Einzelpreis 70(einschließl. 5 Keller Porto) Aus dem Inhalt Das Ergebnis von Venedig Ein Schandvertrag der DAG 17. Jahrgang Samstag, 24. April 1937 Nr. 97 jeder willkommen sein. Mch): So hat z. B. vor"kurzem die italienische sozialer Gerechtigkeit, nach einer Welt des Frie- ßsegierung die Durchsuchung des Sondergepäcks denS und der Menschlichkeit in ziclbewußn-n poli- britischen Parla» hat, daS persönliche Gepäck eines fremden Diplomaten zu durchsuchen(wie e» in diesem Fall ge« tisch-gelverkschaftlichen Einsatz umzuförmcn. Der Ausgang aller sozialen Kämpfe wird nicht zuletzt Im März 90.000 Beschäftigte mehr Ungarns Faschistenführer— drei Monate Gefängnis s o z i a l i st i s ch e c dauernder Ge- tra, von 250 Pfund gespendet hat. Man erwartet, daß der Dampfer„Bankwörth" morgen auS- laufen«nd im Sinne der Bestimmungen des Nichteinmischungsabkommens in Dover den Be- »tachter erwarten wird, den er an Bord übernehmen wird. : Einige Mitglieder deö mrntS beabsichtigen übrigens an Bord deS Dampfers„Backworth" zu gehen«nd mit ihm nach Bilbao zu fahren. des'Botschafters der Bereinigten" Staaten von Amerika aygeordnet»-... höchste.Feit, daß die. Unternehmer einlenken und tzie» mur die Oessentlichkeit, müssen auch die amtlichen Stellen den Arbeitgebern zu Bewußtsein bringen- Abg. Taub hat bereits im Ministerium für soziale Fürsorge interveniert und aus unserer Meldung geht sa auch hervor, daß sich neben den Gewerkschaften, die Gewcrbebehörde um eine Beilegung des Streiks bemüht. Man kann also hoffen, daß eS der Einsicht her beteiligten Faktoren gelingen wird, die große Bewegung in Ostböhmen dadurch zu beendigen, und die Ruhe in den Fabriken dadurch herzustellen, daß man den Forderungen der Arbeiter Rechnung trägt, die kein anderes Fiel haben als menschcnivürdig leben zu können. Szalasy— drei Monate Gefängnis Budapest.(MTJ.) In der Angelegenheit deS Führers der rechtsradikalen Partei deS nationalen Willens Franz Szalasy hat der Anklagesenat den Beschluß des Untersuchungsrichters, woüach Szalasy auf freien Fuß gefetzt werden, sollt« und wogegen der Staatsanwalt appel- lierte, annulliert und die weitere Aufrechterhaltung der Untersuchungshaft angeordnet. Freitag vormittag- begann ührigenS vor dem Budapester Strafgericht-Hof dir Verhandlung eines -«>«» Szalasy schon vor längerer Seit wegen Auf» wiegelung angestrengten Strafprozesses. Im BerhandlungSsaal hatte« mehrer« An,«hörige der inzwischen aufgelösten Partei Platz genommen. MS Szalasy im ÄrrichtSsaal erschien, sprangen sie von ihren Sitzen auf«nd begrüßten läut und ostentativ ihren gewesenen Führer. Auf Anord- nung deS Gerichtspräsidenten sind die Dem»«, stranten au« dem Saale entfernt worden. Rach abgeführter Verhandlung wnrde Franz Szalaf« wegen Aufreizung gegen die Staat», gewalt und gegen Li« jüdische Konfession zu d r e i M- n a t e n G es» n g n i S verurteilt. Unsere Nalnummer erscheint am Samsta-, ben 1. Mal, in verstärkte« Umfang. Die Sonn. '^ggsuummer am 2. Mak entfästt anläßlich de« Feiertage«. DiaD er Mal t n« g. L London. Wie au» Bilbao- gemeldet wird, trafen dort Freitag früh die drei englischen Le- benSmittelschiffe„Hamsterlch",„Maegregor" «nd„Stanbrook" ein. St. Jean de Luz.'(Reuter.) Ehe die drei britischen Handelsschiffe mit Lebensmittelladungen den Hafen von Bilbao erreicht hatten," gaben ein Aufständischenlreüzer und ein anderes Schiss einige Schüsse ab, doch, weiß man nicht, ob die Granaten den Schiffen galten oder einfach vor dieselben gezielt wurden." Sofort hierauf tauchte das britische Kriegsschiff ,,Hood" auf und die spanischen Schiffe wurden aufmerksam gemacht, daß die„Hoöd" auf, sie schießen würde, falls sie selbst mit der Beschießung nicht aufhören würden. Daraufhin verschwanden die" spanischen Schiffe mpd" das Kriegsschiff„Hood" kehrte in den Hasen von St. Jan de Luz zurück, wo Freitag weitere" zwei britische Schiffe mit Lebensmittelladungen, und zwar, die Dampfer»Sheasfield« und„Mar- via", mit dem Ziel Bilbao ringelaufen sind. ,q> Gibraltar. Der britische Frachtdampfer »Marie Llewellvn", deren Kapitän d«r nunmehr wohlbekannte„Kartoffel-Jones" ist, ist von der nordspanischen Kllst« in Gibraltar ringelaufen. . ♦■.• London.(AR) In England wird den Borhereitungen zur Abfahrt de» Dämpfer»„B a n k- worth" mit 8800. Registertonnen, der in Jmingham Hgvrn"eine.Ladung'»»» Lebensmittel» und Medikamenten für Bilbao verfrachtet, große Aufmerksamkeit gewidmet,- Zirka All) Tonnen der Ladung spendete di« britische G« w"e r k- s ch a f t"S"b e weg«« g der Trabe Unions, jetzt wird die Ladung im Wert« von zirka 2000 Pfund vervollständigt. Zu den Auslagen zur Beschaffung der Waren haben einige humanitäre Organisationen teigetragen. Von Einzelpersonen ist Lloyd G eo r g e zu erwähnen, der den Be» Maitag; des Kampfes und des Aufstiegs Unsere kampferfüllte Gegenwart mißt den sozialistischen Maifeiern des JahrcS 1037 Inhalt und Bedeutung zu. Nach langen schwere» Jahren der Depression regen sich wieder mächtig die urgetvaltigcn Aufstiegskräftc deS Iverktäiigen Volkes. Noch hat uns die demokratisch-sozialistische Welle nicht mit voller Kraft erreicht, die Uber die fortschrittlichsten Länder deS europäischen Westens und Skandinaviens flutet. An der neuen Konjunktur der Weltwirtschaft haben wir in der Tschechoslowakei vorläufig nur bescheidenen Anteil. Und dennoch erhebt wieder der trotzige Kampfgeist kühn sein Haupt, der seit den Anfängen der Arbeiterbewegung den sudetendeui» scheu Arbeiter auszeichnct. Unsere Versammlungen, unsere Kundgebungen üben erneut gcwal- tige Anziehungskraft ans die schaffende» Menschen aller Schichten aus. Fast aus allen Organisa- tionSgebieten wird ein stetiger ZutvachS neuer Mitstreiter gemeldet. Seit Begin» des Jahres 1087 ist die Zahl u n s e r e r P a r- tei Mitglieder n m. ein rundes Viertel gewachsen I I» den Betrieben regt sich Ivieder das Selbstbelvußtscin der Arbeiter und der Arbeiterinnen. Zuviel haben die auf Lohnarbeit angetvie- senen Menschen in den Jahren der Krise körperlich und seelisch geduldet. In den Zeiten der Not wurde die Menschenwürde' der mänirlichc» uno weiblichen Lohnsllaven von den Fronvögtc» de« Kapitalismus vielfach mit Füßen getreten, Die einsestige- technische Rationalisierung hat oft Ans-- wüchse unmenschlichster Ausbeutung gezeitigt, die direkt an das Lebensmark der Jndustriebevölkc- rung greifen. Freilich haben die heuchlerische» Prediger der Volksgemeinschaft davon nichts gesehen und auch nichts sehen wolle». Sie studieren ja die soziale Frage durch die Brille selbstsüchtiger Untcruehmerintercssenten. I u n g b u ch ist ei» ergreifendes Beispiel dafür, wie Hunderten ar-, beitSfrcudiger Menschen durch unerträgliche Be- triebsverhältnisie ein opferreicher Verzweiflungskampf aufgezwungen wird. Daß sich weitere tausende ostböhmischer Textilproleten nunmehr dem Streik angeschlossen haben, ist ein Beweis mehr," wie stark die sozialen Spanmmgen sind, die bisher durch die Ohnmachtsgefühle der Arbeiterschaft niedergehalten wurden. Auch in anderen Gebie- ten zeitigen die eingeleiteten Lohnbewegungen bereits die ersten Kämpfe und Erfolge. Nur eine offensive Demokratie, nur ein kampfsrcudigcr, kühner, schöpferischer Sozialismus vermag im Ringen gegen die faschistischen Gewalten eine glückliche europäische Schicksalswende herbeizuführe». Das aber ist nicht die Sache von Parolen, sondern der Herzen»nd der Hirne. Der arbeitende Mensch muß sein Selbstvertrauen wiederfindcn inid noch Höheres, den Glauben an den unaufhaltsamen Sieg der sozialen Gerechtigkeiti an die weltgeschichtliche Million des Sozialismus. Darum soll uns in den Tagen neuc'n Ausstieges der Arbeiterbewegung nicht die flammende Begeisterung der Alten fehlen, aber auch nicht der nüchterne Realismus, den uns schweres Nachkriegserleben lehrte. Neue Mitglieder sind wichtig. Lohnerhöhungen und weitere Wirtschaftsbelebung sind unerläßlich. In der histori« scheu Bilanz gilt jedoch nur der"Zuwachs an" Gesinnung als w i n n.. Darum, soll uns der im Ringen um daS Menschenrecht des Arbeiters an unserer Seite steht, ob enttäuschter SdP- Prolet, Angestellter, Bauer oder Geistesarbeiter. Wir wollen aber keine rein negchtivive Kampfgemeinschaft für den Tag."Sie wipd sich niir bewähren,.wenn wieder ein brüderlicher Geist Einzug hält in die Reihen des arbeitenden Volles, solidarische Verbundenheit von Mensch zu Menschen. Einigung im- Fühlen-und Denken ist not» Chilenischer Botschafter In Valencia ansehalten well er kür die Aufständischen arbeitete - Valencia. Der chilenische Botschafter wurde, als er Spanien verlaffen wollte, auf dem Flug platz angehalten. Sein Gepäck wuA>e durchgesucht, da"er-beschuldigt wird, zugunsten der Aufständi schen Geld und Dokumente ins Ausland schmug geln, zu wollen. Nach dem vergeblichen Versuch, sich zu.widersetzen,- gab der Diplomat schließlich nach." In.seinem Gepäck wurden 10 Millionen Peseten, und eine große Zahl kompromittierender Dokumente gesunden. Der Botschafter erhielt dar aufhin'nicht die Erlaubnis zur Abreise, sondern muß, sich"zur Verfügung der-spanischen Behörden halten." -. Die Meldung von diesem Zwischenfall,.- der sich vor einigen Tagen abspielte",- wird-als Ver» letzung der Diplomatenrechte durch die Regierung wendig, Einigkeit" im geschichtlichen Wollen. Der von-Valencia ausgelegt,. Demgegenüber wird tapfer« sozialistische Arbeiter darf in den entschei- d«quf. hingewiesen-daß^jeder Staat das Recht denden Stunden nicht allein stehen, wie er schon “ so oft allein.gestanden ist. Darum gilt es allenthalben, die dumpfe Sehnsucht der Masten nach Es gibt keine Blockadel Drei Schiffe In Bilbao eingetroffen Vof der Räumung von Toledo? ,.du l«ne i a,(Fabra.) In dem Kommu» mqut deS Luftfahrt-Ministerium» heißt eS: An »em aragonifchrn Abschnitt haben Regierung«, slugzeuge Saragossa wirksam mit Bomben belegt. An der Front bei Teruel grifsen Bomben- flugze«,« di« Stellungen der Ausständischen bet Ealdet, Cella«nd Billarquemado an. Jagdflug, zeuge beschaffend!« Batterien der Aufständischen bei Salbet. DaS Kommunique deS KriegSministerinmS vefagtr Die Artillerie der Aufständischen tarntet* dierte Madrid. Das Bombardement hat unter der Zivilbevölkermig zahlreiche Opfer gefordert Flugzeuge der Aufständischen bombardierten fer- ner«leala und HenareS, wobei viele Frauen mW Kinder getötet wurden. Den MegierungSabteilun- »en gelang ein kühner Ausfall in daS La- ger deS Feindes bei der Brück« übrr den Jilora- Fluß, die in dir Luft gefprrngt wurde. Hiebei wurde viel Kriegsmaterial vernichtet. An der Front von Lequeitlo hat die RegierimgSartillerie Schiffe der Aufständischen in der Nähe der Küste in die Flucht geschlagen. An der Eiter-Front wurde et« Angriff der Aufständischen zurückge- schlagen«nd am der asturischen Front nahm die Artillerie dir Positionen der Aufständischen bei Mont«"Otero unter heftige» Feuer. Der Monte Hkchieeto würde von.der Miliz besetzt. An der Front bei Puente vvejuna wurde, der Ort La Ser,ad»-«»»-den Batterie» der Regierung scharf beschaffen. Aus den Reihen der Aufständischen sind zahlreiche Soldaten übergelaufen. j.- Mu d rid.(Tsch. P.-B.) Die Ruh« der letzten Tage, würde gestern durch erhöhte Kampf, tätigkeit in der Umgebung Madrids unterbrochen. Im Abschnitt Usera wurde der Angriff der Belagerer von einem.Gegenangriff der RegierungS- truppen abgelüst. Sm UniversitätSviertel versuch, teü die Aufständischen zweimal vergeblich, den ManzanareS zü überschreiten. Sie mußten vor dem"Feuer der Maschinengewehre und Mörser zurückweichen. Die Aufständischen versuchten, den Fluß mit Hilfe von Kamelen zu überqueren, die Tiere würde» jedoch von den Milizionären jedesmal abgeschoffrn. Bei Toledo setzt die Regie- rüngSartulerie die Z erstörungderfeind- liche» Stellungen fort. Die Aufständischen haben bereits einig-« Teile der St.ad.t geräumt, woraus geschloffen wird, daß ihre Stellung immer schwächer wird. Ausbreitung des Streiks im lupatal 4000 Textilproleten Im Kampf um mehr Brot und bessere Behandlung Freitag, den 83. April, traten nacheinander ohne jede Verabredung und ohne dazu eine Weisung der zuständigen Gewerkschaften zu haben, die Arbeiter der Flachsgarnspinnereien Kluge-Oberalt st adt mit mehr als 1000Arbeitern, Fejfar und Mlädek in Trübenwasser mit einer Belegschaft von etwa 700 Arbeitern, Etrich-Oberaltstadt bei Trauten«« mit 700 Arbei» t e r n in den AuSstand. Die Arbeiter legten die Maschinen still, blieben jedoch bis auf den letzten Mann in den Fabriken, die sie bis abend» nicht verlaffen haben. Im ganzen- sind mit den Arbeitern der Jutespinnerei- und Weberei Etrtch, Jungbuch, an die 4000 Textilarbci- ter im Streik. Die Vertrauensmänner der streikenden Arbeiter traten Freitag nachmittags in Oberaltstadt zu einer Konferenz zusammen, um über das weitere Borgehen zu beraten. Die Arbeiter ver» halten sich außerordentlich diszipliniert und da» Leben um die Fabriken geht in gewohnter Weise weiter. Dem Streik haben sich alle Richtungen der Arbeiter angeschloffen und nach der allgemeinen Sachlage zu. schließen, haben die Henlein-i-nhänger, erbittert über dir fortwährenden Ber- sprechungen von den Wirkungen der Volksgemeinschaft in den Betrieben, mit besonderer Agilität für die Arbeitsniederlegung gewirkt. Ihr Glaube an den Frieden in den Betrieben und das harmonische Zusammenarbeiten mit den Nnternehmem ist gründlich erschüttert uisd sie mache» ihrem Groll durch radikal« Losungen Luft.'" Die Nrfache der plötzliche» Einstellung der Arbeit ist in der Hauptsache in dem geringen Verständnis der Unternehmer für die Lohnforderungen" ber Arbeiterschaft und nicht zuletzt dem fast völligen Unverständnis gegenüber den Betriebs fordernngen zu suchen. Die -»Union der Textilarbeiter" bemüht sich im Berein mit der Gewerbebrhtzrde, die Verhandlungen, die vorläufig unterbrochen wurden, so schnell als möglich wieder aufzunehmen«nd die Unter» nehmet zu weiteren Zugeständnissen zu bringen. In der Konferenz" in Oberaltstadt wurde ausgesprochen, daß die Arbeiterschaft bereit sei, sofort zu verhandeln und bei einem günstigen Ergebnis der Verhandlungen die Arbeit Montag wieder aufnehmr. Die Verhandlungen werden bereits SamStag aufgenomme». Bei.dem Streik der Textilarbeiter im Aupa« take handelt es sich"zweifellos um ein«» E l e- mentäräusbrvch der Arbeiter, die ihrer leidenschaftlichen Empörung darüber AuS. druck geben wollen, daß die Unternehmer bzw. ihre Sekretäre in ihrer Halsstarrigkeit nicht nachgeben und die berechtigten Forderungen der Arbeiter nicht anerkennen wollen. Die Ausbreitung des Streiks ist darum«ine ernste Mahnungan die Fabrikanten, die Dinge nicht zu überspitzen. Die Arbeiter streiken nicht zu ihrem Vergnügen, sondern wissen keinen Ausweg, um ihre Lebenshaltung zu erhöhen und sich die Anerken nung ihrer Menschenwürde zu erkämpfen. ES ist ersch«z»t«ßt««»»ah»» de« tSgttch frNH «ÄMonwch Verwaltung: Prag XII., Fochova S2- TeiephonS3077- Herausgeber: Siegfried Taub- Verantwortlicher RedlStrur: Karl Kern, Prag Seift 2 SamBtng, 24. April 1937 Nr. 97 davon bestimmt, wieviel politische Schulung und organisatorische Disziplin die um ihr Brot und nm ihr Recht, ringenden Massen aufzubieten vermöge». Die schweren Rückschlag« der Krisenjahre stellen uns vor dir Notwendigkeit, auf"diesen" Gii« biete» Gewaltiges nachzuholcn und aufzuholen. Der 1. Mai 1937 wird ein wichtiger Prüfstein sein, in welchem Tempo ivir diese Aufgabe zu erfüllen vermögen. Er ist ein Prüfstein auch für den offenen Bekennermut jener Schichten, die sich der Sozialdemokratie wieder nähern. Die Zeit ist reif geworden für eine neue Scheidüng der Gei- stcr. Wenn anderwärts die besten Sozialisten in denKerkern verschmachten und"auf den Schlachtfeldern der Freiheit bluten, danndarf.auch für »ns kein Opftr zu groß sein, den. 1..Mak zu einem Tag neuen Aufbruches zu nciicn Kämpfen und Siegen zu gestalten. Werben wir für die sozialistisch«,Idee, für den innigeren, g ewalti,g« ren,u nwider-! st ehIi ch«n Zusammenschlußaller Aufstiegskräfte des schaffenden Bolkes durch Werbung für den 1. Mail im allgemeinen Interesse de» europäischen Friedens zu■ verbürgen. Der österreichische BuirdcSkauztcr prüfte bei dieser Gelegenheit eingehend mit Mussolini die Fkage der Italienisch-österreichischen Wirtschaftsbeziehungen und.betonte den hervorragenden Anteil,"mit. dem Italien zur wirtschaftlichen Hebung Oesterreichs durch regen Warenaustausch zwischen Italien und,Oesterreich bcigetragen hat. Die Bor» fitzenden der beiden Regierungen"haben beschlossen, auf diesem,Wege" fortzufahren.,,'*, Der Glörnate tfItalia: Der offizielle»Giornale d'Jtalia" schreibt:" Es wurde u. a. die Lage in Spanien und der Standpunkt zur Sowjetunion besprochen. In dieser Angelegenheit zeigte sich«ine vollkommene Uebereinstimmung der Ansichten der beiden Regierungen,.insbesondere hinsichtlich der Bekämpfung des Kommunismus Und alles Gefährlichen, das mit dem Kommunismus Hand in Hand geht. Insbesondere betrafen aber die Beratungen das Verhältnis. Oesterreichs, zu...seinen. Nachbarn, namentlich das österreichisch-deutsche Verhältnis. Zn dieser Angelegenheit ist der Direktor des »Giornale d'Jtalia" imstande, zu erklären, daß unter der Mitwirkung Italiens ein« Regelung gewisser zivischen Oesterreich und Deutschland noch bestehender Differenzen erfolgen wird. Die Nationalsozialisten werden in Oesterreich tatsächlich bald zur Teilnahme an der Verantwortung in der Vaterländischen Front berufen werden, was den ersten direkten Schritt zur Beteiligung der Nationalsozialisten an der österreich ischenRegierung bedeuten wird. Es wird sogar in absehbarer Zeit ein Vertreter der nationalsozialistischen Partei für die Vaterländische Front ernannt werden, der gemeinsam mit dem Bundeskanzler Dr. Schuschnigg und dem Staatssekretär für die Vaterländische Front Zer- natti alle ungelösten Probleme zwischen den beiden nationalen Bewegungen behandeln und regeln wird,,, Hinsichtlich der Beziehungen zwischen Oestep- reich und Jugoslawien heißt«S in dem Artikel, daß zwischen Wien und Belgrad mtt Ausnahme des jugoslawischen Vorbehaltes betreffend, die Restaurierung der Monarchie in Oesterreich kein Gegensatz besteht; da aber die Frage der Restauration nicht aktuell ist, sind demnach alle Bedingungen für die Herstellung möglichst enger Beziehungen zwischen Oesterreich und Jugoslawien gegeben. Demgegenüber hat der Kontrast zwischen Wien und Prag«inen politischen Charakter und beruht in den schroffen antideutschen Richtlinien der Tschechoslowakei, dem sich Oesterreich als deutscher Staat und als Vertragspartei deS Abkommens mit Deutschland und Rom nicht anschließen kann. Da» bedeutet jedoch nicht, daß Oesterreich seine Beziehungen zur Tschechoslowakei. abbrechen, soll, die. im, Gegenteil, auf.-wirtschaftlichem-Gebiete noch vytzollkommnet- werden können. . Die Frage, der Restauration der M o n a r ch i e in Oesterreich wurde in.den. Venediger. Besprechungen kaum berührt, dies, um so mchr' als offiziell konstatiert wurde, daß diese Frage n i ch t a k t u e l l ist. In. Beratung der bedeutenden politischen und wirtschaftlichen Vorteile, welche Oesterreich aus den. römischen Protokollen herauSholen konnte, erklärt.der Direktor des„Giornale d'Jtalia", daß die.Möglichkeit, die Wirksamkeit dieser Protokolle auf andere Donanländer zu erweitern, wie die» das offizielle Kommunique erwähnt, heute Jugoslawien betrifft. Zum Schluß w.ird in dem Artikel betont, daß die Ve- krgednlr von Venedig doch sensationell I Italien als Zutreiber Deutschlands: Nasi In die österreichische Regierung* Keine Donauraum-Lösung ohne Berlin Offiziöse Ausfälle gegen Prag/ Jugoslawien in den Römischen Block? Während auf der Belgrader Konferenz die Ankündigung, pe werde keine Sensationen bringen, auch eingehalten wurde, hat Venedig gröstere Sensationen gebracht, als man erwartet hatte. Weniger daS vorsichtige Communiqni als der Kmnmentar deS offiziellen Giornale d'Jtalia sagt mit wünschenswerter Deutlichkeit, waS in Venedig gespielt wurde. Die Sachlage stellt sich demnach so dar: Wenn Schnschnigg nicht mit der Absicht«ach Italien gefahren ist» di« tschechoslowakisch« Freundschaft alS Handelsobjekt zu betrachten und Prag an Rom z» verraten» so muh uian nu- »ehme», dass er von Mussolini zn einer Kapitulation auf der ganzen Linie, gezwungen wurde. Welche Repressalien Mussolini dabei angewandt hat und ob von selten der anderen enropäischen Mächte vorher alles geschehen ist, um Oesterreich gewisse Garantien gegen den dentsch-itälieni- schen Druck zu schaffen und Schuschnigg daS Rückgrat zu stärken, daS läßt sich heut« noch nicht übersehen. Faktisch ist daS Ergebnis von Benedig nicht eine Annäherung Oesterreichs und I talienS an di» Tschechoslowakei, sondern im Gegenteil eine offiziöse römisch« Mißbilligung der Annäherungsversuche anS den letzten Wochen. Nicht die Tschechoslowakei, sondern Jugoslawien soll in den Block ein bezogen ". werden. Jnnerpolitisch wird die Folg« von. Benedig laut»Giornale d'Jtalia" nicht ein stärkerer , Widerstand gegen den Nazismus, sondern die Kapitulation vor dem RaziSmnS, die AuSlief«» . rüng der Regierung an die RaziS fein. Schuschnigg hat nicht etwa ein Zugeständnis in der Re- . ftaurätionSfrage mitgebracht-sie.vielmehr neuerlich alS nicht— aktuell bezeichnen müssen. Der EiyWt'der Mzi in di« Negierung wird die Restauration vermutlich anch begraben, allerdings . zugleich puch die Selbständigkeit Oesterreichs, Die nächsten Wochen werden wohl schon zeigen, ".»> Schuschnigg tatsächlich"seinen Selbstmord beschlossen hat. Die französische Presse betont, daß Frankreich weiter die Verständigung Prag—Wien fördern werde. Auch die tschechische Press« versucht, das Ergebnis von Benedig noch optimistisch zu werten. ES hat aber den Anschein, daß Mussolini und Hitler jeder neuen Schwenkung Schuschniggs zu Prag vorgebeugt haben, indem sie ibn zu innerpolitischen Konzessionen an die NaziS zwinge». Damit wird jeder außenpolitischen Extratour von der Achse Nom—Berlin ein Riegel vorgeschoben. Die rücksichtslose Politik deS ZugreifenS und Düpierenb, welche di« faschistischen Mächte treiben, hat in Benedig wieder einmal«inen Erfolg über die vorsichtige Zurückhaltung, daS Zuwarten und. Zaudern der westlichen Demokratien davongetragen. In London und Paris ist über den Donauraum diskutiert worden, in Benedig scheint man ,,falls aeeompliS" geschaffen zu haben, gegen deren Folgen wir-nun auf der Hnt fein müssen. Venedig.(Stefan!.) Rach der Beratung de» italienischen Ministerpräsidenten Mussolini mit dem österreichischen. Bundeskanzler Dr..Schuschnigg, die imfRegieruligSpalgjz von Benedig Freitag um.11 Uhr vormittag» begonnen hatte, würde folgendes Communiquä auSgegeben: Während der Beratungen wurden einerseits die Beziehungen Italiens und Oesterreichs zu anderen Staaten, andererseits die Fragen geprüft, die die beiden Länder direkt interessieren. Der. Duce und der österreichisch« Kanzler stellten mit Genugtuung fest, daß zwischen den beiden Regierungen vollkommene llebereinstimmung besteht und sie bestätigten bei dieser Gelegenheit neuerdings di« Grundsätze, auf denen di« FrenndschasiSbeziehungen der beiden Länder beruhen... Beide.Staatsmänner, hoben, insbesondere neuerdings die günstigen Ergebnisse der Antvendnng der Römischen Protokolle hervor, die in vollem Einvernehmen uiit Ungarn durchgeführt werden und sprachen das Vertrauen aus, daß ihre Zusammenarbeit zur Festigung der Freundschafts bande zwischen Italien und Oesterreich beitragen werde. Beide Staatsmänner sprachen außerdem die Zuversicht au»,, daß dies« Zusammenarbeit zu. dem gemeinsamen Ziele führen wird. das in der Schaffung der Bedingungen einer allgemeinen Regielung der Berhaltnisse im Donauraum besteht. Sie sind überzeugt, daß diese Regelung der Verhältnisse im Donauraum sich ohne wirksame Anteilnahme Deutschlands weder mit Erfolg in Angriff nehmen no.ch durchführen läßt. Beite Staatsmänner sind überzeugt, daß die Römischen Protokolle, die auch den übrigen Staaten unter Bedingungen offen stehe», die in dem Maße bekanntgegeben würden. als sich die Gelegenheit hiezu bieten wird, ebenso wie die im vorigen Jahr« von Oesterreich und Italien mit Deutschland geschloffenen Abkommen und sowie schließlich das kürzliche italienischjugoslawische Abkommen-geeignet sind, eine gedeihliche Entwicklung der Lage in Mitteleuropa sowohl im Interesse der beteiligten Staaten al» auch JUNGES W£/B d VERONIKA ROMAN VON MARIA GLEIT ’„Du bist es", sagte sie,„nur du..." .„Und weiter ist es nichts? Und niemand ist es sonst? Wenn da ein Mann ist, sag' es jetzt, Veronika, Veronika, verschweig' eS nicht!" „Und weiter ist es nichts, und niemand ist es .sonst!" wiederholte sie seine Worte wie einen Schwur. Di« Ziveige eines Baumes bewegten sich in dieser Nacht, ein Bogel rührte sich in seinem Nest. Leise drang das Geräusch über den Fluß,. der Fluß nahm es mit, und Veronika glaubte, daß es mm zivischen Nacht und Morgen eine Spanne Weges geben könne, die vom Segen ihres Bei« einanderseins erleuchtet wäre nnd von der Tiefe ihrer Nähe wundersam erhellt. Denn dieser Morgen würde einem Tag das Leben schenken, dessen Schivere jetzt schon an ihr hsng. Nein, weiter war e» nicht», als daß sie sich einem Manne versprochen hatte, heimlich versprochen, ohne auch der Mutter noch etwa» davon zu sagen,—— weiter war e» nichts, als daß sie ihr Wort brechen muhte— und nicht einmal er durste«S wissen, er, für den sie eS tat, und niemand konnte ihr helfen und niemand ihr diesen Gang ersparen, der im neuen Tage lag..."" Und weil da» so war, wollte sie für die kurze Zeit dieser Nacht in dem brennenden Schweigen versinken, in dieser alles verlöschenden Wunschlosigkeit vergehen, die nun aufstiegen um sie. und ihn,.dessen Vertrauen, sie sich mit der Seligkeit des eigenen Gewissens erkauft hatte, als sie ihm die Wahrheit verschwieg,. Das Schicksal aber läßt sich nicht betrügen, und wo ein Leben ihm auStveichen will, da packt es nun so unbarmherziger zu. Und wo ihm die Vernunft als Werkzeug zu gering erscheint, da setzt es den Zufall ins Spiel. Und"so geschah es, daß der Mann Arnold Bannholzer von den verfehlten Jahren seines Lebens sprach in dieser Nacht und daß Veronika zum zweiten Male die Geschichte Dr. Fleith» und Dr. Truckenbrotts erfuhr und daß sie zusammensank unter dieser Last, die ihr nun aufgebürdet war. Oh, tvarum hatte Arnold Bannhotzer das Schweigen brechen müssen, warum hatte es. ihm nicht genügt zu wissen, daß sie da war, für ihn da, seine Veronika, immer und ewig, und was auch geschehen war und waS auch geschehen mochte. Warum grub er diese alte Geschichte wieder aus, tvarum nur, warum? Hör' auf, hör' auf! hatte sie rufen wollest, hör' doch um Gottes willen auf, ich weiß dar. alles schon! Du hast mit Truckenbrott um eine Frau gekämpft! Er hat geglaubt, daß sie dich liebtj Durch deine Schuld ist sie gestorben! Durch — deine— Schuld— ich aber will eS nicht mehr wissen. Ich will, daß es nie gewesen ist. Und wenn eS war, dann ist es mir doch so, als sei es trotzdem nicht geschehen! Was geht mich denn die schreckliche Geschichte an? Sie ist vorbei, sie ist vorbei!" Laß uns noch heute fliehen, Liebster, heute Nacht noch fliehen, 1 fliehen, fliehen vor Truckenbrott, zu dem ich nicht mehr gehen kann, —' nun nicht mehr! Wie konnte ich denn wissen, daß er von dir sprach gestern abends, wie konnte ich denn wissen, daß- er dich für jenen Unglückseligen hält, für Dr. Fleith, der ihm Jeannette genommen hat? Daß dü— für ihn— Dr. Fleith bist? Wie konnte ich das wissen? Oh, er" darf niemals ahnen, daß ich bei- dir bin! Ach werde es nicht sagen, laß uns doch fliehen» Liebster! Er ist dir nachgefolgt durch all die Jahre bis in unsere.Stadt, bis. an den Fluh, und hat sich hier niedergelassen,»in verschroben« Gelehrter» sagen di« Leute, einer, der alle in Frieden läßt — und nur dich nicht— nur dich— nicht? Oh, hör' doch auf...! Er ist hiergeblieben, weil auch er nicht weiter konnte, weil auch er müde war, er ist hiergeblieben, wo ich ihn treffen mußte, wo Ich ihm begegnete! Hör' aus! Hör' auf! hatte sie rufen wollen Und hatte doch die geballte Faust in den Mund gesteckt, damtt dieses, Uebermächtige in ihr, dieses Zerspregcnde, nicht aus ihr schrie, damit in seiner Seele ihre Worte:„Und weiter ist" cs nichts. Und niemand ist es sonst...", Nicht jetzt zu einem Meineid würden. Nun erst wurde ihr der Mund versiegelt. Nun erst würde sie, was sie nicht hatte sagen wollest, nicht mehr sagen dürfen. Unaushaltsam flössen Tränen über ihr Gesicht. Wie"rührte ihn, den von seiner Beichte selbst erschütterten Mann, dieses unbewegliche Gesicht- Giese" starre Trauer, von Tränen heiß benetzt.. „Veronika!" sagte er und. hielt endlich ein Und wagte doch nicht, ihr da» Gesicht zu trocknen.„Veronika?" Und völlig" sinstlo», völlig verstört fragte sie, ein Hauch war«S nur und eine Abwehr: „Hast du sie sehr geliebt, die Frau— die— Jeannette?""'... Und wieder war sein Arm um sie-jetzt aber war seine Nähe eine endlose Oual, ein peinigender Schmerz, denn Truckenbrotts Drohung von gestern abends, ist d?r Erregung auSgeswßen, war wie ein Schwert zwischen ihm und. ihr:„Soll er sich doch.zum Teufel scherest, dieser Di?,..Flesihl Nur mir soll er. nicht noch einmal di« Megc kreu- zen, eS könnte, sonst passieren, daß«» ihm doch stoch schlecht geht, diesem Kerl!" . Wieder war der. Schrei in ihr-und wieder der Wunsch, alles zu-sagen,, alle» zu beichten und dann zu.fliehen, zu fliehen vor Camillo Truckenbrott bis ans Ende der- Welt. Noch, viel zu nahe war da» Dorf, da» nun Heimat werden sollte, in diesem Dorfe hatte Truckenbrott den Dr. Fleith getrosjen! So eng war die Welt» so wenig konnte Minlsterrat Prag. Dsr Ministerrat hielt Freitag eine 'Sitzung ab, in welcher nach Erledigung der laufenden innenpolittschrn Fragen^ auf handclöpoli- tischem Gebiete da» Zusatzabkommen zuist tschechoslowakisch» finnischen-Handelsvertrag mUftem Bemerken gebilligt wurde, daß" diese erweiterte Regelung der gegenseitigen Wirtschaftsbeziehungen mit dem 1. Mai d. I. provisorisch in"Kraft -tritt.: Auf. administtativem Gebiete.wurde die Frage der Erstennung der Mitglieder de» Gremium» de» Landesschulrate» in Brünn für die neue Funktionsdauer erledigt. Di«- Ergänzung der Verwaltungsorgane der Zen- tralsozialversicherung durch Besetzung der freige- wordenen Funktwnärstellen wurde gebilligt. Für die Einführung des Bewilligungsverfahren» für die Ausfuhr von Rundholz aus Nadelhölzern bis 2t Zentimeter mittlerer Stärke einschließlich Schleifholz sowie für die Festsetzung.der Ausfuhrgebühren" und der Syndikatsbeiträge wurden Richtlinien beschlossen. Diese Richtlinien weü>en mit größter Beschleunigung kundgemacht werden. Der Bericht über den bisherigen Verlauf der" internattonalen Zuckerkonferenz in London wurde zur Kenntnis genommen und di« weiteren-Richtlinien für das Vorgehen der tschechoflowakischen Vertreter gebilligt. Zur Kenntnis genommen wurde der Bericht über das Forffchreiten der Arbetten der.einzelnen ministeriellen Srwkomitös, die sich mtt der Vorbereitung des Programms der weiteren" legislativen und administrativen Arbeiten befassen-. Insbesondere wurden zur Kenntnis genommen die Berichte über die SPirituswirtschaft, über die Verhandlungen betreffend die Mini- malpreisein einigen Gewerben und über daS Assanierungsgesetz. Zur Kenntnis genommen wurden die Dispositionen. betreffs die Reise des Vorsitzeiwest., der Regierung"Dr. Milan"HodZa als Vertreter des Präsidenten der Repüblik und"der Regierung bei her. Krönung des" englischest Königs" Georg Vli.in Londost. WcitLrs wurden die Dispositionen betreffend" die" Reise" de»"Minister» für Schulwesen Dr. Emil Franke zu der feierlichen Eröffnung des neu adaptierten Mausoleum» I. A. Komenskh» in Naarden im Mai dieses Jahres gebilligt, desgleichen auch da».Programm der Feiern, die anläßlich de» 29. Jahrestages, der Schlacht bei Zborov veranstaltet werden.-.. Schließlich wurde di« Tagesordnung der Verwaltung»-, wirtschaftlichen und Personalange- legenheiten erledigt. nediger Besprechungen bestätigen, daß, wenn sich in" der Orientierung der Beziehungen" zwischen, -Jtalien ustd Oesterreich nichts? tz'eäübdvr hak,«»' nichtsdestoweniger notwendig ist," die-"römischen Protokolle neuerdings zur Enthüllung- zu bringest und. sie harmonisch anzupassen. -»" Wiener Nationalsozialisten verhaftet Men. Am 21. April wurde der erst im August 1988 im Rahmen der Juli-Amnesti« bedingt entlassene ehemalige".Sparkassenbeamte Han» Heinz Dum- ein Nationalsozialist, aus Krenrs an der Donau, nebst einigen" Komplicen 1 festgenommen. man einander entfliehen! Warum aber sagte"- erst cs nicht, Arnold, warum verschwieg er die Begegnung auf dem Dorfe? Oh, wie sie nun aufpassen mußt«, wie wachsam sie ihr, Leben.und.die Aestßcrungen diese» Lebens^ nun zu kontrollieren hatte! -„Ich habe immer nur einen Menschen-7- immer nur— dich geliebt, Veronika", hört« sie Bannholzrr» Stimme. Immer nur dich geliebt. Wie fern das war...„Da» mtt Jeannette, das war.".--■'• t b’- •"„Ich weiß e» ja, Liebster, sch weiß, es" ja"..." Ihr brauchte er nichts.zu verheimlichen, ihr brauchte er nichts zu erklären, er sollte.sie geliebt haben-oder nicht, die unglückliche Frau, e» wog gleich schwer", es wog gleich leW.sitv-stk. Mer aufhören sollte er"nun, er sollte ihr nün endlich einen Augenblick Ruhe gönnest, damjt sie alles übersehen, alle» ordnen, konnte," ehe der Katstpf begann: ein mörderischer Kampf nach"zwes Sekten" hig: gegen Trstckenbrott und um das" Bärtrauen ihre» Manne». Gegen das eigene. Gefühl —'denn was hatte sie"anders als Gute» erfahren von Truckenbrott, vom ersten Au'genblick. an/ da st« ihm in der Bibliothek" ety Buch, heraussuchte ustd froh war,"daß sie in ihm eisten Menschen fand im Laufe der Zeit, mit dem sie" einmal über ändere Dinge sprechen" konnte al» übest Haushalts« und Theatersorgen... über Ding«, die di« Bergan« genhett lebendig«nachten, über medizinisch«'Probleme, wissenschaftliche""Forschung, Dinge,' über die ise rgtt Arnold Bannholzer gesprochen hatte, die darum ihn und die eigene. Jugend heraüw«« schworen——r Vetonika richtete sich auf.„Warum erzählst du mir.da» alle»? Wir wollen die Vergangeyheit doch rphen.lassen,. Arnold. Es sst doch— nichts mehr zu— befürchten,.wie? E» ist doch jahrelang nun nicht» geschehen?", .-„Met«» könnte fein...7/ .-. X8ottfapatg folgt,]; fudetendcutsdter Xeitepie^ef Sorgen des Herrn Katz '- Das„Prager Tagblatt" führt in einer Notiz darüber Klage, daß es vom reichsdeutschen Rundfunk beschimpft worden ist. Eigentlich Mühte,«in demokratisches Organ darauf, stolz sein, seiner unbestechlichen Haltung wegen den Herren des Dritten Reiches unangenehm aufzufallen. Wir haben jedenfalls bisher mit den Attak- kcn der braunen Sender auf dii Presse der sudc- tendeutschen Sozialdemokratie, noch kein Aufhebens gemacht. Sie sind.uns vielmehr eine Ermunterung und ein Ansporn gelvesen, den Hatz des Herrn. Goebbels durch eilte konsequnet antinazistische Schreibweise redlich zu verdienen. Um so mehr mühte cs hem„Prager Tagblatt" willkommen sein, auf dem Umwege über den Deutschlandsender vor seiner tief beunruhigten Leserschaft ein Alibi erbringen zu können. Darum geht es dem wohlbekannten Schreiber jedenfalls nicht. Der Zweck besagter Notiz wird aber aus folgendem Nachsatz offenbar: -..„Ein seltsames Zusammentreffen wollte es, dah der Prager Sozialdemokrat uns gleichzeitig angegriffen hat—■ Dr. Goebbels und Dr. Strauh—, eine sonderbare Kompanie." Herr Katz möchte also, wenn wir seine schriftstellerischen Finessen richtig verstehen, so. ettoas wie eine, gemeinsame AngrissSfront zwischen sozialdemokratischen Redakteuren und dem Herrn Goebbels konstruieren. Die blohe Andeutung einer solchen Möglichkeit. erweckt immerhin den Eindruck peinlicher Primitivität. Bisher war die Meinung weit verbreitet, däh' das„Tagblatt" von intelligenten Leuten für intelligente Leser geschrieben wird. Auch in diesem PunU scheint der Meformeifer des Herrn Katz, über den vom Standpunkte des tschechoslowakischen Steuerzahlers noch einiges zu sagen sein wird, gründlich Wandel zu schaffen. 2um„Attentat“ auf den SdP'Kreisobmann Franz May Aus Böhmisch Leipa wird uns u. a. geschrieben:-. Die Borfälle in Niedergrund haben in Böhmisch Leipa ein lebhaftes Echo wachgerufen/Nicht nur, dah sich die„unabhängige" OrtSpresse,-die „Lcipaer Zeitung", mit ihrer Nummer vom 20. ds. M. für die SdP-Raufbrüdcr einsehte und um milde Gaben für die„50 verhafteten Familienväter" bettelte, was ihr übrigens die behördliche Beschlagnahme dieser Nummer eintrug, hat nun auch das„Attentat" auf den SdP-KrciSobmann Franz May die Geister beträchtlich erregt. Wenn man der hiesigen SdP-Regie hinter die Kulissen schaut, so sieht eS windig aus. Der OrtSleiter Josef Turner, ehemaliger Stabskapitän der tschechoslowakischen Armee und Nutznießer einer staatlichen Pension, hat unlängst gelegentlich einer Ansprache viel zu viel über die Züchtung von SdP-Stohtruppen im Lcipaer Gebiet verraten, die er allenfalls als Saalkämpfer für die bevorstehenden Gemeindewahlcn, wo er als A n w ä r- ter auf denBürgermeistervosten auftreten wird, zu vertuenden gedenkt. D>e„Seb pacr Zeitung", die sich warm für die Provokanten von Niedergrund einseht, wird von der Druckerei des Herrn Bergmann betreut. Heute wird Herrn Bergmann seine nichtarischc Herkunft noch nachgesehen, wie das aber werden würde, wenn !Herr Turner einmal das diktatorische Bürgermei- Bezirksarbeitsstellen der deutschen aktivistischen Parteien für Teplih-Sdiönau Die Vertreter der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei, des Bundes der Landtvicte und der Deutschen christlichsozialen Volkspartci haben mit 20. April den Arbeitsausschuß der aktivistischen Parteien sür den Bezirk Tcplitz- Schönau gebildet. Diesem Ausschuss« gehören von jeder politischen Partei drei Mitglieder an, deren Aufgabe es sein wird, darüber zu wachen, dah die Verfügungen der Regierung bei Durchführung der Aufnahme deutscher Arbeitskräfte cingehaltcn loerden und daß bei der Vergabe von Lieferungen und Arbeiten daS deutsche Clement entsprechens berücksichtigt wird. Alle einschlägigen Aufklärungen in diesen Angelegenheiten erteilen die Parteisekretariate der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei, Teplitz-Schönau, Theresiengasse 18, des Bundes der Landivirte, Teplitz-Schönau, Marktplatz 6 und der Deutschen christlichsozialen BolkSpartei, Teplitz-Schönau, Forstgasse 1. Revierratswahlen im nordwestböhmischen Braunkohlenrevier Für die am Montag, den 26. April, aus sämtlichen Schächten des nordwestböhmischcn Braunkohlenreviers stattfindenden Wahlen in die Re- vierräte wurden beim Brüxer Rcvierbergamt folgende Kandidatenlisten aufgelegt: 1. Union der Bergarbeiter(deutsche Sozialdemokraten). 2. Svaz hornikü(tschechische So- Ole Prager. Deutsche Arbeitersendung bringt In dieser Woche: Sonntao, 25. April, 14.20 bis 1(.80 Jlfit (Liblice): Tic Funktion der GesihiiftSreiseuven im Wirtschaftsleben(Dr. F. P o s a m e n t i r);■ 14.80 bis 14.35 lihr(SIrainice): Für Volk und Frieden. Mittwoch, 28. April, 18.40 bis 18.50 W: Arbeitsmarkt; 18.20 bis 18.40 lihr: Da» fudetrn- deutsche Wirtschaftsproblem(Franz R e h w a I d- Rcichenberg); 18.40 bis 18.50 Uhr: Soziale Jnfot» matioimi: Tas Konlitionsrccht in Amerika(Rudolf Bahr-Prag). Freitag. 30. April, 18.35 bis 18.45 Uhr: Aktuelle zehn Minuten. SamStag, 1. Mai, 14.20 bis 14.30 libr: Mai-Ansprache dr» Abg. Wenzel Falsch— 17.55 bis 18.50 Uhr: Ilcbertragung der Mai-Feier au» dem Ansgger Stadttheater: Lied der Arbeit, Fanfaren, Mai-Rede des P a r t e i v o r s i tz e n d e n M i n i st e r S Dr. L u d w i g Czech, Schlußsatz der Ne u n t en S h in p b o n i e von Beethoven. Sonntag, 2. Mai, 14.20 bis 14,80 Uhr (Liblice): Neber den 1. Mai im sudeteudeutschcn Gebiet(Ernst P au'l); 14-80 bis 1435 Uhr (Straönice): Für Bolk und Frieden. Di« Brünner deutsche Arbeitersendnng bringt zum 1. Mai eine Borfeier am 30. April um 17.40, in der Vizepräsident Taub die Festrede halte» wird.— Im Brünner Schauspielhaus findet am Abend des 80. April als Fcstvorstcllung der Partei eine Ausführung von Georg Büchners revolutionärem Drama„Dantons Tod" statt.. HIßSCHSEIFE die feine- ist sparsam wie keine» Eine grobe Mystifikation Die in Prag erscheinende Pressekorrespondenz n t r o p r e h"(Herausgeber Oswald R e d l i ch, ehemaliger Redakteur der Wiener „Arbeiter-Zeitung") verbreitet eine aus Zürich dafterte"Meldung, die unter Berufung auf einen Artikel des Züricher„V o l k s r e ch t" die Behauptung aufstellt, der Redakteur des Prager „Sozialdemokrat" Dr. Emil Franz«! hab« an. monarchistischen Konferenzen in Wien teilgenommen, so insbesondere an einer Tagung Katholischer Gruppen,. über welche di«. Essener '».NätiimchleZeftung"! Has Älatt GöringSi.-r- „Enthüllungen" gebracht hat. Es wird weitxr. behauptet, die katholischen Kreise um den„Christlichen Ständestaat", hätten sich von den Beratungen zurückgezogen, als sie Verdacht schöpften, däh es sich um habsburgische Propaganda handle. Dagegen seien Leute der Straher-Bewegung' und gleichgeschaltete Gewerkschafter erschienen«. Dazu stellt GeNosse Dr. F r a n z« lsest: „Das Züricher„Voltsrecht" ist hier einer M y st i f i k a t i o n aufgesefsen. Die Behauptungen, die eS aufgestellt und die von der Jntro- prch verbreitet werden, sind g l a. t t e Erfin- dünge n. Der sie erfunden hat,Ist ein L ü ll- n e r. Ich.habe weder an einer Konferenz katholischer aniinationalistischer Gruppen in Wien, auf welche, sich die Andeutungen beziehen, und über welche die Essener„NationalZeitung" verschiedene Nachrichten verbreitet hat, noch, an sonst einer monarchistischen Konferenz in Wien oder anderswo teilgenommen. Ich wiederhole, daß es sich bei der gayzech die Tatsachen auch sonst wie es scheint absichtlich durcheinander werfenden und verwirrenden Meldung um eine bösartig«"Erfind u n g und um ein niedriges M a- N ö v e r handelt, dessen Zweck durchsichtig ist. Tödlicher Unfall: auf dem Annaschacht In Trupschltz Ein gräßlicher Unfall ereignete sich am Donnerstag zwischen'6 linb 7 Uhr abends auf dem Annäschacht in Trupschitz bei Kömotau. Der 47 Jahre alte Franz. Gö p f e.r't aus Trauschko- witz, ein Mitglied des AtuS, räumte die beim Verladen von Waggons zü B.oden gefallene' Kohle in-einen- Hunt, den er. auf die Laüfbrücke fahren und wiederum in die, Güssen ausleeren wollte. Er schob den Hünt züm Förderschacht und glaubte, dah die Förderschale, dort, stehe, Diese befänd. sich jedoch bei der Laufbrücke etiva 8 Meter über ihm. Der beladene.Hunt stürzte in die Tiefe und riß Göpfert 40 Meter mit hinab, wo er unter dem Hunt tot llegen'blieb. Der herbei« gerufene. Arzt,- Dr. Svoboda, könnt« nurmehr den bereits«ingetretenen Tod feststellen. Die Übrige Belegschaft, fuhr sofort aus und beschloß solange, sticht.wieder einzüfahcen. als der Tote iy der Trupschiher Leichenhalle,., wphist er.übergeführt wnrdk,'liegt.. Eine sofortige Sammlung für' dl« Witwe, die unter, der Belegschaft veranstaltet würde,.erbrachte einen Betrag.von.600 XL. DaS. Leichenbegängnis findet Sonntag nachmittags uni 4 Uhr äüf dem. Friedhof in Trausch- kowitz statt, wohin.der Tote püf Kosten der BÄ« xer StaatSgrubenverwaltung gebracht. Werden Mrd. Wichtig ist, die- Feststellung, daß der" Unfall, nicht infolge. Personalreduzierung entstand, weil Bet- der N ach m.i t t a g S- j,ch, i ch t- n.-i ch t g e f ö r-d e rt wix d. sterszepter schwingen sollte, bleibt nicht aozusehen. Man behält eS sich ja in gewißen Kreisen immer vor, seinem Hanuffen den Hals umzudrehen, wenn man ihn nicht mehr braucht. DaS„Attentat" auf den Kreis« obmann Franz May, daS so glücklich und glimpflich für den Ueberfallenen ablies, präsentiert sich als von der Regie des Zufalls so zeitgerecht eingeschaltet, dah wir uns es nicht nehmen ließen, der Sache am„Tatorte" nachzugehen. Bo» wievielen Zufällen die Ausführung des Attentats abhing, das ja endlich doch niemandem Nutzen brachte, als der SdP, die sich nun durch den Terror-de«: wanderen" rehabilitiert glaubt, zeigt das Nachfolgende: Der Anschlag wurde an einer Wegbiegung, unweit der Villa des Herrn May in Nie« dergrund verübt. Der Attentäter muß sich etwa 18 Meter von der Straße, die der KreiSobmann benützt«, befunden haben. Nun war«S der reine Zufall, daß Herr May am Abend der Tat, am 19. ds. M., diese Straße— in einer sehr dunklen Nacht — zu Fuß benützte. Sehr häufig kommt er nämlich nachts überhaupt nicht, nach Hause oder er fährt- auf dem Motorrad. Außerdem trägt H e r r M a y s o n st n i e e i n e A k t e n« t a s ch c, diesmal trug er eine, in der sich Bücher befanden. Das war sein Glück. In Büchern bleiben bekanntlich Revolverprojektile. stecken, Blech und Bretter werden ohne weiteres durchschlagen. Nun war Herr May fast zu Hause, als der Schuß losging und glücklicherweise in den Büchenr stecken blieb. Dah sich Herr May angesichts eines revolverbewehrten Meuchlers im Dunklen in den Kot warf, ist einleuchtend. Sonderbar, westn auch mutig, reagierte, er aber nachher auf den U-berfall. DaS Nächstliegende wäre gewesen, raschest den .schützenden heimischen Herd zu erreichen. Oder ater, im Ueberschwange des Muteö, dem Angreifer entgegenzutreten. Herr May tat keines von leiden. Er verfügte sich, als Bürger, dem die Ordnung über alles geht, zur OrtSpolizci. DaS heißt, er trat unter höchster Lebensgefahr den Weg zum Haufe drS DorfwachmanneS an, - indem er einen weiten Weg auf einer Strafte ohne jede Deckung»«rücklegte, den er dann noch- malS tikwältigen-mutzte, um nach Haus« zu gelangen, DieS alles im Gefühl, vielleicht nur . einigt Schritte v»n sich einen Mörder zu wissen. Der Hüter des Gesetzes war. zwar nicht zu Hause, aber seine Gattin bestätigte, den Schuß ge-, hört zu haben. Das beruhigte Herrn May. Als ob er den Beweis des Schusses nicht In der Aktentasche mit sich getragen'hätte-und als ob«in Schuß ohne Knall abgehen lönnt«.,.- - DaS Befinden der Abg. Irene Kirpal ist leider Noch- immer nicht zufriedenstellend.-"Lu einem vom 22. April datierten Bries schreibt sie- NnS: Gestern, hat der Arzt das Auge-einer gründlichen llntersuchitng unterzogen. Leider'.mußte er feststellest, patz' die Sehkraft.um ein: D r'i.-t t e-'l g«sich chäH t, ist, doch versichert«'mich der. strzt„ dah sich die» mit der Zeit vestimüik geben^ivird..Heuiö-wär- Ish wieder bei ihm' und zu.meistem' Entsetzen' stellte- er fest, daß d i e Ä u lr d e-w i e d e r b i h ch e n a üs-. g e r i s s eir' ist. Ich, durfte nämlich gestern schon- bihchen- daS-Aug« ohne Verband haben und viel-: leicht ist. ei'dabei pafsiert: Jetzt Ist das Auge wieder verbunden Da ich bei einem ausgezeichneten Augenarzt in'Behandlung bim bin> ich mich zuversichtlich, dah da» Äuge Iwikürze ste r Z ci t- g e-h e i l't sein tvjrd.".> zialdemokraten). 8. Jednota hornikü(tschechische Nat.»Soz.). 4. Jndustrieverband der Bergarbeiter (Kommunisten). 6. Verband der deutschen Bcrg- uNd Hüttenarbeiter(deutsche Christlichsozialc). 6. Deutsche Arbcitsgcwcrkschaft, Sektion derBerg» arbeiter(national). Die Liste der Nckrodni'sdru» Zent wurde von der Wahlkommission nicht genehmigt, weil sie statt der notwendigen 25 Unterschriften nur 21 Unterschriften trug. Der Reichsparteitag der Deutschen Christlich- sozialen findet am 8.7und 9. Mai in P r a g statt. Mii Tagesordnung ünifaht u. a. folgende Punkte': eine Tagung der Parteijugend, i. Jugend und Partei.(Abg. Hans Schütz.) 2. Der pol. Aufmarsch der dclitsch-christlichen Front. (Dr. Gottlieb P r u s ch a.)— Eröffnung der Haupttagung durch den Reichsparteiobmann Stolberg, Tätigkeits- und Organisa- tionSbericht(ROL. Abg. Aut. S ch l.u s ch k e), Acnderung der Parteiordnung, Aussprache über den Tätigkeits- und Organisationsbericht. Ferner eine Beratung über eingelangte Anträge. Tagung der Gemeinde- und Bezirksver« t r e t e r. 1. Die Arbeit der DEV. an der Gemeinde.(Bürgermeister Dr. Ziegler.) 2. Vorbereitung und Durchführung dec Gemcindelvahlcn. (Stadtrat K r« m p c.) Schlichlich ein Referat „Die Partei in der Regierung"(Miu. Erwin Z a- j i L e k) und ein weiteres Referat„Weitere Aufgaben der DEV."(Klubobmann Dr. Luschka) mit folgender politischer Debatte. Ein tschechisches Buch über Konrad Henlein. Im Verlag der„Volnä myslenka" ist dieser Tage ein Buch des Redakteurs des-„Närodni Osvobo- senl" Dr^ R. N. Foustka erschienen, das den Titel trägt„Konrad Henlein, unoffizielle Geschichte seiner Partei". DaS Büchlein enthält eine znsannncnfaffendc Darstellung der Geschichte, der SdP von ihren Anfängen bis zum heutige» Tage, die in neun Kapitel gegliedert ist. Cs ist klar geschrieben und reißt der Henlein-Partei, die sich durch ständige Loyalitätsbezengungen tarnen will, vor der tschechischen Oeffentlichkeit die Maske herunter. Unglaubliche Dreistigkeiten Stürmische Szenen im Abgeordnetenhaus Prag. Freitag vormittags beendet« das Abgeordnetenhaus di« Bordebatte über dir neue Zivilprozeßordnung und genehmigte den Antrag der Regierung- die Vorlage zunächst in gemeinsamen Beratungen der Ausschüsse der beiden Kammern zu behandeln. In der Debatte hielt Jug. Richter(SdP) eine Rede, in der er sich unglaubliche Ausfälle gegen Polizei und Gerichte leistete. Die ärgsten Stellen verfielen verdientermaßen der Paria« mentszensur. Schon die Einleitung war bezeichnend. Trotz der wohl auch ihm wohlbekannten Tatsache, dah 84 Prozent aller Phönix-Versicherten überhaupt keine materielle Einbuße erleiden, lieh er an der von der Regierung getroffenen Phönix- Regelung nicht ein gutes Haar. Dann ging er auf die Reichenberger Polizei los, beschwerte sich in Ausdrücken, die sich jeder Kritik entziehen, über die Handhabung des StaatSverteidigungSgesetzcs und Uber in dieser Richtung eingeleitete Untersuchungsverfahrcn, und zitiert das Memorandum seiner Partei betreffend Heren„Bedenken" gegen die Novelle des Spionage-Gesetzes. Dabei kam'es bald zu stürmischen Szenen, die fast die ganze Rede hindurch anhiolten. Unsere, Genossen und die Kommunisten gaben ihrer Empörung darüber Ausdruck, dah eine solche Rede,, an der Herr Goebbels seine hellste Freuoe daran haben könnte, in diesem Hause überhaupt möglich sei, und riefen dem Redner immer wieder zu: Daran-seid ihr schuld! DaS ist daS Ergebnis euerer Politikl Ihr seid immun, aber euere Leute müssen- es blitzen! i,•> Die Vorfälle von! NIedorgrunp schilderte er nafijrlich so, als ob Herr Rösler und seine Knüp- pelgarde unschuldige. Opfer. des' sozialdemokrati- .schen^TerrorS seien. Gen. Zis ch k a ruft ihm' zu: Warum kommt ihr denn hin? WaS wollt, ihr auf unseren Versammlungen? Nichts als raufen! - Als! Richter-dann-auch.-noch, ansing, das eines SdP-Redners mysteriöse Attentat auf die Aktentasche des. Herrn M a y aufs Tapet zu bringen, gab eS auch in den tschechischen Reihen ironische B c m er k u m- g c n. Bei unseren Genossen wurden Rüfe laut: Karl Man II! Zischln ersuchte den Redner, der Einfachheit halber doch auch gleich den Revolver mitzubringen, aus dem.geschossen wurde. Als die Geschichte den Henleinleutenlang- sam höchst unangenehm und brenzlig. wurde, wandten sic sich sogar an den Vorsitzenden, erhalle gegen die Ruhestörer einschreiten. Malypetr aber ermahnte den Redner, zur Sache zu sprechen.■ Im Laufe dieser ununterbrochenen Auseinandersetzungen fiel natürlich auch das Stichwort: Etrich! Herr Dr. Kellner, der wie.ein begossener Pudel dort sah, wurde von Kommunisten diesbezüglich mit Vorwürfen.überschüttet.. Der Redner selbst vermied.es ängstlich: auf dieses Stichwort auch nur im geringsten einzugchen. u *- Nach einer in russischer Sprache vorgetragfs- ncn Rede des Agrariers Dr. Kosscy meldete sich noch der Kommunist Beuer zu einer tatsächlichen Bemerkung zu Wort, um gegen die Terrorakte der SdP im deutschen Gebiet zu protestieren. Auch dabei«ab cs wieder scharfe Auseinandersetzungen. Zum Schluh der Sitzung wurde noch ein Ternovorschlag für das Verfaffungsgecicht gemacht. Nächste Sitzung Dienstag, den 27.. April, um 8 Uhr. Auf der Tagesordnung steht die Vorlage Uber die Feldgerichte und zwei Handelsabkommen. ch Zu der Meldung über das Auslieferungs. begehren gegen den SdP-Abgeordneten Rösler stellen wir richtig, daß der Jmmunitätsälis- schuß in dieser Angelegenheit bisher nicht einberufen wurde. Die Zillveisung an den Ausschuß ist jedoch bereits erfolgt,. Ctilc 4 SamStag, 24. April 1937 Rr. 97 Bezirkskonferenz Sternberg Sonntag, den 18. d. tagte im Sternberger Arbeiterheim die gutbeschickte Bezirkskonferenz der Bezirksorganisation Sternberg, unter dem Vorsitz Josts K o s ch a h I y S. Für die tschechischen Genossen war eine viergliedrige Deputation erschienen, deren Sprecher Bezirksvertrauensmann Va- liöek der Konferenz die unverbrüchliche Kampfgemeinschaft der tschechischen Genossen mit den deutschen Arbeitern verdolmetschte. Der schriftlich vorliegende TätigleitSbericht der Bezirksorga.lisation wurde durch Ondtejka ergänzt. Er verwies vor allem darauf, datz die allgemeine Wirtschaftsbelebung an den Grenzen der deutschen Svrach- gebiete dieses Bezirkes Halt machte und dah ein wesentlicher Abbau der Arbeitslosenziffern nicht zu verzeichnen ist. Trotz dieser Erscheinung hat sich die Bezirksorganisation organisatorisch gut gehalten. Der Markenumsah konnte nicht nur bei den Vollmarken um rund 599 Stück erhöht werden, sondern es hat der Gesamtmärkenabsah einschließlich der ArbcitSIosenmarken um 1890 Marken erhöht werden können. Damit hat die Bezirksorga- nisation den höchsten Markenumsatz in den letzten li Jahren erreicht. Die Bildungsarbeit hat eine ansehnliche Steigerung erfahren. Abgeordneter Zischka hielt das politische Referat. Zu dem Thema„Jugend und Partei" sprach Schön. Nach einmütig verlaufener Debatte nahm die Konferenz einstinunig eine Entschließung an. «Dein Parteivorstand und dem parlamentarischen Klub für dir bisherig« Tätigkeit im Interesse der sudetendeutschen Arbeiterklasse und deö gesamten sudetendeutschen Volkes unseres Staates den herzlichsten Dank auszusprechen. Sie fordert diese Parteiinstanzen auf, auch weiterhin alle Kräfte rinzusetzen, um den Interessen unseres Volke» und seiner arbeltenden Schichten zu dienen. Sie verweist dabei in diesem Zusammenhange auf dir noch immer bestehende Rotlage unseres Gebietes und gibt der Hoffnung Ausdruck, datz die legrützenSwerten Vereinbarungen vom 18. Feier ihre Auswirkung auch in unserem Gebiete zeigen und dazu beitragen werden, die Notlage unserer Menschen zu mildern und den Kampf deS sudetendeutschen AktiviSmuö im Interesse des Staates zu unterstützen." Zum BczirkSvertrauenSmann wurde wiederum^ Genosse Josef Koschahky gewählt.— Nach fünfstündiger Dauer konnte die von voller llebereinstimmung der Auffassungen und von herrlichem Kampfgeiste getragene Konferenz init dem Absingen der Internationale ihr Ende finden. Für das Grenzgebiet „Poledni Lidovk Lisch", das Blatt der tschechischen BollSpartei, enthält in seiner Freitagnummer einen Artikel über den deutschen AktiviSmuS, der folgendermaßen schließt.' Im Kampf gegen Henlein muß man Nerven bewahren. Psychologisch ist seine Situation schon jetzt durch die Mißerfolge des Berliner hakeukreuz- lerischen Angriffsgeistes in Europa, insbesondere in Mitteleuropa, untergraben, innerpolitisch kann nian ihm allmählich durch eine solide und fruchtbare Arbeit für die Grenzgebiete und daS deutsche Volk in der Tschechoslowakei den Wind auS den Segeln nehmen. Dieses deutsche Volk in der Tschechoslowakei hat schon einige Male den preußischen Lockungen widerstanden und wird ihnen auch jetzt tvidcrstehen. Die Henlein-Leute sind nicht einmal durch Attentate auf Aktentaschen zu retten. Kritik der Sprachen«»«!»»». Die Zeitschrift des Verbandes der deutschen Selbstvcrwal- tnngSIörper veröffentlicht eine Kundmachung der LandeSbchörde vom 8. März 1987, in der entsprechend den Beschlüssen des Ministerrates über die Minderheitenfrage die Bezirksbehörden angewiesen werden, im Verkehre mit Gemeinden unter 8009 Einwohnern, in denen sich keine 29pro« zentige tschechische Minderheit befindet und deren Gemeindevertretung keine Tschechen angehören: kostenlos eine deutsche llebersetzung beizufügen. Die Zeitschrift kritisiert diese Maßnahme als niangelhaft, weil diesen Gemeinden nach der Sprachcnvcrordnung ohnedies das Recht zusteht, voii der Bezirksbehörde ein« deutsche llebersetzung anzusprechcn, allerdings gegen Ersah der Kosten, während der Kostcnersah nun in Wegfall kommt. Der Rnnderlaß zeige aber auch bereits seine Kehrseiten, die darin bestehen, daß viele Bezirksbehörden, die bisher auch mit anderen deutschen Gcineindcn, auf die sich die Bestimmungen des Art. 72, Abs. 2, der Sprachenvcrordnung nicht beziehen, deutsch korrespondierten, sich unter Berufung auf diesen Runderlaß außerstande erklären, diese entgegenkommende Hebung weiter zu handhaben, obwohl iie in dem Runderlasse nicht ausdrücklich verboten wird. So schlüge diese Verfügung in der Praxis wieder zum Nachteile des sprachenrechtlichen Verkehres mit deutschen Gemeinden aus.— Diese ungünstigen Auswirkungen des Runderlaffes ließen sich gewiß leicht vermeiden, wenn die Landesbehörde in einem nachträglichen Zusatzrundfchreiben feststellt, daß durch die neuen Vorkehrungen die bisherige Sprachenpraxis der Behörden nicht zu Ungunsten.der Min- derheltenneincinden geändert werden soll.18.69: Deutsche . Presse, 21.19':..Orchesterkonzert FOK.— Prag .Sender H: 14.89: Deutsche-Sendung: Arbeiter- | send Ung: Für Bo» Und Frieden, 14.85: Leo Heller liest eigene Chanson», 14,46: Der alte Dittersdorf, Hörbild.— Brün» 17.86: Deutsche Sendung: Schneider— Da» Leben de» Bergmannes.— Prestburg 19.29: Nedbal» Ballett: Von Märchen zu'- Märchen.—< Kascha» 12.29: Mnd- sunkorchesterkonzert,'-89.29: Jubiläums-Orchester« konzert: Dstsik: Aankovec etc.— Mährisch-Ostrau 9.89» Volkslieder. 17.59: Deutsche Sendung: Kin- dr: stunde— Lieder aur populären Operetten« Rr. 97 SamStag, 24. April 1937 Seife r> äuafani WMlWmiMHIil ^)MsmrtsMst und äoÄaipoiltiL Qesettüche Rechte werden den Arbeitern geraubt das um um um UM' gestehen.' Das Gefamtausmaß der zngestandenen Lohnerhöhung beträgt 9 bis 10 Prozent. Die Verhandlungen wurden unterbrochen und werden nächste Woche DieyStag fortgesetzt. stattfinden dürfen. In einer am 8. Avril in New gor! abgehaltenen Sitzung von über 700 Delegierten der Arbeitörverbände und der befreusi- deten Organisationen der Neger und der nichtenglischen Sprächgrüppen, wurde der Beschluß gefaßt, die diesjährige,New Forker Maifeier unter der Parose„Für eine Farmer-Laborbewegung" zur größten-Mai-Demonstration-zu gestalten, die bisher in den Bereinigten Staaten-stattgefunden hat. Die. Delegierten stellten die Teilnahme von H00.000 Personen in Aussicht. Granaten in den italienischen Farben. Im laufe der letzten Artilleriekämpfe Im Baskenland sind Blindgänger gefunden worden, die die italienischen Färben trägen. Die Hülse ist rot, der Körper grau Und am Rande tragen die Granaten einen grünen Streifen. Warnsdorfer Textilarbeiter verlangen Wiedergutmachung der Lohnschäden Am. Dienstag, den 20. April, fand eine von der Union der Textilarbeiter, einberufene, vollzählig besuchte Plenarlonferenz aller Vertrauenspersonen der Wurnödorfer Organisationsgebietes statt, in der im Hinblick auf die gebesserte Be« schäftigungSlage beschlossen wurde, an die WarnS- dorfer Textilindustriellen mit der Forderung nach Wiedergutmachung der Löhnschäden, die der Textilarbeiterschaft in der Krisenzeit zugefügt wurden,.heranzutreten. DaS Forderungsschreiben wurde bereits von den Vertretern der BertragSgewerlschaften— Union der Textilarbeiter und Verband christlicher Textilarbeiter.— den Industriellen überreicht. Damit ist auch in Warnsdorf offiziell die Lohnbewegung der Textilarbeiterschast eingeleitet worden. polnische Zloth.. ungarische Pengö« Schweizer Franken.' französische Franc-... englisches Pfund.".. amerikanischer Dollar t‘ italienische Lire. holländische Gulden. jugoslawische Dinare, beträchtliche Zunahme des Fremdenverkehres Zum Unterschied von der Verkürzung der Aufenthaltsdauer im Jahre 1980 weist der Monat März eine längere Aufenthaltsdauer der Ausländer aus. In dieser Hinsicht war der März der beste Monat im letzten Jahresviertel 1084 bis 1Ü87. Der Reiseverkehr unserer Staatsbürger ins Ausland ist ebenfalls wieder stärker als im Vorjahre. Die Grenzzählung der Reisenden mit Fernreisepäß wies im März(Feber) d. I. einen Zugang von 167.100(102.600) und einen Abgang von 158.200(100.600) Ausländern aus. In der gleichen Zeit reisten 112.000(86.200) Inländer inS Ausland und 111.800(79.600) kehrten zurück. Seit dem schwächsten Reisejahre (1985) ist die Einreise von Ausländern im März um annähernd 70 Prozent gestiegen. Im ersten Bierteljahr 1987 kamen 888.200 Ausländer zu uns. DaS erste Vierteljahr der Jahre 1985—1987 weist die Zunahme der ausländischen Besucher im Verhältnis von 100, 116, 143 aus. Die gesamte Aufenthaltsdauer der Ausländer bei uns betrug im ersten Bierteljahr ungefähr 708.800 Tag«, gegenüber d. I. 1936 ist sie um ein ganzes Drittel besser. Die Bade und klimatischen Kurorte verzeichnen im März d. I. einen Besuch von 49.100 Gästen, also etwas mehr als im Borjahre. Triumph der„Volksgemeinschaft" Die Henlelngewerkschaft DAG verwirklicht die Volksgemeinschaft durch einen Schandvertrag Niedrigste Hungerlöhne werden vertraglich garantiert Phönix»Verordnung publiziert. Die Regierungsverordnung über die Regelung der Phönix- ailgelegenheiken vöm 21. April 1937 unter Zahl 58 /ist in der Sammlung.der Gesetze und Verordnungen vom- 22. April erschienen.(Preis eine Krone.)•:- : Exporterfolge in Französisch-Marokko. Die Einfuhr Franz.-Märökko lag in den ersten beiden Monaten 1937 mit 276.25 Mill. Franc etwa 70 Prozent über Borjahrshöhe. Der Anteil der Tschechoslowakei hat sich auf 4.9(i. B. 1.9) Mill. Franc gehoben. Am stärksten ist die Zuckereinfuhr auS der Tschechoflowakei gestiegen(2 gegen nur 0.16 Mill. Franc). Stark gebessert hat sich ferner der Absatz von Kacheln, Steingut, Be- leuchtungSglaS, graviertem und dekorierten Glas, Wäsche, Lederschuhen, Gußeisenwannen, elektrischen. Batterien, Pneumatiks und Spielwaren. Wieder in Betrieb, genommen. Die Glasfabrik in Zlatno in der Slowakei, die sechs Jahre stillgelegen hat, ist von einer.aus früheren Arbeitern bestehenden Genossenschaft soeben in Betrieb genommen worden. ' Kraftwagenaisatz steigt. Im März 1987 sind 1208- Kraftwagen und 856 Motorräder verkauft worden. DaS bedeutet gegenüber dem BovjahrS- märz eine Zunahme von 66 Prozent. Zellulofe-Jndustrie voll beschäftigt.. Da- der Absatz im Inland als auch nach dem Ausland dauernd günstig ist, und sich' die Rohstoffversorgung der Zellulose-Industrie gebessert hat, arbeiten/ fast alle Unternehmungen dieses Industrie» zweigeS unter voller Ausnutzung der Produktionskapazität.' . Für. eine Arbeiter, und Landwirtepartel in USA.(eis.) Wie der„Soctalist Eall", das Blatt der amerikanischen Sozialisten berichtet, stimmte die Ende-März in Chicago abgehaltene.sozialistische Parteikonferenz'dem Grundsatz zu, daß die Sozialistische Partei eine»Farmer- LäboUr- Party", also eine Landivirte- und Arbeiter-Partei werden.solle. Die, Konferenz sprach sich auch für die Unterstützung der„Sitzstreiker", der Kämpfer für eine Reform der sozialen Berfassung der Bereinigten Staaten aus.-Die Beratungen über die von den Kommunisten;gemachte»„Einheitsfronts-Vorschläge endeten mit dem Beschluß, daß einheitliche Mionen mit den.Kommunisten unter gewissen Bedingungen zu billigen seien. Die erste Bedingung ist,idaß diese Aktionen der Stimmung der zu gewinnenden Arbeitermassen entsprechen. Die zweite Bedingung: daß sie nicht unter Führung der kommunistischen Partei, sondern unter Leitung gemischrer Ausschüsse stehen. Die dritte Bedingung:" daß sie nicht ohne Zu« stimmung der Exekutive der Sozialistischen Partei Der Gedanke der Volksgemeinschaft hat nach der Entlarvung des Ahg. Dr. Kellner einen neuen Triumph zu feiern. Herr Dr. Stade, Sekretär des Deutschen Hauptverbandes der.Industrie in Trau- tenau, ist bekannter Funktionär der Henleinpartet und Verfechter der VollSgemeinschaft. Sein.^Kamerad" Sekretär Köllner von der DAG(Deutsche Arbeitergewerkschaft, Sitz Gablonz), ist ebenso einer der Macher der tzenleinpartei in Ostböhmen. Wie erst jetzt bekannt wird, haben diese beiden Kameraden, ohne die Arbeiter zu befragen, am 1. Dezember 1086 einen T arifvertrag für die Papierfabriken Ignaz Dix, Dunkelthal, Johann Fiebiger, Marschendorf, Hermann Hofer, Gro ß-A u p a, Rudolf Hofer, Lauterwasfer und Schwarzenthal, und Franz Weber, B ä u S n i tz abgeschlossen, als dessen Partner der Deutsche Hauptverband der Industrie und die DAG figurieren. Dieser Vertrag ist ein typisches Beispiel dafür, welchen Inhalt die Volksgemeinschaft für die Arbeiter nach Meinung i h t e Verfechter haben darf. Der Vertrag gibt den Arbeitern überhaupt kein Recht, sondern.nur Pflichten, ohne-Berücksichtigung^ der gesetzlichen Vorschriften. Gesetzliche Rechte werden einfach-übergangen oder aufgehoben, wo sie den Kameraden Unternehmern nicht angenehm"sind.. Dafür einige Beispiele: Die Arbeiterschaft wird in dem Volk-gemein- schaftSvertrage per p f l I cht e t, a u ch L b e t Arbeiten zu leistest, und zwar.z umnor malen die gesetzlichcArbeitsz ei t hinaus L o tz Ni-Ein Ueberstundenzuschlag von 25% tritt erst nach 80stündiger Wochenar- bettszeit ein. Wer sich dieser gesetzwidrigen Regelung/durch Fernbleiben entziehen will, Hai nach dem Vertrage fristlose Entlassung.z« gewärtigen. Richt nur Ueberzeit-, sondern auch Sonn» «nd F e t e r tag-arbeiten werden nur mit n o r m a l e m L-o tz n e bezahlt. Dabei wird, die S o-n n t a g s r u tz e für de« kontinuierliche» Betrieb isti-g esetzwidrigerWeiseauf die Zeit von 6 Uhr früh b i- 18 Uhr'abend- be» «restzt... i DaS reizvollste Kapitel bildei die Lohnfrage. Der Berträa steht nur S t u n, d e n d ü r ch» schnittslöhne vor. Bei der Berechnung der Durchschnittslöhne scheiden aber minderleistungsfähige Arbeiter.aus. Die Einteilung in eine Lohn» kategorie ist vollständig dem Unternehmer über-- lassen.. Rach"diesem Lohnsystem wird da- gesetzliche Grmidrecht auf-tuen bestimmten Lotz» angetastet und'dem Arbeiter jeder. Rechtsanspruch auf einen bestimmten Lohn genommen. Datei sind die Löhne in diesen 5 Papierbetrirben immenschlich niedrig, und»warum durchschnittlich 80% niedriger al- die Löhne der andern Papierfabrik«» in diesem Gebiete, für welche der i Köllektwvertrag. des FabrikarbelterverbandcS gilt.'"'' • Zu beachten ist dabei, daß die Betriebe in einem der teuersten Gebiete der Republik liefen, in dem Wintersport- Und Touristengebiet delRie- sengebirget. - Der Entgeltanspruch nach 8 1154.ABGB tvird den Arbeitern, überhaupt, genommen, obwohl dieser" Anspruch zwingende» Recht-äst, Entgelt-nach§ 1154 ABGB sowie Urlaub tvird mit dem bloßen Hiniveir auf da» Gesetz erledigt.- Der Arbeiter soll sich.kümmern, daß er erstens einmal das Gesetz kennenlernt und zweitenShstnn seine Ansprüche geltend macht» Die DAG bjefet^auch hier den'Uytetznetzckern eine Chance in. der-Form,-dqß'diese die in der Regel bestehende-UnkemitniS des.Gesetzes weidlich auS- Wjttzen könne».:-.< ...... 128.414 .;.-’.. 56.044 tu . 788.— . 772.50 . 538.50 . 1835 . 549.50 . 606.— . 657.50 .120170 . 141.75 . 28>85 . 145.40 . 1578.— 65.55 485.50 630.50 rstvi— Männer. '- Frauen, zusammen.. 1..,.184.458.. das ist gegenüber dem- Feber 1987 mehr 2381, gegenüber! dem März 1086 mehr. 10.878. Man erhält für . 100 Reich-Mark.... Markmünzen..". 100 österreichische Schillinge ’• 100 rumänische Lei.. 100 MSWWM 100 100 100 '- 1 100 <100 WWWWWWWW , 100 BelgaS '.' 100 dänische Kronen. 100 fchwedische Krone«, U»hnvarhandlungen tür die Letnenweberelen ■ Mittwoch fanden die ersten LoHnverHandkun- gen für die.Leinenwebereien, statt. E». würde über die Forderustgen der Gewerkschaften-verhandelt,^ die darin bestehest, für die Textilbranche tsseErhö- hung der Löhne in-dem gleichest Ausmaße vorzu-' nehmen, wie sie für die anderen Branchen gefor- dept wird': Di«. Unternehmer erklärten-sich bereit,' eine allgemein« llprozentige Lohnerhöhung zu bewilligen und einzelnen Kategorien, so den Webern -tts, einelprozentigeErWungihrer LöhnezuzuDie bedauernswerten Opfer dieses Volksge- meknschastsvertrags dürfen sich zwar Vertrauensleute wählen, aher diese erhalten keinerlei Rechte, als die, in Streitfällen zu vermitteln. Für die Lösung von Streitfällen ist rin SchlichtungSauSschusj vorgesehen, für welchen im Falle der Richteinigung über den Borsitzenden die Handel»- und Geweriekammer in Reichenbcrg(!) den Vorsitzenden zu stellen- tzat. Bor Beendigung de- Schlichtungsverfahren- ist eS verboten,' zu strellen. Da da- Schlichtungsverfahren an kein« Frist gebunden ist und außerdem auf jede» Fall einen Vorsitzenden von der Unternehmerseite haben wird, werden den Arbeitern auch noch die Mittel zur Abwehr genommen. Schließlich wird mit dem Vertrage die betroffene Arbeiterschaft verpflichtet, während des ganzen Jahres 1087 keinerlei Forderungen zu stellen. Dieser Vertrag gibt den sozialen Inhalt der Volksgemeinschaft wider. Er stellt eine restlofe Unterwerfung der Arbeiter unter den Willen der Unternehmer dar. Die Leiden BerträgSpärtner der Volksgemeinschaft haben-sich darüber geejnigt,' wie- viel Luft man den A rb e t te r n- noch.lassen dürfe und wie hoch- man ihnen.den Brotkorb hängen muss e, damit sic nicht verhungern und"anderseits doch noch arbeiten können. - Diesen Schandvertrag,-der die Arbeiterrechte restlos den Unternehmern ausliefert, di« Arbeiter -rechtlos macht und sie verurteilt, mit-Hungerlöhnen"zufrieden zu sein, sollte allen jenen verblendeten Arbeitern zu Gesicht gebracht werden,"die heute noch der Phrase der Volksgemeinschaft nachlaufen. 2n Osiböhmcn und im BerbandSbereich des -Fabrikarbeitevverbandes hat das Bekanntwerden des Vertrage» einen Sturm der"Entrüstung aus- gelöst:->- Beschäftigung im März um fast 90.000 gestiegen Bei den' 205 Krankenkassen, welche der Zentralfozlalverstcherung»- Anstalt unterstehen, .waren im März dieses-Iahte» versichert a) nach dem Gesetz 221/24(Arbeiter) Männer.».., 1,207.846 Franm....•» 791.076- zusammen....--1,999.822 ist gegenüber- dem Feber 1987 mehr 86,512, gegenüber dem März 1936"mehr 158.002; b) nach- dem Gesetz- 117/26(PensionSversiche/ rung): 5cft«ere Zungen Prag.(—rb—) Die drei Männer, die gestern auf der Anklagebank vor dem Strafsenat Novo: n i> saßen, zählen zu den berüchtigslen Subjekten der Prager Unterwelt. Der 27jährige AloisFelt ist zwar nur fünfmal vorbestraft, dafür-aber ausgiebig, WenzelVobtsek hat es in feinen 47 Iahten auf einundztvanzig, teils sehr schwere Strafen gebracht, und Friedrich Kohoutek, der um vier Jahre jünger ist, verzeichnet deren cif. Die letzte davon lautete auf sieben Jahre schweren Kerkers und wurde von dem Prager Schwurgericht verhängt, vor welchem sich Kohoutek im Jahre 1020 zu verantworten hatte, weil er seine damalige Geliebte auf dem berüchtigten Kreuzberg in Zi.skov umgebracht hatte. Alle drei sind wahre Verbrecherthpen in dem Sinne, wie ihn die Vorstellung dcS Laien mit dieser Bezeichnung zu verbinden pflegt. Sie waren gestern des EinbruchdicbstahleS angeklagt. Mitangeklägt wegen Vorschubleistung waren drei Frauen: A n n a B r o A. 87 Jahre alt, Margarete H e r z o g, die 28 Jahre zählt, und die um zwei Jahre ältere Zdenka KaSpar. Sagen Ww gleich, daß die beiden erstgenannten freigespro- chen wurden, während die Kaspar zu f ü n f M o- not tit Kerker verurteilt wurde, die aber durch die Untersuchungshaft verbüßt sind. Während dieser Haft hatten die gefärbten Haare der Tanien einigermaßen gelitien und schimmerten jetzt in den unglaublichsten Farbtönen. Nun denn— am 16. September wurde die Kasse der Wirtschaftsgenossenschaft in Pkeloui geknackt, wobei den Einbrechern 8228 XL in bar und em Goldkettchen im Werte von 880 X in die Hände fielen. Eine verhältnismäßig magere Beute, zumal die Kassenknacker hübsche Arbeit geleistet hatten— unverkennbar Prager Schule. Zwei Tage darauf hielten die Detektive den ihnen nur allzugut bekannten Felt, den sie zufällig auf der Straße trafen, an, ein Schicksal, das nach größeren Einbrüchen kcineni der polizeibekanuten Fachleute erspart bleibt. Es zeigte sich, daß Felt einen falschen Heimatschein bei sich tnig, lautend auf den Namen Jaroslav Veselh, unter welchem Namen er auch polizeilich gemeldet wär, und zwar als Untermieier der Angeklagten Zdenka KaSpar. Nun war die Polizei im Bilde, denn die KaKpar ist mit einem Einbrecher hohen Rufes verheiratet, der gegenwärtig in der Strafanstalt Karthau» fitzt. Die sofort eingesetzte Haussuchung' ergab, daß auch die beiden anderen männlichen Mitangeklagten in diesem traulichen Heim Unterschlupf gefunden hatten, gemeinsam mit ihren Geliebten Anna Broj und Margarete Herzog. Erstgenannte ist wieder die Cousine der Ouartiergeberin KaKpar, so daß, wie man sieht, alle Angehörigen der Platte aufs engste versippt sind. Bei dieser Haussuchung fand man einen ganzen Koffer trefflichen Einbrechcrwerl- zeuger, auch hatten die Komplicen Geld in Hülle und Fülle. Dazu kennen noch eine ganze Reche anderer Indizien. Die Angeklagten leugneten indessen standhaft, getreu der Tradition, nur das zu gestehen, was auf keinen Fall geleugnet werden kann. Festgestellt ist indessen, daß sie in der kritischen Nacht in Pkeloui waren und auch die Einzelheiten des Einbruches sind nachgewiesen! Eine der Damen hat sogar auSgeplau- dert, daß- sie am Morgen nach dem Einbruch eigens das Radio, einftellten, um voll Stolz und Freude dem Palizeixundfunk zu lauschen, der den Einbruch bekannt machte. Die Verhandlung endete damit,'daß Alois Felt zu achtzehnMonaten. V o t i i e t und Kohoutek aber i e d e r zu zwei Jahren schweren« n-d verschärften Kerkers verurteilt wurden. Bei Feit und. Bokisek wurde außerdem die A n- haltung in der Zwangsarbeit r- anstalt nach verbüßter Strafe ausgesprochen. Gels... (Vom Scheidungsgericht.) Prag.(—rb) Als sich der heute schon 60 Jahre alte Beamte Max G. entschloß zu heiraten, war er bereits, in zsemlich vorgerücktem Alter. Eine Liebes- hesrat war eS wohl nicht, denn dieser Mann kannte nur eine große Liebe: daS Geld. Die 1300 Xi, die er monatlich bezog, waren nach einem genau festgestellten und peinlich eingehaltenen MonatSplan eingeteilt wie folgt: für E s s e n 150 Ki(einhundert- fünfzig) X«. d. i. drei Xi täglich, für Rauchen 25 Xi, für Wäsche 25 Xi, für alle sonstigen Auslagen hewilligte er.sich insgesamt 100 Xi. Die erübrigten 1000 Xi legte er jeden Monat zurück, oder borgte sie gegen Wucherzinsen an absolut sichere Kollegen auS. Auf diese Weise.kratzte er im Laufe der Jahre ein. schönes Vermögen" zusammen." Offenbar hielt.er eine Verehelichung für die billigste Art einer Altersversorgung,' als er sich'zu diesem lang hinauSgezögep- ten Schritte entschloß. Die Frag, die er heimführte, war nach eifistim- migem Urteil aller Zeugen ebenso brav und tüchtig, als aufopfernd und nachsichtig gegenüber dem schrecklichen Geiz ihreS Gatten,- der-sich im, Laufe der Zeit zur ausgesprochenen Abnormalität steigerte.' so daß Max G. schließlich auf Anordnung der Behörde inS -Irrenhaus gebracht werden mußte. Seine Frau setzte indessen seine Entlassung gegen Revers durch und pflegte ihn auf» getreueste. Ihr Gatte war aber weit .davon entfernt, ihr dankbar zu sein und begann-an Scheidung zu denken.-Wie Zeugen berichten-, war ihm (abgesehen davon, daß er ihr buchstäblich nicht das Essen gönnte) der Gedanke uNert r ä g l i ch, daß nach seinem Tode seMand nach ihm.Pension beziehen wer z"e, daß also sein in den PenstonSfondS eingezahltes Geld einem andern zugute kommen sollte I Er brachte also die Scheidungsklage ein, indem er behauptete, er werde von"seiner-Frau mißhandelt.(i) und dergleichen phantastische Erfindungen mehr, deren absolute Haltlosigkeit. durch das einstimmige"Zeugnis aller, denen die Sachlage bekannt war,.absolut erwiesen ist. Die Klage wurde also abgewiesen. Als..kleines, aber überau» bezeichnende» Deiail sei dermerkt, daß dieser" sehr vermögende Mann., der hefsig um Erteilung der ArmenrechteS kämpfte, zur Beschaffung einer Bestätigung den Weg nach Riöaü-und zurück(etwa -vierzig Rilonieter) zu Fuß zurücklegte, um daS Fahrgeld zu ersparen. (Seife 6 „Sozialdemokrat" VerüirsaacLneKKn- Ira-er ZMtrg. kUeeatur Oas»aus Seo guten Tonfilms JCunsl und Mssrn- Der Mm MttelümAe»r49; morgen 2, 4, 0. lll) Uhr. Anwärter es ist, daß„sein Geschlecht schon seit dem Jahre 1848 tapfer un Parlament sitzt"."Der Brief kommt" bei der Schlägerei nach einer Wahlversammlung(übrigens die köstlichste Parodie eines Rededuells zwischen dem konservativen und dem„in Grenzen des Gesetzes, revolutionär-nationalistsschen" Kandidaten) wieder zuni Vorschein, wird der Adressatin zurückgestellt und die gesamte Wählerschaft feiert mit Reden und Fackelzug den idiotisch plappernden neuen Abgeordneten.— Das anfangs monotone Lustspiel bekommt im Verlaufe der Vorstellung eine lebhafte, mit gut abgelauschten politischen Pointen gewürzte Handlung, der das Kolorit her neunziger Jahre nichts an Aktualität genommen hat. Die Reden der beiden Gegenkandidaten, hauptsächlich aber die Rede des Führers der jungen Rumänen, sind dem Wortschätze des heutigen politischen Lebens entnommen; Es war ein vergnügter Abend und mit Beifall wurde nicht gespart, um so mehr, als einige Darsteller ungemein charakteristisch wirkende Tftpen geschaffen hatten. m. i. Deutsche Musik-Akademie. Donnerstag, den 29. d„ Absolventen-Mend mit.Orchester, 20 Uhr, Produktenbörse. Mozart:"Klarinetten-Konzert Ä- Dur. Bach: HochzeilSkantate und Mozart: Klavier- Konzert A-Dur. Wochenspielplan des Reuen Deutschen Theaters. Samstag halb 8: Das Testament der Tante.Karo» line, A 1.— Sonntag halb 8: Aida; halb 8: Warum lügst Du. Cherie? BI.— Montag halb 7 Uhr: Der.Evangelimann, Theatergemeinde der Jugend (1. Serie, tote Kartest) Neuinszenierung, Monne- mestt ausgehoben.— Dienstag halb 8: Mord in drei Minuten, Eraufführung, 2.— Mittwoch halb 8. Uhr: Das Testament der Tante Karoline, B 1. — Donnerstag.halb 8: Ter Mord in drei Minuten, C 2.— Freitag halb 8: Fidelio, Arbeiter- Borstellung, Abonnemmt ausgehoben.— Samstag: 'geschlossen..— Sonntag halb 8: Warum lügst Du, Cherie? halb 8:- Da» Paradies(Ersatzvorstellüng vom 80. IV.) D.-- Wochenspielplan der Kleine« Bühne. Samstag 8: Unentschubdigte Stunde.— Sonntag 8 Uhr: Alarm im'Radio,. 8: Dqs Paradies.— Montag 8: Bauernkrieg, Bankbeamte 1, und. freier Verkauf.— Dienstag 8 54*:. Hofloge, volkstümliche Vorstellung. —- Mittwoch 8 Uhr: Feine Gesellschaft, Bankbeamte 2 und" freier Verkauf.— Donnerstag halb 8: Der Nqchste bittel' Erstauffithrustg.— Freitag 8,.Uhr: Der Nächste, bitte iTheätergersteinde des Kulturverbandes und freier Verkauf.- Samstag:" geschloffen,— Sonntag 8: Matura. 8: Der Nächste, IVittel",-">....'" Plenarversammlung der Vertrauensmänner und Bctriebsausschusjmitglieder des Skontistcn- vcrbandes. Die Versammlung hat am 20. d. M. unter Teilnahme von Vertrauensmännern und Betriebsausschußmitgliedern von 18 Geldanstalten stattgefundcn. Die Versammlung gab der Ver- hitterung der Skontisten darüber, daß insbeson dere die Banken den Skontisten Urlaube nach dem Gesetz Nr. 154/1984 verlveigern, einniütigen Aus druck. Das zitierte Gesetz wurde bereits im Jahre 1934 verlautbart, aber die Bankenhaben es bisher nicht für notwendig gefunden, die Be stimmungen des 8 20 des Gesetzes in Anwendung zu. bringen. Die Versammlung hat mit Genug- tiiung zur Kenntnis genommen, daß der Neuner« äusschuß der drei Geldangestellten-Organisätionen, d.> i. des Verbandes der Bank- und Sparkaffen- beämten, des Sdrujeni penijniho ükednictva und des" SkontistenverbandeS, beschlossen hat, die Be« triebsäusschüffe in allen Banken aufzufordern,, die Bankleitungen schriftlich' darauf aufmerksam zu machen, daß sie dadurch, daß sie den Skontisten Urlaube nach dem Gesetz Nr. 154/1934 verwei gern, das Gesetz verletzen, und Abhilfe zu ver langen. Die BetriebSausschüffe der Böhmischen Escompte-Bank und Credit-Anstalt, der Böhmi schen Union-Bank und der Bank für Handel und Industrie ehemals Länderbatik haben diesen Be schluß bereits dnrchgeführt, die BetriebSausschüffe der übrigen Banken werden es in den nächsten Tagen tun. Eine öffentliche MiMifestattonSversammlung der Union der Geschäftsreisenden und Vertreter fin det am Sonntag, de» 23. April, um 9 Uhr 80 im großen Saale am Slovanskts Ostrov statt. ES referie ren der Vorsitzende Karl Parovslh und Abg. Ro bert Klein. Ausländische Repräsentanten der Angestellten- Internationale sprechen am Sonntag zur Prager Oeffentlichkeit. In der im Zusammenhang mit dem Jubiläum der Union der Geschäftsreisenden und Ver treter am Sonntag, halb 10 Uhr vormitagS. auf dem Slovanskts ostrov stattsindenden öffentlichen Kund gebung werden auch die anläßlich der Angestellten» Internationale in Prag anwesenden ausländischen Vertreter das Wort ergreifen. Die Union für Recht und Freiheit hält ihre Generalversammlung am Mittwoch, den 28. April 1987. abends 7 Uhr. im Klubraum des „Närodni Kavärna", Prag II-, Närodni tk.. ab. Auf der Tagesordnung u. a. ein Referat der frü heren Reichstagsabgeordneten Dr. Paul Hertz über das Thema.Wohin treibt die deutsche Wirtschaft".' Einbruch im Deutschen Mädchen-Realgymnasium. In der Nacht auf gestern verübten bi» jetzt noch nicht...,, anSgeforschte Täter eilten Einbruch in die feuerfeste j Anwärter auf den Parlamentssitz, dessen einziges h«IM-MW.-- Um den guten Ruf unserer Blumenzwiebeln überall zu verbreiten, senden wir gratis und frank» 200' junge keimkräftjge Gladiolen inPrachtmischung .von vielen Farben; ausschließlich großblumige Sorten. Senden Sie'" uns""für Annoncen-, Administra- tions-' und Vebsandkosten, usw. eine Banknote von 10 Xi per Brief und-erwähnen Sie vor allem deut- lsch Ihre vollständige Adresse und/den Namen dieses Blastes.. Andere ZahlungSweissN" werden nicht akzeptiert., Keine- Nachnahme. Th. Klinkenberg, BluMest- zwiebelzüchter, Nieuw-Vennep-Haarlemmermeer, Holland..' 4080 sh- Ortsgruppe Prag. Sonntag, den 25. April, Treffpunkt zwischen 7 und Hsl 7,15 Uhr am Masarykbahnhof; Fahrt 8M nach Unhoät, Wanderung in die Lanaer V' Wälder. Führt Korn. Pfingstwanderung für zweieinhalb Tage in» Jsergebirg«. Treffpunkt SamStag um Y42 Uhr am Wilsonbahnhof. Fahrt nach Reichenberg, Wanderung: Naturfreundehütte Königshöhe, Tafelfichte usw. Anmeldungen bis spätestens 7. Mai im Ber- einSlokal. ■' Sozialistische Jugend, Kreis Prag. , Wochenprogramm: Montag, k 8 Uhr. Amca: Deutsch-tschechischer I" DiSkusstoNsabend üb r Frieden und 1 Demokratie.— Dienstag, 8 Uhr, großer Saal de» Handwerkerverein»: Genosse Jaksch spricht über „Student und Volk". Gruppe Prag I Hat keinen Gruppenabend. Gnipve Prag XII: Malvorfeier gemeinsam mit M2D Zstkov. 8 Uhr,„II Svatosü". — Mittwoch, 8 Uhr, FVSA-Heim, Spälenä 46: Gnippe Prag VII: Französische Volk»front.— Freitag, 8 Uhr, FVSA-Heim: Gruppe Prag II: Moderne» Theater.— SamStag: 1. Mai-Auf- marsch. Treffpunkt wird in den Gruppen bekanntgegeben.— Treffpunkte für die 1. Mal-Werbefahrt, Sonntag, 25. April, gemeinsam mit der MSD: Gnippe.Prag l:%0 Uhr, Endstation der Vierer, Lieben; Ärubpe Prag II:'AO Uhr, Endstation Kobplis; Gnippe Prag VII: 8 Uhr, Domovlna, Dil- nickä tkida; Gnipve Prag XII:>48. Ubr bei der Kirche api Georgsplatz. Alle im blauen Heindi Allgemeiner Angeftellten-Berband Reichenberg, Ortsgruppe Prag(Ämt»stunden jeden Mittwoch, 0 bis halb 8 Uhr, im Handwerkevheim, Smeiky 22). M a n i f e st a t i o n der Union der GeschäftSreisen- den am Sonntag, den 25. April, vormittag» um halb 10 Uhr, Slovansky ostrov.— Sonntag, den 25. April: Anschluß an die Wanderung mit den Naturfreunden. Abfahrt Masarykbahnhof um halb 7 Uhr früh nach Lany; Wanderung nach Kiivoklat(Pürg- litz), Schloßburg. Führt Korn.— Nach mittags Abmarsch um halb 8 Uhr nachmittags, Endstation HlupoLepy. Wandening durchs Prokopital. Führt Lahmer.— Mittwoch, den 28. Mai, um halb 8 Uhr abend» im Deutschen hygienischen Institut zweiter Vortrag: Sexuelle Hygiene, mit Prof. Wagner. Eintritt frei.— Dienstag, den 27. April, um 8 Uhr abend», großer Saal im Handwerkerhelm, Vortrag Jaksch über„Student imd Volk", veranstaltet von den sozialisstschen Akademikern.— Maiwanderung in» Daubner Land. Am 1. Mai, Abfahrt 12.20 Uhr, Ddni»bahnhof nach Liboch, Wanderung nach Dauba (Nachtlager), Besuch der Hirschberger Teiche, Rück- wandening über Felsendorf Draschen, Widim, Liboch, Fahrtspesen 22"Xi!, Nachtlager 10 XL. Führt Kollege Strnad. Anmeldung erwünscht.— Pfingsten: Fahrt zum Angestellten-Jugendtreffen in Ko- motau.— Anmeldungen zu den Jugend-Urlaubs- reisen werden jeden Mittwoch entgegengenommen. B e z» g r b e d i n g u n g- n: Bei Zustellungin» Hau»" oder bei Bezug durch die Post monatlich XL 16.-^, vierteljährlich" XL 48.—." halbsährig XL 96.— ganzjährig XL 192—.— Inserate werden, lauk f Tarif billigst berechnet. Bei-öfteren Einschaltungen Preisnachlaß. Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der. Retourmarken.— Sie Zeitungrfrankatur wurde von der Post- und Tel«».' graphendirestion mit Erlaß Är.- 1S.800/V1I/1980 bewilligt-— Druckerei:„Orbis", Druck-.-Verlag»«-und Leituugr.S..G. Prag. J58SS& bannten annimmt(wie es auch der tragische Shakespeare immer getan hat, bi» zum„Coriolan" und zum„König Lear"), wo gibt e» eine Lieberkomödie, die mit den Schatten de» Wahnsinn» und der Verzweiflung vertteft ist, und einen Märchenhumor, der au» Narrheit und Weisheit gemischt ist? Die Verfilmung dieser Shakespeare-Komödie war allerding» ein unlösbare» Problem, denn e» ist hier so. daß die schönsten Stellen zumeist" in jenen Ansprachen und Monologen zu finden sind, die selbst ein Bühnendramattirg heute kaum noch ungestrichen lgffen kann. Der Filmbearbeiler, der englische Dramatiker Barrie, und der Regisseur Paul C z i n» ner, haben sich dafür entschieden, die Liebeikomödie zwischen Rosalinde und Orlando zum eigentlichen Film-Inhalt zu machen, die„politischen" und menschlichen Konflikte der anderen Figuren zur bloßen Einleitung und zum Rahmen, der wenigsten» noch einige Kostbarkeiten bewahrt. Shakespeare» Sprache ist natürlich leiste Filmsprache, und Shakespeare» Ardennerwald eine Phantasielandschaft, die im Film viel zu naturalistisch geraten mußte, trotz Tigern, Schlangen und seltsamen Burgtoren. Aber wa» gelten Einwände, Ivenn Elisabeth Bergner die Rosalinde spielt, die auch im Film wieder eine ihrer schönsten Rollen ist, sobald sie da» Gewand der Prinzessin abgestreift hat und ein rätselhafter Schäferknabe geworden ist, ein Geschöpf au» Uebermut und Verlegenheit, au» Llebe»tollhelt und Scheu, ein Geschöpf, dessen Freuden erlitten und dessen Leid beglückt ist, wa» außer der Bergner kaum eine Schanspielerin darstellen kann. Sie hat sich diese Rolle so zu"eigen gemacht, daß sie Shakespeare»'Englisch hier mit einer lebendigen Anmut spricht, die von den übrigen(englischen) Mitwirken» den nicht erreicht wird. Dabei ist Sophie Stewart eine muntere Celia und Lawrence Olivier ein zwar zu leidenschaftsloser, aber nornehm sprechender Orlando. Bei den anderen gibt es viel Pathos, viel Theater, aber auch manche guten Ensemble-Szenen. —ei»— Der verlorene Brief.(Premiere eine» rumänischen Lustspiels von Jon Luca Caragiale im Ständetheater.) Der Liebesbrief, den der DIstriktSpräfelt seiner geheimen Liebe schrieb, die im Privatleben als Frau de» Vorsitzenden der konservativen politi« schen Partei und eines naiv vertrauenden Menschen erscheint, wurde von der Dame verloren und das hatte ungeahnte Folgen. Der Brief kam in die SSstde des Redakteurs de» Ortrblättchens, der al» Kandidat einer kleinen Gruppe„aufgeweckter Rumänen" diesen Brief dazu benützte, um auch von der mächtigen konservativen Partei seine Kanditatur für I die eben stattfindenden Wahlen zu erzwingen. Au» Angst vor dem öffentlichen Skandal bietet der Präfekt trotz früherer Nominierung eine», gemäßigten Kandidaten seiner Partei den Redakteur als Kandidaten an, die Partei entscheidet sich jedoch für einen ewigen Lyrik Aem schmalen Bändchen, da» den Namen 4'? kritisch e» und Persön- " berechtigung. durch ihre Zweisprachigkeit mänlfestiert.. „Emte 1936". Neue Gedichte von F. W. N i'e'l-i s e n.(Hradec Krälostä, JMCA, Preis 18 Xi) zeugen vom Können Und von der Eigenart dieses jungen schwäbischen Epilgraiiten. Er ist weich, voll Liebe zu seiner Heimat und seiner Mutter;.zu Frauest und Kindern, zum Geist und zur Freiheit. Klingen" auch kämpferische Töne auf, so Überlviegen doch die elegischen, die sanften und zarten Sttminungen.-Gewid«- met ist das Gedichtbuch der Heimat Nielsen» und dein" Andenken ztveier Dichter, die sie dem deutschen Volke, geschenkt: Schubart», des unglücklichen Märtyrer», de» Opfers eines kleinen Diktator», und Friedrich Schillers.— Erstaunlich, ist, wie gut dieser Reichsdeutsche, nicht nur die tschechische Sprache erlertit hat. sondern in ihr Wesen, ihren Geist.eingedrustge« ist, so daß er, tziie schon einige seiner.VeröffentljKungen zeigten, zu einem vortrefflichen Ueberseber.,,>tzeirden konnte. Gleichzeitig Mit seinem neuen Gcdichtband veröffentlichte"er I an H erb e n» Schrift über, „M a s a r y k» F a m i l i e n l e b r n", aller- distg» nur al»„Protest-Anrgabe" in" einer-Auflage von 18 Exemplaren. Nielsen hatte bereif» die' Zustimmung zur Uebersetzung und bereit» zu arbeite« begonnen, als da»'Uebersetzungsrecht, da» er doch schon hatte, ohne Mitteilung an ihn,.verkauft.wstrde. Er konnte" nun," seine Arbeit nicht im Buchhandel" ex-, scheinen" lassest", er wählte den W«a. sie ist ditser einmaligen Protest-Ausgabe zu'veröfseytlichen." Die erste Dampfmolkerei und Käserei in Gratzen, Böhmerwald empfiehlt ihre eraUdaw. Erzeugnisse Beachten Sie die Schutzmarke! Besuchet