LinzclprcI-70 AkÜkk(cinschließl.SSeNerPorio) 17. Jahrgang Donnerstag, 18. April 1S37 Nr. 89 Aus dem Inhalt Um dieVerstaatllchung der Rüstungsindustrie Die deutsche Antwort an den Vatikan 60 bis 100 Stunden jährlich Wehrerziehung Heute Kundgebung der aktivistischen Jugend SWMemokrat Sentralorga» der Deutschen sozialdemokratische« Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Aasnahmo de» Stenteg tLOitch srSH AedMonnndDmvalhmg: PragXII., Fochova 02- Telephon 03077- Herausgeber: Siegfried Ta»b- Verantwortlicher Redäktenr: Karl K ern, Prag heue krel vllllgentransporte nsclige wiesen 7 Außenminister Eden erklärte im Nahmen einer Jnterpcllationsbeantwortung, er fei von der spanische» Botschaft dahin informiert worden, daß sie die Landung von 10.000 italienischen Freiwilligen in Gabis am 23., 24. und 25. März beweisen könne. Er prüfe gegenwärtig diesen Fall. Auf die Frage, ob er darin nicht einen groben Bruch des Nichteinmischungspaktes erblicke, antwortet« Eden„A l l e r d i n g s!" Parteikonferenz: 23. Mal Mittwoch, den 14. April, fand in Prag im Parlament eine Sitzung des Parteivorstandes dec Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei statt. Der Parteivorsitzende Minister Dr. Czech erstattete einen eingehenden Bericht über die gegenwärtige politische Lage und die Aufgaben des Parlaments und der Regierung. Im Anschluß daran berichtete der Parteisekretär, Abgeordneter Tau b, über eine Reihe parteipolitischer und organisatorischer Angelegenheiten. An diese Referate schloß sich eine Debatte, an der sich Richard Reitzner(Bodenbach), Abg. Jaksch, Abg, Zisch k a, Ernst Paul(Prag), Senator Grünzner, Richard Lorenz(TepIIH- Schönau), Robert Hawel(Reichenberg), Senator Well an und Franz Treml(Lands- kron) beteiligten, worauf der Parteivorsitzende dar Ergebnis der Debatte zusammenfaßte und die bezüglichen Anträge zum Beschluß erhoben Wurden. Schließlich beschloß der Parteivorstand für den 23. Mai 1937«in« Parteikonferenz nach Prag«inzuberufen. Unterhautdebatte über Bilbao Heftiger Angriff Attlee«• Gelächter bei der Antwort des Innenmlnhten London. Die Debatte im«nterhaub über das beantragte Tadelsvotum für die Regierung, wegen ihrer schwächlichen Haltung in der Bilbao-Frage, wurde vom Major Attlee eröffnet, der" einen Antrag vorlegte, in dem daS Bedauern ausgesprochen wird, daß seitens der Regierung der Schutz britischer HandelSschiss«, die sich mit legaler Ladung unterwegs befinden, nicht verbürgt wird. Ferner erklärte Attlee, daß die Regierung Großbritanniens dadurch, daß sie die britischen HandelSschisfr vor der Fahrt nach Bilbao warnt, von den Rechten zurücktritt, die Großbritannien in Angelegenheit der britischen HandelSschisfahrt stets eingehalten hat. Attlee erklärter»ES ist dieS eine Kapitulation vor einer ernsten Berlrtzung des internationale» Rechtes und ich bin der Ansicht, daß dieser Schritt der britischen Regierung die ernste st« Verurteilung des Unterhauses verdient. Innenminister Sir John Simon entgegnet«,, daß der Schritt der Regierung völlig berechtigt gewesen sei. Großbritannien habe den Grundsatz der Nicht-Intervention angenommen und halte an ihm fest. Er verwies darauf, daß schon im August des Borjahres den britischen Handelsschiffen geraten wurde, die Häfen zu meiden, di« von den spanischen Kriegsschiffen mehr oder minder.ständig bewacht würden.. Wenn das damals richtig war, wie könne man heute behaupten, daß Großbritannien in dex Bilbao-Frage «inen neuen Weg betrete? Während der Minister diese These entwickelt, wird er von der Opposition mit höhnischen Bemerkungen überschüttet. Als wieder Ruhe eingetreten war, schilderte Sir Simon, wie die ganze Meeresküste vor Bilbao mit Minen belegt sei. Die britische. Handelsflotte könne sich wohl den Weg in jeden beliebigen spanischen Hafen erzivingen, aber nur.in. dem Falle, daß vor den Handelsschiffen eine ganze Flottille von Minensuchern führe. DaS würde«wer bedeuten, daß England das Prinzip der Nichtintervention verlaße. Auf offenem Meere dagegen, so stellte der Minister auf eine Anfrage Lloyd Georges fest, könnte die britische Regierung eine Einschränkung der britischen Seeschiffahrt nicht hinnehmen. ..Der liberal« Führer Archibald Sinclair erklärte,, der wesentlich« Anhalt der Rede Sir John Simon» sei gewesen:'„Rührt Franco und seine spanischen Patrioten nicht an!" Der GegenstoB der Basken Bilbao. In d«m Bericht der baskischen Stellen über die letzt«» Eveignisse an der VIS- kajafront heißt eSr Die republikanische Offensive begann Mittwoch gegen Abend unter Einsetzung aller KdSfte. Wir stießen auf starke« Widerstand deS Feinde», der sich der Wichtigkeit der Punkte bewußt war, die er verteidigt^ Donnerstag früh versuchten die Aufständischen das Gebiet, daS sie verloren,«irderzugewinnen und unternahmen einen gemeinsamen. Angriff, wurden jedoch mit blutigen Verlusten zurückgeschlage». o Valencia. An der Aragonischen Front.zogen sich die Aufständischen in daS Vorgebirge von Aleubierre zurück. Nach der Eroberung der Einsiedelei Santa Ouiterla, welche die Straße nach. H u e S c a beherrscht, befinden sich die Aufständischen in einer schwierigen Lage, da sie keine. Verstärkungen heranziehen können.' Die Kämpfe an der SQdfront Anduja. Am Sektor von Pennaroya haben wolkenbruchartige Regengüsse größere Kampfhandlungen unmöglich gemacht. Während einer kurzen Aufheiterung des Wettes haben die republikanischen Truppen einige feindliche Stellungen gestürmt, so daß sie.sich, nunmehr unmittelbar.an der OrtSgrenze von Fuente Ovejuna.befinden- An Pennaroya sind zahlreiche d e u t s ch e Batterien-ingetroffen, die die Stellungen der RegierungStrupsten unter' heftigem Feuer halten.DIe durch das Wetter erzwungene' Kampfpause wird'von' den Rebellen scheinbar benützt, um umfangreiche. Verstärkungen an die Front zu bringen. Schritt der britischen Regierung stelle eine Einmischung in. die inneren spanischen Angelegenheiten dar. ES sei derselbe Fall, wie seinerzeit in der abessinischen Frage, in der Großbritannien Schritt für Schritt vor den Diktawren zurückwich. Die Reeder unzufrieden London. Der Reeder E. R. Newbigin in Newcastle erklärte Journalisten, daß der nordenglische Reederverband möglicherweise nach London eine Abordnung entsenden werde, um die.Regierung auf die Schwierigkeiten aufmerksam zu machen, die au» der virtuellen Blockade Bilbaos und eines Teiles der spanischen Küste für die englischen Reeder, entstehen.„Wir haben die Erllärung Baldwins mit Enttäuschung entgegengenommen", fügte Newbigin hinzu. franco schwillt der Kamm Bayonne.(Havas.) Der Franco- Kreuzer»Almtrante Cervera" teilte neuerlich drahtlos mit, daß jedes fremde Handelsschiff, das sich der Bis» Kaja-Küste nähern würde, versenkt oder beschlagnahmt werde« wird. Barcelona. Mittwoch um 6.05 Uhr stieß ein Prtroleumschiff unbekannter Nationalität in der Nähe de» Kap E.staktit auf eine-Miste- Da da» Schiff mit Schutzmitteln auSgestattet war, verursachte die Explosion"keinen Schaden. Rapid gestiegener Außenhandel Fertigwarenexport im März mit 719 Millionen um fast 57 Prosen* über VorJahrshBhe— desamtausfuhr heuer im ersten Vierteljahr um 780 Millionen höher Der Mittwoch veröffentlichte Ausweis über unsere» Außenhandel tm März gibt vollen Anlaß zur. Genugtuung. Die Ausfuhr ist gegenüber dem Feber um wettere 104 Millionen««stiege» und war um rund 350 Millionen größer als im entsprechenden Monat des Vorjahres. Der Anteil der FertigwaremmSfuhr an dieser Steigerung beträgt gegenüber dem heurige» Feder rund 72, gegenüber dem März 1936 rund 260 MUlionen Kronen. Di« ebenfalls— infolge großer Rohstoffimporte— stark vermehrte Einfuhr bleibt hinter'der Entwicklung deS Exports zurück, so daß das Aktwum im März auf 130 Millionen Kronen gestiegen ist. Der Anteil der Fertig- warenausfuhr an dem gesamten Export war im Reiner Warenverkehr Einfuhr, i g i i i i i Ausfuhr i■,,,,, i Aktiven»» i„,,,»'.• vergangenen Jahr 72,6, im heurigen 73.3 Prozent, weist also auch«in« günstige Tendenz auf. Erfreulich ist besonders, daß die heurigen Außenhandelsziffer« nicht nur ständig über den vorjährigen liegen, sondern daß sich dieser Ab- stand auch immer mehr vergrößert. Die Gesamtausfuhr«ar im Jänner dieses Iah- res um 31 Prozent, im Feber um 46 Prozent und tm März schon m» 55.5 Prozent höher als in dem jeweils entsprechenden Monat deS Jahres 1936. Bei der FerttgwarenauSfnhr führt diese Linie von 25 Prozent im Jänner über 44 Prozent im Feber zu 56.7 Prozent im eben vergan- gen en Monat. Rach den Erhebungen deS Statistischen StaatSamteS lauten die Daten für den Märzr 1937 1936 1937 850,520.000 585,819.000+ 264,701.000 980,991.060 631,088.000+ 849,953.000 130471.000 45,219.000 In dm ersten drei Mmate» zusammen ist di« Ausfuhr um 780 Millionen größer als tm Vorjahr und. der Fertigwarenexport ist um rund 543 Millionm auf 1807 Millionm gestiegen. Die Ausfuhr hat schon in dießcm BrrichtSmonat zweieinhalb Milliarden überschritten. DI« Einfuhr ist gleichzeitig um 670 Millionm auf 2332 Millionen in die Höhr gegangen, wovon 1390 Millionm auf die'Einfuhr von Rohstoffe» entfallen— um 460 Millionen mehr als tm Vorjahr. Die Daten für daS ganze erst« Vierteljahr lautmr 1937 1986' 1937_ Reiner Warenverkehr 2.832,080.000 1.661,668.000+ 670,860.000 Einfuhr*«•••■« 1«KMjumiMO 1.727,510.000+ 779,823.000 Ausfuhr.....''175,805.000 65,842.000. «ttimn»»•••••*’ Die SpezialauSweise über die einzelnen Warmarten lasse« erkennen, daß an der allge- meinen Aufwärtsbewegung auch di, im deutsche« Gebiet verwiegenden Süd»st r i e» ihren Anteil habe». Sine Ausnahme davon bildet leider die H o hlgl a S e r- »eng»nt, deren Ausfuhr weiter zurückgegan- gm ist. Äe G e f a m t entwicklung unserer Wirtschaft, soweit, sie. sich im Außenhandel äußert, rechtfertigt jedoch«iü»uversichMchr« Urteil und' beweist, daß die biShertgm Maßnahmen der Re- gierun« zur Belebung unserer Wirtschaft an der richtigen Stell« eingesetzt wurden und von Erfolg begleitet sind. Sba» sagt ober nicht, daß da. mit das letzt«. Wort auf diesem Gebiet gesprochm sei» kann. Gan» im Gegenteil wrism die Ziffem darauf hi», daß unsere wichtigste» Exportindu- steten,,di« während der Krise wett über den allgemeinen Durchschnitt verloren, biS jetzt noch wett davon entfernt sind— wenn auch hier sich die Situation bessert— diesen Verlust auSzugleichen. Daß die staatlich« Hllfe für diese Industrie«, die »ÜM lT,il schv» bewilligt,»um Teil noch verhandelt wird, möglichst bald- und intmsiv sich»uS- wjrft,. ist von allerhöchster Bedeutung nicht nur für«ns«, Volkswirtschaft, die«ft dann ihr Gleichgewicht finden kann, sondern auch für zehir- tailsmde Menschen, für welch» dir» Arbett und Brot bedmtet. Vor» noch hommunistischePartei? Eine Lehre aus der Brüsseler Wahl Der große Erfolg der belgischen Demokratie gegen den Anstyrm des RexiSmuS gibt als ein lehrreiches Cxempel in mannigfacher Richtung zu denke». Eine der Fragen, die der Sieg oer Koalition van Zeeland—de Man aufwirft, ist auch die nach der ferneren LebenSbercchtiguiig der kommunistischen Parteien in Westeuropa. Es ist bekannt, daß in Belgien seit Monaten über die Frage der Einheitsfront diskutiert wurde. Die Kommunisten, eine freilich recht kleine Partei, beinahe eine Sekte nur, stellten dauernd Angebote an die Sozialdemokratie, nach französischem Muster eine Einheitsfront und dann eine Volksfront zu bilden. Eine Richtung>n der belgischen Arbeiterpartei war dieser Taktik nicht abgeneigt. Aber die führende Gruppe lehnt ein Zusammengehen mit den Kommunisten entschieden ab und erklärt, daß die Volksfront, nach der die Radikalen rufen, in der Zusammenarbeit der demokratischen Gruppen auf dem Boden des pla- nistischen Regierungsprogramms, van ZeelandS und de Mans bereits gegeben sei. Als nun die Kandidatur van ZeelandS aufgestellt wurde, sahen sich die Kommunisten, im■ Widerspruch zu ihrer bisherigen Ablehnung van ZeelandS und de Mans, gezwungen, für den Ministerpräsidenten öffentlich einzutreten, obwohl van Zceland ihnen in aller Form erklärt hatte, er wolle mit ihnen nicht das geringste zu tun haben. Gerade dieser Vorfall beweist, daß die kommunistischen Parteien heute überflüssig sind und daß ihr Weiterbestand nur unangenehme Situationen heraufbeschwört, die dem Ansehen der Arbeiterllaffe abträglich sind. Denn niemand wird behaupten, daß eS besonders rühmlich und nützlich sei, wenn eine„linke" proletarische Partei sich, notgedrungen, mit Begeisterung für einen bürgerlichen Kandidaten schlagen muß, der ihr eben die kalte Schulter gezeigt hat. Wir sind die letzten, die der belgischen kommunistischen Partei ihre realpolitische und vernünftige Haltung vorwerfen möchten. Wir freuen uns, daß die Einsicht in den Reihen der Arbeiter wächst, daß unser Kampf um die Demokratie Verständnis findet. Aber wir fragen die denlende Arbeiterschaft, welchen politischen Zweck und welchen geschichtlichen Sinn denn heute die kommunistische Bewegung in Westeuropa haben soll? Als die Kommunisten die alten Parteien spalteten, begründeten sie das mit der Notwendigkeit, eine revolutionäre Avantgarde zu schaffen, deren unmittelbares Ziel der Umsturz und die Aufrichtung der Diktatur seien. Diese Illusion haben die Kommunisten begraben. Sie sind heute nach ihrer eigenen Versicherung und, wie sich in Brüssel zeigte, auch in ihrer Taktik hundertprozentige Anhänger der Demokratie. Wozu brauchen sie eine Partei, die ihr eigenes Programm zur Gänze aufgegeben, das unsere fast restlos übernommen hat?'■ Ein Jahrzehnt lang haben die Kommunisten alle Organisationen gespalten und den Bruderkampf unter den Arbeitern geschürt, weil sie in der Auseinandersetzung mit dem„Sozialfaschismus" die wichtigste Aufgabe einer revolutionären Arbeiterbewegung, in der Vernichtung der Sozialdemokratie das Mittel zur proletarischen Revolution erblickten. Heute bieten uns die Kom«. munisten überall ihre Bundesgenoffenschaft an, heute wachen sie eifersüchtig darüber, daß kein Verstoß gegen die„reformistischen" und sozusagen„sozialsaschistischen" Grundsätze der Demo- kratie, des Parlamentarismus, der Landesverteidigung erfolge. Heute schreien sie in allen Zweigen der Bewegung nach der Wiedervereinigung. Wozu also noch eine selbständige Partei, die ihr früheres Ziel, die Aufspaltung de« Gesamtbeivc, gung heute leidenschaftlich bekämpft?! Einige Lahre lang haben die Kommunisten erklärt, es habe keinen Sinn, den Faschismus durch die Demokratie zu bekämpfen. Wir müßien all« durch den Faschismus durch und- die bürgerliche Demokratie fei um nichts, besser, nur wesentlich verlogener, als der Faschismus. Im Sinn« dieser Politik-hatten die Kommunisten-die Wahl Hindenburgs gegen Marx ermöglicht, sich-an dem Volksentscheid gegen die Preußen-Regierung beteiligt,, mit-den Nazis gemeinsame Sache im Berliner BerkehrSarbeiterstreik von 1982 gemacht, noch im Februar 1988 den von der SPD aiige« botenen„Burgfrieden* im Arbeiterlager abge- Seite 2 Donnerstag, 15. April 1937 Nr. 89 lehnt. Noch nach Hitlers Machtergreifung und nach dem 5. März 1983 schriebe» unsere Koni- mnnisten in diese«» Sinne. Heute habe«« die Kom- miniisten diese Auffassung radikal aufgegcben. Das wollen wir gern anerkennen und wir haben kein Interesse daran, diese alten Geschichten auS- zugraben, wenn die Kommunisten endlich auch die letzte Folgerung ziehen wollten: Liquidation einer Sekte, die kein geschichtliches und politisches Lebensrecht mehr hat: Einst behauptet««» die Kommunisten, sic seien nötig, um die S o w j e t u n i o n zu schützen. Heute ist die Sowjetunion mit Frankreich, mit der Tschechoslowakei verbündet, mit England befreundet. Das Vorhandensein kommunistischer Parteien in diesen Ländern dient der Sowjetunion nicht, eS schadet unter Umstän- den eher der Freundschaft zwischen Rußland und diesen Ländern. In der Diskussion über die Gewerk- schaftSeinheit Haven die tschechischen Sozialdenwkraten kürzlich den Kommunisten erklärt, daß die Gewerkschaftseinhcit nicht möglich ist, solange es zwei Arbeiterparteien gibt. Denn die Gewerkschaft wird dann znm Tummelplatz des Parteikampfes, es besteht die Gefahr von Zellenbildungen, die eine Partei lizitiert mit der andern und jede versucht, ihre Leute im Ver- JUNGES WEIB F VERONIKA ROMAN VON MARIA GLEIT Sie wußte nur, daß dieser fremde Mann an diesem Nachmittage angekommen war und daß sie noch keinen gesehen hatte wie ihn. Noch keinen, bei dem ihr das Herz so stchenblicb, der Atem so stockte, die Pulse so flogen. Noch keinen, dem sie sich hätte so an den Hals werfen mögen, mit dieser blinden Gier im Leibe,— noch keinen.,, Und darum mußte er bleiben, mußte er. leben ... und da... und dal da lief er ja... »Nicht in den Seel Nicht in den Seel" schrie sie auf, atemlos, entsetzensstarr. Wild lachte der Fremde in die Lautlosigkeit, die Rosas Schreien folgte. Er bäumte sich aus in diesem Lachen, das nackt und hohl als Echo von den Bergen wicderkam. Er hatte das Ufer nicht mehr gesehen und nicht mehr den See, nur Truk- kenbrotts Augen waren vor ihm gewesen, diese Augen, vor denen et jahrelang geflohen wär. Nur Truckenbrotts Stimme tönte in ihm, schwang und tönte und zerriß, klagend und anklagend, urteilend und verurteilend, und sog alle anderen Geräusche des Erdenballer in sich auf. Nur diese Begegnung spannte ihm die Nerven, beherrschte ihn. War die Begegnung Zufall?’* Absicht? Berechnung? Gab Truckenbrott- noch immer keine Ruhe? Oder war«S gar nicht Truckenbrott? War«» das Schicksal, das ihn immer weiterhetzen, ihn zu«inem'Heimatlosen machen wollte, da er endlich ein Stück Heimat zu finden, zu gewinnen hoffte? »Nicht in den Seel" Noch eiiunal vrang dieser Laut zu ihm, nicht mehr schreiend und über« traucnsmänncrapparat durchzusehen. Dieses Problem gilt heute ganz allgemein. Das Weiter- bestehen einer zweiten Arbeiterpartei, die ihre Grundsätze und ihr Programin von 1920 und 1988 von Grund auf ändern, ja verwerferr mußte, hat nur noch den einen s Sinn, daß die Einigung der Arbeiterklasse verzögert, daß Mißtrauen gesäet, unnatürlich« Spannungen künstlich erhalten werden. Was heute nottut, ist nicht die Bildung von Einheitsfronten, deren Glieder, Ivie es scheint, ohnehin die gleichen Ziele versol- gcn. Entweder sind. die Kommunisten, was sie zu sein behaupten: Verteidiger der Demokratie, Anhänger der Einheit, dann müssen sie endlich den moralischen Mut haben, als Partei in Mittelund Westeuropa z>« verschwinden, aufzugehen in einer großen einigen Arbeiterpar« t e i. Oder die Kommunisten haben bei ihrer heutigen Politik Hintergedanken, dann sind sie nicht reif zu der Aufgabe, die es zu lösen gilt. Unser sozialdemokratisches Ziel war seit 1980 unverwandt di« Wiederherstellung der Einheit, die Einheitspartei. Wir sind dem Ziele heute näher. Nichts Grundsätzliches trennt die Arbeiter mehr. Er genügt: eine längst auS- gehöhlte Form zu zerschlagen, ein verschlissenes Parteikleid abzustreifen und die Einheit wird da sein, die wirkliche, die ganze Einheit! spitzt, sondern flüsternd und flehend, denn nun war Rosa näher gekommen, und sie starrt« auf seine Schuhe, über die die Wellen hingespült tvaren. Auf eine rührende und beteuernde Art rang sie die Hände, der Wind trieb die Wetterwolken auf di« Berge, und der Mann sah erst auf den See, der gähnend und schwarz in die Land- schäft floß, und dann auf das Mädchen, das vergeblich nach irgendeinem Worte rang. „Das wird«in böses Wetter geben heute nacht", meinte er dann, und sein Mund Ivar in ein haarscharfes Lächeln verzogen. „Ich dachte nur... ich wollte... es regnet so.. stammelte Rosa, um ihr Erscheinen, zu erklären, der Mann jedoch brauchte keine Erklärung. Breit und stark war er, tief saß ihm der Hut in der Stirn, und ohne weitere Aufforderung ging er mit Rosa die ausgeweichten Wege zurück. Tiesdunkelbraün waren seine Augen, jetzt sah sie es, sie hatte Zeit, ihn zu betrachten, denn er schwidg, in sich gekehrt, und es war doch, als wittere er eine Gefahr. Er hatte ein flächiges Gesicht voil entschiedener, kräftiger Färbe, aus dem die Nase scharf und stark hervorsprang, während Mund und Kind Fülle utrd Energie verrieten. „Ich werde es schon herausbekommen", hatte die Mutter gesagt. Was, um des Himmels willen, wollten sie denn von ihm? Rosa schauerte vor HerbsteSkälte, hüpfte über Pfützen, die Zähne schlugen ihr auseinander, und die.Augen schwammen, heiß und erwartungssüchtig. Bon der Seite her sah sie zu ihm herauf. Wie— gewaltig er wirkte. Wiesest. Wie zuverlässig fest und härt. Und doch Ivar etwas Gefährliches um ihn, gewitterte in seinem Gesicht/in diesem' Gesicht, das jetzt scharfe Kanten bekam, in diesen Auge», die klar und kalt wurden plötzlich, so klar und so verächtlich kalt, daßman'in ihnen erfriere»!'konnte. Erfrieren öder'verbrennen, et kam auf.eins heraus... Wenn sie eS'ihm vor« her nur noch sagen konnte, nur noch sagen, daß man etwas''i«n"Schilde fiihrte aegen ihn, daß er sich in acht nehmen sollte vor der Mutter und vor den Cntivurf soll die obligatorische Wehrerziehung für beide Geschlechter eingefühvt werden, Und zwar von» Beginne der Schulpflicht bis zum 80. Lebensjahre. Im Motivenberjcht wird betont, daß die Wehrerziehung, in vielenwanderen europäischen Staaten bereit- seit langem verwirklicht ist, so in Ungarn durch bte Leventeorganisation, in Italien durch die Ballila usw., in Deutschland durch die Hitlerjugend und' den Arbeitsdienst usw. Die Bestimmungen des Entwurfes des tschechoslowakischen BerteidigungSministeriums sind aber keineswegs so einschneidend wie di« Maßnahmen in anderen Staaten. Die für die Wehrerziehung aufgewendete Zeit wird bei Personen über 17 Jahren«nit höchstens. 100 Stunden jährlich begrenzt, von 14 bis 17 mit 80 und unter 14 Jahren mit 60 Stunden jährlich. Für Personen unter 17 Jahren beschränkt sich die Wehrerziehung auf die moralische, staatsbürgerliche und körperliche Wehrvorbereitung, bei Frauen bezweckt die Wehrerziehung die Heranbildung für den Pflegedienst, Gasschutz u. dgl. Die Wehrerziehung soll, insoweit sie nicht die schulpflichtig« Jugend betrifft, in,eigens zu bildenden Vereinen erfolgen, die sich nach den Richtlinien bzw. Mustersahungen de- Verteidigungsministeriums zu konstituieren hätten, wobei es allerdings auch bereits bestehenden Vereinen er« niöglicht würde, diese Aufgabe zu übernehmen und ihr« Satzungen den Richtlinien des Vertei- digungsministeriums anzupasscn. Die Wehrerziehung soll von eigens auszubildenden Instruktoren— Reserveoffiziere und Unteroffiziere— durchgeführt und bezirksweise von Offizieren geleitet werden.(DND) Der Pichterschutz kommt? Im landwirtschaftlichen Ausschuß wie- bei der Beratung der Regierungsverordnung über die Regelung des landwirtschaftlichen Pachtzinses der Referent Wg. MIkuläS auf die Notwendigkeit hin, ein ordentliches Pächterschutzgesetz zu erlassen. Abg. Dr. Klapka schlug vor, der Ausschutzvorsitzende möge dem Ministerpräsidenten und dem LandwirtschastSminister die Meinung des Ausschusses verdolmetschen, daß die Pächterfrage so wichtig sei, daß sie ein besonderes Pächtergesetz im Sinne deSAusschuhbeschluffcS von« DezemberlS8Sersorderlich mache. Der Vorsitzende M a s a t a stimmte dieser Anregung zu und erklärte, er habe gleich bei der Borlag« des neuen Bürgerlichen Gesetzbuches den Ministerpräsidenten und deit Landwirtschaftsminister im Sinne früherer AuSschußbeschlüffe darauf aufmerksam gemacht, daß die Pächterfrage durch das Bürgerliche Gesetzbuch nicht ganz gelöst sei und daß e i n besonderes Pächtergesetz nötig sein werde. "Dr.'BeneS "zum spanischen Nationalfeiertag Prag. Der Präsident der Republik richtete an den Präsidenten der Republik Spanien folgende Glückwunschdcpesche: „Seiner Exzellenz'dem Präsidenten der Republik Spanien, Valencia. Anläßlich des Jahrestages der Republik gestatte ich mir, Ew. Exzellenz meine aufrichtigen Wünsche für Ihre Person und für Spanien zu übermitteln. Edvard Benes." Der Präsident der Republik empfing Mittwoch den Obmann des Zentralverbandcs der landwirtschaftlichen Genossenschaften Jng. Ferdinand Klindera. diesem Dr. Truckenbrott, in acht nehmen mit seinen beiden Namen... „ES ist nur..." Sie druckst« und schluckte, sie würde daran ersticken, wenn er ihr jetzt nicht zu Hilfe käme...„ES ist nur... ich weiß nicht... Herr Dr. Truckenbrott... der heute nachmittags abgereist ist... hat gesagt. »Was hat er denn gesagt?". Bestürzt sah Rosa hoch. Machte dieser Mann sich lustig über ihre Not? Der fragte ja so leicht dahin, als ob er Antwort wüßte im voraus? „Er hat etwas gesagt von einem Dr. Fleith .«." Rosa war stehengeblieben, mühsam preßte sie die Lust nur aus der Lunge, aus weitflimmern- dcn Augen sah sie ihn an. Er faßte hastig nach ihrer Schulter,„Kommen Sie, kommen Sie, Sie werden ja ganz näß. Sie holen sich den Tod in dieser Kälte hier." »Ja— aber— aber—" Sie machte ihre Schulter frei und starrte ängstlich angespannt in sein Gesicht—„Wer sind Sie denn eigentlich?" Jetzt lächelte der Fremde. Er lächelte wirklich, aber etwas war in seiner Haltung und um seinen Mund, das ihre Angst nur. noch vergrößerte. „Ich bin der neue Landarzt hier, mein kleines Fräulein, und wenn Sie nicht vernünftiger sind, dann werden Sie meine erste Patientin sein.," ' Sie würde unsicher, denn sie spürte', daß er sie mit diesen Worten ausschloß äu» dem Bezirk, ist dem sein Leben sich bewegte.„Und das, was Dr. Truckenbrott.'..", begann sie eigensinnig noch einmal,' in der verzweifelten Hosfnung, ihn damit aus seiner Verschlossenheit heraurzulocken. . ,,DaS, wai'Dr. Truckenbrott gesagt hat, sollten Sie nicht, glauben, liebes Kind.. Wenn ich yun alles glauben wollte,iwas mgn nsir von Ihnen an diesem. Nachmittag erzählt hat?"'' .,„Von mir..?" «Ich sgg ja'nür.<•' '„Hm." Mit beiden'Händen strich Rösa sich' da» Haar ans dem Gesicht. In den Fenstern flammten schon die Lichter auf. Me früh«S Niemand darf sich an 6er Staatsse referiert VOrte'lÄMMS>,01^61«»! Uber den Antrag auf Verstaatlichung der Rüstungsindustrie Im WehrauSfchutz des Abgeordnetenhauses erstattete Srba(tisch. So,.-dem.) am Mittwoch «ivten Bericht über den Initiativantrag der drei sozialistischen KoalitionSParteirn auf Ber- staatlichung der Rüstungsindustrie. Srba verwies auf die Resolutionen des Par- lamkntSplenums vom 4. und 80. April der Vorjahre», worin die Regierung aufgcsördert wurde, Maßnahmen zu treffen, um überinäßige Gewinne bei der Aufrüstung des Staate» bintanzubaltcn. Der Initiativantrag Srba—David—Heeger führt diesen Grundsatz näher au». E» ist selbstverständlich. daß an der Verteidigung de» Staate» niemand sich bereichern darf, denn er wäre unerträglich, daß der einfache Bürger zur Aufrüstung der Staates durch Steuern beiträgt und selbst Militärdienst leistet, während gewisse Schichten sich daran bereichern. Ter Staat muß die Gelder, die für die Staatrverteidi- gung von den Steuerträgern schwer genug aufgebracht werden, wirklich zu 100 Prozent auinützen- Wenn darau» weniger für die Staatsverteidigung gemacht wird, als e» möglich wäre, so ist da» H o ch- verrat. Di«.Kurs« der RLstungspapiere in den.lebten zwei Jahre», die Tatsache, daß die Firma Teller. Bellot bl» zu 27 Prozent Dividenden zahlt, di, Brünner Wtffenwerk««ach allen Abschreibungen zehn Prozent«sw., da» alle» zeigt, daß in der Wirt, schift mit den für die Staat»vcrteidignng bestimmten Gelder« nicht alle» in Ordnung ist. H i e r m« ß Klarheit geschaffen werden. Vor allem müsse da» Ministerium für National« Verteidigung mitteilen, welche Anordnungen e» getrosten hat, damit der Staat von der Rüstungriiidu- strie nicht auigebeutet werde. Man müsse die Preise für Gewehre, Maschinengewehre, Kanonen. Tanks usw. bei un» mit jeden im Ausland vergleichen, über die Maßnahmen zur Kontrolle der Erzeugungskosten und der Qualität der gelieferten Waffen sowie vor allem darüber berichten, welche Erfahrungen mit de« Versuch der Verstaatlichung der Rüstungsindustrie in Frankreich gemacht wurden. Für die Gewinste, die die Rüstungrindustrle au» den Militärlieferungen zieht, könnte man sicher viele Rüstung-betriebe glatt aufkaufen. Die Aktionäre braucht man zur Waffenerzeugung nicht, sondern nur die Arbeiter. Techniker und Beamten, die ja vorhanden sind. Sachliche Hindernisse bestehen also nicht, daß der Staat an Rüswng»material selbst erzeuge, was er braucht. Der Referent beantragte schließlich, daß in der nächsten Sitzung die Referenten des Ministeriums in Gegenwart von Vertretern des Oberste« Kontrollamtes und des Finanzministerium» einen Bericht über die Gebarung mit de» staatlichen Geldern lei der Ausrüstung der Armer erstatten. Erst danir fall die Generaldebatte über den Ber- staatlichungSantrag eröff et werden. Der tschechische Agrarier Vanäo bedauerte eS, daß es bei der Vorlage des Initiativantrages zu keiner Vereinbarung in der Koalition gekommen fei. Alle Koalitionsparteien, so bxteuerte er, müßten daran ein Interesse haben, daß das Kapital, möge eS aus was immer für einer Quelle stammen «wer welcher Interessen» oder politischen-4A«nippe- immer angehören, streng kontrolliert werd«,-sofern es für deti-Mnat arbeite.«-»- Dl«' Sitzung wurde sodann geschloffen. ZUm Exposö des Ministers sind noch sechs Redner vorgemerkt. Wehrerziehung für beide Geschlechter Bis zum 80. Lebensjahre Verteidigungsminister Machnik hat in einer seiner letzten Kundgebung die baldige Verwirklichung der Wehrerziehung für die Tschechoslowakei angekündigt. Wie der DND hiezu erfährt, befindet sich der Entwurf knapp vor Beendigung deS interministeriellen Anmerkungsverfahrens, dem er bereits vor Ostern zugeleiiet wurde. Durch Harten des Steattverteldieunessieietztt Abg. Heeger zum letzten Expos» des Verteidigungsministers In der Mittwochsitzung des W e h r a u z- s ch u s s e s würde die Debatte über das letzte Expos! des Verteidigungsminister» fortgesetzt. Dabei kain auch Abgeordneter Genosse Heeger zu Wort, der u, a. sagte: Wir deutschen Sozialdemokraten haben den Beweis unserer Staatstreu« ehrlich erbracht und schon deshalb haben wir auch ein Recht, auf g e w i s s e Unzukömmlich t c it en hinzuweisen, die sich au» dem Staat»verteidiaung»gesetz, bzw. den hiezu erlassenen sieben Durchführungsverordnungen ergebe». Die Auswirkungen diese» Gesetze» machen sich besonders in den unmittelbaren Grenzgebieten unangenehm bcnicrkbar. Soweit e» sich um die A r b e i t e r s ch a f t bei den Befestigungsbauten handelt, haben wir deren Wünsche und Beschwerden betreffend die Behandlung, Löhne, Unterbringung, Accküstigiing etc. dem Minister schriftlich bekanntgegeben und daraufhin eine Antwort erhalten, in, welcher aufaezählt wird, wa» alle» zum Schuhe der Arbeiter bisher unternommen Kurde. Abg. Heeger besprach daim die Errichtung von Sperren für den Durchzugsverkehr unnüttelbar an der Grenze und Ivie» darauf hin, daß da besonder» ilst schlesischen Gebiete Maßmchmen getroffen wurden, die n t ch t militärischen Zwecken dienen kön- «ren, aber zur V erb i t t e r un g u n d Verärgerung der d o r t i g e n B e v ö l k e« rung, vorallem der Landwirte b« i t r a g e n, di« durch Absperrung der Durchfahrten beim Eisenbahngeleise gezwungen sind, Um- «vege von 8 bi» 4 Kilometer zu machen, wenn sie ihre Felder bestellen wollen, und außerdem noch verhalten werden, die Kosten für die Errichtung der Sperren au» eigenem zu tragen! Ebenso sollen die Gemeinden dazu herangezogen werden. Wie widersinnig da» ist, geht daraut hervor, daß ein« Gemeinde, deren Jahreseinkommen 12.000 K£ beträgt, 88.000 Ki zur. Dickung der Kosten der Sperren, die ja nicht im Interesse der Gemeinde und ihrer Bewohner, sondern im Interesse de» Staates liegen, zahlen soll. Heeger ersuchte den Minister, Messungen ergehen zu lassen, daß diese Maßnahmen gemildert Iverden und den berechtigten Wünschen der Bevölkerung, soweit e» die militärischen Rücksichten zulassen, Rechnung getragen wird. Er besprach weiter di» Vergebung der Arbeiten und stellt« fest, daß der Grundsatz, da» billigste Offert müsse berücksichtigt«erden, zur Folge hat, daß gerade in den Notstandsgebieten mit der größten Arbeitslosigkeit— also vor allem in den deutschen Gebieten— die Unternehmer dnrchfallen und an den Rüstung»arbcilen fast gar nicht beteiligt sind. An dec Hand einiger Beispiele zeigte Heeger auf, daß gerade diestaatliche Münz« durch die. Erstellung billiger Offerte Arbeiten für di« Privatindustrieinmöglich macht, weil sie diese Arbeiten für sich nur al» zusätzliche Arbeiten ansteht und dementsprechend billig offeriert. Auch hier müßte Ordnung geschaffen werden. Der Senat ist für Dienstag, den 20. April, um 18 Uhr zu einer Sitzung einberufen. Auf der Tagesordnung steht die erste Lesung des neuen Bürgerlichen Gesetzbuches und der neuen Zivilprozeßordnung. Staatspolizei auch in Mähren. Die Staatspolizei wurde jetzt auch an einigen Orten Mährens eingesetzt. Am 1. Mai nimmt di« Staatspolizei in Zwittau ihr« Tätigkeit auf. Sie wird sich aus 4b uniformierten, vier Zivilwachleuten und zehn Beamten zusammensehen.(DND) Abend wurde... Der neue Landarzt... toi« merkwürdig das alles war... Natürlich, da hockte die Mutter am Tisch. Die konnte wohl auch die Vorhänge nicht zuziehen... wie ekelhaft das aussah: das alte Haus, die leere Gaststube. Und nun war er der neue Landarzt, dieser Mann mit dem breiten Rücken/ dieser Mann, der einen wegschob... Der Wind sang in den Bäumen. Ein Fuhrwerk rumpelte die Straße, entlang. Eine Laterne schaukelte an der Deichsel. E» roch nach- faule» Blättern und nach Schmutz. Der Sommer war zu Ende, Unaufhörlich tropfte Regen von den Aesten. „Ich möchte nicht, daß Uber diese Sache viel geredet wird", sagte der Mann, kurz und mit einem Befehl im Ton,«he er mit Rosa in die Gaststube trat. Und Rosa seufzte auf, beglückt darüber, daß sie ihm in-irgendeiner Weise dienen konnte... • An diesem Abend fand der Fremde keine Ruhe. Die Hirschenwirtin hörte ihn in seinem Zimmer auf und nieder gehen, und Rosa hörte diese unrastigen Schritte auch. Rosa hatte irgendeinen Schmöker'vor sich auf dem Tische'liegen und tat; als lese sie. Ihr« Augen brannten, und immer wieder wanderten sie Wer die Buchstaben hinweg,-immer wieder zur Mutier hin und in die trostlose Leere hinein. ES wurde zehn, es wurde elf, und manchmal verstummten die Schritt«, manchmal Wurde ein Stuhl gerückt, dann war es eine Zeitlang still, und dann begann es'wieder." .„Nq, was halber dir erzählt? Was-hatte er denn oiüf dem Herzen?" stichelte die Alte„Rosa aber drehte sich'Nur herum, sie antwortete nicht einmal mehr. .(Fortsetzung folgt.)! . Nr. 80 Donnerstag,^tü^April 1037 Seit» 3 fudetendcutsdicr Zeitspiegcf Die Antwort auf die Enzyklika Berlin.(DRV) Der deutsche Botschafter dein» Vatikan hat im Auftrage der Reichs^ regiernng in einer den» Kardinalstaatssekretär übermittelten Note gegen die Ausführungen der päpstlichen Enzyklika vom 14. Mürz schärfste Ber- wahrung eingelegt. Bon unterrichteter Berliner Seite wird gemeldet, in der Rote werde mit Befremden fcstgestellt, daß der Papst nicht nur Kritik an inneren Verhältnissen Deutschlands übte, sondern darüber hinaus einen Appell an die Weltöffentlichkeit richtete, der gewisfermabrn«ine allgemeine Frontstellung gegen Deutschland zu erreichen suche. DaS neue Deutschland werde vom Vatikan mit demvlratisch-parlamen- tarischen Massstäben gemessen, die hier nicht angewendet werden könnten. Ter RationalsozialiSmuS habe da» Reich vor dem Bolschewismus bewahrt und damit auch die Kirch: vor dem Untergang gerettet. Die Verpflichtung zur Erhaltung der deutschen Volksgemeinschaft erlaube nicht, daß die Kirche einen Staat im Staate bilde oder das; der Kleru» eine eigene Kaste außerhalb der Volksgemeinschaft darstelle. Nicht Rom, sondern Venedig Wien. Der österreichische Bundeskanzler Dr. Schuschnigg wird am 22. d. M. in Venedig «ine Zusammenkunft mit dem Ministerpräsidenten Mussolini haben. Vier Brigaden gegen den Fakir Ipl New Delhi. Die Vorbereitungen gegen den Fakir Jpi und seiner revolutionären Bewegung schreiten in raschem Tempo fort. Mit den Verstärkungen, die in den letzten Tage» nach W a» srristan entsandt wurden, besteht die Garnison in Wasiristan aus vier Infanterie-Brigaden Mit einer Gesamtzahl von 33.000 Mgnn. Dazu lammen noch zwei Flugzeug-Eskader. Ole Feldgerichte Der Referent verlangt verschiedene Aufklärungen Im verfassungsrechtlichen Ausschuss des Abgeordnetenhauses stand am Mittwoch die Borlage über die Feldgerichte zur Debatte. Referent war der Nationalsozialist Richter. Er betonte, das; aeaen eine Wiedereinführung von Feldgerichten unter den getroffenen Voraussetzungen. der Möglichkeit ausreichender Rechtsmittel und der lliiabhängigkeit der Richter von dem inili«« tärischen Kommandanten grundsätzlich nicht» einzuwenden sei. Allerdings werd: man um eine Ueber- vriifung der Zweckmässigkeit gewisser Bestimmungen nicht herumkommen. Eine gewisse Stabilität der berufenen Iustizorgane müsse vorausgesetzt werden. Weiters sind die" BorauSsetzunaen für die Errichtung von Feldgerichten nicht näher umschrieben und auch die Auswahl und Zuteilung der richterlichen Personals dem Konimgndanten überlassen. Lier sei die Trennung deL Richteramtes von der Kommandogewält nicht klar ausgesprochen. Ferner verlangt der Otefe- rent auch Aufschlüsse darüber, wie dies: Fragen in den grossen westlichen Demokratien geregelt seien. In der Debatte wies u. a. Dr. Goldstein darauf bin, dass e» nicht klar sei. wann die Zivilbevölkerung den Feldgerichten und wann sie den Standgerichten untersteh«. Der Vertreter des BerleldlgungSministeriumS antwortete, dass der 8 431(Anwendung auf die Zivilbevölkerung) normal nur im Felde gelte, im Innern des Staates nur in jene» Fällen, loo die Regierung es beschliesst. Sonst gelten für die übrige Zivilbevölkerung die Bestinnnungen über da» Standrecht. ES sei«in Novum, dass auch im Feld die Richter Völlig unabhängig sein sollen und die Gerichte von der Zuständigkeit des Kommandanten abgetrennt werden. Militärrichter kann nur ein Iustizoffizier werden, der die drei turidischen Staatsprüfungen und die RichteramtSprüfuna abgelegt hat. Die Feldgerichte können über die Zuteilung der Richter völlig selbständig diS- vouieren und sie unterliegen diesbezüglich nicht den militärischen Kominandoftellen. In der Debatte sprach sich Dr. Kellner sSdV) gegen die Vorlage auS: er verlangte namentlich. dass Feldgerichte für die Zivilbevölkerung nur im Kriege zuständig sein solle«» Im Schlusswort trat der Referent den Aus- siihrunge«« Dr. Kellners entgegen, als ob die Vorlage ein Weiteres Glied, in cincr. aiitidcnwlrati-; scheu Entwicklung sei. Zum ausführlichen Studium" der Vorlage würde sodann ein S'üb- l o m i t e e gewählt, dem für unsere Fraktion Genosse Kogler angehört. Tschechoslowakei zweitgrößter.Handschuhlieferant der USA. Die Einfuhr von Lederhandschuhen. der USA hat sich 1030 auf 5,2.Ji. B. 4,0) Mill. Paar im Werte von 4,4 <4,4) Mill. Dollar gehoben. Der tschechoslowakische Anteil betrug 1,4(i; V. 1,5) Mill. Paar für 1,2(1,8) Mill. Dollar. Damit stand die Tschechoslowakei unter den Lieferanten der USA an zivxiter Stelle. Den ersten Platz nahm Frankreich em. Stark zursickgegangen ist die amerikanische Einfuhr von Baumwollhand» schuhen. 1035 wurden nur 1,0 Mill. Paar für. 4,1> MiL Dollar importiert, gegen 2,7. Mill. Dutzend fürö,4 Mill. Dollar 1085. Die Tschechoslowakei konnte trotzdem ihre Stellung mit 0;25 (i. V. 0,23) Mill. Dutzend für 0,03(0,01). Mill. Dollar etwas verbessern. Was will Herr Rutha? Herr Rutha, eines der Wahrzeichen der SdP-Unsicherheit, hat sich dieser Tage wieder etivaS Besonderes geleistet. In einer Versammlung in Karlsbad prophezeit« er den Henlein- Mannen in allerdings verschleierter Form den „g r 0 ß e n T a g", d e r d a k 0 m m e n w e r d e, und gleich drauf benützte er eine öffentliche Versammlung in Maricnbad, um konkret von« Dezember dieses Jahres zu sprechen, welcher Monat"— wenn die SdP nur fest bleibe— die Entscheidung bringen werde. Was sich da entscheiden werde, wie und durch wen— darüber gab Rutha keine nähere Auskunft, wohl im Verlass darauf, dass die Seinen ihn schon verstehen würden. Allerdings ging Herr Rutha in dieser Rede an einer anderen Stelle kräftiger aus sich heraus. Er sagte nämlich, im Hinblick auf die zu erwartende Unterbringung Deutscher tm Staatsdienst,„dass wegen 5000 Staatsdienst st eilen die Volksgemeinschaft verlorengehen kann und dass deshalb diejenigen, die in den Staatsdienst ein- ireten, bezw. den Verlust der Volksgemeinschaft bewerkstelligen, Separatisten seien." Wir nehmen weder Herrn Rutha noch seine Prophezeiungen ernst und cs scheint uns, als ob auch innerhalb der„Volksge>ncinschaft" die Zahl derer, die sich von den Ruthas ins Unglück treiben lassen, mit jedem Tage abnchmc. DaS gerade aber dürfte das Motiv zir Herrn Ruthas Vorstössen gewesen sein; die SdP glaubt anscheinend, dass sie die rückläufige Bewegung in ihren Reihen noch ain ehesten aushalten könne, indem sie einerseits irgendeinen„grossen Tag" der„Befreiung", anderseits für diesen Tag Rachen» allen jenen prophezeit, die ihren Wahn nicht mehr mitmachen wollen. Und da bis zum Dezember bekanntlich die Geineindeivahlcn stattfinden sollen, findet nian in diese«» Wahnsinn sogar etwas realpolitische Methode: wer etiva im September Henlein wählt, der ist im Dezember aus dem Wasser; wer«cher nicht, über den kommt daS Bolksgericht. So ungefähr sollen die SdP-An« Hänger nach dem Willen ihrer Führer denken. Aber die Leute kriegen es imnier mehr satt, sich mit solchen Phrasen und Prophezeiungen abspeisen zu lassen. Hunderte Shmpiome im politischen wie im alltäglichen Leben bestätigen die Tatsache, dass sich innerhalb der sudetendeutschen! Bevölkerung ein bedeutender Umschwung vollzieht. Und das Geschwätz des Herrn Rutha wird diesen Prozeß nicht nur nicht aufhalten, sondern noch beschleunigen! Bezirksstellen der aktivistischen Parteien in Landskron und Grulich Im Sinne der von der Zentralstelle der deutschen aktivistischen Parteien in Prag auSzegebenen Richtlinien wurde eine Bezirksstelle dieser Parteien für den politischen Bezirks LandSkron geschaffen. Zum Vorsitzenden wurde Bezirksvertreter Josef Sieber-Landskron, Masarykplatz 0 (DSAP), zum Geschäftsführer Kreissekretär Wenzel Kusebauch-Landskron, Angerstratze 15 (B. d. L.), zum Protokollführer Bezirksparteiobmann Adolf Dcmel-Landrkcon, Zohferftrahe Nr. 024(DCB) gewählt. Borsprachen bzw. Zuschriften von Bewerbern werden bei den Organisationsstellen der drei Parteien, als auch den obgenannten Funktionäre«« entgege«igcno«nmen. In einer Beratung der dcutschen aktivistischen Parteien in Grulich wurde beschlossen, dort gleichfalls eine Bezirksstelle zu errichten. Der Bc- zirkSstelle gehören an: Josef Katzer-MIttel-Lipka Nr. 22 für den Bund der Landwirte, Franz Pechaiiek-Grulich 380 für die Deutsche christlichsoziale VolkSpartci und Rudolf Lukesch-Grulich Nr. 404 für die Deutsche sozialdemokratische Partei. Zuschriften sind an den Schriftenempfänger Rudolf Lukesch zu richten. Bezirkskonferenz Freudenthal Am Sonntag tagte die Bezirkskonferenz Freudenthal der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei. Die Berichte zeigten, daß der Mitgliederstand sich nicht verringert hat, daß aber die Durchorganisierung der Partei gute Fortschritte machte. Jin Jahre 1030 wurden insgesamt 1722Parteimarkenmehr umgesetzt als 1034. Es wurden viele erfolgreiche Ver- sainmlungen und Bildungsvorträge veranstaltet. Den politischen Bericht erstattete Abgeordneter Zischka, Willi Schön, Sternberg, sprach über „Jugend und Partei". Die Aussprache ergab die volle Uebereinstiminung der Konferenzteilnehmer ! mit den beiden Referenten. Zum Bezirksver- trauenSinann wurde wieder Otto Markus gewählt.— Stach der Vorbereitung des 1. Mai wurde die schön verlaufene Konferenz geschlossen. Entscheidung des Bezirksausschusses Trautenau aufgehoben Die Entscheidung des Bezirksausschusses Trautenau, nach welcher die früheren Gcineinde- vertreter der Stadt Traulena«« den von Beamten der Stadt unterschlagenen Betrag von 140.000 Kc ersetzen sollten, ist vom Landesausschuß in Prag auf Grund eines im Auftrage der Genossen Krejäi, Marks und Unger von Genossen Dr. Egon S ch w e l b, Prag, eingcbrachten Rekurse» wegen Mangelhaft«gleit des Verfahrens aufgehoben worden. Kartellmaßnahme» verursachen Betriebsstill- lrgung. Trotz aller Versuche maßgebender Kreise, die Weiterführung der T ü r m i tz e r K r n t i 4- werke zu ermöglichen, hat jetzt da» Handelsministerium der Stillegung des Betriebes zugestimmt, um welche die Firma ersucht hatte. Ter Betrieb der Krutiswcrke war iin November de» vergangenen Jahres stillgelegt worden. Nach dem ursprünglichen Plair sollte er im März Iviedcr aufgenommen werden. Bon der Einstellung werden einschließlich der Familienangehörigen 1000 Personen betroffen. Die ungünstige Wendung hat dem Bcrnchmen nach die Maßnahme der„Duta", des G l a s k a r t e l l s gebracht, das de» Kcn- tiÄverken kein Kontingent zuwie». Im Vorjahr betrug das Tiirmitzer Kontingent noch 1,75 Millionen Einheiten. Fast täglich ein Vcrkchrsnnfall in Aussig. Die Anzahl der Verkehrsunfälle in unsere«« größeren Städten ist viel höher als gemeinhin angenommen wird. So gab es allein in der Hauptstadt Prag iin Jahre 1035 nicht weniger als 7700 Unfälle, die durch Fahrzeuge verursacht lvorden sind und in deren Gefolge 38 Personei« getötet, 1245 schwer und 2002 leicht verletzt wurden. Bon den sudetendeutschen Städten hat die meisten Ver- kehrsunfälle Aussig aufzuweiscn, wo sich 820 Iin Laufe des Jahres 1035 ereigneten. Davon halte einer eine tödliche Verletzung im Gefolge, während sonst 10 schwere und 144 leichte Verletzungen festgestcllt werden konnten. Die meisten Unfälle ereigneten sich in den Nachmittagsstunde««. .Beim Kohlengraben getötet. Dienstag nach- mittägs verunglückten iin Tägbau der'Königsberger Kohlenwerle zwei junge Menschen beim Koh» lcngraben tödlich. Die Opfer sind Hanne Kö f e r l aus Königsberg, die Tochter eines verdienten Kolporteurs der sozialdemokratischen Presse, und der Arbeitslose Bauer aus Pochlowitz. Beide wurden von niedergehende«« Kohlcntrümmern erschlagen; sie müssest auf der Stelle tot ge- wesen sein. Aufsehenerregender Selbstmordversuch eine» Gymnasiasten. Samstag, den 10.' April, hat sich im Deutschen StaatSrealg«)>nnasium in Z n a i M ein entsetzliches Ereignis abgespielt. Während des Unterrichtes ersuchte ein siebzehnjähriger Schüler um die Erlaubnis, auf dei« Gang hinauSgehen zu dürfen, da ihin übel geworden sei. Kaum hatte sich der Schüler aus dem Schulziinmcr entfernt, so ertönte auf dem Gange ein Schuß. Bestürzung uild Schreck malte sich auf den Gesichtern voi« Lehrern und Ki««dcrn. Der Siebzehnjährige, Sohn eines an« gleichen Gymnasium tätigen Professors, hatte sich mit einer Rcpetierpistole in die Brust geschossen. Schlver verletzt lvuvde er ins Krankenhaus gebracht. Ueber die Gründe seiner Tat verweigert der Verletzte jede Aussage. AuS dem Munde deutscher Turner kann man hören, daß der Junge, der ein eifriges Mitglied des Deutschen Turnvereines tvar, unter dem politischen Gegensatz zu seinem christlich» sozialen Vater sehr gelitten habe. Wenn daS wahr ist, dann sollten di« He««leinturner ai« ihre Brust klopfen und ihre Erziehungsgrundsätze prüfen! Englands neuer Premierminister? Mr. NeyilieCbamberlain wird als der kommende Ministerpräsident nach dem Rücktritt Baldwins betrachtet, Schachts Brüsseler Mission Brüssel. Reichsbankgouverneur Dr. Schacht, der Montag Gast des Ministerpräsidenten Van Zeeland war, wird Mittwoch abends eme neuerliche Unterredung mit dem belgischen Minister» Präsidenten haben. Die Abreise Dr. Schachts aus Brüssel ist für Donnerstag Vormittag angesetzt. Der„T e n« p s" schreibt zum Brüsseler Besuch Dr. Schachts und dessen Unterredungen mit Bai« Zeeland, daß der belgische Ministerpräsident die ihm von der englische«« und der französischen Negierung anvertraute Untersuchung der Wirtschaftslage in den einzelnen Staaten und die Aufsi,«du««g geeigneter Mittel zur Beseitigung der Zollschranken fortsehe. Nach Abschluß dieser Enquete werde es möglich sein, die praktischen Folgerungen insbesondere in der Richtung zu er- lvägen, ob eine WirtschastSkonferenz einzube- rusen sei. Eine der wichtigsten Fragen sei, zu erafhren, ob Deutschland zur Zusammenarbeit mit den übrigen Staate» bereit ist, oder ob es seine ge- genlvärtige Autarkie wahren wolle, die Deutsch- land und die übrigen, Staaten an der Ueberwin» düng der Krise hindert. Der„TempS" erwartet, daß Deutschland verschiede««e koloniale und finanzielle Zugeständnisse u. ä. fordern. werde. Das Blatt betont jedoch, daß der Weg zur politischen Abrüstung und zur Befriedung der europäische«« Staaten nur über die w i r t s ch a f t l i ch e A b r ii st««n g führen könne, und fügt hinzu, daß England und Frankreich bereit sind,"in wirksamer Weise zur Politische«« Befriedung und Festigung des Friedens in Europq beizutragen. P e r t i n a x schreibt iin„Echo d e P a- ris": Nach den Gerüchten, di« überall dort kursieren, wo Dr. Schacht sich bewegt, wird der RcichS- bankpräsident allen Staaten Nichtangriffsverträge anbieten und die alten Vorschläge auf qualitative Rüstungsbeschränkung wieder zur Debatte stellen. Der belgische Korrespondent des„Jour- N a I" meldet: Die Verhandlüngen mit Dr. Schacht gaben dem belgischen Ministerpräsidenten van Zeeland Gelegenheit, die ihm von der Pariser und Londoner Regierung anpertraute. Prüfung der Möglichkeit einer Wirt sch a f ts abrüst u ng in; der Welt zu prüfen. Es besteht Grund, zu der Annahme, daß Deutschland, wenn ihm gewisse; Vorteile cingeräumt werden,'geneigt sein ivird, 1 auf die Politik der wirtschaftlichen Autarkie zu verzichten und die Richtung zu ändern. Aber eS entsteht dabei die Frage: Müßte in diesem Falle nicht die Mark devalviert werden? Werden diejenigen, welche borgen, nicht Garantien verlangen, daß die G 0 ldre serve der Reichsbank nicht eventuellen Kriegs- bedürfnissen dienen werde? Keine Minengefahr In den baskischen Gewässern £ 0 11 b 0 n. Der baSkisch« Minister der Handelsmarine Santiago Aznar, der sich augenblicklich in London befindet, gab die offizielle Erklärung ab, daß eS überhaupt keine Minen in dm Territorialgewässern von Bilbao gibt. Die baskisch« Negierung hat eine Flotte von sieben Minensuchern in ständigem Betrieb, die dafür sorgen, dass Mine», di« von den Rebellen gelegt wordon sein sollten, sofort w e g geräumt werden. Keine Verhandlungen mit Franco I Paris. Präsident A q u i r r e hat namens der autonomen baskischen Regierung an den spanischen Botschafter in Paris folgendes Telegramm gerichtet: „J«n Hinblick auf verschiedene Nachrichten, die in der französischen Presse erschienen sind, und die von gewissen Verhandlungen zwischen der baskische«« Negierung und den Siebellen berichten, habe ich das Vergnügen, Ihnen mitzuteilen, daß alle derartigen Nachrichten völlig erfunden sind. Wir sind entschlossen und verfügen über die) notwendigen Mittel, jeden Versuch der Rebellen«sich Bilbao zu nähern, zum Scheitern zu bringen. Italien schickt Tanks Rom.(Agenee Espagne.) AuS sicherer Quelle erfährt man, daß ein italienisches Schiff mit einer Ladung leichter Tanks dm Hafen von S a v 0«i a in der Richtung auf Spanten verlassen hat. „Welühemden“ überfallen mexikanische Landarbeiter Meriko. Ein Trupp Weißhemdm hat auf einen« Felde einige hundert Landarbeiter überfallen, von denen dreissig getötet und zahlreiche andere verletzt wurden. Seite 4 Donnerstag, lä.Mpril 1037 Nr. 89 Arme Jugend! In den zerschossenen Straßen der spanischen Hauptstadt spielen die Kinder„Bürgerkrieg". NAesnemgLeitm Deutsche Wissenschaft Professor Dr. Anton I i r k n in Boni?— dem Namen nach ein wahrer Urgermane— berichtet in„Forschungen.und Fortschritte" vom 10. März 1937 Wer„auffallende Uebereinstim- mungen zwischen der Keramik Europas und Palästinas in der jüngeren Steinzeit". Den Inhalt seiner Ausführungen faßt die Pressestelle der„RcichSzentrale für wissenschaftliche Berichterstattung", Berlin, so zusammen: Dieser ParallcliSmus ist derart, daß er sich nur durch die Annahme erllären läßt, daß von der jimgcrcn Steinzeit an europäische Völker nach Palästina wanderten und wir ihre Spuren in der alten"Keramik Palästinas wixderfinden. Diese Tatsache hat aber auch eine weitgehende Bedeutung fär die religionSgcschichtliche Beurteilung des Alten Testamentes. Was schon durch andere Gründe nahcgclcgt war, lvird nunmehr durch die vorgeschichtliche Forschung in Palästina bestätigt: Das Volk, dem tvir daS Alte Testament verdanken, war ein Mischvolk aus europäischen und semitischen Volkssplittern. Und da sich durch daS ganze Alte Testament ganz offenkundig zlvei einander scharf gegcnüberstehende, religiöse Strömungen hindnrchziehen(eine rein geistige, höhere GottcS- vorstellung und eine ausgesprochen semitische NolkSrcligionj, so ist die notwendige logische Folgerung, das; die rassischen Träger der erstere» die Nachkommen jener, nach Palästina ausgclvandcrten europäischen Völker waren. Mit dem Christentum haben dann aber die indogermanischen Völker nicht einen ihnen fremden religiösen Glauben übernommen, sondern eine ans ihren» Stamme gclvach- sene Religion". DaS also ist neudeutsche Wisseuschast. Schon in der Steinzeit, 10.000 bis 18,000 Jahre vor unserer Zeitrechnung, als sich gerade die Hauptäste der nicnschsichcn Nassen abzuzcichncn begannen, lag die europäische Lichtkultur im Kainpse niit dein finsteren Geist dcS Weltjudentunis. Es ist tief beschämend, wie Vertreter der einst so hochstehenden deutschen Wissenschaft hier das Hintertreppen- und Waschküchengctratsch Pathologischer Ignoranten zu Maßstab und Richtschnur ihrer wissenschaftlichen Schlußsolge- rungen machen: Der längst bekannte Zwiespalt in der jüdischen GotteSvorstcllung wird dem „Forscher" schlankweg zu einem weiteren Beweis für die Minderwertigkeit dcS Judentums. Da zlvei verschiedene GottcSvorstcllungen da waren, schließt der Mann nicht etwa auf die Uebcrwin- dung einer primitiven Form durch die höhere, die einer allgemeinen geistigen Weiterentwick- lung dos Volkes entspricht, aus dem die betreffende Religion entsteht, sondern eS muß sich um die Nassengegensätze innerhalb dieses Volkes handeln. Und selbstverständlich ist die höhere, geistigere Vorstellung nicht etwa semitischer, sondern„europäischer" Aisteil. Das ist„die notwendige logische Folgerung"— denn im Dritten Reich hat es die Wissenschaft nicht mit Erkenntnis und Wissen zu tun, sondern mit Phantasie und Mutmaßung. Wenn der Oberpriester Adolf fcststcllt: wo Gutes vorkommt, ist es nordisch, waS schlecht ist, ist semitisch— da wär's doch gelacht, wenn die verantwortungs- bclvußte Wissenschaft cs nicht fertig brächte, sein Hoxcncinmaleins auch auf ihrem Fachgebiet fach- gemäß zur Anwendung zu bringen. Nur eines macht einem Sorge: Ob man cS dem nordischen Necken Jirku so hingchcn lassen wird, daß er das Christentum, diese Religion der „Weichlichkeit und der rassischen Instinktlosigkeit", einfach vom Sündenkonto des Wcltjudcn- tunlS streicht und unsere arischen oder doch beinahe arischen europäischen Vorfahren damit belastet? Jirku, Jirku—wenn da nur kein KZ droht! M. B. Starker Rückgang deS Besuches deutscher Schulen in Brünn. Im Jahre 1S28 besuchten die Volksschule» BrünnS insgesamt 13.500 Schüler, von denen 20.4 Prozent Deutsche waren. Im Vorsahr waren von den 16.041 Brünner VolkS- schiilern nur 18.9 Prozent Deutsche. An den Brünner Bürgerschulen gab es im Jahre 1923 insgesamt 8289 Schüler, davon 20.9' Prozent Deutsche. Im Vorjahr waren von den 8678 Bür- gerschülern Brünns nur 18.8 Prozent Deutsche. Dn willst Deinem Balke- dienen?" Dann fang bei den Kindern anl Hinein In die Deutsche Jugendfürsorge l Im Schatten der FreiheitSftatne. Wie aus Grenada(Mississippi)- gemeldet wird, holte eine erregte Volksmenge zwei. Neger, die des Mordes an einem weißen Geschäftsmann angeklagt waren, aus dem Gefängnis" heraus und lynchte sie in dec Nähe der Mordstclle. Die Neger würden an einen Holzpflock gebunden und verbrann t.' Zahlreiche Flugunfälle in England". In Hortshire stürzte ein Kampfflugzeug ab. Der Pilot wurde getötet. Die Zahl der diesjährig«! Un- glücksfälle In der englischen Lüftstreitmachk hat sich dadurch, auf 21, die her dabei getöteten Flieger-auf 88 in diesem Jahre erhöht. Ernst Thälniann begeht am 16. April zum fünften Male seinen Geburtstag hinter Gefängnismauern. Im Vergangenen Jahr, als er 50 Jahre alt wurde, hoffte man, daß doch in absehbarer Zeit der Tag kommen werd«, an dem das Hitlerregime diesen schuldlos-Gefangenen, dessen Prozeß aus Mängel an Beweisen achtmal vertagt werden mußte, aus der Haft entlassen werde. Aber eS scheint nun, daß für die Entlassung dieses aufrechten ManncS kein Termin gesetzt sei. Die freiheitlich gesinnt« Oeffentlichkeit der Welt gedenkt Thälmann» an diesem Tage in der Hoffnung,-daß für ihn und- für alle anderen seit vier Jahren lebendig Begrabenen auch einmal der Tag der Befreiung kommen möge. Schön gesagt,(mb) Die Nazipresse- hatte «S natürlich nicht'ganz leicht, nach-der Schlacht von Guadalajara ihren Lesern zu sagen, wie eS in Spanien aussieht. Die„Börscn-Zeitung" löste das Problem auf folgende Weise:- „Die Tatsache,.daß die Berichte" mir Sala» manca in der letzten Woche von Tag zu Tag lakonischer geworden sind, kann, in Verbindung mit der häufigen Bezugnahme«»? schlechte» Wetter, dahin aufgefaßt werden, daß der Offensive . gegen Guadalajara durch eine Gegenoffensive der Regierung begegnet wurde, die zum Berlust eine» Teile» de», anfänglich-durch-die Nationalisten gewonnenen Gebiete» führte. ES kann- gefolgert werden, daß die Guadalajara-Offensive teilweise mißlungen ist.- Die Eroberung Madrid» hat sich dadurch naturgemäß- verzögert." —. Sehr schön gesagt; aber wahrscheinlich haben sich, die Leser trotzdem den richtigen Vers darauf gemacht. Väter-Erbe auS der großen Zeit. In der Nähe der Stadt-Pec, im Dorfe Orzig(Jugoslawien) fanden-Kinder eine Granate aus dem Weltkrieg und versuchten sie zu-öffnen. Bei her Explosion,- die erfolgte,- wurden drei" Knaben getötet, während das vierte'Kind", ein Mädchen,-wie durch ein Wunder unverletzt blieb.- Gcsdiäitsgeheiiniils Von Josef Wechsberg Der„Vckter Jaques" ist nicht der berühmteste Bilderhändler von Paris, zweifellos aber der beste Bilderkenner der Seinestadt. Durch seine Hände sind zahlreiche Delacroix, Hals, Velasquez, Watteau und Hogarth gegangen. Der„Perc Jaques" hat nämlich eine untrügliche Begabung, Echtes von Falschem zu unterscheiden. Er hat sozusagen einen sechsten Sinn für die Malerei, und mau erzählt, daß selbst die Direktoren der große» Pariser Museen cs nicht verschmäht haben, ihn um seinen Rat zu fragen, wenn sie einmal nicht mehr weiter Ivußten; trotz... Trotz eines geivisscn Defekts moralischer Art, den der Vater Jaques hat. Aber es wird besser sein, zuerst die Gründe zu schildern, die ihn soweit gebracht haben. Der Vater Jaques hat nämlich eine sehr aparte Kundschaft. Einige englische Adelige, drei amerikanische Millionäre, zwei reiche Australier, kaum ein halbes Dutzend Menschen, von denen er lebt und für die. er arbeitet. Diese sehr ehrenwerten Herren haben einen Spleen: sie sammeln Bilder. Aber nicht so wie viele andere Menschen. Weil dies nicht weiter originell wäre, sammeln sie nur — gestohlene Bilderi Sie kaufen.nstr Bilder, die nachgciviesonerüiaßen irgendwo entwendet wurden. Wer diese Kunden sind, tvissen selbst die guten Freunde des Alten nicht, denn er weiß, wann er, den! Mund zu ballen hat und wann er reden darf. Sie kommen natürlich niemals in das kleine Geschäft am"oberen Montmartre, in dem der Vater Jaques hinter alten Stichen, Porzellan, goldeüen Rahmen, Auqarellen und einem ganzen Stilleben von Kunstgegenständen den größten Teil seines" Lebens verbringt. Meist trifft inan in dem Laden nur die"Freunde des Alien.. Menschen aus alle» Himmelsrichtungen, die niemals vorsäumen, pem Vater Jaques einen Besuch zu machen, wenn sie-der Zufall nach'Paris treibt,- denn? Jaques vereint, subtile Bildung mit der Kunst, alles zu. wissen, was in Paris vorgeht und was man auch aus den Boulevardblättern nicht erfährt. Wie er sich seine Kenntnisse verschafft, bleibt auch seinen-Freunden unklare Vielleicht sind es die Fäden, zur Unterwelt,- die Jaques„aus geschäftlichen. Gründen" aufrechterhalten muß; jedenfalls kaUn man"sich nur durch diese seltenen Kenninissc erklären, daß Jaques noch niemals mit der Polizei zu tun gehabt hat, obwohl er doch offensichtlich Hehlergeschäfte macht. Der Armei Das Geschäft, die Kunden haben ihn verdorben. Aus dem Vater JaqueS hätte ein solider, berühmter Bilderhändler werden können, wenn er eS verschmäht hätte, sich um dieblasier- ten Ideen einiger Angelsachsen zu kümmern. Aber diese Zeilen.sind nicht dazu, geschrieben, um den Vater Jaques anzuklagen; sie bezwecken das Gegenteil. Wie das geschah? Vor einiger. Zeit bin ich wieder- durch die verträumte Montmartrestraße gegangen, an deren Ende der Laden des Allen ist; Es war eine für Paris ungewöhnliche Zeit: neun Uhr früh. Ich trat ein. DaS Lokal-war wie. immer angesüllt mit Raritäten und Antiquitäten, die schwarze Katze, Jaques' ständige Lebensgefährtin, sprang in einem-Satz von einem Bibelüt— aber der Herr und Meister Ivar nicht-zu erblicken. Ohne eine.'Indiskretion begehen zu wollen, trete- ich hinter das'Pult, in den kleinen glaSum- schloffcnen Raum»' in dem.der.Vater Jaques seine Korrespondenz zu erledigen pflegt und Besuche aus den„unbürgerlichen" Kreisen.empfängt. Ich will meinen Augen nicht trauen: der Vater JaqueS saß vor seinew Tisch und'war gerade dabei, auf ein. Bild ,daS offizielle" Wappen des Louvre zu fabrizieren!' '- In' diesem Augenblick sah er mich,"'fuhr zusammen und warf schnell, eh' ich es verhindern' j konnte, das Bild mit seinen.Schreibgeräten auf i den Boden. Er war sehr unangenehm berührt"und ich machte Mir ernstlichVorwürfe, ihn so überrascht zu haben. Aber als wir uns dann die Hände ge-> schüttelt hatten und wir vor einer Flasche l-Byrrh" saßen, begann er selbst davon" zu sprechen," „Warum soll ich Ihnen nicht alles.sagen? In zwei Monaten löse ich"mein Geschäft auf und gehe aufs Land. Und dann-dürfen und sollen es alle anderen mich erfahren.-- Sie haben so wie alle Welt geglaubt, daß ich die Bilder, die-ich Weiter verkäufe,-stehle» lasse? Als damals, vor 80 Jahren, der erste Amerikaner zu mir kam und ein gestohlenes- Bild haben wollte, hatte ich iin ersten Augenblick die-Absicht, ihn zur Türe hiuauszuwerfen. Aber dann dachte ich anders. Ich konnte.einem armen-Maler.helfen und selbst Geld verdienen, Wenn mein ehrenwerter Kunde so einen Spleen, hatte, so. sollle- er.dafürbestraft werden. Ich versprach also,.den,Dela» croix stehlen zü lassen."Rief Andrt. an,, der> damals noch sehr arm und ünberühmt war und bestellte eine Kopie bei ihm;.eine Kopie,, die Andrö glänzend gelungen ist.". Alles weitere War nicht mehr-schwer. Auf.die Rückseite des Bildes-fabrizierten wir die Stempel eines französischen Museums. Ein Freund Andres würde als Apache ausstaffiert"und trug dem Amerikaner das Bild" in" seine Appartements in der Avenue Friedland. Mein Kunde war"begeistert. Zahlte anstandslos die- geforderte Riesensumme für den angeblichen Delacroix, den Diebstahl-und unser- Geschäftsrisiko.— einen Betrag, den wir ehrlich teilten." Was er'mit dem Bild gemacht hat,, weiß'ich. nicht.-Aber-eine Entdeckung muß ich-nicht fürchten;, denn die Bilder hängen alle irgendwo in-Ver» stecken und werden- vpn den„stolzen" Eigentümern sorgfältig behütet. "Später habe ich'.viele.' Gemälde; verkauft: Origüiale aus-den- großen Auktionen, die ich ehrlich."erworben, habe".- Mer"? nie uüterließ'ich es, sie sorgfältig als DiebSgut zu maskieren. Die reichen Leute.haben mänchmal'"'ebe»i-svnderbare,Leiden«, schqften." Vie Famlllentragödle In Neu-Krelbitz Der.Täter lebt noch! Im Bericht über die entsetzliche Familientragödie ist Ncu»Kreibitz hieß cs, daß der Täter während der Einlieferung in daS Krankenhaus in Schönlinde seinen-schweren Verletzungen erlegen ist. DaS ist nicht richtig. Kindermann lebt noch und die Aerzte hoffe», ihn am.Leben zu erhalten. Seine Verletzungen sind sehr schwer, er durchschnitt sich aber- nicht die Halsschlagader, wie er cs wohl beabsichtigte, sondern nur Nebcn- Lste dieser Schlagader; auch aus der Vorderwand der Luftröhre hat er sich ein Stück herausgeschnitten. Gelingt" eS den Aerzten, Kindermann am Leben zu erhalten, so wird dieser infolge der Halsverletzungen nie-mehr ein Wort reden können. Diese Art der Verletzung macht es auch so schwer, den durch starke Blutverluste ohnehin sehr Erschöpften über die Motive der schrecklichen Tat zu befragen. Man kann ihn erst vernehmen, wenn er in der Lage ist, das, was er anzugeben hat, nicderzuschreiben. Man folgert nunmehr aus Einzelheiten, daß eher die Mutter der treibende Teil zu dem Entschluß, gemeinsam in den Tod zu gehen, gewesen ist, sie hat auch zwei Abschiedsbrief« hinterlassen. In einem davon heißt es:„Wir wollen mit unseren Kindern, die wir über alles lieben, auch im Grabe vereint sein. Legt die Kinder in die Mitte und uns ihnen zur Seit«, alle in ein Grab. Wir sind in der letzten Zeit so unglücklich geivesen. Wir gehen lieber zusammen in die andere Welt.". Wölfe fallen ein Auto an. Im Grevena« Bezirk in Ostmazedonien sind infolge des Kälte« eiiwruchS Wolfsherden von den Bergen kn die Niederungen vorgedrungen, und haben Schafherden überfallen. Auf einer Bezirksstraße ging ein Wolfspaar auch«inen Autobus an, doch gelang es dem Chauffeur, nach längerem Kampf einen der Wölfe zu erschlagen. Durch eine Explosion in einer Fabrik für Feuerwerkskörper in Janischina(Japan) wurden von den 42 Arbeitern und Arbeiterinnen 15 getötet und fünf schwer verletzt. Dcgrelle in Pari». Unmittelbar vor dem Wahltag entdeckte man, daß e» in Pari» einen Namensvetter der belgischen Rexistenführer» gibt. Er betreibt in der Rue Sentier einen Laden, und auf dem Schild steht stolz:„Degrelle". Wer damit nicht, genug: Degrelle au» der Rue Sentter ist belgischer Staatsbürger, und außerdem ähnelt er dem Politiker außerordentlich. Da man ihn damll in den letzten Tagen hänselte und da er keineswegs die Politischen Ueberzeugungen de» belgischen-Degrelle teilt, hing er am Sonnabend vor- den belgischen Wählen neben sein Namensschild eine Tasel:„Wählt Ban Zeelandl" Gold nu» Rußland. Der Sowjetdampfer„An- dremarti" ist in England mit einer neuen au» 40 Kisten mit je 50. Kilogramm Inhall bestehenden Sendung Gold aus Sowjetrußland«ingetroffen. Die Geldsendung soll nach New Fork weitergeliefert werden.-, Heitere». Ein alter Wiener wird eingesperrt. Er läßt sich dem Kommissär vorführkn und beklagt sich bitter über da» schlechte und unzureichende Essen. Der Kommissär sagt:„Wir haben nur eine bestimmte Menge Geldes für die Verpflegung der Gefangenen zur Verfügung, mehr können wir nicht ausgeben" Darauf antwortet der Alte:„I wir Jhna wo» fogn, Herr Kommissär, wenn ma ka Göld hot, holt ma ft kane Gefangenen net."— Der Schaffner eine» StraßenbahiUvagen» in Wien will da» Abfahrtszeichen geben. Da kommt langsam und gemütlich noch ein Mann heran.„Net so langsam, Herr Nachbar! ruft der Schaffner. Der Mann geht noch langsamer. Aber«Mich ist er doch im Wagen.„Wia haßn's denn?" fragt der Schaffner. Der Fahrgast: „Warum???" Der Schäffner:„Bis Sö do.auffa» kumman, darwoul stick i Jhna a Monogramm in dö lintarhofn." Wahrscheinliche» Wetter Donnerstag: Vorwiegmd bedeckt, Neigung zu Regenfällen, Temperaturen in den böhmischen Ländern wenig geändert, im. östlichen Gebiete der Republik Abkühlung, auf- frischenver Ostwind, der sich später gegen Westen drehen wird. Wetteraüsstchten für Freitag:"Andauern der unbeständigen Witterung mit Schauern bei westlichem Winde. Abnahme der Temperaturen. Vom Rundfunk Beefehleniweita» eus den Proerammeni Freitag: Prag, Sender 1:.10.07: Deutsche-Presse, 10.15: Deutsche Sendung: Für die Frau, 11.85: Mozart: Serenade B-Dur, 12,10: Schallplattenkonzert, 15: Orchesterkonzert FOK: Franz Schubert«te., 17.15: Geigenquartett, 18.10: Deutsche Sendung: Zak: Soll da» Arbeiterkind-studieren? 18.20: Pipping: Erinnerungen an-«in-Theater« und Wanderleben, ,18.85; Arteitersendung: Aktuelle zehn Minuten, 18.45: Deutsche Presse. 18.55: Aü» dem deutschen Kulturleben,, 20.25: Orchesterkonzert au» Pilsen, 22.25: Tanzmusik."—. Prag, Sender II: 14.15: Deutsche'Sendung:"Fried': Rundfunk verkehrt,-gunkscherz.— Brünn: 16,10; Rundfunk« orchesterkopzert: Fibich«te.. 17.40: Deutsche Sendung: Sportberichte, Böm Bürchermärkt/19,10; Operettenmusik.— Preßburg: 10'15: Kammermusik.— Kascha«: 12.85: Rundfunkorchefterkon« zeit: Nedbal, Friml etc., 20: Gesangskonzert.— Mährlsch-Oftrau: 18.10: Deutsche Sendung: Dr. Abrahamer: Hygienie und die Gefahr der Heber« gangSjahre. . Nr. tzn Donnerstag, 15. April 1937 Seite 5 Der^uksckvuns unsere»^uüenksnciels - An anderer Stelle haben wir bereits die Gtsamtziffern unseres Außenhandels Im März und in den ersten drei Monaten dieses Jahres wiedergegeben. Die nachstehende Aufstellung zeigt, daß der wachsende Umfang des Warenaustausches mit dem Ausland sich besonders markant nicht nur im Export von Fertigwaren, sondern auch in der anhaltenden Steigerung der Rohstoffeinfuhr äußert. Für den März lauten die Daten der. einzelnen Warengruppen wie folgt(in Millionen Kronen): ' Einfuhr Ausfuhr 1987 1936 1987 1986 Lebende Tiere 18 17 0.8 0.8 Lebensmittel u. Getränke 85 77 86 28 Rohswffe 502 810 175 144 Fertigwaren 250 178 719 459 Für alle drei Monate lauten diese Daten: 1987 1986 Einfuhr 1987 1986 Ausfuhr Lebende Tiere 42 51 1 1 Lebensmittel u. Getränke 222 191 228 75 Rohstoffe 1391 981 478 886 Fertigwaren 677 481 1807 1264 Die Rohstoffeinfuhr ist im März allein relativ stärker gestiegen als im ersten Quartal zusammen, was die sich weiter bessernde Beschäftigung der Industrie beweist. Im einzelnen ist in den ersten drei Monaten im Vergleich zur glei» chest Zeit des JahreS 1986"gestiegen die Einfuhr (in tausend Tonnen) von Kohlen von 812 auf 384, Eisenerzen von 77 auf 118, Roheisen von 28 auf 51, Baumwolle von 25 auf 82, unedlen Metallen von 18 auf 17, Fellen von 8 auf 11, Wolle von 8 auf.8, Speisefetten von 2.8 auf 8.1; Lesunken ist die Einfuhr von Mineralölen von 88 auf 88, ölreichem Samen von 86 auf 82, Mais von 21 auf 8. Dem Werte nach stieg im ersten Quartal 1887 im Vergleich zum ersten Quartal 1886 die Einfuhr(in Millionen Kronen) von Baumwolle, Baumwollgarnen und-Waren von 218 auf 881, Wolle, Wollgarnen und-Waren von 186 auf 288, unedlen Metallen von 75 auf 157, Eisen und Eisenwaren von 54 auf 187, Seide und Seidenwaren, von 65 auf 81, Flachs, Hanf, Jute von 62 auf 186. Die Spezialaussuhr weist in den Monaten Jänner bis März folgende Werte auS: 1987 1986 Jänner-März Jänner-März in tausend Xi Eisen" und"NsenwareN 848.812' ''"198.012" Baumwolle, Garne und Waren daraus... 228.658 178.316 Glas und Glarwarrn. 168.652. 117.046 Wolle. Wollgarne und -Waren..... 165.843 184.768 Leder und Lederwaren. 148.458 183.527 Getreide, Malz, Hülfen- flüchte, Mehl und Reis 171.313 56.568 Kohlen...... 124.355 04.261 Konfektion»waren... 98-158 72.687 Seide und" Seidenwaren. 96.880 80.119 Fahrzeuge..,.. 97.498 6.156 Holz 92.848 89.608 Unedle Metalle und Wa- ren daraus.,.. 77.860 61.808 Papierzeug, Papier und Papieiwaren... 79.688 48.518 Flachs, Hanf, Jute, Garne und Waren daraus.. 81.858 58.580 Maschinen und Apparate. 55.447 42.566 Tonwaren...«. 51.144 86.849 Obst, Gemüse, Pflanzen. 57.868 59.951 Zucker" V-. 1.., 42.165 14.685 Tierische Produkte,.. 54.156 42.804 Holzwaren...«. 42.719 29.405 Gegen die Verdrängung der deutschen Arbeiter aus .den Optimit-Werken Die auf die Verdrängung der deutschen Arbeiter aus den Odrauer„Optimit"-Werken hinzielenden Aktionen haben die gewerkschaftlich organisierte Arbeiterschaft von Odrau zur Abfassung einer Resolution bewogen, die'jetzt"den maßgebenden Regierungsstellen vorgelegt wurde. In der Resolution wird darauf hingewiesefl, daß es" in Odrau derzeit 458...Arbeitslose gibt, die mit 88 Prozent auf die Firma„Optimit" und mst zehn Prozent auf die anderen kleineren,Un- tcrnchmungcn angewiesen" sind. DaS Vorgehen Man erhält für Ke 188 Reichsmark...... 743.— Markmünzen...-- 775.— 100 österreichische Schilling. 533.50 100 rumänische Lei..»» 17.80. 100 polnisch» Zloty...,»" 548.— 100 ungarische Pengä..-. 003.50 100 Schweizer Franken.•*. 650.50 ilOO französische Francs.«. 128.70 . 1 englisches Pfund.. 141.37.... : 1 amerikanischer Dollar.. 28.70 100 itattenische Lire..... 147.40 lOO Hollistchifche ,Gulden 7. J;• v 1572.—- 100 jugoslawische Dinare.,.. 65.80. lOO VelgaS»..- 185.— 100 dänische Kronen..,. 626.— 100 schwedische Kranen i i■ 726.75 nationaler Korporationen gegen die Arbeitslosen von Odrau müßte zum schärfsten Protest' der ganzen Einwohnerschaft führen, zumal" da es auch eine schwere Verletzung der jüngst getroffenen deutsch-tschechischen Vereinbarungen darstelle. Die versammelte Arbeiterschaft weist darauf hin, daß die gewerkschaftlich Organisierten von Odrau loyale Staatsbürger sind und" niemand hat«in Recht, ihre Arbeitsplätze, die ohnehin wegen Auftragsmangels gefährdet sind, noch mehr zu bedrohen.(DND)• Besserer Absatz für Mundharmonikas in USA. Die Vereinigten Staaten btachten 1836 laut^Departement of-Commercee" 9.6 Millionen(i. V. 10.4) Stück Mundharmonika s für 0.83(8.83) Millonen Dollar zur Einfuhr. Die Tschechoslowakei erzielte mit 823.088 (i. v. 284.888) Etück für 17.888 Dollar bessere Absatzergebniffe. Akkordeons, wurden auS der Tschechoslowakei etwa 3088 Stück fiir 5,088 Dollar» bezogen.— In den ersten beiden Monaten 1987" exportierte die Tschechoslowakei 122.495 Stück Mundharmonikas für 231.880 XL gegen 88.268 Stück für 178.888 XL im Vorjahre. 'England gegen 40-Stundenwodie in der Textilindustrie Washington. Die Vertreter Englands auf der Textilkonferenz lehnen es auch weiterhin ab, ihre Zustimmung zur Einftihrung der 48-Stun- dentvochc in der Textilindustrie zu geben, wie die» von den amerikanischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern beantragt wird. Roosevelts nächste Reformpläne Washington. Wenn sich auch das oberste Bundesgericht der Politik des New Deal angeschlossen hat, bestätigt es sich doch, daß Präsident Roosevelt die Absicht hat, die Zahl der Richter zu vermehren. Es verlautet, daß Roosevelt ein Gesetz über Minimallühne und die maximale Arbeitszeit vorbereitet. Dieses Gesetz wird jedoch leine, integrale Erneuerung des Programm» her- bcifUhrcn, wie sie der National Recovery Art enthalten hat. Arbeitsminister Miß Perkins hat für den 28. April Lewis und Green und", die Führer der Industrie zu einer Konferenz geladen, um die Mittel zu studieren, wie der Friede jn der. Industrie ain beste» hervcigeführt werden kann; ,- >,>' Irische Bauarbeiter im Streik. Dienstag abends sind 18«000 Dubliner Bauarbeiter in den Streik getreten Sic verlangen eine Herabsetzung der Arbeitszeit und eine Erhöhung"der Löhne. , Reue Zuckerfabrik in Oesterreich. Wie die „Wiener Zeitung" meldet, wurde in Oesterreich eine neue Zuckerfabrik unter der Firma„Niederösterreichische Zuckersabriks-A.-G." protokolliert. Sie hat ihren Sitz in Wien. Dar Aktienkapital beträgt 6 Millionen Schilling. Außenhan-elsielcbung in Holland. Der Außenhandel Hollands zeigte im März eine weitere Belebung: die Warenausfuhr ging auf 125 (i. B. 79) Millionen hfl. in die Höhe, gegen 105 Mill, im Feber und die AuSfuhr erreichtc 94(53) Mill.. hfl. gegen 79 Mill, im Vormonate. Dis Ouartalsziffern haben sich gegen das Vorjahr um 44 Prozent auf der Einfuhrseito und um 57 Prozent auf der Ausfuhrseite, erhöht. Der preußische Generalstab gegen die Aufrüstung — nämlich gegen die britische l (E.O. R.) Es gibt doch auch manchmal noch heitere Momente im Leben und— was heute noch komischer ist— in der Politik unserer Tag«. Selbst da» geradezu wahnsinnige Wettrüsten der Staaten und Völker kann, wie nachstehend angeführtes Beispiel" beweist, schallende Heiterkeit auslösen und erkennen lassen, wie die Gangsterhäuptlinge im Dritten Reich ihre journalistischen Klopffechter zu Wauwaus avancieren lassen, wenn sie anders ihre Angst nicht zu verborgen vermögen, daß die andern doch klüger sind, als man anzunehmen für nötig hielt. Oder ist es etwa nicht zum Wälzen, wenn ausgerechnet das, Blatt des preußisch-deutschen flssichSkv^iWnisteriumS/dle„Bw vtt ne^r B är- s«'n- Z,'e,j).u n g", sichMI^ih'rem'Lonb'öW.Be- richtcrstatter einen langatmigen Artikel schreiben läßt, in welchem nicht mehr und nicht weniger älS die Behauptung, aufgestellt wird,, „daß die englische Aufrüstung grundverfehlt, weil ersten enorm teuer.und zweitens dazu geeignet sei, an ihrem Ende eine Neuverteilung de» englischen Nationalvermögens zu Ungunst en der wirtschaft S ch w a ch e n und zugunsten der Hochfinanz und Schwerindustrie zu bewirkeni" DaS sagt der politische Nachtwächter des Dritten Reiches in einem Moment, wo daselbst die Kosten der Aufrüstung fast alle LebenSnotwendig- keiten des HitlerstaateS ausschalten, wo beim Essen, beim Lohn.gespart, die Arbeitsleistung dagegen aber auf der ganzen Linie gesteigert wird, wo durch die ansteigenden Preise der Lebensstandard der armen Schichten des deutschen Volkes in einem Ausmaß gesenkt werden, wie nirgends anders in der übrigen Welt! Abgesehen davon,, daß die MstungSgewinne der Kru.p p und sonstigen StahlwcrkSverbandSgewaltigen zu den höchsten überhaupt gehören und an die vom Armstrong- Vickers sicherlich heranreichen, wenn sie sie nicht übertreffen! Geradezu grotesk wirkt der Hinweis auf die„enorm toure" englische Rüstung und die Sorge um den«kleinen Mann" in England, der zugunsten der Schwerindustrie und der Hochfinanz sozusagen ausgepowert wird! Der Naziöt, der das schrieb, hätte solche Bedenken seinen eigenen Volksgenossen gegenüber nicht äußern dürfen,"oder wäre dafür, wenn er den Versuch dazu machen wollte, wegen Landesverrats geköpft worden. Weil es sich aber um England handelt, führt er seine Preußenschnauze spazieren! Der normal veranlagte Mensch wundert sich nur immer wieder dariwcr, wo diese Kerle die Frechheit hernehmen, von" anderen immer gerade dar zu sagen, war in ihrem eigenen Lande hundertprozentig zutrifst. „DaS Spekulationsfieber an'der Londoner Börse", so fährt der Londoner Mitarbeiter der „Berliner Börsen-Zeitung" fort,„zeigt schon jetzt, daß sich die Profitgier auf die Ausbeutung der Aufrüstung stürzt! DI« Leidtragenden werden die Besitzer von Staatspapieren sein, die jetzt schon Änen KurSvcrlust von zehn Prozent ihrer Vermögenswerte erlitten habens Dies« Kurssturz betrifft die staatS- und" reichstreue Finanz, die mündelsicheren Papiere und die kleinen Sparer!" Man muß schon sagen: Rührend ist diese Sorge um die, englischen Wertpapierbesitzer zu nennen, wenn" sie von Leuten geäußert.wird, deren eigene Regierung""dep"" letzten"Pfennig aus dem Volk« herauspumpt, die Sozialversicherung plünderst, die Versicherungsgesellschaften zu Zwangs« «anleihezeichnungen nötigt, die Beiträge der«Ar», beitsfront"-u Rüstungszwecke» verpulvert, die Gläubiger des Auslandes um die Schuldzinsen prellt und betrügt und das ganze Ansehen des deutschen Volkes in der Welt völlig auf den Hund gebracht hat. Die hätten doch wirklich alle Ursache, erst mal den Dkcckhaufcn vor der eigenen Tür zu beseitigen, bevor sie anderen gute Ratschläge erteilen. Den wirklichen Sinn dieses ganzen Gesab- bers ersieht man erst aus folgendem: „In Kreisen, die gewöhnt sind, der englischen Politik auf den Puls zu fühlen, ist jetzt die große Frage entstandest, ob das englische Rüstung-Programm im"letzten Sinne ernst gemeint sei, und . bis zum Letzt,«n durchgeführt werden,solf odsp nicht. Oder ob e» leoiglich.oazü bestimmtest, die internationale BerhandlungSstelluug Englands zu vor», bessern! Gerade das Tempo und der Umfang die- . fer Rüstung vereitelt ja ihren Zweck, insofern sie um so länger unfertig bleiben muß. Fünf Jahrelang bleibt England nnnmehr auf daS Wohlwollen anderer Staaten angewiesen, falls nicht in absehbarer Zeit «ine internationale Entspannung herbeigeführt werden kann!" Einfach schrecklich! Die Engländer mit ihrem Riesenreich von einer halben Milliarde Einwohner von der Gnade Hitlers und Japans abhängig und noch dazu weitere fünf Jahre! Man merkt es diesem Verlegenheitsgestammel nur zu deutlich an, daß hier der Wunsch der Vater des Gedankens "ist! So lange England nicht rüstete, konnte man in Berlin und Berchtesgaden austcumpfen und andere einschüchtern. Lange genug haben sich die Engländer von den preußischen Kraftmeiereien bluffen, lassen, bis es ihnen doch einmal zu bunt geworden ist. Dio Reden namhafter und ernst zu nehmender englischer Polifiker der letzten Zeit beweisen sehr deutlich die Schioenkung, die sich da sehr zum Leidwesen der Nazi vollzogen hat. Jetzt möchten sie dem„perfiden Albion" wie einer kranken Kuh zureden, daß das ganze englische Rüstungsprogramm sür die Katz, zu teuer, eine Schädigung des Volkes zugunsten der Reichen, ein Spekulationsobjekt für die- Börscaner und weiß der Teufel noch, was ist, daß man damit ohnehin zu spät komme und so fort.. DaS sagen Leute, deren Volk systematisch ausgehungert und ausze- preßt wird, getraut man sich in einem Lande mit verarmtem und blutleer gewordenen: Wirtschaftsapparat dem" unbeschreiblich reichen England gegenüber zu sagen! Wüßte man nicht, daß in der„Berliner Börsen-Zeitung" des öfteren Gene r a l st ä b l e r des deutschen Heeres ihre Bedenken gegenüber der nazistischen Staatspolitik äußern und, wenn auch versteckt, gegen bestimmte Ziele der ,Nazidiktatur polemisieren, wäre dieses Gewäsch überhaupt" nicht zu verstehen. . Als Kuriosum und als Beweis' dafür, daß die Burschen— wenigstens einzelne von ihnen— doch langsam zu merken beginnen, daß das«mit der Faust auf den Tisch hauen" seine Wirkung verloren"hat und eine wirklich, energische Politik vor und nach dem Jänner 1938 den ganzen Hit- lerspuk in seinen Anfängen zortrieben hätte, wie Sturmwind den Nebel, darf man sie immerhin"für die Nachwelt festhalten, die sich einmal an den Kopf greifen und fragen wird, wie es möglich war," "daß! ein paar größenwahnsinnige Narren Europa ist dje Lage bringen konnten, jn der. es sich, heute befindet. Spät hat man sich auf die Wahrheit des eilten Spruches besonnen, daß auf einen groben. Klotz.ein.grober Keil..gehört! Hoffentlich nicht z u spät! Reichswehr und Rote Armee,(eis) Der Londoner„Daily T 0 l e g r a p h", der dein britischen Außenministerium nahesieht, bringi eine Information seines außenpolitischcn Koi- respoiidenten über die angebliche Kursänderung Hitlers gegenüber der Sowjetunion. Danach soll besonders Ludcndorff, dessen Versöhnung mit Hitler auf Betreiben der Reichswehr und vor allem Blombergs erfolgte, Hitler erklärt haben, daß di: Rote Arniee zu stark sei, um von dec deutschen Armee mit Aussicht auf Erfolg angegriffen werden zu können. Die Rcichswehrgcnc- rale sollen auch darauf aufmerksan: gemacht haben, daß sich die deutsche Kricgstechnik in Spanien nicht als so hochstehend erwiesen habe, wie man gehasst hatte. Unter dem Eindruck dieser Informationen soll sich Hitler bereit erklärt haben, einer wirtschaftlichen Annäherung an die Sowjetunion zuzustimmen. Von Moskau aus fei aber die Bedingung gestellt worden, daß eine Wirtschaftliche Annäherung nur möglich sei, wenn zugleich auch eine politische Annäherung erfolge. Gleichzeitig veröffentlicht der„Daily Telegraph"" einen Bericht seines Moskauer Korrespondenten über die Verhaftung des früheren GPIl-Ehefs Jagoda. Seine Verhaftung sei, so meldet der Korrespondent, in Moskau mit sichtlichem, wenn auch vorsichtigen: Jubel ausgenommen worden, da Jagoda allgemein als der Repräsentant des Terrors galt. Daß er Trotzkist sei, glaube niemand, da er selbst im Jahre 1928 die Deportation und dann die Ausweisung Trotzkis veranlaßt und durchgeführt habe. Wohl aber halte man es für wahr, daß Jagoda später im Bunde mit Sinowjew und Kamenetv gestanden habe, als diese gegen die Stalinsche Kollektivisierung der Bauern opponierten, und damals, habe Jagoda den Oppositionellen Nachrichten über die Bauernaufstände zukommen lassen, deren Unterdrückung zu seinen Obliegenheiten gehört«. Im Herbst 1982, als die Hungersnot in der Sowjetunion begann, soll Jagoda— der offenbar mit den: Sturz Stalins rechnete, auch mit Rykow und Bucharin, also diesmal mit den Rechten, oppositionelle Beziehungen unterhalten haben, Stalin habe davon gewußt, aber sich bisher nie entschließen können, Jagoda zu beseitigen, weil dieser als GPll-Chef in zu viele Geheimnisse des Regimes, eingeweiht war. Erst der Sinowjew» Prozeß im August 1936 habe Jagodas Stellung endgültig erschüttert. Die„Times" erklären, daß Jagodas Sturz vor allem das Werk der RotenArmee sei, die mit der selbständigen Existenz der GPU Schluß niachei: jvolle-.lpeil-.sie,diese Organisation als. eine zweite bewaffnete"Macht- im- Staate• lästigw empfinde.-- Die„Times" weisen darauf hin,- daß-Chalopski, der Nachfolger Jagodas im Amte des Verkchrs- kommissärS, der anfangs nur fein„Vertreter" war,«in O f f i z i e r der Roten Armee ist, den man als Aufsichtsperson fiir Jagoda bestimmt hatte und der nu>: seine Verhaftung herbeigeführ: haben dürfte. Für eine allgemeine Amnestie Im Dritten Reich! Die„Union für Recht und Freiheit" hat einen „Aufruf für eine deutsche Vollanuiestie" erlassen, und an verschiedene Perjönlichkoiten versendet. Es heißt in ihm u. a.:„Groß ist die Zahl-derer, die seit vier Jahren ohne jedes rechtliche Verfahren, unter den erschwerendsten Umständen in Hast gehalten werden; noch, größer die Zahl derer, die wegen kleiner oder größerer angeblicher Widerstandsakte gegen das Dritte Reich, ja oft nur als Opfer einer wilde» Rachcjuftiz zu langjährigen Gefängnis- oder Zuchthausstrafen verurteilt-tvordcn sind. Für sie alle und insbesondere für die schuldlosen Todesopfer der Henker haben namhafte Personen und Organisationen in der gesamten Kulturwelt— schriftlich oder mündlich, jeder einzelne für sich" oder ungezählte Menschenmafscn vereint— ihre Stimme erhoben. Georg Dimitroff, Albert Kaiser, Karl von Ossietzky, Berthold Jacob-, Ccnta Bcünler und weniger bekannte Freigelassene silid Zeugen unserer Wirksamkeit. Aber der entscheiden de Erfolg blieb noch aus. Jeder human denkende Mensch, gleichgültig welcher Weltanschauung, welcher sozialen Stellung und welcher nationalen Zugehörigkeit, hat die Verpflichtung, nicht stumpf zu werden vor all dem Grauen, das durch die Welt geht. Man darf nicht stumm zuwarten, bis das Unheil, da» inmitten Europas schwelt, den ganzen Kontinent in ein Brandmeer verwandelt. Jeder, der von Unrecht und Unfreiheit hört, muß wissen, daß diese» gleiche Unrecht und diese gleiche Unfreiheit, wenn er sie schweigend duldet, eine» Tage» hinübergetragen werden könnten über die Grenzen de» Hakenkreuzreiches. Deshalb müssen wir"unsere Stimme für die Opfer de» Hitlerterror» erheben. Wir müssen anklägen und Amnestie fordern; um die seit vier Jahren lebendig Begrabenen zu retten! Die Erfahrung lehrte uns, daß solche Anklagen und "Forderungen, immer von neuem wiederholt, selbst dem Hitlerregime nicht gleichgültig sind. Denn selbst, wenn es ihnen nicht Folge gibt, so trägt e» schwer unter ter Last der fürchterlichen Wahrheit, deren Verbreitung kein Grenzpfahl aufhalten kann, so nimmt e» Schaden durch das wachsende Selbstbewußt- sein seiner Gegner im Lande, die erfahren, daß di« übrige Welt sie nicht tm Stiche" läßt, sondern bereif ist, moralisch an ihre Seit« zu treten." " Washington.(Reuter.) Die" Vertreter der britischen, und japanischen Arbeitgeber haben in der Textilkonferenz den Vorschlag, in der Textilindustrie die..allge>stei>ie 4l>stündige.Arbeitswoche einzuführen, abgelehnt. Stile 6 „Sozialdemokrat Donnerstag, 15. April 1937. Rr. 89. a Karel Hynek Mach« im Wlm (Dargestellt von L. B o h ä ü.) ordentliche filmische Schularbeit ohne da» künstlerische Feuer ist, das der großen Vorlage adäquat wäre. jk fitecotwe »Die Kirche Christi und die Judenfräge." Am katholischen Paulus-Verlag in Wien hat Johannes Oesterreicher unter obigem Titel eine kleine Schrift herausgegeben, die auch jenseits der zu irgendwelcher Kirche sich Bekennenden einige Beachtung verdient. Denn über alle theologischen Feststellungen und Beweise des wahren Judentums Christi hinaus ist bemerkenswert, daß ein Teil des österreichischen Katholizismus gerade in dieser Zeit argen die Unmenschlichkeit und Verwerflichkeit des Antisemitismus und insbesondere des Raffewahns leidenschaftlich und in höherer christlicher Art zu Felde zu ziehen sich bemüßigt sieht. Und nicht nur der gläubige katholisch« Christ, dem in dieser Broschüre der Judenhaß als Abirrung vom Evangelium vor Augen geführt wird, wird aus der klugen und hoch-ethischen Beweisführung dieses Büchleins moralischen Gewinn schöpfen; die allgemein menschlichen und moralischen Gesichtspunkte, von denen aus diese katholischen Gedanken niedergeschrieben sind, verdienen auch Achtung und Anerkennung durch jedermann, der aus humanistischen oder sozialistischen Gründen jede Verfolgung einer geistigen oder nationalen,„rassischen" oder konfessionellen Gruppe bewußt ablehnt und bekämpft. .•■ r..■.•••.•- l.«.' Sprachkurs„Tschechisch für Anfänger" und „Der deutsch-tschechische Leser und Ueberseper"', Sprachzeitschrist für Fortgeschrittene, sind unentbehrliche, billige und unübertroffene Hilfsmittel, zur schnellen und vollständigen Erlernung der tschechische» Sprache ohne Lehrer.Frei von jederGrammatik, werden dem Leser in leichtfaßlicher und unterhaltender Form lebendige Sprachkenntnisse vermittelt. Wie sie zum richttgen, ungezwungenen, und fließenden Spre« chen in der tschechischen Sprache unbeoingt gehören., Prospekte und Probehefte nur-bei Bezugnahme auf diese Zeitung durch den Verlag-Gustav Förster in Gablonz a. R. „Die weiße Krankheit^ ungarisch. Capeks „Weiße Krankheit".erschien in Hirsen Tagen in ungarischer Uebersetzung im Verlag Eugen Prager, Bratislava, im Rahmen der Serie: Bücherei 4>eS Reuen Europa. Diese Serie machte die ungarischen Leser auch bereits mit anderen Werken Capris bekannt. Für die ungarische Herausgabe der erfolgreichen Dramas des tschechischen Schriftstellers herrscht großes Interesse nicht nur seitens de» ungarischen Lesepublikums, sondern auch selten» Theaterkreisen. bei den Vertrauensmännern be- Vrremsnaciu:icfttea und Kirnst und Wissen Der Atm- Bestellschein Adresse: . Unterschrift r am Donnerstag, den 15. halb 8 Uhr, im Deutschen * —r Bon Papiet verschüttet— wahnsinnig gewor den. Im Lagerrainn der Papierfabrik M. Lokal auf Zui* Kundgebung der aktivistischen Jugend Für die Kundgebung der aktivistischen Jugend, die heute um 8 Uhr abends im Großen Saale des Deutschen Hauses abgehalteu wird, macht sich allenthaweu großesJnteresse geltend. Es ist mit einem M a s f e n b e s u ch zu rechnen, weshalb es sich empfiehlt, daß die Mit- gtieder unserer Organisationen rechtzeitig erscheinen. Der Saaleingang wird nach Eintreffen der Ordner geöffnet, die in der Hauptsache von der Republikanischen Wehr gestellt werden. Sollten sich Störungsversuche ereignen— war angesichts der von den Beranstalter» getroffenen durchgreifenden Sicherheitsmaßnahmen unwahrscheinlich ist—, wäre von den übrigen Besuchern vollkommene Ruhe zu bewahren. Etwaige Ruhestörer sind den in genügender Anzahl vovhandenen, mit Armbinden bezeichneten, Ordnern zu nennen, die sie auf raschestem Wege den diensthabenden Po- l i z i st e n überstellt. Den Weisungen der Ordner, die sich auch auf die Sitzordnung beziehen werden, ist unbedingt Folge zu leisten.— Junge Parteigenossen und-Genossinnen! Heute abends alles ins Deutsche Haus! Wer noch keine Zutrittslarte hat, kann sich gegen Vorweisung des Organisationsausweises um halb 8 Uhr abends eine im Zimmer 16 des Deutschen Hauses sorgen. Selbstmordversuch mit Leuchtgas unternommen hatte. Sie fonute noch nicht verhört werden, da sie bisher aus der Bewußtlosigkeit nicht erwacht ist; da sie auch keine Briefe hinterlassen hat, ist der Grund ihrer Tat nichekannt. AuSfliigSzüge. Am 17. und 18. mit dem Motorzug nach den: Riesengebirge 74 Ai. Anmeldungen bis Freitag, 17 Uhr. Am 18- April nach Kutten- berg 82 Ai; vom 17. bis 2ö. April nach der Hohen Tatra 880 Ai; vom 80. April bi» 2. Mai nach Zlin, Lubaiovice und zur Macocha 260 Ai; vom 1. bi» 2. Mai nach Hlubokä und Tabor 128 Ai. Anmeldungen im Basar neben dem Wilsonbahnhof, Telephon 88888. Jeder denkende Sozialist muß täglich sein Parteiblatt) den„Sozialdemokrat", lesen. Sendet daher diesen Bestellschein an die Verwaltung des„Sozialdemokrat", Prag XU., Fochova 62. den Verunglückten unter dem Papier hervorzog und in bewußtlosem Zustand von der Rettungsgesellschaft ins Allgemeine Krankenhaus bringen ließ. Kratoch- vil hatte ztvar keine Verletzung erlitten, doch stellte sich, als er wieder zu sich gekommen war, heraus, daß ihn der Unfall— wenigste,^ vorläufig— nm den Verstand gebracht hat; er sprach nämlich kein Wort und reagierte auf keine der an ihn gerichteten Fragen, so daß er auf die psychiatrische Klinik übergeführt werden mußte. Todessprung au» dem siebenten Stockwerk. Gestern sprang um 9 Uhr früh der 82iäbrige Architekt Jng. Richard F. au» dem im siebenten Stockwerk feine» Hause» in der Lützowgasse Nr. 8 besinv- lichen Fenster seiner Kanzlei und blieb tot auf dem Pflaster liegen. Ursache der Tat sind geldliche Schwierigkeiten. Selbstmordversuch einer Schülerin. Gestern vormittag» wurde die 18jährige Schülerin der Handelsschule H. Sch. au» Prag II von der RettnngSgesell» schäft auf die Klinik Schmidt gebracht, da sie einen bigen Stimmung von gelbgrauen und braunen Tönen mit einem Gelb oder Grün als Klang darin von durchaus bewußt abwägendem Geschmack und einem so empfindsamen Sinn für das Ineinanderklingen von Formen und Farben erfüllt sind, daß man interesiiert da» weitere.Schaffen diese» eigenwilligen und anscheinend noch nicht zum endgülti- gen Ausdruck seines künstlerischen Wollens gelangten Künstler» erwartet. ld. Exot. Schallplatte». Donnerstag im Klub tschechischer und deutscher Bühnenangehöriger, Prag II., Lützowova 88: Abend exotischer Schallplatte» lau» dem einzigartigen. Archiv Karl Capekr). Legitimationen vorzeigen. Heute öffentlicher Abend der Deutschen Musik- Akademie, 20 Uhr: Lyzeumsaal. Samstag IOK Uhr Nachtvorstellung zugunsten de»„FerialfondS":„D i e P n p p e n f e e", tieu- bearveitetl Erster Teil„Die Puppenfee", zweiter Teil:„Da» Zauberkabinett.", Soli: Julia Drapäl Ich bestelle vom: den„Sozialdemokrat", das gentralorgan. der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei, Prag XU., Fochova 62, zum Abonnementpreis von M 1