Einzelpreis (cinschließl. S Keller Porto) Sozialdemokrat Krofta über Staat und Nation Pädagogische Woche eröffnet Erscheint«ft««-»nh«-»o»t«, t«,Nch früh Donnerstag, 25. März 1937 Nr. 72 17. Jahrgang Wien vor dem Ausschuß Klare Fronten in Polen Aus dem Inhalt: Zwlttauer SdP-Leute verhaftet —NI. Warschau, Im März/ Mit der Parole der Ueberwindung-des Klas- senkampfes trat Vor einem Monat ObecstKoc, der Beauftragte der in Polen regierenden Militärs, an die Oesfentlichkeit, um alle Schichten-seines Volks in das neue Regierungslager einzugliedern. Jede einzelne Klaffe erhielt ihre besonderen Versprechungen: Großgrundbesitzer und Kapitalisten den Schutz des Privateigentums, und der privaten Wirtschaftsinitiative, die Bauern beschleunigte Agrarreform, die Kleinbürger in Handel und Handwerk Zurückdrängung der Wettbewerber aus den nationalen Minderheiten, insbesondere der Juden aus dem polnischen Wirtschaftsleben, die Arbeiter Ausbau der Zwangsschlichtung in den Kämpfen um Lohn und Arbeitszeit. Selbstverständlich wurde außerdem mächtig die Trommel für die gemeinsamen nationalen Aufgaben der auswärtigen Machtpolittk und für die politische Unterordnung unter die Führung des militärischen Oberbefehlshabers, Marschall Rydz-Smigly, gerührt. Die höchsten staatlichen Autoritäten setzten sich für die Werbeaktion ein und traten offen gegen die Oppositionsparteien hervor. Trotzdem ist das Ergebnis aller dieser Bemühungen ein ganz anderes, als die Gründer der neuen Regierungsfront es wünschten und vorauS- sagten.Man kann feststellen, daßdieKlassen- fronten durch das sogenannte„Lager der nationalen Einigung", wie Oberst Koc seine Gründung nennt, keineswegs überwunden, ja,, daß sie dadurch viel eher Verse st igt und klar gegeneinander abgegrenzt worden sind, Die regierenden Militärs hatten den Wunsch, Großgrundbesitz und Großkapi- t a l, die in einem armen Lande wie Polen politisch besonders unpopulär sein müssen, von ihrer Neugründung fernzuhalten. Die Vertreter dieser Kreise haben aber ungebeten nach Prüfung des Programms von Oberst Koc sofort ihre Z u- stimmung dazu erklärt. Weniger begeistert sprachen sich freilich die Führer und Zeitungen der oppositionellen Rechtsparteien aus. Sic erkannten zwar an, daß ihr eigenes nationalistisches Programm in allen wesentlichen Punkten vom neuen Regierungslagcr übernommen worden war, machten aber gerade deswegen ihr Erstgeburtsrecht innerhalb der nationalistischen Bewegung geltend und verlangten, daß den sachlichen Zugeständnissen nun auch eine'organisatorische Heranziehung ihrer Parteigebilde zur Mitarbeit an der Staatsführung folgen sollte. Das lehnen dst-Trä- ger derMegierungspolitil ab. Sie, wollen mit dem Entgegenkommen an die rechtsbürgerliche Opposition gerade ihrer eigenen Machtstellung n«Ä Stützest öetschäffen uno ihren Einflüß'äüs Staat und Wirtschaft nicht mit anderen Kräften,.teilen. Doch der Streit zwischen der Regierung und d e r R e ch t e n geht nicht mehr u m g r u n d s ä tz l i ch e Dinge, sondern, nur noch um die Frage, wer das nationalistische, und in den VersassimgSfragen„autoritäre" Programm durchführen soll, das beiden in den Grundzügen jetzt gemeinsam ist. Der sachlichen Zustimmung auf der Rechten steht AblehnungaufderLinken gegenüber. Anstatt neue Anhänger in den besitzlosen Klassen zu werben, haben die Nachfolger des Marschalls Pilsudski sogar einen Teil ihrer bisherigen kleinen Gefolgschaft unter den/Bauern und Arbeitern mit diesem Programm verloren. Gemäßigte Bauernführer, denen man die Leitung der Landagitation des neuen Ncgierungs-, lagerS anbot, haben sich z u r ü ck g e z o g e n, nachdem ihre Vorschläge zur Demokratisierung des parlamentarischen Wahlrechts, der Gemeindeverwaltung und der sozialpolitischen Einrichtungen kein Gehör fände». Eine solche Demokratisierung wird von Koc zwar nicht grundsätzlich verweigert, aber nur für den Fall in Aussicht gestellt, daß er vorher eine sichere Mehrheit'für sein Programm zusammenbringt. Dio. Leitung der Regierungsagitation auf. dem flachen Lande mußte unter diesen Umständen einem alten General anvertraut werden, der sich dabei- auf sein? bäuerliche Abstammung und seine lange zurückliegende Tätigkeit in der demokratischen BarierNbewegüng beruft/ Die heutigen Führer dieser Bewegung aber, hinter denen-die große-Mehrheit des polnischen Land«- Volk» steht, lehnen das Programm des Oberst Koc eindeutig ab. - Roch schärfer und entschiedener ist die Stel« lungSnahm« der Arbeiterschaft. Daß die S o z ia-.- Gebesserte Industriebeschäftigung An der Front Bericht von Guadalajara der tschechoslowakischen Delegation 'A Madrid. Di« tschechoslowakische Studien- Delegation, bestehend aus dem Abgeordneten N i« m e c von• der tschechischen: sozialdemokratischen Partei, dem Abgeordneten Richter von der tschechischen' nationalsozialistischen Partei,- dem. l?tadtrat U j l t. k, Direktor der katholischen Gewerkschaften in der TSR,.'Sekretär Paul von der deütschen sozialdemokratischen Partei, Redak«. teur Dlabä.L von den„Lidovs Roviny". Und Frau Profeffor P a c ä k al» Vertreterin des tsche. chhflowakischen Komitees zur Hilfe für das demokratische spanisch« Volk, ist. am-22. März in "Wkrtrauen MMton Blum 362s2l5 Pari t. Dir Kammerdetatte über dir tfa» tigm Ereignisse in Clichy und die Interpellationen über den donnerstägigen Generalstreik der Pa». eifer Arbeiterschaft endet«»m 6 Uhr früh mit' einer BertrauenSkmrdgebung für Blum im-Brr». hältni» vyn 362 zu SIS Stimme». Der ehemalige kommunistische Deputierte und. gegenwärtige Vorsitzende der VolkSpärtei, Dortot,''.behauptete, dah'dke.kommunistische. Partei, ist-Frankreich.von der III. Internationale^ 200 biS2ö<> Millionen Francs für die Propa« Miwa,^hauptsächlich in der Presse, erhaltest häbe.- Redner verlangte, daß«in« UntersitchungSkom« Mission zur Feststellung der Fonds und der-Ein nahmen aller politischen Parteien gehörigen Blät ter gebildet-werd«. In der Kammer kam eS zu Italien nicht gegen die Kleine Entente? Römische Aeußerungen zu Clanos Belgrader Besuch Rom.(Stefani.) Außenminister Graf Ciano a«S Rom um 7.40 Ahr abgerelst. Die politischen Kreise in Rom versichern, daß die plötzliche Reise des Grafen Ciano nach Jugoflawien nicht den Zweck habe, die Aufmerksamkeit der Welt auf andere Fragen zu lenken, al» es die Angelegenheiten sind, von denen so viel In der internationalen Presse debattiert wird. Als sehr bedeutend wird der Umstand angesehen, daß Graf Ciano aus Belgrad nicht nach Athen und Ankara reist, wie man ursprünglich annahm. In römischen politischen Kreisen wird auch, versichert, daß sich Italien der Mitgliedschaft Jugoslawiens an der Kleinen Entente voll bewußt sei und daß diese Treue Jugoslawiens zur Kleinen 'Entente gewahrt werden soll, wie jugoslawische Staatsmänner in der letzten Zeit hervorgehoben . haben. Italien werde in keiner Weise versuchen, die Kleine Entente zu zerstören, sozkaldemokrattfche««rreiterpartei tn der Tschechoflowaklschen RqmbM Madrid eingetroffen. Sie wurde von dem Kommandanten der Stteitkräfte von Madrid, General M t a j a und anderen Mitgliedern der Junta de Defensa von Madrid empfangen. Anschließend daran unternahm die Delegation«ine Fahrt an sämllichen Frontabschnitten von Madrid entlang. An der Front von Guadalajara hatte sie Gelegenheit eine Episode der dort eben im Gange befindlichen Kämpfe zu beobachten. Auf der Rückfahrt besichtigte die Delegation die Schäden, die in den Ortschaften an der Sttaße Madrid—Saragossa von dem italienischen Lustbombardement angerichtet worden waren. Ebenso steNte sie die Aufschriften„Eviva Mussolini" fest, die auf den öffentlichen Gebäuden der von den Italienern besetzten spanischen Städte und Dörfer von den Legionären vor ihrer Flucht angebracht worden waren. Angesichts des massenhaft Herumliegenden italienischen Kriegsmaterials und der anderen Zeichen panikartiger Flucht der Italiener konnten diß Mitglieder der Delegatton ihr Erstaunen über die rasche und vollständige Deroute der italienischen Truppen nicht unterdrücken. Nach ihrer Rückkehr nach Madrid beglückwünschte die Delegation General Miaja zu der hervorragenden Disziplin und der beispielhaften Kampfmoral der republikanischen Truppen. Die Mitglieder der Delegation erklärten in einer Unterredung dem Korrespondenten der«Agence Espagne", daß-sie sich nun mit eigenen Augen von der- Haltlosigkeit her Verleumdungen über« zeugt hätten, die^gewiffe ausländische Kreise das angebliche„bolschewistische" Spanien ausstreuen. Sie hätten nun selbst feststellen können, daß«8.sich in Wahrheit um einen Kampf der legt« timen Regierung gegen meuternde General« handle, die ihren Krieg mit der Hilfe gekaufter ausländischer Söldner führen. Die Delegation hatte ferner eine Unterre« düng mit dem bekannten spanischen Armeeführer ENrigue L i st e r, der im Auslände als russischer General ausgegeben wird. Die Delegation konnte sich davon überzeugen, daß Lister ein dreißigjähriger spanischer Arbetter aus der Provinz Galicia ist, der in der republikanischen Armee die rasche Karriere gemacht hat, die ihm seine Fähigkeiten und die demokratische HeereSverfassung gestatten. -Ein Mitglied der Delegatton erklärte dem Korrespondenten der Agence Espagne: Sofort nach unserer Rückkehr in die Tschechoslowakische Republik werden wir unserer Ueber- zeugung Ausdruck geben, daß die republikanische Negierung das Recht hat, von den demokratischen Staaten mit Achtung behandelt zu werden und daß es notwendig- ist zu erkennen, daß die sogenannten„Nationalisten" des General Franco im Grunde nichts anderes sind, als die Agenten von Hitler und Mussolini. Stillstand an den Fronten Madrid. Die GefechtStöttgkeit an den Fronten hat Infolge deS außerordentlich schlechten WetterS stark nachgelassen. Die Angriffe Franco» an der Düdftout tri Poz» Blanko, die acht Tagss dauerten, wurden atgewehrt. Dort^operieren auf Seite der Aufständischen zehn von. Marokkanern«nterstützte italienische Divi sionen. _ s.k«ohon5S077- Herausgeber: Siegfried Taub- Verantwortlicher Redakteur: KarIKern,Prag Redaktion und Verwaltung: Prag XII., Fochooa Anklagen Majskljs London.(Reuter.) In der Mittwoch- sttzung de» RichtelnmischungSaiwschusses erklärte der sowjetrusstsch« Delegierte Majs tii, er müsse auf Weisung seiner R-gierm'g'mf die ständig zunehmende Intervention der italicnischcn Regierung i« den spanischen Angelegenheiten auf- merksam machen. Majfttj fMto dass sich tttoa Mitte Fever mindestens 60.000 Italiener in Spanien befanden und daß diese Zahl wahrscheinlich noch zugenommen hat. Tsis gleicht ader, sagte Majskit, einer Jnvasimi i alienischer Trup- pen in ein ftemdeS Land. Majfttj schlug inSbe- sonder« die Bildung und sofortige Entsendung eine» Sonderausschusses nach Spanien vor, der ersten» die Bericht« über die Ausschiffung von Italiener» in den spanischen Häsm auch nach dmn SÜ. Fever, zweiten» die Berichte über die AnS- fchiffung von Kriegsmaterial, daS für die Franco- Arme« Vestimmt ist, und drtttmS alle Berichte üver die Beteiligung italienischer Milttärforma- timten an den kriegerischen Operattonen prü- fen soll. Der italienische Delegierte, Botschafter Grandi, und der deutsche Delegierte, Botschafter v. Ribbentrop, erklärten, daß sie. ihre Ansicht bezüglich diese» Vorschläge», nach Rücksprache mit ihren Regierungen bekanntgeben werden. Schließlich wurde beschlossen,.die ganze Frage einem ' Subkomitee.-zuzuweisen, Der Nichteinmischungsausschuß genehmigte . hePnttÜu MeLJBxjt.tn nu ng der^AussichtS«. Agenten zur Durchführung de» Kontrollplane», Gemeinsames Vorgehen Snzleno—Frankreich Der„Matin"beschäftigt sich in einer Londoner Depesche mit dem neuen Mißerfolg der Beratungen des Nichtinterventionsausschusses, der mit der neuerlichen Spannung zwischen Italien und Großbritannien zusammenhängt.- Der italie« »tsche Botschafter Grandi habe erklärt:„WaS meine Regierung anbelangt, erkläre ich, daß Verhandlungen über die Freiwilligen-Jrage überflüssig sind. Nicht«in einziger italienischer Frei- williger wird abverufen werden,..solange der spanisch« Bürgerkrieg nicht beendet ist." Grandi fügte hinzu, daß"Italien über diese Frage nicht verhandln wolle, da die Sowjets es abgelehnt haben, die Frage des spanischen Goldes im Auslande zu behandettt. Der französische Botschafter Corbin erklärte hierauf, daß, wenn der italienische Standpunkt tatsächlich so sei, er befürchte, daß Befürchtungen wegen des Schicksales der ganzen Nicht« interventionspolitik überhaupt entstehen könnten. Lord Plhinouth erklärte, er sttmme mit den Ausführungen des ftanzöstschen Delegierten überein, und erachte es als sein« Pflicht, sofort- der engli« schen Negierung über diese neu«, so emste Situation zu berichten. London. Auch die britische Presse beschäftigt sich mit der Sitzung im Nichtinterventionsausschuß. Die Blätter, bezeichnen die neugeschaffene Situation fast einstimmig als« r n st.„Daily Erpreß" glaubt, daß die gestrige Erklärung des Botschafters Grandi eigentlich den Weg der direkten Intervention in Spanien öffne.„News C h r o n i e l e" meint, daß die. einzige Hoffnung au» der schwierigen. Situation herauszukommen, die sei,'daß-Frankreich und England«ine einheitliche und feste" Richtlinie des Vorgehen» einnehmen. Auch an der Jaramastont und anderen Abschnitten bet Madrid wurden Angriffe der Aufständischen abgewehrt. Bei Siguanz»,(Guadalajara- Front) befestigen die RegierüngStruPpen die eroberten Positionen. kiesige Kriegsbeute . del Guadalajara Madrid.(Agence Espagne.) Im Sektor von Guadalajara sind bisher von den Sammelkom- mandos der RegierungStruppen 5,000.000 Schuß Munitton aller Art, die von den flüchtenden Italienern entweder weggeworfen oder zurückgelassen worden sind, eingebracht worden. Dies gibt einen Hinweis auf den gewaltigen Umfang der gesamten bisher den Italienern abgenom- ntenen Kriegsbeute, deren Zählung noch lange nicht beendet ist. ES handelt sich fast ausnahmslos um modernstes und gebrauchsfähiges Material.\ Die Anarchisten verzichten auf Ihre selbständige Mllltärorsanisatlon Valencia.(Agence Espagne.)„Die eiserne Kolonne", die stärkst« anarchistische Milizabteilung innerhalb der Volksfront-Truppen, hat gestern in einer Bollversammlung ihrer Mitglieder einen Beschluß gefaßt. Mit erdrückender Mehrheit wurde in der Vollversammlung, an der sämtliche Mitglieder der Kolonne wilgenommen Haven, beschlossen, diese Sonderforma- t i o n, die liSber die Eingliederung in die regulär« Arm« abgelehnt hatte, anfzulöse» und in die vom Kriegsministerium aufgestellten reguläre» Heeresabteilungen einzutreten. Die Boll- versammlnng begründete diesen Beschluß mit der Notwendigkeit,«ttsprtthSW den Snstruttionrn deS Kriegsministeriums alles zu tun, um die Militarisierung,' daS Einheitskommando und die Disziplin in der republikanischen Arm« zu stärken. Richt nur die demokratisch««nd die sozialistische Preises auch die Blätter der änarchosyndikäli- stischcn Verbände feiern diese» Beschluß, der die definitive Einordnung der anarchistischen Milizen in bk« RegierungSarmee bedeutet. neuen, lärmenden Ausschreitungen nach der Rede: des kommunistischen Deputierten für Clichy, H o n e l, als er, die Ereignisse, in Clichy aufklären- wollte und die dortigen Kommunisten, in Schutz nahm. Di« Kammerbediensteten, mußten die Deputierten der Linken und der Rechten trennen und- der Kammerpräsident war gezwungen, die Sttzung !zu unterbrechen. Hierauf wurden die TageSord» Zungen- verlesen. Die vom Deputierten Lavier Palat.vorgelegte Tagesordnung: der Rechten wer- ilangte die Ernennung /einer, Untersuchunghkpm- misswn. Der Ministerpräsident lehnte-diese Tagesordnung ab, was mit 871 gegen 208 Stimmen"erfolgte. Ebenso wurde die Tagesordnung Doriot-niit 861 gegen 282 Stimmen abgelohnt. «Seite 2 Donnerstag, 8b. Mürz 1087 Nr. 72 1 i st i s ch e Partei der Werbeaktion der Mili- tärregimes sachlich entgegentrat, versteht sich von selbst. Aber die-von ihr geführte Abwehrfroni geht diesmal weit über die eigenen Reihen der Sozialisten hinaus. Auch die chrlstlich-dema- kratisch organisierten Arbeiter stellen sich bi» auf tvenige Splittergruppen ebenso ein, und— Was besonders bezeichnend ist— selb st die bisher im Regierungslager stehenden Gewerkschaften haben nach der Veröffentlichung des Aufrufs von Koc den W e g i n d i e O p.p o s i t i on z u rü ck gefunden. Ihr Führer, der ehemalige Sozialist Moraczewski, hat, enttäuscht von den Erfahrungen seiner Zusammenarbeit mit. den Milt« tärkreisen, sogar noch schärfere Töne gegen Koe angeschlagen als das sozialistische Parteiorgan „Robotnil", das seinen Lesern die Unvereinbarkeit von Nationalismus, Führerprinzip und Sozialismus nicht erst von neuem klarzumachen brauchte. Moraczewski tritt seht geradezu für eine Einheitsfront aller demokratischen Kräfte ein. Er hat allerdings die notwendige Folgerung daraus noch Nicht gezogen, feine frühere Zersplitterungsarbeit' in den Gewerkschaften rückgängig zu Aus Aniah der Pädagogischen Woche der deutschen Lehrer in der Tschechoslowakei hielt Auhemninister Dr. K. Krofta am 24. März 1987, abends, eine Rede, in der er u. a. ausführte: Es ist die Pflicht und liegt auch im Interesse der tschechoslowakischen Nation, die Wege zu suchen, auf denen allmählich die Schaffung eines vernünftigen, anständigen und gerechten Verhält» nisses zwischen der tschechoslowakischen Nation und jenen Angehörigen unserer Staates erreichbar wäre, die durch ihre Herkunft, ihre Sprache und ihr Bewußtsein anderen Nationen angehören. ES handelt sich hier vor allem um die Deutsche», die an Zahl und geschichtlicher, wirtschaftlicher, kultureller und politischer Bedeutung am stärksten sind, diesen keineswegs geringfügigen Bruchteil des großen deutschen Volksganzen, das in zwei Staaten, deren Territorien an dem größten Ärenzabschnitt uns benachbart sind, ein selbständiges Leben führt. Diese Nachbarschaft zweier deutscher Staaten wird sicherlich nicht unwesentlich auf das Verhältnis unserer heimischen Deutschen zu unserem tschechoslowakischen Staate und Volk sein. Und gewiß ist es für unseren Staat und unser Volk nicht ohne Bedeutung, tvelche Auffassung der Begriffe Nation und Staat bei diesen verschiedenen deutschen Gruppen vorherrscht. Wenn wir wissen, daß eben bei den Deutschen jene Auf« fassung des Begriffes der Nation am intensivsten und systematischesten entwickelt wurde, die so ge» Ivgltig zu unserer eigenen nationalen Wiedergeburt und zu unserer staatlichen VerseVständl- gung beitrug, so kann es uns nicht überraschen, wepn wir dieser Auffassung in der Regel auch bei den heutigen Deutschen begegnen, mögen sie nun in unserer unmittelbaren Nachbarschaft oder mögen sie unter unS leben. Wenn ater gefordert wird, daß jeder Deutsche, her nicht Reich-angehörtger ist, seine Zuge- Höffigkeit zur Ratio» über die Zugehörigkeit zu den« Staate stellen möge, in dem er als Bürger lest, wenn gefordert wird, er möge sich im Gefühl d«k Mitverantwortung für daS Schicksal deS machen und feine Sonderorganisation wieder in die Freien Verufsverbände zurückzuführen. Man muß jedoch anerkennen, daß die BerufSvereini- gungen der Anhänger Moraczewski» auch in den letzten großen Wirtschaftskämpfen, z. B. im Bergbau, solidarisch mit den sozialistischen Gewerkschaften auftraten. Zwischen ihren bisherigen Verbündeten und der sozialistischen Arbeiterbewegung steht diese, zahlenmäßig früher ziemlich bedeutende Gruppe jetzt im Kreuzfeuer. ES scheint, daß ein Teil ihrer Anhänger zu Koe, ein anderer Teil zu den Organisationen der klassenbewußten Arbeiterschaft übergehen wird. Die Scheidung der Fronten macht rasche Fortschritte. Käme es heute zu freien Wahlen im Lande, so hätten die S o z i a l i st e n gemeinsam mit den Arbeiterparteien der nationalen Minderheiten und mit der geschloffenen demokratischen Bauernbewegung sicherlich bereits die absolute M e h r h e i t in Polen. Gerade diese Tatsache macht es allerdings wahrscheinlich, daß die Inhaber der Macht es in der nächsten Zeit keinesfalls auf die Entscheidung des Stimmzettels unter gleichen Bedingungen für alle Parteien ankommen lassen werden. Reiche- de» Richtlinien feiner amtliche» Politik unterwerfe» und sich so dem Staate politisch entfremden, deffen Bürger er ist, so haben wir gewiß da- volle Recht, solche- auf da- entschiedenste ab» znlehnen. Wenn eine derartige Auslegung der organischen Aussaffung de» Volksbegriffs bei unseren deutschen Mitbürgern Wurzel fassen würde, dann wäre hiedurch unser ruhige» Zusammenleben mit ihnen und all unsere.friedliche Zusammenarbeit sehr erschwert, wenn nicht überhaupt unmöglich gemachi. Ez könnte auch keine günstige Wirkung ausüben, wenn unsere deutschen Mitbürger ihr gute» Verhältnis zum tschechoslowakischen Staat und Volk von der Bedingung abhängig machen wollten, daß e» uns gelinge, wie jüngst der Sprecher der Henlein-Partei Dr. A. Herr in einem an mich gerichteten offenen Briefe schrieb,„dauerhafte freundnachbarliche Beziehungen zwischen der Tschechoslowakischen Republik und dem Deutschen Reiche herzustellen". Ich muß nicht erst wiederholen, daß e» der aufrichtige Wunsch aller ist, die die Richtung unserer Außenpolitik bestimmen, e» möchten unsere Beziehungen zum benachbarten Deutschen Reich dauernd freundnachbarlich sein und daß eS sicher nicht nötig ist, die in Betracht kommende». Faktvren zu systematischen Bemühungen im Sinne de» Aufbaues und der Erhaltung dieser Beziehungen anzueifern.'Aber wir können nicht zulaffen, daß ein Teil unserer Mitbürger dies zur Bedingung ihrer Treue und Ergebenheit zum tschechoslowakischen Staate mache. Wir könne» die» schon deshalb nicht tun, weil einer derart bedingten Treue und Ergebenheit zum Staate ein sehr zweifelhafter Wert zukime, hauptsächlich aber deshalb nicht, weil der Aufbau und die Erhaltung dauerhafter freundnachbarlicher Beziehungen unseres Staates zum Deutschen Reiche nicht bloß von unserem guten Willen, ja nicht einmal von beiderseitigem gutem Willen abhängt. Dse Entwicklung der gegenseitigen Ber- hältniffe der beiden deutschen«Staate»,' Deutsch- land und Oesterreich, läßt erkennen, daß die ungestörte Dauer derartiger freundnachbarlicher Beziehungen nicht einmal bei gleichem nationalen Thatäkter.zweier Staaten.stets''gewährleistet ist. Zu gewissen Anregungen über deck Verhältnis> zwischen Tschechen und Deutschen sagte der Minister: ES kann allerdings nicht aigeleugnet werden» daß daS Vordringen des tschechischen Elementes im überwiegend deutsch besiedelten Gebiet zum Teil durch verschiedene Maßnahmen unserer staatlichen Behörden bewirkt wird. Aber in der Regel geht eS hiebei um Maßnahmen, die vom Standpunkte des Staate» nötig und voll berechtigt sind, solange keine völlige Sicherheit betreffs der absoluten staatlichen Zuverlässigkeit aller Teile der dortigen Bevölkerung obwaltet. Diese» Vordringen de» tschechischen Elemente» in deutsche» Gebiet kann indessen keinen tieferen und nachhaltigeren Einfluß auf den nationalen Charakter dieses Gebiete» üben. Auch würde es sich um so mehr einschränken, je allgemeiner und tiefer bei der deutschen Bevölkerung unseres Staates ein aufrichtige» tschechoslowakisches Staatsbewußtsein Platz greisen würde. Damit die» geschehe, darauf müssen vor allem wir, die Angehörigen des tschechoflowakischen Volkes, hinwirken. Es ist überaus notwendig, daß sich unsere deutschen Mitbürger immer mehr zum Bewußtsein bringen, daß dieser Staat auch ihr Staat ist und daß au» diesem Umstand für sie nicht bloß verschiedene Rechte in diesem Staate, sondern auch ernste Verpflichtungen gegenüber diesem Staate hervorgehen. Hiebei ist eS keineswegs nölig, daß sie in irgendeiner Weife ihrem deutschen Nationalbewußtsein untreu werden, denn eS besteht kein Zweisel daran, daß diese- ihr Nationalbewußtsein sich mit dem tschechoflowakischen Staatsbewußtsein gut vertragen kann. Die Erzielung einer Harmonie dieser beiden inneren Haltungen könnte die Berbrettung der Erkenntnis sehr zugute kommen, daß ihre Zugehörigkeit zu diesem Staate den echten Interessen de- deutschen Volkes nicht bloß keinen Eintrag tut, sondern ihnen sogar sehr förderlich sein kann.* Gebrauch des einsprachig deutschen Gemeindesiegels ES wird vielfach die Wahrnehmung gemacht, daß auch die Gemeinden, die nach den Vorschriften der Sprachenverordnung hiezu nicht verpflichtet sind, ausschließlich da» doppelsprachige Gemeindesiegel verwenden. An diesen unrichtigen Vorgang der Gemeinden haben,sich die staatlichen Behörden so ge* wöhnt, daß sie nunmehr von den Gemeinden den Gebrauch' de» doppelsprachigen Gemeindestegel» immer verlangen. Die» tun in jüngster Zeit sogar die neu errichteten staatlichen Polizeibehörden mit Ueberschreitung ihre» Wirkungskreise», da gemäß Artikel 06 der Sprachenverordnung die Bezirks» bshürde die Einhaltung der Sprachenvorschriften durch die Gemeinde zu beaufsichtigen hat. Ueber den Gebrauch der Gemeindestegel gelten die Bestimmungen de» Artikel» 82, Absatz 2, der Sprachenverordnung. Nur in Gemeinden, in denen wenigsten» 20 Prozent Staatsangehörige der tsche- choslowakischen Sprache vorhanden sind, darf da» Gemeindestegel nicht ohne den Wortlaut in gleichem Au-maße und gleicher Ausstattung in der Staatssprache sein. In den übrigen Gemeinden muß da» doppeljpxachige Gemeindesiegel nur dann verwendet werden, wenn es sich um Urkunden, Schriftstücks bder Kundmachungen handelt, die von der Gemtinde^in der Staatssprache oder in der Staat-- und'imcher Mndertzffitensprache äbgesaßt werden."' Da" die deutschen Gemeinden nach den sprachenrechtlichen Vorschriften nicht verpflichtet sind;,->pmft staatlichen Behörden und Berichten, die ihrerseits verpflichtet sind, deutsche Eingaben anzunehmen, in einer anderen Sprache als in ihrer deutschen Geschäftssprache zu verkehren, können die Gemeinden, die keine 2üprozentige tschechische Minderheft, aufweisen, bei diesen Schriftstücken nur da» deutsche Gemeindesiegel verwenden. „Es geht vorwärts“ Die„Wahrheit" schreibt über die letzten politischen Vorgänge im sudetendeutschen Lager: Es zeigt sich, daß die deutschen Teile Böhmen» nicht mehr ausschließlich den sudetendeutsche» Franeisten gehören. Die deutsche'Provinz beginnt das swlze Wort Konrad Henleins, daß 90 Prozent des Sudetendeutschtums auf. sein 'Kommando höre, sehr nachdrücklich Lügen zu strafen. Die Straße» DeutschböhmenS sind heute nicht mehr nur für„die braunen Bataillone" reserviert, die deutschen Jungaktivisten können in ihren Versammlungen einen immer stärkeren Zulauf verzeichnen, e» geht vorwärts, sichtlich vorwärts. Kein Wunder, daß die Sprache der Henleinleute, die ihre braunen Felle wegfchwimmen sehen, immer wilder und aggressiver wirdl Der Führer Konrad Henlein, der bei seinem ersten Debüt kein Wort über ein internationales Forum, über die staatsrechtliche Verwahrung des alten Deutschen parlamentarischen Verbände» oder gar Über die Antonomie verlor, hat in Aussig die alten nega« tivistischen Tomahawks ausgegraben und um die Köpfe der tschechischen Demokrasie und des deutschen AktiviSmu» geschwungen. Verletzt wurde dabei allerdings nur sein Industrie-Knappe Peter», der im AuhenauSschuß de» Abgeordnetenhauses jenen bekannten tristen Rückzug antrat, der in den Couloirs nicht geringes Erstaunen hervorrief, von dem aber der Leser der Henleinpresse ebensowenig erfahren hat, wie der Leser der reichsdeutschen Presse von dem Verkauf deutscher Landeskinder an die ftaneistischen Schlächter. SvbveiilionSansuchen an da» GesnWheitl- minifterium. Da» Ministerium für össentliche» Gesundheitswesen und die körperliche Erziehung macht. darauf aufmerksam, daß alle Gesuche um Subventionen an dem für den Kampf gegen Bolkr- und Sozialkrankheften(Tuberkulose, Geschlechtskrankheiten, Alkoholiimu», Krebs, Herzkrankheiten, Zuckerkrankheiten, Rheumatismus usw.) bestimmten Budgetposten sowie zur Fürsorge um verkrüppelte Personen, Blinde, Taubstumme und. Schwachsinnige, zur Kinderfürsorge NW.MjiÄM Erziehung dem Ministerium längstens bis zum 8t. Mai l. I. vorzulegen sind, bei Vereinen und Korporationen, welche in Landes« oder ganzstaatlichen Zentralen organisiert sind, zusammenfaffend durch diese Zentralen. Die Gesuche sind zu belegen: a) Bei Subventionen für den Betrieb: Rechnungsbericht für das verflossene Jahr, Bericht über die Tätigkeit im verflossenen Jahre, durch einen Voranschlag für da» laufende Jahr unh durch die Verrechnung der eventuellen letzten Subventionen, b) Bei Subventionen für Errichwngen und Bauten durch eine Baubewilligung der Landesbehörde, durch die zuständigen Pläne, durch einen genauen Voranschlag der' baulichen und EinrlchtuNgSkosten und durch einen Plan - der finanziellen Bedeckung. National- und Staatsbewußten Minister Kroitn auf der Reldienbcnter Pädagogischen Woche 20 Per freund „Ich war schon bei ihm." Ich zog den Vater am Aermel zurück und erzählte ihm flüsternd, was geschehen war. Vater schüttelte den Kopf.„Nun, wir werden ja sehen! Melden Sie mich, wandte er sich an den Diener.„Du aber", fuhr er fort,„geh jetzt lieber in die Klaffe. Ich möchte nicht, daß der Direktor, fall» er hermiSkommt, um mich zu begrüßen, un» zusammen sieht. E» ist besser so!" Ich grinste ganz breit.„Wahrheit, Lüge", jonglierte mein Gehirn.„Einerlei", sekundierte eS sich selbst. Ich nickte und wollte schon gehen. Da erschien der Schuldiener in der Tür und erklärte: „Der Herr Direktor läßt bitten. Und ich soll den jungen Herr» auch gleich holen." Vater und ich wechselten einen Blick. ES war mir, al» ob Vater ein bißchen blasser geworden wäre. Dann ging er voran. Al» ich hinter ihm die Schwelle de» Zimmers Werschritt,'trat ihm der Direktor bereit» mit dem freundlichsten Lächeln und vorau»gestreckter Rechten entgegen. S0. Die beiden Herren begrüßten einander. Der Direktor bat meinen Vater, Platz zu nehmen; si» setzten sich. Ich blieb bescheiden und von einer sonderbaren Neugier gepackt— an der Tür stehen. „ES ist doch etwa» sehr Nette» um diese ein» gebürsteten Gesellschaftsformen", ging es mir durch den Kopf.„Die beiden wissen ganz genau, daß sie zusammengekommen sind, um einander Unannehmlichkeiten zu bereiten und doch Sch, er ist ja alle» einerlei—— Während ich das und noch anderes in dieser Art dachte und das Gesicht meine» Taters betrachtete— er sah so, daß seine Rechte dem Direkwr hinter dem Schreibtisch zugewandt war, und ich beide gut beobachten konnte— begann der Direktor bereit» von dem Borgesallenen zu sprechen. «Ich kenne Ihre politischen Ansichten nicht, Wer Sis werden mir sicherlich darin recht geben, daß Schüler zu lernen und sich auf da» Leben vor« zWereiten haben, nicht aber Politik zu treiben und sich in Geheimbünde zusammenznschlietzen." „Ganz meine Meinung." „Nun ist bedauerlicherweise, al» noch mein Vorgänger im Amt tätig war, während der letzten unruhigen Jahr« unter den Schülern der jetzt mir unterstellten Anstalt eine Bewegung entstanden, die ein ausgesprochen umstürzlerische» Gepräge trägt, ganz phantastische revolutionäre Gedanken In den unreifen Köpfen nährt und dadurch geeignet ist, die Aufgabe der Lehrerschaft— aus pe» Jünglingen brauchbare, nützliche,' gebildete Menschen zu formen—• unausführbar zu machen." Er sprach'den«Satz, wie wenn er ihn auswendig' gelernt hätte.„Diese BewegiMg hat sich leider bis auf den heutigen Tag erhallen. Es gibt in meiner Anstalt unter den Schülern einen Geheimbund, der" „Ist mein Sohn Mitglied dieses Bundes?" unterbrach ihn mein Vater. Allem Anschein nach Widerte auch ihn diese wohlgesetzte Rede mit dem mntlichen Einschlag an. „Ja!" erklärte fest der Direktor. „Stimmt da»?" wandte sich Vater unmittelbar an mich. „Nein!" Ich konnte e» mit ruhigem Gewissen behaupten. Unser Bund hatte ja aufgehört zu sein. UW mein-Mein" klang sehr überzeugt und sehr ehrlich. Der Direktor wurde rot.„Jetzt wird er gleich, schreien", dachte ich: Aber ich hatte mich geirrt. Die Gegenwart meines Vaters zwang ihn, sich anders zu benehmen. Er schüttelt» nur den Kopf, öffnet» ein Schubfach in seinem Schreibtisch uW zog ein Heft unserer Zeitschrift hervor. .^kennen Sie das?" fragte er und hielt mir da» Heft entgegen. Ich trat näher.„Ja!" „Woher?" „Es ging durch die Klasse. Bon HaW zu Hand." „Und Sie wissen nicht, wer e» hergestellt hat?" -Ljch bin nicht Mitglied de» BuWe», der—" ■«Danach werden Sie jetzt gar nicht gefragt! Ich will hören, ob Sie wissen, wer diese» Zeug hier herstellt?" .„Wer es herstellt, weiß ich nicht." Auch da» stimmte. Der Bund wär aufgelöst, also stellte niemand mehr„diese» Zeug" her. „Er lügt!" erklärte der Direktor zu Meinem Vater gewandt.„Diese» Gedicht hier"— er schlug.»in» Seite auf,„hat er, selbst verfaßt.,Er muß dach wissen, wem er e» gegeben hat, wer'diese» Blatt redigiert." <„Ich gebe die Gedichte, die ich mache, jedem, der sie haben will- zum Abschreiben „Schwelgen Sie, bss Sie gfffrggt. werden." UW dann wieder zu Meinem Vater:„Ich weiß qujff sicherster Quelle, daß, er selbst an der Herstellung dieser Hefte beteiligt ist. Billigen.Sie das?" „Nein. Aber er bestreitet a ja. Er pflegt sonst immer die Wahrheft zu sag»»!" „Mag sein. Aber hier glaubt er, gut zu handeln, auch wenn er nicht die.Wahrheit sagt. Er hat nämlich Angst, durch die'Preisgabe der anderen zum.^Verräter" zu werden! Ich habe mich h»ute bemüht, thyiauseinanderzusetzen,,däß er durch das Festhaften an seinen vermutlichen Freunden Verrat an seiner eigenen uW Rußland» Zuhmft begeht. Rußland kann keine Umstürzler gebrauchen und wird sie vernichten!", A?„Hm" machte Mei» Vater.„Nehme» Si» die Sache so ernst?" „Sehr sogar. Au» verdorbenen Kindern wer«. den verdorbene Menschen. Ein Löffel Wagenschmiere verdirbt ein Faß voll Honig. Wissen Sie»« daß bereit» ein Selbstmord bei un» vorgekommen ist? Der Tote war auch Mitglied diese» Bunde». Ich habe anfangs gedacht, daß der Bund die eigentliche Schuld an seinem Tode trägt, aber heute erhielt ich von unterrichteter Seite einen Brief, der glücklicherweise wenigsten» diesen Verpacht entkräftet. .„Aha, der Arzt hat schon geschrieben!" dachte ich. „JWessen: nur zum Teil. Denn der junge Mensch— der einzige Sohn eines sehr wohlhabenden und ehrenwerten Vater», mit sehr einflußreichen Beziehungen-— hätte die Tat bestimmt nicht begangen, wenn die feste Grundlage des Gottesglaubens uW Gottvertrauens ihm durch die angebliche Aufklärung dieser Burschen"., er schlug mit der Linken gegen das erhobene Heft unserer Zeitschrift,„nicht genommen worden wäre! Ich muß'diese verderblichen Einflüsse in meiner Anstalt unbedingt aurschalten. UW ich bat Sie, herzukommen, in der Hoffnung, daß Sie mir, — im Interesse Ihres eigeNen Sohnes— dWei behilflich fein würden. Vielleicht gelingt es Ihnen, dem Vater, den Sohn von dem Unheil zu bewahren, in da» er sich stürzen will." Seine'Stimmt klang bereit» drohend. „Ich" verstehe Sie nicht ganz—" wich der Vater au». ,,Wa» soll der Junge sagen?" •„Wer sind die Mitglieder de» Bunde», der diese Hefte herausgibt"" „Bitte," wandte sich der Vater an mich,„du hast gehört 7^- antworte, bitte." „Meine» Wissen» gibt e» einen Bund dieser Art nicht,"-7—„Nicht mehr" hätte ich sagen sollen. „Kannst du dein Ehrenwort' darauf geben?" „Ja!" rief ich eiftig, während— mir selbst fühlbar-77- das alte Lächeln üm meine Mundwinkel husschte/„Unbedingt!"„Was wird er jetzt tun?" Werlegte ich bereits, .(Fortsetzung folgt.» «r. 72 Donnerstag, 28. Mürz 1987 Leite 3 fudetendeutediCT Zeitspie&et Ah unsere Kolporteure, Abonnenten und Leser! Auftakt der Reichenberger Pädagogischen Woche Minister Pranke Ober die Aufgaben der Schule Eröffnung Die sechst« pädagogische Woche der Reichs« Vereinigung der deutschen Lehrer.in der Tschecho- slowakischen Republil wurde Mittlvoch, den 24. März, um S Uhr Bormittag im BolkSgarten in Reichenberg eröffnet. Dor Obmann, Fachlehrer Josef H u d l, begrübt« u. a. den Bürgermeister der' Stadt Reichenberg, Senator Karl K o st l a, den Vertreter des Prager Landesschulrates, Oberschulrat Dr. Richard Schraube!, die Vertreter' des Parteivorstandes der Deutschen sozialde- mokratischen Arbeiterpartei, Abgeordnete Irene Kirpal und Richard R«t tz n e r, Fachlehrer Vlasäk vom Svaz Leskoslovensköho uiiitelstva, Dr. S v 2 i I ij vom Verband tschechoslowakischer Mittelschullehrer und die Vertreter vieler anderer Lchrerorganisationcn, ferner Professor Benatzlh, BczirlSschulinspcktor(Verband der deutschen pädagogischen Fachmänner), ReichStagsabgeordne- ten Julin- B o in h o l t ans Kopenhagen und verlas«in BegrützungSschreiben des Präsidenten des Prager Landesschulrats Dr. Dvotäk. An den Präsident-Befreier M a s a r i; I, an den Staatspräsidenten Bene» und an den Schulminister Dr. Franke werden unter Beifall der Versammlung Begrützungstelegramme zu schicken beschlossen. Bürgermeister Senator Kostka begrübt« die Versammlung im Namen der Stadt Reichenberg, Abgeordnete K i r p a l brachte der Tagung den Grutz des Parteivorstande- der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei, Reichstagsabgeordneter B o m H o l t aus Dänemark überbracht« di« Grütze der dänischen Lehrer und der dänischen Sozialdemokraten. Als erster Vortragender der Woche sprach Prof. Dr. Alfred Kleinberg aus Karlsbad über deutsche Lehrer und Professor in der RepMik mutz in sich selbst die Einflüsse einer überholten Tradition, di« Verirrungen der Zeit und das Chaos der Losungsworte überwinden. Jedes Boll ist im Kern gut und sehnt sich nach Frieden und ruhiger Entwicklung sowie nach Verbesserung der eigenen und der Lage seiner Kinder. Ein positives dcniokratifches Wirken der deutschen Schule wird neue Generationen erziehen, die ihr Verhältnis zum tschechoslowakischen Staatsvoll demokratisch zu lösen versuchen werden. Denn die ehrliche Demokratie auf beiden Seiten will in gleicher Weise das Wohl der Bevölkerung und den Ruhen des Staates. Derart gibt es kein« Widersprüche zwischen der nationalen und der staatsbürgerlichen Erziehung. Schon nach dem Lehrplan soll der Unterricht und die Erziehungsarbeit sie Liebe zum eigenen Boll«, zu seiner Kultur und Geschichte fördern und von hier aus das gesunde und segensreiche Verhältnis der Zusammenarbeit unserer Völler aufzeigen. Gemeinsame Arbeit für die gemeinsame Heimat nvht auch dem eigenen Volke. Wenn stch unsere RepMik auf die höchste Stufe des wirtschaftlichen und kulturellen Fortschrittes erhebt, werden die deutschen Mitbürger ebenso wie alle anderen an dem Wohlstand teilhaben. Allerdings kann die tschechoslowakische Demokratie nicht dulden, datz der Lehrer die ganze Freiheit, die ihm in seiner erzieherischen Tätigkeit gegönnt wird, gegen die Demokratie auSnüht. Wer die Lovalität gegenüber dem Staat nicht einhält, kann stch nicht auf die bürgerlichen -Freiheiten berufen. Durch viele schöne Beispiele der Annäherung und Zusammenarbeit kündigt sich das Morgenrot einer'neuen Zeit an. Erfüllen wir die Schule mit diesem Geiste, unterstüben wir das Kennen lernen unserer Böller durch die Annäherung zwischen der tschechoslowakischen und deutschen Jugend und durch die Zusammenarbeit der beiderseitigen StandeSorganisationen. Nach den Worten des Herrn Präsidenten der Republik kann stch der Enderfolg nur dort einstellcn, wo Ehrenhastigleit, Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit walten. (Langanhaltender Beifall.) RegierungSrat Bojta BeneS begrühte hierauf die Versammlung auch im Namen der tschechischen sozialdemokratischen Lehrer und Professoren Er führte aus, datz der Mensch mit der Demokratie nicht geboren werde, sondern, dass Mensch, Boll und Staat zur Demokratie erzogen Iverden müssen. Demokratie ist der Glaube daran, datz der Mensch fähig ist, zur Freiheit erzogen zu werden, sich selbst Gesetze zu geben und sich selber zu beherrschen. Die Demokratie ist die LebenSan- schauung von einer höheren Form staatlichen Zusammenlebens, in der das Menschenrecht über die Stärke gestellt ist, ein tiefer Grundsatz edler Menschlichkeit. Sichtlich ist auch die deutsche Volksseele von diesem demokratischen Sehnen erfüllt, glaubt auch sie an den Menschen und seine Fähigkeit zur Freiheit, wir waren die Eigenart der Raffo, der nationalen Individualität, aber wir sind überzeugt, datz da- Ganze höher steht als ein Teil, datz die Idee der Freiheit und Wahrheit höher steht als die Idee der Nationalität, datz Menschheit und Menschlichkeit die höchsten Men- schenwerte darstellen,' über denen es nichts Höheres gibt. Das Schulwesen der demokratischen Republik mutz denr hohen Ziel dienen, in diesem Lande eine Gesellschaft voll demokratischer Freiheit auf- zubauen, die Menschen und Völler zur Demokratie zu erziehen. So wird unsere Republik trotz ihrer Kleinheit durch unsere gemeinsame Arbeit zu einer Bastei der Demokratie und Humanität, zum Schutze des lebensspendenden schöpferischen Friedens, zum Boden eines neuen Heldentums der Arbeit, aus dem der europäischen Menschheit ein neues beffereS Morgen erwächst. die Schule eis Stätte politischer Propädeutik. Darunter darf nicht verstanden werden, datz in der Schule Politik getrieben wird, sondern, datz die Schüler für die Politik vorgebildet werden. Sie sollen richtig sehen und urteilen lernen,, da- mit sic sich später als reife Menschen ftei entscheiden können. ES ist«ine Schicksalsfrage der Demo- kratie, ob die Schule imstande ist, innerlich freie Menschen zu bilden. Das soll die politische Propädeutik erreichen, nicht als besonderes Lehrfach, sondern als herrschender Geist in allen Lehrfächern. Auch die Schul« ist nach den Worten Maria Theresias«in Politikum. An ihrer Erneuerung ini demokratischen Sinne müssen die Politiker, mutz die ganze Bevölkerung Mitarbeiten, tvenn ihr daran liegt, datz die Schule freie demokratische Menschen erzieht. Im Namen des Ministers Dr. Emil Franke, der durch eine plötzliche Erkrankung am Erscheinen verhindert war, brachte Regie- rungSrat Dr. Bojta BeneS die Kundgebung des Ministers für Schulwesen zur Verlesung. Es heitzt darin u. a>: „Als Minister für Schulwesen schätze ich Ihre Bestrebungen, die im Einvernehmen stehen mit der europäischen Demokratie der Tschechoslowakei. In der heutigen Zeit internationaler Unsicherheit und der Bemühungen, die weitere Entwicklung und das Ansehen der Demokratie zu untergraben, muh sich di« Demokratie in der ganzen Welt, besonder» aber die europäisch«, bewutzt werden, datz«in« neue Erschütterung den Untergang der europäischen Zivilisation bedeuten könnt«. Die Tschechoslowakei, di« an exponierter Stelle in Mitteleuropa liegt, ist eine Insel der Frieden» und eine Feste der Demokratie. Darin liegt ein Beweis, datz ihre Grundlagen gesund sind und datz sie von dem Willen beseelt ist, der ganzen Bevölkerung ohne Unterschied der Sprach«, der Raffe oder der Religion da» grötzte Matz von Freiheit zu gewähren. Durch da» Schicksal sind Tschechen und Deutsch« im Gebiet de» Staate» aufeinander angewiesen. Durch die Schaffung der Republik wurde diese Gemeinschaft neu errichtet und begrenzt. Die oberste Aufgabe der deutschen Schule und-der deutschen Lehrerschaft in unserer Republik liegt darin, die Jugend in echter Liebe zu der gemeinsamen Heimat der Tschechoslowaken und Deutschen und zur wahren Demokratie zu erziehen.- ' Die Demokratie ist der Ausdruck der Menschlichkeit, di» Grundlage der höchsten Meral, zu welcher die Menschheit bisher gelangt ist und nur in der demokratischen Ideologie wiu> schliess« lich die Verständigung der europäischen Staaten und der Welt möglich sein. Indem aber die Demokratie die aufrichtige Annäherung von Mensch zu Mensch ermöglicht, festigt sie auch die Zusammenarbeit. unter den Angehörigen der eigenen Ration, aktiviert alle nationalen Kräfte und. ist so auch da» beste Glaubensbekenntnis für'die Deutschen in der Tschechoslowakei. Der heutige Zwölf Verhaftungen In Zwlttau Im Laufe des Sonntag wurden bereits z»H n S d P- L c u t e ins Z w i t t a u e r Bezirk s g« r i ch t e i n g e l i e f e rt, worunter sich nutzer den bisher Genannten auch der dortige SdP-BezirkS-GeschästSsührer H ö r a s ch befindet. Die Zahl der Verhafteten, von denen mehrere dem Brünner Kreisgericht überstellt worden sind, ist bereits auf zwölf Personen angewachsen. Datz die Sprengung der Zwittauer Versammlung von langer Hand her vorbereitet war, geht schon daraus hervor, datz sogar der Abgeordnete R e m e h bis aus Komotau herbeigeeilt war, um mit dabei zu sein, während er der Brünner Versammlung der SdP-Opposition trotz Einladung in weitem Bogen auswich. Im Zwittauer Versammlungslokal erweckten auf der Bühne angebrachte Plakate aus der Zeit von anno 1985 in den Köpfen der Henleingetreuen recht unsngenehme Erinnerungen, was' ihnen schon allein Grund genug war, um dagegen nach SA- Sitte zu meutern. Wie verlautet, beruft die SdP- Opposition Zienteks für O st e r m o n t a g eine neuerliche Versammlung nach Zwit« tau ein. In manchen der irregeführten Henlein- proleten scheint das Klassenbewußtsein wieder Oberhand zu gewinnen; es gibt oppositionelle SdP-Arbeiter, die sich bereits sagen, als Arbeiter gehöre ich zu den Arbeitern, so wie man es in jener Versammlung schon hören konnte. Aussig Nest ihnen Im kiesen Nazistische VerdrehungskUnste Unsere Versammlungswelle, die ihren Höhepunkt in der Aussiger Kundgebung der Fünfzehntausend sand, scheint den SdP-Leuten und ihren ausländischen Protektoren aber ordentlich in die Knochen gefahren zu sein. Seit Jahr und Tag haben sie sich mit keiner Veranstaltung der „absterbenden Sozialdemokratie" so ausgiebig besaht.'Erheiternd sind die Versuche einiger sudetendeutscher Provinzblätter, das Aussiger Volksmeeting als einen Misserfolg der Sozialdemokratie hinzustellen. Je größer die Entfernung vom Schauplatz, desto unverschämter wird gelogen. So berichtete die„Jägerndorfer Zeitung" über die Aussiger Vorfälle unter dem Titel:„I a k s ch in Aussig durchgefallen". Im Bericht selbst wird behauptet, datz infolge eines ohrenbetäubenden Pfeifens und Johlens„kein Wort" des Redners zu hären war. Für' die vielen Tausende von Zuhörern, welche auf dem Ans- siger Marktplatz nach den mißglückten Störungsversuchen den ruhigen Abschluß unserer Kundgebung miterlebten, soll dieser Bericht al- neuer' Beweis für die völlige Verlogenheit der völkischen Provinzprzsse dienen.' Nachdem sich der reichsdeutsche Rundfunk tagelang mit unserem Aussiger Aufmarsch besaht Hatte, koüimt'nun'auch der'Berliner„Angriffs des HerrnGoebbels mit einem verspäteten Bericht, welcher behauptet:„Unter dem Zwange des von den tschechischen Behörden eher geförderten als bekämpften marxistischen Betriebsterrors sind auch Hunderte Anhänger Henleins zu der Ber- sammlung gepresst worden". jRan konnte Lachkrämpfe vekommen, wenn sich ausgerechnet das Sprachrohr des Herrn Goebbels darüber aufregt, datz Arbeiter zur Teilnahme an einer politischen Kundgebung ,zi«pretzt" werden. Bekanntlich sind einige Hundert völkischer Psei- ferlbuben ohne jeden„marxistischen Zwang" und nur der Weisung ihrer Parteiführung folgend auf dem Aussiger Marktplatz erschienen, um dort Radau zu machen. Immerhin sind nach der panikartigen Flucht dieser bestellten Provokateure noch 15.000 werktätige Menschen übrig geblieben, welche einmütig ihre Zustimmimg zu den Ausführungen unseres Redners kundgaben. Datz sich die Herren Henlein und Goebbels nachträglich noch grün nnd blau ärgern, ist«ine verdiente Anerkennung für die Arbeiterschaft des Aussiger Bezirkes. Für die anderen Gebiete soll das ein Ansporn sein, dem prachtvollen Beispiel der Bodenbacher und Aussiger Arbeiter zu folgen I Heimarbeiter-Jammer Unsere„Zukunft" veröffentlicht aus H esse l S d o r f im Bezirk Tachau einen erschütternden Bericht, dem wir folgendes entnehmen: „Diaurer und Bauarbeiter, die einstmals hinauswanderten in fernes Land, um ihr Können und ihre Arbeitskraft zu verwerten und dafür Lohn heimzubringen, sind jetzt zu Heimarbeitern geworden, weil die Welt ihnen verschlossen ist. Mit Weib und Kind schuften sie an den Holzdrechselbänken. Vom frühesten Morgen, bis svät in die Nacht hinein hasten sie, opfern Schlaf und Lebenskraft. In später Nachtstunde schleichen sie in die Wälder. Sie gehen stehlenl Ja, sie tuns! SiestbhlendasHokz, umdarausdie Figuren zu erzeugen! Aber sie stehlen nicht nur sür sich! Sie werden allesamt, fast ein ganze» Dorf, zu Dieben, sür den Unternehmer. Dieser weiss es, dass diese» Holz, an dem Schweiss, Tränen und Blut der Geschundenen liesst, nicht käuflich erworben sein. kann. Sie nehmen nicht nur das Holz, sondern auch die Arbeitskräfte ganzer Familien hin. Sie nehmen Gesundheit und Lebenskraft der Arbeitsmenschen, der Frauen und Kinder! Eine ganze Familie, die Tag und Nacht schuftet, dazu das Holz und die maschinelle Kraft noch selber stellt, erhält am Wochenende einen Betrag von 80 ibiS 40 XL. Also nicht ein- mal der Holzwert wird vergütet, von Arbeitslohn keine Rsde mehr, Und sie schämen sich nicht, diese Verleger und Ustternehmer....-." Kameraden-Stumpfsinn. In der> Ueber- fallsache Brich n n d Ä e nasse n gegen, den kommunistischen Sekretär Dom» fand vor einigen Tagen beim Kreisgericht in Mir» die Verhandlung statt. An dieser Sache, wurde auch ein SdP-Anhänger als Hauptzeuge geführt, der Anläßlich der Osterfeiertage entfällt unsere Dienstes- ausgabevomZO. Mär». Die nächste Ausgabe erscheint dann zur gewohnten Stund« am Mittwoch, den 31. März. Die Verwaltung- den ganzen Vorfall vom Fenster einer Tabaktrafik aus beobachtet hat. Er wurde in den Ge- richtSsaal gerufen und sollte seine Aussage machen. Statt dessen legte er erst einmal Protest gegen den Wortlaut der Vorladung ein. Neber Befragen des Richters, wie denn die Vorladung lauten sollte, ivenn schon„gegen Franz Brich und Genossen" nicht richtig ist, gab der Betreffende zur Antwort, dass die Vorladung heissen sollt«: „gegen Franz Brich und Kameraden", denn sie seien keine Genossen... Bezirköwnferenzen. In Schlucken au. dem letzten Zipfel des nordböhmischcn Niederlandes, fand am Sonntag di« Bezirkskonferenz unserer BczirlSorganisation statt. Es ivar besonders erfreulich, datz neben den Vertretern aller Lokalorganisationen und der Äulturorganisatio» uen zum ersten Male auch ein Vertreter unserer tschechischen Genossen an den Beratungen teilnahm, ivaS von der Konferenz herzlichst begrüßt wurde. Die vom Sekretär W e i s b a ch erstatteten Bericht« fanden einmütige Kenntnisnahme. Senator R e y z l erstattete den politischen Situationsbericht. Bei den Neuwahlen wurden an die Spitze der Bczirksorganisation wiederum Senator R e y z l, Franz Bergmann und Heinrich W e i S b a ch gestellt. Es kann gesagt werden, dab mir auch in dieseni, politisch am ärgsten verseuchten Gebiete wieder vorwärts schreiten'.— Am vergangenen Sonntag tagte auch in L a n d s» krön die Bczirkskonserenz der Partei. In den Berichten kam eine rege LrganisationStätigkeit sowie ein erfreulicher Mitgliederzuwachs znm Ausdruck. Das politische Referat erstattete Aüg. Franz M a r. o>: n. Reichenberg. Genosse Nitsch beschäftigte sich ausführlich mit der eingeleiteten Werbeaktion für Partei und Preffe im Bezirk und betonte, datz bereits beachtenswerte Werbeerfolgc gemeldet wurden. Zum BezirkS- vertrauenSmann wurde Josef Rößler wieder- getvählt. In einer Entschließung wurde der Partei und ihrem Vorsitzenden Dank und Vertrauen ausgesprochen.'>"•• TatareSeu in Pilsen. Mittwoch früh ist vom Wilsonbahnhof in Prag der rumänische Ministerpräsident Taigrescu mit seinem Gefolge nach Pilsen abgereist. Taiarescu besuchte di« Skoda- Werke. Die Landessutventionen für di« Theater In Böhmen. Ter böhmische Landesausschutz bewilligte den deutschen und tschechischen Theatern in Böhmen ein« Subvention im Gesamtbetrag« von l,250.000 Kt. Für die Verteilung wird ungefähr der gleiche Schlüssel gelten wie im Vorjahr. Kattowltzer Streik erfolgreich beendet Kattowitz. Der Streik von 8500 Bergarbeitern ans der Kohlengrube Giesche bei Kattowitz, von denen 1800 am verflossenen Freitag in den Hungerstreik traten und Tag und Nacht In den Schächten verblieben, wurde Mittwoch früh beendet. Bon den Bergarbeitern, welche den Hungerstreik dnrchsührten, ist einer an Entkräftung gestorben, 00 mutzten wegen ernster Erkrankung ins Spital gebracht werden. Die Grubendirektion hat die Forderungen der Streikenden angenommen. * Textilarheiterstreik? Warschau. Nach Beratungen der Fabriksdelegierten der Textilindustrie in Bialystok wurde der bisher geltende Kollektivvertrag von der Arbeiterschaft zum 80. April gekündigt. Die Textilarbeiter fordern eine 80prozentige Lohnerhöhung. Mit Stücksicht auf die ablehnende Haltung der Industriellen ist mit einem Streikausbruch zu rechnen. „Trotzklsten'M’rozesse am laufenden Band Wieder drei Todesurteile Moskau.(Reuter.) In dem dritten Massen- prozetz gegen die Trotzkisten in Nowosibirsk wurden drei Angeklagte zum Tode, vier zu Kerkerstrafen von drei bi» acht Jahren verurteilt, zwei Angeklagte wurden freigesprochen. Die Namen der zum Tode Verurteilten lauten: K u r a m- ztn, Komtschik und Eharitonöw, denen die Anklage zur Last legte, datz sie da» Schulgebäude in einer Weise erbaut hatten, daß di« Ausbreitung des Feuer» ennöglicht worden Ist. In der nächsten Zeit wird der türkische Mini» sterprästtzent Jgönü in Erwiderung de» Besuche» de» Ministerpräsidenten Dr. Stoiadinivii in Ankara Belgrad besuchen. Stift 4 Donnerstag, 25. März 1037 Rr. 73 Sogeawwgfceltw Gefaßter Mürber. Der Gendarmeriefahn« ! jenen GewerkschaftSverbände einen ernsten Machtfaktor darstellen". ES wird ausdrücklich festgestellt, daß die Festsetzung des Zeitpunktes, in welchem die Frage der Einheitsgewerkschaft akut wird, aus- fchliehlich in die Kompetenz des Deutschen Gewerkschaftsbundes fällt: Die Kommunisten freuen sich viel zu früh, wenn sie aus einer für uns unbegreiflichen Verlautbarung des„Svaz kovodil- nikü" den Schluß ziehen» daß nun für sie die Zeit gekommen ist, int Trüben zu fischen und den Gedanken der Einheitsorganisation für ihre Treibereien.zu mißbrauchen. Die Mitglieder des Internationalen Metallürbeiterverbandes werden sie damit nicht irre machen. Diese wiffen, daß ihre Verbandsleitung die Vereinheitlichung' als ein anzustrebendes Ziel betrachtet und die Mitglieder Teil der Wehrmacht anzusprechen". Da nun die deutsche Phraseologie überhaupt nicht mehr aus der militärpolitischen Diktion herauskommt, be- trachtet Borst Berufsschulen, Fach- schul en und Hochschulen auSge- sprachen als„Wehrverbände". Für diese Schulen verlangt er sogenannte Meisterschulen, in denen die Berufsfiihrer in vicrmonatlichcn Kursen und in Form des Aufenthaltes in einem Internat(berufliche Ordens- bürg) für ihre Führerschaft ausgebildet worden. Er ivill aus„tüchtigen Fachleuten fanatisch kämpfende und gehorsame Offiziere ihres Berufes machen". Der Sinn der Sache ist klar: die Nazis merken,-aß ihnen Persönlichkeiten in den einzel. ncn Berufen geistig und leistungsfähig ijber den Kopf wachsen könnten. Sie brauchen aber die Einebnung in die Formen des Kadaver-Gehor- sams und der vorgeschriebcnen Weltanschauung überall. Hier fürchten sie Luft- und Durch- bruchs'Löcher. Und darum wollen sie nun auch noch die„Meister" kasernieren- an die Stelle des Fachmannes soll der Fach-Feldwebel treten. „Der Geist des Frontsoldatentums wird beide Waffengattungen— Betrieb und Schule t- zusammenschweißen müssen zu einer verschworenen Gemeinschaft." Alles für den totalen Krieg■— der Sinn des Lebens ist vollständig verloren gegangen. ES gibt nur noch einS: den Ginn deS Todes für den Alles für den totalen Krieg! Die nichtdeutschen Nationen und auch die außerhalb deS Reiches lebenden Deutschen können sich schwer vorstellen, in welcher geistigen Verfassung sich das Land zwischen Rhein und Weichsel befindet. Manchmal aber zeigt eine kleine Broschüre dem schaudernden Leser, wohin der Weg geht. Heer und Partei genügen nicht mehr, um den Menschen zu erfassen und zu schulen, auch der Beruf, gleichgültig welcher, wird nur noch unter einem Gesichtspunkte gesehen, unter dem Spruch GöringS„Wir sind nun einmal in einer Festung, da heißt es: Alles und das Letzte einsetzon l" Er steht als Motto über einem, Portrgg..„Meisterschule. und tytaler Krieg", den der Stuttgarter Dr, Jng. Vorst soeben(im Verlag der Burg-Bücherei, Eßlingen) publiziert hat, und in dem alles, was in einem Beruf als Wissen, persönliche Freude und individuelles Können Geltung haben könnte, als „jüdisch" bezeichnet wird, während doch der Be- ruf nur als Vorbereitung auf den totalen Krieg gelernt werden könne. Jeder Betrieb stelle eine Zelle der gesamten Staatskraft dar, die einen entsprechenden Berufsführer brauche.„Der Bierjahresplan ist als eine Kriegsmaßnahme an- zusehen, und die Schaffung von Berufsführer. »i»-» IPM' ver b a n d" eingeleitete Aktion nach Gewi,I- KOIHw*Ci*l IlilCI. nun« der indifferenten Metallarbeiter nach Tun- 4.'■ w—•j......„/ i..',>' Ilichtest''zu fördern. Die Beratungen bringen im vernaltnw fler beiden Metallarbeiter- Einklang mit den Ausführungen des Genoßen Werb&nde.'—01» Aomnnwleten versnoben*--■■■’■ ,j... im Trüben zu fischen Vom„Internationalen Metallarbeiterver- baitd"(Komotau) wird uns geschrieben: nOhige Vertreterin der Jntereffen des Verbandes'„ ,ck. Di- und seiner Mitglieder betrachtete, bei allen wich- schulen tst^ es auch. Die Berufs- und Fachschule tigen Anläßen mit der Vertretung der Deutschen und insbesondere die Berufsführerschule ist, total sozialdemokratischen Arbeiterpartei, der zentrale, gefthen, wehr als jede andere Schule als ein sowie auch in ihren Gliederungen gemeinsame""" Konferenz abgehalten, wie das am 18. Jänner auch in Mährisch-Schönberg der Fall war, ohne daß dies je von irgend einer Seite(auch nicht von der„Roten Fahne") registriert worden wäre. Die Mährisch-Schönberger Konferenz diente dem gleichen Zweck und es ist bedauerlich, daß sich der „Svaz kovodilnikü" über Verlauf und Inhalt der Konferenz unrichtig informieren ließ. ES wäre wichtiger und besser gewesen, wenn unsere Prager Freunde sich um Auskunft an uns gewen det hätten. Daß unsere vorstehende Darstellung richtig ist, bestätigt auch nachstehende in der Kon ferenz beschloßene Resolution. „Die am Montag, den 18. Jänner 1987 im Ar beiterheim in Mährisch-Schönberg in Anwesenheit der Vertreter.des Internationalen Metallarbeiter verbandes stattgefundene Beratung der BezirkSor- ganisationen Mährens und Schlesiens stellt nach Entgegennahme des Referates des Genoßen Franz Kaufmann folgender fest: Es ist Pflicht aller Organisationen der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei die Aktion des Internationalen Me tallarbeiterverbandes nach Gewinnung der indiffe renten Metallarbeiter mit allen Kräften zu unter stützen! y Die Beratungen gehen vor allem von der Auffassung aus, daß unter allen Umständen btt» hindert werden muß, daß die indifferenten Metall arbeiter von Organisationen erfaßt werden, bei de nen es sich erfahrungsgemäß nicht um die Wahrung der Interessen der Arbeiterklasse, sondern darum handelt, den Kampf der Arbeiterschaft um die Be freiung von der wirtschaftlichen Knechtschaft zu hem men. Die Aktion ist, wie au- den Ausführungen des Genoßen Kaufmann hervorgeht, nicht gegen den „Svaz kovodilnikü" gerichtet. Die Teilnehmer der Konferenz habe» vielmehr den Ausführungen bei:»»»«>»>.„»>»- r»u>. vcu wum v»«, Genoßen Kauftnann entnommen, JoR da, Bestreben Un-Sinn deS Nationalsozialismus, der„Internationalen Metallarbeiterverbandes" un-‘ ablässig dahin gerichtet ist,' da» möglichst freund schaftliche Verhältnis zwischen dem„Internationa-............„ a. len M-tallarbeit-rverband" und dem„Eva,»ovo. dungsstMon in Pilsen ist es gelungen, den 8t. dilnikü" herbeizuführen. Dem steht nicht entgegen, geuner E.' Sevöik de» Morde» an dem Zigeuner daß das Verlangen mv die sozialdemokratischen Janekek zu überführen, der vor einigen Jahren Funktionäre gerichtet wird, die vom„Inter- bei Siruhadlo im Gebiet von Klattau verübt nationalen Metall a r b e i t e r•! wurde. DaS Motiv der Tat bildete bei Sevöik Kaufmann zum Ausdruck, daß die von un» nach wie vor vertMene'grundsätzliche'Aüffaßiiiiü zur'Schäl- fung einer Einheitsgewerkschaft der klassenbewußten Arbeiterschaft, soweit sie in den Organisationen de» Deutschen ÄewerkschaftSbunde» und der O. S. E. Unter dem Titel„Stellt den Bruderkampf i vereinigt werden, vertreten wird, daß aber dte Rea- ein" bringt die„Rote Fahne"(Kommunistisches\ lisierung dieser Gedaickens erst zu jenem Zeitpunkt Tagblatt) vom 2t. März, groß aufgemacht einen!««istareFormen°nn-hm-n kann in txlch-m.der LS-'nL>“• I ."der Textilindustrie steht bekanntlich auf der Tagesordnung der am 8. Juni dieses Jahre» in Genf beginnenden 28. Tagung der Internationalen Arbeitskonferenz. Zur Vorbereitung dieser Konferenz wird eine au» Vertretern der Regierungen, der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer zusammengesetzte technische Tagung auf Einladung de» Präsidenten Roosevelt» am 2. April in Washington zusammentreten. Bon den Staaten, die ihre Teilnahme an der technischen Tagung in Washington bereit» zugesagt haben, seien die folgenden genannt: Bereinigte Staaten von Amerika, Belgien, Kanada, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Japan, Lettland, die Niederlande, Polen, Tschechoslowakische Republik, Jugosiawien. Jeder an der technischen Tagung teilnehmende Staat wurde aufgefordert, je einen Vertreter der Regierung» der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer zu entsenden, denen technische Ratgeber beigeordnet werden können. Der Verwal- rung»rat de» Internationalen Arbeitsamtes wird durch neun Mitglieder(je drei Vertreter der Regierungen, der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer) vertreten fein. Da» Internationale Arbeitsamt hat den Regierungen einen unifaffenden Bericht über alle Fragen der Textilindustrie, die mittelbar oder unmittelbar von Einfluß auf die sozialen Verhältnisse in dieser Industrie sein können, zuge- fandt. . Der vom Internationalen Arbeitsamt aufgestellte Bericht hebt hervor, daß die Textilkonferenz den ersten Versuch der Internationalen Arbeitsorganisation darstellt, die Lage einer weltumfassenden Industrie nach allen Seiten hin zu prüfen, mit dem Ziele, die sozialen Verhältnisse in dieser Industrie nach internationalen Gesichtspunkten zu verbessern. Der Bericht be« handelt der Reihe nach die Begriffsbestimmung und den Aufbau der Textilindustrie, ihre Rohstoffquellen, die Organisation der Erzeugung von Baumwolle, Wolle, Seide, Kunstseide, Leinen, Jute usw. sowie den Welthandel mit rohen und verarbeiteten Erzeugnissen dieser Art. Er zeigt die im Verlaufe der letzten Jahre in der Industrie und Im Handel eingetretenen Veränderungen. Unter.den Ursachen, die eine tvirtschaftliche und. soziale Gleichgewichtsstörung in der Textil- Konsumrückgang in Oesterreich. DaS österreichische Institut für Konjunlturforschung stellie in seinen jüngsten Berichte»» eine Zunahme der Produktion auf vielen Gebieten fest, verweist abee gleichzeitig auf den Rückgang deS Konsums von wichtigste»» Lebensmitteln, wie Fleisch, Zucker. Brot, Kaffee uslv. AIS Ursache wird die Verminderung der Kaufkraft der Bevölkerung angegeben. Washington kündigt Weizenteiieruiig an. Das Ministerium für Landwirtschaft ist der Ansicht, daß in» Juli d. I. die Weizenvorcäte der Welt offenbar unternormal sein werden und daß das Jahr 1937-1938 auch weiterhin iin Zeichen höherer Weizenvreise stehen»vird. Amerika als Reserve Englands Entscheidende Wendung in der amerikanischen Außenpolitik ganz zu Lasten deS Teilindexe» der Industrieerzeugnisse geht. Die fortschreitende Umlngerung der Weltnachfrage von Rohstoffen auf Fertigerzeugnisse wirkte sich ebenfalls auf der Prager Mustermesse günstig au», deren Bilanz die bisher . besten. Ergebnisse feit Bestehen der Prager Messe erzielte. Die Nachfrage der Käufer au» dem freien Ausland und die Nachfrage nach OualitätSerzeugnlssei» erhöhten sich. Die günstige Tendenz der WirtschastSent- toicklung in der Tschechoslowakei bestätigen weiter» die Daten über den Außenhandel für Feber 1987 sowohl durch einen höheren Umsatz als auch durch fein Ergebnis. .Die Ändustriebeschäftjguug erfährt trotz, der Saisoneinflüsse eine weitere Besserung«nd beginnt sich hauptsächlich gleichmässiger auf jene Branchen auSzudehnen, in welchen bisher die - WirtsihaftSbeletuug nicht deutlicher zum Ausdruck kam. Eine wesenüiche Besserung trat be- - sonder» guch in der in den Sfiindsehiefen der RepublU liegende» Industrie ein. Die Fdühjahrfeldarbeiten haben inzwischen nur" in" den-.günstigen Lagen und auf leichteren Böden begonnen. Die Wintersaat»st. weniger zufriedenstellend. E» wird notwendig sein, die geschwächte und beschädigte Wintersaat nachzusäen und in Manchen Fällen umzuackern., Erfolgreich» Betriebsausschußwahl In der Wsbsrsl Madiold-Freudenthal ' Die BetriebSauischußwahl in der Weberei Machold in Freudenthal würde" am. 22. d. M. Der Bankrat der Nationalbank hielt am 24. I. M. seine ordentliche MonatSsihung unter dem Vorsitz de» Gouverneurs JUDr. Karel EnqliS ab. Dem- vorgebrachten Geschäftsbericht entnehmen wir folgendes: .... 2n der internationalen politischen Lage verlor zwar der. hauptsächliche Unruheherd nicht wesentlich an,Intensität, nichtsdestoweniger kann jedoch ein gewisses Bestreben nach Verständigung beobachtet werden. Die Weltwirtschaftskonjunktur erhält hiebei einen neuen, scharfen Impuls in der gesteigerten Rüstung, welche von der ständig erhöhten Nachfrage nach einigen Rohstoffen und dem dauernden Anziehen deren Preise begleitet ist. In der Tschechoslowakei behielt die Entwicklung der Wirtschaftslage auch im Feber und März 1937 ihre AusstiegSkinie bei. Die erhöhte WirtschaftSaktivität blieb selbst auf den Stand de» Geldmarktes, dessen Flüssigkeit sich infolge der vHöhten Ansprüche der Wirtschaft verminderte, nicht ohne Einfluß. Auch au» der Einlagenentwicklung, welche im" ganzen günstig blieb; ist»u ersehen, daß man beginnt, die. ips^A»ug».txU^m,«öß»«m Maße, zur F i,- n a n jj e x,«n g d e r E r'z e u g u n g, na« »nentlich der mittleren und kleines», zu verwyrden. Langfristigeb'Kredit Wird ständiggesucht.- Die Kurssteigerung der Aktien all der Pra» ger Büde, welche in der ztpeiien, Feberhälste zu Men"Rekorden ansetzte, hielt mich in- der ersten! Märzhälfte an. Die Entwicklung de? Anlage», markte» war beifreundlicherArundtendtnz ruhig. '' Der Index der GroßhäNdekSpDse zum 1.! März wie» gegenüber dem vormonateinweiteres Anschwellen auf, wobei der Teilindex der Nah- Folgen der Wirtschaftskrise in weit höherem Maße betroffen al» andere Wirtschaftszweige. Hinsichtlich der Frage, ob in der Textilindustrie eine»Uebererzeuguug" oder ein»Unterverbrauch" vorliegt, wird tn dem Bericht auf folgenden Widerspruch hingewiesen: Bom Stand- punkt de» Handel»'aus gesehen, dürfte in der Textilindustrie eine Uebererzeugung vorliegen, während eine Betrachtung der Verhältnisse vom sozialen Standpunkt aus auf einen Unterverbrauch hinweist. Eine Beseitigung diese» Widerspruch» iväre nur durch Maßnahme»» möglich, die in der ganzen Welt eine Steigerung de» Real« einkoinmen» und der Kauflraft der breiten Be- völkerungSschichten zur Folge hätten. In vielen Ländern sind die Löhne der Arbeitnehmer und insbesondere der Frauen in der Textilindustrie Im Durchschnitt wesentlich niedriger al» die durchschnittlichen Löhne in allen anderen. Industriezweigen. In bezug auf die Arbeitszeit könne»» die für die Textilindustrie wichtigen Länder nach dem Bericht de» Internationalen ArbeitSaintes in drei Gruppen eingeteilt werden. Zur ersten Gruppe gehören die asiatischen und fernöstlichen Länder, wo die wöchentliche Arbeitszeit 48 Stunden übersteigt. Zur zweiten Gruppe gehören die mittel» und westeuropäischen Länder, in denen die 48« Stunden-Woche die Regel ist, während in einer dritten Gruppe von Ländern bereits die 49- Stunden-Woche durchgeführt wird. Diese Länder sind Frankreich, Italien, die Vereinigten Staaten von Amerika, die UdSSR und Neuseeland. Bei einer Betrachtung der Arbeitslosigkeit in der Textilindustrie zeigt sich, daß diese Arbeitslosigkeit weitgehend auf die allgemeine Wirtschaftskrise, zu der noch die internationalen Strukturveränderungen der Textilindustrie hinzukommen, verursacht wurde. In einigen Ländern find jedoch di« Strukturveränderungen die wesentliche Ursache der Arbeitslosigkeit.. In den Schlußfolgerungen deS vom Internationalen Arbeitsamt aufgestellten Berichts wird darauf hingewiese», daß einige Ursachen der Gleichgewichtsstörung in der Textilindustrie zwischen 1989 und 1984 im Verschwinden begriffen sind oder an Bedeutung verlieren. Die wirtschaftliche Wiederbelebung dürste eine allgemeine Erscheinung sein, an der auch die Textilindustrie in gewissem Umfange beteiligt ist. Die neueren _ Ereignisse auf währungspolitischem Gebiet sind industrie. herberführten,; nennt-der Bericht„des-«geeignet,.^di«oFolgen der-Abwertung als Mittel des internationalen. Wcttbewerbes abz»schwächen, und auch auf dem Gebiete der Beschränkungen des Handels sind gewisse Fortschritte festzuslellen. Diese Tatsachen dürsten geeignet sein, die Bestrebungen zur Wiederherstellung der Textilindustrie zu fördern. Um jedoch der Textilindustrie einen geordneten Aufschwung zu geben und den Arbeitnehmern eine angeinessene Lebenshaltung zu sichern, ist eine wirtschaftliche und sozialpolitische Zusam- menarbest auf internationalem Gebiet unerläßlich. Die technische Tagung in Washington soll unter Mitarbeit der Regierungen,- der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer die Grundlagen für eine solche. Regelung schaffen. Seite 6 Donnerstag, 85. Mär, 1987. Nr. 72 „Sozialdemokrat* ' In drei Tagen Ostern. Vur haben die schönsten Frühlings-Schuhe und Strümpfe für Sie vorbereitet Mörder Auto. Vorgestern nachmittags um 8 Uhr Unirde in der Ninnburger Strane in Kobylis die Frau eines Invaliden, Antonie P ä t e k. die ihr sechsjähriges Töchterchen an der Hand iührte, von einein mit Koblcn beladenen Lastauto C.—80.281 ersaht und zu Boden getvorfen. Sie siel hiebei so unglücklich mit denk Kopf gegen den Kühler, daß sie auf der Stelle tot liegen blieb. Tas.H!nb erlitt eine schwere Gehirnerschütterung und mehrere Rißwunden und lvnrde von der Rettiingsgeseffschaft inS tschechische Kinderspital gebracht. Tas Automobil wurde beschlagnahmt und der Wageiilcnker Joses Novot» h anS Lieben verhaftet, obtvohl er nach Zeugenaussagen am Unfall unschuldig ist.— Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich einige Stunden svätcr in der PIscckts in Vrag» Weinberge, Ivo die HanSmeifterin Antonie VrkiSa und ihr achtjähriges Töchterchen vom Auto P—1)742 des Chauffeurs Otdkich Andrle ersaht und zu Bode» getvorfen wurde. Die Prkiia wurde nur. leicht verlebt, dar Kind, da» einen Bruch de« rechte» Fußes' und niehrcre Abschürfungen erlitten Halle, von der RetimtgSgesellicktafi ins tschechische Kinderspital gebrachte— Gestern nachmitagS stich an dec Ecke der Bokivoi- und Bletislavgasse in Äiskov daZ Auto der Angestellten Georg Vesely aus Prag IV .mit dem des 87jährigen Ingenieurs Wenzel st in rh al aus Prag-Weinberge zusammen. Hiebei lvnrde Veselys Frau stiosa und sein Freund, der Angestellte Ladislaus Mich aus Branik verletzt; erstere erlitt eine Gehirnerschütterung, letzterer einen Bruch d-S SchlüffelbcinS. Beide wurden auf die Klinik Schlaffer gebracht. Die Wagen wurden stark beschädigt. Sieben„elektrische Portiers" gestohlen. Dieser Tage gelang es, einen jugendlichen Dieb zu verhaften, der mit besonderer Vorliebe mit Mikrophon versehene elektrische Alarmvorrichtungen, sogenannte „elektrisch! Portiers" aus den Toreingängcn stahl. Sieben solcher Fälle wurden ihm nachgcwiesen. Er wurde dem Jugendgericht überstellt.— Wegen ähnlicher Diebstähle verhaftete die Polizei den Arbeiter Anton I anduS au« Branik, der die Kupferbestandteile der Türglocken abmontierte und mitnahm. Er wurde nach Pankratz eingeliefert. Die Staatsprüfungen aus der tschechischen und deutschen Kammerstenographie finden am Montag, den 21. Juni 1887 lGcsuche bis 27. Mar 1887) statt. Nähere Informationell mündlich, schriftlich oder telephonisch<818—31) beim Staatlichen Steno. graphie-Institut, Prag. I, Dnöni 7, . Kongreß' der„Bolnä mtzölenka". Am 27. und 28. März wird im Saale der Ptltomnost in Prag dec Kongreß der„Volnä mtzölenka"'abgehalten. Auf der Tagesordnung sind folgende Vorträge:„Klerikale und Linie" auch bet ihm nur daS Wie seiner nach'»! schaffenden. Künst.' Gieseking■ ist heute sicher der grüßte Anschlagskünstler auf dem Klavier, der nüan- zcnreichste und in der Klangkultur vollkommenste Pianist. Dies drückt sich auch in seiner Technik aus, die an Klarheit der Phrasierung und hinsichtlich der Plastik der Ornamentik unerreicht ist. Aus diesem Grunde.ist er besonders prädestiniert, die komplizierte Architektonik etlva Joh. Seb, Bachs mit fast greifbarer Uebersichtlichkeit zur Geltung zu bringen und anderseits die virtuose Ornamentik des Lisztschcn Klavierkonzertstllckes mit selbswerständlicher Klarheit wiederzugeben. Gieseking spielte diesmal auch eine Beclhoven-Sonate, jene in E-Dur Opus 188, ein \ vor allem auf feinste Klangwirkungen berechnetes, fast transparentes Tonstück, das seiner künstlerischen Eigenart ebenso liegt wie die Klangdelikatefsen Claude DebufftzS, der fast nie im Programme Giese- kings fehlt.— Auch das dritte Konzerterlebnis war ei» Klavierabend, ein C h o p i n-Abend des französischen Meisterpianisten Alfred C o r t o t. Die außerordentliche Leichtigkeit der Technik dieses Pianisten, seine unerhört vielseitige AnschlagSkultnr und sein impressionistischer musikalischer Charakter, der sich vor allem im Klangzauber des Instrumentes und in den Stimmungen der Tonstücke auSlebt, machen ihn zu einem■ vorbildlichen Chopin-Spieler von sensibelster und ausdrucksreichster Art. Außer kleineren Charakterstücken Chopins spielte Cortot als Hauptwerk de» Abend» die große, schöne B-Moll-Sonat« des polnischen Musikromantikers.— Ungetrübten künstlerischen Genuß bereiteten in einem Sonaten-Abend die beiden deutschen Künstler Georg Kulenkamps f. Dl« Matrosen kommen Das erstaunliche Können des amerikanischen Grotesk-Tänzers Fred A st a i r«, der sich in Ginger Rogers eine ihm„gleichgcschaltete".Partnerin herangebildet hat, ist hier schon öfters gerühmt worden, und er beweist seine verblüffende Beweglichkeit, seine Rhythmik und Komik auch in diesem Film wieder, der von der Liebe zweier Seeleute' zu zwei Schwestern in San Francisco erzählt, wobei aber die'Handlung doch nur Vorwand für Jazz- Klänge und Step-Tänze ist. Der Komponist, Irving Berlin, ist ein Meister flotter„amerikanischer" Musik, deren Melodien ebenso stampfen, schwanken und wirbeln wie die Glieder de» gummikauenden Tänzer» Aftaire und die dabei di« gleich« mechanische Präzision hat wie er— und wie die Schlagerreim«, für die da» Beispiel„Auf dem Atlantik ist keine Romantik" typisch ist. Da» Ganze könnte man einen glänzenden Durchschnittsfilm nennen,«ine belanglose. aber mit Schwung und Können gemacht« Sache, die nur den Fehler hat, stellenweise gefühlvoll werden zu wollen und auf die Dauer durch ihre Unermüdlichkeit zu ermüden.—eit— Ausnahmebestimmungen beim HDW Der HDW gab einen Bericht Wer eine mit dem DTB abgehaltene Sitzung heraus in dem er u. a. heißt, daß er den Arierparagraphen nicht in. seine Statuten ausgenommen habe' und daß der Zusani- menschluß HDW—DTB nicht dadurch zuftande- gekonunen sei; daß di« DTV.Vereine in den HDW eingetreten seieuldaS- Gegenteil. wird-aber-.nicht' bestritten). Weiter seien'»entsprechende Ausnahmebestimmungen vorgesehen und angewendet> worden"„ Eva Gtrovä in dem Film„Harmonika". die«S jenen HDW-Mitgliedern ermöglichen sollen — ohne dem DTB anzugehören oder angehören ihn können—, die sportliche Tätigkeit zu sichern. Ferner behauptet der HDW-Bericht, daß der turnerische und sportliche Betrieb nicht» mit Politik zu tun hab« und die. demokratisch« Form des HDW-Vorftandes den vereinsgesetzlichen Bestimmungen entsprächet— Aller Beteuerungen, die schwerlich einen'findenwer- den, der sie ernst nehmen wird wollen— die Saison ist ja schon vorbei... Tödliche» Radrennen. Auf der Antwerpener Radrennbahn stürzte der 82jährige Steher-Weltmeister Andre Raynaud(Frankreich) infolge eine» Reifenschaden», wurde von einer folgend«» Schrittmacher-Maschine überfahren und starb kurz darauf. Da» Renne» wurde daraufhin abgebrochen. Ifodn&nacftdditea A Die große Atul-Akadetäke. Bei der am Sonntag, den 11. Aprü, im Radiosaal ftattfindenden großen Atu»- AlllA ilademie mit Fahnenweihe, an. der flsiliMB iuch alle befreundeten Organisatio« KALO nen in Erscheinung treten werden, wird sich der Atu» in einer anderen Form al» bisher seiner Aufgabe entledigen. Da» für den Zuschauer ermüdende Geräteturnen wird auf das mindeste eingeschränkt, das Programm ist hauptsächlich auf Bewegung aufgebaut, so daß der Zuschauer auch immer durch neue Eindrücke intereffiert wird. Wichtig ist. kein Genosse und keine Genossin darf bei dieser Äkadem« fehlen. Kauft jetzt schon bei unseren PertrauenSmännern und Werbern die Karten, damit un» in den letzten Tagen vor der Akademie nur mehr die Werbung der Saumseligen übrig bleibt. Die Akademie beginnt um S Ahr mit den Kindern. Nach Schluß der.Programm».Tanz bi». 12 Uhr nacht». Atuikassen, die voll sind, können abgeliefert werden* bei Genossen Mittenhuber. Großeinkauf;^ bei Genossen Lahmer, Prag VH, Malä Sternberkova S; im Bildungsverein deutscher Arbeiter, Prag II, - Smeöky 27. Die Kassa wird von dem Ueberbringer geöffnet,. der Inhalt gezählt und. vom, Sv»««'bestätigt.':;. Mitteilungen ans dem Publikum. Der Frühling hat sich schon angekündigt. Richt nur durch schöne Tage, sondern auch durch eine Reihe von Modeschäüen, auf welchen die FrllhjahrSmodelle der- Wcltmode gezeigt wurden. Ueberall, wo Bata», Schuhmodell« gezeigt wurden, erweckten diese Auf«» sehen und Begeisterung. Sie siegten auf der ganzen. Linie.,— im Sturm eroberten.-st« di« Herzen aller, Damen. Sie wurden'doch bei Bata«rzeugtl. j';'; Sieg auf der ganzen Linie'.?. Täglich treffen bei uns Berichte von Modeschmten ein, die jetzt in.der ganzen Republik' veranstaltet werden, Ueberall, wö vom stürmischen Beifall des anspruchsvollsten PubÄ* kums begrüßt, neue Schuhmodelle gezeigt, weiden'/, stellt'man fest, daß es sich um Bata-Modelle handüL.' Ihre Blume« dürften »ach.dem guten...-.7-','^/' Blumen-Zauberdung 1 Pakei mlt Postzujendung Ke 5'60 dusch ,V«tzsIstM,»Frauenwelt- Prag IvL..Fpchova 8T Bezugsbedingung. n: Bei Zustellung ins HauS oder der Bezug durch hie. Poft monatlich Ai 16,—; vierteljährlich Aö 48.—, halbjährig kki 86.— ganzjährig Ai 182.—.— Jajerate werden lau» Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung, voll Manuskripte» erfolgt nur bei Einsendung der Retourmürken.— Di« Leitungsfrankatur wurdevonderPoft-und:. .. gradheMrektion mit Erlaß Nr. 1g.8Ü8/VHtis3a'bewilligt,'-» ivkuckereir Druck«.-verleöl- und-LeiiMgS-L-G. Prag.-.'.i:fntr t-’ 1