VWal-enukmt Zentralorga» der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiteryartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint Mit An,«ahme de««ontas t»»Nch srSH ^^EonimdDerwMmg^Prag XL, Fochova 62- Telephon 58077- Herausgeber: Siegfried Taub- Verantwortlicher Redakteur: Karl K«rn, Prag 17, Jahrgang Dienstag, 27. April 1937 Siuzelprel, 78 AkÜkk(«lnschlleßl. 8 Heller Porto) Aus dem Inhalt: Erfolg des Proteststreiks Im Aupatal Die 14 Toten von Chomle — Opfer der Schlamperei Die Forderungen der Porzellanarbeiter Tsdiechos Io wakische Zuckerquote 340.000 Tonnen Nr. SS GerUchtemacherel Slftung des Vollzugsausschusses der Partei ’• Montag, den 26. April, hat in Prag eine Sitzung de» Vollzugsausschusses der deutschen so. zialdemokratischen Partei stattgefnnden, in der der Parteioorsitzende Minister Dr. Czech einen»e- richt iiber die außen- und innenpolitische Ditua- !,""^rstattetr, dem eine eingehende Aussprache Bei dieser Gelegenheit stellte der Vollzugs- auSschuß fest, daß die in verschiedenen Blättern veröffentlichten Mitteilungen««<• Auseinander, sehungen in der sozialdemokratischen Parteileitung Ä"" Erfindung beruhen, daß insbesondere all« Nachrichten über ein Disziplinarverfahren gegen dm Abgeordneten I a k s ch reiner Phantasie entspringen. ES hat in der vergangenen Woche weder eine Sitzung der leitenden Parteistellm noch irgend eine Disziplinarberatung stattgefnnden und es ist demnach auch diese Mitteilung einfach auS dm Mngrm gesogen.' Die Kombinationen über die R e i ch S k o n. ferenz erledigen sich dadurch von selbst, daß diese Konferenz von vornherein und ausschließlich alS Anstatt zum kommenden Gemeindewahlkampfe gedacht ist und nur dieser Aufgabe dimm wird. Dies« Feststellungen dürsten wohl genügen, um die Hintergründe der gebrachten Pressemeldungen anfzu,eigen. Erste Rate: 100 Millionen Pfund .- InglamüLRilstungunleUi« aufgelast London. Der Schatzkanzler teilte mit, haß am Donnerstag die Emission der 2.8prozenti» gm Anleihe'süt die^ Rationalverteidigung in der Höhe von 100 Millionen Pfund Sterling durch» geführt werden wird. Die Anleihe ist in ver- fchiedenen,dürchAuSlosungvon«twa 20 Prozent der Grsamthöhe ab Herbst 1944 rückzahlbar. Die Titres werden zu 99.2 Prozmt aufgelegt werdet». Gayda offiziell desavouiert Wien. Wie daS„Nene Wiener Tagilatt" erführt, wurde die österreichische Regierung vom Auswärtigen Amt in Rom verständigt, daß der bekannte Artikel GaydaS im„Giornale»'Italia* als eine rein private Arbeit anzusrhm sei,-in in keinen, autoritativen Zusammenhang mit den Besprechungen in Bmrdig stehen und keineswegs di« Auffassungen deS italieni- schm AußenamteS wiedergebe. kden In Brüssel Brüssel. Der britische Außenminister Eden traf Sonntag abends in Brüssel rin, um dem belgischen Ministerpräsidenten van Zer» land seinen vorjährigen Bestich in London zu erwidern. Montag vormittags fand sine zweistündige Beratung statt, nach deren Beendigung der belgische Außenminister Sp aak erklärter Wir ver- handelte» formale Fragen, welche die bei» den Staaten betreffen,«nd sind mit dem Ergeb- ntS der erste» Beratung ganz zufrieden. Am Nachmittag trat Eden mit dem Ministerpräsidenten v a» Z e«l a n d zu einer Besprechung über die wirtschaftliche Mission zusammen, mit der van Seeland auf Ersuchen der Londoner«nd Pariser Regierung betraut wurde. Am DimStag wird der Meinungsaustausch fortgesetzt werden. Am späten Nachmittag wurde Eden' vom König empfangen./•■', Audi Neurath nach Rom Pari». Die römischen Korrespondenten der Pariser Blätfermeüen, daß nach der montägigen Zusammenkunft Mussolini» mit GS» ring, bei welcher hauptsächlich über die Lage de» Bürgerkriege» in Spanien und über daS Problem der industriellen Rohstoffe verhandelt werden sollte, Mussolini in den Tagen vom kl. bi» 5. Mai in/Rom mit, dem deutschen Aussenminister-von Neurath zusammentreffen wird. Bei dieser Zusammenkunft-wird hauptsächlich die Lage Oesterreichs erörtert und da» persönliche Zusammentreffen Mussolini» mU dem Reich», kanzler Hitler vorbereitet werden. 'V Wann wird Dr. Kellner ausgeschlossen? Noch eine Berichtigung _ Wir haben von Herrn Dr. Kellner noch eine Berichtigung erhalten, deren Wortlaut wir hier veröffentlichen. Diese Berichtigung bezieht sich auf die gleichlautende Notiz in Nummer 92 unserer Ausgabe vom 18. April 1987. Sie lautet: Es ist unwahr, dass ich Mitbesitzer der Firma Etrich bin. Wahr ist vielmehr, daß ich nicht Mitbesitzer der Firma Etrich bin. «bg. Dr. Adolf Kellner. Damit unsere Leser die juristischen Finessen kennen lernen, mit denen sich Dr. Kellner vor den schweren Anschuldigungen retten will, die wir gegen ihn erhoben haben, wiederholen wir nochmals, daß in das Handelsregister de» KreiSge« richte» Jiiin mit Datum vom 14. Jänner 1tz87 der minderjährige Johann Kellner, vertreten durch dei» väterlichen Kurator'Dr. Adolf Kellner, Advokaten in Trautenau, als Kommanditist eingetragen wurde. Dies geschah deswegen, weil die Mutter deS Johann Kellner und Frau de» Abgeordneten Dr. Adolf Kellner, Johanna Kellner, geb. Meyer, gestorben ist und etwa» von ihren Anteilen auf den Sohn Le» genannten Abgeordneten und dessen Frau übertragen wurden. Diese minderjährige- Person kann naturgemäss die Rechte, die ihr daraus»fliessen, dass sie Kommanditist ist, nicht auSilben. ES muss jemand eingesetzt werden, der diese Rechte für den Minder», jährigen' ausübt und das ist eben der- Kurator diese» Kommanditisten. Wir wiederholen nochmals. damit lein Zweifel in der Bevölkerung darüber«Miettt der Abgeordnete des SdP> Doktor Adolf Kellner, Advokat in Traute»»», hat nicht nur. da» Rechte sondern auch die Pflicht, sein Amt als Kurator auszuüben, d. h. jenen Ein« flüh in dem Unternehmen der Firma Etrich zu üben, der eben einem Kommanditisten zusteht. Wenn, also Her« Dr. Kellner nicht formal juri» stisch Mitbesitzer der Firma Etrich ist, da» ist eben fein minderjähriger Öohn,— so übt er für den minderjährigen Sohn die Rechte au», die einem Mitbesitzer zustehen. Herr Dr. Kellner trägt also für daS, waS bei Etrich geschehen ist, die niedrigen Löhne, die die Arbeiter erhalten haben, dir unwürdige Art, mit der Männer, Frauen«nd Mädchen behan- delt wnrdrn, die volle Verantwortung und diese Berantwortung stellen wir vor dem Sudeten- -.' deutschtum eindeutig«nd unwiderruflich fest. Bor dieser Berantwortung kann den Herrn Doktor Kellner nicht der Paragraph 11 de» Pressge» fehe» retten. Abgesehen davon hat die Tatsache, daß der minderjährige Sohn Kommanditist der Firma Etrich ist,- den Herrn Dr. Kellner absolut nicht daran gehindert, seine Pflicht, die er al» Abgeordneter und BollSvertreter hat, zu erfüllen. Wo ist er geblieben, al» dir Arbeiter«nd Arbeiterinnen sich in ihrer Berzweiflung auflehn- nnd die Arbeit niederlegtrn, al» sie es einfach nicht mehr ertragen konnten, so«nwürdia behandelt zu werden, wie«S-eben in dem Unternehmen Etrich, Meyer«nd Kellner üblich war? Er hat diese Pflicht al» BollSvertreter gröblich verletzt und dessen klagen wir ihn vor der sudetendeutschen Oeffentlichkeit nochmals an. Die Frage, um die es sich handelt, ist keine der Auslegung des Paragraph. 11 des PressgefetzeS, sondern e» ist ein« moralisch« Frage, Mr die Herr Dr. Kellner dem Sudetendeutschtum verantwort« ll« ist und/ ' mit Ihm tragen diese Berantwortung Konrad - Henlein und dle SbP, die Dr. KtllE nicht l gezwungen haben, da» zu tun, was die Oef» fentlichkeit von ihnen erwartet hat, ihn nämlich zur Nirderlrgung seine» Parlamentsmandates zu zwingen. Britische gegen spanische Kreuzer Bedrohliche Zuspitzung vor Bilbao Bilbao.(Reuter.) Der britisch« Fracht» dampfet„S h e a f g a r t h", welcher am Montag alS siebente- britisches Schift mit einer Kracht von Lebrn-mitteln und anderen für die baskische Regierung bestimmten Material an Bord dir Franco-Blockade durchbrach, wurde vor dem Hafen von Bilbao von dem Kreuzer der Aufständischen „Espalia" angehalten. Der britische Kapitän ries jedoch durch Signale einen britische« Tor- pedobootzerstörer herbei, der ti» zur Grenze der Territorialgewässer schützend an der Sette des Dampfer» fuhr. Sobald sich der Torpedotootzer- ftörrr zeigte, wandte sich der Aufständischen- Kreuzer„Espana"«ach Westen«nd der s ch w a n d auf dem Meere. Der Kreuzer der Aufständischen„Almirante Server«'' hielt in einer Entfernung von sechs Meilen von der spanischen Küste einen mit Kohs« befrachteten britischen Frachtdampfer an und wollte ihn durchsuchen. Der britische Kreuzer „Shropshire", der sich unweit de» britischen Dampfer» befand, hinderte dm Aufständischen- Kreuzer an seinem Vorhaben, worauf«S zu einem Meinungsaustausch- zwischen dm tridm.Kriegs- schiffen kam. Der Kommandent de» britisch« Kreuzer» erklärte, daß er die SechS-Mellen-Zone, innerhalb welcher sich der Franco-Kreuzer befand, nicht anerkenne: Im'Zeitpunkte de» Zwischenfalle»»ar der Srmzer der Anfständifchm vom Panzerkreuzer „Efpaila" und der britische Kreuzer„Shwpshire" von dem Torpedobootzerstörer„Furtz". begleitet. gegenseitige Proteste London.(Reuter.) Der britisch« Bot?, schatt« in Hvndayr erhielt die Instruktion, bei dm Ausständischm-Behörden in Salamone« dagegen zu protestieren, daß aufständische Krikss»schiffe drei britisch, HandelSdampfer, Welche am vergangenen Freitag mit Lrtm»mittellad«ngm in Bilbao ein- trafen, angriffen.... Salamanca. Die Regierung- de» Generell» Fran« protestiert« laut Mitteilung de»-Rundfunksender» von Salamanca bei der englischen Negierung gegen die o f f e n s i ch t l i ch e v e r« l e tz u n g de» internationalen Recht», die in der Hilfeleistung englischer Kriegsschiffe für Handelsschiffe bestehe, die die Auswirkungen der Blockade zu verhindern suchten. Seegefecht an der OstkQste Valencia. An der spanischen Ostlüste stiessen am Sonntag die Rebellen-Kreuzer„Tana- riaS" und ,,Bal«ares" mst Zerstörern der Regierung zusammen, welche nach der Bombar« dierung des von den Aufständischen besetzten Küstengebietes zurückkehrten. Die Rebellen- Kreuzer eröffneten da» Feuer, da» von den Zerstörern erwidert wurde. Dann dampften die Rebellen-Kreuzer ab. Konflikt mit einem Italienischen Zerstörer Valencia.(Fabra.) An de» Küste von Barcelona wurde von einem italienischen Torpedobootzerstörer rin englisches Petroleumschiff angrhaltm«nd gezwungen, ihm zu folgen. Flugzeug« der Regierung verhinderten dir» ater. Al» von dem italienischen Schiff ei« Flugzeug aufstieg,«m dm versuch z«. Wiederholm, griff ein Regiemngsflugzeug«in und begleitet« dm englischm Dampfer in dm Haftn von Barcelona. Vormarsch aasen Saragossa valenrta. Da» Kommnnigut des Krieg-Ministerium» besagt: Die republikanische« Atteilungm setzen ihrm Vormarsch auf der StraßeumTerruelnach Sarag,sfa.fort. Ilm Nordatschnitt an der Front bet Lequeitio verdrängten die RegierungSabteilungen«ach einem heftigen Augrift die Aufständischen aU» ihren Stellungen«nd rückte« im Tale Nerriatua vor. -- Da» Bombardemmt Madrid» hat Mmtag ««11 Uhr 40 mit erhöhter Heftigkeit wieder,(bi* gesetzt««» dauert« bi» 13 Uhr. E» scheint, dass di« Aufständischen nunmehr größere Kalibdr al» smst: verwenden. Die Zahl der Toten«nd verwundeten isttisher nicht bekannt. TschundC . Vas Vaterland darf kein„Fremdwort" selnl In der sechsten, 1988 erschienene», Auflage deS Büchleins„Regeln und Wörterverzeichnis für die deutsche Rechtschreibung" von Felbinger- Stejslal, das bei der Staatlichen BerlagSanstalt in Prag erschienen ist, erscheint al» ein neuer, bisher im Deutschen nicht gebräuchlicher, Buchstabe das ö und zwar wird e» vorgeschrieben für La» Wort tschechisch und alle damit zusammenhängende Worte stschechoslowakisch usw.). In der fünften Auflage de» Büchleins au» dem Jahrs 1931 existierte da» c al» deutsche» Lautzeichen noch nicht und die in Frage kommenden Worte waren richtig mit tsch geschrieben. DaS hat den Eindruck erweckt, al» ob von amtlicher Seite ein Druck auf den- Bearbeiter de» Wörterverzeichnisse» auSgeübt worden sei und hat dazu geführt, dass einige deutsche Institutionen, u. a. die Pestalozzi-Gesellschaft und die Gesellschaft der Wissenschaften und Künste an da» Ministerium appelliert haben, hier Abhilfe zu schaffen und eine wissenschaftliche Kommission mit. der Prüfung des Streites um ein Lautzeichen zu. betrauen. Beide Gesellschaften haben auch auS eigenem solche Gut-' achten eingeholt und eS liegen Aeusserungen von Germanisten, Romanisten, Slawisten und von dem Professor für vergleichende Sprachwissenschaft Slotth über di« Unzulässigkeit de»ö als eines d eu t s ch e n Schriftzeichens vor. Uns scheint auch ohne lange wissenschaftliche Untersuchungen,- deren Ergebnis kaum in Frage stehen konnte, di« Einführung eines neuen'Lautzeichen» dusch ein«. obrigkeitliche Weisung für einen sehr«Ngbegrenzten Kreis des. deutsch-:» Sprachgebiete»(denn ausserhalb der Republik wird niemand diese Lösung annehmen) oder durch einen einzelnen Lehrer, der zufällig da» Wörterbüchlein bearbeitet, unzulässig, DaS Deutsche kennt daS Schriftzeichen C für deutsche Worte nicht. Nun wird eingewandt— und auch von Ministerieller Seite*örte man diesen Einwano — dass Fremdwort« eben nicht deutsch, son- dern inderfremdenSprache, mit deren Zeichen zu schreiben seien. Merkwürdig genug, dass dieser Einwand von Tschechen kommt, die nach einem alten UsüS alle Fremdwort« in die tschechische Lautschrift umschreiben und also zu Wortbildern'wie reiilssr, byrokracle, kvadrät u. ä. gelangen I Aber es ist nicht an unö, das zu kritisieren. Die tschechische Lautschrift Ist ausgezeichnet und vermag wie keine zweite, die Laute der meisten europäischen Sprachen«inwandftei wiederzugeben. Die tschechische Sprache ist, wie junge Sprachen meist, stark genug, fremde Worte zu verdauen, sie nach ihren tschechischen Gesetzen zu. biegen und sich ganz und gar einzuverleiben. Also möge man im Tschechischen Fremdwort« ruhig in tschechischer Lautschrift wiedergebenl Das Deutsche kann dies viel weniger und schreibt darum Regisseur, Quadrat, selbst manchmal Bureau und es wehrt sich gegen Sinfonie, Fotografie,' weil diese' Wörtbilder im Deutschen irgendwie unsauber wirken und man Symphonie und Photographie als stilechter, als organisch gewachsen empfindet. Man braucht also gerade uns nicht zu sagen, wir möchten Fremdwort« doch so schreiben','wie die-Originalsprache sie schreibt. Gerade d a s tun wir in den meisten Fällen. . Aber.T s. ch-e ch o s l o w a'k'e i. ist doch, und hier beginnt di« Frage wirklich politisch zu werden, keinFremd wort! Mit-Recht heisst eS in dem Entwurf zu einer Eingabe an das Ministerium:,. .. Di« Schrechung mit„T" bildet auch«In ernste» Hindernis für die'staatsbürgerliche Erziehung der deutschen Jugend;.denn diese Schrei- ' bung behandelt den Namen de» Heimatstaate» der deutschen Schufiugend und den Namen de» fersten Staatsvolle» als Fremdwörter.> Er bestcht die ' Gefahr, dass mit' der Schreibung als Fremdwort auch dl«-damit bezeichneten Sachen in den Bereich de» Fremden gerückt loerden, was gerade vermieden werden soll. Au» diesem Grunde muss vom erzieherischen Standpunkt« gefordert werden, - dass die deutsche SchuliugeNd-den Namen de» Staate» mit den sprachlichen Mitteln der Muttersprache darstelle, damit ihm jede Fremdheit genommen werd«. Md wenn man'von tschechischer-Seite-dem Französischen anstandslos zugesteht, dass:8 Tch&que und Tch^coBlovaqule schreibt, wenn man gegen das englische- Ezekoslovakia nichtS ein- Seite 2 DlenSta,, 27. April 1087 Nr. vfl Blums Sekretär Bel einer Nachwahl erfolgreich Paris. In der südfranzösischen Küstenstadt Site fand am Sonntag eine Nachwahl zum Parlament statt, di« außerordentliches Interesse wachrief. Am dnö Mandat deS verstorbenen Sozialisten Salette bewarben sich der ehemalige sozialistische Deputierte JuleS Mach, gegenwärtig Generalsekretär deS Ministerpräsidenten, ferner ein Kommunist und ein Neosozialist, dessen Wahl von de» Rechtsparteien mit allen Mitteln gefördert wurde, um so dem System Blum eine Niederlage zu bereiten. Die Hoffnungen der Rechten erwiesen sich jedoch als trügerisch. Mach konnte seinen Gegner, der b04ü Stimmen erhielt, noch um 200 Stim, men übertreffen, während der Kommunist rund 3000 Stimmen erhielt. Sn der Stichwahl ist M» ch 1 T i e g sicher, da die Kommunisten ihren Kandidaten zurückziehen, werden. wendet, warum will inan die Deutschen der Republik zu einem£echoslovakisch nötigen, das wirklich in jedem deutschen Satzbild fremd wirkt und ein HindemiS für die staatsbürgerliche Erziehung der Kinder darstellt, denen vor Augen geführt wird, was im Widerspruch zur ganzen Staatsauffassung der Republik steht, daß Tschechoslowakei ein Fremdwort sei, so fremd dem Deutschen, daß man eS mit deutschen Zeichen gar nicht schreiben könne! Gewiß wird es niemandem einfallen, eine feststehende Abkürzung für üseLoolovenslkä ropublika, das LSR also, oder das CSD für reoleoalovonastä stätul dräha in TschSR oder TschSD umschreiben zu wollen. Wenn man verordnen würde, der Namen der Republik sei überhaupt unübersetzbar und müsse auch im Deutschen Ceskoslovenako heißen, so wäre da» nicht klug, aber wenigsten» konsequent. Die Uebersetzung, die sich dem Deutschen ja durchaus organisch einfügt und nicht fremd klingt, zwar zuzulassen, aber ihre Schreibung mit Lautzeichen zu verlangen, die e» nicht gibt, da» hat nicht den geringsten Sinn, es ist nicht einmal«ine Prestigefrage(man sieht, ivir schreiben weder Prestisch, noch prestfö, sondern in diesem Falle das Fremdwort wie e» 'richtig lautet), sondern eS sieht nach behörd« kicher Schikane und Rechthaberei in einem Fall aus, in dem das wissenschaftliche Recht eindeutig tsch verlangt. Es muß wohl noch gesagt werden, daß der tschechische Laut£ durch das deutsche Zeichen tsch vollkommen richtig lviedergegeben wird(bei dem t löge eS vielleicht anders, denn rsch ist nicht ganz dasselbe), daß also dem Saut kein Unrecht geschieht. Fragt dar deutsche Kind, wie man£ au»« ,, spricht, so-wird man ihm ohnehin sagen: wie tsch. DaS tschechische v zu übernehmen heißt aber gar, eS lautlich verfälschen, denn tschechisches v ist nicht deutsches v, sondern hier gilt v-- w. Die Frage£ oder tsch. ist gewiß keines von den Streiiproblemen, aus denen»geschossen" wird. Die Deutschen würden auch das£ ertragen und nicht schlechter leben, wenn sie den neuen Buchstaben übernehmen müßten. Aber eS ist einer der vielen sinnlosen Na d e l st i ch e, mit denen man da» nationale Gefühl reizt, bis e» in Nationalismus ausartet. Es wäre ein Beweis von StaaiSklugheit und Staatspädagogik, wenn man die deutsche Rechtschreibung auf ihre Art selig werden ließet i JUNGES WEIB e VERONIKA ROMAN VON MARIA GLEIT Und dieses Bild blieb ihm, wann immer er auch an sie dachte. So leuchtete sie ihm au» dem Weihrauchdämmer der Kirche, au» der sic an der Seite eine» Mannes dahinschritt, der sie unglücklich machen würde, so gewiß wie zwei mal zwei vier war. Unglücklich. Es war Bernd» feste Ueberzeugung. Und eS jammerte ihn, sie so unantastbar beseligt dahingehen zu sehen, die Veronika, so beseligt vor Glück. Kurz vor dem Verlassen de» dämmerig hohen Raume» geschah jedoch etivaS Merkwürdiges. Veronika, hielt den Schritt an, den Bruchteil einer Minute nur, aber eö hatte genügt, um ihren ti'tann, der jeden ihrer Atemzüge fast und jede ihrer Betvegungen gespannt verfolgte, hastig aufschauen zu lassen. Auf der hintersten Bank im Kirchenschiff tourden die Umriffe einer Gestalt sichtbar. Zu- summengesunken saß da einer, der der Trauung heimlich beigewohnt haben mußte. Der Kopf war in den Armen vergraben gewesen. Setzt richtete sich der Oberkörper müde auf. Nun aber war der kleine Hochzeitszug auch schon vorbei. Veronika nahm ihres Mannes Arm. Das Licht der Straße siel blendend auf ihr bräutliches Gewand. Papa Schivertlein tvar der einzige, der sich kopfschüttelnd umdrehte. „Wer war denn dqs?" flüsterte Alexander Bernd. Der alte Bibliothekar kaute an der Unter«' lippe und dachte einen Augenblick verwirrt, vor. sich hin. GPU und Rote Armee Endspurt In dem KampfvumRufahd?1 Die dänische Zeitung„Astenposten" bringt sensationelle Nachrichten über die Hintergründe derletzten Verhaftungen' in Rußland, dl? sich auf ungefähr 400 hohe Funktionäre, vor allem Leiter der GPU, erstrecken sollen. Angeblich habe vor längerer Zeit ter General P u t n o, damals Militärattachä.ü. London, eine Spionagezentrale aufgedeckt, aus der Berlin weitgehende und gründlicheInformationenÜber die Rote Armee und ihre Rüstungen bezog. Die GPU habe diese Enthüllungen de» bekannt tüchtigen Generals, alö Provokation bezeichnet unp nur das Einschreiten Woroschilows habe damals die' Verhaftung PutnaS verhindert. Dieser habe jedoch seine Nachforschungen, mit Erfolg sortgefeht und eine Verschwörung aufgedeckt, an der Jagoda und der Chef von Stalins Leibwache Wolo- witsch beteiligt waren. Daraufhin wurde Putna nach Moika» berufen. verhaftet und im Gefängnis ermordet. Nun habe die GPU aber auch die Verhaftung Marschall TuchatschewifklS und Marschall Jegorow»»erlangt, worauf die Marschälle mit oftenem Widerstand drohten und die Verhaftung Jagoda» erzwangen. Die Untersuchung des Falles Jagoda habe da» Material über eine große Spionage- Organisation zutage gefördert, die in den Zentren der GPU ihren Sitz hatte. Der Prozeß werde den GPU-Leuten allerdings wegen krimineller Verfehlungen gemacht werden, da' man den Skandal vermeiden will, dieselben Leute, welche die Trohktstenprozeffe aufgezogen haben, nun wegen weif größerer Verbrechen, al» sie hon Trotzkisten andichteten,. hör Gericht zu stellen? So sensationell die Meldung des> dänischen Blatte» llingt, so vieles spricht doch dafür, daß sie der Wahrheit nahekommt. Ueber die geplante Verhaftung; Tuchatscheipski» und den Konflikt GPU—Kose Armee lagen vor Wochen übereinstimmende Berichte verschiedener Moskauer Kor- respondenten vor. Damals dementierten die Kommunisten jeden solchen Konflikt. Bald darauf wurden sie durch die Verhaftung Jagoda» Lügen gestraft. Daß die GPU wahrscheinlich auch die Ermordung Kirow» organisiert und dann Hunderte ihrer Gegner der Morde» bezichtigt und damit beseitigt hat, ist bekannt. Die Rolle der G PU unterschildet sich kaum von jene» der zaristischen O ch r a n a, von der historisch erwiesen ist, daß sie eiü Staat im Staate, ein wuchernde» Geschwür war, ein Bund von Berufsverbrechern, der Attentate organisierte, Verschwörungen anstistete, Verrat am Staate übte, um dann Unschuldige für diese Verbrechen zu verhaften und.an den Galgen zu liefern. Die Zustände im russischen Staatsapparat sind jedenfalls alle» andere denn erfreulich und e» fragt sich mehr und mehr, ob es für Rußland heute noch einen anderen Ausweg al» die Diktatur der Marschälle gibt, wa» freilich auch ein Experiment mit höchst ungewissem Ausgang darstellt. Daß Stalin bei dem derzeitigen Stand der Dinge an eine wirkliche Demokratisierung denkt, ist ziemlich ausgeschlossen, da eine Demokratisierung notwendig dazu führen müßte, dab der ganze Sumpf der letzten Jahre der Diktatur aufgedeckt würde. „Wir dulden den Henleln«Terror nicht** Eine Darlegung de»„PrAvo Udu" Da»„Prävo Lidu" bringt die Übliche Sonn- tagSbetrachtung seine» Parlamentsredakteur» Dr. Kttj, in dem sich auch ein kurze» Kapitel befindet, da» den oben stehenden Titel trägt. ES heißt da: Mit Freude können wir mitteilen, daß die Regierung mit aller Energie gegen alle elnge» sperrten Henlein-Terroristen eingeschrsiten ist und zum Ausdruck gebracht hat, daß jede Gewaltanwendung unbarmherzig verfolgt werden wird. Im Zusammenhang mit den Gewalttätigkeiten der deutschen sozialdemokratischen Versammlung in Rie- bergrund sind über 80 Henlein-Leute verhaftet worden und e» werden Maßnahmen zum erhöhten Schutz der Angehörigen aller deutschen aktivistischen »Parteien vorbereitet?: Der Terror ist' eine fascht«: ' stische Blume, welche bei, un» in den Kerkern In den Händen jede» Menschen verwelken muß, der es wagt, sie in unserer demokratischen Republik einzusetzen. Auch der Henlein-Abgeordnete Rößler ist angeklagt und wird vom Parlament dem Gericht autgeliefert werden. Da» alle» bedeutet, daß unsere deutschen Gebiete im Fieber der Gemeindewahlen im Herbst leben. Ursache davon ist, daß die Henlein-Partei alle» in Bewegung setzen will, um Wenigsten» die Postsionen au» den Parlament»- wahlen von 1088 zu halten. Wir möchten. dem noch hinzufügen, daß die Ursache des Terrors der Henlein-Leute der Aerger über die wachsende vkttvität und den Aufstieg der aktivistischen Parteien ist. Oesterreich und die Arbeiter Bemerkenswerter Artikel In der „Deutschen Presse** Die„Deutsche Presse", welche bisher stets die offizielle österreichische Politik vertreten hat, so war es zu Seipels, Dollfuß und Schuschniggs Zeiten, veröffentlicht in ihrer SonniagSnummer einen Artikel, der bemerkenswert genannt werden kann. Eine nicht genannte Persönlichkeit schreibt einen Artikel, in welchem dargelegt wird, daß Oesterreich die Arbeiterschaft geivinnen muß. Dazu werden vier Bedingungen al» notwendig erflärt, deren Erfüllung die wirkliche Befriedung in Oesterreich bringen würde: l. Aufrichtige Polltische und wirtschaftliche Amnestie für die bisher abseits gestandene Arbei- i terschast. ' 2. Garantie für hie BetätigüngSniöglichkeit der ehemal» freigewerkschaftlichen Arbeiterschaft innerhalb ihrer GewerkschaftSorganifationen, mit dem Recht der Wahl ihrer Organisaiionrfunk- tionäre. S. Autonomie für die Kulwr- und Sport- organisationen der Arbeiterschaft. 4. Da» Recht auf eine Zeitung, die den wirtschaftspolitischen und' sozialen Forderungen und Wünschen der Arbeiterschaft Rechnung trägt/ Der Kreis jener, welche zur Erkenntnis gelange», daß gewissen Forderungen der Arbeiterschaft in Oesterreich Rechnung getragen, werden müsse, wird immer größer. »Ich glaube, eS war Truckenbrott", sagte er dann, langsam und mit jener Feirrllchkeit, die diesem Tage angemessen war. * Rosa starrte den Hügel hinan. Leergestanden hatte da» Hau», breit umfloffen von der Ruhe des Dorfe», und nun brannte der Weg, brannte wie Feuer unter den Füßen, denn nun war er wiedergekommen, der Mann, und hatte eine Frau mitgebracht,— und die Leute arbeiteten auf den Feldern, als ob nichts geschehen sei, und der Herbst zerglühte das Land, und die. Fenster wurden aufgeriffen, Helle Gardinen flatterten im Morgenwind, und die Frau tvar von früh bis abends auf den Beinen und kannte keine Müdigkeit. Wirbelte sie nicht da» ganze Dorf durcheinander? Sie sprang über die Treppen und lief mit der großen Eiicholtasche in die Läden, sie verlangte Dinge, die kein Mensch im ganzen Dorfe kannte, fie lachte und lächelte,-und wenn sie am „Hirschen" vorbei mußte, und wenn sie die Alte mit der aufgetakelten Frisur am Fenster hocken sah, dann nickte sie knapp und freundlich und lief hastig weiter. Und immer summte und sang sie vor sich hin..« War es, als ob. sie etwaS Übe^tönen Wollte in sich seBst? Sie hatte keine Zeit, an etwas anderes zu denken als an ihr Hag».und. ihren Mann. Mitten hineingeshrungen war sie in ihr Schicksal. Sie-atmete auf,., sie tzfhnie sich ,im< Glück, im Segen, in der Umarmung dieses Man«, ne»/ sie streckte sich in seiner Liebe aus, sie blühte, auf. sie' leuchtete, sie strchhlte..,.... Gab eS noch irgend eiwalli da», sie gefährdete? Hatte sje nicht, alles überwunden? Ergab. Rosa, und es gab die Hirschenwirtin. Es.gab... nein, nein, nicht» gab es mehr, alle» andere war Vorbei, vergessen, in Ordnung gebracht,— e» galt Nun nur zu leben,. geradeaus,, ohne mit der Wimper zu zucken. Manchmal seufzte sie und sah über Pen See hin. Mein ganz»». Schicksal, dachte-sie. dann, liegt in der Hand eine» einzigen Menschen, und e» ist nicht meines Mannes Hand... Und sie tat, als habe sie zufällig im„Hirschen" zu tun, aber sie ging nur hin,.um in den Mienen der beiden mißgünstigen Frauen danach zu suchen, ob sie wohl noch irgend etwa» von Truk« kenbroit wußten. Die beiden aber verrieten sich nicht, sie tuschelten nur, sie. wisperten. Ach, waS, wa» wollten sie von ihrem Mann? Rosa war krank, sehr krank, unheilbar krank, das sagte er ja selbst. WaS konnte die für ein Interesse an ihm haben? Und die Alte, die mit den heimtückischen Augen, was wollte die? Was hatte sie für einen Grund, zu spionieren und die Leute aufzühetzen? Veronika sang und summte vor sich hin. Sie mußte singen, sie mußte summen, sie mußte diesem ihrem Manne zeigen, wie schön daS Leben war und daß es nun von vorn begann. Sie mußte die Stille übertönen, die sich verhängnisvoll au»- breitete in ihr, ihren Atem erstickte, ihr Herz um«, krallte. Die Stille und die Angst. Der Herbst starb mit funkelnden Farben im Winter, und im Frühfommer de» nächsten Jahre- würde, sie ein Kind bekommen, die Veronika, ein Kind'... ein Kind... Schluchzend, saß.sie bei der Mutter, und die Mütter legte ihr die Hände. auf öle zuckenden Schultern:„Ja, freust du dich denn nicht, Veronika?" Und Veronika stand auf'und umarmte die Mutier, sie ging zu ihrem Manne und stellte sich neben ihn:„Ja, denk dir. doch,>:t" Sie wurde Über und über rott und noch' einmal lachte und weinte sie an seiner Brust.'.. " Von diesem^ Augenblicke an geschah eS'im- mer häufiger, daß Veronika Bannholzer mitten im Herumgeh'en stebenblieb/ mitten im Summen aufhärte, daß' ihr> der! trällernde Ton von den Lippen genommen' wurde und''sie untätig, mit merkwürdig glanzlosen Augen, vor'sich hinsah. Ein Kind. In'diese Unruhe hinein. An diese Gefahr, Ein Kind, da» einmal Rechenschaft verlangen konnte über das Leben seiner Mutter. Ein Kind, das einmal seine Hand in» Feuer, legen können mußte, für die Wahrhaftigkeit dieses Lee Scharfe Strafen Segen Opiumschmuggler Wie DND meldet, hat das Gesundheit»- Ministerium einen Gesetzeiüwurf über die Erzeugung, die Ein« und Ausfuhr und den Handel Mtt Rauschgiften ausgearbeitet und dem Merministeriellen Verfahren zugeleftett Demnach werden die Strafen für unbefugten Rauschgifthandel, bzw.«schmuggel, die bisher unbedeutend waren, sehr verschärft. ES sind Arreststrafen von drei Monaten bi» zu drei Jahren, in erschwerenden Fällen Kerker von einem bi» zu fiinf Fahren und daneben Geldstrafen bis zu 100.000 K£ vorgesehen. Der„loyale** Herr Wollner Karlsbad.(E.B.) Der SdP-Krei»leiter Abg. Wollner hat Sonntag in. einer öffentlichen Versammlung in Podersam Feststellungen gemacht, die an Deutlichkeit nicht» zu wünschen übrig lassen. Er hat dort die Zugehörigkeit seines Anhanges zum sudetendeutschen Volk bestritten und erklärt, aus den Sudetendeutschen könne man auch keine deutschen Tschechoflowaken machen. Au» pressegesetzlichen Gründen vermögen wir den genauen Wortlaut der Aeußerungen Wollner», die unö vorliegen, nicht wiederzugeben. Der Regie- rungSvertreier löste nach diesen Worten Wollner» die Versammlung sofort auf. Am Samstag hatte Wollner in einer Versammlung in Rudig gesprochen. Al» Gegenredner war der kommunistische Senator K r e i- b i ch mit einigen Anhängem erschienen. Wollner kündigte in seiner Rede an, was die SdP alle» unternehmen werde, um dann fortzusehen:„Wenn da» alle» nichts nützen wird, dann..." In diesem Moment löste der RegierungSvertreier die Versammlung aus. Während die Anwesenden daS Lokal räumten, rief Wollner noch rasch:„... und dann überlassen wir da» Ganze den Kommunisten!" Im Anschluß an diese Versammlung gab es lleinere Zusammenstöße, wobei der Ortsleiter der SdP von kommunistischer Seite etliche» abbekommen haben soll._ Der Präsident der Republik empfing Montag■ den Prager Polizeipräsidenten Rudolf C h a r v ä t und hierauf die Vertreter des Klubs tschechischer Volkswirtschaftsredakteure. Deutsche ins LmideSamtt Beim LandeSami in Böhmen wurden in der letzten Zeit zwölf Konzeptrbeamte ausgenommen, wobei entsprechend den Vereinbarungen vom 18. Feber der nationale Schlüssel eingehalten wurde. Bon den zwölf neu ausgenommenen Beamten sind fünf deutscher Nationalität. Diese Umstellung erscheint allerdings auch beim Landesamte äußerst drin- .gcnd und. wichtig, weil'inden letzten Jahren .Deutsche auch, hier fast überhaupt nicht ausgenommen wurden.(DND.) Holländisch» Journalisten in Prag. Dienstag treffen auf dem Flugplatz in Ruzhni sechs Vertreter der größten holländischen Blätter ein, die von der Direttwn der Tschechoslowakischen Luftverkehrsgesellschaft zu einem Besuch Prag» einge« laden wurden. Sie werden sich bi» Donnerstag aufhalten, um dann nach Wien weiterzufliegen. Richtigstellung. Die Wiedergabe de» Bank» ratsb'erichte» in ter Sonniagnummer enthielt einen sinnstörenden Druckfehler. E» sollte heißen, daß die Zahl der stellensuchenden Arbeiter um 170.000 —i also nicht um 17.000— geringer ist al» im Vorjahre. bens. Die Augen der Veronika zogen sich zusammen, kämpfte sie noch einmal den alten Kampf? Rein, wie sollte sie ihn stören, den Mann, der so selten daheim war, in seiner notwendigen Ruhe? Sie hatten sich ein afte» Auto angeschasst, den» der Landkreis lag hinter Hügel und zwischen Wälder verstreut, die Schiff»- und Eisenbahnverbindungen waren schlecht. Und sie war stolz auf ihr Wägelchen und stotz auf ihren Mann, und doch stand sie da, und doch, grübelte sie und hatte eine scharfe Falte zwischen den Augen. „Ich möchte wirklich wissen, woran du manchmal denkst", sagte die Mutter eine» Tagcö, sehr leise, al» fürchte sie, Veronika au» einer frenwen Welt der Träume aufzuschrecken.«Ist denn— dein Mann— nicht—•' gut zu dir, Veronika?"«. Sie sprang nicht mehr auf, diese junge Frau, klirrend imd verteidigungsbereit. ES wurde alle» schon ein wenig schwer in ihr, die große, qualvolle Liebe im Herzen, da» kleine, fleine Kind im Leib.." „Nicht gut? Ja, siehst du denn noch immer nicht, daß er der beste Mann ist, den e» überhaupt auf dieser Erde gibt?" Die Mutter aber glaubte es wohl nicht. „Ich sehe manche», Veronika. Früher ein« mal hast du mir alle» gesagt. Jetzt verbirgst du mir alle»." „Ach, laß doch, Mütterlein." Die Mutter kannte diesen ltichten, zärtlichen Ton, diesen un« bekümmert Über ein HindemiS hinwegspielenden, den Veronika immer hatte, wenn sie einer Sache auSwich.■•... „Bernd schreibt auch nicht mehr, wie? Nun ja, so verlassen sie einen alle." „Den Bernd— hast du Wohl— verlassen, Veronika, Und übrigen» hat er geschrieben, gestern erst. Sagte ich dir'» nicht?" ^Fortsetzung folgt.. Nk. 0t» Sonnlag, 25. April 1037 Seit- 3 fudetendeutsdier Zeitspieget W»»WM»WWW»WW>MWMMMWMW»WMMWMW»W«WMM»WWW»MW»W»WWWWWMW»WMMMW»W»W»WM»WWWWMW«M^»WW»MMWW» Erfolg des Proteststreikes in Repatal Arbeitsaufnahme und Verhandlungen bei Etrlch-Jungbuch Situation unverändert Dem Eingreifen der Union der Textilartei- ter ist es zu danken, das, in der Folge des Pro- teststreik» der Textilarbeiter des Aupatale» Montag früh bei der Bezirksbehörde eine Besprechung über die sofortige Einbernsung der Per- handlungen stattfand, an der für die Union der Textilarbeiter Mayer, für die Unternehmer Dr. Stade und für die Bezirköbehördc Dr. No- Votnh teilnahmrn. Die Beratungen endeten mit dem Beschlust, daß dir B r r h a n d l«»> gen für dip Flachsspinner und Kleinweber bereits DienStag aufgenommen und in den folgenden Tagen auch für die Juteindustrie fortgesellt«erde«. Die Flachsspinnereien haben am Montag di« Arbeit wieder ausgenommen. Abgesehen Von den Strich-Arteltern in Jungbuch wird überall gearbeitet. ein Zwischenfall In Oberaltstadt Bei der Firma K l n g e In Oberaltstadt Versuchte man In der Freitagnacht Garnausder Fabrik zu schaffen, aber der Wachsam» kett der Streikenden entging diese Absicht nicht, und in der Elle wurden schnell alle erreichbaren Streikenden alarmiert. Sie strömten zu den Fa- brikstoren. Port kam es naturgemäß zu scharfen Kontroversen zwischen den Streikenden und den Wachorganen, die nicht recht mußten, wie sie sich zu der Sachlage stellen sollten. Der Besonnenheit auf beiden Selten ist es zuzuschreiben, daß es nicht zu einem schweren Zusammenstoß kam, der böse Folgen mit sich gebracht hätte. Schließlich aber siegte doch die Vernunft und das dritte Lastauto fuhr ohne Ladung weg, so daß sich die Aufregung unter den Streikenden und ,der übrigen am Schauplätze erschienenen Bevölkerung wieder legte. Nur zwei Lastauto wurden von Henlein» Beamten der Fabrik mit Garn beladen und weggefahren. Inzwischen aber war die Erregung der Arbeiter und ihre Zahl so groß geworden, daß man von wetteren Provokationen Abstand nahni, Unsere Malnummer erscheint am Samstag, den 1 Mal, in verstärktem Umfang. Die(Sonn* tagünummer am 2. Mal entfällt anläßlich des Feiertages. Die Verwaltung. Konrad Henlein In Italien Wie mitgeteilt wird, war Konrad Henlein in der letzten Zeit in Italien. Von einer Seile wird behauptet, daß der Führer der SdP dort politische Beratungen hatte, während von anderer Seite Henleins Ausflug als Urlaubsreife darge- stcllt wird. Wir wissen nicht, was Henlein in Italien gemacht hat. Sollte er tatsächlich mit einem oder dem andern italienischen Faschisten gesprochen haben, hätte er vor allem an das Schicksal der Deutschen Südtirols denken sollen. Der Senator Hilgenreincr war vor kurzem in Südtirol und hat darüber in der„Deutschen Presse" ausführlich berichtet. Er hat da erzählt, wie man alle deutschen Schulen beseitigt hat und wie man es nicht einmal möglich macht, daß die Kinder zwei Tage in der Woche Deutsch als fremde Sprache lernen können. Das hat aber Herr Henlein nicht gemacht, weil er sich jetzt wohl an die Rockschöße der Herrn Mussolini hängen will. Das wäre allerdings di« Liquidierung des Versuches, die Engländer zu Bundesgenossen der SdP zu machen, was die Ursache früherer Auslandsreisen Henleins war. Erst fuhr Henlein nach Genf, die Reise war erfolglos, dann nach Lon- dan, auch da find di« Hoffnungen, die seine Anhänger daran geknüpft haben, gescheitert und jetzt versucht er es mit Rom, der Erfolg wird derselbe sein. Lin Rückzugs-Versuch Die SdP in Karlsbad versucht jetzt, nachdem sie gegen den sozialdemokratischen Bizebürger- meister H o l i ck eine erbärmliche Kampagne ent- iesselt hat, den Rückzug anzutreten, indem sie den Bloßgestellten zwar vor«in Ehrengericht stellen, ibn aber auf seinem Posten gnädigst belasten will. Spät, zu spät dämmert den Herren, welch unqualifizierbarer Handlung sie sich da schuldig gemacht haben; zu spät, denn nachdem die SdP ihre Anschuldigungen gegen Holick in zwei Massenversammlungen vorbrachte und sowohl auf diesen; Wege wie durch ihre Preste Holick vor zehntausenden Menschen anklagte, bleibt jetzt nur der bereits, eingeschlägene Weg der gerichtlichen Austragung. Nun heißt es für die SdP: Rede st e h e n l Aufgelöste SdP-Berfammkung in BartelS- dorf. Sonntag fand eine von der SdP einberufene öffentliche Versammlung statt, in welcher der bekannt« ArbeiterstandcSvertreter Kasper sprach. Nach seinen mehr als zweistündigen Ausführungen wollte auch der Vertreter der Indifferenten und frühere Kommunist Ferdinand Thiel sprechen. Darüber erhob sich gewaltiger Lärm, worauf der Regierungsvertreter die Versammlung au flösse. Freigesprochen. Der SdP-Abgeordnet« Dr. Kellner au» Trautenau führte gegen den KreiSobmann der Ehristlichsozialen Partei, Herrn Fritz Oehlinger,«inen EhrenbeleidigungS- prozeß. Än einer Versammlung der Christlichsozialen, die im Herbste des Jahre» 1936 in Ro- kitnitz im Adlergebirge stattfand, referierte Herr Oehlinger. Unter den Anwesenden befanden sich auch SdP-Leute, so die Sekretäre Schramm und F. K. Haar sowie der Abgeordnete H. H. Birke. Zwischen dem Abgeordneten Birk« und dem Referenten entspann sich eine Polemik, wobei Herr Oehlinger sagte,„daß Volksvertreter, welche vom katholischen Glauben abgefallen oder konfessionslos find, die Interessen der katholischen Bevölkerung schlecht vertreten werden." In diesem Zusammenhang« nannte er auch Herrn Henlein und Herrn Dr. Kellner. Daraufhin strengte Herr Dr. Kellner gegen Oehlinger einen Ehrenbelei- digungsprozeß an, der jedoch für Herrn Oehlinger sowohl beim Bezirksgericht in Rokitnitz als auch nach der Berufung beim ikreiSgericht in Königgrätz mir einem Freispruch endete. Natürlicher LebenSsinn. Die„Zeit" brachte am Sonntag folgendes Inserat: Wünsche«rbg esu»des arische» Müde! mit häuslichen Tugenden, natürlichem LebenSsinn und tristerem Vermögen, 23- bis LSjährig, 165—175 ent groß, blond- brllnnett, zwecks Ehe und Uebernahm« väterlich, Bauunternehmens, kennen zu lernen. Erbitte pers. od, durch Eltern vermittelnde Bildzuschriften unter„Ersehntes Lebensziel...." Wie man sieht, spaltet sich der„natürliche Lebenssinn", den der teuwnische Inserent von seiner Zu- künftigen fordert, bei ihm selber in zwei interessante Kategorien: in den Rasse»'und in den Geld-Wahn. Und e» erhebt sich die Fag«: was wird der Edle tun, wenn sich keine Maid findet, die erbgesnnd arisch und b) Besitzerin«Ine» großen Vermögens ist? Uns deucht, er wird lieber, auf die Rasse als auf,da» Geld verzichten,,. Zuckerkonferenz beendet Tschechoslowakische Quote 340.000 Tonnen Loudon.(Tsch. P. B.) Am Montag wur- dm die Bcrhandlungon dar Jntcrimtionalcu Zuckerkonferonz abgeschlossen. Rach einer Reihe anderer Delegationen wurde auch mit der tfrfic choslowakischen Delegation ein Abkommen über nufere künftige» Ausfuhrqnoten abgeschlossen. Das Ergebnis entspricht nicht den Erwartungen, welche in diese Konferenz gesetzt wurden. DI« tschecho- slowakifche Delegation war genötigt, von ihrer ursprünglich«; Forderung ebner Ausfuhrquote von 400.000 Tonnen jährlich abzugehen, wenn sie nicht die Konferenz zerschlagen wollte. DaS abgeschlossene Uchereinkoninwn sprach unS eine Quote zu, di« allmählich vou 840.000 Tonne» deö ersten Jahre»(Kampagne 1937/38) bi» auf 250.000 Tonnen im vierten Jahr« herabgesetzt wird. Diese» Ergebnis kann vom tschechoslowakischen Standpunkt an» nicht al» günstig bezeichnet werden. Revolte In Granada Gibraltar. Trotz der Aufsicht, welche die spanischen aufständische» Behörden an der spanischen Grenze und In der Meerenge von Gibral. tar üben, sind am Montag aus Sevilla in Gibral- tar einige Personen«ingetroffen, welche bestätigen, dast in Granada ein Auf st and ausgeb r o ch e n ist. Sie sind aber nicht imstande, nähere Einzelheiten mitzutcilcn, weil die aufständischen Behörden Stillschweigen bewahren und jedweden Bericht zensurieren. Den Journalisten, die au» Gibraltar eingetroffen sind, wurde der Zutritt in die spanische Stadt L a L i n e a, in der Nähe der bri- tischen Besitzung, verwehrt. Vie die Danziger Opposition vergewaltigt wird Warschau. Die sozialistischen Abgeordneten deS Danziger Senates Weser und Gedeck wurden SamStag in Danzig verhaftet. Gedeck hatte erst vor drei Tagen nach dem Abgeordneten Erich Brost fein Mandat angetreten. Brost wurde durch den BerifikationsauSfchuft deS Senate- seines Mandates für verlustig erklärt. Man glaubt, dast die Berhaftung der beiden Abgeordneten die Antwort darauf ist, dast sie sich trotz allen Drohungen nicht zum Nehertritt zur nationalsozialistischen Partei bewegen kiesten. Bekanntlich stellen die Danziger Nazi die oppositionellen Abgeordneten und ihr« MandatS- nachfolger unter schärfsten Terror, nm mit den Mandaten von Ucberiäuscrn doch noch ohne Wahlen die Zweidrittelmehrheit im Senat zu erzielen und damit die Voraussetzung einer völligen Gleichschaltung mit dem Dritten Reich s« schaffen. Gegen diese unerhörten Terrormethoden müstte endlich daS Gewissen aller demokratischen Länder mobilisiert werden! Hole auf dem Vormarsch? B i t o r i o. Der HnvoS-Berichterstatter meldet: Abteilungen de» General» Mola sind Montag in den frühen Morgenstunde» in D u r a n g o und E i b a r«ingedrungen. Neuenburg verbietet kommunistische Partei Bern. Die im Kanton Neuenburg vorgenommene Abstimmung hat die seinerzeit von der kantonalen Legislative angenommene Vorlage betreffend das Verbot„kommunistischer oder sub- versivcr" Organisationen auf dem Gebiet des Neuenburger Kantons mit großer Mehrheit bestätigt. E Niklas nach Budapest Budapest. Dor österreichische Bundespräsident Millas ivird am 3. Mai in Begleitung deS Bundeskanzlers Dr. Schuschnigg, des Staatssekretärs Dr. Schmidt sowie mehrerer hoher Beamten und Offiziere In Budapest eintreffen und sich drei Tage dort aufhalten. Zu Ehren der Gäste wird eine Reihe von Festlichkeiten, darunter auch eine Militärparade, veranstaltet werden. Honvedmlnlster bei Hitler Berchtesgaden. Der Reichskanzler empfing Sonntag auf dem Oberschizberg den zur Zeit zum Besuch der Wehrmacht in Deutschland weilenden ungarischen Honvedminister General Roeder. Das Ergebnis von'Bukarest Bukarest. Ucber den Btsuch de» polnischen Außenministers Beck wurde«in Kommunique au-gegeben, in dem e» heißt: Die Beratungen fanden in einer besonders herzlichen Atmosphäre statt und e» wurde durch sie festgestellt, daß sich die enge Zusammenarbeit der beiden Regierungen im Zeichen de» Vertrauens und der Freundschaft enttvickelt. Beide Minister konstatierten die Besserung de» wirt» schastlichen Güteraustausches, die nach Inkrafttreten de» im vergangenen Jahre abgeschlossenen Abkommens eingetreten ist. Sie beschlossen, diesen Fragen außerordentliche Aufmerksamkeit zu widmen. Die Lase der Porzellanindustrie und die Forderungen der Arbeiterschaft Ein Memorandum des dies» und Keramarbelter*Verbandes Unsere Porzellanindustrie als ausgesprochene Exportindustrie gehört mit zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen des böhmischen Randgebietes unserer Republik. Die Schaffung der Produktionsstätten war bedingt durch das Vorkommen der beiden wichtigsten Rohprodukte für die Porzellanindustrie, der Kohle und dem Kaolin. Nachdem im westböhmischen Gebiet Kaolin als Qualitätsprodukt gegraben wird und sich auch in unmittelbarer Nähe Kohlenbergwerke befinden, beftnden sich 70 Prozent der Porzellanfabriken im Gebiet von Karlsbad—Eibogen. Weitere 25 Prozent der Porzellanproduktion ist in den Gebieten: Tep- litz-Schönau, Dux—Brüx verlagert, während sich einzelne Betrieb« auch in Nordböhmen, und zwar im Gebiete von Reichenberg—Friedland und Tannivald befinden.■ Welche Bedeutung die Por- -ellanindustrie für die wirtschaftliche Struktur dieser Gebiete darstellt, läßt sich am besten erkennen aus der Tatsache, daß infolge der ungemein ungünstigen Lage unserer Porzellanindustrie derzeit noch da» Karlsbader Gebiet zu den größten Notstandsgebieten unserer Republik gehören, welchen dann die Gebiete Dux, Brüx, Teplitz-Schönau folgen. Der Verband.der Ma»« und Keramarbeiter und-Arbtiterinnen(Sitz Teplitz-Schönau) hat in einem umfangreichen Memorandum an die Regierungsstellen dargelegt, in welcher Situation heut« die Porzellanindustrie ist und welch« Netter Streik In Komotau Seit Wochen versuchte die rund 250 Personen zählende Belegschaft der Komotauer Hutfabrik Hugo R e i Niger u. Co. auf dem Wege über ihr« zuständige Organisation, den Beklei- dungSarbeiterverband, mit der Firma in ekn geregeltes Vertragsverhältnis zu kommen. Die bisherigen Versuche verliefen ergebnislos. Montag nachmittag» fanden neuerliche Verhandlungen statt, In denen die Firma von ihrem bisherigen ablehnenden Standpunkt abging. Sie war bereit, eine vorübergehende, bis zur Regelung der Löhne im Betrieb geltende Lohnerhöhung von 10 Prozent für die Jnlandlaufträg« zu bewilligen. Da aber die Firma-um größten Teil auf Exportaufträge angewiesen ist, war diese» Zugeständnis für den überwiegenden Ttil der Arbeiterschaft bedeutungslos und deshalb unan- u>e h m b a r. Der Abschluß eine» vertrage» wurde vpn der Firma nach wie vor abgelehnt, weil dieser— so wurde zur Begründung angeführt— dann unter die gesetzlichen Schutzbestimmungen siele. Die Arbeiterschaft soll also von, den ihr zu- stehenden Rechten keinen Gebrauch machen können I, Nach Arbeitrschluß fand dann«ine Versammlung statt, in welcher der Belegschaft das BerhändlungSergebni» durch den Verbandsfekre- tär K/ö Iler- Reichenberg mitgeteilt wurde. Nach einer kurzen Debatte beschloß die Belegschaft iw geheimer Abstimmung mft 210 von 214 abgegebenen Stimmen, da» Angebot der Firma abzu« lehnen und ab Dienstag indenStretkzu treten. Wir" werden über dessen Verlauf regelmäßig berichten. ChrlstHchsoilaler VorstoB gegen die Ventil Industriellen j< Auf dem Parteitag der deutschen Christlichsozialen in Tetschen sagte deren Abgeordneter Han» S ch ü tz unter anderem: "„Der wirtschaftliche Aufstieg, den wir unleugbar zu verzeichnen htzben, bringt ganz von bedrückenden Folgen die Krise in diesem Produktionszweig für di« Arbeiterschaft hat. In dem Memorandum, auf welche» wir zurückkommen werden, werden die nachstehenden dringenden Hilfsmaßnahmen vorgeschlagen, die notwendig sind, um die Porzellanindustrie lebensfähig zu gestalten und die Beschäftigung der Arbeiterschaft durchgreifend zu bessern: 1. a) Gewährung einer weiteren Export- hilfe durch den Staat zur Herstellung der Konkurrenzfähigkeit unserer Porzellanindustrie in den Ueberseeländern»»der b) Gewährung«Me» 15- prozentigen Agio für die an die Ratlonalbank durch die Porzellanindustri« abgelieferte Valuta. 2. Planmäßige Organisierung der Propaganda und Bereitstellung staatlicher Mittel hiesür zweck» Steigerung de» Absätze» unserer Porzellan, waren am JnlandSmarktei und dem Ausland«. 3. Beschleunigt«.Flüssigmachung tener Mittel durch das Finanzministerium» welche im Rah- men de» Arbeitsbeschaffungsprogrammes für die Elektrifizierung am flachen Lande jeweilig bewilligt wurden. 4. Hebung de» Porzellanabsatzes im Jnlande durch Anschaffung von Porzellaneßgeschirr für unser Militär, wie die» bereits in anderen Staaten geschehen ist. 5. Ausweitung dr» JnlandSabsatzes durch Ermäßigung der Frachttarife für die Porzellanwaren und der notwendigen Rohstoffe. selber«ine Reih« sozialpolitischer Probleme in» Rollen. Durch die Textilarbeiterschaft deS Landes geht«ine Well« der Erbitterung gegen die in den letzten Monaten eingesührten Rationalisierungsmaßnahmen, DaS hät gar nichts mit Aufstachelung und Verhetzung zu tun. Nur ein Blinder, der die Situation nicht kennt, kann diesen Gedanken auSspre- chen. Die SiationalisierungSmaßnahmen, denenstvie ich schon erwähnt Hobe, eine wesentliche VorauS- setznng fehlt, nämlich wirklich technisch vervollkommnete Maschinen, sind bisher hundertprozentig zuLasten der Arbeiterschaft verlaufen. Dadurch werden drei Fragen aufgeworfen: Die Frage der A r b e i t S» zeit, die frühzeitige Invalidität und damit der Sozialversicherung und die Frage der Frauen ar beit." GroBe Verfehlungen In der bürgerlichen Brauerei Komotau Großen«erfehluagea ist man bei der„Bürgerlichen Brauerei" in Komotau auf dir Spur »«komme«. Ei« vuchsachverständiger führt derzeit dir Revision durch. Ma» schätzt heut, schon dir Unterschlagungen auf mehr al» 100.000 lli. Belastet solle» vor allem zwei Beamten der Brauerei »amen» I. und H. sein. Da«» sich tri der Brauerei um ein öffentliche» Unternehmen Han» delt und auch die Stadtgemeinde Komotau einen große» Aktirnantetl besitzt, wäre«» zweckmäßig und notwendig, daß die Verwaltung de» Unternehmen» der veffrntlichkrit die entsprechenden Aufklärungen gibt. Krine-fall» wird die Methode de» Schweigen» beruhigend auf die Bevölkerung». k«Ise wirken k Zur Bluttat in Skeukreibitz. Au» GchS.n- lind e lvird un» berichtet, daß bereit» am Donnerstag nachmittags der Häusler Heinrich Ki n> d e rmann au» Neukreihih, der seine Frau und seine zwei Jungen ermordet hat und sich selbst ermorden wollte, dem KreiSgericht in Böhmisch« Leipa eingeliefert wurde. Seife 4 DienStag,27. April 1S37 Nr. 09 3ag€ai€uigfeettm Die Bergwerkskatastrophe von Chomle Vierzehn Menschenleben— Opfer der Schlamperei (rb) Das entschliche Bergwerksunglück im Pilsner Revier rüst Erinnerungen an die Katastrophe auf dem Nelson sch acht wach. War es dort eine Kohlenstaubexplosion, die ihre Ursache in der Fahrlässigkeit der Verantwort-, liehen hatte, so fielen bei der Katastrophe von Chomie vierzehn Bergarbeiter einem Wassereinbruch zum Opfer. Feuer und Wasser— beide feindliche Elemente bedrohen das Leben des Bergarbeiters, der in ständiger Todesgefahr sein karges Brot erschuftet. Und wie bei jener schrecklichen Katastrophe im Nelsonschacht, so taucht auch hier lvieder die Frage auf, wer die schuld daran trägt, daß neuerdings vierzehn Witwen und sechsundzwanzig Waisen an den Bahren ihrer Ernährer, ihrer Gatten und Bäter stehen. Die Untersuchung ist, wie offiziell bekanntgegeben wird, im Gange, und wir wollen ihr nicht vorgreifen. Soviel scheint aber festzustehen, daß wieder st r ä f» I ich st e Schlamperei als die Hauptursache der Katastrophe von Ehomle anzusehen ist. Der Unglücksschacht„Ferdinand" ist 62 Meter tief und grenzt an den im Jahre 1081 aufgelassenen Schacht„David", der von der I. D. Starck A.-G., die zum Petschek-Konzern gehört, betrieben wurde. Nach der Stillegung deö „David"-Schachtes sammelten sich in ihm Was- sermassen an, teils durch Zufluß von oben< durch Ueberschwemmungen, Schneeschmelze u. dgl.)» teils aus dem Grundlvasser. Zwischen der„Ferdinand"- und der„David"-Grube befand sich— nach den Einzeichnungen der offiziellen Karten —eine 230 bis 240 Meter starke Lehmschichte. Aber„inoffiziell" muh sich die Sache doch anders Verhalten haben. Es muh aus dem stillgelegten und ersäuften Berglverl irgendein, auf den Karten nicht eingezeichneter Stollen in der Richtung aus den„Ferdinand"Schacht existiert haben, von welchem aus das Wasser weiternagen konnte, bis es sich schließlich an dem verhängniSvoUen 24. April den Weg in die Ferdinand-Grube bahnte. Der Wassereinbruch muh mit fürchterlicher Gewalt vor sich gegangen sein. Fachleute schätzen die Wassermaffen, die sich in das Unglücksbergwerk ergossen, mit siebzig Hektoliter pro Sekunde. Die in den tieferen Stollen arbeitenden Bergarbeiter waren reUungsloS verloren. Ein einziger konnte/ durch eine Reihe, glücklicher Zufälle, dem Waffergrab entrinnen, in dem vierzehn Arbeitskameraden ein schreckliches Ende fanden. Es besteht leider keine Hoffnung, dah sich die von den Fluten überraschten Bergarbeiter etwa in einen Seitenstollen hätten retten können. Die Grube ist nach den letzten Berichten zu einer Höhe von 25 Nieter unter Wasser gesetzt. Die Ausschöpfung der Grube wird viele Wochen, ja Monate in Anspruch nehmen. Herrlich wie immer zeigte sich die Solidarität der Bergarbeiter. Bon den benachbarten Belegschaften stellten sich in kürzester Zeit Rettungsmannschaften ein, die bereit waren, zur Rettung ihrer Kameraden ihr Leben einzusetzen. Leider kam alle Hilfsbereitschaft zu spät. Hier gab es nichts mehr zu retten... Sonntag besuchte der Minister für öffentliche Arbeiten Jng. I. D o st ä l e k in Begleitung des Sektionschefs Jng. E. Durych die Grube „Ferdinand" und nahm die Berichte der,zuständigen Amtsorgane entgegen. Der Minister ordnete die Untersuchung der Katastrophe an und sagte eine sofortigeHilfe fürdieHin- t erb l i e denen, sowie Ersatzarbeiten an öffentlichen Bauten für 0 8 Bergleute, welche infolge der Katastrophe um ihren Arbeitsplatz gekommen sind, zu. Abg. Pik dankte im Namen des gesamten Gebietes dem Minister für öffentliche Arbeiten und. bat um Hilfe für das ganze Gebiet, um die Durchführung der Elektrifizierung einiger Gemeinden und um die Verwirklichung der vorbereiteten Strahenbauten. Mitten in Rentitschein abgestürzt. Sonntag vormittags um 10.80 Uhr startete auf dem Flugplatz in Bakov der Sportpilot und Mitglied der Masarykflugliga, Bohumir Janisch zu einem OrientierungSflug, wobei er als Flugrichtuug Prerau angab. Einige Minuten nach elf Uhr erschien er aber mit der Flugmaschine über Neu- tit s ch e i n, wo er aus. unbekannter Ursache annähernd fünfzehn' Minuten in der gefährlichen Höhe von kaum 100 Meiern kreiste. Bei einer scharf auSgesührten Kurve rutschte er mit einem Flügel ab und stürzte in eine Straße der Stadt. Die Maschine wurde vollkommen zertrümmert und der Pilot in schwer verletztem Zustand aus den Trümmern geborgen. Obzwar Janisch im Krankenhaus sofort operiert wurde, ist er noch im Laufe des Nachmittags seinen erlittenen Verletzungen erlegen. Wieder ei« gewissenloser Autolenker. Sonntag wurde der Motorfahrer-Ulrich Feigel, Metalldrechsler aus Kyje bei Prag, von rückwärts von dem Kotflügel eines vorfahrenden Autos ersaht und umgeswhen. Er erlitt eine starke blu- Wer hat wen hineingelegt Bundeskanzler Dr. Schuschnigg, Mussolini und Staatssekretär. Dr. Guido Schmidt(rechts in Zivil) während der Entrevue in Venedig, deren Ergebnis so heftig umstritten ist. tende Kopfverletzung. Der schuldtragende Autolenker kümmerte sich nicht um den Verletzten, sondern trachtete in schnellem Tempo zu entkommen. Er wurde verfolgt und in der Ortschaft Zdiby gestellt, verweigerte aber jede Personalangabe, so dah, da ein Sicherheitsorgan nicht zur Stelle war, nur die Nummer seines Wagens notiert werden konnte. Die Untersuchung wurde eingeleitet. Was wir bei derartigen Gelegenheiten immer wieder konstatieren, dah nämlich die allzu liberale Haltung der Behörden und Gerichte solchen gemeingefährlichen Automobilisten gegenüber wenig geeignet ist, solchen Unmenschlichkeiten Einhalt zu tun, wird nun auch von verschiedenen anderen Blättern betont und schärferes Einschreiten gefordert. Unruhiges Revier. Bei den Kohlengruben in Harworth in der Grafschaft Nottingham kam es zwischen den Bergarbeitern und Polizei zu einem Zusammenstoß. Es entwickelte sich ein Straßenkampf, wobei einige Personen verletzt wurden. Die Polizei nahm zahlreiche Demonstranten fest. Raubmord an der Tochter eines Gesandtem In der Nähe von Neunkirchen wurde Sonntag abends die Tochter des paraguayanischen Gesand» ten in Wien Ingrid Wie,«gren in ihrem Automobil ermordet ausgefunden. Man bermulet, dah es sich um einen Raubmord handelt. Weitere Erhebungen sind noch im Gange. Die Ermordete soll ausfallend schön und-eine bekannte Erscheinung der Wiener diplomatischen Gesellschaft gewesen sein. Wölfe als Nutznießer der Hundesteuer. Da die bulgarischen Behörden in der letzten Zeit bei der Einhebung der Hundesteuer sehr streng vorgehen, wurden in vielen Fällen, in welchen die Bauern diese Steuer nicht bezahlen konnten, die Wachhunde vernichtet. Auf diese Weise blieben viele Schafherden ohne Bewachung der Hunde, so dah in den vergangenen Monaten in die Schafherden einbrechende Wölfe viel mehr Unheil anrichteten als früher. Gerade in diesen Tagen zerrissen Wölfe in der Nähe deö Dorfes Giginci in Westbulgarien 26 Schafe, welche ohne Hundebewachung waren. So buchstäblich zeigt sich die Hilfe der Bürokratie für die Wölfe sonst selten. Dagegen wissen auch andere Böller davon zu erzählen,- daß böser Willen und Dummheit der Bürokraten den Wölfen, Hyänen und Haifischen der Wirtschaft und der Börse zugutekommen. Der neue Ikarus. Bei einer Flugvorfllhrung in Vincennes verunglückte Sonntag Clemsohn, genannt der„Bogel-Mensch", tödlich, weil sich seine. Fallschirmvorrichtung nicht rechtzeitig öffnete.-Er., stürzte, angesichts Tausender Zuschauer aus großer Höhe ab. Lawiirennnglück. Am Sonntag ging im Gebiete der Stubaier Gletscher, eine Lawine nieder und verschüttete den Automechaniker Alfons Neguscher aus Hall, der an Ort und Stelle getötet wurde. Sein Begleiter-aus München wurde, gleichfalls verschüttet, kam jedoch mit leichten Verletzungen- davon. Revolte im Zuchthaus. In. Sao Paulo kam es zu einem Ausbruchsversuch politischer Gefangener, der durch angeblich^kommunistische" Wärter begünstigt wurde. Polizei, und Militär wurden zur Niederschlagung der Revolte eingesetzt. Durch Maschinengewehr« und Gewehrfeuer wurden sechs Häftlinge getötet und vier schwer verletzt. Zwei Gefangene stüd. bei dem. Ausbruchsversuch entkommen.— Und ein Parallelfall-aus China! Ebenfalls„von Kommunisten aufgehetzt", meuterte« 80 Insassen des Gefängnisses-in Fuschun bei Tschüngking(Setschuan). Die iSträflinge überwältigten die Wachposten,««d- griffen-darauf unter Benützung- der erbeuteten- Waffen eine''in der Nähe liegende Kaserne an'..Bei deM Kampfe zwischen-dem-Militär.^ünd den- Börbrechernwur». den zwanzig Sträflinge' getötet und-zehn Soldaten-verwundet.. Die übrigen.60/Sträflinge könnte» flüchten. Bei den Gefallenen, würden angeblich Papiere- gefunden,-aus denen hervörgeht,-. daß eine gemeinsame Aktion in der Nähe befindlicher Komm,misten mit den Sträflingen.geplant war. Das vorzeitige'Losschlagen der Gefängnisinsassen verhinderte jedoch die Durchführung des„kommunistischen"! Planes. Unternehmer und Gangster-im Bunde.- Die New Yorker Polizei faßte eine Erpresserbande» in der 14 Bauunternehmer mit Gangsters zusammenarbeiteten. Die Bauunternehmer bezahlten die-Gangster dafür, daß diese eine Gewerkschaft von Malermeistern und Jnnendekorateuren durch Terror daran verhinderten, gegen zu niedrige Löhne und unbezahlte Ueberstunden zu protestieren. Jahrelang bezahlten die Bauunternehmer den Gewerkschaftsmitgliedern nur die Hälfte der üblichen Tariflöhne. Dadurch gelang es ihnen, konkurrierende Firmen zu unterbieten und die Baukontrakte für zahlreiche städtische Bauten in den Stadtteilen Brooklyn und OueenS vor allen Dingen für Schulen an sich zu reißen. Ueberall „Volksgemeinschaft"... Das Motorschiff„Maria-Luise" ans Hamburg geriet Montag aus noch nicht festgestellter Ursache in Brand. Die Mannschaft, die daS brennende Schiff verlassen hat, soll durch Fischer gerettet worden sein.. DaH Schiff-sellst würde durch denBerguNgSdampfer „Seeteufel" der Bereinigten Bugsier-Reederei Ham« burg-geborgen und in die Kieler Förde geschleppt. Gegen Abend war der BergungSdampfer noch mit den Löscharbeiten beschäftigt.- Der streitbare Neger-Apostel. Der unter dem Namen„Facher Divine" bekannte Negerprophet wird zur Zeit steckbrieflich verfolgt, da.eS in seinem Har- lemer Versammlungslokal zu blutig'en Ausschreitungen. gekommen ist.. Zu- der schweren Schlägerei kam es, als ein Gerichtsbeamter in Begleitung zweier weißer Beamten dem„Schwarzen Messias" eine gerichtliche Borladung während der religiösen Uebun» gen der Schwarzen zustellen wollte. Die fanatisierte Negermenge stürzte sich, von„Facher Divine" aufgehetzt, auf die Gerichtsbeamten, verletzte einen von ihnen durch Messerstiche schwer und schlug die beiden anderen blutig. Die Ausschreitungen der Neger setzten sich noch auf der Straße gegen weiße Passanten fort. Einem größeren Polizeiaufgebot gelang es, nach scharfem Vorgehen die Ordnung wieder herzustellen. „Facher Divine" gelang es, in dem Tumult zu ent» 'fliehen. Dieser sonderbare Negerheilige„Facher Divine", der. sich bei den Präsidentschaftswahlen als Negerkandidat aufstellen ließ, übt auf die Neger» bevölkerung in USA sehr großen. Einfluß aus. Als Oberhaupt seiner von ihm gegründeten und geführten Regersekte verfügt er über große Einkünfte, die es ihm erlauben, sich Flugzeuge zu halten, Häuser zu kaufen und seine Jünger zu speisen. DaS Mädchen al» ZugSfichrer, Der Hava»-Kor- respondent meldet au» Spanien: Bei der Besichtigung der Stellungen bei Enchorta sah der HavaS-Be- richterftatier unter den Gefallenen, die npch nicht begraben werden könnten, die Leiche eines 26jährigen Mädchens. Aus den Personaldokumenten, die man bei ihr-fand, ging, hervor, daß er sich tun eine belgische Staatsangehörige handle.. Da» Mädchen führte einen Zug der baskischen-Miliz,... Deutsches Flugzeug abgestürzt. Sonntag'-nachmittags gegen 16 Uhr ist auf einem- UebüngSflug-ein Flugzeug der deutschen Luftwaffe bei Werder abge« stürzt. Die Besatzuiig kam dabei umS Leben.: Menschenraub auch in London. In der'.letzten Zelt.ereigneten, sich in London eißige bisher, noch/in geheimnisvolles Dunkel, gehüllte Verbrechen, die die Organe, von Scotland Nard in fieberhafte Tätigkeit ' versetzte». Der.letzte.- ußaüfWlstrte' Fall ist die' Ent» führung eines junge» Mädchens' namens'Irrste' Fil» more/ welche von- einer Tanzunterhaltung spurlos '< verschwand. Die Familie'des.verschwundenen Md« ' chen» erhielt- nun einen Brief, in welchem.'sie', aufgefordert wird, ein Lösegeld von-600 Pfund Sterling' zu:entrichten.' i":-k " Die Störung über der Ostsee füllt sich zwar bereits> aus, die' ungünstige.-Wifterüng-tvird'-aVer' bet .uns noch andauern. Bon-einem"Hochpruikgeblet über dem Norwegischen Meer her wird die kWe Luft auch Ziehung der Klassenlotterle? (Ohne Gewähr.) Prag. Bei der. Montag- Ziehung der 8. Klaffe der 86. tschechoslowakischen Klassenlotterie wurden nachstehende Gewinste gezogen: IOQ.000 K5 das Los Nr. 40.059, 70.000 K« das Los Nr. 66.841, 20.000 K« das Los Nr. 79.630, 10.000 KO die Lose Nr. 102.342, 104831, 32.984, 0000 KO die Lose Nr. 2709, 2880, 28.498, 29.241, 80.005, 88:255, 85.868, 36.618, 52.097, 67.385, 70.059, 71.568, 77.168, 78.675, 92.228, 92.420, 92.597, 96.895, 99.084, 101.747, 101.748. 2000 KO die Lose Nr. 672, 3182, 4246, 7659, 7825,11.542,14.435,15.811,16.863,19.868, 21.729, 24.350, 26.295, 27.404, 81.445, 38.018, 38.242, 38.640, 85.589, 85.682, 36.682, 88.549, 38.585, 89.286, 89.438, 40.420, 44.876, 47.529, 48.506, 50.601, 50.659, 51.378, 55.292, 57.665, 68295, 65.183, 65.897, 69.884, 71.812, 78.007, 74.997, 75.875; 77.010, 79.248, 83.067, 84.318, 85.288, 88.648, 91.262, 91.271, 98.125, 98.275, 99.867, 101.477, 106.318, 112.042, 112.149, usw. in den nächsten Tagen Mitteleuropa zuströmen, so daß die Temperaturen meist unter dem Norma lwert bleiben werden. Auf den Bergen wird es bei Temperaturen um den Gefrierpunkt schneien. — Wahrscheinliches Wetter heute: Veränderlich, Schauer, kühl, Nocdwestwind.— Weiteraussichten für morgen: Andauern des unbeständigen, kühlen Wetters. Auto überfährt einen Bauernwagen. Samstag nachmittags wollte ein auf der Fahrt von Koiice nach Mukakevo befindlicher Automobil einem Bauerngefährt vorfahren, dar aber plötzlich nach rechts in einen Feldweg einbog. Das Auw fsieß auf den Wagen auf, und stürzte ihn um. Der Kuffcher und die beiden Pferde wurden mif der Stelle getötet. Zwei Insassen der Auws wurden leicht verletzt. Sie wurden im Krankenhaus in Ujhorod behandelt und dann in häusliche Pflege entlassen. Der Vorfall. wird untersucht. Das Ziel der verliebten Prinzen. Der ehemalige Prinz Nikolaus, der bekanntlich von der königlichen Famflie deshalb ausgeschlossen wurde,-weil er es ablehnte, der Trennung seiner gegen den Willen des Königs geschlossenen Ehe zuzustimmen, ist mit seiner Gemahlin in einem Privatflugzeuge nach Wien abgeflogen. Sein bürgerlicher Name lautet B r a n n a. Mehr öffentliche Sicherheit durch Erziehung ter Schuljugend. In der letzten Zeit wurden, vor allem dank der Firma Baka,.an unseren Straßen neue, hübsch hergerichtete Orientierung»- und Warnungstafeln aufgestellt. Nun häufen sich jedoch die Fälle» in denen diese Tafeln, die. allen, gute Dienste.leisten,, die Orientierung verbessern und Knfälle. verhüten, durch' Steinwürfe usw. beschädigt werden. In den meisten Fällen sind die Täter Schuljungen. ES wirkt sehr peinlich, wenn 8« oder 10jährige von der Gendarmerie wegen Beschädigung von Straßentafeln verhört werden. Es wäre begrüßenswert, wenn-man- die Jugend in den Schulen und von Seiten der Eltern über den Zweck der Straßentafeln belehren würde. Vom Rundfunk bnplahlanmrte* au* dm Programme» Mittwoch Prag, Sender I: 10.05: Deuffche Presse, 10.15: Rundfunk für deutsche Schulen, niedere Stufen, 12.10: Schaljapin auf Schallplatten, 12.85: Orchesterkonzert FOK: Offenbach, Nedbal etc., 18.40: Deutscher Arbeitsmarktbericht. 18.10: Deutsche Sendung: Dr. Moucha: Neue Bücher, 18.20: Arbeitersendung: Franz Rehwald, Reichenberg: DaS sudetendeutsche Wirtschaftsproblem, 18.40: Sozialinformationen, 18.45; Deutsche Preffe, 19.80: Au» dem Nationaltheater: Verdi: Macht des Schicksals.— Prag, Sender H: 14.15: Deutsche Sendung: Kinderstunde: Schelmenstreiche, 14.50: Deuffche. Preffe, 18.15: Orchesterkonzert: Kkenek etc.— Brünn 17.40: Deuffche Sendung: Für jeden etwa». Schallplattenkonzert-Chanson».—Preßturg'16.10: Rund- sunkorchesterkonzert.— Kaschau 12.05: Schallplatte«, 15: Rundfunkorchester, 18.15: Overettenstunde. — Mährisch-Ostrau 11.05: Blechmusik, 18: Lieder von Förster, Bendl usw, Lore»» Fourtz und Franchot Tone in„Alibi* Nr. 00 DienStag, 27. April 1037 Seite 8 1)Msu>irtsc^ast uml StMsialpalytife Der Bericht des Revierrats in Brüx Im Jahre 1936 mehr Schichten, aber glelchblelbende Arbeiterzahl Der Bericht des Revierrats in Brüx enthält eine Fülle von aufschlußreichen Mitteilungen. Vor allein geht aus dem Bericht die wirtschaftliche Lag« des nordwestböhmischen Draunlohlenrevie» «S hervor. Im Jahre 1020 wurden in den drei RevieramtSbezirlen Brüx, Töplitz und Komotau insgesamt 17,4 00.0 19 Tonnen Kohle gefördert, Im Jahre 1080 1 2,0 6 0.8 41. Gegenüber dem Jahre 1020 ist also noch ein Förderverlust von 6,8 3 4.0 7 8 Tonnen zu verzeichnen. Gegenüber dein Jähre 1985 ist allerdings«In Heiner Anstieg zu verzeichnen. Die wirtschaftliche Lage der Bergarbeiter geht aus der Zahl der verfahrenen Schichten und der gezahlten Löhne hervor. Jin Jahre 1929 konnten 8,9 0 0.0 2 4 Schichten verfahren werden, 1086 nur 4,8 7 0.7 0 2 und im Jahre 1988 6,0 2 6.4 8 7. Die Zahl der Feierschichten auf Grund von Absatzmangel betrug im Jahre 1980 noch 1,2 2 8.9 1 7. Im Jahre 1929 wurden in den drei Bezirken noch 2 9.4 0 7 Bergarbeiter beschäftigt, 1080 nur noch 2 0.9 4 7. Die Zahl der Beschäftigten hat gegenüber 1986 um 66 zugenommen. Aus einer Statistik über den Altersaufbau der beschäftigten Bergarbeiter geht vor allem hervor, daß die Wirtschaftskrise im Bergbau.di« Jugend am schwerst entrisst. Während z. B. im Jahre 1918 im Alter bis zum 18. Lebensjahre 2 9 9 8 Bergarbeiter beschäftigt waren- waren«s 1920 8 0 6 und 1986 nur noch 10. Im Alter von 18 bis 20 Jahren waren iS 1918 2 0 7 6, 1929 99 8, 1986 nur 64. Lm Alter von 20 bis 25 Jahren waren 1918 8 4 7 4, 1929 4088, und 1985 nur 732 Personen beschäftigt. Die Leistungen der Bergarbeiter betrugen 1929 pro Kopf und Schicht 21.17 Meterzentner, im Jahre 1980 24 Meterzentner. Die Lohnkosten sind von 1.99 per Meterzentner im Jahre 1929 auf 1 XL 70 Heller im Jahre 1980 zurückgegangen. Der Durchschnittslohn per Häuer betrug 48.24 XL per Schicht, 1980 48.18 XL. Dec Durchschnittslohn insgesamt betrug 1929 42,19 XL, 1988 42.58 XL. Au- diesen Ziffern geht vor allem die»rohe Leistung der Bergarbeitergewerkschaft hervor, die imstande war, den Arbeitern di« Löhne trotz der Krise zu erhaltend Was dec Ausfall an Beschäftigung im Bergbau für iiiiscr gesamtes Wirtschaftsleben bedeutet, das Zeigen folgerideZahlen: Im Jahre 1929 würde rein an Löhnen der Betrag von XL 398,828.005.— ausgezahlt, 1986 nur noch XL 208,175.288.—, 1080 XL 213,088.584.—» Man erhält für«« 100 Relch-mark 736.—■ Markmlinzen-.... 772.50 100 österreichische Schillinge.. 638.50 100 rumänische Lei..... 18.85 100 polnische Zloty.... 549.50 100 ungarische Pengö.... 606.— 100 Schweizer Franke»... 657.50 100 franzöflsch, Franc-... 120.70 1 englische- Pfund.... 141.75 1 amerikanischer Dollar.. 28.65 100 italienische Lire.... 145.40 100 holliwdische Gulden... 1578— 100 jugoslawische Dinare... 65.55 100 BelgaS 485.60 100 dänische Kronen•.... 632.50 100 schwedische Kronen.... 730.— Der Verlust bei der Förderung in unserem Braunkohlenbergbau ist vor allem auf die verminderte Ausfuhr von Braunkohlen zurückzuführen. Im Jahre 1920 bezog z. B. Oesterreich auS unseren Revieren 8 0 0.0 9 4 Tonnen, 1986 nur 4 0.0 0 6 Tonnen. Nach Deutschland ginge» 1929 noch 1,7 41.1 6 8 Tonnen, 1986 nur noch 8 8 4.4 8 1 Tonnen.. Im Jahr« 1988 ereigneten sich in den drei Revieren 8 8 tödliche Unfälle, 7 8 4 schwere Unfälle und 2918 leichte Unfälle bei den männlichen Bergarbeitern, Außerdem verunglückten noch sechs Arbeiterinnen schwer und 2 8 leicht, drei Angestellte tödlich, 8 8 schwer und 11 6 leicht. Sehr aufschlußreich ist auch der Bericht über Handelsverhandlungen mit Bulgarien beendet Sonntag wurden in Sofia die wirtschaftspolitischen Verhandlungen zwischen der Tschechoslowakei und Bulgarien beendet. Die Ausfuhr Bulgariens nach der Tschechoslowakei wird etwa 100 Millionen XL jährlich betragen, sie betrug im Jahre 1986 rund 48, im Jahre 1986 rund 71 Millionen XL. Die tschechoslowakische Ausfuhr nach Bulgarien soll mit der Einfuhr im Gleichgewicht stehen, Vorjahr exportierte die Tschechoslowakei nach Bulgarien für rund 89, im Jahre 1985 für rund 92 Millionen XL. Nach den neuen Abkommen wird daher das frühere Aktivum im gegenseitigen Warenverkehr zwar beseitigt, doch gewinnt unser Export wieder das zurück, was er durch die rückläufige Bewegung verloren hatte. Da» Gleichgewicht der Einfuhr und Ausfuhr soll die Bildung eingefrorener Forderungen in Zukunft verhindern. Die jetzt in Bulgarien eingefrorenen tschechoslowakischen Forderungen von rund 60 Millionen XL sollen in Kürze liquidiert werden.- Lohnerhöhung bei Thiele-Rumburg Am Freitag kamen die Lohnverhandlungen deL Internationalen Mctallarbeiterverbande» mit der Firma Gustav Thiel«, Webstuhlbau und Gießerei in Rumburg, zum Abschluß. Für den Internationalen Metallarbeiterverband führte Genosse L ö w i- Warnsdorf die Verhandlungen. Man. einigte,sich auf eigL.gknxrelle^lÜprozenML- Lobnerhöhung, die auch als Zuschlag.auf dieAk- kordvasiS generell Anwendung findet' 4» 10 Prozent Lohnerhöhung bei Julius Winkler in WarnSdorf. Nach einer Borsprache der Arbeiterschaft hat am Donnerstag auch di« Firma Julius Winkler, Armaturenfabrik, eine Lohnerhöhung von 10 Prozent bewilligt. Jubll8uinstagung der Geschäftsreisenden Sonntag Vormittag fand in Prag auf der Slawischen Insel zur Feier de- dreißigjährigen Bestehens der Union der Geschäftsreisenden, eine öffentliche Kundgebung statt, an der etwa 800 Personen teilnahmen. Der Vorsitzende des Einheitsverbandes Pacovskh erzählte die Geschichte der Organisation, worauf eine Reihe Be- grüßungsreden erfolgten, darunter des ehemaligen Minister Dr. Meißner und Dr. Hotoweh, in Vertretung de» Internationalen Arbeitsamtes durch Dr. Sulik, des Franzosen Eapocci und des Ma», gyaren Kertösz. In der zum Beschluß erhobenen die Tätigkeit der Betriebsräte. Die hiezu bestellten Mitglieder der Betriebsräte haben bei Ihlen Inspektionen in 2 8 2 0 Fällen Mängel festgestellt. Anträge zur Verbesserung de» Betriebes bzw. seiner Einrichtungen wurden von den Betriebsräten den Betriebsleitungen 6 2 8 unter- breitet, wovon 574 von den Betriebs» leitungenalsbrauchbarund Prak» bischakzeptiert worden sind. Sehr werwoll sind, die Leistungen des Revierrates auf dem Gebiete der Bergarbeiterfürsorge. In den Kinderheimen in Hohenstein und Oberleutensdorf wurden z. B. 1988 711 Knaben und 779 Mädchen verpflegt. Die durchschnittliche Gewichtszunahme der verpflegten Kinder betrug in beiden Heimen mehr als zwei Kilogramm. Der Revierrat unterhält auch Proviswnistenheim« in Hohenstein und Oberleutensdorf, die voll beseht find; in Oberleutensdorf sind 40 und in Hohenstein 20 alte Bergarbeiterprovisionisten untergebracht. Der Bericht des Revierrates zeigt«kn Stück Selbstverwaltung der Bergarbeiter und den hohen Wert der Organisation für den einzelnen Menschen. Resolution wird vor allem ein Gesetz über die Geschäftsreisenden gefordert. Der Verbrauch von Fleisch und Fett in den beiden ersten Monaten dieses Jahre». Da» Statistische Staatsamt veröffentlicht die Ergebnisse seiner Erhebungen über die Produktion von Fleisch und tierischen Feiten in den Monaten Jänner uüd Feber. Die MiUeilungen wichen von den bis zum Vorjahr üblichen insofern wesentlich ab, da sie nicht mehr die bei Landwirten vorge» »ommenen Schlachtungen berücksichtigen können, seitdem die pflichtgemäße Meldung dieser Schlachtungen aufgehoben worden ist. Die Daten beziehen sich daher nur auf die gewerbsmäßigen Schlachtungen und die nichtlandwirtschaftlichen tzaurschlachtungen. Der Verbrauch von Fletsch ist danach im Vergleich zum Vorjahr beträchtlich zu» rückgegangen, und zwar von 529.922 auf 491.588 Meterzentner, der Verbrauch von Fetten ist mit 92.491 heuer gegenüber 92.838 Meterzentner im Vorjahr gleichgeblieben. Wenn also auch nicht der gesamte Verbrauch im Staate festgestellt werden kann und dementsprechend auch nicht die früher übliche Durchschnittsmenge auf den Kopf der Bevöllerung, so bestätigen die vorliegenden Daten über die gewerbsmäßigen und nichtlandwirtschaftlichen HauSschlachtungcn, die also praktisch den Verbrauch der st ä d t i s ch e n Bevölkerung darstellen, doch wieder, daß sich die Ernährung der Bevöllerung auf diesem Gebiet im ganzen nicht hebt. Beim Fleischverbrauch ist die Menge des Rindfleische» von 243.518 auf 211,887^ MeterzentNer-skark gesunken, und auch der-höhere Verbrauch Won Schweinefleisch kann diese Differenz nicht aufwiegen. Der BieranSstoß sank im Feber 1937 gegenüber dem Ausstoß in der gleichen Zeit 1936 um 7.5 Prozent, in den beiden ersten Monaten 1937 gegenüber der vorjährigen Bergleichszeit um 10.1 Prozent. Glas- und PorzellanpreiSerhöhungen i» Italien. Auf Grund der letzten Preisverordnung wurde«in« Erhöhung der feit Septcniber 1988 gültigen Verkaufspreise von Glas und Porzellan wie folgt bewilligt: Scheibenglas und Flaschen um 10 Prozent, Kunstgläser 7 Prozent, andere GlaS« waren um 12 Prozent. Diese Preiszuschläge der Lieferanten dürfen im Detailhandel nur zu zwei Dritteln ausgeschlagen werden. Die Detailpreis« für ausländisches Glas und Porzellan können bei Hohlgla» um 20 Prozent und bei Porzellanwaren, auf di« sich das deutsch-italienisch-tschechoslowakische Abkommen bezieht, um 7 Prozent erhöht tverden; sonstige» Auslandsporzellan kann um 18 Prozent verteuert werden. Muaryk privat Soeben ist im Verlag der„Drujstevni präce" die deutsche Ucbersetzung des Buche» von Jan Herben„Masaryk» Familienleben" lder Uebersetzer ist Oskar Wöhrle) erschienen. Der Preis de» Buche» beträgt broschiert. Xi 18.—, gebunden Xi 26.—. Wir geben eine Probe des Inhalte» de» reizenden Merkchen» nachstehend • wieder;- So wie er'sich nie offen über sein« Ehe und über sein«' Gefühle äußerte, sondern- sich damit versteckte, so versteckte er sich auch vor feierlichen Bezeigungem Schaustellungen und. gesellschaftlichen Zeremonien. Frau Masaryksagte es zu den Franen. die sie im Beleslaviner Sanatorium als die ,Frau des Präsidenten.besuchten:„Mein Manii ist ein Mann der Arbeit und wünscht nicht, gestiert, zu werden."... ,.. Die Erfahrungen aller seiner Beobachter können die- bezeugen. Bei dem konstituierenden Kongreß- der tschechischen Vollspartei(der realistischen) am 31. März de» Jahres 1900, begrüßt« Dr.Frantiöek Veselh.den Professor Masaryk, der eben.in diesem Monat sein• fünfzigstes Lebensjahr erreicht hatte, beim Mittagessen mit einem Trinlspruch- Professor Masaryk entschuldigt« sich, daß er auf den Trtnkspruch nichr antworte, da er noch nie in seinem Leben Trintsprüche ausgebracht hab<. EL würde Mt'setMn nÄWittägigen Referat Antworten, da» heißt mit der Aweit. Was auch'geschah,. Häufig bergab Professor Masaryk auf sein Aeutzere» zu achten. In seiner„Weltrevolution" erwähnt er, daß ihm die Soldaten so etwas wie ungenügende Repräsentation vorwarsen. Das bedeutet, soviel ich von Legionären erfuhr, daß sie Professor Masaryk drängten, sich neue Kleider anzuschasfen. Karel Horkh bespöttelte in Amerila MasarykS zerknitterten»»sozialistischen" Breithut. Auch für mich war«S«ine Ueberraschung, als ich im Mai de» Jahres 1919 den Präsidenten Masaryk anläßlich eiyeS Abendbesuches bei I. S. Ma» char traf und an ihm noch dieselben Kleider erkannt«, die er vor dem Krieg, im Friihjahr 1914, in der Redaktion de»„Tas" getragen hatte.' UebrigenS hatte er diesen Anzug noch im Jahre 1920 an, al» er im Sommer bei uns in tzostisov zu Besuch war. ES schien mir allerdings, daß dieser Anzug noch ganz gut fei. Denn T. G. Masaryk wurde, nicht durch die Kleidung verschönt, sondern die Kleidung durch ihn. MasarylS Arbeitszimmer.wirkte immer mit unermeßlicher Einfachheit. Es war die» jedesmal» da» größte Zimmer der Wohnung; denn e» ging um eine Arbeit»« Werkstatt, in der die Bücherei und die Registratur den größten Teil an Raum einnahmen. Alles war au» weichem, in Braun.eingelassenem Holze. Den Wänden'entlang Regal« mit Büchern, daneben, Regal« mit Fächern wie. in einer Buchhandlung^ oder in einem Kaufladen. Bon diesen Regalen au» liefen zwei Flügel in» Zimmer und zwischen ihnen war«in Gäßchen. Beim Fenster, wo von der linken Seite her das Licht auf den geräumigen Weichholztisch siel, der mit WachSleinivand bezo- gen p>ar, stand eine Petroleumlampe. Ich weist nicht einmal, ob Professor Masaryk bi- zum Kriegsausbruch eine elektrische Lampe hattet Im Arbeitszimmer gwb e» wenig Bilder und Statuen. Eine SokrateSbüste und vor dem Tisch die Statue eine» älteren Slowaken au» Bella in irgendeinem Ueberwurf.„Ein slowakischer Philosoph", titulierte ihn oft Professor Masaryk. Außerdem alte Stiche einiger Philosophen. Im Zimmer standen einfache Stühle und«ine Ottomane, mit einem Bärenfell überworfen. E» war die» ein Bär, den Professor Masaryk selbst geschossen hatte. Hinter dem Schreibtisch pflegte Masaryk auf einem drehbaren Lehnstuhl zu sitzen. ES könnte beinahe scheinen, al» wäre dieses Arbeitszimmer in seiner strengen' Einfachheit vielleicht taub oder trüb gewesen. New, da war die» Lächeln, ein aufrichtiges Lächeln,«in aufrichtige» Wort, ein Sonnen- strahl und ein Duft in der Luft, der e» erfiillte. Diese Buchhändler-Regale übersiedelten mit Ma» saryk auch auf die Burg, ebenso der geräumige weiche Tisch. Seit dem Jahre 1888, wo er zum zweitenmal au» Rußland von Leo Nikolajewitsch Tolstoi zurückgekehrt war, rauchte und trank er nicht mehr. Ich sagte e» bereit» und es ist bekannt, daß Masaryk mit ihm in^religiösen und politischen Ansichten nicht übereinstimmte. Wer Tolstois Befreiung hatte auf chn dauernden Einfluß und er blieb ihm für immer treu. Alkohol überschritt nicht die Schwelle feine» Hause». Tabak ebenfalls nicht. So ost Frau Masaryk da» von meinen BitgMia» .verrauchte Arbeitszimmer sah,,sagte sie mit einem Lächeln, aber mahnend:„Sie verräuchern sich ja Jhr.Hirgt" Und der Frgu Herb« verzieh st« nie-. Da» Problem Kamerun.(AP.) Die deutschen Koloiiialanjprüchc loerden nicht»ur von englischer, sondern auch von französischer Seite unter Hinweis auf die sich daraus ergebende Stärkung der deutschen Rüstungen zurückgetviescn. Man macht in Frankreich geltend, daß daö militärische Gleichgewicht— besonders im Hinblick auf die Achse Berlin—Rom— erschüttert werden würde, wenn Deutschland seine westasrikani- schen Kolonien zurückerhielte. Kamerun würde einen Keil in die Flanke Französisch-Asrika treiben. Dadurch, daß sich die Nordspihe bis zum Tschad-See ausdehne, würde es nur 1000 Kilometer von Tripolis entfernt sein. Diese Entfernung sei heute aber trotz der Wüste Sahara, die im Weltkriege noch ein Hindernis bildete, eia Kinderspiel. Nach Zerstörung der französischen Wüstenstattonen sei, so führt man in Frankreich aus, die Verbindung von Französisch-Acquatorial- asrika mit Algier gefährdet. Die Achse Berlin- Rom, die sich bis jetzt nicht weit nach Afrika aus- dehnte, da Tripolis zwischen Französisch-Nordafrika und Aegypten eingekeilt sei, würde sich dann Mer Kamerun bis zum portugiesischen Angola und bis zum belgischen Kongo auSdehncn. Damit aber wäre das französische Kolonialreich in zwei Hälften zerrissen, und«S wäre die Möglichkeit zur Entfesselung von Ausständen gcschas- sen. Die Ansicht,, daß man den Weltfrieden sichere, wenn man Deutschland seine Kolonie» zurückgebe, sei grundfalsch. Dazu komme, daß Deutschland vom Golf von Guinea auS alle Seewege im südlichen Atlantik beherrschen könne. So würde Kamerun in deutscher Hand nicht nur die Gefahr eine» Krieges geradezu heraufbeschwörcn, sondern auch— durch Bedrohung der Truppentransport« von Afrika nach Europa— die Schwierigkeiten, einen solchen Krieg zu gewinnen, vergrößern. Der Aufmarsch der brasilianischen Präsidentschaftskandidaten.(AP) Schon jetzt Wersen die brasilianischen Präsidentschastswahlen des kommenden Jahres Ihre Schatten voraus. Die Regierung möchte möglichst einen Wahlkampf während des Belagerungszustandes vermeiden. Als Kandidat wird zunächst einmal der gegenwärtige Präsident Vargas genannt. Es bemühen sich mehrere Abgeordnete, zu seinen i Gunsten ein Gesetz durchzusetzen, das die Verlängerung seiner Amtszeit aussprechen soll. Da cs jedoch versassuugsändernd ist, bedarf e» einer Zweidrittelmehrheit, deren Erlangung zweifelhaft ist. Genannt werden außerdem der friihere Außenminister S o a r e s, der durch das nach ihm benannte Schuldenabkommen mit den Bereinigten Staaten bekannter gewordene Washingtoner Gesandte Aran ja, und per frühere Gouverneurwon Sao Paulo. Olive i« a. Als besonn» der», groß.werden, die Chancen von. SoareS bezeichnet, der Brasilien auch auf der Panamerikanischen Konferenz vertrat. Gegenstand heftigster Angriffe war dagegen Oliveira, der Vertreter der paulistaner ConstitutionalistaS. Man erklärte nämlich, daß das Kasfeeinstitut spekuliert habe, um dem Kandidaten Oliveira«inen Wahlfonds zu schaffen. Die Spekulation brachte ihren Urhebern«inen Gewinn von 80 Millionen Mil- rei» ein. Die Spekulationen waren so weit gegangen, daß di« Makler in New Nock aus-Protest die Notierungen eingestellt hatten. Die zur Verteidigung dienende Erklärung, daß man lediglich eine Preisdifferenz«wischen Rio und Santos habe ausgleichen wollen, wurde nicht geglaubt und rief einen Tumult der Entrüstung hervor. Die Presse durfte infolge der Zensur nicht viel darüber bringen, aber es wurde immerhin genug bekannt, und es sickerte auch durch, daß die Absicht deS nationalen Kaffeeinstituts, den Händlern die Verluste wieder zu erstatten, ein wirtschaftlicher und politischer Schlag de» Präsidenten Varga» gegen die Kandidatur von Oliveira sei. malS, daß sie nach dem Mittag- und dem Abend- essen rauchte. Auch mit dem Vegetarismus versuchte er e», verwarf ihn aber bald. Wann immer ich in den neunziger Jahren bei Masaryk zu Mittag oder zu Wend aß, als ich mir politische Informationen oder journalistische Winke holte, stet» pflegte Fleisch auf den Tisch zu kommen. Allerdings war die Kost immer sehr einfach. Einmal klagte Masaryk darMer, daß ihm das Essen so viel kostbar« Zeit wegnähme. Die Aerzte und Chemiker könnten schon langsam irgendeinen Ersatz für da- Essen gesunden haben, irgendeine Tablett«, die man nur in der Früh zu schlucken brauchte, um dann für den ganzen Tag Ruhe zu haben. Ein andermal sagte er, daß eS ihm-mehr oder weniger gleichgültig sei, was er esse. Er esse nur soviel, daß eS ausreiche, die Seele mit dem Körper zusammenzuhalten. Nur selten trank er nach dem Essen auch Wasser. Ersatz fand er darin, daß er nach der Mahlzeit«inen tüchtigen Teller voll Kompott ah. Und doch braüchte er Mkohol. Einmal oder zweimal im Jahre pflegte er so etwa» wie Grippe zu bekommen. Sobald er bemerkte, daß er sich nicht wie sonst fühle uiü> daß Fieber im Anzug sei, verschrieb«r in der Apo- theke«in Gläschen Cognak. Regelrecht mit Erfolg. Auch zur Zeit seiner schweren Erkrankung im Jahre 1921 verordneten ihm die Aerzte, Champagner zu trinken, um da» Blut schneller kreisen zu lassen: eS bestand die Gefahr einer Trombose. Wer eine lleine Schwäche warf sich der Präsident al»„Läster" vor: er trank gern viel Tee oder schwarzen Kaffee. Seite 6 Sozialdemokrat« Dienstag, 27. April 1087. Nr. 09 „Fürst Ivan Nagmatulln“ ■In phantastischer Hochstaplerroman Prag. irb) Im Jahre 1980 erschien ein-russischer Emigrant, der sich Ivan Nagmatulln nannte, auf einem Prager Polizeikommissariat und erstattete Anzeige, das> ihm sein^ Dienstherr, der Bäckermeister Johann Strburek„Familienlleinode""im Werte von sage und schreibe vier M i I I i o- nett K£ gestohlen habe. Der ruffische Emigrant erklärte bei dieser Gelegenheit,, er sei der Abkömm- ling eines alten Fürstengeschlechte» und habe seinerzeit vor der„räuberischen Hand der Bolschewiken" diesen Familienschmuck in Sicherheit gebracht. „Fürst Ivan Nagmatulin" erregte seinerzeit in der „nationalen" Bürgergesellschaft großes Aufsehen und niemand nahm Anstoß daran, daß sich der durchlauchtigste Herr sein Brot zuerst als Ääckergehilfe, später als Chauffeur erworben hatte. Leute, die sich sorgfältig den Äermel putzen, wenn sie an einen ehrlichen„BolkSgenossen-Arbeiter" anstreifen, waren begeistert von diesem romantischen Exemplar der russischen aristokratischen Emigration, zumal sich der„Fürst Ivan Nagmntalin" in phantastischen Uniformen zeigte, die leider, wie die späteren Erhebungen ergaben, aus allerlei, irgendwo zusammengerafften, oder gestohlenen Uniformstücken zusammengesetzt war. Oesterreichische Säbel, Legionärblusen, russische Militärmüden und dazu ein Salat von Ordensschleifen—«• mußte das nicht genügen, um ein„nationales" Spießbürgerherz höher schlagen zn lallen? Die Anschuldigung gegen den Bäckermeister Stiburrk erwies sich bald ülr erdichtet. Die Sicher- heitSorgane ertappten den„Fürsten" dabei, als er gelegentlich einer HauSsuchnng in der Wohnung des von ihm beschuldigten Bäckers ein Kuvert unterschieben wollte, in welchem allerlei wertloser, aus Rußland stammender Kram enthalten war, offenbar geleitet von dem Bestreben, den Beschuldigten zu komvcomittieren. ES bleibt ein Rätlel, warum sich die bei anderen Gelegenheiten ko findigen und flinken SicherbeitSorqane den„Fürsten" nicht gleich' ordentlich hernahmen. Der beschuldigte Bäckermeister wurde nach längerer Haft schließlich entlassen und erstattete nun seinerseits gegen den„Fürsten" die Strafanzeige wegen des Verbrechens der fälschlichen Bezichtigung, welcher Strafprozeß aber mit dem glorreichen Freispruch deS Angeklagten endete. Kühn gemacht durch seine Erfolge, erstattete der„Fürst Ivan Namnatulin" seinerseits die Sirafanzeige wegen fälschlicher Bezichtigung gegen den gevlaaten Bäckermeister und brachte gleichzeitig beim Zlvilqerlcht mehrere Klagen gegen Herrn Stibnrek ein. Die eine lautete auf DermiSgabe des „gestohlenen" Schmucker im Werte von vier Millio-' nen Kü. eine andere verlangte die Rück-rstattung von 129 Dollar und eine dritte aar auf Bezahlung von 284 090 Ak—. aus welchem Titel ist leider aus der Anklageschrift nicht ersichtlich. In allen diesen Prozessen trat eine lange Reihe von Zeugen auf, die zugunsten der„Fürsten" aursagten und daher in Voruntersuchung wegen deS Verbrechens der falschen Zeugenaussage gerieten. ?llle diese Verfahren wurden aber eingestellt, weil die Beschuldigten ganz glaubhaft dartun konnten, daß sie sich von dem aristqfrafjfchsff Auftreten des „Fürsten Nagmatulin" blenden ließen und. ihre Aussagen in gutem Glauben an die Fürstenherrlichkeit dieses Subjekte» ablegten. Schließlich wurde aber die Identität der„Fürsten Nagmatukkck" doch gelüftet und bei der gestrigen vor dem Strafsenat des GR Dr. Kaplan der Oeffentlichkeit schonungslos enthüllt.„Fürst Ivan Nagmatulin",- der behauptete, der Sohn eines zaristischen Generals zu sein.und schon in der Wiege die„angestammte" Würde eine»„Obersten des baschkirischen Heeres" bekleidet zu haben, wurde schließlich durch die authentischen Auskünfte«des Volkskommissariate» für auswärtige Angelegenheiten der UdSSR gänzlich überführt und wegen falscher Zeugenaussage vor Gericht gestellt. Es stellte sich heraus, daß dieser „Fürst" m Wirklichkeit Modul Nigmatulin heißt, der Sohn einer islamitischen und analphabetischen Kleinbauern ist und daß keiner seiner Verwandten semals einen militärischen oder sonstigen Rang in der zaristischen Despotie bekleidet hat. Alle Angaben, mit denen er die Prager Spießer— und offenbar auch gewisse Behörden geblufft hat, erwiesen sich als wüster Schwindel.' Seine Angabe, daß er in der Stadt Davleklanovo dar Licht der Welt eMickt habe, wurde dahin richtiggeftellt, daß sein Geburtsort das welwerlallene Dorf Ktzdr- i a k e v o ist, in dessen Umgebung er seinerzeit von lschechischen Legionären alr elternlose Waise aufqe- funden wurde. Die Legionäre nahmen ihn in ihre Heimat mit, wo er bei dem Prager Bäckermeister Holekek In die Lehre ging, aber wegen allerlei Diebereien entlassen wurde. Dieser Lehrmeister vermißte nach dem Abgang seiner Lehrlings verschiedene Wertsachen, darunter einen au» Albanien stammenden Dolch, eine Uhr. Krawattennadeln u. a. m., welche Reauisiten der Angeklagte dazu benützte, um den begeisterten Spießern seine Fürstenrolle glaubhaft zu machen. Um der„miten Gesellschaft". die den„baschkirischen Fürstensohn" heftig bewunderte, zu imponieren, zeigte sich dieser in einer Art Legionärsuniform, die, wie bereits erwähnt. aus allerlei Bestandteilen zusammengestop- pelt war. Aber seinerzeit Ivurde er von einem Prager Gericht selbst der Uebertretung des MißbrancheS der Uniform freigefprochenl Gestern ereilte diesen Hochstapler endlich doch sein Schicksal. Er wurde auf Grund de» endlich erbrachten authentischen Materials de» DerbrechenS der falschen Zeugenaussage schuldig erkannt und zu zweiÄahrenschwereu Kerker» verurteilt. Mitangeklagt war ein gewisser Wenzel Hall, der wiederholt vor Gericht dem Anaeklag- terv seine adelige Herkunft bezeugt hatte, indem er angab, dessen Dokumente gesehen zu haben, und außerdem den Bäckermeister Stiburek durch die falsche AuSsaae belastet hatte, dieser habe mit vorgehaltenem Revolver die Rückgabe der EmvfangS- qulttung über die Kleinodien(Wert vier Millionen l erzwungen. Hakl, der voll geständig war, erhielt ein I a h r s ch w e r e n K e r k» r S. aber bedingt. Schließlich war noch ein weiterer Falschzeuge, der sich im Dienste des Fürsten betätigt hatte, mitangeklagt, ein gewisser Bineene Müller, den das Gericht zu fünfzehn Monatiu-Verrwteilte. Tödlicher Motorradunfall. An der Straßenkreuzung der Zbörovssä und der Fibichovä ul. in Smichov kam es in der Nacht auf Montag zu einem schweren Unfall.?luf da» von dem 84jährigen B. Lederer au» Aussig gelenkte Auto fuhr da» Motorrad des Mecha- nikeri B.Tengler aus ZäbMice mit beträchtlicher Geschwindigkeit auf. Der Zusammenstoß Ivar so heftig, daß der Motorfahrer in weitem Bogen über das Dach de» Autos hinwegflöa und mit dem Kopf auf den Randstein der gegenüberliegenden Gehsteige» ausprallte. Der verunglückte Fahrer wurde in das Krankenhaus' überführt, wo festgestellt wurde, daß er eine» schwere» Schädelbruch, eine Gehirnerschütterung und Arm- und Beinbrüche erlitten hat. Die Verletzungen sind imch Meinung der Aerzte tödlich. Eine Gedenktasel für Meister Ondtiiek. Auf dem Hradschin, in der. Gasse. Novlj svit, wurde an dem Haufe Nr. 90, da» bereit» seit der rudolsinischen Zeit die Bezeichnung„Goldener Pflug" trägt, am Sonntag, vormittag» in feierlicher Weise eine Gedenktafel für den dort am 29. April 1857 geborenen„König der böhmischen Geiger", Meister Frantiöek Ondkikek, enthüllt. sDie Feier fand im Rahmen der Beranftal- tnngen statt, welche in diesem Monat von dem,Kreis der Freunde, Verehrer und Schüler Meister Frantitzek Ondkiiek» unter Mitarbeit zahlreicher Interessengruppen veranstaltet werden.) Nach einer Ansprache des Jng. O. Sourek nahm namens der Hauptstadt Prag Jng. Rotnägl die Gedenktasel in die Obhut der Gemeinde. Die Feier wurde mit der vom„HIahol" gesungenen StaatShpmne beschlossen. .»Die geistige Tradition der spanischen Kultur" ist da» Thema eine» Vorträge», den der-spanische Gesandte in Brüssel, Don Angelo O s s o r i o y Gallardo, in spanischer Sprache hält. Der Vortrag, findet Freitag, den 80. April, um 20 Uhr in der städtischen Bibliothek in Prag I, Marianskk näm. 1, statt.- Einladungen versendet Prof. F. Fariüa, Prag VII> D-brovsttho 88, Tel. 75572. Ita teUUgende Crfagsdieia ist zur JtaaWiwuj(Ur(UwMwmoitagc&ilic eu McuwuUal Uta im XücftstoiuU ttüöt, schädigt die JorUi und deren Deese Die Verwaltung Herlcktssaat Das gefälschte Maturitätszeugnis Prag. Ml Im Jahre 1980 sucht« du damals 19jährige Franz' Ha vale k bei her Prager FinanzlandeSdirekiion um Aufnahme in den Kanzleibeamtendienst an. Er gab bei dieser Gelegenheit an, Absolvent deS Nachoder RealgymnasiilmS zn fein. Sein Gesuch fand günstige Erledigung und am 1. Juli- lvÄI trat er seinen Dienst als Steuereleve beim.Steneramt in Hohenelbe an, nachdem er eine beglaubigte Abschrift eines MaturitätS- zeugmsse» vorgelegt hatte, in welchem ihm bescheinigt wurde, daß er die Reifeprüfung mit„sehr gutem ErfSlg"' bestanden habe. Seine Vorgesetzten gnali- fizierten ihn als»sehr tüchtigen Beamten". 1982 wurde.«r zum Steueramt in Prag-ZiZkov verseht und avancierte, bald zum Rang eine» Adjunkten.. Dann aber vpckieß er freiwillig den Staatsdienst— wie er vor Gericht zugab, hauptsächlich deshalb, well er ein böse» Gewissen hatte. Denn die Abschrift des Maturitätszeugnisses war eine raffinierte Fälschung. In Wirklichkeit hat Kavalek mir drei Klaffen Mittelschule absolviert und die dritte Klaffe mutzte er wi^erholen. Er war eine Zeitlang als Kanzlei« kräft in einem Privatunternehmen tätig und das von.keiner Firma.ausgestellte Zeugnis verwendete er,, zur Durchführung deS Betruges, der ihm die Aufnahme in den Staatsdienst verschaffte. Er verfertigte eine Abschrift dieses Zeugnisse» in der Art, daß sie eine ganze Seite ansfüllte, so daß der Beamte de» Bezirksgerichtes Nachod, der die Beglaubigung vornahm, die Beglaubigungsstampiglie auf die Rückseite de».Bogens aufdrücken mutzte. Nun hatte er aber die Rückseite mit einem leeren Papierbogen zu- fammengeklebt, den er nach Aufdruck der Stampiglie vorsichtig wieder abklebte und so eine leere Vorderseite gewann, die er mit dem Text eines fingierten Reifezeugnisses beschrieb. Der Schwindel hatte vollen Erfolg, aber das schlechte Gewissen ließ dem er- finderifchen Jüngling keine Ruhe, so daß er lieber freiwillig den Dienst quittierte. WaS er weiterhin getrieben hat, ist nicht bekannt. Fest steht nur, daß er im Vorjahre in Kascha» unter dem Verdacht einer BetrugSverbrechenS festgeiioinmen wurde. Beim Poljzeiverhör gestand er, daß er sich feine Anstellung in den Steuerdienst durch die bezeichnete Fälschung deS Reifezeugnisses erschlichen habe. Gestern war er vor dem Strafsenat der GR Dr.. Trost deS Verbrechens der Fälschung einer öffentlichen Urkunde angeklagt und voll geständig. Er wendete bloß ein, daß die Behauptung der Anklage, daß dar Finanzärar durch Auszahlung ter solcherart. erschlichenen Bezüge um insgesamt Ak 47.07.2.95 geschädigt worden sei, nicht alr stichhältig zu betrachten sei, da er doch als GegeMvert eine von seinen Vorgesetzten als„sehr gut" qualifizierte Arbeit geleistet habe. DaS Gericht verurteilte den Angeklagten, zu sieben Monaten schweren Kerkers unbedingt, wobei in der Urteilsbegründung ausgesprochen wird, datz„die Dienstbezüge eines öffentlichen Beamten nicht nur das Aequivalent der geleisteten Arbeit, darstellen, sondern auch al» eine Honorierung der größeren oder geringeren Borbildung anzusehen seien". ffiwrat und Wtoaea Malfestvorstelluns am Freitag, den 80. April, um halb 8 Uhr abends FMeila Oper von Beethoven. Karten täglich von 8 bis 2 und 4— 6 Uhr zu billigen Preisen bei Optiker Deutsch, Koruna. Rachworstellung deS Jooß-BallettS. Der Klub der tschechischen und deutschen Bühnenangehörigen veranstaltet am Donnerstag, den 29. April, um 28 Uhr im Weinberger Stadttheater eine Nachtvorstellung des berühmten Jootz-BallettS. Karten zum Preise von 2 bis 18 llk in den bekannien Vorder« kaufrftellen sowie im Sekretariat des Klubs. Lützo- wova 88, beim Bllhnenportier des Neuen Deutschen Theaters und an der Kassa de» Weinberger Theaters. Atsowenten-Abend der Deutschen Musik- Akademie. Donnerstag, den 29. W>ril, 20 Uhr, Produktenbörse. Solisten: Ernst Höfer(Klarinette), Melitta Scharf< Gesang) und Anton Fritsch(Kla- vier). Wochenspielplan de» Reuen Deutschen Theater». Heute, Dienstag, halb 8 Uhr: Mord in drei Minuten, Crstaufftihrung, 2.— Mittwoch halb 8 Uhr: Das Testament der Tante Karoline, B 1. — Donnerstag halb 8: Der Mord in drei Minuten. C 2.— Freit», Hal» 8: Fidelio. Arbeiter- Vorstellung, Abonnement aufgehoben,— Samstag: geschloffen.— Sonntag halb 8: Warum lügst Du. Cherie? halb 8: Das Paradies(Ersatzvorstellung vom 80. IV.) D. Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Heule, Dienstag 8Ä: Hofloge, volkstümliche Vorstellung. —Mittwoch 8 Uhr: Feine Gesellschaft, Bankbeamte 2 und freier Verkauf.— Donnerstag halb 8: Der Nächste, bitte! Erstaufführung— Freitag 8 Uhr: Der Nächste, bitte I Theatergemeistde des Kultur« verbände» und freier Verkauf.—' Samstag: geschloffen.— Sonntag 8: Matura. 8: Der Nächste, bitte! 2« Mm . Die Frauen des Marquis Unter diesem völlig unsinnigen Titel wird hier der französische Film.fit grand refrain" gezeigt, der nett gespielt wird, gefällige Melodien und auch «in paar Regie-Einfälle bietet, aber nach einem (das Film« und Theater-Mllieu verspottenden) Be- ginn allzusehr in die Bahnen de» herkömmlichen riMseligrn"OdttetttNkktscheS einlenkt. Taß ausgerechnet ein Schlager« und Operettenkomponist al» , weltfremder. träumerischer, von allen herauSgewor- fener und deshalb Hunger leidender Künstler gezeigt wird, erscheint seltsam genug, und Satz er seinem geliebten Mädchen wegläuft und erst nach der Pre- misre von der Aufführung seines Werkes Kunde erhäll,. ist mehr al» unwahrscheinlich..Aber schließlich erfährt er doch, daß er— schon totgeglaubt— Erfolg gehabt hat und kommt noch zurecht, um der Geliebten ldie Sängerin ist) am ÄühnenauSgang zu begegnen..Tlant de bruit pour une operette" könnte man den Machern dieses Films sagen, die unvorsichtig genug waren, uns daS revuearttge Finale des„Kunstwerks" zu zeigen, um das hier gekämpft und gelitten wurde. Da der Regisseur der Films, Aves M i r a n d e. sich auch als Verfasser bekennt,, ist zur Ehre des„OberregiffeurS" Robert Siodmak anzunehmen, datz von ihm nur die lufttgeren. Einfälle stammen, während W. R. H e y- mann(der gleich Siodmak ein früherer Berliner ist) fstr die, wie gesagt, gefällige,«wer auf die Dauer zu anspruchsvolle Musik verantwortlich ist. Unter den Darstellern zeichnet sich Fernand G r a- v e t) in der Hauptrolle de» träumerischen und verliebten Komponisten au», daneben A l e r m e al» eifersüchtiger Verleger und die Damen Jacqueline F r a n e e 11 und Jeanne Aubert.—et»— Querfeldeinlauf-Meistersdiaft des Prager DTJ-Kreises Am Sonntag wurde in Neratowiitz bi kaltem und unfreundlichem Wetter die Ouerfeldeinlauf- Meisterschaft des 1. DTJ-Kreise»(Prag) unter Teilnahme von 85 Sportlerinnen und Sportlern aüsgetrage». Trotzdem die Strecke ungewöhnlich schiver sowie aufgeweicht war, wurde doch der Strek- tenrekord, und zwar durch, den„Anhänger" Zeman (MSD), verbessert. In der Jugend-Kategorie gab es bis ins Ziel einen scharfen Kampf um den Sieg, dep der Neratowitzer Soumar für sich entscheiden konnte. Die Ergebnisse: Männer(6800 Meter)! 1. Pijalek 22:28 Min.. 2. Acht)(beide DTJ ZiZkov) 22:29 Min.. 8. Klär lDTJ St.«pso- kany), 4. Cempirek(DTJ Zijkov), 5. Muller(SK3 Neratowitz).— In der Gruppe der„Aichänger" siegte Wer die gleiche Strecke mit der Bestzeit des Tage» Zeman(MSD BlinkveS) in 2:14.8 Min.— Die Jugendlichen liefen über eine Strecke von 1800 Meter und ergab den Sieg de» Neratowitzer Soumar(DTJ) in 5:48-2 vor Belät(DTJ Prag l u. V) in 5:47 Min., während bei den Anhängern" Andil(Manithöu) in 5:45 Min. erfolgreiche war.— Bei den Frauen Fegte Wer die 800-Meter-Strecke Stehlikova(DTJ Smichov) in 8:06.8 vox Bulenovä (DTJ Pankrab) in 8:11.2 Min.— In der Kate- gorie der Dreier- Mannschaften siegte DTJ ZiZkov mit sieben Punkten vor DTJ Neratowitz mit 20 Punkten, bei den Frauen DTJ Smichov mit elf Punkten, Spartas Debakel in ProDnift Slavia endgültig Ligameister 1087 Die sonntägigen Ligaspiele brachten al» größte Ueberraschung die wider allen Erwartungen Hohe Niederlage der Prager Sparta in Protznitz durch den dortigen SK mit 1:6(1:4). Die Protznitzer, welche auf die Teilnahme im Mi- tropacup aspirieren, überraschten durch ein Spiel, dar für die Sparta katastrophal endete, deren Team sich zu keiner einheitlichen Aktion aufraffen konnte. Wie berichtet wird, verloren die Spartaner dabei die Nerven vollends und wollien durch scharfes Spiel den Gegner einschüchtern, was ihnen aber mißlang. In Prag gab e» auf dem Slaviaplatze eine Doppelveranstaltung. Im ersten Spiel schlug der CSK Preßburg die' Bi-ktoria ZiZkov verdient und sicher mit 4:1(2:0) und Slavia gewann im Hauptspiel über SK Nachod gleichfalls mit 4:1(8:0). Slavia hat sich durch diesen Sieg die Meisterschaft endgültig gesichert, obwohl sie ein wenig befriedigende» Spiel Lot. Die Nachoder gaben nach der Bause einen gleichwertigen Gegner ab, ohne jedoch den Sieg Slavia» zu gefährden. Die Brünner Z i b e n i e e siegte in Pilsen Wer Viktoria knapp mit 8:2(2:1) nach gleich- werttgem Spiel. Die Pilsener lietzen sich zu Beginn Werraschen und konnten später nicht mehr durch die Schußunsicherheit der Stürmer den verdienten Ausgleich erzielen. In Brünn gewann SK Kladno Wer Mor. Slavia 8:0(2:0) in einem äußerst fair durchgefiihrten Spiel und in UZ ho r o d blieb SK Pilsen in einem von R u s j ohne Interesse absolvierten Match mit 5:0(8:0) Sieger. DFC Prag- kein Liga-Kandidat TFK verbessert die Führung Nach dem Unentschieden de» Prager DFC gegen TFK Teplitz in der Vorwoche gab man allgemein der Gewißheit Ausdruck, datz den Pragern da» zweite T e p l i tz e r Spiel gegen VfB sichere Punkte bringen werde. Aber die DFC-Mannschaft hat da» Vertrauen nicht gerechtfertigt und wiederum einen Punkt abgeben müssen, denn da» Match endete 2:2 (1:1). Die Prager hatten wohl ein technisches Plus, aber sie besaßen— wie schon so oft, wenn es um die Entscheidung geht— nicht jene Kampfiegeiste- rung und Aufopferung wie ihre Gegner. Der TFK spielte in Gablonz und fertigte den DSK mit 5:1(4:1) sicher ab und gilt damit schon als Liga-Anwärter, falls er die Qualifikationsspiele— durchhält... Der Karlsbader FK verlor trotz grotzer Ueber- legenheit sein Drückerei:„vÄiS",Druck«. Berlchil- und Zeitunar.2l.-B. Prag.'