Linzelpret» 70 UtfltT(elnschlietzl.8 HellerPorto) Namenlose Greuel Molas SdP-Blamage in Böhm. Lelpa 17. Zahrgan Mittwoch, 28. April 1937 Nr. 100 Der Fall. Etrich vor dem Parlament in biefer unerfiiirten Asise abgebaut fcpiAen. S4. ha Ha Skriai bet gleichen Firma hat m bet ÄcbaMuua dir Ar« WWül w 1 t. i. n x: U r xcx jcihuiuv ivuy(.ii ivwu uh» ÄÜhÄIÄJSLÄ!.-uW-",?r«- öswrr-ichllchen Arbeiter.wollen Oer„Aufbruch" gegen Dr. Brand Aus dem Inhalt: Jaksdi vor Prager Hochschülern Hungen zur Leitung der Etrich-Fabrik ja allgemein bekannt stnd. Bon der andern Seite gingen die Kommunisten los, so daß es zu schon lange nicht mehr verzeichneten. Sturmfzenen kam, die sich immer wieder von neuem an einer neue« Feststellung des Redners»der eines Zwischenrufes entfachten. erwachsenen Arbeiter in 14 Taz« 131 Kd soll reden, nicht-die otidernl Bei euch fitz« di« Unternehmer! Krejds erklärt,-dast di« Verhältnisse auch iü andern Betrieben, wo die SdP ihre Führer hat,.nicht ander» sind, so. bei H a as e in Aststadt, der der Ver tretet, der SdP.in der- Stadt Trauten«» ist.(Neuer, Lärm.) Krejii erwähnt den Jndustriellensekretär Dr. S ta o«, der ebenfalls Man da t a r.d er SdP istustd der bei Verhandlunsi^n. noch kein-Wort zugunsten der Arbeiter"herauSgehracht hat^ St« kön nen, sagt" er der SdP, hundertmal lei Arbeit er- tagungan dm Grundsatz ausstelten, daß jeder, der sich nicht eindeutig sozial verhält, hiuauttfltagt,«» geschieht jo nicht! Dr. Kellner blütt^..(Zwischen. ruf« bei per SdP. Katz antwortet: Ws» le»! Warum ist er nicht schon dripitzep?)....."":- Krejii: Er blemweiter bet Ihnen, auch Mfred Haase, alle bleiben sie und werdm die Ar beiter nach, wie vor so"quälen wie bisher! Bor einig« Noch« war"Herr Birke uüt Huer Schlägerherd«, der SdP'bei einer-sozialdemo kratisch«-BersMUMlnua-i» Sesseltders. Dies«,»«»-» n« r,»er noigrorungrn«in paar«aye Knüppelherd» bat»«r FabrSant Damm«führt.t antwort«» mutzte, l.".' 8»n diese« Her« Tauun»ab« ich mir die Lehn- Debatte zur Feldgerichwtarkeit flüchtete,."per- »N erfahr«.»»«„Mudenji»«llkammnet. Rach Srejisi, der trotz allen Lärm- shen«. den Ssttal beherrscht«, türa. in Doktor (Fortsetzung auf Seite 2.)," 84,«In«« brüt« Ü5, einem Jugendlichen 66 K& Da» ist der„Kamerad" Tamm, da« sind Ihre Leute, die solche Schandlöhne zahlen! Und da haben Ihr« Zeitungen noch den Mut zu schreiben, an dem Tiefstand der Löhne sei« di« Sozialdemo kraten schuld! Heeg er(zur SdP): Jetzt seid Ihr merk würdig ruhig geworden! Katz: Der deutsch, Unternehmer soll dem deutschen Arbeiter einen anständig« Lohn zahl«, da» wär« Bolksgemeinschastl Sonst ist da»«in nackter Bewag! Kre jdi:"Sie wissen fa selbst ganz genau, wie eindeutig sozial ihr« Unternehmer"beschaffen sind.. Wenn Herr Dr. Kellnrr-für dar alles nur ein Hohngelächter hat, dann weist ich, wie. diese ganze BöstSgemeinfchaft beschaffen ist, und die Menschen draußen wissen er auch! In Jungbuch ist e» Ihnen nicht gelungen, auch nur den geringsten Einfluß auf die Arbeiter in den Betrieben zü gewinnen. Die Arbeiter wenden sich dort mit. jedem Tag mehr von Ihnen ab.(Gelächter bei der SdP, Rufe: Wahlen l) Krejdi: Sie"werden Wahlen noch früh ge nug bekommen!....das heibt, wenn Sie bi» zu diesem Tag«-noch beisammen sind!.-(Zwischenrufes Wenn«r hzi Jhpen so steht, wie« Aba. W.olln er iwP°dersa«!sMl^,.!. Mb im sMtendiaMeu' UM, spnbern wir sind ein Teil de».großen deutschen^»»«» und au» uni kann niemand Tschechoslowaken" machen!" ...dann werden Sie ja an Wahlen überhaupt kein großer Interesse mehr haben, dann werden Sie wohl bis dahin abgewandert sein.(Krawalle bei der SdP, da» übliche„Denuntianten"-Geschrei-ete.) Krejdi: Rehm« Sie konkret zuden Fragen........... Stellung, die ich aufgeworfen Hai«. Wie steht Ihr' dienen und auf sein Kommando zu exerzieren, zum Streik d«S AupataleS, wie zu den Sund«- Italien fürchtet vor allem die englische Auslöh nen, die gezahlt wert«?(Zwischenrufe: Bll- Rüstung, welche di- Stellung Englands auf dein |imh-»Miet GGO-ckeStz d(haMH ktaw» fite ftHleMMniM«(■!,..■.•■ mm„'m a au»! Solang« Ihr di« An»t«ter behaltet, solang« billigt Ihr dies« Methoden! Al» in den Auseinandersetzungen das Wort .Fiiedergründ" fällt, erklärt Krejii: Wenn man in gegnerische Bersammlungen geht, wie Sie! in der letzten-Zeit, weil. Sie-sich anders nicht mehr ------...... W> rechnen, hinausgeworfen zu werden, wenn man di« Italien eine Gegenleistung. Mussolini hat nichis ■ j anderes zu verschenken als Oesterreich und er ist bereit, Deutschland den stärkeren Einfluß in diesem Teil de» Donauraumes zu Überlassen. Mussolini glaubt mit- den misteleuropäischen Siante» genau so umgehen, zu können, wie eS das kaiserliche Oesterreich-und das zaristische Ruhland mit ' den Balkanstaaten getan haben. War der Balkan | jahrzehntelang der Spielball der Großmächte, soll nun Mitteleuropa der Zankapfel der Grohstaaten werden und insbesondere Oesterreich, scheint man als kranken Mann anznsehen wie. einst die europäische Türkei. Oesterseich hat aber alles Interesse daran,- nicht-unter den ausschließlichen Einsluß irgendeiner Großmacht zu-geraten. Dieses Interesse Oesterreichs deckt sich mit jenem Europas, weil die.Vorherrschaft irgendeiner Macht in Oesterreich eine Gefährdung des Friedens-ist.„Die Pforte des Krieges" so hat ein französischer Journalist daS Buch genannt, das er über Oesterreich geschrieben hat. Die Unabhängigkeit Oesterreichs und der - europäische Frieden können-aber.nur. durch eine demokratische Politik gestöbert werden, d. h. eine Politik, welche alle jene um sich schart, die bereit sind die UnabhängigkeitOesterrcichS zu verteidigen. ES müssen jen ei.w.eIche d ie schärfsten G e g n e r d e S Nationalsozialismus sind, wieder in die isster- . r e i ch i s ch« Politik eingeschaltet werden. Die stärkste dieser Kräfte ist die proletarische-Demokratie und dazu gehören alle jene Schichten, die sich zur österreichischen. Sozial» demokratie bekannt haben und ihr noch heute in ihrem Herzen treu ergeben sind. Sie sind bereit, . mit ihrem Leben Oesterreich zu verteidigen, wenn - e» jemand wagen sollte seine Unabhängigkeit an« Sozialdemokrat Z^ltralorgan der Deutschen sozialdemokratische« Arbeiterpartei luder Tschechoslowakischen Republik Erschetut mit de»«ont«, fr«h Verwaltung. Prag XU., Fochova 62- Telephon 68077- Herausgeber: Siegfried Taub- Verantwortlicher Redakteur: KarIKern,Prag Einleitend schloß sich Genosse K r e'j-ä i der Formierung nach gründ- .."DrÄlLGHU« des lWbenunMlsif^^bct. Rolycmi s" und"- nach" Verfolgst»« der Schuldig« an und bemerkte ergänzend, daß gerade ietzt in"Ostböhmen— in S chw adowitz — festgeftelst werden konnte,, daß, die Zu stände- ü. b e r a l l d,i..« gleichen sind, mögen die Gru- b« in den Händen den t s ch e r oder tf ch e ch is ch e rUnternehmer sein. Die Erörterung de» h 488 de» Feldstrafverfahren» gab ihm die Möglichkeit,^auf dieZu» stände tm Grenzgebiet näher«inzugehen.. Al» Krejdi den Streik der Textilarbeiter bei der Firma Etrich"anWrt, sucht ein schüchterner Zwischenruscr der SdP den drohenden Sturm noch mst dem Hinweis abzuwenden, datz die» nicht zum Thema gehöre, aber vergebens. Krejdi erklärt es für notuwntig, festjustellen, warum di« Arbester d«» AupataleS vor allem bet der Firma Etrich spontan in d« Streik getreten find. Er handelt sich nicht um die Frage de» deutschen Unternehmertum» allein, sondern um da» ganze.System. Auch bei.der tschechischen Firma Fejfär und Mlädek herrschen bei« spjelSweife dieselben--Verhältnisse wie bei Etrich. - Die Verhältnisse in der Terttlindusirle sind so fürchterlich geword«, datz man d« Kampf, den di« Asbeste» gegen die matzloseAuSbeutung nnd gegm die Rechllofigöest in d« Betrieb« ausgenommen haben, begreifen mutz,«Sh« man fonst auf welch«« Sjandpunkt immer sieh«! Man versucht der Otffentlichkelt«in-ureden. daß- die Meldungen über-die eigentlichen Ursachen des Streik»" nicht den-Tatsachen"entsprechen.-Die Firma Etrich hat auch an. die Prager Zentralstellen«in Flugblatt gerichtet, in dem u.- a. behauptest wird, daß die gezahüen Löhne weit' h.ö.h e r. seien ql» di« zuständigen Gewerkschaften behaupten. Angeblich habe) der Durchschnittslohn im Vorjahr. l(d 184.40 pro.Woche betragen. ... Al» Antwort zieht Krejdi Original-Lohnkart« der Firma Strich au» den" Iahe« 1920 und 1936 au», der Tasche, in dietrjedem, auch dem Her« Dr. Kellnrr, Einsicht' gesdmen will. An Hand dttse» Mattrial» stellt er fest, dR z. B. die Arbrikerin, die im Jahre 1929 in der'Woche 138, 187, 14t und selbst 19l lid verdient hat, im Iah« 1986 in vier- zehn Tag« nicht mehr al» 171,174, 184, 168 Kd verdwnt, also nicht viel mehr al» s«inerz«it in einer Woche! " Daraufhin bricht".-auf der Linken ein,Ent« rüstungssturm lo». Zischka, Heeger, KK und andere"rufen erregt den Henlein-Leuten zu: DA ist eure B»ll»g«mcinschaft!Vsi!a,u hattihr^Ächt»,»» sag«! Bei euch sitzt»er M«m, der dort Eibnür ift! ; Krejdi: Seit dem Jahre 1929 hat M''tn dens : Betrieb eine RationalisterUNg vollzogen, die-dem Ar« «itev ungeheure Lasten äuferlegt. Im Jahre 1929 hat die Firma Etrich für di« Vorbereisting«ine» Bällen» Jute. Kä 6,48. an Lohn aufwenden müssen, im Joche« 1936 für"den gleichen Arbeitsvorgang nur Um Oesterreichs Schicksal Die Konferenz von Venedig und die italienisch-österreichischen Pressepolemiken, welche sich 'daran geknüpft haben, sollten für alle Oesterrei-. . cher eine Mahnung sein über das Schicksal ihres Vaterlandes nachzudenlen und vor allem zu prüfen, ob der Weg, den das Land in den letzten Jahren gegangen, der richtige ist, ob er zum Heile Oesterreichs führt oder nicht vielmehr der Weg ins Verderben ist. Das tragische Datum in der Geschichte der österreichischen Republik ist der 12. Feber 1934. Damals hat Mussolini die von Dollfuß geführte österreichische Regierung dazu verleitet, die sozialdemokratische Partei zu provozieren und sie dann blutig niedcrzuwerfen. Dollfuß hat die stärkste Kraft, welche die Demokratie und Uiiabhängiglcit Oesterreichs zu schützen bereit war, aus dem iii» nenpolitischen Kräftespiel ausgeschaltet, in der hochmütigen und überspannten Meinung, er könne allein mit dem Nationalsozialismus, diesem schärfsten Gegner von Oesterreichs Unabhängigkeit fertig werden. Der Bundeskanzler hat seinen Irrtum mit dem Leben bezahlt."Sein Nachfolger ist zunächst denselben Polstischen Weg gegangen und noch heute kann man es in Oesterreich überall lesen, das Land müsse die Dollsutz-Straße weiter beschreiten. Die Ereignisse der letzten Zeit aber haben gezeigt, daß die Dollfuß-Straße. nicht zu einem glücklichen und freien-Oesterreich, sondern zur Gleichschaltung mit Deutschland führt. Mussolini denkt vor allem an die außenpolitischen Lebensinteressen Italiens, nicht an Oesterreichs Wohl und Wehe und er ist bereit jenen, die er dazu Hexleitet hat, dje österreichische Sozialdenw- krqtie" niederzuschlagen, dasselbe Schicksal.zu, bereiten," hab sie den österreichischen Sozialdemokraten bereitet haben. 1934' hat"eS Miissoliiii ins Konzept gepaßt, die Demokratie Oesterreichs zu beseitigen und die totalitäre Regierung in den Satt«! zu setzen, 1937 liegt ihm an Oesterreich | überhaupt nichts mehr und er opfert bedeukcnloS . jene, die sich dazu herbeigelassen haben, ihm zu I lig« wir nicht!), Dmm werft btt Unternehmer hin-1Kontinent und aus den Meeren stärken und eine I weitere Ausdehnung des italienischen Imperiums wohl auf lange hinaus unmöglich machen Ivird. . Deswegen sucht es Bundesgenossen und stösst hiebei aus das isolierte Deutschland, daS gleichfalls ~v„... daS stärkste Bedürfnis nach Verbündeten hat. Aber "bemerkbar machen können, dann müß man" damit Hiller tut nichts um sonst^und verlangt von Einberufer beschimpft! I Zwischen May und den Genossen Heeger und. Zisch ka sowie einigen Kommunisten kommt c» zu schweren AuSrinandersetzungen. in deren Verlaus sich- May maßlos aufregt, direkt zu erzedieren be ginnt und vom Vorsitzenden dreimal zur Ordnung gerufen wird. ES regt ihn anscheinend ganz beson der» auf, daß- niemand da» berühmte Attentat aus .ihn.ernst, nehmen will.,, Krejdi: Wir werd« un» die Frelhett der Versammlung von Ihn« nicht nehmen lass«». Man mutz vor der gesamten Oefkentlichkeit aufzeigen, wa» Sie find!. Rach, der einen Seite dellarieren Eie sich 'alt Freunde der Arbeiterschaft,' nach der andern "Sette find Sie-hartherzige, brutal« Untemehmer, bezw. Ihre Söldlinge. Dies« Tatsache gibt un» die Möglichkeit, in d« Mass« der»rbeittrschast den Kampf gegm SW" zu" führen, bi» zu-Ihrer restlosen Vernichtung, Wa» immer Sie" auch sag«, mit einer selche« Politik vermög« Sie sich nicht zu halt«! Wir»erd« den Menschen aufzeigen, wa» Sie find: Ein.Heer, van Phrasenmachern, die nicht» können, al» die Dienste der Unternehmer zn besorg«, ,gl», einer klein« Kaste pen Mensch« Vorrechte zu verschäss«, die aber der deutschen Arbeiterschaft-nach nicht.»«» Geringste gebracht hat« und auch nicht bring« werd«.- - Schauen^Sie fich- am Samttag die Molaus- märsch« unserer Partei an, und dann»erden Ti« wist«, welch« Zukunft'Ihrer»artet! Mit«n» geht «» Recht! Wir»erd« den Kampf nm die deutscho Arbeiterklage weitersühren!(Starker Beifall. Lärm bei der SdP.) , Kläglicher Start Dr. Kellners - Die Pleite der SdP wurde dann nach durch da«.unsagbar llägliche Auftreten des Herrn Dr. K ell'l« e"ki der notgedrungen-ein" paar"Sätze Seite 2 - Mittwoch, 28. April 1937 Nr. 100 Mlnlsterjtostalek und kulturellen Entwicklung der Vaterlandes. An ihnen Hütte eine Regierung, weiche entschlossen ist die Unabhängigkeit Oesterreichs zu währen, die stärlsten Nnndesgeuvsseu. Diese Massen können gewonnen werden, wenn man sie teilnehmen lässt an der Aerantwortnng sür Oesterreichs Schicksal, an der Mitgestaltnng der österreichischen Zukunft. Nicht die Dollfutz-Straste, aber der Weg dec Demokratie führt z» Oesterreichs Glück und Heil und kann Oesterreich davor bewahren, im Meere des deutschen Faicknsmu» zu ertrinke», kann die österreichische Kusinr vor der Vernichtung durch 'die braune Barbärei retten. Es ist hoch an der Zeit, daß in Oesterreich eine Wendung eintritt, soll das Land nicht eine Beute Hitlers werde».$n. katholische» Kreisen dringt die Erkenntnis immer mehr durch, dass man die Arbeiterschaft wieder in daS politische Leben linschalten müsse. Der große Fehler, den die österreichischen Ehristltchsozialen im Feber 1084 gemacht haben, must wieder gutgemacht, der Rechtlosigkeit der Arbeiter ein Ende gesetzt, der erste Schritt zur Redemokraiisierung Oesterreichs getan werden. Nur die Kräfte der vereinigten österreichischen Demokratie— und da soll niemand ausgeschlossen werden— können auf die Dauer Oesterreichs llnabhüngigkeit erhalten. Tel(streik in Kladno Kladno.(Tsch. P. B.) Die Arbeiterschaft der Poldihüfte in Kladno verhandelt bereits seit etwa 14 Tagen über eine Lohnregelung. Die letzten Verhandlungen fanden Montag statt und'ihre Fortführung derselben wurde auf Donnerstag Äuch Lana(Tsch. Rät. Soz.) konstatiert, dast'die Grubenkatastrophen der letzten Zeit fast immer durch strafwürdige Unterlassungen der Untexnehmer verschuldet wurden, Die Ursachen des Üngliickr auf der Grube»Nelson* sollten schon endlich einmal untersucht werden.^ Die bisherigen Ergebnisse würden genügen, um der Brüxer Kohlengesellschast das Förderungsrecht zu nehmen. , beiden Kanunern hielten die Vorsitzenden zu Beginn der Sitzung den Opfern des Grubenunglücks herzliche Worte des Gedenkens, tzie von den Anwesende» stehend angehört wurden. Ola Katastrophe von Semtln Im Wehrausschutz erstattete Verteidigungsminister Machnik ein Referattüber die Explosion in S e m t i n, der vier Arbeiter zum Opfer fielen. Die Ursache her Explosion konnte nicht sichergestellt werden, da sämtliche Beteiligte, die vielleicht hätten Aufschluß geben können, tot sind. Die Sicherheitsmaßnahmen seien äußerst streng und ganz modern; trotzdem konune es auf der ganzen Welt in solchen Unternehmungen Immer wieder zu Explosionen. Der Minister berichtete dann übet die Versorgung der Hinterbliebenen, die einerseits aus dem Titel der Versicherung, andererseits aus dem Titel der dauernden Versorgung Geldbeträge erhielten. Die Verwundeten, die ins Krankenhaus geschafft wurden, er» hieven dieselben Löhne, als wenn sie beschäffigt gewesen wären. In der Debatte regte Srba(tschech. Sozdem.) an, daß man in so gefährlichen Be- trieben ähnlich vorgehen sollte wie bei den Fliegern: Wenn diese indisponiert sind, brauchen sie bekanntlich nicht zu fliegen. Der Minister versprach, die vorgebrachten Anregungeii in Erwägung zu ziehen uttd dem Ausschuß über die Ergebnisse zu berichten. Prag. In beiden Kammern erstattete'Arbeitenminister Jng. Dostalek am Dienstag einen Bericht über die bisherigen Ergebnisie der Untersuchung des Grubenunglücks auf dem Ferdinand- Schacht bei Rokvcan. Er hob hervor, daß an die Unglücksgrube die Grube„Davi d" angrenzt, die feit 1981 außer Betrieb ist. Diese Grube wurde verschüttet'und sie füllte sich mit Wasser an.' Nach den Vorschriften müssen dort, wo alte Schächte vorhanden sind, Bohrungen vorgenommen werden, um die Mächtigkeit «ich Festigkeit der Zwischenwand festzustellen. Dadurch soll die Grube vor Gas- und Wasscreinbrü- chen geschützt werden. Nach den Grubenkarten bestand zwischen den beiden Schächten eine 240 Meter dscke Wand, so daß die Betriebsleitung es nicht für nötig hielt, die vorgeschriebenen Bohrungen durchzuführen. Noch um zehn Uhr früh, also unmittelbar vor der Katastrophe, habe der Betriebsaufseher den Stollen, i» den dar Äaffer durchbrach, befahren und keine Anzeichen der drohenden Gefahr bemerkt, Dort, wo die. Leitung mit der Möglichkeit einer WaisereinbrncheS rechnete, seien die Vorschriften eingehalten worden. Die Grube wurde im letzten Kahr mehrfach inspiziert. Ob da» Wasser dnrch einen alten Stolle« eindrang, der auf der Karte nicht verzeichnet war, oder infolge einer Umschichtung de» umliegende« Gestein», bzw. au» anderer Ursache, wird erst nach dem ANSPumpe» de» Master» au» der Grube Ferdinand sicher festgestellt werden können. Als erste Hilfe für die Hinterbliebenen hat da» Ministerium 80.000 Kronen angewiesen. Für die arbeitrlo» gewordenen Bergarbeiter wird bei Not- siandSarbeiten Arbeit beschafft werden. Der Minister versprach, alle» zu tun, wa» in menschlichen Kräften steht, um ähnliche Katästro- phen wenigsten» einzuschränken, wenn sie schon nicht völlig au»geschlosten werden können. In der Debatte erklärte ü. a. Pik sTsch. Sozdem.), daß da» Wasser aus der eingestellten Grube David entgegen den gestellten Bedingungen nicht a u S g e p u mp t wurde; darin sei die Ursckohe de» Unglück» zu suchen. Die Äruben- inspektion müsse viel strenger sein.. Der Fall Etrlch vor dem Parlament (Fortsetzung von Seite 1.) Kellner ein Mann die Tribüne, der in seiner grenzenlosen Hilflosigkeit einen direkt peinlichen Eindruck machte. Er murmelte als Antwort an Kresäi leise etwas vor sich hin, waS kein Mensch verstehen konnte, wußte mit feinen Armen nicht» anzufangen und sah auS wie ein Wanderprediger, der eine salbungsvolle Rede halten will und nicht kann. Bald machte sich alles über die Unglücksfigur. lustig. Katz rief unter hellem Gelächter: „Er betreibt Flüsterpropaganda!" Ablenkungsmanöver feiner Klnbkollegen, die Streit anfingen, um die Aufmerksamkeit von ihm abzulenken, blieben wirkungslos. Schließlich wurde er vom Vorsitzenden auch noch aufgefor- dert, nicht ständig z« lesen. DaS brachte ihn vollends nm feine Fassung. Er kramte nervös unter seinen Papieren herum, ans der die Rede schön aufgeschrieben stand, laS einmal van vorn, dann wieder von rückwärts ein Paar Sätze daraus vor und hatte offenbar nnr den einzigen Wunsch, dem Trommelfeuer mitleidsloser Zwischenrufe möglichst bald z« entrinnen. Erst langsam legte sich dann die allgemeine Erregung. Feldgerichte angenommen Die eigentliche Tagesordnung der Sitzung bildete die Vorlage betreffend die militärische Feldgerichtsbarkeit, über die wir bereits eingehend berichtet haben, lieber die vom Ausschuß vorgenommenen Aenderungen referierte Abg. Richter. Nach kurzer Debatte ivurde die Vorlage in beiden Lesungen in der AiiSschußfassung genehmigt. Dar Haus vertagte sich dann auf Donnerstag, den 18. Mai um 8 Uhr nachmittags. Personalsparverordnung rückwirkend Gesetz! Die Regierung hat dem Abgeordnetenhaus einen Gesetzentwurf vorgelegt, durch den den Bestimmungen der bisherigen Regierungsverordnung betreffend Personalsparmaßnahmen rückwirkend vo»h Tage ihres Inkrafttretens Gesetzeskraft verliehen wird..Gleichzeitig soll die Wirksamkeit zeitlich beschränkter' Bestimmungen über Personalsparmaßnahmen in dem bisher gültigen Aurmgß verlängert und die Regierung ermächtigt werden, diese Bestimmungen Unter Beachtung des Gleichgewichtes der Staatsgebarung durch Regierungsverordnung zu mildern, eventuell aufzuheben. Die Vorlage Hai hauptsächlich den Zweck, eine oberstgerichtliche Entscheidung zu korrigieren, daß der Abbau der Bezüge der Richter durch Verordnung auf Grund de» Ermächtigungsgesetzes Unzulässig sei. Die Richter hätten dadurch Anspruch auf Nachzahlung der Abzüge gehabt, was der Staatskasse eine unerträgliche Ans dem Senat Der Senat nahm Dienstag nachmittags programmgemäß das Expose des Unifizierungsministers Dr. S r amek über die neue Zivilprozeßordnung entgegen. Der Minister befaßte sich 'namentlich mit der Frage der Zulässigkeit neuer Beweise im BtrufungSversahren und erllärie, daß. diese komplizierte Frage einer ruhigen Diskussion bedürfe; Dazu'werde iN den AusschüssinZeit genug sein?' In der Debatte sprachen Paulus(Nat.-Ver.) und Dr. M i l o t a(Nat.-Soz.) worauf die Sitzung auf Mittwoch 3 Uhr nachmittags vertagt wurde. Für Donnerstag ist eine weitere Plenarsitzung geplant, die sich mit dem Eisenbahngesetz befassen soll. über das Grubenunglück Verletzung der bergbehdrdllchen Vorschriften ftttgesteilt Einberufung des Straßenrate». Der Minister für öffentliche Arbeiten hat die 18. Sitzung des Straßenrates auf SamSiag, den 8. Mai 1987, einbernfen. Auf dem Programm sind insbesondere, die Angelegenheiten der nichtstaatlichen Straßen. I Nachtragsbelastung.beschert hätte. nachmittags festgesetzt. Dienstag frich hat aber die Arbeiterschaft im Walzwerk die Arbeit eingestellt und die Arbeiter der Nacht- und der Frühschicht verblieben in den Waschräumen. Durch de» Streik sucht die Arbeiterschaft eine lineare Erhöhung der Löhne zu erzielen. Die Werksleitung hat die Streikenden aüfg'efordert, bis spätestens Iki.Uhr die Arbeit anzutreten und die weiteren Verhandlungen abzuwarten. Bis zu dieser Zeit wolle die Werksleitung die AcbettSeinstellung als einen Demonstrationsstreik ansehen. Von der Gesamtzahl von 8000 beschäftigten Arbeitern-streiken 880 bis 400 Personen.' S0rachprüfungen von StraOenwfirtern Wie wir hören, haben unlängst Sprachprüfungen' für Straßenivärter deutscher Nattonaliiät stattgefunden. Durch diese Sprachprüfungen streben die Anwärter, die bisher provisorisch angestellt waren, die definitive.Anstellung an. Bon diesen Straßenwärtern sind nun eins Menge durchgefallen, weil sie angeblich den Anforderungen nicht entsprochen haben. Es scheint, daß man bei diesen Prüfungen allzu formalistisch vorgeht. Die Instruktionen für die prüfenden Beamten stammen wohl au» einer Zeit, da man etwas weniger Verständnis dafür gehabt hat, was ein deutscher Arbeiter, dessen Aufgabe es vor allem ist, die Straßen in Ordnung zu halten, bei einer Prüfung.treffen muß. Wir glauben nicht, daß diese Instruktionen im Geiste der Vereinbarungen vom 18. Feber gehalten sind und es wäre not» wendig, eine Revision dieser Prüfungsordnung vorzunehmen, wobei maßgebend sein müßte,-daß der Kandidat jene Kenntnisse aufweisen muß, die zum Dienstgebrauch erforderlich sind. Mehr nicht. DaS Befinden der Genossin KIrpal, die bekanntlich in der Versammlung in Niedergrund bei dem Angriff der Knüppelgarde des Herrn Rösler auf das Präsidium durch einen Glassplitter am Auge verletzt wurde, läßt leider noch immer zu wünschen übrig. ES wird vielleicht sogar eine Schätzung des verlöten Auges nvttvendig sein. Aus deutschen wie tschechischen Kreisen sind der Genossin Äirpal so viele Sympathiekundgebungen zugekommen,' daß sie außerstande ist, allen jenen sofort zu anttvorten, die sich schriftlich nach ihrem Befinden erkundigen. Sie dankt daher allen auf diesem Wege für die vielen Beweise der Anteilnahme. Unter den vielen Zuschriften befindet sich auch eine der tschechischen nationalsozialistischen Abgeordneten Z e m i» n o v n, die ihrem tiefen Abscheu vor dem uner» echörtcn Attentat der Henlein-Hälenkreuzler Ausdruck gibt und erklärt, daß auch das Par- l am ent zu diesen Ereignissen ein klares Wort sagen müsse.„Die Unsitten des Dritten Reiches", schreibt Frau Zeminovä resolut,.dursen in unserem geMtinsanieni'demokratischen'"Vaterland nicht einrejßenl"— Es wäre nur zu wünschen, daß auch die zuständigen ParlamentSfakwren diese Mahnung beherzigen und daS AuSIiefe- rungsbegehren gegen den Haupthelden von Nie« dergrund, den Henleingbgeordneten Rösler, ohne Verzug der Erledigung zuführenl Der Präsident der Republik hat am 27. April den britischen auherordeMlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister M. B. C. Newton, ferner den Vorsitzenden der jugoslawischen Skupschtina Dr. St. Eirii und den Vorsitzenden»Stellvertreter Dr. Franjo Markst! und schließlich den jugoslawischen außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister. Dr. Protii empfangen. JUNGES WEIB e VERONIKA ROMAN VON MARIA GLEIT Veronika lachte ein bißchen. Wie selten sie sitzt lachte.»Nein, du hast mir'S nicht gesagt! Ihr zwei steckt also immer noch unter einer Decke— gegen— mich, wie?" Jetzt aber riß der Mutter die Geduld.»Ach balt daS nicht mehr aus, Veronika! Entweder du sagst mir endlich, was hier vor sich geht— hier — zwischen— dir— und deinem— Mann— oder ich verlasse das Haus!" »Das Haus? Du verläßt daS Hans? Warum denn nur in aller Welt? WaS soll denn vor sich gehen hier? Du bekommst Briefe, die du nicht zeigst, und dann, dann glaubst du nöch— — das finde ich aber wirklich merkwürdig, Mutter." »In diesem Hause sind ganz andere Dinge merkwiivdig, Veronika." »Zum Beispiel... 7" „Zum Beispiel, daß du nicht glücklich bist, Veronika! Du sagst, daß du den besten Mann hast, den es gibt. Du hast ein Haus, Veronika, und du bekommst ein Kind. Was fehlt dir denn nun noch zu deinem Glück? Ist das, waS du hast, nicht mehr, als ein Mensch verlangen kann?" «ES ist mehr, als ich verdiene", sagte Veronika leise,»und ich bin glücklicher, als jemals eine Frau gewesen ist. Ja, glaubst du dar denn nicht?" Vorwurfsvoll und begütigend klang ihre Stimme, zwingend und klar Wären ihre Augen, die daS Unheil verleugnen wollten. Schlittengeläut drang von der Straße herein.. „Nein", sagte die Mutter,„ich glaub' dir nicht, Veronika!"' Und der Mann war wieder einmal unterwegs. Veronika hatte die Hand vor die Augen gelegt. Die Hand verdeckte das gelbe Gesicht., lüeinte Veronika? Sie lächelte, mühsam und angestrengt.„Bleibst du—- dennoch bei mir, Mutter?" fragte sie. Die Mutter nickte.-„Mein Kind", sagte sie nur,„mein kleines, kleines Kind..." * Die Nacht am Flusse aber schien versunken. Niemals mehr sprachen sie von den Dingen, die damals besprochen worden waren. War die Gefahr wirklich gebannt? Der Mann hätte gexn einmal Zuflucht gesucht bei seiner Frau in dieser Sache, die ihn immer noch bewegte. Doch Truckestbrott schtvieg. Niemand hatte mehr etwas von Truckenbrott gehört, und nur die Alte aus dem„Hirschen" erging sich manchmal in rätselhaften Anspielungen. Er ahnte wohl, daß sie ihn haßte, weil er Rosar unterwürfige Bemühungen unmißverständlich genug abwies, aber er wußte nicht, wie tief dieser Heiß saß-und wie-er dem natürlichen Bedürfnis der- alten Frau nach Klatsch und Ränken entgegenkam. Ihm genügte es schon, wenn mim Veronika au» dem büken Spiele aurschloß, daS da getrieben wurde. Veronika! Furchtbar das Schweigen» das ihn von ihr trennte! War es nicht jedem Manne gegeben, mit seiner Frau zu reden-von.den Sorgen, die ihn bedrückten? Warum kam er nicht an Veronika heran? Warum war sie vön ihm getrennt, als läge ein Schwert zwischen ihnen, bltt- zend und scharf? Kam er nach-Hause, dann saß sie meisten» auf ihrem, Fensterplatz und schrieb. Die schrieb so viel. Sie schrieb, an Bernd, und? er suchte in den Worten. den Ausdrücken, den Sätzen. Was, um des Himmel» willen, suchte-er nur, Wenn sie ihm arglos den Brief zuschob, damit n einen Gruß hinzusügen konnte. Und manchmal hatte er etwas gefunden. Manchmal stockte er. „So?" fragte er dann wohl,„ach, so ist das? Du hast mir ja noch gar nichts gesagt davon, Veronika?" „Dann hast du«s wohl-nur vergessen", entwertete Veronika meistens.„Erinnerst du dich nicht?" „Nein, ich erinnere mich nicht. Und— ich vergesse auch nichts, was dich angeht, Veronika. Damit mußt du schon rechnen. Du wirst ihm wohl geschrieben haben, ohne daß ich...." „Aber ich habe ihm nicht geschrickenl" „ES ist ja gleichgültig, Broneli.. .„Ist eS gleichgültig?" fragte sie glücklich zurück und legte die Arme um seinen Hals.„Wenn du eS willst—"..— sie verbesserte sich rasch— „wenn ich wüßte, daß es dich nur einen Augenblick stört, dann würde ich ihm keine Zeile mehr schreiben!" beteuerte sie eifrig.„Der Junge ist.ja schließlich Manns genug, um mit seinem Leben fertig zu werden, nicht wahr V 1' „ES stört mich keineswegs", sagte Bann- Holzer steif,„du sollst schreiben oder, nicht schreiben, wem du willst, Veronika, du Mutzt-nicht immer tun, als sei ich ein Gefangenenwärter und du seist meine Gefangene..." Sie griff mit der Hand nach dem Herzen, sie schwankte ein, wenig, und dann. setzte sie sich auf den Stuhl, der ihr am nächsten stand und sah ihren Mann aus weitem fassungslosen Augen an. Da stürzte er zu- ihr, warf-'sich vor ihr auf die Knie, legte den Kopf in ihren.Schoß: „Oh, Veronika, was für ein Schuft ich hin» ich quäle dich zu Tode, du meist, arme» Herz!" Sie fühtte die Erschütterung-seines Körpers, fein trockenes Schluchzen, und fühlte, Wie er litt.-, »Du quälst mich doch nicht... Komm, sei guttikoMmi... komm..-sagte sie» sehr leise, -sehr betroffen, kaum verstand er e»,' isst»'iBon diesem-Tstge-an schrieb iie wirklich nur ganz selten noch,'u'nd alle» wurde nun noch schlimmer. Die IsnbefangsMHeit, mit der sie Bernd M Anfang an gegenüüergestanden hatte, war zur Befangenheit geworden.' Jeder Satz, den sie ihm nun schrieb, gewann, sobald er geformt war, eine andere, schwerwiegendere Bedeutung. Sie wählte und verwarf die Worte, ach, unendliche- Mühe machte da», und endlich ließ sie'S sein. War nicht die Seelenruhe ihre» Mannes wichtiger al» dieser ganze Alexander Bernd? Um diese Seelenruhe aber war es schrecklich besteW. Nun, da sie nicht mehr schrieb, sah er sie ständig schreiben; Wann er auch den Rücken wendete, wo er auch saß, an welchem Krankenbett, am Lenkrad, in welchem Gasthof bei raschem Imbiß: überall sich er Veronika, wie sie beim Tische faß, heimlich die Feder über da» Papier eilen ließ, rasch, rasch, und wie sie den Brief dann,.hastig aufs Postamt trug, uiw wie sie" ihn vor ihm verbarg.. Und er gewöhnte sich in seiner verzehrenden Liebe um diese Frau, ln seinem haltlosen Eifern an, unerwartet nach Haus« zu kommen, sie zu überraschen, ihr nachzuspüren, nichts, nicht», nichts mehr zu fagen, um sie nicht zu kränken, nicht wachsam zu machen, alles in sich hinelnzufreffen, stumm, entsetzlich leidend, auf falscher Fährte, immer wieder sich selbst einen Schuft, eintn Schurken, heißend, der da» reinste Wdfen auf Erden, Veronika, haltlos verdächtige. Und wärum? Warum? Weil er e» nicht begreifen, konnte, daß sie ihm gehörte, ihm, einem verlorenen Menschen? Weil das so-, unwahrscheinlich voller Wunder war, daß eS ihn-verwirren, daß er einen Fehler suchen mußte in-diesem festgefügten Bau seines Glücks? < Die Lücke fand sich.' alS er genug gesucht, genug sich selbst zerschunden hatte. Es sang und fummte in den Wiesen, in der Luft. Der Sommer war dä, und das Kind würde kommen. Betäubend flirrte-und.flimmerte, die Sonne auf. den Weg, auf hie Straßen, die Chausseen.- Betäubend flimmerte sie, ulS Bannholzer wieder einmal zu« rüchfuhr in sein Dorf. Mit einem Male«wer ging sie unter. Schwarz wurde die Welt, und er ersttckte in ihr. ^Fortsetzung.folgt.),. f JU. 100 Mittwoch, 28. April 1087 Seite 9 fudctendcutsc6er Zeitspie&et C ONCA^ Am l.Mai: für Sozialismus, Demokratie und Frieden! scheint K o ii- stätt. Sie währten bis nach acht Uhr abends und wurden von dem Vertreter der Organisation mit dem besten Willen geführt, eine Einigung zu erzielen, scheiterten aber schließlich an der Starrköpfigkeit der Unternehmung. Sie sollen Mittwoch vormittags weitergehen. Bor allem war der Vertreter der Firma nicht mit einer entsprechenden Vollmacht ausgestattet und der Chef warf wieder um, was der Direktor vereinbart hatte. Und als am späten Abend nahezu eine Vereinbarung mit Chef und Direktor zustande gekommen war, lehnte wieder Herr Dr. Lederer, der Sekretär des JnduskriellcnverbandcS, ab. Noch in der Nacht wurde der Arbeiterschaft in einer Betriebsversammlung mitgeteilt, daß Mitttvoch weitere Verhandlungen stattfinden werden. Die streikenden Arbeiter und Arbeiterinnen haben trotzdem einmütig den Beschluß gesagt, im Betrieb zu verbleiben, bis ihren Forderungen stattgegeben worden ist. Der Streik dauert also unvermindert an. Ole Verhandlungen In der ostböhmischen Textilindustrie werden fortgesetzt Trauten» u.(E.-B.) Die am DienS tag durchgeführten Lohnverhandlungen für die Leinenwebereien brachten wohl iir einigen Punkten eine Annäherung, bei der allgemeinen Lohnforderung ist jedoch noch eine (fünfprozentige) Differenz vorhanden sowie bei einigen anderen BertragSsachcn, weshalb also eine Einigun g noch nicht zustande- k a m. Die Verhandlungen werden am konunen- den Freitag fortgesetzt werden. Die Verhandlungen fü» die Flachsspinnereien wurden DienStag ebenfalls fortgesetzt und die Unternehmer haben bis jetzt einige weitere Punkte angenonimen. Um halb 6 Uhr abendS wurden dir Verhandlungen um eineinhalb Stunden vertagt, da inzwischen beide Parteien beraten. einer sagts dem andern: .4 Es geht besser* Am besten geht’s mit Unsere Malnummer erscheint am SamStag, den 1. Mai, in verstärktem Umfang. Die Sonn- tagSnummer am 2. Rai entfällt anläßlich des Feiertages. Die Verwalt«ng. Streik In der Komotauer Hutfabrik - 260. Arbeiter halten den Betrieb besetzt Abgebrochene Berhandlnngen Dienstag früh trat die Belegschaft der Komotauer Hutfabrik Reiniger u. Co. in den Streik, Sie ging in den Betrieb, nahm aber die Arbeit nicht mehr auf. Nach-ursprünglicher Weigerung der Firma, Verhandlungen durchzuführen, fänden solche am Nachmittag doch bei der Bezirksbehörde Druck der Unternehmer, die in Asch fast vollständig zur„Volksgemeinschaft" Henleins zählen. Aber weder politische Niedertracht der Gegner, noch der Terror des henleinistischen Unternehmertums vermochten die Sozialdemokratie in Asch zu vernichten. Und der„Tag des arbeitenden Grenz- volkeS" soll diese Unerschütterlichkeit stärker als sonst erweisen und den demokratischen werktätigen Bewohnern des Bezirkes erhöhte Kraft zum schweren Kampfe geben. neuer Konflikt in der Brünner SdP? Dr. Karl Schwabe, ein hervorragendes Mitglied der SdP, ist aus dieser Partei ausgetreten. Schon im vorigen Sommermonat— nachdem sein Bruder Viktor Schwabe seines Amtes als Kretssekretär enthoben wurde— hatte es den Anschein, daß Dr. Schwabe wegen dieser Tatsache und wegen anderer Vorfälle, sich von der politische» Tätigkeit zurückziehen werde. Dr. Schtvabe spielte schon seinerzeit in der bekannten Baeran-Affäre«ine Rolle. Er gehörte in der SdP dem radikalen Flügel an und betätigte sich füh- rend in dem sogenannten„A-Ausschuß". Heute ist Dr. Schwabe noch im Bund der Deutschen als Gauwerbewart tätig. Nach der bekannten Zientek-Affäre innerhalb kurzer Zeit nun der z w e i t e f l i k t der Brünner SdP auszubrecheu. chen. Bilbao.(Reuter.) Das ehemalige Zentrum der baskischen Provinz Q u e r n i e a ist in einen Haufen rauchender Trümmer verwandelt worden. Dies bewirkte eine Reihe intensiver Flug- zeugangriffe, wie sie vielleicht bisher in der Geschichte der modernen Kkiegssührung nicht verzeichnet wurden. Mehrere hundert Zivilpersonen sind durch die Bomben der Franco-Flugzeuge getütet wurden. Die Flugzeuge belegten dreieinhalb Stunden hindurch die Stadt ununterbrochen mit Bomben. Eine große Zahl von Betvohnern ist in die Umgebung der Stadt in die Felder geflüchtet. Wie durch ein Wimder ist das historische Gebäude des ehöinaligen baskischen Parlamentes mit der berühmten hundertjährigen Eiche unversehrt geblieben. DI« ganze übrige Stadt liegt vollstkndig in Schutt und Trümmern, aus denen Rauchschwaden emporsteigen. Es dürste keine einzig« Gaff« mehr passierbar fein. B i t o r t a.(HavaS.) Montag abendS überschritten die Abteilungen des Generals Mola den Rio Durango und bemächtigten sich zweier Dörfer. Die Truppen iibergurrten den Fluß auf den von den Genieabtrilungen errichteten Brücken. Mit der Infanterie rückt« auch die Artillerie vor, die dm fliehenden Feind unter Feuer nahm. Die Truppen Molas fanden überall große Lager von verschiedenem Material, daS die SirgierungStrnp- Pen znrückgrlasim hattm. Dir BcobachtungSflug- zeuge melden, daß sich in den rückwärtigen Linien des Feindes«ine intensive Bewegung bemerkbar mache. Die Straße vsn Durango nach Bilbao ist von Truppen, Zivilbevölkerung und Vieh dicht besetzt. H e n d a y e.(Reuter.) Der Rückzug der Basken hat sich in ein« regellose Flucht gewandelt, meldet der Reuterkorrrspondent aus Bita- ria. General Mola ist der Meinung, daß die Bis- laua-Front durchbrochen und daS Schicksal der ganzen Provinz besiegelt sei. Valencia beschossen Artillerieduell bei Madrid Valencia.(Reuter.) Dienstag früh wurde Valencia bombardiert, und zwar wahr- scheinlich von de» Aufständifchcn-Krenzern„Ca nariaö" und„Baleares". Die Zahl der Opfer dieses Bombardements ist nicht bekannt. Barcelona.(Havas.) Das Marine- und Luftfahrtministeriun» meldet, daß die Regie- rungStruppen an der Aragon-Front Erfolge errungen und wichtige Positionen bei Lenes erobert haben, wo der Feind schwere Verluste zu verzeich- »m hatte. Biele Soldaten Francos sind ins Lager der Regierung übergelaufen. Nach Einnahme der Stadt Celadas besetzten di« Regierungsmilizen mehrere Positionen, welche die Straße von Teruel nach Saragossa beherrsche», sowie auch die Bahnstrecke, welche diese beiden Städte verbindet. Madrid.(HavaS.) Gegen Mitternacht nahm, an der Front von Madrid ein Artilleriezweikampf seinen Ansang. Hiebei sielen Artilleriegeschosse in einige Madrider Hauptstraßen. Eines dieser Geschosse fiel in der Nähe des Gebäudes ans, in dein sich die Journalisten oer- sammrln. Republikanische grohkälibrige Batterien sind noch immer zu vernehmen. Der Umfang deS Schadens sowie die Zahl der Opfer ist noch nicht bekannt. SdP-Blsmeze In Böhm.-Lelpa Die Polemik um die Veranstaltung der 800-Jahr-Feier innerhalb Leipaer Kreise der SdP hat eine unerivartete Wendung genommen. Der Angriff des Abgeordneten Gustav Knöchel im„Trommler", der am Tage der Eröffnung der Feierlichkeiten unter die Bcvölke- rung wsc. eine Bombe geplatzt,wax. hatte derart- überrumpelnd gewirkt, daß er den meisten" alle' Orientierung nahm. Man neigte zur Ansicht, daß' die Kreisleitung die Parole auSgegcben hätte, die ganze Veranstaltung sei für die SdP„Tabu" und zahlreiche gehorsame Partei-Untertanen, die bereits Flaggen und Kerzen für den Festschmuck bereit hielten, warfen sie wieder zum Gerümpel. Die öffentliche festliche Sitzung der Verwaltungskommission von Freitagabend war von SdP-Mit- gliedern ziemlich gemieden und stand unter dem Zeichen sichtlicher Nervosität. Herr Kunc, als tschechisches VcrwaltungSkommissionS- Mitglied, nahm ßu der rücksichtslosen Haltung der SdP in deutlichen Anspielungen Stellmig. Nun sickerte aber bereits am Samstag die Ansicht durch, daß Abgeordneter Knöchel mit seinen gehässigen Ausfällen ein Einzelgänger sei, trotzdem aber sagten Turner und Sänger ihre vorher zugesicherte Mitwirkung an der samstägigen Festausführung ab. Allmählich ist man aber in den gemäßigten Kreisen der SdP zur Ueberzeugung gekommen, daß die Bekämpfung einer Veranstaltung, die hauptsächlich als wirtschaftliche Ankurbelung für die notleidende Stadt gedacht war, ein heller Unsinn istl Dem Abgeordneten Knöchel, der ausdrücklich erklärte, die SdP sei an der Feier desinteressiert, spricht man das Recht ab, im Namen der gesamten Partei zu sprechen. Der materielle Ausfall ist bereits bedeutend und oh nun alle Tagungen, die gewiß viel Geld in. die Stadt und unter die Leute gebracht hätten, stattfinden werden, ist mehr als fraglich. Den Schaden hat die Bevölkerung. Bezirksstelle der deutschen aktivistischen Parteien in RiemeS. Am 21. d. M. fand in Niemes die gründende Sitzung der Vertreter der deutschen aktivistischen Parteien zwecks Errichtung einer Bezirksstelle statt. Es wurde für jede Partei ein Schristenempfänger gewählt, und zwar:(christ- lichs-zial) Franz Glöckner 5. IV., D.S.A.P. Alfred Eichler 436/1., B.d.L. Karl Gumpert 82/1. H. Franz Glöckner wurde als Vorsitzender »nd H. K. Gumpert als Leiter der Bezirksstelle gewählt. Es geht wieder vorwärts! Im Zuge der Henlointvelle Ivar 1935 die Ortsgruppe der Ge- wcrkschaft der Lebens- und Geuußmittelarbeiter in Königsberg a. E. in Trümmer gegangen. Dabei ging auch der BetriebSauLschuß in der Brauerei Haas verlöre». Seit ztvei Jahren Ivaren die Arbeiter ohne gesetzliche Vertretung. lieber Verlangen des Gewerbeinspek- iorates Ivurdcn nun die Wahlen durchgeführt. Von 18 gültigen Stimmen erhielten die Frei« Gewerkschaften 86 und zwei Mandate, die Deutsche Arbcitcrgewerkschast 18 und ein Mandat. Karlsbad muß eine Zieh»Harmonika kaufen, der„Volkswille" durckt einen Brief der Ortsgruppe der SdP in Karlsbad(gezeichnet Roedel« machcr) an das städtische FUrsorgeamt ab, in dem es heißt: Beim Herrn Bürgermeister fragte ich an, ob«S möglich wäre, Fräulein... Xi 140 zum Ankauf einer Zieh-Harmonika zu geben, mit welcher sie sich den LebcnS-Unterhalt verdienen könnte. Der Herr Bürgermeister hat zugestimmt und ich bitte, das Nötige zu veranlassen. Das Nötige wurde veranlaßt und der Dame wurde die Harmonika gekaust, obwohl dasselbe Amt in wichtigeren Fällen recht hart sein kann. Dabei ist für das Fräulein der SdP schon an SpitalSkoste» ein nennenswerter Betrag erlegt worden, wie man ihn'bei andexen Kranken und anderen Erlrankungen auch nicht ohne weiteres spendiert. Die Episode läßt Erfreuliches von der kommenden K o m m u n a l p o l i t i k der SdP erwarten I Aufbruch gegen Dr. Brand ... Der„Aufbruch" bemerkt zu dem neuen Spruch des Ehrengerichts im Falle Brand, daß auf dieses schon seit langem ein starker Drück auS- geübt wurde, so daß cs sich bemüßigt sah, den Spruch durch die Erklärung,‘ Dr. Brand habe „nicht bewußt" unehrenhaft gehandelt, zu mildern. Der„Aufbruch" meint jedoch, daß diese Konzession Dr. Brandt! ichtzurEhrege» reichen dürfte. ES gebe ztvar eine Reihe von Möglichkeiten, unbewußt unehrenhaft zu handeln, -etwa im Affekt, aber— so fragt das Blatt ' weiter— kann man Im Affekt allmählich fast sämtliche Verwandten im Parteidienst versorgen? ES bliebe die Möglichkeit offen, daß das Ehrengericht mit seinem Spruch die jugendliche Unerfahrenheit und geistige Unreife Dr. Brandt als Ursache seines unbetvußt unehrenhaften Handelns annahm. Auch diese Möglichkeit ist bei einem nahezu 80jährigen Doktor der StaatStvisscnschaften in der politischen Stellung, wie sie Dr. Brand inne hatte, nicht anzunehmen. Jedenfalls ist D r. Brand erledigt. Dem Sndetendeutschtum werde es in den Augen der Engländer nicht zur Ehre gereichen, daß Dr. Brand es dort vertreten soll. Ganz abgesehen davon, daß Dr. Brand durch seine Tätigkeit in London das gegebene Versprechen, nicht in die Politik zurückzukehren, nicht eingehakten hat. Dem Ehrengericht gebührt das Verdienst, daß eS bei aller menschlichen Rücksichtnahme über Dr. Brand ein Urteil gesprochen hat, daS ht dem hervorragendsten KB-Mann eine Clique • von Ehrgeizlinge» getroffen hat, di« die Ursache«IneS noch nie dagewesenen Tiefstandes der politischen Mora l im sndetendrutschen öffentlichen Leben ist. Drum muß man sich vergegenwärtigen, von welcher Moral die bewußten Handlungen dieses Menschen getragen sei» müssen, wenn schonsrinruntewnßtenHandlnn- . genehrrnrührtgsind. Wie man sicht, erfreut sich Herr Dr. Brand, der jetzt in. London„das Sudctendeutschtum vertreten" will, auch innerhalb der gewiß nicht „marxistischen" Kreise nach Wie vor größter Beliebtheit, höchsten Ansehens und restlosen Vertrauens... ein„Iss des«Beitenden Grenzvolkes“ Die BczirkSorganisalion der DSAP. in A sch plant für den 24. und 26. Juli eine»„Tag des arbeitenden Grcnzvolles". Diese Kundgebung soll nicht nur Feswcranstaltung sein, sondern in erster Linie politische Ma n i f e st a t i o n der freiheitlichen Arbeiterschaft im heitzumkämpf- ten Grenzgebiet. Asch zeichnet sich nicht nur dadurch aus, daß diese Stadt zu dem ältesten Kampsboden der Arbeiterbewegung gehört, es ist auch der Ausgangspunkt der nationalsozialistischen Strömungen im sudetcndeutschen Gebiet. Nicht nur die S ch ö n e r e r, F r a n k o S t e i n, Stransky und Tins, sondern auch die SdP hat ihren Ausgangspunkt in Asch. Der „Führer" der SdP, Henlein tvohnt in Asch. In Asch befindet sich auch die Turnschule des deutschen Turnverbandes, der ja seit jeher die Grundlage der chauvinistischen Strömungen im sudetendeutschen Gebiete war. Neben den schweren Kämpfen, die die Arbeiterllass« mit ihren natio- nalistischen Gegnern auszufechten hat, hat sich in Asch auch die Spaltung der Arbeiterbewegung sehr verhängnisvoll ausgewirkt. Noch immer stehen uns dort zwei kommunistische Parteien als Gegner gegenüber, die ihren Zentralsitz in dem von den Sozialdemokraten erbauten und bei der Spaltung von den Kommunisten eroberten Arbei- lerheim'haben.' Asch gilt als eines d?r vplitisch Hwierigste»'CiHjetH"dennoch lätzt"sich 8ie'Sozialdemokratie auch dort nicht üntMriWn', obwohl ihre Reihen im Jahre 1088 durch einen Spaltungsversuch neuerlich erschüttert wurden. Zu all den politischen Problemen kommt noch der „Schlridluder mit der Volksgemeinschaft** In der Hauptversammlung des Gaues Ostböhmen des Deutschen Kulturverbandes hielt am Sonntag das Hauptleitungsmitglied Prof. Dr. Justin Greger(bekanntlich einer der Ehrenrichter gegen Walter Brand) eine Rede, die üb ihres scharfen Tons gegen die(zwar nicht beim Namen genannte, aber eindeutig gemeinte) SdP bemerkenswert ist: „ES ist al» eine nicht nur ungesunde, sendem geradezu gefährliche Erscheinung zu werten, wenn Immer wieder da» Machtstreben Einzelner»der kleiner Gruppen zutage tritt. Nicht die wirkliche Leistung steht vielfach an erster Stelle, sondern die Frage, wer erringt den größten Einfluß. Dies« AuSeinandersehnngen binden die testen Kräfte«nd ziehen sie ab von positiver Arbeit. Geht e» noch ein« Weile s» weiter, so werden wir e» erleben, daß die testen der ' selbstlosen Mitarteiter sich ange- ekeltzurückziehen. ES besteht di« furchtbare Gefahr, daß wir in rin gegenseitige» Ueber- tieten kommen: deutsch, deutscher, am deutschesten. Dazu kommt noch, daß dl« Schntzverlinde immer mehr zum Tummelplatz politischer Machtkämpfe««»ersehen werden, daß Menschen, die keine Ahnung von Schutzarteit haben, Menschen, die eS»orziehen, selbst im schü'tz end en Dunkel zu bleiben, ihre Sonderinteressen verfolgen. Sogar mit de» heiligen Worten: Einheit»nd Volksgemeinschaft wird Schindluder.getrieben. Man würdigt sie ,u phrasenhaften Schlagworten herab." Es freut uns.feststellen zu dürfen, daß man nun auch innerhalb, deö Deutschen,Kulturverbands klarsichtig und hellhörig zu werden beginnt. Vie Stadt Quernica Dreistündige» Luftbombardement in Trümmer seiest Mola will den Sieg durch namenlose Greuel erzwingen Seile 4 Nr. 100 Mittwoch, 28. April" 1N37! Venedig—.. Kniest ru Unsicherheit llNki Besorgnissen Die französische und englische Preffe kommentieren die Konferenz von Venedig und de» merkwürdige» Ausgang, den sie durch den Gayda- Artikel und seinen Widerruf durch Schuschnigg und schließlich durch Gayda selbst genommen hat, mit Interesse und mit allen Anzeichen der Sorge. Man sieht die Konsolidierung Mitteleuropaunterbrochen und glaubt sagen z» können, dass die Grossmächte Deutschland und Italien derzeit alles tun, uni eine Verständigung der Donanstaaten zu erschweren, insbesondere um die Tschechoslowakei zu isoliere». I» Deutschland zeigt man sich über Schuschnigg- scharfes Abrüiken von dem Gayda-Artikel verschnupft. Der'„Angriff"(GoebbelS) schreibt drohend u. a.: „Angesichts der loSgelassenen BolkS- f r o n t m« u t e ist es eine entschuldbare Erklärung, jedenfalls aber nicht eine sonderlich, durchdacht«. WaS soll Mussolini von einem Berhand- lungSpartner denken, der auf der kurze» Reise von Bönedig nach Wien schon wieder vergisst, dass Oesterreich als Bindeglied zwischen Berlin und Rom am besten darauf verzichtet, auf BolkSfrontwünsche überhaupt ein- gugehen und den Marxismus noch als in Wien in Betracht kommenden Faktor anzusehen? Hoffentlich werden die Taten Vesser als die ersten Worte sein, die auf Benedig folgen. Jedes Schwanken istvonllebel nicht nur für Oesterreichs mitteleuropäische Aufgabe, sondern auch für S ch u s ch- niggs persönliche Stellung, die zwischen Berlin und Rom besser geborgen ist als zwischen Paris und Prag." Ole Brüsseler Besprechungen Brüssel. Die Besprechungen des englischen Außenministers Eden mit dem belgische» Ministerpräsidenten Ban Zeeland und den Außenmini- stcr'Spaak sind Dienstag mittags 12 lihr 30 Min. abgeschlossen worden. Der Preffe wurde folgendes Konnnuniquee mitgetcilt: „Eden, Ban Zeeland und Spaal habe» am Montag und'Dienstag mehrere Besprechungen gehabt,, in denen sie die hauptsächlichsten aktuellen Probleme, die die beiden Länder interessieren, erörtert haben. Sie haben sich dabei besonders mit den Fragen beschäftigt, die sich auf die Stärlung des Friedens in Europa und namentlich auf die Ausarbeitung eines neuen Sicherheitspaltes für Westeuropa beziehen und weiterhin mit den wirtschaftlichen Fragen, die.mit der Ban Zeeland übertragenen Mission im Zusammenhänge stehen. Die Besprechungen stellten lediglich einen Gedankenaustausch dar, der in einer, besonders herzlichen Ainwsphäre stattfand. ES wurde dabei festgestelit, daß zwischen den Auffassungen' der beiden Regierungen eine große lieber- e i n st i m m u n g besteht. Die„Pause** dauert an Paris. Der Ministerrat, der Dienstag vormittags unter dem Vorsitz des Präsidenten der Republil zusammengetreten ist, befaßte sich hauptsächlich mit der Vorbereitung des Programms der Parlamentsarbeiten, die mit Rücksicht ans die Tagung der Bezirlsräte nach einer Woche wahrscheinlich unterbrochen, nach den Pfinstfeiertagen jedoch wieder werden aufgenom- mcn werden. Die Kabinettsmitglieder billigten einmütig die besonnene Anschauung, daß die sogenannte Pause noch eingehakten Iverden müsse; die Regierung schiebt daher die große innere Anleihe für öffentliche Arbeiten, die vom. Mgewerlschaftlichen Arbeitsverband verlangt wird, sowie die Errichtung des StaatSson- des für Arbeitslose und die Einführung der Alterspensionen für Arbeiten vorläufig auf. Aus dem Exposee des Finanzministers über die Finanzlage geht hervor, daß weder.eine neue langfristige Anleihe ausgeschrieben noch zu neuen Staatsausgaben geschritten werden kann. Mißbrauch der Kontrolle Valencia,(Havas.) Das Ministerium für Luftfahrt und Marine meldet, daß die ausländischen Schiffe, welche mit der Kontrolle der Mit- telmecr-Küste betraut sind, die von der Londoner Nichteinmischungslonferenz festgesetzten Regeln nicht respektieren. Diese» Regeln zufolge soll die Kontrolle in einer Mindestentfernnng von zehn Meilen von der Küste geschehen und sich nicht auf Schiffe beziehen, welche unter der Flagge solcher Staaten segeln, welche das Nichteinmischungsabkommen nicht unterzeichnet hüben. Das Kommunique« führt aus, daß das deutsche Unterseeboot„U 80" beim Kap Huertas unweitvonAli- cänte das Schiff„Isabella" in einer Entfernung von zwei Meilen von der Küste angehalten hat. Als jedoch der Regierungsdampfer„Indiana" heraudampfte, verschwand das Unterseeboot, Valencia.(Reuter.) Wie mitgeteilt wird, Wurde ein b r i t i s ch e S S ch i f f, dessen Namen nicht bekannt ist, vom deutschen Kriegsschiff„Ad» miral von Spee" angehalten, obwohl es. durch Flaggensignale mitteilte, daß es die internationale Kontrolle passiert habe. Das Schiff führte,«ine Ladung Kartoffeln von Antwerpen nach Valencia. Trotz des Protestes des englischen Schisses führte das deutsche Kriegsschiff die T>urchsuchung durch und gab erst dann die Erlaubnis zur Weitersahrt. I Mit der Polizei für. die Volksgemeinschaft Am selben Tage; da Herr Dr. Kellner im Parlament für seine beispielhafte Haltung, als Führer der Volksgemeinschaft gestäupt wurde, meldet man uns aus Karlsbad em.'Ereignis, das auf den Geist der SdP und des deutschen Unternehmertums ein ähnlich scharfes- Licht wirst, wie'der Fall Kellnerin Jungbuch. Freilich handelt cs sich hier.zunächst nur um.acht Bolksgeiwfsen, aber die Art, wie die SdP-Herr- schäften den Konflikt austragen wollen, ist nicht minder bezeichnend. In der Porzellanfabrik K n o l l in Fischern hasten Montag acht Arbeiter, weil ihre geringen Lohnforderungen nicht erfüllt wurden, die Arbeit niedergelegt. Sie blieben im Betrieb. Verhandlungen führten zu keinem Ergebnis. Der volkSgemeinschastliche DirektorKohle forderte fünf Mann Staatspolizei an, damst sie d.ie S tr ei k e n d e n aus der Fabrik werf e-DiePolizei,. gerechter und sozialer denkend als der SdP- Dircktor, weigerte sich, Mitteldienste für den Unternehmer zu leisten, als sie erfuhr, weshalb man sie herbeigeholt habe. Das Erscheinen der Polizei führte aber dazu, daß die gesamte Belegschaft die Arbeit niederlegte. Ueber Zureden der Gewerkschafts-BertrauenSleute räumten die Arbeiter abends den Betrieb, in dem ein längeres Verweilen auS hygienischen Gründen un- tunlich wäre. Dienstag stüh erschienen die Ar- bester in der Fabrik, um die Arbeit wie gewöhnlich aufzunehmen. Die a ch t L e u t e, die am Vortag gestreikt, hasten, wurden aber nicht eingelassen. Neuerlich forderte der SdP- Held Kohle Polizei gegen diese Arbeiter an. Er zahlt lieber" die Polizeibereit- schast, als den Lohn hinaufzusetzen I Mit Hilfe von SdP-Leuten versucht er nunmehr Str e i k- b r e ch e r zu werben. Hier hat man den Geist der Volksgemeinschaft in Reinkultur. E i n d e u t i g sozial. Wenn die Arbeiter ihn nicht so'verstehen,' wie Henlein ihn lehrt, ruft man die Staatspolizei. Der nächste Schritt, der jetzt fällig ist, wäre die Erklärung, daß Direktor Kohle. nichts dafür kann. Aber e r wird schwerlich die Sache. auf einen unmündigen Sohn abwölzen'können.; Zwei Lastzüge zusammengestoßen.' Dienstag vor'18 Uhr stieße» zwei Lastzüge der.Bahn KladNo—-Nuäicc, welche die Eisenwerke der Prager. Eisenind.ustrie-AG in Kladno mit den Erzgruben in NuLic«. verbindet, zusammen. In der Nähe der Kladnoer Mühlen der Großeinkaufsgesellschaft'fuhr ein Zug mit sieben Waggons Erz, dessen Bremsen versagten- auf einen zweiten Zug, der aus 42 kleineren, gleichfalls'mst Erz' beladenen Waggons bestand;-auf..< Der Zusammenstoß erfolgte an einer- stark- abschüssigen- Stelle der. Bahnlinie....Bei'demZusammenstoß■ wurde der Dienstwagen, der, sich am Ende des Zuges"befand, vollständig zertrümmert und.dersin ihm befindliche Zughführer Fr. Smetana aus Kladno fan d? den Tod..Smetana istWitwer, standim48. Lebensjahr"und hipterläßt drei Kinder.' Neuer Raubmord in Niederösterreich. Der Mord bei Neunkirchen.ist- noch nicht aufgeklärt und aus-St". Pölten wirdbereits einMeue». ähnliche» Verbrechen gemeldet. Die 20jährige schwachsinnige Hermine. D ettelbacher aus der Gemeinde. Grüß- Sicgharis, die bereits mehrer« Tage-abgängig ist, wurde in-einer Grübe in der Nähe von St. Pöl-" test.ermordet' aufgefunden. Ihre Leiche-wufi>« von einem- Hunde, aufgespürt...-1000 Schillinge» di«' das Mädchen vorher In der Sparkasse behoben hatte, sind"dem Raubmörder-in-^die-Hände gefallen.-- Der»fliegende.■ Mensch« abgestürzt Bor wenigen Tagen noch machte, der Amerikaner Eleni Sohn,- der.„Bogelmensch", von sich red«»! Er hatte einen vogelähnlichen Apparat konstruiert, mit dem er sich lange' Zeit in der Luft haltens wollte, um beim Niederglei- ten auf den Boden"mit Hilfe eines Fallschirms leicht zu landen. Bei der. ersten Bor« führung: in Frankreich während des FlugtageS' in Vincennes stürzte, wie gemeldet, jedoch der Flieger ab und blieb zerschmettert-am Boden liegen. Einen Hauptanziehungspunkt der Pariser Weltausstellung wird das'„interplanetare Rake- ten-Flugzeug." bilden, das in der Nähe des großen Planetarium-/ aufgestellt werden soll. Die Passagiere werd«»'in einem Raum ähnlich dem Innern eines,' großen Artilleriegeschoffes Platz nehmen und. nach-dem vermeintlichen Start den Eindruck empfangen, als ob sie durch den Weltenraum flögen. Bor den Fenstern der Rakete werden sich Bilder. deS- unendlichen'Weltenraumes aus- dehnen und vor ihren Augen wird der Mond ständig wachsen-bis schließlich die' Rakete über ihm-ihr« Kreise ziehen wird und bei voller Geschwindigkeit- des Planeten-Flugzeuges werden vor- den- Augen des Beschauers die Mondland- schaften vorüüerziehen. Die Mondlandschaften, über denen die Rakete dahinfliegen wird, sind nach genauen- Photographien der Mondscheibe hergestellt,' die mst den größten Teleskopen der Welt"ausgenommen wurden. Das Planetarium wird mit 119 ProjektwnSapparaten ausgestattet sein. 500 Personen- werden zu gleicher Zeit die Bewegung der Sterne auf einer Kuppel von 28 Metern Durchmesser, und zwar vom Standpunkt der geographischen'Breite von Paris, des Nordpols, des AequatorS und der südlichen Halbkugel aus beobachten können. Der Lhicago-Expreß entgleiste auf. kanadischem Gebiet in Ontario, da der Bahndamm durch Hochwasser beschädigt war.' Der Heizer -wurde getötet, der. Lokomotivführer-schwer'verletzt. Ein.Arzt, der zu Hilfe eilen wollte, wurde mit seinem Wagest vom Hochwasser von einer Brücke hincchgestürzt und ertrank. Z« stürmische» Zwischenfällm ist es Montag abends auf dem Bahnhof von Oran gekommen, als die parlamentarische Untersuchungslommission für Algier abreist«. Anhänger der beiden gegnerischen! Lager gerieten'in«ine Rauferei, in deren Verlaufe einer der Beteiligten verwundet wurde. Der Bürgermeister der Stadt Oran, Abbt Lambert,, wurde hiebei verprügelt. Der Tod schlichtet den Streit. In der Nähe von Debreczin wurden-auf der Bahnstrecke die ineinander' verschlungenen Leichen einer jungen Paares gefun-\ den.' Die Köpfe der beiden Körper wurden vom Zuge getrennt und man fand sie einen halben Meter wett entfernt unterhalb! der Bahndammes. ES handelt sich nm einen 21jährigen Friseur und ein,17- jähriges Mädchen,! die sich nach einem Streit vor «inen: Schnellzug! geworfen hatten. Razi-Roileffe. Der Goebbels-Rundfunk macht darauf aufmerksam,' daß alle Zuwendungen der.Betriebsführer"(Unternehmer) an Angestellte und Arbeiter anläßlich der geschändeten l.'Mai, die über d r e i Mark Geld- oder Sachwert hinau-gehen, der Einkommen- bzw. Lohnsteuer in voller Höhe unter- liegenl(bn)'•*' ’ Der vergrabene Schatz,(mb) Im Jahre 1926 vergrub der Farmer William Felty in der Landschaft Uork'in Pennsylvania auf seinem Grundstück eine Büchse, in der.6000 bis 6000 Dollars steckten-(Aach im„modernen". Amerika ziehen die mißtrauischen Bauern oft der Sparkassa, die Ofenröhre oder«in Loch- im Gartenwinkel vor.) Al- Felty nach einiger Zeit'.von seiner. Privatbank'etwas Geld abheben wollte,, hatte"er glücklich den Ort vergessen, an dem er'- seinen' Erd-„Safe" angelegt hatte. Es blieb ihm nichts übrig,".als systematisch da», ganze in Frage kommende Gebiet feiner Farm durchzustochern. Dar tat er auch,,und vor einigen Tagen hat er.denn-end- iich,- mach' jahrelangem Graben,- seinen Schatz wieder« gefunden. Freilich? muhten/die Banknoten" an dl« Stäatshänk- iw'Ääshington. geschickt.' werden," damit ihr ungesährer.Wert abgeschätzt werbe» kann. Den» sie sind in den zehn Jahren ihrer unterirdischen Ruhe züieinem breiigen.Häufchen Dreck geworden,. Ein Richter' im GetolffeaSkompf.-Der'Oberste Richter: von Tunis wird in den nächste» Tagen«inen 'schweren Gewissenrkonflikt auszufechten haben. Er. handelt, sich um einen Erbschaftsstreit, in de« er«ach dem Willen der!.Erblasser»! sozusagen unverschuldet hineingezogen- worden ist- Bor zehn Jahren starb, lln Tuni» ein Weinhändler LÄonque, der- sein' sehr groß« Bertnötzen tlstui, staatlichen Kvmkeithäu» fin Tunis hinterließ,-mtt. einer merkwürdigen Klausel, wonach jede» Joche- au» den Geldern der Stiftung dem'Obersten Richter von Tun!» für M0 Franc» Welne-rmdLttöreian dem Todestage de» Erblassers riehung der Klassenlotterie (Ohne Gewähr.) Prag. Bei der Dienstag- Ziehung der 6., Klasse der 88. tschechoslowakischen Klasscnlotteri» wurden nachstehende Gewinste gezogen: .«0.000 Kfi Los Nr. 99.843. 10.000 K9 die Lose Nr. 43.707, 77.568, 90.101« 99.904. 9000 KO die Lose Nr. 1247, 4064, 9961, 10.770, 14.640, 14.700, 24.486, 29.120, 31.609, 42.725, 47:107, 57.663, 62.227, 62.235, 67.825, 78.552, 77.725. 2000 Kß die Lope Nr. 2748, 8431, 9811, 14.718, 18.864, 19.969, 20.258, 21.787, 22,441, 26.228, 26.623, 80.991, 31.000, 31.052, 32.406, 87.418, 40,748, 42.012, 44.590, 48.280, 50.987, 51.020, 51.708, 55.462, 58.136, 59.560, 65.483, 68.955, 71.166, 71.637, 72.875, 76.770, 78.426, 79.745, 83.948, 84.905, 84.786, 87.646, 88.025, 88.777, 92.529. 100.266, 102.829, 103.155, 107.298, 109.714, 110.578, 111.875, 114.213, 114.406. zum Geschenk gemacht werden sollten. Dieses Testament wurde doppelt angefochten, ersten» von der nichtbedachten Verwandtschaft, zweiten» aber auch vom Krankenhau», da» offenbar nicht so viel Lieb« für Richter hatte wie auS unerklärlichen Gründe» Monsieur Labauque. Zehn Jahr« lang lief der Streit durch alle Instanzen. Und jetzt wird ter Oberste Richter darüber zu«nsscheiden haben, ob er selbst rechtmäßigen Anspruch auf dar alkoholisch« Erbe hat. 1000 Kilometer zum nächste» Kino haben di« Australneger im nördlichen Teil jene» britischen Kon« tinents. Jüngst trafen in der Stadt Darwin— natürlich benannt nach dem großen Forscher— 17 Eingeboren« in jammervollem Zustand, ausgehungert und abgemagert,«in. Nur durch Zeichensprache, da keiner von ihnen auch nur«In Wort Englisch konnte, teilten sie mit, daß sie weite Sümpfe durchwaten, durch ausgedehnte Landstriche mit fünf Meterhohem Gras wandern mußten und durch Gebiet« feindlicher Stämme, wo ihnen Leben»gesahr drohte. Dorfgenoffen, di« au» der Feme landstreichend zurück« gekehrt waren, hatten pon Darwin fabelhafte Kunde gebracht: Daß auf einer silbernen Fläche Menschen erscheinen, sich bewegm, sprechen und singen und wa» sonst noch alle» vorgeht. Da» ließ den 17 kein« Ruhe und so marschierten sie 650 englische Meilen, 1000 Kilometer, bis sie in Darwin«inzogen. Da bekamen sie einmal ordentlich zu essen und dann wurden sie in» Kino geführt. Man. spielte gerade den Kleopatra-Mlm- War sie davon verstanden haben, bleibt«in Geheimni». Sicher aber, meint eine Londoner Zeitung, wird" ein Missionär in ihr« Heimat, der«In Heimkino aufmacht, nicht über mangelnder Publikum zu klagen haben,(bn) An der Warschauer Handelshochschule find ileperdjngS.-.judenseindlich«, Ausschreitungen. ausgebrachen. Der Rektor, der«inschreiten wollt«, wurde mit einem Hagel von faule» Eiem überschüttet. Da» jüdische OrtSsekretariat wurde verwüstet.. - Der Kampf»ege« di« Geschlechtskrankheiten ist ei» Kampf für die gesunde Famili«. Wer für die Familie kämpft, muß gegen die Geschlechtskrankheiten kämpfen. Die. Geschlechtskrankheiten nehmen eine besondere Stellung aü übertragbare Krankheit ein. Sie hängen mit dem Geschlechts- und Liebesleben eng zusammen, werhalb sich viel« Geschlechtskranke an» falscher Scham scheuen, ihr Leiden heilen zu lassen. Das Problem der Geschlechtskrankheiten bestcht nicht nur für den einzelnen. Die Gefahr der LebenSver- kürzung, der B e r« r b u n g, die Tatsache, daß jährlich tausende Kinder mit angeborener Syphilis zutz Welt kommen, zwingen auch die Allgemeinheit, dee Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten mehr Augenmerk zu widmen.- Frühzeitig«'Feststellung der Erkrankung durch, den geschulten Facharzt ist nötig und bildet die Voraussetzung für schnelle und restlose Heilung. Verständig« Aufklärung der Jugend, organisierte Aufklärung der Allgemeinheit sind die wichtigsten: Mittel der Berhütung. Ausreiten kann man die Geschlechtskrankheiten nur dann, wenn da« ganze Bolk an der Bekämpfung teilnimmt. Darum unterstützt die Deutsche Arbeitsgemeinschaft für BolkS- gcsundheit im Kampf gegen- die BolkSkrankheiten. (Die Haursammlung findet im Mai statt.) Wahrscheinliche» Wetter heute: Noch upbestän- dig, abnehmende Neigung zu Schauern, etwa» wärmer, Westwind.—■ Wetteraussichten für morgen: Wetterlage" ziemlich unsicher, die Temperaturen werden jedoch ansteigen. Vom Rundfunk CmeMtlenswana» au da» Programme»: . Donnerstag:. , Prag, Sender 1: 71,,.Morgenmusik,.... 10:08:. Deutsche Press«, 11:05: Schallplattenkonzert: Offenbach,.Fr. Schubert, 12.10: Gesangskonzert, ckuf Schallplatte», 12.85: Salonorchesterkonzert: Janko« vee, Voldan üsw. 17.15: Rumänische Lieder, 17.45: Deutsche Sendung:. Dichterstunde:- Politzer liest eigene Gedichte, 18: Die Berge streiten, Walpurgir- nachtscherz, 18.20: Landwirtschaft. 18.45: Deutsch« Presse, 18.55: AuS dem deutschen Kulturleben, 22.20: Bunte» Schallplattenkonzert.— Prag, Sen» ! der II: 14.15: Deutsche.Sendung: Dr. Dörfler;.Ist die Rationalisierung bei. der irwüftriellen Produk- ' tion schuld an Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit? 14.85: Kleine- Solistenkonzert, 14.50: Deutsch« Presse, 18: Blechmusik, 10.10: Volkslieder. Brätm" 1R80:"' Deutscher ArbettSmar». 17/40: Deutsche'Sendung: Sportbericht«.— Dr. Zeisel: Ueber neue. Bücher.— Prehburg 20.50: Popul- Rundfunkorchefterkönzert.— Kascha» 12.05: Opern« arien, 16.10: Rundfunkorchester.— Mährisch- Ostrau 15: Rundfunkorchesterkonzert: Schubert. '«ich. Strauß. DbE «r. 100 Mittwoch,-8. April 1037 Seite 5 Wieder Führungswechsel in Westbdhmen Unterreichenau an der Spitze! Bisher«ab cs noch keine Serie im westbühnii- schm Arbeitecfyssball^diedurch ihre allsonntägigen llchcrriischuttncn l!ani,'.?uicrwaric>r Whrnnnswcchsel Hervorgernfen hak. Roch jinnier liegen'Wf Meister» schaftSaiiwärter„Punkt an Punkt""anUm oberen Teil der Tabelle. UeberraschungSniederlageil, wie jene des FFK Falkenau gegen Neudek, sor- neu immer wieder dafür, dass keiner mit der Spitze davongeht. Der unerwartete Sieg der Atus Nute r- reichenau auf Schau kau er Boden liest den Sieger vom dritten auf den ersten Platz der Tabelle steigen. Der Kreismeister GraSlitz verbesserte merklich seine Chancen; mit gleichem Torunterschied und vunktegleich rückt er, um ein Spiel weniger, vor Falkenau auf den zweiten Platz. Neudek und Fischern machen sich im Mittelfeld gut bemerkbar; beide gewannen auswärts, letztere sogar sehr hoch gegen RapidKarlSbad. Auch Dra- h o w i d konnte in A ich überraschend gewinnen und vom drohenden„letzten Platz" merklich«brücken. Die Resultate vom Sonntag: ASB Echan- kau gegen AtnS Unterreichenau 1:8, FFK Falkenau gegen ASV Neudek 1:8, Rapid Karlsbad gegen Atu» Wischern 1:7,?lSB GraSlitz gegen ASB Maierhöfen 0:1, Atus Aich gegen Atus Drahowitz 1:2, AtnS Chodau gegen FFKFalkenau II 5:0,Atu» Alt- saitl gegen ASB Horn 2:1., Stand der T-be lle Attis U.-Reichenau. 16 9 3 4 21 44:20 ASV GraSlitz., 15 8 4 3 20 55:28 FFK Falkenau-» 16 10 0 6 20 65:38 ASB Schankau.. 16 9 2 5 20 »0:84 Rapid Karlsbad.. 16 7 5 4 19 38:32 ASB Neudek.. 15 7 2 6 16 44:28 AtnS Fischern.» 15 6 4 5 16 41:27 Atu» Drahowitz.. Rote Elf Chodau. 16 6 1 0 18 38:87 15 6 1 8 18 26:84 ASB Maierhöfen. 16 6 0 10 12 22:87 Atus Aich... 16 8 4 8 10 25:41 Die»weite Klaffe kommt in Schwung Nun begann auch die»weite Klaffe den zweiten Teil der Serie, aber nicht alle Mannschaften haben den Winter überlebt. Im 6. Bezirk steht noch die erste Mannschaft des Atus Nenfattl an der Spitze, in der Tabelle des 2. und 8. Bezirkes (Gruppe B) hat sich Egcr an die erste Stelle gearbeitet. Im 6. Bezirk wurde Attis A l t s a t t I neu in die Serie cingeteilt, sein sehr schöner, neit geschaffener Sportplatz.wurde bereits.eröffnet.. Fuhballergebniffe au» dem 5. AtiiSKrei». Bezirk Teplitz: Zuckmantel gegen Kleinaugezd 1:l>, Graupen gegen WeiSkirchlitz 4:2, i Tischau j gegen Wisterschan 8:2 abgebrochen, Prosetitz gexen Langn- gest 8:2. Neuhof gegen Sobrnsan'8:5, Pihänktii gegen Militärelf Leitmeritz 4:0.—. Bezirk Aussig: Aussig-Ost gegen Krochwitz 1:5, Predlitz gegen UÜgcrSdorf 2:1, Kleische gegen Schreckenstein 11:1.-.■ Reue tschechoslowakische Schwimmrekorde. In Preschurg'erzielte die Schwimmerstafsel des Bar Kochbä über 4X100 Meter Freistil in 4:15.4 Min. einen neue» Rekord.—■' Die Schwimmerin Schramek<§PK Prag) verbesserte den Hallenrekord Wer 400 Meter Brust von.7:88 auf 6:58.5 Min. sowie Wer§00 Meter mir 8:47 Min, 61.1 Prozent und JulandSabiaU 26.2 Prozent. Au» dieser Grnppiening unsere» Porzellanwarenabsatze» ist ersichtlich, daß eine durchgreifende Besserung de» Porzellanexporte» nur möglich ist, wenn wir einen igroßen Teil de» verlorengegangenen Absatzmärkte» der Neberseeländer zurückgewinnen können. Die iKonkurrenzverhöltnisse nach den Nebersrelündern.ssnd für unsere Pörzellänindustrie weit schwerere al» wie !«nf den europäischen Absatzmärkten. Exportförderung durch den Staat Die bisher von der Regierung getroffenen Exportfördcruug»massnahmen wirken sich bestimmt befruchtend für eine Steigerung des Exporte» nach den Siaäten des europäischen Festlandes ans und es wird auch dadurch eine kleine wirtschaftliche Besserung eintreten.. Für die.Ausweitung des Exportes unserer Porzellanwaren"nach den überseeischen Ländern ist eine Ergänzung der. bisherigen Exportförderungsmaßnahmen seitens der Regierung dringend. notwendig. England mit seinen Kolonien. Amerika mit seinem Gesamtgebiet und Holland mit seinen Kolo- nien gehörten seit' Jahrzehnten zu den wichtigsten Exportgebieten unserer Porzellanindustrie. Gerade der ungeheure Verlust dieser Exportgebiete hatte den Katastrophalen Niedergang unserer Porzellanindustrie zur Folge, welcher nicht nur eine ungeheuere Verschuldung der Porzellanunternehmungen mit sich brachte, sondern beinahe die ganze vorhandene Äe- sriebssubltanz aufzehrte. ■: Wenn unsere Pörzellänindustrie lebensfähig gestaltet werde», soll, dann muß eine Absatzsteigerung für unsere Porzellanwaren um zwei Drittel vom Stande des Jahres 1986 mit Hilke der Exportför- derung herbeigeführt werden. Wenn diese Absatz-, steigerung in dem angeführten Ausmaß zu erzielen nicht möglich Ist, dann bedeutet die bisher von der Regierung geleistete Erportöilse einen neuerlichen Berlnstposten für den Staat und die Industrie. 12MsMktsckaft und Die Schrumpfung der Pörzellänindustrie bisher nicht aufgehalten Produktion gegen 1929 um mehr als die Hälfte kleiner Die tatsächliche Arbeitslosigkeit fast 69 Prozent Wir veröffentlichen au» dem Memorandum, welche» der Verband der Glas- nnd Keramarbeiter in Teplitz. Schönau dm zuständigen. Stellen vorgelegt hat, die Vorschläge zur Belebung der heute durch die Krise unvermindert stark getroffenen Pörzellänindustrie mid damit zur Wiederbeschäftigung der seit Jahrm brotlo» gewordmen. Arbeiterschaft. . Ta» Memorandum schildert die Entwicklung der Porzellanindustrie seit dem Jahre 1020. und .führt erschreckende Ziffern über den Zusammenbruch dieser für die deutschen Gebiete so wichtigen Exportindustrie' an. Wir entnehmen der Schrift: Von. dar Krise am schwersten betroffen Der Porzellanexport hat sich seit dem Jahre 1920 um mehr al» zwei Drittel vermindert. Wir hatten eine Ausfuhr von Porzellanwaren: Jahr Kg. 1029 87,982.278 1985.. 12,688.476 1986 11,286.471 XL 806,670.968 105,198.172 08,047.418. Aber auch dec JnlandSabfatz für Porzellanwaren ist, iw der gleichen'Zeit um mehr al», die Hälfte zurückgegangen und betrug 1020 71,480.000 Xi, 1085 84,100.000 XL, 1086 nur noch 82,000.000 XL. Diese ungünstige Entwicklung de» Absatzes führte zu immer, stärkeren Einschränkungen' der Produktion, deren'Umfang, wenn da» Jahr. 1029 mit 100 be» zeichnet wird, Im Jahre 1985 44.6 und sm Jahre 1986 48.8 war. In den ersten beiden Monaten 1987 weist die Produktionskapazität in unserer Por- zellanindustrie einen neuerlichen Rückgang gegenüber der gleichen. Zeit im Borsahre auf. Keine andere Industrie in unserem Staate hat eine so starke Pro- duktionSeinschränkung aufzuweisen. Ole Arbeiterschaft big 68.5 Prozent.arbeitslos Diese ungünstige wirtschaftliche Entwicklung in ter Pörzellänindustrie hatte für diese Arbeiterschaft «in« katastrophal« Arbeitslosigkeit zur Folge. Rach Erhebungen, welche der Verband durchgesührt hat, ergibt sich über den Rückgang der Beschäftigung in ter. Porzellan- und Steingutindnftrle nachstehende» Resultat: Zahl der Be- Arbeitszeit fchästigtm per Woche Porzellanindustrie 1929 17.280.... 48 Stunden Pörzellänindustrie 1936 9.345...... 34 Stunden Steingntindustrie 1929. 2.900...... 48 Stunden Steingntindustrie 1936 1,266,. 80 Stunden ^Rach Resrnr Ebhebsti» ssnil-srtt«in Jahre'1929' 50' Prozent- der Arbeiter ÄndAröelterinnendaUeend von der Arbeit»Möglichkeit ausgeschaltet, während di« restliche» 50 Prozent infolge Kurzarbeit«men Ar- beitöverkust von nahezu 32 Prozent auszuweisen haben.- ' Von den im Jahre 1929 in der Porzellanindustrie beschäftigten 20.000 Arieitem sind schon jahrelang beinahe 10.000. Mmschen gänzlich. au» dem ProduttionSprozeß aubgeschaltet. während die übri- grn nur noch in Kurzarbeit beschäftigt werden können. Die effektive Arbeitslosigkeit In der Pörzellänindustrie beträgt 68.5 Prozent und muß al» die stärkste von allen Wirtschaftszweigen bezeichnet werde».. Ols Absatzgebiete unserer Porzellanindustrie Um die Wirkunaimöglichkeit der bisher vom Staate getroffenen ExporthNfsmaffnahmen beurteilen zu konmn, must, man die Tatsache vorausschicken, datz unsere Porzellanindustrie unter den schwersten Exportbedingungen zu leiden hat. Die Konkurrenz von Deutschland nnd Japan ist. sehr grast, unsere Porzellanindustrie selbst zu wenig kapitalkräftig, um mit Hilfe' de« bisher gettoffenen Cxporthilfs- mastnahmen jene Erfolge, für einen gesteigerten Exparteingang erzielen zu können, zu welchem Zwecke die Exportförderung gedacht war. Die. Absatzmöglichkeiten für, unsere Pörzellanwaren lassen sich in drei Gruppen gliedern, und zwar: a) Export nach den Werseeischen Ländern, b) Export in die Staaten de» europäischen Festlande», r) JnlandSabfatz..... Der Rückgang de» Exporte» nach Ueberseelän- der» gegenüber dem Jahre 1929 betrug im»ergangenen Jahre 81 Prozent nach Gewicht und 76 Prozmt nach dem Wert. Rach dm Staaten de» europäischen Festlandes beträgt der Rückgang für die gleiche Zett mengmmäßig 65 Prozmt, wertmäßig 64 Prozmt. Unsere Pörzellänindustrie hatte einm Export nach den Neberseeländern^ 1929 14,666.800 Kg. 122,969.675—Xi 1986 2,888.078 Kg. 29,779.186—XL Export in Staaten des europäischen Festlandes: 1929 23,296.078 5lg. 182,801.293—XL." 1986 8,165.967 Kg. 66,927.788— XL• JnlandSabfatz: 1929 71,480.000.— X6 1986...... 32,000.000.—Xi' Der Export unserer Porzellanwaren nach Ueber. seeländern betrug 1929 32.5 Prozent des Gesamtabsatzes, nach den Staatm de» europäischen Festlandes 48.5 Prozmt und der JnlandSabfatz 19 Prozent, Im Jahre 1936 hat stch diese» Verhältnis verschoben nnd e» betrug der Export nach Ueberseeländern von dem gesamten Porzellanwarmabsatz nur noch 22.7 Prozmt, in die Staaten de» europäische» Festlandes Um die Kontingentierung der Einfuhr non Kakaobohnen Stürmische Protestkundgebung der mit der Kontingentierung unzufriedenen Schokoladefabriken.— Bedrohung der Existenz der Beschäftigten und Schädigung der Verbraucher durch das Diktat einiger Großfinnen. Dienstag fand in Prag«ine Versammlung der mit der Kontingentierung der Einfuhr der Kakaobohnen, dem Rohmaterial für die Schokoladeindustrie, unzufriedenen Schokoladefabriken statt, die ein. bezeichnendes Licht auf die gegenwärtigen Zustände in der Schokoladeindustrie wirft. Aus Gründen der Devisenwirtschaft wurde vor längerer Zeit die Einfuhr von Kakaobohnen auf eine bestimmte Höh«, beschränkt. Diesen Zustand suchte'sich eine Gruppe von Grotzerzeugern in der Weise zunutze zu machen, datz sie auf eine feste Kartellierung diese» Industriezweiges hinarbeitete. Diese Bestrebungen schlugen zwar fehl, aber dadurch, datz diese.Gruppe in der Praxis aus die Aufstellung des nun um 15 Prozent verringerten Einfuhrkontingentes den grötzien Einflug hat..hat.sietes in der Hgnd, m i ß.l tc b i g e K o'lpk e m-t«'wlcuchaWH djss wv-vm ü4u-- dVvtG ZWw«i s u'n gen. Gegen dieses Diktat richtete. sich die oberwähnte Kundgebung. An ihr beteiligten sich eine grotze Anzahl von Erzeugern, die insgesamt.die Hälfte des gesamtstaatlichen Schokoladeverbrauches decken. Die.Behauptung des an der gegenwärtigen Regelung interessierten Teiles der Schokoladeindustrie, datz 90 Prozent'der Scholo- ladeindustrie der Regelung zusttmmt, ist dadurch ad absurdum geführt. An der Versammlung.nahmen auch Vertreter des Ministeriums für soziale Fürsorge, des Handelsministeriums und des Landwirtschaftsministeriums, der Jnteressen- zentrgle der Genossenschaftsverbäiide, ferner auch ein Vertreter der Gewerkschafts-Bereinigung teil.' Die Vertreter der Gewerkschaften, der Konsumentenorganisationen und des Ministeriums für soziale Fürsorge erklärten übereinstimmend, datz sie sich f ü r die Wahrung der Interessen der Verbraucher und der in der Schokyladeindustrie Beschäftigten einsetzen. Als Vertreter des GET-Berbandes sprach sich F. Svojje sehr, scharf gegen das Diktat der bei der Aufteilung des Kontingentes matzge- bcnden Firmen aus. Es scheint, datz die Kontingentierung nur deshalb vorgenoinmen wurde, damit' einigen schlecht geleiteten Unternehmungen auf mühelose Weise Geschäfte zugeschanzt werden. Der Vertreter der Gewerkschaftsvereinigung T i ch h wies nach, datz die durch die ungerechte Kontingentaufteilung, bewirkt« Einschränkung der Erzeugung im Widerspruch zu dem im Vergleich zu anderen Ländern noch sehr niedrigen Schokolade- und Kakaoverbrauch in der Tschechoslowa- kei. stehe. Er sehe die Dinge so, daß eine Gruppe von Erzeugern zielbewusst auf eine Konzentration der Schokoladeindustric in wenigen Händen hinziele. D i e Ausgabe der Industrie sei es, den Verbrauch zu stei« gern, nicht aber, i h n b e st e n- falls zu. stabilisieren oder gar z u:.ve-r m.stm dernmnd d aJ> g i. hohe 'P rMips u'.-f oirkdvr iv " DieBersännnlittlstssahm eine E n t s ch I i e- h u n g an, in der. grundsätzlich gegen die K 0k» t i n a e n t i ex u n b der Kakao- b o h n e n- E i n f u h r Stellung genommen' wird; erweise sich eine Beschränkung der Einfuhr als notwendig, dann mühten die zur Verfügung stehenden Mengen so aufgeteilt werden, datz kein Betrieb geschädigt wird, dcstz den berechtigten Le- benSansprüchon der Befchäftigten und der Verbraucher entsprochen werden kann. Die Entschlie- hung wurde einstimmig angenommen. Das Ergebnis dieser Versammlung stellt das Handelsministerium, unter dessen Patronanz die KoMingentaufteilung erfolgt, vor eine neue Situation, bei der cs wohl kaum den Zustand andauern lassen kann, dass eine kleine Klique von Grotzerzeugern das Kontingent nach Gunst und Latin« so aufstellt, datz sich die Hälfte der Industrie schwer benachteiligt fühlt. Vom Standpunkte des arbeitenden Verbrauchers aus sind wir gegen jede Matznahme, welche zwar den.Diktatgelüsten einer Gruppe von Grotz- erzeügern entspricht, die aber der Allgemeinheit grotzen Schaden zufiigt.- e. f. Man erhalt für 100 Reichsmark.... .. 743.— Markmünzen.... ,„ 777.50 100 österreichische Schilling« .. 588.50 100.rumänische Lei...' .. 18.85 -100 polnische Zloty .. 549.50 100 ungarisch« Pengö.. / 613.50 100 Schweizer Franken.. .. 657.50 100 französische Francs. . 120.70. ... 1' englisches Pfund.. .. 141.75 1 amerikanischer Dollar . 28.65 100 italienische«irr.- .'.' 145.40 100 holländische Gulde". •.. 157$.-* 100 ingoslawifchr Dilin", . 85i5ss- 100 Belga».... .. f 485.M 100 dänische Kronen. .. 632.50 100 schwedische Kronen... .. 730.— Produktive Arbeltslossnförsorge Das Ministerium für soziale Fürsorge Hai im Rahmen der produktiven Arbeitslosenfürsorge weiter« 26 Millionen Xi Beiträge an öffentliche Bauführer bewilligt. Die nun günstig erledigten Ansuchen ermöglichen di« Durchführung weiterer Arbeiten mit. einem Gesamtaufwand von 237 Millionen Xi. j Die Beschäftigung in Ostböhmen ist im Mürz in fast allen Zweigen gestiegen. Die Arbeitslosenzahl betrug am 1. April im Bereich der Landeszentrale.. für Arbeitsvermittlung in Königgrätz ober immer noch 41.700, obwohl sie im Laufe des Monats um mehr als 5000 zurückgegangen war. Die Bergarbeiter im Ostrau-Karwiner Revier nnd die polnische Kohl«. Die Gruben des Ostrauer Reviers liefern viel Koks an. hochvalutarische Länder, Run-sind, gewisse.Bestrebungen im Gmige, diese Kokslieferungen nicht in Devisen,, sondern.durch Gegenlieferungen von Kohle, hauptsächlich politischer Kohle, in Rechnung zu nehmen. Zwischen derTschechosldtyakei, Deutschland. und Polen' bestehen Kohlenlieferungsver- träge, welche' dir Verpflichtung zur Einführung' deutscher und. polnischer Kohle enthalten. Gegen diese Berpflichtuqgen hat sich die Bergarbeiterschaft des Reviers schoß iimner gewehrt, denn sie hedeiften«ine.Bedrohung eines Teiles der Ostrau- Karwiner Bergarbeitprfchast, bfe ja immer nicht voll beschäftigt ist. Die Bergarbeiterschast des Revier» ist. fest entschlössen: die gegenwärtige Kon junktur zu benützen, ihren Widerstand gegen die Einführung ausländischer Kohle zu verstärken. Sie fordert, datz nach Jahren der Krise erst einmal ihre Existenzlage gebessert werde. Argentiniens Ausfuhr binnen Jahresfrist verdoppelt. Der Wert der argentinischen Ausfuhr hat sich im ersten Vierteljahr 193.7 mit 840 Mill. PesoS(100 PesoS— ca. 880 XL) gegen 410,4 Mill, im Vorjahre mehr als verdoppelt. Die heurige Rekordausfuhr ist vor allem auf die hohen Weizen» und Maisberschtsfungen und auf die Preissteigerung der Rohstoffe zuriickzuftihron. In den Kohlengruben der Grafschaft Durham(England) wurden, im Jahre 1936 eine Million. 176.758 Pfund mehr Löhne äuSgezahft als im vorhergehenden Jahre. Die durchschnittliche Arbeitswoche stieg.von 5,12 Tagen auf 5,44 Tage,>und der Gesamtlohn betrug 11,912.957 Pfund. , Bezahlter Urlaub wird. in. wachsendem Matze In der englischen Industrie eilige,führt, Eine Messerfabrik in Sheffield stibt bekannt, dass ihre Belegschaft während der jährlichen Ferien die Lohnzahlung weiter erhalten wird. Ausserdem wird versuchsweise die fünftägige Arbeitswoche eingeführt/ so daß die Arbeiter SamSiäg und Sonn tag ganz frei. sind. Die Arbeiter einer grotze: Textilfabrik bei Bolton, Lancashire, wurden kürz, lich'durch die Mitteilung überrascht, datz währen! der Osterferien die Lohnzahlungen fortgesetz würden und datz sie in Zukunft jährlich zwei Wo chen Urlaub mit Bezahlung erhalten werden. Cldsldfl4 Vor ueiien Konflikten im Fernen'Osten? (eis.) Am 30. April werden in Japan Meichs- tagswahlcn stattfinden. Wie der Londoner„Daily Telegraph" meldet, steht schon im voraus die Niederlage der jetzigen Negierung fest. Denn jic bliebe selbst dann in dec Minderheit, wenn alle Kandidaten der Regierungspartei gewählt werden sollten. Während die beiden grotzen, heute in Opposition stehenden Parteien Seiyukai und Min- seito 277, bzw. 270 Kandidaten ausgestellt haben und die sozialistische Partei 37 Kandidaten nominiert hat, hat die.Regierungspartei Showakci nur 36 Kandidaten ausgestellt, und selbst wenn man di« 20 Kandidaten der rcgierungssreundlichcn Partei„Kolumindomi" hinzurechnet, ist cs unmöglich, datz die Regierung die Mehrheit der insgesamt 466 RcichStagSmandate gewinnt. Der „Daily Telegraph" sagt einen erheblichen Gelvinn der Sozialisten voraus, die bisher nur über 24 RcichStagSmandate verfügten. Ein Sturz der japanischen Regierung, deren Außenminister Sato Anhänger einer friedliebenden Politik gegenüber China ist, könnte neue Konflikte im Fernen Osten Herbeiführen. Der„Daily Herald" lässt sich aus Shanghai berichten, dass der japanische Gesandte in China, Shigou Kowoloe, angesichts der drohenden Haltung der japanischen, Militärführer eine Reise nach Tokio'antritt, wo er am 2, Mai vom Außenminister Sato enipfangen werden wird. Der Gesandte will den Versuch machen, den Außenminister in seiner Absicht zu bestärken, jeden militärischen Vorstoß in China für sechs Monate zu unterbinden, um Zeit für Verhandlungen zu gewinnen. In Shanghai ist man der Ansicht, daß ein neuer Krieg in Nordchina unabwendbar ist, Ivcnn ,es Sato und Kowokoe nicht gelingt, diesen Waffenstillstand durchzusetzen. Wien. Ueber Einladung der Staatssekretärs für die Landesverteidigung, General Zehner, ist Dienstag der ungarische Honvedmim'ster, General Röder, zn einem dreitägigen Besuche der österreichischen Hauptstadt eingetroffen. Auf' dem Wcst- bähnhof war zu seiner Begrüssung eine Ehrenkompanie mit Fahne und Musik gestellt- Seite 6 „Sozialdemokrat" Mittwoch, 28. Weil 1»»7. Nr. 10» Frager AMmg Volk und Arbeiter Abu. laksch vor Prawar HochtchUlorn ■ein einer uon der„Freien Vereinigung sozialistischer Akademiter" einberufenen öffentlichen Versammlung sprach Dienstag Abg. Jak sch. Die Versammlung tvurde von stud. med. Tauer eröffnet, der den Vertreter de« Schulministers, Dr. Hej- n i ei sotvie die llniversitätsprofesforen Slotty, A m e r s b n ch und Stein begrüßte und mit- teilte, das> sich der Tclandcr theologischen Falnltät S t o d e r und. die Professoren LiebuS und Oskar Ztr ans eutschiildigen liehen. Abg. falsch, dem hierauf das Wort erteilt tvurde, erklärte, er freue sich, unter Studenten sprechen zu können. DnS Unglück der intellektuellen Äugend sei es, die Vorurteile der früheren Generation zu konservieren. In der studentischen Jugend herrschen vielfach Vorurteile gegenüber all dem, was Arbeiterbewegung und Sozialismus ist. Zwischen der Arbeiterbewegung und dem völkisch eingestellten Intellektuellen bestehen tvieiniingSdifferenzen über die Rangordnung des sozialen und nationalen Problems. Die politische Geschichte des Sudetcndcutsch- tumS hat cs bewirkt, daß die völkische Intelligenz im Aufstieg der Arbeiterschaft eine Einschränkung der nationalen Positionen sah, Ter Kampf der Arbeiterschaft uni allgemeines Wahlrecht hat vielfach deutsche Privilegienpositionen zu Fall gebracht und der völkische Intellektuelle hat das als nationalen Machtverlust empfunden. Während die Demokratie dein tschechischen Volke als Begleiterin eines glanzvollen Aufstieges erschien, war bei den Deutschen die Demokratie die AugenblickSsorm von Rückschlägen und Niederlagen, die Deniokratie erschien als Augenblick nationaler Ohnmacht und der Niederlage nach dem Weltkrieg. Ter Gegensatz, der zwischen dem nationalen NechtSgedanken, wie ihn die Arbeiterklasse vertritt, und dem nationalen Machtgedanken, Ivie ihn ein grober Teil der deutschen Intelligenz vertritt, hat schon Rauchberg durch eine verbindende Formel aus der Welt schaffen wollen, indeni er sagte, dab Sozialpolitik die beste Nationalpolitik sei und daß d i e Deutschen ihren phh fischen Besitz stand nur halten können durch Sozialpolitik. Das hat die dentschp Intelligenz bis heute zu wenig begriffen. Es wird bei«nS an Festtagen zu viel vom deutschen Bolt gesprochen und an Werktagen zn wenig für daS deutsche Volk getan. Gegenüber dem tschechischen Nationalismus find wir im Nachteil insofern, als dieser in sozialer und kultureller Beziehung positiver ist und dem kleinen Mann, dem Volke mehr zugetvandt ist als der deutsche. ES fehlt dem deutschen Nativ n a l L e tv u ht s e in die positive Sinngebung. Da dar Sudetendeutschtum keine Könige und groben Heerführer hervorgebracht hat, must ans der Arbeitstradition des Sudetendeutschtums der Inhalt des Nationalbewubtseins geformt werden. Wir müssen die Frage stellen, was denn der kulturelle und soziale Inhalt der sudetendeutschen Volksgemeinschaft sein soll und ob da Raum übrig bleibt für den sozialen EmanzipationS- kampf der arbeitenden Klasse. Sollen wir etwa alle, sozialen Auseinandersetzungen bis zu einer nationalen Machtlösung verschieben? ES gibt viele völkische Intellektuelle, denen jeder Streik als ein Unfug erscheint, mit Ausnahme der Studentenstreiks. Aber der.Jntellektuelle müßte viel mehr darauf auS- gehe», die KrankheitSerscheinungen der Gesellschaft zu beseitigen als über dar Streitfieber zu klagen. So fehlt es dem Sudetendeutschtum vielfach an Objektivität und Toleranz gegenüber der sozialen und kulturellen Arbeit der Arbeiterbewegung und gerade die geistige, religiöse und politische Toleranz, die Achtung vor dem andern, ist das Merkmal der höheren Kultur. Allerdings kennen wir in der einen Frage kein Kompromiß: Ob man nämlich für oder gegen eine soziale Neuordnung ist, für das Werdende oder für das Berstnkende. Ohne einen Umbau der Gesellschaft geht es nicht, wenn man nicht aus seder Konjunktur in eine Krise stiirzen will. Dai ist auch die Frage der jungen Intelligenz. Wenn wir nicht den Ausweg finden, kommt auch die Intelligenz nicht aus der sozialen Unsicherheit heraus. Darum gibt«s nur eine Zusammenfassung der Werktättgen, nämlich auf der Basis der sozialen Neugestaltung der Menschheit. Will man volkstreu sein, so muß man sich an den Grundsatz halten, den man aus einem Christus« wort ableiten kann: Wa» du für den geringsten Sohn de« Volke« getan hast, da« hast du für dein Volk getan! Der fesselnde Vortrag des Abg. Jaksch, der auf die versammelten Studenten einen tiefen Eindruck machte, wurde an einigen Stellen, und insbesondere am Schlüsse von langanhaltendem Beifall begleitet. Die gestohlene LokomobUe. Die Gauner, die dieses Stückchen lieferten, scheinen ebensoviel Dreistigkeit als Humor zu besitzen. Stand da in einem Hause am PeterSplatz seit langer Zeit eine alte Lokomobile,-tzst bet Obhut deS SaUSnttisters empfohlen war. Eistet Aages erschien nun ein Lastauto, dem vier muskulöse Manner entstiegen/'die mit großer Selbstverständlichkeit erklärten, sie seien gekommen, um das„alte Gerümpel".abzumontieren. Und gleich machten sie sich ans Werk. Ohne Hast und gründlich zerlegten sie die alte Maschine in ihre Bestandteile, was den ganzen Tag in Anspruch nahm, verluden das Alteisen aus das Auto und fuhren davon. Das ganze Haus hatte der Abmontierung zugesehen und keinem Menschen fiel es ein, daß hjec Diebe am Werke sein könnte». Dies ergab sich erst nach einigen Tagen, als der Besitzer der verschwundenen Lokomobile freudestrahlend erschien und dem Hausmeister mitteilte, er habe sie endlich nach Rumänien verkauft und fei endlich daS alte Stück los. Groß war das Entsetzen, als sich der peinliche Sachverhalt ergab. Die Polizei hatte keine unmittelbaren Spuren, da niemand der Num- mer jenes Lastautos Aufmerksamkeit geschenkt hatte. Ta aber für solche Stückchen nur ein beschränkter Kreis von„Fachleuten" in Betracht kommen konnte, waren die Nachforschungen ball» von Erfolg gekrönt. Zn Fijjkov stellte man zunächst den Besitzer des Lastwagens fest und dann die gelungene Gaunervlatte selbst. Nun sitzen sie alle in Pankraz. Kind Hinterm Lenkrad. Ein furchtbares Ende hätte dieser zum Glück glimpflich verlaufene Vorfall nehme» können. Der Inhaber einer Bierabsüllerei, Jaroslav Trejbal, hatte auf einer Geschäsisfahrt den siebenjährige» Zungen einer bekannten Familie mit Genehmigung der Eltern mitgeiwmmen. Zn der ziemlich steil abfallenden Trojskä ulice in Troja ließ er den Wagen, ein leichtes Lastauto vor einem Gause stehen, lvo er eine geschäftliche Sache zu erledigen hatte. Der siebenjährige Junge blieb unbeaufsichtigt im ChaufseurhäuSchen zurück. Er"begann zu spielen und lockerte dabei die Bremse, so daß der Wagen ins Nollen kam und in rasender Fahrt die steile Straße herunterrollte. Das Kind hielt sich entsetzt am Lenkrad fest und ries um Hilfe. Schließlich fuhr der Wagen gegen einen Baum, wobei die Motorhaube zertrümmert wurde. Der Junge kam mit leichten Kratzern im Gesicht davon. Der Riesenbrand in Uhkinive»— Versicherungsbetrug! In der Nacht auf den 1. April brannte in UhiiniiveS die große Dampfmllhle des Dr. Jaroslav Eger nieder, wobei das ganze Inventar vernichtet wurde. Der Schäden bewegt sich in der Höhe von rund einer Million Kd. Die Brandursache wurde einstweilen nicht eruiert, doch fiel den Gendarmerieorganen aus, daß mit ausfallender Aufdringlichkeit immer wieder Gerüchte in Umlauf gesetzt wurden, die der Bewohnerschaft gar zu eindringlich zu Gemüte führen sollten, daß es sich tatsächlich nur um zufällig auSgebrocheneu Brand handle. Die Unter- fuchungen wurden mit verstärktem Nachdruck aufge- nommen und schließlich gelang es festzustellen, daß der Brand tatsächlich gelegt worden war. Als Täter wurde. der in dieser Mühle angestellte Bohnslav Smolik ausgeforscht, der nach kurzem Leugnen auch ein Geständnis ablegte. Er gab zu, das Fet ,-t: durch Anlegung von Brandnestern’ mit Hilfe von Petroleum und anderen leicht brennbare» Stoffen sorgfältig vorbereitet zu haben. Gleichzeitig igab er an. er habe die Brandlegung imAuftragesei- n e r D i e n st g e b e r i n A y zm«,r,sthgv iwnimen. die sich in finässziellen Noten befand und sish durch einen Versicherungsbetrug.sanieren Müllte. Auch Anna Eger wurde In Hast genommen und legte gleichfalls ein Geständnis ab. Beide Verhafteten wurden vorläufig dem Bezirksgericht in RiLan eingeliefert, Gedenktafel für Barthou. Dienstag vormittags wurde eine dem Andenken des französischen Staatsmannes und hervorragenden Schriftstellers, des ehemaligen Außenministers Louis Barthou gewidmete Feier veranstaltet, bei der im Hofraum des Klemen- tinums eine Marmortafel mit lateinischer Inschrift enthüllt wurde, die an den Besuch BarthouS in der Universitäts- und Nationalbibliothek vor drei Jahren erinnert. Die Gedenttafel, ei» Werk der Schüler Professor Stiepels von der Prager Kunstgewerbe- schule, ist oberhalb des Steines angebracht, von dem aus Minister Barthou damals zur akademischen Jugend über ihre Pflicht sprach, durch ihre Bildung der Nation ergeben zu dienen und die Demokratte zu stärken, deren Ideale Frankreich und die Tschecho- slowakei verbinden. „Konrad Henlein und die tschechoslowakische Demokratie". Der Debattenabend der Liga für Menschenrechte, der mit diesem Thema stattfinden sollte und wegen formeller Gründe polizeilich aufgelöst wurde, wird Dienstag, den 4. Mai 1987 um 20 Uhr im Saal der Zenskh klub, Praha II., Be Smeikäch 26 stattfinden. ES spricht Redakteur Dr. Foustka. Gewiß die erste Maifeier in diesem Jahr ver- einigte am vergangenen Samstag nachmittags und abends eine größere Anzahl der aus Deutschland emigrierjen Genossen in einem Lokal der wilden Sarka. Der Weg dorthin führt an einer goldenen Inschrift vorbei, die besagt, daß an jener Stelle Dr. Kramäk, Dr. Rabin und Sir einander heimlich trafen, um den nattonalen Befreiungskampf zu organisieren. Ein Lorbeerkranz ist darunter angebracht... „Wir haben nicht für immer Lebewohl gesagt, unsre Straße führt zurück, wir kommen wieder— Kameraden unverzagt!" ist der Kehrreim de« Emigrantenliedes, der rot von der Wand ermunternd leuchtete. Eine kurze Ansprache fehlte nicht, packende Musik und Songs wechselten ab. Bielleicht haben gewissen Subjetten in Berlin usw. die Ohren geklungen, als eine Gr-, nossin, die noch Wilhelm Liebknecht und August Bebel persönlich gekannt hat, auSrief, in dieser Sttmmung sollt« man sich doch gleich auf den Marsch jurück» begeben...(km) Mitteilungen aus dem Publikum. Gesunde Kinder find lebhaft, ihre Schuhe be- anspruchen sie besonder«■ stark. Per s»«» Concnv-Gummiabsätze sind eine Notwendigkeit auf jedem Kinderschuh-Paar. Keine Ermüdung, sparsam, dauerhaft. 208 Der prächtige Waldstein-Gwtten in Prag Hl mit der Salla terrena ist am 1. Mai den ganzen Tag über für das ermäßigte Eintrittsgeld von 2 XL zugunsten des Milii-Hause«, Jugendasyl in Fijjkov, ge- öfsnct. Nachmittags werden Dr. Alex.' Batik. Dr. Et. Bezdik■ und Redakteur Ptem. Pitter Vorträge heilten. Ausflug»,üge der StaatSbahn.w, Mai: Vom 5. bis 9. Mai: Ouer durch die Beskiden für 290 Xi. am 9. Mai nach Sternberg 40 Xi, vom 9. bis 80. Mai nach Lutzakovice 1010 Xi, nach Trenk. Tcvlice 1090 Xi, nach Nieikany 1208 Xi. Anmeldungen mit Angabe Im Ausftugszugreferat, Basar, neben dem ■Wilsonbahnhof, Telephon 888.88. '■ Allgemeiner Angestellten-Verband. Mittwoch, "den 28. April, halb 8 Uhr abends,. im Deutschen, hygienischen Institut, Prag II, Albertov, Preslova 7, Vortrag:„Sexuelle Hygiene". Vortragender: Prof. Dr. Wagner. Eintritt frei. Gäste willkommen. Platlnuhr und Interventionen Abg. Alois BeneS klagt... Prag, srb) Vor dem hiesigen■Bezirksgericht (GR Dr. Didourek) begann gestern ein Ehren- beleidigungSprozeß, der in der Ocftentlichkeit starkes Interesse hervorruft. Kläger ist der Abgeordnete der tschechischen Gcwerbepartei Alois I. Benes, der einerseits gegen das Ehrenmitglied des Ausschusses der gleichen Partei Heinrich SedläLek, anderseits gegen den hiesigen Juwelier Salo I a» kobowiez die Ehrenbeleidigungsklage etngebracht hat. Der Fall, der diesem Prozeß zugrundeliegt,, ist in den letzten Wochen In der Oefscntlichkeit sehr lebhaft kommentiert worden und hat auch in parlamentarischen Kreisen Widerhall gesunden. Anfang Feber legte das geklagte ParteiauS- schußmitglieb SedläLek bei einer Versammlung der Ortsgruppe Prag II der Gewerbepartei den in Frage stehenden Fall im allgemeinen Worten dar, ohne jemanden mit Namen zu nennen, indem er darauf hinwies, daß ein Abgeordneter dieser Partei für seine Interventionen Geschenke angenommen habe. SedläLek ersuchte bei dieser Gelegenheit die Parteimitglieder, ihm Jnformattonen zukommen zu lassen, falls ihnen etwas derartiges bekannt sei, va er die Sache auf der nächsten Vollversammlung am 17. Feber zur Sprache bringen wolle, Am Tag vor dieser Vollversammlung meldete sich bei ihm ein Führer der Parteiopposition, der ehemalige Landesvertreter Franz Kafka, dessen Gattin bekanntlich den Parteivorfltzenden I. V. Najman unlängst auf der Straße tätlich Insultiert hat, und teilte ihm mit, daß der Abg. Alois Benes, auf den die Andeutungen Sedläkeks gemünzt waren, den Versuch gemacht habe, die Sache mit aller Gewalt zu. liquidieren. Diese Sache, die dann am 28. März von Sedläiek vor einem Ehrengericht in allen Einzelheiten dargelegt wurde, soll sich nach dessen Angaben folgendermaßen verhalten haben: Im Jahre 1981 sei der Juwelier Salo Jakobo- Wicz sn daS Sekretariat der Gewerbqpaytei mespm». men und habe am eine Jnidrvention in iiüer Struer- abschreibungsangelegenheit ersucht. Er fei an Abg. Alois Bene« gewiesen worden, der auch erklärte, die Intervention vornehmen zu wollen, wobei Jakobo- wicz• bei ihm(Bene« war Schneider) Anzüge für 10.0 0 0 Xi bestellt habe, um sich quasi zu revanchieren.- Doch sei von feiten des Abg. Bene« in der Sache nichts weiter unternommen worden und als ihn der Juwelier nach längerer Zeit nochmal» ersuchte, sich der Sache anzunehmen, habe ihm Benes gesagt, er»werde sich nicht umsonst die Füße ablaufen". Jakobowicz habe erklärt, er habe kein Geld disponibel, worauf der Abgeordnete meinte, es könne auch etwas anderer sein. Schließlich habe ihm der Juwelier eine mit Brillanten besetzte Platinuhr im Werte von 25.000 Kl übergeben, die Bene« auch annahm. Mer auch nachher habe er nichts in der Steuerangelegenheit unternommen, gleichwohl aber die Uhr durch volle sechs Jahre behalten. Erst als SedläLek auf jener Bersammiung ohne Namensnennung auf den Vorfall zu sprechen kam und die Enthüllung in Aussicht stellte, kam Mg. Bene« zu Jakobowicz und stellte ihm die Uhr zurück, wobei er eine Destättgung darüber verlangie, daß er diese Uhr— vor sechs Jahren!—»nur zur Ansicht" übernommen habe. Der Juwelier lehnte dieses Ansinnen ab und bestätigte einfach die Rückstellung. Inzwischen hatte sich die Partei-Opposition dieses Falles bemächtigt und ihn zu einer Kampagne gegen Mois Bene« benutzt und indirekt auch gegen den Parteivorsitzenden Najman, dessen Gunst sich Bene« erfreut.. Die Angelegenheit hatte aber auch weitere Kreise gezogen und nicht- nur parlamentarische Stellen/sondern auch das Prager KreiSgericht interessiert. Die Parteileitung erklärte aber auf» entschiedenste, diese Affäre als»interne Parteiangelegenheit" zu betrachten und auch intern erledigen zu wollen. So wurde SedläLek am 28. März vor ein Ehrengericht zitiert, welchem der Partei- Obmannstellvertreter Advokat Dr. Sa» vorsaß und bei welchem Sedläiek den Sachverhalt in allen Details därlegte. Daraufhin überreichte nun Mg. Bene« die Ehrenbeleidigungsklage sowohl gegen Sedläiek, als auch gegen den Juwelier. Bemerkenswert ist, daß-Bene« dabei vom Kompagnon de« Vorsitzenden de» unpparteiischcn Ehrengerichtes vertreten wird. Bei der ersten Verhandlung erklärten die Vertreter" der Bettagten unter Ablehnung einer Vergleiches, den Wahrheitsbeweis anzutreten. Nach Stellung der beiderseitigen Beweisanträge vertagte da» Gericht die Verhandlung auf den 18. Mai.. . Verrat au» FahrläfflickeU. Der Senat für Angelegenheiten des Militärverrates beim Kreisstrafgericht in Prag verurteilte unter dem Vorsitz der GR Ptäinik den Fafsadenarbeiiec Albin Bier wegen Milüärverräte», begangen aus grober Fahrlässig« leit, und wegen der Üebertretüng de» Betruges, begangen durch Irreführung der Behörde, zu strengem Arrest in der Dauer von fünf Monaten und zum Ver«. lüft be» Wahlrechte«, unbedingt.^. Der Verurtellte hat die Strafe angenommen. Die Anklage vertrat. Staatsanwalt Dr. Zitek-■ Kunst und Mssen. Der Evangelimann Wilhelm K i.e n z l, der auS Waitzenttr- chen in Oberösterreich gebürtige Kontponist de» musikalischen Schauspieles„Der Evangelimann". feierte am 17. Jänner dieser Jahres seinen 80, Geburtstag. Vielleicht ist die gestrige„Evangelimann"- NeuauffÜhrung am Prager D e n i s ch e n Th eater als nachträgliche Ehrung des Komponisten an- zuschen, der zum deutschen Musik-Prag mancherlei Beziehungen hat, da er tu Prag nicht nur vorübergehend lebte und studierte, sondern hier auch mit seinen Opern Erfolg uiw Freunde fand. Kienzl ist einer der letzten noch lebenden Musiker de«„Wagner-Kreiser"; 1879 ging er nach Bayreuth; um dem großen Musikdramatiker zu dienen. Als Opernkapellmeister und geiswoller Musikschriftsteller hat Kienzl mindestens ebenso großen Ruf erlangt wie als Opernkomponist. Unter seinen Opern hat nur der„Evangelimann" und der,A u h r e i g e n" wettere Verbreitung gefunden. Der„E v a n g e li- m a n n" hat sogar in den ersten Jahren nach feinem Erscheinen fast alle größeren Opernbühnen Mitteleuropas erobert. Seinen Siegerzug dankte dieses musikalische Schauspiel der melodischen Schönheit und Eingänglichkeit seiner Musik, die durchaus den Charakter des Äolkstümlichen trägt und trotz großer Rührseligkeit in den lyrischen Stellen immer natürlich im'Ausdruck ist. Einzelne Szenen der Werker, wie die große Bolls- und WirtSgartenszene der ersten Aktes'und die Kinderszene zu Begjnn der zweiten Akter, ihre Melodien, wie jene der Liedes der Magdalena von den„schönen Jugendtagen" oder die schlichte, ergreifende Choralarie der Mathias, haben es zu einer richtigen Volksoper gemacht. Das Textbuch der Oper, das der K o m- ponist selbst verfaßt hat und dar sich auf eine' wahre Begebenheit stützt, behandelt daS tragische Schicksal der Aktuarlus Mathias, der stine Liebe zu Martha mit LO Jahren Kerkers büßen muß, weil ihn sein eigener Bruder, der Lehrer Johannes. der Martha ebenfalls liebt, der Brandlegung beschuldigt, um freie Bahn zum Herzen Marthas zu haben. Das Feuer hat Johannes selbst gelegt. Aus dem Gefängnis entlassen, kommt Mathias als Evangelimann wieder in die Heimat zurück. Martha ist tot, denn sie hat den Gram um den Geliebten nicht überwunden und freiwillig den Tod in der Donau gesucht und gefunden; aber Johannes lebt noch. Zu dem auf den Tod Krmcken und von GewissenSqualen Gemarterten wird der Evangeli- inann gerufen,, ihm den letzten Beistand zu leisten. 8m Angesichte des Todes beichtet Johannes sein Verbrechen; der Evangelimann erkennt aus dem furchtbaren Bekenntnis, daß es der eigene Bruder war, der fein Glück und Dasein vernichteie, Haß und Zorn erfassen ihn, den Nichtswürdigen■ zu strafen, aber dix Güte und Milde siegen über seine Wut, in Ergebenheit in sein Schicksal verzeiht er dem Elenden und erleichtert dem Unglücklichen die letzten Minuten der Qual. Die künstlerische Wiedergabe deS Werkes war leider nicht durchwegs schwungvoll und gut genug, um- die■Antiquiertheit-seiner Schönheiten vergessen zu machen. Kapellmeister Fritz R i e g et Dirigierte nist'Eifer, aber zu wenig'temperamentvoll und■'ohne die innere Hingabe an die Aufgabe. Paul Schlenkers Regie sorgte nur für Ordnung und Lebendigkeit der Szene, nicht aber für ihren persönlichen. Ton. Anter den Hauptdarstellern ragte Josef S ch w a r z als stimmlich und schauspielerisch höchst eindrucksvoller Johannes am meisten hervor. H. Fischers Mathias fand sich gesanglich Und darstellerisch erst im zweiten Att in seine Aufgabe. Lotte M e d a k s Martha reichte in der Tonquan» tität aus, nicht aber hinsichtlich der lyrischen Weichheit und Beseeltheit ihres Gesanges. Ausdrucksvoll spielte und sang dagegen Fr. K i n d e r m a n n die Magdalena. In kleineren Rollen wirkten nist: I. G u t m a n n. Fr. G L l 1 n i tz, Ä. Fuchs, H. H e y und I. L i b a k. Die sehr zahlreich erschienene Jugend fand an. der vollsttimlich-liebenswiir- digen und in der großen dramatischen Schlußszene sogar noch wirklich erregenden Opernmusik Kienzlstarkes Gefallen und spendete allen Mitwirkenten lebhaftesten Beifall. E. J.I Malfestvorstellung*'• am Freitag, den 80. April, um halb 8 Ahr abend« »Walia Oper von Beethoven, Die Titelpartte singt. Fine Reich-Dörich. Karten täglich von 8 bis 2 und 4— 6 Uhr, zu billigen Preisen bei Opttker Deutsch, Koruna. Freitag halt 8 Uhr Arbeitervorftellung„Fidelio" von Beethoven, mit Fine R e i ch» D ö r i ch, Hertha Rayn, Fischer, Schwarz, Andersen, Göllnitz, Hagen. Dirigent S z i l l.- Spielplan de» Deutschen Theater» Mittwoch, halb 8 Uhr: Da« Testament der Tante Karoline, B 1. — Donnerstag, halb 8: Der Mord in drei Minuten. C 2.— Freitag hat» 8r Fidelio, Arbeit«». Vorstellung, Abonnement aufgehoben.— Samstag: geschlossen!— Sonntag halb 8: Warum lügst Du, Cherie? halb 8: Da» Paradier(Ersatzvorstellung vom 80. IV.) D. Spielplan- der Kleine« Bühne. Heute,-Mittwoch 8 Uhr:„Feine Gesellschaft",. Bankbeamte 2 und freier Verkauf.— Donnerstag halb 8: Der Nächste, bitte!- Erstaufführung—Freitag 8 Uhr: Der Nächste, bitte! Theatergemeinde de».KUltur» verbände» und freier Verkauf.— Samstag: geschlossen.— Sonntag 8: Matura, 8: Der Nächste, bitte!.-':. Verlanget überall Volkszünder B e z» g s b e d' n g u n g e n: Bei Zustellung ins Haus oder bet Bezug durch die Post monatlich XL 16.—, vierteljährlich XL" 48.—. halbjährig XL 08.- ganzjährig XL 198.—.— Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Be! öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuftripten erfolgt, nur bei Einsendunst der Retourmarken.— Dte Zeitungsfrankatur wurde von der Post- undTele« graphendireüwn yltt Erlaß- Nr. 10.8OOJ VII/1980 bewilligt.— Druckerei: ,L>rbV". Druck», Verlaß»« und ZeitungS-A.-B. Prag.'-..>