Einzelpreis 70(itnschllestl. B Heller Porto) 17. Jahrgang Sonntag, 28. März 1937 Nr. 75 Oütkrbolgohsft Hod£as auf 14 europäischen Send*™ Die Deutschen und der Staat Der Herr Prag’s sei der Frieden!“ II Aus dem Inhalt: Schickt Mussolini doch Verstärkungen? Loo d o n. Da» Organ der Labonr- Partei„DaUtz Heraw" schreibt: Es der» lautes daß in der Nähe do« Neapel eine italienische Armee, ma« spricht von »Wei Divis io ne n, und manche Informationen sogar von zwei Armeekorps, konzentriert wird. Diese Truppen seien zur Aytfqhrt«ach Gpante« bereit. Fall« sich, diese Expeditionsarmee ans den Weg begibt, werde« MtmKbeich«nd Großbritannien e«t- sprechenden Maßnahme« nicht a«swei- che« KSnnen. 2usammenschluK von-Xtus und Aruk Senator Vrany gestorben Zwischen Krieg und Frieden Die Lehre von Brlhuega Landskron, die verhinderte Industriestadt Beilage: Wirtschaft der Welt s.— WaS Ist der Sinn deS 18. Feber 1987? Er kann zu einer innenpolitischen Wende beitragen, kann Ausgangspunkt einer positiven Gestaltung der Beziehungen zwischen Sudetendeutschen und Tschechen sein, Alles kommt darauf an, ob es gelingt, den Buchstaben der nationalpolitischen Vereinbarungen lebendig zu machen. Alles kommt darauf an, ob die Durchführung und Fortführung des Verständigungswerkes unter den höheren Gesichtspunkt der großen GegenwartSver- pflichtung beider Staatsvölker gestellt wird. Daniit ist bereits der wichtigste Punkt der friedlichen staatsrechtlichen. Auseinandersetzung angeschnitten, die zwischen den demokratischen Tschechen und Sudetendeutschen zu führen ist. Die Deutschen Wollen ebenfalls Staatsvolk sein. Sie haben sich auch in den Grenzen der Republik niemals mit der Rolle einer„nationalen Minderheit" abgefunden. Auf die Rangordnung kommt es nicht entscheidend an. Wer kraft seiner Zahl grünere Rechte beansprucht, must dafür auch höhere Verpflichtungen gegenüber dem Staatsganzen in Kauf nehmen. Rechte und Pflichten müssen aber gerecht ausgewogen sein. So ist"S an der Zeit, auch den ideologischen Preis zu nennen, den eine wirkliche innerliche Befriedigung der Sudetendeutschen verlangt. Unsere tschechischen Freunde müssen uns die Offenheit gestatten, klar auszusprechen, dah im engen Rahmen der■ tschechoslowakischen Nationalstaats- ideologie auch die demokratischen Sudeten- >deutschen nicht befriedigt werden"können/. Dieser 'Nationalstaatsbegriff ist nicht anders aüszulegen, als die taktische Umschreibung eines Anspruches auf Vorherrschaft.‘ Jede Vorherrschaft "einer Rgfion über die andere ist'jedoch mit dem HriWp'dwrLwMchttatiß unvereinbar..Man. kann nicht im Bereich dec internationalen Politik für dje Gleichberechtigung der' kleinen Nationen streiten.und.zu Hause da» kleinere Volk auf mindere Rechte setzen.. Entweder es gilt' das Uebergewichr der Zahl— hier wie dort>— oder es gilt auch das LebcnSrecht des Schwächeren. Der'eindeUtige Sinn jeder demokratischen Rechtsordnung erheischt, daß der Stärkere das Recht des Schwächeren respektiere. Hier geht es nicht uin Haarspaltereien. Das Nationalitäteyproblem'bleibt ungelöst, solange k London. Der diplomatische Redakteur des ^Dniltz Herald" erfährt aus privater Ouelle, daß in der Kampflinie der spanischen Aufständischen Wirren abgebrochen sind. Die Stauern von Estremadura und Andalusien nehmen g e g« n d i e Fr a n r»- A b t« i- l u n g e» Stellung und überfallen de» nacht» vereinzelte Posten und Einheiten.' Außerdem sind Differenzen innerhalb des Offizierskorps der Franco-Truppen auögebrochen. Diese Erschei- n'unge» hätton auch zu dem Mißerfolge der tttz- teu Offensiven geführt. ■' Die Aufständischen sind schlecht organisiert. IN den letzten Tagen sind die Brrstärkungen kür di« zur Offäisiv« eingesetzt,n Frontabschnitte ntt- »Kal« rechtzeitig eingetroffen«nd als die Regie- rungSnitlt," Angriffe, unternahm, zeigte sich bei den Anfständischen regelmäßig Mangel an Mu- nition für dir Artillerie und Infanterie. Deshalb tdnnten such die««ständischen keinen wirksamen Wlderstmtd einsetzen und wurden ausS Haupt ge- schlage«.;■•■>...* f Außerdem besteht zwischen dem italienischen Kommando und den» Hauptquartier der Franeo- Annee keinr Znsammrnartelt. Spanier, Mauren pnd Ätqsieiier befind«»' sich, fortwährend unter- Einander, in Differenz«»», während die Deunmen ,nf selten FrancoS, angewidert von diese» Er- schrinun,en, beiseite stehe«.. Valencia: Ä« Agrnce Satra mrldetr Ein Ueberläufer au» de» ReihenderAufftändi- schrn bestätigt, daß die volllommen demoralisier- teu italienischen Truppen au» der Schlachtlinie zurückgezogen und durch maurische Regimenter er- setzt wurden. Während ihn» Bormarsche» stellten Der Friede ist da» höchst,« Gut, und gerade deshalb fordert er von«n» di« höchste« Opfer. Wir«erden soviel Frieden haben, al» wir uns erkämpfen werden. Wir dürfen vor allem nicht schwach werden. Der Schwache bedroht am meiste« den Frieden, da er den Starken in Versuchung führt. Denn di« Geschichte hat bereits Le» Nikolajewitsch Tolstoj überwunden, der nn» kündete, daß wir dem Bösen nicht Widerstand leisten sollen. Wir bedürfen am. meisten der Mobilisierung der sittlichen Kräfte aller»ölkrr. Vermögen aber die sittlichen Kräfte etwa» gegen da» Böse? Sie vermögen. Ohne die moralisch« Kraft der Herrschenden kann da» sozial« Nebel nicht be- kämpft werden. Die» ist jedoch gleichsam eine ständig« Deklaration der Bürgerkriege- Durch die materiell« »nd moralische Erhebung de» Menschen auf«in würdige».Nivea« der Menschlichkeit gewinnen wir in ihm einen Kämpfer für da» Gute und sie den Friesen. Wir beseitigen ater auch Mißverständnisse, di« Mißtrauen unter den Völker««ecken. E» ist eine» die eigrne Freiheit liebend«« Volke» unwürdig, bi.« Bedrohung der nationale» Freiheit br» Nächste« zuzulassen. Wir haben jedoch erkannt,. daß di« machtpolitlschtt» Differenzen zwischen den Staate« durch den parteipolitischen Hader 'unterschledlicher Weltanschauungen verliest wurden «nd.daß gerade dieser Haß jener Brennftofs ist, von dem die Epplofien droht: In unserem tschechoslowakischen Vaterland« haben wir,ass» dem idrol»gischen Fanatismus den.Kampfs»«gesagt. Deshalb wenden tat««in Marimim» mrralischer Kraft auf, damit hie Grundsatz der Verträglichkeit bi»»um a k t i v e n Prinzip d er Z n s» m« e n a r t« i t zu steigern. Einst wurde gesagt, wer Prag beherrscht, beherrsche Europa. Daher senden wir pou diesem Kreuz- punkt Europa» Ihnen alle« dje Kunde von unserem Entschlntz. daß wir alle» unternehmen werden, dah de« Herr Prag» der Fried« s«i und daßdurch Prag der Fried« auch Herr unsere» Weltteile» sei. Schwere Differenzea im Franco-Lager , Bauerntrupps unternehmen nächtliche Ueberfälle Flugivaffen jegliche Tätigkeit. Am dreizehnten Tage, wurde die Lage außerordentlich gefährlich und an diesem Tage erwarteten die Rebellen den Sieg.. In Wirklichkeit aber kamen an diesem Tage zahlreiche. Verstärkungen für die Regierungstruppen und die Mitwirkung der Flugwaffe(welche den Haupttcil ihrer Arbeit bei Guadalajara inzwischen beendet hatte, hat die Lage vollständig zu gunsten der Republikaner gestaltet, welche dem Feind enorme Verluste beigebracht haben. Nun haben die Italiener Verstärkungen in diesem Gebiet erhalten und man. erwartet für die nächsten Tage bedeutende Kämpfe. Kampfpause Madrid.(HavaS) Einer Nachricht.des Rates für die Verteidigung der Stadt zufolge wurden innerhalb der letzten 24 Stunden an den Frontenvon Guadalajara und Madrid' sowie an derJarama-Front keine bedeutenderen Opera-- tioncn gemeldet.. Sozialdemokrat organ brr Deutsche« sozialbemökratisihen Arvoltervartel ln der Tschechoslowakischen Republik sendeten 14 ausländische '- at.,»n«n in zehn Staaten die Feier Aoklamierung de» Roten Kreuz-Friedens. ?»^undfunk-Kundgebung für das Ausland hielt der Vorsitzende der RegieriMg Dr. M i l a n V o o z a. ■ frechen zu Ihnen aus dem Land«, welche» da» Her, Europa» genannt wird. Die» sicher, «ch nicht nur deshalb, weU un» da» Schicksal aus «tuen Platz in Europa stellte, der sein Zentrum ist, «he« deswegen, well, unser tschechoftowakischeS Vater- land der Schnittpunkt großer Ideen ist, die««seren ganze« Weltteil in Bewegung setzen, ein Schnitt- »untt, den feie großen europäischen Machtintereffen burchlaufen. In diesem Wirbel sind und wollen' wir »in fetter Punkt sein, tin Punkt der Stabilisierung «Nd de» Frieden». Den«, liegt da»»er, Europa» tat- sächlich btt«n», dann«ft ,» auch für den gesamten Organismus wichtig, daß fei« Her, gesund und stark fei.-- Aue der Vergangenheit unsere» Vaterlande» tauchen zwei Gestalten empor, derer wir heut« gedenke««äffen: Die eine von ihnen, die Erscheinung eine» »roße« Kriegömaane». I« seiner historischen Persön- fichkeit vettörpette sich die elementare Liebe unsere« Volke» zum Helmattoden und der»Pserterett«'Heldenmut«nd di« Tapferkeit, deren unser Volk zur Vtrttitjaung seine» Lande» immer fähig war, immer ist Mch immer sei» wir». Da» war 8 i z k-. In die- ft» Stunde« der Sehnsucht nach dem Friede«.ersteht dann vor unserem suchenden«lick die zweite Gestalt, K'» ur««. s k b,'' der rin großer Säemann der MeAchlichftU war, ,in Gottesstreiter de» Frieden» MWWWdMW W VÜWMWW WhHD »nd zerwühlten Seel« Europa» kämpfe»«m Ma »nd Komenskh ihre»«roße« Kampf»ad wir sind aits den R-Hm Unserer Wehrhaftigkeft zwar stolz, wir sind'«brr nicht trunken von ihm und.verkünd««' Euch allen unsere« ttefen Wunsch, daß für feie Aufgabe« unserer Zeit Zijka nicht notwendig sei« möge. Da» ist unser Wunsch. Hüten wir uns jedoch vor der verkalkenden,'»ter mörderischen Selbsttäuschung, daß wir «mnlich den Friede» durch den bloßen Wunsch, durch' di« tlvtz« Sehnsucht und durch da» bloße Gebet rtttm. die Demokratie, nur' die Gleichberechtigung des Individuum»verbürgt. Eine demokratisch« Lösung must die Gleichberechtigung derBölker bringen. Jeden einzelnen seiner Bürger vermag kein Staat zufriedenzustellen. Im gemischtnatio- nalen Staat must aber zumindest die Mehrheit eines jeden beteiligten Volkes mit dem Bewusst» sein erfüllt werden,' dast es als BolksganzeS nicht zurückgesebt wird. Dabei fällt eben die praktische Entscheidung über die Problemstellung: Nationalstaat oder Völkerstaat? Mit der Ideologie des Nationalstaates lästt sich jedes Unrecht gegenüber dem schwächeren Volkspartner begründen. AuS ihr lästt sich jedes beliebige Vorrecht ableiten. Wir haben eS in. den vergangenen Jahren mehrfach erlebt, dast ein bekannter agrarischer Wortführer der tschechischen Kampsorganisationen beredte Anklage erhob, in diesem oder jenem Wirtschaftszweig seien die Tschechen noch ungenügend vertreten. ES siel ihm aber nicht ein, sich darüber Rechenschaft ab- zulegen, wieviele deutsche Beamte im StaatS- bodenamt, im Landwirtschaftsministerium, im Obersten Kontrollamt oder in sonstigen Zentral» stellen beschäftigt sind. Dast es im deutschen Gebiete mehr industrielle Fachschulen gibt, als im Landesdurchschnitt, wurde unS oft genug vorgerechnet. Bei den landwirtschaftlichen Schulen ist eS wieder umgekehrt, ohne dast vom deutsche» Standpunkt etwas einzuwenden wäre. Die Sudetendeutschen können niemals, die Proportion in der Landwirtschaft verlangen— zumindest was Ausmast und Fruchtbarkeit des Kulturbodens anbelangt. UnS ist bei der. Besiedlung des Landes vorwiegend der magere GebirgSböden zugefallen, welcher nur etwas über ein Fünftel der deutschen Bevölkerung schleckt und recht ernährt. Wei dieser Sachlage ist K'schlechierditigS unmöglich, etwa auf Industriellem Gebiete die Proportion herzustellen. Wenn tschechische Nationalisten Unaufhörlich darüber Klage führen, dast die Deutschen in einzelnen Industriezweigen stärker oder sogar führend vertreten sind, dann,können wir unS mit gleichem Recht beschweren, dast sich die besten Rüben« und Weizenböden in tschechischen und slowakischen Händen befinden. Voraussetzung einer erfolgreichen Verständigung ist daher, dast die natürlichen Existenzgrundlagen beider Völker respektiert werden. Eine Absperrung der Sprachgrenze kommt in einem modemen Staatswesen weder nach der einen, noch nach der anderen Seite hin in Frage. Jedes Volk must aber, wenn Grenzstritte auf ein erträgliches Mindcstmast reduziert werden sollen, sein Dasein von dem bisherigen Existenzboden aus zu entwickeln.bestrebt sein:, Neidische Nachbarn Werttagen sich nicht gut. Ein gesünder Völkerstaat mutz Raum für die parallele Entwicklung des. Wohlstandes aller seiner Nationen uüd VolkSgnP-' pen gewähren. Bei organischer Betrachtung verschiebt sich sonach das Problem der Proportionalität hauptsächlich auf die Gebiete der Staatswirt- schäft und des öffentlichen Dien- st e S. Die Leistungen für die Gemeinschaft sollen in Einklang mit den Ansprüchen an die Gemeinschaft stehen. In dieser Hinsicht hatten sich die Deutschen über wesentliche Zurücksetzungen zu beklagen und sie besitzen alle RechtSgründe, nunmehr gründliche. Remedur zu. fordern. An der Auslegung des Begriffes„Lohälität" darf die Sache, nicht scheitern. Leider sind auch seinerzeit zu weüig Deutsche' iü'.den öffentlichen Dienst ausgenommen worden, als sie noch zu 80 Prozent de» aktivistischen Parteien angehörten. Lovalitat zum gemeinsamen Staate und zu allen seinen Bürgern muh von jedem deutschen wie von jedem tschechischen Bewerber gefordert werden. Strengere' Maststäbe kann man auch an die deutschen'Anwärter nicht anlegen. Der. Verdacht der Anzuver- lässtgkelt ist doch in jedem Falle auf.Beweismerk», male zu knüpfen. Misttrauen, welche» durch die' bloste nationale. Zugehörigkeit des Objektes genährt wird, wirkt.nicht ausbauend, sondern zersetzend, Ein unssehr wohlwollend gesinnter Ausländer meinte zu diesem Thema;»Ich kann ritt als. Demofrät vorstellen, dast die Regierung zwi-/ schen staatStreuen und staatsfeindlichen Elementen unterscheidet DasteSäberdreiGr uppen geben kann, absolut staatSerhal- t e n d e, h ä l b v e r l ä st l i ch e ü n d u n v e p- lätzlich« Bürger, das.geht über, meine politische Borstellungs" k r a s t." Nach demokratischen Spielregeln kann die RegirrnngSabteilnnge» eine groß« Menge von Gefallene» in.den Positivnrn fest, dir vorher von der Regierungsartillerie beschösse» wurden. ES wird die Nachricht brstätigt, daß dtt i t a l i e Nische n Tr« p P« n'g emrutrrt habe». Der Kampf um die Quecksilberminen Valencia. Der militärische Korrespondent der A g e ne e E s p a g n.e gibt folgenden Bericht: Die Niederlage der Rebellen und der Erfolg der Republikaner im Gebiet von Paso« blanco haben ein. besonderes'Interesse, wegen der.wirtschaftlicheN Bedeütung deS Gebietes, wel- che der grasten Oeffentlichkeit wenig bekannt, ist. Die Rebellen, haben tatsächlich in diesem Gebiet angegriffen, mit dem Ziel, sich der Kohlengruben von Percolano' und der Quecksilberminen von Al m a d en zu, bemächtige». Die Ausbeutung der Oueäsilberminen von Älmadey, der bedeutendsten der Welt, war seinerzeit bereits.einer italienischen Gesellschaft überlassen, worden, aber diese Konzession war einig« Mopate nach Beginn des Bürgerkrieges erschöpft. Der Besitz von Al- Maden hatte deck Rebellen und durch sie den Ra- lienern. eine bedeutende. wirtschaftliche Stillung «IngerSümt, denn durch diese Eroberung hätten sie nahezu das Quecksilber-Monopol auf dem Weltmärkte.in die Hände bekomme»' d. h. da» Monopol für.ein. Metall, welches ebenso wertvoll ist, wie Gold..' Die Republikaner hatten in dem Gebiet von Posoblanco einen Angriff auszuhalten, der mindesten» ebenso gut vorbereitet war, wie die Offen» sive der Rebellen bei Guadalajara. Während der ersten.' dxeiMn Tage haben sie, widerstanden, ohne tzetstämngen'zü' erhatten.'«utzerdem verbot da». Wetter, d«S außerordentlich schlecht-war, den >5«rschKt»H»ßt A«»»oh«o de» Montag fr»h ^MonundDirwalttchg: PragXll., Fochova 62- Telephon 5S077- Herausgeber: EiegfrttbTaub- Verantwortlich«Redakteur: KarlK«rn,P«g «eite 2 Sonntag, 28. MLrz 1V37 Nr. 7s, und darf der Zuerlennung der staatspolitischen Verläßlichkeit leine nationale Schranke gezogen iverden. Nur jene deutschen StaatSangestelltstn, die sich frei und offen zu ihrem Volkstum bekennen, bedeuten ein Plus für den Staaisgedanken. Die geschichtliche Aufgabe einer organischen Eingliederung der iwer drei Millionen Sudetendeutschen in die gemeinsame Völkerrepublik erfordert vollen Einsatz aller wahrhaft staatserhaltenden Kräfte. Auf deutscher Seite must man vor allem lernen, sich als Q'u alitätzubehaupten und durchaus e tz e n. Wenn ein Bürokrat dem anderen an Formalismus gleicht, dann ist es nur für Politiker Interessant, wieviele. Deutsche in den Aemtern sitzen. Ist der deutsche Beamte womöglich noch bürokratischer, dann werden seine eigenen Volksgenossen ihn kaum als Gewinn betrachten und lieber«inen entgegenkommen« den tschechischen Beamten vorziehen.. An der deutschen Mitarbeit im staatspolitischen und administrativem Bereiche liegt es, der republikanischen Gemeinschaft möglichst viel von den guten Eigenschaften des deutschen Volke« zur Verfügung zu stellen. Das Abkommen vom 18. sfeber soll einen edlen Wettbewerb gleichberechtigter Böl- kereinleitenl Senator Vran? gestorben Pro«. Im Sanatorium St. Louis In Monaco ist Samstag der Senator der Republikanischen Partei und Thefredakteur des«Benkob" Josef V r a n gestorben. Senator Brantz ist am vergangenen SamStag auf Kap Martin, wo er zur Erholung weilte, erkrankt. Er wurde in oa» nächste Sanatorium in Monaco gebracht. Als Todesursache wird Gehirnschlag angeführt. * Vranh war einer der einflustreichsten Männer der tschechischen Agrarpartei. Das war nicht so sehr an seinem Auftreten in den gesetzgebenden Körperschaften— er gehörte Jahre lang dem Senat aw— oder in Versammlungen ersichtlich, sondern trat in. seinem, interne». Einfluh in der Partei unh in der Presic hervor. So lange Svehla lebte, mühte sich auch Branh dellen großer Autorität beugen.. Nach dem Tode Svehlas jedoch gehörte er. zu jener Gruppe der Republikanischen Partei, welche die Partei immer weiter nach recht» zu ziehen sucht, die eifrig die Verbindungen mit der Opposition, den Nationaldemokraten und der SdP pflegt, aus den Agrariern die Schutztruppe des Großkapitals und sie überhaupt zur bürgerlichen Sammelpartei machen möchte. vranh war eine kampflustige Natur, der immer wieder gehässige Polemiken mit den Sozialdemokraten begann und eine antlsozialistische Stimmung hervorzurufen gesucht hat. Allerdings war vranh, so wie e» bei temperamentvollen Politikern« bet de» die Leidenschaft.dep Verstand beherrscht/der Fall ist, auch launisch und schwankend. So hat er in der Wahlkampagne 1988 mit groher Schärfe die»Nationale Vereinigung" angegriffen und sie al» die Partei der Banken und Kartelle bezeichnet. Das war jedoch nur Episode, gerade in der letzten Zeit hat der«Benlov" seinen Frieden mit der Kramäk-Partei gemacht, im Grunde genom- meu Ivar eben vranh immer Neaktionär. Seine Gehässigkeit gegenüber der Linken hat ihn oft übers Ziel schießen lasten, an mehreren für seine Partei verlorenen Feldzügen trifft ihn die Hauptschuld. So hat er die Republikanische Partei in die Niederlage bei der Präsidentenwahl geführt, seine Kampagne für Bene»' Gegenkandidaten W MWWWß WWWWWW Pra g. Wir amtlich ,en,eldet wird, hat die Regierung der Nationalversammlung, und»war »ntor Anwendim« de«. Gesetze« 41/37 gleichzeitig>eisten Kammern, de» Gechtzentwnrf vorgelegt, womit ein Bürgerliches Gesetzbuch anö- gegeben wirst. Der.Entwurf ist da» Etgebni» langjähriger Arbeiten/die im. Justizministerium eigentlich bereit» im Jahre 1919 begannen. Er wurde von einem Sog« derkomit« vom RechtSexperten vorbereitet, da» Super-RevistoNSkonimistion hieß' und überwiegend au» Univerjttäwprosefforen de» bürgerlichen Recht« zusammengesetzt war. Durch den Entwurf soll, auf dem ganzen Staatsgebiet da» bürgerliche Recht unifiziert Werden, da« in Böhmen und Mähren-Schlesien im ehemaligen, österreichischen Bürgerlichen Gesetzbuch vom Jahre'1811' kodsflzlert/ In der Slowakei und in Kawathorustland in einigen Spezialgesetzen, zum größten Teil aber in den Normen de» Gewohnheitsrechtes enthalten ist. Ausgenommen an« dem Entwurf ist nur da» Liami lienrecht<88 44—284 de» Bürgerlichen Gesetzbuch»»-vom Jahre 1811), da« sind die Vorschriften über dar Eherecht, über da» Verhältnis zwischen Eltern und Kindern. Über Adaption und über Vormundschaft und Pflegeschaft, über die keine Einigung erzielt werden konnte. In 47 Hauptstücken von Insgesamt 1869 Paragraphen, ergänzt durch.79 Artikel der Ein« und Durchführung»vorschrisien, enthält der Entwurf— bi» auf da» bereit» erivShnte sfamilienrecht— alles, was allgemein den Inhalt bürgerlicher Gesetzbücher umfaßt, und vermehrt di« übernommenen Teile de» Bürgerlichen Gesetzbuches vom Jähre 1811 durch zahlreiche neue Bestimmungen. Da» frühere österreichische Bürgerliche Gesetzbuch, in dem besonder» durch die drei Teilnovellen au» dem Jähre 1914 bi» 1918 berichtigten Wortlaut, bildet die Grundlage, auf der daS neue Bürgerliche Gesetzbuch geschaffen ist; allerdings wurde diese Grundlage von. allen veralteten Bestimmungen befreit und IN inhaltlicher und terminologischer Hinsicht den Bedürfnisten der neuen Zeit angepaßt., Im Mptivenbericht de» Entwurseif ttzerden die Geschichte der Redaktion im einzelnen darge- legt, die Prinzipien erläutert, von denen sich die Suherrevistonskommiffion bei ihren Arbeiten leiten ließ, da» Verhältnis de» Entwurfes zu dein geltenden bürgerlichen Recht. beleuchtet.und bl« vorgeschlagenen Ergänzungen oder Aenderungep begründet. Rach den Einführungsvorschriften soll das neue bürgerliche Gesetzbuch am 1. Juli des zweiten Kalenderjahre» nach dem Jahr» der Verlautbarung in Kraft treten. Der Entwurf wirb nach dem Beschluß. der Negierung in der ersten Sitzung der Frühjqhr»- seffion der beiden Kammern, am 81. Mär» laufenden Jahres zur Verteilung.gelangen,.."... Gegen den Antisemitismus' . Die tschechoslowakische Liga gegen den Anti-- semitiSmu» gibt zu Ostern einen Aufruf heraus, worin sie ihre volle Ilebereinstimmung mit der diesjährigen Parole d«S Roten Kreuze» für den Osterfrieden betont.„Die Stärke einer Kette, so heißt es wörtlich,„muß nach Hrem.schwächsten Miede beurteilt werden.". EiüeSs der'schwächsteu Glieder ist aber der Matigel'ast Wachsamkeit gegenüber dem Antisemitismus. Deswegen bemüht sich die Liga um die Reiiiigüng der^ Atmosphäre von den ungesunden Lehren fremden Ursprung» und ihre Tätigkeit liegt in de? Richtung der inneren Befriedung. Der Präsident der Republik empfing am Samrtag den Vertreter des Reuterschen Bureau» für Jugoslawien M. H a r r I s o n. Prof. Nimee, den er-al» den Mitbegründer de» Staates bezeichnete«, hat- feinvn Prestige außerordentlich geschadet. Ebenso Hat sem-Blatt. den Rückzug antreten wüsten, al» e» für eine ändere Orientierung in der tschechoslowakischen Außenpolitik eintrat.'Wenn alle dies« politischen Feldzüge nicht»'daran änderten, daß er nach wie'vor die agrarische Presse beherrschte, so lag daSdaran? daß er ein fleißiger und geschickter Journalist war, der einen sicheren Instinkt für gewisse BolkSströ« mungen besaß, und. sich ergebene Mitarbeifer zu sichern verstand..Die Wahl seine».Nachfolger» wird für die Verhältnisse innerhalb der Koalition nicht unwichtig sein...■’ Wat tagt Herr MQhllg dazu? Ein Emissär des Industricllenverbandes agitiert gegen die Tschechoslowakei Wir'habest- schon vor einigest Tagen gemeldet, dast der ehemalige Tepliher Sekretär des Deutschen Hauptverbande» der Industrie, Herr Dr. Karl Janovsfh, der von diesem Verband nach Südafrika entsandt wurde, um' dort die Voraussetzungen für die Steigerung des tsche- choflowakischen Export» zu untersuchen,.politisch gegen die Tschechoslowakei agitiert. Obzwar er bei seiner Ankunft den Journalisten, erklärte, seine Sendung sei durchaus wirtschaftlicher Natur, erzählt er nunmehr, wie die„Lidovst Noviny" au» Johannisburg in Südafrika sich berichten lassen, er sei ein Freund Henlein» und dast dir SdP eine durchaus loijale Partei sei. Allerdings wurden seine Behauptungen.in den südafrikanischen Blättern schon richttgaestellt. Der Deutsche Hauvtverband der Industrie, dellen Funktionäre vielfach Beziehungen zur SdP haben« müßte Aufklärung darüber geben, ab Herr Dr. Janovskh sein offizieller Vertreter ist und ob er dl« politischen Ansichten seines nach Südafrika entsandten Emissärs teilt. EuropSlslerung der deusch-tschechlschen Frage . Der„Neue Morgen" schreibt in einer . Betrachtung der Vereinbarungen vom 18. Feber:.. Ilm nichts andere» handelt e« sich als darum, die spezifische Frage de» nationalen Ausgleiches, gleichsam zu entlokalifieren, also zu europäisieren. Auch die SdP trachtete darnach — aber in ganz anderer Form. Sie wollte di« besonderen Stritte als europäische Problem« erscheinen lasten, d. h. die Weltöffentlichkeit zu aktivem Eingreifen veranlassen. Die Weltöffentlichkeit versteht aber unter Europäisierung eine» spezifisch nationalen Problem» etwa» andere»; sie versteht darunter Bereinigung im eigenen Hause, vom gesamteuropäischen Gesichtspunkt«: au», mit.nur'dem einen und. einzigen Sau»,»ntr, sprechenden Mitteln und Methoden.-Di«-Welt-: öffenttichkeit weiß, daß ein aktive» Eingreifen ifr den Fragenkreis eines souveränen Staate« nur Schaden stiften kann, Schaden für den Staat, der sich direkt engagiert, Schaden für die Pom Konflikt direkt Betroffenen, denen sie Unterstützung angedeihen lasten wollte. So mußten die versuche zur Einschaltung ausländischer Kreise kläglich zusammeirbrechen. Diese haben bald'gesehen, daß eine so verstandene Europäisierung, ganz im. Gegenteil eine Engerbegrenzüng al» Konfliktstwff zur Folge haben müßte, daß eine Europäisierung.nur von. innerstaatlicher Basis au» durchführbar ist. Faule Ostereier 1. Der deutsche Aar legt«eine Eier auf Madrid.— 2. Die römische Wölfin hat. eich unter das Osterlamm-Fell der Nichteinmischung versteckt.— 3. Franco wollte Lorbeeren pflücken, aber erntete faule Eier.— 4. Ostereier, die sum Himmel stinken.—, ö. Das,-- Osterei, das de Ja Roque in Clichy legte.— 6. Hier soll das Wunder Zustandekommen, dafi'-. ein Henlein ein W legt. Aber es weiht del einemlauten.Kikeriki. 83 Oer Freund KWAN VON GREGOR JARW Er sah mich nicht an, stammelte verlegen etwa», da» ivie»Schon gut, schon gut" klang, schob mich sanft, aber cnergis von sich und war wohl heilsroh, als die Tür geöffnet wurde, und er, an dem Mädchen vorbei, in den Gang schlüpfen konnte. Kaum aber hatte er den Mantel abgelegt, als er in sein Arbeitszimmer flüchtete. «Auf Wiedersehen", nickte er mir verlegen gu und verschwand—, Ich lächelte. Ach, wie lieb hatte ich ihn in diesem Augenblick I «Er ist auch ein Jungel" sagte ich mir. „Ein großer Jungel" e Wir hatten un« nicht verabredet— aber wie auf Verabredung erzählten wir der Mutter gar nicht», von dem vorgefallenen. Ich weist nicht, ob sie- überhaupt jemals davon erfahren hat— ich bezweifle es. Ich schützte heftige Kopfschmerzen, eine Erkältung vor und kam in» Bett. Und kaum lag ich darin, kaum hatte ich den heißen Himbeertee getrunken, den man in Rußland al» erstes wirksame» Hausmittel gegen jede Erkältung an- wendet, als ich schon fest und ruhig, immer, noch mit einem Lächeln um die. Lippen.— jetzt aber bereits mit einem jungenhaft zufriedenen, sogen wir. ruhig:, glücklichen.Lächeln— einschlief,— Auch die Kräfte aus dem Speicher, waren der« braucht...Diesmal durch eine FreudeUnd daher —r wie immer im Leben— rascher. Denn großen Freuden sind Hirn, und Herz der Menschen wett weniger gewachsen als einem großen Leid: im Leiden hat man ja, wenn ich so sägest darf, ständige Plraining. Ich stand auch zum Abendbrot nicht auf. Aber ich war wach und aß mit Appetit im Bett. Gegen zehn Uhr erhielt ich Besuch. Der Vater kam, mir«Gute Nacht" zu sagen. Er trat an mein Bett.«Müde?"—«Nicht mehr——" —»Bleib morgen zu Haus«"—»Oh, jal"—«Schlaf wohll"--«GuteNacht, Papa!" ,— Er reichte mir die Hand, und während ich sie ihm in einer Art Verliebtheit drückte, beugte er sich herab mW küßte mich-— So hat er mich nur noch ein einzige» Mal geküht: 1918, als ich heimkam. Vielleicht erlebte er als Gegenstück zu meistem„gefundenen Vater"«Inen»gefundenen Sohn" l. Sicher. 24. Drei Tage blieb ich zu Haus«. Badete in der Zärtlichkeit der Blicke und des Tonfall- meines Paters. War froh, daß ich ihn endlich so lieben durste. Jagte- jede Ueberlegung,-jede»- Grübeln von mir. Uyd es. war. gut so. Ich besqß eine neu« Wahrheit. Sie trug immer noch da» alte Wortkleid: Liebe. Aber sie gab sich ander«, rührt« an anderen Saiten iNvMjr, lockte andere« Fühlen, hervor, gab mir die Möglichkeit, mich in mir zu vergraben und doch verbunden zu sein mit-der Welt um mich, da über dieser Welt nicht» Verschwommen-Unfaßbare» stand, sondern«in Mensch, der mir alle Wärme vielfach, zurückgab. Vater war nicht der Führer— Liebe ist Selbstzweck, bedarf keiner Wege und, Fistle, alle» in ihr erwächst ohne Leitung. Aber mein. Freund wurde Vater, Freund,- also Partner, der' schönsten und. höchsten Gestaltung. der Liebe, wosie nicht» :mehr begehrt, al« sich geben zu können— seelisch vor allem, ohne Leid, ohne Eifersucht und au« allem schöpferisch-Freud« schöpfend.. Selbst Mütter gelangen nicht immer zu distser, erhabenen Lust,-, denn auch MUtter sind Frauen, Freundschaft' aber ist höchster Ausdruck männlicher Hingabe; Drei. Tage blieb ich. zu Hause, Fast jede freie Minute war Vater'niit mir. In diesen drei Tagen geschah in der Anstalt folgende»: Dem Direktor war es nicht gelungen, den «Bund"— wie er'sich ausgedrückt hatte—- zu „vernichten". Etz bestand jä auch gar kein„Bund" mehr. Er mußte jeden' einzelnen aufpirschen, und das war, da jeher deutlich erkannt, eine wie groß« Gefahr ihm drohte, so güt wie unmöglich. Vielleicht hatte außerdem jeder meister»Genoffen" gerade infolge de» Plötzlichen Zerfall» auf einmal tiefer als sonst empfunden, wie eng wir in Wirklichkeit zusmstmengehörten. Vielleicht hatte Nappaport durch dir Auflösung da» einzig Richtige getan. Und derjenige unter un», der in den' ersten Stunden, schwach und zum halben Verräter gewor- dm war, befand sich nicht mehr in der Stadt; er saß bei seiner Mutter im Dorf und wartete auf feine Versetzung in«Ine andere Anstalt.(Die Rappaports hielten übrigen» Wort und ließen ihn nicht fallen. Später— 1918— traf ihn eine türkische Kugel!)' Da der Direktor indessen voller Tatendrang war und voller Tatendrang blieb, versammelte er — wie ich jetzt sagen muß: ungeschickterweise— die Schüler der oberen Klassen in dem. großen TurstsaA, der auch al» Fest- und Tanzsaal biente« und hielt eine patriotische Red» ungefähr desselben»forstpoliiischen" Inhalts wie die, mit der er sich an mir versucht hatte. Und vorerst mit demselben Erfolg. Später—» da» muß zugegeben werben— gelang es ihm doch, in jeder Küsse einen»Vertrauensmann" oder wie wir sagten; einen„Spitzel" für seine Zwecke zu finden. Wir wußten nie 'genau, wer die arme» oder.erhärmlichen Butschen 'waren, die er für sich gewognen hatte und mit deren Hilfe er das allgemein, im Reiche zur Blüte gelangt« System de» verrat» auch in der Anstalt .aufbauen konnte. Wir vermuteten zwar, daß e» einig« OffiziccSsöhne waren, die ihm Judal- dienste leisteten, und auch der Sohn eines herrschaftlichen DienerS,ivon dem man sich erzählte. daß seine Mutter ihn eigentlich von ihreM' ehe-' maligen' Brotherrn, einem baltischen Baron,', empfangen hatte. Zu der Zeit aber, da die Saat! des Direktors Früchte zu tragen begann— etwa acht Monate nach den hier geschilderten Vorgän».! gen— waren Nappaport und seine Klaffenlamö> roden bereits Studenten und dem Zorn des Direkt tors nicht mehr erreichbar. Ich selbst wurde nach drei Tagen, die ich zu Hause verbracht hatte, durch den Besuch meines Klassenlehrer- beehrt, der- auf Befehl des Direktors kam, um sich nach den Gründen meines'Ausbleibens zu erkundigen. Mein Vater hatte eine län-' gere, angeregte Unterredung- Mit ihm,', und am folgenden Tage Nahm ich wieder am Unterricht' teil."'-''' »Ich werde mich um deine'Versetzung bst»' mühen", versprach mein Vater. Und da» gab mir ein Gefühl der Sicherheit, wie ich sie al» Schüler' bl» dahin Nicht gekannt hatte. Väter stand hinter mir: also konnte mir nicht« geschehen.'' Ich hatte Mich geirrt. Mein Vater auch. Dem Direktor gelang e«, uni beide zu täuschen.Erließ mich nämlich vollkommen in Ruhe und war.mir gegenüber, wenn er mich hie und da ansprechen mußt«, äußerst freundlich. »Du hast ihm eine schöne Angst einMägt"., sagte ich zum Vater.»Ich glaube, ich brauch'mich Sar nicht versetzen zu lassen, ich bleibe lieber untstr en alten Kameraden.".-..> Vater gab mir recht. Ich blieb in der Anstalt.. Aber elf Monate später ergriff der Direktor dl»' erst« beste Gelegenheit, die sich ihm Vot, und setzte «» durch, daß man mich ausschloß. Allerdings ohne »Wvlfskarte":■• Das geschah so;>Wlr bekämest einen, neuen- Zeichenlehrer, der Künstler war unh auch aUS uE Künstler' machen-—- oder wenigsten« künstlerische Fähigkeiten' in un« wecken— wollte. Eine» Tage», kam er in/den Zeichensaal und. erklärter r. i> «Ein jeder zeichne, was ihm gerade stistfässtj- irgend eine eigene Komposition.'! A-is .(Schluß folgte Seife 3 Sonntag, 28. März 1937 Rr.7S Zwischen Krieg und Frieden Gefahrenzone um die Achse Rom-Berlin Goebbels v. Papen . Sei der Verkündigung des OsterfriedenS wird mancher realpolitisch denkende Zeitgenosse erwogen haben, ob wir nun im fünften Jahre der Hit- lerherrschaft und des Durchbruchs einer»dynamischen" Politik in Europa dem Kriege gefährlich nahe oder ob wir bereits genügend gesichert sind, um dem Frieden trauen zu können. Gewiß spricht vieles dafür, daß die Gefahr einer Ueberraschung vermindert, die Garantien für den Frieden verstärkt sind und der Krieg auf jeden Fall zu einem Hasardspiel für den Angreifer gelvorden ist. Dennoch lasten auf der europäischen Menschheit drük- lend die keineswegs unberechtigten Sorgen um unsere nächste und fernere Zukunft. Denn man mutz wohl unterscheiden zwischen der Gefahr eines kriegerischen Zusammenstoßes, der sich in längerer Frist und aus langsam steigenden Kriegstendenzen ergeben und dem man auf lange Hand Vorbeugen Vorverfahren laut 8 18 der Vülkerbundssnhung bewilligt worden ist, verweigern oder nickst? Militärisch gesehen heißt daS: Kann Frankreich, wenn Deutschland einen Nachbarstaat im Osten überfällt, binnen Stunden Uber belgisches Gebiet hinweg gegen Aachen-Köln marschieren oder muß eS gegen die Hitler-Linie anrennen, um vielleicht erst nach zehn oder 14 Tagen die Erlaubnis zum Eingreisen über Belgien zu erhalten, in einem Zeitpunkt, da Göring-Blomberg an der Donau„fertig" sind und eine operative Reserve von 18 bis 20 Divisionen an den Nieder-Rhein Wersen können?! Auch von Dänemark will Berlin eine strikte Neutralitätserklärung erpreßen. Man lobt in jüngster Zeit im Dritten Reich in ausfälliger Weise den„Realpolitiker" Stauning, der die skandinavische Aufrüstung nicht mitmachen und es sich mit Deutschland nicht verderben wolle. Man tadelt sehr heftig S a n d l e r, der Schiveden und den ganzen Nordblock enge an das westeuropäische Mächtesystem anschliehen will. Dänemark ist lvegen seien, Krieg'zu führen, weil ihre Rohstoff-Bestände,. ihre Goldreserven, aber auch ihre rein militärischen Kräfte nicht ausreichen, einen Krieg gegen eine"Koalition der Westmächte und Rußlands durchzuhalten. Nachdem man lange Zeit die militärische Bereitschaft und die Rüstungen vor allem Deutschlands maßlos überschätzt hat, neigt man neuerdings dazu, den Kampfwert, den„Po- tentil de guerre" beider faschistischer Mächte sehr gering anzuschlagen. Wenn aber auch die faschistischen Mächte militärisch bei weitem schwächer sind, als sie vorgeben, wenn ihre Lenker sich auch der militärischen Unterlegenheit bewußt sind, so bedeutet das noch lange nicht, daß sie deshalb den Krieg nicht wagen werden.- Und warum weichen denn die Staatsmänner, die auf die eigene starke Rüstung pochen und die Schwäche der faschistischen Mächte betonen, vor deren Drohungen doch immer wieder zurück? Weil sie genau wissen, daß die Diktatoren Hasard spielen und den Sprung in den Abgrund mit der geringsten ErsolgS-Ehance doch noch der Abdankung vorziehen werden. Für einen langwierigen Krieg sind heute weder Deutschland noch Italien stark genug. Dawissen die Generalstäbe in Berlin und Rom wohl am besten. Spielt auch die Frage der Goldbestände heute nicht mehr die Rolle,, die liberale Finanztheoretiker ihr beimessen, so würde, sich doch nach dem ersten Vierteljahr KriegSsührung die R o h- st of s n ö t, die ungünstitze geographische Lage— die dem Gegner die Blockade^ epselchkert— der Mangel an ausgebildeten Reserve n bemerkbar machen,.selbst wenn man-sich militärisch halten könnte. Davon, daß man der feindlichen Koalition den Frieden diktiert, könnte auch in dem für Rom-Berlin günstigsten Fall nicht die Rede sein. Beide faschistischen Großmächte verfügen heute über gewaltige Stoß- Ärmeen, die bin- Jm technischen Material sind, wie Spanien bewiesen hat, Russen und Franzosen den Deutschen und Italienern überlegen. Das deutsche Flugwesen vor allem zeigt schwere Mängel. Die Qualität der Truppe ist bei Russen" und Franzosen der italienischen zweifelsfrei überlegen, wahrscheinlich aber auch besser als bei den Deutschen." Die letzten Ereignisse in Spanien beweisen doch, wie leicht die Truppen faschistischer Staaten zü demoralisieren sind. Man spricht heute meist davon, daß Deutschland drei Monate Krieg führen könne. Um s i e g e n zu können, um alle Vorteile für sich zu haben, dürfte Deutschland aber nicht länger als drei Wochen Krieg führen. Spätestens von der dritten Woche an arbeitet die Zeit unerbittlich gegen Deutschland(und Italien). Wohin zielt der Stoß? Schon diese Erwägungen sprechen dafür, daß Deutschland wedep den Krieg mit den Westmächten— dem es im Marokkostreit auch sofort ausgewichen ist— noch den großen Kreuzzug gegen Moskau wagen wird, solange sich noch ein anderer Ausweg findet. Dagegen läßt alles, was man über den deutschen Potentiell du guerre, über die Art der deutschen Rüstungen, Wer militärische Pläne und strategisch-politische Vorbereitungen erfährt, darauf schließen, daß man einen kriegerischen Vorstoß, sofern und sobald als er aus innerpolitischen Gründen unvermeidlich wird, im Donau raum wagen wird. Das Ziel wäre die unmittelbare Einverleibung Oesterreichs und vielleicht gewisser sudetenländischer Randgebiete in Hitlers Großpreuhen sowie die mittelbare Beherrschung des ganzen Donauraums, von Passau bis Jassy und Braila, durch die Ausrichtung deutscher Satrapien in Budapest,.Prag, Bukarest, durch wirtschaftliche, politische, militärische und vor allem„kulturelle" Bindung der Donaustaaten an Berlin. Erst von dieser Basis aus würde der neue Anlauf des großpreußischen Imperialismus beginnen, sei es gegen Polen und den Westen, sei es gegen die Sowjetunion. Militärisch und geopolitisch handelt es sich dabei, wie Oberst Moravee in seiner ost zitierten Broschüre über die strategische Bedeutung der TSR für den Westen dargelegt hat, um den Angriff auf das S p e r r f o r t Böhmen, auf die Zitadelle Mitteleuropa s. Der strategische Weg ist aber nicht ein direkter Angriff, sondern die operative Umgehung, der St o ß ,über Wien und das Marchfe-ld, der Mastgestartig mit-dem Stoß von Schlesien her zusammenwirken würde(„wie eine Nüß"! soll nach O. Strassers Zeugnis Göring erklärt haben, werde man die CSR' zerdrücken). Im Grunde hängt alles davon ab, ob der umfassende Angriff über Wien gelingt. Der deutsche Vorstoß in den Donauraum ist für Italien keineswegs erwünscht. Um so mehr ist anzunehmen, daß Deutschland ihn versuchen wirt, solange Italien in einer Zwangslage und auf das Bündnis mit Berlin angewiesen ist. Man weiß in Berlin nur"zü gut, daß. der' italienisch-englische Gegensatz nicht nur Mussolini in Mitteleuropa lähmt, sondern auch die Briten doppeü vorsichtig und unter Umständen zu einem Ausgleich mit Berlin geneigt macht. Wer die deutsche Diplomatie in den letzten Wochen aufmerksam verfolgt, wird unschwer ihre Absichten und den gar nicht zu verdeckenden Zusammenhang dieser Absichten-mit den Kriegsplänen im Donauraum errechnen können. Um den Vorstoß im Südosten mit größter Wucht führen zu können"(Straffer nimmt an, daß mindestens zwei Fünftel des Heeres dafür verwendet würden, es könnten aber unseres Erachtens für den ersten Schlag auch mehr, also an 40 Divisionen mit allen Panzer», Kavallerie» und motorisierten Verbänden und dem größten Teil der Bom- berflotte sein), braucht Deutschland'eine entsprechende Deckung im. Westen. Die„Hitler- Linie", die wesentlich schwächer als die Magi- not-Linie sein soll, wird mit einer Besatzung von anfangs 24, dann von 80 bis 86' Divisionen und Landsturm-(SA-) Verbänden die französische Armee wohl einige Wochen aufhalten. Was Hitler aber fürchtet, ist die Umfassung her Festungslinie vom Süden her, über die Schweiz, oder von Nordwesten, über Belgien. Eine Festungslinie von Konstanz.bis Aachen oder gar bis. Wesel und Emden würde' aber zuviel Besatzung- verschlingen, ihr Bau auch.mehr Zeit kosten,.als man zur Verfügung hät. So versucht die deutsche Diplomatie, indem sie^ alle, ihre Hilfsmittel einseht: Einschüchterung, Propaganda,!politische Agitation-im Rücken, des Partners, handelspolitische Lockungen"und vor allem"."auch.Schwüre, Friedensversprechungen, Garantien aller Art! die beiden-Ecktürme,. die F l.ü g e l«F o r t S der Rhein-Mosel- L^i n i e.ehen die Schwei zu» d B e l g i e n zu neutralisieren. Man verspricht"beiden-Ländern, Nachdem" man sie entsprechend, eingeschüchtert hat, dah man ihr« Grenzen respektieren wolle, wenn sie'ihrerseits.streng" neutral bleiben. Darum geht ja gegenwärtig der Kayipf, der in London auSge- tragen wird. Soll. Belgien, um Deutschlands Garantie zu erhalten, auf jeden Sonderpakt mit den Westmächien verzichten, also jeden,Durchmarsch sranko-britischer Truppen, der-nicht nach langem seiner Viehbestände, seines Weidelandes, wegen der Riegelsteliung am Skagerrak und am Sund und weil es einer englischen Armee und Luftflotte als Basis dienen könnte, für Berlin sehr wichtig. Man möchte es gern auf unbedingte Neutralität festlegen, um es im Kriegsfall eventuell„schützen", das heißt das schlecht gerüstete kleine Land durch ein deutsches Streiflommando" und deutsche Schiffe in Besitz nehmen zu können. Dir»Blitzkrieg« Alle diese diplomatischen Manöver bestätigen, daß die Preußen imSLdostenlosge- h e n wollen und daß sie eine gefährliche Eile in diesem Bemühen zeigen. Zu solcher Eile treiben sie nicht nur die englische Ausrüstung, nicht nur die eigenen innerpolitische» Schwierigkeiten(Lebensmittelkrise, die im Juli drohtl), sondern auch die tschechoslowakischen Rüstungen und der mögliche Ausbau des donaustaatlichen Sicherheitssystems. Die gefährlichste Waffe, über die Berlin verfügt, ist nicht seine Armee, so grausige Ueberraschungen der Gewaltstoß nach Südosten auch bringen mag, die gefährlichste Waffe ist das Moment dervölligenlleberrunipe- l u n g, daS sich zum einseitigen Vorteil des" Angreifers auswirken muß. Wenn Deutschland Krieg führt, dann wird es nur einen Blitzkrieg führest, also ohne jede Warnung, ohne vöraNgegangelie». diplomatischen Kostflikt, sondern mit dem selbstge- schaffenen KriegSanlaß" eines" außestpölitischen „Reichstagsbrandes" über die Nachbarstaaten herfallen. Die Skrupellosigkeit des Faschismus, die Tatsache, daß der Hasardeur, der Angreifer, das Gesetz des Handelns diktiert und darum. einen Vorsprung, sei es auch nur von Stunden, vor dem Angegriffenen haben wird, geben dem Blitzkrieg gewisse Chancen. Dennoch könnte man bei entsprechender politischer und militärischer Vorsicht auch diesen Stoß ausfangen, tvenn man der Haltung. Oesterreichs sicher wäre, wenn der preußische Stoß zwischen"Passau und Wien auf Widerstand tres-» fen würde. Das machtpolitische Baku u m, das O e st e r r e i ch noch immer darstellt, die formelle Zugehörigkeit Oesterreichs zu dem' Block um die Achse'Rom—Berlin, ist das bedenklichste Element im mitteleuropäi». schen Spiel, es ist. neben der Chance der Ueber-" runipelung 1 gutgläubiger Gegner der größte .Trumpf in Görings Hasardspiel. Die Zugehörig». kett Oesterreichs zum europäischen Sicherheitssystem, die Einbeziehung Oesterreichs in den Block, der um die Achse London—Paris—Prag gruppiert ist, würde mit einem Schlag die ganze Situation in Donau-Europa ändern' und' dem' Blitzkrieg drei Viertel seiner Schrecke» nehmen. 1 Die politische Offensive So gefährlich nahe manchmal der Krieg" scheint, so bleibt er natürlich auch für die Hasar-- deure von Berlin und München nUr die letzte". Karte.'Kann man ohne diesen letzten Einsatz, mit- einem Taschenspielertrick die.Bank sprengen, so' wird Man nicht zum Krieg- greifen. Solcher- ^f.riedl ich en. Lösung""dient die politische -Offensive des Nazismus im Donauraum. Wir!' Graf Ciano, Schwiegersohn Mussolinis und Außenminister kann, und zwischen jenen Gefahren einer U e" b e r-r a.s ch u n g von heute auf morgen, die unmittelbar aktuell sind. Wollen die Faschismen den Krieg? Immer wieder fragen sich die europäischen Staatsmänner, ob die Gefahr so dringend sei, ob dieLenker der dynamischen, der faschistischen Staa» test den Krieq-aufj jeden Fall unh.-um jeden Preis wollen, oder ok^sie und-unter welchen Umständen- sie an der"Organisierung des Friedens rellstehmen Würden. Es liegt im Wesen des Faschismus,, daß- er zum Problem Krieg oder Frieden anders-steht als die Demokratien oder konservativen Rechtsstaaten. Seine Ideologie ist auf die Gewalt als das einzige Ordnungsprinzip der Gesellschaft, auf Heroismus und Sterben als höchste Werte, auf Eroberung und Unterjochung fremder Gebiete ustd Völler als einzigen Beweis der nationalen Bewährung gerichtet. Er ist innerpolitisch und'international überall aufs engste mit der Rüstungsindustrie versippt und er lebt davon, daß er die natiönalistischenLeidenschaften aufstachelt und aufpeitscht. DaS eben sst seine„Dynamik", sein De» wegunaSgeseh: er kann nicht stehen bkeiben, er muß sich in den Zielen und in den Mitteln von : Meilenstein zu Meilenstein seines Weges überbieten, übersteigern, überschreien. So wird er I immer wieder kriegerische Lösungen mindestens als Drohung und Repressalie in den Bereich seiner Pdlitik-ziehen und Frieden halten.kann und wird er nur, solange ihm der Frieden durch Zugeständnisse abgekauft-wird und er selbst sich mit-„fried- lichen", das heißt durch Erpressung erzielten, Tr- folgen be- den eigenen Anhängern ausweisen und loskaufen kann. Daher die d a u e r n d. e S u ch e nach Ventilen. . Selbstverständlich entsteht aus dieser Politik eine gewisse Zwangsläufigkeit und gerade, der wachsende Widerstand und die militärische Erstarkung der Gegenspieler des Dynamismus verschärfen die Kriegsgefahr, weil sie dem Faschismus die. Möglichkeit beschränken, friedliche Erfolge durch Roße Erpressung einzubringen, weil sie ihn in die SaHgaffe treiben, in der er kapitulieren oder— was. seiner Denk- und Gefühlsart mehr entsprechen" wird— sich zum Kampf stellen muß.*); • Das militärische Kräfteverhältnis Man kann oft hören, daß weder Deutsch» land noch Italien, noch beide gemeinsam, imstande *)"Jn sehr eindringlicher.und'überzeugender Weise sind die,!aus innerer Gesetzmäßigkeit: und zwangsläufig zum! Krieg, drängenden Tendenzen des Nazismus IN der Schrift O t to Straf se r s ,W o h t'n treibt Hitler?". Verlag Heinrich Grunov, Prag I.) dargestellt und analysiert. Straffer zeigt- insbesondere, daß" Hitler! Verrat an seinen, eigenen Anhängern,»der seit! dem 80! Juni 1984" nowrisch ist, daß der Bruch aller Versprechungen, die Kapitulation vor dem Kapitalismus, und der Verzicht auf sozialrevolutionäre Lösungen im Innern ihm nur den Weg außenpolitischer Expansion kaffen. Rud wenn man ihm friedlich diese Expansion gestattet. widd.er".auf den Krieg verzichten. Andernfalls wird er Krieg führen,«eil et am Ende Krieg sich« pmwuß. «im Tagen," vielleicht binnen Stunden ast. irgendeiner Grenze offensiv auftreten können. Nur Ruh- land hat eiste größere Armee unter den"Waffen," wird, qber siwiel Wochen..zu- ihrem Aufmarsch brauche»' wie Deutschland' oder.Italien Tage be- nötigen. Man kann.mit"dem Auftreten von! 72 bis 84 deutschen, und rund 4Ü italienischen Divisionen sogleich bei! Kriegsausbruch rechnest. Ihnen stünde züstächst wohl ejne'"Minderzahl gegenüber.. Schon vom zehnten Kampftage an" würde sich aber das BerhältniS auSgleichen und in der. sechsten Kriegswoche könnten wohl, nicht""gerechnet englische Streitkräfte,.mehr als 200 fcästzösisch-tschechoslo- wakisch-russische Divisionen gegen höchsteNS ISO deutsche und italienische eingesetzt werden. Denn istsbesondete. Deutschland", verfügt- noch lange nicht Uber genügend" ausgebildete" Reserven, um" neben der mächtigen" Stoßarmee. Ersatzkaders" für mehr als 24 bis 80 Divisionen zu schassen. Sekte 4 Sonntag, 28. Mr» 1087 Nr..75 sahen sie vor wenigen Wochen an vielen Punkten zugleich einsetzen: der Putsch der ungarischen Pfeilkreuzler, durch den Zugriff Tibor EckardtS, Dadänyis und des Generals Roeder sm letzten Augenblick aufgefangen, die Terroraktionen der Eisernen Garde in Rumänien, die Nazi-Verschwörung in der Technischen Union" in Jugoslawien, die Offensive des österreichischen Nazismus am Tage des Neurath-BesucheS und endlich die verschärfte Taktik der SdP und" Henleins^Kriegserklärung" an die Republik In Aussig— das sind nicht zufällig zeitlich zusammenfallende Ereignisse, sondern selbstverständlich organisch verbunden-, politische Aktionen. Auch sie mögen ihre Bedeutung für den Ernstfall haben, vor allem dienen sie aber der»friedlichen" Verwirklichung grosspreussischer Ziel«. Gelänge es, in Ungarn ein Naziregime zu installieren, da» nur noch eine Statthalterschaft Berlins ist, so fiele Oesterreich als reife Frucht den Nationalbetonten und schliesslich Hitler selbst in" den Schoss. Hat man Budapest und Wien, so kann.man den Druck auf Prag verdreifachen, Pa- penS Jagdbesuche In der Slowakei zu regelmästi- gen Wochenend-Vergnügungen, die Fahrten gewisser tschechischer Politiker nach Berlin ebenfalls zu" alltäglichen touristischen Ereignissen machen. Dann kann man auf Bukarest noch ganz ander» lvirken als bisher, dann ist die Ausdehnung des preussischen Machtbereichs bis zum Schwarzen Meer nur eine Frage der Zeit und die Tschechoslowakei würde vollends zur»Insel" im deutschen Landmeer. Die politische Offensive, die von der Achse Rom—Berlin her betrieben wird, ist in Ungarn und Oesterreich zunächst gescheitert. Sie hat einen um so überraschenderen ErfolginBelgrad gezeitigt.Es tväre kindisch und gefährlichste Bogel« Strauss-Politik, wollte man^di«. Niederlage beschönigen, die Europa eben in Belgrad erlitten, den Erfolg verkleinern, den Mussolini errungen hflt. Mit Beschwichtigung»- oder Freundschaftsphrasen kommt man nicht über die Tatsache hinweg, daß Belgrad im Augenblick an die Achse R o m—B erlin angeschloffen ist und fürs erste in jenem KonfliktSsall, der für Europa und vor allem für uns der augenblicklich aktuellste und gefährlichst« ist, abseits stehen wird. Italien Im Donauraum Was einzig und allein dem Belgrader Pakt etwas von der gefährlichen Brisanz nimmt, ist nur die Tatsache, dass Jugoslawien sich enger an Rom.als anBerlin anlehnt, während bisher da» Umgekehrte zu befürchten war. Und Rom selbst hat ein gewisses Interesse daran, dass Hitlers grosses Imperium im Donauraum nicht zu- standelomme. Italien ist augenblicklich im Mittelmeer festgerannt. Die Niederlage in Spanien stellt Mussolini vor Entscheidungen, die. schwieriger'find, als die voä lÜ35>. Denn damals war Engkäpd" sticht genügend"gerüstet und in Paris regiert« Laval. Mussolini weih, dass heute nur«ine» die Briten und Franzosen davon abhalten kann, mit ihm Fraktur zu sprechen: der ängstliche Blick nach Berlin. Nicht als ob man den Angriff Hitlers auf Frankreich und England fürchten müsste. Aber Ivenn die britischen und di« gallischen Kanonen im Mittelmeer zu sprechen beginnen, marschiert Hitler nach Wien, Ofen und Bukarest, ohne dass der Westen dieses Fait acconipli verhindern könnte. Um es aber rückgängig zu machen, müsste man dann einen jahrelangen Krieg führen. Diese Lag« nützt Mussolini auS. Indem er zugleich an allen Enden Minen gegen England auffliegen lässt, die arabischen Staaten umbuhlt, Jugoslawien an sich zieht, Pnntellcria zur Sperre zwischen Ost- und Westbecken des Mittelmeeres ausbaut, hofft er endlich zu einem Abkommen zu gelangen, das ihm Besitz und Auswertung Abessiniens garantiert. Der verzweifelte Kampf um seine Mittel- mcerposition zwingt Italien- im Donauraum vor Hitler zuriickzuweichcn, ja die Grundthesen der Hitlerschen Donaupolitik, etwa die Ablehnung der Habsburger-Restauration, zu übernehmen. Für den äussersten Fall aber braucht Italien Reserven gegen den deutschen Druck. I« schwächer es in Ofen und Wie» wird, desto dringender wurde eS für Italien, in Belgrad, Ankara und Athen Posten zu fassen. Von dem Ausgang des Zweifrontenkriegs, den Italien heute führt, des Kampfe» um das Mittelmeer und um den Donaurauni, hängt für die lvcitere Entwicklung in Mitteleuropa und auf der Achse Rom—Berlin viel ab. Wie sichern wir den Frieden? Wenn wir die Gefahren aufzeigen, die dem Frieden drohen und die besonders in nächster Zeit und unmittelbar eine Bedrohung des mitteleuropäischen Friedens darstellen, so wollen wir doch die Kräfte und Möglichkeiten der Friedensfront nicht unterschätzen. . DaS E r st ar k e n der westeuropäischen Demokratien durch die Betvährung des Regimes Blum in Frankreich, die Aufrüstung und politische Aktivität GrossbritannienS, den Sieg Roosevelts und die Annäherung Amerikas an Pari» und London, ist eine» der zukunftsträchtigsten Elemente deS europäischen Friedens. Der Aufstieg der Arbeiterbewegung"im Norden und Westen, der sich nun auch bei ün» fühlbar macht, schafft gesunde Fundamente einer soliden Friedenspolitik.' Die militärischen und moralischen Nieder- kagen der Faschismus in Spanien können weittragende, heute noch nicht abzusehende Folgen haben. Die inneren Spannungen ist den faschistischen Staaten drängen sswar die Diktatoren fudctendeu£eitspic$et Vereinigung von Ätus und Aruk zur„Arbelter-Turn*, Sport* und Kulturunlon" beschlossen Teplitz- Schönau. In den festlich geschmückten Reptun-Sälen wurde SamStag vormittags der. siebente ordentliche. Bundestag deS »Arbeiter-Rad- und KrastfahrrrlundeS" eröffnet. Der BundcSobmann F c i st a u e r, der de» verstorbenen«inen Nachruf hieU und folgende Gäste begritssen kennt«: Senator Dr. Heller(Deut, sch« sozialdemokratische Arbeiterpartei), Äimek (DTJ), Ämtd(Sva» rtzklistü), Hritzer (AtuS), Pankrar(Genossenschaften), Verner(JMB), Peter Schmidt(Union der Textilarbeiter), Zelen ka,(Sänger), Kern(S. I.), Konhäuser(Naturfreunde), Löwit (Kinderfreunde), Münzberg(Verland deutscher Berusökraftfahrer). Vertreten ist ferner der Bund proletarischer Freidenker. Da» Gesundheitsministerium wurde durch Rat Padtra und Sanitätsrat Dr. Gottlieb vertreten. Bu Beginn trug die Jugend de» Aruk, des AtuS und der RW eisten Fanfarenchor vor, dann sprach Traudl Gautsch einen Prolog.. Zu Vorsitzenden wurden gewählt; Franz Löwe, Teplitz-Schönau, F e i st a u« r, Karbih, Müller, Tetschen.— Gesundheitsminister Dr. Czech hatte ein Begrühungstelegramm geschickt. Begrüssungsschreiben lagen weiter vor von den sozialdemokratischen Lehrern, der SASJ, der »Solidarität", Schweiz, vom Bürgermeisteramt Aussig und vom Svaz ciklistü in Pilsen. Für die Partei und die anderen sozialistischen Organisationen wurde der Bundestag von Dr. Heller begrüsst. Dr. Heller würdigte die ausserordentliche wichtige Stellung de» Bunde» im Rahmen der Gefamtbswegung; es ist wichtig, dass der Bund als Kampfinstrument der Demokratie geführt wird. Die Bedrohung durch den Faschismus ist ernst, wir müssen sie abwehren, auf dass unser Land eine Heimstätte der Freiheit und der Humanität bleibe. Für den AtuS sprach H e I tz e r, der den geplanten Schritt zur Vereinigung der beiden Organisationen als einen Schritt zur Massenorganisation begrüsst«. Für die tschechischen Verbände sprachen SImek und S m i d. Die Berichte wurden durch die Darlegungen de» Bundesobmannes F e I st a u e r«Ingcleitet. Er wies darauf hin, dass der Bund unter der Wirtschaftskrise einigermassen gelitten habe, dass aber in. den letzten Monaten«ine fühlbare Bes-, serung«ingetretcn ist. Der" BundeSvsrstastd'-hÄ die Haftpflichtprämien für die Mitglieder senken' können, auch bei den anderen Versicherungeu kann-, ten Vorteile erzielt werden. Die Unterstützungsleistungen des Verbandes sind gestiegen. In der letzten Zeit beschäftigte sich der Bundesvorstand mit dem Zusammenschluss.— Den technischen Bericht erstattete Otto Neumann, der die guten sportlichen Leistungen deS Bundes und den Erkolg des Karlsbader BundcSfesteS würdigte. Der Bund hat In der Berichtszeit viel für die Schulung der Mitglieder und Funktionäre getan.— Für die Kontrolle berichtete Ludwig Storch, für das Schiedsgericht Heinrich K r« m s e r, für das Fahr« radhaus Gustav Hart.— Alle Berichte zeigen eine gute Entwicklung des Bundes. In der Debatte sprachen Ritter Karl, Sodau, Stanovsky, Troppau, Rambaust«, Braunau. DaS Schlusswort hielt W. K. Haufe.— Die von der Kontrolle beantragte Entlastung der Bundesvorstandes wurde einstimmig ausgesprochen. Nachmittags erstattete W. K. Haufe das Referat über den Zusammenschluß de» Atu» mit dem Aruk zur »Arbeiter-Turn-, Sport- und Kulturunion". Dieser Zusammenschluss erfolge aus Zweckmässigkeitsgründen. Die Vorverhandlungen dauern schon seit 1926. Die»Union" werde.zunächst nur zwei Mitglieder haben, nämlich den AtuS und den Aruk, Später würden jedoch auch unmittel- bare»UnionS"-Verein« gegründet. Nach dem Bericht HaufeS stellt die»Union" nicht eine volle Verschmelzung der.beiden Verbände dar, sondern" eine organisatorische Beiordnung, die ein« wirtschaftlichere Verwaltung möglich machen wird. zu Abenteuern, aber sie mindern auch den Poten- tiel de guerre der dynamischen Mächte. Die I nie re s sen g e g e ns ätze zwischen Deutschland und Italien" drohen über kurz oder lang zum Brüch der Achs« Rom—Berlin zu führen und versprechen somit, ein dem Frieden förderliches Element zu werden. Schon heute vollziehen sich t m D o n a u» raum Wandlungen, au» denen ganz»tue, die Friedensfront stärkende Gruppierungen erwachsen können. Hier liegt auch derEin s a tz« punkt f ü r e i n e unm i tt«lba r e Initiative. Eine mitteleuropäische"Friedens«, Politik, die Kriegsgefahr und Frieden»-Chance kühl gegeneinander abwägt, könnte hier die Lösung finden, die im Augenblick die sicherste Gewähr, gegen klebe rraschungen und auf,saNge Sicht die Vernichtüng grosspreuhischer Machiträume wäre: die Organisierung«Iner tvlrtschäftllch üstd Politisch starken- der europäischen Friedensfront, eingegsie- derten Donau-Entente. E. F. Atu» und Aruk werden Untergliederungen der »Union" sein und eine gemeinsame Bundesfüh- rung haben. Di«»Union" wird einheitlich« Beiträge haben. Die Bundeszeitung wird gemeinsam sein,"monatlich erscheinen und zwölf Seiten Umfang haben. ES wird eine Funktionärzeitung und ein Technikerblait auSgcgeben werden. Für die § Kinder wird die Zeitschrift„Ringelreihen" für beide Bestbände herauSgegeben werden. Durch den Zusammenschluss werden 899 Orte für die beider-" fettigen Aufgaben neu erschlossen: wo ein Aruk- Bereln besteht, übernimmt ec die Funktion deS Unionsvereins, sofern kein AtuSverein besteht; wo«S einen Atus-Berein über leinen des Aruk gibt, übernimmt der Atus-Berein die„UnionS"- Funktion. Der neue Verband wird bei der Wehrerziehung".Mitwirken müssen. Die Sportorgani- fatwn will einer der Auffang-Kader der Partei fein. Die neue Organisation wird ihre" Aufgaben noch besser erfüllen können, al» die beiden einzelnen Verbände.(Beifall.) Für die Antragsprüfungskommission berichtet P o s s e l t: e» sei der Nam«»Astbeiter-Turn», Sport« und K u l t ur union" für die neue Organisation zu wählen, der in dem VcreinigungSan- trag der Arbeitsgemeinschaft enthalten ist. Der Redner erläutert die einzelnen organisatorischen Anträge, Otto Neumann die technischen Anträge.— Die Anträge werden nach der Debatte im Sinne der Berichte angenommen. In der Debatte spricht Bahr(6. Kreis, Mahren) gegen den Zusammenschluss mit den: Atu», der Bundesvor- stand habe von den Vollmachten für die Vereint« gungsvcrhandlungen zu weitgehenden Gebrauch gemacht, der 6. Kreis verlange«Ine Urabstimmung. Auch Guftav Hart sicht betriebene Kolonisationsarbeit auch zur Gründung Landskron» geführt zu haben. Wahrscheinlich hat der Städte- und Dörfererbauer König Ottokar II„ der das Besihrecht über das ganze Gebiet ausübte, die Gründung LandS- kronS und vieler anderer Gemeindewesen selbst veranlasst. Einen sicheren Anhaltspunkt dafür gibt eine Urkunde der Stadt Politschka au» dem Jahre 1265, in der es heisst, dass Ottokar, von Gnaden Gotte» König von Böhmen Usw., den Konrad von Lcwendorf damit betraut, die Besiedelung und Bebauung von Politschka mit allen Wäldern, Jagd, Wiesen, Weiden, Flüssen und Wasserkräften durchzuführen und daS Land fruchtbar zu machen. Die Geschichte Auf ähnliche Weise ist sicher auch LaudS- kron entstanden. Aus erhaltenen, späteren Ur- limidcn geht hervor, dass Landskron, wie viele andere Herrschaften, einem steten Besitzwechsel unterworfen war. Die Herren verhandelten und verschacherten Land und Menschen wie ihr persönliches Eigentum. Wenzel II. beschenkte 1285 seinen Schwiegervater, Zawisch von Falkenstein, mit der Herrschaft Landskron. Bier Jahre später liess er seinen Schwiegervater hinrichten. Die Herrschaft Landskron kam an daS Kloster Königsaal bei Prag und wurde in späteren Jahrhunderten an die Bischöfe von Lcuiomischel, an die Herren Hrzan von Harasalva, Kosta von Postupih und schliesslich an die Fürsten von und zu Liechtenstein von Nikolsburg verschachert. Eine Chronik auS dem Jahre 1785 berichtet, dass die Herrschaft je zur Hälfte auS deutschen und böhmischen Dörfern bestand, dass die Stadt 581 Häuser zählte und dass vor 90 Jahren hier die böhmische Sprache vorherrschte. Jntereffauterweise bezeichnet diese Chronik eine ganze Anzahl von Gemeindest der näheren und weiteren Umgebung LandS- kronS mit heute deutschen Namen als böhmische Dörfer, andere mit böhmischen Namen als deutsche Dörfer. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich Landskron nur langsam. Jagd, Wiesen und Ackerbau, Flachsanbau und Verarbeitung, Fischerei, Weberei gaben den Menschen das Brot. Der Handwerkerstand entwickelte sich frühzeitig. DaS Zunftwesen der Schneider, Schlosser, Kürschner, Schuster blühte. Woll-, Garn-, Roh-, Vieh» und Wochenmärkte gaben dem Gemeinwesen dar wirtschaftliche Gepräge. Die Bauern waren unfrei, waren Sklaven. Sie durften ohne Erlaubnis des Herrn weder daS Herrschaftsgebiet verlassen, noch heiraten. Bei jeder Kleinigkeit, die sie sich zuschulden kommen liessen, wurden sie Hart bestraft. 1684 noch blühte da» Henkers- Handwerk. Den große Sohn einer kleinen Stadt Unweit vom Volkshaus ist Landskron steht in einem Wiesenrundteil ein einfacher Gedenkstein. Er ist gesetzt worden zur Erinnerung an einen grossen Sohn der Stadt, von dem allerdings niemand mit Bestimmtheit mehr behaupten kann, ob er in Landskron oder in der Nachbargemeinde i heraus verhindert haben. Die kleinen Webereibesitzer blieben aus Egoismus am alten Zopf hängen. Das Maschinenzeitalter blieb ihnen unbekannt und wohl auch vielen Arbeitern, die Sommers über auf ihren Feldern werkten, Winters über sich an den Webstuhl setzten und sich mit Butter und Eiern die Stelle bei ihren Herren zu erhalten versuchten. Noch' in den Neunzigerjahren des vorigen Jahrhunderts, da anderwärts die Maschine ihren SicgeSzug bereit» angetreten hatte, mussten die LandSkroner Weber di« Pe- Ein Flügel des Schlosses Liechtenstein In Landskron (Hier ist das Städtische Museum untergebracht Nieder-JohnSdorf um 1820 herum geboren wurde. Dieser Bauernsohn brachte«S dank seiner Weisheit und Tatkraft zu einem grossen Manne, ter seinerzeit sogar ein wenig Geschichte gemacht hat. Er wurde Erzbischof von Magdeburg und Kanzler Karls IV. Schliesslich kam er mit dem Papst in Konflikt, wurde Bischof des reichen Bistums Olmütz und schliesslich in Acht und Bann geworfen. In dem Augustinerkloster, da» er seiner Heimatstadt Landskron gestiftet hatte, starb er als Geächteter. Diesem grossen Sohne der kleinen Stadt, Peter Wur st, ist der schlichte Gedenkstein gewidmet, der unterhalb der Bolkshauses in Landskron vor wenigen Jahren gesetzt und eiilgetveiht wurde. Verpaßter Anschluß* an das Industriezentrum Wer heute mach Landskron kommt, wundert sich gewiss nicht wenig, dass dieses Städtchen, da» seiner Vergangenheit und zum Teil auch seiner ganzen Anlage nach sehr gut eine Industriestadt sein könnte, lediglich durch einen mangelhaften Pendelverkehr an die grosse Eisenbahnlinie angeschloffen ist. DaS ist um so mehr verwunderlich, als ja die Weberei hier Urboden hat und Landskron daher sehr wohl eine Textilstadt von grösserer Bedeutung sein könnte. Diese verpasste Ge- troleumlampe und das Oel aus eigenen Mitteln in die Betriebe mitbringen. Der wirtschaftliche Aufschwung durch Nutzbarmachung der maschinellen Produktionsweise blieb infolge des Krämergeistes in Landskron aus. Im althergebrachten Faktoreiwesen blieben die kleinen Weberbetriebe stecken, bis sie daran erstickten, trotz der alten und der neuerbauten Webschule.' Diesem Rückschrittlertum, das befürchtete, die billige menschliche Arbeitskraft, die sich so willig und ungehemmt auSbeuten lieh, zu verlieren, ist es auch zuzurechnen, dass es 1885 nur zur Verwirklichung des mangelhaften Projekte» de», heutigen primitiven EisenbahuanschluffeS kam. Heut« ist die Tabakfabrik, die«inst hier errichtet wurde, einer der wenigen Betriebe, der noch" gut beschäftigt ist. Die Tabakfabrik ist sozusagen der wirt- schaftliche Lebensnerv der LandSkroner Bevölkerung, nachdem auch die Goldwarenerzeugung, die hier einmal eine Blütestätte hatte, zurückgegangen ist. Die Bürger und Aeschästsseute klagen allerdings, dass der Pensionisten der Tabakfckbrik immer weniger werden. Und irrtümlich machen sie die Gegenwart dafür verantwortlich, ohne daran zu denken, dass e» die Sünden der Grossväter sind, an denen hier all« wirtschaftlich leiden. Denn diese haben den Anschluss an den Aufschwung des Industriellen Wirtschaftsleben» verpasst. Schildbürger anno Tobak Bor 46 Jahren, als die Ideen Bittot Adler» schon den Arbeitern..des LandSkroner Gebietes bekannt waven, geschah in Landskron folgendes Schildbürgerstückchen: Im Fahre 1891 verbreitete sich das Gerücht, die Arbeiter von Böhmisch-Trübau würden am 1. Mai nach Landskron kommen und blutige Abrechnung halten. Die Ortsgewaltigen fielen denn auch prompt auf diese Ente hinein. Sie riefen alle Bürger und Mitglieder der nationalen Vereine zusammen, bewaffneten die Männer mit alten Gewehren und verrosteten Säbeln und, well diese vorsintflutlichen Mordwerkzeuge noch keine sicher« Garantie für die Niederschlagung der verdammten Roten waren, wurde der Rat de» damaligen k. u..k. BezirkShauptmanneS befolgt und derbe Holzknüppel aus dem Walde geholt und im Rathause aufgestapelt.'Die so ausgerüstete Schildbürgergarde'patrouillierte Tag und Nacht, besoff sich gebührend mit Bier und Branntwein, dieweil sich die Arbeiter über die prächttg gelungene NaS- sührung tNS«äustchen lachten. ES hätte, wäre von der Arbeiterschaft wirllich etwas geplant gewesen, sich nur eine Handvoll diesen branntweinschwangeren Schildbürgern entgegenzustellcu brauchen und die wären samt ihren verrosteten Gewehren, Säbeln und frischgrünen Holzknüppeln gelaufen wie die Hasen. Und heute? Aus den Arbeiterbildungsvereinen entstand die Partei, die sich in harten Wahl--und Wirt- fchastskämpfen mit dem politischen Gegner herumgeschlagen hat. Und es sind heute die Nachkommen jener Schildbürger von anno 1891, die sich in der Volksgemeinschaft des Konrad Henlein zufammengesunden haben, die wie damals Gift und Galle gegen die Sozialdemokratie spucken. Doch wenn di« völkische Bewegung von heute, als eingedorrte Sumpfpflanze längst schon in die Geschichte eingegangen sein wird, so wird doch stehen, leben und wirken dieSozialdemokratiel Haussuchung bei französischen Rechtsverblinden Paris. Auf Anordnung des Untersuchungsrichter» hat die Polizei Freitag abends eine Haussuchung in den Klubrmunen des Komitees der Antisowjet-Vereintgung und der französischen Bolkspartei(Doriot) vorgenommen und dabei verschiedene Dokumente beschlagnahmt, die dem Untersuchungsrichter übergeben wurden. Die Hausdurchsuchung geht auf den Verdacht zurück, dass in dem Anttsowjet-Komitee die Mitglieder der ausgelassenen Francisten-Liga organisiert und dass seine Mitglieder ebenfalls zahlreich« Aichänger der Bolkspartei stüd." Rom-Reise Schuschniggs in einer Woche Pari». Das Havas-Büro meldet auS Rom, dass die Reife des österreichischen Bundeskanzlers Dr. Schuschnigg nach Rom auf Ende Nächster Woche verschoben wurde. Schuschnigg trifft in Rom Samstag, den 8. April,«in. Während seine» Aufenthalte» in Rom will«r auch dem Papst und dem.Staatssekretär Kardinal Pacclli Besuche abstatten. »le„Anlerstehcrgnde“ in London Von Andri Sa vignon Entsetzt fuhren Mr. und Mrs. Mathison ans dem Schlafe auf. Ein Stimmengewirr wie von einem heftigen Streit drang an ihre Ohren. Dann folgte ein langgezogenes, klägliches Stöhnen. Sie standen auf, sahen zum Fenster hinaus, aber draussen war alles still und leer. Der Lärm musste also von unten gekommen sein. Sie bliesen ihre Kerze aus und schlichen hinunter. Die Mathisons waren arme Leute, die, auf einer Ucbersiedlung von Bath nach Ipswich begriffen, zwei Tage in London auöruhen wollten. Sic hatten in Bloomöbury ein bescheidenes Zimmer bei einem gewissen Holmes gemietet. Diesen fanden sie jetzt im Erdgeschoss, mit zwei Gefährten Williams und Esther Donaldson vollkommen betrunken vor. Mathison beschwerte sich ziemlich schüchtern über den nächtlichen Lärm. Mer Holmes zuckte die Achseln, nahm zwei Flaschen unter die Arme und torkelte mit seinen Trinkkumpanen auf die Strasse hinaus. Mathison und seine Frau blieben allein zurück. Sie sahen sich in dem verwüsteten Ramn um und bemerkten auf einem Strohlager in der Ecke notdürftig verhüllt, den Leichnam einer jungen Frau, der aber keinerlei Verletzungen oder Spuren von Misshandlungen aufzuweisen schien. Von wahnsinnigem Schrecken erfasst, flüchteten die Mathison» in ihr Zimmer, packten ihre Habseligkeiten und verliessen das Haus. Sie waren, wie gesagt, fremd in London und irrieN in der Dunkelheit in dem Labyrinth der Gäschen von BloomÄiury umher. Endlich konnte die Frau nicht mehr weiter. Ermattet fetzten.sie’ sich in einem Torbogen nieder. Sie fürchteten, Holme» würde sie verfolgen und umbringen, um die unerwünschten Zeugen seines Verbrechens foSzu- werben. Tv» Rollen eines Wagens schreckte sie auf. Zwei Schatten— denn mehr konnte man in her Dunkelheit nicht erkennen— zogen das leichte Gefährt. Schon war cs fast verschwunden, als die Stimmen feucht-fröhlicher Nachtschwärmer laut wurden. Die beiden Männer liessen den Karren stehen und liefen davon. Neugierig nähert« sich Mathison dem Gefährt. E» war umgefallen und sein Inhalt war zu Boden gefallen. ES war«in grosses, in grobe Leinwand gehüllte» Paket. Mathison schob mit dem Fuss die Leinwand weg und erblickte zu seinem Entsetzen zum zweitenmal in dieser Nacht eine unbekleidete Frauenleichei Die Eheleute liessen ihr Gepäck liegen und rannten davon. Kulturhistoriker haben die Aufzeichnungen de» einfachen Mannes Mathison überliefert,- die ein merkwürdiges Bild der Londoner Verhältnisse vox zweihundert Jahren geben. „Sobald eS in London Nacht wird", heisst es darin,„kann man überall Leichen sehen. Lastträger befördern sie auf dem Rücken. Wer mehr zahlen kann, lässt sie. in einem Karren durch die Stadt führen;"/ Endlich entschlossen sich die Mathison», auf die Polizei zu. gehen und ihre nächtlichen Erlebnisse zu Protokoll zy geben. Am selben D»ge,hatte ein reicher Tuchhänd» ler James Henry, Sainsbury seine junge schöne Frau begraben. Sein Schmerz war gross, aber er hatte gute Freunde, die ihn beim Leichenschmaus« festhielteu. Spät nachts begab sich die Gesellschaft nach Hause, da bemerkten sie. auf der. Strass« i einen umgefallenen Karren. Sainsbury fand dies in seinem angeheiterten Zustand nicht weiter erstaunlich. Er setzte sich zu der stillen Frau und erkannte.in ihr seine.heute begrabene Gattin. Gerührt schloss er sie in. die Arm«. So fand ihn die Polizei, die mit Mr/ und Mr». Mathison an dem Ort ihre» zweiten Abenteuer» erschien. Die Polizisten fuhren Sainsbury wegen sein«» ungebührlichen Benehmens hart qn. Der Witwer, napnte seinen. Namen und beteüerte, dies wäre seine Frau, die er vor kurzem begraben und nun wiedergefunden hätte. Wie sollte man aber diesem Bericht glauben, wenn die Mathisons beim Schein- der Laterne in der Toten die Frau erkennen, deren Leiche sie vor kurzem bei ihrem unheimlichen Hausherrn Holmes gesehen hatten? Sie erzählten alle» wieder aufs neue und beteuerten, dass die Frau von Holme» ermordet sein müsse. Die Sach« wurde noch unklarer dadurch, dass die Mathisons in begreiflicher Auflegung den Namen der Strasse vergassen, in der Holmes' Haus stand. Zwischen Southwark und Themsebrücke kann man noch heute neben der Taverne zur„Sanduhr" ein fleineS Gebäude sehen, an dem sich ein Bild mit der Inschrift„Das Stundenglas" befindet. Darunter stehen folgende Zeilen, die unsere Geschichte aufllären werden:„Dieses Ausseher- hau» wurde im Jahre 1557 errichtet, um die Gräber vor Grabschändern zu schützen." „Auferstehungsgilde" nannte sich die Bande jener Leute, die die Gräber ihrer Toten beraubte und die Leichen an die Anatomen verkaufte. An diesem schändlichen, aber einträglichen Gewerbe beteiligten sich auch viele Frauen. Sie entkleideten die Leichen und verkauften Gewänder und Schmuck, während die Männer die Toten zu den Anatomen trugen. Totengräber und Friedhofswärter waren mtt den Leuten der„Auferstehungsgilde" tm Bunde. Holme» war Totengräber. Stimmte es nun. dass er Jane" Dainhbury auögegraben hatte oder sollte man Mathison Glauben schenken, der deutliche» Aechzen und Stöhnen vernommen hatte? Sainsbury bestand darauf, mit Verwandten die Leiche zu agnoszieren, und alle erkannten in ihr seine-verstorbene Frau-Jetzt, begab sich eine Kommission auf den Friedhof, man öffnete da» Grab — e» war leer! E» stimmte alsp, dass Holme» und William» die Tote enterdigt und dann auf dem Karren hatten^li«g«n h>ssen.-Sie wurden zu sechs Monaten Zuchthail» beanHilt. Ausserdem wweden sie zweimal auf dem Weg",in» Gefängnis öffentlich auSgeveitscht, Eine wütende Menge tiserfl die Büttel durch Zurufe an: die Empörung über das Beckrechen war.zu gross. Esther Donaldson war für den Augenblick, der strafenden Gerechtigkeit entgangen.. ,* Sie war nach der Geburt ihre» dritten Kindes ihrem Mann entlaufen und hatte ein leichtfertige»'Leben geführt.. Schliesslich muhte sie den Moro au einem ihrer GeliÄen mit einer zwölf-1 jährigen Kerkerstrafe büßen. Dann hatte sie Holmes kennen gelernt und war seine Helferin geworden. Nach Verbüssung seiner Kerkerstrafe zog nun Holmes, der in BloomSbury.verfemt war, zu Esther nach Greenwich, aber das Paar lebte in ständigem Unfrieden. Eines Tages hört« man laute Hilferufe aus ihrer Wohnung'und Esthers Stimme:„Jetzt musst du daran glaubenl" Den Nachbarn, die herbeieilten, öffnete Esther die Tür und sagte:„Gut, daß ihr kommt. Holmes hat sich ins Herz getroffen." Der ehemalige Totengräber saß leblos in seinem Sessel. Das geöffnete Hemd ließ schreckliche Messerstiche sehen. Während die Polizei den Toten untersuchte, lag Esther gemütsruhig auf ihrem Bett und rauchte ihre Pfeife. Sie war noch jung, und eine schöne blonde Fmu. Ihr Gesicht mit dem feinen Profil hatte ost«inen trügerischen Ausdruck von Unschuld und Ruh«. Sie wurde, zum Tode verurteilt. Ms sie ihr Urteil. vernahm, enthüllte, sie ein furchtbares Geheimnis. Ms Holme» mit Esther und Williams Frau Sainsbury ausgegraben hatten, war die Tote wieder zum Leben erwacht. Trotz.ihrer kalten Fühllosigkeit wurden die drei doch von Entsetzen gepackt, denn Jane flehte sie stumm, mit gefalteten Händen, um Hilf« an. Da begannen, sie, in ihrer Trunkenheit zu streiten und einander zu prügeln. Sie konnten den Blick der wettgeöffne- ten angsterfüllten Augen nicht ertragen und erstickten das arme junge Weib. Daher war das klägliche Aechzen und Keuchen gekommen, da» die beiden Mathison» gehört hatten. Die drei Verbrecher konnten diese entsetzliche nächtliche Szene nicht mehr vergessen und gerieten deswegen so ost in Streit. Nachdem sie diese» Geständnis abgelegt hatte, flehte Esther die Richter an, sie nach den Geboten der Kirche zu bestatten; denn, sie, die so viele Gräber^schändet hatte, legte Wert aus ünge« störte Ruhe. Auch bat'sie, ihren Kindern zu erlauben, Blumen aus ihr Grab zu legen. Sie ging ruhig und gefaßt, ohne. Träne» und Klagen, in den Tod. Zur Hinrichtung hatte sie sich so schö» al» möglich heräUSgeputzt... srr. 75 Sonntag, 28. Mär» 1937 Seife 7 Agesnemgkeiten, Die Verkündung des Osterfrledens Der heurige Ostorfriedc des Roten Kreu- zeS wurde Samstag in den Vormittagsstunden durch eine Festsitzung im Sitzungssaal deü Ab. geordnetenhauses eingeleitet, die durch die Anwesenheit' des Präsidenten der Republik Dr. Benes einen besonders feierlichen Charakter erhielt. Der Verlauf der Feier wurde gleichzei- tig von allen tschechoslowakischen Rundfunk- Stationen übernommen, ebenso die Ansprache LeS Ministerpräsidenten Dr. H o d Z a, die um 11.15 Uhr in französischer Sprache durch 14 Stationen von zehn Staaten gesendet wurde, und zwar England, Belgien, Dänemark, Frank- reich, Holland, Jugoslawien, Norwegen, Rumänien, Schweden und die Schweiz. So erhielt die Osterfeier LeS tschechosloivokischen Roten Kreuzes eine außergewöhnliche Bedeutung. Vor dem Parlamentsgebäude ertönten um 10.40 Uhr die Fanfaren aus„Libuöa". die den mit seiner Gemahlin erscheinenden Präsidenten der Republik Dr. Edvard BeneS begrüßten. Unr 10 Uhr 45 Min. betrat der Präsident der Republik mit seiner Gemahlin den SitzungS- saal, begrüßt von den Klängen eines Chorals. Nachdem die letzten Akkorde verklungen waren, eröffnete Vizepräsident des Abgeordnetenhauses V. K o S e k die Festsitzung, worauf für daS! Tschechoslowakische Rote Kreuz dessen Vorsitzende Dr. Alice M a s a r y k und fiir die Negierung Außenminister Dr. K r o f t a sprachen. Vizepräsident K o ö e k verkündete sodann den Ftieden des Roten Kreuzes, nach welchem Akt die Feier im Sitzungssaal des Abgcordne- tenhauseS mit der Staatshymne geschlossen wurde. Während der Feier im Sitzungssaal des Abgeordnetenhauses wurde in ganz Prag die Straßenbeleuchtung eingeschaltet und in den Hauptstraßen sammelte sich die Bevölkerung, die auf das Eintreten der Zwei-Minuten-Stille zu Ehren der Gefallenen im Weltkriege wartete. Vor dein Parlamentsgebäude war, wie Mich, StursaL Denkmal„Der Verwundete" aufgestellt worden, vor welchem eine Ehrenwache Aufstellung genommen hatte. Zwei Minuten vor 12 Uhr ertönte das Zeitsignal und vom Laurenziberg erscholl ein Kanonenschuß. Gleichzeitig gaben die Militär- Hornisten das Signal zur Erinnerung an die Opfer des Krieges, und zwar auf den Plätzen und Hauptkreuzungspunkten in Prag. Nicht nur vor dem Parlamentsgcbäude sondern in der ganzen Stadt und in der ganzen Republik stockte jeder Verkehr und in der zwei Minuten währenden Stille wurde der Gefallenen des Weltkrieges gedacht. Um 12 Uhr erscholl neuer- lich ein Kanonenschuß, der die Beendigung der Feier der Erklärung des Ostcrfriedens des Ro- ten Kreuzes verkündete. Bom Motorrad geschlendert. Samstag vor« mittags fuhr der öljährige Fleischhauer Josef Fojttk aus Mähr-Ostrau auf einem Motorrad und chatte auf dem Rücksitz den Fleischhauer A. Odehnal aus Zäbieh n. O. DaS Motorrad stieß an einer Straßenkreuzung mit einem Lastauto der Mähr.-Ostrauer Konsumgenossenschaft„Budouc- nost" zusammen. Beide Fleischhauer wurden auf das Pflaster geschleudert, wo sie schwer verletzt liegen blieben. Sie wurden in das Krankenhaus gebracht, Fojtlk starb jedoch bereits während der Ueberführung, Odehnal erlitt einen Beinbruch. Die Polizei untersucht den Unglückssall. Im Rauch erstickt. In einer Gemeinde bei Banjaluka kam es in der Familie eines Schneiders zu einer Tragödie. Karfreitag abends legte der Schneider seine drei Kinder im Mer von zwei bis neun Jahren schlafen und ging in die Lesehalle. Als er zurückkehrte, fand er" seine drei Kinder tot. Zwei lagen im Bette und die neunjährige Marie« zusammengekauert in einem Winkel Unter dein Bett. Sie waren durch den Rauch, den der Wind aus dem Kamin in die'Wohnuyg zurücktrieb/erstickt worden. Die Mutter der Kinder liegt schon längere Zeit im Krankenhaus.. Furchtbare Mahnung. In der Näh« von Co- negliano in Venetien fand ein Bauer auf dem Grunde eines Baches einen Blindgänger aus dem Weltkriege, den er mit nach Hause nahm. Als er, ihn dort öffnen wollte, krepierte die Granat«. Der Bckuer, seine neunjährige Tochter und ein-junger Bursche wurden auf der Stelle getötet, eine vierte Person erlittschwer«^Perletzmmen.. *” Flugzeuge rennen im Schneesturm aneinander. In unmittelbarer'Nähe des Pittsburger Flughafens stießen bei starkem Schneetreiben zwei Pässatzierflugzeuge zusammen, wobei sämtliche 14 Insassen beider Flugzeuge den Tod fanden.> .; Ein französisches Militärflugzeug''ist beim Flug von Casablanca nach Marrgkesch 14 Kilo» tneier von Berreschid entfernt brennend abgestürzt. Die beiden JNsafsen konnten nut noch als verkohlte Leichen geborgen werden. Später Frühling Die Rasenflächen sind noch nicht so grün. Wie man wohl annimmt, daß sie sei'» müsiten Um diese Jahreszeit. In, wenn wir wüßten, Wie das so plötzlich kommt, daß Blumen blüh'nl— Man riecht eS schon, daS Grüne In dem Park, Obwohl es noch nicht da ist. Und wir staunen. Wenn manchmal zwischen gelbem GraS und braunen Erdflüchen eine Blume steht.— Und stark dünkt uns der Baum In seiner dunklen Rinde, Auf einmal lächeln wir zu einem Kinde Und sehen, wie verlegen, dann vorbei.—— Zwischen den Wolken ist ein wenig Blau, DaS gleicht den Augen irgendeiner Frau, In die man dann verliebt Ist, so im Mai.—— Inge Faller-BreinerSdorf. Kalte Ostern. Infolge andauernder Zufuhr polarer Lustmassen vom Nordwesten her gegen die Tiefdruckgebiete über der Ostsee und über Nord- Italien herrscht in Mittel-Europa bereits seit einigen Tagen lalteS und windiges Wetter mit Schauern. Die SamStag-Nachmittagstemperaturen lagen in der Mörderischer Automobilist. Ein von dem Grafen Chambrun, dem Sohn eines französischen Senators, gelenktes Auto stieß unlveit Grandes Bentes auf der Straße zwischen Dieppe und Paris drei Fußgänger nieder, von denen zwei getötet wurden. In dem Streik der Kulis auf den malaiischen Gummipflanzungen ist es zu ernsten Zwischenfällen gekommen. In Balu Arang kam«S zu Zusammenstößen zwischen Streikenden und der Polizei. Dabei gab es einen Toten und mehrere Ber« lvundete. Daraufhin sind zwei Kompanien des Pundschab-Rcgimentes in daS Streilgebiet entsandt lvorden. Hundertjähriger General gestorben. In Paris starb der älteste der französischen Generäle Tis- sehr«. Er hätte in einigen Monaten den 100. Geburtstag feiern können. Die betrunkenen Elefanten. Im Zulukande im Süden von Sambesi ist eine merkwürdig« Invasion von Elefanten festzustellen, die aus Portugiesisch-Ostafrika herüberkommen und die Palmenwälder des Negerstammes Tonga brandschatzen. Dieser Negerstamm macht den Missionaren bereits seit einigen Jahren viel Sorgen. Auf seinem Siedlungsgebiet wächst nämlich eine Palmenart, die einen höchst gefährlichen Saft abgibt. Ritzt man die Rinde dieser Palmen, so erhält man am ersten Tage einen Saft, der an prickelnde Limonade erinnert. Am zweiten Tage ist der Alkoholgehalt mindestens so stark wie bei'einem. Südi mein, am dritten Tage ähnelt der Saft einem starken Likör, und am vierten Tage hundertprozentigem Alkohol. Der Erfolg ist, daß der Stamm sich fast im ständigen Zustande der Berauschtheit befindet. Jetzt ist diesem natürlichen Ausschank von Spirituosen durch die Elefanten ei» Ende gemacht worden, die sich hier als ProhibitionSbeamt« betätigen. Der Stamm flüchtet vor den wilden Herden, die nun ihrerseits den Saft der Bäume trinken, berauscht werden, und in dieser Berfasiung eine furchtbare Gefahr für die Siedlungen der Tonga-Reger darstellen. Die Regierung wird vermutlich eine besondere Jagdexpedition auf die betrunkenen Elefanten auSrüsten müssen. Literarisch berühmt» Einbrecher. Bei einem Bankett anläßlich des Geburtstages des bekannten Londoner Verlegers, William Fohle, traten als Festredner zwei besonders erfolgreiche Auwren dieses Verlages auf. Der eine, Benney, hat einen Roman über die Unterwelt geschrieben, der andere John Worby, seine Selbstbiographie, die im ähnlichen Milieu spielt und ihm einen Riesenerfolg brachte. Allerdings kennen die beiden Verfasser die von ihnen beschriebene Kehrseite des Lebens aus eigener Erfahrung: sie sind nämlich beide vom„Bau", als Einbrecher bestraft, und habe« erst nach Verbüßung der Republtt bereits durchschnittlich um 4 Grad unter dem Rorinalwert. In der Westslowakei siel zeitweise Regen oder Schnee. Eine Erwärmung und Besserung des Wetters in unseren Gegenden ist nicht wahrscheinlich.— Wahrscheinliches Wetter Sonntag: Veränderlich, im Westen nur vereinzelte Schauer, im Osten jedoch verstärkte Niederschlagsneigung, kalt, Nordwestwind.— Wetteraussichten für Montag: Wechselnde, im ganzen jedoch abnehmende Bewölkung, etwas lvärmer, Südweiiwind. Wo noch Frieden herrscht... Zu den unberührten Gebieten Europas rechnet Island. Strafe für ihre Taten, zur Literatur herübergewechselt, weil sie erkannten, daß es ungefährlicher ist, Verbrechen zu beschreiben als zu begehen. Di« Schutzheilige der Zahnärzte. In jedem Frühjahr unternehmen die französischen Zahnärzte eine Wallfahrt nach dem Dorfe L« Caude bei Nizza, in dem ein Denkmal der Heiligen Apollonia steht. Diese hat allerdings ein Anrecht darauf, als Schutzpatronin der Zahnärzte zu gelten, denn ihr wurden bei ihrem Martyrium im Jahre 250 vor Ehr. in Alexandria alle Zähne ausgebrochen. Auf dem Denkmal hält sie eine Zange mit einem Zahn in der Hand. Ein besseres Symbol für die Tätigkeit der Zahnärzte könnte es wohl nicht geben. -WWWWWWM„ konzert: Schuman», Chopin etc.— Brünn: 10: Salontrio. 15.30: Konzert, 17.85: Deutsche Sendung: Bittner: Ostergebränche.— Unterhaltungskonzert, 18.55: Salonorchester, 20.10: Balalaikachor.— Kaschau: 12.20: Rundsunkorchesterkonzert. Dienstag: Prag, Sender I: 10.05: Deutsche Presse. 10.15: Deutsche Sendung: Drei Tschechoslowakische Dichterinnen, 10.30: Opernarien, 11.05: Popul. Schallplattenkonzert, 12.10: Russische Zigeunerlieder, 15: Schallplatten, 17.80: Klavierkonzert der bulgarischen Pianistin Kalieva, 18.10: Deutsche Sendung: Horner: Wirtschaftliches Relief, 18.20: Heimische Komponisten, 18.45: Deutsche Presse, 18,55: Deutscher Kulturbericht.— Prag, Sender II: 14.15: Deutsche Sendung: Engel: Vom Untergang der Persönlichkeit, 14.25: Schallplatten. 14.50: Deutsche Presse, 18: Konzert.— Brünn: 17.40: Deutsche Sendung: Arbeiterfunk: Soziale Informationen, Peschak: Ter jugendliche Arbeiter— Landwirtschaft, 18.85: Arbeitsmarkt.— Preßburg: 17.40: Ballettmusik, 19.80: Rundfunkorchester.— Kaschau: 12.05: Opernarien, 12.85: Aundsimkorchesterkonzert.— Mährisch-Ostran: 17.80: Liederkonzert. Mittwoch: Prag, Sender I: 7: Morgenmusik, 10.05: Deutsche Presse, 10.15: Rundfunk für deutsche Schulen, 12.10: Opernszene», 18.40: Deutscher Är- beitSmarkt, 18.40: RkendelSsohn-Bartholdy: Geigenquartett, 18.10: Deutsche Seitdung: Brechler: Prager Staatsgalerie und ihre Kunstschätze, 18.20: Ärbeitersunk: Wagner-Reichenberg: Bom Zvnst- gesellen zum modernen Industriearbeiter, 18.40: Sozialinformationen, 18.45: Deutsche Presse, 22.20: Kompositionen von Dvokäk, 22.45: Tanzmusik.— Prag, Sender II: 14.15: Deutsche Sendung: Kin- decstunde, 18.15: Blechmusik.— Brünn: 15: Nachmittagskonzert, 17.40: Deutsche Sendung: Müller: Ostergroschen, Märchen.— Preßburg 12.85: Rundsunkorchesterkonzert, 22.85: Tanzmusik.— Kaschau: 12.05: Opereltenmusik.— Mährisch- Ostrau: 18: Fibich: Vesna, symphonischer Gedicht, 18.80: Operettenmusik. Vom Rundfunk Cmpfehlcniwertes aut den Programmen« Blontag: Prag, Sender I: 8: Konzert aus Karlsbad, 11: Rundsunkorchesterkonzert, 17.10: Deutsche Sendung: Goethe: Egmont. Musik von Beethoven, Mitwirkung des Orchesters FOK, 18.40: Deutsche Presse. 19: Aus dem Nationaltheater: Fürst Igor, Oper ’ t m, r- l von Borodin, 28. Deutsche Sendung: Urzidil: Hol- Ta« Geheimnis des Dr. Rinaldi. Im Septem-^tztec Aufenthalt i» Prag, Dr. MaraS: Aus ber 1985 wurde der Arzt Dr. Rinaldi in der Um. dem tschechoslowakischen Kulturleben.— Prag, Sen- gebung von Siena tot aufgefunden. Die Polizei per II: 14.80: Deutsche Sendung: Kleines Solistennahm einen Mord an, wofür sich aber keine Beweis:'■—- finden ließen. Im Verfolg der Untersuchung har man über anderthalb Jahre lang ein Geheimnis zu enträtseln versucht, daS seinen Ruhm über ganz Ita lien begründet hatte. Der als Sonderling bekannte Arzt galt nämlich als Wunderdoktor für Rheumatis mus. Er behandelte die Krankheit mit Einspritzun gen und tatsächlich gelang es ihm; völlig gelähmte Patienten durch ein« einzige Spritze von ihrem Kran kenlager zu erlösen- Er hat nie das Geheimn'S dieser Spritzen verraten, und die wissenschaftliche Kommission hat auch umsonst nach einem besonderen Präparat gesucht. Sie hat jetzt ihren Bericht vee< ösfentlicht und kommt zu dem Resultat, daß Rinaldi seine Erfolge offenbar auf hypnotischem Wege er zielt hat. Lazi ißt sich satt. Man hatte bis zu jenem be deutungsvollen Tage weder in KapoSwar noch sonst irgendwo in Ungarn eiwaS über Lazi Szabo gehört. Doch heute ist man im ganzen Land und weit über die Landesgrenzen hinaus eingehend über die unge wöhnlichen Fähigkeiten Szabos unterrichtet. Er— ein kleiner, dünner, unscheinbarer Mann betrat das Gasthaus, fragte, was er zu essen gebe, betrachtete mißtrauisch die Speisekarte, nahm ein Stück Papier und schrieb auf, was er für ein anständiger Mittag essen halt«:„Eine Gans am Most gebraten, sechs Scheiben geröstete Leber, 2 Pfund Gänseleber als Psstet« angerichtet, 8 Bauernwiirste von je einer Elle Länge, 4 Laibe Brot und 8 Liter Wein." Der Wirt betrachtete die Karte und sagte'dann:»Wenn Sie dar verzehren, Keiner Mann, dann brauchen Sie nichts zu bezahlen!" Eine Stunde später hatte Lazi Szabo die Wette gewonnen. Aber er sucht vergebens nach einem Engagement in einem Zirkus oder Ba- rietö. Die Direktoren befürchten mit Recht, daß er ihnen die gesamte Tageseinnahme auf einen Sitz verfrißt. Mr eine Sensatton wie Lazi Szabo gehen ! di« Geschäfte nicht gut genug zur Zeit. Vie Interessantesten Aussprüche des Monats Di« von der Baka A.-G. herausgegeben« Zeitschrift„Weitblick" verzeichnet unter obigem Titel u. a. folgende Zitate: Florence Herald: Eine achtzigjährige Frau in Tennessee hat bis heute kein Automobil gesehen. Wahrscheinlich ist sie deswegen so alt geworden. * News Chroniele: Vermeiden Sie nach Möglichkeit Durchschnittsziffern. Vor einiger Zejt veröffentlichte dar Gesundheitsministerium ein Blau-Buch, in dem eine mysteriöse Krankheit angeführt^ Ivird, welch« Menschen' im„Durchschnittsalter von 45 Jahren" heimgesucht hatte. Aerzt« erklären, daß fie.ein solches Leiden nicht kennen, und daß die einzigen daran erkrankten Personen ein 12 Monat« altes Baby und ein Svjähriger Mann waren. . Times: Durch«ine Jnterpellatton im,Unterhanse sst festgestellt worden, daß in England 898 Personen leben, die da» Recht haben, eigene Kanonen zu besitzen. Meist handelt«S nm Privilegien^ die noch an» dem'Mittelalter stammen. In einigen Fällen befinden sich aber auch WeltkricgSkanonen in Privatvesitz. Cosmopreß: Durch einen Zufall wurde kürzlich«In Gemeinderatsprotokoll von Ueberlingen am Bodensee aufgefunden, das über eine Sitzung im Jahre 1080 berichtet. Darin heißt es kurz und klar, daß der Gemeinderat von der Anbringung eines SwrchennesteS absehen wolle,„da er sich davon keinen Erfolg verspricht." * New Nork Times: Nach dem neuen amerikanischen WerSpensionSgesetz"werden 26 Millionen Amerikaner einen Ausspruch auf diese Pension haben. Hievon sind 294.000 Träger des Namen» Smith und 176.000 Johnsons. ■* Inserat im ,^l! a n d b o t e n* in Winterthur:„Eine Sehenswürdigkeit sondergleichen ist die Dekaratton des Restaurants Falken" an der Schmtdgaffe."Durch«inen jungen spanischen Künstler ist der Spanische Bürgerkrieg in allen seinen Phasen in farbenprächtiger und doch zugleich schauerlicher Art festgehalben. Interessante Originalaufnahmen von allen spanischen Fronten ziehen eindrück- lich vor den Augen der Besucher vorüber. * Medizinische Rundschau: In Pari» ist tm Mer von 85 Jahren der Arbeiter Edmond Lagarde gestorben,«in Mann, bet dem die «erzte festgestellt haben, daß er an 98 Krankheiten gleichzeitig litt! Ihr« Aufzählung nahm, mit allen Einzelheiten, alletü Wer ein« Stunde in Anspruch, und'in der Klinik war er all einzigartiger Sonderfall Gegenstand genauester wissenschaftlicher Be obachtung. Uebrigens ist er nicht an einer der 98 Krankheiten gestorben, sondern hat durch einen Sprung durch daS Fenster Selbstmord verWt, da er seine Leiden nicht länger ertragen wollte. * Meldung aus N« w Park: Das Hungern ist als Beruf in den letzten Jahren ziemlich unmodern getvorden, sodaß di« Hungerkünstler der Vereinigten Staaten vielfach wirklich Hunger leiden mußten. Mehrere Hundert von ihnen haben sich nun in Philadelphia zu einem Kongreß zusammengefunden, auf dem alle Berufsfragen durchgesprochen werden sollen. Insbesondere wird erwogen, einen großarttgen Reklamefeldzug einzuleiten, durch den in der Oeffentlichkeit wieder ein Interesse für die Darbietung der Hungerkünstler geweckt werden soll. Die Brüder Edward und Robert Allister aus Detroit fechten in einem Prozeß da» Testament ihres Vater», eines Schuhfabrikanten, an. Der Vater hatte ihnen 80.000 Paar'Schuhe vermacht, aber mit der Einschränkung, daß Edward nur die linken und Robert nur die rechten Schuhe erben sollten, und daß es ihnen verboten sein sollte, dl« Schuhe zu ganzen Paaren zusammenzustellen. Da der Vater bei Abfassung des Testaments geistig gesund war und al» Begründung angegeben hatte, er wolle die Söhne nur ihre Lieblosigkeit entgelten lassen, sst e» wahrscheinlich, daß Edward und Robert auf ihren linken bzw. rechten Schuhen„sitzenbleiben" werden. ..Sitte 8 Sonntag, 28. Miez 11)37 kni den interaationalen G sldmärkten Die in der ganzen Welt um sich greifende Preissteigerung für Rohstoffe und Lebensmittel, von der mir öfters in diesen Spalten gesprochen habest und der wir eine zusainmenfassende liebersicht in dieser Beilage widmen, sowie die gleichfalls im raschen Tempo fortschreitende Kurssteigerung der industriellen Wertpapiere fast auf allen Weltbörsen hat eine eigenartige Situation geschas- feu. die in mancher Hinsicht an.jene Periode erinnert, die dem großen Börscnlrach vom Herbst 1929 voranging. In einer solchen Situation ist es an und für sich berechtigt, die Frage aufzuwerfen, ob nicht seitens der Zentralbanken bestimmte Maßnahmen zur Eindämmung der Spekulation ergriffen werden sollen. Solche Maßnahmen könnten sich in der Richtung der Einschränkung der Kredite bewegen. Es fragt sich also, ob nicht die heutige Epoche des billigen Geldes in der nächsten Zeit durch eine Periode der Kreditverteuerung abgelöst werde. Die letzten Kundgebungen der maßgebenden Leiter der Kreditpolitiken England und in den Bereinigten Staaten von Amerika lassen jedoch darauf schließen, daß man noch für eine geraume Zeit mit der Fortsetzung der heutigen Politik des billigen Geldes und der Kred.iterweiterung rechnen darf. So hat der englische Schatzkanzler, Neville Chamberlain, in seiner letzten großen Rede darauf hingewiesen, daß trotz der bevorstehenden großen englischen Rüstungsanleihen, die selbstvcr» stündlich große Ansprüche an den Kreditmarkt stellen"werden, die gegenlvärtigc Politik des b i l l i g e n G e l d c s beibehaltcn werden soll. Noch entschiedener hat sich der Direktor des amerikanischen Federal Reserve Board, deS Zentralausschusses für baS’ amerikanische Bankwesen, ausgesprochen. Auf der letzten Konferenz der Leiter der Lokalbanken hat er die Beibehaltung deS gegenwärtigen niedrigen Diskontsatzes mit aller Bestimmtheit versprochen. Die heutige Preissteigerung sei, nach seiner Ansicht, keineswegs die Folge einer Geldinslation, sondern beruhe hauptsächlich darauf, daß die Produktion den steigenden Verbrauch nicht einholen könne. Man müsse also.mit allen Mitteln die Produktion .steigern, wofür, eine. weitere Krediterweiterung notwendig sei. Diese Kundgebungen der Leiter der Kreditpolitik der beiden angelsächsischen Reiche, deren Notenbanken bei weitem mehr als die Hälfte der Goldreserven der Welt kontrollieren, belveisen nochmals mit aller Deutlichkeit, daß die maßgebenden kapitalistischen Kreise sich jedenfalls für absehbare Zukunft von der noch vor einigen Jahren so verbreiteten Lehre von der allein seligmachenden„Deflation", d. h. der Einschränkung deS Kredits und des Geldumlaufes, der Ermäßigung der Preise und deS systematischen Lohndruckes, loSge- fagt haben. I Bemerkenswert ist jedoch die Tatsache, daß ! sogar in der S ch w e i z, die. ja bis zum Oktober i vorigen Jahres zum verflossenen Goldblock gehörte und wo die Deflätipnspolitik mik Energie angewandt, wurde, eine entscheidende Wendung festgestellt werden kann. Der Leiter bv Schweizerischen Nationalbank, Prof. Dr. Bachmann, hat aüf der letzten Generalversammlung der Bankaktionäre erklärt, daß die schweizerische Wirtschaftspolitik sich auf eine Verbilligung des Kredits einrichten soll. Prof. Bachmann hat dabei auf eine Tatsache Hingelviesen, die auch in der Praxis mehrerer anderen Emissionsbanken beobachtet werden konnte. Die Schweizerische Bank hat.nämlich tatsächlich die Kontrolle Mer den Kreditmarkt verloren, da die Privatbanken die bei ihnen einge« reichten Wechsel nicht mehr bei der Zentralbank zu rediskontieren brauchen. Damit hat aber, die Zentralbank auch die Möglichkeit verloren, durch die Erhöhung oder Ermäßigung ihres Diskontsatzes die wirtschaftliche Entwicklung zu beeinflussen. ES gilt nun, nach Ansicht von Prof. Bachmann, diese Kontrolle der Zentralbank über öle nationale Kreditpolitik wiederherzustelley, und dies kann, in gegebenen Verhältnissen, nur. dadurch geschehen, daß inan der Zentralbank den Erwerb und den Verkauf der Staatsobligationen auf dem offenen Markt gestatte. Diese sogenannte„Offen e M a r k t- P ol i ti k", die ja bereits längst von den angelsächsischen Zentralbanken praktiziert wird, besteht darin, daß die Zentralbank, Im.Falle der Verteuerung des ikredites und der Geldknappheit, bedeutende Mengen der Staatsobligationen an der Börse ankauft und dadurch Geld in den Verkehr bringt. Zugleich wird dadurch der Kurs der Staatsobligationen gehoben.und entsprechend der Zinssatz gesenkt. Umgekehrt:.falls eine Krediteinschränkung notwendig erscheint, kann die Zentralbank die in ihrem Besitze befindlichen Staatsobligationen auf den Markt werfen,, wodurch Geld aus dem Verkehr gezogen, der. Kurs der Obligationen gesenkt und der Zinssatz entsprechend erhöht wird. Diese Art der Beeinflussung der Kreditsituation soll nun in der Schweiz zum Zwecke der Aufrechterhaltung der Geldbilligkeit und der mit dieser, unzertrennlich verbundenen wirtfchaftlichen-Belebung angewandt werden." Die gegenwärtige Politik der Krediterweito- rung, die nun alle wichtigen Länder erfaßt Hirt, bewegt sich zunächst im nationalen Rahmen. Darin liegt ihre Stärk« und zugleich ihre'Gefahr.. Die Stärke der Krediterweiterung im nationalen Rah- men besteht darin, daß sie keine Rücksicht auf Internationale Faktoren zu nehmen braucht. Die Schwäche dieser Politik liegt jedoch darin, daß sie eine Gefahr der Fehlinvestitionen mit.sich, bringt. Bloß die Erweiterung der nationalen Kreditpolitik über den nationalen Rahmen hinaus, lediglich die Zusammenarbeit, der großen nationalen Zentralbanken kann dies« Gefahr bannen. Rohstoffknappheit? Bereits seit Mitte 1983 kann man auf den Weltmärkten für Rohswffe eine anhaltende Steigerung der Preise beobachten. Von Juni 1936 bis Feber 1937 sind die Preise der Rohstoffe um rund 20 Prozent gestiegen. Allerdings liegt der durchschnittliche Preisstand an den Weltrohstoffmärkten im Feber 1937 noch immer um. fast«in.Fünftel unter jenem des Jahres 1929..Die Situation aus den Weltmärkten ist heute tatsächlich derart, daß die"industriellen Produzenten vielfach nicht genug Rohswffe finden, um ihren. Bedarf zu decken. Diese Knappheit der Rohswffe läßt sich auf verschiedene Ursachen zurückführen. Auf der Angebotseite haben di« ungün st i g e n E r n t e.n zur Erschöpfung der Vorräte der wichtigsten landwirtschaftlichen Produkte beigetragcn. Eine wichtige Rolle spielen auf den Weltmärkten für'industrielle Rohstoffe auch die Nachwehen jener Einschränkungspolitik', die in der Nachkriegszeit von den internationalen Kartellen der Äohstosfprodüzenten durchgeführt wurde-und. die durch die Fürcht vor Ueberproduk- tion beherrscht.war. Es ist bezeichnend, daß auch heute noch"der 1 internationale Gummi-Ausschuß es nicht für möglich fand; die Einschränkungen für die Erzeugung von Rohgummi aufzüheben, obschon bereits Ende 1936 die Bestände von Rohgummi unter der"Grenze lagen,, di« eingehalten werden müßte, um einen ununterbrochenen Gang der wetterverarbeitenden Industrien zu gewährleisten. Dagegen sind bei der internationalen Rohküp f er.» Produktion seit Jänner 193.7 all« Einschränkungen weggefallen. Die süx die Einschränkungspolitik verantwortlichen Stellen haben die Entwicklung der letzten Zeit'offenbar nicht rechtzeitig erkannt. So mangelt eS. nun an den. nötigen Bestände», mit denen man eine unerwünschte Uebersteigcrung der Preise.wohl.hätte verhindern, können. Außerdem führte auch die Ankündigung des britischen R ü stu n g S p r o gr a m m S zur Erhöhung der" Spekulation auf den Rohstofsmärkten. Es wird allgemein erwartet, daß, abgesehen von einer ge waltigen Erhöhung deS Verbrauches an Rohstoffen in der englischen Rüstungsindustrie, die britische Regierung sich in der allernächsten Zeit bedeutende Vorräte an wichtigen Rohstoffen anlegen werde.; Die jetzige Uebersteigerung der Preise an den Rohstoffmärkten stellt jedoch zweifellos nur ejne vorübergehende.Erscheinung dar. Denn die zurzeit vorhandenen Produktionsmöglichkeiten reichen be- stinünt aus, um die laufende Nachfrage nach. Rohstoffen und Lebensmitteln in der derzeitigen Höhe zu decken. Die tatsächliche Erzeugung, ist. heute niedriger als die„Produktionskapazität",.das heißt, als die Möglichkeit zu. produzieren... Die niedrigen W.e l t w e i z e n.e rn.t e n der.letz- [ ten Jahre sind vor allem das Ergebnis schlechter Witte'rungSberhältstiffe in. Nordamerika" gewesen. Nun erwartet man allgemein eine Wiederkehr günstigerer ,klimatischer Bedingungen?, die nach. einer | vierjährigen Dürreperiode geradezu! fällig sind. Man. muß. außerdem berücksichtigen, dqß.infolge des" Anstieges der Weizenpreise die. Anbaufläche fast allenthalben stark ausgedehnt wordenist.' ; Außerordentliche Möglichkeiten gibt es für eine, ProduktionSerhöhung der B a u m w. o l l e. Aus den wichtigen Produktionsgebieten der Paum- wolle werde».Rekordernten gemeldet.. Ist den USA, deren-letzte, Baumwollernte um. zwei Millionen Ballen'größer war als im Vorjahrei wird der hohe' Preis ausschließlich durch'den. großen Jn- landsverbrauch. aufrecht erhalten. In der Zett von August, bis Jänner 1986/87.ist bloß, etwa ein Viertel der gesamten nordamerikanischen Baumwollernte ausgeführtworden,: während, in- her gleichen Zeit Yon 1938/86 fast ein>Drittel auS- gesührt wurde,.. Der hohe Preis der amerika- nischen Baumwolle beginnt, ihre, Konkurrenzfähigkeit, auf, den Weltmärkten zu bedrohen./ O stin d I«'»n d A e g y p t e n, die.neben Amerika die größten Baumwollproduzenten sind, haben auch gute'Ernten.gehabt. In Süd- a m e r i k a"und China nimmt die Anbaufläche'der Baumwolle stetig zu; der größte Abnehmer-brasilianischer Baumwolle ist heute Ja» p a n, das auch kapitalmäßig in Brasilien stark Interessiert ist.' Die Anbauflächen der Baumwolle können i» allen diesen Gebieten bei großer Nachfrage und hohen Preisen verhältnismäßig rasch ausgedehnt werden, so daß eine Knappheit an Baumwolle nicht zu"befürchten ist. Bei anderen landwirtschaftlichen Rohstoffen ist die Situation nicht so klar wie bei.der Baumwolle. Bei Jute, und Seide, deren Erzeugung zum großen Teil durch Einschränkungsmaßnahmen weit unter dem möglichen Stande gehalten wurde, kann man auf«ine große Produktionserhöhung gefaßt fein. Bei K a U t- f ch u l,- wo der Verbrauch- im Jahre 1086 um 80 Prozent Über dem Stande von 1929. lag, schwanken die Ansichten, der Fachleute Ist der Frage der Ausdehnungsfähigkeit der: Produktion, stark. Bei Wolle dagegen scheint der Verbrauch sich tatsächlich. schoir in der Nähe der' zur.Zeit gegebenen Prodnktionsmöglichkeitcn zu. bestiegen.- .... Die.'in übsehbarer Zeit zu erwartende Nachfrage Nüch den N i ch t-'E i sen met allen,'bei deüen'die Preissteigerung in der jüügsteN'Zeit'besonders ausgeprägt' war, künn'asser Wahrscheinlichkeit nach durch die bestehenden Produktionsanlagen gedeckt werden. In der nachfolgenden Tabelle wird' der Verbrauch dieser.Metall« der tatsächlichen Produktion und der Produktionskapazität gegenübergestellt. Verbrauch, tatsächliche Produktion und Produktionskapazität der Nicht- Eisenmetalle'‘ m«tas Einheit Tbeorettsche >. Höchslvroduk« tton während der lebten 10 Jahre Tatsächltche Bröduktton 1027 Droduktton Ende 1936 (ausS Jahr aerechnet) Aerbreiut Ende 10S6 laus» Jade aerechnet) Kupfer. Mill. to. 2.Y- 1.9 1.8 1.9 Blei.- Mill. w. 2.1 1.8 1.6. 1.45(1985)' ZiNk Mill. to. \• 1)45 1.5- 1.4(1935) ZiNn 1000 w. 220 190 220 180 Wie man aus dieser Tabelle ersehen kann, sind die ProduttioNSmöglichkeiten auf diesem.-Gebiete noch keineswegs ausgeschöpft, obgleich der Verbrauch bereits nahe an die Höchstproduktion herankoNunt..... ' Die. zur' Zeit erzielten Preise für Rohstoffe reichen zweifellos aus; um auch solche Grenzbetriebe,- die bis jetzt lediglich mit Verlust arbeiten könnten, rentabel, zu machen. Wie groß heute die Spanne zwischen Produktionskosten und Preis ist, erhellt aus folgender Gegenüberstellung: Die Produktionskosten in einer gut geführten GUmmi- plantage in NIederländisch-Jndjen betragen für ein englisches Pfund llb) Rohgummi' S Pence; der Preis für. Rohgummi stand jedoch Anfang März per engl. Pfund auf 1-1-Pence. Es. wird angenommen, daß es heute möglich fei, eine Tonne Kupfer zu etwa 22—-85£ hcrzustellen, während der Preis dafür zwischen 65 und 78£ schwankt. AuS allen diesen Erwägungen ergibt sich Mit einiger Sicherheit, daß di« Befürchtungen vor einer bald eintretinden'Rvhswffknapphett kaum begründet sind.' ES ist im Gegenteil'aneunehmen.'daß. sobald die entsprechenden. Vorbereitungen' ded Unternehmungen, durchgeführt sein werden,', eine starke Ausdehnung der Erzeugung der industriellen' Rohstoffe und der Lebensmittel eintreten werde. Er ist ferner zu erwarten, daß in den nächsten Monaten diese Erzeugung weit über den gegenwärtigen und den in den kommenden Monaten zu erwartenden Stand des Verbrauches hinauSreichen wird. Unter diesen Umständen wird voraussichtlichdie Preisentwicklung einen weniger stürmischen Verlauf nehmen,, wobei. allerdings die Preisgestaltung bei." den verschiedenen Rohstoffen sehr voneinander-abweichen kann.. Für Wolle,! Kautschuk, Erdöl und' Eisenerze ist in der nächsten. Zeit wahrscheinlich mit einem weiteren starken Preisanstieg zu rechnen, während bei den übrigen Rohswffe» die Preise in der nächsten Zett nicht so rüsch ansteigen werden. Andererseits beginnen Nun die P r e i sed e r.F e r t i g w a r e» in.allen Ländern zu steigen, was vor allem daraus zurückzuführen ist, daß die ProduktwnSinöglich« leiten in vielen Industriezweigen vorläufig' erschöpft find.' Besonders spielt hier die Verwirklichung- der verschiedenem Rüstung-Programme eiste wichtige Rolle, dü dadurch die Industrie zusätzliche Aufträge großen Umfanges erhalten hat. Bis zu einer Erweiterung der- industriellen. Anlagen müssen häufig die. Unternehmungen, wettere Aufträge ablehncn, in.erster.'Linse natürlich Friedensaufträge", was in weiterer Entwicklung zur Verknappung-der Fertigwaren und also auch zü einer Preissteigerung für diese Waren führen muß. Infolge dieser Preisentwicklung auf dein Markte der Rohstoffe. unb auf dem der Fertigwaren darf man-schon den Zeitpunkt voraussehen, an dem sich die.„Schere".zwischen Rohstoff» und Fertigwarenpreisen nicht mehr. Wetter zugunsten.der Rohstoffproduzenten schließt. ;.. Im folgenden geben wir eine Tabelle der Weltmarktpreise, die eine Entwicklung sowohl der Gesamtpreise älS auch der Preise für Agrarpro» dukte und für industrielle Rohstoffe darstellt. Entwicklung der Weltmarktpreis» 1930—37 (BerhSltniszahlrn, 1929— 100) Gesamttndel : Inder: der klararprodutt« »ater tüt iland-tvtrtschast' »ch et»euate Robstosse Nader, tüt industriell etMuaü . Nabstoss, Maukkraft land, wirtschasUtcher Broduki» 1980 78.4 72.6 - 67.1 76.4 . 77.8 1981 ' 49.8 49.6 46.0 50.2 62.2 1982 40.5. 89.0 , 88:9 46.6 59.4 1988 47.4 47.1. 44.6 4818. 644 1984 60.6 60.8 584- 59.7 69.0 1985. 62.5' 68.7 58.2 584 173.6. 1988 69.7 7017 64.6 664 - 1986: JstN. 69.9 71.1.. 6518 .'-.64.9 8818 August 72.1 7.817 64.8 65.7 ' 8813 "September 72.1• 1 78.5 '' 64,8 66.6 88.8 1986: Oktober 71.8 72.5 64,9. 66,8 89.3 Novenwer 73.5 74.5 69.4 69:5 8918 Dezember '.76.7 78.1 72.4 ' 71.5 89.8 1937:, Jänner- 78.9 804. : 74,8' .74.5 95.0 : Feber' 80.4 79.2 - 744 84.6 95:0 Weltproduktion von Stahl USÄ."iÄVÄ Deutschland... Sowjetunion. Großbritannien Frankreich...,. Weltproduktion Die,-letzte Spalte' in-dieser Tabellestellt den raschen Anstieg'dec Kaufkraft der landwirtschaft- lichen Produkte und damit auch der landwirtschaftlichen Produzenten aüf den Weltmärkten dar. Der vergleich jedoch zwischen der'Spalte'3 und. 4 beweist, daß die Preisefür industriell erzeugte Rohstoffe in der letzten Zett viel'-rascher ansteigen als die-Pteise für landwirtschaftlich erzengwRohstoffe. Die weitere Entwicklung-der Konjunktur wird wahrscheinlich! diesen Unterschied zugunsten der industriell erzeugten Rohswffe, also vor allem Der Rohswhlstelltdie.Grundlage.der-Jndu« strk« aller kapitalistischen.Länder) dar.' sDeshalb ist di« Enüvicklung'dtr Stahlproduktion«in Kennzeichen"für-di« industrielle:Entwicklung überhaupt. Unten geben wir«ine Tabelle, die die Entwicklung der Rohstahlproduktion in den fünf-wichtigsten Staöwm darstellt. W Frankreich und in den USA befindet.sich die Stahlproduktion 1986, ebenso wie die industrielle Produktionüherhaupt,- noch immer unter, dem Stande Ion 1,929. In England und in Deutschland ist die Stahlproduktion 1986 weit-über den Stand von 1929-gestiegen. In der' Sowjetunion: die. von der Weltkrise nicht der.verschiedenen Metalle, noch vergrößern. Ueber- haüpt wird die ausschließlich günstige Stellung der...landwirtschaftlichen--Produzenten, die die ersten Stufen-der-Konjunktur gekennzeichnet h'ah im-weiteren Verlauf«'der- Konjunktur sich abschwächen,' während die; Position der-Produzenten der Wichtigen industriell erzeugten.Rohstoffe- gestäüt wird:'.Auf'eiNi.Formel-zurückgifUhrt: diewlrt- schqftliche und politische Bedeutung der, Schwer-. industrie wird steigen ündl'jene. der Bauernschaft' etwa« in den Hintergrund-treten.' berührt war, hat sich die Stahlproduktion zwischen 1929 und 1986 mehr als verdreifacht.- Stahlproduktion der Welt 1929,)- 7. s'.'7s^--/s'I««'uh^1?30-/ - in tausend metrische» Tonne«: 1929: 1988.4986 Ki. 55.188 18.586. 47.676 ..- 16.248 5.772.40,162 . 4.884. 5.880, 16.844 -.,. 91702. 8:840 11P80 ,il. 9.696 5..640.'.6;708 '. 120.271 50.701/ 122:248 Nr. 75 Sonntag, 28. März 1037 Seite 9 Naturwissenschaftliche Kurzberichte Von E. Aldt Pilse als Bundesgenossen Im Kampf gegen Schädlinge Verschiedene Insekten, die der Mensch als Schädlinge betrachtet, weil sie Krankheitskeime verschleppen wie Fliegen und Mücken, oder weil sie die "Kulturen zerstören ivle Nonne und Kieferneule, sind 'am wirksamsten dadurch zu bekämpfen, daß man Seuchen unter Ihnen verbreitet, die in kurzer Zeit Millionen von ihnen dahlnraffen. DI« Schwierigkeiten bestehen nur darin, da st es oft nicht gelingen will, die Erreger solcher Krankheiten zu züchten, um sie für den Bedarfsfall bereit zu haben. Die verschiedenen Nährböden, die man zur Kultur von Bakterien herstellt, müssen, ehe man sie mit den Bakterien impft, durch Hitze sterilisiert- werden, bat heisst, es müssen erst alle andern eitva vorhandenen" Keime abgetötct werden, um zu verhindern, hast sie von dem Nährboden Besitz ergreifen. Man muh also eine Reinkultur der betreffenden Bakterienart Herstellen. Bei einigen dieser ansteckenden Krankheiten der Insekten sind aber nicht Bakterien die Erreger, sondern Pilze und er war bisher in vielen Fällen.unmöglich, die betreffenden Pilze im Glas in Reinkultur zu züchten, weil sie auf den durch Hitze steril gemachten. Nährböden nicht gedeihen wollten. Sa, perbält,eS.sich, z. lS.,.mit.denl.Jodbringgr,der Siubenfliega, den» Pilz lmnpufa-MuSeae.- Wenn im Herbst das große Jliegensterben einfeht, dann findet man zuweilen wt« Stubenfliegen an.den .Fensterscheiben kleben, die von einem weißen Hof von Pilzsporen umgeben sind. Der Hinterleib solcher Fliegen sieht merkwürdig aufgetrieben aus. Er 'ist ganz durchwuchert von Pilzfäden. Nach dem Tod« der Fliege bildet dieser Pilz eine große Menge von Sporen aus, di« abgeschleudert werden und nun in weitem Umkreis um die Fliege- verstreut liegen. Greta Garbo nl» Kamelhondame(Violetta) Einfaßmaschine Vervielfältigungs- Schreibmaschinen Adrenleranlage kpl. ttfllait, crstklkWiwS mnerik. 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Und nun gelingt«S endlich, den.Fliegenpilz" Empusa Murcae sowie ein« ver wandte Art, die in Raupen schmarotzt, in beliebiger Menge zu züchten. Die letztere Art erscheint geeig net, zur Bekämpfung von Schädlingen de» Walde». Tin ähnlicher Pilz ist der Erreger einer Seuche unter den Stechmücken- Auch dieser Pilz läßt sich jetzt endlich züchten und wird nun zum Bundesgenossen des Menschen im Kainpf gegen diese blutsaugenden Quälgeister werden. Erbanlagen und Hormone Jede» Lebewesen hat auf dem Weg« über di« Keimzellen von seinen Eltern ganz bestimmte Erb-' anlagen. mitbekommen. IW" läge und da» Jn-Erscheinungtreten der entsprechen den Eigenschaft sind noch nicht gleichbedeutend. Im zoologischen Institut der Universität Göt-' Paglnler- tingen sind vor einiger Zeit Interessante Versuche ge-{,^4 Numerier- macht worden, deren Ergebnis in eigentümlicher 1 Maschinen Weise unser Wissen von den Hormonen mit dem Problem der Erblichkeit verknüpft. Die Versuche wurden mit einem kleinen Schmetterling, der Mehl motte, ausgeführt. Diese Tiere haben meist schwarze Augen. Daneben kommt aber noch eine Form- vor, j bei der die Augen infolge von erblichem Farbstoff» Apparate mangel rot erscheinen. Hier ist offenbar eine andere m» luv.ndrwk. Roederwl, mit Erbanlage für die«ugenfarbe vorhanden. Die Mau. sl.---.--7--.- pen der rotäugigen sind von denen der schwarz»»cn'iumJKafötniniJn rieb- iiugigen Form durch blassere Färbung zu unterschei»| den. Bei Kreuzung der beiden Mottenformen zeigt sich die Erbanlage für schwarze Augenfarbe al» die stärkere- lieberpflanzt man nun kleine. Gewebe stücke bestimmter Organe der Raupen der schwarz äugigen Form in helle Raupen, dann resultieren Motten mit schwarzen Augen. E» scheint also von dem überpflanzten Gewebe, dessen Zellen sämtlich den Erbfaktor für schwarze Augenfaibe haben,"ein Einfluß auSzugehen auf die Entwicklung von Or ganen, die weit«ntfexnt sind- und gar nicht in direkter Beziehung zu dem eingepflanzten Gewebe stück stehen-- Offenbar werden von diesem irgend» w.elche Mtpfft erzeugt, uyd in.Umlauf gesetzt, die jene-/spezifischen Beränderimgen-autlösen.. Eine! solche Fernwirkung durch- chemisch« Stoffe, die mit' dem Blufft com im Körper kreisen; kennt man bisher nur. von den Drüsen mit innerer Sekretion. E», scheint also, al» ob durch die zellulären. Träger der Erbanlagen Stoffe erzeugt würben, die ihre Wir kungen im Organi»muS nach Art jener Drüsenpro« dufte, der Hormone,«nffalten,«Ine Perspektive, die von größter Bedeutung für die DercrbungSforschung werden kann. Fede Wege, die über dies« Sporen hinkriecht, ist Plan- dem Tode verfallen- Bei un» in Mitteleuropa tritt diese Krancheit besonder» im Herbst zuweilen häuft» °»°uf.°ffenbar, weil die Seuche-rst dann äuffäl. lig in Erscheinung tritt, wenn schon sehr viel« Flic» neuwrrUa, ai» s-iegenii«n»> gen. von ihr ergriffen- sind. E» wäre aber ahne■ kauf, weiteres möglich, sie auch im Frühjahr und Som- mer zur Bekämpfung der Fliegenplage heranzuziehen,—-— wenn nicht gerade dieser Pilz allen BersucheU," ihn DlktleranlaSC mif NSHrbÄdest zu züchten, die durch Hitze k-imfr-i M-Ilm°rke. mit gemacht wurden» hartnäckig widerstanden hatte», g«Havwalzen, Walzenav« schleismaschine und Stander, Nun fand ein deutscher Forscher ein neues Ber- neuwcrita, ais Geleaendeits» kauf. Retudk, Nald-Mechantkee, «ustta. rriLlichern ttubedvr, werden aUnsttst abaeneüen. cd. wer« luna aenomnten. MromafchinenbauL Reindl, Austte. Tschechische und deutsche Dichtung In der Tschechoslowakei Der Pragep deutsche Dichter RudolfFuchS gab im Verlage Fr. Borobh in tschechischer Sprache seinen deutsch gehaltenen Vortrag Über die Unterschiede zwischen der tschechischen und deutschen Poesie, in. der Tschechoslowakei heraus, Rudolf Fuch», welcher zahlreiche tschechisch« Dichter in» Deutsche Übersetzt und vor zehn Jahren bei Kurt Wolff.in München einen»Erntekranz aus hundert Jahren tschechischer Dich« tung" sowie die.»Lieder eine» schlesischen Bergmanns" von Petr Bezruk herauSgegeben hat, ist gewiß dazu berufen,«in Urteil über die Literaturen beider Nationen abzugeben. Die überaus interessante Broschüre bringt Tatsachen, die vielen Lesern neu sein werden. Rudolf Fuch» führt au», daß den Deutschen t» der Tschechoslowakei ein Kulturzentrum fehlt: «S ist weder daS alte Neichenberg, noch das blühende Karlsbad oder Teplih. Am ehesten war und ist e» Prag. So manche deutsche Dichter haben ihr Wirken inS Ausland verlegt: Rilke, Werfel.und andere. Das Betätigungsfeld in der Heimat war für sie zu klein. Trotzdem haben sie bis auf einig« Auönahinen ihren Zusammenhang mit der Heimat beibchalten. Nur diejenigen, welche im Auslande ihre Bewindung mit der. Heimat äußerlich und auch Innerlich gekäst haben, "insbesondere diejenigen, welch« der Hitlerschen Ideologie unterlagen, sind ganz ohne Bedeutung für da» deutsche Geistesleben I» der Tschechoslowakei. . Fast all« tschechischen Dichter haben das Bestreben, an derFormung.einer neuenGesellschaft zu arbeiten. Dies gilt vom Rebellen Bezruk, vom Kosmopoliten Brchlielh, vom Nationalisten"Firä- sek,!tzo.m Katholikkn Ducych und von wem auch immer, aber nur von wenigen deutschen Dichtern au» der Tschechoslowakei: Der nationale Kampf der Tsch:ch:n, der Hand in Hand mit dem sozialen Kampf ging, machte w:rwclle.geistige Kräfte frei.Gr bewirkte, daß die tschechischtn Dichter ihre Stimme auch dem Kampfe" gegen die sozial« Unterdrückung liehen,.In.der deutschen Dichtung ertönt die soziale Roke jedoch nur in revolutionäre» Jahren. In der tschechischen Literatur spiegeln sich alle Richtungen: sie ist nicht nur recht» und links orientiert, sondern auch halbrecht» und halblinks, politisch rind unpolitisch, sie betont einmal die Form, das anderemal den Inhalt, es gibt ein« klein- und großstädtische und eine Dorfliteratur, es gibt tschechische Dichter, die einander so ablehnend gegenüberstehen, daß sie sich nicht einmal grüßen. Alle gesellschaftlichen Gegensätze finden sich nattirllch auch in der Literatur. Trotzdem lebt sie, wird konsumiert und erneuert sich von selbst. Die deuffche Literatur in der Tschechoslowakei hat dagegen kein gemeinsame» Strombett. Sie ist entweder kosmopolitisch oder gleichgeschaltet. Fuch» schließt mit den Worten, daß erst dann, viS da» deutsche und tschechische Proletariat geeinigt sein werde, die deutsche Dichtung dem Volke die wahr« geistige Hilfe bringen tvird. Ein« Bekräftigung und gleichzeitig Ergänzung der Ausführungen von Rudolf Fuch» bietet da» heurige unter der Devise»Bolk und Dichtung" herausgegebene.Arbeiter-Jahrbuch". Die darin enthaltenen Artikel über die deutsche Dichtung in der Tschechoslowakei sind so gediegen, daß sft er gleichfalls verdienen würden, in tschechischer Svrache zu erscheinen, um bie tschechischen Kreise über die indisch« deutsch« Dichtung zu informieren. E» sind die» vor allem die Artikel.Su« detendeuffche"Dichtung in älterer und jünaerer Zeit* von L. Kohler, welcher.«Ine-übersichtlich geschriebene Geschichte dieser Dichtung vom Mittel« alter bis zur Jetztzeit enthält, und»Die Anfänge sudetendeutscher Arbeiterdichtung" von. Josef H 0 f b a u e r. E» wäre interessant, die deutschen Arbeltetdichter, deren Schakk-n hier, ko anschaulich und in fesselnder Welse geschildert wird, mit tschechischen gfttchaearteten Arbeiterdichtem zu veralet« chen und Parad-n zsi ziehen: besonder» Schillertest mit Jose' M-fterav P-ek"-. m>t welchem er so viele»—»sowohl d-»z h-weaf> Pruse'orierl-ben. die A-awanderiina nach Amerika»eh seinen Tod dä- selbst. al» auch seine proletarische Poesie— gemeinsam hat»•.- Tve-lalauSMruim mit Drei» Um Wimen, mit und obne Aiivlwerken, als Buchunne» Maschinen verwendbar, stete laaernd. Gebrauchte oder revaraturbedürstlae Maschinen werden mit In liavluna aenontmen. Anszabkunn nach Vereinbarung. Schreib» Maschinenbaus Reindl, Anssin. Gelctachrinke Mleuichriinke. keuekgcher, neu u. aevraucvl. flBnbl« anUdar. 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Die Polizei verhaftete auf Befehl der StaatS« P-sch»»-,l Wenn Sie anwaltschaft eine 88jährige Miß Margaret Eustice, Ihre grünen Lieblinge die beschuldigt wird, den 68jährigen RechtSantvalt HI Art» uhW KrtSJirtm* aiiS ffhlrnnrt.Htlfitfiri- 111 ÜnTimt.(ftlk: verwenden Sie„Blumen» Zauberdung", ein erprobte», billiges Düngemittel, ein wahrer Wundertrank für Ihre Blumen. Jetzt müssen Sie. mit dem Dnngguß beginnen I-- Bestellen Eie sofort ein Paket bei der nachstehend angegebenen Adresse und legen Sie den Betrag von Aä 8.80 In Briefmarken bei. Alle Bestellungen richten Sie an die Verwaltung„Die Frauenwelt", Prag XU., Fochova tt. 82. I Sparen mit Anzeigen hetat der Inserierenden !r nkurrenihslfsn Gangster» durchgcführt. Der Rechtsanwalt wurde getvalffam nach Elinton in» Staat« Joeva gebracht, dort in ein Zimmer cingesperrt und mit vorgehaltenem Revower gezwungen, Miß Eustic« zu heiraten. Die Berieidigung der Frau macht geltend, daß der Anwalt ihr die-Eh« versprochen habe, daß sie von Mn schwänget:'sei nnd däss Msßl-Eustice kein« andere Möglichkeit blieb, ihn zur Ehe zu zwing«», als dieser in Amerika nicht niehr ungewöhnliche Weg der Entführung. Ausziehen muss gelernt sein... In New Nori besteht seit einiger Zeit eine Schule für Ehefrauen, deren Direktor der ehemalige Regisseur Allan Gilbert ist. Die Schule hat schon Uber 488 Hörer, die für einen Kursus von nur sechs Abenden immerhin 88 Dollar zahlen. Gilbert hat setzt einen Spezialkursus angckllndigt, und zwar über das Thema, wie man sich sachgemäß auSznkleldcn hat. Denn er steht auf dem Standpunkt, daß 82 Prozent aller Amerikanerinnen, lwas er offenbar schon statistisch festgestellt hat) sich so wenig reizvoll auszuziehen verstehen, daß sie ihre Männer enttäusche». Die praktischen Borsührungen bei diesen» Kursus werden von sehr bekannten New Norker Schauspielerinnen vor» genommen werden. Leider hat Gilbert auf sich häufende Anfragen mitgeteilt, daß der Kursus für Männer nicht zugänglich sei. oiterhase Sonntag, 28. März 1987 Ar. 75 den An- Bei der Nmst lmcl Msserr eS haben erwiesenermaßen gerade in. dieser gelt ave Krankheiten die denkbar günstigste Heilbereiischaft. Die hervorragende Güte und Hochwertigkeit der KonstantinSbader Kurmittel, stärkste, natürliche Kohlensäure-, Moor« und Schwefelbäder(siehe Inserat) sowie besten bekannt ausgezeichneten klimatischen Faktoren in seiner ungekiinstelttn Natürlichkeit, geben daher auch die sicherste Gewähr für erfolgreich« Frühjahrskuren. Abgeordneter Wenzel Falsch spricht In einem DiSkuivonSabend des Klubs„Novä Svoboda" über das Thema„DiePerspektiven dersozia- listisiben Politik in der Tschechoslowakei" am Freitag, den 2. April, um halb 8 Uhr im Sstieaelsaal.Närodni kävarna", Prag I., Nä- rodui 18, 1. Stock. Für senstble, nervöse Naturen, Rekonvaleszenten und schwächliche Kinder eignet sich als tägliche» Getränk der erfrischende und prickelnd wohlschmeckend« Gieschübler Sauerbrun».->,Gieh". ist frei von salzigem oder erdigem' Beigeschmack, wird leicht ttsar- biert und leitet dn Organismus«In« neue, kräftig« Blutbereitung ein- Besonders bei salzloser Diät und zu geringer Magensäure wird Gießhübler ärztlich mit Erfolg verordnet. Deutsche Handelsakademie, Olmütz zweiklastige.Handelsschule—p Abiturientenkurs. — Einschreibungen bis 28. Juni.— Prospekte .' kostenlos. 8977 Angela Sauoker im Film„Mdchenpenstonat". Mitteilungen aus dem Publikum. BolkSkrankheite» der UebergangSzeit. Zu den am meisten verbreiteten Krankheiten, die sich gerade bei Witterungrumschlägen bemerkbar machen; gehören Rheuma, Gicht und Ischias. Besonders unter Rheuma haben viele zu leiden und können trotz wiederholter Versuche die peinigenden Schmerzen nicht loswerden! Zur Verzweiflung ist kein Grund vorhanden, denn bei der Bekämpfung genannter Krankheiten haben sich T o g a l, Tabletten in hervorragender Weise bewährt. Machen. Sie noch heute einen Versuch. Erhältlich in allen Apotheken. 4 ' Eine AuSiiahme unter dm Männer»... Bon dm Männern weist mein, dast sie der Hausarbeit abgeneigt. sind, ja, dast sie sich für dieselbe sogar schämen. EI gibt aber doch eine ehrbar« Ausnahme. Die„Dreimänner", di« wie der Wind an die Arbeit gehen, und dm Hausfrauen die Arbeit, wo sie mir können,«rlelchtern. Besonders das„Dreimänner"- Waschpulver zum AuSkochen der Wäsche enthebt di« Hausfrau fast jeder Arboit beim Wäschewaschen. Jede Frau kann sich die.Dreimänner" beim nächste» Kaufmann leicht beschaffm....- Vertrauen, da» erfreut. Von der großenlAnzahi der Interessenten.unsere» neuen Motorräder Jawa 100 eo« konnten sich nur die Besucher der P. M. M. persönlich überzeugen von der wunderbaren'Konstruktion unsere» neuen Modell».'Trotzdem erreichen UN» täglich a.lsallen Teilen der RepuhlE viele Bestellungen von Auftraggebern, die di« Maschine Hui»» 100’ccm überhaupt nicht gesehen haben, aber den«» zu ihrer Entscheidung vollständig-der Raqr« Jawa, da» Stzmtal der Verläßlichkeit«nd solidester A»»- fährnn», genügt. Bei rechtzeitiger Bestcllüngfichern mich Sie.sich rechtzeitige Lieferung der Maschine, Welche» AutomobU ist hochwertig? Die Hoch- werffgkeit«ine» Kraftwagen» wird durch drei Faktoren bedingt: den Gedanken, der den Kraftwagen' entwirft und durchdenkt, die, Arbeit, welche dm Wage» schafft und den Baustoffen, au» denen der Wagen erzeugt wird. Alle Voraussetzungen,,die eine Hochklaffigkelt dieser Faktoren bedingen, sind bei den Wagen Skoda restlos erfüllt. Di« einheitlich« Bauweise der Fahrgestelle, wird in konstruktiver Hinsicht selbst'den letzten Errungenschaften der Automobiltechnik gerecht: unabhängige Abfederung der Borderund Hinterräder, geteilte Hinterachse,. Synchrongetriebe, stiller äußerst wirtschaftlicher, toastergekühlter, auf Gummi elastisch gelagerter Biertaktmöwr mit nitrierten Schleudergußlaufbüchsen, eleganter Aüfbau aerodynamischer Linim, jedoch kelneStvcg» auf Kosten der Bequemlichkeit und freien Sicht u. v. a. Die Automobile Skoda werden in einer mit moderne» Maschinen von höchster Präzision' und'rationeller Leistung gebaut, unter Berücksichtigung aller modernen Prinzipien der Erzeugung am-laufenden Band. Bom Rohabguß bi» zum fertigen Wagen unterliegen alle'Erzeugungsgänge einer unerbittlichen Kontrolle. Die vierzigsährige Tradition der Qualitätsarbeit.in den Werkstätten einer der ersten Automobilfabriken Europa» wird sorgsam behütet. Jeder Bestandt«. der Wagen Skoda wird au» dem besten Edelbaustoff ver- fertigt. Eine ganze Reihe von Bestandteile^.wird au» praktisch' unverwüstlichem Stahlguß gebaut.' Zylinderlaus buchsen au» nitriertem Gußeisen" sind au» dem härtesten Material, da» je in der Auwtechnik verwendet-wurdet Dieselben vechürgen«in« außerordentliche Lebensdauer' des Motor». Di« Stahlhütten, der Skodawerke mit siebzigjährigen Erfahrungen und großartiger Versuchsanstalt kiefern. Stahlerzeugnisse in alle Teil« der Welt, Überall' dort, wo an die Güw de» Materiales.die höchsten Ansprüche gestellt werden. Jeder Wagen der Markt' Skoda stellt ein Maximum an Wert für«in Minimum an Pr«i» dar.' S-7-Y. sen Astend- gerne, besonder» hin, weil wir-an' dieser Stell« vor zwei Jahren das von demselben Theater aufgeführte„Gottlosen"-StÜck diese» Autor» austerordentlich- anzuerkennen Gelegenheit hatten. Auch mit der Ausführung de»„Bormärz" will da» Ber», eiNStheater sich«in Verdienst erwerben, da» der Unterstützung aller freigeistigen und fortschrittlichen Demokraten würdig ist. Wochenspielplan de» Reum Deutsche» Theater». Sonntag^8 Uhr: Photograhieren verboten,, Volk»-, tümliche Porstellung, 7:, Faust 1. sind 2. Test, Abonnement aufgehoben.— Montag halb 8 Uhr: Jean. Gastspiel Kramer-Glöckner, 6: Parsifal, B 2. — Dienstag halb 8: Auf der grünen Wiese, volkstümliche Borstellung. Abonnement aufgehoben.— Mittwoch 7: Lohcngrin, B 1.— Donnerstag halb 8: Fein« Gesellschaft, Erstausführung. C 2.— Freitag halb 8: Rossini in Neapel, D.— SamStag halb 8: Der Rosenkavalier, C 2.— Sonntag Hash 8 Uhr: Nathan, der Weise, Gastspiel Albert und Else Bas- sermann mit Ensemble, halb 8: Raub der Sabi» n'erinnen, Abonnement aufgehoben. Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Heule, Sonntag 8: Axel an der HImmelrtür, 8: Kommen Sw am. Ersten!— Montag 8: Alarm im Radio, 8: Jean, Gastspiel Kramer-Glöckner.— Dienstag 8: Menschen auf der Eisscholle, volkstümliche Borstellung.— Mittwoch 8: Kommen Sie am Ersten! Bankbeamte 2 und freier Verkauf.— Donnerstag 8: Alarm im Radio.— Freitag halb 8: Figaro lässt sich scheiden, Uraufführung(Kulturverband und, freier.Verkauf)— Samstag 8: Jean, Gastspiel Kramrr-Älöckner.— Sonntag 8 Uhr: Jean, Gastspiel Kramer-Glöckner, 8: Figaro lästt sich scheiden. Erfolgreiche Frühjahr»!*««» In Konftantw»bad. Frühjahr, dem Organismus die günstigsten Bedingungen zur.Entschlackung und Degeneration durch eine Badekur Der Frühling, der fnit'mächtigen ko»- metlschen Kräften di« Natur- ringsum zum neuen Nach uralter Menschheitserfahrung bietet gerade da» Lebe» erweckt, gibt auch im menschlichen vornehmlich, mit Sllf« der inneren-Drüsen allen entgiftenden, regeneratorischen' und verjüngendenVorgängen neuen Ansporn. ES bestehen daher im, Frühjahre Im Menschen auch die sicherste» Hettstngsaurstcht-y uns Nrauffühnmg im Verein»th«awr. Da» Prager- VerelnSthcater bringt. wie wir bereit» berichteten,.«» 8. April al» Uräusfühning die Komödie„B o r- märz" von Rudolf S t h r n. Wir, weisen auf die« „Kameraden'' Ein Leser schreibt unS: Der Schriftsetzer Josef Vlach, Peterska 19, wurde Remigrant, weil da» Dritte Reich ihn, zum Ausdruck der BlistSvcrbundenheit mit Sudeten, auf die Strafe warf, und über^den gegenseitigen Staatsvertrag, der lange sässigen in Deutschland das Stentpein erlaubt, falsch rechtöbelehrte.„Die Zeit" übernahm Sportsondenüge für die Rückfahrt nach den Felertasen Am 29. Mär,(Ostermontag) r Ad Freiheit-JohanniSbadr Zug 7804 ab Frei- hkit-JohanniSbad 8.44, an Prag Den.-Bhf. 14.20. — Zug 7828 ab Freiheit-Johannisbad^4.00, an 14.80, Äber Elumec, an Prag Den.-Bhf. 10.15.— stadt-Jaromik, an Prag Den.«Bhf. 20.66.-_„ 608 ab Freiheit-Johannisbad 17.20, über Chlumec, «l Prag Den.-Bhf. 21.60.— Zug 582 ab Freiheit- Johannisbad 18.07, über Josesstadt-Jaromik, an Prag Den.-Bhf. 22.10.—■ Zug 508 ab Freiheit- Johannisbad 18.81, über Chlumec, au Prag Den.- Bhf. 22.60. 1 Ab Hohenelbe: Zug 6408 ab Hohenelbe 17.87, über Chlumec, an Prag Den.-Bhf. 21.80.— Zug 6410 ab Hohenelbe 18-58, über.Turtnau, an Prag D-n.^Shf. 22.68. Ab Rochlitz a. d. Jserr Zug 6628 ab Rochlitz 18.18. über Chlumec, an Prag Den.-Bhf. 22.40.— Zug 6512 ab Rochlitz 18.60, über Chlumec, an Prag Den.-Bhf. 22.50. Ab Polaunr Zug 6810 ab Polaun 18.48, Uber Turnau, an Prag Den.-Bhf. 22.58. Am 80. März(DienStag) r ..,, Ab Freiheit-Johannisbad: Zug 7804 ab Frei- Blach und einen Ziveiten für insgesamt drei Ar« heit-Johanni»bad 0.44, über Chlumec, an Prag b-itSplätze als„Aushilfe"; wodurch sie einerseits Den.-Mf. 14.20.— Zug 508 ab Fr-ih«it.?whannl,. --------■------ bad 18.81, über Chlumec, an Prag Den.-Bhf. 22.50. Ab Hohenelbe: Zug 6408 ab Hohenelbe 18.00, — Zug 5410 ab Hohenelbe 18.58, über Turnau, an Prag Den.-Bhf. 22.58..- Ab Rochlitz a. d. Iler: Zug 5512 ab Rochlitz 18.50, an Prag Den.-Bhf. 22.58. stisch tätig gewesen". AuSbeutungSfähigicit ist das zeichen für„Bolschewismus", Ivie Mach, SdP-Mitglied ist, natürlich keinerlei Beweis für wiSinuS"; aber sie vermutet, dast 8 1, Ms. 2, des Gesetzes vom 12. August 1021, Nr. 809 Slg. sic nichts angeht; und dast sie, gemäh Führerprinzip! das alleinige Priviieg Hai, über Verdächtigung, Bespitzelung, Terror und Einschränkung der wirtschaftliche» Bewegungsfreiheit zu jammern. Es ist nicht leicht, Sudetendeutscher zu sein; in Deutschland wird man als„Tscheche" Hinausgelvorfen, lvenn man nicht bei der SA ist; und von den„Kameraden", die ja darin hitlerischer als Hitler sind, wird man„entlarvt"— wodurch eigentlich? Durch einen geheimen Nachrichte»verkehr mit Deutschland, den die„Zeit" doch stets treuherzig ableugnet? — Oder woher sonst kommen die„Beweise"? Noch ei» zweiter Fall: Ein Patient der SAH flog auf. die Minute hinaus, als er wahr» heitsgemäst in Erinnerung rief, wie eine pelz- vctbramte Bonzin unter dem Bortvand,„Spenden abzugeben", anher der Reihe hineinging und — sich selbst die Tasche mit„Liebesgaben" füllen lieh. Aber leider hat das Packpapier, das als Mantel der Nächstenliebe die Glastür verkleidet, Nitze, und der Mann konnte den Mund nicht halten. So flog er raus, wietvohl er kriegsbeschädigt ist. Kommt daS auch in den Rechenschaftsbericht für den„Völkischen Beobachter"? Es sind momentan leine Wahlen. Man wird wieder schneidig, mit SA-Geist. ., In den Lokalen der NS-Winterhilse hängt «In Plakat:-.-, „Wer sich am Gut der Aermsten vergreift, ist nicht wert,«in Deutscher zu heißen. Adolf Hitler". Dieses Plakat fehlt in der SDH. Erstens au»„Loyalität" natürlich. Und zweitens ist es überhaupt nicht zeitgemäh. Statt dessen brüllen alle Wände und Leinewände:„Opferti Opfert!" Wofür? Für wen? parslfal Mehrere Jahre Milde Richard Wag- i «et» Bühnenweihfest spiel„Par-> s ifal" am Prager DeutschenTheater! nicht aufgeführt. In früheren Jahren war e« das' regelmästige Ostergeschenk an das Prager deutsche' Opernpublikum. Berücksichtigt man den besonderen, dar Grals- und Erlösermysterium beinhaltenden 1 Stil und Charakter des Werkes, dann begreift man das Verlangen seines Schöpfers, es imr für befon«\ dere festliche Aufführungen in Bayreuth vorzubehal», te». Denn die Praxis der,Opernbühnen hat seit hem- Freiwerden des„Parsifal" erwiesen, dast er sich als Reverioir- und Revriscnoper nicht eignet, und tatsächlich nur als wirkliche» Weihfestspiel seine eigentliche tiefe Wirkimg erzielt. Ein« Aufführung zu österlicher Zeit, in der del'Erlösergedanke besonder» aktuell ist. erfüllt also taffächlich jene Aufgaben der Weihe und inneren Sammlung, die von-..dem Werke ausgehen sollen. Das Prager Deutsche Theater hatte der Wiederaufführung des„P a r s i f a l" besondere Sorgfalt gewidmet und das Werk nicht nur musikalisch, sondern auch, szenisch erneuert.. Seine musikalische Neueinstudierung hatte Prof. Georg S z t11 besorgt-, mit der ihn auSzeichnenden Sorgfalt und Gründlichkeit der Detailausführung, die bestimmend für das anschauliche instrumentale Bild und für die geschlossene künstlerische Gesamtleistung von Orchester, Solisten und Chor ist, mit begrüßenswerter rhythmischer Auflockerung der langsamen Zeitmaße, mit wirkungsvoller, abgewogener dynamischer Gliederung. Wenn dennoch in wichtigen Momenten der;.Parsifal"»Musik die Tiefenwirkung auSblied, liegt die? am-persönlichen musikalischen Charakter Szöll», dem e» nicht gegeben ist, selbst in Glut zu geraten, um die Gralsmusik so erglühen zu laffen in brennender Sehnsucht, wie der Gral selbst — a--! von innen mehr und mehr in Glut gerät. Für die, 10-00. 8ub 2700 rrb Stautcnau Neuinszenierung de» Werke» waren die.Herren Dr.- 14'ü0, über Clumec, an Prag Den.-Bhf. 10.15. Schramm und. Frank Schulte» Zug 814 ab Freiheit-JohamilSbad 18.88 über Josef--'^antwortlich; dieser al» Bühnenbildner.. jener al». Regisseur. Der Regisseur war vor allem erfolgreich 5.?ÄÄ Ä bemüht den Rhythmus der Szene auf den feierlichen. Weihfestspielton abzustimmen; in diesem Sinne machten die Abendmalrszenen des zweiten und.letzten Bildes stärksten Eindruck. Dem Bühnenbildner war i nur c i n Bild wirklich gelungen; der Kuppelsaal, ! der taffächlich als„mächtiger. Saal" nach der Sze- nenvorschrift Wagner» wirkte. In-der Perspektive verzerrt war da» erst« Bild mit der nicht» weniger als imposant wirkenden Gralsburg im Hintergrund, allzu dürftig war die„anmutige Frühlingsgegend" des vorletzten Bilde». Die Besetzung der Hauptrollen de» Bühnenweihfestspieler war nicht durchweg» befriedigend. Al» Parsifal gastierte Paolo Marion au» Agram, ein Tenor, dem viele» fehlt. Seine, Stimme ist nur' im starken Kehlklang heldisch, sonst dnrchaü» lyrisch uird zu weich, unergiebig in allen Stimmlagen, mit Tremolo behaftet und— klein, Dazu kommt noch mangelhafte» ArtikülationSvermö- gen de» Sängers und ebenso mangelhaft« schauspielerische Gestaltung, so daß-der Gesamicindruck seiner. Leistung sehr unbefriedigend war. Die Kundry sang al» Gast Frau Ros« Merke r, mit immer noch, bedeutender aesangSkünstlerischer Bewältigung der schwierigen Partie, leider nicht mehr illusionSent«' sprechend als. da» verführerische Weib. Neu war Juliu» Gutmanns Klingsor; mehr«in zeternder Eiferet als ein dämonischer Zauberer. Josefa S ch w a r z al» ausgezeichneter, stimmlich prachtvoller Amforta» und Anderson» tüchtiger Gurnemanz sind von früher her bekannt. In den Stimmen nicht ganz ausgeglichen war das Ensemble der Blumenmädchen; hervorragend dagegen in der flanglichen Abtönung klangen die Chöre. Da» Theater war ausgezeichnet besucht. E. I.-' Wohltätigkeit ausstrahite und andererseits drei-. mal Kranken« und Pensionsversichcrung ein-!,, IP«*«-,® ic Bczahlunglva^sv glänzend, daß«ber Mum^an^Rmg D«w.Bhsi^0.^ Biach sich tu einem Kohlenkellcr der ivtala Sie-, panskä 18 für 50 XL istouatlich die Füße erfror und im Jänner ins Spital muhte. Als er wieder herauskam, erklärte die smartem„Zeit", er käme gar nicht in Frage, er sei In D«sdcn„bolschewi- Dcnn eine herabgeminderie sicherste Kcnn- auch wenn man, „Die Zeit" hat VlachS„Bolschc- Sozialverficherungf- Briefkasten Zn dieser regelmäßig am Sonntag- er• scheinenden Rubrik werden Anfragen unserer Leser über Sozialversicherungs-, Kranken-, Alters-, Invaliditäts-, Unfall- und Pew- sionsversickerungsangelegenheiten beantwortet. W. M. Sie fühlen sich dadurch geschädigt, daß Ihnen die ZentralsozialversicherungSanstchlt di« Invalidenrente ohne neuerliche ärztliche Untersuchung bloß deswegen eingestellt^ai, west Sie wieder al» Bauhilfsarbeiter beschäftigt waren.— Nach der ständigen Rechtsprechung der BersicherungSöbergerichte» ist ein Rentner aber auch ohne neu« ärztlich« Untersuchung nicht mehr al» Invalid anzusehen, wenn er wieder arbeitet und mindestens ein Drittel de» üblichen Lohnes eines gesunden-Arbeiter» der gleiche» Art tatsächlich verdient. Wenn Sie inzwischen wieder au» der Arbeit ausgetreten sein sollten und auch kein Krankengeld von der Krankenversicherungsanstalt'beziehen, empfehlen wir Ihnen, sich' unter Hinweis darauf wieder um die Anvaliditätsrente zu meldest. (Bei der letzten KrankenversicherlmgSanstalt oder mich direkt durch Schreiben an die Zentralsozialver- sicherungSanstalt Prag-Smichov). Nach der Praxjs der Zentralsozialversicherungsanstalt Mrd allerdings bei jüngeren Arbeitern in solchen Fällen manchmal eiste ärztliche Kontrolluntersuchung angeordnet, besonder» dann, wenn da» neue Arbeitsverhältnis längere Zeit gedauert und der seinerzeit festgestellte Pro« zenffab dcS Verluste» der Arbeitsfähigkeit die gesetzliche Grenze von 88'/» nicht überstiegen hat.' ArieitSw»; Da Sie nach Ihren Angaben in der Tschechoslowakei nicht beschäftigt und versichert waren, stihen Ihnen hier an UnterstützungSansprü- cken nur die Leistungen der Heimatgemeind« zu. Wenn Sie in Wien als Buchhalter beschäftigt waren, so unterlagen Sie dort der PcnsionSvcrsicherung und können beim zuständigen österreichischen Veffiche- rungSträger den Anspruch auf die Altersrente geltend machen, soferne die dort geforderten gesetzlichen Bedingungen erfüllt sind. Hannawald: Ihre Anfrage Mrd brieflich be« antwortet. Die große AtuS-Akadcmie.... WW am Sonntag, den 11. April, im Radiosaal statffindenden großen AtuS- akademie mit Fahnenweihe,' an der auch alle befreundeten Organisatio- PBAO nen in Erscheinung treten werden, wird sich der Atu» in einer anderen Form als bisher seiner Aufgabe entledigen. Da» für den Zuschauer ermüdende Geräteturnen wird aus da» mindeste eingeschränkt, da» Programm ist hauptsächlich auf Bewegung aufgebaut, so daß der Zuschauer auch Immer durch neue Eindrücke interessiert wird.' Wichtig ist, kein Genosse und keine Genossin darf hei dieser Akademe fehlen. Kaust jetzt schon bei unseren Vertrauensmännern und Werbern die Karten, damit un» in den letzien Tagen vor der Akademie nur mehr die Werbung der Saumseligen übrig bleiht. Die Akademie beginnt um 5 Uhr mit den Kindern. Nach Schluß der Programm» Tanz bi» 12 Uhr nacht». Deuffche Bolkssinggemeinde Prag. Dienstag, 80. März, normale Probe für Frauen ab 7 Uhr und für Männer ab 8 Uhr abends. Allgemeiner Angeftelltenvrrband. Reichenberg, Ortsgruppe Prag. Amtsstunden jeden Mittwoch von halb 7 bis halb 8 Uhr im Handwerkerheini', dritter Stock.•— Nächste Versammlung am 7. April um halb 8 Uhr im Großen Saal der Sandwerkerhcime». Vortrag R c h w a l d.Reichen- berg über„Die Zukunft der Sudeten-Industrie". Gäste willkommen!— Sonntag, den 11. April, vormittags. Besuch de» PosMuseumS. Versammlung um balb 10 Uhr vor dem EingangStor der Kinskyparke», Smichov.—’• Stellenvermittlung: Offene Posten für deutsch-tschechische Kontoristin und jüngere Hilfskraft. Stellen suchen: Buchhalterin, Maschinenzeichner, Verkäufer(Lebenr- mittelbranche) mit Bürokenntniffen— Jungange st ellten-Gruppe hat im Programm einige Wanderungen und Borträge: Hygiene der Angestellten innerhalb und außerhalb des Berufes und sexuelle Hygiene, Vorträge von hervorragenden Fach, männern. Pfingsten in Komotau. Am 1.. und 2. Mai eine große Wanderfahrt ins Daubaer Land.— Besuchet bei Sonntagrausflügen das Naturfreynde- haui im Brdywald! Sonntag, S8. März 1087■ fitecotue WAFFEN FABRIK FR AH A- NUSLE II ' Der Mm sc5cr.l.§cn^kr n. v. n PRAG II., Stöpänskä 32 Tel. 23551, 23552, 23553 Telesramm-Aäresse;«HES5IAN PRAfl 8port-5pi«k-XLrperMgr MtMuWQL,»Kania des sich der INS. F. 1ANELEK, Helt aller Namenlosen, alles Unglück der W-lbwelt brach und stählte zugleich. Noch vieles wäre rübmenE. wert an diesem Bnche— wir schließen seine Belvre» chung mit der Hoffnung, daß cs recht viele Leser linden möge. 1!<8■ *•*."*>• $•** Aranla-Kino All«r. Bee» mit seinen neuesten lustigsten Lachschlagern h«ute und morgen 4, S, ZLV lihr- Da« ,u deutsche Premiere^ch«.q«'nL^V»aen" mit H. Baur und G. Timon..Ohne Bühneitschau A» klammen un6 Farben Dan Lebe» des Maler. Van Gogh Den Gegnern biographischen Roman-Schrist- tum», wie Welt sie auch mit ihren Einwänden gegen diese Gattung recht haben mögen, sei das Buch wärmstens empfohlen, dar unter den vorangcstcllten Titeln seht im Wiener Taturn-Berlag erschienen ist: denn dem Autor Ttefa n Polla t s ch e k, den wir übrigens schon vor etlichen Jahren als Könner beglaubigen dursten, ist mit diesem liioman der Beweis geglückt, daß man ohne zitierte Belege, Dolumente und Briefe, ohne Jahreszahlen und Ttammbaumblüten, da» Lebensbild eine» Drohen ansllärend und überzeugend,■ fesselnd und erschütternd nachzuzeichnen vermag, wenn man da» äußere Wissen um ein Menschenschicksal— und Pol- latschel weih sehr viel über Ban Goch— mit dem Blick in die Seele des einzelnen und seiner Zeit durchleilchtet, wenn nian nachzufühlen, nachzudenken und naSlzugestalten imstande ist— kurzum: wenn man«in Dichter Ist. Mit Befremden zuerst schlägt man diesen Roman auf:«in Buch über«inen Maler— und nicht«ine einzig« Reproduktion, nicht einmal ein Bildnis loder Selbstbildnis) de» Künstlers I Ja, da» mag ein Mangel des Bnche» sein. Aber wie sehr spricht, c» für wuhtseln dieses Mangels schwächer wird! Daß die erzählende und schildernde Kraft de» Worte» di« Erinnerung an viele Zeichnungen Ban Gogh» verlebendigt, ja verstärkt; dah man jene, die man nie sah, gcseh.n zu haben glaubt; dah man stch nach der Lektüre erst recht bestiinmt fühlt, mehr denn je vom Schaffen de» genialen Künstler» in stch aufzunebmenl Des Genialen, de» Gepeinigten, de» Verkannten. de» Jrrenden und Irren! Mit viel Liebe, mit Met KÄnftvdrftänd'- und mit noch mchrMenschtn» Verstehen hat Stefan Pollatschek da» schmerzliche Leben van Gogh» dargestellt; wer diese» Buch liest, wird lhn kaum jemals mehr anders sehen können al» mit den Äugen diese» Erzählers Zartheit und Robustheit, Empfindsamkeit und LeidenSfähmkeit, rührende Schwäche und wilde Kraft, alle die Wider» spräche, die Vincent Van Gogh» künstlerisches Wese» und Wirken ausmachen, scheinen gelöst durch die Mnstl-rische Leistung diese»' poetischen Biographen. Und war un» besonder» anrührt: der tiefe soziale Sinn, mit dem Pollaijchek an die Gestalt diese» Zerrissenen herantritt, an die Gcsagtheit eine» Modernen, den da» Elend der Bergarbeiter der Borinage, die Gesunkenheit der Prostituierten, die Entwurzelt- Jutegarne und-Zwirne, Jute spagate. Jutegewebe für Emballage upd sonstige Zwecke Jutes8cke aIIer Art, Sirohsäcke Fahrt ui Fahrers Itaililu ... Fahrt des Fahrer« B«dndi MU dem Motorfahnad JAWA 100 ccm absolvierten erfolgreich die Fahret Stanislav und Bednät dl. Zieliahrt du Prager Muster- messe. Sie absolvierten siegreich du schwere Terain Böhmen, Mähren, der Siovakei and Ku* patorussland. Di. mit Regen, Schnee, Hochwasser, Schneegestöber begleitete Fahrt tu kein Hindemlss iür«in. verlässliche and si- ohere Leistung du Moloriahrrades J A W A. 100 ccm. Es ist dies ein. Leistung,, di. von keiner Muchin, dieser Kubatur erzielt wurde. Ein Beweis Hit die Qualität das Moloriahrrades JAWA 100 ccm. DESHALB VERTRAUEN SIE DER ERPROBTEN! QUALITÄT DER JAWA-MASCHINENI Schweizer Arbeiter-Schwerathletik-Vestleistun- gen im Gewichtheben.' Bantam:.Reißen rechts 190. link«120, beidarmig 140;-Stoßen rechts IVO, beidarmig-IVO.Pfuntzik— Federgewicht: Reißen rtcht»188, ltnks isa.cheldnrmlg ISS: Stoßen recht» 165, beidarmig 200 Pfund.— Leicht. gewicht: Reißen recht» 180,-link» 140, beidarmig 170; Stoßen recht» ISO,.link» ISS. beldatmIg SLO Pfund.— Mittelgewicht: Reihen rechts 180. link» 140, beidarmig 190; Stoßen recht» 180, beidarmig 250 Pfund.— Halbschwergewicht: Reißen rechts 140, links 150. beidarmig 190; Stoßen rechts 170. beidarmig-MO Pfund.— Schwergewicht: Reihen recht» 140. link» 140. beidarmig !90; Stotzen rechts 17Y, beidarmig 240 Pfund. Film» In Prager Lichtspielhäusern Urania:»Schwarze Augen." D Mitin* »Sonja Henie, die Königin des Eifer." A. Alfa- .Die Matrosen kommen." 8. Aftalre. A.— Apoll»' .Kamin ohne Feuer." Tsch.— Avion:.Pilotenehre." I. Harlotv. A.— Beranek:.Die Botschaft an Barcia." Beery. A.— Fcnix:„VioletM." Greta Garbo. A.— Flora:.Vier Spione." Enal.— Hollywood:.Mädchenpensionat." D-- Hot,da: P l n t o-D o n a l d-M i 5 e y.?(._ Jmtö- .Kamin ohne Feuer." Tsch.— Kinema: Journale' Grotesken, Reportagen.— Koruna: Aktualitäten, Joitrnale, Grotesken-— Äotva:.San Francisco" I. Mac Donald, Clark Gable. A.— Lucerna:.Violetta." A.— Metro:„Kamin ohne Feuer," Tsch.—. Passage:.Mädchen-Pensionat." D. Praha: „Charlie Chan in der Oper." Warner Oland. A.— hilft rasch dal Schmerzen in den Gelenken uns Gliedern. Kopfschmerzen und bei Erldt-tun- ?en. Hoben Sie Vertrauen zu ogol. E n Versuch Oberzeugt. Viee Ä'z'eau o tuen. In allen Apoihoir en e< r filll. Kt 12*> u. ll'S». Radio:.Im Namen de» Zaren." Fr.— Staut:.Die Botschaft an Garcia." Beery. A.— Sotto,or: -.Arme», reiche» Mädel." Shirley Temvle. A.— Alma:.Rembrandt." Ch. Laughton. Engi.- Ä*’ Baikal:»Scheidung der Frau Eva." Tsch.— Belvedere:.Im Namen de» Zaren." Fr.— Besedst .Da» Zigeunermädchrn." Laurel u. Hardy.?I.— Carlton:.Da» Zigeunermädchen." A.— Jlluston: Wo die Lerche singt." D.— Lido II:»Der lebt« Heide." Sl-'— Louvre:„Scheidung der Frau Eva." Tsch—Maceika:„Rembrandt," Engl—Olympier .Lufttorpedo 48." Tsch.— PerStyn:.Bier Spione." Engl.— Rozy:.Scheidung der Frau Eva." Tlch.—. Tatra:.Lufttorpedo 48." Tsch.— N Beivodn: „Mazurka" Pola Negrl. D.— Baldek:„Scheidung der Frau Eva." Tsch.— Belelrhy:„Scheidung dep. Frau Eva." Tsch., '"Charlie Chan in der Oper. Der Vorzug Chinesendetektw-Darsteller» Warner Oland, immer gleich zu bleiben, zwingt die Verfasser Charlic-Chan-Geschichten, immer neue Milieus und Kontraste aufzufinden, und diesmal haben sie(nach Rennbahn und Zirkus) eine Opernausführung zum Schauplatz der rätselhaften Morde und den Schauer- Spieler. Boris K a r l o f f zum Gegenspieler des behutsamen. nachdenklich lächelnden und nie ausgereg- ten.De^ktstÄ äeigach(.. Dieser, Teäenspieler verkör- veü tltM'lrrMnlgut''OpeiWärIiW, Anstiilt,'entflieht und äl» Mephisto maskiert in einer Aufführung der„Margarete" mitwirkt,- in deren Verlauf seine einstige.Gattin und deren Liebhaber ermordet-werden. Charlie Chan aber—und mit ihm. der g«übt«„Zuschauer— weiß, daß bei Fällen dieser Art nie der Verdächtige der-Täter ist. und er klärp m>t. leisen:' Zaudern, weisen Reden und überlegenem Schweiget: das Rätsel:—. wig..immer— aüf. Auch dieser Charlie-Chan-Film ist geistreicher," Witziger und weniger grob als gewöhnlich« Detektivfilme, aber, wie alle Detektivfilme,,»ine Angelegenheit berechnender Routine und nicht eine-Sache echter Psychologie.,—ei»— ■. Die CiSkönigin. Der Einfall, die EiS-Ballet- teusc—oder, sportlich auSgedrückt, die EiSIunstlauf» ' Exweltmeisterin— Sonja Henie zum Filmstar »n machen, erweist sich in diesem Hollywood-Film als schlecht.' Fräulein Henie al» Filmstar sieht aü» Wie eine plötzlich, um zehn Jahr« gealterte Shirley Tchnple, ihre schauspielerische Ronkin« ist aber vielgeringer als die des Wunderkindes, und sie hat nichts zut'- Verfügung als ihre Stupsnase und«in ewige» naibe» Lächeln, so daß st« sich., sobald, st« da» Eis verläßt und zu mimen beginnt, sogleich auf Glatt- «is besindet. Man hat ihr natürlich Gelegenheit gegeben, ihre, bewährten Kunstlausnummern auch im Film ohne und mit Kostüm mit und ohne Musik borzuführen. aber da man den Abend damit nicht füllen könnt«, hat man noch«in paar andere(teilweise lustigere) Varietö-Nummern hinzugesügt und da» Ganze dann mit einer Handlung verbunden, die sich nicht einmal mit der eines durchschnittlichen TenorfilmS mellen kann. Da wird Sonja Henie, genannt Grete Müller, al» Schweizer Wirttöchterlein von einem, amerikanischen Reporter geliebt und von einem New Norker Manager(den Adolph« Men- ' s oüspielt) entdeckt, während ihrBat«r(gespieltvon Man H e r» h o l t), mit Skrupeln über Amateuri»- > mu» und Professionalismus belastet,.ft«-zur Olym« piasiegerin macht, um. dann die Siegermedaille(besagter-Skrupel wegen) zurückzugeben, woraufhin da». Olympische Komiiee die Medaille wieder,-«» ■ Toch'er zurückgibt, weil sie ja doch Amateurin ist, wa» der New Norker Manager mit Recht so auffaßt,. daß«r sie im Madsson-Square-Garden al» Rebtiestär auftreten läßt." Dies ist da» happy end —'da» manche Zuschauer nicht abwarien werden. .. ,.—eiB—. Wie sollst Du eis ArbetterfüBbeller pich'benehmen. ... Trete üttmecmit sauberem Dreß an: Fußball-, schuhe sind am Vortage in Ordnung zu bringen. An den. Stoppeln, dürfen.keine Nägel mrvorstehen; sonst verletzest Du Deinen Gegner. Triff rechtzeitig, wie Du äusgcbpten. bist, IM Umzlehlokal ein, damit Dellte Splelkäineraden. nicht immer denken müßen: Kotmni je^'ydtVnicht?''.'7'^,' L y. Baur UM S.«stmon. muyneinwan Wenn Du al» Ersatz ausgeboten bist,-ohne Aus-«heute und morgen 2, ab Di-nitag W.%9 Uhr. rede ebenfalls pünktlich erscheinen und im Dreß be reit sein-... Den Anordnungen de» Spielführer» Folge lei sten, vor, während und nach dem Spiel.* VCB„ nun„ n Svielesairl Dein Gegner muß am Werk-> Perfaller, daß während der Lektür« da» Be tag wieder gesund zur Arbeit erscheinen, ohne von! t^..k,:r»:„ r^-«n>K--»,.!i r, hi. Dir verletzt worden zu sein. W«nn Du Fehler machst, bewußt oder unbe wußt, ohne Umschweife zugeben und einstehen dafür. Wenn der Schiedsrichter gegen Dich etwa» ent scheidet, nicht reklamieren, auch wenn er momentan sür Dein« Mannschaft zum Nachteil erscheint. Oede Deinen Mitspieler nicht an, sondern hilf ihm;--durch tatkräftige Unterstützung.sich zu Per»-. -bessert?'-'""'s?’.'«rt~ Hält« dän Mund während de» ganzen Spiel», denn so Machst Du gegenüber dem Zuschauer; Spielgenossen, Schiedsrichter und Äegneceinen guten Eindruck und. wirtest so mehr Gute» al» Dis-ahnst. Spiel« ein Mannschaftispiel, fließend;.umsichtig und-nicht al» Egoist.- Denn Fußball ist ein Mann»' schastrspiel und nicht Einzelspiel Renommiere nicht mit Deinen Erfolgen, son dern denke immer, Du habest sie nicht Dir allein za verdanken;«v sind ganze elf Spieler in der Mann schaft.' Wenn Deine Mannschaft das Spiel verloren hat, nicht, verzwcifeln, nicht Deine eigenen Genossen beschuldigen und anöden. Die Kritik soll bei der nächsten Spielerversammlung gemacht werden, aber nie in verletzendem Sinne. Wenn Du A gesagt hast, mutzt Du auch B sagen. Da» alle» zu einem Ganzen zusammengenommen, er gibt folgende» Resultat: Da» Ansehen des Vereines nach innen und außen wird wieder, in aufstcigcndc Linie kommen, die Zuschauer werden mehr Freude haben und die Spiele der Arbeitersußballer besuchen: dadurch ver bessert sich auch da» Finanzielle, eS wirkt Propadan distisch, wirbt neu« AtuSsportler und ohne zu wollen rückt man dem idealistischen Sinn der Arbeitersport» näher, wag das Zusammengehörigkeitsgefühl noch mehr bestärkt und Dich zuletzt, selbst froher macht, trotz Kris« und anderen ungünstigen Erscheinungen. Und nun, werter Sportgenosse, hilf, mit, den .AtuSfußball auf die Höhe zu bringen, daß er.sich sehen lassen kann, daß die Zuschauer von selbst Pro paganda machen. Nur von D e t n e m disziplinier ten Verhalten hängt.eS ab; das andere kommt fast von selbst- 'dH-ni; WASCH PULVER Seite 12 „Sozialdemokrat" !525252525E53525E52S2525BS252525B5B5252525252. Bank für Handel und Industrie Aktienkapital: KC 130,000.000' Prag I„ Nlmtati Republik? 6 Z« n traloi Exposlturam Karolineathal, Smlchov, Jungbunzlau, Nixdorf ZU CK ER ABTEILUNG 8900 Zivnostenskä banka Prag, Na PfikopS 30. Gegründet 1868. Besorgt sämtliche Bankgeschäfte im In- n. Auslande. a BANKHAUS PETSCHEK&CO T TELEGRAMM-ADRESSE: PETSCHEKOMP 89M 2 Zahlstellen. Aktienkapital K8 1S0.0V0.V00— Reserven und Fonds Kl 118,000.000’— Asch, Brünn, Böhm. Badwels, Gablonz a. N., Graslltz, Iglaa, KönlggrStz, Mähr. Ostrau, Nächod, Filsen, Reichenberg, Schönlinde, TepUtz-Schönau, Trautenau, Warnsdorf, Welpert Aktienkapital KC 240,000.000. Reservefonds KC 350,390.000. schafft Moor», schöner ehemals,„Länderbank“ 23 Filialen. Sonntag, LS. Mär, 1987. Nr. 75 '’• Rach ihrer Zahl und nach der Größe de» Versandes nehmen unter diesen Heilquellen die alkalischen Säuerlinge eine besondere Stellung ein, Ivie zum Beispiel: Der B i l i n e r Sauerbrunn als der stärkste unter den rein alkalischen Säuerlingen Büh- nieno, der als mächtiger Heilbehelf bei Nieren» und Blasenleiden, Magen» und Darmerkrankungen, bei Diabetes, Rheuma, Gicht sowie bet Erkrankungen der AkmungSorganc ärztlich geschäht und nachweisbar seit dem Jahre lügt in viele Länder versendet wird. Au- den AbdanipsrLckständen der Biliner Heilquelle werden die besonder- bei Sodbrennen und Ueber» iäuerung de» Magens seit vielen Jahrzehnten belieb» ten Biliner Pastillen hergestellt. : Ferner der wegen seiner hervorragenden Qualitäten weltbekannte Mattoni'r Gießhübler Sauerbrunn. Sein grober Gehalt an natürlicher Kohlensäure, sein prickelnder Wohlgeschmack, sein« hugienisch einwandfreie Ouellenfaffuntz und Füllung Und sein Gehalt an wertvollen Mineralien haben ihm seinen Weltruf alr erstrangige- Gesundheii-getränk verschafft. Weiter- der milde Krondorfer Sauerbrunn, der überall dort al- Hcilwasser ärztlich verordnet wird, wo eine starke Alkalisierung nicht gewünscht wird und der als diätetische- Getränk seiner verdäüungSsördernden, eppetitanregendenn Wirkung und seine- Wohlgeschmäcke- wegen sehr beliebt ist.'. Ein auch zu dieser Gruppe gehörende- Mineralwasser ist der R odi-forter Kristallquell, ein alkalischer Säuerling von kristallklarem Aussehen und köstlichem Wohlgeschmack. Er. ist'«in natürlich, modern gefaßt, hygienisch einwandfrei' g«Mt' und durch seinen billigen Prell da« Getränk für.Ledermann". ’■ Eine Sonderstellung nimmt da- Said» schItzer Bitterwasser ein, da- infolge seine- überwiegenden Magnesiumgehalte»«in Unikum unter den Bitterwässern ist. Wegen seiner milden, reizlosen, entzündungshemmenden und sicheren Wirkung wird e- seit drei Jahrhunderten geschätzt und zufolge seine» billigen Prüfe- ist e» auch bei allen Krankenkaffen und Fanden zur ärztlichen Verordnung zuge» lassen. Al» in der Medizin geschätzie Heilmittel sind noch die Mattonischen Moorextrakte— Moorsalz und Moorlauge— anzusühren, die besonder» bei Ischia», Rheuma, Gicht, thron. Unterleib-erkran- kungen, Skrofulose und bei der hartnäckigen Schuppenflechte grotz« Heilerfolge aufweisen..'' Dieser Reichtum an Heilquellen bietet jedem Gelegenheit, von diesen einfachen, Natürlichen,.billigen und alterprobien Geschenken der Natur zum Wohle seiner Gesundheit alr Heil- oder Vorbeu- gungsmitiel Gebrauch zu machen: Dem Gesunden zum Wohle, dem Kranken züm Heil und Trostl 8840 2 Exposituren. Anglo-Elementar Versichentflgs- Aktiengesellschaft in Wien Dirikfloi für«e fiSR In Prag Generalagentschaft Reichenberg empfiehlt sich rum Abschluß von am Feuer-, Unfall-, Haftpflicht-, Einbruch-, Auto-, Transport-, Glas-, Maschinenbrach-, Zeitkarten-, Reisegepäck- und Wetter-Versicherungen zu kulantesten Preisen Bargarantiemittel In dar iSR 83 Millionen Büros: Png, NMI Ur. 17, Reichenberg, Schtagasse 21, Brünn, Theaiergasse 6 Saisonaustakt in Karlsbad Die Osterfeiertage bedeuten für Karlsbad den Auftakt zur Saison. Da setzt zum ersten Male wieder der Zustrom, der Gäste ein und die Karlsbader Gaststätten haben wieder Betrieb. Obwohl in diesem Jahre Ostern kalendarisch sehr früh fällt, ist die Sprudelstadt für ihre Ostergäst« gerüstet. Di« groben Hotel» und Casks sind zum Teile bereit» geöffnet, zahlreiche Veranstaltungen, die bereit» Saifoncharakter tragen, Konzert, Tanz, Kabarett, Tonfilm, Sport, werden den Besuchern Karlsbad- die Ostertage zu einem angenehmen Erlebnis gestalten. Wie e» den Anschein hat, wird sich heuer der Besuch au- dem Auslande wie au- dem Inland« auf ansteigender Linie bewegen. Die Devisenvereinbarun» gen zwischen der Tschechoslowakei und ihren Nachbarstaaten, die größtenteils bereit» abgeschlossen sind, werden— wenn nichts Unvorhergesehene» eintritt ■— eine gewisse Steigerung der Kurfrequenz ermöglichen. Daß auf. den Jnlandgast besonderer Werl gelegt wird, ist bei der heutigen Situation wohl selbstverständlich. Karlsbad hat sich bewußt auf di« Devise„Jedem eine Karlsbader Kur möglich" ein« gestellt. Die von der Kurverwaltung herau-gcgebe- nen Jnklusibkuracrangement», die al» Richtpreis« auch.für da» freie Angebot anzusehen sind, bieten ZENTRALE IN PRAG Telegramm-Adresse: Escomptecredit Filialen u.Exppsitureni. Asch, Aussig, Bodenbach, Böhmisch Budweis, Böhm. Kemnitz, Böhm. Lelpa, Brtlnn, Brüx, Bfeclav, Eger, Falkenau, Freudenthal, Gablonz a. N., Haida, Hohenelbe, Iglau, Jägerndorf, Karlsbad, Komotau, Leltmeritz, Loboaltz, Mährisch Ostrau, Mährisch Schönberg, Marlenbad, Morchenstem, Nikolsburg, Olmtltz, Filsen, Reichenberg, Rumburg, Saaz, Steinschönau, 8938 Teplitz, Tetschen, Trautenau, Troppau, Warnsdorf, Znalm PRAG IU BRE DO VS KÄ 18 Bez u g» b e d i n g u n a.» n: Bet Zustellung ms Hau» oder bet Bezug durch die Post monatlich 1$ 16.—, vierteljährlich KC 48.—, halbjährig KC 86.— ganzjährig KC 192.—.— Juierate werden taut Tarif billigst berechnet.-, Bei- öfteren^ Einschaltungen Preisnachlaß.-7- Rückstellung, von. Manuskripten,«folgt, nur des Einsendung der Retourmärken,— Dte ZeitungSsrankatur wurde von der Post» und Leie»- grophendwektton nut Erlatz Nr. lü.800iVU/18Sl> bewilligt.— Druckerei!„Orbis". Druck«. Verlag»« uÄ L«itung»-S.-B. Prag. 1 Konstantinsbad (das Idyll Böhmens) Bein Rheuma, Gilbt, Herz« und Frauenleiden, Gesundung und Lebenskraft: durcb vor-llgliche Rodlensiiure« und Schwefelbäder. Herrliche Spazieraünge und Ausflüge. Billiger und Sommeraufenlyalt. Freibad, Sport- und Tennisplatz. Eröffnung am 18. Mai 1037. 7 Prospekte und Anfragen durch das Gemeindeamt. 3080 L2S2S2S2SMS252SMSM5MLMMLM5M Mas über rein nMMWlMen, Oos oudi den Laien intereffiert Mott«: Was lich durch Jahrhunderte rt» beute bewhhrt hat, bedarf wohl lewes wetteren Beweise« seiner WIN«! Al» vor vielen tausenden von Jahren in grauer vorgeschichtlicher Zeit der.Südhang de» aufgefalteten Erzgebirge» in einem mächtigen, vom Fichtelgebirge bi» zur Elbe reichenden Spalte abbrach und sich ein Stückln- Erdinnere senkte, entstanden alle jene Heilquellen, die Böhmen schon bei den Römern und später in der ganzen Welt berühmt getnacht haben. Schon damals hatte man erkannt, welchen großen Wert, diese Heilwäffer für die leidende Menschheit haben, denn e» gibt«ine ganze Reihe von mitunter schweren Krankheiten, die bloß durch die Siegelung der Ernährung und den alleinigen Getmß «ine» solchen Heilwäffer- geheilt werden. Auch heute noch, trotz de» großen Jortschrittr» der Chemie in der Herstellung wichtiger medizinischer Präparate, geht da» Streben der.modernen Heilkunde dahin, die von der Natur selbst geschaffenen Heilmittel— Licht, Lpft, Wasser, Klima— zu verweitden, vor allem di« natürlichen Heilquellen, die teil» an der Quelle selbst <— wie in Karlsbad, Macicnbad, FranzenSbad usw.— getrunken und teil- als hellkräflige Mineralwässer in alle Welt, versendet werden. einen kompletten^wöchentlichen Kuraufenthalt ein« schließlich Kurtaxe, Bädern, ärzil. Behandlung usf schon zum Preis« von 1550 KC, da» entspricht einem Tage-auswande von rund 70 KC. Man kann also Karlsbad keine-weg- al-„den LupuSkürort" bezeichnen, sondern müß es dahingehend.charakterisieren, daß dem verwöhnten Internationalen Publikum jeder erdenkliche Komfort geboten werden kann, daß aber her wirtschaftlich Minderbemittelte genau so al» vollwertiger Gast angesehen und behandelt wird und tatsächlich di« Möglichkeit hat, zu wirklich bescheide» ,n«n Preisen Gesundung und Erholung in Karlsbad zu finden. Karlsbad ist' da»„Fenster unserer Republik" gepannt worden. ES ist sich seiner Verantwortung bewußt, die darin liegt, den vielen Zehn»' tausenden von Menschen, die e» vertrauensvoll aufsuchen, einladende Einsicht in den„Garten Europa»" zu bieten- Gebrauchte», gut erhaltene» Damenfahrrad zu kaufen gesucht. Angebote an die Administration d. Blatte». Bolümsi^ie Escompte-Bank und Credit-Anstalt [MATTrj 1’ 5|y|-i[J.I Qualität. IMATTOnts— LniiyrJi» ütoihas] 1 Woh Ice schm eckir-gl-AS^l»1 Welt r uf! TgieSI