren bet den ihr unterstellten Anstalten Ende Feber,versichert: a) nach dem Gesetz 221/1924(Arbeiter)': Männer.... 1,147.689 Frauen...'. 765.621 zusammen....1,913.810 gegenüber dem Jänner 1937 um 82.858 mehr, gegenüber dem Feber 1886 um 146.886 mehr; b) nach dem Gesetz 117/1926(Pensionsversicherung): Männer Frauen Zusammen Dir„Union für Recht und Freiheit" hat durch die Mitglieder ihres Präsidiums, die Universitäts- Professoren Dr. Oskar Fischer, Dr. I. L. Hro- mädka und Herrn Major Kratochvil, ein Schreiben an den deutschen Reichskanzler gerichtet, indem sie eine Begnadigung der zu Unrecht zum Tode verurteilten Angeklagten des sogenannten Richard st raßen-ProzesseS fordert. In einem Schreiben an das Altonaer Sondergericht weist das Präsidium der„Union für Recht und Freiheit" auf die vor einem Forum angesehener Prager Juristen gemachten Aussagen über den Altonaer Blutsonntag hin und fordert«ine Revision des Prozeßverfahrens untre Berücksichtigung der vor der Juristenkommission in Prag gemachten Aussagen von Zeugen und Sachverständigen. Sozial« BolkSpartei gewinnt In Tokio. Vorige Woche wurde der Gemeinderat von Tokio neu gewählt. Bon den 160 Mandaten besetzt die Minsotai-Partei 65, die Scyukai-Partei 51 und die Soziale Volkspartei 22. Die anderen Minderheitspartelen besetzten zusammen 22 Mandate. Die Soziale Volkspartei, die sozialistisch zu nennen ist, hatte früher zivei Mandate. - Bor dcwWablewin Argentinien.(AP.). Im Herbst dieses" Jähres""ü»M Lex"Nachfotger''des argentinischen Präsidenten I u st o gewählt werden. Seine Stellung gleicht der des novdame- rikaNischen, doch wird er nicht auf'vier, sondern auf sechs Jahre gewählt. Er ernennt und entläßt die Minister, die nur ihm, nicht dem Parlament verantwortlich sind. Er ist jedoch nicht sofort, sondern nach Ablauf einer iveiteren Wahlperiode wieder wählbar. Bis zur Militärrcvolte des Generals Uriburu im Jahre 1930 regierten in Argentinien die Radikalen, geführt von Jrigoyep (Präsident von 1016—1922 und von 1028 bis 1030) und Alvear(Präsident'von 1922—1828). Die Defizitwirtschast— die schwebende Schuld überschritt eine Milliarde— erregte außerordentlich viel Mißstimmung, und das Regime brach 1930 zusammen. Die Macht kam an eine Koalition aus Konservativen(Nationaloemokraten. „Unabhängigen Sozialisten" und einer Sezession der Radikalen(Antipersonalisten, d. h. Gegner des persönlichen Regiments von Jrogoyen). General Justo war bereits unter Alvear Krieg»- minister gewesen. Die Radikalen wurden nach JrigohenS Tod von Alvear reorganisiert und übten zunächst die Taksik der Wahlenthaltüng. Erst Ende 1935 lehrten sie in» politische Leben 126.742 . 55.335 ...; 182.077 gegenüber dem Jänner 1037 um 1551 mehr, gegenüber dem Feber 1936 um 9442 mehr. Förderung: F-b. 1987 Jän. 1987 F- b. 1986 Steinkohle 1,271.088 +89.450 +861.969 Braunkohle 1,505.421 + 1.688 +280.866 Kok» 209.500 —18.100 4“ 69.000 Steuckohleichrik. 88.270 — 1.960 — 424 Braünkohlenbr'ik. ."."26.126 _;+:.'4.'5O6’ 11,747 Äusfu h r:'' Steinkohle 154.192 +14.997 + 58.309 Braunkohle 138.772 — 4.26t + 9.571 Kok» 45.481 + 8.705 + 18.627 Seite 6 Sozialdemokrat" Mittwoch, 2-1. März 1987. Nr. 71 KE HM-8piek-A2rp«psKgL 88,452.947.85 K5 1.055,814.607.45 Gewinn- und Verlustkonto Lasten KE d. DT3 Verdnsnadmdttai Kunst und Wissen G 728,404.980:40 1.187,542.429.80 6,088.496.00 45,207.160,80 280,461.696.25 17,582.690.00 145,580.521.05 04,246.174.25. 1.880,478.787.65■ 1.016,087.860.20 24,082.087.45 440,572.822.45 48,547.852.80 767.000.25 Erträgnisse: Zinsen..... Provisionen.,, Verschiedene Gewinne. 000,745.107.45 155,060.500.— KE 00,672.671.20 498,887.574.50 78,000.000.— Zinsen........... Kosten: a) sachliche Verwaltungsauslagen... - b) persönliche BerwaltungSauSlagen.., Steuern, Gebühren und gesetzliche Beiträge.. Abschreibungen an Immobilien und Inventar, Reingewinn des Jahrei 1986.... Vorstellung^ 7 Uhr: Jaust 1. und 2. Teil, Abonnement ausgehoben.> Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Heute, Mittwoch,- abend» 8 Uhr: Photographieren: ber» botenl— Donnerstag, abends 8 Uhr: Treff-A», Bankbeamte 2 und freier Verkauf.— Freitag: geschloffen.— Samstag halb 8 Uhr: Kommen Sie.am ErstenI Erstaufführung..— Sonntag 8 Uhr: Axel an der Himmelstür. 8 Uhr: Kommen Sie am Ersten! Statt 6« westböhmischen ArbelterfuBballserle Der Frühlingsanfang hat kein Sportweller gebracht. Mit Ach und Krach hielt sich da» Wetter am Sonntag, damit nicht schon der erste Seriensonntag Spielaursälle zu verzeichnen hatte. Auf einigen Plätzen war aber der Morast immer noch grob genug. In letzter Minute vor Serienbeginn sagte Franzen»- bad ab und scheidet damit aus. Aus diesem Grunde war GraSlitz spielfrei und trug ein Freundschaftsspiel mit Neusattl aus. Die ersten Ergebnisse lind ziemlich erwartungS- gemätz ausgefallen, soweit es sich um Falkenau, Karlsbad. Schankau und Chodau handelte. Sehr überrascht hat aber der AuLgang in Unterreichenau. Maierhöfen hat sicher nicht mit einem Sieg gerechnet, aber die Unterlegenen geben zu, dass er nicht unverdient errungen wurde. EL scheint also, als ob der Ex-Kreismeister die erlittene Scharte wieder au»- wetzen will. In Falkenau verlor Fischem und damit setzte sich der FFK an die Tabellenspitze, um aber durch Karlsbad, welche» in Neudek siegte, einen punktegleichen Partner zu haben. Neudek und Unterreichenau sind durch ihre Niederlagen etwa» zurückge» fallen. Schankau hat durch seinen Sieg Uber Aich erneut an die Spitzengruppe Anschluß gefunden. Aich bleibt auf dem alten Platz. "Nunmehr stehen sechs Mannschaften unmittelbar in der Spitzengruppe und die andere Hälfte weist gleichfalls keine großen Differenzen auf. Aller Voraussicht nach wird der Verlauf der Serie bis. zum Schluß unentschieden aussehen. Am kommenden Sonntag ruhen die Meisterschaftsspiele. Vereine de» 6. Kreises fahren in den 5. Kreis und im 6. Kreis werden neue anerkannte Gegner aus anderen Teilen der Republik erwartet. Die Ergebnisse der Serienspiele: FFK Falkenau gegen Atu» Fischern 4:1, Atu» Karlsbad gegen ASB Neudek 4:1, Atu» Unterreichenau gegen ASB Maierhöfen 1:2, Rott Elf Chodau gegen Atu» Dra- howih 4:8, ASV Schankau gegen AtuS Aich8:2.— Freundschaftsspiele: ASK Eger gegen Militärelf 0:8, ASK GraSlitz gegen ASK Neusattl 5:0, ASv.Alt- rohlau gegen ASK Dittmesgrün 7:2. DieTabellenachderersten Runde Aktiv• V Barbestände, sofort fällige Forderungen bei Esl. Geldinstituten,, Esl." Stagttzbpn»und.Esl., Staat» kasstnscheine^*, Devisen und Schecks in fremder Währung.- Wechsel....-...-...- EffeÜen:. a) Eechoslovakische b) ausländische. e) fällige Kupon» und verloste Werte Beteiligungen•.•. Debitoren: iu,- u a) durch Wertpapiere gedeckt... b) Forderungen bei den ausländischen Banke und Bankier».........■ c) sonstige. Immobilien und Inventar...... Transitorische Aktiva........ Sonstige Aktiva.........» Durchlaufende Posten KE 496,086.457.05., Pa ssi» ,t Eingezahltei Aktienkapital...... Reserven....,........." Pensionsfond» der Angestellten......■ Einlagen: , a) gegen Einlagebücher....... , b) gegen Kassenscheine.»....... Kreditoren: a).Geldinstitute......... .b)^ sonstige........ Transitorische Passiva.'........ Durchlaufende Posten KE 496,086.457.05.. Reingewinn de» Jahre» 1986..... Fußtallergebnisse au» dem 5. AtuS-KreiS. Bezirk T e p l r tz: Kleinaugezd gegen Wisterschan 1:2, Prosetitz gegen Weistirchlitz 0:1, Neuhof gegen Tischau 0;2, Zuckmantel gegen Graupen 6:1, Pihan« ken gegen Eichwald 1:1.— Bezirk Aussig:" Nestomih gegen Krochwitz 0:4, Aussig-Nord gegen Kleische 8:1, Wannov gegen UllgerSdorf 4:2. Einer der jugendlichen Attentäter verhaftet. Die P o l i z e i k o r r e s p o n d e n z berichtet, daß Dienstag nachmittag» der Sicherheitsabteilung der Polizeidlrektion in Prag von der Gendarmerie in VlaSim mitgeteilt wurde, daß dort einer der jugendlichen Täter an dem Ueberfall auf die M. S. in Prag XU., verhaftet-wurde.. An eitler Fisole erstickt. Vorgestern! .. ,...--gcatchendwekti-n mtt Erlaß Nr. 18.800/V11/1980 bewilligt.- Druckerei:^rbil". Druck«.-BerL^mW"ZeiwwH-E-G/P«L^^"onderPost-und Tele. Prager BereinStheater. Samstag, den 8. April. Uraufführung der dreiaktigen Komödie „B 0 r m ä r z" von Rudolf Ster«. Besetzung: Charlotte Birch Pfeiffer— Milde Marie K rau» a. G. Theophrast Fuchs— Franz Bämnel, Dorethee Hildebrandt— Marche Miesenfeld. Da» Stück kämpft für die Freiheit de» geistigen Schaffen»! Die Vorstellung findet zugunsten notleidender KÜnstter statt. Karten telephonisch 20280..' Wochenspielplan de» Neuen Deutschen Theater». Mittwoch: geschloffen.— Donnerstag halb 8: Rossini in Neapel, CI.— Freitag: geschloffen.— SamStag 6; Parstfal, neuinszeniert, A 1.— Sonntag halb 8: Photographieren verboten, volkstümliche verbleibt ein Reingewinn von KE 1,127.47.6.80. Der Vorstand-Hat beschlossen,-, der am 29. April 1087 stattfindenden. Generalversammlung vorzu- schlagen, den nach statutarischer Dotierung der allgemeinen-Reserdefond» verbleibenden Rest-de» Reingewinne» dem SvezialresyvefoNd» zuzuweisen. Die Bilastj weist folgende Posten au»: SlltznrKonto: KE FFK Falkenau., 12 8 0 4 16 58:81 Situs Karlsbad., 12 6 4 2 16 29:16 ASK GraSlitz», 11 6 8 2 15 89:18 ASV Neudek.. 12 6 2 4 14 88:21 Atu» Unterreichenau 12 6 2 4 14 80:28 ASB Schankau. 12 6 2 4 14 21:28 Atu» Fischern.. 12 4 8 5 11 24:28 ASV Maierhöfen. 12 5 1 6 Il 10:21 Rote Elf Chodau. 12 5 1 6 li 19:28 Atti» Drahowitz. 12 4 2 6 10 26:27 Atu» Aich... 12 2 4 6 8 20:81 Atu» FranzenSbad 11 0 2 9 2 8:65