Sozial- eMrat gentralorgan der Deutsche« sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der LschechoflowaNschen Republik Erscheint mit Auouahme de» Montag tSglich früh Redawonund Verwaltung: Prag XII., Fochova 62- Telephon 88077- Herausgeber: Siegfried Taub- Verantwortlicher Redakteur: Karl Kern, Prag Eiuz«lpr«i»78(einfchlietzl. 8 Heller Porto) Aus dem Inhalt: Präsident Dr. Beneä nach Belgrad abgereist Zerfall der nationalen Vereinigung Sandner schlägt nicht mehr tu Wien gegen reichsdeutsche Korrespondenten Zum erstenmal ein Streik bei Ford 17. Jahrgang Sonntag, 4. April 1937 Nr. 80 Im Vormarsch auf Cordoba Schwere Kämpfe an der Front bei Bilbao Andujar».(HavaS.) Trotz der stärken Regengüsse rückte Donnerstag eine RegiermrgS- k-lonne im südliche» Abschnitt bei Pozo Blanc um acht Kilometer in der Richtung gegen di« Stadt Billa Hart« vor. An diesem Lage standen die RegierungStruppen nur noch sieben Kilo, meter vor der Stadt. Die bei Penarova operierende RegternngSkolonne besetzte, die Höhen um Arco Rocozila, die von großer strategischer Bedeut»«, sind. Die Republikaner sind um zwanzig Kilometer vorgerückt. Rach de» letzte» Meldungen so« Billa Harta gefallen sei», welches mrr IS Kilometer von Cordoba entfernt liegt. An den spanischen Fronten Von Ernst Paul Ang Valencia meldet HavaS, dah Regierungsflugzeuge eine Kolonne von 86 Lastwagen der Aufständischen bei Penaroja bombardierten. Bon der Front bei Ja« kam die Nachricht, daß durch aufständische Flieger. SO Personen, darunter 28 Kinder, getötet wurden. Neuerliches Bombardement von Madrid Das Kriegskommissariat in Madrid■ teilt mit, daß die Aufständischen am Jarama-Abschnitt Verstärkungen erhielten und die Absicht zu haben scheine», von neuem. anzugreifen. Ein heftiger Angriff» dem sie. unternahmen, wurde zurück« geschlageru Jm Lauf« des Donnerstag hat feindliche.Artillerie. Madrid, intensiver boiäbar« diert, als«S in der letzten Zeit der Fall hxtc? Dis Offensive der Aufständischen . im Norden aufgehalten ' Der amtliche Bericht deS Hauptquartier- der Nordarmde-in Gijon lautet: Im' Abschnitte Le- queitio entfaltete der Feind Donnerstag-heftiges Feuer.- Die Regierungstruppen antworteten und belegten di» feindlich«.Stellungen mitArjilltzrii- geschossen. An kkr Äytzg-Front im MchgUe Arochandiano und Aramayona übte der Feind weitere» Drück aus. Zahlreiche Angriffe wur- dm glänzend zurückgeschlagen. Am Abschnitte bei Gorbeo schlugen die' republikanischen Abteilung« bei La Cruz eine Aufständi- schen-Abteilung. Bei der Säuberung des eroberten'TertainS'fiel uns-eiste Menge' Kriegsmaterial in die Hände.' -. An der Burgos-Front ereignet«'sich nichts von Bedeutung.' Die Fliegertätigkeit der Aufständischen hat gegenüber den verflossenen Tagen erheblich nachgelassen. Auch an der Santander- Front gibt eS keine bedeutenderen Operationen. An der Oviedo-Front beschossen'wir wirksam di« Stellungen, welch« die Aufständischen im Innern Oviedo» etnnehmen. Der Feind hat grosse Verlust« erlitten: Im Abschnitte Somiedo-atm di« Regie- rungSkräfte ihre Stellungm läng» der ganz« Front verbessert. Donnerstag find die Milizionär« umsieben Kilometer vorgerückt. Die RegienmgSkräste find mmmehr bemüht, dir Berbindnng der Aufständisch« zwischen Asturim nnd Leonzu konpierm. Nach dem gestrigen Ministerrate in Bilbao haben sich der baskische Ministerpräsident und einige seiner Mitarbeiter an verschied«« Frontabschnitte, begeben, Die 26. Karawane, des Internationalen - Solidaritäts-Fonds nach Madrid ' Die beiden Arbeiter-Internationalen(Internationaler GewerkschastSbünd und Eozialisti« sche Arbelter-Jnternattonal«) hoben bekanntlich WWWWWWWWWWWWWWWWWMDW erfolgreicher Protest in kern gegen die Schreibweise dsr Italienischen•'PreS'so' ;. R» m..(Tsch. P.-B.) Der tschechoslowakische Gesandte beim QuirinalDr. CHv a l k o» f k h protestirrte beim'italienischen Außenminister Grasen lk i a n o gegm die Art, in der ei» Teil der italienisch« Presse,-. insbesondere„Regim» Faselsta", in,der letzt« Zeit üler di« Tsche- choslowaket-schriet.-.... Graf SfissNO. gab de« Gesandt« die Per»- sicherüng» daß unverzüglich all«. Maßnahm« getroften. werde»,, damit sich dir bedauernswert« Angriffe nicht Wiederhol«», allerdings nnttr der Voraussetzung der Reziprozität in der tschechoslo- walischm Prissp..Rom setz, vorau», da» sein aufrichtiges Snttresse für freundschaftliche Beziehungen Wit. der Tschechoflowakischrn Republik auch in Prag geteilt werde,.., seit Beginn deS Bürgerkrieges in Spanien eine grosse finanzielle HilfSaktton eingeleitet, unter denen die LebenSmitteltranSport« einen sehr wichtigen Platz«innehmen. Bisher sind 28 Transporte dieser Art nach Spanien gegangen. Der letzte von ihnen, der aus-8 Lastwagen bestand, die mtt Teigwaren, Fleischwaren, Stockfisch beladen waren, ist vor einigen Tagen unter Leitung des Untersekretärs des International« Gewerk- schaftsbundeS, G. Stolz, in Madrid eingetroffen. Wie alle früheren Transporte, ist-auch dieser mit Freude von dem spanischen Komitee in Empfang genommen und als Beweis der internationalen Solidarität anerkannt worden. Auch diesmal sind die Lastwagen, selbst für Transportzweck« in Spanien.geblieben. Franco weist Journalisten aus Salamanca. Amtlich wird mitgeteilt, dass aus dem im Besitze Francos befindlichen Gebiet der Berichterstatter des Londoner»Daily Express" auSgewief« worden ist, well er in seinem Blatte »unwahr«" Nachrichten über die Ereigniffe.in Spanien verbreitete.. Mllltlr-Revolten In Italienischen Städten Da» Wochenblatt„Giustizia e Liberia" meldet aus Romr- Mit Hartnäckigkeit behauptet sich da» Gerücht,, daß es in der vergangenen Woche in P alt r m o zu einer Militär-Revolte kam. Es handelt sich dabei um Soldaten, die, angeblich Nach Abessinien bestimmt, meutert«, alS sie gewahr wurden, daß sie in Wahrheit nach Spanien geschickt werden sollte». Die Erhebung in Palermo wurde blutig unterdrückt. Ihre Tatsache selber, unmittelbar»ach d« Meldung« über Revolten In den Kasern« von Floren» und Modena, zeige» dtp tieft Unzufriedenheit der italienischen Soldat« auf. Gleichzeitig wird bestätigt, daß Mussolini jetzt Truppen, dir»ach Spanien geschickt werd« sollen, in Ancona konzentriert habe. Dieser Has« sei deswegen gewählt worden, well man dort die Trupp« leichter glaube» machen kann, daß st« nach Abessinien bestimmt seien. 180 Arbeiter In Florenz verhaftet.. Das zitierte Blatt meldet weiter,- daß auS Gründen, die bisher noch nicht genau klargesteüt werde» konnten, 180 Arbeiter der Fabrik Galileo in Floren» seit zwei Woche» ringekerkrrt find. Diese Tatsache habe in der Bevölkerung vv» Flv» rmz große Bewegung hervorgerufen. Wir setzen mit dieser Veröffentlichung den Bericht Ernst Pauls Über sein« Spanienreise fort. Madrid Noch niemals ist wohl in der neueren Kriegsgeschichte zu verzeichnen gewesen, dass eine unbefestigt« Millionenstadt im Mittelpunkt des Kampfes stand. Brüssel wurde im Weltkrieg von den deutschen Truppen schnell ervbert. Bon Paris konnte das gleich« Schicksal noch in letzter Minute abgewehrt werden. Als Franco nach dem-Durchbruch bei Toledo den Angriff auf die Hauptstadt unternahm, war Madrid ein« offene, unbefestigte und schwer zu verteidigende Stadt. Seine Truppen kamen bis über den Manzanares bis vor das ehemalige Kö- nigSschloss. Man zeigte uns jene Stellen oberhalb des Nordbahnhofes, die bereits von den Mauren besetzt waren. Zahllos« Einschüsse von Anfanterie- und Maschinengewehren an den von Artilleriefeuer und Fliegerbomben fast völlig zerstörten Häusern zeugen von erbitterten Kämpfen und blutigem Handgemenge. AIS es gelungen war, Franco» braun« und blonde Mauren aus diesem gefährlichen Winkel über den Manzanares zurückzuwerfen, war von Madrid die ärgste Gefahr abgewendet Heute's st Madrid«ine Festung. Zahllose Barrikaden, auS zementgebunden«» Pflastersteinen errichtet, riegeln in dicht aufeinanderfolgenden Ketten di« Stadt gegen jeden Infanterie angriff ab. Tank» find in solch« Kämpfen völlig hilflos. Sie können von den Ber- ttidigem leicht erledigt werden. Auch dem direkten Artilleriefeuer halten die einen bis zwei Meter dicken, mannshohen Steinbarrikaden stand. Madrid. könnt« hellte wohl durch ei» Geschwader von 800 Flugzeug« durch Bomben völlig zerstört werden, im normalen Kampf aber ist es nach menschlichem Ermessen uneinnehmbar. DaS war die feste Ueberzeugung, die wir bei unserer sehr eingehenden Besichtigung gewonnen haben. In der begreiflichen Annahme, dass man ausländische Gäste nicht in die vorderste Feuerlinie führ« würden, gingen wir, der tschechische Sozialdemokrat N i m e c und ich, in den Vormittagsstunden des 21. März auf eigen« Faust loS..Die Grohzügigkeft der spanischen Kämpfer und unsere Geleitbriefe ermöglichten«»- uns, fast bis auf Rufweite im Gebiete des Cafa del Campo an die Stellungen der Rebellen vorzudrtngen. Wir konnten uns selbst von den ausgezeichneten Verteidigungsanlagen und von deren ausser- ordentlich guten Besetzung überzeugen. In beit Nachmittagsstunden des gleichen Tage» aber gestattete der Kommandant deS Abschnittes im Universitätsviertel, Oberst Ordegä, die Besichtigung des von ihm verteidigten Teiles der Front. Ein junger Oberstleutnant führte, uns gemeinsam mit. dem Batteriekommandanten zuerst in die zweit« und dann auch in die erste Linie des Schützengrabens der RegierungStruppen. Mir sahen von den Schiessscharten aus die heiss- umstritteile Universitätsklinik, den letzten Teil des eigentlichen Madrid, den Franco noch im Besitz hat, in einer Entfernung von etwa 880 Meter vor uns liegen. In dieser Stunde herrschte zufällig völlige Waffenruhe. Kaum waren wir aus den Schützengräben' heraus, fetzte das Knacken der Gewehrschüsse wieder«In. Wir überzeugten uns, dah auch an dieser Stelle alles erdenkliche für die Verteidigung vorgesehen ist. Die Schützengraben sind solid und völlig fachmännisch ausgebaut und mit allen Reservestellungen versehen. Das gleich« Bild zeigte ein Besuch in den Artilleriestellungen, die fast ausschliesslich auf direktes Schiessen eingestellt sind. Das Leb« in Madrid wickelt sich, wenn'man diescs Wort in dieser aussergewöhnlichen Zeit aussprechen darf, in normaler Weise ab. Die Strassenbahn und Untergrundbahn verkehren bis in die unmittelbar« Näh« der Front, di« Geschäfte sind zum grössten Teile während des Tages gc- öffnct, die Strassen sind stark belebt. Am Weich spielen die Kinos und auch eine Anzahl Theater. Zahllose Zeitungen werden in den Strassen laut auSgerufen. Die Lebensmittelversorgung ist, wenn auch mit, Schwierigkeiten, sichergestellt, Brot, und Milch sind knapp,.Gemüse ist genügend vorhanden.'Den Soldaten, an der Front mangelt es an nichts. Die Evakuierung der Zivilbevölkerung, vor allem, der Frauen und Kinder, hat erfreulicherweise grosse Fortschritt« gemacht. E» wurde ungesagt, dah sich trotz der grosse» Gefahren viele Menschen nur sehr schwer von ihrem dürftigen Heim wenn« können. Viele Häuser sind durch Fliegerbomben grauenvoll verwüstet. Auch sehr viele Einschläge von Artilleriegeschossen sind zu verzeichnen, doch bleibt deren erhebliche Wirkung in den neuen und betongebauten Häusern weit hinter jenen der Bomben zurück. Wir wohnten In einem Hotel, das etwa eine Biertel-Wegstunde vom Schützengraben entfernt lag. Während des Tages, aber auch vor allem während der Nacht, wär Gewehr- und Artilleriefeuer ständige Begleitmusik. Daran gewöhnt man sich aber rasch und man wird von der Suggestivkrast, die von Madrid ausgeht, geradezu gefangen genommen. Man glaubt, was uns immer wieder gesagt wurde, dass Menschen, die einmal länger als eine Woche in Madrid weilen, sich überhaupt nicht mehr von dieser Stadt trennen wollen. Das Herz der Verteidigung der Stadt ist die Junta de Defense. Ähren Pulsschlag dirigiert Generäl M i a j a mtt seinem Stab. Wir besuchten in den späten Abendstunden den obersten Kommandanten des Madrider Kqmpfabfchnittes und hörten aus seinem Munde das gleiche, waS wir vorher durch persönlichen Augenschein ermittelt hatten: Madrid ist uneinnehmbar. Guadalajara und Brihuega - Die Entwicklung hätte vielleicht ein« anderen Gang genommen, wenn es den Italienern gelungen wär«, Guadalajara zu besetzen und Madrid völlig einzuschliessen. Dass dieser Versuch völlig misslang und dass jede Wiederholung aussichtslos zu fein scheint, ist das Evgebnis der Kämpfe, die in der Zeit vom-10. bis 20. März stattfanden. Bis auf wenige Kilometer waren die italienischen- Truppen an Guadalajara heran- gekomm«. Die vereinten Bemühungen der spanischen Kämpfer und der Internationalen Brigaden, Re chnen erbitterten Widerstand leisteten, brachten den Angriff zum Stehen, der von vier italienischen Divisionen mit einem-Mindesteinsatz von 28.000 Mann, 200 Geschützen, 18Y Tanks und zahllos« Maschinengewehren unter dem OberbefehldeSitalienisch« Generals Mäneili begonnen wurde. Am'iS.. März setzte die G e g e»offensive eim Sie würde, wie schon bekannt ist, durch«inen überraschenden Angriff der Regierungsflugzeuge, eingeleitet, der in den Rechen der italienischen Kämpfer«ine helllose Verwirrung anrichtete: Als-die den italienischen Tank» überlegenen Tanks der Regierungstruppen vorstiessen, wich der Feind in regelloser Flucht zuxück. Wir sahen daS Schlachtfeld-zwischen Guadalajara und Brihuega, auf dem ein Seite 2 Tönning, 4. April 1037 Nr. SÜ Bombeneinschlag neben dem anderen, ein Granattrichter neben dem anderen zu sehen- war. Die Raupenketten der Tanks, die kreuz und quer iiber Felder und durch den Wald gekrochen.waren, haben-tiefe Spuren in die feuchte Erde eingegraben; zahlloses Material, das die Italiener bei ihrer Flucht zuriickgelassen hatten, haben wir gesehen. Der Wert der in diesem Abschnitt erbeuteten Geschütze, Tanks, Panzerautos, Traktoren und Munition etc. wurde uns vom Kommandanten der 1t. Internationalen Brigade mit mehr als 10 Millionen Pesetas bezeichnet. Das Material ist fgst durchwegs gebrauchsfähig. Auf unserer RUck- . fahrt überholten wir italienische Traktoren, die bereits von spanischen Soldaten bedient, mit eigener Motorkraft gegen Madrid fuhren, wo sie in die Materialreserve«ingegliedtrt wurden. DaS Städtchen Brihuega, einst ein malerisch, von einem alten Kastell überschatteter, in«in enges Hochtal eingebetteter Ort, ist grauenvoll verwüstet. Ganze Siraßenzeilen sind durch das Borbardcment niedergclegt. Bor den Häusern standen bereits wieder die um ihr schützende- Dach beraubten Bewohner. In Brihuega hatte das italienische DivistonSkommando seinen Sih. Italienische Aufschriften grinsten von den Mauern:„Mussolini erobert MadridI" „Eviva il Ducei" Der Duce wird erfahren müssen, daß er auf diese Weise Madrid nicht zu erobern vermag. Er hat auf dem Schlachtfeld von Guadalajara-Brihuega seine erste militärisch« Niederlage erlitten. Bedarf«S noch des Beweises, daß reguläre Italienische Truppen in geschlossenen Verbänden eingesetzt wurden? Wir haben sie in der Hand. Wir haben Standeßbücher von italienischen Soldaten, die in der Militärdruckerei in Nom gedruckt wurden. Wir haben italienische Kommando- biicher gesehen, in denen mehr als hundert Namen mit allen Daten verzeichnet waren. Wir haben schließlich von schweren italienischen Last- auios selbst die Plakette abgeschraubt, die den italienischen Ursprung der AutoS einwandfrei beweist. Wir haben schließlich mit vielen italienischen Gefangenen gesprochen, darunter mit dem oft genannten Mafor Antonia Luciano aus Neapel, der eine M.-G.-Kompanie kommandierte, die uns bestätigten, daß sie teils offen, teils unter Vorwänden nach Spanien geschickt wurden. Wir hatten aber auch das merkwürdige Erlebnis, daß die überwiegende Mehrzahl der italienischen Gefangenen— die Gefangenschaft ist sonst ein Zu- stand der Entwürdigung— die Gefangenschaft als Erlösung empfanden I Die Gefangenschaft brachte ihnen ihr« Freiheit. Sie grüßten mit dem Kampsgruß des spanischen Volkes: .„Salut I" Gar bald kann es sein, daß manch« der in Spanien eingesetzten italienischen Soldaten an der Seite des.spanischen Volkes um ihr« eigene Freiheit kämpfest wtrdenk”’'" Schuschniggs Romrelse noch nicht fixiert Rom.(Haväs.) Zu den Gerüchten, wonach der österreichisch« Bundeskanzler Dr. Schuschnigg nicht nach Rom reisen werde, wird an hiesigen amtlichen Stellen erklärt, daß diese Reise des österreichischen Bundeskanzlers bisher nicht Gegenstand offizieller Verhandlungen gewesen ist, daß sie jedoch im Rahmen derMöglich« leit bleibt und der Zeitpunkt noch nicht festgesetzt worden ist. SENSATION IM LUXUS-U-BOOL-Ju VON ARNOLD HlllBUT Jedenfalls, Taylor hatte all« behördlichen Schwierigkeiten aus dem Weg geräumt und so befehligt „Kapitän" Austin seiye aus zwei Man» bestehende Besatzung, und darf nebenbei täglich die reizende Gaskognerin sehen. Gegen 10 Uhr abends, kurz vor dem Eintreffen der ersten Gäste, saßen in dem noch halbverdunkelten Salon die drei Gefährten. Sie waren bereits im Abendanzug, „Also deine schöne Filmschauspielerin kommt bestimmt?" wandte sich Taylor an den Ungar.. „Sie kommt"— Ärmster küßt« sich die Fingerspitzen,„schönste Fran der Welt." „Und sie wird auch den fabelhaften Jadeschmuck tragen?" „Ja, sie hat mir versprochen." Taylor macht« eine zweifelnde Gest«.„Und wenn sie nun ihre Absicht ändert, launenhaft, wie alle diese Weiber sind?" „Sie wird, nicht, bestimmt nicht. Kommt auch Maud Fergusion, die Tochter von Roald Fergus- son, weißt du, der Präsident des Stahltrust. Hat die schönsten Perlen von'New Fork. Also wird Bilma von Hatvany ihren Schmuck anlegen, um zu übertreffen ihre Rivalin." „Aut", nickte der Amerikaner anerkennend, „du hast gut gearbeitet, Deszö, verstehst dich auf die weibliche Psyche." Taylor senkte di« Stimme. „Ich Wiederhobe also nochmals: wir fahren übet die Dreimeilenzone hinaus. Sobald Wir in Sicht der Insel Chatam kommen, unterbrichst du, Jost, den Tanz und du, Deszö, da? Spiel. Ihr postiert, euch sofort an der Tür des Saals und haltet die vor erste Streik bei Ford New Nork. Ein. weiterer, charakteristischer, Zug in der Entwicklung der Arbeitskonflikte- in den Vereinigten Staaten Ist der e r st e S t r e i k b e i F o r d. Es ist dies ein Streik mit verschränkten-Händen. Mehr als 300 Arbeiter besetzten die Fabrik der sogenannten Sammelwerke der Fordfabriken in Kansas City. Zum Streik ist es infolge der Entlaffung von 850 Arbeitern der Fordgesellschaft gekommen. Das Präsidium de» Arbeitersyndikates für die AutomobiliNdustri« er- klärt, daß«S keine Bewilligung zu einem Streik gegeben hat. 140.000 im Streik Die Lohnerhöhungen, die in dem neuen Vertrag in der amerikanischen Kohlenindustrie vorgesehen sind, betragen«inen halben Dollar täglich bei Arbeiten im Taglohn und 0 Cent für«ine Tonne bei Akkordarbeit. ES wird«ine gemischte Kommisswn aus Vertretern der Arbeitgeber und der Bergarbeiter geschaffen werden, welche die Frage der Arbeitslosigkeit, die durch die Mechanisierung der Arbeit in den Gruben verschuldet wird, prüfen soll. -Gegenwärtig streiken in-den Vereinigten Staaten an 140.000'Arbeiter, davon ungefähr 122.000 in den Automobilfabriken. Die Verhandlungen des Vizepräsidenten der Gesellschaft„General Motors" mit den Arbeiterführern sind gescheitert. Mit Trifnengae gegen Streikende In Albert Lea(Minnesota) stürmt« die Polizei daS Hauptquartier der radikalen Gewerkschaft. 64 Streikende wurden verhaftet. Streikende drohten daraufhin, das Gefängnis zu st Ü r- m e n. In der Stadt kam cs zu wüsten Ausschreitungen. Kraftwagen wurden umgeworfen. Ein Polizeiauto wurde verbrannt und ein andere» in den Fluß gestürzt. Die Streuenden zogen dann vor die Fochrtk der amerikanischen GaSmachine Company, aus der gestern die Sihstreiker gewalt- samt entfernt worden waren und. wo Arbeitswillige die Arbeit wieder aufgenommen hatten. Die Streikenden warfen di« Fensterscheiben esn und, versuchen in die Fabrik einzudringen. Die Polizei ging gegen die Streikenden mit Tränengas- bomben vor. Der Gouverneur von Minnesota ließ die Verhafteten wieder frei. Belgrader p a kt und Kleine Entente In„Le Populaire" schreibt Andri L a r o u x zur Belgrader Konferenz u. a.: Der am 28. März von Herrn Stojadlnavtä und Graf Ciano unterzeichnete Pakt ist einer lener bilateralen Pakte, deren sich Hitler und Mussolini bedienen wollen, um das System der gegenseitigen Beistandspakte und der kollektiven Sicherheit zu zerstören. Um sich davon zu überzeugen, wird es genügen, die Haltung festzusttllen, die Italien zu dem-französischen Vorschlag eines automatischen gegenseitigen Beistandspaktes mit der Kleinen Entente vom November vorigen Jahres eingenommen hat. Eine Depesche au» Rom sagt zu diesem Gegenstand: „Die politischen Kreise Italiens erllären, daß der französische Vorschlag auf Abschluß eine» gegenseitigen Beistandspakte» mit der Kleinen Entente als in keiner Weise vereinbar mit dem italienisch-jugoslawischen Uebereinkommen.angesehen werden kann, das eben in Belgrad unterzeichnet wurde. Italien, heißt cs, ist gegen mehrseitige Pakte und die» ist der Grund, weshalb der Pakt, den- ei mit Jugoslawien abgeschlossen hat,«in zweiseitiger Pakt ist, der außerhalb des Rahmen» des Völkerbundes dmchgeführt wird." Zufolge der italienischen Interpretation würde das Abkommen vom 28. März die ganze jugoslawische Politik auf einen internationalen Plan festkegen. Italien könnte sein Beto gegen«ine Verstärkung der Kleinen Entente und eine engere Gestaltung ihrer Beziehungen zu Frankreich einlegen und würde das Recht haben, sich auch der Teilnahme Jugostawitns an einem mehrseitigen Pakt«ntgegenzuftellen." Lepoux meint, daß«ine Entscheidung über die künftig« Donaupolitik erst bei dem Besuch deS Präsidenten Bene» in Belgrad fallen werde und daß diese Entscheidung europäische Bedeutung habe. Auch I e x a S im Brüsseler„P e u p l e". spricht Bedenken wegen der Haltung Jugoslalvien» au» und meint, Jugoslawien hätte jetzt Gelegenheit, zu beweisen, ob der italienische Pakt«S in seinen übrigen Verpflichtungen nicht behindere. Soviel über das Ergebnis Belgrads bekannt wurde, hat Jugoflawien sich nicht geweigert, b i S» herige Verbindungen aufrechtzuerhalten, das heißt, vor allem Ungarn gegenüber nur ein gemeinsames Vorgehen zu dtttt in Erwägung zu ziehen, aber«S hat der Erweiterung der Klemen Entente zu einem allgemeinen Sicherheitspakt offensichtlich nicht zugestimmt. WaS die Ablehnung«inseitiger Pakte mit Ungarn betrifft, so ist da» natürlich kein relneS Opfer, da» Jugoslawien bringt, denn es fesselt dadurch ja auch die Tschechoslowakei, die nach dem Statut der Kleinen Entente und den neuerlichen Abmachungen in Belgrad ihrerseits auch keine einseitige Entente mit Ungarn eingehen darf, da'S heißt, faktisch-in ihrer Sicherheitspolitik an der mittleren Donau an die Zu st immung Belgrads gebunden bleibt. Daß diese aber wieder von der Zu st immung RomS abhängig ist, erscheint nach den Ausführungen Lsrouxs immerhin möglich. So hätte Mnssolini^und dank dem Ikäftespiel- auf der-„Achse Rom-Berlins"' auch Hitler)«ine gewiss« Möglichkeit, via Belgrad die Donaupolitik der Kleinen Entente nach Wunsch zu regulieren." s Günstiges Presse-Echo Da» Echo der Belgrader Konferenz in der Presse der Westmächte ist im allgemeinen günstig. Ran betont, daß die Kleine Entente sich zum Völkerbund bekannt und damit gewissen deutsch-italienischen Thesen eine entschiedene Absage erteilt habe. Man hat in London und Pari» allerdings, wie ei scheint, bereit» vergessen, daß auch Italien noch zum Völkerbund gehört und daß die„Völkerbundsstaaten" Oesterreich und Ungarn c» seinerzeit trotz ihrer'Zu-1 Gesellschaft mit euren Revolvern, in Schach, verstanden?"' „Pcrfectamente", sagte der Mexikaner. „Du auch, Deszö?" „Ja, schon, aber was ist mit Austin?" Taylor schob da» Kinn vor; er sah aus wie eine Bulldogge.„Den nehme ich auf mich. Taxier«, wird hart auf hart gehen mit ihm. Natürlich wird er sich weigern, mitzumachen. Er muß also mit den Passagieren auSgebootet werden." „Und wer wird dann das Boot führen?" „Das Übernimmt Jonny, er ist ja Ingenieur. Auf ihn und den Matrosen können wir un» verlassen, aber..." Er unterbrach sich und neigte horchend den Kopf. Die Tür öffnete sich. Edward Austin stand äuf der Schwelle. Er war im Overall, die Hände und das Gesicht ölbefleckt. „Was gibt»?" fuhr Taylor auf, einen forschenden Blick auf den Etntretenden werfend. „Wir haben eine Havarie im Tank. E» dürfte besser setn, di« heutige Ausfahrt abzusagen." „Ich denke nicht daran", braust« Taylor auf,„gerade heute haben wir ganz exquisit« Gesellschaft. Der Schaden wäre nicht wieder gutzumachen." Austin zuckte die Achseln.„Ich Übernehm« kiine Verantwortung." „Nicht nötig. Haupffache, daß wir fahren. Wir müfstn um ll.lv starten! Auf jeden Fallt" „Well, then, meinetwegen. Sie.tragen die Verantwortung, Taylor." Der Amerikaner sah mit zusammengekniffenen Lippen dem sich Entfernenden nach. „Caray, ob er gehorcht hat?" fragte Fernandez. „Vielleicht", entgegnete Taylor,„Ich werd« den Burschen nicht au» den Augen lassen heute abend». Eine halbe Stunde später empfing Tom Taylor die Gäste an der Reling. Durch die erwei terte Einsteigluke, deren eisern« Stufen mit dik- ken Kokoslaüfern' belegt waren, begcwen sich die Ankommenden in den Salon. Selbst diesen blasierten Amerikanern zivang die Pracht der Ausstattung und das Ungewöhnliche des Milieus ein leises Staunen ab. Alles ging Im Raum umher, bis Has Zittern des Schiffskörpers anzeigte, daß die Dieselmotoren liefen. Eine exquisit« Gesellschaft, die sich da einge» funden hatte. Unter den Abendmänteln schimmerten die Seidenrohen- leuchteten die weißen Smokinghemden. Bilma von Hawany, die schöne Filmschauspielerin, überstrahlte albe. Sie trug tatsächlich den phantastischen Jadeschmuck. Ein seltsam irisierender Schimmer ging von diesen geheimnisvollen Steinen aus, die sich prachtvoll dem Elfenbeinteint der Künstlerin anpaßten. Maud Fergusion, die Tochter des Trustmagnaten, erblaßte vor Neid; sie ließ kein Auge von ihrer Rivalin und behandelte die sie begleitenden Kavaliere höchst ungnädig, ES waren noch einige millionenschwere Herren der Wallstreet und auch der Gesellschaft von FriSco anwesend. Man saß beim Souper. Durch ein breite» Fenster konnte man in deNGrilsroom sehen, wo Morin, üb« dem Smoking die blendend. weiße Schürze, die Spezialitätde» Hauses— am Grill geröstete Seefisch«— zubereitete. Es wurde nur Champagner getrunken, di« teuersten Marken. Ein Glpckenflgnal ertönte. Das taktmäßige Geräusch der Dieselmotoren erstarb. Zu gleicher Zeit ging, di« Deckenbeleuchtung’ In«in sanftes Dämmerlicht über, um langsam ganz zu erlöschen. Einen Augenblick layg lag der Gaal im liefen Dunkel, dcmn schoffen^die Reflektoren ihre grellen Strählenbündel durch di« gläsernen Seitenwände. Man fuhr unter Wasser.- Angelockt durch die blendende, Helle schpsien von allen Seiten di« aüfgeschreckten Bewohner der Tief« heran. Sie stießen die stumpfen Mäuler an gehörigkeit abgelehnt haben, an den Sanktionen teil- zunehmem Jugoslawien» bloße Zugehörigkeit zum Genfer Bund besägt noch nicht» Entscheidende» über die Politik, die er im Ernstfall einschlagen würde. Da» erste Echo, da» mittel- und osteuropäische Ereignisse im Westen finde», ist meist ein wenig oberflächlich. Die großen Blätter haben ihre besonderen Spezialisten für Ostfragen, die meist erst nach genauer Sondierung an Ort und Stell« da» Wort ergreifen. E» handelt sich also vorläufig um eine erste Interpretation de» Kommunique», da» ja in sehr geschickter Weise die Klippen umschifft und da» Positive hervorhebt. Für Mitteleuropa und für die Tschechoslowakei in erster Linie wird alles davon abhängen, ob da» Ergebnis de» Rom-Belgrader Paktes«in« Stärkung bloß der italienischen Posttton und vielleicht sogar eine vorzüglich gegen Berlin gerichtete S t ä r- k u n g Italiens bedeutet, in welchem. Fall wir an ihm«Ine gewisse Rückendeckung haben und Nutzen aus ihm ziehen können, oder ob er in seinen Auswirkungen- zu einer Stärkung auch ,d er Berliner P ost f.i o n fithrt, in welchem Fall er rein negativ zu bewerten und durch noch so schöne Reden nicht zu«ntgiften wäre. Auffallend günstig stellt sich die österreichische Presse zu dem Ergebnis von Belgrad ein. Man darf wohl sagen,' daß die Kommentare „betont wohlwollend" sind und da» Bemühender Wiener Regierung um eine Verständigung mit Prag verraten. Me Wiener Blätter deuten an, daß die Nicht-Erwähnung der HabSburgerftage, welche so lange Zeit gewissermaßen der ruhende Pol in der Kleinen Entente-Politik, die gemeinsame Glaubensformel gewesen ist, Oesterreich angenehm berühre und da» Verhältnis zwischen Wien und der Kleinen Entente erleichtere.(Die Nicht-Erwähnung der Re- stauratton fällt um so mehr auf, al» däq Kommunique über die Prager Konferenzen Hodjsa» und Tatarercu» eine in Oesterreich sehr ungünstig aufgenommene und al»„Einmischung" dellarierte Erwähnung der Restaurationsfrage enthalten hatte; da» Belgrader Kommunique sagt nur, man halte an allen ftüher gefaßten Beschlüssen fest, eine Formulierung, die anscheinend absichtlich einer schroffen Stellungnahme auSweicht). Die Wiener Presse-Kommentare sind alle etwa auf den Ton gestimmt, den die„ReichSpost" anschlägt: ,-,Die Erklärung, mtt der die Außenminister der Tschechoslowakei, Jugoflawien» und Rumänien» ihre Beratungen in Belgrad abgeschlossen haben,'Macht allen Gerüchten von einer Erschütterung oder nahen Auflösung der Kleinen Entente ein Ende. Es war wohl von vornherein nicht recht einzusehen, warum gerade der Vertrag Jugoflawien» mit Italien einen solche» Zerfall herbeiführen müßte, nachdem die Patte Rumänien» mtt Polen-und der Tschechoflo- wakei mit der Sowjetunion'bisher ruhig neben den innere» Verbindlichkeiten der drei" Entente-Staaten bestehen konnten. Wenn man solche Epiloge auf den Kleinen Dreier-Verband(gemeint sind hauptsächlich rcichsdeutsche Blätter) mit den Belgrader-Beschlüssen vergleicht, muten sie wohl wie Phantasten über ein Thema der realen Welt an. Wie immer man zu gewissen, vielleicht nichtmehr zeitgemäßen, diesmal übrigens auch nicht n« u f o r m u l I e r t« n Programmspunkten der Kleinen.Entente steht, kann man doch nicht den Wert übersehen, den die Feststellungen und Gedanken in der vorliegenden Belgrader Erklärung al» Beitrag zu«iner friedlichen Evolution besitzen." die dicken Glaswände, glotzten mtt tückischen Augen in» Innere, In den bläusichen Lichtkegeln huschten die phantastischen Gestalten der Meer« ungetiime, und di« Brechung der Strahlen in den schwarz-grünen Fluten verzerrte ihr« Körper in» Groteske. Di« Gäste saßen schweigend an den breiten Fenstern. Ein wenig benimmt ihnen der seltsame Anblick den Atem. Hinter ihren gelangweilten Gesichtern verbergen sie eine geheime Angst, und das Prickelnde der Sensation-wird erdrückt durch die leise austeimende Furcht vor der Gefahr.— . Allmählich hebt sich die Stimmung; e» wird getrunken,«Ine. Opernsängerin singt, Bilma von Hatvany tanzt einen TschckrdaS, stürmisch beklatscht von den Herren. Man spielt mit außerordentlich, hohen Einsätzen. Jost Fernandez tanzt mit Maud! Fergusion einen Tango. . Plötzlich wird draußen. erregter..Stimmen- i wechsel laut, Gepolter staintzfender Füße. Taylor I wechselt einen-kurzen Blick mit Fernandez und) Ärmster, dann verläßt er schnell den Raum. Die streiteiwen Stimmen werden lauter) ein Schuß" kracht und dann der schwere Fall«ine»-Körper». DI« Gäste werden aufmerksam, aber,«he -noch jemand fragen kann, ist TäYlör schon zurück, die Haar« hängen ihm in die Stirn, Kragen und Hemdbrust sind zerknittert. Er hebt beschwichtigend di« Hände. „Es ist nichts, mein« Herrschaften*', sagt« er lächelnd,„bitte, lassen Sie sich nicht stören." Aber einige Herren Umringen chn und fordern dringend eine Erklärung de» Vorfall». Jetzt entwickelt sich alle» mtt einer jähen Geschwindigkeit. Taylor springt auf einen Stuhl. Seine Stimme geht schneidend scharf durch den Raum. «Jost, Deszö—-an eux« Posten!"! Im Ru stehen die beiden an der Tür, in' ihren Händen blinken die bläulichen Läufe- der Brownina» auf.-'- •.(Fortsetzung folgt.) Nr. 80 Sonntag, 1937 Seite 3 fudetendcutscftcr Zeitspie^ct Massenkundgebung in B.-Kamnitz Abreise des Präsidenten nach Belgrad '• Pra g. Der Präsident der Republik Doktor Eduard Benoil tritt Sonntag, den 4. April, um 17.45 Uhr vom Prag« WUsonbahnhos dir Reise nach Belgrad an.. Zerfall der Nationalen Vereinigung Sn den Prager Organisationen der Nationalen Bereinigung, welche seinerzeit au» der Verschmelzung der Nationmdemokraten und der Liga StiÄrnhS hervorgegangen ist, herrscht lebhafte Belvegung, seitdem e» auf einer Versammlung der Vereinigung auf der slawischen Insel zu einer Auseinandersetzung zwischen den ehemaligen Nationaldemolraten und den Anhängern Siklbr- nh» gekommen ist, wobei Stkibrnh in der Minder- heit geblichen ist. ES scheint nun, daß es zu einer Spaltung der Nationalen Vereinigung, bzw. einer Selbständigmachnng der beiden Flügel kommen wird. So sollen bei den kommenden Prager Gemeindewahlen eigene Wahllisten der Nationaldemokraten und Ligisten überreicht werden. Bei der"Spaltung aber dürfte ein Teil der Ligisten zu den Nationaldemolraten übergehen, unter ihnen Abgeordneter Chmelik und Senator Trnobranskh, während die Abgeordneten Kni und Sng. Schwarz Strkibrnh treu bleiben werden. Die Führung der Nationaldemokratischen Partei dürsten Abgeordneter IeZek und Pros. H o d ä t übernehmen. Welche Rolle dabei der alte Parteiführer Kramäk spielen wird, weiß man noch nicht. Der Präsident der Republik empfing Samstag den Redakteur der Londoner Zeitschrift „Economist", Graham H u t t o n, und sodann den Professor der Columbia-Universität, David S. M u z z e I). Außerdem besichtigte der Präsident die erste internationale Ausstellung von Lehchüchern, die im Gebäude der Landwirtschaftlichen Akademie untergebracht ist. Wen gegen reichsdeutsche Korrespondenten Wien. Gegen die Wiener Vertreter der „Essener Nationalzeitung" und der„Deutschen Allgemeinen Zeitung" wurde Voruntersuchung wegen Verbreitung falscher Nachrichten eingeleitei. Mexiko unterstützt Spanien Washington.(HavaS.) Der Botschafter Mexikos in Washington hat der Regierung der Vereinigten Staaten von Nordamerika bekanntgegeben, daß Mexiko auch weiterhin beabsichtige, die legitime spanische Regierung moralisch und materiest zu unterstützen. ,. Der Internationale Solidaritätsfonds für Spanien Bekanntlich haben die beiden Arbeiter-Internationalen(Internationaler Gewerkschastsbund und Sozialistische Arbeiter-Internationale) neben ihrer direkten politischen Hilfsaktion für Spanien auch eine finanzielle Unterstützungsaktion zugunsten der spanischen Zivilbevölkerung, der Frauen, Kinder, Waisen und Verwundeten sowie für den dazugehörigen Sanitätsdienst seit Beginn des Bürgerkriege» an eingeleitet. Zu diesem Zweck wurden an alle Landeöorganisationen der beiden Internationalen Appelle gerichtet. Bis zum 81. März 1987 sind 18 Millionen franz. Francs erreicht worden. Von diesem Gesamtbetrag entfallen auf Frankreich 8.8 Millionen, Großbritannien 2,8 Millionen, USA 2,3 Millionen, Schweden 1,8 Millionen, Belgien 1 Million, Dänemark 600.000, Niederlande 410.000, Norwegen 280.000, Palästina 180.000, Tschechoslowakei 112.0Ü0 Francs usw. Bishir wurden über 10 Millionen Franc» auSgegeben, und zwar Insbesondere für Ambulanzen, Medikamente, Lebensmittel, Kleidungsstücke, Transportmittel sowie für die Unterbringung von Kindern. Auf Grund eine» neuen Beschlusses des Internationalen SolidaritätS-FondS wird jetzt ein großes Krankenhaus mit 1200 Betten in der Nähe von Valencia errichtet. Es wird vier Operationssäle, einen großen und'meh« rere Heinere Säle für Radiographie und Radioskopie sowie alle modernen chirurgischen und Ber- pflcgungSeinrichtungen aufweisen. Hieraus ist ersichtlich, daß außer den verausgabten 10 Millionen bereits weitete Verpflichtungen in Höhe von 1,400.000 für daS Krankenhaus sowie für. die Unterbringung von Kindern eingegangen wurden. Ferner muß berücksichtigt werden, daß jetzt noch Bestellungen auf. Transportmittel im Betrag von 1,484.000 Francs laufen. Tatsächlich stellen sich daher die Ausgaben auf nahezu 18 Millionen Francs, Da die Verpflichtungen durch die Dauer des Bürgerkrieges in Spanien dauerstd wachsen, geht schon aus diesen Zahlen hervor, daß die Weiterführung der Solidaritäts-Aktion dringender als je ist und daß die Geldsammlungen in allen Län« dem.in gesteigertem Maße weitergeführt werden müssen.■'•■'■ Zeitungssperre In Italien Rom. Da» Ministerium für Presse und Pro« paganda hat die Herausgabe jeglicher neuen periodischen Pichlikation verboten. Diese Maßnahme erfolgte mit Rücksicht auf die Erhöhung der Preise von Zellulose, die größtenteils aus dem Ausland singeführt werden muß. B.-Kamnitz. Freitag, den 2. April, hatten das Bezirksgewerkschaftskartell und die Bezirksorganisation der deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei iuS Arbeiterheim in B.-Kamnitz zu einer großen Kundgebung aufgemfen, für welche Abg. Franz K ö g l e r aus Bodenbach als Referent angekündigt war. Die Beispiele von Bodenbach und Aussig hatten unter der Arbeiterschaft der hiesigen Bezirkes eine gute Kampfstimmung erzeugt. Die Belegschaft der Gec hatte beschloffen, in geschlossenen Zügen aufzumarschieren. Aber auch.die SdP reagierte stark aus unsere Vorbereitungen. Der BezirlSführer Kühnel und einer seiner Getreuen patroullierten bereits einige Stunden vor Beginn der Kundgebung in der Nähe des Arbeiterheimes. Aus verläßlicher Quelle kam auch die Mitteilung, daß die SdP ihre auswärtigen Anhänger, meistens aber„Ordner", fiir 8 llhr in die Turnhalle bestellt hatte. Die Arbeiter waren jedoch entschlossen, sich die Kundgebung auf leinen Fall stören zu lassen. Umfassende Vorbereitungsmaßnahmen wurden getroffen, was die wackeren Henleinleute veranlaßte, ihren Plan aufzugeben. Als Knute gegen hast» 7 Uhr die Kundgebung eröffnete, war der große Saal und der Garten de» Arbeiterheimes dicht besetzt. Die Rede des Wg. Kügler wurde durch Lautsprecher übertragen. Rund 1800 Teilnehmer wurden geschäht. Die Versammlung brach in stürmischen Beifall aus, als K ö g I e r das Wort ergriff. Seine Ausführungen, oft von stürmischen Beifallskundgebungen unterbrochen, gipftelten darin, daß der deutsche Arbeiter diese» Staates keine Hilfe von Seite der großsprecherischen Henlein- parteierwartenkönne, da die Kameraden Untemehmer die Volksgemeinschaft nur im Abbauund Drücken derLLHne erblik- le». Die nationale Verständigung, welche zum größten Teil ein Werk Dr. C z e ch S ist und durch die Einsicht der tschechischen Staatsbürger ermöglicht wurde, ist der Sudetendeutschen Partei, welche ihre Stärke den nationalen Gegensätzen verdankt, ein Dorn im Auge. Wir stehen auf dem Standpunkt, daß die sozialen und nationalen Probleme dieses Staates nur von diesem Staate selbst"gelöst werden müssen. Wir stehen auf dem Boden einer aktiven Realpolitik und wollen gemeinsam mit allen wirklichen Demokra» t c n gegen Krieg und nationale Verhetzung, für Arbeitsbeschaffung und Jndustrieförderung, für Arbeit und Brot, für unsere deutsche Arbeiterschaft, kämpfen. Als sich der stürmische Beifall, welcher der Rede K ö g l e r s folgte, gelegt hatte, wurde durch Schallplatten die Internationale übertragen. Donnernd hallte der FreiheiiSgruh der Massen wieder, als K u n i e die Kundgebung schloß. So wurde auch die Kundgebung in Böhm.- Kamnitz, an der infolge des ungünstigen Tages viele Auswärtige nicht teilnehmen konnten, zu einem großen Erfolg für die sozialdemokratische Arbeiterpartei und fiir die nationale Verständigung im Staate. Ola Prager Deutsche Arbeitersendung bringt in dieser Woche: Sonntag, 4. April, 14.80 bis 14.48: Geschichte im Dienste der Bürgerkunde(Direktor Johann Storck), Mittwoch, 7. April, 18.20 bi» 18.40: Gruben- Arbeit und Bergmanns- Schutz(Karl Schmidt- Teplitz), Freitag, 0. April, 18.85 bis 18.45: Aktuelle zehn Minuten, Sonntag, 11. April, 14.30 bis" 14.45: Da» Pensionsrecht der öffentlichen Bediensteten(Dr. Otto Hahn- Reichenberg). Statt Arbeit Stempelstrafe und Pfändung 1 Dem Zentralverband der deutschen Kleinbauern und Häusler sind nachstehende Mitteilungen zugekommen: Ich unterzeichneter A. E., Mitglied der Ortsgruppe N., habe eine Anfrage, und zwar betreffs Stempelgebiihr. Ich habe lm Jahre 1935 ein Gesuch an das Eisenbahn- Mi n i st e r i u m wegen Arbeitsaufnahme gemacht und da ich schon seit 1933 arbeitslos war, keinen Stempel ausgeklebt. Ich bekam vom Steueramt Oierleutensdorf den Zahlung»- a u ftragvon 10 lii statt Arbeit. Ich glaubte, für Arbeitslose sind die Gesuche stem- pelfrei. Am 12. März 1937 wurde ich gepfändet, ich habe die 12 K8 bezahlt. Ich möchte gerne wissen, ob mir die 12 Xi vom Steueramte wieder gutgeschrieben werden und was ich da machen soll. Mit Freundschaft A. E. Was sich hier ein Bürokrat geleistet hat, übersteigt alle Vorstellungen: Ein Arbeitsloser sucht um Arbeit bei einer staatlichen Behörde an und erhält statt der Arbeit eine Stempelstrafe vorgeschrieben. Obendrein wird er noch gepfändet, weil er, und mit Recht, der Ansicht war, daß solche Gesuche stempelfrei sind. Dem gewissenlosen Beamten ist anscheinend gar nicht zum Bewußtsein gekommen, was er mit solchen Methoden anrichtet. Hoffentlich trägt diese Veröffentlichung dazu bei, daß der zuständige Beamte entsprechend zur Verantwortung gezogen wird. Feierabend mit dem „Tag der Läuterung** Sandner schlügt nicht mehr zu... Die„Rundschau"(Folge 14) verösfeni- licht folgende„Erklärung":■ Zu dem in dieser Zeitschrift vom 30. Mai 1938 unter der Neierschrift„Der Tag der Liin- terungi Wir schlagen zul Kampf den Klüngel» und Kasten!" und vom 6. Juni 1938 unter der Neberschrlft„Kampf der Rebellion" veröffentlichten Artikeln erklären wir, daß beiden Artikeln irrtümliche Boraussetzungen zugrunde gelegen haben und daß wir die in den Artikeln gezogenen Folgerungen, die Person de» Herr» Smagon betreffend, al» unhaltbar widerrufen. K. Scheuster, H. Hönig. Lbmftehende Erklärung wird auf Grund eine» zwischen Herrn Smagon und den verant- wörtlichen Schriftleitern Scheuster und Hönig getroffenen Dergleiche» gebracht. Wir fühlten un» zu dem Vergleiche verpflichtet, weil erdieletzte Möglichkeit bot, Erörterungen vor Gericht zu vermeiden, die unserer Meinung nach nicht in die Inständigkeit derGerichte gehören sollten. - DieSchriftkeitung. Es hat sich also auSgeläutert und der zum Zuschlägen erhobene Arm ist durch ein Wotans- wunder plötzlich gelähmt worden. Der Kampf gegen„Klüngel und Kasten" wird abgeblasen. Die Voraussetzungen waren irrtümlich, obwohl Henlein der Unfehlbare den Kampf damals autorisiert hatte. Ja, man spuckt wesentlich niedriger seit einiger Zeit und ganz besonders, wenn Man Ursache hat, die Fenster nicht zu offnen, damit der Gestank und Lärm aus der trauten Häuslichkeit der Volksgemeinschaft nicht aufs Forum dringen. Die Erörterungen gehören nicht in die Zuständigkeit der Gerichte— eigentlich ist das der schlüssigste Beweis dafür, daß sie doch hingehören, sie urid.manche andere Erörterungen und Begebenheiten auch. Auch in Znalm eins Bezirksstelle der deutschen aktivistischen Parteien Die Vertreter der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei, der Deutschen christlichsozialen VollSpartei und des Bundes der Landwirte haben beschlossen, ab 1. April eine gemeinsame Bezirksstelle der'deutschen äktivistischen Parteien für den Znaimer-Bezirk zu errichten. Zuschriften sind zu richten an: W l a sa k Franz, WienerStraße 64, Jng. Seemann Anton, Ma- sarpkplatz 21 und Ang. Schmied Gustav, Mäsarhk- platz 7, alle in Znaim. Von unseren Kinderfreunden Tagung des Relchs*Helfer« und FQhrerkrelses Die politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Zeitfragen berühren naturgemäß auch sehr stark die Jugenderziehung. Unsere„Kinderfreunde".müssen deshalb als ErziehungSorgani- sation diese Entwicklung dauernd beobachten, studieren und ihre Arbeit mtt dieser Entwicklung in Einklang bringen. . Die vom 27. bis 29. März in Eichwald(im Bezirks-Erholungsheim) bei Teplitz durchgeführte vierte Reichsführertagung der leitenden Erziehungsfunktionäre war diesep Ausgabe gewidmet. In ernster,.sachlicher, und.kameradschaftlicher Zusammenarbeit.wurdezuden verschiedenen Problemen Stellung genommen und in einer ausführlichen Aussprache die nächsten Arbeiten festgelegt. DaS Programm der ReichSführertagung umfaßte Borträge des BereinSobmanneS Prof. Schweitze r-Brünn über:„Erziehung zu geistiger Wehrhaftigkeit", des Schönigers-We« heditz über:„Das Schulwesen der Gegenwart, seine Einstellung zur Gesellschaft", des F r a n z'- Prag über:„Fest- und Feierngestaltung mit Kindern", de» M. K u r t-Teplih über„Kinderbücher". Der Vertiefung unserer Freundschaft und Zusammenarbeit mit den tschechischen Arbeiterkindern diente ein Vortrag des Hauptführers der tschechisch-sozialistischen Skauts, R e l i ch- Prag, über Skauting. Zu allen Vorträgen nahmen die Teilnehmer in reger und auf geisttger Höhe stehender Aussprache Stellung. Der letzte Tag war der Sommerarbeit, der Kindeczeitung und verschiedenen Organisationsfragen gewidmet. Nach den Berichten der einzel« SdP-Abgeordneter Nitsch wegen Verleumdung verurteilt Der SdP-Abg. Franz Nitsch hatte im Frühjahre 1985 das Märchen verbreitet, daß der Obmann des Bundes der Landwirte, Gustav Ha der, auf seinem väterlichen Anwesen große grundbücherliche Schulden, gehabt hätte, welche ihm von derParteistelle bezahlt worden seien.- Diese Tatsache sei die Erklärung für seine Haltung bei den Verhandlungen des BdL. mit der SHF. Gustav Hacker, dem dieses Gerücht zu Ohren kam, hat zunächst dem Abg. Franz Nitsch die Unwahrheit dieser Behauptungen nachgewiese» und Abg. Franz Nitsch hat Gustav Hacker versichert, daß er diese Aufklärungen zur Kenntnis nehmen und von deren Wahrheit überzeugt sei. Da aber trotz dieser Aufllärungen Abg. Franz Nitsch diese Gerüchte weiter verbreitete, klagte Gustav Hacker, den Abg. Franz Nitsch we-. gen verleumderischer übler Nachrede.. Bor dem Bezirksgericht in. Mährisch-Schön- berg fand nun Donnerstag, die Verhandlung über die EhrenbeleidigungSflage statt. Das Gericht verurteilte den Abg, Franz Nitsch wegen verleumderischer übler Nachrede gemäß Paragraph 2 des Gesetzes vom 28. Juni 1938, Nr. 108, zu v i e r T a g e u strengen A« r e st, verschärft durch ein hartes Lager und.mit Rücksicht dar- auf, daß Franz Nitsch noch nichi abgesträst ist, bedingt auf zwei Jahre. neu Gauvertreter wird auch in diesem Jahre wieder eine rege Zeltlagerarbeit geleistet werden. ES veranstaltet der Gau Bodenbach ein Gauzeltlager in Wegstädtl a. E.< gemeinsam mit den tschechischen Skauts, der Gau Karlsbad ein Gan- zelttager im Bezirk Karlsbad, der Gau Teplitz ein Gauzeltlager in KrienSdorf bei Klostergrab, der Gau Trautenau ein Gauzeltlager mit dänischen Roten Fallen in der Nähe der AderSbacher Felsen, der Bezirk Brünn ein Bezirkslager in Billo- witz, der Gau M. Schönberg ein Gauzeltlager iP Teßtale und der Gau Sternberg ebenfalls ein Gauzeltlager. Neben der großen Auslandsfahrt des Reichsvereines in das internationale Zeltlager nach England organisiert der Gau Reichenberg eine Ferienfahrt zu den Roten Falken nach Norwegen, die mährisch-schlesischen Gaue eine Ferienfahrt nach Polen und der Gau Brünn eine Werbefahrt durch die Slowakei. Außerdem werden wieder in allen Gebieten Ferienkülonien für unsere Nestfallen und kleinere Ferienwanderungen durchgeführt werden. Der für Pfingsten angesetzte Reichs- Wandertag wird alle Falkengruppen auf froher Wanderfahrt und bei größeren Fallen treffen. Zum allgemeinen Kindertag am 20. Juni 1937 wurde gleichfalls Stellung genommen und beschloffen, in allen Bezirken auf 'eine wirkungsvolle Durchführung hinzuarbeiten. Die Pläne für die Arbeit sind fertig, unfere Helfer und Fallenführer sind von Begeisterung und Arbeitseifer erfüllt. Es wird nun mit au allen Eltern nnd Mitgliedern liegen, durch tatkräftige Unterstützung diese Pläne zur Tat werden zu lassen. Ferner wurde Abg. Franz Nitsch zur T r a- g u n g der Ko st en des Strafverfahrens und der Kosten des Klägers verurteilt- Reichsdeutsches Flugzeug Uber Aussig Notlandung bei Karbltz Freitag ini den frühen Nachmittagsstunden erregte ein über Aussig fliegendes Flugzeug, dessen Herkunft unschwer zu erkennen war, berechtigtes Aussehen. Der kleine Doppeldecker flog autzer- ordeNtlich niedrig und kreuzte längere Zeit über dem Staatsbahnhof. Dann bewegte sich das Flugzeug über Lerchenfeld, Postitz in der Richtung nachdem Erzgebirge. Kurz nach dem Verschwinden des Flugzeuges lief in Aussig die Meldung ein, daß auf dem ehemaligen Flugplatz in P r i e st e n bei Karbitz ein mit einem Mann besetztes Flugzeug niedergegangen fei. Die an die Landestelle entsandten Sicherheitsorgane stellten fest, daß eS sich um ein UckungSflugzeug der Pilotenschule in Fürth handelt, dessen Schüler angeblich auf einem ÜebungSflug nach Leipzig die Orlentterung verloren hatte. Heber Aussig.und besonders über dem Bahnhof sei er so niedrig' geflogen, um aus dem StattonSnamen zu ermitteln. wo er sich, befinde. Bei Priesten wurde' er durch Herbeitilende Gendarmen am Weiterflug verhindert und''.der Kar- bitzer Expositur der Staatspolizei übergeben. ES wurden die Militärbehörden verständigt, die zur' mäheren. Untersuchung der. Ängeltgenheit Vertreter nach Priestew entsandten. Seife 4 S°Nittag/ 4. April 1V87 Nr. 80 3(UEcaiau0fceiteft Triumph des Geistes In einer Erklärung über die wirtschaft- liche Lage in den Vereinigten Staaten äußert sich Präsident Roosevelt über die Maßnahmen, welche getroffen werden müssen, um eine neue Krise zu verhindern.„Die Erfahrung", so sagt er,„hat gelehrt, das; die Gefahr einer neuen Krise drohe,>vcim die Erzeugung von Dauerwaren die Erzeugung von Verbrauchs- waren übersteigt.". Es sei deshalb geplant, die Gelder des Amtes für öffentliche Arbeiten von den„dauerhafte Güter erzeugenden Industrien" wcgzuleiten und sie in die VerbrauchS- güterindustrie zu pumpen. Diese Auffassung des Präsidenten der Ver- einigten Staaten erinnert lebhaft daran, waS Karl Marx über die Ursachen der Wirtschasts- krisen sagt. Im zweiten Band seines Hauptwerkes„DaS Kapital" unterscheidet Marx zwei Abteilungen der gesellschaftlichen Produktion: Die Erzeugung von: 1. Produktionsmitteln, das sind Waren,„welche eine Form besihen, worin sie in die produktive Konsunition eingehen müssen" und 2. Konsumtionsmittcl, „Waren, welche eine Forin besitzen, worin sie in die individuelle Konsunition ein gehen". Zwischen diesen zwei Gebieten, das zeigt Marx auSsühr- lich und überzeugend, muß eine Proportion herrschen, soll die gesellschaftliche Produktion ungestört vor sich gehen. Das ist nun im Kapitalismus nicht der Fall und nicht möglich, die Er- zeugung von Produktionsmitteln steigt in der Konjunktur rascher als jene von Konsumtionsgütern und so wird die Disproportionalität die- ser zwei Gebiete kapitalistischer Wirtschaft eine der Ursachen der regelmäßige» Krisen der Wirt- schäft. Der zweite Band des„Kapitals" ist 1885, nach dem Tode Marxens, von Engels heraus- gegeben worden, geschrieben hat Marx dieses Kapitel wohl in den siebziger Jahren. Zwei Menschenalter nach dieser Entdeckung Marxens äußert daS Oberhaupt des fortgeschrittensten kapitalisttschen Staates und einer der mächtigsten Nationen der Welt denselben Gedanken. Er will die Krise bannen, indem er in den Pro- düktionSmittelindustrien bremst und die Brr- brauchsgütererzeugung fördert. Da widerhällt die Wüt vom Geschrei, daß Marx und" der Marxismus erledigt sei."Und je größer der Lärm von der Vernichtung deS Marxisinus, desto siegreicher brechen sich die Ge- danken des Begründers deS wissenschaftlichen Sozialismus Bahn. Marxens Geist triumphiert — trotz alledem! Dr. Benei-PreiS für F. X. Saldo. Die Jurin die aus den Professoren Alois Zipka, Kulturreferent der Stadt Prag, Prof. Dr. Arne No« väl, Prof. Dr. M. Hysek, Prof. Dr. Jan Muka« kovskh und dem Dichter Josef Hora sowie dem Dichter Peter Kkiöka besteht, hat einstimmig beschlossen, den Preis des Präsidenten der Tschechoslowakischen Republik Dr. Eduard BeneS dem Der Heldentod der Staffel Nr. 4 MTP New 0o rC tat März. Die TodeSfahrt durch di« brennenden Wälder von New Jersey Waldbrände in den Vereinigten Staaten waren, anders als im benachbarten Kanada, bisher äußerst selten, und wenn sie wirklich einmal vorkamen, genügte fast immer die Tätigkeit der mit schnellsten Verkehrsmitteln und" modernstem Zubehör ausgerüsteten Forstbrigaden, um sie«in» zukreisen und rasch zu ersticken. Seit einigen Monaten hat sich dies aber"geändert. Bald hier, bald dort flackert ein Brand größten Ausmaßes auf; die Verheerungen, die dadurch angerichtet worden sind, sind«norm. Die große Trockenheit, die in einem Teil der Oststaaten herrscht, hat die Brände noch mehr begünstigt, und die FyrsSbrigaden haben sich bald als unzulänglich erwiesen. , Vor allem in den riesigen Kiefernwaldungen des Staates New Jersey, wollen die Brände nicht aufhören. Man glaubte zuerst an natürliche Ur« sachens bis das fast gleichzeitige Aufflackern der Brände in verschiedenen,' räumlich weit voneinander entfernten. Gegenden den Verdacht aufkommen ließ, daß Uehettäter am Werk seien Man neigte darum mehr und mehr zu der Annahme, daß es sich um Racheakt« von Gangster-Organisationen handle, deren Absicht eS sei, auf diese Weise der Staatsgewalt die ihnen durch die Tätigkeit der G.-Men verursachten Unannehmlichkeiten heimzuzahlen,- DaS„Civilian Conservation Corps" «reift«in. Wichtiger als die Aufklärung der Brände war aber zunächst ihre Bekämpfung. Da sich, die Forstbrigade von New JeHeY hierfür als unzureichend Blick durch eine Schießscharte de« Schützengrabens Durch die Beschießung zerstörte Madrider Häuser auf die von Franco-Truppen besetzte Universitätsklinik Im Vordergrund eine der zahllosen Barrikaden Prof. F. X. Saida für seinen Effey„Mächa, snivec a bukiä", der aus Anlaß deS Macha-Jubi- läümsjähres'herausgegeben wurde, zu verleihen. Der Preis beträgt Ui 10.000.—.— F. X. Saida, der größte zeitgenössische Krittler der Tschechen, ist in den letzten Tagen lebensgefährlich erkrankt. ■ Neues Hochwasser in der Wojwodina. Nach den letzten Regenfällen' sind die jugoslawischen Flüße wiederum gestiegen. Fast alle Gemeinden entlang, der Save sind überschwemmt. Auch die Theiß ist über die Ufer getreten und die Donau hat bei Neusatz den kritischen Punkt über dem Normale, d. i. sechs Meter, erreicht. Der Fluß hat die Umgebung überschwemmt, so daß in einigen Neusaher Fabriken die Arbeit eingestellt werden mußte. Auch aus Kroatien und anderen jugoslawischen Provinzen langen Nachrichten über Hochwasser ein, die hauptsächlich die Frühjahrssaaten zerstören. Das Wetter hat sich stark abgekühlt, stellenweise ist Schneefall eingetreten. Eröffnung in Etappen. Halbamtlichen Nachrichten zufolge wird die Pariser Internationale" Ausstellung zwar am 2. Mai eröffnet werden, der Oeffenllichkeit jedoch frühestens am 15. Mai zu- ,gänzlich sein. Zahlreiche Pavillons werden nicht vor Ende Mai fertiggestellt sein. RetlungSarieit umsonst. Der Bergmann Max Nada, der am 1. April mit zwei anderen Bergleuten in der Grube„Michalka" in Sschlesisch-Ostrau Verschüttet worden war, wurde erst heute früh als Leiche geborgen. Die Rettungsmannschaften hatten fast 50 Stunden ununterbrochen an der Besettigung der Schuttmaffen gembeitet/wobei andauernd-auch Sicherheits-Vorkehrungen für die Rettungsmannschaften selbst getrosten werden mußten. Nach den bisherigen Feststellungen war der Bergmann Rada sofort nach dem Einstürze tot. Fair play. Die guten parlamentarischen SU- ten Englands sind berühmt: In England pflegen die Lehrer ihre Schulttnder ins Parlament zu führen, damit'die Kinder dort den feinen Umgang und die höflichen Lebensformen kennen lernen. In England beglückwünscht der geschlagene Politiker denjenigen, der ihn besiegt hat. Ja noch mehr: Als vor einigen Jahren ein bekannter Op» Positionspolitiker verarmte, wurde von seinen Gegnern der Antrag gestellt, man möge für ihn eine Rente stiften. erwies, rief, man das«Civilian Conservation Corps", Roosevelts mächtige HilfSorganisatton. Die Sonderstaffel Nr. 4 würde eingesetzt und alsbald wurde der Kampf systematisch organisiert. Tie C. C. C.-Leute fällten Bäume und hoben breite Gräben aus, um so das Uebergreisen der Brände von den Brandherden auf die Übrigen Teile des Waldes unmöglich zu machen. Dann griffen sie die Brandstätten selber an, und in einer ganzen Anzahl von Fällen gelang eS ihnen auch, die Brände zu löschen. Der Eifer, mit dem die Staffel an ihre Arbeit heranging, war unbeschreiblich, und eine Anzahl ihrer Leute, die sich allzu unvorsichtig in die Gefahrenzone.hineinwagten, fanden dabei den Flammentod. Seltsame Entdeckungen,. Auf ihrer Suche nach den Ursachen der Brände-entdeckten die C. C. C.-Leute eigenartige Dinge. Mitten in den«befriedeten" Brandgebie- ten fanden sie an den unwegsamsten Stellen verkohlte m e n sch li ch e L e ich nam e, neben denen halbverkohlte- Str i ck r e. st e lagen. Dies«. Entdeckung komplizierte das Problem ungemein. Wenn die Stricke nicht gewesen wären, hätte man annehmen können, daß eS sich um verirrt« Wanderer gehandelt hätte, die mitten im Wald vom Feuer überrascht wurden und sich" nun nicht mehr retten konnten. Die Stricke machten aber sogar die Täterschaft von"Gangstern unwahrscheinlich, da selbst" diese nie unnötige Grausamkeiten zu' begehen pflegen,. Die.Bundesbehörden in Washington, die sofort- von den Entdeckungen in Kenntnis gesetzt wurden,,neigten infolgedessen zu der Ansicht, daß Leute, der aufgelösten«Schwarzen. Legion" am Werke seien, und die Staffelnde» C: C. C. erhielt die. Weisung, ihre. Nachforschungen nach' dieser Richtung hin iiuSzpdehnen. Aber auch diese" Aufgabe war natürlich ungeheuer schwer, denn das Brandgebiet umfaßte nicht weniger^alS insgesamt öOiÜOO.Ouadratmeilen Bodenfläche Wald." Kriegsvorbereitung. Die Pariser. Zeitung «Oeuvre" schrieb am-17. November:„In Berlin rechnet man in allen Kreisen, daß spätesten» im Sommer 1087 der Krieg aüSbricht. Als Beweis für die geheime Mobilmachung gilt die Tatsache, daß die größte deutsche Brauerei Schultheiß- Patzenhoser, den Befehl erhielt, für die Armee 25 Millionen Hektöliter Bier bereit zu halten."." Römische Stadt anSgegraien. Im Walde von Compjegne zwischen Ehampollement und Saint Re- verien sind di« Ruinen einer gallisch-römischen Stadt entdeckt worden. Nest« der Ringmauer; em großer Theater für ettva 8000 Zuschauer und Tempelruinen wurden freigelegt. Der„Tag der Freiheit" in Trplih-Schönau, veranstaltet vom Bund proletarischer Freidenker, findet SoNntag, den lü. Mai statt(nicht 17., wie eS gestern in der-uns eingesandten Notiz hieß). Sommerflugplan. Mit dem 5. Avril-führt" bie Gesellschaft„Air France" den neuen Sommerflug- plan ein: Abflug ab Prag 12.20 Uhr in Richtung Straßburg—Paris—London. Abflug ab«trag 11.50 Uhr Richtung Wien—Belgrad—Bukarest. Diese Verbindungen sind tätlich, außer an Sonnlagen. Rach Warschau starten die Maschinen ab Prag Montag, MiUNwch und Freitag stet» um 12.40 Uhr. In entgegengesetzter Richtung: Ankunft aus Patts und London in Prag täglich, außer an Sonntagen, um 11.40 Uhr, aus Bukarest, Betarad, Budapest und Wien täglich, außer an Sonntagen, um 12.10 Uhr. Ankunft aus Warschau in Prag stet» Dienstag, Donnerstag und-Samstag um 11.80 Ahr. Ab 5. d». setzt di«««nannte Gesellschaft den Tarif für Personenbeförderung Prag—Paris—London- herab.- Da» schlechte Wett« verschlechtert stch. Im Zu«" sammenhang mit Druckstörungen, welche nunmehr in der Umgebung der Alpen liegen, dttngt vom Südwesten her ein« Wetterverschlechterung langsam gegen da» Binnenland vor. Im Rheingebiet und. in den südlichen Alpen-Ländern regnet e». In unseren Gegenden haben die. Regenfälle. Samstag aufgehört und di« Temperaturen find, bei südöstlichem Winde etwa» gesunken;, nach einer kurzen Unterbrechung dürfte sich jedoch der Einfluß der erwähnten Störung auch bei ün» geltend machen. Wahlschein», sicher Wetter,-Sonntag: Vorwiegend bewölkt, namentlich im Südwesten der Republik zeitweise R e• g en. Mäßig warm."— Wetteraussichten für Montag: Unbeständig, stellenweise Schauer, Temperatur im ganzen sehr- wenig geändert^ Der Heldentod, der Staffel Nr. 4. Am eifrigsten erwiesen sich bei-diesen neuen Nachforschungen zwanzig Mann der-Sonderstaffel Nr. 4. Sie wägten sich mit ihrem Auto in ein Gebiet vor," in dem der- Brand"erst am Tage zuvor erstickt-worden war und überall noch schwelende Flammenreste vorhanden waren. Immerhin warssn die'Flämmen.nahezu am Erlöschen, und die Expedition erschien infolgedessen relativ gefahrlos. Schon nach kurzer Zeit- machte die Gruppe jedoch die niederschmetternde Entdeckung» daß der Wind das Feuer in-dem eben erst von ihr durchquerten Gebiet wieder angesacht hatte, und sie jetzt zwischen diesem Flalnmenmebr, da» sich rasch auf sie zu bewegte, und den noch brennenden Teilen des Waldes vor ihnen, eingeschlossen, war. Sie konnte nun weder vorwärts." noch zurück, und. ungewiß war nur noch," ob- sie verbrennen oder' vorher ersticken würde. ' Die verzweifelte Situation drängte sie zu einem.geradezu. tollkühnen Rettungsversuch. Sie wandten das Auto"-zurück,, schalteten" die" höchste Geschwindigkeit ein und fuhren dann" direkt" in das Flamenmeer hinein, Um den Durchbruch zu versuchen." Die Katastrophe blieb nicht guS; Nach we» nigen hundert Metern fing der Benzintank Feuer, und. der.Wagen stand'im.Nu In Hellen Flammen. Die' Insassen wären rechtzeitig, abgesprungen und versuchten,.sich durch die Flammen, hindurchzuret» test,"aber das" Feger erfaßt«.ihre schweren;" benzin« dürchtränkt«» Stiesel.griff aufdj« Kleider über und sie wurden zu lebenden Fackeln; Einsge von ihnen verbrannten Mtvenigen! Minuten; die anderen.erreichten unter unsäglicher-Mcäftanstrengung die rettende Waldgrenze"und brachen dort bewußtlos zusqmmen^ Äur vier von-ihnen erreichtest, von furchtbaren- Brandwunden' bedeckt, di«,-.nächste. Wache der Forstbrigade, die. dann dieTotonund Bewußtlosen barg. Elf der versetzten koststten-tni Hospital von Txentost"durch".-astfops«rstde?Pflege gerettet werdestdie übrigen fünf tväreneiü Opfer ihrer Pflichttreue geworden. Mimik. King." Vom Rundfunk VunkOManmeaei«» au» den Programmen: Montag: Prag, Sender I: 7: Morgenmusik. 10.05: Deutsche Press«, 11.85: Populäres Schallplattenkonzert,.12.10: Opernarien: Dvokäk, Smetana etc., 17.85: Virtuose Geigenkompositionen, 18.10: Deutsche Sendung: April ist der Werbemonat der. deutschen Jugendfürsorge, Äreigespräch, 18.25: Gedichte, 18.80: Gröger: Freiwald au: Unser schöne» Alt« Vater-Gebirges 18.45: Deutsche Presse, 20.25: Orchesterkonzert FOK: Humperdinck," Dvokäk. usw. 22.40: Deutsche Presse. Prag, Sender. II: 14.20: Deutsche Sendung: Kleiner Tonfilm, bunte Schallplattenfolge. 14.50: Deutsche Presse, 18.10: Milt- tärmusik, 19.10: Bajo-Trio.—■ Brünn: 17.25: Bücherneuheiten au» der französischen Literatur, 17.40: Deutsche Sendung: Änni Moder: Wie wir die Speisen auf den Tisch, geben und.schmackhaft zubereiten sollen, 19.10: Französisch-Kur». Pretz- bnrg: 16: BrahmS: Konzert für.Klavier.—Kaschanr 12.05 Operngesänge, 16.10: Rundfunkorchesterkonzert.— Mährisch-Ostrau: 18.10; Deutsche Sendung: Arbeiterfunk: Blaschke: Die Arbett verheirateter Frauen ist der Fabrik. Dienstag: Prag, Sender 1:10.05: Deutsche Presse, 10:80: Schallplatte». 11.05 Rundfunk für deutsch« Schulen, höhere Stufen, 12.10: Opernduette, 12.85: Sälon- orchrsteskonzert, 15: Schallplatte», 18.10: Deuffche Sendung: Musik au» Reichenberg, 18.45: Deutsche Presse, 18.55: Deutscher Kulturbettcht,— Prag, Sender II: 14.15: Deutsche Sendung: Weiß: Wa» der Psychotechniker au» der Schrift erschließt, 14.80: Tenorarien, di« man selten hört, 14.50: Deuffche Presse, 18: Schallplatte»— Brünn: 17.40: Deutsche Ändung:. Arteiterkuukr SoztaNnfvemattoum, Stiaffny: Jugend in Ilot,—.• Prehburg; 22:85: Tanzmusik.— Kascha«: 11,05: Schallplattenkonzert, 12.05: Opernarien, 21.05: Rundfunkorchester« konzert.— Mährisch-Ostrau: 18.10": Deutsche Sendung: Landwirtschaft. 19.10: Tschechisch«. Ilnier- haltungSmusik..- Perspektiven des Sozialismus In der Tschechoslowakei Prag. Im- Klub„Novä Svoboda"- sprach Abg. I a k s ch Über«Die Perspektiven der sozialistischen Politik in der Tschechoswwakei". In einem kurzen Rückblick über di« sozialistische Politik in.den letzten Jahren stellte" der Vortragende zunächst-fest, daß diese nach den Siegen de» Faschismus in Deutschland und Oesterreich notgedrungen defensiv" wär und lavieren mußt«, damit"nicht die sozialistische Arbeiterschaft, sondern drr.Faschismus hierzulande isoliert werde. Die Fdage ist-nun," wie lange wir-in dieser Defensivstellung bleiben solle»- und wann der Augenblick für eine Osfensivpolittk gegeben! ist,. Sozialistin und Demokraten stehen Heute in der' Tschechoslowakei vor der Entscheidung, ob. sie den psychologischen Depressionsherd hierzulande bestehe» lassen sollen. Jaksch, leitet nun au» der letzten Entwicklung-in den. westlichen Md nordisch!» Staaten, aber auch in Amerika, ab, daß in der Welt eine neue Epoche teils sozialrevolutibnärer, teils sozialreformatorischer Bewegung begönnen hstt, an die- wir den Anschluß nicht versäumen dürfen.. Heute ist e», so,-daß der Faschismus nicht-mehr müde,.verängstigte s Demokratien vor-sich hat, sondern.offensive.Kräfte. --Notwendig.ist e» vor allem, daß-die.Sozialisten eine'praktische Vorstellung, von den Einrichtungen de» Staates haben, in dem sie leben. Gerade in einem Staat, der" da» Glück-hat, so hervorragende Führer zu haben, besteht die-Gefahr,.daß man sich. zuisehr i auf diese Führer verläßt und auf die eigene Jnitta« tive verzichtet. In-einer Zeit,-in-welcher her Büro»- kratismu» geradezu«in. Wellproblem geworden, ist, kann da» zur Folge haben, daß der Staat zu mechanischen Formen"etttarrt. Der Vortragende sprach in diesem Zusammenhang-über Fragen dxr Selbstverwaltung und der regionasistischen Bewegungen, deren Bedeutung er unterstrich, und ging dann. zu nattonal- politischenProblemen Über, deren Lösung--nur in der Parallelschaltung, der demokratischen Kräfte-der verschiedenen- Völker im Staätch siegen" könne." Auch- die Zusammenarbeit von Arbeitern und Bauer» muß auf.die"Grundlage des Willen»:zurbeiderseitigen Wohlfahrtshebung,- gestellt" werden. iE»- muß--endlich einmal- auch die agrarische Politik«insehest,-daß,jeder Verlust, beim industriellen, Export. auch, ein Versifft für^die Landwirte.ist, Sozialistischer Jnitstttive ,steht ein-große» Betätigungsfeld-auch- auf kulturellem Gebiet offen, nicht zuletzt sind ihr aber aüch"auf aüften» politischem GebietAufgabengeftelltlhIerdarfstedie Bestrebungen der. Rechten, nicht, ohne Gegengewicht" lassen..'-- Entscheidend-wird»sein, wer da» vollkommene Weltbild hat. er. handelt sich heute sowohl um Ue. " welthistorische«usrinandersetzung zwischen Kapital I und Arbeit, wie um-da» Verhältnis der Völker ,ü [einander.-. Die Sozialisten brauchen nicht kleinmütig* zu sein. Aeberall hak der. demokratische SoziäliSinst» 1 in" einer- Zeit qllgemeinen Verfall» die" besten-Mm«-" fchen-umisich. geschärt."•-- i'.i;... j Nr. 80 Sonntag, 4. April 1037 Seife 5 Wksivirtsckaft und äosiahucktlk Der Handelsvertrag mit Italien ^riireiterung du’tschechoslowakischen Exports Rout. Der Mittwoch unterfertigte neue itolienisch-lschechostowakische Handelsvertrag gilt bis zum 81. Dezember 1937 mit der Mäglichkeit, ihn semesterweise zu verlängern. Er enthält verschiedene Bestimmungen,, deren Notwendigkeit, sich in der Zeit nach den Sanktionen.ergehen hat», weiterhin auch Bestimmungen- betreffs Schaffung einer gemischten Sonderkommisiion, deren Aufgabe es sein wird, die Vertragsbestimmungen zu prUfen, und eventuell Im Bedarfsfälle-zu revidieren.’ Die Verhandlungen ruhten auf selten der Tschechoslowakei in der Hand des Gesandten Machath und italienischerseits in der Hand des Ministers Giannini. Obwohl sich durch die Er« eigniffe der letzten Reihe die Struktur des italienischen Marktes geändert hat, und Italien die energischeste- Autarkie durchführt, wird der neue Handelsvertrag eine Belebung der tschechoflowa« kischen Handelsbeziehungen mit Italien bringen...Insbesondere die tschechoflowakische Standardglasindustrie, die Porzellan» und die Textilindustrie kann neuerdings mit dem tvert- vollen italienischen Absatzgebiete rechnen. Auch die Maschinen-Schwerindustrie, die Herstellung landwirtschaftlicher Maschinen,, der Maschinen in den Zuckerfabriken, Mälzereien, Bierbrauereien usto. finden einen geebneten Weg für den Absatz nach Italien. Auch den landwirtschaftlichen Produkten der Tschechoflowakei ist es gelungen, sich durch das neue Abkommen auf dem italienischen Markte einen guten Absatz zu sichern, Im. ganzen.werden die Möglichkeiten der tsche-.. choslowakischen Ausfuhr nach Italien auf mehr als 200 Millionen XL geschätzt. Aehnliche Aussichten hat Italien bezüglichfeines Exportes nach der Tschechoslowakei, da der wechselseitige Warenaustausch dem neuen Abkommen gemäß im Verhältnis von 1:1 und im Elea- ringwege vor sich gehen soll, welcher gleichfalls mit Wirksamkeit vom 1. April 1987 gelten soll. Die handelspolitischen Verhandlungen zwischen Italien und der Tschechoftowakei stützen sich gleichzeitig auf die Ergebnisse der sieben interindu« striellen italienisch-tschechoslowakischen Vereinbarungen, welche parallel entweder über Ersuchen der Tschechoslowakei oder Italiens geführt wurden. Das Bestreben> unserer Handelsdelegation war dahin gerichtet, daß die in dem neuen Abkommen vereinbarten Ergebnisse auch tatsächlich realisierbar seien. Der Kampf gegen die Krise In der Tschechoslowakei Interview des„Popolalre" mit FUrsorgeminlster Necas Im Zentralorgan der' französischen Sozialdemokratie»Le Populaire" veröffentlicht der sozialistische Abgeordnete Jean Longuet ein Jnter- wiev mit dem Fürsorgeminister Jng. Necas. Longuet bemerkt einleitend, daß er nach Prag auf der Rückkehr aus Polen kam und mit Freude sah, in welchem Kontrast zu den Verhältnissen dort das wirtschaftliche Leben hier steht. Fllrsorgeminister NeöaS erwiderte auf die Fragen LonguetS nach denMaßnahmen der Tschechoslowakei gegen die WivtschckftSkrife ohne Beschönigung, daß zwar Man erhhlt für K e 100 Reichsmark...... 748.— Markmünzen..... 77b.— 100 österreichische Schillinge.. 538.50 lOOrumänffche^ fiei. j.,^; 17.85 1ÜS polnisch^ Zloty.. 546.— MO ungarische Bengö...'. 593.50 100-Schweizer Franken.. 659.75 100 französische Francs... 138.82 100 holländische Gulden... 1572— _ 1 englisches Pfund...... 141.87 1 amerikanischer Dollar .. 28.65 100 italienische Lire.. .. 158.40 100 jugoslawische Dinare. .. 69.30 100 Belgaö..... .. 485.— 100 dänische Kronen.. .. 626.— 100 schwedische Kronen. .. 723.— Zeichen einer beträchtlichen Besserung da sind» dass aber die"Krise nicht überwunden ist. Er wies an Hand einer.Karte, die die Verteilung der Arbeitslosigkeit auszeigt, die Veränderungen seit dem Jahre 1988 nach und bemerkte, dass die noch verhältnismässig hohe Zahl von Arbeitslosen damit zu erklären ist, dass die Tschechoslowakei eine sehr stark entwickelte Industrie hat, insbesondere eine sehr grosse Textil- und Glasindustrie, und dass diese beiden Exportzweige ebenso wie in andern Staaten besonders stark von der Krise betroffen wurden. Der FUrsorgeminlster schilderte dann die Massnahmen, welche die Regierung ergriffen hat, um die Wirtschaft in Gang zu bringen und betonte," dass die Tschechoslowakei bestrebt ist, den Weg für den internationalen Warenaustausch fteizumachen. Die Hebung des Exports sei eine sehr dringende Aufgabe, eben weil da die Arbeitslosigkeit in den Exportindustrien noch so gross ist. Für 237 Millionen Arbeiten durch produktive Arbeitslosenfürsorge DaL-.KÜrüocgemi»isterium-hat.lveltWe.. 59: Gesuche um Beiträge aus dem Titejder produktiven Arbeitslosenfürsorge gunsiigerleslgt? wodurch Arbeiten mit einem Gesamtaufwand von fast 28 Millionen XL ermöglicht werden, bei welchen 8779 Arbeiter Beschäftigung finden können. Im heurigen Jähre hat das Fürsorpeministerium bereits fast 28 Millionen XL Zuschüsse bewilligt, die Arbeiten in der Höhe von 287 Millionen XL verwirklichen lassen. Die Zahl der Arbeitslosen, die bei diesen Arbeiten eingestellt werden können, beträgt mehr als 83.000. Der weitaus grösste Teil der Projekte entfällt auf Böhmen(180 Mil- "-W-OiMmMt“- WASCHPULVER Konen); auf Mähren entfallen 40 Millionen, auf die Sloivakei 84 Millionen, der Rest dann auf Karpathorussland. Parteitag der Sozialdemokratischen Partei Ungarns Heute versammeln sich die Delegierten der Sozialdemokratie Ungarns zum 81. Parteitag. In klassischen Lande des Grossgrundbesitzes, der sozialen und nationalen Unterdrückung kämpfte die Partei schon in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts für die elementarsten menschlichen Rechte des arbeitenden Volkes. Bei Ausbruch des Weltkrieges besitzen von einer Bevölkerung von 20 Millionen Köpfe, von sechs Millionen Erwachsenen knapp 700.000 begünstigte Bürger das Wahlrecht. In Ungarn kann weder im Parlament, noch in einer einzigen der 18.000 Gemeinden ein Vertreter der Arbeiterklasse gewählt werden. Das nationalbolschewistische Intermezzo war in diesem Lande wahrlich kein Zufall. Ohne parlamentarische, demokratische Vorschule flog die Partei direkt von der Strasse jn die Regierung... Einige Monate Machtentfaltung, zerrüttelte Wirtschaft, zerfallendes Land, politisch ungeschulte Masse», Drang zum Endziel über die eigenen Kräfte, haben den Sieg des weissen Terrors vorbereitet. Mit Hilfe der fremden Armeen siegt die Konterrevolution. Tausende von ermordeten Vertrau- ensmännern, Drangsalierung der Massen, Zerstö«. rmig-der-Pgcteiiustitutionen, 72.000.,-Frauep. und.. Männer eingekersexff fqstjioo.000 Ärisgrauftn.p.e.r-.. lassen das Land:— Aderlass und Blutverlust wie ihn selten eine Partei erlitt!"". Die Idee aber konnte man weder ermorden noch einkerkern. Die Partei und ihre Organisationen sind-stärker und gesünder und in höherem Masse kampfbereit, als je zuvor. Auch in der Periode der öffentlichen Abstimmung gilt die Partei für den Industriearbeiter und Dorfarmen als die einzige Organisation, welche gegen Grossgrundbesitz, Kartellkapital und Unterdrückung erfolgreich kämpft. Die s Gewerkschafts-Organisationen gewinnen Tausende neue Mitglieder. Trotz Verfolgungen und schwarzen Listen haben die Geioerkschaften ihren Vorkrisenstand längst überholt. Jn einzelnen Bezirken konnten die Genossen die Zahl der Parteimitglieder im Jahre 1088 um 60 bis 70 Prozent in Budapest- Nord um 90.5 Prozent, in Budapest-Süd um 108 Prozent erhöht. Die Parteiorganisation Budapest hat in zwei Wochen über 1500 neue Nkpszava- Abonnenten geworben. In der Berichtsperiode wurden 14 Broschüren in 417.000 Exemplaren vertrieben, darunter einige in 80.000 bis-100.000 Exeni« plaren. Für die streikenden Bergarbeiter in Fünfkirchen haben die schlechtest entlohnten Arbeiter der Welt, die ungarische Arbeiterklasse, innerhalb zwei Wochen über 26.000 Pengö(zirka 110.000 Kc) gesammelt. Trotz der ungesetzlichen Behandlung dec Sozialdemokraten im Dorfe tvüede die Partei bei einem halbwegs anständigen Wahlrecht und geheimer Abstimmung zweifellos mindestens 30 Prozent der Mandate erobern. Alle sozialistischen Parteien verfolgt» mit Interesse und Solidarität die Tagung dieser vielgeprüften, tapferen Partei. Nach Singapore— Hongkong Seefcstnng. Wie„Daily Express" Meldet, wird" Hongkong im Rahmen eines FiinfjahrPkaneS mit einem Kostenaufwand von 10 Millionen Pftind-Sterling wieder befestigt werden. Die Arbeiten sollen an drei neuen Forts noch vor dem Jahre 1938 fertig sein. Die Lustabwehrbatterien werden verdoppelt und einige Geschwader der britischen Luftwaffe nach Hongkong gelegt werden. & c|oga l 1 r hilft rasch bei Schmerzen in den Gelenken und Glledemi" Kopfschmerzen und bei Erklltun? gen. Haben Sie Vertrauen zu Togal. Ein Vereuch überzeugt. Viele Xrztegutachten. In allen Apotheken erhdltl. K41 u. 27*50. Die weiße Krankheit Bilde auf das tschechische Kulturleben Trotz Anfeindungen durch die Rechtspresse wird im Ständetheater seit Monaten einigemal in der Woche„Die weiße Krankheit" von Karel Capek gespielt. Der grosse Erfolg dieses paziMschen StA« k«s zeigt, wie sich die geistigen Strömungen im tschechischen Volke in den letzten zwei Jahren geändert haben. Während es vor den ParlanientStvahlen im Jahre 1986 noch schien, als ob die Hitler'sche Ideologie, getragen von der chauvinistischen Rationalen Vereinigung Kramäk-Stffbrntz, auch bei uns im Lande Fuss fassen, könnte, schwanden die Hoffnungen -der Ganz- und Hakbfaschisten im Zuge der innerpolitischen Entwicklung immer mehr. Jetzt, wo das blutende Spanien dem Vormarsch des Faschismus in Europa Einhalt gebietet und eine Abenddämmerung aller Diktaturen sich zu nähern scheint, schreitet die ffmorientierung der breiten Schichten" auch aus aussenpolitischen Gründen fort. Der FaschisinuS hatte bei uns keinen fruchtbaren Boden vorgefunden. Die im Volke noch immer lebende Erinnerung an die demokratischen Grundsätze und" sozialistischen Lckbensregeln". der Hussiten, an die.pazifistischen Ideen Eheliirkh», ÄomenskhS und der Böhmischen Brüder sowie"an die äuS ärmlichen Bauern- und Handwerkerfamilien hervor- gegangepen-Schriftsteller und Gelehrten, welche die Wiedererweckung der tschechische» Nation und die Erneuerung der tschechischen Sprache vollführt haben, ist div beste Nährboden für die Demokratie. Mögen die,,Patrioten" noch so sehr dagegen Wettern, die Ideen,- welche Karel Eapekiu der-»Weissen Krankheit" verkündet, stehen der tschechischen Volksseele viel" näher," als alle Tiraden: der nationalen Presse. D« Krankenkaffenarzt Doktor Galt» erfindet ein Serum gegen die weisse Krankheit, welche ärger als Lepra mü> mittelalterliche Pest unter den Menschen wütet und Leute um das fünfzigste Lebensjahr herum dahinrasst. Er will sein an Proletariern er« probteS Heilmittel, nur-unter der Bedingung der gaWqsMttffchhelff welche birests zwölf Missionen an"dieser Krankheit eingebüßt hat, zur.Verfügung stellen,"-wenn sich die Herrscher entschliessen, keine Kriege Mehr zu führen und ewigen Frieden zu- stiften. Anne Leute kuriert er umsonst, er lehnt es jedoch ab, reichen zu helfen» da diese mehr Einfluss auf die Machthaber für den Frieden ausüben können. Von der weißen Krankheit werden nicht nur .Arbeiter,"gewöhnliche Bürger, Bäcker, Hausbesitzer und Direktoren, sondern mich der Besitzer einer ge- walttgen RüftungSindustriewerkeS, der grössten Stütze veS faschistischen Vaterlandes, ja sogar der Diktator selbst— der Marschall— erfasst. Jn dem Augenblick, da der Diktator ohne Kriegserklärung einpn Angriffskrieg gegen einen kleinen Nachbarstaat zu führen beginnt(welcher sich aber sofort zur Wehr.setzt und den-Sieg des Angreifers verhindert), entdeckt er, in seinem Größenwahn sich an die Brust schlagend, die Spuren der ihn befassenden weißen Krankheit. Er fleht sich gezwungen, die Bedingung der Doktor Gästn, sofort Frieden zu schließen, anzunehmen. Der Menschenretter Doktor Galt», welcher sodann zum Diktator eilt, wird aber von der Menge, deren krlegerssche Begeisterung er tadelt, zertreten. Noch niemals wurden die Bestialitäten des Faschismus und feine große Gefahr.für die Menschheit in so einleuchtender Weise auf der Bühne zur Schau gestellt, wie-in diesem Drama von Eapek.„Die weisse Krankheit" sollte allen denjenigen ftrastveise vorgesührt werden, welche noch heutzutage mit Hitler, Mussolini, Fmnco, Henlein und Gajda liebäugeln. Wenn in ihnen«och etwas Menschenvernunft geblieben ist, werden sie dann einsehen, wohin der Faschismus führt.-Karel Eapek ist natürlich auch im ffchechischen Rechtslager unbeliebt, ja verfemt.. Man wirft ihm„Unterminierung der nationalen Wehrhaftigkeit",„Demoralisierung der Jugend" und„Defaitismus" vor. Ein- faschistisches -Blatt hat allen Ernstes verlangt, dass ässe Generale der-Welt gegen EapekS„Weiße Krankheit!'-feierlich, protestieren sollen; die Polizei möge dieses Dramai "verbieten und den Autor, ähnlich wie es in seinem" Stücke.mit den vön der weissen Krankheit befallenen Menschen von Staats wegen geplant war,,„isolieren". Eine Zeitlqng schien es, als ob wegen Eapek eine heftige Zeitungssehde entbrennen wollte, aber die Wellen der nationalistischen Entrüftitng'haben sich ällistählich-gätegtund das Endergebnis ist das immervoll ausverkauste Haus-. .. Die.„Närodni Lisch", welche. Weihnachten eine verunglückte Enquete über die„Nationale Kultur" veröffentlichten, bemühten sich in. ihrer Osternummer ihren Mißerfolg durch eine neue Enquete„Soziale Tpaditton unseres Nationalismus" wettzumachen. Diese Enquete fiel für ihre Veranstalter iroch unglücklicher auS. Alle Antworten, insoweit sie seriös waren, haben das Gegenteil dessen bewiesen, waS den Veranstaltern vor Augen schwebte. Die Enquete zeigte, welche Berechtigung und welche» festen Boden der Sozialismus im ffchechischen Volke besitzt und-wie" das, was sich unter dem Deckmantel deS Nationalismus verbirgt und richtig Faschismus lautet, dem ffchechischen Bolkscharakter-und seiner Tradition vollkommen fremd ist. Ein Hochschulprofessor hat in der Enquete die Hitlersche Rassentheorie propagiert, welche Stellungnahme durch-andere Antworten als unffchechisch und unpatriotisch entkräftet worden ist.- Die meisten Teilnehmer an dieser Enquete versuchten-es, darzulegen, wie stark der soziale Gedanke im tschechischen Volke seit jeher war und wie alle tschechischen Schrisffteller, Künstler^ Gelehrten, Politiker und überhaupt alle nationalen Kulturacheiter Förderer de« sozialen Idee waren. Sogar Dr, Kramäk. mußte in seiner-Antwort, welche als Leitartikel abgedruckt war, darauf Hinweisen, wie das soziale Element die ganze tschechische Politik seit jeher beherrscht. Der Obmann des Abgeordnetenklubs der Nationalen Vereinigung I e Z e k führte aus:„Ueber die soziale Tradition der ffchechischen Nationalismus zu schrei- ben,"ist ein wenig Pleonasmus, denn bet-uns war der. NattonaltSmuS immer sozial..-Er konnte auch niemals anders sein. alö demokratisch und. sozial. Upseve ganze Nation ist ja eine Mischung aller Stände und Klassen,-An den vordersten Stellen.sehen wir Söhne von Arbeitern inch Angestellten, Häus- lern und Landwirten, Gewerbetreibenden und Kaufleuten, Lehrern und Beamtem..WaS die Stände und Klaffen anhplangt, fo sind wir fp eng in ein nationales Ganze, in eine nationale Einheit verknüpft, dass"die demokratische upd soziale Tradition bei«nS wirklich auch nationale Tradition ist." Jejek schliesst Mit d en Worten, welche Kramäk im Jahre 1892 in Hokitz als sein damaliges Kredo bezeichnet hat: .^Die.soziale Frage ist die Frage der Zukunft und die. Zickunft gehört demjenigen, her an ihrer Spitze marschieren, wird, Pergessen wir nicht, dass wir nichts als BolkSnation sind, vergessen wir»ich:, dass wir so viele,Arbeiter und kleine Gewerbetreibende und nirgendswo ein liebermass an Reichtum besitze». Wir müssen sozial fein und wir müssen die soziale Gerechtigkeit wollen." Der bekannte Volkswirtschaftler Universiiäts- professor Dr. Cyril Horäiek fiihrt auS, dass seit dem Jahre 1848, in welchem sich die Arbeiterschaft zum Worte meldete, auch iu der tschechischen Intelligenz Leute miftraten, welche den sozialen Problemen ihr Augenmerk widmeten. Jn Prag Karel Sabina, der erste tschechische sozialistische Schriftsteller und Autor des„Geisteskommunismus", in Brünn F. M. Kläccl, Autor der„Briefe eines Freundes au eine Fremidin über den Ursprung des.Sozialismus und Kommunismus", ja sogar der Führer der Alttschechen Dr.. Rieger und andere. Horäöek bemerkt, daß trotz aller Entfremdung, die später zwischen der Mehrheit der Arbeiterschaft und den anderen Kreisen der Nation eintrat, das soziale Gefühl in Kreisen der ffchechischen-Intelligenz stets stark miSgeprägt war und sich auch in der Belletristik äußerte. Der Kontakt zwischen der Arbeiterschaft und den anderen Schichten der Naffon dauert bis jetzt, weshalb, wie Horäkek betont, eine künstliche Teilung des tschechischen intellektuellen Lebens in eine Rechts- und Linksfront unberechtigt ist. Das„Befreite.Theater" von Boskovee und Werich führt schon zum lüg. Male sein bisher bestes Sttick„Rub a lie"(„Die Kehr--und Glanzseite") auf, in welchem Faschisten und alle Reaktionäre" „KtklturbolschelvlSmuS" sehen, weil es zum Kampfe gegen den vom Führer Konrad repräsentierten" Faschismus auffordert und-den Sieg der Demokratie sei-rt. Die von den Agrariern beherrschte Prcger Rundfunkleitung hat die Radio-Uebertraguvg des Stückes äbgelehnt, wogegen in der Oeffentlichkeit protestiert wurde". Der große Erfolg hat Boskovee und Wirich veranlaßt, es weiter zu spielen, obwohl fiir Anfang April ein neues"Stück„Panorama- 1027—1937" angesagt war. Karel Eapek rmd Boskovee und Werich haben sich große Verdienste um die Verbreitung des demo- kratischcu Geistes erworben. Rudolf Jllo vH. Seite 6 „Sozialdemokrat' Sonntag, 4. April 1037. Ar. 80 i Kunst urul Wissen VerünsnaeimcKKn 2er Dinr Bestellschein Name; Adresse: Unterschrift GERETTET dem bereits eingetretenen BerftchernngSfasse(Invalidität) nicht angerechnet werden, die Anrechenbarkeit für die späteren, bei dem Versicherten noch möglichen BcrsicherungSfälle kann aber unseres Erachtens nach Wohl in Betracht gezogen werden. Die Rechtslage ist derzeit noch nicht geklärt. Bringen Sie daher jedenfalls im Mai das Gesuch um die Altersrente ein. Deütfch« BolkSfinggemeinde Prag. D i en Stag um 7. Ahr für Frgucn und um halb 8 Uhr abends für Männer(letzte Hebung für AtuS- Akadcmie). SILBERSEIDE I höchst anschmiegsam i Crisrallm Idurchsicht g*KC 3 50 Gold KC'S* postenlose Fräulein Lillh Verkäuferin bei einen;> vedere. Juwelier, bringt in Monte Carlo einen Berg voll Schmuck im wahrsten Sinne des Wortes an den Mann, der sie dann auch heiratet und der überdies ein reicher, hübscher, junger Engländer ist. Franziska Gaal spielt das junge Mädchen manchmal zu übertrieben kindlich für ihr reiferes Alter, das sich nicht mehr genügend kosmetisch korrigieren läßt. HanS Jaray ist im Auto, im Motorboot und im Luxushotel ein stets lächelnder, charmanter Liebhaber. Szöke Szakall, wie immer amüsant, unbeholfen und rührend naiv, lässt die Lacher auf seine Rechnung kommen. Robert Wohlmut, der Regisseur, malt einen breiten und prächtigen Hintergrund— Wien und Monte Carlo— für die kleine und nicht gerade originelle Handlung des. im ganzen ordentlich gemachten Unterhaltungsfilms.' jk. „Unvergeßliche Filme":„Di, Spionin" mit Coprad B e i d t Montag halb 8, U9 Uhr. Vortragsabend Brandhofer- Reuß. Moderne Lhrik. DienStagü Uhr. Karten Urania, Wetz- ler, Andri. ralen Ideen geleitet find, sollten auch eine liberale Handels- und Devisenpolitik treiben. Die dadurch herbeigeführte Erleichterung könnte auch viele politische Schwierigkeiten lösen, die Arbeitslosigkeit in Schottland und Wale» ebenso wie in den deutschsprachigen Gebieten der Tschechoslowakei. Brüssel eintreffen, das den regelmässigen Flugverkehr.Brüssel—Prag eröffnen wird, den die belgische Fluggesellschaft„Sabena" und die Tschechoslowakischen Staatlichen Aerolinien betreiben werden. Mit dem Brüsseler Flugzeug wird in Prag der belgische Verkehrsminister Marcel Henri Iaspar in Begleitung seine» KabinettSchefS ThtliSma und seiner Gattin, weiter der Senator Graf de La Barre d'ErquclinneS, SenatSreferent ftir Filmwesen, der Deputierte Van Heck, der gleichfalls Referent für Flugwesen ist. Oberst Daumerie, der Direktor der belgischen zivilen LufWerkehrS, General Baron Greindl, der Präsident der Gesellschaft Sabena, H. Corneliu», amtierender VerwaltungSrat der„Sabena" und deren Generalsekretär Pörier eintresfen. Gleichzeitig treffen auch der Vertreier des belgischen Pressebüros„Belga" und Vertreter der belgischen Rundfnnkgesellschaften ein. Jeder denkende Sozialist muß täglich sein Parteiblatt, den„Sozial demokrat", lesen. Sendet daher diesen Bestellschein ay die Verwaltung des„Sozialdemokrat^ Prag Xll., Fochova 62 Sdwn nächsten Sonntag groOe Atusakademiel• Diese Akademie hat besondere Glanzpunkte: Im ersten Teil die Ehrung der Sieger von Komotau durch den Kreissekretär Genossen Kunig-Aussig, da» Auftreten der Kinder, Gymnastik der Frauen, Tänze, flott«, beschwingte Vorführungen der Turnerinnen und. Turner,(keine den Zuschauer ermüdenden Bor» führungen), Gesang. Im zweiten Teil;. Die feiere liche Enthüllung der Jahne durch die Genossin Czech,. mit vorhergehender Ansprache de» Genossen Svojse, wird besonders wirksam umrahmt sein. Dritter.Teilt Tanz.— Es sind noch Eintrittskarten zu. Ki 6.— zu haben. Die Akademie findet am Sonntag,.den'11. April im grossön Radio-Saal statt und. beginnt, um ö Uhr nachmittags. Ende ls.llhr nacht». Hochleistangs-Drehblnko, Fräsmaschinen, Radialbohrmaschinen, Behrwerke, Shaplng- u. Hobelmaschinen Spanntattor in modernster Ausführung erzeugt: WerkzeugiMschlncnfai>rHc Arno»lauert Warnsdorf, iSR. Urania-Kino „Geh mach dein Fensterl auf", die amüsanteste Lustspielpremiere der Jahres mit Ärableh, Paulsen etc. Heute 11. 2, 4, 6, HO, Dienstag bi» Donnerstag halb 8, Hü Uhr. aus sicher er Gefahr durch Geb rauch wundervoll zarter verlässlichster Ich bestelle vom: den»Sozialdemokrat", das genttalorgan der Deutschen sozial demokratischen Arbeiterpartei, Prag Xll., Fochova 62, zum Abon nementpreis von XL 1b*— monatlich. Wteifangm&r»Urania* Ein Engländer über Europa, Völkerbund und Kriegsgefahr Im grossen Hürsaal der Prager tschechischen philosophischen Fakultät sprach auf Einladung der Prager„English Club" und der„British Society 1 of Czechoslovakia" am Freitag Graham H u t t o n, 1 Redakteur des führenden englischen Wirtschaftsblattes„The Economist", über„England, Völkerbund und Mitteleuropa". Der Vortragende erklärte, dass er nicht, seine persönlichen Ansichten, sondern den Standpunkt der grossen Mehrheit des britischen Volke» zum Ausdruck bringen wolle.. Die Tatsache,, die de»: Engländer bei der Bestachtung des europäischen Kontinents am meisten beunruhige, sei die Teilung Europas in zwei Lager. Auf der. einen Seite sehe er.die demokratischen. Staaten, deren Führer. vorwiegend der VorkriegSgeneration angehören und an den ökonomischen, diplomatischen und liberalen VorkriegStraditionen geschult sind, während auf der anderen Seite die totalitären Staaten stehen, darunter die drei anderen Grossmächte Europa», Deutschland, Italien und Russland. Der Vortragende erklärte, dass die Mehrheit der politisch denkenden. Briten den Wunsch hätte, sich von einem Konflikt sernzuhalten, wenn tatsächlich nur die Wahl zwischen diesen beiden Fronten oder gar ble- Wahl zwischen, dem totalitären System der äussersten Linken und, dem der äussersten Rechten möglich wär«, wenn, mit anderen Worten, der Krieg, der die europäische Zivilisation vernichten würde, unvermeidlich wär«. E» sei nicht richtig, dass die Englän- Mitteilunflen aus dem Publikum. Volkskrankhelten der UeiergangSzeit. Zu den am meisten verbreiteten Krankheiten, die sich gerade bei Witterungsumschlägen bemerkbar machen,.gehören Rheuma, Gicht und JSchiaS.’ Besonders unter Rheuma haben viele zu leiden und können trotz wiederholter Versuche die peinigenden Schmerzen nicht loSwerden. Zur Verzweiflung ist kein Grund vorhanden. denn bei der Bekämpfung genannter Krankheiten haben sich T o g al- Tabletten in hervorragender Weise bewährt. Machen Sie noch heut« einen Versuch. Erhältlich in allen Apotheken. 4 Mutz e» ausgerechnet der Rasen sein? Die Hausfrauen der früheren Generationen bleichten die Wäsche auf dem. grünen Rasen. Heute wird die Wäsche so nicht mehr, gebleicht. Diese Arbeit besorgt da»„Dreimäuncr"-Waschpulver! II Schon aui dem AuSkochen geht die Wäsche blendend weiss und gebleicht, wie nach gründlicher Bleiche durch die Früh- jahrSsonne, hervor! II Dar„Dreimänner"-Wasch- pulver ist der Wäsche nur zuträglich und der Hausfrau als guter Helfer nützlich. Warum künstliche oder nicht einwandfreie Mineralwässer trinken? RodiSforter Sauerbrunn, der Kristallquell, entspricht allen Anforderungen, di« man an ein gutes Mineralwasser stellt: er ist rein natürlich, kristallklar, modern gefasst, hygienisch einwandfrei gefüllt, wohlschmeckend und bekömmlich. Sein Preis ist sehr billig. £ozialver$icherung$- Briefkasten MutterschastSleistungenr Sie teilen mit: dass Sie nach zweijähriger Beschäftigung als Bedienerist die Arbeit eingestellt haben und seit 24. Feber Schwangerschaftsleistungen beziehen. Da aber, wie der Arzt kürzlich feststellte, die Entbindung kaum vor Mitte Mai z» erwarten ist, fragen Sie an, ob Sie dann noch Anspruch auf Ersatz der Entbindungskosten, auf Wochcnbettunterstühung und Stillprämien haben. Unsere Antwort: Nur dann, wenn Sie binnen 12 Wochen nach Einstellung der Beschäftigung entbinden, also längstens bis 18. Mai 1Ü87, gebühren Ihnen die Leistungen. Wenn Sie sich den Anspruch auch für den Fall wahren wollen, dass die Geburt später eintritt, müssten Sie die Krankenversicherung freiwillig fortfetzcn. In diesem Fall« müsse» Sie sich bis längstens 6. April bei der Kran- kcnversichcrnngSanstalt zur freiwilligen Fortsetzung der Krankenversicherung melden. Die Versicherung wäre dann bis zu dem Tage der Entbindung freiwillig fortzusetzen. Nr. 4,107.885: Sie sind um die Invaliditätsrente gekommen, weil Sie der Arbeitgeber nicht rechtzeitig, sondern erst nach dem Eintritte des Ver- sicherungsfalles(der Invalidität) zur Versicherung für die Jahre 1980 bis 1085 angemeldet hatte und Sie daher bi» zum Eintritte deS" Versicherungsfalles nicht die geforderte Mindcstzahl von 100' Beitragswochen aufzMveifen hatten. Die Frage ist mm, ob Ihnen ab 8. Mai 1087, an welchem Tage Sie da» 85. Lebensjahr erreichen, die Altersrente gebührt. Nach der ganzen Konstruktion der einschlägigen Paragraphen ist ersichtlich, dass auch durch verspälete Anmeldung nach dem ÄersicherungSfallc eine Bei- tragSzcit erworben werden kann. Diese Beitragszeit kann ztvar bei der Beurteilung der Ansprüche aus ^^^MOI^^M^^n^^^nWWWWiWWIMUWWWMWWWWWWWWWWWWWMWDgeWWWW.„ M. Bezugsbedingungen: Bei Zustellung in» Hau» oder bei Bezug durch die Post monatlich flä 18.—. vierteljährlich Xi 48.—, halbjährig KC 98.— ganzjährig flö 192.—.— Inserate werden läut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlass.— Rückstellung von Manuflripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken.— DI« Leitungsfrankatur wurde vonder Poft. und'T«Ieckü graphendirektioumit Erlass Rr. 1S.8Ü0/VH/19S0 bewilligt,— Druckerei:„Orbis", Druck-, Verlag»-und Zeitun»S-S.-B. Prag.;••«:•«£ der für Mittel- und Osteuropa kein Interesse habest, es sei festzuhalten, dass sie besonders die Tschechoslowakei, die eine so verantwortliche und wichtige Stellung in Europa hat, mit Sympathie betrachten, aber da» Hauptinteresse der britischen Politik gelte dem VLlkcrbundSpröblem. Zwei Prinzipien habe die britische Regierung nach Beendigung deS Weltkriege» geltend machen wollen: Die Aufrechterhaltung der Souveränität der europäischen Staaten und die Schaffung der kollektiven Sicherheit. Durch das Fernbleiben Amerikas sei der Völkerbund von Anfang an unvollständig geworden, und auch die europäische Kollektivität sei im Jahre 1985 zerbrochen. ES habe sich auch gezeigt, dass die Forderungen , der kollektiven Sicherheit mit dem Souveränität»- Kurz vor der Mittagsstunde wird ein Flugzeug au» Prinzip in Konflikt geraten können. Wenn heut« die Mal-Festvorstellung»Fidelio« Die Bezirksorganisation Prag der DTAP und der Verein Deutscher Arbeiter veranstalten Heuer zum 1. Mai eine Festvorstellung der' Oper „Fidelio" von Beethoven im Deutfchen Theater. Bruno Walter dirigiert am 14. April ein Konzert im D e u t s ch e n T h e a t e r, bei welchem dieVIII. Symphonie von Bruckner zur Auflühnnm gelangt. Wochensplelplan de» Reuen Deutschen Theater». Heute, Sonntag, halb 8: Nathan, der Weif-, halb 8: D ei^ R a u b der Sabinerinnen, Abonnement aufgehoben. Gastspiele Albert und Else Bassermann mit Ensemble.— Montag 7 llhr: Orpheus, Theatergemeinde der Jugend (2. Serie, grüne Karten) und freier Verkauf, Abonnement aufgehoben.— Dienstag 8 Uhr: F e i n e Gesellfch q.s t, Skli— Mittwoch halb 8 Uhr: Rossint-in N e-ach«l, B'2.—^Donnerstag halb 8 Uhr: Der Troubadour, bölfMmliche Vorstellung, Abonnement aufgehoben.— Freitag 8: Feine Gesellschaft, D.— Samstag 7 Uhr: Par sifal, Gastspiel Alexander K i p n i S, C 1. — Sqnntag halb 8 Uhr: Aufdergrünen Wiese, halb 8: Warum lügst du, Chörie? Erstaufführung, B 2. Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Heute, Sonntag 8 Uhr: Jean, Gastspiel Kramer- Glöckner, 8 Uhr: Figarolässtsich scheiden.— Montag 8:Treff-ÄS, Bankbeamte I und freier Verkauf.— Dienstag 8: Kommen Sie am Ersten.— Mittwoch 8 Uhr: Figaro lässt sichfcheiden, Bankbeamte II und freier Verkauf.— Donnerstag 8 Uhr: Treff-Az.— Freitag 8 Uhr: Kommen Sie am ErstenI Theatergemeinde des Kulturverbandes und freier Verkauf.— Samstag 8: K o m m e n Sieam Ersten!— Sonntag vormittags: Schauturnen des Deutschen Turnvereine», Lntzowova, anlässlich des 75jähr. Bestandes, 8: Figaro lässt s ich sch ei den, 8: M ä t u r a. filme in Prager Lichtspielhäusern Urania-Kino:„Geh' mach dein Fensterl auf." — Adria:„Sonja Henie, die Königin des Eises." A.— Alfa;„Die Matrosen kommen." A.— Astaire. — Apollo:„Kamin ohne Feuer." Tsch.— Avion: „Tarzans Flucht." A.— Beranek:„Die Sechzehnjährige." D.— Fenix:„Die Äameliendame." Ä.— Greta Garbo.— Flora:„Die Sechzehnjährige." D.— Hollywood:„Fräulein Lilly." D.— Fran- zisca Gaal..— Hvizda: Pluto-Donald- Miky.— Juliö: Durch Tanz zum Glück." D.— Kinema: Journale. Grotesken, Reportagen.— Koruna: Aktualitäten, Journale, Grotesken.— Kawa: „San Francisco." A.— Lucerna:„Die Kameliendame." A.— Greta Garbo.— Metro:„Kamin ohne Feuer." Tsch.— Passage:„Fräulein Lilly." D.— Francisca Gaal.— Praha:„Charlie Chan in der Oper." A.— Radio:„Premiere." D.— Svitozor:„Armes reiches Mädel." A.— Shirley Temple.— Alma:„Feuer einstellen." Fr.— Harry Baur.— Baikal:„Der letzte Heide." A.— Bel- i„Bei den Strohwitwen." A.— Beseda: i„Bergtheater." D.— W. Krauss— Carlton:.Lust» : torpedo 48." Tsch.— Illusion:.Lufttorpedo 48." Tsch.— Kapitol:„Die Spionin des Kaisers." D.— Lido II:„Scheidung der Frau Eva." Tsch.— Louvre:„Die Sechzehnjährige." D.— Marelka: „Der letzte Heide." A.— Mai«:„Ich wurde gelyncht." A.—Olympier„Scheidung der Frau Eva." Tsch.— Perltyn:„Rose Marie." A.— Roxy:„Premiere." D.— Tatra:„Bei den Strohwitwen." A..— U Bejvodur„Ianoi i k." Tsch. •— Baldek:„Die schwarze.Spinne." A.— Beletrhy: „Premiere." D. Geh' mach dein Fensterl auf. Der Film hält viel mehr, al» der aus einem Dutzend bäuerlicher Komödien abgedroschene Titel verspricht. Er zeigt die Flucht einer jungen Berlinerin vor ihren Verehrern in ein oberbayrischer Dorf, wo sie die Männer bezaubert und die weibliche Dorsjugend gegen sich aufbringt. Der Film ist in. lebendige» Dorfmilieu gestellt und...getragen von gutem.bodenständigen Humor. Vossjifeste und'bayrische'Tänze stlG'der Rahmen einer reizvollen Landschaft machen den auch gut gespielten Film zu einem erheiternden Genuss Ursula Grabley, Harald Paulsen, Schafheitlin und der urwüchsige Äöckl neben mehreren prächtigen Darstellern ländlicher Typen, sorgen für wirklich gute Unterhaltung. jk. Fräulein Lilly. Das Problem der Arbeitslosigkeit löst man im Film immer auf höchst einfache Weise. In diesem in Wien gedrehten Film wird das RW-Genossen I Montag, den 5. April, Vortrag des Genossen Dr. F r a» z e l im Parteihelm.— Beginn 20 Uhr. Nochmals Kokain. Gestern wurde die 85jährige Pcdicuerin Frauzwka Batik aus Smichov, Divis» gaise 21, auf die Klinik Pelnät gebracht, wo eine Vergiftung mit Kokain und Adrenalin festgestellt wurde. Die Balik hat wegen ihrer Nervenkrankheit einest Selbstmordversuch unternommen; das Gift hat iic auf ärztliche Vorschrift aus einer Krankenkassen» apotheke bezogen. Und Kodein. Die 28jährige Kassierin Rosa Strnad wurde vorgestern von der RcttnngSgcsellschast in bcwussiloscm Zustande auf die Klinik Hynek- gebracht.' Sie hatte kurz vorher einen Sclbstmordvcr- snch mit einer grösseren Dosts Kodein unternom- mcn. Ter Grund der- Tat ist unbekannt. Belgischer Besuch zur Eröffnung von Ruzynk. Montag den 5. April, wird der ntue Flugplatz in Ruzyni bei Prag in Betrieb genommen werden.! europäischen Staaten vor der Frage ständen, sich zu einem Weltkrieg verpflichien zu sollen, dann würde sich der Völkerbund als unwirksam erweisest Aber die Ueberzeugung der Engländer sei, dass eine solche Frage nicht nötig sei. In.England habe man den Eindruck, dass die demokratischen Staaten in den letzten Jahren Schlappen erlitten, die totalitären aber Erfolge erzielt haben. Man frage sich jedoch, ob der „Rückzug" der Demokratie nicht nur«in„strategischer" sei. Notwendig sei e» zunächst, den totalitären Staaten keinen Vorwand zur Rechtfertigung ihrer Ansprüche zu geben. Notwendig sei ferner«Ine Zusammenarbeit der demokratischen Staaten auf wirtschaftlichem Gebiet«. Alle Staaten, die von libe-