«n»tTpteto70(einschlleßl. 6 Sell« fort») Aus dem Inhalt 17. Jahrgang Nr. 92 Sonntag, 18. April 1937 «er- Streik auf dem Robertschacht in Seestadtl Überfall auf einen Sozialdemo* kratisdien Vertrauensmann in Fischern Der Kampf um das BrUnner Deutsche Theater Sozialistische Aerztetagung In Brünn am Robertschacht in Seestadtl Samstag vormittags verhandelte der Betriebsrat mit der Werkleitung. Die bestreikte Schfcht wurde entschuldigt, sonst aber keine Einigung über die aufgestellten Forderungen erzielt. Am Nachmittag erschienen Vertreter der Gewerkschaften und des RevierrateS und führten im Beisein deS Betriebsrates neuerlich Verhandlungen. Im Verlauf derselben sicherte di»' Werkleitung zu, daß in den kommenden drei Wochen f« v irr Schichten verfahren werden, daß dir Streikschicht entschuldigt wird und die Gedinge der Öterbauarbeiter generell und einvernehmlich um zehn Prozent erhiht werden. Aüßerdem sollen in den kommenden drei Wochen Verhandlungen’ übe: die sonstigen Wünsche und Beschwerden der Belegschaft stattfinden. 'Obschon bis zur Stunde über die Haltung der Streikende»' nichts bekannt ist/ ist wohl— nachdem ein Teil der Forderungen bewilligt und Verhandlungen zugesichert wurden—. mit dem Abbruch des Streiks zu rechnen. Damit wäre freilich der Kampf um die Lebensrecht« der Grubenarbeiter auf den der Britannia-Kohlengefell« schacht' gehörenden Robert-Schächten noch lange nicht beendet. Die Stimmung im ganzen Gebiet ist gereizt und es bedürfte nur/ eines greifbaren Anlasser, um ein» Lawine in- Rollen-zu bringen. Auch' btf Geduld der braven Bergarbeiter hat schließlich eine Grenze, die zu überschreiten außerordentlich gefährlich wäre i Vor Madrid nichts Neues M a b r i d. Der Ausschuß für di, Bertel- dtgung der Hauptstadt meldet; An dem Madrider Frontabschnitt hat sich im Lauf, des ganzen SamStag nichts Bedeutungsvolles ,»getragen. ****^setzten die republikani- fche» Abteilungen die von den Aufständischen ge- räumten vorderen Positionen. An der Guadala- » bombardierten Rogierungbflieger die Ortschaften BaideS, Jadrague und Siguenza. , V, i l b a». Die hiesige Rundfunkstation teilt mit, daß auch an der Nordfront an allen Abschnitten absolute Re» he herrscht,. Aufgedeckte Phalanglsten- Verschwörung '_ Madrid. Sanistag abends wird amtlich gemeldet, daß in der Hauptstadt eine Phalangisten- Organisation ausgcdeckt. wurde. Im Zusammenhang damit wurden SS Personen verhaftet. Die Phalangisten sollen ein Manifest vorbereitet haben, welches an dem Tage verbreitet werden sollte, an dem General Franco in Madrid einziehen würde. Modernstes deutsches Flakgeschütz erbeutet Andnja. Die Eroberung eines' Luftabwehr- geschüheS auf der Straße nach Villaharta durch die republikanischen Truppen hat einen erneuten Beweis dafür geliefert, daß die Dentschen sich im spanische»»,Kriege deS modernsten Kriegsmaterials bedienen. Dieses Geschütz trägt nämlich die folgenden Angaben eingraviert:„2. em Flakwaffe «r. 1074-^-1936". Da» Visier trägt die Marke der deutschen' optischen FabrikLarl Zeitz, Jena, und folgende Angabe;„Flak-Visier, 3S—1936— Rr. 65864". Gleichfalls sind 20 Kisten mit Munition, die für dieses Luftabwshrgeschüh bestimmt waren, von den republikanischen Truppen gefunden worden. ES handelt sich um gelbe Explosionsgranaten und um. Durchschlagsgranaten mit schwarzem Kopf. Alle tragen den deutschen Reichsadler und das Datum 1936.’. DaS spanische Pressebüro Fabra meldet, daß nach Berichte» auö vertrauenswürdiger Quelle 36 deutsche Flugzeuge von Hannover nach. Spanien abgeflogen sind. Sie hatten Reservetanks mit Benzin an Bord, nm direkt bis Burgos fliegen zu können, und wurden von Zivilpiloten der Lufthansa gesteuert. Dies« Flugzeuge habe»» Frankreich während der Rächt mit atgeblendetrn Lichtem in einer Höhe von 4000 Dieter»» überflogen. Sammlungen für ein englisches , Lebensmittel-Transportschiff .'S ondon.(Reuter.) Die unabhängigen Labouristen Maxton. und Brockwa»> hoffen,.durch eine Anleihe»der durch Spenden bis Donnerstag eine Summe von 40.000«nglischm Pfund aufzuhringen, von welchen» Geld sie»in Schiff von 4000 Tonnen ankanfrn wollen. Dieses Schiff wollen sie dazu verwenden, um Lebensmittel nach Bilbao und nach anderen Orten Spaniens zu schaffen, solange dort di« pflesSschwderigkriten andaurrn werden. Dankdepesche Azahas Prag. Präsident. Dr. Benes erhielt als Antwort auf seinen telegraphischen Glückwunsch zum spanischen Nationalfeiertag vom Präsidenten der spastischen Republik Manuel A z a ü a folgende Danldcpesche: „Ich gestatte mit; herzlichen Dank für den liebenswürdigen Glückwunsch abzustatten, den mir Euer Exzellenz zum Jahrestag der spanischen Republik gesandt haben, und wünsche Euer Ex- und Ihrem Lande das Beste. Manuel Müas"- Ungarischer Kriegsminister führt nach Berlin B rr li«. Der ungarische LandeSverteidi- gungSminister General Roeder Wirtz' Ende diese» Mostat» in Berlin zu einem angeb- l ich«« H» f lichk ei tSb es u ch erwartet. Dir Eissladünj, orf-M, festen» ReichSkriegSministers 0°n Blomberg. Der Besuch ist für den 28. April angesetzt. volle Artikel schreiben lassen und sogar etwa» Geld, wurde geopfert. Aber auf der andern Seite ist der hartnäckige BerhandlungSIeiter der Unternehmergruppe Herr Dr. Stade, für den nicht eindeutig soziale, sondern e i n d e u tig g e s ch ä ft- l i ch c Unternehmer-Interessen maßgebend sind. Und der Mitbesitzer derFirma, Herr Dr. Kellner, Trautenau, ist Abgeordneter der SdP. Im Parteirat der SdP zerbrechen sie sich, wie aus der„Zeit" zu ersehen war, die Köpfe Uber die Volksgemeinschaft und die„R u n d» s ch a u" wird mit ihren fettesten Lettern hochpathetisch: Bewußte» unsoziale» Verhalten kann und wird die SdP nicht dulden, niemals gut heißen mid wer irgendwo immer bewußt unsoziale Taten setzte muß' gewärtig' sein, daß ihm kein Platz' innerhalb der SdP bleibt i Sozialdemokrat Mtralorgan der Deutschen fozialdemokrattsche« Arbetteryartet in der Tschechoflowaktsche» Republtt Erscheint mit««»»ahme de«»«nt«g tNglich früh Redaktion und Verwaltung: Prag XII., Fochooa 62— Telephon 53077— Herausgeber: Siegfried Taub— Derar»twortlichek Redakteur: Karl Kern, Prng Die Werkleltung bequemt sich zu Zugestindnlssen Komata«.(Eigenbericht.) Da» am Freitag«m 2 Uhr nachmittag»«ingefahrene Beleg» schaftSdrittel deS Robertschacht«» ist Seestadtl in der Stärke von 76 Mann ha« nach Schichtschluß den Schacht nicht verlassen und ist in den Streik getreten, dem sich die übrige Belegschaft angeschlossen hat. Insgesamt beschäftigt der bestreikte Schacht 424 Arbeiter. Die Arbeiter fordern die Vermehrung der Schichtzahl, die nur drei pro Woche beträgt, sowie den Abbau der überhasteten. RationaliflerungSmaßnahnun, vor allem di« Entfernung der Schüt- tetrutschen aus dem Betrieb und die Neuregelung der Beding-(Akkord-) sätze, wie sie vor Ein» führung der. Schüttelrutschen bestanden haben. Der Borstand deS Komotauer Revierberg amte» sowie Vertreter de» Brüxer RevierrateS und der Union der Bergarbeiter Haien sich SamStag nachmittag» zu Verhandlungen auf den Schacht begeben. Die Werkleitung hat dabei gewiss« Zugeständnisse gemacht und weiter« Verhandlungen zugestchert. BIS Blattschlust ist noch nicht bekannt, oh die Belegschaft diese Zugeständnisse alS hinreichend erachtet, um den Streik beende» zu können. Seit Jahren herrschen auf dem Robert schacht, der der Britannla-Äohlengesellschast ge hört, Zustände, welche zum schärfsten Protest her- ausfordern. Der Betrieb wurde überhastet rationalisiert. An Stelle der mensch lichen Arbeitskraft traten Schüttelrutschen und Verlademaschinen, so daß bei-stetig sinkender Ar beitsdauer und verminderter Arbeiterzahl größere Förderziffern erreicht wurden. Außerdem wurde ein Teil der Kohlengewinnung aus der Grube in den Tagbau verlegt, weil dort der. Abbau mit Hilfe von Baggem für das Unternehmen ren tabler erfolgen kann. Diese Methoden haben es mit sich gebracht, daß die Belegschaft seit Jahren nur mehr drei Schichten der Woche verfahre»» kann. Demgemäß-sind natürlich die' Verdienste kleiner geworden. Zu der drückenden materiellen Lage gesellen sich noch di« Antreiber- Methode»» eine». Teiles der dortigen Beam ten, die ausschließlich der Henleinschen B o'l k s- g e m e k n s ch a f t angehören. Es wird den Ar beitern hier an unzähligen Beispielen gezeigt, wie diese Gemeinschaft von den Herren Vorge setzten aufgesaßt wird. Sie‘ wollen da» System deS unbedingten Gehorsam» ein führen, getreu den Vorbildern im Dritten Reich. -Der seit langem aufgestapelte Groll kam Freitag nachmittags/ spontan zum Ausdruck,' als die Grubenleitung, sich weigert«, die füx die Kol legen vom Neüdorfer Schacht" eingelegte Streik schicht zu.entschuldigen. Abends weigerte sich da» Belegschaftsdrittel auszufahren und blieb in der Grube, während die Übrige Belegschaft, in den Streik trat. Erster Mai Im Zeichen der internationalen ausgeschlossen? In kurzem werden die Arbeiter der freie»» Wer in brr SdP steht, dem ist do» Schicksal del Länder Europas zur Maifeier aufmarschieren. Arbeiter«»»»»»«, de» Bauerntums und de« Gewerbe», Als wir sie vor einem Jahr begingen, konnten wir und Handwerk« eiste gemein,am. und kein, Klass«,-1 S&ÄEK! angelegenbeit mehr! Die Macher der Standesparteleeste haben ver gessen, daß bei nn» da« Ich kein Ideal mehr ist, sondern daß da« Wir nur«ach sein« Geltung hat! WaS soll.das alberne Geschwätz? Die Etrich- Arbriter interessiert es hente nicht, ob bei Sand- ncr und Henlein daS Ich oder das Wir Geltung hat(von Henlein hört man meist nur das„I ch), sie interessiert es, wie die Kameraden llnterneh- mer und Unternehmer-Sekretäre sich im koukre- ; trn Fall verhalten: ob sie bereit sind, dem BolkS- grnoffen Arbeiter sein LebenSrrcht zu gewähren, oder ob sie«S ihm strestig machen. Und von der Hauptleitung der SdP wird erwartet, daß ' sie sich eindeutig entscheide: Eindeutig ' sozial— also gegen Kellner, oder eindeutig kapitalistisch, also ohne die Komödie von Sympathiekundgebungen, die sich zur Spende, von 3000 XL steigern, wenn > e» um Untrrnehmergewinne von Millionen , geht, Gewinne, welche von eindeutigen , Kameraden eingesteckt werde«! I Nischen Sozialismus zurückblicken, während Frankreich mitten im Fieber der großen Wahlen stand. Dennoch stand der 1. Mai 1986 noch im Zeichen wachsender faschistischer Bedrohung der Welt, war diese doch eben erst Zeuge des kläglichen Versagens der BölkcrbundSinächte vor dem italienischen Raubzug nach Afrika gewesen. Manches hat sich seither geändert. Dem Sozialismus»st in der Regierung Blum ein starker Aktivposten zugewachsen. Die britische Aufrüstung hat die Demokratie wieder offensiv loerden lassen, der Norden hat sein geschloffenes Votum abgegeben, die Demokratie der Tschechosiolvake» ist stärker getvordcn. Vor allem aber stand das Jahr im Zeichen des spanischen Freiheitskampfes, dieser ersten militärischen Auseinandersetzung des WeltsaschiSmus mit einem demokratischen Volk, diesem ersten großen Fanal einer neuen Zeit. So wird die I d e c der internatio- »alenVerbundenheit am 1. Mai 1937 besonders lebendig vor den Augen der Arbeiter stehen. Es hat sich erwiesen, daß die Jnternatio- nalität keine bloße Phrase, kein Hirngespinst, keine Schwärmerei ist, sondern, eine geschichtliche Tatsache unseres Jahrhunderts. Die Sozialisten, die Arbeiter, die Demokraten der Welt stehen der faschistischen Internationale, der Razintepn,. der geschlvssesten internationalen Reaktion gegenüber. .Sie finden so ihren eigenen internationalen' Gedanken erhärtet und'bestätigt. So kann der Mai- Aufruf der Sozialistischen Arbeiter- Internationale mit Recht erklären: »Wer könnte noch die politische Mgeschloffen- heit seine» Lander behaupten und sich sicher fühlen wollen, wenn e» beim Nachbarn brennt? Die Entwicklung der kapitalistischen Gesellschaft hat den nationalen Rahmen überschritten und was wir erleben, ist di« Internationalisierung unseres Schicksals. Dem engen Begriff des reaktionären Nationa- llsmui hat die Arbeiterklasse, feltden» sie auf die Bühne der Geschichte getretei» ist, stets den schöpferischen Gedanken der internationalen Zusammenarbeit der Völker in Eintracht und Frieden gegenübergestellt. Di« jüngste Entwicklung hat sie veranlaßt, diesen großen Gedanken auf dem politischen Gebiet' genauer zu bestimmen: Dem Nationalismus, der zum Kriege ireibt, setzt sie entgegen die Organisierung des Friedens durch«inen starken und aktiven Völkerbund, der von den Hemmnissen befreit werden muß, die heute die Anwendung des internationalen Rechts verhindern. Der nationalen Isolierung, die den Schwächeren der Willkür deS Angreifers preiSgibt^ stellt sie gegenüber die kollektive Sicherheit, die gewährleistet sein mutz durch die gesammelten Kräfte aller für alle.". Auch die SAJ sieht In Spanien den stärksten Voweis für die Notwendigkeit, den kommenden 1. Mai im Zeichen verstärkter Jnternationali- tät zu feiern: „Angesichts des Angriffs des italienischen und deutschen Faschismus in Spanien müssen wir mit allen verfügbaren Mitteln uns bemühen, die Regierungen zu veranlassen zur Einhaltung de« internationalen Recht»; zur- Stcherung de» unteilbaren Frieden»; zur Erfüllung ter Pflichten, di« an« der kollektiven Sicherheit«rfließe» — Grundsätze de» internationalen Leben», die' kein Volk mißachten kann, ohne seine eigene» Interessen zu gefährden, die keine Macht zu verletzen wagte, wenn sie sich der allgemeinen Entschlossenheit gegenübersähe, sie zu verteidigen. Noch könnte, davon sind wir überzeugt, die Demokratie der Welt, wenn sie sich aufraffen wollte, die Ruhestörer ohne Schwertstreich zum Zurückweichen zwingen. Noch kann der Friede gereitet werden... Kein Vorwand einer Kontrolle kann di« frech« Verletzung des Völkerrechts durch die faschistischen Mächte entschuldigen. Mit dem Frieden der Welt läßt sich nicht listen: man mutz den Angriff zun» Zurüäweichen bringen, wenn man nicht den Würge- Wann wird Dr. Kellner Das Doppelspiel der„Elndeutlg*Sozlalen" _ Die Komödie, welche di« SdP mit den Etrich-Arbeitern ausführt, stinkt nachgerade zum Himmel. Seit 14 Tagen liegen die Kulis des ostböhmischcn TcxtilkapitalS im Streik, um für die Aufbesserung ihrer schäbigen Löhne, um gegen mcnschenunwürdigcArbeitSbedingungcn, eine men« schenunwürdige Behandlung zu kämpfen. Die .SdP hat nicht gewagt, sich ossen gegen die Arbeiter zu stellen. Sie hat die Herren Kasper und B i r k e zu ihnen geschickt, sie hat salbungS- Geld. wurde geopfert. Seite 2 Sonntag, 18. April 1937 Rr.'0S griff des Faschismus gegen die Freiheit der Völker erdulden will. Arbeiter Spaniens! Ihr, die Ihr Eller Leben für Eure Unabhängigkeit und die unsre opfert, Ihr, dank denen Madrid zum strahlenden Tenkmal der. Freiheit geworden, ist — empfanget die Bekundung"imserer leidenschaftlichen Bewunderung und unstter dankbaren Solidarität. Sie bleiben unverbrüchlich in allen Euren schmerzlichen Prüfungen bis zum Siege, den Eure Standhaftigkeit erringen wird'! Genossen der In t-e»r.n a t tonalen Brigaden! Ihr, die Ihr an der Seite der spanischen Kämpfer durch heldenmütiger Handeln da» Gebot der Solidarität de» internationalen Sozialismus in die Tat umsetzt— empfanget unseren Dank und die Versicherung, das; die internationale Arbeiterklasse, in deren Vorhut Ihr Euch eingereiht habt, sich Eures Beispiels würdig zeigew wirdi" Für Spanien und damit für den Brennpunkt des internationalen FreiheitSkampfeS werden wir am 1. Mai vor allem demonstrieren. Spanien ist heute, was, im Taufe der Geschichte Griechenland und Pole», Deutschland, Frankreich und Italien, was Belgier, Slaiveu und so bleie andere Völker schon gewesen sind, sinnfälligster Ausdruck eines weltbewegende^ Gegensatzes, des-Ringens' einer weltpefceienden-Idee gegen den Druck de» internationalen Reaktion.'■ Darum ruft uns die* SMzuDi W-,..., Arbeiter iibletz Läntzerk' Denkt stet» daran, daß in- Spanien das Schicksal Eurer eigenen Freiheiten entschieden wird.' Vöm Ausgang des Kampfes hängt die Schwächung oder der trinmphlerende Aufstieg der Weltdemokratie ab. In ihm geht, er rielleicht um da» Leben einer ganzen Generation, mn Euer eigene» Leben, Ihr Zukünftigen Opfer de» neuen Krieges, den der Faschismus vorbereitet I Verdoppelt Eure Anstrengungen zur Unterstützung unserer spanischen Genossen und Eure Wachsamkeit gegenüber dem gemeinsamen Feind. Bringt deck Kämpfern der Freiheit jede politische, moralische und materielle Hilfe, deren IHv fähig seid.. Sichert überall und mit allen. Mitteln die I!iK>erlage de» Fäschirmusi' Bleibt eingedenk der Lehren der Geschichte, hellhörig für da» Gebot der Stunde! Mehr al» jemals gilt! durch die internationale Aktionwird der Sozialismus siegen! CS leie tat Spanien der Freiheit!. I E» lebe der internationale Sozialismus! Legen den Henlein-Terror Pressestimmen zu den Vorfällen' In Niedergrund...•... Eine Reihe vbn Prager Bkätterwendet sich .scharf gegen den Versuch der,SdP,.die Versammlungsfreiheit im sudetendeutschen Gebiete unmöglich zu machen. So schreibt das»Prävo L i d u": Die Vorfälle in Niedergrund erinnern allzu-. sehr an die terroristischen Taten nazistischer Sturmtrupp» in Dkuischland vor dem Hitler- Umsturz, al» daß man sie so nachgiebig übergehen könnte, Ivie'die' Gewalttätigkeiten der Henlein- Leute im Abgeordnetenhaus am25. Feder d. I. in nachgiebiger Weise•' verziehen würden. Die Methoden, welche unsere Henlein-Leute ihrem Muster im Drsiten Reich abgeguckt haben, köimen ' bet uns nicht geduldet werden und gegen die Initiatoren solcher Handlungen muß exenrplärisch eingeschritten werden. Die Henlein-Leute haben den "Mut, sich im Auslande auf den. Schutz gegen ver- . meintliche Unterdrückung zu berufen. Wenn aber Penland Lei uns versucht,' die Atmosphäre der Unterdrückung hervorzurufen, sind e» gerade die Henlein-Leute, welche versuchen,.die Sitten au» der Nachbarschaft in einen demokratischen Staat zu übertragen, um so ihre„Volksgemeinschaft" zu . dokumentieren. Das»Närodni Osvobozeni" verlangt gewisse Maßnahmen der Regierung. Das Matt meint: Die demokratischen Koalitionsparteien sollten die Forderung erheben, daß der Minister de» Innern dem Parlament einen detaillierten Bericht über da» Ergebnis der amtlichen Unter» fuchung diese» skandalösen Terror» und der vor- , bereiteten Gewalttätigkeit gibt. Und von neuem müssen wir unsere frühere Forderung wiederholen: Es ist unwürdig und unerträglich für unsere Demokratie und vor allem da» Ministerium de» Innern, daß jeder henleinistische Erzcdcnt deutschen Arbeitern und aktivistischen Mgeordneten, jetzt schon auch Frauen, die Köpfe einschlagen darf. Er wird nicht besser werden, insolange die Staatsverwaltung nicht.mit aller Gesetzftrenge einschrei- tet. Und im Geiste dieser Strenge ist folgende» notwendig: Wo auch innner Henlein-Leute zu Gewaltmethoden und zum Terror greifen, mögen chre lokalen oder Bezirkrorganisationen sofort eingestellt oder aufgelöst werden! Nur so kann man auf organisierten Terror antworten. Auch die„N ärodni Politika" wendet sich anläßlich der Vorfälle in Niedergrund gegen die SdP: E» handelt sich um Ausschreitungen auf dem . Boden.der Republik, für die wir al» Staatination die Verantwortung fragen... Deshalb muß allen Seiten gegenüber und insbesondere an di» Adresse der SdP erklärt werden, daß sich nnffl» Republik von anderen Regimen dadurch unter» scheidet, daß sie.die Freiheit der politischen lleber- zeugung und Rede anerkennt, sofern sie sich inner« halb der Grenzen de» Gesetze» bewegt und daß sie diese Freiheit mit allen Kräften verteidigen wird. Wir können auch mitteilen, daß der Fall in Niedergrund mit größter Strenge aufgeklärt werden wiä>, denn. e». muß dargetan werden, daß wir nicht die Absicht haben, politische Kämpfe zu dulden, in denen mit Stühlen und Bierunterfähen .argumentiert wird. Die„P r a g e r P r e s s e" berichtet noch zu dm Ereignissen in Niedergrund: Der Boi fall hat im Abgeordnetenhause-.• unter den Parteien de» Hause» die schärfste Verurteilung der Methoden Herborgerufen, welche Churchills Friedensplan —• derzeit aussichtslos Paris. Der Plan de» britischen Staatsmannes Winston Churchill, die Bildung einer VersöhnungSregicrung sie Spanien zu fördern, wird in Paris an. sich zwar begrüßt, doch glaubt man an französischen politische» Stellen größtenteils, daß dieser Plan vorlünfig keine Hoffnung auf Realisiernng habe. „I o u r" erklärt, bei einigen in Paris lebenden spanischen. Persönlichkeiten eine Umfrage über die Möglichkeiten einer eventuellen Vermittlung zwischen den beiden kämpfende» Parteien angestellt zu haben, wobei dem Blatte versichert wurde, daß der Churchill-Vorschlag gerade im gegenwärtigen Augenblick nahezu unrealisierbar erscheine. Burgos werde sich niemals z» Verhandlungen mit Anarchisten und Kommunisten entschließen. Auch die Annahme sei ein Irrtum, daß Gil Robkes, Masariaga und andere Männer geeignete Vermittler sein/könnten, denn diese Persönlichkeiten verfügen heute in Spanien über keinen Einfluß.„T e m p s" knüpft in seinem Leitartikel an die Nachricht über dm Plan Churchills an tmd sagt, der Gedanke sei nicht neu; bei der gegenwärtigen Situation würde er aber auf den lebhaften Widerstand beider Lager stoßen. HavaS meldet auS Rom,' an amtliche» italienischen Stellen werde dem-Plan Churchill» eine verhältnismäßig geringe Bedeutung beige- messen und derselbe als nicht verwirklichbar angesehen. An gewöhnlich gut informierten itakie- nischen Stellen wird jedoch demgegenüber der Gedanke empfohlen, in Spanien ein Plebiszit, ähnlich, dem Saar-Plebiszit zu organisieren, d. i. unter dem Schutze einer internationalen Militärmacht. Oral neue Justizmorde Berlin. In dem Lichtenberger Komm»- nistenprozeß, der seit dem Ü. Feber vor dem Berliner Schwurgericht verhandelt wurde,, ist Samstag das Urteil verkündet.worden. Wege» gemeinschaftlichem- vollendeten und versuchten' MordeS tvurden der 26jährige Erich Krüger, der 36jährige Paul G r o ch und der 25jährige Walter G a r b a n g zum Tode verurteilt. Es. handelt sich um einen angeblichen kommunistischett Ueber- fall auf ein SA-StUrmlokal am 12. Mai 1032. neue Ausbürgerungen Berlin. Der„ReichSanzeiger" von Freitag brachte abermals eine Liste von ansgebürgerten Personen, und zwar von Familienangehörigen solcher Personen, denen schon früher die deutsche Staatsangehörigkeit genommen wurde. Darunter befinden sich: Frau Charlotte Stampfer und ihre Tochter, Angehörige des ehemalige» Chefredakteurs des„Vorwärts", und die in Brünn geborene Frau Lotte B e ch e r, die Gattin der bekannten kommunistischen Dichters Johannes R. Becher.■'"’ . Wirtschaftsabkommen<' der Nordstaaten.; Brüssel. Die Wirtschaftssachverständigen der Oslo-Gruppk haben SamStag ihre Beratungen über die Erweiterung der Handelsbeziehungen., mit der Ausarbeitung eines gemeinsamen Texte» eines sogenannten multilateralen Abkommens über die Beseitignitg der Zollschranke».und, die Erhöhung des gegenseitigen Warenaustausches abgeschlossen. In einem. gemeinsamen Kommu- nigue heißt es, dieses Abkommen könne der erste Schrit^ auf dem Wege eines Abbaues der Hinder- nisse im internationalen Handel darstellen. Än den Besprechungen haben Belgien, Dänemark, Finnland, Luxemburg, Norwegen, Holland und Schweden teilgenommen. JUNGES WEIB e VERONIKA ROMAN VON MARIA GLEIT So ging er und ging, aus und ab, und wen» er unter der Laterne vorbeilam, umznckte das trübe Licht seine hagere Gestalt, die im Ungewissen dieser Stunde haltlos zu schwanken schien. Hinter dem Fenster, in dessen. Lichtschein der Schreitende hin und tvieder den Blick erhob, wusste matt nichts vott dem einsanien Mann im Nebel. Die stille Gesetzmäßigkeit der Arbeit herrschte in diesem Raum. Flinke, ein wenig harte Hände, griffen nach Büchern, ordneten sie in Regale, schoben die Reihen- gerade; rückten Leitern, vervollständigten Eintragungen, öffneten irgendeinen Band, durchblätterten ihn lange. Ein Lachen, sehr hell, aufs höchste belustigt, brach in diese Stille, diese leichte Verstaubtheit: .«Nein, hören Sie nur, Papa Schwertlein, dieser Schopenhauer! Hören Sie nur luas der von den Weibern sagt! Ein engstirniges, kurzbeiniges, niedriggewachsenes Geschlecht,..sagt er ... Nein, wissen Sie, das muß ich unbedingt noch einmal lesen! Sagen Sie selbst: bin ich niedriggewachsen, Papa Schwertlein?". Der Alte brmnmelte irgend etwas vor sich hin, ohne.sich stören zu lassen oder von seinem Schreibtisch auszuseheu..»Nun sagen Sie doch!", rief die im Ilebermut des Augenblicks noch etwas harte. Stimme wieder, eine Stimme, die. einen merkwürdigen Klang hatte.'. Etlvas von. Metall und etwa» von Glockentönen ivar in ihr. iimständlich schob der Alte endlich seine Paniere beiseite und drehte den ergratiten Kops in die Richtung, aus der das Lachen und die Stimme gekommen waren. „Ich kann das absolut nicht beurteilen, wenn Sie auf dieser Leiter schweben, Veronika, hoch über den Häuptern der Sterblichen." „Dann bleibt mir also wohl nichts übrig, als in Gnaden herabzusteigen in die Welt der Menschen", scherzte die Stimme in gehaltener Feierlichkeit, und das Mädchen, dem die Stimme gehörte, setzte die Füße mit Vorsicht und Behendigkeit von einer Sprosse zur anderen, bis es auf der Erde stand.„Nun also: bin ich engstirnig, kurzbeinig und niedriggewachsen? Der. Wahrheit die Ehre, Papa Schwertlein!" Der Alte schmunzelte. Veronika stand.nun im Licht., Irgendeine Verlorenheit schimmerte in .ihren Augen, die sehr um Klarheit^ sehr um Be« stimmtheit bemüht wärest, und ein Zug, der von .der Vergeblichkeit mancher Hoffnung wußte, .zeichnete-ihren Münd. Dennoch war es.ein tav« sereö Gesicht und ein fröhliches Mädchen, daS sich dem Lichte und den Blicken des alten Manne» stellte.„Nun?" fragte es noch einmal drängender, und die Lippen bewegten sich in leichtem Spott. „Sie sind da» erste verstand« und vernunftbegabte weibliche Wesen, das mir begegnet ist, Veronika. Wollen Sie noch weitere Komplimente hören?" Die Augen in dem alten, zwischen Ironie und Behaglichkeit sonderbar genug aufgeteiltem Gesicht blitzten. In diesen Augen schlummerte eine leidenschaftliche Lebendigkeit.„Der Papa Schwertlein ist. ein Skeptiker und. ein Heiliger zugleich, ein Bürger und ein Rebell in einem", hatte der junge Schauspieler Alexander Bernd vor kurzem einmal. zu Veronika gesagt. Es siel ihr ein, während sie den Alten ansah; sie dachte auch daran, daß Alexander mit seinen Vergleichen und' Einschätzungen meistens' heillos Übertrieb. Und dennoch schien es ihr, als sei/die Charakterisierung Papa Schwertleins durch den jungen Mann treffender al» irgendeine. Lachend wehrte sie jetzt ab: „Komplimente?" Und wurde,- ohne Ueber- gang, wie das so ihr^ Art war, plötzlich weich und fast gerührt: „Lieber Papa Schwertlein...", sagte sie dankbar,„Sie sind der einzige Mensch, der mir Komplimente macht, ohne etwa» von mir zu wollen. Alle anderen..." Sie hielt ein, hatte wieder ihr verlorene», über sich selbst etwa» belustigte» Lächeln:„—— alle anderen wollen etwa» von mir,— ohne mir Komplimente zu machen." Hastig, wie ein Mensch auf der Flucht vor sich selbst, drehte sie sich um. Der Alte aber ließ nicht locker. Obwohl Veronika Egenhofer »un schon jahrelang mit ihm arbeitete, so daß sich allmählich trotz ihrer Zurückhaltung ein vertrauter Ton zwischen ihnen herausgebildet hätte, war e» ihm nie gelungen, da» aus ihrem Leben zu erfahren, was diese» Leben manchmal so hoffnungslos zu machen schien. Er ahnte zwar, daß es eine unglücklich ausgegangene-Liebesgeschichte sein mutzte, vermied es aber, sie offen oder versteckt danach gu-fragen. Deutlich fühlen ließ er sie nur, datz er e» für sehr unrecht und für sehr verderblich halte, in welchen Zustand, der Abgeschlossenheit sie sich hineinlebte. „Man soll auch noch etwas von Ihnen wollen, Veronika I" murrte er darum auf, /.weiß Gott, das soll man auchl Ein junger Mensch wie Sie, gesund und kräftig,, . Sie hatte bereit- ihrem Mäntel am Arm.. .„Mit wem wolle» Sie mich de»», nun schon wieder verheiraten, Papa Schwertlein? Wer ist denn heute Ihr besonderer Günstling:' ehrlich,' wohlanständig und darum rechtschaffen, arbeitsgm, klug. oder wenigstens nicht dumm..." Sie lachte wieder, gutmütig und nut wenig gereizt, obwohl! sie das'.Thema kannte; etwas abgespannt'wohl von der Arbeit.' ,„Sie sollten diese» wichtigste Problem im Leben einer Frau au» dem Bereiche der Lächerlichkeit entfernen, Veronika", verwies er ihr Lachen, das ihm nicht gefiel. die SdP nach fremdem Muster, änwendet,.uiit-.die gesetzlich gewährleistete Versammlungsfreiheit zu stören.' DI« sozialistische Aerztetagung In Brünn wurde SamStag abends unter reger Beteiligung von Aerzten au» den verschiedensten Gegenden der Republik eröffnet. Auch die Organisation der tschechischen sozialdemokratischen Aerzte hatte zur Tagung eine stärkere Vertretung entsendet. Der Leiter der. Brünner Ortsgruppe,, Gen. Dr, F r i e d, hielt die Begrüßungansprache. Der Vorsitzende der Gesamtorganisation, Genosse Dr. HolitscheH verlas unter lebhaftem Beifall ein Schreiben de» Gesundheitsministers GeN. Dr. C z e ch, der betonte, wie sehr er. die Arbeit der sozialistischen Aerzte einschäht. Er teilte'gleich-' zeitig' mit, daß der Entwurf de» neuen Kran'» k e n h a u s'g e s e tz e s, das so wichtig für daganze öffentliche" Gesundheitswesen ist,,, bereit« fertiggestellt ist. Auch vom FÜrsorgemististeriunr —- Minister Dr. Neöa» ist derzeit in Amerika— ist ein Begrüßungsschreiben eingelangt. An den Präsidenten Dr. BeneS und an den Gesundheitsminister wurden Telegramme avgesendet. Die Tagung sendete-auch dem.kämpf e-n? den spanischen Vollk Und besondersten. Kollegen, die mit heroischen Anstrengungen den Sanitätsdienst trotz Mangel an Personal und Material aufgebaut hoben. Grüße enger Verbundenheit. Nach dem Jahresbericht wurde eine lebhafte Debatte abgeführt, die mehrere Gebiete des'Gesundheitswesens betraf, ganz besonders aber Krankenhausfragen gewidmet war. Die-Verhandlungen werden von dem neugelvählten Vorstand verarbeitet werden. Den Vorsitz der Ge- samtorganisätion übernahm neuerlich Genosse Dr. H o l-i t s ch e r-Komotau;- seine Wiederwahl löste großen. Beifall auL. Stollberg gegen Totalität Die„Deutsche Presse" gibt' einen Vortrag wieder, den der Obmann der christlichsozialen Partei, Friedrich Siollberg, über die nationale Frage Freitag, den 10. April, in Prag gehalten hat. Der Vortragende sagte u. a.: Die Parteibildung ist eine notwendige Folgeerscheinung der Demokratie, aber die Volksgemeinschaft braucht dadurch nicht berührt, zu werden. Die Deutsche Volksgemeinschaft. wird alle erfassen, die guten Willen» find. Wir werten den deutschen Arbeiter nicht au»schließen wollen de»halb, weil er-sozialdemokratisch orgß« . visiert ist. Wsr, werden auch UN» nicht, aurschlie« tzen lassen,' etwa weil wlr"christliche Grundsätze .betonen«wgtlen,"»der-chniil stpr>r;>stk8tzm hier gegebenen Verhältnissen die Spanischen Staats- Theorien oder das autoritäre Führerprinzips oder die Totalitätsansprüche oder die Methoden des politischen Kampfes nicht für geeignet halten— auch daN» nicht, wenn wir dadurch in Widersprach kommen- mit- einer Partei, die uni momentan zahlenmäßig weit überlegen ist. Es ist-erfreulich, daß der Obmann der christlichsözialen Partei in so klarer Weise sich gegenüber dem Totalitätsstreben' der SdP abgrenzt.' Der Präsident der Republik empfing.am Samstag den Gesandten in Berlin Dr. M a st n. tz und hierauf den Gesäitdten im Haag Dr. Ivan Krno. .„In meinem Leben gibt es keinerlei Prv»' Werne mehr...", antwortete sie ernster, al» sie es beabsichtigt hatte. Denn rasch, um jede» weitere Eingehen auf diese Worte" zu vermeiden, gewann ihre Stimme den früheren! heiteren Ton zurück: „Mir'scheint, Sie'können wich nicht schnell genüg loswerden, Papa Schwertlein.-Passen'Sie' nur aus, Sie bereuen das noch eine» Tage»...7 Er schüttelte ist komischer Verzweiflung den Kops.„Was nützt Ihnen denn Ihr ganzer Verstand,' wenn Sie ihn'nicht anwenden'wollen, Veronika I Ng, lassen tvir'si Wissest Sie übrigen»,' daß Professor Truckesthtoit von seineir Sommerreise zurück ist?"-' »Ja", sagte sie,''.sich Weitz-es", und'ihre Lippen' lagen fest aufeinander. Doch auch dir Alte schwieg. Er schien nachzudenken,'' sah sie einmal prüfend an ustd schwieg weiters Sie stand'imn än der Tür, unschlüssig," etwas' verärgert, die Fröhlichkeit verschätter. '''„Er ist ein GeheimniS um diesen Menschen", sagte her alte Bibliothekar jetzt ruhig, unlltvhne auf deS Mädchens stummen Widerspruch ,zn achten,„und er verdiente es bestimmt,, daß'Sie sich seiner etwa» freundlicher ännähmen, Veronika.".... „Wohin sollte das wohl führen?" Sie wär fast nachgiebig' geworden ustd sehr'traurig, Sie ging noch einmal auf den Alten zu.„lind wenn ich es nun schon getan hätte, Papa Schwertlein, es führt ja doch zu nichts ,.'- Dir Alte aber Ivar von ejster seltenen Beharrlichkeit.„Ich sehe doch mm äst» Glauben Sje mir, er wäre nicht der/schlechteste Mann für Sie, Veronika.. „Ach aber", antwortete sie erregt,„ich wäre bestimmt die schlechteste Frau für ihni'^nh därW kommt es ja Wohl auch ein-wenig an." lindste ging aus. der Tür und lith test alten Männ kehr nachdenklich zurück.-' (Fortsetzung folgte Nr. 92 Sonntag, 18. April 1037 Sette 3 , Ole Zeitung der Arbelter-Tum* und Sport-Union ..; SU ersteNu ist in erter„Union-Zeitunss" für hie Mitglieder der Arbeitet-T»rn» und Sport- Union ist im April erschienen.■ Dieses erste Heft bringt als offizielles Organ der ArbeitereTurn- mchSport-Untön ich der Tschechoslowakei die Be- fchliisse des GriindiingsverbandStaaes von Teplitz- SchönauundAuSzüge aus. den Referaten derfiih- renden sfunktionäre.. Der Redakteur der Zeit« schrift, W. K. Haufe, schreibt über die Bedeu- tust'a, deS.HusainmenschlstsseS, Dp. Llidtvig C z/öch ist als Pärtelvörschendev mit.einem ,,,Gruss an.die A/rbeitersportltr" vertretest, stie/beidenlaststWrl- genObmänner i der früheren AtusDstd Äruk,'. I. P o L.a pI a-stnd A.F e i'stä u e r, zeigen die'Ent- Wicklung anf, die die Bewegung vom BerbandStag in Brünn 189V bis zum BerbandStag in Teplih- Echönau 1S37 genommen hat. An die, Ansprache Mitglied Nr. 127 verläßt die SdP Eines der ältesten Mitglieder der SdP, Franz S ch u b e r t.in R e i ch e n b e r g(Mitgliedsbuch. Nr. 127), Leiter von.Henleins Ar- b e i tslose n a M t In dieser Stadt, ist jetzt ans der SdP ausgetreten. Er hatte nämlich, wie die „Deutsche Presse" berichtet, in dieser seiner Parteitätigkeit auch zu erkennen Gelegenheit gehabt, das; die innerhalb der Partei gegenüber der Arbeiterschaft geübte Praxis sich von der in Bersammlungsreden, ZeitungSauf- sätzen Und Appellen vertretenen Theorie kraß unterschied, weshalb Schubert im Spätherbste des Vorjahres in einem Schreiben an die SdP-Lei- einzulvirken, der Arbeiterschaft die ihr zustehenden Rechte zuzubilligen, und zwar richtete Schubert diesen Appell an die Partei im Hinblick auf die nach seiner Meinung bei Lohnbewegungen nicht wirksam genug vertretenen Interessen der Arbeiterschaft. Sein Einschreiten ist, wie sich gezeigt hat, ohne Erfolg geblieben und so hat nunmehr das Mitglied, Franz Schubert, enttäuscht und verbittert seinen Austritt aus der Sudetendeutschen Partei erklärt, der Bezirksleitung das Mitgliedsbuch Nr. 127 zurückgeschickt tung appellierte, der im/Parteiprogramm enthaltenen„eindeutigen sozialen Einstellung" Rechnung zu tragen. An diesem Schreiben versuchte das SdP-Mitglied Nr. 127 auf die Parteileitung und damit automatisch auf seine Funktion innerhalb der SdP verzichtet. Eine Gruppe von gleichfalls in der SdP organisierten Arbeitern hat sich mit Schubert solidarisch erklärt.und wird gleichfalls aus brr Partei austreten. Ueberfall auf einen Vertrauensmann Der Genosse durch einen Schuß verwundet Der Genosse Josef Maronek aus Fischern, der auch Funktionär der Republikanischen Wehr und Subkassier des Arbeitervereines„flin» derfreunde" ist, war am Freitagabend mit dem Ejnkassieren von Beiträgen für die„Kinderfreunde" beschäftigt. Um 9 Uhr abends befand er sich auf dem Heimweg. An der Nähe des Gasthauses„Kreuzteich", wo es ziemlich dunkel ist, kamen ihm d r e i M.ä» n e r entgegen, von denen, der eine plötzlich, ohne jedes vorhergegangene Wort, ans ihn loSsPrang und ihm einen wuchtigen Faustschlag ins Gesicht versetzte. Als Maronek sich zur Wehr setzte und de» Angreifer packte, fielen die beiden anderen Männer von. rückwärts über ihn her. Da sie ihn auch jetzt noch nicht ohne weiteres zusammenschlagen konnten, rief einer von den Banditen: Schics; doch, schieb!, worauf auch ein Schub krachte. Di« Kugel traf Maronek in den rechten Oier- ' arm, wo sie stecken blieb. DieAngreifer verschwanden daraufhin imDunkeln, während Maronek sich zur Polizei und bann ins Krankenhaus ist ärztliche Behandlung begab. Die . polizeilichen Nachforschungen nach den Tätern sind bereits eingeleitet. * An welchen Kreisen sie zu suchen find, ist unschwer zu erraten. Genosse Maronek ist schon seit langem bei den SVP-Leuten besonders verhaft. Seit Wochen wurde er immer wieder bedroht und erst vor kurzem halte sich vor seinem Hans eine Horde angesainmelt, welche immer wieder zu den Fenstern hinausbrüllte:„Wir schlagen dich tot, wenn wir dich erwischen!" Maronek sagt aus, dass einer der Täter weiße Strümpfe und die charakteristische Weste, der andere den schwarzen'Regenmantel getragen hat, der zur Uniform der SdP-Ordner gehört. Die Erregung unter der Bevölkerung ist sehr groß. Man ertvartet von den zuständigen Behör- den schärfstes Einschreiten gegen diese Elemente. Der Kampfum das BrüHner Deutsche Theater Abgelehnteforderungen der SdP" Der Brünner deutsche Theaterverein hat auf Grund einer in einer Enquete zum Ausdruck gebrachten. Anregung die Vertreter der Sudetendeutschen Partei, des Bundes der Deutschen, des Kulturverbandes und anderer der SdP nahestehender Organisationen eingeladen, um die De- dingüngen kennenzulernen, unter denen die SdP und die ihr angeschlossenen Organisationen bereit wären, an der Sanierung des Theaters aktiv mitznarbeiten. Abgesehen davon, dab die Vertreter der SdP gleich eingangs ihrer Ausführungen erklärten, erst dann ihre Vertreter in h en Theaterverein ents enden zu können, bis das Theater-entschuldet sei(diese Kunst träfe so mancher andere auch),.stellten sie auch als Voraussetzung für eine andere Unterstützung des Theaters ihrerseits(Abonnentenwerbung, Aufforderung zum Theaterbesuch, usw.) Forderungen auf, die der Theatervere in, w o I l t e er sich nicht in Gegensatz zu d e n i n uns« rem.Staat e herrschenden de m o k r a ti scheu Prinzipien setzen, g^sa^t ablehnen mutzte./ Welche s i n d nun die Forde- r.u.n g.e n d e r S d P? Vor,allem verlangten die Vertreter der Henleinpartei«Inen bestimmten Einfluß auf den Spielplan, der. voe allem den völkischen Interessen entsprechen müsse.(Wie ein solcher Spielplan auSzusehen"hätte, das Hat der Vertreter der SdP, bet der vorher stättgesunde- nen Enquete eindeutig'zum. Ausdruck gebracht. Den.Spielplan, mütztn Schriftsteller der Art eines Johst, also.Nazischriftsteller des' Dritten Reiches, beherrschen): Ferner fordert die SdP ferner,.daß 80 Prozent des künftig zu engagte- reudcu Personals Mitglieder der SdP., des Bundes der Deutschen, des Turnverbandes oder deS Akademikerverbandes sein müssen! DaS bedeutet nichts anderes, als dah die SdP beim Engagement des Theaterpersonals eine Assentierung durchführen möchte, um zu konstatieren, ob die einzelnen Kunstkröste den Bedingungen der SdP in politischer und rassischer Hinsicht entsprechen. Auf eine Anfrage an die Vertreter der SdP, welche Gewähr sie'dafür leisten könnten, daß, falls ihren Forderungen entsprochen werden würde, sie den in diesem Falle sicherlich eintretenden Ausfall des mit einem so geführten Theater nicht einverstandenen großen Teile deS Publikums ihrersieitS wettmachen könnten, erklärten sie, hiefür keiner Gewähr bieten zu können. Dje SHP möchte also in Brünn ein Theater schaffen, das ganz ihren Interessen dienen sollte, will aber andererseits keine rleiBer- pflicht u u gen und Verantwor- t u n g a u f s ich nehmen. Es kann Wohl lein Zweifel darüber bestehen, dass die Verwirklichung der Förderungen her SdP das Ende des deutschen Theaters in Brüst» bedeuten würde, Denn kein objektiver Deutscher unserer Stadt/ er möge sonst zur SdP, wie auch immer eingestellt sein, könnte der Henleinpartei unter solchen Umständen in der Theaterfrage Gefolgschaft leisten. Der Theatervereinsvorstand hat mit Recht die Förderungen der SdP abgelehnt und sich eindeutig von jenen Bestrebungen distanziert, die dahingehen, in Brünn,ein Theater zu schaffen, daran ch von d er üb e rw i eg enden Mehrhe.it der deutschen Bevölkerung äbgelehnt werden würde. I vo Stunden In der Grube des Ferdinand Zdenko Lobkowift Wir haben bereits gestern darüber berichtet, datz der in Neudorf ausgebrochene Streik erfolgreich beendet wurde und daß ein Verhandlungsergebnis erzielt werden konnte, das den kämpfenden Grubenproleten die Möglichkeit gab, aus den Tiefen der Erde auszufahren. An diesem Zusammenhang dürfte eine Tatsache nicht ohne Interesse sein, die vor allem im Bereich des fürstlichen Schlosses in Bilin bekannt ist. Nach dem Tode des Bergdirektors Jng. Za- hour waren in Bilin Gerüchte verbreitet, daß sich dieser wegen der Entlassung von 40 Arbeitern so sehr aufgeregt hätte, datz er darüber gestorben sei. Wir hatten diese Gerüchte ignoriert, der später ausgebrochene Streik hat dann aber doch die Bestätigung der Entlassung von 40 Arbeitern gebracht. Ob Zahour sich, das so zu Herzen genommen habe, dass er darüber gestorben ist, wird sich natürlich nie feststellen lassen; sicher ist aber, datz sich die lebenden Machthaber des Schachtes nicht sehr gefühlvoll zeigten,' wenn sie soviel Bergleute 100 Stunden unterlag hungern lietzen, Sechs Stunden dauerte es, bevor Zentraldirektor Tomäs vom Nevierratsselretär zum Telephon .gebracht wurde, einige Tage hat es aber gedauert, bevor Zentraldirektor TomäS am Verhandlungstisch erschienen ist! Hier wäre nur noch die Frage am Platze, waS denn der christlichsoziale'Fürst Ferdinand ! Zdenko Lobkowitz zu seinen Beamten sagt, die | Bergleute 100 Stunden untertags darben lassen! Eindrucksvolle Kundgebung In Freudenthal Die deutsche sozialdemokratische Arbeiterpartei veranstaltete am Donnerstag, den 18. April, jm grossen Arbeiterheimsaal in Freudenthal eine ausgezeichnet besuchte öffentliche Versammlung, in welcher Abg. Z i s ch k a- Sternberg über das Abkonuueu vom 18. Feber Bericht erstattete. Die Versammlung wies Besuch aus allen Lagern auf und erbrachte neuerlich den Beweis, datz die sudetendeutsche Arbeiterschaft den Schritt der aktivistischen Parteien versteht und auf das wärmste begrüht. Zisch.la erläuterte die autzeupolitische Situation, beschäftigte sich dann ausführlich mit dem Anhalte der Vereinbarungen zwischen den deutschen Aktivisten und der Regierung und nnterAog>dj«-HaKustg'der MM ich dieser Frage einer vernichtenden Kritik. Er zeigte für jedermann verständlich auf, dass für die sudetendeutschen Arbeiter nicht von Berlin, sondern nur von Prag die Hilse kommen kann. Besonderen Beifall löste die Feststellung aus,, datz die SdP bisher nicht über das bwtze Reden hinauSgekom- men ist, wo sie doch so viel liersproche» hatte und nichts als Taten setzen wollte. Auch die Haltung der SdP im Lohnkonslikt der Steinarbeiter im Freiwäldauer Bezirke wurde entsprechend beleuchtet.' Tatsache ist, datz die Henleinpartei trotz ihrer ziffernmäßigen Stärke von ihren vielen Versprechungen auch nicht eine zu erfüllen vermochte. Der AkttviSmuS geht zielbewusst seinen Weg, in der Uebetzeugung, dem deutschen Volte in unserem Staate und vor allem der Arbeiterklasse, zu dienen. Die Ausführungen'wurden mit stürm!- schein Beifall quittiert. Gründung der aktivistischen Bezirkstelle in Brüx Die drei aktivistischen Parteien im Bezirke Brüx haben die Gründung einer Bezirksstelle vollzogen. ES wurde beschlossen, einen Ausschuss, best^end aus je drei Mitgliedern der aktivistischen Parteien und., eine Exekutive, bestehend aus le'einem Mitglied der drei Parteien, einzusetzen. Zum Vorsitzenden des ersten Ausschusses tvurde GerichtSrat Dr. Rudolf Ritter(Christlichsozial) gelvählt, zum Vorsitzenden der Exekutive Baumeister Friedrich Kny(Bund der Landwirte), zum Geschäftsführer Anion Falb. Für die Christlichsozialen gehört der Exekutive W. Ortmann, Revident i. R. an.' Auch in K r u m a u ist die aktivistische Bezirksstelle bereits gegründet worden. des Sekretärs der- SASA, R. Sil aba, schliesst sich" ein Auszug aus der Rede des ersten Obmanns! der Union,' Senatör H.- M-ii'l l e r S. Es folgt dann eine Wiedergabe des ReferötS des Verbands- 1 Erziehers R.'Storch über„Weg und Ziel des Arbeitersports" und des Referats des ersten Se-i kretärs, Alois U l l m a n n s:^Unsere Lrganisa-. tjon".. Deist Refcrat Fr. Grasses„Die technische» Aufgaben" folgen die Ausführungen des VerbandSjugiichleiterS Sepp Weis und deS Pro- pagandalesters K. H e i h e r;— 60.000 Mitglieder der Ustiüu; erhaltest diese Zeitschrift obligaw- rssch'untzempfangewsö wertvolle' Anregungen'"für. die Arbeit'.in'der steUen Organisation. Der Zeit- schrift werde» sich als Beilagen für die Vorturner "und/für ändere"Fustktiönäre besondere F a ch« s ch riftest- anschliehen. Die,„Union-Zeitung" wird mitMrest' bebiidertei: Beilage» aber auch ei» wichtiger Helfer für-die Propagierung des Ar» beitxrsportS seist.'.'- Der Postraub in Kaaden. Vor dem Prüxer KreiSgericht stand dieser Tage der Fuhrwerksbesitzer Karl M a ch aus Kaaden unter der Anklage, am 9. September v. I. einen in Saaz ausgegebenen Postbeutel, in dem sich ein Barbetrag von 300.000 K6 befand, auf dem Wege vom Bahnhof Kaaden-BrunnerSdorf zum Postamt Kaaden entwendet zu haben. Obwohl Mach seine. Unschuld beteuerte, bestätigten Zeugen, gesehen zu haben, wie Mach unter seinem Rock einen.Postbeutel.trug, deij sic. ast den rot-blauen Streifen als solchen erkannt baben. Mit. aller Entschiedenheit behaupteten, die Zeugen, sich, in der Person nicht geirrt zu'haben.. Um sich picht erkennen zu lassen, habe Mach ein Tuch vor das Gesicht gehalten. Auf Grund dieser Aussagen wurde Mgch zu einer Kerkerstrafe, in ter Dauer vonje.i.u e i n h alb Ja h re n, verschärft,durch ein hartes Lager, vierteljährlich, und, zum Wahl« rechtsverlust Unbedingt verurteilt,- vor„Fricdensenßd“ Schacht lind sein blinder Passagier Die Bezirkskonferenz Mies, an dec 68 Vertrauensmänner teilnahmen, nahm die Berichte und ein Referat deS KreiSvertraueusmanneS Stark über politische und Ivirtschastliche TageSsragen mit Befriedigung entgegen. Zum BezirksvertraucnS- manu wurde Franz K ü h u l, der auch den Vorsitz in der Konferenz sührte, gewählt. Mststeriöser Selbstmord eineS Vorstehers. An der Ortsgemeinde Alt-Wernsdorf bei Kio- stergrab ist gegenwärtig eine Revision der G e m e i n d e t a s s e im Gange. Am Freitag befand sich die Revisionskommission im Hause des Ortsvorstehers, deS Landwirtes Adolf Rudolf. Ais zufällig zwei Gendarmen des Klostergraber Postens den Hof betraten, um, lvas ja öfter geschah, den Ortsvorsteher aufzusuchen, verliess Rudolf das Zimmer, begab sich auf den Dachboden und erschoss sich. Was den Unglücklichen, der etwa 80 Jahre alt war, zu der Verzweisluugstat veranlasste, ist vorläufig noch unbekannt. Das Institut für deutsche Volksbildung in der ESR hat mit Rücksicht auf die umfangreichen Vorbereitungen die für den 24. April d. A. ge- I plante'' Arbeitstagung-der deiiischen'"öffentlichen BilbüNgSpflege auf den Monat Mai verschoben. I Die bereits zahlreich eingelaufenen Anmeldungen behalten ihre Gültigkeit für den Mäitermin, dec ! in Kürze bekanntgegeben werden lvird. Die Gemahlin des Präsidenten der Republik Fran Hana BeneSovL hat über Ersuche» der Handels« und Gewerbekammer in Eger das Protektorat der Aktion„Echte Spitze" übernommen, welche die genannte Kammer unternimmt. Dadurch, dah hie- mit die Erste Dame des Staates daS Protektorat über die handgearbeitete Spitze übernimmt, ist eine werwolle Unterstühnng aller Bestrebungen zur Förderung dieser Heimiirdustrie gegeben, eines Erzeu- gungsztpeiges, dec Zehntansenden von Frauen gerade in den ärmste» Gebieten unserer Republik die Möglichkeit gewährt, durch Ausnützung ihrer Kunstfertigkeiten einen, wenn auch nur bescheidenen Erwerb zu erzielen und so zu dem karg bemessenen Einkommen ihrer Familien beizutragen. Der Verband der SchulauSschüffe(Kuratorien l I deutscher Handelslehranstalten hielt am 18. April s unter dem Vorsitz seiner Obmannes Bürgermeister Pölzl eine AtiSschusssibung ab, in der über die Audienz beim Staatspräsidenten und beim Schul- minister(12. Jänner) berichtet wurde. ES wurde u. a. die Verleihung von vier Stipendien— zu einem , zweimonatigen Aufenthalt in England(8) und Frankreich(1)— an Absolventen beschlossen. Schließlich wurde noch ein.Betrag von 4000 Xi fsir die Teilnahme am Wirtschaftskurs der Internationalen Gesellschaft gewidmet(10. bis 26. August 1087 in Griechenland). Die Verstaatlichung aller Lehrer soll bei den Behörden weiter betrieben werden. Gemeinsames Konzert. Ein Konzert der deutschen Lehrerbildungsanstalt in Prag gemeinsam mit der tschechischen Staatslehrer- und-Lehreriuneubil- dungSanswlt in Prag findet unter dem Protektorate deS Ministers für Schulwesen und Volkstultur Dr. Emil Franke am 22. April 1937 um 8 ilhr im Sme- i tanasaal des Prager RepräseutatiouShauseS statt. | Rückgang der Buchproduktion. Die Anzahl der in der Tschechoslowakei herauSgegebeiten Druckiverke, für die nunmehr aus.dem Jahre 1038 eine amtliche liebersicht vorliegt, ist gegenüber dem Jahre 1934 gesunken. Während 1984 noch insgesamt 9988 Schriften gedruckt.'worden . sind, erschienen 1938 nur noch 9218. VemerkenS- lvert ist, dah der d e u t s ch e A n t e i l an der , Gesämieczeugung nur 14.8 Prozent beträgt, somit also unter dem sogenannten Bevölkerungsschlüssel liegt. Reue Parlamentarier. An die Stelle des verstorbenen Abgeordneten Onderöo tritt als Mandatsnachfolger Dr. Ivan Pjeäöäk, Advokaturskonzipient in Presov, während an die Stelle des verstorbenen SdP-SenatorS, Eduard Löhnert Karl Bartl, Schneider in Marienbad", tritt. Seife 4 Sonntag, 18. April 1037 Nr.»2 sain, dahr-genüß."den- ejisschlägigen. Bestülmmngen eine-Pflonzgutprobe"- von 100 Knollen-vün jeder Sorte, die zur Anerkennung kommen soll, für die Vorprüfung ans Sortenechtheit, und, Anbaiitvürdigkeii längsten« bi« znm 1. Mat an die Versuchsanstalt für Pflanzenzüchtung in Tetschen-Liebwerd einzusen- denkst.', Reue Flugverbindung Prag—Parts Über Zürich. Auf Grund de« Flugabkommens mit Deutschland wird die Fluglinie Prag—Zürich—Marseille ab 10. Mai ohne Zwischenlandung in Deutschland beflogen. In Zürich finden die Reisenden auch Anschluß an die Schweizerische Fluglinie Zürich—Basel—Paris, wobei der Flug Prag- Paris über Zürich etwa sechs Stunden dauert, der Rückflug sechseinhalb Stunden, und zwar einschließlich eine- längeren.Aufenthaltes auf dem Züricher Flugplatz. Die Verbindung nad; Paris wird allerdings erst ab l. Juni beflogen, und zwar bi» 20. September.(DND.)- Infolge andauernder Zufuhr kühler Luft vom Ozean her herrscht überall in Mittel- und Westeuropa veränderliches Wetter mit Schauern vor- Im Gebiete der Republik erhielten sich jedoch die Temperaturen bisher ettvas über den Normalwert. Infolge einer stärkeren Abkühlung in Westeuropa dürfte auch bei uns ein weiterer Temperatur rückgang in den nächsten Tagen eintreten.-— Wahrscheinliches Wetter von heute: Veränderlich,Zeitweise Schauer, Temperaturen ohne größere Aende- rung, Westwind.— Wetteraussichten für M o u t a g: Noch unbeständig mit Schauern, Abkühlung, Nordwestwind. Vom Rundfunk Empfehlentwertes aus den Programmen« Montag Prag, Sender Ir 10.08: Deutsche Presse. 11.88: Chansons auf Schallplatten. 12.10: Operngesänge: Nusial, Flotow eie. 12.88: Orchesterkonzert FOK, 18.00: Kompositionen von Beethoven. 17.88: Konzert de» dänischen OuartettS. 18.10: Deutsche Sendung: Franz Orlet: Der Geist Komensky» in uns. 18.20: Moderne Klavierkompositionen. 18.48: Deutsche Preffe. 10.26: Musik« Salonguartett, 21.80: Zweiter Teil der dänischen Konzerte». 22.20: Tanzmusik. 22.40: Deutsche Presse.— Prag, Sender II: 14.20; Deutsche Sendung: Lprischer Alltag. 14.80: Deutsche Presse. 18.10: Blechmusik.— Brünn: 17.40: Deutsche Sendung: Dr. Allerhand: Au» meinem Buch über Marokko. 10.10: Französischer Kur».— Preßburg: 10.25: Slowakische Tanzlieder.— Kascha»; 12.06: Schallplattenkonzert. 16.10: Militärmusik. 18.80: Geigensolo.— Mähr. Ostrau- 17.24: Bulgarische Lieder. 18.10: Deutsche Sendung: Arbeitersendung: Brodkorb: Unsachliche Kritik der Sozialversicherung.— Anni Lehmann singt Lieder von Richard Strauß. 21.80« Tanzkompositio- nen von Mozart.:n»too>L ochär. ..... w Dienstag • Prag, Sender 1:10.06: Deutsche Presiiv-.10.16: Deutsche Sendung: Für die Frau. 10.80;.Opernarien: Borodin, Berdi etc. 12.88: Konzert. 17.80: Ikonzert des Prager Blechquintetts. 18.10: Deutsche .Sendung:.Hauskomponisten. 18.88: Au» dem deutschen Kulturleben. 22.88: Tanzmusik.— Prag, Sender II: 14.16: Deutsche Sendung: Oskar Baum: Rumänische Bolkslieder. 14.80: Deutsche Preffe. 18.00: Unterhaltungsmusik.— Brünn:: 17.40: Deutsche Sendung: Deutscher Arieiterstink: Sozialinformationen. Dr. Brügel: Wege zur Arbeitsbeschaffung.— Landwirtschaft.. 21.00: Au» dem Landestheater: Oströtl: Knospe, komische Oper. 22.88: Nachtkonzert.— Prehburg: 18.00; Schubert: Aus„Rosamunde". 22.86: Tanzmusik:— Kascha»r 11.06: Schallplattenkonzert. 10.80: Operettenmusik. — Mähr. Ostrau: 10.10: Populäres.Rundfunkorchesterkonzert: Nedbal. Bendlctc.17.80s Flötenkonzert. ZagesneuiKütetr Stimme sus der Reichswehr: Debakel der Mrgerkrleusbanden Im Verlag Heinrich Grunov, Prag, ist eine Broschüre von Dr. OttoStrasser„Komm: ei z umK r i eg?" erschienen, in welcher derbe- ' kannte Führer der Schlvarzen Front die Erörte- ' rung der Fragen fortsetzt, die er in der Schrift - Wohin treibt Hitler?" aufgerollt hat. Straffer ist mach wie vor der Ansicht, daß er zum"Kriege kommen wird, iveil da» Shstcm einen anderen Ausweg nicht findet und den Krieg auch dann wagen wird, wenn er absichtslos ist. Straffer ist überzeugt, daß Deutschland den Krieg verlieren wird, selbst wenn es Anfangserfolge haben sollte. Er hält es für die Aufgabe der deutschen Opposition, vom ersten Augenblick de» Krieges an, kompromißlos gegen Hitler zu kämpfen, um ihn noch vor der Vernichtung der deutschen Armee stürzen und einen europäischen Verständigungsfrieden schließen zu können. Der Broschüre ist außer dem Aufruf der Deutschen Front ein Briefwechsel zwi- schen Otto Strasser und einem Reichswehr-Offizier beigesügt. Au» einem Briefe ■■ der Offizier» zitieren wir folgende, für die Stim- !.. mung in gewissen deutschen OffizictSkreisen doch bezeichnende Stellen: Nun zu unserer Grundeinstellung, die sich, lvieschon gesägt, in vielen Punkten ähnelt:, Punkt 1. Ich konstatiere den fort- sch reitenden Zusammenbruch des Nationalsozialismus im Parteisinne und seine völlige Unfähigkeit, seine, übrigens völlig nebelhaften, Programm- . punkte zu verwirklichen. Punkt 2. Ich konstatiere die blamablen außenpolitischen Niederlagen der Partei-Außenpolitik, die nacheinander erst in Oesterreich(in derDollfuß-Zeit), dann in England(durch den Weinreisende n R i b b e n t r o p), hierauf in Spanien (durch den mir persönlich bekannten Freikorps- führet F a u p e l, einen blutigen Hans- wür st) etc. zu schweren Niederlagen gefiihrt, Deutschlands Stellung in Ungarn geschwächt und die so überaus günstige Situation in Oesterreich unnötig.kompliziert hat. Punkt8. Ich konstatiere däs Militäri- scheDebakelder Bürgerkriegs- banden der armselige»Feldwebel in Generalsuniform, der F r a n e o, Q u e i p o de Llano, Mola etc., zu denen dann noch d,x l a n j v ri.g e'F g up el(so hteß.'er^bei usts) alS^?,petüiinischer Genttät" gekommen'ist. So' geht der Bolschewismus denn doch nicht zu bekämpfen. Punkt 4. Ich konstatiere ferner das völlige Versagendes deutschen undita. lic nischen Kriegsmaterials. Wie ich dazu erfahre, wird die Mehrzahl der älteren Flugzeuge und Kleintanks verschrottet werden müssen. Punkt 6. Ich konstatiere aber auch, und das ist für msch das Wesentliche, daß die Bend- lerstraße genau so re'fumiertund Hitler gegenüber auch die notwendigen Konsc- queüzen zieht. Rückzug aus Spanien, Reorganisierung von Motorwaffe und Luftflotte. Di- stänzierung von Italien. Annäherung an Eng- 1 Eine hübsche kleine Geschichte Im Verlag Rudolf Kren(Wien-Leipzig) find jetzt in Buchform zwei Vorträge erschienen, ' die die im Vorfahre verstorbene große GesangS- schanspielerin MaricÄutheil-Schoder in den Jahren.1088 und 1935 in Wien hielt. Ji: dem einen Vortrag erzählte die berühmte Künstlerin interessant„Erlebte» und Erstreb» te»", im zweiten Porttag sprach sie in eindrucksvoll belehrender und aufklärender Weise über „Rolle und Gestaltung". Wer besonderes Jn- tereffe für Theater, Schauspiel- und Gesangskunst hat, wird diejes Büchlein mit viel Nutzen lesen. Amüsant wußte die Äutheil-Schoder über die große Mahlcr-Zctt an der Wiener Hofoper zu plaudern. Hier eine nette Probe. Die Zensur bekamen wir ja in früheren Jahren öfter zu spüren— so erinnere ich mich der Generalprobe des„Nosenlavalier", dessen Aufführung man in der Kaiserzeit nur mit gewissem Zagen entgegensah. ES tvar dies hauptsächlich wegert'.'der ersten Szene tim Schlafgemach der Marschallin, die man ohnehin gegen die Inten», tionen HosmannSthalS vöm Bett weg auf die Bergere verlegt hatte. Bor dem ersten W kam ein Herr der Hoszensur, Baron Päumann, auf die Bühne, um die Szene und unsere Kostüme, das der Marschallin und meines, einer strengen Kontrolle zu unterziehen. Derzusolge erklärte er, daß mein Kostüm, das Höschen mit nur dem Hemd, zu wenig sei, ich möge doch noch eine Weste'anziehen. Ich revoltierte: Da nahm mich Strauß beiseite und flehte, ich möge doch nachgeben, denn sonst würde womöglich im letzten Moment noch die- Ausführung untersagt. Mein.reizende» DeShobillk sollte ich opfern und eine schreckliche Weste überziehen— nein. Ich bat den Herrn Hof- --r»t-in-meine-Gardee»be7--z»g-eiz»e-Weste-aii"Und. England sichert sich gegen Hitlers»Friedenswillen« An der Mündung der Themse sind große Küstenbatterlen mit weittragenden Geschützen aufgestellt, die kürzlich von einer Abteilung Garde-Grenadiere besichtigt tvurden. land— das sind die Parolen der Bepdler- straße.' Ich stimme mit diesen Auffassungen der Bendlerstraße hundertprozentig überein. Der Baker der Genossin Wallisch gestorben. Am 16. d. M. verschied im Alter von 78 Jahren Genoffe Georg Pinter, Vater der Genossin Paula W a 11 i s ch. Mit Genoffen Pinter stirbt ein treuer, aufrechter Kämpfer des Sozialismus. Schon als Jüngling stand er als Kämpfer in den Reihen der jungen Partei und kämpfte gegen die Reaktion der damaligen Zeit. Auch er mußte den Haß und die Verfolgungen der Unterdrücker kennen lernen. Er wurde auf die „schwarze Liste" gesetzt und mußte außer Land ziehen, um überhaupt Arbeit zu bekommen. Fünfzig Jahre hielt er, allen Stürmen und Erschütterungen trotzend, der Sache de8 Sozialismus die selbstloseste Treue, Die ihn kannten, tverden ihm ein ehrendes Angedenken bewahren. Der Genossin Wallisch, die durch den neuen Verlust, den sie niit dem Tode ihre» Vaters erleidet, schwer betroffen ist, wendet sich das mitfühlende Beileid aller Genoffen zu. Weibliche» Personal für den Flugdienst suchen die tschechoslowakischen Fluggesellschaften. Es handelt sich um Auswartepersonal(Stewardessen) die in den neu eingestellten Apparaten auf internationalen Flugstrecken Dienst zu tun hätten. Als Bedingung für die Aufnahme wird nebst, angenehmem Aussehen Kenntnis der baut- fch'e rt,"t's ch e ch i f ch e"n7''e'n g"lst/sch-e-n üjchi f r a n zö s i s ch e n""S'p t. a’dj’e verlangt, nach Möglichkeit auch noch des Rufs i s ch e n. Das Anfangsgehalt soll 1500 KL betrage», nebst freier Verpflegung mtd Logis in erstklassigen Hotels. Die Arbeitszeit ist auf drei Stünden täglich festgesetzt. Bisher soll sich noch keine Amvärtorin auf diese Posten gemeldet haben. Militärverrat auS„grober Unkenntnis". Der Senat für Angelegenheiten des Militärverrates beim Kreisstrafgericht in Prag verurteilte am SamStag unter dem Vorsitz des Gerichtsrates Dr. Bernasek den angeklagten Baumeister Josef Balis aus Bilin wegen des Vergehens des Militärverrates gemäß Paragraph 6, Zahl 4 des Gesetzes zum Schuhe der Republik, begangen aus grober Unkenntnis zu strengem Gefängnis in der Dauer von acht Monaten. mit den zugehörigen überzeugte ihn, daß gerade diese unästhetisch wirke gegenüber dem weißen Hemd, Er kapitulierte und ich blieb in meine» grünen Höschen mit dem weihen Hemd, indem ich dann glücklich meine 188 Rosenkavälier-Vorstellungen absolviert habe. Ja die Etikette war früher eben streng bei Hof, wurde aber doch einmal aus drollige Weise ganz und gar durchbrochen! Das war bei einem Hoskonzert in der Burg vor Kaiser Franz Joseph. Die Aussührenden waren Professor Rost,. Hesch, Frau Saville, Naval, ich und die Philharmouilcr unter HellmeSberger. Am Tage vor dem Konzert hatten wir eine veritable Probe mit dem Herrn Zeremonienmeister, der uns ganz genau vorschrieb, wie wir während der Durchführung unserer Darbietungen zu stehen hatten. ES wurde probiert, wie die Stufe:: hinunterzugehen seien, wie viele Schritte wir in den Saal hinein» zutreten hatten, wie unsere Reihenfolge und das Kompliment auszuführen sei. Alles klappte. Am Abend dann, das Konzert war Im Redoutensaal, sah der Kaiser auf einem großen Armsessel vorne allein in der Mitte, hinter ihn: der bre'iie Gang, durch den er gekommen Ivar. Proseffor Rost spielte als Erster. Plötzlich kam von rückwärts aus demSaaleine Unruhe, die. erst leiser und dann immer laüter wurde und sich vorne bis zum Kaiser auSdehnte. Die Damen fingen an, kleine Schreckenslaute auszustohen, hoben ihre damals langen, weiten Schleppkleider, man hörte leises Lachen, Wispern, kurze Ausrufe, ei entstand eine kleine Panik, die schließlich bis zum Kaiser vordrang. Er schaute sich fragend um, die ganze Aufmerksamkeit' war gestört. Wer wagte die strenge Etikette völlig ümzustiirzen? Eine kleine MauS spazierte den Gang auf und ab, geriet auS Ber-' legeyheit gelegentlich in die Reihen der Damen und verursachie eine heillose Verwirrung. Was halfen da nun alle Zeremonien? Das kleine Mäuschen hat der stolzen spanischen Etikette ein Schnippchen-goschlagen-----■>" Verschärfungen, unbedingt. Die Anklage vertrat Staatsanwalt Dr. Zitek. Großfeuer in einer italienifchen Zuckerfabrik. AuS bisher nicht gellärten Ursachen brach-in der Zuckerfabrik E r i t a n i a in Genua-Sampier« daran« ein Feuer aus, das sich durch die Fahrstuhlschächte mit ungeheurer Geschwindigkeit fortpflanzte. In kurzer Zeit standen sämtliche ! Abteilungen in Flammen. Das etwa tausend Quadratmeter große Dach der Fabrik wurde ein Raub der Flammen, eine große Halle stürzte ein. Der größte Teil. der Maschinenanlagen wurde vernichtet. Erst nach fünf Stunden konnte die Feuerwehr Herr des Brandes werden. Der Schäden wird auf über 1.5 Millionen Lire geschätzt. Zwei finnische Boote mit SeehnndSfänger» werden im Bottnischen Meerbusen vermißt. Man rechnet damit, daß sie mit ihren Besatzungen, die aus acht Mann bestanden, untergegangen find. I» der Warschauer Polptechnik explodierte eine Bombe, welche von unbekannten Tätern dort hinterlegt wovden war. Die Explosion war ziemlich hefiig und verursachte einigen Sachschaden, eS wurde jedoch niemand verletzi. Die Pariser ZeitungSverkäufer und Kame- lotS haben Freitag abends beschlossen, eine Ge- werkschaftsgrlchpe zu gründen und einen provisorischen Ausschuß zu wählen. Sie fordern 80 Prozent deS Verkaufspreises der Zeitungen»- einen wöchentlichen Ruhetag..und die,Sicherung,ihter .EMteüz. M den letzten, zwei Tagen-haheir^aLl- rM)e^ Blätter den Verkaufspreis von 30 auf- 40 Centimes erhöht. Förderschale stürzt in den Schacht. Auf der Kohlengrube„Deutschland" in Swientochlowiee bei Kattowih stürzte ein Aufzug, auf welchem sich eine Gruppe von Bergarbeiter:: befand, in den Schacht. Fünf Bergarbeiter erlitten lebensgefährliche Verletzungen, gehn wurden leicht verletzt. . Radfahrender Knabe getötet. Freitag abends fuhr der 13jährige Wilhelm Kassel aus Kar- bitz auf einem Rade bei Pristen am Straßenrand einem Lastautomobil vor. Jy diesem Augenblick wurde er-von einem herbejkommenden Personenauto erfaßt und auf der Stelle getötet. An der Unfallsstelle fand sich-eine..Gerichtskommission aus Karbitz ein». Der Krönungsrummel beginnt. Die Porberci- tungen für die Londoner KrönungSselerlichkeiten sind in vollem Gange. Die Tribünen in den Straßen und Parks sind so gut wie fertiggestellt. Auf den weiten Rasenfiächen de» HhdeparkS und der anschließenden KensigtonparkeS werden Baracken, OffizierSmeffen und Notlazaretie für die Truppenabteilungen au» den englischen Ucberseebesitzungen errichtet. Für die Krönungsfeier hat die Westminster-Abtei einen in historischem Baustil gehaltenen Vorbau erhalten, der nach der Krönung wieder abgebrochen wird, Sonntag früh findet die e r st e P r o b e fiir die KrönungS- prozeffion statt. Sie besteht darin, daß die Hofkutschen und die an der Prozession teilnehmenden Truppen und Polizeiabteilungen die vorgesehene Strecke zurücklegen, wobei die genaue Zeit und die Länge der Prozession festgestellt wird. Außerdem sind sechs Proben Und Hauptproben für die ÄrönungSzeremonie in der Westminster-Abtei vorgesehen. Bei den Hauptproben, die am 7. und 10. Mai stattfinden werden, werden alle an der eigentlichen Feier beteiligten Personen, mit Ausnahme des Krönungspaare», anwesend sein. An Stelle de» Königs.und der Königin werden zwei hohe Persönlichkeiten aus Hofkreisen die Thronsessel einnehmen und dabei Nachahmungen der Krönungsjuwelen tragen. Da» Königspaar selbst wird wenige Tage vor der eigentlichen Feier die Abtei besuchen. Erziehung zur Wehrhaftigkeit. Die Kommission für die Erziehung- zur Wehrhaftigkeit hat Samstag eine Sitzung abgehalten, zu der alle Erzieh:mgs- organifationen delegiert hatten. Die Fachreferenten de»' MRO, Oberst-Ku'd-la Lek, Major"Mr äzek, Kapitän B all«"und Moh apl referierten Mer Wesen, Ziele und.Methoden der Erziehung zur Wehrhaftigkeit. Die Vertreter der ErziehungSorgänisatio- nen sprachen in der Debatte und c» wurde eine vollkommene Uebereinstimmung der Ansichten festgestellt. ' Saatemmerkennung"1887.' Die Saatenaner- kcnnungskommission bei der'Tcutschen Sektion,'deS Landeskulturrates für Böhmen- in Präg macht die Landwirte, die im heurigen Jahre Kartoffelbeftande zur Anerkennung bringen wollen, darauf aufnwrl- Sls hat dla sdiBntti Figur- aller amerikanischen Tanzgirls— so behauptet wenigstens' tii: niäßgebender Tanzdirektor"in h'" Höllywdöd.' Nr. 93 Elonntag, 18. April 1037 Seife S MMMlÄMM Der Außenhandel Im ersten Vierteljahr Die Länderlibersicht des tschechoslowakischen Außenhandels in den ersten drei Monaten des heurigen bzw. des vergangenen Jahres läßt mit aller Deutlichkeit die RichtungSverfchiebung in unserem Export zum Ausdruck kommen. Der .Warenverkehr mit den mittel- und südeuropäischen Staaten, mit welchen wir zum größten Teil im Clearing-Verkehr stehen, hat zwar in seiner Gänze einen Aufstieg zu verzeichnen, wobei allerdings eine Reihe von Ausnahmen festzustellen ist, doch bleibt diese Verdichtung der Handelsbeziehungen tief unter dem Durchschnitt unseres Äußen- handelszuwachses. Verhältnismäßig stärker zugenommen hat der Handelsverkehr mit den Weststaaten, Frankreich, Belgien und Holland. Die größten Fortschritte machte jedoch unser Export in den europäischen und außereuropäischen Staaten des Pfundblocks und in den Bereinigten Staaten von Nordamerika. Nach Uebersee ist unsere Ausfuhr, soweit die tiefer angeführten Länder in Betracht kommen, um fast vier Fünftel gegenüber dem Vorfahr größer. Im einzelnen lauten die vom Statistischen StaatSamt veröffentlichten Daten, folgendermaßen(in Mllionen Kd): Ausfuhr Einfuhr 1087 1987 1986 1986 1987 1987 1986 1986 Clearing-Länder Deutschland 807.8 285.1 866.9 807.6 "Oesterreich 205.1 177.5 87.6 78.1 Ungam 88.6 28.9 24.4 81.2 Rumänien 114.5 59.9 77.8 71.0 Jugoslawien 81.0 97.4 89.0 61.5 Bulgarien 12.9 12.6 25.4 8.3 Italien 78.8 — 54.5 — Griechenland- 11.2 9.8 6.5 26.8 Türkei 1141 19.7 14.4 4.5 Ebe«. Goldblock Frankreich 99.1 71.4 148.7 116.1 Holland 105.0 68.0 101.8 70.9 Schweiz 107:3 117.5 62.5 51.5 Polen 46.3 81.6 76.0 64.5 Pfundblock: Großbritannien 210.7 148.8 179.7 98.8 Schweden 78.8 44.8 40.7 22.8 Norwegen 41.6 19.7 82.8 15.7 Dänemark 18.5 8.8 14.7 12.1 Andere eure- päische Staaten: Belgien • 57;i- 89.8 85.8 54.6 Spanien 0.6 14.4 15.1 22.5 SSSR ,16.6 65.2 19.0 18.4 Ueierseer USA 262.4 168.6 155.3 109.1 Kanada 14.8 10.7 2.9 2.2 Argentinien 85.8 19.0 61.0 84.7 Australien 9.8 8.2. 54.4 15.9 Aegypten 20.6 12.0 65.9 88.4 Südafrika 27.9 17.7 5.5 4.1 Brittsch-Jndien 86.7 16.8 91.2 52.6 China 46.0 7.8 10.7 7.1 BrasiMen 21.7 8.8 29.2 15.4 Jubiläum der Union. ■ dar Geschäftsreisenden ■ Die Union der Geschäftsreisenden und Ber- trvfer feiert in dieser Woche daS Jubiläum ihres dreißigjährigen Bestehens. Die schwere Zeit der Krise"ionnte die Union nicht nur üngeschwächt Überstehen, sie vermochte sogar in dieser Zeit bedeutende Erfolge-zu erreichen. Es gehört auch zu -ihren Verdiensten, daß die allgemeine Anerkennung der GechsäftSreisenden und Vertreter als eines wichtigen Teiles im Mechanismus der Gü- tetvexteilmig.sich, durchsetzte, obwohl das rapide Sinken. des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Standapdsdieser Angestelltenschicht in den Krisenjähren ihre Geltung bedrohte. An den. parlamentarischen und außerparlamentarischen Arbeiten, welche die rechtliche und materielle Sicherung der Geschäftsreisenden und Vertreter zum -Ziele hatten und hüben, ist die Union in hervorragendem Maße beteiligt, In einer von der jubilierenden Organisation herausgegebenen Festschrift werden. Won hervorragenden. Persönlichkeiten unseres öffentlichen Lebens die Arbeit der Union-und die" den Geschäftsreisenden"in unserer Wirtschaft zukommende Bedeutüng gewürdigt. Mail erhült für 100 Reichsmark«",,, Markmünzen.».., 100- österreichische Schilling. 100 rumänische Lei... lOO polnische Zloty... 100 ungarische Pengö.'.!t 100 Schweizer Franken.. 100" französische Franc-. 1 englische- Pfund... 1 amerikanischer Dollar, 100»alienische Lire l.ohnsrhühuns> dsl plausrt-Warnsdorf Am 16. April trat die 802 Mann zählende Belegschaft der Werkzeugmaschinenfabrik Plauert in den Streik. Durch das Eingreifen der Vertreter des Komotauer Metallarbeiterverbandes konnte noch am gleichen Tage eine Einigung erzielt werden, so daß der Streik bereits am Nachmittag abgebrochen und die Arbeit wieder ausgenommen-wurde. Die Arbeiter erreichten eine generelle Lohnerhöhung von zehn Prozent, wobei aber der Mkordverdienst mit mindestens 20 Prozent. über dem Normallohn garantiert wurde. Der Zahlungsverkehr mit Jugoslawien. Die in- Belgrad- zwischen den Zettekbanken Jugoslawiens und der Tschechoslowakei gefiihrten Verhandlungen über einige Fragen der Regelung de« gegenseitigen Zahlungsverkehrs sind soeben erfolgreich beendet worden. Die Zahlungen" iw WarenauStauschverlehr werden auch weiterhin mit Hilfe des Clearings durchgeführt werden, wobei jedoch die Möglichkeit von Privatkompensationen erweitert werden wird. ■ Formale Einigung auf der Welt-Textllkonferenz In der letzten Sitzung der Texiilkonferenz wurde der Bericht des Ausschusses für soziale Angelegenheiten der Textilindustrie genehmigt, welcher vom Führer der französischen Delegation vorgelegt worden war. Nach einer lebhaften Debatte über die-lOstündige Arbeitswoche gaben die britischen Regierungsvertreter ihre Zustimmung dazu, daß der Vorschlag zur Einführung der 40- stündlgen Arbeitswoche nach Genf abgesandt werde. Der Bericht wurde deshalb abgeändert und beschränkt sich auf einige Punkte, welche dem Internationalen Arbeitsamt zur Durchberatung überwiesen werden. Wechselnde Beschäftigung In der englischen Textilindustrie Die ansteigende Beschäftigung der englischen Baumwollindustrie hat wiederum dazu geführt, daß verschiedene stillgelegte Fabriken in Lan- eashire wieder in Betrieb genommen wurden. So hat die Lancashire Cotton Corporation ihre Ringspinnerei in Bolton mit 70.000 Spindeln, die sechs Jahre lang stillgelegen hat, wieder eröffnet. Etwa 800 Arbeiter werden Beschäftigung finden. Vier Fabriken in Great Harwood bei Blackburn haben im letzten, Jahre ihre Tore wieder geöffnet; eine Spinnerei in Rochdale wird zur Zeit mit modernen Maschinen ausgerüstet und wird dann den Betrieb wieder aufnehmen. Im Herbst wird eine Fabrik In Oldham mit 60,000 Ringspindeln und etwg 280 Arbeitern wieder in Betrieb genommen. Etwa hundert Arbeiter werden durch die Wiedereröffnung einer Färberei iii" Roffendale Valley Beschäftigung erhalten. Die Beschäftigung in der Baumwollindustrie von Lancashire nimmt ständig zu. Im Jänner waren nur noch 11.4 Prozent der organisierten Arbeiter erwerbslos, gegen 12.4 Prozent Mitte Dezember und 17.6 Prozent im Jänner 1986. Die Beschäftigung, in der Wollindustrie war weiter gut, doch fand eine saisonmäßige Abnahme des Geschäfts in einigen Branchen statt. Die Kunstseiden Industrie ist zunehmend beschäftigt. Qußland Zur Verhaftung Jagoda-.(AP) Drei Mitglieder der neuen GPU-Leitung sind nach Chabarowsk geflogen, um" eine Untersuchung gegen den Leiter der GPU Fernost, D e r i b a s, einzuleiten, der beschuldigt wird, mit Jagoda zusammengearbeitet zu haben und ihm behilflich gewesen zu sein, Pläne für eine Flucht über die mandschurische Grenze auszuarbeiten. Eine andere Dreimann-Kommisflön flog nach Kiew, um eine Untersuchung gegen den Leiter der ukrainischen GPU, B a l i h k i, einzuleiten, der ebenfalls mit Jagoda zusammenarbeitete und bereits "verhaftet ist. Beide sind über,18 Jahre Mitglieder der GPU gewesen und hatten schon unter Dscherschinski höhere Aemter. Jagoda wird nachgesagt, er habe Dokumente aufgehoben, durch die er bei einem Umsturz hätte beweisen können, daß er immer gegen Stalin gewesen sei.. Sein Haus soll niedergerissen werden, um nach weiteren Dokumenten zu forschen. Er wird-mit zwölf anderen GPU-Kommissaren vor Gericht kommen. Unter den Verhafteten befinden sich drei Ausländer, darunter ein Grieche, der auf einem Spezialgebiet mit Jagoda zusainmenarbeitete.' Russische Emigranten, die in Polen lebten, erhielten nämlich von der CHiU die Mitteilung, daß sie in die USSR zurückkehren könnten, wenn sie die Ber- stecke ihrer Brillanten und sonstigen Kostbarkeiten angäben. Wenn sie herüberkamen, mußten -sie die Edelsteine etcl mit diesem. Griechen teilen.'- Danach aber.—erfolgte die Verhaftung und auch, die Beschlagnahmung des Restes. Zu den Betrügereien, die Jagoda in'seiner neuen Tätigkeit als Volkskommissar für Post, und Telegraphie verübte, gehörte u.a. die-Herstellung unbrauch- barer Radiogeräte, die dann zu Preisen hochwertiger Geräte verkauft wurden. In der Verhandlung gegen Jagoda werden diesmal zwei Staatsanwälte fungieren,,und-zwar wiederum Wifchin« fki für den politischen und. Kosciuszko. für den Vlenlgiahrlses lubliaum der Prager Arbeiterbackerei Am 28. April 1897 wurden In einer alten Backstube in der heutigen"Velrtrsnl tkida die, ersten 800 Laib- Brot. der Präger Ärbeiterbäckerei' gebacken. Vierzig Jahre später hatte sich die Tagesproduktion verhundertfacht— 80.000 Laib Brot and 60.000 Stück Weißgebäck. viele Kilogramm Konditoreiwaren — das ist. der Erfolg von 40 Jahren Arbeit eines Arbeiterunternehmens, das. wie Genosse Jan Sach, der lanaiährige Direktor und heutige Vorsitzende des Verwaltungsrates, in einem Artikel des„Beöerntk Präva Lidu" erzählt, mit bloßen Händen in Angriff genommen werden mußte. Den Anstoß zur Gründung der„Ttknickö pekärny" gab der verlorene große Streik der Backe- reiarbeiter vom Jahre 1806- Alle, die an dieseni Streik eine aktive Rolle gespielt hatten, wurden auf die schwarze Liste gesetzt und selbst nach einer Reihe von Monaten von iedem Bäckermeister, bei dem sie um Arbeit fragten, zur Türe hinauSgewiesen. 27 Bäckereiarbeiter sahen sich so mit ihren Familien vor das Nichts gestellt. Und da begann in ihren Köpfen ein Gedanke zu reifen, der»anfangs so kühn erschien, daß ihn viele kür Wahnsinn hielten. Aber er lockte und ließ sich nicht mehr unterdrücken. Je größer die Leiden der Verfolgung wurden, desto stärker wurde er." Die 27 Bäckereiarbeiter gründeten eine Ge- nossenschast. Die Anteile von ie 100 Kronen wurden in Raten kronenweise eingezahlt. Es kamen 2600 Kronen zusammen. ES wurde die alte Backstube gemietet und 80 Sack Mehl wurden auf Kredit gekauft. Die Abnehmer der ersten 800 Brotlaibe waren zumeist Arbeiterfamilien und einige wenige Kaufleute. die den Mut aufbrachten. Brot zu verkaufen, dar von einer Arbeitergenossenschaft stammte.»Dem Kühnen hilft daS Glück. Aber auch dem Ehrlichen. DaS Brot war gut. besser als das der Bäckermeister, der„pantaiknkv" lder„Herren Väterchen", wie die ironische Bezeichnung der Bäckergesellen kür ihre „Arbeilgrber" heißt). Und so konnte nach einem Monat bereits ein zweirädriger Wagen für die Belieferung der Kunden anaeschgfft werden.„Im ersten Jahre betrug der Umsatz 60.606.06 Kronen. Ende deS zweiten Jahre? wurde in der Belrv-disiraße ein zweiter Betrieb eröffnet, wo mit der Herstellung von Weißgebäck" begonnen wurde. Auch wieder ging eS rasch vorwärts. Dann aber entstanden gewisse Schwierigkeiten. ES wurden auch in anderen Stadtvierteln Arbeiterbäckereien gegründet und diese begannen sich gegen- seitig Konkurrenz zu machen. Schließlich gab es in Prag sechs verschiedene Arbeiterbäckereien! Ein ungesunder Zustand. Die Kräfte wurden zersplittert, die Weiterentwicklung gehemmt. Aber die Klugheit und der Sinn für Solidarität siegten- Im Jahre , 1018. vereinigten sich alle Arbeiterbäckereien zu einem einzigen Unternehmen—- und dann, ging es mit vereinten Kräften mit Siebenmeilenschritten vorwärts. Im Kriege machten sich die„Dilnickä pekärny" um die Versorgung der Prager Bevölkerung verdient. Sie verhinderten unberechtigte Preissteigerungen und sorgten für eine g-rechte Perte-.lung. Dies wurde auch von den Behörden anerkannt. Heute sind die„Dilniekt pekärny" In Prag daS größte Bäckereiunteniehmen in der Tschechoslowakei. DaS würde genügen, um den Erfolg der bloßen Hände zu würdigen. Um aber daS Bild dieses Sieges der Ausdauer und der Arbeitersolidarität zu ergänzen. führen wir an. daß sie jährlich fast 1000 Waggons Mehl verbraucht, über 800 Personen beschäftigt. große Anstalten, z. B. Krankenhäuser usw. beliefert, ihr Kundenkreis etwa 120.000 Personen umfaßt und der Jahresumsatz 1086 fast 140 Millionen KL erreicht. Die Arbeiter werden nach den höchsten Tarifsätzen bezahlt. eS besteht für sie ein UnterstübungSfondS von etwa eineinhalb Mill. Kü sowie ein Erholungsheim im Säzawatal. Eine Hakenkreuzfahne am Hotel„Esplanade" erregte SamStag abends die Aufmerksamkeit der Passanten und bei den nieisten löste sie- recht unliebsame Reakttonen aus. Der Portier gab Leuten, die sich erkundigten, was die seltsame Dekoration bezwecke, die Auskunft, eS feien reichsdeutsche Fußballer und ein Herr von. der Gesandtschaft im Hotel, weshalb man, derart geflaggt habe. Es steht dahin, ob der Besuch der Fußballer und eines Hern: von der Gesandtschaft ein so hochoffizieller Anlaß sind, daß man darum gleich die„Stürme r"- Fahne deS braunen Reicher aüfziehen muß. ES geht uns nicht unmittelbar an, wie die Gäste eines Luxushotels auf solche Ehrungen reagieren, aber die jüdische Bourgeoisie, die ihr Geld in da?„Esplanade" trägt, wird vielleicht finden, daß dieselbe Fahne, die einen anderen ZusallSgast ehrt, für sie selbst doch eine starke Herausforderung ist. Die Sonne alarmiert die Feuerwehr. Gestern in der sechsten Morgenstunde wurde die Prager Fenerwebrzentrale durch ein Alarmsignal aus dem Nationaltheater in Bewegung gesetzt. Die sofort ausfahrende Alarmbereitschaft fand indessen trotz genauestem Nachforschen keinerlei Spuren eines Brandes. Die angestellten Untersuchungen ergaben eine ungewöhnliche Ursache dieses blinden Feuer- alarniS. Wie alle großen Bühnen ist auch das Na» tianaltheater mit einer Anzahl durch das ganze HauS verteilter automatischer Feuermelder versehen teS sind ihrer über 150), die so konstruiert sind, daß sie selbsttätig das Alarmsignal in die Feuer- DlaiiA llamrfan wr kUo Maidemonstration 40’ □laue nennten inallenGröBanäKe w Rote Selbstbinder AK« 4" kaufen alle Genossinnen und Genossen nur de „Tilosport“ Präs II., Hykarnskt ul. k. 7«»7 wehrzentrale übermitteln, wenn die Temperatur an dem Ausstellungsort über 40 Grad steigt. Einer dieser sinnreich konstruierten Apparate deS dritten Stockwerkes hat sich nun ein Extempore geleistet, das sich die Fachmänner damit erklären, daß die durch daS Fenster auf den Apparat fallenden Sonnenstrahlen durch das Glasgehäuse gesammelt wurden, wie durch ein BrennglaS und so zu einer Temperatursteigerung im Inneren der Apparates führten, die die Alarmvorrichtung avslöste. Prager Grundbücher mit Maschinenschrift. Eine interessante Neuerung wurde für die Prager Grundbücher durchgeführt und soll sich außerordentlich gut bewähren. Die Eintragungen werden nicht mehr handschriftlich vollzogen, sondern mit besonders konstruierten Schreibmaschinen. Die Vorteile der Neueinführung bestehen nicht nur in größerer Klarheit und Lesbarkeit der Schrift, sondern auch darin, daß die verwendete Schreibmasse der AuS- bleichung viel weniger unterliegt, als die Tinte, mit der bisher die Eintragungen vollzogen wurden. So spiegelt sich in den Prager Grundbüchern die technische Entwicklung und auch der veränderte Stil der Zeit, markiert durch die seinerzeit als schön empssmdenen kalligraphischen Verschnörkelungen, auf die sich die-, GerichtSschreiber alten Stiles so viel zu gute« taten., über die glzrtten, sachlichen und unver- zidrten Schriftzüge" deS" modernen" Zeitalters bis zum unpersönlichen und präzisen Schriftbild, das die moderne Maschine produziert. Ein interessanter BortragSalenb. Dienstag um 20 Ilhr spricht in der„Urania" Wilhelm Börner-Wien über„Die Hoffnung als Lebensmacht". Wilhelm Börner, der Führer der Ethischen Gemeinde in Wien, genießt ass Schriftsteller und Vortragender besonderen Ruf weit über seine Heimat hinaus. Für Mittwoch hat ihn die Prager Deussche Arbeitersendung zu einem Rundfunk-Vortrag eingeladen. Es ist er- sreulich, daß durch den vorangehenden Abend in der„Urania" Gelegenheit geboten ist, den ausgezeichneten Menschen Wilhelm Börner kennenzulernen. Wir haben übrigens wiederholt Proben aus den Schriften Börners veröffentlicht und nehmen an, daß auch dies das Interesse für feinen Vortrag wachgerufen haben wird,(Karten: "Urania, Metzler, Andri.) Klaus Mann, der unlängst mit seiner Schwester Erika Mann eine Amerikareise absolviert hat, trägt am 8. Mai d. I. im„Radio"-Saal unter dem Titel „Hoffnung auf Amerika" vor. An dem Vortrag wirken auch bekannte tschechische und deutsche Schauspieler mit.' - 100 holländische Gulden... 1572.— 100 jugoslawische Dinare 65.55 100»elga»; i. 485.— 100 dänische Kronen.... 628.— 100 schwMsche O««■ 72L/— 1 kriminellen Teil. Insgesamt sollen 80 Zeugen ver- bart werden.,? Jeder denkende Sozialist muß täglich sein Parteiblatt, den„Sozialdemokrat^, lesen. Sendet daher diesen Bestellschein an die Verwaltung des„Sozialdemokrat", Prag Xll., Fochova 62. Bestellschein Ich bestelle vom:-. den»Sozialdemokrat", das gentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei, Prag Xll., Fochova 62, zum Abonnementpreis von K{ 16*— monatlich. 9tane:.~...~ Adresse:' Unterschrift: Ke . 785.50 . 770.— . 528.50 . 17.70 . 549.50 . 606.— . 656.50 . 129.70 . 141.25 . 28.65 145.40 Seite G Sozialdemokrat Sonntag, 18. April 1937. Nr. 92 »Für die Blinden«'■ Präg. l-rb«) Josef Martinck, 85' Jahre alt, ein unscheinbares und ziemlich kläglich aussehendes Männchen ist seinerzeit schon einmal entmiindigt morden und auch bei der gestrige» Verhandlung wurde konstatiert,■ daß ihm herabgeminderter Ver- mmftsgebrauch zuzubilligen ist. Bei den sortgeseh- ten Betrügereien, die er sich seit nenn Jahren zuschulden komme» liest, benahm er sich freilich geschickt genug. Auf irgendeine Weise beschaffte er sich Briefverschlnßmarken, deren Erlös angeblich einer, allerdings»ich! bestehenden„KriegSblindenvereini- gung"(Jednota väleönhch siepeü v CsR) zusließen sollte. Seit 1027 besuchte er eine Unzahl verschiedenster Personen, denen er diese Wohltätigkeitsmarken zum Kauf anbot und gleichzeitig»lit Sammellisten heranSrückte, die mit der Stampiglie diese» nicht existierenden Vereine» versehen waren, mit dem Zusatz„Kaufmännische Abteilung". Die Anklage errechnete einen in die Jehntausende gehenden Schaden. Ter Gerichtshof de» Gill Dr. P e t k I k sah indessen die Sache milder an und glaubte insbesondere der Verteidigung de» Angeklagten, dast viele Persönlichkeiten höhere Beträge in die Sammellisten eintruge», als sie tatsächlich erlegten, um ihren Nachfolgern ihren Edelmut und Wohltätigkeitssinn vor Augen zu führen. Da ferner kein tatsächlich bestehender Hilfsverein solcher Art einen Schaden erlitten hat und und auch die geistige Zurückgeblie- benheit de» Angeklagten in die Waagschale fiel, gelangte da» Gericht zu einem milden Urteil. Ter Angeklagie tvnrde zu drei Monaten Kerker» e r u r t e i l t. Die Strafe ist zwar unbe- dingi, aber durch die Untersuchungshaft nahezu verbüßt. Der Angeklagte nalnn das Urteil daher an und meinte im Abgehen:„Aber ein ehrlicher Mensch bleibe ich deswegen doch". Nurst und MsE. Tsdiechische Opern-Vorstel lung. für die deutsche Jugend Samstag, den 24. April, um 14.30 Uhr findet Im Prager Nationaltheater eine Aufführung der Oper„N n f a I k a" voll Dvokäk unter der Leitung de» Opernchefs P. Tal ich statt. Minderbemittel- len werden für'diesen Abend.Karten"zu ermäßigtem Preise reserviert.. Die Tatsache dieses Abends wird'zweifellos. Lei allen Gutgesinnten Und Verständigen ebensoviel herzliche Shmpathien finden Ivie die voraufgegangene Vorstellung de» Deutschen Theaters für die tschechische Jugend. Arbeitervorslellungen. Heute halb 3 Uhr: Arbeiiervorstelliiug ,..ll o m m en Sieam E r- st e n", ein, glänzendes Lnftspiel. Karten an der Theaterkassa.-—„F i d e I i v" am Freitag, den 80. April, uni halb 8 Uhr abends, al» Arbeiterbor- stellung(M a: f e st v o r st e I l u n g). Karten täglich von 8 bi» 2 und 4 bis 0 Uhr zu billigen Preisen bei Optiker Deutsch, Koruna. Wochenfvielpla» de» Reuen Deutschen Theater». Sonntag, shll: Arbeitervorstellnng: Kommen Sie nm Ersten!; halb 8: Tas Testament der Tante Karo- line. CI.— Montag, halb 8: Ter fliegende Holländer, volkstümliche Vorstellung, Abonn. aufgeh.— Dienstag, halb 8: Traviata. A1.— Mittwoch, halb 8: Feine Gesellschaft, B 2.— Donnerstag, 8: TaS Paradies. C1.— Freitag, halb 8: Warum lügst du, Chörie?, D.— Samstag, halb 8: Das Testament der Tante Knroline, A 1.— Sonntag, halb 3: Aida; halb 8: Warum lügst du, Chörie?, B l. Wocheiispielplan der Kloinen Bühne. Sonntag, 3: Feine Gesellschaft, vollst. Borst.; 8: Illusionist.— Montag, 8: Kommen Sie am Ersten!, Bankbeamte! und freier Verkauf.'— Dienstag, 8: Bauernkrieg. — Mitrtvoch, 8: Figaro lässt sich scheiden.— Donnerstag, 8: Axel an der HimmelStür. volkstümliche Vorstellung.— Freitag, 8: Bauernkrieg, Theatergemeinde des Kiiltnrverbaudes und freier Verkauf. —• SamSiag, 8: Unentschuldigte Stunde, volkstüml. Vorstellung.— Sonntag, 3: Alarm im Radio; 8: Das Paradies. gegen diesen Film, der die löbliche Absicht hat, soziale Probleme anzurühren, der- auf herzliche Weise für die kleinen Leute Partei nimmt und den erfreulichen Vorzug hat, keine Liebesgeschichten aufzutischen, Wahrhaftig: wäre.man nicht allen'Konflikten! au» dem Wege gegangen, dann hätte dieser.Film, einer der besten werben können, die je am Barran- dov gemacht wurden. Auch fo, wie er ist, steht er schon weit über dem Durchschnitt der heimischen Filmproduktion, weil er mehr Elemente der Wirklichkeit und mehr Dokumente sozialer Gesinnung aufweist al» die üblichen Sing-, Scherz- und Rühr- filme. Aber weil, er die Konflikte scheut, ist er nicht packend und nicht bedeutend geworden, und der Schlust des Film» erinnert nur äußerlich an den Schluß von„Hej Rup" und an da» Ende de» amerikanischen Film»„Unser täglich Brot"; denn dort war die Selbsthilfe der Arbeitslosen, die lfriedliche) Eroberung der Produktionsmittel das Entscheidende, während hier nur eine private Arbeitsbeschaffung verherrlicht wird, die noch dazu wenig sinnvoll erscheint, da die Anlage neuer Kohlenschächte Unter den heutigen Umständen die Krise eher verschärfen al» mildern würde. Jnimerhin: al» Anlauf zu einer Läuterung der heimischen Films ist diese» Werk trotz seiner Mängel zu begrüsten,— Mängel, die auch in der Darstellung zu bemerken sind. Denn Ladiflav Broms Regie lässt die Linie einer Aufbaues vermissen, unterbricht die Handlung durch Einlagen, die oft störend sind lwie der Auftritt im Nachtlokal), schafft leere Swecken und verwischt(wie im Falle de» beiseite geschafften Koffer» und der Explosion) die Pointen, statt sie zu bringen. Die schwierige Aufgabe, einen Film ohne Helden lund ohne Star) zu• gestalten, ist nicht bewältigt worden, die weiblichen Darsteller sind säst alle unzulänglich, während unter den männlichen Ladiflav P e S e f, Piötik und Plachta(also die humorigen) die besten sind. Zu rühmen ist die gute Photographie Peienkar imd die sangbare Musik von Josef Dobeö.—eiS—- Im weihen Röhl. Die gleichnamige Operette, die durch die ganze Welt gegangen ist, war, wie versichert wird, die beste Fremdenverkehrsreklame für da» österreichische Salzkammergut. Der Wiener Film, der die bekannten Schlager au» der.Operette, die.nun schon altbackenen Witze und die europäischen Bedürfnissen angepasste Handlung übernimmt— der Kaiser Franz Josef ans der Operxtte ist, um in keinem Lande bei keinem etwa Reiselustigen anzustoßen, eiüfernt und durch Theo Lingen ersetzt, worden, der einen Wäschehändler namens. Fürst spielt, was zu einer folgenreichen Verwechslung Änlast gibt— ist als Propagandafilm aufgemacht. Man fleht die schönsten Punkte des WolfgangseeS, die, allerdings nur im Film, immer heitere und festlich gestimmte Bevölkerimg und wie sie für die. Fremden.seht ,und, singt und nutzt. Unter der Regie Karl Lamacf ist ein sehr lebendiger, bildstarker Film gedreht worden. Die bekannten Lieder sind durch neue vermehrt und die schmissige Musik Benatzkys durch alte österreichische Märsche ergänzt worden. Dast Hermann Thimig ein reizender Leopold und Christi Äadayn eine fesche Rößl-WIrtin abgeben, must kaum erst festgestellt werde». Auch die übrige Besetzung ist vorzüglich. Nm ein ganz guter Film zu sein, ist er zu sehr Propagandafilm. Man merkt die Absicht und man wird verstimmt... jk< 8|u^-8pLet-XvrpnpskgL Arbeiter-Segelstieger zur Antwerperner Olympiade. lieber Initiative der holländischen Segelflieger, die in Amsterdam, dem Haag und Rotterdam starke Segelsliegergruppen haben, findet während der Arbeiier-Olynlpiade in Antwerpen eine Tagung der Segelflieger statt. ES werden Vortragende aus verschiedenen Ländern sprechen und über die Praxis des Segelflugbaue» sowie über den Wert des Segelfliegens berichten- Der BerbandStag de» polnischen Arbeiterfports, welcher vor kurzem in Warschau stattfand, fiel in eine für die Arbeiterklaffe im allgemeinen und für die pol nische Arbeiterschaft besonders ernste Zeit, In feierlicher Weise wurde des verstorbenen Genössest Micha- lowiez gedacht. Die erstatteten Berichte wurden nach einer lebhaften Debatte zur Kenntnis genommen und sodann die Richtlinien.für die weitere Arbeit ausge- arbeitet. Bei den Nemvnhlen wurde u. a. Genosse Puzak zum BerbandSvorsitzenden und Genosse Domo« flawski zum Generalsekretär gewählt. Von den ge- fastten Beschlüssen wäre zu erwähnen, dast der polnische Verband entsprechende Maßnahmen ergreifen tvlll, um dem seit 1088 ihm angeschlossenen Danziger Arbeiter-Turn- und Sporwerband seine Rechte wie« derzugeben. Bezüglich der Antwerpener Olympiade will der polnische Verband versuchen, die grösstmöglichste Teilnehmerzahl zu entsenden. Den Abschluß des VerbandstageS bildete eine Trauerakademie für Genossen Dr. Äichalowicz. Die französische Regierung für sportliche Ertüchtigung. Ministerpräsident Lkon Blum hat einen Gesetzentwurf unterzeichnet, der die körperliche Ertüchtigung in Zukunft für alle Franzosen zwischen sechs und 14 Jahren obligatorisch macht. An.den Schulen sind für die. körperliche Erziehung mindestens fünf Stunden' wöchentlich vorgesehen. Der Entwurf brmicht nur noch vom Präsidenten der Republik gezeichnet werden, um in Kraft zu weten.— Vor einigen Tagen wurde das Dekret über die Einführung des Volkssportabzeichens vom Präsidenten der Republik unterzeichnet. Um die Einführung hat sich vor allem dec französische Arbeiter-Turn- und Sportverband(FGST) bemüht. »Urania« 20 3ahre Urania Montag,%6 und%0 Uhr:„Peer Gynt". Albers;(„Unvergeßliche Filme".) Dienstag, 8 Ahr: Wilhelm Börner:„Die Hoffnung als Lebensmacht". Dienstag, 8 Ahr: Urania-Radiobund, Btiitß>öch,8Ühr: N Grotesken Katze Crash'und' Lausbub Seraph.(„Kindernachmittage".) Mittwoch, 8 Uhr: Prof. Dr. Dhhren- f u r i h.„Vom Engadin zum Himalaja". Donnerstag, 8 Uhr: Rafael S ch e r m a n n: „Verbrechen und Liebe in der Schrift". Donnerstag, 8 Uhr: Ilrania-KoSmoS-Wander» bund. Freitag, 8. Uhr: Carl Z u ck m a h e r:„Vor-, lefung eigener Dichtungen".(Gem. mit dem Schriftsteller- und Künstlerverein„Concordia".) SamStag, halb 3 Uhr: 1. Vorstellung für deutsche Schüler im Nationaltheater:„Rusalka". SamStag, 4 Uhr und Sonntag halb 11 Uhr: „Sequoia", Kulturfilm(Schulpsennigverein). SamStag, 446 Uhr:„20 Jahre Volksbildungs- Haus Urania". Ansprachen, Rezitationen,„Sudetendeutsche Kunst".(Mitwirken!:: Deutsche Vtusikaka- demie.) Sonntag!. 11'Uhr: Jung-Urani a-Exkur- sion nach der„Bertramka"(„Alt-Prag"). Sonntag, 4 und 8 Uhr: Gastspiel der W i e• ner Urania:„Volkslied und Volkstanz in Oesterreich". 26. April, 8 Uhr: Dr. Peter Z enkl:„Grundsätze der modernen sozialen Fürsorge". Sozlalwertkherungf- Briefkasten In dieser regelmäßig am Sonntag er- scheinenden Rubrik werden Anfragen unserer Leser über Soeialversicheruhgs-, Kranken-, Alters-, Invalidität»-, Unfall- und Pensionsversicherungsangelegenheiten beantwortet. Schuldlenerin: Der Lohn Ihrer Frau(100 flä monatlich) ist allein für die Beurteilung ihrer Ber- sicherungSpflicht nicht maßgebend. Es wird darauf awkomnien. worin die Grundlage ihrer Existenz be- steht, ob in der Schuldieneravbeit oder in der Füh- rung Ihrer Haushaltes; wichtig wird daher sein, wie hoch Ihr Lohn ist, ob Sie ständig oder nur saisonweise beschäftigt sind oder derzeit keine Arbeit haben, ferner ob Kinder oder andere in Ihrer Versorgung stehende Personen vorhanden sind, schließlich ob Ihre Frau außer der Schuldienerei noch andere Beschäftigungen(z. B. Bedienungen) hat. Melden Sie alle diese Umstände der zuständigen Be- zirkSkrankenversicherungSanstalt und verlangen Sie die Herausgabe eines Bescheides über die Versiche» rungSpflichtl Sollte die Anstalt die Versicherungspflicht Ihrer Frau bestreiten, so senden Sie uns den Bescheid sofort ein und berichten Sie uns genau über die wirtschaftliche und soziale Lage Ihrer Familiel Wir werden Ihnen dann raten, ob Sie Berufung gegen den Bescheid erheben sollen. 26. April, lü6 imd 110 Uhr:„Wolkenstürmer".(Unvergeßliche Filme.) 27. April, 8 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Z e h n e ck« „Vitamine und Hormone". 28. April, 8 Uhr:„Deutsch-tschechischer Kunst» und Kulturabend der Masaryk-BolkShochfchule", Arania-Kino Heute lacht jeder lei Tibor v. Halmay, der seine lustige Kunst persönlich vorführt. Dazu der lustige Halmay-Film„Durchlauchtamüsiert sich" mit Alexander, Junkermann usw. Heute 4, 6, s4S mit und 2 Uhr ohne Büchnenschau. Ab Dienstag ung. Szöke S z a k a l l-P r e m i e r e„Bitte, recht freundlich",(BarätsägoS areot köret) und Gastspiel Halmay. Vereumacfiridito Freie Bereinigung sozialistischer Akademiker. Im Heim(Spälenä 46, 2. Stock), Dienstag, den 20. April, 20 Uhr, Referat von JUDr. C. K,i e d e I über„Alte und neue Strömungen in der Arbeiterbewegung'." Gäste, die der FBSA nahestehen, sind herzlich willkommen. Am Dienstag, den 27. April, 20 Uhr, im großen Saal des Handwerkervereins, Ve Smeökäch 22, öffentlicher Vortrag des Abgeordneten W. I a k s ch über„Student und Volk". ■ Anmeldungen,zum AtuS nehmen alle Funktionäre entgegen) auch können Anmeldungen in den Turnstunden im Turnsaal und täglich von ö bis 8 Uhr im Bildungsverein deutscher Arbeiter PRAG erfolgen. Schriftliche Anmeldungen sind an den geschäftsflihrenden Obmann V- Lahmer, Prag VII., Malä Sternberkovä 8, zu richten. Filme In Prager Lichtspielhäusern Hartleibigkeit, Hämorrhoiden. "////ir6ir/WwtlM Magen. Darm. «sei. Der Nim, Harmonika In diesem tschechischen Film sehen wir einen Siraßenninsikanteii, dem bei einen: Streit mit seinen: Zimmernachbarn(einen: ohenmligen Taschendieb, der den Titel„Privatier a. D." führt) seine Harnionika zerschlagen Ivird. Was tut der Beitel- Musikant'/ Er tvird Fensterpntzer, Reklameschildträ-| ger, Beifahrer mir einem Lastauto und schließlich' Kohlenarbeiier. Mit einen: Worte: er findet Ar-\ beit. Wir sehen seine Mutter, die reichen Leuten das; Hans reinigt nnd das Unglück hat, daß gerade, al»! die Hausfrau von einer Reise zurückkehrt, da» Waiier über die Stiegen rinnt, weil die kleine, Tochier der Bedienerin den Wasierhahn der Bade-, wanne geöffnet hat. Was geschieht? Die Hausfrau I ist ergrimmt, aber nach einiger Zeit" engagiert sie die Bedienerin tvieder. Wir sehen tveiter, wie der Pater des Harmonikaspielers arbeitslos tvird, aber der Jngenienr des verfrachten Betriebes holt sich die Arbeiter, nm mit ihnen erfolgreich nach Kohlen zu schürfen. Wir sehen ein Explosionsnnglück, aber der Verunglückte bleibt von einem Verband nm den Kops abgesehen heil. Wir sehen Kassenknacker, die sich freuen, ehrliche Erdarbeiten verrichten zu dürfen. lind eine Tochter ans gutem Hanse, die mit den Armen solidarisch ist. Wir sehen also eine soziale Idylle, die es außerhalb der Leinwand nicht gibt. Und das ist ein Eintvand, ein ernster Einwand Urania-Kino: Auf der Bühne: Tibor v. Halmay;„Durchlaucht amüsiert sich".— Adria:„Die Hexe von Salem". Colbert, Murray. A.— Alfa: ,„Im weißen Rößl". D.— Avion:„Tarzans Sonate". LU Dagover. D.— Avion:„Tarzans Flucht", A,— Beranek:„Die Matrosen komme::"- Astaire, Rogers. A.— Fenix:„Harmonika." Tsch., — Flora:„Ein richtiger Mann. A.— Hollywood:» „Harmonika." Tsch.— Hvizda:„Der fidele Desperecho." A.— Julis:„Es geht mn mein Leben." D.' — Sinern«: Journale, Grotesken, Reportagen.—, Koruna: Aktualitäten. Journale, Grotesken Reportagen.— Kotva:„Romeo und Julie". Nürma Shea«: rer, L. Howard. A.— Lueerna:„Die Kamelien-' dame". Greta-Garb». A.-— Metro:„Schick«, salsweg". Conrad Veidt. Engl.— Passage:„So endete eine Liebe". Paula Wessely. Dl— Praha: „ES geht um Mein Leben." D.— Radio:„Kinderarzt Dr. Engel." D.— Staut:„Der letzte Heide.">, A-— Sviwzor:„So endete eine'Liebe". Paulas Wessely. D.— Alma:„Die Matrosen kommen." A.' — Bajkal:„Kamin ohne Feuer." Tsch.— Belvedere:„Kamin ohne'Feuer;" Tsch-— Reseda:„Die Sechzehnjährige." D.— Carlton:„Bei den Strohwitwen." A.— Illusion:„Die Matrosen kommen." A.— Lido II:„Kamin ohne Feuer." Tsch.— Maeetka:„Die Matrosen kommen." A,— Olympier' „Kamin ohne Feuer." Tsch,— Perityn:„Ein rich-, tiger Mann." A.— Rory:„Kamin ohne Feuer.". Tsch.— Tatra:„Kamin, ohne Feuers Tsch.— U Bejvodu:„Der Tod. auf. Urlmöb." A. Baldek: „Tundra." A.— Beletrhy:„Die Sechzehnjährige." D. B e z u g» b e d i n g u n g e n: Bei Zustellung ins Hau» öder bei Bezug durch die Poft monatlich Kt ISl—, vierteljährlich K2 48.—, halbjährig Kt-gmizjUM W192.—-— Jnsewcke werden lmit Taris billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Mannflripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken.— Die Zeitungsfrankatur wurde von der Poft- und Tele- ' graphendlrektion mit Erlaß Rr. 13.800/V 11/1080 belvilligt.— Druckerei:„OrbiS". Druck-, Verlags- und 8estungS-A>-G. Prag. .«r. 02 Sonntag, 18. April 1087 Seife 7 GENOSSENSCHAFTS-BEILAGE det Hgmiu*- ftMSStMtkafl stehen jederzeit offen für alle, die willens sind, durch die Organisierung ihrer Kaufkraft ihre Lebenshaltung zu verbessern. Rechte und Pflichten sind für alle Mitglieder gleich Es gibt keine Bevorzugung und keine Benachteiligung der Mitglieder in den Konsumgenossenschaften. Jedes Mitglied ist gleichgestellt. Die Verwaltung der Konsumgenossenschaften erfolgt durch die gewählten Vertrauenspersonen der Mitglieder, die in regelmäßigen Zeitabschnitten über ihre Tätigkeit Bericht ablegen. Alle Vorteile kommen den Mitgliedern zugute Die erzielten Ersparnisse fließen den Mitgliedern durch die Rückvergütung und durch die Vermittlung preiswerter Qualitätswaren wieder zu. Durch Vereinigung zu wirtschaftlicher Kraftl Der GEC-Verband ist die Vereinigung aller Konsumgenossenschaften und versorgt die Konsumgenossenschaften mit Bedarfsgütern aller Art Der GEC-Verband ist jedoch auch die Produktionszentrale der Konsumgenossenschaften und erzeugt in. den eigenen» modern eingerichteten Betriebsstätten Lebensrnittel, Schuhe, Bekleidungsgegenstände und chemische Produkte.— Die genossenschaftliche Eigenproduktion ist der'wirksamste Schutz der Verbraucher gegen die-Diktatur der Kartelle und Trusts. RsuMDWM Familienväter! Fördert die KonsumgenossenschaftenI Fördert die genossenschaftlich« Eigenproduktion! x Genossenschaftliche Selbsthilfe Die Konsungenesseuscliaften, eine Massenbewegung les sudetendeutschen Volkes Um mit bekannten Tatsachen anzusangen: Nach bet letzten Volkszählung nab eS in unserem Staate 8,318.000 Einwohner, die sich als Deutsche bekennen. Davon siedeln in den Ländern Böhmen und Mähren-Schlesien 3,180.000; in Böhmen beträgt der Anteil der Deutschen 33, in Mähren-Schlesien 23 Prozent, in beiten Lan- deSteilcn zusammen 30 Prozent, also nicht ganz ein Drittel der Gesamtbevölkerung. Jni Jahre der letzten Volkszählung(1030) betrug die Anzahl ter Mitgliicher aller deutschen Wirtschaftsgenossenschaften ohne Rücksicht auf ihre besondere Art 413.000. Sie teilen sich wie folgt aus: die landwirtschaftlichen Genossenschaften 182.000 Mitglieder, die gewerblichen Genossenschaften 28,000 Mitglieder, die Bau- und Wohnungs- Jahren ganz erhebliche Fortschritte zu verzeichnen. Die Kräfte der Bewegung sind in dieser Zeit systematischer eingesetzt worden, als das zuvor der Fall Ivar. Dieses nach einem bestimmten Eitwicklungöpla» vor sich gehende Sire- ve» nach Erweiterung der wirtschaftlichen Grundlagen hat seinen AuSgangSpuilkt von der Groß- einkaufs- und Produktionszentralc unserer Konsumgenossenschaften, dem GEC-Perbande, genommen. Bereits im Herbste des Jahres 11)35 wurde ein dreijähriger Entivicklungsplan der genossenschaftlichen Schuhcrzcugung beschlossen, nach welchem die Erzcngnng in drei Jahren verdoppelt werden soll. Die Schuherzeugung unserer deutschen KonsunlgcnosscnschnstSbcweguiig hat insofern eine besondere Bedeutung, als sie in dem Ringen um GEC-Wäsche- und Kleiderfabrik Bärringen gcnosscnschaftcn 26.000 Mitglieder, die Konsumgenossenschafteil 260.000 Mitglieder. Da die historischen Länder Böhmen und Mähren-Schle- sien den weitaus überwiegenden Teil der deutschen Bevölkerung der Tschechoslowakei umschlie- ßen, ist auch die Hauptkrast der deutschen Genossenschaften hier zu suchen. Von den 800.000 deutschen Haushalten in Böhmen und Mähren- Schlesien sind also 260.000 konsumgenossenschast- lich organisiert, wobei es der! Natur der Konsum- genossenschaften entspricht, daß in der Regel Mitglied mit Haushalt gleichzusetzen ist. Wir kommen also zu dem erfreulichen Ergebnis, daß jede dritte deutsch« F a m i l i e d c r T s ch e ch o s l u w a I e i d en Weg zur S^e l b st h i l f e o r g a n i s a« tiomder Verbraucher gefunden' hat. Di« maßgebenden Zentralorganisationen der deutschen KonsumgenossenschaftSbewcgung sind der Verbmld deutscher Wirtschastsgcnosscnschaften sowie der GEE-Verband-, die Gesanitmitgliedschnfl der beiden Spitzenveobänden angeschlossenen Kon- sutngenosfenschaften ist mit rund 240.000 Mit- gliedersamilien zu beziffern.' Aus diesen nüchternen Tatsachen geht hervor, daß am< Gedeihen der Konsumgenossenschaften und all ihrer Einrichtungen ein sehr wesentlicher Teil der deutschen Bevölkerung unseres Staates interessiert ist, und jeder Versuch, die natürliche Entwicklung die» ser Bewegung z.u stören und ihr entgegenzuarbeiten, gleichbedeutend ist mit einer bewußten Schädigung' der wirtschaftlichen Interessen eines vollen Drittels des sudetendeutschen Volles. Von dieser Seite her muß die Konsum» genossenschaftsbewegung auch die mannigfaltigen Versuche politischer Parteien werten, ihr durch eine gewissenlose Agitation den Boden abzugra- ben. Diese Versuche sind r e st l o s> zum Scheitern verurteilt, denn eine BolkSbewegun g, wie sie die deutschen Konsumgenossenschaften in ihrer Gesamtheit darstellen, läßt sich ins ihrer Entwicklung nicht dadurch .auffalten, daß ihre wirtschaftlichen Konkurrenten, der private Handel, politische Bestrebungen für ihre engen Einzelinteressen einspannen. Vor die Alternative^/gkstellt, zwischen.einer- politischen Partei und den mittrlbarey?und' uftmitteffäre n VorteilenMitgliedschaft bei den'Konspm- genossenschaften wählen zu sollen, haben sich viele Zehntausende für die Konsumgenossenschaft entschieden. Diesem Walten der natürlichen Entwick» lungskräfte, der- Konsumgcnoß'enschaftsbewegung ist.ihre mnerschüttert« Standfestigkeit zu-verdanken.» Von hem selbst durch die furchtbarewFolgen der allgemeinen Wirtschaftskrise, in seinen Grundlagenunerschütterten Stande aus hat unsere Kon- sumgenossenschastsbewegung in sden. beiden letzten den Verbraucher einem privatkapitalistischen Werk von gigantischem Ausmaß gcgcnüberstcht, das seinen Sitz in der ostmährischcn Stadt Zlin hat. Es zeugt für die Leistungsfähigkeit unserer genossenschaftlichen Schuhfabrik in BLHin.-Kanmitz, daß sie seit der Inangriffnahme des Planes bis in die letzten Möglichkeiten ihrer Kapazität beschäftigt ist. Was vermehrte Arbeitsgelegenheit gerade in den sudetendeutschen Gebieten bedeutet, braucht vor den Lesern dieses Blattes nicht erst besonders betont zu werden. In diesem Zusammenhänge wird vielleicht die Feststellung interessieren, daß die Zahl der in den Eigenproduktionsbetrieben des GEC-Verbandcs Beschäftigten im Jahre 1086 weitaus größer ist als im letzten Jahre der kapitalistischen Hochkonjunktur 1020. Es liegt nahe, den Schluß zu ziehen: Wäre die gesamte Wirtschaft nach solchen Grundsätzen aufgebaut,!vie es die Selbsthilsebcwegung der Verbraucher ist, dann wäre der Menschheit das grauenvolle Elend dec kapitalistischen Krise erspart geblieben. Der Schnhentwicklungsplan des GEC-Ver- bandes war, wie erwähnt, lediglich der Anstoß für eine größere Zielsetzung, Ivclche die gesamte deutsche Konsumgcnossenschaftsbewegung umfaßt: Vom Berichtsjahr 1085/36 ausgehend, soll in den kommenden drei Jahren die Zahl der in den Konsumgenossenschaften einkaufendcn Mitglieder um 20.000 vermehrt werden, der Untsatz der Konsumgenossenschaften soll um 30 Millionen ftö erhöht werden, jener des GEE-Verbandcs um 20. Millionen Ke, jener der zentralen genossenschaftlichen Eigenproduktion um 10 Millionen K£. Bereits jetzt, nach Ablauf von neun Monaten des ersten Planjahres, läßt sich bereits erkennen, daß die Umsatzziele des gcsamtgenossen- schastlichen Dreijahrplanes schon nach Ablauf eines Jahres erreicht, oder die Umsätze zumindestens hart an das Endziel des Dreijahrplanes chorgetragen sein werden. Diese Ergebnisse sind einerseits durch die unermüdliche, von der Kraft der genossenschaftlichen Ideale erfüllte Kleinarbeit zustande gebracht wovden, anderseits aber— als Effekt dieser Arbeit— durch di« treuere genossenschaftliche Pslichttrfüllung der Mitglieder, und zwar ohne Rücksicht auf die allfällige. Zugehörigkeit zu einer besonderen politischen Partei! Wir S o z i a I i st e n haben als Anhänger seiner politischen Partei, welche die Umgestaltung der' Gesellschaft nach gemcinwirtschaftlichen Grundsätzen auf ihre Fahne geschrieben hat, bei der praktischen Verwirklichung dieses Ideales höhere Pflichten zu erfüllen als jeder ander«. Die vorbildliche Förderung der Konsumgenossenschaften und ihrer Wirtschaft durch die praktische Tat ist ein wichtiges Stück Arbeit an den Lebensinteressen des sudetendeutschen Volkes. Ems l Fi sch e r. Sonntag, 18. April 1037 Nr. OS Seite 8 I Die heimische Versicherungsanstalt für Schlesien und Nordmähren, der Gegenseitige feuerversicfterun^s-Terein in"Weidenau«x» versichert zu den günstigsten Bedingungen bewegliche und h unbewegliche Sachen gegen Brand-, Blitz- und Explosionsschäden 8zzzzzzzzzzuzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzmzzumuzF«ZUZ •••••••••••••••••••••<•••••••••••• * I. Olmüizer Hiisefabrik• ; A.R.HrabB• • OlmiUz II.. 109• D liefert alle Sorten von echten Olmiitzer Käseln- Lieferant desGec-Verbandes O D 4029® VetoHtGs-fakttädu VELAMOS-WERKE HEINZ fr COMP. FAHRRAD- UNO FAHRRADTEILEFABRIK ivmu 4028 DACHPAPPEFABRIK WIEDERMANN MARTHA SAROCH HOHENSTADT Nordmähren 4055 Telefon- und Lichtsignal-Hnlagen jeder Art und jeden UmfangeB installiert Privat-Telefon- Gesellschaft Ges. m. b. H. Prag, I., Dlouhä 49— Telefon Nr. 616-4F Miete- Verkauf Rekonstruktion und Instandhaltung bestehender Anlagen Projekte u. 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B. H.• PRAG II. VACIAVSK^ NAm. 60(„PHÖNIX"). TELEFON.309-41•TELEGRAMMADRESSE. CEMENTPRODEI «r. VS Aonntaz, 18. April 1937 Teilt 9 I I ! ZUCKER nährt ZUCKER stärkt ZUCKER macht gesund Montan- und Industrialwerke vormals 3OH. DAV. STARK Präs II» Revoluftif 2 Ultramarin’Waschblau mit der Etikette ECHT STARK garantiert blütenweiße Wäsche ücsantc lagcshapazitöt M Waggons Lieferant des GEC-Verbandes MASCHINEN ■ur MraOenbau und Mrafienerhaltunä Fahrbare Trockentrommeln- Mischmaschinen- Schmelzkessel für Teer und Asphalt- Anlagen für die Erzeugung von Straßendeckenmassen r Fahrbare Kocher und Transportmaschinen- Spritzmaschinen für Tder und Asphalt- Fahrbare Kompressoranlagen- Preßluftbe- triebene Maschinen: Aufreißer, Spatenhammer, Stampfer, Bohrhammer usw.- Gesteinsbohranlagen- Steinbrecheranlagen- Sortierungen usw. Dieselmotoren, fahrbare Förderbänder usw. Verlangen Sie Spezialprospekte! WUkowMzerEisenwerk Nitraer Flamen hm Sdialwerke A.6. 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Die Technik ist Wissenschaft und zur richtigen, vollwertigen Umsetzung der Technik"in di« Tat, zu ihrer Anwendung nach der jeweils gegebenen und zeitgemässen wissenschaftlichen Erkenntnis, ist als Grundlage, eine IWirtschaftS» Ordnung Voraussetzung, ein WirtschaftS- system also, welches selbst der zeitgemäßen wissenschaftlichen Erkenntnis entspricht. Jin Zeitalter der gegenwärtigen anarchischen WirtschastS- Unordnung ist somit die Kennzeichnung: „Wir leben im Zeitalter der Technik!" unrichtig, sie müßte heißen:„Wir lebten im Zeitalter der Technik, wenn wir in. einer vernünftigen Wirtschaftsordnung leben würden." Die Technik ist heute in den Klauen der Spekulation, in den Ketten der Truste und Kartell«, in den Fesseln der Banken, in der Knechtschaft deS Geldes. Sie schmachtet hv den Kerkern des unwissenschaftlichen, durch und durch morschen Kapitalismus, der die neuen Erkenntnisse der Technik nur in ganz bescheidenem Ausmaße verwirklichen kann und zumeist auch noch falsch verwirklicht. Geradezu zum Unglück für die Menschheit wird in der heutigen Wirtschaft die Umsetzung der Technik in die Tat, weil sie ganz verkehrt umgeseht, ganz falsch angewendet wird. Das gegenwärtige Wirtschaftssystem ist daS denkbar schlechteste Fundament für den Ausbau des technischen Fortschrittes, und weil es bei der Konstruktion deS Aufbaues auch noch selbstherrlich oder mit Zufällen entscheidet, kann die. Technik in derGegenwart nur gesteigerte Unordnung, nur Unrecht und Krieg, nur Unglück und Not,, nur Degeneration und Demoralisation im Gefolge haben. Die von ihren Fesseln und Ketten'befreite, richtig angewandt« Technik, würde die Erde' in ein Paradies verwandeln, würde Wohlstand und Freude, Recht und Frieden hervorbringen, sie würde die Existenz aller Menschen sichern. Damit soll gewiß nicht einem zügellosen und uferlosen Walten der Technik oder gar der Techniker dar Wort geredet werden. Di« Technik braucht auch in der vernünftigen Wirtschaft gewisse Bindungen, dies« dürfen aber nicht zu Fesseln und Ketten werden. Die Technik darf nicht abhängig sein von der Spekulation einiger weniger kapitalistischer Wirtschaftsführer, auch nicht .etwa, Volt, dem Wohlwollen eines Professorenkollegiums. Die Bindungen, welche der Technik in einer vernünftigen Wirtschaft entstehen, sind, die natürlichen Bindungen, welch« sich aus den jeweiligen Produktionsmöglichkeiten und ganz besonders aus dem Konsum ergeben. Eine'vernünftige Wirtschaft hat die natürliche'Gründlag«:„Wirtschaften heißt Vorsorgen, heißt nicht spekulieren, heißt nicht Hasardspiel mit der Existenz der Menschheit:" Ganz anders geartet ist unser gegenwärtiges, geradezu menschenunwürdiges Wirtschaftssystem. In seinen ständigen Schwankungen kennt niemand die Produktionsmöglichkeiten und niemand die Konsummöglichkeiten, am wenigsten bekannt sind sie den heutigen Wirtschaftssührern.. Im besten Falle kann heut« von einem spekulativen Erraten des voraussichtlichen Konsums gesprochen werden. Westschlesische Konsum-, Produktiv- und Gpargrnoffenschaft in ISgerndorf »«gifte. Senossenschast m. beschränkter Haftung t! il t! I Trink- und Brennspiritus Die Bezugsquelle der organisierten Verbraucher Nordmährens und Westschlesiens ist die 37 Filialen 7,400.000'- Kc 4300 Mitglieder registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung mit dem Eitze i«MShr.-Gchl«bers. 80 Berteilungsstellen— 15.000 Mitglieder Verlanget überall Volkszünder Deine Sparkasse.... finalen des lebensmlttelmagazlnes Mir Eisenbahner in jaaerndorl Troppau Nieder-Undewiese Freudenthal Durch Verlrau Gegründet 1880 Gegründet 1880 Textilfärberei, Bleicherei, Merzerlsatlon, Indanthrenfärberei, Enlanisieren von Teppichen, Polstermöbeln, Pelzen etc, Spezial-Abteilung: Färben von Möbelstoffen ohne Abtrennen der Bezüge, Weißwäscherei,.Imprägnieren von Ballonseidenjacken etc. Filialen und Annahmestellen In allen größeren Städten der CSR. '■4027 Färberei und chem. 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Tie Prämieneinnahme des Vereines einschließlich der Rückdeckung beträgt Kä 1,267.278.— und die reine.Vereinsprämie Kä 582.886.—. In letzterer erscheint per eingeräumte löprozentige Bonus von Kä 50.874.— bereits abgerechnet. Für 47 Gesamtschäden im BereinSgebiet wurden durch uns Kä 246.119.— ausbezahlt, hievon entfallen auf den Verein einschließlich der Rück» decknng Kä 219.666.— und auf den Verein allein Kä 102.278:—. Seit der Gründung des Vereines wurden für eigene Rechmmg desselben in 1024 Schadenfällen Kä 2,640.484.46 ausbezahlt. Bei" den Schädenerhebungen' wurde wiederholt festgestellt, daß trotz unserer diesbezüglichen Ermahnungen viele der Beschädigten ihre Objekte und Fahrnisse nicht im Zeitwerte versichert hatten und hiedurch geschädigt waren. Wir fordern neuerlich alle Vereinsmitglieder auf, ihre Verstcherungen zu überprüfen und dem heutigen Zeitwerte anzupassen, weil ein Spare» an der Prämie sich stets im Schadenfalle an dern Btztroffenen röcht. Der Prämienrückersatz vom BereinSanteile (Bonus) beträgt Kä 188.780.— und wurden feit 1910 Kä 1,486.165.— an die VereinSmitgliwer rückgezahlt. Für das Betriebsjahr wurden an das Ministerium des Innern Kä 50.688.50 als gesetzlicher Feuerwehrbeitrag abgeführt. Zur Förderung deS Löschwesen» erhielten die Feuerwehren Kä 22.500.—, welche perzentuell nach dem Versicherungswerte in den einzelnen Gemeinden zur Auszahlung gelangten, weiter- Kä 9011.25 als außerordentliche Spenden. Seit dem Jahre 1910 erreichen.die Feuerwehrunterstützungen Kä 248.500.— und die außerordentlichen Spende» zur Anschaffung von Löschgeräten Kä 127.112.55i' Außer den genannten Unterstützungen erhielten einzelne der Feuerwehren noch Kä 4055.— als Stet« tungSentlohnmigen und betragen diese bisher Kä 88.780.—; daher wurden unsere Feuerwehren außer den an die LandeSfondS abgeführten gesetzlichen Feiierwehrbeiträgen insgesamt mit Kä 454.351.55 unterstützt. Polizzen wurden 16.201 ausgestellt; Reuauf« nahnten waren 879. Laut GcneralvcrsammlungSbeschluß wurde der vorjährige Reingewinn von Kä 820.850.48 wie folgt verwendet: Zuweisung an den Sicherheitsfonds Kä 230.000.— Zuweis. a. d. KurSimterschiedSfondr Kä 52.850.48 Zuweisung an den PensionSfondS. Kä 15.000.— Zuweisung an Feuerwehrunierstiitz. Kä 22.500.— Zusammen. Kä 820.856.48 Wegen Verwendung deS diesjährigen Reingewinnes per Kä 858.856.20 werden wir unS'erlauben, nach Anhören der Rechnungsprüfer, der geehrten Generalversammlung Vorschläge zu erstatten. 4000 Boden«nd Klima Boni Urwald zur Bodenkultur ist ein sehr, sehr weiter und beschwerlicher Weg gewesen^ Die Landwirtschaft in ihrem heutigen Stande ist das Ergebnis mühevoller KolonisationSavbeit. Betrachten wir die nordwestliche Ecke unseres Böh- merwaldeS. Vor Jahrtausenden ist sie ein wild- zerklüftetes Gebiet gewesen. Heute ist dieses Gebiet zwischen Kaiserwald und Böhmerwald, Erzgebirge und Fichtelgebirge,— das Egerland—, das erst im 12. Jahrhundert kolonisiert wurde, äußerst fruchtbar. Der Boden trägt hier dank dec bäuerlichen Pflege reiche Früchte, hingegen können sich die Kleinbauern im Gebirge das ganze Jahr über abmühen und abrackem, und doch bleibt der Ertrag ihrer Felder sehr dürftig. Im steinigen Gebirge ist eine breite Ausdehnung des Ackerbaues gar nicht möglich. Der Kleinbauer im Gebirge muß nach althergebrachter Sitte sehr häufig sogar mit der Sichel das Korn schneiden, an veralteten Methoden des Ackerbaues festhalten, weil das stark hügelige Ackerland, aber auch der geringe Ertrag der Felder Anschaffung und Verweudung vou Maschinen gar nicht gestattet^ Die Felder im Gebirge ziehen sich an steilen BergeSabhängM, auf stark welligem Hügelland hin. Der Boden.ist sandig und steinig und behält wenig Feuchtigkest. Das liebt Vieh Selten werden wir auf einen Gebirgsbauer treffen, der mehr als zwei Kühe im Stalle stehen hat. Hühner und allenfalls noch eine Ziege dazu sind sein ganzer Viehreichtum. Mit seinen Kühen verrichtet er all jene Arbeit, zu der der Großbauer im Flachland die Pferde oder gar die Traktor.« einspannt. Von den Erträgnissen seiner Milch-, Vieh- und Eierwirtschaft gehört so gut Wie nichts für den eigenen Haushaltsbedarf. Denn Eier, Butter, Milch müssen zu Geld gemacht werden. Mehr Vieh als zwei Kühe kann der Kleinbauer im Gebirge aber auch gar nicht gebrauchen, denn seine Wiesen bringen nicht mehr Futter ein. Für die Kühe, die Milch geben sollen und bei den Gebirgsbauern zudem noch als Gespann dienen müssen, ist aber Heu allein nicht das nötige Kraftfutter. Klee und Rüben jedoch baut der Kleinbauer im Gebirge sehr wenig, weil der Boden den Anbau völlig unrentabel macht. Und gerade die Rübe ist anspruchsvoll, braucht guten Boden, aber auch gute Pflege. Der Bauer muß also zumindestens Rüben kaufen, dazu aber auch noch Leinmehl und Kleie. Ist gar noch die Heuernte schlecht,, dann muß-er auch noch Heu kaufen. Die Wirtschaft Die materiellen Erträgnisse seiner Bauern» wirtschaft- bestehen>in-den Einnahmen,- die er aus dem Verkauf von Eiern, Butter, Milch, Quark er« zielt. Hat eine Kuh gekalbt, dann bringt'auch der Verkauf'des Kalbes Kronen ins Haus. Aber auch die jungen Hühner und Ziegen werden gegen gute Kronen an. den Mann gebracht. Quantität und Qualität der Milch? Beides hängt von dem Stück Vieh, aber auch vom Futter ab, Es gibt gute Milchkühe, aber auch minder gute. Durchschnittlich gibt, eine Kuh unserer GebirgSbaüern 8—10 Liier Milch pro Tag. Auch die Buttergewinnung bewegt sich auf sehr schwankenden Bedingungen. Die Ernte liegt im Gebirge immer einige Wochen hinter der Ernte im Tiefland zurück. Und toenn gar das Wetter ungünstig Ist, bringen die Bauern in den höheren Lagen ost nicht einmal das Grummet mehr ein. weil sie über die Grummeternte vom vorwinterlichen Wetter überrascht werden. Die eigene Scholle. Ich bin oft über die Kämme unserer Gebirge gewandert und habe den Bauern bei ihrer beschwerlichen Arbeit zugeschaut, habe mit ihnen von ihrer Mühe und Plage gesprochen.„Ja", meinte' einer der Gebirgsbauern,„das ist ein Kreuz, das wir tragen I Im vorigen Jahre hab ich ein Strich Winterkorn gesät; doch das ging nicht auf. Da mußte ich eben wieder umackern'und noch einen Strich Korn säen. Die neue Saat trieb schön die Spitzen, und ich hatte auch Glück mit dem Wetter- Doch als das Frühjahr kam und die Schneeschmelze, war diese Aussaat auch wieder verdorben. Also mußte ich wieder umackern, wieder einen Strich, diesmal Sommerkorn säen, das ich aber kaufen mußte. Drei Strich sät"man, vier Strich erntet man! Wo bleibt da das Korn für das eigene Brot?" NOBEL O VEREINIGTE UP-WERKE, A-G. PRAG B»Un N| 9 A 1 I' I A V A F 1t$ f H OlMUTZ. P ARDUli' I HPA!) I- KU-Ai kl iC Ml HOI R G,«I f 0 A. IfFUU SOOMAU M! k A•» ICOPPAU« oSlCI. IGI AU r ARtStiAD 1'ßlP iPTMIVK J Ml eoifSlAV. ZNAIM VERLANGEN SIE UNSEREN KATALOG! Doch die Gebirgler hängen an ihrem Boden, an der eigenen Scholle ihrer'Heimat. Fühlen.sich trotz aller Drangsal und Beschwernisse' noch als Bauern, als„Herren" auf ihrem eigenen Grund und Boden,, den sie'stei bewirtschaften, ohne sich von anderen in das Geschäft dreinreden lassen zu miss« sen. ES ist stille, verschlossene Freude am eigenen Besitz, und in diesem Gefühl treiben sie unbewußt trotz aller Schwere der Tagesarbeit das Lebenswerk der Urväter fort: Vom Urwald zur Boden- kultur.-' Viele von ihnen aber haben begriffen, daß eine-kommende, die sozialifttsche Gesellschaft, auch ihr Los und Schicksal bessern, ihnen staatliche Hilfe und Förderung zuteil werden lassen wird. Alfred K. Zentralheizungsbau Sanitäre Anlagen Ullgemeine Genossenschaftsbank Expositur In Mflhr. Ostrau Bahnhofstraße 40 filhrt sämtliche Bankgeschäfte durch; nimmt Einlagen auf Einlagebücher u. laufende Rechnungen an; führt Geschäfte mit Wertpapieren durch; gewährt Anleihen aller Art Verkauf der Klassenlotterie!«« WWW I« KH| iser Sieteiiliteis-Mxsaper REX ft lllr Wechselstrom Kc 2080'- REXU Universal Ri 2311'- REXB Ihr Batterien Kt 1880- Prospehte und Durfiihrung in allen Radiofachgeschäflen und in allen DEt-filialen Zenlral-Derbandiwdeuhdienlandmirtxdialllidien Dennnensdiapen mährens, Sdilesiens m fe Slomahei, reg. Gen. m. b. H„ Brünn, Rathausgasse 11. Geldausgleichsstelle, Revislonsstelle, gemeinschaftlicher Warenbezug für alle angeschlossenen Genossenschaften. Bezugs- und Verwertungszentrale, Ges. m. b. H. Bezug aller landwirtschaftlichen Bedarfsartikel, Absats aller landwlrt-'" scbaftllchen Produkte. l--,,-- Schweieibad or.-uilersdorl, Ges; m. b.' Sanatorium,( Kurhaus, Kinderheim, Schwefelbassinbad, Wannenbäder, Frei« Schwimmbad, Kurkonzerte, Kurtfaeater, Parkspaziergänge, Mittelstandpreise.< Landwlrtsdiuttildie zentralhassa iUr deuts