Fentralorgan der Deutschen sozialdemokratiscken Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Anonahme de» Montag tLgiich frLH HWPmumdDevvaIhmg:PragXll.,Fochova62- Telephon 58077- Herausgeber: Siegfried Taub- Verantwortlicher Redakteur: Karl K ern, Prag 17. Jahrgang Samstag, 10. April 1937 Sluzelyrel« 71ielnschlletzl. 5 Heller Perl») Aus dem Inhalt: Walter Brand nochmals ehrengerichtet Aus dem Kriminal ins Parlament Papst-Worte gegen den Kapitalismus Einigung Uber die Selbständigenversicherung Nr. 85 Siegreicher Vorstoß auf Carabanchel die Erzie- dicsc Eigenschaft gebundenen Blättern lassen unverkennbar auf. eine einheitliche! einin durchaus ruhigen Verlauf nahm, erstreckte von einer zentralen Stelle gegebene Weisu» g l sich auf alle'größeren Jndustrieunternehmungen. ch dieser knapp vor Blattschluß das graste notwendig Der Rat für die Verteidigung der Hauptstadt gab Freitag mittag bekannt: An einer Reihe von Abschnitten der Madrider Front unternahmen die Republikaner Erkundungsoperationen, insbesondere an der Strasse nach Estremadura und Marata de Tajuna. Stellenweise wurden die Linien verbessert, wobei viel Kriegsmaterial erbeutet wurde. Republikanische Flugzeuge beschossen den Bahnhof von Toledo. Auch der Bahnhof von Valladolid wurde bombardiert, wobei mehrere beladene Waggons vernichtet wurden. Andusara. sHavaS.) RegierungSabtei» lungen, die im Abschnitt von Blasqnez nordwestlich von Pennaropa operieren, haben mit den Regierungstruppen in Estremadura an der Rord- grenze der Provinz Eordoba und Badajoz die Verbindung hergeftellt Negierungsflugzeuge bombardierten gestern feindliche Ansammlungen in-Pennaroya, Pueblo Ruevo und Fuente Ovejuna. Die Basken halten sich St. Iean de Lri z.(Neuler.) Nach Meldungen aus baskischer Quelle sollen dir Basken südlich von Bilbao den Vormarsch der Franeo» Truppen aufgehalten haben und überzeugt sein, daß sie auch einem allfülligen neuen Angriff mit Erfolg Widerstand leisten können. Die Aufständischen selbst haben zugegeben, dass die baskischen Gebirgsbewohner bisher Urquivl halten, während die Soldaten Franeos die Anhöhen der Umgebung besetzthaben." Gefangene kapern ein Rebellenschlff Dakar. 80 Sozialisten, die auf deck kanarischen Inseln von den Rebellen gefangengehalten wurden, haben sich mit Hilfe der sie belvachenden Soldaten befreit und de» eben im Hafen eingelaufenen Rebellendampfer Sierra y Celavijo gekapert. Bei. der Ucberfumpelung des Schiffes haben sie gleichfalls die Unterstützung der Schiffs- mannschaft gesunden, die ihre Offiziere überwäl- tigt und eingesperrt hatte. Gefangene Wachsoldaten und Schiffbesatzung dampften dann gemeinsam nach dem. Hafen Dakar ab, den sie auch glücklich erreichten, obzwar sie von zahlreichen RebeNenschisfe» verfolgt wurden. Die befreiten Gefangenen und ihre Helfer aus der Armee und der Marine der Rebellen befinden sich nun gesund und wohlbehalten in Dakar und warten auf die nächst« Gelegenheit, um nach Spanien zurück- zükehren und in die republikanische Armee einzutreten. Paris. Das HavaS-Büro erfährt über Warschau zu den Gerüchten, welche über Konflikte zwischen der Roten Armee«ad der GPU in Umlauf sind, Folgendes: Wie in Warschau verlautet, ist der Zwischenfall bereits beigelegt und die Rote Armee hat Genugtuung erhalten. Die GPU wird in Hinkunft der Befehls- sskwalt des Generalstabes der Rote» Armee unterstehe« und Sonderkontingente der Staatspolizei, deren Stärke für das gesamte Gebiet auf 200.000 Man« geschätzt wird, werde« eine Art Gendarmerie bilde«. englische Demarche In Dom London.(Reuter.) Die italienischen Behörden in Ab e s s i n i« n haben kurz vor Ostern sechSbritischeMissionäre aus» gewiesen. Der britische Botschafter in Rom hat bereits am 24. März gegen diese Ausweisung Einspruch.erhoben; nunmehr hat die britische Regierung beschlossen, eine neue energische Demarche ist Rom zu unternehmen. schließen und bedeuten daher einen schweren Berstotz gegen dar Abkommen vom 11. Iuli. Die österreichische Auffassung in der willkürlich zu einer Streitfrage ausgebauschten Angelegenheit ist eindeutig. Das Vorgehen der Behörden war richtig und korrekt und wird von der Bundesregierung voll gedeckt. Die i einheitlich geleiteten und die gesamte reichsdeutsche Presse umfassenden Angriffe vom 8. und 8. April, die zu dem Abkommen vom 11. Juli 1080 in schroffem Widerspruch stehen, sind nicht als Presseproblem, sondern als politischer Akt auf» zufassen, der eine Klarstellung erfordert. .., Berlin. Das Deutsche Nachrichtenbüro bringt dazu eine lange Meldung, die mit der»freudigen" .Feststellung schließt,„in der Lage zu sein, die lcharftn Vorwürfe, die wir gestern ans verletztem Nietätsgefsthl und in Anbetracht der so lange hin- gezogene». Verhandlungen gegen österreichisch« AmtSstellen' richteten, als erledigt ansehen zu können." Warschauer Sympathiestreik für Lodz Warschau. Freitag mittags wurde hier von den sozialistischen Arbeiterorganisationen zum Zeichen des Protestes gegen die Auflösung d« S Lo dz e r Geme ich d erateS, in welchem bekanntlich bei den'letzten Wahlen die Sozialisten dine.grosse Mehrheit erlangt hätten, ein einstiin- diger Proteststreik durchgeführti' Der Streik, des Gröde Solidaritätskundgebung für die streikenden Etrlch-Arbelter Der Fabrikarbeiterverband hatte für Freitag nachmittags auf dem Marktplatz in Freiheit ein« Kundgebung einberufen, bei der die Arbeiterschaft des Trauten«»« Gebietes den Streikenden der Finna Etrich in Jungbuch ihre Sympathie zu'm Ausdruck bringen und sie der Solidarität' aller Arbeiter versichern sollte. Die Arbeiter mar- schiert«» a«S den einzelnen Betrieben in mäch- tigen Kolonnen heran, dazu komm viele Sympa- thisterrnde, so dass gegen 1000 Personen an der Kundgebung teilnahmen. Genosse Ficker legte in seiner Eröffnungsansprache den Zweck dieses Aufmarsches dar und wurde, wie auch der folgende Redner, Genosse Jüptnrr auS Tran- trnau,«st von Zustimmungsrufen der begeisterten Menge unterbrochen. Für dir Gemeinde Jung- buch sprach Bürgermeister Genosse Erben, für da» Hilfskomitee der Streikenden Genosse Mar H»f f m a n n und für den Betriebsausschuß der Firma Etrich Genoss, Stridler. Alle Redner ernteten für ihre Ausführungen stürmischen Bei- fall und der Appell, die kämpfenden Arbeiter ht 2>mgbuch nicht nur moralisch, sondern auch durch praktisch, Solidarität z» unterstützen, löste bei den. Versammelten herzliche Zustimmung auS. Dir Kundgebung verlief ohne jede Störung., Di« Lage in der Streikangelegenheit ist»n- verSirdert. Achtstündige Schlacht südwestlich von Madrid Madrid, Donnerstag nachts.(Agenee, Espagne.) Nm 22 Uhr hat in den Sektoren von Carabanchel, Casa del Campo und der Universi tätsstadt eine allgemeine Offensive der Regie rungstruppen begonnen. Znr Stunde dröhnt Madrid unter dem Lärm des Trommelfeuers der Artillerie und. der Mörser und dem rasenden Feuer Hunderter Maschinengewehre. Ueber daö Ergebnis der Offensivhandlungen der Regierungs truppen ist zur Stunde noch nichts bekannt. M a d r i d.(Havas.) Die Republikaner bemächtigten sich Freitag vormittags des Militärspi- tals in C a r a b a n ch e l, nachdem sie eS vorher auS Flugzeugen heftig beschossen hatten. Auf den». weitere» Vortnarsch fielen den Republikanern die Dörfer Cerrode und Aldomovar in di« Hände. Der Kampf datierte acht Stunden. Die Ölegie rungstruppen bemächtigten sich der Gräben au der, Carabanchel und die Casa del Camp» verbinden, den, Straße, worauf sie die eroberten Stellungen zu befestigen begannen. Wie wir zu einlaugenden Meldung erfahren, handelt eS sich bei dieser'neuesten königlich-prinzlichen Affäre, wie ja auch aus der Meldung ersichtlich» um«in« HeiratS-Angelegenheit deS 34- jährigen Prinzen Nikolaus, der den Rang eines General-JnfpektorS der rumänischen Armee ie» kleidet..■ '', 7 t.t iT~t Bote Armee unterwirft«Ich die GPU PrinzNicolaut von Rumänien seines Ranges verlustig Bukar« st.(Tfch. P.-B.) Prinz RikolauS von Rumänien hat auf seinen Rang verzichtet. 'Heute'fänden wichtige Besprechungen zwischen dem Ministerpräsidenten und dem Bizepre m i e r sowie mit tat P a rtei» ch'e f S ftätt. Am tkbeüd' wuröe^unlrr' dem Borfitz des K ö n.i g S ein ,K ran r a t abgehalte», der, bjS 21 Uhr. dauerte. Spät nachts wurde in einem amtlichen Kymmnniqut mitgeteilt, daß auf Grund der kategorischen Erklärung deS Prinzen RikolauS der Kronrat beschlossen hat, den^Artikel über die bürgerlichen Akte der Herrscher- f a m i l i e anzuwenden, wodurch der Prinz rechtlich aufhört, Mitglied der königlichen Familie z« sein, und alle an Rechte verliert. Sozialistische Erzieher tagen! Zur Relchtkonferenz der Kinderfreunde Drei Todesurteile im Lichtenberger Prozeß beantragt Wie die„Union für Recht und Freiheit" er- fährt, sind in dem Racheprozeß wegen etneS im Jahr« 1982 erfolgten angeblichen UeberfallS auf daS Berlin-Lichtenberger SA-Lokäl„Zur Linde" vom'Staatsanwalt gegen drei Arbeiter, den 26- jährigen Erich Krüger, den 35jährigen Paul G r o ch. und den 25jährigen Walter G a r b a n g Todesstrafen beantragt' worden. Gegen den 22- jährige« Erwin Leitich beantragt« der Staatsanwalt zehn Jahre Gefängnis. Gegen die übrige« Angeklagten wurden wegen Beihilfe Anträge auf insgesamt 84 Jahr« Suchthaus und 27^Sah« Gefängnis'»«stellt. Die meiste« derLlttgeklagten zählen heute erst 20 bi» 25 Jahre, haben also während der angeblichen' Vorkommnisse erst m einem Alter-von 16 bi» 19 Sohren gestanden. Pari». Der'mit der Untersuchung der blutigen Zusammenstöße'in Elichv betraute Untersuchungsrichter hat acht von den zehn Verhafteten provisorisch in-Freiheit. gesetzt. In.Saft verblieben noch zwei Personen, die deS unberechtigten Waffentragen» be- kchiildigt. werden.'' Haag. Die Wahlen für' di-Zwecke fkrmm-r de, holländisch«» Parlament« sind auf d-n LS. Mai, di«. Wahlen für die Erste Kammer auf den 87. Mat festgesetzt.worden. Allüberall vergiftet der Faschismus das Denken der nachwachsenden Generation, erzieht er|ie zur Oberflächlichkeit, zur Barbarei, tötet er die guten Anlagen und Regungen der Jugend. Wichtiger als das Denken der jungen Menschen ist den faschistischen Führern daS Gehorchen: die Verwandlung der Schulen in Kasernen uud der Kinderspielplätze inKasernenhöse ist das Ziel des Faschismus. Die Anbetung der Gewalt ist sein ProgranW Ist in dieser Zeit, da die Gewalt Wort führt, sozialistische Erziehung und zweckmässig? Sozialistische Erziehung: das ist hung zum Guten, die Erziehung zu demolratischer Toleranz, zum Friede» und zur Menschlichkeit und das Bemühen, die Jugend die Masse des Denkens und des Wissens gebrauchen zu lehren, das Bestreben, in ihr die Begeisterung sür die sozialistischen Ideale zu entziindeu. Die Bereitschaft zum Kampf, die Bereitschaft zmn Widerstand gegen den Faschismus, die Bereitschaft/um Einsatz auch deS Lebens lau» nur aus dem Erkeuueu der höheren Sittlichkeit tvachsen, die im sozialistischen Ideal lebt. Nur der Glaube daran befähigt die Illegalen, dem Faschismus zu trotze» und macht die kämpfende» Arbeiter Spanie»S unüberwindlich. Und eS zeigt sich, dass die faschistische Gleichschaltung zwar grosse Massen der Jugend kommandieren und auf die Schlacknielder schicke« kan«, dass jedoch der Faschismus keine Idee ist, für die zu sterben sich lohnt. Die Schlacht von'Brihuega wird als das eindringlichste Beispiel für diese Erkenntnis in die Geschichte eingehen. Der Sozialismus ist gross, aber es gibt noch zu wenig Sozialisten. Zu wenig solche, die erkannt haben, dass die Zugehörigkeit zur sozialistischen Bewegung zu einer neuen Lebensform verpflichtet, dass sie die Einsatzbereitschaft bei den kleinen und.grossen Fragen des Alltags verlangt, dass sie vom einzelnen verlangt, de» kapitalistischen Menschen in sich zu überwinden und das Bessere, das in der sozialistischen Idee wohnt, nicht nur zu e r k e n n e n, sondern es nach Möglichkeit auch zu t u n. Der Arbeiterverein„Kinderfreunde", der morgen seine Reichstagung in Reichenberg haben wird, will dazu beitragen, sozialistische Menschen zu erziehen. DaS ist die schwerste, die revolutionärste Arbeit, die eS in:'sozialistischen Lebensve« reich gibt. Denn die Grundforderungen sozialistischer Erziehung stehen nicht nur i>n Widerspruch mit den Grundsätzen der heutigen Schule, sondern finden mitunter auch in den Familien der Sozialisten recht wenig Verständnis-, Kinder sind vornehmlich-durch das g u t e B e i s p i e l zu erziehen. Und darum müssen lvir Eltern uns alle in dem Sinne revolutionieren, dass wir auch das Familienleben nach sozialistischen Grund- ' sähen gestalten. Die sozialistische Gesinnung kann ; sich nicht auf die Aensserung in unseren Versamm- ' lungen oder auf das Kleben der Beitragsmarken ’ beschränken: sie muh den ganzen Mensche» er- i fassen, seine sittlichen Erkenntnisse festigen uno ' fein tägliches Handeln bestimmen. Für den So- ' zialiSmus kämpfen heisst den Sozialismus zu leben. Aus den Kindern, den?» diese Wahrheit in [ Fleisch und Blut übergeht, werden sozialistische Erwachsene werden. Sozialistische Erziehung ist Menschenbilduna , und Wissensvermittlung. Der Arbeiterverein' ,„Kinderfreunde" hat sich zur Aufgabe gestellt, ' unsere Kinder vom zarteste» Alter an zu be< 1 treuen. Er kann über schöne Erfolge seiner Arbeit berichten. Der Reichsverein Has allein im, letzten Iah« mehr als tausend neue Mitgliedes-gewou« neu. Durch seine Ferialaktionem(Zeltlager, Auslandsreisen, Wanderungen usw.) erfasste er über 8000 Kinder durch mehr als 80.000 Verpfleg»-. rage. Der Reichsverei» hat den Jnternntionaleu Kinderaustausch organisiert, durch den Kinder aus den sudetendeutschen Gebieten' nach England,. Frankreich, Skandinavien, Holland und dw. Schweiz kommen, er betreut auch den deutsch- tschechischen Kinderaustausch, fördert den Gedanken der nationalen Verständigung durch denis.b- tschechische Zeltlager und hat eine Internationale Vie preuBlsch- österrelchlsche Spannung Die Pressekampagne der nazistischen Parteiblätter in Berlin nnd München gegen Oesterreich steigert sich von Tag zu Tug. Dabei werden nichtige Anlässe zum AvSgnstgspunkt genommen. So hat mqn.«inen zwei Monate zurückliegenden Fall aufgegriffen, die Maßregelung eine» Pensionisten, der demonstrativ am Familiengrab der Familie Hitler-Schicklgrnber«inen Kran» niedergelegt hafte. Die Grabstelle wird seither von einem Posten bewacht«nd dir Raziblätter fordern di« Entfernung dieser Wache. Dir, österreichischen Blätter»erhalten sich vorläufig ruhig. ES ist no- wrifch, daß der wahre Grund' der preußischen Hetze natürlich da» Bestreben Oesterreich» ist, feine politisches Freundschaften niid Sicherungen zu erweitern und den preußischen Marsch auf Wien zu behindern. Scharfes Österreichisches Kommunique— Rückzug Berllnsl Wien. Ein amtliches Kommuniqui erklärt, daß die von dem amtlichen Deutschen Nachrichten- Büro verbreitete Meldung der reichsdeutschen Presse den Vorwand zu Angriffen und Schmä-, Hungen in, einein'Töne, gab, der'in Oesterreich nichtüblich ist.', Die überaus Heftigen und beleidigende«- Aeusserungen in verschiedenen' reichsdeutschen ’Cfilt 2 SnilißtiiB, 10. April 1937 Hier Rechtsstaat— dort faschistische Barbarei I Genosse Kogler In der Parlamentsdebatte Uber die Verwaltungsgerichtsnovelle Wir Verösscutlichc» imchsolgend eiueu AuS- zug aus der bereits gestern kur» erwähnten Rede, die Genosse Köglrr i» der Pnrlaincntodcbatte »der da» Oberste BerwaltungSgcricht hielt. Statt ans juristische Details einzugehen, die nnS der niisslihrlichcn Diskussion in der TagcSprcssc ohnedies schon ziemlich bekannt sind, zog es Köglcr init jstccht oor, grundsählich Leu arge» Wandel in der RcchlSnussasiung unseres nationalen BÜr- grrtunis ooin liberalen FreiheitSideal»ur Füh- rer-Ideologie dar»»legen und daS nazistische Ideal bom Führer Staut entsprechend zu beleuchten. Genosse Köglcr slihrtc u. a. nus: linier Parlament schickt sich an, durch die»ur Beraum» ste hende Vorlage die Grundlage des Rechis-- siaatcS, der die Tsche» choslotoalci auch in diesen schwierigen Zci- rcn geblieben ist, zu oerstärlcu und jede Willkür der Verwal- inngsorgane unmöglich zu inachen. -n volitischer Hinsicht tvird in der deutschen Bevölkerung die gute Tradition der liberalen Freiheit des Rechtsstaates nur Von der deutschen sozialdcmolratischen Ärbeiierbcioegling und dem bctvustt und überzeugt aktivistischen Bürgertum — einer Minderheit allerdings— bewahrt. Denn die„Führer"-Fdeologic schlicht den Be- griss de« Rechtsstaates au«. Wo da« politische Konr- uiando die Freiheit der Meinung und die persönliche Ueberzeuguug erseht, dort hat die demokratische Fdco- logic und da« Recht jeden Anspruch verloren. ES ist g r o I e S k, dah gerade jene nationalistische jseit- strönmng, dir uuS Sozialdemokraten»lespektlostg- keit vor der Individualität der Persönlichkeit vorwirst, die Ausstattung eine«„Führers" mit diktatorischen Äollniachtr» mit dem Verzicht Tausender auf indibtdiiclle Geltung kompensiert, wobei die kkntersührrr nur als Jndi- vidualitöten gelte» können, wie sie höchsten« da« Ezerzierreglenient ii» ulten Oesterreich vorgesehen hat. Feder»leformversuch des VcrwaltungSgerich- ie« in einem dcmokraiischen Staate riihrt an seinen Grundpseiler. Wir teilen die Auffassung MasarykS, hast es in der Demokratie nicht mehr auf das Herrsche» ankommt, sondern auf Verwaltung und Selbstverwaltung, auf die Abstimmung aller staatSschövfctischcn»träsle im Staate aufeinander, dah die Amtierung nicht schleppend sein darf und die Bcainteu sich vor Verantwortung und Entscheidung nicht f ü r ch te n dürfen. Hier soivohl als auch bei den Fehlentscheidungen der A d m i n i st r a t i v b e h ö r d e beginnt da« Problem des VcrwaltungSgcrichtes. Dir Arbeiter haben dar allem auch wegen Ihrer sozialen und arbeiterrechtlichen Institutionen her- vorragcndc« Interesse an der Sicherung und An«' gestaltung de« BrrwaltungSgerichtc« und an der Bcl- behaltuug feines bisherigen hohen Niveaus. Denken wir nur an die BetrlcbSanSschüffe, an den Achtstundentag, an die. sozialpolitische und arbeitrrrechtkiche Gesehgebung! Vielfach danken die Arbeiter die Wahrung Ihrer sozialen Rechte den Judikaten de« Oberste» VerwaltungSgerlchte« gegen einschränkende Entscheidungen der Administratlvbehörden! Der vorliegende Entwurf wahrt durch Beibehaltung der freien Ermessens- und Bagatellsachen in der Entscheidungsbefugnis des OVG die Rechic der Staatsbürger gegenüber den Administrativbihürden. Redner macht darauf aufmerksam, dast bei den Aduünislrativüehörden, die in der Angestellten- und Arbeiterversicherung zu entscheiden haben, eine Unzahl unerledigter strittiger Fälle erliegt. ES geht hier grösttenteilS um die Rechte armer R e n t n e r. Die Verwaltungsbehörden bedürfen hier dringend der Ausstattung mit Fachkräften, damit diese Rentner, zumeist alte Leute, von der Erledigung dieser Stritte überhaupt noch einen Vorteil haben. ES wäre angczeigt, auf legislativem Wege durch HilsSreferenten au« Fachkreisen des Sozinlver» sichcriingswescns den Gang des Verfahren« zu beschleunigen. Wir wissen als Deutsche und als Arbeiter es Wohl zu würdige», das; unsere VcrwaltungSgerichtS- barleit einwandfrei funktioniert. Im Süden Europas ist von der faschistischen Ideologie eine alte deutsche Kultur— t» Südtirol— in höchster Gefahr. Wie hebt sich von diesem trmirigcn Bild das Rechts« leben in der Verwaltung bei uns für die. deutsche Bevölkerung ab, für die durch die Vereinbarungen de« 18. Feber 1037 ein neuer rechts- und staatspolitischer Abschnitt von staarSpolitischer Bedeutung begonnen hat! Herr Tr. PeterS von der TdP hat erklärt, dast das nationale Problem niemals auf dem Wege der Teilung van Macht und Recht gelöst werden könne. Er scheint von dem Schicksal, der "deutschen Brüder im.Süden, die nur unter dem Druck der Macht ohne Recht stehen, nicht besonder« ergriffen zu sein I Sein Hinweis auf die'„bdle innere Geschlossenheit" der' deutschen Volksgruppe krankt daran, dast die eigene innere Geschlossenheit der SdP heute nur mehr eine Vorspiegelung falscher Tatsachen ist. Heute gibt es schon mindestens sechs Richtungen In der SdP., die Richtung Kasper und Krcistl, die um Hen- lein, die nm Sebckovskh, dann der Arbeitcrflügel um WollliÄ.'dcV llnternehmerflügel um Peter« und der Flügel des Ausgeschlossenen um' Liebl und. Smagon. ES ist eigenartig, dast ausgerechnet in dieser Situation die Sprecher der SdP soviel von der inneren Gaschloffcnhcit roden I(3 wischenruf c.) Als Redner dann di« Sprache auf den Fall eines Bodenbacher Bcmnten bringt, der dieser Tage nach einer Haft von über 13 Monaten, aus Deutschland znrückgckchrt ist, und der— als schon die Staatsanwaltschaft daS Strafverfahren gegen ihn wegen eines angeblichen Anschlages auf den deutschen Staat ergebnislos einstellen mußte— dann noch viele Monate lang im.st o n z e n t r a t i o n s- lage'r von Sachsenburg völlig widerrechtlich gefangen gehalten wurde, bemächtigte sich der anwesenden SdP-Abgeordneten, wie schon gestern berichtet, lebhafte Unruhe und sie vecsiichcii durch Zwischenrufe die Aufmerksamkeit von" diesem unangenehmen Thema abzulenken. crstqticic einen Berich«". Möge sich der Reichsvorei»„Kinderfreunde", dcr'so wertvyllc Arbeit für unsere Gesamtbcwe- gnng leistet, auch weiterhin? so. erfreulich eniwik- lcln wie bisher, möge die RcichSkosifcrenz, der tvir Miseren Gruß entbieten,, dieser Entwicklung wie-/ derum neutl Grundlägciüsch'nffen I Kindcrkorrcspondcnz eingerichtet. Mehr al« achttausend»linder werden in den regelmäßigen .Horststunden betreut. Die Bewegung der Roten Falken, die in die Kinderfrcnndeorgnnisaiivn eingebaut ist, ist zu bekannt, als daß man'ihr wichtiges Schaffen schildern müßte. Deshalb'wäre eö. Aufgabe auch des tschechischen Rundfunks, sich,mit dem heimischen deutschen literarischen.Schaffen zu befassen»,'-öähbendLdc.r deutsche" Rundfund die Hörer mit dem'tschcchoflo- walischcn Schaffe», und'd«r literarischen Tätigkeit der Deutschen in der-Tschechoslowakei intensiver bekanntmachen sollte. Der Vorstand des deutschen Rundfunks Dr. Frankl begrüßte in seiner Anttvort diese bedeuttmgsvolle Anregung." Er sagte, daß der deutsche Rundfunk bereits für diäse kulturelle Annäherung"sorge. Seinerseits"begrüßt er, dah auch dem sudotendeutscheN literarischen Schaffen im tschechoslowakischen Rundfunk Aufmerksamkeit gelvidmet deutscher Seite wird diese intensiv gefördert lverdcn. * Bohuslab T v r d ts über, die Bedeutung, der Knrzwellcnsendungen. Die Musikscktion behandelte mitet" dem Vorsitz des Professors I i r ä k namentlich das»'■ UnterhaltungSprogramni, insbesondere die Art der Interpretation von Operetten und der Unterhaltung«-... Programme, von denen konstatiert lvurdc, daß zwifche^., der künstlerischen Seite der Sendungen und dem Gc«, schmack des. Publikum» Harmonie gewahrt werden., müsse. Die Bortragsfekti o.n, unter dem... Vorsitz Professors Dr. M a t o u s c k empfahl die Kürzung einiger BortragSfolgen. Die musikalische Begleitung bei der Morgengymnastik wird vom" Standpunkt der Nichtübenden angenehmer gestaltet''' werden, und zwar durch Vermehrung der mnsikali-'" scheu Besetzung. ES wurde neuerlich konstatiert, dass." z» den regelmäßigsten Rundfunkhörern die Frauen"'"' gehören. ES wurde auch die Frage dcS Frei» denverkehrS, namentlich des Bädervcrkchrs. und die damit zusammenhängenden Reportagen und' journalistische Regiestriermig der nächsten Begebest--J Hellen behandelt. werden wird. Von. Zusammenarbeit stctts' Kügler wies an Hand dieses Falles auf den gewaltigen Unterschied hin, der zwischen dem SlcchtS» staut der Tschechoslolvakei und de» rechtlosen- Staa« . jcn des Faschismus und Nationalsozialismus besteht. Die« rechtfertigt den Platz der Tschechoslowakei 'an der Seite, der großen tvesteuropäischen'Dcinokra- 'ticnl(B e i f a ll.)' Vie Novelle angenommen In der Frcitngsihnng de« Abgeordneten- Hanse» wurde die Aerwaltungögerichtsnovelle in der vom Referenten befürworteten.Fassung in beiden Lesungen gegen die Stimmen der Kommunisten angenommen. Bon der. SdP, deren Sprecher Dr. Peter« au« Bortag au« der Zustimmung zur Borlage eine große Sache"gemacht hatte, waren kell«e sechs Leute bei der Abstimmung anwesend; sogar Herr Dr. Peters selbst fehlte. Der Referent Dr. Meißner hielt vorher ein Schlußwort, indem er sich vor allem mit den Bchauptuiigcn anSclnanderschtc, daß dec gerichtliche Schutz gegen VertvaltungSalle nicht hinreichend fei, bzw. durch die Vorlage.abgeschwächt, wurdet Der Ausschuß konnte auf die Anregung Dr. Klapka», die Kompetenz des OVG auch auf die verschiedenen Mo- nopolgescllschasien usw. auszudehnen, nicht eing'ehen, sollte die Vorlage den Zweck erfüllen, da» OVG zu entlasten. Der Begriff„Verwaltungsorgan" ist überdies nicht so eng auszulegen; man kann hier mit der fortschreitenden Entwicklung der Judikatur de» OBG rechnen. Ausführlich setzte sich dann Dr. Meißner damit auseinander, daß in größerem Umfang al» bisher ehemalige Vcrivaltungsbcamte als Richter beim OVG zugelasscn werden, rind verwies darauf, daß ja auch bisher nicht eine bestimmte richterliche Praxis, sondern nur die Befähigung zum Richteramt gefordert worden sei. Auch Staatsanwälte, die doch niemals die richterliche Unabhängigkeit befasse», konnte» schon bisher ziim OVG berufen werde». Wenn das OVG nur gut geleitet ist, kann cs sich selbst einen tüchtigen Nachwuchs an Richtern erziehen,.auch wenn dessen vorauSgegaugcne Schulung nicht befriedigend sein sollte. Die neue Institution der Hilfsreferenten tvird es möglich»lachen, sich von der Verwendbarkeit auch der aus dem VerwaliungSstaiu» hervorgegange- nen Kräfte rechtzeitig zu überzeugen und sie zur. unabhängigen Entscheidung zu erziehen. » Rach Annahme der Vorlage. wurden noch I in in u n i i 8 t e»' erledigt. AnSgeliefcrt wurde Dr. Kellner(SdP)' der DiSziplinarvcrfol- gung durch die Advokatenkammer und Doktor N euwir kl;(SdP) wegen einer Ehrenbeiei», digung.■ Ein den Abg. ,H l I n k a betreffender Fall wurde erneut an den Ausschuß zurückverwiesen.....-• Auf der Tagesordnung der. nächsten Sitzung an« Donnerstag, den 18. d. M., steht die sogenannte erste Lesung des Entwurfes des neuen Bürgerlichen Gesetzbuches, und der neuen Zivil» Prozeßordnung." | Der tschechoslowakische Rundfunk für kulturelle Zusammenarbeit der Tschechen mit den Deutschen Mähr.-Ostrau.(Dsch. P.-B.) In der Plenarsitzung der Rundfuiikkonferenz in Mähr.- Ostrau betonte in seiner Ansprache der Vorsitzende des BcratlingSkollcgilims SekkionSchef Dr. Zdcnik'Wirth das jahrhundertelange Zusammenleben der Tschechen mit den Deutschen und erklärte, daß der Weg der Inturellcn Symbiose dieser beiden Böller insbesondere auf dem Gebiete des tschechoslowakischen Rundfunks wünschenswert ist. Kablnetts-Beschlilsse 4 Prag.(Tsch. P.-B.) In der Sitzung-des... MinistcrrateS am Freitag erstattete der Minister>> für Auswärtige Angelegenheiten Bericht über' die auswärtige L a g e sowie über die inter-" nationalen Vorgänge und Ereignisse der letzten$ Zeit, insbesondere über das Ergebnis der in die- scm Monate stattgesundenen Beratungen des.. Ständigen Rates der Kleinen Entciilc sowie über,.., de» offiziellen. Bösüch des Präsidenten der Ncpsiblik-/i in Belgrad." Hitrast fügte'der'Borsihcnde dtr Re-.'' glcruiig einen Bericht'über die Verhandlungen? voit" j Ende?, des. Monates' März bei dem'Besuch, des'is 'rumänischen Ministerpräsidenten.' Die'' Berichte wurden nach durchgcsührter Debatte mit Zustim-■— mung zur Kenntnis genommen und die Richtlinien.für das weitere Vorgehen genehmigt"..... ^U.Y^d-jnAejj^d;rh airde lsw0jN,!s.sch^si A n g c l e"g e irh c i t e'iftMsw?od?^Mrimt über die Verhandlungen zur Kenntnis genommen,- ivelche in der letzten Zeit durchgeführt lvurden oder.st jetzt über die Regelung der Wirtschastsbcziehun-- gen mit ausländischen Staaten, insbesondere.mitz-'. Frankreich, Italien, Bulgarien, und>> Dänemark, stattsinden. DaS Zusatzabkom- men zum Handelsabkommen mit Frankreich, da«:■ im März d. I. vereinbart wurde, wurde unter-- provisorischer Inkraftsetzung vom 15. April d. J:?i an genehmigt.-■ Mit Zustimmung zur Kenntnis genommen wurde u. a. der Bericht über die Aktionen' für die',' Arbeitslosen und die K i n d er Ar».?"-- beitsloser in der laufenden UnterstühungS-' Periode..... S Es ist dem.Menschen nicht erlaubt novelle von BoIenS BeneSovä g> Deutsch von E»a thertont Räubereien, Diebereien, Morde werden in solcher schwüler Finsternis verübt— aber was sind solche Schrecken gegen die Augst, welche eine Mntler bei dem Gedanken erfaßt, daß in ihr reine«, schönes Hans eine schmutzige Diebin der Ruhe eiudringt, eine gemeine Räuberin des Herzens und eine abscheuliche Mörderin der weibischen Tugenden I Draußen pfifs der Wind, auch in den Zimmern zitierte alles, krachte und stöhnte. Bettinas Herz war nicht mehr so unruhig, wie daS Quecksilber im Kinderspielzeug, es tvar ein un- bewegticher Stein, der durch jeden schmerzenden Gedanken schwerer wurde. „Ich sterbe, ganz sicher sterbe ich," fühlte sic bon Tag zu Tag sicherer.— lind das tvar die einzige Vorstellung, welche sie tröstete, lvelchv sie sogar manchmal berauschte. Sie dachte an ihren Tod wie an einen Sieg, über alles Abscheuliche, das jetzt die Welt überschtvemmt. Aber Gabriel tat, als ob er nichts Besanderes bemerkte, lächelte nur freundlich und sah ganz so ans, als vb er sich täglich neu an etwas ganz Gewöhnlichem und Süßem erfrischte. »Er wird es schon noch rcchtzeiii^ersahren, dachte sie verstockt beim Anblick seiner verständnislosen zufriedenen Miene.— Und eines Tages kleidete sie sich an, sorgfältiger als eine Araur. Die feinste Spitzenlväsche nahm sie, das eleganteste Kleid, den teuersten Hüt. DaS schöne edle Gesicht einer alternden Frau, einer unglücklichen Frau, einer ehrbaren Frau blickte ihr während des Anlleidens ans dem Spiegel entgegen.».Noch '-heute lvird Gabriel erfahren, daß er mich in den Tod gehetzt hat," sagte sie der schönen Frau im Spiegel und beider Köpfe richteten sich dabei auf. Und sie ging, wohin sie In Gedanken längst gegangen tvar, sie ging feierlich und andächtig, obgleich Professor Raum) eigentlich ein alter Bekannter ans jenen Zelten tvar, wo sie noch in der Gcsektschaft glänzte. In Bühnicn war dieser Mann schon vor dem Krieg berühmt gctvorden und im Kriege trugen die Soldaten seinen Namen an alle europäischen Fronten. Im guten und schlimmen Sinne..Niemals hatte ec einen Simulanten als krank aner- lannt, kein Kniff konnte seine Klugheit und seinen Scharfblick täuschen, keine Sentimentalität hatte Einslnß auf seine Diagnose. Und wo er einen Fehler sand, berichtete er trocken und schroff— er irrte sich niemals. Er tvar unerbittlich, vb er Leben oder Tod verkündete. Nach dem Kriege hatte ihm diese unbestechliche Schroffheit noch mehr Glanz gegeben und sein Ruhm siand außer allem Zlveisel, auch für die Neider. »Heute spricht er mein Todesurteil aus," dachte Bettina, als sie sein OrdinationsziniMer betrat,„lind ich will, daß er cs ausspricht," »Mein Herz ist kaputt," verkündete sie dem Gelehrten, mit einer beherrschten,. sicheren Stimme, oblvvhl sic an den Fingerspitzen fror, ivie vor dem Todcsfrösteln. Dann legte sie feierlich, beinahe zeremoniell die Kleider ab.»Wie eine Fürstin beim Rendezvous mit dein Herrscher," siel ihr daliei ein. Aber der Professor achtete sticht ihrer Worte,-, nicht"der'eisigen, Finger," ja nicht einmal ihres Zeremoniells beim Entkleiden und legte nur den Hörer auf ihre Brust wie irgendein Arbeiter sein Werkzeug. Die Untersuchung war lang, die Unterredung dabei flüchtig, und- als Bettina wieder auf die Gasse kam, zitterten ihre Hände und Beine, und so manchem Fußgänger w«r ihre auffallende Erregung erkennbar. Zn Hanse versank sie gleich in den Lehnstuhl, so schwach fühlte sie sich. Au diesem Tage kam Gabriel früher als sonst, als ob ihn wirtlich eine böse Ahnung nach Hause getrieben hätte. Aber gleichzeitig mit ihm trat ins Zimmer jenes schreckliche, unbcnennbarc Etwas, vielleicht Sünde, vielleicht Wonne, vielleicht Ekel. „Warum sitzt du"»heute im Schlafzimmer?" fragte er gezwungen laut. Sie antwortete nicht, nicht einmal den Kopf hob sie, und da bemerkte er'mit einem Male ihr« ungewohnte Unruhe. „Ist dir vielleicht etwas geschehen?" fragte ec rasch, Sie schlvieg einen Augenblick, als ob sie di« Gedanken, und die Stimme, sie auszusprechen, erst samnielte.„Ich war heute nachmittags bet Professor Rannh", teilte sie ihni dann ruhig mit. „Aergerte dich das Herz?" fragte er hastig. Diesmal Verliesen mehrere Sekunden,--seine Frage verklang unbegreiflich lange. Alles, was in den letzten Wochen nicht ausgesprochen, drängte jetzt ans.einmal durch. Und Gabriel, erschrocken, so bleich lvie sie, sah auf ihre Lippen. Sie sagte langsam, ganz ruhig:„ES gab mir eine Frist". Sein junges Gesicht erstarrte.„Frist— was ist das:«Ine Frist?"- stammelte er lvie" ein Schwachsinniger.„Ein Jahr, Er versprach es mir aber nur dann, wenn alles ruhig verläuft. Bei Aufregungen und Quälereien hat er mir keine Frist gegeben". ,,J» diesem Falle ist auch die nächste Stunde unsicher", sagte er".! Er stellte sich mit dem Gesicht zum Fenster, die breiten Schultern sanken nieder.'„Vielleicht zahlt cr^jctzt,' wieviel Tage das Jähr hat", siel ihc:ein»„Dreihundertfünfunds^chzig", sagte sie laut.— Er drehte sich um.-„Mutter",-begann er, „warum zählst du gleich? Tausende kranker Herze» warm schon auf der Welt, und Tausende sind wieder gesund geworden., Auch die. durchschossenen — manchmal, tlud außerdem— jeder Arzt kann sich irrest"." 7»■,?» s»Rannh trrt,siH'niemals", fuhr sie- alif. „Du weißt selbst,, wie wir thü damals vor Dobrd überlisten wollten," Er verstummt«, und sah auf ihren dem Verdorben geweihten Kopf, mit einem Mitleid, tvie er es bis jetzt noch nie empfunden.:' „Und das hab' also ich—• ich habe also die-- Frist verschuldet? stotterte er endliche'", „Deine fürchterliche' Bekanntschaft",, Gck-"'- SeietI*..?'?'-,*"■*• Ee schluchzte trocken.„Ach Mutter, lpenn du"" wüßtest, ivie gern ich dich Habel Ich werde mit ihr',"' Schluß machen," Ich habe sie auch gern,' sicher haue/" ich sie gern, ich hänge an ihr. Aber dich, dich hübe ich doch noch hundertmal lieber——••— das. 3 spürt man erst in solchen Augenblicken." Sie umfaßte IHN mit ihren Armen, in denen schon wieder Blut und Leben" war.„Du versprichst^ mir also, daß du mit ihr Schluß"machst? Daß" du" niemals mehr mit ihr sprichst?./ „Nur noch morgen, noch zum letzten Male""„, sagte ec'mit gesenkter Stirn. „Gib.mir dein Ehremvort daraus, Gabriel., .„Wozu? Ich würde mich.sqlch einer älbepnxis^ Zeremonie schämen. Es ist Schluß,, ich hab' e8‘ blv’■' doch schon, gesagt. Lebe dein letztes Jahr ruhjg,"'ü Mutters".. Am nächsten Morgen hatte" er die Augen ge-"’, schwollen und ging schweigend umher. Aber. aNs''’ der Stadt kehrte er schon vor dem Mittag" zurück. „Hast du mit ihr gesprochen?" fragte sie,' kaum daß er dse Tür geschlossen.'»Ja— und ich war sehr— sehr deutlich".<• w•• Sie atmete lgut auf.,„Und sie?'.' Er zögerte."Die Stirn glänzte ihm vo.r Schweiß, aber die Lippen hatte, er ganz trocken.. »Cs war nicht so— so stürmisch, wie ich es mir in der Nacht vorgestellt hafte. Die letzten Worte s. zwischen uns sielen erst vor der„Perle".?luf"dep"'.,'. belebten Straße und am Morgen, hört man, dieses.'' noch am ruhigsten an. Und,fix, zum Glück, ist nicht: hysterisch.. Sie schrie nicht, und würde auch nicht', ohnmächtig. Sie sagte ruhig, daß ich.t:!n. Gaüsier^•, und ein Komödiant sei. Zum Schluß sagte sie mir aber doch, daß sie mich wirllich^ gern" hatte"., (Schluß folgt.)! Kt. 85 SnmBtng, 10. April 1037 Seile 3 faddenflcu fecfter£eitspie£et ■hrengerlcht und kein Ende: Dr. Walter Brand rehabilitiert — zum SdP-Botschafter In London ernannt I Nachdem vor wenigen Tagen in der„Rundschau" die Anwürfe gegen die Oppositionellen um König und Smagon widerrufen worden waren, folgt nun in diesem Kuh-Handel um die„deutsche Ehre" die Gegenleistung. Das Ehrengericht über Walter Brand ist neuerlich— es wird schwer anSzurcchnen sein, zum wievielten- mal e mm eigentlich—zusammengetrcten und har folgende salomonische Entscheidung gefällt: „DaS Ehrengericht hat in Auseinandersetzung mit Dr. Walter Brand einstimmig f:stftrllen müssen, daß wohl leinnruerTatbestand vor- geh rächt werden konnte, daß Dr. Brand aber nicht lewußt unehrenhafte Tatbestände beabsichtigt und begangen hat. Für da» Ehrengericht der Vorsitzende Sasnm." Für den Spruch de» Ehrengerichts zeichnet verantwortlich, also jener selbe wackere Kämpe Sasum, der einmal erklärt hat, es sei„für die Einheit und Reinheit der VolkSbeivegung wichtig, die Hauptleitung mit Brand und Konrad Henlein aslein zu lassen".. Derselbe Sasum hat seinerzeit geschrieben, > kur a Bericht. Die Kassenaktion hat die Durchführung gesichert; jeder Verein kann zwei Teilnehmer kostenlos entsenden und-erhält, wen» er fünf uniformierte Junasportler stellt, ei» Wanderzelt. Bisher haben sich schon 800 Ju- gendiurner und 200 Jugendturnerinnen ans 0t Vereinen«»gemeldet. Durch die große geographische Entfernung mußten die Lager geteilt werden; sie finden statt: vom 8. bis 10. Juli im RonSper« g c r Gebiet für die Vereine des 4. Bezirkes, vom 12. bis 10. Juli in Westböhmen(Liebenstein); und vom 10. bis 26. Juli in.tz i r schberg c ii bei Salnau im Böhmecwald. Das Lagerprogranun sieht! turnerische und sportliche Arbeit gepaart mit crzie- herischer Beschäftigung vor. Eine allgemeine Sport» abzeichcnprüsung soll im Nahmen der Lagetaktion durchgeführt werden und ein großes Lagerfest' die Zeltlagerschule beschließen. Als Krclsiugendlcitcr wurde Karl Seidl (Graslitz) einstimmig wieder-, als Stellvertreter Anton Ambrosi(Eger) gewählt/ Die frei« Aussprache ivurde eifrig in Anspruch genommen. Besondere Aufmerksamkeit fanden die Ausführungen der anwesenden Gewerlschaftsjugendfunktionäre. DaS Alter zur Laaertetlnahm« wurde mit 18 Jahre, sür Jugendfunktionär« bis 21 Jahre festgesetzt. Mit Dankewvorien an den Bundesjugendleitör Weis und mit dem Absingen der„Internationale" fand' die schöne Tagung ihren Abschluß.— Siebzig Teilnehmer sparen mit dem Rad gekommen,' auch dies soll ein.schönes Vorzeichen für die„Sport-Union"' sein. Vöm Ruhdf unk Empfehleniwarta» aus den Programmen: Sonntag Prag, Tender I: 8.00: Konzert aus Karlsbad: Verdi, Kalman etc. 12.20: Militärkonzert. 14.20 bis 14.80: Deutsche Arbeitersendung. Dr.-O.,,Hahn: Pensionsvcrsicherung der öffentlichen. Angestellten. 18.00: Aus Aussig: Chorkonzert.' 18.00:' Populäres Schallplattenkonzert: Goldmark, Offenbach.-17.85; Deutsche Sendung: Klassische Zeugen. 17.40: Rund- funkiibersicht iür die Woche. 17.80: Werner: Leuts, auf der Eisscholle, Komödie. 18.60: Deutsche Presse. 10.80: Aus dem Nationältheater: Figaros Hochzeit^ von Mozart.' 22.66: Tanzmusik.—.Prag, Senderllr 14.80; Deutsche Sendung: Arbeitersenbung: Für Volk Md Frieden. 14.85: Bunte'Stunde: Harptv« nika, Saxophon ete.— Brünnt 11.06:; Rundmnk- orchcsteckonzert. 17.86: Deutsche Sendung: Stunde für die Jugend,— Klavierkonzert.— Prehburgr 11,06: JügoslawischeS Konzert.— Mähr. Ostrau; 17.86: Harmonikatynzert. 17.80: Deutsche Sendungz Heimatliche Autoren stellen sich vor. Rr. 8S SnmStag, 10. Avril 1037 Seite 5 WWWWWL Regionalverband für Oitböhmen. 'Set.' vom.'stziinisterprästdentAt Dor Hüdja ciiiaesctzle' JnvesttkionSbeirat lmt die Aufnabe,-die ösftntlichest.Jt>vrststionSatzbeitön zil /eqnmeln,.'zu sichtest und-der Pegierung entsprechende Anträge zu stejleiis'NkMInk'erbau Mr diese gesamtstaatliche Körperschaft' ist-die Bildung von-stebietSmäßigen volkölvirtschsiftlichen Körperschaften".: vorgesehen, die ysts den Gemeinden.nütz Bezirken das Material zniannneniragen itntz gesichtet dem Anvesti- tionSbeirat vorlege», sollen. Es ist der Wunsch de« Minssterpräsidenteu, daß di allen, Gebiete»-der RepublikMche'^färperschasteN fö rasch wie sNöglich gebildet werden. Ich fast 20 Gebieten.M,.dies vuch bereits geschehen, Innerhalb des Handelskammerbezirkes Oieichenberg einigte man-sich' auf.' die Schaffung von drei bis vier solcher Körperschaften, von denen, eine-,in Trauten«» mit-beNi Tätig« keitsgxbiot füll- Nordost- und Ostüöhmen, ihren Sih habe'» soll. Es chirden die Gerichtsbezirke Hohenelbe,-Ariiäu, Trautenau, Marschendorf, Schgvlar,: Welflsdorf,-Brannan, Notitnitz, Gru» licy^PandÄron und wahrscheinlich, auch Rochlitz betreut lvrrden. Die zuständigen wirtschaftlichen Verbände der Arbeitgeber-«Md ArbxitnShmerseite haben sich.aich-ll-Apris-'in^raUtenau auf dieser Gruikdlage steelnigt-.und einen 24gliedrjgen grossen AusschW gemistet,' her. eine» engeren' Arbeitsausschuh'einsetzen wirst. Eine Menge von Borschläge» lsegt bereits por. Da das. Staatsbudget für ivs^bere.its,. zusammengestellt wird, ist es notwendig^ Kvrschläge für dieses Jahr schon jetzt dem neuen Ausschüsse' zuzusenden, der alS por» läufigen SchristenegtpfängerDr, Ernst Stade, Trautenau,.Ringplatz-lb, und glS. dessen Stell» Vertreter Konspichleiter'Josef M a r x, Trautenau, Kreuzplatz, bestinuyt hak..--.'.i. lntornÄtlonalo Issxtlistynfsrenr.. ' AmL..>April 1037-wurde in Washington die Weltiextilionserenz eröffnet. Vertreten.sind: 27 Staaten....Die^lonferenz tagt im Regierungsge- bäude. i» Wqshüiäton, Eröffnungsansprache» hielten dtzr Vorsitzeisdö der Konferenz» der-, tschecho- slotvakischk i'sSozialmiiijster Jng, NeksaS, der amerisanlschö yürsorgeiNinister'Fra.it PerkinS und der HandekSminister R o p e r. Darauf-folgte eine üllgchneiNe Lüsspürche. an der- sich'-auch-der tschechvslospakischL'RegitzrungSdelegiett^ Diu K o», t e k, fiir idte Üijternehijter der'tschzchpfsötvakische FabrikantMorawetz und für du Arbeiter der Obmann der Union' der-Textilarbeiter,-Anton 3t o sch e r, beteiligten.-Alle Redner betonten die Notwendigkeit. der internationalen Regelung der sozialen unp wirtschaftlichen Verhältnisse in der Textilindltsttiol'Am- 8. AprlL fand...ein.großer Empfang beim Pmsidenten. Rooseveltstatt, dem auch.'die tschechoslowakischen Delegierten.vorgestellt wurden.-Der Präsident der Konferenz'Minister Sseöas wurde vom-Präsidenten.Roosevelt. in besonderer Audienz emPangdN^-.'-.- I. A. Bat'a über die NnSfnhkmöglichteit nach Ebing, Akts der Handelsreise Hund, um die'Erde brachtet diw.' Chef' der.BakazW.erke nicht nurldie Möglichloichtn her Tchuhaussuhr, foiibeot xiuef) an« derer^'tschöDtzslotvakischer. OrzeugnisH. Mi seinem Brief sübey.Schanghai,'tzeröffentuchk um letzten „ZliiV, erivähnt er-auch, dgh.der ische.chosloivai tische Anteil an der Einfuhr nach China nur 0.81 Prozent beträgt,- während äHA., Japan, Denlsch- hand-jind.'MMbestannik», 04 Prozent, der, Ciy- ftthr- stach-.lHjsla.in:den.Hände» habeni Jji der jetzigen Zcit-eislsieht auch in Ehinä eine Belebung des HarkteS>ukid eiii».^tsjaen der, Preise: Die tschechchslöwäkisch'en/Firmefti^.hegest über-'außer .einige».AHtzM'AliSnahjnen rein.Knieresse' an der 'Ausfuhr äiach i Ch.ina.:'„OftmalS- hörte"ich— schreibt I. AttBäka wörtlich^..Beschttzertziis, oder auch /ein abfälliges fächeln.älS Antwort auf meins diesbeMglicheLrage,.--.daß chan auS.tzer.- TscheKöslkhAMi nichksibekMmeti'kanst," nicht- iüt'-'' Mal LffertemÄiigeüote„die-anlontmsn^verstehen- kich in KC franko.rschechvflowakifcher Fabrik.. Ein wlcheSi-Khigeb'St behandelt man isesbstver- ständkich so,'töie es unser GeschäftSiitäii» beha»-:- dekni würde,stwiuni ez...sich.ab Fabrik inniiiten- LHIiiü, etlvch.-Setschüa'n.s' verstehen iipürd'e. Eri i jvürtzt. da« Angebot in den Korb lverfen. Fu jeder Ausfrthr ist'dwl Riühe, VorstellungSvermögen und'. O rgan i satioiwtwtlpei.i'dig. Deshalb..sollten. Han< idelsschnIen-Mirfe'ibermlfi'akten,- m nvelchen prak». fische WxpdrÜnte lyitiiHenEvfahrutigendie-Fie-^ men,^welche sich, cüi' denk' Export beteiligen wollen, über alle praktischen Itoüveiidiglylten deS Aiißeühandels belehrenjsoMen."', Man erhalt fUr 7 kc: 100 ÄkichSmark'«" t.1. 715.50'h 2 Markmünzm f.-.780,— 100 österreichische Schillinge,.«' 588 50-■ 100 rmiiänjschei Lei.-'-.-17,80- . IlM poltjischp Zlojy--.,'.547«—; -i 100 itifgartfche Pengö';*• 003.50 i' ; 100 Schtpeizer Franken. r- 658.7-7- i in stanzimsche FraneS«:i\ 130.70 '|«tglischeS Pfunck« r> 141.S5' 1 amerikaiüschev;Dollar»,-28-70 ,. i 100 itWenifche Me'Mx-», t, 117 40, 100 hgllänmsM Gnldeg, tz.» 158950 llOviugoslaWischeDinatt.»>-».^,-65,80-» 100■ sftfaai««' r^',7» 100 dsiilisafe Krontil^ l''..-.V2.V.-777'-,.- 100 schivedische rKrotzchl..« y. schuf die Wissenschaft Soziale Vorwürfe des Papstes gegen die Gesellschaft Enzyklika-Worte, die nicht zitiert werden Die am 10. März 1087. erschienene päpstliche Enzyklika-„Divine Nedemptoris", die-den Titel„Uebec den goktesleugsterischen Koiminiiils- ,mus" führt,' bringt neben.her Ablehnung des Äominunismus doch liych- eine' Reihe' von Bor- würjeN gegen die christliche. Gesellschaft,,.gegen Heren unsoziales Dpnlen und Handeln..Diese' ..sozialen Bemerkungen schließen an die Eiizyklika i„3!erum novaruni" Papst. LeoS des Dreizehnten -vom IS..-Mai 1801 und die-Eiizyklika„Ouadrn- igesimo anno" deS gegenwärtigen Papstes vo>n IS. Mai lügl an. Sie bekämpfen vor allem die falsche''Meinung der Besitzenden,- die das.Chri- 'stentm'n zü einer Hilftzmächt des Kapital'iS>i>ur degradieren möchten..... ' Schon'im Absatz 8 ber neuen Enzyklika weist der Papst darauf hin, daß die Croberung-der Massen durch-den-Koinmunisnius um- so leichter geschehen' konnte; als unsere Zeit„infolge einer -f e h l.e.r henk eurer Berantwortung-i"- !.'' Md, ferner:- f f s". ■.'«„Leider ist eh wahr, dqß, auch'daS Verhalten gewisser kgthcliicher Kreise dazu beigetrngen hat,, . däs Aettriiuen des arbeitenden Volkes, zur Neli< !' üion Fest,(khristi zu erschüttern. Dieses woßfeii . ,'nlchf.begreifen"' haß die christliche lflächstsnliebe auch.die Anerkennung gewisser Rechte verlangt, die, >' dem Arbejter zustehen' und die ihm die Kirche anS- f..drlicklich-zae.rkannt.haj. WaS/soll myn dazu sagen» .daß-irgendwo kätholjjche Arbeitgeber die Ver- s lesutlg-det Enzyklika„Ouadrägesiuio-anuo" in ihren Paironatskirche'ii. zu verhindern wußten'S !' Was sog man dazu-sägen,'daß katholische A r b-e t-t g-e b e- r b i-s a u f p e n h e u» ' t i g-en T a g- sich alS--F e i n d e ei ne r- Vock v uns selbst befürworteten ch r i str- l i ch a-n-'A rbie i't e r b'-v'w.e g-'u n-g- erwiese»! haben? Und. ist es, nicht beklygeyswert, daß das Recht auf Eigentum, das die Kirche anerkennt,. mUnntfr haz« b'enütit,wurde, den Arbeiter um sei-/ Yen- gerechte» Löhn und um seine sozialen Rechte, zn.lrkngen?"!'--- ... Die'EnzhWa.tritt 6m'Absatz" S'2) ga>P. liwkr'et f ü v-n irH ä,n d i.g. e L-ö h n e u n ä !ßtü.'r d'ö e A r-b' t i t e ri b. e s s'i ch- e r u» g rinr■..< „Man..wird nicht sagen können, der soziale», Gerechtigkeit sei.Genüge getan, wenn dem.Arbei-' tdr nicht der eigene Unterhalt utzd der seiner ■ Kätstskie gesichert, ist, purch einen Loh», der diesenf - Zweck entspricht: wen» man,- um des» Unglück eines allgemeinen Pauperismus vorzubeugem-«» ihui . nicht.leicht macht, ein bescheidenes Vermögen -.'.z» erwerben:,-.wenn':nmii nicht vorfortzt,zu feinen. 1 Guysteti, sei e.s durch öffentliche oder pribaie Per». ..fichesuntzen- für.hie Zest.des.'WterS., der Krankhejt- otzer-der BeschäftigungSkoWe'it.".-.. -. jstochfmäls ßrhift dieWzyklikalsm Absatz Sä', .den-ünsozijrl denkenden Unternehmer! an: -„Manche s sichren,: währendisii:, a ms ch e i n e n-.d- i h'r e v-e lä.g. i. L's e n P. f l i.ch t,e n t r e u,. e,r f.ü l.l'e-n, desiiioch atif'd.enl Gebiet,d^r Arbeit,' der- Industrie, des Berufes, des Händels, ihres. iAmtesi' s'n b'e'k-v a.g. e n,? w g r t y m d o p- P e f t.H m'G:e w k.ss.e n estr:Leven, tzaS hxn. klaren- Normen, der christlichen Gere'chtltzkeit.- und Liebe, allzusehr widerspricht." LBm Absatz.75 verlangt 'dib"CnziDfa!voM St'äät die' n-oHivstz n tz i-i! 's.»l'A'MH'tzn MxN'.ß''N"ä h in ä-il- für' das Ge-s üyejjl'ivvhl: k>',/ v.'.'r...." „-Ferner muß der Siaät alle Sorge daran wenden, um jene niaterieüen LebeiiSbedingliilgeck zu schäffen,' ohne die-eine geordnete Gesellschaft . nicht bestehen kann. Er muß Arbeit beschafsen, besonders. für die Familieiiväter und für die Jugend. -D i e b e sitz end en Klassen niüssen -sich zu diesen!-Zweck beloegen lassen, im Hinblick . auf die dringliche Ikotwendigkeit für das Gemein« Ivöhl jene Laste» auf sich zu nehmen, ohne die es ' für die menschliche Gesellschaft keine Rettung mehr gibt und also auch nicht für sie selber. Die Vor« tehrungen aber, die der Staat zu diesem Zwecke .ergreift, müssen derart sein, daß sie wirklich jene . treffen, die in. ihrer Hand tatsächlich, die größte» Kapitalien halten und sie noch ständig vermehren zuni großen Schaden der andern."-. ' Die berühmte Enzyklika Leos XIII. über die Arbeiterfrage ist vor siebenundvierzig Jahren erschieneli. Ist ilinnerhalb.der Bourgeoisie, des Unternehmertums— des katholischen Teilst— auch nur die leiseste, bescheidenste Wandlung ficht- bar geworden in dieser langen Zeit? Ebenso wir- 'lungsloö. wird bleiben, was die hiev genannte -Enzyklika sagt. Darin besteht ja der große Fortschritt deS modernen Sozialismns gegenüber den -utopischen, oft mit geradezu leidenschaftlicher Berufung auf das Christentum., begründeten Richtungen deS älteren Sozialismus, daß ethische Er- ivägnngen lind religiöse Enipfindnngen nichts, gar Nichts im.Verhalten der Besitz-KIas.sen- ,ändern— nie war es anders, nie im Verlause der MenschheitSgeschichtei Die Besitzlose» mußien und müssen sich jeden kleinen Fortschritt, jede- kleine Lebensverbösierung in hartem Kampfe erringe». Gegen die christlichkatholischen Ilnterneh- merl Sie werden es'schon gls werwöllrn Fortschritt. empfindest, wenn.' ihnen die Kirche nicht' ünehr.— mit anscheinender religiöser Pflichterfüllung der Kapitalisten sich begnügend — hindernd entgegentritt. Mancherlei Anzeichen deuien darauf hin, daß wesentliche Schichten der katholischen Welt sich ernsthafter, gründlicher denn je mit den sozialen Problemen beschäftigen,— daß sie sich sogar vorurteilsloser, und befangener mit den: Sozialismus befassen. Abzuwarten bleibt, in welchem Maße der konservative Katholizismus zuriickgedrängt wird, in welchem Maße die P o l i t i k der katholischen Parteien durch dieses-Neue bestimmt wird. ^inmenfüHe. 5■ Ilm den guten Ruflunserer Bliimenzlviebeln überall zu Verbreiten, senden wir gratis.und franko. 'LOtz junge-keimkräftige.Gladiolen in Prachtmischung! .von vielen Farbe»; ausschließlich großblumige. Sor-! te». Senden Sie uns für Annoneen-, Adininisträ-- iionS- Und Berfa,wkoftcu usto. eine Banknote von. -10 XL per Brief und erwähnen Sie vor allem deutlich Ihre vollständige Adresie und den Namen dieses Blattes. Andere Zahlungsweise» werden nicht akzeptiert. Keine.Nachnahme. Th. Klüikenberg, Blumenzwiebelzüchter,- Nieulv-Bennep.Haarlemmerineer, Holland. 4080. Singefendet. DaS Beispiel- der Franzosen in Jndochinp. Ein wichtiger Gebiet stellen sm Rahmen her Interessen des Chefs der Bäkawerke, I. A. Bata, die tschechoslowakischen'VerkehrSfrägen dar, deren Lösung eine weitgreifende Besserung der WirtschaftSverhäktnisst für Industrie, Handel und Landwirtschast verspricht. Auf seiner Reise rund-um die Erde achtet, er deshalb auch darauf, wie verschiedene Staaten ihre eigenen Verkehrsprobleme lösen. Einer der Länder^ welche I. A. Baka interessierten, ist Fraiiz.-Jndo- china. Dieses Land hat gute, natürliche VerkehrSlvege Von zwei Seiten, ist. er vom, Meer umgeben und mächtige: Ströme, welche von Norden nach Süden fliesten, dienen als Verkehrsadern. Zum schnellen Verkehr von' einem Ende des Landes zum anderen bauten die Franzosen eine"2400 Kilometer lange Eisenbahn. Die- Bahn an und^ für sich wird.durch Jahre passiv sein, aber die Gegenden, durch welche.'sie führt, beginnen sich wirtschafllich zu beleben. Neben der Dahit bauten die Franzose»..eine 5 Meter breur Asphaltstraße..'Entlang beider Berkehrrlinien'entstehen Aiisieblüngen.' I» der Unigebung von Hanoi entfallen schon über 700 Einwohner auf' 1 Quadrat« ktlometer. Seit der- Zeit, wo die Franzosen die Gegend auch hygienisch organisierten, ninnnt die Einwohnerzahl'bedeutend mehr zu-al- früher. Damir sich-die Einwohner genügend ernähren können,- bauen die Franzosen Kanäle und BewässerungLeinrichtun- g'en'für die Rel-felder. Gleichzeitig baue» sie auch Schulen für die indochinesische: Jugend, Die Ftanzo- sen vollbringen hier eine große Zivilisaiionsarbeit, in welcher sich ein großes Stück Mentalität der französischem. Revolutlon mud' ihrer' Schlagworte' äußert!- Keihest,'- Gleichheit und Brilöerllchkeit.'(Nach' den Nachrichten J.-A. BakaS von seiner Reise,ru'nd um Ä'eMrdes),."..- KredttanM der Deutschen reg.Sm.m.b.S„ Prag II, Dürchführung alle« Geldgeschäfte.., ,- Berwaltnngo-Kapital - 1 Milliarde KC. - Haftiings-Kapttak 1)3 Millionen KB. 8 t Riederlassunyen».' Graser ZMtt- Anwachsen der deutschen Gemeiubebiicherei In' Prag. Die deutsche. MinderheitShücherei, die sich im Gebäude dec Zentralbücherei der Stadt Prag-.'»»«- Marienplav befindet, hat im Jahre 1V3Ü einen er«' lieblichen Aufschwung erfahren. Im Jahre lügst be-- suchten-die Bücherei 34.817 Lesör ,— also um 8008.. mehr als lüllä. Jni ganzen wurden.88.834 Bücher verliehen— das heißt um 11.stütz, Bände mehr gls 1033,->bzw. Ü7.08V Bäiide' mehr äks 1033 pjs die'.. Bücherei voni Bysehrad ju die Stadt begeht untumit! aslen Rütteln eines uiodetnen BiichereibetriebeS tiuS»' gestattet tvurde. Der Buchbestand betrug Ende iOSlte 17,103' Baude, die Zahl der ständigen Leser 2108.» ;— davon entfallen auf Männer 1348 und. auf'' Fragen 706.'Beruflich gliedem'sich, die mäiinlichcnl Leser, in: 244 mit selbständigem Berns, 710 Beamte.. 01 Arbeiter'und 300 Studenten, die Frauen in.3n8 berufstätige und 407 Hausfrauen. Am liieisten wurden folgende Bücher.verlangt:. Tchöugeiftige Literatur: T h a»I a.s M a n n:' Josesstrilogie-, B.r u n ö' Brehm: Haboburgertrilogie; F enchtty.ä.Ng-e r: Die Söhtie; H. Fa-llada: Wir hattest mal ein. Kind;-H..C a r ö s s a: Der Arzt Kipn: G i o n otf- Ter. Berg der'Slunnnen; Th. Kröger: Das.ver-- nessene Torf; V. Baum:-Das große-Einmaleinsp. E. W i e.chet-t: Die Majorin;., L..T re ule Bergbücher. Fachbücher: Reiiebeschreibungen und Biographien; E, Eorti: Elisabeth; He-ideu:'. Hitler.-,-'' . Vorträgo" AlenschenkenntniS und Schriftdeutung. Richard Salzer sprach lin eineimrecht skurrilen'Deutsch übrigens) am Donnerstag in d:r Prager„Ilnitaria" über das Thema»Wie erkenne ich meine Mitmenschen?" ES war ein langer, mit vielen gelehrten Fremdworte» gespickter Vortrag, der aber auch der Belustigung des Publikums zu dienen beflissen Ivar und durch reichliche Erwähnung lvom Fubörer unkontrollierbarer) erfolgreicher graphologischer und psychologischer Deutungen und erstNassiger Geschäftsbeziehungen dem Reklamenbedürsnis des Redners genügte. Die AnSiührungen des Vortragenden waren— wie meist in solchen Fälle»— ein unentwirrbares Geflecht a»S sicherlich.'brauchbaren, auf Erfahrung, und Beobachtung-geschützten Anleitungen zur Beurteilung' der Schrift und anderer.menschlicher AliSdrucksformen einerseits, aus vieudowlssen») scha.sikichem Gerede'über-.Intuition", Gott und- „Smnbole" andererseits, ein Schwulst, der- in Ernüchterndem Gegeniav zu den dann folgenden praktischen Winken stand, die etwa sä anSsahe», daß ein- Mann, den man das rechte Bein Uber das linke, legen sieht, ein„aktiver", ein anderer loder--derselbe n Diann. der eS umgekehrt macht.- aber ein„passiver" Charakter ist. Die„praktischen Beispiele", die. wöbl den größten Teil des zahlreichen'Publikums angelockt batten, fielen nicht sehr überzeugend aus. besonders die Schlüße von der Physiognomie- aisf die Schrift erwiesen sich-als riskant, die Bekanntschaft des„Deuters"'.mit seinen Obselt'en. machte manche Erperimente wertlos, und die. einleuchtendsteii Urteile ergaben sich dort, wo. dec wisse'nschaftlich-iiüsti- tive Menschenkenner denselbni Eindruck batte wie der zuschaue'nde Laie, der die Erscheinung derer am sich wirken ließ, die aufs Podium kamen, um'ihr:» „Charakter" bestätigt zu erhalten,.-— cis— Der Dime Die Hexe von Salam Der Regiffeur btt„Kavalkade.",-' Frank ß I o i) d, hat hier einen historischen"Film, geschafe fen, dessen Handlung vor 24.0 Jahren spielt, aber- fast so aktuell ist wie das Lynchmorb-Drama,-das- uns kürzlich der Fritz-Lang-Filpr zeigte. Der Hexen» wqhn, um den es sich iij diesem historischen- Film- handelt) ist oft.genug als„geistiger" Pörläufer Heu»- tiger Rasten- und Verräter-Verfolgung.genannt tvor- de», niw Frank Lloyd ist sich.«dieser Bedeutung deS historische» Tatbestandes bewußt gewesen, als' er den letzten großen Hexenprozeß in dem damals noch britischen. Nordamerika. verfilmte. Es konunt nicht darauf an, vH' alle Eiiizelbeiten geschfchtlich beglaubigt'sind, etz genützt, daß', sie deutlich imb glaubhaft geworden.sind: wie aus den unteodrücktien Neid- und Aaßgesühien puritanischer-Fröinmler, auS UiUviisen- heit, Abergläriben und bewußter Lüge, aus! Sensationsgier und mitlelatterlichen. Vorurteilen.-sich eine Besessenheit enttoickelt,- die den Teufel fürchtet,-iber selbst teuflisch wird, Wie aus Denunziationen geprüt gelter Kinder und eifersüchtiger Ehefrauen,-ans Rassenhaß(tzegen eine Neoerin) und aus veichängniS- vollen lieb rlieferungen eine Atmosphäre entsteht, in der jeder-verdächtig Ivird.und kaum einer Niehr.deÜ Mut findpt„ für die. Börfolgiien' einzutreten.'— diese Kusainyienballung von Dummheit, Schlechtigkeit, Irrtum, Haß und Furcht zu einhn krankhaften Fatzä- tiSMUS.-ist anschaulich und eindrucksvoll, erregend und ermahnend- geworden. Daß-.eine-' LiebeSgeschnlcke (von eiyem Politischen Fluchtling-und"eitlem eingewanderten Mädchen, dessen'Mutter»lS.l'Here. stl Seit« 6 „Sozialdemokrat' SamStag, 10. April 1937. gj r gz JCunet und Wissen 49 59 Bpqiirhpt Cenha|’ Ton’>(ino kvm MWWWWIim Das Haus deB guten Tonfilms BÖHMISCHE UNION-BANK Vcrntma MMw Die Herren Aktionäre der Böhmischen Union-Bank werden hiemlt zur 65. ordentlichen Generalvertammluns ' Der Voraland. (Naohdruclc wird nicht honoriert;)' Mit tack kombinierter weisser Mädchenschuh für kleine Modedamen. n Uhis Der beliebte Halbschuh aus Boxcall. Halbspitze Facon. Braune Boxhalbschuhe mit Schnürung fuss sichern Ihnen bequemes Gehen. AtuS-Jugcitd. SamStag nachmittags halb 8 Uhr ittffcit luir cinaitbct im Verein deutscher Arbeiter. Tas Erscheinen eines jeden Jugendlichen ist Pflicht Ortsgruppe Prag. 10. April, Treffpunkt um halb 4 Uhr am Smichover Bahnhof, Fahrt nach sslevnice, Wanderung auf die Hütte/ Sonntag Tour nach Karlstein, Svaih Jan. führt Pick; England verbrannt wurde) den Anstoß gibt und schließlich auch das Signal zum happy end, mag aufdringlich erscheinen, aber diese Liebesgeschichte lenkt den Blick auf jenen Komplex erotischer Neidgefühle, der nicht nur bei den Hcxenprozessen mitwirkte, sondern auch heute, man denke nur an den „Stürmer", auSgenützt wird. So wird der Film, ohne den historischen Nahmen zu sprengen, zn einem Tcndenzfilm für heutige Zuschauer, und es bedarf kaum der mahnenden nnd hoffenden Schlußformel, nm zn zeigen, wogegen er sich richtet. Frank Lloyd erweist sich wieder als ein Spielleiter, der dramatische Wirkungen ohne ausgetra- genc Effekte, historische Atmosphäre ohne bombastischen Prunk zustandcbringeu kann. Elaudette C 0 l- b c r t in der Hauptrolle spielt, hingcbcnd nnd oft ergreifend, ihr Partner förcb Mac M n r r a ti grob, aber glanbbaft, und unter den vielen gutge- zcichncten Nebengestalten fällt die kleine Bontta Granville auf, die man schon aus dem Film „Die mordende Lüne" als erstaunliche Darstellerin bösartiger Kinder kennt.—cis— Troubadour.(Neues Deutsches Theater.) 1 Maria Ncining von der Münchner Staaisoper, dir kürzlich als Agathe in Webers„Freischütz" guten' Eindruck machte, iaun gestern"als zweite Gastpartie die Leonore in Verdis„T r 0 u b a d 0 n r". Als Prüfstein für das iugendlich-dramatische Sopranfach ist diese Rolle zwar nicht von entscheidender Bedeutung, wie etwa eine große Wagner-Partie(Elsa, Elisabeth, Sieglinde), aber in gewissem Sinne aufschlussreich, weil sie der jugendlich-dramatischen Sängerin Gelegenheit gibt, auch ihre Fähigkeiten für einen weiteren Wirkungskreis zu erweisen, nämlich für Ausgaben, die neben den besonderen sugendlich- dramatischen AesangSeigeuschaften des blühenden und ausdrucksstarken GesangStoncs auch die Beweglichkeit der Stimme im Ziergesang erfordern. ES zeigte sich, daß Maria R e i n i n g auch mit den Besonderheiten des Verdischen Opernstiles vertraut ist und in der Koloratur, von kleinen Hemmungen in der Höhe abgesehen, beachtliche Technik und Kehlfestigkeit besitzt. Auch die Intonation der Sängerin I war diesmal reiner, so daß die Schönheit ihrer großen, blühenden und modulattonssähigen Stimme voll zur Geltung kam. Dagegen war sie musikalisch nicht immer einer Meinung mit dem Kapellmeister und in der Darstellung zn steif nnd konventionell. Eine Wagner-Partie-könnte wohl am besten Aufschluß Über die Debütantin neben. Das Theater war trotz niedrigster Preise nur mäßig besucht. E. I. Arbeitervorstellungr„Kommen Sie am Ersten", eines dec besten Lustspiele der Saison, am Sonntag, dvit 18. April, um halb 8 Uhr nachmittags, Karten täglich von 8 bis 3 und von 4 bis 6 Uhr bei Optiker Deutsch, Koruna.— Als Mai- festborstellung kommt am 80. April abends„Fidelio" zur Aufführung. Da« Prager Deutsche Theater bringt in der kommenden Woche n.a.Folgendes: Mittwoch Konzert Bruno Walter, Bruckner-Fcicr: VIII. Symphonie, und Wagner: Faust-Ouvertüre. Preise nur 4.80 bis 58 Ui. Am Samstag als Vorstellung zugunsten des Fcrialfonds„Die Pnppenfee" und das ,.Z a n b e r k a b i n e t I". zwei große AuS- stattungSballeitr, mitwirkend fast das gesamte Personal des Deutschen Theaters. Preise: 8.50 bis 83 Mitteilungen an« dem Publikum. Immer wieder streift ein Blick di« Schuhe. Schiesgetretene Absätze wirken für Ihr AeußereS vernichtend. Lassen Sie Ihre Schuhe mit Berson- Concav-Gummiabsähen versehen nnd Sie haben monatelang Ihre Absätze in Ordnung. Keine Ermüdung, sparsam, elegant. Leichte Hilfe. Frühling bedeutet sprießende neue Jugend. Die Natur ist neu, die Menschen sind froh. Ihr Gang wird leichter und elastischer. Und doch sieht nmn noch bi« nnd da einen, der freudlos nnd müde dahinschleicht. Wenn man ihn fragt, was ihm fehlt, erfährt man, daß ihn die Füße brennen. Das ist sehr natürlich, denn er trägt noch immer die schweren Winierschüh«. Abhilfe, ist einfach: BakaS leichte Frühlings-Schuhe tragen. B—a Die Füße Ihrer Kinder besitzen eine zarte und empfindsame Haut, welche sich ständig richtig entwickeln soll. Die Aerzte schütteln den Kopf, wenn sie die Kinder jetzt, noch in den schweren Winterschuhen umherlaufen sehen. Kindersüße müssen atmen, kaufen Sie ihnen leichte FrühjahrSschuhe.. Baka hat eine große Auswahl für jeden Geldbeutel. B—a Atmen di« Füße? ES ist bekannt, daß der Mensch nicht nur mit der Lunge, sondern auch mit der Haut des ganzen Körpers atmet. Vor allem trifft dies bei jenen Stellen der Haut, zu, die besonders angestrengt sind. Die Atmung der Haut" vollzieht sich in der Schweißabsonderung, wobei Stoffe, welche dem Körper nicht entsprechen, abgesondert werden. Die Füße benötigen im Frühjahr leichtes Schuhwcrk, damit Sie bester atmen können'nnd. sich nach den Strapazen des Winters erholen. Also: leichte und elegante FrühjahrSschuhe von Bata.. B—a .j. Mit„Bitte" nnd„Tanke" allein ist es noch nicht getan. Erziehen nnd gewöhnen Sie Ihr Kino vor allem auch an regelmäßig«, richtig« Zahnpflegel — Kalodont-Zahncreme reinigt die Zähne gründlich und schonend und das in diesem Lande nur in Die erste Dampfmolkerei und Käserei ia Gratzen, Böhmerwald empfiehlt ihre entklau. Erzeugnisse Beachten Sie die Sohutsmarkel Kc. Dienstag als Erstaufführung„D a s P a r a- dies", Komödie.''n Birabeau(St2). Nächsten Sonntag deutsche Uraufführung„Dar Testament der Tante Karoline" von Roüstel.(CI.)— Die Kleine Bühne bringt Donnerstag als zweiten literarischenAbrnd die Uraufführung„Der Bauernkrieg" von Franz Hauptmann.,(Bankbeamte 11 und freier Verkauf.) Dieses Stück des heimischen Autors wurde mit dem Preis der Sudetenbühne ausgezeichnet. Wochenspielplan des Reuen Deutschen Theaters. Samstag, 7: Parflfal, Gastspiel Alexander Kipnir, CI.— Sonntag, halb 8: Auf der grünen.Wiese; halb 8: Warum lügst du, Chöcie?, Erstaufführung, B2.— Montag, 7: Orpheus, Theatergemeinde der Jugend(I. Serie, rot« Karten) und freier Verkauf, Abonn. aufgeh.— Dienstag, halb 8: Das Paradies, Erstaufführung. A 2.—Mittwoch. 8: Konzert Bruno Walter, Abonn. aufgeh.— Donnerstag, halb 8: Warum lügst du. Chirie?, C2.— Freitag, halb 7: Wie es Euch gefällt, Thcatergemeinde der Jugend (II. Serie, grüne Karte») und freier Verkauf, Ab. aufgeh.— Samstag, 7: Warum lügst du, Chtrie?; 10 Ä: Die Puppenfee.DaS Zauberkabinett, zugunsten des Fcrialfonds, Abonn. ausgeh.— Sonntag, halb 3: .Kommen Sie am Ersten!, Arbeitervorstellungr halb 8: Das Testament der Tante Karoline, C1. Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Samstag, 8: Kommen Sie am Ersten!— Sonntag, halb 11: Schauturnen des Deutschen Turnvereines Lützowova, anläßlich des 75sährlgen Bestandes; 8: Menschen auf der Eisscholle; 8: Matura.— Montan. 8: Figaro läßt sich scheiden, Bankbeamte I und freier Verkauf. — Dienstag, 8: Axel an der HimmelStvr. volks- ttiml. Vorstellung.— Mittwoch, 8: Jean, Gastspiel Kramer-Glöckner.— Donnerstag, halb.8: Der Bauernkrieg, II. literarischer Abend, Uraufführung (Bankbeamte II nnd freier Verkauf).— Freitag, 8: Salzburg ausverkanft.— SamStag, 8: Das Paradies.— Sonntag, 8: Feine Gesellschaft, volkstüml. Vorstellung; 8: Der Illusionist. B e z u g S b« d i n g u n.g 0 n: Bei Zustellung ins Hau» oder bei'Dczng durch die Poft monatlich Kä 16.—, vierteljährlich Kd 48.—, halbjährigKd 06.— ganzjährig KO 192.—.— Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschalttmgen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt, nur bei Einsendung der Retourmarken.— Die ZeitungSsrankatuc wurde von der Pöst- und Tele- • graphendireklion mit Erlaß Nr. 18.8Ü0/VII/1V30 bewilligt.— Druckerei:„Orbiö". Druck-, Verlags- und Zeittmgs-A.-V. Prag.-- Diesen Sonntag Große Atus-Akademie und Enthüllung der dein AtuS von der BezivkS- viganißation Pmg gewidmeten Fahne. Fahnenpatinnen sind dir Genossinnen Ezech uud Wattisch. Dir Eröffnung de« Akademie und die Ehrung der Sieger von Kvmotnn erfolgt durch Genoffen Taub oder Kügler, die Festrede zur Enthüllung der Fahne hält Genosse Svojsc. Beginn 6 Uhr nachmittags. Nach Abwicklung des Programms Tanz. Kein Genosse und kleine Genossin darf bei der Akademie fehlen. Zum FrOhlohrskoslOm: braune, elegante SB mtsch-Schuhe mit Zier-Spange. CBTES SÜSSEREN Wer blutarm Ist und schlecht aussieht, •ollte beachten, wie krisch und gesund die Leute auasehen, die regelmlBIg und• ohne Übertreibung Bier trinken. Wollen' Sie auch so gesund auasehen, bafol*- gen Sie Ihren Leitspruch— jtaTobont enthaltene Sulforizin-Oleat, nach Dr. Eräuulich entfernt und verhütet darüber hinaus den gefährlichen Zahnstein. 5 Filme In Prager Lichtspielhäusern Urania.Kino: Auf der Bühne: Otto Wallburg. Auf der. Leinwand:„Fräulein. Lilli." Franziska T. dU>ria:„Die He« von Salem." A.— SUfar„Eine Fran ohne Bedeutung." A.— Apollo: „Starker al- Paragraphen." D.— Avion:„Tar. zans Flucht. A.— Beranek:„Ave Maria." D.— "*!"*•--Der S-Ibftmörderklub." kl.— Flora: «•(ubenleu« aus den Schneefeldern.)— am? 1.Aaulein Lilly." D. Fr. Gaal.— Hviz. °nald-Mi k y.— Juli»:„Dunkle Engl. Conrad Beidt.— Kinema: Jour- nale, QlcolcSIcu,JRepotiahcn.— Koruna: Aktualitä- ie’J. Groiesken. Reportagen.— Sowa:„Der Selbst- morderklub. A.— Lucerua:„Violetta." A. G r e 10 ~ Metro:„Dunkle Geschäfte." Engl. »?"m?r a q n e, V l a m i n e k und weiter zur Neuen Sachlichkeit, die U t r i ll 0 bedeutungsvoll repräsentiert, während die sttcrealistische Richtung in dieser Ausstellung nicht in Erscheinung tritt. MS einzige Plastik beherrscht Rodins„Schreitender Mann" den Raum mit der großartigen Gebärde eines immerwährenden Schreitens in die Zeit. Es ist leider nicht möglich, alle Beglückungen, die diese sehr sehenswerte Ausstellung mit ihren 06 Bildern und 67 Zeichnungen und graphischen Blättern von insgesamt 58 Kittrstlern bietet/auch nur zu erwähnen; der Hinweis auf einige Namen kann nur Anreiz sein, sich die Ausstellung auzusehen, die nur bis zum 25. April zugänglich bleibt, weil die Bilder nur für beschränkte Zeit entliehen werden konnten. Welchen rein nmteriellcn Wert die Ausstellung repräsentiert, läßt die Versicherungssumme von 21 Millionen Kd ermessen, ld. «siehe am 2d. April ISST um U Uhr rormltUn In Prag tm Kasscnsaalo dos ehemaligen Allgemeinen Böhmischen Bank-Vereins, Ns PflkopS 3, stattlinden wird,.elngeladen. TAGESORDNUNG: ' I. Bericht des Vorstandes und Vorlage der Bilanz per 31. XII. 1936, 3. Bericht des Aufslchtsraleä;. 3. Beschlußfassung Uber die Verwendung des Reingewinnes, 4. Wahlen In den Verwaltungen:. 6. Wahl des Autalchtsrates. Die stimmberechtigten Herren Aktionäre, welche an der Generalversammlung teilzunehmen beabsichtigen, werden ersucht, ihre Aktien mit Kupon Nr, St— auf 10 Aktien entfallt eine Stimme — spätestens bis 21. April d. J. bei einer der folgenden Stollen zu hinterlegen und dagegeh die.- Legitimationskarten In Empfang zu nehmen:■■.... bei der Bähmtechen Union-Bank in Prag oder bei einer Ihrer Hülsten In Asch. Aussig, Beden- baeh. Biihmlsch-Budwels, Bratislava, Braunau I. B„ Brünn. Brüx. Frelwaldau, Frfdek, Gablonz a.-N„ Grasllts, Hohenrlbe, Iglan, dlgerndorf, Karlsbad, Kttnlglnhol a. K„ Leltmerlts, Marlenbad. MUir.-Oslrau, M»hrls<.h-Sch»nberg, Neu-Tltscheln, OlrnttU, Bardublee, rIlsen, ProsUJov, Belebenberg. Bumbnrg, Saaz, TepUts-SeWnau, Trauten», Troppau. Warnsdorf, Zwlttan, In Wien: bei der.Oesterrelehlschen Credltanstalt— Wiener Bankverein oder-bel Rosenfeld* Co., RathausstraBe 20,; in Basel: bet der Basler Handelsbank,■ in Brüssel: bei der Banque de la Soclft« Gfn6rale.de Belklqüe,' In Mailand: hei der Banca Commerclale Italia na.'■'* > PRAG, am 0. April 1937. Montag, den 12. April, nm 8 Nhr abends im Partcihcim, Prag II-, Smcdky 22,.dritter Stock, Frauen-Abend mit Vortrag der Abgeordneten Genossin Irene Kirpal: Querschnitt durch die Politik der Gegenwart. Franc».Vezirkskomitcc Prag.