Aus dem Inhalt: Die deutsche Schmach von Guei*nlca □le Magna Carta. der Eisenbahner Belgiens Bedingungen für den Durchmarsch Die Lohnkämpfe In der sudetendeutschen Industrie Aentralor-aK der Detttfche« fozläldamokrattsche« Arbeiterpartei tttdet; Tschechoslowakischen RepMik aivzelprets 7Ü fjcllct t«lnschN<ßI.SVell«rP-rt») «rfchOt,t i»tt«staatzNre bes»satap ttältch fr»H Redaktion und Verwaltung: Prag Xll.,Fochcwa 62- Telephon 58077- Herausgeber: Siegfried Taub Verantwortlicher Redakteur:Karl K er n, Prag 17. Jahrgang WWWV April 1S37 Nr. 102 UWvMMWWMIMU . VoHatlNÄL« Krafteinsatz am 1. Mal:- : Genoosm und Genossinnen, Arbeiter und Arbeiterinnen! Morgen ist der 1. MaL Mehr denn je Ist dieser Mal tag ein®sg. des Kampfes und der demotaattschen. Kraftentfalfang« ver Fasohiamns js tim Abstieg, aber er bedroht den Frieden der Wei t'Die von ihm versklavten. Arbeiter.werden morgen auf™« sehen« Mögen sie erfahren«, daß wir unsere Pflicht tun und auch für sie marschieren I Mögen sie erkennen, daß wir im Kampf um den Frie- d« sitz ifaMdWe rindl'-. Der heimische Faschismus versucht, den Maitag der Arbeit genau so zu schinden, wie ihn'.der Hitler-Faschismus geschändet hat. Die Bataillone der sozialistischen Arbeiterschaft werden zeigen, daß der Maitag uns gehört und daß sein soafa» llsüscher Inhalt unzerstörbar ist. Jeder Mann, Jede^Frau, jeder junge Mensch, alle, denen die Freiheit und der XHeden Beb,'rind, marschieren morgen! Alle werden zeigen, daß die sorialdemobmtfaciie Arbeiterschaft fest entschlossen ist, ihren A n griff ge.ge n'.:-'d;'e n F as eh i s mus no eh weiter vorzutragen und ihm durch dfaMeDche, aber kraft bewußte und kampfbereite Maidemonstration eine neue Niederlage zu bereiten. . Die Äugen der ganzen demokratischen Weit sind auf die sudätendeuteche Arbeiterschaft gerichtet, die auf wichtigem Vorposten kämpft— nicht allein ftlr die Demokratie, die Bepublikund deu Soriaifanma, sondern auch, f Ur di eEh re des durch d e n F a s c h i s-MU-s'< o.-Ajb h Un-Ä et e n. deu!t so-hett'-'Vjo.1 k e s! Dieser Maitag aber güt auch dem Bekenntnis zu unserer in Trautenau, Warnsdorf und-anderwärts kämpfenden Arbeiterschaft.: Ihr Schicksal.und ihr Kamtff zeigen die BrüehigkClt der vom kfasrittsmus propagierten„Volksgemeinschaft"— und unsere Mal- demonstration wird offenbaren, daß die wahre Volksgemeinschaft nur in der klassenlosen. Gesellschaft, möglich Ist, fllr. die wir immer uhon und besonders am l.Mal mit aii unberer KraftündBeldenschaftcfatrnfen- r] ÖZ? Hirau o oll s, d I s l h r z u u n s g-s h ö r f, zur Arme« des Frle-. dsna und des dsmofcratladian Fortsdirittsl Dieser Maltag muß ein neuer Ruhmestag der-sudetendeutsdiefl- Arbotterbswegung worden! J:i in der Warnsdorfer Textilindustrie SdP-Abg. Dr. Kellners Tätigkeit wöhrend des Etrlch-Streiks • i Wie verbringt Herr,06g. Dr. Kellner seine .Seit»; während die Arbeiter, ifl. dem. ihm so nahestehenden Eirich-Betrieb streiken? Er berichtigt. Berichtigt unentwegt. Ueberhäust uns mit Berichtigungen, die cher alle miteinander die Tatsache weder berichtigen'noch aus der Welt schaffen noch verkleinern, daß fett Jänner 1037 der minderjährige Sehn de» Abg. Dr. pellner/ vertreten durch dies« selbst, ul» Kommanditist, also alS Rsttrsttzer des Etrich-Betriebes, inS Handelsregister ein» ,'^g^agrn ist.'' i. ^^W'?2chw''>D'r weidete sich an Veronikas hilflos ineinanderverschlungenen Händen, „angerufen und gesagt, ein Bauer in Hinter«, in Hinter-, nun ja, ja,«in Bauer läge auf den Tod, da könne er nicht fort, eS könne Tage dauern, aber vielleicht auch nicht..." „Und wie heiht das Dorf?" fragt« Frau Egcnhofcr, die Veronikas Qual nicht mehr mit ansehen konnte. „Ich habe eS nicht verstanden, di« Verbindung war so schlecht." „Und weiter hat er nichts gesagt?" forschte Veronikas Mutter.„Weiter nichts?" „Er hat gesagt, wenn«S der Frau Doktor nicht gut gehen sollte, dann möchte man ihm gleich Bescheid geben, dann käme er natürlich sofort,7 „Und hat er keine Telephonnummer hinier- lasien, hat er nicht gesagt.... wie und wo... aber Rosa, er muh doch etwas gesagt haben, daS ist doch einfach nicht möglich!" „Er hat auch... war gesagt... ich hab'» nur nicht verstehen können, mir ist so fchwindllch gewesen am Telephon", fügte Rosa kleinlaut hinzu. „Nun trinken Sie wenigstens eine Taffe Tee mll uns", meinte Frau.Egenhofer seufzend,„dann Wird Ihnen sicherlich bester." Eie sagte das in Jeder, der Spanten besucht, wird ergriffen von der Liebe zu diesen Menschen, die mit solcher Selbstverständlichkeit ihr ganzes Sein, ihr Leben und ihre Famflie einsetzen im Kampfe für das, was sie als Recht empfinden, Ivas ihre Ueberzeugung ist. Ihre Hingabe ist grenzenlos und sie werden nur bitter, wenn sie auf Grenzen ihrer Hingabe der Arbeiter anderer Länder zu stoßen glauben, und«S fällt ihnen schwer, zu begreifen, daß es neben ihrer großen Sache auch noch andere Notwendigkeiten des' proletarischen Emanzipa» tionrkampses in der Welt gibt. Ueber die Koordinierung der Notwendigkeiten des KmnpfeS in verschiedenen Ländern ist schon viel-.d! worden und wird yoch viel diskutiert werd« der 1. Mat soll zeigen, daß trotz allen( rigkciten, die unvermeidlich sind,, die ganze nationale Arbeiterflaffe vom besten Wille».: ist, alles zu tun, um den spanischen Genost r helfen, alles zu tum..um den Stig der späm Freiheit und Unakchmigigketti von dem wir f> überzeugt find als nur jemals; zu sicherm Solidarität und Treue für die Kämpfer y n Spanien— das ist in diesem Jahr« unsere Maiparole! Ilie Magna Carta unserer Eisenbahner Genosse Grünzner Ober das Elsenbahngesetz Prag. Der Senat führte Donnerstag wider Erwarten die Debatte über daS Eisenbahngesetz nicht zum Abschluß» ebensowenig die übrigen Punkte der Tagesordnung, unter denen sich' u. a. der Ternovorschlag für daS Brr- faffungSgericht befand. Wie eS heißt, konnte über diesen Vorschlag noch keine Einigung erzielt werden. Für unsere Fraktion sprach"in der Debatte Genoffe Grünzner, der nach einer allgemeinen Besprechung der Vorlage' sich mit einer Reihe von Spezialfragen befaßt«, die für gewisse Kategorien von Bediensteten, beziehungsweise Pensionisten von großer Bedeutung sind. Er konnte darauf verweisen, daß sich die Ausschüsse seinen diesbezüglichen Anregungen angeschloffen und ste in mehreren Resolutionsanträgen verankert haben, deren Erfüllung von der Regierung gefordert wird. Einleitend wies Ge noffe Grünzner darauf hin, dah die Vorlage in beiden. Häusern einer gründlichen und gewiffenhaften Varia» mentarischen Durchberatung unterzogen wurde. Die Vorlage trägt den Charakter eines umfassenden Unifizierungs- Werkes, das' sehr verschieden geartete Rechte und nicht zuletzt auch wichtige Personalinteressen tangiert und in mancher Hinsicht neu regelt. Es war',, keine leichte Aufgabe, alle diese verschiedenartigen Jntereffen unter Dach und Fach zu bringen. Gewisse Mängel sind unter diesen Umstäichen nicht ausge« .schloffen: Gegenüber der bisherigen- Gesetzgebung- stellt die Vorlage jedoch«inen nicht zu unterschätzende» Fortschritt dar. Ein Schönheitsfehler ist dem Gesetz leider, anhaften geblieben, die Vereinigung der Hoheit»« und der Verwaltungsagenda in einer Hand. E» wäre wünschenswert, wenn hier in strittigen Fragen nicht die ganze Macht der Verwaltungsbehörde anheimgestellt würde. Doch wäre es natürlich ungeheuer schwer, irgendeine ander« Behörde mit der Ausübung der HoheitSrcchtes über die Bahnen zu betrauen. So blieb e» bei der Fassung des Paragraph 12t, daß die EisenbahnverwaltungSbchörde auch alle Funktionen der Staatshoheit Uber die Bahnen auszuüben hat. Der ß ISt enthält auch noch andere Bestimmungen über internationale Eisenbahnvereinigungen. Kongresse«te. Auf diesen Kongressen tverden oft sehr wichtige Fragen behandelt, die in die dienstrechtlichen und Besoldungsverhältnisse des Etsenbahnpersonals tief eingreife«. Zu dem Jnternatwnalen Eisenbahnkongreß, der im Jun tn Pari» stattfindet, soll von unS wieder nur ein höherer Beamter des Eisenbahnministerium» fahren. Eine ganze Reihe von Staaten, darunter England und Frankreich, werden auf dieser Tagung auch dem Personal ein«Vertretung einräumen. Redner ist überzeugt, daß der gegenwärtige Eisenbahnminifter sich der Notwendigkeit, auch Delegierte au» den Reihen de» Personal» zu entsenden, diesmal nicht verschließen wird. Wir dürfen da gegenüber de» anderen demokratischen Ländern nicht zurückstehen. Redner befaßt sich dann mit dem ß 299, der von der Derogation der Rechte in der Unfallversicherung handelt Man hat die Absicht gehabt, in dem Gesetz die Unfallsrenten bi» auf 66.6 Prozent herunterzudrücken, die höheren Renten aufzuhcken und.dafür einen Fond» zu gründen, au» dem Unterstützungen an bedürftige Unsalldrentener oder ihre Hinterbliebenen auSgezahlt werden sollen. Da» Abgeordnetenhaus hat dies« Bestimmungen abgeändert und einen sogenannten„Eisenbahnunfall" mit einem Rentenanspruch von 78 Prozent konstruiert. Für Hinterbliebene Frauen, die früher nur auf 20 Prozent der Rente Anspruch hatten, wurde der Anspruch auf 36,,für Waisen von 16 auf 17.6 Prozent erhöht. Diese Bestimmungen wurden auch auf di« Bediensteten aller Hilfsanstalten ausgedehnt, also auch auf die Angestellten der Werkstätten, Magazine usw„ so datz da» einen gewissen Ausgleich darstellt. Wir Hal«« un» i« sozialpolitischen Ausschuß auch bemüht, das alt« Unrecht, das durch di« Regierungsverordnung 16/27»«schaffe» wurde, einiger- maßen zu mildern,«S war leider»esetztechnisch nicht miigllch, es im direkt« Zusammenhang mit dem Eiseniahngesetz z» tu». Der Ausschuß hat sich dann darauf geeinigt, einen diesbezüglichen Initiativantrag einznbringrn, was in nächster Zelt geschehe« wird. Genoffe Grünzner bespricht dann die Reso- lutionSänträge, die auf seine Initiative hi» von den Ausschüssen angenommen wurden. Es.handelt sich hiemmn jene UnfallLrentner, die noch ttu» dem alten Oesterreich stammen und deren Renten noch nach der alten östererichischen Kronentvähruna bemessen Ivurden. Redner hat daher in einer Resolution verlangt, daß diese alten Unfallsrenten aufgewertet-werden, und zwar nicht nur sechsfach, wie es di« Eisenbahnverwaltung und die', Finanzprokuratur in strittigen Fällen beantragen, sondern der heutigen Kaufkraft unserer Ktvne angemessen. E» liegt bereit» eine oberstgerichtliche Entscheidung vom Dezember 1986 vor, di«- In diesem Ginne ausgesallen ist. Redner bezeichnet es al» besondere» Fortschritt, daß da««bgeordnetenhau» in di« Vorlage offiziell auch die Bertrauensminner-A»»- s ch ü s s e bei den Eisenbahnen verankert hat. Es ist uotwetldig, daß dies« Jnftitutton Nicht nur beim Essenbahnmdüftarium,-sonder»«ich bei de« Direk- tonen und de» niederen Dienststellen endlich jene Beachtung finde, di« ihr zukommt. jenem verweisend resignierten Ton«, in dem»ran zu einem Kinde spricht, das für sein« Handlungen nicht verantwortlich zu mache» ist. Veronika hob den Kopf, sah über Rosa hinweg, hatte ein« steile Falte in der Stirn, glatt lagen di« Lippen übereinander, ein hölzerner Strich. Fast überängstlich wehrte die Hirschentochter das Ansinnen, mit den beiden Frauen Te« zu trinken, ab. Nein, nein, sie habe Eil«, nein, nein, sie müsse fort. Und ungelenk und fahrig huschte sie davon. Beronika aber ging in der Stube hin und her. Bor dem Kaminsims blieb sie stehen, trommelte mit den Fingern dagegen. „Wall hältst du eigentlich von dem sterbenden Bauern, Veronika? Hatte er dir etwas davon gesagt?" „Nein,— aber— das kanndoch einmal vorkommen, nicht wahr? Es kanndoch... meinst du nicht... und heute nicht... und morgen auch nicht... und dann wohl».. überhaupt nicht mehr..." Mit geschloffenen Augen hatte sie gesprochen, sie wußte wohl nicht mehr, was sie sagt«, denn sie machte«ine jähe Bewegung, als ob sie sich den Mund verschließen wolle mit der Hand, die Hand aber fiel kraftlos wieder herab, und Veronika sank lautlos in sich zusammen. -„Ach Gott, das Kind.'..", hauchte sie noch, ehe di« trostvoll« Finsternis der Bewußtlosigkeit über sie hereinbrach. Im Taff Odeon wollte man gerade die Achter. löschest, als noch ein später Gast erschien. Er war bestaubt und müde, verlangte, gierig etlva» Kaltes,„erst ein GlaS Wasser, Fräulein", und bat dann seltsam matt und wie von sich selbst verfolgt, ob er nicht draußen im. Garten sitzen könst«, es setso heiß. Die Kellnerin verständigte den Inhaber, der Inhaber" näherte sich mit vielen Verbeugungen dem seltsamen Gast, der Gast aber schien seinen Wunsch schon vergessen zu haben. «Gibt es hier in der Nähe ein vernünftiges Hotel?" fragte er nur,„ich möchte irgendwohin schlafen gehen.", Der Inhaber des Eafö Odeon erlaubt« sich ein« weiter« Verbeugung. War der späte Gast betrunken, dann schadete die Verbeugung nichts, war er ein reicher Sonderling— und dafür konnte man ihn noch am ehesten hallen—, dann nützte sie nur.-.„Wollte der Herr nicht im Garten...?" «Jaja.macht« der Fremd«, er dächte wohl an ganz etwas anderes. «Ivitte, mein Herr, hier durch den Gang..." „Man-sagte mir, bei Ihnen' verkehrten Schauspieler, Leute vom Theater sagten mir daS...", begann der Fremd» plötzlich, als hübe er einen Entschluß gefaßt. „Sehr wohl, mein Herr. Schauspieler.>. Meine Lokalitätist berühmt dafür..." Der Fremde sah aus, als imponier« ihm eine solche Berühmtheit wenig,«r fuhr sich mit der Hand durchs Haar, den Hut hatte er auf einen Tisch, geworfen. „Wollte der Herr, vielleicht jemanden treffen .... eine.... eine..."— eine Dame, wollte der Inhaber sagen, et sagte aber— besser war Vesser —„eine bestimmte Persönlichkeit..." „Ja,«ine ganz bestimmt« Persönlichkeit!" erwiderte der Gast. entschlossen.«Herrn Bernd nämlich, Herm Alexander Bernd." .„Oh, Herrn-Bernd? Herr Bernd ist eben gegangen. Bis zuletzt- saß er hier, ja, auch im Garten, gerade hier an-'diesem Tisch I Der Bote erreicht ihn bestimmt noch, wenn er sich sofort auf»' Rad setzt. Wollen Sie Herrn Bernd-noch sprechen, mein Herr?"* „Wenn es nicht allzuviel Mühe macht.». sagte der Gast; er wär unsicher-geworden» und' er sagte es fast bescheiden,«dann schon. Der Inhaber.de» Cash Odeon jagt«-einen Boten in die Nacht,-.dann nähert« er sich aus» neue unauffällig dem im Garte» hin und her Presseberiditigung Herr Abg. Dr. Wolf Kellner übermittelt uns zu dem in Nr. 21 unseres Blattes vom'17. April erschienenen Artikel„Die BolkSgemein- schaft der Kapitalisten: Fabrikantenpartei— SdP" folgende Berichtigung: Es ist unwahr» daß ich Eigentümer der ,rma Etrich in Jungbuch bin. Wahr ist.vielmehr, daß ich nicht Eigentümer der Firma Etrich in Jungvuch Lin. E» ist unwahr, daß ich Kommanditist(Teilhaber) der Firma Etrich-Jungkütch bin, daß die betreffende Eintragung in daS Handelsregister daS Datum 18. Jänner 1987 trägt und der eingezahlte Anteil K6 126.000.— beträgt. Wahr ist vielmehr, daß ich nicht Kommanditist der Firma Etrich-Jungbuch bin, daß die angeführt« Eintragung in das Handelsregister da» Datum vom 14. Jänner 1987 trägt und daß durch sie„als Kommanditist der minderjährige Johannes Kellner, vertreten durch den väterlichen Kurator Dr. Adolf Kellner, Advokaten in Trau- tenau" mit einem Zwanzigstel-Anteil an der Firma als Erbteil seiner verstorbenen Mutter eingetragen wurde. «bg. Dr. Wolf Kellner. Redner nimmt sich weiter der«hemalioen ständigen Arbeiter bei den Eisenbahnen an, die in- den Jcchren 1926 und 1928 auf Grund de» Gesetze» über die Sparmaßnahmen 286/24 abgebaut, aber nicht ganz entlassen, sondern als nichtständig« Vertragsarbeiter weiter beschäftigt wurden. Auch diesbezüglich hat Genosse Grünzner«ine Resolution eingebracht, die da» Eisenbähnministerium auffordert, endlich diese Menschen in da» Hilfrbediensteten-Ber« hältni» zu überführen. Endlich wie» der Redner»och darauf bln. daß eine ganze Reihe von Bediensteten ehemaliger Pri- vatbohnen existieren, die im Jahre 1926 nicht uni- füzert wurden. E» wäre eine Erleichterung auch in administrativer Hindersicht, wenn auch diese Leute ‘ nach den Vorschriften für die uniformierten Ange- stellten behandelt würden. Abschließend erklärte Grünzner, daß er sich bei nächster Gelegenheit noch mit der finanziellen-Lage der Staatrbahnen und dem tarifarischen und— Per» sonälverhältnissen beschäftigen werde.(Beifall.) * Ole Referate Zu Beginn der Sitzung hatte über da» Eisenbahngesetz sehr ausführlich Jng. Winter(Tsch. Soz. Dem.) namens des BerkehrSauSschuffes referiert. Er erklätte. daß die Vorlage eine kläre Tren- NungSlinie zwischen dem Staat al» Obrigkeit und dem Staat al» Unternehmer ziehe. Er ist schon au» der Bezeichnung ersichtlich, daß man für die Zukunft ,'mit der Sch a f f u n g.« im e» e.t>n h e.i t« TI ch e N Verkehr Sministeriums rechnet. Die Interessen der Staatsverteidigung sind auf Grund der Erfahrungen de» Weltkriege» und der neueren Ansichten über die Sendung de» Staate» geregelt. Die Militärverwaltung erhält hier eine beträchtliche Rechtsmacht, sie wird jedoch nicht direll in die Eisenbahnangeligenheiten eingreifen. Während der Wehrbereitschaft der Staate» bilden alle Bahnen ohne Rücksicht auf den Besitzer«ine VcrkehrSeinheit im Dienste der Staatsverteidigung. Die Militärverwaltung bat sogar die Möglichkeit, s e l b st den Bahnbetrieb zu-übernehmen. In diesen Fragen geht die Vorlage viel weiter al» die bisherigen gesetzlichen Bestimmungen. Gegenüber den Kl einbahnen waren die alten Vorschriften viel liberaler, namentlich war die üiechte und Pflichten der Selbstverwaltungsverbände I betrifft, doch bringt die Vorlage der Selbswerwal» laufenden Mann. Er wollte zur Stelle sein, wenn er gebraucht wurde, wer konnte wissen, was da noch vor sich ging.... „Sie kennen Herrn Bernd?" fragte der Fremde plötzlich.„Sie kennen ihn gut?" Der Casbbesitzer machte eine vielsagende Handbewegung. „Gott, wie man einen Menschen kennt, der fast jeden Abend, Verzeihung, jede Nacht, seinen Kaffee bei einem trinkt...." „Jede Nacht?" fragte Bannholzer. „O ja, fast jede, mein Herr." „Dann hat er wohl— Karriere gemacht, dieser— Alexander Bernd? De» Kaffeehausbesitzer würde zurückhaltend. Was hatte er schließlich nötig, sich von jedem hergelaufenen Kerl ausfragen zu fassen!„Karriere?" fragte er frostig zurück,„was heißt Karriere? Gr ist ein sehr strebsamer, sehr fleißiger. und wie die Kritik saßt, sehr vielversprechender jünger Mann." „Die Kritik!" warf Bannholzer hin und lachte bitter auf,„die KritikI Und was sagen die'Letzte?' Was sagt dä» Publikum? WäS sägen die'Backfischchen zu diesem Liebling der Götter, zu diesem Ausbund aller Tugenden?" „ES tut mir' leid", sägte der'Inhaber des GäftS,»darüber bin Ich nicht unterrichtet, mein Herr!" Und er fügte,'gekränkt, über würdevolle und' eigentlich nur- um es Mit seinem Gast nicht gänz und gar zu Verdeüben, hinzu:„Was sollen sie auch'sägen? WaS sollen sie wohl sägen, di« Leute?" „vielleicht", Bannholzer blieb knapp vor dem Männe stehen und fixierte ihn scharf,„vielleicht, daß er eine Liebschaft mit einem Mädchen hätte, das dann einen anderen nahm!" Er lachte auf,«S klang unnatürlich und überscharf:„So etwas soll es schließlich geben i" „Bmr diesen Dingen ist mir nicht» bekannt. Ich muß«S auch ablehnen, mich in di« Privatangelegenheiten meiner Gäste zu mischen, mein Herr." WorWuva folgt.)! Nr. 102 Freitag, 30. April 1037 Seite 3 Sudetendeutscher Zeitspiegel Annäherung in der ostböhmischen Flachs-Industrie Traut,»au.(E. B.) FürdieFlach», spinnereien wurde am letzten Dienstag vis in die Nacht verhandelt und es kannten für ein- zelne Arbeiterkategarien«och einige h e d e u» tendeLohnzugestKndnisse erzielt werde». Gleichzeitig gaben dir Jndustrievertreter ihr letzte- Angebot bekannt, wonach die Tarif» stundenliihne um 12 Prozent und die Akkordsätze um mindestens acht Prozent erhöht würden. Am Mittwoch hielten di« BertragSgewerkschaftm eine gemeinsame BerttauenSpersonen-Konferenz ab, di« nach Erstattung des Berichtes beschloß, den Arbeitern die Annahme deS BerhandlungSergebniffeS und somit den BertragSabschlutz zu empfehle«. Donnerstag und Freitag sind«« di« BelegschaftSversammlungen statt und«S ist damit zu rechnm, daß eö in der Flachsindustrie in den nächsten Tagen zum BertragSabschlutz kommen wird. Am Mittwoch sanden auch im Beisein der Vertreter der Behörde und deS Gewerbeinspektors die Berhandlnngen mit der Firma Etrich in Jungbuch statt, wobei über die einzelnen Be- triebSsorderungen verhandelt wurde. Bei einigen Punkten machte die Firma weitere Zugeständnisse, die Gewerkschaften behielten sich die Antwort vor. Auch sollen die Jute- B erh a« d l«n gen w ie d rr ausgenommen werden. lamcntarischcn Cligucn überhaupt kein inncnpoli- tifcheS Programm besitzt. Auch in der A u ß c n P o l i t i k soll zunächst Zeit gewonnen werden. Der neue Außenminister Naotake Sato hat sein ganzes Leben als Diplomat in Europa verbracht und ist ein sogenannter Kouferenzpolitiker mit äußerst einiiehmeudcil Manieren. In dem eben aufgelösten Parlament sind von allen Seiten bittere Worte über die japanische Diplomatie gefallen. Tatsächlich findet Sato eine sehr gefährliche Situation vor. Japan hat es seit dem mandschurischen„Zwischenfall" von 1081 fertiggebracht, sich allen entscheidenden Faktoren der ostasiatischen Politik zn entsremden. China und die Sowjetunion sind inztvischcn viel stärker gelvordcn als früher und haben sich einander genähert. Die Rechnung auf den Zerfall Chinas hat sich als falsch erwiesen. Das unangenehmste für Toktzo ist jedoch die Tatsache, daß England neuerdings zu einer aktiven Politik in China übcrgegangen ist. London unterstützt offen die Regierung von Nanking, vor einigen Wochen ist eine große englische Eisenbahnanleiiie für Südchina zustande gekommen, bedeutende von der Londoner Regierung garantierte Exportkredite sind an China gewährt worden. In den nächsten fünf Jahren soll in Südchina, der alten britischen Einflußsphäre, ein großangelegtes Eisenbahnnetz erbaut werden, das nicht nur an die einheimischen Häsen des Südchinesischcn Meeres, sondern auch an das britische Eisenbahnnetz In Burma und damit an die englischen Häsen des Indischen Ozeans Anschluß finden soll. Die Toktzoter Dipkoniatic sicht sich einer werdenden Abwehrfront der pazifischen Mächte gegenüber, deren Kräfte jene des asiatischen Jnselreiches weit übersteigen. Auch die Annäherung zwischen England und Amerika fällt für die ostasiatische Politik schwer, inö Gewicht. Daher die äußerst milden Redensarten, die der neue Außenminister im Parlament gegenüber China und der Sowjetunion fallen ließ. Die japanische Außenpolitik, ebenso wie die Innenpolitik, befinden sich in einer Sackgasse. Auch die Wahlen am 30. April werden keine Lösung bringen. Entweder wird diese Uebergangszcit in eine neue große Epoche der Reformen münden, die das Werk von 1867 vollenden und auf eine breite demokratische Grundlage stellen wird, oder wird Japan in eine inneu- und außenpolitische Katastrophe hineinsteuern. Unsere Malnummer erscheint am Samstag, den 1. Mai, in verstärktem Umfang. Die Sonntagsnummer am 2. Mai'entfällt anläßlich des Feiertages. Die Derwaltnng. Ä tun« auch gewiss« Borteile gegenüber dem bisherigen Stand. Nach einer ausführlichen Darlegung der von den Ausschüssen getroffenen Lenderungen erklärt der Berichterstatter unter Berufung auf da» Abkommen vom 18. Feber: Dir Zugehörigkeit zu dieser»der jener Nation soll bei der Aufuahurr von Eifmbahnangestellte» kein Hindern!» sein. Erforderlich Ist freilich dieKen« t» n i» der Staatssprache, sowie di» te- dingungSlose Loyalität zum Staate. Jeder, der sich um«ine Stelle bei der Bah» bewirbt, muß dessen eingedenk sein: Auf wen Mn unbedingter Berla 8 ist, daß er mit dem Augenblick, wo sich di« Bahn in ein Mittel der StaatSverteidlgung verwandelt, bereit sei» wird, alle seine Kräfte und Fähigkeiten In den Dienst der StaatSverteidlgung zu stellen, und daß er aus seinem Poste» bei der Bahn«in zuverlässiger Soldat der Republik sei» wird, für de» ist bei ter Bahn kein Platzl Mit der juristischen Seite der Borlage beschäftigte sich in ausführlicher'Weise der Referent de» verfassungsrechtlichen Ausschusses Dr. Kara». Für den sozialpolitischen Ausschuß erklärte Brodeckh, daß die Borlage hinsichtlich«ine» sehr wichtigen Faktor», nämlich de» Eisenbahnpersonals, den bi»herigen unerfreulichen Stand in Geltung beläßt, ja im Gegenteil dem Personal noch gewisse ertvorbene und praktiziert« Äechre nimmt. Wenn di« Borlage z. B. die Bestimmungen über die sozialen Rechte und Ansprüche de» Personal» in einem absoluten Chao» beläßt, die Frage der Verkehr»- Unfälle zwar für di« Reisenden löst, aber für da» Personal die bisherigen Bestimmungen über den ÄerkehrSunfall aufhebt und e».mit einer Erhöhung de» Prozentsätze» bei der Ermittlung de» au» dem Unfälle entstandenen Schaden» abtut. so müsse da» bedenklich ftiimnen. Der Ausschuß sucht««ine Regelung im Anschluß an 8 7t durchzusetzen, hat sich aber schließlich dafür entschieden, in diesen Personalfragen einen eigenen Initiativantrag einzubringen. Der Referent erwartet, daß sich ihm alle Koalitionsparteien anschließen werden. Für den W«hrau»schuß referierte Senator Javor- u i c k h. In der Debatte sprachen die Senatoren Fiissy(ung.), S t o d o l a(Agrarier), I u- ran(Kommunist), Dr. BaS(Gew.-Partei) und E n h u b e r(SdP), der einen beträchtlichen Teil seiner Redezeit darauf verwendet,«ine nebensächliche Kontraverse mit einem Eisenbahner wegen Rauchens im Nichtraucherabteil breitzutreten. SeineAusfühnmgen zeugen von einer unglaublichen Ueberheblichkeit. Nachdem Senator Genosse Grünzner gesprochen hatte, wütde di« weiter« Debatte auf Dienstag, den 11. Mai, um 16 Uhr vertagt. Vie Revierratswahlen Im nordwestböhmischen Kohlenrevier Die im nordwestböhmische» Revier vorgenommene» Revicrratswahlen hatte» folgendes Ergebnis: Richt kandidiert haben Heuer die tschechischen Agrarier» die im Jahre 1030 zwei Mandate erhielten, ferner die sogenannten Wilde«, die fünf Mandate hatten, und das Rckrodnk sdrujenk mit 17 Mandaten. Das Närodni sdrujeni wurde nicht zur Wahl zugelassen, weil es die erforderliche Anzahl von Unterschriften nicht aufgebracht hatte. Mandat« Stimmen Stimme» 1087 1080 Unten der Bergartetter 8. 129 123 Svaz homikü 4 «1 62 Jednota herntkä .2 88 35 Kommunisten 8 »0 46 Deutsch« Chttstlichsozlal« 2 8t 36 Deutsch« Arbeitergewerffchast 8 41 37 Deutsch« im Eisenbahndienst. Das Eisen» bahnministerium hat bereits vor mehreren Wochen allen Direkttonen den Auftrag erteilt, bei Lieferungsvergebungen und Einstellung neuer Arbeitskräfte, insbesondere auch bei der Aufnahme von Oberbauarbeiten, die Richtlinien der Regierungsbeschlüffe vom 18. Feber strikte zu beachten. Tatsächlich wurden auch in letzter Zeit mehrere Deutsch« in den Eisenbahndienst aufgenommen, so insbesondere bei der StaatSbahn- direktioU O l m ü tz, wo sieben deutsche Kon» zeptSbeamte ausgenommen wurden. Bei' den AuS- befferungSarbeiten am Bahnkörper der Strecke Prerau—Oderberg. sind 860 deutsche Oberbauarbeiter beschäftigt. DaS Eisenbahnministerium wird aber nun auch in sprachlicher Hinsicht mehr Entgegenkommen zeigen. Insbesondere wird überprüft, in welchen Stationen auch eine deutsche StationSvezeichnung anzubringen ist. ES gibt nämlich immer noch mehrere Stationen, in deren Gemeinden«ine beträchtliche deutsche Minderheit ansässig.ist, die aber dennoch nur die einsprachig tschechische Aufschrift haben, hie und da gibt eS auch rein tschechisch bezeichnete Stationen mit deutscher Be- völkerungSmehrheit. Dies gilt z. B. für die Station Blisowa auf der Strecke Pilsen—-Fürth i. W. In diesem Falle wurde, u. zw. über Einschreiten deck Abg.-Zierhüt, der Pilsner Direktton bereits der Auftrag erteilt, neben der tschechischen auch die. deutsche Stationsbezeichnung änzübringen. .i(DND.)i Unsere Maifeiern Im Kreis Relchenbers Zu unserer gestrigen Uebersicht über die Mai- Feiern der DSAP ttagen wir für den Reichenberger Kreil noch folgende Daten nach: Reichenbergr Dr.-Eduard-Benei-Platz. Redner: Adg. I a k s ch und I. N o v ä k. Friedland: Kretscham in Ringenhain. Redner: Abg. I a k s ch und I. N- v ä k. Gablonz: Masaryk-Platz. Redner: R. Hawel- Reichenberg. Tannwald: Gemeindespielplatz in Schumburg. Grottau: Platz beim»Lid. düm". Redner: M- K o u t n i k-Rcichenberg. Kratzan: Marktplatz. Redner: H. S e i d e I-Gablonz. Lieben»«: Gasthaus Flanderka. Redner: Robert H a w e I-Reichenberg. Bad Kunnersdorf: Kurhelm. Redner: A. Freu» z«I-Reichenberg. Streik In der Waggonfabrik In B. Lelpa Die Arbeiter der Waggonfabrik„Bohemia" in B.-Lcipa sind Mittwoch, den 28. April, mittag» in Stteik getreten. Ihre Zahl beträgt 800. Die Ursache zu diesem Entschluß liegt darin, daß die vor einem Vierteljahr gestellte Forderung.der Arbeiter, die., sehr... unregelmäßigen "Akkordsätze einheitlich zu-regeln und eipe durchgängige Lohnerhöhung vorzunehmen,nicht beachtet und Verhandlungen von der Direktion immer wieder hinausgezogen wurden. Die Arbeiter haben nun Mittwoch mittags den Betrieb geschlossen verlassen. Die Perhandlungen dürften insofern auf Schwierigkeiten stoßen, als die Betriebsleitung die Verhandlungen erst aufnehmen will/ wenn die Arbeit ausgenommen wird, während die Arbeiter einen umgekehrten Standpunkt einnehmen. „Auszugsweise und ohne Kommentar“, gibt die»Zeit" die Referate wieder, welche die Professoren Dr. E. Winter und Dr. I. L. Hro- madka über die Möglichkeit einer tschechisch-deutschen Zusammenarbeit auf kulturellem Gebiete gehalten haben. Die„Zeit" scheint aber unter Auszug eine Wiedergabe zu verstehen, welcher der Stachel ausgezogen ist, denn ihr Bericht unter s ch l ä g t in den Ausführungen Prof. Hro- Franzbranntwein zum einreiben und Massieren niadkaS einen der Grundgedanken, seine scharfe Abgrenzung gegendie Jedeo- logiedes Dritten Reiches, in deren Einfluß auf einen großen Teil der Sudetendeutschen Hromadka mit Recht eines der wesentlichen Hindernisse für die Verständigung erblickt. Gerade die Kulturrubrik der„Zeit" liefert dafür nahezu täglich neue Belege. Wenn die„Zeit" meint, daß„durch diese Diskussion auf beiden Seiten einige Steine aus dem WW'geräünst würden", ist das also ebenso aufrichtig, wie die ganze politische und geistige Haltung der SdP, die selbst der größte Stein auf dem Wege zur Verständigung ist. Dir Hauptversammlung der„Arbeiterfürsorge", die für 0. Mai angeseht und angekündigt war, ist auf Montag, den 2 4. Mai(in Prag) verlegt worden. Präs—Wien als europäische Spannungszone Die Presse der Westmächte beschäftigt sich insbesondere in Besprechung des-Borstoßes von Winston C h u r ch i l l mit der Bedeutung, die der Tschechoslowakei und Oesterreich im gegenwärtigen Augenblick zukoinuien. Mai: hält im Westen zur Zeit einen Schlag der Diktaturen in Mitteleuropa nicht für ausgeschlossen, ist aber auf alle Eventualitäten vorbereitet. Ma» verkennt nicht de» Zusammenhang, der zwischen der Konferenz von Venedig und einigen anderen Snmptomen, wie dem Vorstoß d e r S d P in der Innenpolitik der ÜSR besteht. (Wie ja auch zwischen den Wiener Demonstrationen der Nazi im Februar, den ungarischen Putschplänen und der Aussiger Kampfansage Henleins offenbar ein Ziisainmenhang bestand.) Die Außenausschüss« beider französischen Kammern hörten in vertraulicher Sitzung Referate des Außenministers D e l b» s über Mitteleuropa an. Die Reise DaladierS nach London und die EdenS nach Brüssel dienten, wie eS heißt, vorzüglich der Erörterung mitteleuropäischer Fragen. Viel bemerft wird die äußerste Zuspitzung der Beziehungen zwischen Wien und Berlin, die in heftige» Pressefehden zum Ausdruck komnit. Man nimmt aber an, daß Oesterreich der Hilfe der Westmächte gegen eventuelle Berliner Pläne ziemlich sicher ist. In Dunkel gehüllt bleiben die Hintergründe und Ziele der Berlin-Wiener Reise des Hoiwedministers Roeder, der zweifellos militärische Verhandlungen geführt hat, andererseits aber als Parteigänger der Legitimisten und Hftlergrgner gilt. * Neurath nach Rom Rom.(Harms.) Hier ist folgendes amtliche Kommunique ansgegeben worden: Auf Einladung der faschistischen Regierung wird Reichsaußenminister Baron Neurath am 3. Mai in Nom eintreffen, um den Besuch zu erwidern, den ihm der italienische Außenminister Graf Ciano im Herbst vorige» Jahres abgestattet hat. Minister von Neuttrth wird In Nom einige Tage verbleiben. ES werden ihn h» h e B e a m t e deS Rcichs- außrnministeriumS begleiten. Italienische Befehlshaber bei Cordoba Gibraltar.(Agence Espägne.) Vier italienische Generalstabsoffiziere sind in Gibraltar an Bord des italienischen Dampfers Roma eingetroffen. Sie haben sofort ihre Reise in Richtung nach La Linea fortgesetzt, von wo aus sie nach Sevilla weitergehen. Nach Informationen aus sicherer Quelle ist diesen vier Offizieren das Kommando über die Truppen der Aiisständische» an der Front von Cordoba übertragen. Krise in Japan Per Sinn der heutlnen Wahlen (GB) Wenn man die japanische Presse der letzten Wochen durchsieht, so kann man sich des Eindruckes nicht erwehren, daß Japan tatsächlich in ein« akute politische Krise eingetreten ist. Vielmehr: die politische Krise, die Japan seit dem sogenannten„Zwischenfall in der Mandschurei"— wie man drüben in verschämter Weise die Besetzung jene» Landes bezeichnet— ununterbrochen erlebt, hat sich neuerdings ungeheuer verschärft. Die Elemente dieser politischen Krise sind bekannt: Vollkommene Zersetzung der allen politischen Parteien, Verfall jenes Scheinparlamentarismus, den sich Japan in den letzten Jahrzehnten geleistet hat, Ueberhandnehmen deS politischen Terrors in verschiedener Gestalt und, schließlich, das immer deutlicher an den Tag tretende Bestreben deS Militärs, die ganze Macht an sich zu reißen. Seit Mai 1082, also fett der Ermordung des Premier Jnukäi, gibt es in Japan keine parlamentarische Regierung mehr. Aber an den drei ersten Beamtenregierungen haben wenigstens die Vertreter der beiden großen Parteien teilgenom» men. Die am 28. Jänner infolge des Konfliktes! zwischen der Armee und dem Parlament zurückgetretene Regierung Hiröta hat je zwei Parteiführer als Kabinettsmitglieder gehabt. Die jetzige Regierung des Generals Senjüro H a y a s h i hat mit diesem Brauch gebrochen. Aber dieses neue japanische Kabinett ist keineswegs eine Militärregierung, sondern es ist durch ein ziemlich der«! wickelte» Spiel verschiedener Cliquen und Grup« pserungen zustande gekommen. Man möchte vor allem den Schein wahren, möchte den alten, verknöcherten.Parlamentarischen Parteiapparat grundsätzlich ummodeln, ohne das ganze Parla- mentspiel über Bord zu werfen. Der Parlamentarismus gehört.nun einmal zu den Ueberliefe- rungen der„kaiserliche» Revolution" von 1867. Man will/aber jedenfalls die. alten Parteiführer lorwerden. Schon\fcii. 1934 sind Verhandlungen im Gange, um eine n e n e gr o h e Partei aus den ZersetzungsproduÜen der beiden alten Parteien zu bilden. ES handelte sich zunächst um eine reine Wandelhallenkombination, später wurden jedoch bestimmte militärische Kreise gemäßigter Art für die neue Kombination gewonnen. Diese ganze Angelegenheit wurde hinter dem Rücken der allen Parteiführungen betrieben, die man gerade schachmatt sehen-wollte. Gerade zu Weihnachten 1986 kamen in der Villa des Grafen A r i m a, in einer Tokyotcr Vorstadt, die Verschwörer zusammen. Bon den jetzigen KabinettSmitgliedern waren an dieser entscheidenden Zusammenkunft, die daS Schicksal der. Regierung Hirota besiegelte, der Ministerpräsident Hayashi, als Bertteter der Militärkreise, der heutige" Finanzminister Null, als Exponent des Big Busineß, der großen Geschäftemacher, imd der jetzige Landwirtschaftsminister Famazaki, als Vertreter jener parlamentarischen Koterien, die die neue Konjunktur auSnützen wollen, zugegen. Graf Arima aber gilt als Vertrauensmann des Prinzen K o n o y c, des Vorsitzenden deS Herrenhauses, dem der Vorsitz der neuen Partei angetragen wurde. Vorläufig hält sich Konohe, der nach japanischen Begriffen noch sehr jung ist und in engsten Beziehungen, zu dem alten Genro, Prinzen Saionji, steht, noch im Hintergrund, er ist aber zweifellos eine der künftigen großen Figuren der japanischen Politik. Der Zweck der neuen Kombination, die ihren vorläufigen Ausdruck in der Regierung Hayashi erhalten hat, besteht darin, ein ganz gefügiges Parlament zu bekommen. Die alten Parteien sollen bei der Wahl am 80. April vollkommen zerschlagen ünd eine neue Partei an ihre Stel.le ges etzt werden, die vollkommen regierusigStteu.ist. In der Jn- nenpolitik soll Wetter sortgewurstelt werden, ohne daß irgendeine der längst fälligen Reformen dürchgeführt wird: weder die- Steuerreform noch die Agrarreform noch die administrative! Reform können gelöst werden, imd zwar aus dem einfachen Gründe, weil das improvisierte Triumvirat des Militärs, der hohen Finanzen und der Par- Seite 4 Freitag, 80.«peil 1937 Nr. 108 TlAeskMligMte«. Die deutsche Schmach Unsagbare Greuel, namenlose Grausamkeiten, derengleichen die Geschichte bisher Wohl kaum kennt und vor denen die primitiven Schlächtereien von Hunnen und Türken verblassen. haben sich bei dem dreistündigen Bombardement von Guernica abgespielt. Eine abgestumpfte und abgebrühte Well horcht auf und rafft sich empor zu einem Schrei des Ent- setzens ob dieser neuen Methode der-Kriegführung: eine Stadt und ihre zivilen Bewohner, Frauen, Kinder und Greise durch Bomben zu vernichten, die Fliehenden mit Maschinengewehren zu beschießen. Der Häuptling der Mordbrenner, Kindermörder, Blutsäuser von Guernica, der Banditengeneral Fr a n c o, hatte die Frechheit, die Brände und das Unglück der alten Baskenstadt, als er von der Empörung der zivilisierten Well hörte, als ein Werk der Basken selbst hinzustellen. Ihm antwortet der Vorsitzende der baskischen Regierung, indem er auch das Zeugnis der vielen ausländischen Beobachter anrust: „Bor Gott und vor der Geschichte, die nnS beurteilen werden, bezeuge ich, daß im Laufe von Shakespeare unter freiem Himmel „Die lustigen Weiber von Windsor" wurden anläßlich von Shakespeares Geburtstag inLon- don-Soutbwark in einer Straße unter freiem Himmel aufgeführt. drei Stunden 30 deutsche Flugzeuge in unbegreiflichem Wüten die wehrlose Bevölkerung der historischen Stadt Guernica bombardiert und mit ihrem Feuer Frauen und Kin- der verfolgt haben, die In Verwir- rung davonliefen, und rufe heute die zivilisierte Welt an, ob sie es gestattet, eine Ration auSzu- rotte», die vor allem immer Freiheit und Demokratie verteidigt hat. Ich glaube, daß die Nationen der ganzen Welt den 800.090 Frauen und Kindern zu Hilfe komme» werde», die heute eine Zufluchtstätte in Bilbao suchen. Für die Männer verlangen wir nichts, denn der unerschütterliche Wille, die Freiheit der Nation zu verteidigen wird unS die Stärke geben, uns'auch den größten Opfern mit Ruhe zu unierziehen." 30 d e u t f ch e Flugzeuge! Gibt eS wirklich Millionen Deutsche, die bei diesem Wort nicht schamrot werden, nicht die brennende Schmach fühlen, die dem deutschen Namen angetan wird? Wenn Franco mit spanischen Faschisten gegen die Basken kämpft— es ist gewiß Rebellion, es ist grausam, tückisch, aber man mag es mit altem Haß zwischen den Völkern und jüngerem zwischen den Klassen erklären. Aber was haben die Basken den D e u t s ch e n getan? Was hat dieses stolze, freiheitsliebende, um seine nationalen Rechte kämpfende Volk verbrochen, daß Deutschland ihm die Würgengel des Flammentodes schi'tt! Im Namen des Christentums gegen den„Bolschewismus?" Die Basken sindbessereChristen undtreuere Katholiken als der überwiegende Groß- teil des deutschen Volkes. Die Basken sind keine Bolschewiken, sie sind strenggläubig katholisch, sie känipsen für ihr nationales Recht. Die Katholiken, die sich auf die Seite Francos gestellt haben, mögen es mit ihrem Gewissen ausmachen, wie sie den„Kreuzzug" FraneoS gegen die Basken rechtfertigen. Aber es waren deutsche Flugzeuge und wer sich deutsch nennt, wird über dieses entschliche Faktum so leicht nicht hinwcgkommen. Welche Sündcnschuld vor den Nationen nimmt dieses verblendete Volk auf sich l Welches Unmaß von Lüge und Tücke birgt sich hinter der viehischen Roheit. Zur selben Zeit, da die Parteigänger des Nazismus hierzulande nationale Autonomie fordern, antworten die pazistischen Flieger aus die bas- kischeForderung nach Autonomie mit Bomben und Maschinengewehr-Salven, j net. Kurz nachdem der„Führer" Deutschlands dem naiven LanSbury Versicherungen deutscher Frle- densliebe auf den Weg gegeben hat, zeigt Deutschland im Baskenland der Well, wessen sie sich von dem Preußengeist zu versehen hat, wenn es ernst wird. Es ist nicht auszudenken, was einmal geschieht, wenn Haß und Verachtung, die sich heute ob solcher Untaten in der ganzen Welt gegen die Deutschen anstau en, den Damm durchbrechen und frei werden. Wer dem deutschen Voll wohl will, muß alles daransetzen, den Name»und die Ehre der Nation' in diesen Tagen brennender deutscher Schmach zu retten, indem er das seine tut, daß auch deutsche Stimmen der Anklage wider ein deutsches Der- brechen laut werden! Ein Verkehrsflugzeug, welches die regelmäßige Flugverbindung zwischen Bukarest und Baltschik an der Küste des Schwarzen Meeres besorgt, ist heute morgens kurz nach dem Start ahgestürzt. Der Pilot kam uniS Leben, vier Reisende wurden verwundet, hievon einer schwer. Bomber stoßen aufeinander. In der Nähe von Methvold stießen Donnerstag vormittags zwei schwere Bomber zusammen. Der eine stürzte brennend ab, der andere zerschellte beim Aufprall auf den Boden. Vier Flieger wurden getötet und einer schwer verwundet. BerkehrSstreik in London? Die Beratungen zwischen den Vertretern der VerkehrSarbeiter und den Verkehrsgesellschäften haben zu keinem Ziele geführt. Man befürchtet daher, daß ein Streik sämtlicher Londoner Autobuslinien ausbrechen wird. In diesem Falle würden sich ihnen offenbar auch die Straßenbahnangestellten'und die Angestellten der Untergrunds ah» in einem Sympathiestreik anschließcn. London wäre dadurch aller Verkehrsmittel beraubt. Da jedoch in den gestrigen Beratungen von beiden Parteien Ber« söhnungSbereitschaft an den Tag gelegt wurde, besteht die Hoffnung, daß dennoch em Einvernehmen erzielt werden wird.' Luftpost China—USA. DaS amerikanische Großflugzeug ,Hongkong-Clipper" ist am Dienstag in Hongkong gelandet und- hat damit einen regelmäßigen wöchentlichen Luftpostverkehr zwischen den Bereinigten Staaten und China«röff- Mit der Eröffnung der Flugverbindung Belgien und das Durchmarschrecht USA—China ist daS letzte Bindeglied im Luft- postverkchr um die Welt hergestellt. SS-Mann als Raubmörder. Der Wiener„Telegraph" berichtet, daß einer der Komplizen der Raubmordes an der Tochter des paraguayanischen Gesandten Ingrid Wiengreen, Friedrich Fleck, Angehöriger, der illegalen nationalsozialistischen Bewegung ist und früher Mitglied der Grazer SS war. Fleck beteiligte sich auch an einigen Bombenattentaten in Oesterreich in den Jahren 1088 und 1084. Eine„durchgefallene" Totenfeier". Während einer Totenfeier im Dorfe Koropi in der Umgebung der griechischen Hauptstadt brach der Fußboden des Raumes, in welchem der Sarg aufgebahrt war, durch. Die Trauergemeinde, etwa 20 Personen, stürzte in den Keller. Ein Großteil von ihnen wurde mehr oder weniger schwer verletzt. Katzen alS Menschenfresser. Eine der gräßlichsten und unwahrscheinlichsten Tragödien hat sich dieser Tage in einer Villa in einem südlichen Vorort von,Paris abgespielt. Diese Billa, die von einemschönen Garten umgehen ist,'bewohnte'seit. Jahrzehnten der heute 08jährige Arzt Cappt. mit. seiner 60jährigen Tochter, die völlig gelämt ist und seit Jahren im Bett liegt. Der greise Arzt besorgte ganz allein die Wirtschaft und die Pflege. Vor einigen Tagen fiel es den Nachbarn auf, daß sie den Arzt, der jeden Tag zum Einkäufen auf den Markt zu gehen pflegte, nicht mehr gesehen hatten. Man ließ durch die Polizei die Villa öffnen und fand im Korridor den Arzt bewußtlos auf der Erde liegend. Man brachte ihn, da er noch lebte, sofort ins Krankenhaus. Dann suchte man di« Tochter. Als man ihr Zimmer betrat, bot sich der Polizei und den Nachbarn ein gräßlicher Anblick: die Kranke lag neben dem Bett auf der Erde, und an ihrem Körper, insbesondere an ihren Beinen, saßen eine Reihe von Katzen, die aus dem Garten durch das offene Fenster in das Zimmer eingedrungen waren, und benagten sie. Die Katzen waren derartig blutgierig, daß sie nur nach langem Kampf mit Schlägen und Fußtritten zu vertreiben waren. Es erwies sich, daß sie aus dem einen Bein der Frau bereits große Fleischstücke herauSgeriffen hatten. Man brachte ste^ in hoffnungslosem Zustande ins Krankenhaus. Offenbar war der Arzt,, als er aus dem HauS gehen wollte,' von einem plötzlichen Unwohlsein befallen worden und bewußtlos zuÄoden gestürzt. Währenddessen scheint sich seine Tochter, besorgt, daß er nicht wiederkam und. auf ihr Rufen nicht hörte, aus dem Bett erhoben zu haben, wobei sie infolge ihrer Lähmung ebenfalls sofort zu Boden, gesunken sein muß. Und da sie sich nicht, wehren konnte, haben sich die Katzen über sie. gestürzt und sie bet lebendigem Leibe angefressen. An die Zustimmung Belgiens »gemeinsamer(Völkerbunds«) Brüssel. Außenminister Spaak gab DonnerStag nachmittags in der Kammer eine wichtige Darlegung über das neue belgische Statut und über die französisch-britische Note ab. Belgien wolle an der kollektiven Organisierung des Friedens Mitarbeiten und bleibe deshalb dem Völkerbund treu ergeben. Frankreich und Großbritannien haben diesen festen Willen Belgiens sowie auch seine Treue zu Genf zur Kenntnis genommen. Nach Klärung dieser Politik Halen Frankreich und Großbritannien Belgien seiner Verpflichtungen auS dem Locarnpabkommen enthoben, beide Großmächte haben jedoch Ihre Garantien gegenüber Belgien aufrechterhalten. Belgien besitzt für die Zukunft keine Verpflichtungen eines Garantiestaates, wie eS sie im Loearnover- träg auf sich genommen hat, England«nd Frankreich würden ihm jedoch zu Hllfe kommen, wenn eS angefallen und feine territoriale Integrität bedroht erscheinen würde. Belgien hat dadurch keineswegs seine Trene gegenüber den Prinzipien der kollektiven Sicherheit«nd der gebunden und nur bei Akdon« gegenseitigen Hilfeleistung geändert. Belgien will. Europa alles geben, waS ein kleiner Staat zugunsten der kollektiven Sicherheit zu bringen ver- mag. Der Außenminister gab sodann«ine. Auslegung deS Verhältnisses Belgien- zu Artikel 16 des Völkerbundpaktes, insbesondere was seinen vorletzten Absatz betrifft. Der Minister spricht sein Bedauern darüber äuS, daß dieser'so wichtige Artikel den Gegenstand ständiger strittiger Auslegungen bilde. Jnsinveit er Belgien betrifft, stellt er zwei grundlegeittie Bedingungen für einen allfälligen Durchmarsch fremder Truppe» durch belgisches Gebiet auf. Die erste Bedingung besteht darin, daß i»keine m Falle, dieser D u rch mars chBelgie n ohne dessen Zustimmung a u f g e z wi« n g r n werden kann. Di» zweite. Bedingung besteht darin, wenn es sich »m«ine, gemeinsame A k t i o n handelt. ES scheint mir, erklärte Minister Spaak, daß iiberkeinediescrzwei Bedingungen ernstlich diskutiert werden könne, Kirchhof„wegen Todesfall" geschlossen. An einem kleinen Ort in der Nähe von Lille fanden di« Einwohner eine» Morgens zu ihrem nicht geringen Erstaunen den Kirchhof geschlossen und! am Tor einen groben-Zettel angeschlagen:„Der Kirchhof ist heute wegen! Todesfall geschloffen."■ Erkundigungen ergaben dann, daß der. Väter des FriedhofSwächter» gestorben war, und da der Wächter in einen anderen Ort zum Begräbnis, fahren mutzte, hatte er den Kirchhof während seiner Abwesenheit geschloffen.. Prozeß«m'Feigenblätter. Einer der bekanntesten jugoslavischen Maler, Nikola Martinovski, hatte di« Räume. eines Nachtlokals inSkoplje mit Freske»' auSgeschmückt, die-der Behörde zu„frei" erschienen.' Martinovski hatte.ein! Einsehen- und dekorierte die dargestelltcn Personen mit-Feigenblätter und. Lendenschürzen.. Indessen.verlangte die Polizei eine Noch weitergehende Bekleidung, und drohte mit Vernichtung der.' Fresken,'wenn'. Martinovski ihrem Wunsche nicht nachkäme. Der Malerwarhierzuäber nscht. bereit, sondern beschritt daS BerwaltungSver- fahren.und- nun> haben,' sich: die gerichtlichen Instanzen mit der. Frage auSeinanderzufehem ob bei'einer Wandmalerei in einem Nachtlokal Feigenblätter als.ausreichende Bekleidung angesehen werden kön- nen-oder nicht. Ziehung der Klassenlotterie lOhne Gewähr.) Prag. Bei der D o n n e r S t a'g» Ziehung der 8. Klasse der 30. tschechoslowakischen Klaffenlotterie' wurden nachstehende Gewinste gezogen: 20.000 US das Los Nr. 20004 10.000 Kfi die Lose Nr. 62032 67635 45360 5000 K6 die Lose Nr. 107175 45152 13888 77108 78064 28170 52571 26222 108657 114250 45686 93085 65360 82100 93454 73076 82718 25460 41115. 2000 K6 die Lose Nr. 92569 24710 51990 48352 48221 53223 70501 40122 42818 66724 95488 108974 17970 65977 41537 48810 704 62308 43348 825 47072 38740 42700 108188 8425 62814 85848 76419 94504 111303 2298 60207 45661 18247 57894 86426 29971 15849 56762 83374 71970 67201 41159 56452 21497 77245 39217 103184 88623 101285 24655 57801 100203 40995 98996 12603 118621 31838 51949 110257 162294 6568 12283 88072 108265 12109 5712 7909 90193 69625 29110 58386 54560 5997 85118 114483 10715 88372 14468 83953 104163 66289 61085 76528 52890 104256 106524 72416 81566 51161. Minister Jng. ReSaS benützte seine Reise' zur Internationalen Textilkonferenz nach Washington, uw einerseits seinen amerikanischen Landsleuten, andererseits, um in verschiedenen amerikanischen Jn- stitutioncn Vorträge zu halten. Matura in Galizien. Das Lemberger Schulkuratorium hat auf Weisung des Kultusministers die Reifeprüfung in allen Gymnasien der drei ostgalizischen Wojwodschasten eingestellt, bzw. unterbrochen, weil fast alle PrüfungSthemen aus den Büros des Lemberger Schulkuratorium» gestohlen und mit ihnen unter den Prüflingen Hand«! getrieben worden war. Die englische Krönungszeremonie wird durch dm Rundfunk nach zwölf europäifchm Staaten übertragen: Schweden, Norwegen, Dänemark, Deutschland, Holland, Belgien, Frankreich, Schweiz, Oesterreich, Tchechoslowakei, Jugoslawen und Un- garn. Die Ansager werdm in dm Sprachen der betreffenden Länder über die Feierlichkeiten berichte». Siebenlingr.zur Welt gekommen. Wie aus Murcia(Spanien) gemeldet wird, hat dort eine Frau im Arbeiterviertel Siebenlinge geboren. Die Mutter ist bei der Geburt gestorben. Man befürchtet, daß die Kinder nicht am Leben bleiben werden. Eine Niesenkarte der Sowjetunion. In Moskau ist eine aus Edelsteinen und Halbedelsteinen zusammengesetzte Riesenkarte der Sowjetunion geschaffen worden. An dieser eigenartigen Landkarte haben 259 Juweliere, Schleifer, Künstler, Geographen und Ingenieure gearbeitet. Die Karte ist aus 10.000 Edelsteinen und aus 120.000 Mosaikteilen zusammengesetzt, für die vier Millionen Quaoratzenti- imtcr verschiedener Stellte geschnitten und geschliffen wdrden mutzten. Die Gesamtfläche der Kari« beträgt 22.5 Quadratmeter und ihr Gewicht beträgt samt Gerüst und Bronzerahmen etwa sechs Tonnen. Die Kart« gibt dar geographische Bild der Lander, seine Meere, Flüffe, Seen, seine Gebirge, seine, grotzm Ortschaften sowie den Sitz seiner Industrien und die Lagerung seiner Naturschätze auf dar genaueste wieder. Grüner Jaspis markiert die Ebenen und die Niederungen, gelblich-rosafarbene und braune Halbedelsteine zeigen die Gebirge an und dunkelblaue sowie lichtblau« Lasursteine bezeichnen die Flüffe, Meere und Ozeane. Sin breiter rosafarben« Streifen aus Ural«. Hornstein und Sieaeljaspir umsäumt daS ganze Gebiet der Sowjetunion und gibt die Grenzlinien an. Jede Hauptstadt ist durch einen großen Rubinstein gekennzeichnet. Die Namen der Hauptstädte sind durch Smaragden ausgelegt. Die Karte, an der. seit Mai vorigen JahreS gearbeitet wurde, ist für die Ausstellung„Industrie der Sozialismus" bestimmt, die anläßlich des 20. Jahrestages der Oktober-Revolution veranstaltet wird. Bis zur Eröffnung dieser Ausstellung wird die Karte auf der Pariser Weltausstellung zu sehen sein- Kühler 1. Mai? Die allgemeine-Wetterlage ändert sich nur wenig. Vom Norden her strömt gegen daS Binnenland erneut etwas kühlere Luft zu. Verschiedentlich treten dabei leicht« Schauer auf. Auf den Bergen hat eS stellenweise ein wenig geschneit. Wahrscheinlich«SWetterhente: Wechselnd bewölkt, verschiedentlich Schauer, namentlich im Karpathengebiet. Im ganzen. jedoch keine gröberen Niederschläge. Bei nördlichem Wind meist etwa» kühler. Wetteraussichten für morgen: Noch keine wesentliche Aenderung. Vom Rundfunk Empfehlenswertes aui den Programmen! Samstag: Prag, Send« l: Militärmusik, 7.40: Konzert au» Karlsbad: Lthar, Rich. Wagner etc.' 8.45: Konzert d« Typographia, 9.50: Verkauft« Braut von Smetana, 11: Orchefterkonzert: Häydn, Smetana etc., 12.20: Volkslieder. 18.10: Märsche auf Schallplatte». 14.20: Deutsch« Arbeitersendung: Atg. Wenzel Jaksch: Mai-Ansprache, 16:'-Verkaufte Braut, 2. Akt, 16.40: Verkaufte Braut, 8. Akt, 17.85: Deutsche Sendung: Drautzt ist alles so.prächtig, Hörfolge von Mutterer, 17.55: Uetertrag au» dem Aussig«. Stadttheat«: Bon d« Maifeier d« Deutsche» sozialbemokeattschen Arbeiterpartei: Fanfaren,— Red« des Minister» Dr. Czech,— Beethoven: 4. Satz der neuten Sinfonie: Orchester d«s Aussig« Stadt-Theaters unt« Leitung des Kapellmeister» L«» Frau», Solisten: Fit« Relch-Dörich, Gillmann, Pa«elletz,18.50: Deutsch« Press«: 22.25: Schallplattenkonzert..— Prag, Sender II: 14.80: Deutsche Sendung: Wenns Mailüfterl weht, heitere Frühlingssendung, 15,80: Dvokäk: Slowakische Tänze.— Brünn 17.85: Deutsche Sendung: Dr. Fest«: 1. Mai,— FrühjahrSmelodien.— Kascha« 18.80: SchallplattenLnzert. Nr. 102 Freitag, 30. April 1037. Seit« 5 (lualafid i ♦ i« ♦ Lohnforderungen in der Teplltzer Textilindustrie Bilanz-Konto zum 31. Dezember für die gleiche Arbeit sehr groß waren, so dah die Lohnerhöhung bei einzelnen Arbeiterin« mn Bis-zu 40 Prozent beträgt, während sie bei anderen nur fünf Prozent und etwas darüber ausmacht. Bei den Webern wurde erreicht, dah der Wochenlohn eine Mindesthöhe im Akkord von AL 103.— erreichen muh. Ein weiterer bedeutender Erfolg besteht darin, dah die willkürlichen Lohnabzüge bei Exportaufträgen— die den weitaus größten Teil der Gesamtproduktion ausmachen — beseitigt wurden, woraus den Weber» ein Lohngewinn von 16 bis 40 Ki pro Woche zufällt, Die Durchsetzung dieser Erfolge war auch hier nür dank der entschiedenen Entschlossenheit der Arbeiterschaft möglich, die bis zu einer kurzen Arbeitsniederlegung ging und welche auch bereit war, einen,längeren Kampf auf sich zu nehmen, um die Forderungen durchzusetzen. französische Franks englische« Pfund. amerikanischer Dollar italienische Lire. holländische Gulden jugoslawische Dinare Belga«.*.... dänische Kronen.. Fast 100 Millionen AL Rente» im ersten Quartal. Die Zentralsozialversicherungsanstalt hat im ersten Vierteljahr 1037 insgesamt 08,08 Millionen K£ an Renten zur Auszahlung gebracht. In der gleichen Zeit des Vorjahres wurden 80,70 Millionen AL ausgezahlt. Der größte Teil davon entfällt auf die Invalidenrente, für die 68,70 Millionen AL aufgewendet wurden. Ein Stück Arbeit In harter Krisenzelt Am Sonntag hielt der erlveiterte Vorstand des Bauarbciterverbandcs seine ordentliche Frühjahrssitzung ab. Die Berichte erstatteten Müller .(deutsch) und Slach(tschechisch). Zum Jahresende 1030 zählte der Verband 42.801 ordentlich zahlende Mitglieder. Nicht inbegriffen sind die. 086 Mitglieder, die ihre Mitgliedsbücher wegen hohen Alters oder Invalidität bei der Zentrale deponiert haben und keine Beiträge leisten. Weiters sind die 745 Mitglieder, die im aktiven Militärdienst stehen, nicht eingerechnet. Die Einnahmen aus Beiträgen, und Einschreibe» gebühren betrugen AL 11,480.408.—, demnach gegenüber dem Jahre 1085 um AL 788.540.— mehr. Die im Baugewerbe anhaltende starke Arbeitslosigkeit stellte an den Verband große Anforderungen. 2m Laufe des verflossenen JahreS, für welches der Bericht erstattet wurde- hat der 80,885,751ZTO• 10,288.208.45 Verband AL,20,514.108.40 an Arbeitslosenunterstützung, davon AL 8,074.041.75 aus Vcr- -banksmittel», zur Auszahlung gebracht. Die Arbeitslosigkeit im Baugewerbe ist immer noch groß genüg. Selbst die behördlichen Statistiken weisen im. Monat Juli im Baugewerbe 45.200 Arbeitslose auf. Gerade diese Tatsache sollte alle jene zum Nachdenken veranlaffen, die die Arbeitslosenunterstützung für die Bauarbeiter ständig verschlechtern wollen. Möglicherweise würde dann auch von dieser Seite der Ruf nach Verschlechterung des Genter Systems für die Bauarbeiter verstummen. Sehr umfangreich waren die Lohnbewegungen. Der Verband beteiligte sich mit seinen Mitgliedern an 41 Streiks, von denen 40 mit Erfolg beendet werden konnten. Die Streiks waren von kurzer Dauer und erstreckten sich zumeist nur auf öffentliche Arbeiten, bei denen die Unternehmer unter allen Umständen den sogenannten grünen Vertrag, den die Arbeiter nicht anerkannten, durchdrücken wollten. Kollektivverträge wurden 164 abgeschlossen, und durch die Regierungsverordnung 166 verlängert. Dein Lohnschiedsgericht wurden 48 Klagen zwecks Schlichtung bestehender' Lohnstritte überreicht. Dadurch war es bis auf kleine Ausnahmen möglich, für das Baugewerbe im ganzen Staatsgebiet Verträge zu schaffen. Zur Herbeiführung dieses Standes war viel Arbeit und Stärke der Organisation notwendig. Die Unternehmer, die sich sehr gerne gegen jedes Vertragsverhältnis mit den Arbeitern stellen, argumentieren immer damit, daß sie genügend Arbeiter um niedrigeren L0hn, als ihn die Organisation fordert, bekommen. Und trotz des Bertragszu- standes gibt es noch viele Unternehmer, die die Verträge nicht einhalten, was in den 031 eingebrachten Lohnklagen bei Arbeitsgerichten seinen Ausdruck findet. Dieser kurze Uebcrblick über die Arbeit deS Verbandes zeigt, wie nachdrücklich die Interessen der Bauarbeiter in ihm vertreten werden. Neben der Wirk- und Strickwarenindustrie, »ie im Trplitzer Gebiet den Hauptteil der Textil». industrie auSmacht, sind, auch die anderen Zweige dieser. Branche von der aufsteigenden Konjunktur -rfaßt worden. In vielen Betrieben werden zwei und auch drei Schichten pro Tag gearbeitet..’ Die Anzahl der arbeitslosen Textilarbeiter ist stark gurllckgegangen; besonders qualifizierte Facharbeiter werden gesucht. In den vergangenen Krisenjahren hat die Arbeiterschaft in allen Zweigen der Industrie große Opftr bringen müssen. Die Verträge waren in den meisten Betrieben außer Kraft gesetzt, die Löhn« willkürlich abgebaut, die Akkordsätze auf eine Tiefe gedrückt,. welche einen ausreichenden Verdienst nicht mehr ermöglicht«. AIS daher, zuerst in der Wirk» und Strickwarenindustrie, vor mehr als einem Jähr immer deutlicher der Konjunkturanstieg sich bemerkbar machte, fanden es die Arbeiter an der Zeit, ihren Anteil an der höheren Beschäftigung in Förm von Lohnerhöhungen zu fordern. Die Tepliher Arbeiterschaft der Wirk- und Strickwarenindustrie gab damit den Anstoß zu einer, das ganze deutsche Gebiet umfassenden Lohnregelung in dieser Industrie, die gegenwärtig vor dein Abschluß steht. Veredelungsindustrie Von den anderen Zweigen der Textilindustrie haben besonders die Veredelungsbetriebe an der Konjunktur teilgenommen. Die Färber«,- betriebe der Firmen Groth aus, Riemer und Ehmig, als die maßgebenden Betriebe dieser Art, sind seit Monaten sehr gut beschäftigt. Teilweise muhten Ueberstunden eingeschoben werden, um die wachsenden Aufträge ausführen zu können. In diesen Betrieben ist zur Zeit der Krise nicht nur der Lohnvertrag, verloren gegangen, cs wurden auch die Löhne dreimal ab« gebaut- AIS besonders drückend empfinden die Arbeiter die großen Unterschiede in der Entlohnung für die gleiche Arbeit. Dieses Entlohnungssystem scheint ganz willkürlich gehandhabt zu werden und ist der Grund für di« immer mehr wachsende Erbitterung unter Pen Arbeitern. Im Auftrag der Belegschaft der Färbereibetriebe hat deshalb die»Union der Textilarlei» ter" nicht nurM. Forderung nach einer Löhner h ö h u n g-gestellt- die die W i e d er h e r« st e l I.tf n(,’b e t V o r k r iogslöhne zum Ziel hat, sondern auch den Abschluß eines neuenLohnvertrageS verlangt» der eine geordnete Lohnregelung sicherstellt. Die Unternehmer haben sich sowohl für eine Lohnerhöhung wie auch für einen Vertragsabschluß bereit' er» klärt. Die Verhandlungen führten jedoch bis jetzt noch zu keinem Ergebnis, was zur Folge hat, daß sich die' Arbeiterschaft in steigender Erregung befindet und einen baldigen günstigen Abschluß verlangt. In den verschiedenen Betriebsversammlungen zeigte eS sich, daß die Belegschaften vollzählig hinter den Forderungen der Gewerkschaft stehen und auch einig und geschloffen- für ihre Durchsetzung eintreteN werden. Pladienfabrlk In Turn Aehnlich wie bei den Färbereien liegen die Dinge auch bei der Plachen« und Zellefabrit Buchwäld in Turn. Auch hier Lohnabbau in der Krise und ungleichmäßige Entlohnung. Auch für diesen Betrieb hat die Union der Textilarbei» ter die Vertrags» und Lohnforderung erhoben und auch diese Firma hat sich der Berechtigung dieser Forderung Nicht' verschlossen und bereits einige, allerdings ungenügende, Zugeständnisse gemacht. Auch hier steht die Arbeiterschaft geschloffen hinter den Forderungen der. Gewerkschaft. Bandwebereien l Für die Bandweberci Dikl n. Heller in Turn Wurde von der Union der Textilarbeiter vor einiger Zeit ein Lohnvertrag abgeschlossen, derl den dortigen Arbeitern nicht nur eine gerechte Entlohnung-weise sichert sondern auch zum Teil sehr bemerkenswert« Lohnsteigerungen brachte. Eine generelle Lohnerhöhung war auch hier, ähnlich wie bei den oben genannten Betrieben, nicht möglich,, weil die Unterschiede in der Entlohnung 100 Ml MWWWW 100 pphzische Zloty. 100 ungarische Peng«. 100 Schweizer Franke» 100 WW ' 1 1 100 100 100 100 loöi 100 schwedische Kronen,», XL ... 740.50 . 777.— . 638.50 .18.85 549.50 613.50 «57.50 129.95 141.75 28.65. 145.40 1574— «5.55 485.50 632.50 780.—< Man erhllt für 100 Reich«mark. ,'• M-rkmünzen.... österreichische Schilling rumänische Lei.'. England durchschaut den Schwindel Die Erklärung Sir Samuel Hoares, des Ersten Lords der britischen Admiralität, daß den britischen Handelsschiffen bei der Fahrt nach Bilbao kein Schuh gewährt werden könne und daß sie deshalb vor dieser Fahrt gewarnt werden müssen, hat in der britischen Oesfentlichleit eine lebhafte Diskussion hcrvorgerufcn. Die Opposition bezeichnet die Haltung der britischen Regierung als die Anerkennung einer von Franco widerrcchl- lich erfolgten Kriegsniaßnahmc und alü einen in der britischen Geschichte unerhörten Fall der PreiSgabe des britischen Prestiges, während die Regierung darauf hinwcist, daß die Einfahrt in den Hafen von Bilbao mit Minen versperrt sei und deshalb die Warnung an die Handelsschiffe ergehen muhte, um Verluste zn vermeiden und einer Einmischung der britischen Kriegsschiffe- in den spanischen Bürgerkrieg auszuweichen. Umso größeres Aufsehen erregt nun die Tatsache, daß eine'Reihe britischer Handelsschiffe dennoch dt- Fahrt nach Bilbao unternommen hat, ohne Schaden zu nehmen, was die Annahme nahelcgt, daß die Minensperre gar nicht existiere. Christopher Martin, der Korrespondent des„D a i l n T c l c g r a p h", eines Regierungsblattes, berichtet mm aus Bilbao über seine Unterredung mit dem Kapitän W. H. Roberts, der das hritische 3600 Tonnen-Schisf„Seven Seas Spray" von dem französischen Hafen St. Jean de Luz nach Bilbao gelenkt hat. Kapitän Roberts erzählte, daß er bei dieser Fahrt, auf der er eine Ladnng Salz, Wein, Olivenöl, Honig, Mehl, Bohnen und Erbsen nach Bilbao brachte, außer den sechs britischen Schisfsofsizieren und der farbigen Mannschaft auch zwei Frauen an Bord hatte, seine zwanzigjährige Tochter und die Gattin dec- SchifsSingenicurs. Er sei abgefahren, und seine Tochter Hobe während der ganzen Nacht ruhig geschlafen, er selbst aber habe aus der Kommandobrücke gestanden. DaS Einzige, was ich von der Blockade bemerkte, sagte Kapitän Roberts,!var ein britischer Kreuzer, der uns begegnete und uns mittciltc:„Wenn ihr in die spanische Zone fahrt, tut ihr eS auf eigen« Gefahr. Viel Glückt" Spater habe er zwei spanische Kriegsschiffe der Negierung»Jost Luis Diaz" und»Ciscar" gesehen, die mit einigen Schiffen im Schlepptau unbekümmert die Küste entlang fuhren. Das habe ihn davon überzeugt, daß eine Minengesahr nicht bestehe. Sein Schiff sei völlig unbehelligt, ohne einen Lotsen zu benötigen, in den Hafen von Bilbao gekommen." Königshofer Cement-Fabrik Dividende 16(I. V. 9) Kt— Entlastete Bilanz— Heuer weitere Besserung Der Verwaltungsrat der Königshofer EtMht»FÄÄ?ActiengeMsihäW'hat HHWsem«? Bilänzsitzung abgchalten, in' welcher der Bericht über die Ergebnisse der. Geschäftsführung für dar Jahr 1936 erstattet wurde. Die wesentliche Be lebung der Baubewegnng sowie die Beruhigung auf dem Zementmarkte, die nach Abschluß deS ge samtstaatlichen Uebereinkommens der Zement» sabriken End« 1985«ingctreten ist, hatten einen günstigen Einfluß auf das GeschästScrgebniS des verflossenen JahreS. Die vorgelegte Bilanz, die nach Durchführung normaler Abschreibungen und Deckung sämtlicher Regieposten einen Reingewinn v. XL 4,982,410.80 auSweist, wurde-genehmigt und beschlossen, die heurige 46. ordentliche Generalversammlung— mit der üblichen Tagesordnung— für Mittwoch, den 26. Mai 1937, einzuberufen und ihr den An trag zu unterbreiten, daß für das Geschäftsjahr 1986«ine 8prozentige Dividende, d. s. 16 AL pro Aktie brutto, ausgezahlt wird. WaS den Geschäftsgang im Jahre 1987 betrifft, kann man nach den in Vorbereitung be» findlichen Bauten erwarten, daß der Absatz der gesellschaftlichen Erzeugnisse sich noch etwas bessern wird.- In der Sitzung wurde weiters bekannt gegeben, daß.Herr Direktor Dr. Petr Zenkl seine Mitgliedschaft im VevwaltungSrate der Gesell schaft zufolge seiner Wahl zum Primator der Hauptstadt Prag zurückgelegt hat. Schließlich wurde die Kooptierung der Her ren Minister a. D: Dr. Josef Källay und Minister a. D. Jng. Ladislav Noväk in den-Verwaltungs rat beschlossen. Veeteilnn«-'w Reingewinnes für da» Iah« 1986. Vom Reingewinn per K£ 4,982.419.80 werden 5X Aktien,insen, d. f. Kä 2,400.000.— ausbezahlt. von dem verbleibenden Rest von AL 2,582.419.80 5% in den ordentlichen Reservefonds, d. s. Ki 126.620.95 hinterlegt, von den verbleibenden AL 2,405.798.85 10 X, d. s.KL 240.579.85 dem Ber- waltungSrat als statutenmäßige Tantieme überwie sen, und au» den sodann verbleibenden Ki 2.165.218.50 dem ArbeiterunterstützungSfondS KC 500.000.— zugewiesen, von den restlichen Ki 1.665.218.50 zuzüglich deS Gewinnvortrages aus dem Jahr« 1985. von Kä 8986,69, zusammen Ki 1,674,205.19 eine 8A>ige Superdividende, d. s. Ki 1,440.000.— ausgezahlt, und der Rest Von Ki 284.205.10 auf Rechnung d-S JahreS 1987 j vorgetragen«' - Dir Iren znrückbeordert. General-- O'Tussn hat der auf Seite der Franco-Truppen kämpfenden irischen Brigade den Auftrag erteilt, nach Irland zurückzukehrcn. Als Grund dieser Maßnahme führt er das vom irischen Parlanicnt angenommene Gesetz an, wonach irische Bürger nicht Freiwillige in Spanien sein dürfen. Die irische Brigade wurde, wie Havas bemerkt, nicht durch neue Abteilungen ergänzt, so daß sic in der letzten Zeit ungefähr 1000 Mann zählte. Die antichristliche Kampagne. Die nazistische Presse beschäftigt sich eingehend mit dem Urteil des Volksgerichtshofes gegen den Kaplan Rossaint und mit den übrigen Prozessen gegen die katholische Geistlichkeit wegen Sittlichkeitsverbrechen, wobei der«Essener Nationalzeitung" bemerkt, daß, falls es die AbleugnungSversuche der katholischen Kreise nottvendig erscheinen lassen, das- deutsche Volk durch eventuelle Rundfunkübertragung des Pro- zeßverlaufes besonders markanter Fäll« über die Tätigkeit der Klöster und katholischen Erziehungsstätten aufgeklärt werden soll. Der„Böllische Beobachter"— ein Organ ausgemachter Sexualpathologen— schreibt unter dem Titel„Reißt die Marke von den«Ärualverbrechcrn herunter I": Die deutsche Jugend weiß, was sie von Leuten denken soll, deren Perversität nicht einmal vor der HI. Komunion Halt macht, von Leuten, die ungezählte Kinder, wie in den Zeiten der Inquisition.geistig vergiften. DaS nationalsozialistische Organ verhehlt nicht, daß die leitenden Faktoren Deutschlands mit diesen Prozessen einen Drnckaufden Va». t i k a n auSüben wollen. Sämtliche Blätter reproduzieren diese Angriffe. Das Verhalten der deutschen Presse zeigt, daß die deutsche Regierung neue Maßnahmen gegen die katholischen Priester insbesondere auf dem Gebiet des Schulwesens vorzubereiten beabsichtigt. Lufwrrkehr Berlin—Moskau eingestellt.(Daß.)' In Anbetracht des Ablaufes der Geltungsdauer de» Vertrages über den Betrieb der Fluglinien zwischen der Sowjetunion und Deutschland benachrichtigte die Hauptverwaltung der Zivilluftflotte der USSR di«'Direktion der Deutschen Lufthansa, daß der Abschluß eines neuen Vertrages als un-' zweckmäßig erachtet wurde. Der Betrieb der Fluglinie Moskau—Berlin wird eingestellt. Dje. gemischt« sowjetisch-deutsche Gesellschaft„Deruluft". wird liquidiert. Washington. Wegen Verletzung der Antl- trustgesehe und unlauterer- Preisfestsetzung verfügte das Justizministerium die Auflösung der Aluminium Eompany of America.'- . London. In, Rahmen des Ausbaues von S i n- gapore zu-einer der stärksten-britischen Ilcbersec-- hefestigungen wird in dem malahischcn Staat Johorc '(etwa 150 Kilometer von Singaporc)«Ist großer Militärflughafen erbaut- werden,- '■--wr 1986 '—-4985- K£ . Ki Anlage-Konti: Grundbesitz, 4,148.897.65 4,240.489.05 Betriebsgebäude 24,171.591.45 26,055.856.65 Wohngebäude. 6044.827.87 6,189.098.27 Maschinen und Einrichtungen 5,818.656.84 11,724.228.78 89,688.978-81 48,209.172.70 Vorräte,,, 11,888.286.— 14,899.686.40 Kassa,»,, 585.024.05 608.815.55 Wertpapiere,, 55,872.745.10 92,484.892.— Kautionen», 1,988.828.— 1,850.079.65 Rimessen,,, 00.805.— 25.820.75 Debitoren,, 82,819.772.88 89,761.126.47 102,918.984.84 197,788.598.52 1986 1985 KL Ki Wienkapital, 48,000.000— 48.000.000.— Reservefonds> 5,065.286.65 7,208.504.65 Llgwfond-. 104,666.046.45 104,556.046.45 Debitorcn-Reserve 500.000.— 500.000.— NcnsionS-Reserve 1,000.000.— 1,000.000.— Arbeiterunter- stützungSfonds 10.030.— 177.990.— Unbehobene Dividenden•» 57.206.— 58.878.— Reserve für be- sondere Erwerb- steuer... 6,600.000.—» Kreditoren.. 22,188.059.75 86,278.097.78 Reingewinn«inschl. Vortrag.. 4,941.405.09 8.986.69 192,918.984.84 197,788.598.52 Gewinn- und Verlust-Konto zum 31. Dezember 1986 1985 KL KL Generalunkosten. 4,151.465.40 4,889.029.80 Steuern u. öff. Abgaben.. 8,788.085.50 2,104.448.85 Sozialversicherung u. Wohlfahrts- auslagen,. 2,112.190.68 821.087.48 Zinsen.,. 1,604.648.98 2,959.656.18 Abschreibungen a. d. Anlagen. 8,798.001.29 ■»■.■■ Gewimivortrag vom Vorjahre. 8.986.69 Reingewinn des Geschäftsjahres 4,982.'419.80, 8.086.69 80,885751.79 -'10,288.208.45 1986 1985 KL KL Gcwinnvorirag vom. Vorjahre 8.986.69 - R-Hgewinn.. ,80,876.765.10 . 10,288.208.45 Seite 6 .Sozialdemokrat" Freitag, SO. April 1037. Nr. 102 Aager Mtmrg Am Vorabend de» Feiertags der Arbeit, Freitag, de» 80. April, am 10 Uhr werden im Altstädter NathauSturm die historischen Fcstsansaren erklingen. Nikolaus Sikorskh beim Chef der Prager Staatsanwaltschaft. Vor zehn Fahren wurden vor dem Prager Schwurgericht drei Männer wegen Ermordung der Hausgehilfin Margit VöröSmarin verurteilt. Michalko, Dr. Klepetät und Nikolaus Si- torstü wurden im Sinne der Anllage des Verbrechens des Mordes, bzw. der Mitiäterschast schuldig erkannt. Die leichteste Strafe traf den Letztgenannten, auf dessen Geständnis die Anklage hauptsächlich basierte. Sikorskh, der zu fünfzehn Fahren schweren Kerkers verurteilt worden tvar, hat nun zwei Drittel seiner Strafzeit in den lilesängnissen von Born, Leopoldov und Mürau verbükt und da er sich lvährend der Strafzeit tadellos geführt hatte, wurde ihm der Nest vorläufig nachgeschcn und er in den vergangenen Tagen bedingt in Freiheit gesetzt. Testern^erschien ilnn Nikolaus Sikorskh im Prager Kreisgericht und ersuchte um eine Unterredung niit dem Chef der Prager StaatSamoaltschast, Prokuratoc Dr. P r o- k e S, die ihm auch gewährt wurde. Sikorskh erklärte dem Chef der Anklagebchördc, er bedauere seinen Fehltritt und sei fest entschlossen, ein neues Leben zu beginnen. Er erkenne, dast Ankläger und Richter nur ihre Pflicht getan hatten. Der Entlassene wollte auf diese Weise tvohl öffentlich dokumentieren, dast er mit seiner Vergangenheit abgeschlossen habe, wobei er ja wohl auch ins Kalkül gezogen haben dürste, daß eine solche Demonstration ihm auch sonst nicht schaden könne. Auto überfährt drei Personen. Gestern mittags lief dem Kaiifmann Wenzel Bacck aus Prag I., als er in der Nähe des KarlSplatzeS zum allgemeinen Krankenhaus einbog, ein unbekannter älterer Mann in den Weg; um ihm auSzuweichcn, riß Vacek das Auto nach rechts, wobei er auf den Gehsteig geriet und drei Personen, die beiden 10jährigen Studentinnen Hanna Eule und Ludmila PospiSil, sowie die Beamtensgattin Martha Herbert aus Pankratz zu Boden warf und überfuhr. Ludmila PospiSil erlitt eine Gehirnerschütterung, sowie auch sonst Verletzungen schwerer Natur; die beiden anderen nur Ritzwunden, die Eule auch einen Bruch dcS Schlüsselbeins. Alle drei wurden inS allgemeine Krankenhaus gebracht; dem Wägcnlenker der Führerschein und das Auto beschlagnahmt. Ei» Rind mit einer Pistole. Vorgestern abends wurde die Polizei in Zijkov aufmerksam gemacht, dab in der Nähe des Vitekbcrgcs ein etwa lOjähri» ger Junge mit einer Flobertpistole auf der Straße verumschieste. Als die Wache eintraf, hatte er bereits mit einem Schutz die Auslage der Linoleumfirma K. D u S e k zertrümmert, wodurch ein Schade von XL 250.— entstanden ist; ein anderer Schuh hatte eine Kiste mit allerlei Handwerkzeug durchbohrt, die vor einem Geschäft stand. Der Junge ergriff die Flucht, und lief auf den Vitckberg, wo er erst einige Zesf später erwischt werden konnte, älS er mit der Flobertpistole auf Kaninchen Jagd machte. Er wurde seinen Eltern übergebe». AuS der Elektrischen gefallen. Gestern mittags fiel vor dem Palais.Koruna" auf dem Wenzelsplatz die 08jährige Arbeitcrsfran Veronika Mencl aus Nusle von der Plattform einer Straßenbahn der Iler-Linie und blieb bcwutztloS liegen. Die NcttnngSgesellschaft brachte sie mit einer Gehirnerschütterung und einem Bruch des linken Arnis auf die Klinik Schlaffer. 0er zweite Verhandlungstag über das Verkehrsunglück beim Museum Prag,(rb) Im Verlaufe des zweiten Ver- handlungstages gegen. den Chauffeur H a u S i l d und den Stratzenbahulenkcr V o b o r n l l gelangte eine lange Reihe von Lengen zur Einvernahme, deren Aussagen, wie stets bei Katastrophen solcher Art, auSeinandergingcn. Die Hauptzeugin, die Pro- fessorenwitwe Anna S i g m u n d, die in dem zwischen den beiden Stratzenbahnzügen zermalmten Auto mit dem getöteten Dozenten Dr. Rejsek zum Bahnhof fahren Ivollte, berichtete,, daß sie plötzlich einen heftigen Stotz verspürt habe. Gleich darauf seien aus dem Motor Flammen ausgeschlagen, durch welche sie Brandwunde» im Gesicht erlitt und ihr die Haare versengt wurden. Fn der Auslegung verspürte sie eiusttvcilen keinen besonderen Schmerz, obwohl sie bei dem Zusammenstoß sehr schwere Verletzungen erlitten hat. Aus dem brennenden Wagen wurde sie durch die zu Hilse eilenden Leute besreit, welche die Wagentür zerschlugen und sie aus dem Auto zogen, in welchem sie eingekeilt tvar. Die ärztliche Untersuchung ergab, datz Fran Sigmund einen neun- fachenBruchdes Hüftbeins erlitten hat. Vier Tage lag sie beivutztloS im Spital und brachte weiterhin über ein Kalbes Fahr in Krankenhaus- und SanatoriumSbchandlung zu. Beim Zjvil- gcricht sind natürlich eine Menge Klagen der Be- schädigten—«S gab fünf Schwer« und 28 Leichtverletzte— anhängig. Frau Anna Sigmund hat sich dem Strafverfahren mit ihren Ersatzansprüchen angeschlossen. doch ist deren Höhe bisher nicht bekannt und wird von dem Vertreter der Privatbeteiligten erst im letzten Stadium dieses Prozelles bekanntgegeben werden. Die AuSsaoen der übrigen Zeugen lauteten, wie bereits erwähnt, nicht einhellig, doch stimmen die meisten darin überein, datz der von den Weinbergen kommende Straßenbahnzugmitüber- mätziger Geschwindigkeit gesahren sei. Ein Zeuge, der auf der vorderen Plattform des Wagen« stand, bekundete, er habe den Eindruck gewonnen, datz„der Lenker des Stratzenbahn- lvagens verrückt geworden sei". Dieser Zeuge "erklärt weiter, datz plötzlich vor dem Straßenbahn« wagen ein in der gleichen Richtung fahrender blaues Auto aufgctaucht sei, ohne datz der Lenker die Geschwindigkeit mätzigte. Gleich darauf sei der Stratzen- bahnzug von rückwärts mit voller Wucht auf das Auto aufgefahren. Auch andere Zeugen wissen zu berichten, datz der Stratzenbäbnwagen„daherge- r a st kam". Der Oberkommissär der Elektrischen Unternehmungen,' Ingi Pithärt, äußerte sich über die Person de», angcklagten StratzenbahnlenkerS Bo- bornkk dahin, daß dieser eine gute Qualifikation habe und sich bisher niemals irgendwelche Verfehlungen habe zuschulden kommen lassen. Ueber die Gefährlichkeit der Unfallsstelle befragt, äuherte sich Fng. Pithart dahin, datz die Strahenkreuzuna beim Museum seines Erachtens nicht als gesähr« kicher Kreuzungspunkt anzusehen sei, auch sei ihm während seiner zehnjährigen Dienstzeit niemals bekannt gewogen, datz es dort zu irgendwelchen gefährlichen Situationen, desto Weniger zu irgendwelchem tatsächlichen Unfall gekommen sei. Interessant war eine Erllärung des Angekläg« ten Vobornik, die dahin lautete, er h abe im SinnederDie n st vorschrifenge- handelt, indem er die aufgetaufene Verspätung seine» Wagen» einholen wollte. Vobornik verwies darauf, datz Vertnätungen, welche zwei Minuten übersteigen, mit S t r a f e n belegt werden, und in der kritischen Zeit habe er eine Verspätung von dreieinhalb Minuten gehabt, so datz er eineinhalb Minuten einbringen mutzte, Wenner sich nicht straf- fälligmachcnwollte. Alle» in allem hat sich im Verlaufe de». Prozesse» bisher die Situation des Siraßcnbahnlenkers, gegen den ursprünglich überhaupt keine Anklage erhoben worden war, ziemlich verschlechtert. Autorenrecht und agrarischer Wahlschlager (Zivilbezirksgericht.) Prag,(rb) Ein bemerkenswerter Autorrechts« Prozeß beschäftigt gegenwärtig das hiesige Zivilbezirksgericht(GR Dr. BruderhanS). Der Dirigent und Komponist Anton Bednäk hatte seinerzeit bet einer Studienreise durch Karpathoruß- kand verschiedene VolkSliedmotive gesammelt und u. a. auch ein russinischeS Volkslied zu der Komposition „Verchovina"(.Hochland") verarbeitet, die er jm Musikvcrlag Urbänek erscheinen ließ— selbstverständlich unter Vorbehalt aller Rechte. DaS war vor zwölf Jahren. Unlängst mntzte nun der Komponist die unkiebsame Wahrnehmung machen, datz seine Komposition auf den Schallplatten der Grammophonfirma„Ultraphon" ausgenommen war und bei verschiedenen. Anlässen, u. a. auch im Rundfunk öffentlich vorgetragen wurde, ohne daß sein Autorrecht irgendwie respektiert worden wäre. Er Ivar weder auf den Schallplatte» als Komponist de» Liedes genannt, noch erhielt er irgendwelches Honorar für die eigenmächtige und ohne seinen Willen er« folgtc Grammophonisierung seine» Werke». Dirigent Bednäk hat nun gegen, die Firma„Ultravhon" unter" Berufung aus den Eingriff in seine Autorrechte eine Schadenersatzklage auf 6000 Xe. etnae- bracht, älS Ersatz für den verursachten materiellen und moralischen Schaden. Die Firma bestreitet die Angemessenheit dieses Ansprüche» und erbietet sich zu einer Leistung von 50(fünfzig) Xi! Ueber diese Frage wird das Gericht zu entscheiden haben, bemerkenswert ist aber die Art und Weise, wie eS überhaupt zu der Grammophonisierung der Lieder kam. Die agrarische Republikanische Partei hatte gelegentkich der Wahlkampagne in Kar- pathorutzland dieser Heimatlied der rnssiniichen Bergbewohner als guten„Schlage r" betrachtet und eS kurzweg und ohne den Komponisten lange zu fragen, auf Schallplattcn aufnehmen lassen." Bei den Wahlversammlungen in Karpathorußland lieh sie dann vor den Referaten ihrer Redner die vertraute Melodie den lauschenden russinischen Gebirglern durch Grammophone aufspiclen, um die nötige Stimmung zu erzeugen. Die Firma„llltraphon" hat dann eben die Schallplatte» zu ihren eigenen kommerziel». len Zwecken verwertet, mit welcher Vorgangsweise der Komponist freilich nicht einverstanden war. Vorträge „Mit brennender Sorpe"— diese Einleitungsworte der jüngsten päpstlichen Enzhklika über die Lage der katholischen Kirche in Deutschland wählte Dr. M o e n i u S, ein junger deutscher Priester, der am Mittwoch im Nahmen de» Studium Eaihollcuw sprach, zum Titel seiner Ausführungen, Jm Zen- irum de» Vortrags stand eine Schilderung der Entstehung der abendländischen Kulturgemeinschaft aus dem Geiste JudaS, Hellas und Roms und ihrer Verschmelzung durch das Christentum. Die Einheit Europas als geistige Tatsache ist die überpolitische Voraussetzung aller Politik. Die Prinzipien des UniversalismuS, der Persönlichkeit und ihrer Freiheit in der Gemeinschaft sind die unverrückbaren Grundlagen der europäischen Schicksals» und Erziehungsgemeinschaft, durch sie ist Europas Einheit mehr als eine wirtschaftliche Aufgabe oder ein politisches Bündnis gegen die„gekbe"Gefahr". Mer die abendländische Einheit ist heute von innen bedroht: DaS deutsche Volk, dessen antirömischer Affekt seit Herrmann dem Cherusker eine Konstante seiner Geschichte bildet, will heute wieder.„los von Rom", stellt daS Hakenkreuz gegen da» Kreuz, glaubt an Wotan und die Walküren imd verachtet Pallas Athene.. Der Verherrlichung der Rasse, dem Mythos von„Blut und Boden" stellt dar Abendland seinen Glauben an die kulturschöpferische Kraft des Geiste» mtgegen. Gegen die GeschichtSsälschuna deS Mythos steht die Liebe zur Geschichte und ihrer Klarheit, gegen den maßlosen Subjektivismus der objektwe RechtSgedanke, das Näturrecht, gegen die Dynamik des„faustischen Menschen" und sein Patho» die Statik von Logos und Ratio. Heute ist Europa entzweit, aber di« Aufgabe von Morgen bleibt die Sym biose der lateinischen Kultur mit dem germanischen und slawischen Geist. Deutschland— heute. Spaltpilz im europäischen Bau, durch die Verkündung de» Primats der„völkischen Belange" Zerstörer aller politischen Rechtsordnung und alle bedrohender Vulkan, Land jenseits des Limes, de» Grenzwalls der europäischen Kultur, muß zur Aufgabe zurückkehren, europäische Mitte zu sein. Kraft gegen Krampf, diese Devise Petrarcas, kennzeichnet den Gegensatz der Knltuv. gegen die Barbarei— mag es mich ost scheinen", daß die Diplomatie das Apostolat besiegt«, nun hat Rom gesprochen und sein Wort wird Gehör finden.— Die Diskussion brachte eine Reih«, von Anfragen", au» deren Beantwortung hcrvorging, daß die katholische Jugend und ein" Grossteil der Klerus den. offenen Kampf gegen die Hitlcrei will, daß aber der Vatikan und das Episkopat einen offenen Konflikt zu vermeiden wünschen: Daher dürste daS Konkordat nicht gekündigt werden, obwohl seine Bestimmungen durch Deutschland weiterhin systematisch verletzt werden. Die Frage bleibt offen, ob unter solchen Umständen eine christliche Erziehung der Fugend nicht völlig unmöglich wird.— Vorsichtig und zurückhaltend äußerte sich Dr. MoeniuS über die" Kampfgemeinschaft der Katholiken"mit der demokratischen und sozialistischen Opposition" gegen Hitler, deren Grundlage die Ideale der Humanität und der RechtSgedanke sind. I. D. Kunst tmd Mssen Malfestvorstellung heute im Deutschen Theater, halb acht Uhr abends: Fidelio Oper von Beethoven. Die Titelpartie singt Fine Reich-DLrich; weitere Besetzung: Hertha Rayn, Josef Schwarz, Fischer, Hagen, Andersen, Göllnitz, Libal, Willander. Dirigent: SzLll.— Karten zu billigen Preisen von 8 bis 2 und 4 bis 0 Uhr bei Optiker Deutsch, Koruna, und an der Abendkassa. Lithographien find in einer Sonderschau im Kunstgewerbemuseum ausgestellt. ES ist eine ganze Geschichte der Lithographie, beginnend mit Proben aus Sencfelders„Musterbuch" von 1808. Er gab eS heraus, um zu zeigen, was die von ihm erfundene Kunst zu leisten vermöge„in solchen Arbeiten, so die.Kupferstecher-, Form schneide- und Buchdruckerkunst nachahmcn". Nur von Nachahmung spricht er; eS kam ihm gar nicht in den Sinn, datz die Lithographie eine Technik auch für die Hand des Künstlers sein könnte. Er wollte vor allem den Druck von Musiknote» vereinfachen. Und dann war der Spanier Goya einer der ersten, der die Lithographie künstlerisch anwandte, und mit welcher Virtuosität Daumier sie beherrscht hat, ist bekannt. Jm allgemeinen ist eS der Lithographie ähnlich crganaen wie später der Photographie: zunächst sind es wirstiche Künstler,.die sie handhaben, und dann bemächtigt sich ihrer dar Gewerbe, in dessen Händen sie rasch verflacht; bis sich ihrer wieder die Künstler annehinen. Das sieht man auch hier. Auf di« anfangs guten künstlerischen Leistungen folgt schon bald" die hand- wcrkliche Anwendung für alltägkiche Illustrationszwecke, für die sich die Litbogravhie allerdings gut eignete. Sie ersetzte den bis dahin vorherrschenden Holzschnitt und den Kupfer- und Stahlstich. Und sie bleibt die übliche JllustrationStechnik bis zur Erfindung der neuen photo-chemischen Reproduktionsverfahren. ES sind aus dieser Zeit neben Alltagserzeugnissen auch interessante zeitgeschichtliche Dar- ftellunaen zu sehen, darunter Blätter von bedeutenden Künstlern wie Josef und Guido MäneS. Dann aber folgt die völlige Verfluchung in den gewerbsmäßigen Erzeugnissen der Merkantil- und Cbrom- lithographie; eS ist die Zeit, in der die schöne Technik bis zum kitlchiaen„Oeldrnck" versudelt wird, bis sie durch die billigeren modernen R Produktionsverfahren uns dem gewerblichen Gebrauch fast ganz verdrängt und nun erst von den Künstlern gewissermaßen wiederentdeckt wird. Fn der modernen Abteilung der Ausstellung zeigen Arbeiten der Staatlichen Graphische Lehranstalt und ausgezeichnete. Blätter von ScdlaLck, Tichü, Holh, Svolinskü. Joses Capek, Fiala, Moravec, Rambousek und Hugo Steiner, welche Vielfalt der künstlerischen Handschrift und des künstlerischen Ausdrucks mit Feder und Kreide auf dem lithographischen Stein zu erzielen ist. ld. Atkina Sejbalovä' in dem Film„Frau Eva» Scheidung" Bezirksorganisation Präs der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei Unsere Maifeier findet gemeinsam mit jener der tschechischen Genossen statt." Wir marschieren gemeinsam über sje» WcnzelSplatz, durch die Nationalstraße zur Slawischen Insel. Wir versammeln uns um 0 Ahr früh Ecke Mezibranskä— Zitnä und ersuchen alle Genossinnen und Genossen, sich, rechtzeitig auf dem Sammelplahe cinzn- findc». Treffpunkt aller Falken- um halb v Ahr früh bei der Slawischen Insel. Keiner fehle bei unserer Kundgebung! Splekplan des Neuen Deutschen Theaters. Donnerstag Halo 8: Der Mord in drei Minu» Heute, Freitag halb 8:„F i d« l i o", Arbeiter- Vorstellung, Abonnement aufgehoben.— Samstag: geschlossen.— Sonntag halb 8: Warum lügst Du. Cherie? halb 8: Das Paradies(Ersatzvorstellung vom 80. IV.) D. Spielplan der Kleinen Bühne. Freitag 8: Der Nächste. bitte! Theatergemeinde des Kulturverbandes und freier Verkauf.— Samstag: geschlossen.— Sonntag 8: Matura. 8: Der Nächste, bittel Vemimacbüchten RW-Prag SamStag, den 1. Mal, Treffpunkt um A10 Uhr Ecke Mezibranskä—Zitnä. VerbandSkleidung. Nachmittag gehen die Genossen auf den Sportplatz der DTJ Bub na, hinter dem Baumgarten neben" der Brücke nach Troja. Montag, den 8. Mai, Vortrag des Genossen Dr. Frgnzcl im Parteiheim. Letzter Abend. Donnerstag, den 6. Mai, treffen sich die Genossen auf dem Sportplatz hinter dem Baumgarten. Alle Genosse» haben bestimmt zu erscheinen, da wir mit dem Sommer-Training beginnen werden. Buchdrucker-Sektion, Prag. Genossen, beteiligt euch auch Heuer zur 1. Mai-Feier recht zahlreich beim Umzug! ' Sozialistische Jugend, Kreis Prag. Samstag, 1. Mai: Wanderung M MW U nach Mniöck. Treffpunkt bi 3 Uhr, W Smichower Bahnhof.— Mitt- W woch, 8. Mai, 8 Uhr, Keiner Saal WM des Handwerkervereines, Gruppen- abend aller Gruppen gemeinsam mit der Jugend des Allaver. Abg. Genosse Krejii: „Dec Etrich-Strcik und die Lage im deutschen Gebiet."— Donnerstag, 0. Mai, 7 Uhr, Saal des„Lidovh dum", Prag"VII., VcletrZni: Roter Klubabend. Gäste willkommen! Kinderfreunde. Samstag, den 1. Mai, Tresf- punkt aller Falken um 0 Uhr früh bei der Slawischen Insel. Nachmittags Wanderung. Proviant mitnchmcn.— Jene Falken, die sich zur Englandfahrt noch nicht angemeldet haben, mögen dies tun. Letzter Termin 1. Mai. Anmeldungen mit Anzah- stmg bei den Helfern abgcbcn. Ortsgruppe Prag. 2. Mai: Wanderung am Borabend(1. Mai) auf die Hütte, nächsten Tag Wanderung in die Umgebung; Führer nach Wahl, Pfingsten: Zweieinhalbtagswanderung ins Jsergebirge. Treffpunkt halb|S Uhr am 15. Mai beim Denkmal, Äilsonbahnhof. Fahrt nach Rcichcnbcrg, übernachten auf Königshöhe, Wanderung nach Haindorf, Tafelfichte. WittighauS, Tannwald. Fahrpreis etwa 00 XL. Führer: Pick- Anmeldungen bis spätestens 7. Mai im Vcreinslokal wegen Quartier- und Fahrkartcnbesorgung. Mitteilungen ans dem Publikum. DaS ist da» Frühjahr: wie inan sich anzieht, macht man'S falsch! Zieht man sich leicht an, fricrt"S. zieht man sich warm an, ist's heiß: auf jeden Fall aber kriegt man einen Schnupfen, wenn man sich nicht durch regelmätzige Einreibungen mit dem Alpa-Franzbranntwein.abhärtet und schützt. Alpa- Einreibungen regulieren den Blutkreislauf, Härten den Körper ab und bannen, die typische Frühlingsmüdigkeit! Alpa wird aus reinem Alkohol erzeugt! 8 Urania-Kino, HilmenliMa 4. ’■ Fernsprecher 01623. N G'WMM Ein Tatsachenbericht'aus den berUditlgsten Konzentrationslagern. „Staatliches Konzentrationslager*VII von Kl. Hin r i ch s gebunden AL 48.— -•„Dachau" von Walter H o r n u n g" .... gebunden XL 64.—> Zu beziehen durch die': Zentralstelle für daS Vil- dungSwrsen Praha XU., SIczskä IS. BezugSbedtugung i n: Bei Zustellung ins Hau» oder bei Bezug durch die Post monatlich XL 10.—, vierteljährlich XL 48.—, halbjährig XL SO.— ganzsährsg XL ISS—.— Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß/— Rückstellung von Manustripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken.— Die Zeitungsfrankatur wurde von d:r Post, und.Telegraphendirektton mit Erlaß Nr. lü.8Ü0/Vll/lSÜÜ bewilligt,— Druckerei:.pvrbls". Druck-, Verlags- und LeitungS-S.-G.Präg,•