Einzelpreis 70 OlOtC(einschließl.ö Heller Porto) Spanien will die Schiffahrt schützen Weisungen des Marineministers an die Hotte Balenei,a. 9m Zusammenhang mit der faktischen Einführung der Marinekontrolle hat der Marineminister der Valencia-Regierung Prir t o einen Bese-l an die Kommandanten der Luft» und Seeftrettkräfte der Republik unterzeichnet, in welchem eS«ach eitwr sehr scharfe» Kritik de» Kon- trolle-Abkommen» heisst: Niemand darf unsere Handelsschiffe mit irgendeiner Fracht weder in den spanischen Gewässern noch auf hohrr See anhälten. Darüber gibt«S kein« Zweifel. Wiewohl alle Rationen die spanisch« Regierung an der berechtigt«, Auffüllung ihrer vor- rät» in ungerechtfertigter Weise hindern.wollen, können wir Frankreich, England, Italien und Deutschland nicht auf da» gleiche Niveau stellen. Wir wiffen, daß Frankreich und England ihr« Berpflichtungen gegenüber Spanien genau n a ch k o m m e n. Da» gleiche kämtrn wir jedoch von Italien und Deutschland n i ch t sagen, deren Schiff, den Transport von Mannschaften und KrlegSmatorial für die Aufständischen unter- stützen oder sogar selbst durchführen, die di, republikanisch« Flott« bewachen, die Schiff« der Aufständischen unterstütz«, und ihr«, Flugzeugen StartmSglichkeiten bieten.’ Diese Umstände erlegen ab heute den rrp«. »likanischrn Ser- und Luststreitkrästen»ine zwei- fache Kraftentfaltung»um Schutze der unter un- .serer Flag,, segelnden Schiff« ans. Daher ordn» ich mttHr/i ,■ »«' Marine- und«uststreiEräst, d« pqblik gewähr,« deck unter der legalen Flagge der' spanischen Republik s«,«luden Schiffen im höchst- möglichen Ausmaß Schutz und Geleit. 2. Sie müssen die Aufbringung oder Ber- schleppun, der unter unserer Flagge segelnden Schiffe in irgendeinen anderen al» den Bestimmungshafen verhindern... 8. Sie gewähren an der Grenze d«r spanischen Hoheitsgewäffer allen Schiff«, frentder Rationalität Schutz, fall» fie darum ersucht werden. 4. Dieser Hilfeleistungödienst unserer Kriegs- streitkräftk wird insbesondere in dem der!i ta- li«Nischen und deutschen Flott«zur Kontrolle angewiesenen Abschnitt de» Mittelmeere» besonder» forciert werden. - 5. Erfordert dir Ausübung dieser Pflicht Opfer, so müllen ste ohne Zögern gebracht werden. Francos„Blockade** erneut durchbrochen London. Da» britische«aüffartrischiff „S« v c n SeasSpray" hat dem amtliche» Bericht der.Admiralität zufolge die«Uba». Blockade durchbrochen und ungestört fein« Lebensmittelladung im. Häfen gelöscht. Rach einer Ans- sage eine» der Schiff»,i,«,tümer hat die Schiff- fahrtSgrfellschaft dem/ Kapitän di« Weisung erteilt, die sogenannte Blockade zu durchfahren; die baSIische Regierung hatte her Gesellschaft G a- ran t i e« dafür gegeben, daß die ganze Route gefahrlos sei. Trotzdem lief da» Schiff»ei«acht an» und e» wurde auf. hoher See von Mtischen Kreuzern, in den baSkischrn HoheitsgewLssern von einem Panzerschiff au» Bilbao eskortiert. Ick diesen Gewästern würdet, k e i n e Minenfelder beobachtet. Mittwoch, 21. April 1937 Nr. 94 17. Jahrgang aus dem Inhalt: Justizminister gegen Aenderungen in der Ehegesetzgebung „Attentat“ auf die Aktentasche des Abg. May Eine deutsche Akademie in der CSR. Von der„Zeit“ zu Mercy Schwere Kursstürze an der Prager Börse Tozmldemvkrat .«.»«-loraan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik .' r«rscheiRt»tt dos«ontk», thgttch früh dB liung. Prag XU Fochova 62- Telephon 88077- Herausgeber: Siegfried Taub- Verantwortlicher Redakteur: Karl Kern, Prag mit den BerstcherungSanstalten beiträgt. Phönix-Sanierung perfekt Bis zu 1OOOO W die bisherige Regiegebühr* Darüber hinaus Abzüge von 5 bis SO Prozent der Versicherungssumme «rag. Amtlich wird--meldet: Di. Regierung h-t am DienStagd-u T«t der Regierung»- . L, inrfrfw am Mittwoch in der Sammlung der Gesetze und Verordnungen erscheinen' und den Titel führen wird„Regierungsverordnung über die Regelung de»«erhält- niste» des tschechoslowakischen Stande» der Berstcherung Phönix, LebenSv.rsicherungsges.llschaft l» Wien, und einiger damit zusammenhängender Fragen". Durch diese Berordnung wird die Frage der Sanierung de» Phönix geregelt, zu welcher di, Regierung in beträchtlichem Maße-en,einsam mit den BerstcherungSanstalten beiträgt. DI« Regierung war von dem Bestreben geleitet, die Berluste der Bersicherten der«er- sichcrungSgcscttschaft Phönix auf das kleinstmög- lich« Maß herabzusetzen, und st« regelt daher durch Ihren heutigen Beschluß die Ansprüche der Bersichernngsnchmer unter voller Berücksichtigun, ihrer B-rhältnifse. ES ist selbstverständlich, daß die Sanierung des Phönix nicht nur au» öffent- lichen Mitteln dnrchgeführt werden kanck und daß auch di« Bersicherten der Anstalt durch ein«, eigenen Anteil an ihr beteiligt sein müll«». Dies« Be- teiligung der Versicherten äußert sich- i n Form mäßiger gestaffelter Abzüge von den BersicherungSsumnien. Di« Versicherungen, welche nicht älter al» drei Jahre sind, sowie die Unfallversicherungen werde» keinem Sanierungsabzug unterworfen werden. Die- Versicherungen, die älter sind al» drei Jahre, werde» diesen Abzügen, eventuell Rcgiegebühreu unterworfen: ■'«) Von den auf eine Versicherungssumme biS ,,, lO.ooo AL lautenden Versicherungen wird eine Regiegeb Uhr in der bisherigen Höhe abgeführt werdend(Diese Versicherungsnehmer inachen 84 Prozent der Gesamtzahl der-bei der Phönix Bersicherten au».) b) Bon den auf eine höher« Summe al» lo.ovO AL lautenden Versicherungen wird ein Betrag von 8 bi» 27 Prozent von der Bersiche- rungSsumme abgezogen, und»war gestaffelt nach dem Berhältnl» der Gesamtsumme der bis zum 22. April 1036 gezahlten Prämien zur Ge- samtsumme der für die gesamte Berfiche- rungSdauer vereinbarten Prämie». c).In dem gleiche» Verhältnis werden di« Abzüge bei den auf eine Rente lautenden Ver sicherungsverträgen durchgeführt werden, wobei Sei Rentmverstcherungen mit einer jährliche« Auszahlung bi»»u 8600 AL der Abzug 8 Prozent von jeder Rentenzahlung beträgt. d) Vel den Versicherungsverträgen, für welch««ine Einmalprämie gezahlt mürbe oder für welche die Prämienzahlung bi» zum 22. April 1836 beendet war, beträgt der Abzug 30 Prozent von der BersichernngS- B a l e n e i a.(Fabra.) Der Kriegsminister teilt mit: Die feindliche Artillerie hat Madrid bombardiert, ohne ernstere Schäden anzurichten. Dir republikanische Artillerie beschoß dl« Stellungen der Aufständische» am GarabttaS-Berg, lei Eerro Aguila und Easa de. Vaca». Aus den Reihen der Aufständischen sind 20 Soldat.» in da» Regierung»!»-« übergelaufen. Bei Luene, festigte« di« republikanischen Abteilungen Stell lungen, welche sie tags vorher beseht hatten, und selten die Brücken wieder in Stand, welche von den Aufständischen bei ihrer Flucht zerstört wer- den waren. Am Nordabschnitte setzen di« republikanischen Abteilungen ihren Bormarfchbei T e r u e l fort. Di« Aufständischen versuchten ihre früheren Stellungen zuriickzuerobern, sie wurden jedoch zurückgeschlagen und haben auf dem Kampfplatz viele Tote sowie größere Mengen»0» Waffen und Kriegsmaterial zurückgelasten. Die feindlichen Streltkräftr konzentrierten sich lei Mondragon im Abschnitte lei Lequeltia, lei El- guele und Monte Beretin, sie wurden jedoch unter heftiges Feuer genommen und mit zahlreichen Berlnsten zersprengt. summe oder von jeder Rentenzahlung nach 1 den, 2. April 1936. Den Versicherte», welche aus Gründen der Unsicherheit hinsichtlich der Zukunft der Vcr? sichernngSgesellschaft Phönix nach dem 1. Jänner 1936 die Prämienzahlungen, zu welchen sie sich auf Grund deS BrrslcherrjpgsvertrageS verpflichtet hatten, eiustcllten, gibt die neue Regierungsverordnung die Möglichkeit, den Versicherungsvertrag zu erneuern, falls sie bei der Leitung der Anstalt bis 22. Juli 1937 darum ansuchen. Durch die Regierungsverordnung werden auch die Fälle jener BersicherungSverträge geregelt, welche aus Grund der Forderungen der Versicherten an die Zentralbank der deutschen Sparkassen in der Tfchechoslowakischen Republik abgeschloffen wurden. Die Versicherungsgesellschaft Phönix wird biS auf wettere» von der auf Grund der Regierungsverordnung Nr. 101/36 eingesetzten Verwaltung geleitet werden, welche jedoch durch neue Mitglieder erweitert werden wird, welche von der Regierung ans tschechoslowakischen sowie d e n t» scheu Fachkreisen werden ernannt werden. Bei Bilbao verfolgten Negierungsflugzeuge in einem Luftgefecht 18 Flugzeuge der Aufständischen, wobei«S ihnen gelang, zwesdeut- fche Doppeldecker abzuschießen. Ein Flugzeug der Aufständischen verbrannt« sechs Kllometer jensettS Bilbao, daS andere stürzte über den Regierungslinieu ab. Di« republikanischen Flu«-u«.wurden nicht beschädigt.^Ack.der ast«-, rische» Front waren die Aufständischen zur Räu- niung deS Dorfes Donal gezwungen. Dir Regie- rungSarttllerie jagte die bei Grada konzentrierte» Aufständischen-Abteilungen in die Flucht. Au der Südfront bei Cordoba setzten die republikanischen Abteilungen ihren Vormarsch auf der Straß« nach Billa Harta fort, nachdem sie, vorher einige< Kämme in der Sierra Chimorra besetzt hatten.' Im Abschnitt« Fuente Ovtjuna besetzten die Re- gierungsabteiluugen eine- wichtige Position bei Santa Barbara, wo die Aufständischen geschlagen wurden. An allen Abschnitten gehen Aufstän-' dtschen-Abteilungen zu den Regierungstruppen über. Die Kontrolle hat endlich begonnen | Paris. Die internationale Kontrolle der nach Spanien fahrenden Schiffe, ihrer Laduugei, und der nach Spanien«inreisenden Personen hat| um Mitternacht begonnen, wird aber im ganzen 1 französisch-spanischen Grenzgebiet und in alle»- Häfen, von welchen Schiffe nach Spanien aus»! fahren, prattisch erst seit Dienstag früh durchge- führt. Der Vorsitzende der internationalen Kon- i trollkommission, Oberst Lunn, weilt bereits in der! in den PhreNäen gelegenen Stadt TarbeS, in der der gesamte Kontrolldienst konzentriert ist, der an der französisch-spanischen Grenze ausgeübt wird. Faschistische Einheitspartei Francos St. Jean d e L u z. Montag abends wurde über sämtliche faschistische» Sender«in' Dekret de» Generals Franco bekanntgegeben, daS di« spanischen Rationalsundikalisten(F a- l a n g e) mit den Regnete»(Kampforganisation de. Karlisten) in einer großen na-| tionalrn Partei zusammenschliestt. Diese' führt den Namen Falange Espaäola y Tradicionalifta de la» IONS- und ist die einzige Partei Spaniens. Die«berste Leitung über sie übernimmt, General Franco persönlich. Ihm steht ei» Rationalrat zur Seite. DI« anderen politische» Parteien und Mlizorganisationen werden aufgelöst. Fortschritte an allen Fronten Neue Verhaftungen von Sowjetfurilctlonliren? M o»kau.(Reuter.) Mehrere hohe Wür- denttäger sollen in ei» neue» trotzkistifche» Kon» plstt verwickelt sein: Die-Angelegenheit'sei in, Zusammenhang mit der Ausdeckung von Sabotageakte», in den-Goldminen an der Lena aufgekommen. Man erwartet, daß«in« Reihe von Personen verhaftet werden wird.. Sandner will ablenken Die SdP gegen die Lohnbewegungen! . Einen ganzen Hansen ihrer Parlamentarier, KrciSführer und anderer Größen hat an, vergangenen Sonntag die SdP hinausgeschickt, uni die Ivankende» Reihen wieder aufzurichten. Unter den vielen Namen, welche die„Zeit" anführt, verinissen wir schmerzlich denjenigen des Abgeordneten Dr. Kellner, der diesmal anscheinend unaufsindbar war, obtvohl die Arbeiter gerade sein Wort am liebsten gehört hätte». Der Zweck dieser Versammlungswelle war es ja, die Anhänger davon zu überzeugen, daß die SdP m dieser Zeit der Kämpfe uni höheren Lohn und mcnschentvürdiges Leben aus Seite der großen Mehrheit des Volkes und nicht auf Seite der kleinen Unternehmcrschicht« steht. In drei Versammlungen sprach allein Rudolf Sandner. Seine Rede wird am ausführlichsten Iviedergegeben und man darf daher annehmen. daß er für die ganze SdP sprach. Was hatte Sandner zu sagen? Heut«, da auf allen Seiten die Streiks aufflammen, bleibt auch der SdP nichts anderes übrig als die Tatsachen anzuerkennen. Aber sie fügt sich nicht, ohne wenigstens noch einen letzten Versuch zu nmchon, die Arbeiterschaft von de» einzig Schuldigon, den Unternehmern in der SdP-Gemcinschaft, abzulenken und ohne wenigstens zu versuchen, Zwietracht unter die Arbeiter zu säen und sie gegeneinander aufzuheben. Das Mittel, das sie anwendet, ist die bewußt e Unwahrheit. Der große Trumpf, den der Abgeordnete Sandner Sonntag auf den Tisch warf, war die Behauptung, daß an der traurigen Lage der- Textilarbeiter die sozialistischen Parteien die Schuld hätten, denn sie hätten nichts getan, um die niedrigeren Löhne in der tschechisch e u Textilindustrie an die höheren Löhne in der deutschen Textilindustrie anzuglcichen und den Konkurrenzvorsprung der tschechische;! Industrie dadurch zu beseitigen. Die Solidarität des Proletariats hätte versagt, die Sozialisten hätten es an Initiative fehlen laffen und— gerade heraus wagt Sandner cs nicht zu behaupten, aber er deutet es an— sie hätten sogar bewußt die deutsche Industrie benachteiligt. Die Phantasien des Abgeordneten Sandner werden uns nicht ausregeu. Die Idee, die sozialistischen Parteien und die Arbeiter im tschechischen Gebiet hätten die Absicht, die Löhne zu drücken, um den deutschen Arbeitern, ä« schaden, ist so dumm, wirklich, so beispiellos dumm, daß sie nur dem, Gehirn eines mit feiner Weisheit ans Ende gelangten Henleinmanne». cm- sprinsten konnte. Es ist das Werzweislüngsnigno- ver eines"politischen Hasardeurs, der darauf sf>c- kuliert, daß er durch möglichst tolle Ideen den Zuhörer betäuben und seine gesunde Urteilskraft benebeln kann.• Allein hinter diesem Manöver verbirgt sich eine weit ernstere Absicht. Die Arbeiter fordern höhere Löhne,.sie verlangen«ine menschenwürdige Behandlung, sie wehren sich gegen die ver« stärkte Ausbeutung durch neue RatlonalisierungS» Maßnahmen— die SdP-Unternehmer schicke» ihre Partei gegen sie in den Kampf. Wenn der Mgeordnete Kellner ihn nicht führen kann, dmm müssen es die Kasper und Sandner besorgen. Höhere Löhne tvollen die deutschen Textilarbeiter? Sandner anttvortet: Euere Löhne sind höher als die der tschechischen Arbeiter; wenn ihr mehr verlangt, so s ch ä d i g t ihr die deutsche Industrie. Sandner spricht wider besseres Wissen. Die Lohn- und Streikbewegung in Ostböhmen betrifft die Lute-,; Flachs- und Leinen-Industrie. Wo zahlt man die niedrigeren Löhne? Die Arbeiter in den deutschen Jutebctrie- ben erhalten einen Stundcnlohn(von XL 2.2-1, in den tschechischen KC 2.74. Die Durchschnittslöhne der tschechischen Arbeiter in dieser Industrie sind um rund 18 Prozent höher als jene der deutschen. Selbst in der Baumwollindustrie sind die Verhältnisse anders als sie Sandner schildert. Die Arbeiter sollen irregeführt werden, die Unternehmer sollen ihren. Willen durchsetzen. Die Volksgemeinschaft der SdP soll die Gewinne sich-ernl Was hatten die SdP-Arbeiter bei- Elrich von der Volksgemeinschaft mit dem Abgeordneten Kellner? Herr Kellner hat sich für E t r i ch S B i l a n z e n interessiert, nicht für E1 r i ch s Seife 2 Nr. 9J Arbeiter. Was haben die SdP-Arbeiter von der 8000 Kranen-spende der SdP-Abgeoro- neten und ihren papierene» Kundgebungen? Kein einziger flnteruehmer in ihnen freiwillig auch nur einen einzigen Schritt entgegengekom- men. Hat jetzt der Abgeordnete Sandner z u geschlagen, uni den Arbeitern im Kampfe zu Helsen? Nein! Er hat sich schützend vor die U n t e r n e h m er gestellt und mit den Methoden eines Zauberkünstler» die Arbeiter zu bluffen gesucht."Ein sanier Zauber! Der Wille war gut, aber der Trick ist zu alt. Die Arbeiier kennen ihn, seitdein die ersten Gelben Ihnen in den Rücken fielen! Immerhin, Sandner hat uns neugierig gemacht. Er fordert uns auf, nicht vorhandene Dumpingliihne im tschechischen Gebiet zu beseitigen. Welche Rolle iveist er dem I n d u st r i e l- lenverband zu? Gleichzeitig mit Sandner sprach Gustav I o n a l, Generalsekretär der SdP und Henleins rechte Hand, und dieser sagte: „Die SdP lämpst für den Arbeiter und kann für dessen soziale Besserstellung schon deshalb mehr erzielen(Ivie der Abgeordnete Kellner bewiesen hat), weil hinter ihr nicht eine internationale Gewerkschaft steht, sondern das ganze' Volk, die Volksgemeinschaft, die in dem Arbeiier ein gleiches und vollloertiges Glied der Gemein- schaft sieht." Jonak enthebt gütigst die sozialdemokratische Partei und die freien Gewerkschaften, die sich freilich um seine Meinung nicht kümmern, wie- der der Verpflichtungen, die Sandner ihnen auferlegt. Aber die Verpflichtung der SdP-Volk»- gemeinschaft bleibt und wo müßte sich diese stärker zur Geltung bringen als im Industriellenverband? Wir haben dort wahrhaftig keine Anhänger; Henlein hat dort, seine hundert Prozent so ziemlich erreicht. Warum schickt Sandner also nicht auch die deutschen Industriellen ans, um die tschechischen Industriellen zu bekehren? Beide sitzen sie doch einträchtig in einer Organisation beisammen!■ Wenn dieses Wort ausgesprochen wird, schweigen die Vielredner von der SdP wie die Stummen. Sie schweigen ebenso, wenn SdP- llnteriiehmer durch Proteste die Verbindlichkeitserklärung von Kollektivverträgen verzögern. Da sind Dumpinglöhne zulässig! Die SdP hat noch keinen unsozialen Unternehmer aus ihrer Gemeinschaft ausgeschlossen. Jetzt hat sie einen Etrich-A»gestellten hinausgeworsen(nachdem die Arbeiter im Betrieb dfts schon besorgt hatten), aber der Abgeordnete Kellner bleibt weiter ihr angesehener Mitglied. Nichts als Betrug an den Arbeitern sind die Voltügenieinschafts- Phrasen. Wenn es eine Entscheidung gilt, dann steht die SdP ans der Seite der Unternehmer. Die Kasper und Sandner mögen noch so fleißig im Lande herumfahren, eindringlicher als sie sprechen die Tatsachen. Die Arbeiter, die bisher der SdP geglaubt haben, können daraus nur eine Folgerung ziehen: Heraus aus der Fabrikantenpartei I Löhne unter dem Hakenkreuz Der riesige deutsche chemische Konzern AG- Farben weist In seiner Bilanz über da» vergangene Jahr einen Rohgewinn von 704 gegenüber 012 Millionen Mark Im Jahre 1Ü88 ans. Der Reingewinn Ist von 66 auf 60 Millionen gestiegen, obwohl die Abschreibungen um 12 Millionen höher und die ausgewiesenen investierten JUNGES WEIB H VERONIKA ROMAN VON MARIA GLEIT Weil ich— zu— Ihnen wollte— Veronika— Veronika— weil— ich— dich— will“ „Ach, taffen wir da» doch!" bat sie müde. Sie fühlte eine Schwäche, verhängnisvoll, im ganzen Körper. Die Erzählung TcuckenbcottS hatte sie erschüttert, wenn sie sie auch nicht völlig begriff. Sie hatte alte Wunden in ihr aufgerissen. Die Wunde» bluteten. Arm war ihr Leben, nackt, nüchtern, arm. Schmerzhaft spürte sie, wie unnotwendig er verlief... wie recht der alte Papa Schwertlein hatte... Truckenbrott zog sich einen Stuhl heraus Ganz nah war er nun bei ihr. „Nein, Veronika, lassen wir es nicht!" sagte er, flehte er, rang er vor ihr die Hände.„Warum wolltn Sie warum— willst— du— nicht — meine Frau werden, Veronika? Waruni wohl?"' Sie hatte nun doch die Augen geschlossen, die Augen schmerzten nun selbst von dem milden Licht, Und-der Mann vor ihr sprach und sprach,'immer leiser, inimer beschwörender, verzweifelter. „Ich will ja", sagte sie endlich und öffnete die Augen nnd glaubte, Ihrem verlorenen und verwarteten Leben nunmehr eine Richtung gegeben zu haben, und strich sich verwirrt über das Haar. Einen Tag fuhr Bannholzer durch da» Land: Die Bilder nnd Gedanken sagten hinter seiner Stirn. Ruhelosigkeii backte ihn wieder, tiwb ihn Vom Fensterplatz aus den Gang, vom Gang in den Mittwoch, 2t. April 1937 Nach Belgrad— Venedig Auch dort„keine Sensationen?* Oesterreich an dar Achse Bom-Bariln Rom.(Ag. Sief.) Giornale d'Jta- l i a" besaßt sich mit der Zusammenkunft Mussolinis mit dem österreichischen Bundeskanzler Schuschnigg Und Ist der Stube schwieg er wieder. Erließ sie reden, die geschäftige, zarte Frau,' die ihre. Mutter war,, und aus allem, was sie sagte, hörte er nur, daß'Veronika nicht zu Hause sei. Wie ein Spuk wirbelten die Worte in seinem Gehirn. Sie ist nicht da,'siegst nicht da... Du» war da» ein» zige, da» noch in sein Beivußtsein drang... sie ist nicht da... ui»/ Gottes willen ja, wo ist Veronika? Wo Ist'sie denn in dieser'großen Stadt, in dieser Stadt der Lockung, Stadt der.Fremden, Stadt der vielerlei Vergnügen? Veronika irgendwo uuf und nieder tanzend wie ein bunte» Licht, auf Schiffen lachend, zwischen Bäumen ist nächtigen Gärten sich wiegend, in der Musik sich drehend. Veronika an irgendeinem Männerarm... Ja, er hatte sich eingebildet, daß sie auf ihn warte» werde? , Da» Klimpern einer Laute stieg von der Straße i» die Mansarde herauf.„Sie Ist nur im Weater", hörte er die Mutter wieder sage», während er noch immer an der Enttäuschung würgte, daß Veronika nicht gespürt hahe, er, er, Arnold Bansthölzer, würde zu ihr kommen, daß sie das Haus Verlässe» könnte, während er doch durch die Macht fuhr, hadernd und streitend mit einem äuf« gepeitschten Gewissen. "'-Wir haben nänilich ein Zimmer vermietet*, suhik Fräst Egenhofer fort, die der Mann in seiner Hilflosigkest jammerte.„Veronika'verdient ja immer stoch recht! wenig, da haben wir'» eben'getan. E» ist em Schauspieler, der da wohnt, ein junger Mensch, nett und tüchtig, der bringt ihr manchmal Karten,— Sie wissen ja, wa» e» fiix sie bedeutet, wenn sie mal in» Theater gehen kann!" Er wußte es. Nnd e» war ihm, al» säße sein "Schättist I» diesem Räum und er selbst sei ein.gestorbener Mann, Dann aber sprang er auf.„Glaubest''Sie)'daß Veronika—— ich meine, daß es ihr'—unangenehm wäre— wenn ich versuchte — sie im Theater~ ZU treffen?'"' •’ Warum sollte ihr da» unangenehm sein?", fragte Frau Egenhofer zurück und strich damit ass« Vergangenheit auö. Sie hatte einen verzlch- tend-miitterlichen Ton, wie alle Frauen, deren Lee be»"stur noch im Abwarten, im Zuschauen per» läuft.''(Fortsetzung fotzt.), Nr« 94 Mittwoch, 21. Avril 1937 «fette 8 fudelcndeutscficT Zeitspie&ct an nach dem Vorbild einer Akademie organisiert war, die ein Zentrum der wissenschaftlichen, künstlerischen und literarischen Tätigkeit sein wollte. Und diese Aufgabe im vollen Umfang zu erfüllen, war sie länge Jahre bestrebt, von der österreichischen Regierung die Umgestaltung zu einer Akademie mit allen einer solchen Institution zustehenden Rechten zu erlangen. Diese Bestrebungen sind an dem Wiener Zentralismus gescheitert. den Lesern des„Prager Tagblatt" die Augen darüber zu öffnen, mit waS für Gesinnungsathleten sie es hier zu tun haben. Nach den Erfahrungen, die. man mit dieser Art von Geschäftspresse in Deutschland gemacht hott braucht man sich über daS„Präger Tagblatt" nicht zu wundern; obwohl es■ freiwillig bereits all das vorwegnimmt, was in Deutschland erst unter dem Druck der Diktatur geschah. Wundern aber must man sich über die geduldigen Leser und Inserenten, die sich diese Dinge gefallen lassen. Henlein-Presse ist, deren Antisemitismus in jeder Nummer der„Zeit" deutlich in Erscheinung tritt ünd besonders in den allsonntäglichen Zeichnungen mit krummen Rasen und jüdischen Verbrecherphysiognomien geradezu Strpichersche Orgien feiert, und dast man sich in der Herrengasse des regen Redakteur-Austausche» mit den Henlein- Leuten nicht schämt, dar sollte für viele, die ei angeht, eine Lehre sein. Da» Nebeneinander des angMich„liberalen" „Prager Tagblatt" und der nationalen„Morgenpost",, der Sprung des Herrn Wannemacher vom Handelsredakteur de»„Prager Tagblatt" zum Chefredakteur der antisemitischen„Henlein-^Zeit" und"seine bevorstehende Rückkehr in».„Prager Tagblatt", die Tatsache,, dast der Ehefredakteür eines Mercy-Blatte» monatelang engster Berater "und Mitarbeiter der Henlein-Bewegung war und dann'von Mercy entlasten wurde, weil, er sich mit den Hcnlein-Lcutcn verfeindete, und schltestlich der Weg de» Herrn Franz von Mercy zu Henlein, und zurück zu Mercy,— all das müsste genügen, um Warnsdorf. sEig. Ber.)„Der sudetendeutsche Abgeordnete May- Niedergrund kam gestern nachts um 12 Uhr aus Böhm.-Leipa auf der Bahnstation Grund-Georgenthal an und begab sich zu seiner Wohnung nach Niedergrund. Auf diesem Wege wurde auf ihn ein Schussab- gefeuert, er st ü r z t e nieder, blieb liegen und da nichts weiter vorging, schlich er sich an der Bahnböschung entlang bi» zu dem Grundstück, in dem der Polizeibeamte Bergmann wohnt. Bergmann war nicht zu Hause, kam aber, tvährcnd May noch sich mit der Frau de» Beamten, die den Schutz gehört hatte, unterhielt, zurück und ging nun mit ihm auf die Streife. Es wurde.die Aktentasche des AbgeordnetenMay gefunden, die einen Schutz a u s w i e S, das Geschoss hatte drei Briefe durchschossen, war aber dann in einer Mappe, die Briefe enthielt, stecken geblieben. Der Abgeordnete May ist also nicht v e r- letzt worden. Die polizeilichen Erhebungen haben noch kein Ergebnis gezeitigt. ES ist aber mit Bestimmtheit anzunehmen, datz parteipolitische Gründe bei den Tätern Vorlagen. Schon seit Wochen ist bemerkt worden, datz der Zugangsweg zu der Gärtnerei des Abgeordneten May mit grotzen Steinen und Aesten abends bepflastert worden ist, um May, der Motorrad führt, zum Sturz zu bringen. Auch haben verdächtige Individuen abends sein Grundstück umschlichen.'^ So steht es wörtlich in der„Oberlausitzer Presse" Nr. 47 vom Dienstag, den 20. d. M., die In Grotz-Schönau in Sachsen erscheint. Dieses Blatt hat am Vormittag RedaktionSschlutz, man beachte die Termine: Um Mitternacht wird auf May das angebliche Attentat verübt und wenige Stunden spater kann" man es schon in einem sächsischen Blatt lesen. Die Warnsdorser Henlein- Anhänger mussten immerhin bis Nachmittag warten, bis sie" in der„Abwehr" eine Schilderung über diese Begebenheit lesen konn-1 ten. .... Was werden die Behörden tun? Diese Frage stellt das„Prävo Lidu" angesichts des sich verschärfenden Terrors der SdP in Nordböhmen.„Wir wenden uns deswegen", so sagt das Blatt wörtlich,„an die Politiker guten Willens in allen Parteien, damit sie aus ihren Funktionen heraus dafür! sorgen, datz die politischen und anderen Aemter diese unglückseligen Dinge berücksichtigen und den Aktivisten'eine gröbere Stütze gewähren. Was z. B. das Karlsbader Henlein-Blatt schreibt, übersteigt alle Grenzen und es scheint, datz eö bisher noch niemandem eingefallen ist, datz dieses Blatt eingestellt werden sollte... Wir enthälten uns absichtlich eines ausführlichen Kommentars, aber wir sind überzeugt, datz gute Aktivisten- ehrliche Deutsche, treue Demokraten mehr Aufmerksamkeit seitens der verantwortlichen Stellen und einen höheren Schutz verdienten. Das bisherige Beurteilen„beider Lager in gleicher Weise", das ist des antistaatlichen und des staatütreuen, ist eine ernste Gefahr für den Staatsgedanken. Die Vereinbarungen vom 18. Feber mUffcn auch diese Folge haben: Jeder ehrliche Bürger der Republik deutscher Nationalität mutz ständig da» Gefühl haben, datzder Staat hinter ihm steht, ihn schützt mrd ihm hilft. Sonst hat es leinen Sinti, Aktivist zu sein, gegen die Henlein-Leute zu kämpfen, für die Demokratie einzutreten und sich durch„unbekannte Täter" die Zähne einschlagen zu lasten, sich am Abend, wenn der Mensch aus der Arbeit geht, durchprügeln zu lasten, immer neyc Verleumdungen zu klagen, welche die Henlein-Presse erfindet mrd zu Gerichf zu gehen, dessen Entscheidung durch verschiedene Tricks von den Henlein-Advokaten ins Unendliche aufgeschoben wird. Diese Angelegenheit eilt allerdings." Von der„Zelt“ zu Mercy Aus Prager deutschen Journalistenkreisen wird uns geschrieben: Die Art, wie im Mercy-Verlag öffentliche Meinung gemacht tvird, hat erst vor kurzem, an- lätzlich der Berufung" des Herrn RichardKatz ■ zum Chefredakteur des„Prager Tagblatts", die Aufmerksamkeit der Oefsentllchkeit auf sich gelenkt. Datz die ohnehin schwankende Haltung de» . Blattes, das in seinem Bestreben, sichs mit nie- mandem zu verderben, die Grenzen der Möglichen . wiederholt überschritten hat, sich seitdem nicht ge- . rode gefestigt hat, steht inzwischen fest, ganz abge- sehen von der Panikstimmung, die jede» neue Auf- • tauchen des neuen Chefredakteurs in Prag unter sämtlichen Redakteuren herborrnft, von denen— nach den jüngsten Erfahrungen— keiner sicher ist, ob er nicht da» Schicksal der von Herr» Katz ' Entlassenen wird teilen müssen. Nicht minder interessant sind die Vorgänge 'in jenem zweiten Blatt des Mercy-BerlagS, der „NeuenMorgenpo st", die, für die sudetendeutsche Provinz bestimmt, verzweifelte Versuche macht, den Henlein-Leuten zu Gefallen zu fein. Chefredakteur dieser Blattes war die längste Zeit derselbe Dr. Hans Stief, der zuerst, nach der Hen- leinschen Parteigründung, in allerengsten Beziehungen zur Sudetendeutschen Heimatfront stand und regelmässiger Mitarbeiter der Henleinschen „Rundschau" war, sich dann aber mit Walter .Brand verfeindete und in seinem Blatt auf» intensivste die grossenteils nationalsozialistische Gruppe unterstützte, die den Kampf gegen Brand führte. Hans Stief hat auch selbst eine nicht unwesentliche Rolle in dem Ehrengerichtsverfahren gegen Brand gespielt, denn der erste Punkt des Urteils gegen Walter Brand lautet: „Dr. Walter Brand hat unehrenhaft gehandelt, weil er mit dem Redakteur JofefFranz von der„Neuen Morgenpost" hinter dem Rücken Dr. Stief» verhandelt und abgeschlossen hat." Nach dem Auftauchen Richard Kah's als Chefredakteur de»„Prager Tagblatt" war Stief eines der Opfer de» neuen Kurses. Und wohl nicht mit Unrecht hiess es damals, die scharfe Feindschaft gegen die Henleinpartei, in dle Doktor Stief geraten war, habe ihn seine Stellung— bei Mercy gekostetl Stiess Nachfolger als Leiter der„Neuen Morgenpost" war zunächst Redakteur Hornig, dem Katz—- noch vor Stief— gekündigt hatte, ohne Ziveifel deshalb, weil Hornig als Mstglied der'Deutschdemokratischen Freiheitspartei keine Gewähr bot, ein Blatt machen zu können, da» in der sudetendeutschen Provinz dem Namen Mercy Ehre machen würde. Die demokratische Aera Hornig war denn äuch wirklich nur ein kurze» Zwischenspiel. Wie man jetzt hört, soll al» endgültiger neuer Chefredakteur der„Neuen Morgenpost" an die Stelle von Dr. Stief derselbe Redakteur Josef Franz treten, den fich Walter Brand dereinst von Mercy zur„Zeit" geholt hat, nicht ohne sich auf diese Weise einer in den Augen des sudetendeutschen Ehrengerichts„unehrenhaften" Handlung schuldig zu machen. Die beiden anderen Redakteure der„Neuen Morgenpost", Sekler und Hornig, sehen darin mit Recht einen Richtungswechsel des Blatte» und drohen mit den im Re- dakteurSgesetz vorgesehenen Schritten. Hier liegt also der Fall vor, datz ein Redakteur im Laufe von kurzer Zeit den seltsamen Weg von Mercy zu Henlein und von Henlein wieder zu Mercy zurück gemacht hat. Ein zweiter solcher Fall dürfte wohl auch früher oder später die gleiche Entivicklmig nehmen, der Fall de» Redakteur» W a n n e m a ch e r, der vom„Prager Tagblatt" zur„Zeit" hinüberwechselte und schon seit langem geneigt ist, wieder zum„Prager Tagblatt". zurückzukehren, wo man leinen Anlass sieht, Der Ruf nach der SprengelbUrgerschule Sonntag, den 18. April, veranstalteten die Reichsverbände der deutschen und tschechischen Bürgerschullehrer gemeinsam in allen gröberen Städten, wie Aussig, Reichenberg, Brünn, Olmütz. B.-Leipa, Karlsbad, Trautenau, Troppau, Znaim u. ä. öffentliche Kundgebungen, welche die rasche Durchführung des Sprengelbürgerschutzesetzes, die Anbahnung der 9jährigen Schulpflicht, die Umwandlung der dreijährigen Bürgerschule in efne vierstufige Anstalt und die bessere Bewertung der Arbeit des Bürgerschullehrers verlangten, Alle Versammlungen, die meistenteils' von den Bürgermeistern der Städte geleitet" würden, tvaren von"der breiten Oeffentlichkeit sehr gut besucht. Es'waren Vertreter der örtlichen Selbstverwaltungen, die Elternschaft, Vertreter aller politischen Parteien und die Lehrerschaft..aller^Schulgattun- Revolverschuß gegen die Aktentasche Stoff für einen Karl May*Roman In Niedergrund des Abs. May Prompte Berichterstattung nach Sachsen Der eine sagt dazu:„Da kennt sich kein Mensch mehr au»I„ Der andere meint:„Wer sich da nicht sofort auskennt, dem ist nicht mehr zu helfen I" * Im Zusammenhang mit dem merkwürdigen Attentat, bei dem eine Aktentasche verletzt, ihr Träger aber— der die verwundete Tasche aus unerfindlichen Gründen ohne Hilfe liegen liess, um.unter dem Schuhe einer Polizisten f r a u auf die Suche zu gehen und die verletzte Tasche einzuholen— mit heiler Haut davon kam, muss man doch wohl an das„A t t e n t a t" erinnern, das auf Konrad Henleins Auto im Mai 19 3 5 verübt wurde. Damals war die Windschutzscheibe des Wagens so durchschossen, datz jeder im Wagen Sitzende hatte getroffen sein müssen. Durch ein Wotanswundcr blieben die vier Insassen unverletzt. Diesmal gibt es aber nicht einmal die vier Zeugen für das Attentat. Der Tatbestand ist vielmehr: Ein Schuss, den May und die Frau des Polizisten gehört haben— Eine angeschossene Aktentasche, die von May und derselben Frau aufgefunden wird— Ein Abgeordneter, der, als er den Schutz hört,„niederstürzt", liege» bleibt, aber weiter nichts merkt. Zeuge des aufregenden Vorfalls, dessen Opfer seine Aktentasche wurde— Herr Abg. May. Ort der Handlung Niedergrund, wo die SdP sich durch ihre» Terror eine schwere Niederlage zugezogen hat. Es ist Ivirklich nicht schwer, sich in diesem „Mordfall" auSzulenneni Das Tsch. B.-B. meldet zum Fall May u. a.: Die Nachforschungen der Gendarmerie und Staatsposizei nach dem unbekannten Täter dauern an. Durch die bisherigenErhebungen wurde nicht f e st g e st e l l t, datz es sich um eine Handlung aus politischen Motiven handelt. eine deutsche Akademie In der tSR Die Preffekorrestwndenz des Schul minist e r i u m s teilt mit: Da» Schukministerium hat einen Gesetzentwurf vorbereitet, durch den die Deutsche Gesellschaft der Wissenschaften und Künste für die Tschechoslowakische Republik in eine Deutsche Akademie drr Wifsenschaften und Künste umgewandelt wird. Dieser Entwurf gelangt jetzt In daS interministerielle Verfahren. Nach diesem Gesetz wird die Deutsche Akademie der Wissenschaften und Künste für die Tschechoslowakische Republik nach dem Muster anderer wissenschaftlichen und Kunstakademien al» selbständige nnd autonome öffentlich- rechtliche Körperschaft errichtet werden. Das Schulministerium Ist dabei von der Er- kenntni» ausgegangen, das« e» nötig ist,«ine offiziell« Spitzenorganisation für dir deutsche Arbeit auf dem Gebiete der Wissenschaften und Künste in der Tschechoslowakei zu schaffen. Gleichzeitig erhellt daraus, daß hier ein weiterer Schrt tt auf dem Wege.einer plan» Herrn Wannemacher seinen ÄuSflug zu Henlein^müßigen M,i n d r r h eitenpolitik Übelzunehmen. Dass die Redakteure solche Spa-wird und daß eS sich um einen weiteren ziergänge zwischen Herrengasse und Hybernergasse Beitrag zur Verständigung zwi- M«t ihrer„Gesinnung" in Einklang zu bringen> fch«n den Nationalitäten handelt, vermögen, ist ein« Sache für fich, die höchsten» ein* ^eE-ren könnte Vorgeschichte ist es von hohem Interesse, Auch daß sich die Henlein-Leute ihre Redakteure* In" a beu| W et Wisttnsthast. Kunst und LU-ratnc in gen erschienen. An alle massgebenden Stellen der gesetzgebenden Körperschaften wurden entsprechende Entschliessungen geschickt. von Sozialismus Im Vormarsch Eingeständnis der SdP Wit die.Lidovä Noviny" berichten, hielt der Parieisekretär der SdP, Dr. Gustav I o n a k, in Mähr.-Osirau eine Rede, worin er sagte, dass eS notivendig sei, die Reihen zn schliessen und nicht die industriellen Gebiete zu vergessen,„denn der Marxismus ist ständig im Vormarsch". Da» hat der Reichsparteisekretär der SdP ausnahmsweise einmal richtig gesagt. Köln« Entlassung von Bergarbeitern auf dem Eleonore-Schacht In Ladowlft Aus Dux wird uns berichtet: Das Revierbergamt in Brüx hat im Einvernehmen mit der Bezirksbehörde in Dux der Betriebsleitung des Eleonoreschachtes in Ladowitz den Auftrag erteilt, dass die bisher erfolgten Entlassungen bis zum Abschluss der Verhandlungen rückgängig gemacht werden. Es wird versucht, die Arbeiter aus den anderen Schächten unterzubringen oder sie durch den Aufschluss des Wilhelm« Revieres am Eleonore-Schacht weiter zu beschäftigen. Var Niedergang des Gastgewerbes Im Grenzgebiet In Friedland fand die Hauptversammlung der Gastwirte des Bezirke» Fri-dland statt. In 24 Gemeinde», in denen der Bierkonsum erhoben werden konnte, ging er von 27.172 Hektoliter im Jahre 198g auf 15.601 Hektoliter im Jahre 1936, also um 42.5% zurück. In 14 deutschen Gemeinden betrug im Jahre 1930 die Zahl der Ueberuachtungen 33.341 und im Jahre 1986 mir noch 10.479. Der Rückgang de» Bierausschankes ist nicht auf fortschreitende freiwillige Abstinenz, sonder» darauf zurückzuführen, dass die Bevölkerung kein Geld für Getränke hat. Enthaftungen in der Nicdergrnnde Affäre. Von den fünf Sozialdemokraten, die wegen der Saalschlacht in Niedergrund verhaftet wurden, sind schon vier Genossen vom Untersuchungsrichter bereits entlassen worden. Bezirksstelle der deutschen aktivistischen Parteien in Neu-Titschein. Der für den Bezirk Neu- Titschein geschaffenen Bezirksstelle der deutschen aktivistischen Parteien gehören im engeren Vollzugsausschuss an: Alois Kopetschke, Landwirt (BdL), Frau Marie Nickerl, Neu-Titschein sdeutsche christl.-soz. VolkSpartei), Direktor Nar« zis Kamlcr, Ncu-Titschein(deutsche sozialdemokratische Arbeiterpartei). Als Schristenempfän- ger wurden die Sekretariate bestimmt,"und zwar für den BdL, Partschendorf Nr. 94, für die deutsche christl.-soz. Volkspartei, Neu-Titschein, Marxstrasse 23, und für die deutsche sozialdemokratische Arbeiterpartei Neu-Titschein, Obertorsteasse 23, Bolkshau». Staatlicher Lehrkurs für Buchwarte Vom 1. bis 22. Juli findet in Neutitschein«in staatlicher Lehrkurs für Buchwarte statt. Durch den Kur» bietet sich der stellungslosen Intelligenz eine günstige Gelegenheit, die Vorbildung für die Erlangung einer Bibliothekarpostens zu erwerben. Anmeldungen nimmt das'Institut für deutsche Volksbildung in Prag II., Närodni 10, entgegen. Gemeinsam« Abend« d«utsch«r und tschechischer Studenten. Die deutsch« Hoch- und Mittelschiil« gewerkschafi Prag II., Ra Zborenci 18, veranstaltet gemeinsam mit dem Svaz odborovtho studentswa deutsch-tschechische Konversationsabende. An diesen Abenden werde» die deutschen Studenten anSsckllletz» lich tschechisch, die tschechischen.ausschliesslich deutsch sprechen. Am 22. April, 20 Uhr, im Hause na Zboienci 18, 8. Stock, Zimmer 142, Beginn de» ersten Abend». Di«'Teilnahme ist für jedermann frei. Kein Knrshoiiorar, nur. eine einnmlige Einschreibgebühr von 2 Ke. Die neue Stellung Belgiens Paris. Der französische Ministerrät genehmigte definitiv den Text der Note, welche hie französische Regierung an die belgische Negierung richten wird. Eine ähnliche Note wird der belgischen Regierung auch von der britischen Regierung zugehen. In den beiden Noten wird die Tatsache zur Kenntnis genommen, dass Belgien nach Verkündung seiner Neutralität aufhürt, Garant des Locarno-Abkommen zu sein. Die französische und die britische Regierung versichern aber der Brüsseler Regierung, dass sie Belgien Hilf« leisten würden, wenn cs Überfällen würde. Der Text der beiden Noten wird der belgischen Regierüng ehestens zugestellt werden. Weitere Verschärfung: des antlkathollschen Kurses Berlin. Von den katholischen Kirchenkänzeln Berlins wurde ein Hirtenbrief des katholischen Bischofs von Berlin, Preysing, verlesen, in wel- chem die Gläubigen von neuen nationalsozialistischen Vergeltungsmassnahmen in Kenntnis gesetzt werden. Im Zusammenhänge mit der letzten päpstlichen Enzyklika sind, wie der Hirtenbrief mitteilt, alle öffentlichen Sammlungen für katholische Wo.hlfahptS» zwecke verboten worden» so dass solche Sammlungen uurmehr noch in den Kirchen veranstaltet werden können. Seite-4 Mittwoch, 21. April 1037 Nr.S4 Geschlechtsverwandlung— Lieblingssport der Sportler Die polnische Leichtathletin Sophie Smetkowna(ganz rechts), die man hier im Kreise ihrer Kameradinnen sieht, stellte nach erfolgreicher Operation den Antrag, künftig als Mann'leben zu können.« ÄMsneuigLeiten Hört doch endlich auf mit dem „verdeutschten Gebiet'* i Der agrarische„Derer" bringt gestern auf der ersten Seite die Nachricht, daß der Abgeordnete D u b i c k h eine Interpellation eingebracht hat und betitelt diese Notiz mit den Worten„Für nationale Gerechtigkeit in den Krankenkassen int verdeutschten Gebt e t". Dieser Titel gibt uns Gelegenheit, einmal mit aller Schärfe auf den Mißbrauch hinzu- weisen,, der in dieser Bezeichnung der von Deutschen bewohnten Gebiete liegt. Warum„ver- deutschtes Gebiet? Etwa, weil deutsche Bauern seit dem 12. Jahrhundert diese Gegenden mit ihrer Hände slcisiigcr Arbeit urbar gemacht und auf eine höhere Kulturstufe gehoben, weil deutsche Handwerker städtisches Leben und städtische Kultur bei un8 begründet haben? Wenn die tschechischen Politiker und die tschechische Presse vom„verdeutschten Gebiet" reden, könnten wir von„t s ch e ch i s i e r te n Städten" reden, die wie Bcraiin bis zur Hussitctizeit oder wie Kuttenbcrg noch später tschechisiert worden find. Und was ist eS mit der Invasion von tschechischen Beamten und Staatsangestelltcn nach Eger und Karlsbad, Brüx und Teplitz, Rcichenberg und Trautenau, TropPau und Jägcrndorf— das Papier reicht nicht aus, um allo Orte anzüführcn, in die sich der Strom von tschechischen Beamten, vom Bezirkshauptmann bis zuin Briefträger, ergossen hat. Es ist wahrlich an der Zeit, daß die tschechische Presse diese— wir sagen es offen und wir glauben, unsere Freunde im tschechischen Volke werden diese Offenheit zu schätzen wissen — die Sndotendcutschen verletzende Bezeichnung nicht mehr gebraucht. Denn dieses Wort ruft in uns Deutschen die Empfindung wach', als ob die Tschechen glaubten, wir bewohnten dieses Gebiet zu Unrecht und als ob cs ein Werk der Gerechtigkeit wäre, wenn diese Landschaften tschechisiert würden. Ein Glück, daß nirgends in Europa in gröberen Massen Kellen wohnen, sonst könnten diese von Herrn Dubickh und vom „Bcccr" die gesamte Tschechoftowakei mitsamt den» Rtp, dem Vybehrad und dem Blanik zu- rückverlangcn. Oder will der„Beeer" eine neue Orientierung unserer Aubenpolitik ver- langen, die darin besüinde, das; die Amerikaner ihr Land an die Indianer zurückgeben? Warum nur im zwölften Jahrhundert mll dem historischen Recht anfangen und warum nur bei uns? Ist eS nicht Politisch im höchsten Grade unsinnig, mit solchen Sticheleien das nationale Empfinden einer so groben und bedeutenden Minder- heit, die ein Minister als das zweite Staatsvolk bezeichnet hat, zu verletzen? Darum endlich Schluß mit der Bezeichnung„znömcenö üzeml"! Einmal ebt erfreulicher Wettbewerb. Der in Nandnitz zwischen dem Raudnitzer und den: Bciixer Gymnasium veranstaltete Wettkampf im Vortrag antiler Poesie wurde vom Brüxer Gymnasium gewonnen. Der Wettkampf fand im Rahmen des von den„Freunden antiker Kultur" in Prag alljährlich vermtstalteten Wettbewerbs statt. Das Bciixer Gymnasium brachte nicht nur Rezitationen, sondern auch einen Dialog in Kostümen sowie eine Kostüm-Szene aus dem griechischen Olymp nach einem Text von Prof. Dr. Stiebitz(Brünn) zuin Vortrag. srb) Manches Interessante enthält die soeben votn Statistischen Staatsamte veröffentlichte liebersicht über die im Jahre 1988 auf dem Gebiete der ESR erschienenen nichtperiodischen Druckschriften. Zunächst fällt ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr ins Auge, aber doch eine beträchtliche Zunahme der Pubtilationen gegenüber dem Lahre 1982(von 8189 auf 9218). Der deutsche Anteil an den gesamten Neuerscheinungen beträgt^nur 14.8 Prozent, was zwar sehr wenig ist, aber doch einen Fortschritt gegenüber 1982 bedeutet, wo dieser deutsche Anteil nur 11.3 Prozent(in absoluten Zahlen 926 Publikationen) betrug. Im Lahre 1988 sind 1871 deutsche Druckwerke aus dem Gebiete der ESR erschienen. Nach einzelnen Wissensgebieten gesondert,-stellen unter der belehrenden Literatur die Sozial- und Rechtswissenschaften das weitaus stärkste Kontingent mit 2882 Werken. Auf die Volkswirtschaftslehre entfallen 26 Prozent der gesamten belehrenden Literatur, dagegen auf Philosophie und Linguistik nur 2.1 Prozent.. Bemerkenswert sind die Ausweise über die Uetbers etzung Stätigkeit aus anderen Sprachen. In Betracht kommt im wesentlichen nur die deutsche, englische und französische Literatur. Allgemein ist seftzustellen/ daß im Verläufe der letzten fünf Jahre die Uebersetzungen in daS Tschechische zurückgegangen find. Dies« Rückgang Fabriksbrand in Görkau. In der Nacht auf Dienstag brach in der Shedspinnerei Kühne undSöhne in Görkau wahrscheinlich infolge HeißlaufenS eines Maschinenlagers, ein Brand aus. Die Wollevorräte wurden vom Feuer ergriffen mtd es kam zu einer derartigen Rauchentwicklung, das; die Feuerwehren nur mit GaS- maSlen die Löscharbeiten verrichten konnten. Nach einstündiger Arbeit konnte der Brand gelöscht werden. Der Betrieb ist durch daS Feuer für einige Tage unterbrochen. Im Kessel verbrüht. In einer Hefefabrik in Melun ereignete sich Montag bei einer Keffel- reinigung ein Unfall, bei dem zwei Arbeiter den Tod fanden und zwei Arbeiter lebensgefährliche Brandwunden davontrugen. Die Arbeiter befanden sich in dem Kesiel, der mit einem unter Druck befindlichen Kessel verbunden war. AuS bisher nicht geklärter Ursache öffnete sich plötzlich das Verbindungsventil. Die Arbeiter wurden verbrüht.. Wieder ei« englisches Flugzeug verunglückt. Montag ereignete sich unweit des Flughafens von Dlartelfham ein schweres Unglück.- Ein britischer Bomber stieb gegen den Erdboden. Der Pilot der Maschine konnte sich durch Fallschirmabsprung retten, während sein Kamerad den Flammentod fand. — Bei Rowea stürzte ebenfalls eine Maschine ab, deren Besatzung aber nur verwundet ist. Brückeneinfturz. Montag nachmittags Ist die im Bau befindliche Straßenbrücke über die Lieser in Seeboden bei Spittal a. d. Drau etngestürzt. Ein Arbeiter wurde getötet,-vier schwer und drei leicht verletzt. Dämme deS Tigris geborsten. 16 Kilometer nördlich von Bagdad sind am Ufer des Tigris die Dämme in einer Länge von 499 Meter geborsten und das Hochwasier hat ein Gebiet von 299 Quadratmeilen überschwemmt. Nichtsdestoweniger befindet sich die Stadt Bagdad außer Gefahr. Tausende Männer, darunter die gesamte Garnison von Bagdad, arbeiten an der Wiederherstellung der Dämme. Al- Gustloff JI. wird der in BuenoS-AireS erschaffene Naziblocktvart Riedl kunstgerecht von Berlin auSgeschlachtet. Sofort- waren sie da mit der gewohnten Behauptung von kommunistischem Mord. Nun finden wir in ausländischen Blättern ist aber ungleichmäßig verteilt. Wenn auch äußerliche Umstände(valutarifche Schwierigkeiten u. dgl) in Rechnung zu stellen sind, dürften doch die Qualitäten in der in Frage kommenden Literaturen ausschlaggebend sein, bzw. die Art, wie der tschechische Leser auf den Inhalt des jeweiligen fremden Schrifttums reagiert. Die geringste Einbuße hat die englische- Unterhaltungsliteratur zu verzeichnen, deren große Belebtheit bei der tschechischen Leserschaft daraus erhellt, daß 1938 immer noch 138 engl. Bücher belletristischen Inhaltes(fast durchwegs Prosa) erschienen sind,was trotz eines Rückganges von' 18.98 Prozent gegenüber 1932 noch ebensoviel ausmacht, Wie die belletristischen Uebersetzungen aus dem Deutsch e n u it h Franzö fischen z u s a m- mengenommen.(86'Uebersetzungen zius dem Deutschen, 81 aiw dem Französischen.) Welche Einbußen das Deutsche auf diesem Abschnitt der Kultursront seit Anbruch des Hitler- regimes erlitten hat, ergibt sich daraus, daß die Uebersetzungen aus dem Deutschen seit 1932- um 27.48 Prozent zurückgegangen- sind! Auf dem Gebiete der-belehrenden Literatur ist dieser RUck- gqng nicht ganz so Irijjj.(bon;47-auf 40), ba« gegen ist die Zahl der übersetzten belletristisches Werke von 84 auf 88 zurückgegangen. D i e G e- samtbilanz er gibt einen Rück« 1 gang vo« 131 auf 95.- eilte.— e i g>e n a r t i g e r w e i s e nicht n a ch P r ag ü b e r m-i t t e l 1 e— HavaS- Meldung aus der argentinischen Hauptstadt,-wonach dieser Riedl von zwei seiner Pg. zur•' Rede gestellt worden war, die. ihn beschuldigten, Parte i b.e träge unters ch l a ge tt z u haben. Riedl zog. seinen Revolver, doch kamen- ihm seine Pg. zuvor und'schaffen ihn nieder. Er hat.- im Krankenhaus der Polizei noch Erklärungen geben können, die aber nicht.veröffentlicht worden sind.'lbm) Der Führer ehrt die deutsche Kraft. Hitler verfügt bekanntlich über sein eigenes Privatkino.' Wenn er nicht allein ist, sieht er am liebsten die Parteifilme. Von unterrichteter Seite wird aber jetzt bekannt, daß er, wenn er allein ist, Filme bevorzugt, die— H i n r i ch t u n g e n zeigen. Die H i n r ichtungenpoli- t i s ch e r Gegner des Systems werden nämlich i m m e r g e f i l.nt t, und man hat sich schon lange gewundert und gefragt, zu welchem Zweck eigentlich diese Brutalitäten verewigt werden. Verschiedentlich haben auch Göring"und Goebbels-an solchen' Erstaufführungen teilgenommen. - Ein Grippe-Serum. Im Epidemiologischen Pasteurinstitut in Leningra d, wurden interessante Arbeiten zur Erforschung des Erregers dir epidemischen Grippe diirchgesührt. Als Ergebnis von Versuchen erhielt daS Pasteurinstitut von Pferden und Schweinen ein Serum,>daS von heilender Wirkung ist, wenn eS kurz nach dem Ausbruch der Krankheit angÄvendet wird.-Bei Mäusen wurden.mit. dem Serum durchwegs positive Resultate erzielt. Sie'erkrankten trotz Ansteckung nicht. Das Institut'.forscht jetzt. eifrig, um- die Wirksanckeit dieses Grippen-Verhütüngsmittels am Menschen, festzustellen. Josefine Luner begnadigt.' Der österreichische Bundespräsident hat die. Wer Josefine Luner toegen tödlicher Mißhandlung ihres Dienstmädchens verhängte Todesstrafe-in eine-lebenslängliche-schwere Kerkerstrase umgewandelt. j Im He« verbrannt. In der Röhe von Agram entstand-auf dem Gute der Agramer Universität tzi einem Schupfen, in dem. sechr Wagen-Heu gestapelt waren, Grotzfeuer. Den. Feuerwehren, gelang es, fünf junge Leyte zu retten, die. schwere Brandwunden davongetragen haben, der sechste wurde, älS.-verkohlte Leiche geborgen., Der Flieger- Golowin, ist auf der Rudolf-Insel gelandet und.hat damit seinen großen Arktisflugibeendet, zu dem er.am 22; März-in Moskau gestartet war. Das Flugzeug hat-diese Strecke-in.nicht.ganz 24 Flugstunden zurllckgelegi. Infolge-uygünstiger WitterungSverhältyisse war Golowin auf den einzelnen Zwischenlandung-Plätzen zu längerem Aufenthalt gezwungen worden. Ein 100-liilogramm-Baby. Im Warschauer Zoologischen Garten warf.dieser Tage' eine. Elefan- tenmutter ein Junges im Gewichte von 19.9 Kilogramm und. einer Länge von 99 Zentimetern. Es ereignet sich'äußerst.selten, daß Elefanten, in. der Gefangenschaft Junge zur. Welt bringen, und'bisher wurden in den. Zoologischen Gärten nur. zwölf solcher Fälle festgestellt.. Die soziale. Schichtung der französischen Werktätigen. Die soziale Schichtung, aller.im Arbeits- pcozes; der französischen Wirtschaft,beschäftigten Personen weist nach den neuesten Statistiken, ein.recht interessanteSBilpauf.JnSgesamt'ist.die'arbeitende Bevölkerung FrankreichslSI Millionen, groß. Davon entfallen 11,5 Millwnen auf die Arbeiterklasse und 8.8 Millionen: auf id'en Mittelstand.- Nur', rund- eine Million gehört, zum Großbürgertum. Die-Arbeiter«' schäft gliedert sich wie folgt:' Industriearbeiter' 6 Millionen, davon- rund 4 Millionen"in- der- Großindustrie; Landarbeiter; 2,186.999;'Heimarbeiter 1.199.990; Angestellte'-1,4 Mill:;''-Hausangestellte 769.999. Der-Mittelstand' umfaßt:> 2 Millwnen Beamte und freies Berufe sowie höhere Angestellte, 1.8-Mill.- freie Handwerker und; L Mill. Unternehmer und Landwirte, /Ziehung der Klassenlotterie lOhne' Gewähr.).- Präg. Bei der D t enSta g- Ziehung den 8.-Klasse.deo-86. tschechoslowakischen- Klaffensotteria wurden nachstehende Gewinste gezogen: 99.099 Ke das Los Nr. 113.803. 20.000 Kö das Los W. 28.947. 10.000 Kd dlo Lose Nr. 22.423, 38.338, 16.750, 78.388, 112.742, 29.787. 3000 Kö die Lose Nr. 23.483, 47.496, 39.880, 107.626, 1748, 68.949, 108.518, 87.584, 36.818, 103.283, 107.845, 94.506, 87.421, 28.740, 20.629, 105.849, 92.144, 18.758, 96.924. 2000 K« die Lose Nr. 38.602, 29.372, 79337, 109.876, 1595, 72.324, 105.200, 49.366, 45.903, 68.279, 34.314, 44.797, 19.746, 14.312, 82.318, 81.417, 78.815, 52.364; 82.106, 7704, 24.880, 72.524, 91.795, 96.496, 28.192, 12.220, 75.640, 48.668, 8316, 68.252. 4688, 82.288, 10.982, 38.558, 43.328, 48.004, 80.434, 26.800, 66.565, 29.700, 70.922, 19.788, 31.439, 96.528, 112.528, 85.002, 105.205, 17.126, 83.058, 110.228, 91.898, 89.984, 53.68k 3956, 83.698, 88.071, 25.158, 69.491, 81424, 101.345, 24.846, 107.842, 19360, 17.726, 92.655, 40.980, 80.082, 69.258, 54.659, 59.443, S6.70L 105.034, 35.635, 68.476, 77.555, 809, 9C.836, 88.700, 88.854, 89.858, 48.782, 48.320, 114.281, 76.794, 19.940, 80.320, 112.620, 108.446, 70.747, 1567, 96.944, 86.201, 38.313, 75.558, 18.966, 59.677. Schwere Strafen für Hahnenkämpfe. Die Affäre, die vor einigen Wochen aufgerollt wurde, als man erfuhr,- daß prominente englische Persönlichkeiten- Hahnenkämpfen in Calais beiwohnten und solche in der Umgebung von London veranstalteten, hat zu einer Anfrage im Unterhaus geführt. Sir John Simon hat als Innenminister darauf die Antwort erteilt, daß die Regierung entschlossen sei, diesen grausamen Sport unter keinen Umständen zu dulden, und eine Belohnung in Höhe von 500 Pfund für jede Anzeige solcher Veranstaltungen ausgeschrieben habe. Während bisher die Hahnenkämpfe immer um Ostern herum hegannen, sind trotz der Hohen Belohnung keine Anzeigen- eingelaufen, und die Polizei hat bis jetzt Zuwiderhandlungen gegen diese Vorschrift auch nicht feststellen können. Eine vorübergehende Besserung deS WetterS war von einem mäßigen Temperaturanstieg begleitet. In den Niederungen wurden Dienstag nachmittags rund 15 Grad, auf den Bergkämmen 4-5 Grad verzeichnet. Bereits Mittwoch dürfte sich jedoch der Einfluß einer neuen von den britischen Inseln gegen daS Festland vorrückenden Störung geltend machen. Namentlich'in der Umgebung des AermelkanalS ist eö regnerisch und windig.— Wahrscheinliches Wetter Mittwoch: Vom Westen her wieder verstärkte BewMung und Zunahme der Regenneigung, mild. Auffrischender Südwestwind. Im Osten der Republik im ganzen schön, in einigen Tälern leichte Nachtfröste.— Wett.« raus sichten für Don« n e,r S t a g: Unbeständig, zeitweise Regen, mäßig warm, Wind aus westlichen Richtungen... Vom Rundfunk vnpt«ylGNAw»sst«e aus den Proarammsni Donnerstag Prag, Sender 1:10.05: Deutsche Nresse. 12.10: Slowakische Vdlkslieder. 15.00: Aus Gounodr Over „Faust und Margarethe", 8. und 4. Akt. 17.10: Gei« genyuartett. 17.45: Deutsche Sendung: Vorlesung. 17.55: Stunde für die Jugend. 18.10: Erkunde« Rundfunk. 18.45: Deutsche Presse. 18.55: Au» dem deutschen Kulturleben.— Prag, Sender II: 14.15: Deutsche Sendung: Vorlesung.— Gesangskonzert der mährischen Lehrer auf Schallplatten. 18.00: Konzert.— Brünn: 12.85: Rundfunkorchesterkonzert, j 13.30: Deutscher Arbeitsmarkt. 17.40: Deutsche Sendung: Arbeitersendung: Dr. Eltz: Gesetzlicher Schutz der Arbeitettn.— Pies,bürg: 16.10: Rundfunkorchesterkonzert..— Kascha«: 12.05: Operngesänge: Au» Smetana-Opern.— Mährisch Ostrau: 18.10: Deutsche Sendung: Vorlesung.— Mandolinenkonzert. 22.20: Tanzmusik. Japanlsdws Bad Der in Frankreich gedrehte- Film.„V o sth-i- wär a"; der das Leben in dem LiebeSvftrtel von Tokio, zeigt,, hat bei den Japanern lebhafte! Pro« .---.. teste hervorgerufen.. Die Beliebtheit der englischen Unterhaltungsliteratur und die Abkehr von der deutschen I «r. 94 Mittwoch, 21. April 1937 Gelt« S IWfcswidacfcgft und äoLiaipoüN Kurssturz an der Prager Börse Nachdem an der Prager Börse seit vielen Monaten die Aktienkurse beständig in die Höhe gegangen waren, trat Dienstag ein plötzlicher und üm-so gröberer Rückschlag ein, der seit langem nicht dagewesene Kursstürze zur Folge hatte. Es sind Rückgänge um zehn bis vierzig. Prozent zu verzeichnen und in vielen Fällen konnten die angebotenen.Papier« überhaupt nicht angebracht werden. Die KurSderout« setzte sofort bei der Eröffnung der Börse ein und steigerte sich, als sich Zeigte, datz die Banken nicht bereit waren, die Kttrse durch JnterventionSkänfe zu stützen. Erst als diese in sehr beträchtlichem Matze zurückgegangen waren, zeigten sich die Banken teilweise zu Käufen bereit. . Tie Ursachen dieser Vorgänge liegen zum grötzte» Teil in der wahnsinnig überhand genommenen Spekulation der letzten Zeit, vor welcher die verantwortlichen Wirtschaftsstellen, vor allem auch der Bankrat, seit langem vergeblich gewarnt haben. Die Rückbewegung auf den internationalen Warenbörsen, die in den letzten Tagen zur Reduzierung wichtiger Rohstosspreise geführt hat, haben nun im Verein mit der schwierig gewordenen technischen Position eine direkte Panik her- voxgerufen. ES Ist zweifellos, datz durch die Kursstürze nur ein Kursniveau. in die Tiefe gerissen wuroe, welcher durch die Spekulation ohne Rücksicht auf seine Fundierung in die Höhe getrieben worden war, und datz durch die letzten Vorgänge an sich die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung weder auSgedrückt noch betroffen ist. Welch« Folgen sic im einzelnen haben werden, kann allerdings erst die nächste Zeit lehren. Urlaubsbesflmmungen für Privatangestellte Mit Rücksicht auf die ihm zugehenden zahlreichen Anfragen ersucht uns der Allgemeine Ängestellten-Verband Reichen- b e r g um folgende Bekanntgabe: Den Privatangestellten gebührt nach, sechsmonatiger Dienstdauer im selben Unternehmen«in Urlaub in der Dauer von 2 Löschen in jedem Kalenderjahre, der sich nach fünfjähriger Dicnstdauer auf 8 Wochen und nach lSjährigec Dienstdauer 4 Wochen erstreckt. Nicht einzurechnen in den Urlaub ist die Zeit der Arbeitsverhinderung durch Krankheit,Unfall, Entbindung, öffentlich-rechtliche Verhinderung und Wehrpflicht sowiodie Ittägige Foitdauerprivator Verhinderungen. L e hr linge haben nach halb-" jähriger Verwendung in derselben Unternehmung Han erhält für k« 100 ReichSmarl 733.— Markmünze»..... 7S7.S0 100 österreichische Schwing.. 533.60 100 rumänische Lei.... 17.85 100. polnische Slot«.... 549.50 100 ungarische Pengö.... OOS.— 100 Schweizer Franken... 657.50 100 französische Francs... 129.70 ' 1 englisches Pfund.... 141.25 1 amerikanischer Dollar.. 28.65 100 italienisch« Lire.... 145.40 . 100 hollSndischr Gulden... 1572.— 100 jugoslawische Dinare... 65.55 100 Belga»....... 485.— 106 dänische Kronen...» 628.— . 100 schwedische Kronen... 729.— einen Urlaubsanspruch von 8 Tagen im Jahre. Praktikanten, Volontäre und dergleichen Dienstnehmer, die dem Pribatangestelltengesetz unterliegen, haben den UrlaubSansPrnch wie Pri- vatangcstcllte. Näher« Auskünfte erteilt der Allgemeine Ängestellten-Verband Reichenberg, Tur- nerstratze 27, hzw. seine Geschäftsstellen in Karlsbad, Haus Brioni, Jnvalidenstratze.il/II; Tcplitz- Schönau, Maciengasse 10; Bodenbach, DrcSdner- stratzc 886; Reichenberg, Schlohgasse 1; Trau« tenau, Masarylstraße 22; Jägerndorf, Masaryk« platz 21/Il; Brünn. Bahnhofstratze 10/11. Die Beschäftigung in der Metallindustrie. — 20.000 Arbeiter mehr. In Prag fand Sonntag eine Vorstandssitzung des tschechische» Metall- arbeiterverbandcS statt, bei der der Vorsitzende Abg. Hanipl Bericht erstattete. Die Zahl der Be- thästigten hat sich in, 891. Betrieben der Metallindustrie im zweiten Halbjahre 1986 um 20.588 auf 167.388 erhöht. Am gröhten war die Steigerung der Beschäftigtenzahl in den Eisen» und Walzwerken,». zw.-um 4548 auf 41.449. Die Skodawerle erhöhten die Zahl der Beschäftigten um 8930 auf 22.834, die Brünner Wafscnwcrke um 1062 auf 15.935, die Böhm.-Mähr.-KolbeN- A.-G. um 1018 auf 11.458. In den Automobilfabriken stieg die Arbeiterzahl um 1897 auf 8134. Lohnbewegungen in der Metallindustrie gab eS im letzten Halbjahre 1986 165, davon 15 Streiks. Von diesen Lohnbewegungen, die sich trotz der günstigen Konjunktur nicht immer auf eine Lohnerhöhung, sondern ost auch gegen eine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen richteten, wären 161 erfolgreich und sie brachten der Arbeiterschaft eine Lohnerhöhung von insgesamt 87 Millionen KG jährlich, darunter 30 Millionen autzerordentliche, bzw. einmalige Teuerungszulagen. Dagegen betrugen die durch die Streiks verursachten Lohnverluste nur 1,288.616 liö. Die Tschechoslowake!—. der am wenigsten verschuldete Staat in Mitteleuropa. Der frühere österreichische Handelsminister Heinl, der Montag in Wien einen Vortrag über die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Oesterreich und der Tschecho» slowakei hielt, teilte dabei auch Ziffern über die Auslandsschulden der mitteleuropäischen Staaten mit. Danach beträgt di« Kopfquote an Auslandsschulden in Ungarn 449 Schw. Fr., in Oesterreich 894, in Rumänien 892, in Jugoslawien 284, Bulgarien 151, in der Tschechoslowakei hingegen nur 131 Schw. Fr. Die Zemskt tanka(früher Landesbank des Königreiche» Böhmen) wird vom 28. April 1987 angcsangcn. an Werktagen.die Mai-lhouponS Nr. SüihrerlAigenKommunal-Schuldscheine in Guldenwährung, Nr. 93 ihrer 4Aigen Mcliora- tionSscheine in Guldenivährung, und Nr. 57 ihrer 4%i(j«t Konnnnnal«Schuldscheine in Kronenwährung an ihren Kassen in Prag und Bratislava einläsen.. Rückgang der Schweizer Arbeitslosigkeit. Di« Zahl der Arbeitslosigkeit in der Schlveiz senkte sich im März aegen das Vorjahr um neun Prozent auf 89.346 Personen. Eine Abnahme der Arbeitslosigkeit verzeichnete vor allem die Metall- und Uhrenbranche, ferner die Textilindustrie. Italienische Werften unter staatliche Kontrolle Rom. Die großen italienischen Schiffswerften werden auf Gruird eines neuen Gesetzes durch Uckerführung von mindestens 50 Prozent der Aktien unter staatliche Kontrolle gestellt tvcrdcn. Die Maßnahme soll in kürzester Frist durchgesührt werden. Damit kommen außer den beiden Werften in Genua, Ansaldo und Odero auch die Triestiner Werften Batierr, Rinniti unter staatliche Kontrolle. Strelleabstlmmung In den englischen Kohlenrevieren Loudon.(HavaS.) In allen Kohlengebieten GrohbritannicnS wird unter der Arbeiterschaft eine Abstiinmung darüber durchgesührt. ob die Bergarbeiter bereit sind, eventuell in einen allgemeinen Streik«inzutreten, um die Anerkennung ihres Syndikates in der Grafschaft Nottingham durchzuseben. Die Ergebnisse dieser Abstimmung, soweit sie bisher bekanntgeworden sind, zeugen davon, daß sich ein grotzer Teil der Arbeiterschaft für den Streik erklärt. Von den schon bekannten Ergebnissen wird dasjenige unter den Syndikalisten der Badward-Gruben angeführt, auf denen im Vorjahre ein-Streit ausgebrochen war, bei welchem Anlaß sich 1342 Bergarbeiter für den Sjreik und nur 142 dagegen ausgesprochen hatten. Annähernd das gleiche Verhältnis der Stimmen zeigt das Ergebnis, das bisher aus Süd- Wales bekanntgeworden ist. Das Endergebnis wird voraussichtlich erst am Dienstag oder Mittwoch bekannt wevdcni Seit 40 Jahren zum ersten Male— vertragloser Zustand im österreichischen Bäckergewerbe. Die von der Regierung geschaffene„Einheitsgewerkschaft" hat sich tatsächlich als unfähig erwiesen, einen neuen Kolleltivvertrag für die Bäcker zuständezubringen. Seit mehr als zwei Monaten wuvde mit der Bäckerzunft verhandelt, aber die Arbeitgeber verharrten steif und fest auf ihrer Forderung nach einem löprozentigen Lohnabbau. Dabei sind erst im vorigen Jahre die Bäckerlöhnc um 4 Prozent gekürzr lvordcn. Da der alte Vertrag am 1. März abgelaufen ist, herrscht— zum ersten Male seit 40 Jahren— ein»ertragloser Zustand im Bäckergewerbe. Deutlicher kann die Rechtlosigkeit, in die die„Einheitsgewerschaft" die Arbeiter gebracht hat, nicht gekennzeichnet werden. üusiancl ' Acht Berwundetenschiffe aus Spanien. (KP) Nach Informationen von„Giustiziä ca Libertä" kamen in de» letzten Tagen acht Dampfer mit verwundeten Offizieren und Soldaten aus Spanien in den Häfen von Spezia nnd Gaeta an. Die Verwundeten sind von der Autzcntveli streng abgesperrt; militärische Behörden achten .darauf, daß die Verwundeten nichts Wer die Ber- -hältnisie-MSpäniiN-lhitkeilen.-—^DiV-A-n-wVr- b ü st^e'iTnaSj Spanien gehen übrige n s weiter. In den toskanischen Dörfern werden aus den Bauern, die der faschistischen Miliz zugezogen werden, die nach Spanien Bestimmten a u s- gelost. In einem Dorfe in der llmgckung von Florenz tvnrdcn ztvanzig in dieser Weise durch das Los bestimmte Bauern am 8. April nach Spanien verschickt. ES tvurde ihnen ein TageS- sold von 80 Lire versprochen, ihren Familien eine Entschädigung von 30.000 Lire,, wenn sie fallen. Die Versprechungen hören die Bauern mit größtem Mißtrauen, denn bis jetzt wurde in keinem einzigen Fall die"versprochene Entschädigung ausbezahlt. Belgien-Holland.(Ru.) Die Diskussion über die belgische Neutralität lenkt die Austnerksamlcit der europäischen Lefscutlichkcit auf die von der Presse völlig unbeachtet gebliebenen diplomatischen Spannungen, die in der letzten Zeit auch zwischen dem Haag und Brüssel gerade wegen des Neutra« litätspcobleiuü emstandcn sind. Die holländische Regierung hat au das Haager Internationale Gericht eine Klage gegen Belgien cingereicht, in der die sofortige Ei n st c l l n n g aller Arbeiten für den Dau des König-Albert- Kan a l S gefordert wird. Dieser seit etwa, sechs Jahren im Bau befindliche Kanal hat eine sehr große strategische Bedeutung. Er vc'bindet nämlich nicht bloß die Maas mit der Schelde, sondern auch die beiden wichtigsten belgischen Festungen Lüttich und Antwerpen miteinander. Durch diesen Kanal soll da» belgische Gebiet gegen einen deutschen Vorstoß über den berühmten südlichen Zipfel des holländischen Limburg gedeckt werden. Hinter dem Albert-Kanal befindet sich das Fort Eiben-Emel, eine starke Befestigung von französischen, Typus, die alle Zugänge vom Rhein über Limburg nach Belgien unter Kanoncnseuer nehmen kann. Seit einem Jahr ist dieses starke Fort durch eine besondere Garnison belegt, Ivährend auf dem linken Ufer des Kanals ein Netz von betonierten Blockhäusern ausgesiihrt ist. Sollten die belgischen Hauptstreitkräfte unter dem Druck der deutschen Armee gezwungen sein, sich auf Anttvcrpen zu» rückzuziehen— über die strategisch-politische Bedeutung dieses Rückzuges ist vor einiger Zeit hier gesprochen tvordcn—, so würde der Albert-Kanal diesen Rückzug decken. Sonst könnten ja die deutschen Armeen durch einen raschen Vorstoß über Limburg die belgische RiickzugSlinie abschneidcn. Daraus kann man die außerordentliche Bedeutung des Kvnig-Alüert-Kanals für dar belgische Verteidigungssystem ersehen. Warum verlangen nun die Niederlande die Vernichtung dieses.Kanals, der bereits seit sechs Jahren, im Bau sich befindet, riesige finanzielle Opfer gefordert hat, nnd jetzt seiner Vollendung entgegcnsicht? ES heißt, man befürchtet im Haag, daß die Schwieriglencn, die für den deutschen Vorstoß über Limburg durch den Bau des Kanals entstehen, den deutschen Generalstab.zwingen könnten, seinen NmgchungSversnch weiter nach Norden auSzudchncn. und über das entscheidende n i e d e r l ä n d I s ch e„B orte i d i g u n g s d r e i e ck" H a a g—A in- st e r d a m—11 trccht Vorzustotze», Damit wären aber statt des für das holländische Wirtschaftsleben und für die Verteidigung der Niederlande höchst unlvichtigen Liinburgerzipfels die LebenSzcntren von Holland getroffen. Dieser ganze Streit ist jedoch für die heutige Situation höchst bezeichnend: tvcnn irgendein Staat seine Grenzen durch starke Befestigungen schützt, so wird der Nachbar unruhig, der zwar selbst keine Angriffsabsichten hat, aber befürchten muß, der An- greiserstaat werde nun über seine unbefestigten Grenzen vorstoßen. Pretest gegen Machejusti, an drei Jugendlichen. Die„Union für Recht nick, Freiheit" hat an den Vorsitzenden des Schwurgerichtes in Berlin-Moabit ein Protestschreibcn gegen die Todesurteile Erich Krüge r, Paul 6> r o ch nnd Walter Vorhang mster Hinweis darauf-tzerichtetpdab^dt« Verurteilten zur Zcit^der ihnen zur Last gelegten Borgäuge noch im jugendlichen Alter standen und datz die Ausdehnung eines bereits früher abgeschlossenen Verfahrens auch auf diese jungen Menschen einen Akt besonders willkürlicher Härte darstcllt. Militärabkouimen der Nordstaaten. Der nor- wegische Außenminister K o h t erklärte dem Pressevertreter gegenüber, daß Schweden, Finnland, Dänemark und N o r- wegen ein Abkommen abschließcn werde», demzufolge die Staaten gegenseitig alle Informationen betreffend die Militärhaushalte und Munitionsfabriken austauschen werden. ES soll auch eine gemischte Kommission gebildet ivcrden, welche mit deö ALrüstungSnbteilung des BölkerbnndeS in Verbindung treten würde. Der Vorschlag z» diesem Abkommen Wird den Gegenstand der Beratungen der Außenminister der skandinavischen Staaten in HelsingforS bilden. Dem Abkommen können auch andere Staaten beitrcten. DI«„FUnf-Acht“ i„Les Cinq Huit"—.die Fünf-Acht—-das ist in einer Woche züm'geflügelten Wort in Paris gfwocdem„Wir fordern die Fünf-Acht I" war der Schlachtruf der Pariser Angestellten gelvesen, ejjie Woche lang—nnd dann war-die Forderung erfüllt. Und nun habest sie alle ihre„Fünf-Acht", die Warenhausangcjtellton und die Büromädchen, die. MidinetteS und die BersichernngSangestellten, die' Schuhverläuserinnen und die Bankbeamten. Fünf-Acht, das heißt: fünf Arbeitstage zu acht Stunden, das heißt vernünftige Aufteilung der Vierzigstundenwoche,.das heißt mit einem, Wört:^ Blauer'Montag:. Seit Anfang, dieses Monats ist der;„blaue Moiligg'^ gesetzlich sanktioniert, denn die Ange« stillten verlassen ihren Arbeitsplatz am Samstag-. abend nnd sthren erst DienSfag früh zurück und das Wochenende dauert also 48 Stunden. Alle großen Geschäfte haben montags geschlossen, und plötzlich erlebt Paris jetzt jede Woche zwei Sonn» tqtzc, ohne bisher recht zu wissen, wie cs sich diesen Döppclsonntag denn nun einrichte»-soll. ’- Die Straßen sind voll junger Menschen, die nun den. Frühling im wahrsten. Sinne dcs Wortes doppelt genießen: fröhlich tragen die Midi« Mies, ihr. neues- Frühlingskleidchen zur Schau;- dort hält-sich-eine Gruppe von Warenhansange«. stellten an den Händen gefaßt'und führt»litten auf der Stratze«inen Ringelreigen auf, wohlwollend belächelt- vom Verkehrsschutzmann; dir Terrassen der EaföS sind überfüllt; ist dtn Dancings und auf den„Bals Musette" herrscht Hochbetrieb; die Vorortzüge verkehren, doppelt;, in den Autobussen,, die hinaus jn die Banlieue fahren, ist lein Platz zu bekommen— und man kann nun plötzlich auch montags gegen halb acht Uhr abends mit dem Mbtro fahren, ohne totgedrückt zu werden. Zwei Gruppen von. Leidtragenden gibt eS; erstens mal die kleinen Geschäftsleute, die ani Montag ohne Personal offenhalten, keineswegs mehr zu tun haben als sonst und nun mit einem heiteren und einem nassen Auge den« Sonntagstreiben auf den Stratzcn folgen; aber vor» läufig ist die Angst, eS könne ein Kunde verlorengehen, doch noch größer als die Sehnsucht nach dem freien Tag; zweitens aber die Kinder, denn die Schulen halten vorläufig stoch an dem traditionellen-freien Donnerstag fest,—.vorläufig noch. .' Allein in Paris stnd'es anderthalb Millionen Angestellte^ die nun ein Wochenende vo» 48 Stunden--haben.'-Lin keinem Land der Welt ist das Weckend der arbeitenden Bevölkerung so lang Ivie in Frankreich, nicht einmal in der Sowjetunion, denn dort folgen Niemals zwei, freie Tage auf-, einander, sondern jeder sechste Tag ist Ruhetag.- Diese neue Wocheneinteilnng ist, soziologisch gesehen, von einer geradezu, uin ein Schlagwort, zu benützen, epochemachenden Bedeutung. In wenigen Wochen schon wird die Ordnung des Kalenders in Frankreich nicht mehr bestehen. Die auf dem biblischen Satz aufgebaut«, jahrtaufendalte Formel:„Sech» Tage sollst du arbeiten, am siebenten Tag qber sollst du ruhen I" ist ungültig geworden. Wir können uns vorläufig nur schwer, vorstellen,-was-da»-bedeutet.-. . Man wird nicht mehr Sonntags„rausfahren ins Grüne", sondern SonnmontagS; die Theater werden Sonntags nnd montags Nach« mittagSvorstellungcn veranstalten(sic tun eS zum Teil sogar schon heute); die Fußballspieler beispielsweise haben jetzt zwei Tage Gelegenheit, Meisterschaften auszutragen, und die Cafös in Paris, die Sonntags einen Aufschlag von 50 eins, nehmen, werden ihn nun(leider) auch montags kassieren wollen. Wochcnendkarten für die Eisen»- s bahn gelten künftig einen Tag länger— kurz und gut, di« Menschheit wird ihre bitter nötige Ruhe nun wenigstens zwei Tage in der Woche haben.(Gerüchte, datz an beiden Tagen künftig die. Lautsprecher jn den Häusern leise gestellt werden müssen, sind leider nur Gerüchte.) WaS aber machen die Franzosen nun mit der neugewonnenen Freizeit? Ministerpräsident Läon Blum wußte, daß dieses Problem auftauchen würde,-und deshalb wurde, als er die Macht übernahm, ein neues Ministerium gefchaf- fen, dar Ministerium für Freizeitgestaltung, das wer junge Sozialist Leo Lagrange verwaltet. Aber .'man glaube nicht, dieser. Minister sitze nun hinter Aktenbergen tiergraben und»wälze. Projekte", die auf dem Papier bleiben. Lagrange ist das Gegenteil von dem, was man sich gemeinhin unter einem! Minister vorzustellen pflegt, und am kennzeich- j nendsten für ihn ist wohl da» Abenteuer, das ihm i - kürzlich zuftieß: zusammen mit dem' LustfahrtS-' Minister Pierre Cot und gefolgt von einem Rudel von StaatSräten, Abgeordneten, Präfekten, Bilr- germeistern usw. wurde er. bei einer Inspektionsreise,,tn den Alpen durch eine Lawine.in einem kleinen. Dorfe von der, Außenwelt abgesckmitien, und während nun das Gefolge in dem Dorfe wartete» Bis«» von außen her durch ein Bataillon Alpenjäger befreit wurde; schnallten sich die beiden Minister Schneeschuhe unter, die Füße und fuhren Wer die Schncemassen hinweg talwärts. Doch kommen wir zu unserem Thema zurück. I Lagrange hat bereits durchgesctzt, daß die Theater an den Montagnachmittagen Sondervorstellungen zu besonders niedrigen Preisen geben, daß Sonderzüge in die Umgebung verkehren, und der Anlage neuer Strandbäder an Seine und Marne, der Eröffnung»euer Jugendherbergen, dem Errichten grotzer Camping-Gelände widmet er seine ganze Energie. Hinaus Ins Freiei ist die Parole, unter der er der arbeitende» Jugend ihren freien Doppeltag nützlich machen will. Und fchon nimmt das„Camping", vor lur- zer Zeit noch ein Sport für Snobs, die Fori» eines wahren Volkssports an, schon sieht man an« Sainsrag abends junge Leute beiderlei Geschlechts mit Zelte» und Kochgeschirren bepackt Hinausziehen; der Segelflug findet überall neue Anhänger; der Faltboötsport dehnt sich' ans,Und vielleicht werden die Pariser sogar int Sommer ihre Wasserscheu überwinde,» und die Strand- bädor fleißig benutzen. ES wäre ungerecht, diesen Bericht zu schließen, ohne, auf den Ausgangspunkt der„Fünf- Acht" hinzuweiscn: die Front Populairc-Rcg-e, rung. Denn ohne sie gäbe es leine Vierzigss'unden« Woche, ohne sie gäbe es keinen gesetzlichen„blai.cn Montag", und ohne sie gäbe cs auch leinen Freizeit-Minister. Und den finsteren Propheten zum Trotz, die sehr absichtlich nichts als Nebel aus der Vierzigstundenwoche erwachse» sahen, haben eigentlich alle. Zweige, nur Nutzen, davon: die Bahnen und die Gasthäuser, die Cafäs und die Dancings, die Theater und die Sportindüstrie, und last not least die Angestellten, denen endlich etwas zugänglich Ivird, was bisher nur das Privileg von wenigen war: Licht, Lüft und.Sonne l.—ff. Seite S „Sozialdemokrat" Mittwoch, 21. April 1837. Nr. 81 Adraerat Kirnst und Mssrn, Verelnsnadwwhtob 8 Uhr weftböhmischen 8porb 8piLt-Körp^lrge Bestellschein Ramer. Adresse: Unterschrift! Atu» Prag. Heut«. Mittwoch, um i Ausschußsitzung im Arbeiterverein. Allgemeiner Angestellten.Berbond, Prag. Mittwoch, den 21. April, halb 8 Uhr abends im Deutschen Hygienischen Institut, Prag II, Albertov, Bortrag mit Lichtbildern:„Berufskrankheiten und Gesundheitspflege". Bortragender: Prof. Dr. Löwy.— Mittwoch, den 28. April, zweiter Vortrag „Sexuelle Hygiene", ebenfalls um halb 8 Uhr im Deutschen hygienischen Institut. Eintritt frei. Gäste herzlichst willkommen l OIBIAN* CO. PRAQ II., STEpANSKA M. Senden sie Bratta proepakt«tar n«u«n Corona Standard. Harnet jungen Generation gezogen haben. Dieser Furche ist er in mancher Hinsicht zu verdanken, daß die tschechische Jugend— die studierende und die werktätige— dar Blendwerk der faschisterenden Diktatoren und Strömungen auch von der Kehrseite und auch in seiner ungewollten Komik zu sehen bekam. In dieser Hinsicht muß, von der übrigen Auswirkung ihrer einfallsreichen Regiekunst abgesehen, die Bedeutung des„Befreiten Theaters" mit Voskovec und Werich an der Spitze, mit dem auf sie'eingeschulten Ensemble, gewürdigt werden. m. i. Bildhauer Makatka gestorben. Dienstag früh starb in seiner Wohnung in Btcvnov der Professor her Kunstgewcrbcschule und akademische Bildhauer JosefMakatka im Alter von 08 Jahren. Josef Makatka wurde in Prag im Jahre 1874 geboren. Er studiert« an der Akademie bei I. B. M y s l- b e ck und später In Paris bei Rodin. Nach seiner Rückkehr nach Prag arbeitete er mitStanislav Sucharda am Palackh-Dciikmal und mit Galoun an den Figuren für das HuS-Dcnknral. Josef Makatka gehörte der vom Impressionismus ausgehenden Künstlergeneration an. Seine Werke befinden sich in zahlreichen Galerien und schmücken auch öffentliche Gebäude und Parkanlagen. So z. B. steht seine Statue„Der Kuß" in den Parkanlagen mif der Letnä. Die. Wahl deS neuen PrimatorS der Hauptstadt Prag findet am SamStag, den 24. April, um 10 Uhr vormittags im Altstädter Rathaus statt. Der internationale Einbrecher Josef Winezer, der in seiner Wohnung von der Polizei verhaftet wurde, gestand den Einbruch im Zijskower Steueramt und bei der Pelz-Firma Krau» durchgefiihrt zu haben, weiters auch de»„KrönungSpelz" aus der Auslage der Geschäftes Recamier, Prag II., Jungmann-Plah, gestohlen zu haben. Abnahme der Studierenden an der tschechischen Nniversität. Nach einer von der Quästur der KarlS- Universiiär veröffentlichten Ausstellung hat an dieser Hochschule die Hörcrzahl an den beiden meistfreguen- tirrten Fakultäten—- der juridischen und der medizinischen— im Lause deS gegenwärtigen Studienjahres neuerlich abgenommcn. Im„Jahr der Vereine" des. AtuS-KreiseS führte die Gruppe Falkenau am Sonntag das dritte Werbeturnen, und»war in Zwo bau, vor überfülltem Saale durch. Vom Örtsverein Zwodau wirkten außer feinen Turnerinnen und Turnern noch 70 Kinber mit. Ein kleines Werbespiel für den Arbeitersport beschloß diese erfolgreiche Veranstaltung.— Bei denkbar schlechtem Wetter führte der KreisturnspielauSschuß.ln Falkenau ganztägig«ine Schiedsrichterprü- f u n g durch, welche sieben Prüflinge bestanden. Tat Raffballspiel AtuS Haselbach gegen DTJ Zwodau, welche? die Haselbacher mit 8:1 gewannen, stellt« an di« Prüflinge sehr große Anforderungen.— In Liebenstein fand die Bezirks- Gerä teauSscheidun g des. 2; Bezirkes(Eger—Asch) statt, welcher seine fünf besten Turner und Turnerinnen für die am 2. Mai im Falkenauer Bcrgarbeiterheim ftattfindende KreiS- Gerätemeisterschaft auswählte. Fuhballkrgebniffe aus dem 6. AtuS-KreiS. Bezirk Teplttz: Wisterschan gegen Zuckmantcl 4:8, Prosetitz gegen Neichof LiO.Kleinaugczd gegen Weiz- kirchlih 4:0, Tischau gegen Graupen 2:8, Sobrusan gegen Pihanken 1:2.— Bezirk Aussig: ASK Kleische gegenASK Türmitz 4:8, ASK Predlih gegen ASKNestomitz 4:7, Aussig-Nord gegen Krochtvitz 2:1. DFE Prag ohne Platz.. Am Dienstag wurde dem DFE mjtgejeilt, daß er seinen Platz— der i bekanntlich verbaut werden soll.— räumen muß. i Bis zur Regelung der Frage bes neuen Sportplatzes hat die Slavia als Nachbar der DFE diesem ihre Anlagezu TminingSzweckcn zur Verfügung gestellt. Jeder denkende Sozialist muß täglich sein Parteiblatt, den„Sozialdemokrat", lesen. Sendet daher diesen Bestellschein an die Verwaltung des„Sozialdemokrat", Prag Xll., Fochova 62. -AnAkärtsr für den Meistertitel Im 6. Atus-Kreis Da FFK Falkenau und auch Rapid Karlsbadam Sonntag geschlagen wurden, erhält die Spitzengruppe abermals ein anderes Bild. S ch a n k a u rückt durch seinen glücklichen Sieg in Drahowitz punktegleich mit Falkenau auf den ztveiten Platz, wobei jedoch bemerkenswert ist, daß der Sieger«in MinuSskore aufzuweisen hat. Die Mannschaft deS AtuS Unterreichenau überspielte Rapid Karlsbad und übersprang auch seinen Gegner in der Tabelle. Der KreiSmeister G r a s-. l i tz festigte sich durch seinen Erfolg aufNeudeker Boden in der Spitzengruppe, welche nun mit fünf Mannschaften ein eng geschlossenes Ganzes bildet. Auch der zweite Teil der Tabelle zeigt nunmehr eine geschloffene Kette. Punktegleich, jedoch mit knappem Torvorsprung, führt Rendel dar Mittelfeld; die Mannschaft der AtuS Fischern hatsich jedoch durch den hohen Sieg über die RoteElf Ehodaü gut »ach vorne gearbeitet. ASB Maierhöfen.kann Ich bestelle vom:• den„Sozialdemokrat", das gentralorgan der Deutschen sozial demokratischen' Arbeiterpartei, Prag Xll., Fochova 62, zum Abon nementpreis, von Xi IS*—monatlich Die Exzesse einer Verschwenderin Prag,(rb) Die 87jährige Frau M a r i e H. oepräsenticrt offenkundig den Typus einer pathologischen Verschwenderin. Ihre erste Ehe scheiterte an ihrer Verschwendungssucht und außerdem erhielt sie damals einen Monat strengen Arrestes wegen fahrlässiger Krida, da sie schließlich in Konkurs gehen mußt«, bei dem ihre zahlreichen Gläubiger schlecht wegkamen. Später verheiratete sie sich an einen Ingenieur, der dar immerhin auskömmliche Gehalt von 86.000 K£ bezog, was aber für die Ansprüche der Gattin viel zu wenig war. In verhältnismäßig kurzer Zeit brachte sie eS soweit, daß dem bedauernswerten Gatten sein Gehalt nicht weniger als sieb zehn mal im Wege der Zwangsvollstreckung mit Beschlag belegt wurde. Doch nicht genug daran. Im Feber d. I. erschien sie in einem hiesigen vornehmen Pelzgeschäft und erstand auf Abzahlung zwei Fuchspelze zu je 2800 Ki; wobei sie sich al» Gattin einer Ingenieurs und StabSkavitän» auSgab. Sie erlegte aber nur ein Angeld von 100 Kü und später eine kleine Räte. Außerdem nahm sie noch einen weiteten Pelz im Werte von 1200 Ai dazu, den sie vollkommen schuldig blieb. Da die Firma auf keine Weise zu ihrem Äelde kommen konnte, erstattete sie schließlich die Strafanzeige wegenBetrugeS.' ES war indessen kein leichter Stück, die Angeklagte zu Gericht zu bekommen, denn stets, wenn der Tag der Verhandlung erschienen war, nahm sie«ine auSgiehi-ie Dosis Avenal, welches Schlafmittel zur Folge hatte, daß sie nicht zu erwecken war. Auf diese schlaue Art gelang e» ihr einigemale, ihr Erscheinen vor Gericht zu vereiteln und schließlich blieb nichts übrig, als sie vor dem Verhandlungstermin in Haft zu nehmen, worauf sie denn schließlich doch gestern vor dem Strafsenat de» GR. Dr. P e r n t erschien. Sie wurde zu dreiMonaten Kerker verurteilt, u. zw. mit Rücksicht auf die Vorstrafe unbedingt. Das Gericht bewilligte ihr aber einen dreimonatigen Strafaufschub, da ihr Kind krank ist.„Daß Sie uns aber beim Strafantritt nicht wieder einschlafenl" ermahnte sie der Borsihende, als sie den Saal verließ. Das Frauenbezirkskomltee lädt für Freitag, den 23. April, zu einer Exkursion in das interessante Knopfmuseum Wal- des«in. Treffpunkt vor der Fabrik um 18.28 Ahr, Straßenbahn 1 und 20. Gymnastisch« und rhythmisch« Erziehung. Die Prager Schulen Anna Dubska I Publikum nahezubringen? Wer Montag nach Schluß der Vorstellung den nimmermüden Enthusiasmus; dieser Zuhörer sah, die die beiden Jubilanten immer von neuem auf die Rampe zwangen, um mit ihnen 1 die nunmehr zu Jugendhymnen avancierten SongS: anzustimmen, mußte die Ueberzeugung gewinnen, daß hier nicht nur zwei urwüchsige Komiker, sondern «in Vegriff für sich gefeiert wird. ES ist schwer zu. sagen, ob ihre Anziehungskraft in den SongS liegt, die in Wort und Melodie die jungen Leute ansprechen(dar„Hej-rup-Lied",„Gegen den Wind"— 1 und„Himmel auf Erden"-§ongS, das Lied:„Herr König" aus der Hadernballade) oder In den fast un« glaublichen Konsequenzen eines falsch angewendeten Wortes, die die beiden zum Schluffe scharf zu pointieren verstehen, um anzudeuten, was nicht offen ge-, sagt werden darf. Immerhin stüen hier zwei Men« 1 scheu, die im gewissen Sinne Führer durch die politische Wildnis geworden sind; von der die heutige In-, gcnd bedroht ist, zwei Menschen, di« boll« 10 Jahre; bewußt ihren Humor und ihre Ironie als politischen i Wegweiser benutzt haben. Bon sämtlichen Lagern be-| grüßt, solange ihre Wortspielerei anscheinend auf der 1 Oberfläche der Dinge blieb und nur die komische| Seite zu erfassen trachtete, werden sie mit«rbitter-, tem Haß verfolgt, seitdem es sich herauLstellt«, daß; sie auf der linken Seite der Barrikade stehen. Den keine Lüge scheuenden Angriffen der Rechtspresse— I von der Agrarpresse über die„Nationale Bereini- t gung" bis zu Henlein— wußten sie mit der stärk-! sic» politischen Waffe zu begegnen, indem sie die hob-\ len Phrasen und aufgebauschten Tiraden der„Hüter dcS nationalen Boden» und der nationalen Kultur" mit ihrem Spott verfolgten. Die montägige Aufführung— betitelt„Panorama 1927—1987"— sollte ein Rückblick auf die zehnjährige Tätigkeit der beiden als Theaterleiter,. Unternehmer, Dichter und Akteure des von ihnen gegründete»„Befreiten Theaters" fein. Bon der „Westpocket-Revue" ausgehend, gaben sie eine Folge von Szenen ihrer verschiedenen Stücke, wobei sie sich Hessen bewußt waren, daß es unmöglich ist, die Atmosphäre der fernen, fernen Zeit vor 10 Jahren — al» Lindbergh über den Ozean flog und die Abrüstungskonferenz vorbereitet wurde— schaffen zu können. Und doch begrüßten wir alte Bekannte aus , der politischen Idylle der Jahre um 1927 in der i ersten Hälfte der Vorstellung. Für die zweit« Hälfte , haben V. u. W. einige aktuelle Szenen dazu komponiert, ohne äußeren Zusammenhang, nach der Art ihrer allen Revuen. Wieder ließen die beiden auf der äußeren Rampe dar Spiel ihrer Wortklauberei und Wortverdrehungen, ihrer Auffassung der Kulturentwicklung glänzen, mit aktuellen Anspielungen, die verstanden und mit Begeisterung aufgenommen wurden. Die etwas willkürlich eingeschoben« Szene Pom lebenslustigen König Wenzesiav IV., der dem Thron entsagt und sich an di« Spitz« der revoltierenden Prager gegen die Diktatur der Stadwäter stellt; das Jejek-Orchester mit bekannten und neuen Jazz-' Melodien, einig« neueinstudierte Tänze(hauptsächlich der der spanischen Torreadores mit roten Fahnen ernteten langtvährenden Beifall. Die Devise B. u. W.'S, daß der Zuschauer nimmer vergessen dürfe, daß eine Komödie gespielt wird, zu der aber der Kontakt des Publikums mit der Bühne notwendig ist, hat auch diesmal ihre Berechtigung erfahren. ES gab nicht nur den Mich«» Premierenbeifall, nicht nur die herzlichen Ovationen für das jubelnde Du- das noch 60 Jahre zu spielen versprach; der Abend zeigte wieder, daß die b-idenin der zehnjährigen Tätigkeit«ine tiefe Furche im Kulturleben der Bedenken Sie, wie nützlich Ihnen eine Sohralbmaeohlne wlre. MS fe, die Sie mit der CORONA Maeohlne eohralben, elnd für Sie die beete Vtaltkarte. Ee lohnt eM Ihnen, eine CORONA-Sohrelbmaiohlne zu besitz w«, die Jahrelang leicht und vorUtoalloh ashreibt. Sr> zeuanta der ültraten amerlkanlooh. Portable sohralle* maeohlnenfabrlk. Sie werden mit ihr allra schneller, erfolgreicher — glUoklloher erledi gen. Verschwundenes corpus delicti RStsel um einen schweren Rennunfall (Bezirksgericht.) Prag.(>rb<) Am 16. Juli ereignete sich im Verlaufe des Auto-RennenS„6000 tschechoslowakische Meilen" bei Bkchowitz. unweit von Prag, ein schwerer Unfall, dem der Rennfahrer Bohuslav T u r e k und seine Mitfahrerin Frau Ella S l a v i t zum Opfer fiele». Der Wagen geriet in einer Kurve im i 100-Kilometertempo plötzlich ins Schlendern und raste gegen einen Kilomctcisstein. Rennfahrer Tnrek erlitt fürchterliche Kopfverletzungen und es erschien fast als ein Wunder, haß er wiedcrhcrgestellt werden konnte^ Sein schrecklich entstelltes Gesicht mußte einer lange Reihe schmerzhafter Operationen unterworfen werden—«S waren ihrer über hundert— ehe die Spuren der Verletzungen halbwegs beseitigt waren. Auch Frau Slavik wurde schwer verletzt und steht übrigen», wie wir bereit» berichteten, mit ihrer Äer» sicherungsgestüschaft im Prozeß um die Entschädigung.■'■ Die Untersuchungen führten nun zu dem Verdacht, daß der Unfall nicht auf einen unerklärlichen Zufall zurückzusühren sei, sondern auf die Unvorsichtigkeit eine» anderen Rennfahrers, de» Zahntechnikers Julius G a u d n i k, der auch schließlich der Uebertretung gegen die Sicherheit des Lebens angeklagt wurde. Vor dem hiesigen UebertretungS- gericht(G.-R. Dr. Kerfsen brock) wurde gestern die Verhandlung über diese Anklage fortgesetzt. Nach Annahme der Anklage hat Gauduit den Unfall dadurch Herbeigeführt, daß er bei unvorsichtigem Vorfahren mit seinem Hinteren Kotflügel den rechten vorderen Kotflügel de» UnglückSwagenS erfaßte, so daß dieser bei dem rasenden Tempo ins Schleudern geriet und auf die geschilderte Weise strandete. Tie Anklage baut sich auf Indizien auf und Gaud- uik bestreitet jede» Verschulden und erklärt, daß der Wagen TurekS von selbst ins Schleudern geraten sein-müsse,«ine Ansicht, die übrigens auch der Sachverständige für wahrscheinlich erachtet. Nun fällt allerdings«in schwerwiegendes Faktum in die Waagschale. Der Bugatti-Wagen, mit welchem Turek verunglückt«, Ivar hellgelb gestrichen. Bei der Revision in Preßburg wurden an dem Hinteren Kotflügel dcS Wagcnp GäudnikS(der einen hcllgestrichenen„Aero" fuhr- Stzpuren von abgcsplittertem gelben Emaillack gefunden, dessen Farbe sich mit der dcS verunglückten Wagens deckte. Diese Lackspuren würden sorgsam anfbewahrt und als corpora delicti dem Sach- verständigen-Gutachten beigeschlossen. Bei der gestrige» Verhandlung erfuhr man nun, daß diese» corpuS delicti auf unerklärliche Art aus den Gerichtsakten, verschwunden ist! Die Verhandlung, bei welcher der Angeklagte bemerkenSwerterlveise von dem Vizepräsidenten de» Prager Autoklnbs Dr. S r b e k verteidigt wurde, wurde schließlich zur Ladung weiterer Zeugen vertagt. B- z n g S I> e d' n g u n g n: Bei Zustellung in» Han» oder bei Bezug durch die Post monatlich Kt IG—, vierteljährlich AS 48.—, halbsährig K«. 96,— ganzjährig AS 192.—.— Inserat« werdeg stmt; Taris billigst berechnet. Bei.öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmark-n...— Di« Zeitungsfrankatur wurde von der Post- und Tel««- . graphcndircktion mit Erlaß Nr. 13.800/.VH/1980 bewilligt.— Druckerei;„OrbiS",. Druck«, Verlag»- und LeitungS-A.-w. Prag. sich durch den glücklichen Sieg über den Spitzenführer an die Ferse der Roten Elf heften. Die Ergebnisse der Spiele vom Sonntag: Atu» Unterreichenau gegen Rapid Karlsbad 6:2, AtuS Fischern gegen Rote Elf Chodau 8:1, ASB Maierhöfen gegen FFK Falkenau 2:1, AtuS Drahowitz gegen ÄÄ8 Schankan 1:2, ASB Neudek-gegen ASÜ GraSlih 2:8, ASB Maierhöfen II gegen AtuS Sodau' 2:5, ASB gleißen gegen AtuS Unterreichenau II 6:2, AtuS Wehcditz gegen ÄSB Thierbach 7:2, CSK Leffov gegen AtuS Aich 6:6. Der Stand der Tabelle FFK Falkenau. 15 10 0 5 20 64:85 ASB Schankan. 15 9 2 4 20 29:81 AtuS U.-Reichenau 15 8 8 4 19 41:28 Rapid Karlsbad. 15 7 6 8 19 87:26 ASB Graslitz. 14 7 4 3 18 46:27 ASB Neudek.« 14 6 2 6 14 41:27 AtuS Fischern.. 14 5 4 5 14 84:26 Rote Elf Chodau. • 16 6 1 8 18 26:84 ASB Maierhöfen • 16 6 0 9 12 21:28 AtuS Drahowitz. 15 6 1 9 11 81:86 AtuS Aich... » 14 3 4 7 10 24:89