Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartel in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Ausnahme des M-«tag tS-lich früh RedavIonundV-rwaltung: Prag XL, Fochova 62- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taü!b- Derantwortlicher Redakteur:KarlKern, Prag 17. Jahrgang Mittwoch, 7. April 1937 gtitttlptel» 70(einschließl. 5 Hellte Porto) Aus dem Inhalt: Ernst Paul: Wehrprobleme der spanischen Revolution Funk*Duell auf Welle 29.8 Bechynfi konstatiert Innenpolitische Entspannung Um Belgiens neue Neutralität Nr. 82 Härtet Ringen an der Batken-Front Vier deutsche Flieger In baskischer Gefangenschaft Bayonne. In einer amtlichen Meldung der baskischen Regierung heißt es: Der Montag war für unsere Truppen günstig. Unsere Ahlsi» lungen durchbrachen stellenweise dir Front, trugen bis tief in die feindlichen Stellungm Verwirrung und verursachten dem Feinde ernste Berlnfte. Nachmittags schlugen unsere Truppen nach erbittertem Kampfe eine starke Kolonne der maurischen Kavallerie in die Flucht. Die vom Ausständischen-Lager verbreiteten unrichtigen Informationen find derart, daß fie selbst di« Anhänger der Aiifständischen irrefüh- rr». Das ermöglichte«ns, den deutschen Inspektor deS Flugplatzes B i t o r i a Kapitän von Ha- dring, den Dolmetscher Fra iz, den Kapitän- Piloten Walter Kien,, l und den Leutnant- Piloten Godfrrd Sehlz gefangenznnehmen, die, durch die vom Aufständlschm-Rundfunk verbreit tetr Meldung irregrführt, sich nach Nrqniola begeben hatten, von welchem fie annahmen, daß eS sich in den Händen der Aufständischen befindet Dir bei diesen deutschen Gefangenen gefundenen Dokumente sind für unS von großer Bedeutung.' Franco-Truppen In einem Hinterhalt Der HavaS-Sonderberlchterstatter auf Seite der Rebellen meldet von der baskischen Front: ' Da bereits seit einigen Tagen in der Stadt E i b a r auf der Straße von San Sehastian nach Durango weiße Fahnen gehißt wurden und die Sjadt ossenfichtlich von de» Regierung»milit«n geräumt worden war, zog ein« Kolonne aufständischer„Requetes" in die Stadt ein und besetzte die Hauptstraße sowie den Marktplatz. Der Abzug der Milizen und die Hifiung weißer Fahnen erwies sich jedoch als«Ine K r i eg S l i st und die Milizen, die sich in. der Umgebung der Stadt verborgen hatten, unternahmen plötzlich einen Angriff und schnitten etwa 2660 Mann der Franco-Truppen den Rückzug aus der Stadt ab. Diese 2606 »Regnete»" wurden dann in der Stadt von den Milizionären niedergemacht. Der Kommandant der Franco-Truppen hat unverzüglich ei» Manöver zur Einschließung der Stadt Eibar unternommen und erklärte, daß er nach der Einnahme der Stadt all« Männer bis auf den letzten erschießen und di« Stadt dem Erdboden gleichmachen kaffen werde. ElnschQchterungsversuche Wie aus San Sebastian gemeldet wird, warfen Ausstandischen-Flugzeuge in der Provinz Biscaya Flugblätter in spanischer und baskischer Sprache mit folgendem Wortlaut ab: Leb t e W a r n u n gl Wir find entschlossen, dem Bür- getkriege in Nordspanien ein Ende zu machen. Leget die Waffen nieder und ergebet Euch uns 'Alle, di« dieser Aufforderung Folge leisten, werben dadurch ihr Leben und ihr Eigentum rette». Wenn Ihr Euch nicht sofort ergebet, werden wir das Gebiet von BiScatza vernichten, wobei wir mit der Kriegsindustrie den Anfang machen werden. Wir haben hiezu die erforderlichen Mittel. Rektor Ala erschossen Bilboa.(Agence Espagne.) Man erfährt auS sicherer Quelle, daß der Rektor der Universität von Oviedo, Professor Leopold A l a, der wegen seiner liberale» Gesinnung von den Rebellen verhaftet Ivurde, von diesen trotz dem einmütigen Protest der internationalen Gelehrtenwelt erschossen worden ist. Deutschland schickt weiter Kriegsmaterial Gibraltar.(Agence Espagne.) In Malaga hat das deutsche Panzerschiff /»Deutschland" eine große Anzahl von Mörsern, Kanonen und Maschinengewehren für dl« Rebellen ausgeladen. Außerdem find 400 deutsch« Lastautos in Malaga»usgeschisft worden. Krauser„Leipzig" bespitzelt die Reglerungsflotte Valencia. Der Kommandant der Re- gierimgsflotte teilte dem Marineministerium mit, daß^mw Lonnta» di« Flotilke der Torpedobootzerstörer der Regierung, die ans Cartagena ausgelaufen war, um C e u t a zu bombardieren, vom Kap Cata auS von dem deutschen Kreuzer„L e i p> z i g" beobachtet wurde. Der Kommandant der Flotille machte einem, britischen U eine von unserer Partei einbcrufene Versammlung statt, zu welcher sich, noch bevor der erste Sozialdemokrat im Saale des Arbeiterheimes erschien, ein Stoßtrupp der SdP mit dem Be- zirksfiihrer Rauscher und einem Fabrikanten eingefunden hatten. Ihre Absicht war schon am Vormittag des gleichen Tages in der Fabrik kundgetan worden,«S ivar die S p r e n g u n g der Versammlung. Noch bevor die Versammlung eröffnet wurde, kam der VezirkSfiihrer zum Vorsitzenden und forderte in arrogantem Ton Redefreiheit für seine „Kameraden". Ihm wurde kurz, aber bündig bedeutet, daß er in dieser Versammlung nichts zu verlangen habe und sich mit seinen Wünschen mäßigen solle. Darauf„drohte" er, mit den Seinen daS Lokal zu-verlassen. Man sagte ihm, er möge tun und lassen, was er wolle, und siehe da, er ging nicht, nm seine Kameraden zum Abzug zu bcstlmincn, sondern er flüsterte ihnen etwas zu und verließ den Saal. Die Henlcinlcute blieben ruhig sitzen, vor vollem Saale eröffnete Strobel die Versammlung und erteilte dem Redner, Abgeordneten Kr c j c i. das Wort. Plötzlich erschien der Kreisführer Hans Hubert Birke im Türrahmen und ließ durch seinen Adjutanten Rauscher seine„Kameraden" zum Abzug rufen. Hei, das war«in Rennen, das n»r von den Pfuirufen, mit denen der Herr Birke empfangen wurde, übertönt wurde und als erster machte dieser kehrt. Die andern ihm nach, in toller Flucht. Viele vergaßen ihre Hüte und Stöcke mitzunchmen. So endete der Putsch von KetzelSdorf mit einer für. Herrn Birke kläglichen Blamage, die er in KetzelSdorf nie erwartet hat. Die Versammlung wurde dann ohne Störung fortgesetzt. Sie ivar erhebend nnd nach jeder fünften Minute setzte ein Beifallssturm ein, der jedem Teilnehmer klar werden ließ, daß in dem politischen Reimen der deutschen Sozialdemokraten und der SdP die ersteren Sieger geblieben sind lind bleiben werden. Nach dem Schlußivort kamen Arbeiter und verlangten Beitrittserklärungen. Völkerbund und Völkerverständigung in der Tschechoslowakischen Republik veranlaßt, ein umfass« n- deSunddu r ch greifendes Hilfswerkzu organisieren. Wenn dieses Hilfiwerk unter dem Niotio: „Milch fürs Kind" werbend vor die gesamte deutsche Oeffentlichkcit tritt, so soll hiermit vor allem die Notwendigkeit und die Bedeutung dieses Hilfswerkes sürdieLinderungderNotTause n». der von deutschen Kleinkindern in den Notstandsgebieten bekundet werden. Diese Notistzueinerbeden« tendenAefahrfür unsere Volkskraft und unser« BolkSgesund- heitgeworden. Sie mit allen verfügbaren Mitteln zu bekämpfen, empfinden wir alle als di« naturgegebene Pflicht unserer Volkszugehörigkeit. Darüber hinaus, will unser Hilfswerk ein weithin hörbarer Appell an die gesamte Oeftentlichkeit sein, ihr Augenmerk in besonderem und erhöhtem Maße auf die wirtschaftliche Notlage unserer Heimarbeiter zu richten. In den meisten Fällen machen wir uns nur schwer eine Vorstellung von den ständigen Entbehrungen dieser unserer Volksgenossen, die auch die fleißigste Handarbeit kaum ernähren kann. AuS diesem Grunde wird durch da» Hilfswerk der Deutschen Völkerbnndliga eine größere Dienge von Heimarbeiten gekauft und am 28. und 88 Mai l. I. im Rahmen einer besonderen Veranstaltung verkauft werden. Schon heute ergeht an die gesamte Oefsentlich- kcit die Aufforderung, an diesen Veranstallungen ieilzunehmen, sich am Kaufe dieser Hei m- arbeitenim weite st o n M a.ß e zu beteiligen und so an der Linderung der Heimarbeiternot und der Kindernot wirksam mitzuhelfen. Lohnbewegung In der nordbBhmlschen Glasindustrie Die Arbeiterschaft des Haida-Steinschönauer Gebietes hat dem Gremium der novdböhmischen Glasindustriellen sowie dem tschechischen Gremium in Haida Forderungen unterbreitet, nach welchen die Arbeiterschaft in den Raffinerien vollinhaltlich die Geltung des Kollektivvertrages vom 3. November 1825 und für die Heimarbeiter die Erhöhung de« Mindestlohne« von 140 auf 182 fli bei 48stündigcr Arbeitszeit»erlangt wird. Die ersten Verhandlungen fanden Montäg, den 5. April, statt. Nach eingehender Begründung der Forderungen durch den Vertreter de« Verbandes der Glas- und Keramarbeiter sowie die Vertreter der andeden Organisationen und nach stundenlangem Verhandeln unterbreitetest die Unternehmer einen Vorschlag, nach« tvclchem unter bestimmten Voraussehnngen der Mindestlohn von 140 XL auf 180 Kö erhöht werden soll. Da die Voraussetzungen zum großen Teile unannehmbar sind und die Arbeiterschaft auch guf ihrcp früheren Forderungen nach dem Mindestlohst bestehen dürfte, wird eine Konferenz der Arbeiterschaft zu den Vorschlägen der Unternehmer Stellung steh- nien, E« dürften an der Lohnbewegung rund 8000 Arbeiter beteiligt sein.. Die.Achse* muß versteift werden! Wring und Ley nach Rom Westmüchte anerkennen Belgiens Neutralität Belgien muß aber die Völkerbund-Verpflichtungen einhalten Leite 4 Mittwoch, 7. Wit 1037' Nr. 42 Funkduell auf Welle 29.8 Der siegreiche Schwarzsender Dr. Benes am Grabe König Alexanders Belgrad. Der zweite Tag des Aufenthaltes des Präsidenten Dr. B i n e 6 in Jugoslawien war der Ehrung des Andenkens des verstor- denen Königs Alexander gewidmet. Dr. Benes fuhr teils im Zug. teils im Auto nach dem etwa 80 Kilometer entfernten O p l c n a c, wo er am Grabe des Königs einen großen Kranz niederlegte."Ein zweiter Pietätsbesuch galt dem Grabe deS unbekannte» Soldaten am Gipfel des BergeS Auala. I» allen Orten unterwegs wurde der Präsident von der Landbevölkerung begeistert begrüßt. Präsident Dr. Benes legte den Weg gemeinsam mit dem Prinzregenten Paul zurück und hatte so die Möglichkeit, mit seinem Gastgeber mehrere Stunden lang Besprechungen zu führen. Auch der Mittwoch, der letzte Tag des Aufenthaltes, wird weiteren Besprechungen deS Präsidenten tnit den höchste» staatlichen Faktoren Jugoslawiens gewidmet sei». U. a. ist eine zweite längere lkiiterrediing mit dem Ministerprästdenten StojadinoviL vorgesehen. * Präsident Dr. Benos überreichte dem König Peter II., der Königin-Mutter M a r i e sowie der Prinzessin Olga den Weißeii-LLwen- Ocdcn mit der Kette. Prinzrcgent Paul zeichnete Frau Hanna Benesovä mit dem Heiligen Sava- Ordcn I. Klasse aus. Auch die Begleitung des Präsidenten erhielt hohe jugoslawische Orden.. Last des Volkes— Sinnbild der Demokratie An dem Empfang, der dem Präsidenten Benes in Belgrad und am Dienstag wieder auf der Fahrt»ach Oplenaä zuteil wurde, wnrde offenbar, das! die Tschechoslowakei und ihr Staatsoberhaupt für«tuen grossen Teil Europas heute mehr bedeute», als eine» Staat nnter anderen, «ine» Bundesgenossen, Freund oder Feind, den man nach seinem Potential in Rohstoffen und »lescrvisten mißt. Gewiss, der begeisterte Empfang, den die Jugoslawen dem Präsidenten bereiteten, galt auch dem slawischen Brudervolk, galt dem BundeSgenoffen ans der Kriegszrit, galt dem Berbündcten von heute. Aber die sich immer wiederholenden Hochruf« auf di« Demokratie, auf die demokratisch« Tschecho- slowakei, auf Frankreich und die Tschechoslowakei beweisen zur Genüge, daß es dem serbischen Bolk und den serbischen Intellektuellen nicht zuletzt darauf ankam, den Repräsentanten des letzten demokratischen Staates in Mitteleuropa zu begrüßen, in Dr. Benes daS Sinnbild derFreiheitund Humanität zu ehren. Andere Staatsmänner und Staatsoberhäupter erscheinen in fremden Ländern als Gäste der Fürsten, als Gäste der Regierungen. Der Präsident der demokratischen Tschechoslowakei kommt als Gast des Volkes, weil«r als Vertreter des Volkes kommt. Einen Grafe» Eiano empfangen die Offiziellen, empfangen bestellte Bravorufer, wenn Dr. Benes kommt, must man die Gaffen sperren, um den Andrang deS begeisterte» Volke» und allzulaute Shmpathie- knndgebimgen für die Demokratie zu verhindern, e- Bei der Begrüßung in Belgrad wurden einige Studenten verhaftet, weil sie in auffälliger Weise sür di« Demokratie demonstriert hatten. Es heißt, daß der demokratisch« Politiker L. Davidoviä auch Bauernkundgeiungen auf dem Wege nach OplenaL organisieren wollte und daß man die Dörfer sorgfältig kontrollierte. Auch ein Vortrag Minister KroftaS in Belgrad wurde abgesagt, weil demokratische Kundgebungen befürchtet wurden. BechynS konstatiert Innenpolitische Entspannung Jin ErekntivanSschnß der tschechischen So- zialdemolratic hielt Eiscnbahnministcr Bechyni am Dienstag ein Referat über innenpolitische Fragen, wobei er eine beträchtliche innenpolitisch e E n t s p a n n u n g konstatierte. Er führte dies auf die veränderte außenpolitische Lage zurück, welche nach dem Mißerfolg des faschistischen Ansturmes, nach dem Zustandekommen des ans daS Dreieck Paris—Prag—Moskau gestützten Abkommens, nach den Schtvierigkeiten der italienischen Diktatur und nach dem Mißerfolg der italienischcn-deuischen Waffen in Spanien im Sinne einer Stärkung des demokratisch en Lager? auch bei uns arbeitet, insbesondere seit dem Zeitpunkt«, seit dem die englischen Rüstungen ein« Warnung vor einer Abent-ucr- und Kriegspolitik des Faschismus darstellen. Minister Bechynk gab sodann einen Ueber- blick der Situation in der Koalition sowie bei den Oppositionsparteien, Ivo insbesondere ein Zerfall des Rärodni fjcdnoceni zu bemerken ist. Dieser Zerfall mache auch vor der Henlciupartei nicht Halt, deren Position durch den Ausstieg der deutschen aktivistischen Parteien, inö- vcsmide.-e der deutschen Sozialdemokratie erschwert ist. Er erstattete auch Bericht über das Einvernehmen mit den deutschen aktivistischen Parteien und über die vorbereitete Autonomie KarpathorußlaudS, Die Lage der Demokratie, sagte er, weist bei uns im ganzen eine Klärung auf und mit ihr auch die Situation des demokratischen Sozialismus. Die Stimme aus dem Unbekannten, die Allabendlich auf, Kurzwelle 20.8 durch den Aether klingt und den Hitlerjüngern innerhalb und außer- halb der Grenzen des Dritten Reiches so schwere Stunden bereitet, hat Montag abends bewiesen, daß sie allerlei Möglichkeiten gewachsen ist. Die voranSgcgangeno prahlerische Ankiindigung der Hitlevbehörden, die sich rühmten, endlich den verhaßten Sender an der polnisch-russischen Grenze festgestellt zu haben, erwies sich als ein Schlag ins Wasser. Der in Ostpreußen, schleunigst errichtete Störsender, der die Aufgabe hatte, die Sendung der antihitlerischcn Station unverständlich zu machen, zog in dem Rundfunkduell den kürzere». Der Ansager des Schwarzsenders, der wieder reiches Material über allerlei Fragen brachte,, die den Hitlerleuten peinlich und unangenehm sind, konnte vor Einsehen der Störung, die der ostpreu- stische Störsender produzierte, darauf aufmerksam machen, daß die Sendung auf einer benachbarten Welle fortgesetzt werde. Und so geschah es auch. Die Sendung wurde auf Welle 80.48 fortgesetzt, als wenn nichts geschehen wäre. Die Gestapo wird sich wohl vergeblich nm die Das Schwert des Islam Mussolini war bekanntlich vor kurzer Zeit in Lybien und hat sich dort den Mohammeda- nern Afrikas und Astens als der Beschützer des Islams nachdrücklich empfohlcit. Dabei wurde ihm„das Schwert des Islams" überreicht, daS als Symbol dieser seiner neuen Würde gelten soll. Woher, ist nun dieses symbolische Schwert. Hat es etwa Mohammed geschwungen oder haben damit di? Araber im 8. Jahrhundert Spanien erobert oder hat Kara Mustapha bei der Belagerung Wiens damit gefochten? Durchaus nicht. Es wurde, wie man erzählt, erst kürzlich bei einer bekannten Mailänder Firma hergestellt und auf Glanz hergerichtet. Das„Schwert des Islam" ist also ein autarkes italienisches Marktprodukt, mit welcher Feststellung das heilige Schwert auch in den Augen des Moslems seinen Nimbus einbllßcn wird. Geheime Spiritusbrennerei auS,«hoben. Die Brünner Polizei wurde aufmerksam gemacht, daß. sich in dem Hause BrünnMnigSfeld, MiZikgasse 24, das dem Kaufmann 2. S m r ä e k gehört, eine geheime Brennerei befinde. Die Polizei umstellte das HauS und. nahm eine Durchsuchung vor, die zunächst kein Ergebnis zu zeitigen schien. Schließlich fand man aber doch tief unter dem Keller einen Raum, in dem sich tatsächlich eine geheime Spiritusbrenner«! befand. Es wurden 13 Hektoliter aufgelöster Zucker beschlagnahmt, der auf Wagen sortgeschafst wurde. Smräek wurde verhaftet. Der Staat dürfte einen Schaden von 100.000 Ab erleiden. DaS GefällSkontrollamt wird sich weiter mit der Angelegenheit beschäftigen. Kinder von heute... Gasmasken und Lustschutzübungen scheinen sich einer besonderen Beliebtheit bei den Moskauer Schulkindern zu erfreuen, wie man aus einer Petition entnehmen kann, die soeben von einer Gruppe 8- bis 12- jähriger Kinder dem Kommissariat sür Volksbildung überreicht worden ist. Die Petition ist von zwei Kindern unterschrieben, die sich rühmen,' ,cinen neuen Kinder- GasmaSken- Rekord aufgestellt zu haben, indem sie die Gasmaske in 1,9 Sekunden angelegt hatten. Es wird vorgeschlagen, eine a l l g e m e i n e Norm für alle russischen Kinder auszustellen, die zum Beispiel für die llebung mit Gasmasken die Zeit von höchstens 10 Sekunden für das Anlegen vorsieht. Auch soll ein allgemeiner„sozialistischer Wettbewerb" stattfistden, der das schnellste Verlassen der Schulräum«, das disziplinierteste Verhalten in Luftschutzkellern, erste Hilfe und ähnliches umfaßt. Die Moskauer sind dabei überzeugt, daß sie bei einem allrussischen Wettbewerb dieser Art, der für Kinder nach den Jahrgängen gegliedert werden soll, bei weitem den Sieg davontragen werden. 180.000 Unterschriften für. die Neuköllner Verurteilten. Die„Solidarität" hat«iye Unterschriftenaktion zum Protest gegen die justizielle Ermordnung Etkar Andrös und für die Rettung der zum Tode verurteilten Neuköllner Arbeiter eingeleitet. Die Aktion hat 180.000 Namenszeich- nnngen ergeben. Die Listen wurden der deutschen Gesandtschaft eingereicht. Zugleich wurde ein Schreiben an. die Reichsminister Neurath, Gürt« »er und Frick abgeschickt. 23 Kinder geboren. Die Gättin des pensionierten'Eisenbahnbeamten Galloviä in Fllnfkir- chen bracht« Mittwoch das 28. Kind zur Welt. Alle'23 Kinder leben.' In der Theiß ertrunken. Auf der Hochwasser führenden Theiß kippt«.in der Nähe der Ortschaft Ada ein Kahn um der die Uebetfuhr besorgt, wobei eine Frau und ein Kind umS Leben kamen.'‘”...■' 60 Leprakrank« ermordet. Die chinesische «medizinische Vereinigung hat auf einer Tagung in' Eruierung dieses in Deutschland allgemein gehörten»hochverräterischen" Schwarzsenders bemühen, der auch in unserem Grenzgebiet, sehr zum Mißfallen gewisser gleichqeschalteter Kreise, gerade auch von den Anhängern' deS Herrn Henlein gehört wird. Was ist'um diese Stimme aus dem Dunkel, die so unheimlich gut mit den intimsten Dingen in allen nazistischen Zentralstellen Bescheid weiß und darüber hinaus auch über die Vorgänge in Spanien und anderSivo, wo die Agenten Hitlers am Werke sind,— was ist nicht um diese Stimme auf Welle 20.8 orakelt wordenl Bald hieß es, der Sender stehe in Spanien, bald wurde er in Rußland vermutet,/auch unsere Republik wurde verdächtigt, daß dieser gefährliche Sender sich auf ihrem Gebiete befinde. Schließlich kam die'Triumphmeldung über seine endgültige Feststellung an der polnisch-russischen Grenze und gleich darauf erwies sich auch dies als Blamage und der Ansager konnte mit'liebenswürdiger Stimme erklären, daß die gestörte Sendung auf neuer Welle aus Berlin fortgesetzt werde. AuS Berlin, dem Sitz der Gestapo und de» Propa- gandaministeriümS I Schanghai, an der tausend Vertreter aus dem ganzen Lande teilnahmen,' gegen die Erschießung von sechzig Aussätzigen- in floungkong in Süd- Kwantung durch chinesische Soldaten protestiert. Das Militär, das in der Nachbarschaft lag, hatte am Ostersonntag das Leprakrankenhaus, das von der Mission der' amerikanischen Presbyterianer unterhalten wird, überfallen und die Kranken niedergeschossen. Das Missionsgcbäudc wurde niedergebrannt. Die Soldaten waren dann mit der Beute geflohen. Arbeiter alS KrännngSgäste. Die Einladung zur Teilnahme an den englischen.Krönungsfeierlichkeiten sind nunmehr gedruckt worden. Dabei wurde bekannt, daß der König vier Arbeiter zu feiner Krönung eingeladen hat. Biirgerschüler gewinnt einen Haupttreffer. Der Haupttreffer der vom Roten Kreuz in Mährisch» Ostrau veranstalteten Wohltätigkeitslotterie ist auf ein Los entfallen, das sich im Besitz' eines 18jährigen Bürgerschülers in Prag-Weinberge befindet. Der Haupttreffer ist ein Auto oder 12.000 lli in bar. Der jugendliche Gewinner hat sich für das Geld entschieden. Kampf nm di« Perlen der Südfw. Nach Meldungen aus Port Darwin wurden am Montag 17 japanische Perlenschisfe, die sich In den australischen Gewässern befanden, in der Nähe der Nordküste von einem australiichen Patrouillenboot der australischen Regierung' ausgebracht. Die Japaner würden nach einer Warnung an ihre Kapitäne freigelassen. Die australische Regierung erwägt angesichts der verstärkten Tätigkeit japanischer Fischerboote an der australischen Äordkllste die Einrichtung einer ständigen Sectontrolle. Streicher verpflichtet'alle Nürnberger„Ratsherren", aüi der Kirche auszutreten.' Der Forderung- kamen alle nach, bis. auf einen„alten Kämpfer" namens Biemüller, der.es vorzog, auf seine Aemter zu verzichten. Schutz deS Mittelstandes. Neuerdings wird auf di§ kleinen Handwerksmeister ein starker Truck auSgeübt, als Industriearbeiter in, die Fabriken zu gehen, um auf diese Weise dem Facharbeitermangel abzuhelfen. Es hat ein Keffeltres- ben insbesondere gegen die.Einmannbetriebe eingesetzt, die in Görings Essener„Nationalzeitung" geradezu als ein Verbrechen an der Nation bezeichnet werden. Die Handwerkskammern wurden verpflichtet, in ihren Bezirken nach diesem Gesichtspunkt Nachforschungen anzustellen.- Belgische Journalisten in Prag. Aus/dem neuen Prager ,-ZivilslugpIatz ein, R u z y u.ü Ian» dcte Dieilotag mittags.'ein belgisches Flützsseug, mit dem belgische Journalisten zum Besuche Prags eintrafen. Die Gäste wurdennamenS-deSFrem- denkomiteeS der' ischechoslotvakischen Jönruaijsten von Dir. Sv i ho vs k h und zghlpcichen-.Prager Journalisten begrüßt. Siewcrdcst sich'/kn Prag ztvei Tage aufhalten. Dienstag'abeiids.gab Arbeitenminister D o st a l e k ihnen zu Ehrendem Dejeuner.......,'e Die„Gelben Pässe" der Abgeordneten.pon Oklahoma. Unmittelbar neben dem Gebäude de» Pär» lamentr von Oklahoma in Oklahoma City befindet sich da» beste Kino dct Stadt. Wie«S güte Nächbät« schäft gebietet, konnte der Besitzer de» Kind» auf die Bitten nm Freikarten, die sehr häufig von den Ab- geordnclen gestellt wurden, keine abschlägige Antwort gebe». Da» sprach sich herum und die 117 Abgeordneten samt ihrem Anhang beantragten di« Freikarten so oft, daß da» Kino beschloß, besondere Dauerkarten für sic zu drucken. Dazu wählte der'Besitzer aber einen schönen, gelben Karton. Cr.tat.es sicherlich'.'»»« darum, weil dieser Passierschein besonder» aussällig war. Aber vielleicht hat ihn die Sache aüch geärgert, so daß er bewußt anzüglich' werden wollte! Denn man muß dazu wissen, daß gelbe Karten von Etablissements versendet werden, die da» Prostitutionsgesetz eigentlich verbietet, die aber trotzdem existieren,!,sso daß die Bedeutung de»„Gelben Passes" in Anjerika durchaus bekannt ist. Die Abgeordneten waren wütend, die Sache kam zur'Debatte Und einstimmig beschlossen die 117, die anzüglich gefärbten. Freikarten sofort wieder zurückzusenden uüd außerdem wnrde ein Antrag angenommen,' der'Vorsicht,-daß jeder Abgeordnete, der sich um«in«..Freikarte.fstr» Kino bewirbt, mit einer sehr hohen Geldstrafe'beicht wird. Die ersten Gewitter. Namentlich im Westteil de» Binnenlandes hat es sich am Dienstag- noch etwas erwärmt. In Frankreich und im Rheingebiet wurden nachmittags bis zu 18 Grad verzeichnet, und auch in Böhmen stieg die Temperatur stellenweise auf 15 Grad an. Kleine Unregelmäßigkeiten In der Druckverteilung bedingen jedoch beträchtliche lokale Wetterünterschiede in unseren Gegenden. Namentlich nachmittags traten lokale Schauer auf, welche in der Umgebung des Erzgebirge» vdn Gewi t t e r n begleitet waren.— Wahrscheinliche» Wetter von heute: Andauern der ziemlich ruhigen, relatw warmen, jedoch eiwäs unsicheren' Witterung mit bedeutenden wkalen Unterschieden. Einzeln« Schauer sind nicht ausgeschlossen.— Wettcrauisich- ten für Donnerstag: Roch keine größere Aendermjg. Vom Rundfunk empf«hlMswertM aus den Programmen» Donnerstag Prag, Sender Ir 10.05: Deutsche Presse. 11.05: Populäre» Schallplattenkonzert. 12.10: Opernmusik: Berdi: au»„Aida". 15.00: Schallvlatten. 17.15: BiolinceUo-Konzert. 17.45: Deutsche Sendung: Schimetschek: Sportvorfchau. 17.55: Jugendstunde mit Musik.. 18.10: Landwirtschaft. 18.45: Deutsche Presse. 18.55:. Au» dem deutschen KulturleRn. 19.25: Musiik» Salonquartett: Weingartner, O»ka« Strauß etc. 20.10: Volkskonzert des Prager Ründ- sunlorchester»: Mozart, Haydn. 22.25: Beethoven: Geigenqüartett.— Prag, Sender II: 14.15: Deutsche Sendung: Wolf: Aenderungen im Berfahruügs- recht für die direkten Steuern durch das Gesetz 228/1988. 14.85: Schallplatten. 14.50: Deutsche Presse. 18.00 Mandolinen« und Gitarrenkonzert.—- Brünn: 17.15: Frühlingslieder. 17.40: Deutsche Sendung: Arbeiters»»!: Wilhelm Nießner: Di» Macht de» Worte».— Schwarz: Wir und die. Welt der Tiere.— Pretzburg: 18.10: Klavierkonzert. 19.80: Ans dem Nationaltheater: Dvokäk: Ten'kel und Henker, Oper. 22.85: Tanzmusik.— Kaschanr 12.85: Nundfunkorchesterlon'zert, 17.15: Jazzorche- ster.— Mähr. Ostrau: 18.10: Deutsche'Sendung: Dr. Hadina: Dichter au» dem Zeitalter der Humanität.. 22.25: Tanzmusik. 26. Jahrestag der»Tltanlc«-Katastrophe Am 15. April jährt sich zütn 2öi Male der'Tag der furchtbaren^chMkafaWdhe.ihdi der'.ber "-größte Oz'eaiidämbftr seinerzeit/ die'„Titanic" d'erWhlte-Stär-Üinchtnit^einem-GiMeiqs-M- säsnmenstietz und sank. 1400 Personen kamen dabei ums Leben.' Es war dir HtstchT>chü,W«. ' dieses-Schiff-unternahm'.' Das IlUglück'gäb Veranlassung zu einem internatioyalech>Abkom«i men über die- Mitführung von Rettungsbooten- auf-'Passagierdampfern. Diese zeitgenössische " Darstellimg desiMalers-Stöewer-peranschaulicht-di« Katäströp.he,.^, 9t. 82 Mitt»-«, 7. April 1087 «eite■ VoiksMrtsckaft und Soslalpalitife Aktuelle Forderungen der Angestellten ruft dl« Konferenz alle In Handel und Verkehr tätk« gen, der Organisation noch fernstehenden Privat« angestellte» i» ihrem eigene» Berufs- und Lebendinteresse zum unverzüglichen Eintritt in den Allgemeinen Ange st eilte n-VerbandRei« chenberg auf. . Die V e r e i ni g u ng derGehilfen- vertreterinHandel, Spedition und Export(Sih Reicheubecg) war am 4. April in Neichen berg zur Hauptversammlung zu« sammeugetreten. Nach Entgegennahme der Tä» Ssmstnstllcker Heldsuvsrtrss Als Ersah der privaten Bautätigkeit, die durch Jahre völlig am Boden lag, wurden von Staat, Ländern, Bezirken und Gemeinden die sogenannten Notstandsarbeiten durchgeführt. Der Druck der Wirtschaftskrise und die überaus große Arbeitslosigkeit warfen ihre Schatten auf die. Lohn- und Arbeitsverhältniffe im Baugewerbe. Außer einer Anzahl örtlicher Lohn- und Arbeitsverträge, die nur für eine gewisse Arbeit abgeschloffen wurden, bestand nur für den Handelskammersprengel Reichenberg für das Tiefbaugewerbe ein Kollektivvertrag. Sonst kam es im ganzen Staatsgebiet zu keinen größeren Verträgen. Die Folge davon war, daß die Lohn» und Arbeitsbedingungen für die Arbeiter immer unerquicklicher wurden und zu häufigen Stritten führten. Die Schmuhkonkurrenz der Unternehmer untereinander bildete dazu die treibende Kraft. Die Zersplitterung der Bauarbeiter in so vielen Gewerkschaften ließ sie zu keinem erfolgversprechenden Schlag ausholen, um die Lohn« und Arbeitsverhältniffe durch einen für die Arbeiter annehmbaren Vertrag einigernmßen zu verbessern. Die freie Gewerkschaft der Bauarbeiter hatte die von den Unternehmern aufgezogenen und unter ihrer Patronanz stehenden Auchgewerkschaften ständig im Rücken und auf der anderen Seite waren es ost einzelne Behörden, die die Unternehmer dadurch unterstützten, daß sie bei Tiefbauarbeiten die Hochbauvertragslöhne, trotzdem sie als die ortsüblichen zu gelten hatten, nicht anerkennen wollten. Es ist nun den Gewerkschaften unter der Führung des Verbandes der Arbeiter in der Bau», Stein- und Keramindustrie gelungen, mit den Unternehmerorganisationen einen Lohn» und Arbeitsvertrag im Tiefbaugewerbe für das ganze ^tagtSgMtz; abzuschließen. Dieser Lohnvertrag enthält, für viele Bezirke eine nennenswerte Lohnerhöhung für die Arbeiter. Nachdem auch das Fürsorgeministerium allen anderen Ministerien, die Arbeiten vergeben, anempfohlen hat, diesen Vertrag anzuerkennen und ihn bei der Vergabe als Bedingung vorzuschreiben, ist anzunehmen, daß sich die vielen Lotznstritte bei den öffentlichen Arbeiten herabmindern. Aufgabe der Arbeiter muß es aber sein, sich dem Verband der Arbeiter in der Bau-, Stein» tigkeitsbecichte und Genehmigung des Kassaberich- tes wurden-eine Reihe von. Beschlüssen in bezug auf die Arbeit in den Gehilsenausschüssen und sonstige Berufs- und Fachfragen der Handelrund Speditionsangestellten gefaßt. Die Neuwahl des Vorstandes hatte nachstehendes Ergebnis: Vorsitzender: Gehilfenobmann Alfred Mildner(Teplitz-Schönau), Stellvertreter: Gehilfenobmann Alfred Hübner (Reichenberg); Beisitzer: Anton Sommerschuh(Falkenau a. d. Egerl, Marie Proksch (Brüx), Karl Rahm(Bodenbach), Franz Meier (B.-Leipa), Ernst Kolisch(Gablonz a> N), Karl Wagner(Jägerudorf); Ersatzleute: Josef Alliber(Jglau), Karl Müller(Tetschen), Robert Müller(Teplitz-Schönau), Hedwig Patzelt (Aussig), Ernst Reinhold(Tetschen); Rechnungsprüfer: Viktor Kauders(Eger), Anion Schimana(Saaz); Ersatzmann: Josef Wünsch(Relchenbergi. und Keramindustrie anzuschließen, um der Einhaltung dieses Vertrages auch den richtigen Nachdruck zu verleihen. De» Arbeitervertretern in den öffentlichen Körperschaften erwächst die Pflicht, bei der Vergabe von Arbeiten ans diesen Vertrag Bedacht zu nehmen und ans deren Einhaltung zu drängen. Der abgeschloffene ganzstaatliche Tiefbauver- trag ist am 25. Feber 1087 in Kraft getreten und hat für alle Tiesbauarbeiten, die nach den: 25. Feber 1987 ausgeschrieben werden, Geltung. (ter russische Industrieplan Moskau.(Tast.) In den Beschluß der Regierung über den Bolkswirtschastsplan für das Jahr 1937 ist die gesamte Industrieproduktion der Sowjetunion für das laufende Jahr wertmäßig auf 193 Milliarden Rubel festgelegt. Soweit ist eine Zunahme der Produktion um 29% gegenüber dem Jahre 1986 vorgesehen. Die Gesamtzahl der Arbeiter und Angestellten in sämtlichen staatlichen Betrieben und Institutionen ist auf 26,829.999 Personen festgelegt, was eine Zunahme um 2.1 Prozent gegenüber dem Jahre 1986 bedeutet. Der Gesamtbetrag der Löhne und Gehälter wird auf 78 Milliarden Rubel festgelegt. Im Jahre 1936 hat sich die Produktion der Industrie der Sowjetunion um 28.4 Prozent gegenüber dem Vorjahre erhöht, während eine Zunahme von 23 Prozent vorgesehen war. Auflösung von Kartellen in Polen. Die polnische Regierung hatte kurz nach Ostern eine Erklärung veröffentlicht, daß im Jntereffe einer gesunden wirtschaftlichen Entwicklung alle unbegründeten Preiserhöhungen wichtiger Industrie» erzeugniffe verhindert werden sollen. Sonntag wurde die Auflösung von zehn großen Industrie- Kartellen angeordnet. Unter-ihnen, befinden sich vor a(lei>l^,die.I(aphtha-.KarteIle.„Standard Np» del„„ Glizia/. üiid..,,Karpathia"„,. ferner, dns elektrotechnische Kartell und eine Reihe von Kartellen, die Baumaterialien, insbesondere Ziegel, Kalk und Zement umfassen. Neuer Rückgang der französischen Arbeitslosigkeit. Ende März stellte sich die französische Arbeitslosigkeit auf 889.999 Personen, gegen 465.999 im Vorjahr. Gegen die Vorwoche hat sich die Zahl der Beschäftigungslosen neuerdings um 4999 gesenkt. Die F achsektsv n„HandelundB e r- kehr" im AllgemeinepAnge stellte n- Verband 81 c f chenberg hielt am 4. April unter dem Vorsitz des Fachgruppenobmannes Schönfelder(Prag) und bei sehr starker Beschickung aus dem ganzen Verbandsbereiche ihre Jahreskonferenz in Reiche»berg ab. Rach festlicher Begrüßung durch einen wirkungsvollen Sprechchor der Jugendabteilung ergänzte und erläuterte Fachsekretär L L w i i den gedruckt vorgelegten umfangreichen Bericht. An der Aussprache hierüber beteiligten, sich Sommerschuh(Falkenau ai.d. Eger), Fischer(Teplitz-Schönau), Krolop- per.(Aussig), Siegmantel(Jägerudorf), Friedman»(Eger) und Strnad(Prag). In längeren Ausführungen nahm Abg. Franz Maeoun sRcichenberg) zu den behandelten Fraget« von gesetzgeberischen sowie von allgemeinen gewerkschaft- lichen Gesichtspunkten aus Stellung. Nach dem Schlußworte des Berichterstatters wurden die Berichte genehmigt. Sodann hielt Geschäftsstellenleiter P l o h s einen. Vortrag. über Tagesfragen der Händels- und Speditionsangestellten, die er unter Darlegung der-vom Verband zunächst zu erfüllenden dringenden Aufgaben eingehend bespracht Eine von ihm vorgelegte Willenskundgebung fand einmütige Annahme. Lan- delvertreter Dr. Emil Strauß(Prag) zeigte den Stand der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung auf und befaßte sich auch mit den Auswirkungen der RegierungSbeschlüffe vom 18. Feber 1987 auf die Lage der Angestellten und Arbeiter in den sudetendeutschen Gebieten. Sonderfragen der weiblichen Angestellten besprach Marie Proksch(Brüx), worauf Verbandsobmann Kirchhof auf die erfreuliche Aufwärtsentwicklung der Allgemeinen Angestellten-Berbande» verwies und die entscheidende Bedeutung der bevorstehenden Wahlen in die sozialen BersicherungS- einrichtungen hervorhob. Zum Vorsitzenden der Fachsektion Handel und Verkehr im Allgemeinen Angestellten-Verband Reichenüerg wurde Alfred M i l d n e r(Teplitz-Schönau) gewählt, der mit einem, zu weiterer erfolgreicher Tätigkeit auffordernden Schlußworte die Tagung beendete. .-Die von der Konferenz angenonunene Entschließung. lautet: Die durch die Dauerkrise verursachte Schmälerung der Konsumkraft hat im Handelraewerbe weit unter dem Existenzminimum gelegene Gehaltrbedin- gungen herausbeschworen, die trotz Besserung der Wirtschaftslage keine Aenderungen erfuhren, weshalb die Schattuag,vomKo.(lekti.vv er t rüg en und deren.smchtSvecblndllchkeil unerläßlich wird, um gesetzlich verbürgte Min d esibezüge und' ausreichende Lehrlings ent loh nun gen zu gewährleisten. Die durch die Entwicklung längst überholten Bestimmungen über tie Zeit des Oeffnen» und Schließen» der Geschäftsräume führen zur ständigen Ueberschreitung der. gesetzlichen Höchstarbeitszeit, weshalb, die Erfüllung der seit Jahren vorliegenden Anträge auf Einführung de» Sechs-Uhr- Ladenschlusse» und der zweistündigen Mittagssperre nicht länger hinauigeschoben werden darf: Die Handelsangestellten begrüßen den Gesetzentwurf auf Einführung der ganzstaatliche» vollständigen Sonntagsruhe, erwarten die Erfüllung ihrer dazu unterbreiteten Vorschläge, die auch auf die einheitliche Regelung der Feiert agSladen- s.perre abzielen und verlangen die eheste Gesetz- .werdung. Die Konferenz lehnt LehrlingSprüfun- gen in Handel und Spedition entschieden ab, fordert dagegen die Schaffung von wiffenschastlich fun- damentierten Berufsberatung»stellen, den Ausbau des. Fach- und Fortbildungsschulwesen» und die Mitwirkung der Gewerkschaften und Ge- hilfenguSschllffe bei der Lehrlingsausbildung. > Die rakche Verabschiedung eine» der Entwicklung- angepaßten LehrlingSgesetzes, die zweijährige Behalttpflicht nach der Auslehre, längere Lehrlingsurlaube, Beschränkung der L eh r- lin,gSanzahl nach.sozialen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten können die zweckbewußte Äerüs»- aumese verbürgen. . Praktische Wahrnehmungen bestätigen immer wieder die Behinderung von Gehilfenau»- s ch ü ßjn i t g l i e.d e r n bet der FunkttonSaiiSÜbung durch Dienstgeber. Die Immunität und AuSdvbnung der Befugnisse der Gehilfenaurschüffe— ähnlichwie bei BetriebSauSschüffen.— ist darum im sozialen, wirtschaftlichen und demokratischen Staatsinteresse gelegen.,.,....•>. Zur Durchsetzung dieser dringlichsten Forderungen- sowie aller anderen sozialpolitischen Postulate Man erhdlt für kc 199 Reichsmark.. 748.— i. Mätkmünzeii,.. 775— 199 österreichische Schillinge.. 588.50 IPO ommitnische Lei. 17.85 109 Polnische Zlot»...».. 546.59 199 migarifche Pengö.' 598.59 190 Schweizer Franken.•650.75 190 französische Francs».-, 133.32 1 englisches Pfund..<. 141.87 1 amerikanischer Lollar«, 28.65 100 italienische Lire..,. 148.40 1k>0 holländisch» Gulden... 1572.— 100 jugoslawische Dinare..»- 65.80 100 Belga«.... 485.— 100 dänische Kronen:«». 626.— 100 schwedische Kronen«•.• 728.— üusüuul Deutschlands Seestrategie.(Ru) Die Wiedergeburt der deutschen Flotte, die durch den deutschenglischen Seepakt legalisiert wurde, hat zwangS- läufig zu einer Erweiterung der strategischen Ziele Deutschlands zur See geführt.' Das relativ bescheidene Ziel l.r vollkommenen Beherrschung der Ostsee tritt nun gegenüber den Besttebungen, mit England und Frantteich in einen Kampf um die Seewege einzutreten, in den Hintergrund. Man spricht, heute in der Weltpreffe sehr viel tzon den „kolonialen Forderungen" Berlins, man übersieht dabei, daß Berlin tatsächlich bereits in das Stadium" der Verwirklichung seiner- kolonialen Ziele eingetreten ist. Dabei-ist die getarnte koloniale Expansion Deutschlands vor allem von seestrate- gischen und kriegswirtschaftlichen Gesichtspunkten beherrscht. Es geht heute um nichts anderes als um die spanisch-portugiesische Kolonialerbschaft. Die Linien der Teilung dieser Erbschaft zwischen Deutschland und Italien sind noch unklar, aber es scheint, daß es sich für Berlin vor allem um den Erwerb von Flottenstützpunkten an der atlantischen Küste Afrika» handelt. Deutschland hat bereits von der Regierung-Franco di»' Erlaubnis zur Errichtung einer Flugbasis in derspanischenAolonIe-Jfnl erworben, die sich in den südlichen. Teil dtS franzNischm Marokko einkeilt.' Noch,vor Beginn des Bürgerkriege» ist e» Deutschland gelungenl.von der spontschen' Regierung da» Recht zum Ausbau de» besten Hafen» der Kanarischen-Inseln, L a» PalmaS, zu erhalten. Hier werden sich" also die künftigen Stütz- puykte. für die deutschen U-Boote und Flugzeuge befinden, Im-Zusammenhang mit dem spanischen Bürgerkrieg sind die Beziehungen zwischen Portugal und Deutschland sehr enge geworden. Nach einer Vereinbarung mit der Lissaboner Regierung werden deutsche Stützpunkte verschiedener Art auf den Azoren, Madeira, den Kap Berd e-Inseln uüd den Bissagos- Inseln, gegenüber dem französischen Senegal, errichtet. In die Presse sind neulich Nachrichten darüber gedrungen, daß die große und reiche portugiesische Kolonie Angola an Deutschland verpachtet werden soll. Man spricht auch darüber, daß die portugiesische Kolonie Cabinda, welche die Kongo-Mündung beherrscht, gleichfalls an Deutschland verpachtet werden soll. Ein Blick auf die Karte genügt, um festznstellen, daß es sich hier um ein groß angelegtes seestrategisches Manöver Deutschlands handelt, das keinen anderen Zweck verfolgt, als. einerseits die Verbindungen zwischen dem afrikanischen Kolonialreich Frankreich» und dem Mutterland, andererseits den großen britischen Seeweg um das afrikanische Festland nach dem Indischen Ozean zu gefährden. Mögen die Preffenachrichten über die deutschen Bestrebungen längs der Westküste Afrikas auch übertrieben sein, so unterliegt es doch keinem Zweifel, daß die deutsche Seestrategie sich heute das Ziel der Einnistung auf dem großen Seewege über den Atlantischen Ozean nach Indien stellt. Diese Bestrebungen müssen aber früher oder später auf einen energischen Widerstand Englands swßen. Portugal befindet sich auch heute noch in einer so starken wirtschaftlichen und politischen Abhängigkeit von London, daß es kaum ohne Einwilligung England» über seine Kolonialbesitzungen verfügen kann. Die rumänischen Faschisten der„Eisernen Garde" haben jüngst einen sehr bedeutsamen Erfolg errungen, während man das Ausland glauben machte, sie würden unterdrückt. ES ist nämlich ein Gesetz gemacht worden, wonach von allen irgendwie in der I n d u st r i e Beschäftig- ten volle 75 Prozent rein rumänisch erAbkunftsein müssen! Bonden 19. Millionen Staatsbürgern Rumäniens in seinem 1919 verdoppelten Umfang sind 4.8 Millionen Angehörige anderer Böller. Von den echten Rumänen über leben 80 Prozent als Bauern oder"Landarbeiter auf dem Lande und nur 20 Prozent in den Städten. Der Dienst in der Staatsverwaltung, in den weitaus meisten Schulen und als Berussmilitärs ist den reinen Rumänen Vorbehalten. Werden, dem neuen Gesetz entsprechend, die Angehörigen. der Mi n derst ei t v ü l k e r auch auS der Industrie entfernt, so bedeutet das nicht weniger als ihre volle ArbettSlojigkeit. auf 67, sonstiger Häuseradaptionen von 170 auf 218. Tie höhere Baubelvegling Heuer erhellt auch aus der steigenden Zahl der begonnenen Reu- bauien. Im ersten Quartal d. I. wurden insgesamt 220 Neubauten bewilligt, gegen 174 in der gleichen BorsahrSzeit,>vaS einer Steigerung um ein Viertel entspricht. Die Zahl der bereits begonnenen Neubauten stieg Heuer von 124 auf 143.