Sozialdemokrat Aentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit«««»ahme d-s Mantas tögttch fr«h*«tnzelpreto 70 Heller Redaktion und Verwaltung. Prag XL, Fochova 62— Telephon 66677— Herausgeber: Siegfried Taub— Verantwortlicher Redakteur: Karl Kern,Prag 17. Jahrgang Mittwoch, 5. Mai 1937 Aus dem Inhalt: Erfolgreicher Abschluß des Warnsdorfer Textilstreiks' Dr. Hodza nach London abgereist Wer hält Sie zurück, Herr Henlein? Der Zwischenfall von Staab in amtlicher Darstellung Nr. 105 Görings„Abstecher“ nach Bled Die deutsch-italienische Aktivität Im Donauraum Anarchistenputsch in Barcelona bis '' Im Interesse der Ruhr,' der Stabilität und der Sicherheit Europas und nicht weniger siir die unmittelbaren Interessen Deutschlands und Italiens werde die italienisch-deutsche Zusammenarbeit auch siir die Zukunft eug und fruchtbar fortgesetzt lverden. Der deutschc Aussenminister von Neurath sagte u. a., er sei überzeugt, dass Italien zu feinem Teil Deutschlands bei der Durchslih- rung seiner grossen Aufgaben in jenem Wunsche der Zusammenarbeit zur Seite st e h« 11 werde, der auch Deutschland gegenüber Italien leite. Mit vollcm'Recht habe Cinno gefordert, hass alle Völker jenes gegenseitige Verständnis für ihre Lebensnotlvendigkeiten haben müssten, daS zwischen Italien und Deutschland bereits bestehe. die, so wie"sich die Dinge nun entwiikelt haben, n n n Wahl a ui längsten b e st a n d e n haben wird. Ter Pessimismus, der sich nämlich aus den Spalten der„Times" vielleicht gegen ihren Willen und jedensaUs gegen den Willen der Urheber dieses Artikels hrranSlesen lieh, ist unr zu berechtigt. Kein Appell an gewisse Miiiifter- zinimer des Foreign Ossiee wird nämlich Wirtim- gen erzielen können, die st a r k genug sind, um künstliche und unvolkStü m- liche Konstruktionen zu erhalten. Man täte also In Wien besser, rechtzeitig und ein wenig realistischer zu überlegen, ob die Verbindung mit dem Deutschen Reich und Italien wirklich solch ein»„Isolierung" ist, wie man daS durch englischen Mund hat ausdrücken lassen, und man täte befler, statt jene maliziösen„Notizen au» dem Dritten Reich" zu bringen-mp^derschtMnrr^takieNischerPolittker-niach'' Deutschland zeigen ebenso wie der fortgesetzt- Bruch des Nicht-JnterventionSabkommenS in Spanien eine fieberhaft betriebene und gesteigert.« Zusammenarbeit Deutsche I a n d S mit I t a l i e n. Schon spricht man nicht nur von einem Militärbündnis, sondern auch von einer Zollunion, für die man natürlich Oesterreich als Bindeglied dringend benötigt.- Oesterreich gegenüber wird die Sprache der Nazis immer drohender. Die Luzerner JPA des Hitleragenten Burri, ein Sprachrohr der Goeb- belS-Rosenberg-Clique, schreibt in einem Artikel auS.den letzten. Tagen, daß. Schuschnigg nur die Wahl, habe, die. von Gahda verdolmetschten Wünsche nach Heranziehung.der Nazi zu erfüllen und auf der Mke Berlin—Rom zu bleiben, oder aber andere Mittel zu gewärtigen, die ihn schon zwingen würden. Die Annäherung an die Tschechoslowakei sei mit der Politik eines deutschen und christlichen Staaten unvereinbar.(Besonders reizvoll ist dabei, daß die JPA Burri»— der übrigens Schweizer Nationalität ist!— jahrelang einen leidenschaftlichen Kampf gegen Italien und die österreichische Anlehnung an Rom geführt hat).?’... ' Drohend klingt auch die Aeuherung her partei-offiziellen„M ü n ch. N. N a ch r i ch t e n" über Oesterreich:. Wie steht es nun in Wirklichkeit mit dieser „Isolierung" Oesterreich». Wenn di« sehr««»- grbendcn Herren, die den„TtmeS"-Bertr«ter in Wien um feine Unterstützmig anzugehen pflege», .fich z» Begin« dieser Woche, so'isoliert wie. noch kaum jemals in Europa»»»gekommen zu sein scheinen, so hat dir» ganz bestimmte Gründe, dl« man gelegentlich doch einmal»»«sprechen soll. Gewi f f t. und gergde in den letzten Jähem recht ma.» gehende#te i s e in Wie n. hst- bm fich nämlich in dm letzten füstf Jahren eine etwa» fatal» Blick»«een,»«« seihst ,«schass«, di« nun einmal da,» geführt hat, tast dies« Kreis« all« Emst«» gsautm. vefterreich sei, wen« nicht»er Nabel der Welt, so doch der He- »elpmikt der I«samtm europäisch««'Politik, Niemand wird^htftreit«, dah die» für einen«»,e»- tlick läng' auch einmal richtig war. Aber kein Politiker mit wirklicher Welterfahrnng.konnte glaub«, da» dieser unnatürliche Zustand sich astf dl« Dauer ausrecht erhaltest ließ«, da«I sichiM G r«« d e i.a«mein«»« ns»«itrfäch,» wi« t i n I»u« t««*?»* »lem handelt. Kurzum, der Schrei,über dl»'2so- lieruaa au» dm Stute» de» Bällh««»pkatze», der fich in dm„Lim,»" Luft mach« konnte,»r kommt doch an» lene« üterhetlichm und di« wahnn Mog- lichkeiten Oesterreich» verkennenden Atmosphäre, Die Generalidad hofft, die Situation Mittwoch zu teherrschen. Verhandlungen elnseleltet '- Das amtliche ssladio der katalanischen Gene- ralidad teilt spät abends mit: Bride gesamtstaatlichen.«u»schüffe der.OGP. und der«RT. sind DienStag nachmittags> in Barcelona zusammen- gekrettn, um über die'Beilegung deS Konflikte» zwischen' den.'beiden Organisationen zu berate». In'einer von den Vertretern der Heid« Arbeiter- aullschsiffe veröffentlichten Proklamation-wird mitgeteilt, da»' Verhandlung«. eingeleitrt wurden,>«nd die. kämpsenden Parteien werden aufgefordert, vom Kampf abzustehen und Ruhe zu bewahren. „Unsere Völler sind heute beide so reis, daß sie sich nicht eutimtioualistcrrn lassen." Eduard Hanoi. Am 10. August 1036 hat der Präsident dec Republik In Reichcnberg diese Worte gesprochen. Er hat ist einer schönen und inhaltoreichen Rede crilärt, die nationalen Kräfte zu überwinden war der Wunsch des Präsidenten Masarht und die Aufgabe, die er sich gestellt hat. Ich habe diese "Aufgabe von ihm übernommen. Am 18. Feber .1037 lvurde eine Vereinbarung zwischen den deutschen Ministern und der Regierung abgeschlossen, deren Sinn es war, daS ärgste nationale Unrecht giitzumachen und der Regierungschef hat in einer Ansprache an die Journalisten betont, daß die Vereinbarungen selbstverständlich durchgesührt werden. Alle diese Schritte und Massnahmen wer- den vorgenommen, weil eine Bereinigung der zwischen Tscheche» und Deutschen, strittigen Fragen im Jntcressc des europäischen Friedens sind und weil damit einer der KriegSvorlvände in Mitteleuropa beseitigt wird. Es sind nicht nur deutsche Belange, sondern Siaatsnotlvendigleiten, denen da Rechnung getragen wird und jeder Tscheche sollte sich dessen bewusst sein, das; das Werk der Befriedung der Sicherung des Vaterlandes dient, das sich die Tschechoslowaken in harter Arbeit und mit schMttN Opfer;: geschaffen haben. Die tschechi- scheiiSozkäloeniokrasen des'Pilsner Wahlkriffes haben in ErkeiintniS dieser Sachlage die Parole ausgegeben, dass die im deutschen Gebiet wohnenden Tschechen(menälnäki) Brücke zu den Deutschen sein müssten. Viele dieser Grenzer aber, daS muß einmal ausgesprochen lverden, haben von den Staatsnoiwendistkcitcn der Republik keine Ahnung und handeln in einer Weise, die ei» schweres Vergehen am Staate darstellt. Das ist nmso verwerflicher und strafwürdiger als cs sich in dem Falle, den wir hier erzählen wollen, um einen Staatsange- stellten handelt, für den lveder das Wort und die Gesinnung' des Staatspräsidenten noch die Be- schlüfse seiner Regierung Geltung zu haben scheinen. ' In dein schönen Böhmerlvakdort Schat- tawa, Halbwegs zwischen Wintcrbcrg und Wal» Schluß mit dem Seelenfang! Deutsche Kinder werden In tschechische Schulen gepreßt Empörendes Verhalten eines Staatsansestellten lern, dessen Bewohner zum Teile Holzhauer sind, die in den staatlichen Forsten arbeiten, erschienen am 18. April 1087 bei den Ellern schulpflichtiger Kinder vier Herren, darunter der staatliche Forstadjunlt Josef P a r o l a und der Leiter der tschechischen MindechcitsvollSschule in Elcoiiorcii- hain, um die Eltern Ai bewegen, ihre Kinder in die neu zu errichtende tschechische VollSschule ein-, schreiben zu lassen. In Schaltawa muss nämlich, nach Auffassung gctvisscr Kreise, eine tschechische Schule errichtet lverden, auch tvenn es dort zu wenig tschechische Kinder dafür gibt. In Ermangclnng tschechischer Kinder stopft man einfach deutsche Kinder in diese Schule. Mit tvclchcu nichtswürdigen Mitteln da gearbeitet lvird, dafür ist der Beweis, dass die S e e I c n s a n g k o in m i s s i o n l c d i g- l i ch Holzhauer besuchte, die in den verstaatlichten Forsten in Arbeit sichen und die, eingeschüchtert von dem Pacola, dic vcrlangte Unter« schrist leisteten. Zunächst muss dic Frage ausgclvorfen werde», ob ein solcher-, das Tculschtum verlebendes und den Staat schädigendes Tun einem Slaato- angestellten erlaubt sein darf? Der Herr Pacola soll, seine Pflicht als Beamter tun und sich um sein Holz und feinen Wald liinnncrn. Die dcui- schc» Kinder von Schattawa gehen ihn einen Schmarren au und der Terror, den er da ansiibt, steht im Widcr- - spruch zur Verfassung, zu den Mindcrhcitsvcr-- trägen und zu de» Gesetze» der Republik. Dic StaatSaiigestellten in den. Grenzgebieten sind für den Staat und alle seine Bewohner da, siir Tschechen und Deutsche und einem solchen Menschen lvie dem Pacola gebührt für sein staato- schädigendeS Treibe» die entsprechende Strafe. Man versetze einen solchen Beamte», der für das Grenzgebiet nicht geeignet ist und man sage endlich den StaatSangestcllte», dass sic siir den Staat da sind. Solche Zustände dürfen nicht geduldet werden, soll nicht das grosse Werk des 18. Feber gefährdet tverden. Aber auch das S ch n l in i u I st e r iiim müsste diesem groben Seclcufang' cutgcgeutreieu und dürste nicht dulden, dass mau mit Ausnützung wirtschaftlicher Macht deutsche Kiudcv. massenweise in tschechische'Schulen presst? Schattawa ist kein einzelner Fall.nicht weit davon in Pnch- tvald hat man gleichsalls 8V deutsche KinderDnn Besuche tschechischer Schulen veranlasst.. Ein« solches Vorgehen widerspricht nicht nur den Gesetzen uiid staatspolitischer Klugheit, sondern den einfachsten Grundregeln der Erziehnngslehre. Ist es nicht eine Schande, dass solcher Seelenfang in dem Laiidc gräbt wird, das einen Jan Amos Komensth licrvorgcbracht hat'? Die Schnlanfsichtsbchürdcn mögen also»ach dem Rechten sehen I Wir wollen es angesichts des empörenden, der Gleichberechtignug der Nationen ins Gesicht schlagenden Vorfalles in Schattatva, mit aller Deutlichkeit sage», dass solche Dinge nicht geduldet werde» können und dass sie in jedem Deutschen das Gefühl-der Beleidigung und Empörung wachrufcn. ' Wenn mau deutsche Elter» unter'Druck setzt und sie cinschiichtert, damit sie ihre Kinder in tschechische Schulen schicken, tvird man sie nicht zu guten tschcchoslolvakischen Staatsbürgern erziehen. Und es ist eine Schande, dass Staatsangestellto bei solch schnödem Werk miltun, weil sie dadurch alles eher erzielen als die Staatsgcsinnung deutscher Arbeiter,' dic sckgver tun ihre Existenz knn.p» feu, zu fördern und zu vertiefen. ES ist unmora- lisch, die Not der anderen derart, anszuniitzen und politisch geradezu verderblich.. Die beteiligten Zentralbehörden— LandwirtschastS- und Schulministerium— mögen also ihre Pflicht tun und i des Ausspruches des Präsidenten gedenken, den ■ er in seiner Rcichcnberger Rede getan hat, dass auf beiden Seiten guter Wille notlvendig sei. Die i PacolaS können wir zu den Menschen guten Wil- - lens nicht/zählen und soserne derartige Menschen im Staatsdienst stehen, muss die demokratische !| Regierung durchgreifen, damit ihr Werk nicht . umiermiuiert werde.' Mittwoch, s. Mak 1037. Nr. 105 Dr. Hodza nach London Als Führer der tschechoslowakischen Krönungsdelegatlon Prag. Der Vorsitzende der Regie«»Ug Dr. Mila» H o d-1 o reiste Dienstag»in 11 Uhr dö Mi», von« Wilsonbahtthof noch London ab, wo re gtlnsiß Entschließung der Regierung und il« . Betrau»»» durch de» Präsidenten der Republik Le» Ischrchostowalische» Staat»nd sei» Ober, boupt bei- den Krönüngsfeierlichkeiten vertreten . wird. Die tschechoslowakische Negierung.' hat ihre«» Vorsitzenden für diese Mission den binug eines B.» t f di» f- t« t'S i n b« f' o ndee r e r Mission verliehen, wie dies das interiiatio- ,nale Zeremoniell erfordert.-" Dr. Hodza wird an der Spitze der tschccho slowakischen Delegation zn den KrönnngSfeierlich- leiten stehen. Die Mitglieder der Delegation sind: Generakinspektor Armeegeneral 2 yrovü und dsr tschechoslowakische Gesandte in London Jan M a s a r N k. Der Delegation sind Legationsrat Tr. KruPka vom Protokoll des Außenmiilistc- riums»nd als Honorarstkretär des Vorsitzenden der Regicrnng Dr. Edmund 8 z e r n i n»«geteilt. Armeegeneral Syrov«) ist mit den« Vorsitzende» der Negierung abgereist. Für den Pläsidenten der Republik wünschte - dem Vorsitzenden der Regierung der Kanzler des i Präsidenten der Republik Dr. Sämal. eine zeitigt die ersten Erfolge Bilbao. Der Berichterstatter der Agentur Havas meldet: Die Lage an de» Fronten hat sich etwa» geklärt. Die Re-itrnngoabwilungen hatte» ,räßere Schwierigkeiten infolge der mangelnde» militärischen Organisation. Schon eine Woche wird an der Lösung dieses Problems gearbeitet. Ein« große Tätigkeit entfalteten die Militärgerichte, welch« Fälle von Verrät und Disziplinlosigkeit tehandeln und zu den schwersten Strafen greisen. Die Urteile werden sofort vollstreckt. Diese neue Disziplin hat bereits Erfolge- Die Desertionen, welche das Kommando der Negierungstruppen überrascht haben, haben völlig aufgehört, so daß das Oberkommando eine» wichtigen Operationsplan, insbesondere im Abschnitt bei B e r m e a und M» n d a c a, vorbereiten kann. An diesen Stellen ist die Lag« per Aufständische«« sehr kritisch, obwohl für die italienische«« Abteilungen ständig neu« Verstärkungen eintreffen. Die Regierungs- nbteilimgen könne«« nun den heftigen Angriffen, insbesondere den Fliegerangriffen, Widerstand entgegensetzen. An allen Fronten, insbesondere in den Abschnitten bei Jrigoitiv, Bermeo'«nd Mmidaea, werden große Luftangriff« unternommen. Allem Anschein nad« werde«« wichtige Aktionen vorbereitet, weil die neue militärische Organisation di« Möglichkeit des Widerstandes-ege» die Angriffe der Aufständischen erhöht. Die Aufständischen versuchen täglich vergeblich di« Eroberung der verlorenen Positionen. Ii« baslische» offiziellen Kreisen herrscht dir Meinung vor, daß sich die militärische Lage stabilisiert hat«nd daß sie sich bessern wird. Einer Rnndfunkineldung ans Bilbao zufolge haben die republikanischen Truppen an« glückliche Reises Im Bahnhofsakon deh EMv«»' bahnhoseS hatten sich zur Verabschicduim-sti.Mi-- uister Dr. Krofta, M a ch n i 1 mtd Dlc.'Z a-- d i i« n, sowie dir britische Gesandte cingefunden'„ Die tschcchoswwakische Delegation wird in Dover von« Gesandte» Jan Masaryk erwartet »nd»ach Loiidon- geleitet werden. Bei Ankpnft des Schiffes, ift Dover Iverdcn sich Mistet B't.a m»- well vom Forcign Lsficc und Oberst A rn ol o voin Äricgsministcrimn. beim l Vorsipcnden der, Regierung Dr. HodZa«neiden und ihn auf'englischen« Bode» wttllömmen heißen. Die genaNjiten Herren"sind der tschechoslowakischen Delegation während ihrer Ainv'esenheit in England zugeteilt. Dr. HodZa wird in London auf der tschecho« slotvalischcii Gesandtschaft logieren. Während der Abwesenheit deS'Vorsitzenden der Regierung in Präg wird ihn sein Stellvertreter Eisenbahnmini- stcr B e ch y n i. vertreten. Der Vorsitzende der Regierung hat'vor'seiner Abreise das Material für die Arbeiten mehre, rer MinisterkomiteeS vorbereitet. So-werde«« insbesondere Beratungen des sozialpolitischen Sub-r komitecs.und einiger fachlich-wirtschaftlicher MinisterauSschüsse tagen. Montag rinige Angriffe im Nordabschnitt der Biskaya-Front unternouiinen und dein Feind«, und zwar den italienischen Abteilungen, welche in diesen« Abschnitt eingesetzt wurden, große Verluste zugesügt. Den Baske«« ist eS. gelungen, die Brücke zwischen Bermeo und Mnndara in die Luft zu sprengen, wodurch die geniifchte italienisch-spanische Brigade vmn Süden her isoliert wurde. Die Batterien der Aufständischen haben am Montag Madrid nicht beschaffen. Vie Evakuierung beginnt Paris. Die Evakuierung der spanischen BaSken ans Bilbao und Umgebung beginnt Dienstag nachts. ES werden britisch« Schiffe mit französischen Schiffen Zusammenarbeiten. Ain Abend gingen weiter« drei französische Dampfe« aus Bordeaux nach Bilbao ab, um Flüchtlinge aiifzu- nehinen. Ucbcrall wurden in. dep. französischen Häs««« Maßnahmen getroffc», um die Flüchtlinge, deren 600Ö bis 8000 erwartet werden, augenblicklich nnterbringen zu können. An« MitNvoch früh wird der Dampfer „Havana"«nit den« ersten Kindertransport von Bilbao nach Bordeaux abgehen. Spanien ruft doch den Völkerbund an? Paris. DaS Abendblatt der Link«««„L e S o i r" meldet aus Genf» daß di« spanische republikanische Regierung bei der nächste«« Tagung der Bölkerbundverfainmlung die Veranstaltung einer internationalen Enquäte-fordern wolle, welche sich inSieso««dere mit der Beteiligung ita- Skizze des Kampfgebietes bei Bilbao lienischcr und deutscher Truppen am. spanische«« Bürgerkrieg befassen würde. Die spanische Negierung wolle dieser Enquete ei» umfangreiches Beweismaterial zurBerfügnng stelle«« und werde mn die Feststellung ersuchen, ob durd« die Beteiligung fremder Truppen in Spanien'der Artikel 10 des Bölkertundpaltes verletzt worden ist. Spannung Berlin—Vatikan unverändert Roi». Der Heilige Stuhl hat' der dentfchen Botschaft eine Antwort aus die Note der Reichsregierung überreichen lassen, die sich mit der päpstlichen Enzyklika wegen' der Lage der isiatho- liten in Deutschland beschäftigte. ' Das Deutsche Nachrichtenbüro meldet hiezu, daß die Antwort, wie zuverlässig verlautet, keine Veränderung der durch die Enzyklika entstandenen Lage bringe. Nllltürparade Im Stadtwüldchen Budapest. Jin Stadtwäldchen und aiif dem Rande der Andrässy-Straßc fand am Donnerstag vörmittag eine MIlitärparäde vor dem österreichische«« Bundespräsidenten Millas und dein Reichskanzler Horih«) statt. Die Staatsoberhäupter und ihre Damen, sowie die Suite wurden auf der Fahrt zur Parade und mif dem Rück» lvcg von einer nach vielen Zehntansenden zählenden Menschenmenge stürmisch bejubelt. Dr. Schacht nach Paris Berlin. Wie nunmehr amtlich bestätigt wird, begibt- sich im- Auftrage des Reichskanzlers- ReichSbankpräiideNt Dr. Schach b'.'zuo Eröffnung des deutschen Hauses auf der internatwna- .lcn Ausstellung Paris 1937, die an« 20. Mai d. I. stattfindet, nach Paris. Elle mit Welle I London. lHavaö.) Das Subkoiniiee des NichteinmischungsauSschusscS befaßte sich in seiner dienstägigen Sitzung mit den« britischen Antrag, der den beiden kriegführenden Parteien ii« Spanien empfiehlt, sich dcS Bombardements offener Städte zu enthalten. Dieser Antrag wird in der nächsten auf Freitag angesehten Sitzung des SubkomiteeS weitcrgepriist werden. Asyl für Franco-Putschisten Prag. Wie offiziell gemeldet wird, hat die lschechoswwaklsche Gesandtschaft in.Madrid zu Bcginst dcb Bürgerkrieges mehr als 200 Personen,"tzie auf der Gesandtschaft Schutz gesucht halteii-'ein Asyl gewährt. Mit Zustimmung der -spanischen Regierung wurden diese Personen, soweit es sich. um. Frauen und Kinder handelt, in der letzten Zeit.-stach Frankreich befördert,-wahrend die Wchbpfltchtigcn in.der Zahl von etwa 35 bis 40 Manu in die,Ts chechosI ow a- k t i transportiert werden, wo sie bis zu»«'Ende de»-Bürgerkrieges verbleiben-müssen gegen-das 'Versprechen, sich.- jeher- politischen Tätigkeit; zu enthalten. Nach der Läge der Dinge handelt es sich! nm Franco-Anhänge r, die nach' dem Scheitern des Putsche» in Madrid Zuflucht-auf den diversen Gesandtschaften suchten. Wie die sozialdemokratischen„Rannt Noviny" melden, ist cs in diplomatischen Kreisen In Riadrid kein Geheimnis, daß die Familie des tschcchosloioakischen Geschäftsträgers Dr. Formanek sehr herzliche Beziehungen zu jenen Bevölkerungsschichten unterhalten habe, die der legitimen Negierung feindlich gesinnt sind.. Anifizierung der Staatsanleihen fast beendet. Wie das Finanzministerium mitieilt, wurden bis Ende März 1937 ungefähr 19.5 Milliarden KL älterer Staaisanleihen zum Umtausch gegen die neue Unifizierungsanleihe vorgelegt. Ettvas über 2 Milliarden unitauschpflichtiger Staatspapicre stehen noch aus, davon entsallen jedoch rund 8Ü0 Millionen auf vinkulierte Siaatspapiere. Zum Nintausch verbleiben dein- nach noch Staatspapiere im Nominalbetrag von etwa 1.182 Millionen, deren Eigentümer aufgefordert werden, den Umtausch bei der Postsparkasse, bz>v. de» Banken bis spätestens Ende dieses Monats durchzuführen. Ab 1. Juni müssen die Papiere bereits, der Direktion- der Staatsschuld zum Umtausch vorgelegt werde»; Tag der deutschen Augestelltenjiigendl Die In« Allgemeinen Angestellten-Vcrband Reichenberg vereinigte deutsche Angestelltcnjugend führt Pfingsten dieses Jahres in Komotau ihr ganzstaatliches Jugendtreffen durch. Diesem Festtag, an dem sich die jugendlichen Angestellten beiderlei Geschlechtes a««S allen Teilen der Republik-beteiligen werden, kommt durch die vorgesehene Kundgebung„F ürRechtund Arbeit der deutschen Angestellten- fugend" besondere Bedeutung zu. Neben dieser Kundgebung finde» sich in dec-reüGayigcn.Vcr- gnstaltungSfpsge vor allein. b'ep u f l.i ch e und sportliche Wettkämpfe, Feiern und Besichtigungen sowie Ausflüge. Das Fest verspricht nach dein mitgliedcrmäßigen Erstarken der Jugendabteiluug des Allgemeinen Angestell- ten-VerbandcS die größte Veranstaltung der deutschen Angestelltenjugend dieses Staates zu werden. 'Zum Verzeichnis der verbotenen Bücher und Zeitschriften lherauSgegebcn von Dr. E. Schenk, Prag IMementimnn) ist soeben der erste Nachtrag erschienen. Dieser Behelf ist für alle Gemeindebüche- reien. Schulen und Buchhändler ein unentbehrlicher Behelf.> Diese Nachträge erscheinen am 15. jeden Monats. Reorganisation der baskischen Armee 19 JUNGES WEIB e VERONIKA ROMAN VON MARIA GLEIT - Oh, dieses Täubchen, dieses wilde, zahm gewordene Tänbchen. das! Veronika hieß sie in einer Zeit, da sie noch mit Bewußtsein auf einen Rainen hören konnte. Wie sie nur die Augen hob, ganz schivarz, aus irgendwelchen Höllen oder Ewigkeiten her... und Ivie sie tvieder znklapp- ten, diese Augeudeckcl, über einem unergründlichen Vorwurf im Blick! Jaja, das Kinderkriegen, nicht so einfach, meine Liebel Das Gesicht der Alten verzog sich zur Gri- nmsse. Veronika aber, ob sie die Lider öffnete oder schloß, Veronika empsand nur das große, kalte Dunkel, Veronika fror in der Nähe des Tods. Sie hatte den Schritt schon getan, den Schritt hinüber, in der Schwebe hing sie noch und kniete doch schon nieder vor den« höchsten Richierstlchl. Die Lippen, die in« Fieberschmerz verbissenen, beweg- iei« sich, angestrengt,»in hörbar zu werden: „Mein Gott, vergib cS ihm..." „Was sägst du da?" forschte die Stimme der Alten voller Hahsucht und Begier. „Vergib ihm, Herr..." „Was soll ihm denn vergeben werden?" .flüsterte die Stinune wieder, und Veronika ahnte nicht, daß es nicht eines Gottes Stimme tvar. „Vergib ihm seine Schuld...." Tränen rangen sich ihrer ansgepreßten Dürre ab, liefe«« .Uber das Gesicht. Nicht nur die Augen aber wein- len. ES weinte der ganze Leib, erschüttert nicht mehr, von seiner eigenen Not, erschüttert nur noch von der Qual dessen, den sie zurücklassen'würde, wenn sie jetzt ging.' „Welche Schuld? Sag', welche Schuld soll ihin vergeben werden?" herrschte die Stiinme der Alten. „O du mein Gott, du weißt es ja, du weißt cs jd, mein Gott... Vergib ihn«... daß er... den Tod... den Tod Jeannettes, lieber Gott...." Ein Mörder also. Den Tod JeannetteS. Fieber kam in die Auge«« der Alten, an Gottes Stelle, hielt sie jetzt den Atem an. „Und d«> vergibst es ihin? Und du beschützt ihn auch vor Truckenbrott, lveni« ich— ihn—- Nicht mehr— schützen— kann?" Da aber raste eine neue Welle des Schmerzes. über sie her, iin Jammer ertrank ihr das Wort, es riß sie wieder los von Gottes heiligen« Thron. Ein Auto hupte, Bremsen knirschten, kreischten, Stimmen schlugen in die Fährnis dieser Sekunde ztvischen Tod und unbewußtem Verrat.- Stimme». Stimmen. Die Hirschenwirtin wurde ratlos, sie packte Veronika ain Arm,.sie «vollte das Geständnis aus ihr herausschütteln,' doch wurden Türen geschlagen, dann plötzlich leise/ ganz behutsam, geöffnet, uitd dann stand er im Raum, breit und zornig, der— der Mörder Jeannettes Die Alte funkelte ihn giftig an, wie er sie voin Bette wies, hinausschickte, forttrieb, wie Christus die Wechsler aus dem Tempel gejagt hatte. Sie hörte ihn befehlen,-nüchtern, klar und' hart tvar seine Stiinme. Zischelnd vor sich, hinschimpfend schlurfte die Alte die'Stiege hinab: „Den Dank mit dem Teufel!".murmelte.sie und maß Mutter. Fümmerle mit haßstechendcm Blick, Arnold Bannholzer aber kämpfte mit dem schwarzen Engel, des. Todes um das Leben seiner Frau. Mit blitzenden Instrumenten,.mit stgicken, würgenden, reißenden Händen ging er diesem.To> -zu Leib. Mit einem übermenschlichen Willen rang er den« Jenseits das gepeinigte Leben der Veronika noch, einmal ah und hob das Kind ans Licht, Und dann sah er sie in seiner todbesiegendest Kleb« das.erstemal:..' Veronika, wie sie nun. dalag, auSgeblutet, auSgelöscht, in atmender Glückseligkeit, ausleuch- tcnd und hinüberdäinmcrnd in das Leben.' ,„Ein Junge, wahrhaftig,.ein Junget" hörte er die Stimme Mutter FÜMmerleS, uno als er sich umivandtc, sah er in. das von Tränen überschwemmte Gesicht Frau EgenhoferS, in dem ein herzzerreißend dankbares Lächeln staich. Gleich einer Woge weißen Gischtes überflutete der Winter das in allen Farben funkelnde Blättermeer des Herbstes. Die Woge gefror,'die Blätter verwesten unter ihrem EiseSatein, Schneewehen sperrte«« das Dorf ab. von der übrigen Welt. E««g rückte dieser Winter die Leute zusam- men, im„Hirschen" war eS jeden Sonntag gedrängt voll, und nicht nur Bauern kamen, saßen an den Tischen, breit und schweigsam,- oder breit und lärmend,— auch der Landarzt kam mit seiner Frau. Es. geschah, daß er an solchen Sonntagen zu einem Äranfen gerufen wurde,— dann schob er dah Glas beiseite, die Männer machten ihn« fast ehrfürchtig Platz, die Hilschcuwirtiu, ließ den Schlitten änsplinstens Rösä-brächte BännhÄzer bis an das offene Gefährt, sie sorgte für Decket« und - Flasch« Schfiaps,. Wer. weiß,.-wie hinge er chun wieder unterwegs sei» mußte,— die.Hir» schenwirtin setzte sich a«« Veronikas leere«« Tisch, die Fliegen summten aufgescheucht unter den Lampen, der Qualm biß in-die Augen, und Be- -ronika lächelte in diesem Qualm. Draußen knallte'Jürgen mit der Peitsch--, der Peitschenschlag zerhieb die brodelnde Wärme der. Gaststube, und es war! als bemühe sich Veronika, durch die Äände hindurch ihren Mann in« Schlitten sitzen zu sthen, in«ine Ecke.gelehnt, den Kopf gesenkt,— es war, als sei sie immer nur bei ihm, wo. er sich auch befand» wohin.man ihn auch brachte im rutschenden-Schlitten,'.durch einen dunklen Wend,-in-eine,sternenhell« Rächt. Und doch war eine Veränderung vor sich gegangen mit Veronika.- Eine unerklärliche Lautlosigkeit war»in sie,— unerklärlich,-. weil man nicht bemerken konnte,. daß sie irgend etwas-mit Absicht unauffällig oder leise tat, ustd weil mast doch das Gefühl nicht los wurde,-diese Frau sei nicht zu überwinden. Auf jede mögliche Weise versuchte die Alte aus dem„Hirschen" das Gespräch mit der Frau des Landarztes wieder dorthin zu bringen, wo es am Krankenbett durch das Hinzukommen Bann- holzerS abgebrochen worden war. So benützte sie zum Beispiel den Augenblick, da ihre Tochter den Landarzt an den Schlitten brachte, dazu, uni Veronika über Rosas Krankheit und Bannholzers Meinung darüber auszuhorchen. Cs hatte sich der Gedanke zwar in ihrem Kopfe festgehakt, in Bann-. Holzer den Mörder einer ihr unbekannten Jeannette vor sich zu haben, u««d der Gedanke- ließ sie nicht mehr los, Mitwisserin dieses Geheimnisses zu sein, war ihr tückischster Triumph Über die Doktorsleute, doch trieb eS dazu, noch mähr zu erfahren, um endlich alle Fäden in der Hand z» halte««. Veronika beobachtete gerade eine Fliege, die halsbrecherisch auf dem GlaSrande herumtau- incltc, als die. Alte ihren listigen Vorstoß unter, nahm..-- „ES wird nicht besser mit der Rosa... er behandelt sie doch nun schon über ein Jahr..."- Die Alte stocherte mit der Haarnadel in ihrer Frisur herum, ärgerte sich, kein Zeichen der Bc- trosfeliheit in Veronikas Gesicht zu bemerken und schoß endlich ihren Giftpfeil ab: „ES.könnte doch sein» daß er sie nicht ganz richtig—'-— ich meine— nicht mit den richtigen Mitteln— behandelt— ja— wie soll ich tagen?--Sie, verstehen mich schon I Ich möchte ihl«. natürlich, nicht.;— kränken— ich dachte nur —. Sie— Sie könnten ihm-das—- vielleicht— mal beibringe»—, ihn« ins Gewissen reden—— eine Frau■ ist doch immer der—" lss« machte eine Pause und betonte das nächste Wort über Gebübr)„Schutzengel ihres Mannes, nicht wahr? Vielleicht denkt er, beiuns auf. dem Dorfe kommt es. nicht so genau darauf an, ob einer lebt oder stirbt?"-.(Fortsetzung folgt.). Nr. 105 Mittwoch, 8. Mai 1VS7 Seife 3 Die„Splitterpartei“ marschiert! Oben: Die sozialdemokratische Maikundgebung in Bodenbach. Unten: Die Kundgebung in Teplitz- Schönau. fudetendcufedicr£cifspiegel Der Lohnkampf der Warnsdorfer Textilarbeiterschaft erfolgreich beendet Warnsdorf.(Eig. Brr.) Das Ergebnis der am Montag nachmittags mit der Industrie neuerlich aufgenommenen Berhandlungen, daS im wesentlichen für die Akkorbarbeiter ein Zugeständnis der Unternehmer in Form eines zehnprozentigen Zuschlages bei der A k kobd lohn- B e r e ch n u n g beinhaltete» worbe.Dienstag, den 4. Mai, der Arbeiter- ' schäft in einer von mehr als 3000 Streikenden besuchten Bersammlnng vorgelegt. Den Bericht erstattete für alle Gewerkschaften gemeinsam ver Geschäftsführer der Union der Textilarbeiter, Genosse R e ili ch-Warnödorf. In einer darauf durchgcfiihrten geheimen Abstimmung sprachen sich rund zwei Drittel aller Streikenden fürdieAnnahniedeö BerhandlungSergeb» nisses aus. Rach einem Schlusjwort des Berichterstatters wurde die Bersammlung beendet und eS wird Mittwoch in allen bestreikten Betrieben geschlossen die Arbeit wieder ausgenommen werden. Die entschlossene Haltung der WarnSdorfer Textilarbeiterschaft hat zweifellos entschei- dendrn Einfluß auf ein rasches und günstiges BerhandlungSergebniS gehabt. Der Lohnkampf . in der Warnsdorfer Textilindustrie erscheint hiemit als beendet. Der Zwischenfall von Staab In amtlicher Darstellung Prag. Zu den Zeitungsnachrichten über den Verlaus der Feier des 1. Mai in Staab bei MieS meldet das Tschechoslowakische Pressebüro Folgendes: Die von der Suoe» tendeutschen Partei am 1. Mai auf dem Schulplatz in Staab um 15.18 Uhr veranstaltete Volksversammlung wies eine Teilnehmerzahl von etwa 3000 Personen auf und glcid) zu Beginn kam es zu. störenden Kundgebungen aus den Reihen der Zuhörer. Deshalb forderte der intervenierende Beamte der Bezirksbehörde in Mies den Vorsitzenden der Versammlung auf, er möge seiner gesetzlichen Verpflichtung gemäss Massnahmen zur Herstellung der Ruhe treffen. Der Vorsitzende gab daraufhin den Ordnern dementsprechende Weisungen. Bei. ihrem Einschreiten entstand jedoch eine' Rauferei, in deren Verlauf der Angehörige der deutschen sozialdemokratischen'Partei Fr. Theis durch den Ordner Karl Lutz am Kopfe verletzt wurde. Im Hinblick darauf, dass die Versammlung einen die öffentliche Ordnung gesährdenden Charakter angenommen hatte, erhob sich der intervenierende Beamte, löstedieVer- s a m m l n n. g a u f und gab dem Kommandanten der Gendarnierle-Bereitschast das Zeichen zum Antreten. Die Gendarmerie-Bereitschaft in der Zahl' von 80 Mann befehligte Oberleutnant Havliäek, der der Gendarmerie zur Ausbildung zugeteilt ist, noch nicht übernommen.wurde, und sich deshalb in der Uniform eines Oberleutngnts d.es Artillerie-Regimentes befand, worüber auch später der Äbgeordncte Dr. Kellner durch den In-' tervenierenden Beamten aufgeklärt wurde. Oberleutnant Hgvliöek forderte die Versammelten zum Auseinandergehen auf und seine Aufforderung wiederholte der Bezirks-Gcnbarmeriekommanbant. Oberleutnant ReZäbek ans Mies. Als der Anf- förderung zum AnSeiiiänbörgehen keine Fsölgeg'e lasst et wurde und der Lärm sich st e i g e r t e, gab der Kommandant' der Gendarmerie-Bereitschaft' jnit gezogenem Säbel B efeh l z u m Eins ch r e i t e n, worauf, die Gendarmerie den Platz innerhalb kurzer Zeitj. räumte. Zu einem anderen Zweck war der Säbel nicht benützt worden. An Ort und Stelle wurde der bereits genannte Karl Lutz verhaftet und in die Hast des Bezirksgerichtes Staab eingeliefert. Bei den behördlichen Organen erstattete niemand die Meldung, dass er durch die Gendarmerie- Organe verletzt worden sei und auch bis zum Dienstag wurde kein Verletzter ermittelt, so dass man nicht annchmen kann, dass die Nachricht svon der SdP-Presse verbreitet, d. Red), die bezüglich der Zahl der Verlebten(80 Personen) angeführt wird, der Wahrheit entspricht. Die Ermittlung des Vorfalles Ist noch nicht beendet. Ver halt Sie zurück, Herr Henlein? In seiner Mairede hat Henlein laut Bericht, seines Blattes u. a. zwei soziale Forderungen aufbestellt:.sBetriebscinheit und hilfsbereite Nach-, barschaft"(besonders die zweite hat nach einigen Jahrtausenden der Menschhcitsentfvicklung, i» denen sich hilfsbereite Nachbarschaft entwickelt 'und erprobt hat, nicht mehr den vollen Reiz der Neuheit für sich). Mit der. ersten aber hat es 'folgende Bewandtnis: „Zur ersten Forderung ist festzustellen, dass zwei Thpen nicht zu uns gehören und von uns'mit aller Schärfe bekämpft.werden müssen: auf der einen Seite jener berufsmässige Hetzer,' der stets nur Unfriede» will, auf der anderen> Seite aber jener Kapital!sten- U n,t er ne h mit, der immer noch glanbt, dass seine einzige. Sorge seinem Geldbeutel zu gelten) hak?. Wir.müssen, diesen Schädlingen der Völlige m e i n s ch a f t/ m i t alle r Schärfe tn'tgegentreten. Leute, die' vielleicht am Sonntag dar Wort Volksgemeinschaft' im Munde führen,, am Werktag aber gegenteilig) handeln, haben in unseren Reihen nichts mehr zu suchen. Der Unternehmer muss wissen, dass er nicht für sich allein arbeitet, sondern dass er seine Aufgabe ist, den Arbeitern und ihren Familien Brot und Existenz zu schassen. Wenn der Arbeiter durch Verhältnisse im Betriebe gezwungen ist, sich sein Recht, sei iS auch durch Druckmittel, zu erkämpfen, so stehen die Bewegung und ich in aller Klarheit zu ihm. Der Berliner sagte, als er noch reden durfte, in solchem Falle:„Wat koof ick mir da- for?'" Dass HeNlein und die Bewegung sich'In voller Klarheit hinter die Etrich-AiBciter steilen', hat den Dr. Kellner bisher nicht bewogen, außer ein paar auSgetüstelten Prcssebcrichtigun- ge» etwas für die streikenden Arbeiter zu tun. lind die Verwandtschaft des Dr. Kellner oder die SdP-Unternehmer-Sektetäre haben, soweit uns bekannt ist, ebenfalls keinerlei Konsequenzen aus dem klaren Willen Heüleins und der Bewegung gezogen. Und Henlein selbst— warum folgt e r nicht seiner eigenen Führung? Warum tritt er nicht entgegen, wenn er doch befiehlt, dass„wir entgegentreten müssen"? Wo bleibt,„alle Schärfe" gegen Kellner, gegen K n o l l, gegen Stade,. gegen die Chefs.von Etrich? Wer hält Herrn Henlein eigentlich zurück? Wird er noch behaupten, die Marxisten bremsten seinen Kampsesmut? Gleicht er dein Helden aus der bekannten Wirtshausszene, der mit rollenden Augen und Schaum vor dem Mund dauernd ruft: "„Halt's mi zrucki"? Wir halten ihn nicht, er schlage doch endlich zul Der christlichsoziale Minister Erwin ZajiLek, sprach am 1. Mai in M ä h r i s ch- T r ü b a u und fand hiebei scharfe Worte gegen die Politik der SdP. Er machte aber imter anderem anck noch folgende bemerkenstverte Feststellungen: Dass es in Spanien soweit gekommen ist, daran sind auch die Katholiken schuld. Es genügt nicht, prachtvolle Kirchen zu besitzen und dass darin gebetet wird, die Katholiken hätten sich auch üm-die Lösung der sozialen Fragen kümmern müssen, aber sie waren der Ansicht, dass sie dies nichts angehe. Weiter sagte der christlichsoziale Minisiei auch: Wenn uns(den Christlichsozialen) vorgeworfen wird, dass wir mit den Marxisten zusam- mengehen und wenn map den Sozialdemokraten den Vorwurf macht, ne gehen mit den Schwarzen zusammen, iso arbeiten wir mit ihnen deshalb ge- meinsam, um dein Volk Erfolge zu bringen, Maifeier- Nachtragsberichte melden: In N ö in e r st a d t war die Maisei w dieses Jahr besonders eindrucksvoll? An dem langen Umzug marschierten unter den Klängen von vier. Musik- kapellen rund tausend Genossinnen und Genossen. Bei der Kundgebung.'sprach Ernst P a u l-Prag. Bei der kommunistischen Maifeier wurden im lim- züg 70 Personen gezählt.—'In Brau»seifen nahmen an bej: Maifeier, bei der Ernst Paul referierte, rund"800 Personen teil.— In E i s e n st e i n' beteiligten sich' 300 Personen an der Maifeier.' Es sprachen S h I o r a-Klattau und Kleine r-ReicheNberz. Beim Segelsport tödlich verunglückt. Am verflossenen Sonntag verunglückte der 24jährige Sohn Ferdinand der Haidaer Glasmalers Fer- dinünd Lichtenecker tödlich. Er beteiligte sich an einem Wettbetverb lm Segelflug bei S v e t l o in der Nähe des Jcschken und stürzte mit seinem Apparat aus einer Höhe von 800 Metern ab. Lich- tenccker wurde furchtbar verstümmelt geborgen. Er war sofort tot. Nächtliches Schadenfeuer. In K w i t k a u bei Böhm.-Leipa brach in der Nacht zum l. Mai, und zwar gegen 12 Uhr, in der Scheune des Landwirtes Franz W e n z e l ein Schadenfeuer aus, durch tvelckies der gesamte Vorrat an Stroh sowie auch ein Teil des Heues vernichtet wurde. Für das Dorf bestand grosse Gefahr, da der Wind ungünstig war und Lohe und Flngsencr ins Dorf trieb. Auf dem Brandplaye waren einige Wehren aus der llmgcbung, darunter Kofel mit der Spritze und Klein-Aicha mit der Motorspritze, auch die Lcipaer Wehr'und das Sanitäts» und Rettungskorps, erschienen. Die Deutsche Tnberkulosenfürsorge erhält 27 Fürsorgestcllen, drei Heilanstalten, drei Erholungsheime und drei Waldschulen und Ferienkolonien. Im Jahre 1080 würden von der Deutschen Tuberlnlosenfürsorge 27.330 Kraule und Bedrohte betreut und 574 Kraute in Heilanstal- tc» untergebracht. Träger der Deutschen Tuber- kuloscnsürsorge sind die Landeshilfsvereine für Lungenkranke und die Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Volksgesundheit. Für den Monat Mai hat das Jnnenminisreriuin der Deutschen ArbcitS- gemeinschast für Volksgesundheit eine. H a u s- s a m m'I u n g bewilligt, deren Erträgnis für die Erhaltung, der vollSgesundheitlichen Einrichtungen Verwendung findet. Skelettfuude bei Karbitz. Ein Einwohner von Hohenstein fand im Garten seines Wohnhauses beim.Auslvcrfen eines Mistbeetes fünf nicnsch- liche Skelette. Anderen Tages, stiess, ec bei der Grabung auf vier weitere Skelette.. Ausserdem wurden ein Pfeifenkops und ein Militär-Tschakoriemen srcigelegt. Die. Skelette lagen an einer sandigen Stelle nur 75 Zentimeter tief. Tie Zähne in den Toienlöpfcu sind noch frisch Und einige Kiefer wiesen noch 82 Zähne auf. Es ist anzuuehme», dass es sich nm ein Massengrab von Soldaten handelt. An der Nähe der Fundstelle befand sich 1818 ein Militärlazarett. Verzweiflungstat eines Arbeitslose». In der Nähe der Eisenbahnstation Karbitz warf.sich ein Arbeitsloser ans Sobochlebcn in selbstmörderischer Absicht vor den von Karbitz nach Aussig fahrenden Personenzug. Ter Lokomotivführer konnte den Zug nicht mehr rechtzeitig auhalten und der unglückliche Menicki wurde von der Maschine erfasst und überfahren. Dem Lebensmüden würde das linke Bein imterbalb des Knies abgetrelint, ausserdem wurde er am Kopfe erheblich verletzt. Nach Anlegung eines Notverbandcs wurde der Schwerverletzte dem Auisiger Krankenhaus zugeführt. Am Malbaum erdrosselt.'. Jin ingendlchen Spiel hat ei» ILjähriger Bursche durch Unvorsichtigkeit sein Lebe» eingebiisst. Bei'der Mühle des W. Hospodarsch im Modschiedelial bei Schüttcnitz.batte» die Schütieuitzcr Bursche» wie alle Jahre einen grossen Minimum zum Ausitellen vorbereitet. Am 1. Mai nachmittags bemerkten die Lenie, dass-auf dem schrägliegende» Maibanm, an. dem.bereits die Stricke zum Aufstellen befestigt waren, ein junger Bursch, Josef Hospodarsch, auf- und abkletterte. Später fand man den Burschen, am Maibaum in den Stricke» hängend, erwürgt vor. Anscheinend war derselbe, vom Baum abgelitten und im Strick hängen'geblieben. Ehe noch Hilfe zur Stelle war, musste der Tod des Burschen durch Erdrosseln eingetreten sein. Seite 4 Mittwoch, 5. Mai 1937 Nr. 108 St^egneuigtfceiUft Die Flucht nach Almeria Zu den Episoden des spanischen AreiheitS- lampfes gegen die deutsch-italienische Invasion, die als Einzelereignisse historischen, vielleicht so- gar legendenhaften, aus alle Fälle epischen Charakter annehinen, sich der Welt und Nachwelt als besondere, hervorstechende Ereignisse einvrägen werden, zählt neben der Verteidigung Madrids und dein Kampf uni den Alcazar von Toledo (der einer objektive» Betrachtung-allerdings die dort eingeschlossenen Kadetten, die' sich hinter Frauen und Kinder verschanzten, nicht gerade als Helden erscheinen läßt) auch die Vernichtung der kleinen- Stadt Guernica durch deutsche Bonibenflugzeuge. In diese Reihe gehört aber auch ein Ereignis, das merkwürdigerweise bisher kaum ziir Kenntnis genommen worden ist: die Flucht der Zivilisten vor der Einnahme Mä- lagas durch die verbündeten Rebellen und Jn- vasionStrupPen. Malaga hatte vor dem Ausbruch der Rebellion rund 180.000 Einwohner. Als die Aufständischen im Sude« vordrangen, flüchtete ein grosser Teil der Bevölkerung in die Stadt; im ganzen retteten sich dorthin 100.000 Menschen/ so daß die Einwohnerzahl auf 250.000 anschwoll. Bei der Annäherung der Rebellen, als der Fall der Stadt nicht mehr abzutvenden war, flohen 160.000 Zivilisten auf der Strasse nach Almerla. Dieser Exodus wurde, wie der Engländer Charles Duff in der„Fortnightly" schrieb, zu einer der tragischsten Episoden in der Geschichte eines großen Volkes. Und zwar deshalb, weil die Deutschen, ähnlich wie später in Guernica, diesmal aber in Gemeinschaft mit den Italienern, darauf erpicht waren, sich mit Ruhm zu beflecken. AlS der Flüchtlingszug der Hundertfünf- zigtausend dahinhastete, streiften die deutschen und italienischen Flugzeuge die Straße in geschlossenen Formationen ab, warfen Bomben und fegten die Fliehenden nut Maschinengewehr- feuer nieder. Das bereits in Madrid angc- lvendete strategische Prinzip, die Zivilbevölkerung in Massen niederzunieheln, wurde auch hier mit Begeisterung angelvandt. Die Flieger wurden von der See her durch Rebellenschiffe unterstützt, die mit Artilleriefeuer unter.den Flüchtlingen wüteten. Die Straße" nach Al- niers» war link Töten besät. Rebellentruppen ans Automobilen überholten die fliehende Meiige zum Teil; sie schnitten diejenige», die nicht kräf- tig genug waren, um mit der Masse Schritt zu halten, ab. Es waren natürlich fast nur Alte, Frauen und Kinder.„Man weiß noch nicht, wjeviele von ihnen noch am Leben sind", schrieb Duff im April. Wenn man bedenkt, wie die Nebellengerichte geurteilt haben, wird man keine zu große» Hoffnungen hegen. Ein Beispiel: Eine alte Wäscherin, Encarnaciön Jimönez, in Mälaga wurde zum Tode verurteilt und erschossen,, weil sie— um ihren Lebensunterhalt zu verdienen— für verwundete Milizionäre gewaschen hatte. Damit hatte sie, nach der Rechts- ausfassung der Faschisten,„den Roten Beistand geleistet". Die Welt empört sich mit Recht über die Schandtat von Guernica. Sie sollte auch jenen Todeözug der hundertfünfzigtausend Wehrlosen auf der Straße nach Almeria nicht vergessen. M a x B a r t h. NngkückSfall bei einer militärischen Nacht- übung.(TAL; Montag abends fand in der Um-, geb»»» von Küniggrätz eine militärische Nachtübung mit Scheinwerfern der Flugzeugabwehr statt. Bei der Ilebung wirkten auch Flieger mit. Auf einem der Flugzeuge kam es wahrscheinlich zu einem Bruch der Pleuelstange im Motor, was den Ausbruch eines Brandes zur Folge hatte. Der Beobachter, der längerdienende ZngsfUhrer Franz Hofman. sprang mit dem Fallschirm ab und kam unversehrt zur Erde. Der Pilot, Fliegerkapitän Josef SnIjck, bemühte sich, durch einen Sturzflug daS Feuer zu löschen, was ihm aber nicht gelang. Es scheint, daß er zu spät an seine Rettung dachte, da sein Leichnam später nur etwa 10 Meier von dem verbramiten Flugzeuge entfernt mH herauSgezogenem Fallschirm aufgcfunden wurde. Kapitän Snisjck stammte aus Ehräst bei Kuttenberg, war verheiratet und 85 Jahre alt. Er diente seit dem Jahre 1029 bei der Flugwaffe und war seit dem Jahre 1984 Pilot. DaS Flugzeug Ivar eine Maschine älteren Thps, wie sie heute beim Militärflugwesen lediglich zu HilsS- ausvildmigsdiensten, wie z. B. zum Schleppen beweglicher Ziele u. ä. verwendet wird. Einzelheiten über die Ursache des Unglückssalles werden untersucht. In siedendes Wasser gestürzt. Dienstag nachmittags arbeiteten auf der Ludwig-Grube in Rad« vanice(Ostrau) Arbeiter an einer neuen Kühl- einrlchtung, tvobei das Gerüst, auf dem sich der 80jährige Zimmermann Ferdinand Benhauer und der 27jährige Al. Fischer standen, einstürzte. Die Genannten fielen auS beträchtlicher Höhe herab, wobei sich unter ihnen ein Behälter mit heißem Wasser befand. Fischer konnte sich beint Sturz am Rand des Behälters anhalten und fiel daneben. Benhauer wurde mit schweren Verbrennungen aus dem Behälter gezogen und starb während der Ueberstihrung ins Krankenhaus. Fischer«litt nur leichte innere Verletzungen. Die Ursache des Unfalles wird untersucht. Bei einer Explosion in einer Feuerwerkskörperfabrik in Manila wurden vier Arbeiter getötet, vier weitere schwer verletzt. Ppromanie. An der letzten Zett ereigneten sich In Steiermark wiederholt Brände, ohne daß es gelungen war, die Brandursache oder den Brandleger zu. eruieren. Der Gendarmerie ist es nun gelungen, einen zwölfjährigen Schüler aus Knittelfeld als Täter zu ermitteln. Der Knabe ist vor kurzem aus dem Elternhause entwichen und hat unterwegs an neun verschiedenen Stellen Feuer gelegt. Den Gendarmen erklärte er, er habe keine Lust, in die Schule zu gehen, und er bereite ihm Freude, Feuer zu legen.— Wenn Göring von dem Jungen hört, ist dessen Karriere ja gesichert I EI» Inteteffanter Widerruf Sven HedlnS. AuS Stockholm wird gemeldet: Bor einigen Tagen hielt der Prager Korrespondent des Stockholmer Blattes„S o z i a l o« m o k r aten" in Stockholm einen Vortrag, in dem er die Schickt Bücher nach Spanien I Die Sotlal la tische Arbeiter- Internationale und der Internationale Gewerkschaftsbund haben In Ontenlente ein Spital fUr die Mitglieder der spanischen Regierengsarmee und der Internationalen Brigaden eingerichtet. Es werden 2000 bis 2000 Verwundete In einem Monat verpflegt werden. Aerztllehe Pflege und Nahrung sind gesichert; doch fehlen Bücher und andere Dinge nur Unterhaltung. Für die spanischen Soldaten sind Bücher beschafft worden, für die Mitglieder der Internationalen Brigaden werden noch Bücher und Spiele benötigt. Wir ersuchen im Auftrage der SAI und des IGB alle Freunde des spanischen Volkes, Bücher und Spiele bereitzustellen. Am besten ist die Schaffung einer Sammelstelle in Jedem Ort, von der aus die Spenden weitergeleitet werden. Alle Sendungen sind ru richten an Enrique Santiago, Mariana Plneda 11, Valencia. Die Sendungen müssen deutlich die Aufschrift tragen:„Para el hospltal milltar, Ontenlente“. wenig schmeichelhafte Aufmerksamkeit erwähnte, die in der'Tschechoslowakei Sven HedlN geweckt hat, indem er das Vorwort zu zahlreichen politischen Broschüren„Europawohin?" schrieb, welche derreichsd eü ts ch e H ort«B erlag herauSgibt und die eine Reihe gehässiger Angriffe gegen dieTs echoslowakei enthalten. Sven Hedin hat. nunmehr dem Blatte„Sozialdemokraten" mitgeteilt, daß ihm der Inhalt der Broschüren unbekannt war. Sven Hedin fügt weiter hinzu, er habe jetzt«in balbeS Dutzend dieser Broschüren gelesen, deren Inhalt gehässig, parteiisch und u n g e r e ch t ist, und die in r a u h e r u n d gemeiner Form gehalten seien. Deshalb habe er dem Horst-Verlage die weitere Be- nützung seines Geleitwortes verboten. Für die Errichtung eines internationalen BölkerbundfenderS. Bei einem an der deutschen Masartzk-Bolkshochschule in Brünn über das Thema„WaS kann der Völkerbund tun?" abgehaltenen DiSkuffionSabend (Referent: HandelSkammersekretär Dr. Heinrich Hönig, Correserent: Univ.-Prof. Dr. Front. Wehr) hat in der Diskussion der Leiter der Ma» saryk-VolkShochschule Dr. Hugo Iltis die Anregung gegeben, beim Außenministerium in Prag und beim Sekretariat deS AölkerbundeS in Genf die Errichtung eines internationalen Völkerbundsenders anzuregen' und ein diesbezügliches Promemoria auSznarbeiten. Der Antrag wurde angenommen und zur Ausarbeitung dieses PromemoriaS ein Komitee bestellt, welchem außer dem Antragsteller die Herren Dr. Heinrich Hönig, Prof.' Dr. Frank. Wehr und Dr. Heinrich Groag angehören sollen Eifersucht. In der kalifornischen Swdt JreSno ermordete ein junger Indianer namens Walker Davis seine Frau und deren Eltern und verübte dann Selbstmord. Er verühte die Tat aus Zorn darüber, daß ihn seine Frau verlassen hatte. Die Filmschauspielerin Silvia Sidneh stürzte beim Besuche einer SchönheitssalonS in Hollywood und, zog sich eine ernste Stirnverletzung zu. Streikende Fllmfriseure drangen in einen der luxuriösesten SchönheitSfalons in Hollywood ein. Die anwesenden Gäste und dar Personal wurden mit vorgehaltenem Revolver im Schach gehalten. Währenddessen zerstörten die Streikenden die gesamte Einrichtung und übergossen die Seidentapeten mit Teer. So die Meldung— wir hegen starken Verdacht, daß er sich um eine Filmszene oder«Ine Reklame handelt. LieieStragSdie. Im siebenten Wiener Bezirk, in der Neubaugasse, ereignete sich Dienstag in den frühen Morgensttmden eine Liebestragödie. Die bereits seit längerer Zeit an Melancholie leidende 87- jährige Agathe Freiin Fraydt von Fraydenegg tötete ihren Geliebten, den 27jährigen Ingenieur Hans Georg. Freiherrn von Schmidburg durch einen Schuß in den Kopf und verübte dann durch«Inen Herzsthuß Selbstmord. Lastzüge zusammengestoßen. Dienstag nachmittags stießen in der Station Kropäkova Vrutiee bei VSetaty zwei Lastzüge zusammen, wobei fünf Waggons und eine Lokomottve entgleisten. Der Verkehr wird durch Umsteigen aufrecht erhalten und an der Beseitigung des Hindernisses wird mit größter Beschleunigung gearbeitet.. Verletzt wurde niemand. Di« Wahl deS Zigeunerkönlgs, Am Sonnen» wendtag wird in Pinsk die Wahl des neuen Zigeunerkönigs stattfindeu, nachdem dieser Posten durch den kürzlich erfolgten Tod des bisherigen Zigeunerkönlgs K w i e k, der feierlich in Warschau beigesetzt wurde, vakant geworden ist. Der Hauptanwärter aus den sonderbarsten Thron Europas ist eine Frau, nämlich«ine Cousine des verstorbenen Königs, namens Ilona Kwiek, die Uber die Zigeuner Siidwestpolens herrscht und deren Schönheit und Kltigheit von allen.gerUhmt wird. Da aber auch fast sämtliche übrigen Mitgll^er der Familie Kwiek Ansprüche auf den Thron machen, sieht man sehr sttirmische Wahlen voraus, und die Polizei wird wohl besondere' Vorkehrungen treffen müssen,, um die Ruhe und Ordnung ausrechterhalten zu können.^ Begünstigungen im Reiseverkehr mtt Oesterreich. In.,der S. d. G. n. V. Nr. 68 werden die Bestimmungen über den Reiseverkehr, zwischen der Tschechoslowakei und Oesterreich veröffentlicht. Ohne besondere Bewilligung der Nationalbank kann ver tschechoslowakische Oesterreich-Reisende monatlich 1000 Ki ausführen, und zwar 800 Ki entweder in österreichischer Valuta oder in tschechoslowakischen Münzen oder Klein-Papiergeld, den Rest in Reiseschecks des Oesterreichischen Reise- und VerkehrSbüroS oder in Form einer Bestätigung der tschechoslowakischen Postsparkassa über eine Einzahlung zugunsten der österreichischen Postsparkassa.— Mit Bewilligung der Tschechoslowakischen Nationalbank kann der tschechoslowakische Oesterreich-Reisende ohne ärztliche Bewilligung überdies noch bis zu 509 Schilling pro Person und Monat, in der Zeit vom 1. Mai bis 81. Oktober pro Person 1000 Schilling ausführen. Allerdings muß dies im Wege von Reiseschecks des Oesterreichischen Reise- und Verkehrsbüro» oder durch eine Bestätiguiig der tschechoslowakischen Post- sparkassa über eine Einlage zugunsten der österreichischen Postsparkassa erfolgen. In besonders berück» sichiigiuigswerteu Fällen(z. B. auf ein ärztliches Gutachten hin) bewilligt die Tschechoslowakische Nationalbank nach ihrem Gutdünken auch weitere Beträge. Ter tschechostowakische Oesterreich-Reisende hat die Möglichkeit, sich die Reiseschecks des Oester- reichischen VerkehrsbüroS entweder bei jenen Stellen zu kaufen, die mit deren Verkauf betraut sind, oder sich ei» Einlagebuch der österreichischen Postsparkassa zu verschaffen dadurch, daß erbeijedemtsche- choslowakischen Po st amt oder direkt bei der Postsparkaffa auf das K o n to 8 0.0 0 0„Oesterrei- chische Postsparkaffa, Reiseverkehr— Cestovni sink" die oben genannte Einlage macht. Der Wert der verkauften Schecks wird im Reisepaß vermerkt. In Spanien AM 1. Mai er reichte uns die Nach richt, daß der ehe malige österreichisch« Schutzbündler Franz Marchl, der sich bis zum Juni des vergangenen Jahres in Sternberg aufge halten hat, an der Arragon- Front In Spanien gefallen ist. Ein Kopfschuß setzte seinem jungen Leben ein Ende. Franz M a r ch l war 3t Jahre alt, als ihn die Kugel hinwegraffte. Er war in Graz geboren, wo er auch das Schlosserhandwerk lernte. Schon im Jahre 1021, also im Alter von 18 Jahren, trat er der sozialdemokratischen Partei Oesterreichs bei, der«r bis zum Feber 1034 angehörte. Er war ein eifriges Mitglied des Republikanischen Schutzbundes und tat beim Ausbruch des Feber-Kampfes feine Pflicht. Als die österreichische Arbeiterbewegung niedergeschlagen war, mußie Marchl, wie soviele andere, flüchten. ES gelang ihm, den österreichischen Häschern zu entkommen. Er kam nach Sternberg, wo sich bekanntlich viele österreichische Schutzbündler aufgehalten haben. Bis zum 1. Juni v. I. war er im FlüchilingSheim in Sternberg untergebracht. Es war uns gelungen, für eine Gruppe von sechs österreichischen Schutzbündlern in Norwegen eine Arbeit zu erhalten und Marchl reiste mit fünf österreichischen Freunden am 1. Juni von hier ab. Kaum waren die Schutzbündler in Norwegen angekommen, brach in Spanien der Bürgerkrieg aus. Als offenbar wurde, daß das spanische Volk einen längeren Kampf zu bestehen haben wird, schiffte sich Marchl nach Spanien ein und trat In: Herbste als Freiwilliger seinen Dienst an. Er erhielt einige Monate neue militärische Ausbildung, in Barcelona. Dann ging er an die Arragönfront ab, wo ihn nun das tragische Schicksal erreichte. Alle, die ihn kannten, werden de» stillen undliebenSWÜrdigen, intelligenten Arbeiter nicht vergessen. Wahrscheinliches Wetter Henle: Zunehmend« Gewitterneigung. In Böhmen tagsüber etwas kühler.— Wetteraussichten für morgen: Wieder im ganzen schön und mäßig bi» ziemlich wayin. Ziehung der Klassenlotterie (Ohne Gewähr.) . Prag. Bei der D i« n» t a g- Ziehung, dec 5. Klasse der 88. tschechöslo'wakischen Älassenlotterie wurden nachstehend« Gewinst« gezogen: 10.000«0 die Lose Nr. 18974 30493 112093 87416 41889. 8000 Kd die Lose Nr. 28098 4181 21043 28227 110882 110988 89179 27971 22178 2149 82188 10108 28839 42108 83682 107983 73646 110341. 2000 KO die Lose Nr. 81184 80831 70784 111889 42280 3420 90460 13828 49824 91942 72769 14811 34894 88888 8787 17398 26224 13807 32874 86880 110814 18643 83800 103461 78609 17631 74060 33654 87838 7818 29311 39762 46907 88844 41660 83776 45069 88301 105020 85294 45104 108358 31810 69289 5787 75644 70105 9896 28616 89964 20817 9460 66497 18187 72203 80031 99488 17269 44670 16061 65764 109828 27899 64467 18964 86500 66201 63174 46560 64647 60138 91786 84117 61983 90618 88380 77800 61843 29247 88802 17760 69174 105778 97775 20028 49812 14901 112186 20748, 67876. Vom Rundfunk tmptaNMmrtM aus den Programmen: Mittwoch Prag, Sender 1.10.06: Deutsche Press«, 10.16: Rundfunk für deutsche Schulen, 12.10: Schallplatten, 12.36: Mujik» Salonquärtett: Rubinstein, Tfchaikowskh etc. 13.40: Deutscher Arbeitsmarkt. 15: Klaviersonaw, 16.80: Sinfonisches Konzert auf Schallplatten: Goldmark, Sibeliu» etc., 18.10t Deutsche Sendung: Dr. Mara»; Au» dem tschechischen Kulturleben, 18.20: Arbeitersendnng: Dr. MÜHkberger, Trautenau: Die Erziehung'zum Frieden und»ne Bölkewerständigung in der Schule, 18.40: Sozlallnsormattonen, 18.46: Deutsche Presse, 20.10: Smetana: Aus«Tschechischen Tänzen".— 10.20: Rundfunkorchesterkonzert.— Preijburg. Prag, Sender II. 14.16: Deutsche Sendung: Kinder« stunde, 14.85: Schallplatten, 14.50: Deutsche Presse. — Brünn. 17.40: Deutsche Sendung: Volkslieder, 19.20: Rundfpnkorchesterkonzert.— Preßburg:> 22.85: Tanzmusik.— Raschau. 11.06: Militärkonzert, 12.06: Schallplatten.— Mähr.-Oftraü. 16.10: Leichte Musik: Supp«, Andersen etc. 18: Kinderlieder. .. Donnerstag. Prag, Sender^I. 7.06: Konzert au» Karlsbad: Aounod, Smetana etc. 12.16: Lrchesterkonzert Fok: Krieg, Brahms etc., 14.20: Deutsche Arbeitersendung: Red. Josef Hofbauer: FrühlingSglaute, 17.86: Deutsche Sendung: Don Karlo» von Schiller, Rundsünkanerschnitt, 18.50: Deutsch« Press«, 18,66: Deutschtr RUltürbericht vom Tage, 20.20: Dvokäk: Komposittonen, 21: Rundfunkorchesterkonzert: Scarlatti, Hahdn usw.— Prag, Sender II. 14.80: Deutsche Sendung: Schlager von Brand- maver, 14.60: Kleine» Solistenkonzert. Brünn. 9.46: Salonorchesterkonzert.. 17.85: Deutsche Sendung: Dr. Steinermaher: Einleitung zu Shakespeare»'-Wie e» Euch gefällt".— Preßburg. 18.65: Schallplattenkonzert, 16.46: Klaviersolo», 17.86: Russische Lieder.— Raschau. 11; Rundkunkorchesterkrnzert.■ Frühling in den Bergen gefallen I Nr. 105 Mittwoch, 8. Mai 1937. (Seite 5 * daß die Konjunktur- und Saisoiieiuflüsse jetzt auf beschästigung der Zellulosefabrilen festzustelleil die Pröduliion und' den Handel ständig günstig nnd in einigen Betrieben machte nur der Roh- -r-t, in Pcbellun Dejeuner teil. nisse in gröberem Maße günstigen Absatz auf den In der P a p i c r i n d u st r i e war Boll- Di»«stßlische Arbeitslosigkeit. Die Zahl der Arbeitslosen betrug, zum iS. April dieses Jahres 1,454.448,d» k»m 14(5.758 weniger als am IS. Mrz dieses Jahres. Di« Arbeitslosigkeit ist Ende Feber d. I. von 678.000 auf 627.000 nichtuntergebrachte Bewerber gesunken, während den Vorjahren, wie aus dem Diagramm her vorgeht, zudicserZeit die saisonmäßige Zunahme der beschäftigungslosen Arbeitöbewerbcr noch an- hielt. Aus dieser Tatsache kann für das heurige Jahr auf ein« sehr günstige Entwicklung des Ar- beitsmarktes geschlossen werden.' Der Stand der Arbeitslosigkeit ist der gleiche wie im Jahre 1932. Gegenüber der gleichen Zeit des Boöahves verzeichnet er. einen Rückgang um 288.000 und gegenüber dem Jahre 1933, in desti die Arbeitslosigkeit ihren Höhepunkt erreicht hatte/ einen Rückgang um 298.000 Arbeitslose,.d. i. um ein Drittel(82 Prozent), Der verzögerte MckgaNg der Arbeitslosigkeit iin Vergleich'mit der Zunahme deS Beschäftigungsgrades kann'.hauptsächlich dadurch erklärt weyden, daß iit den Arbeitsprozeß die jüngsten' Personen, die,nicht bei den Arbeitsvermittlungsstellen gemeldet waren, in tveit stärkerem Maße als die physisch älteren. Personen, deren Unterbringung unverhältnismäßig schwieriger ist als bei jungen Personen, eingeretht würden. Der Streik der 25.000 Londoner AntobuS- bediensteten, der Samstag zum Ausbruch gekommen ist, dürfte nicht so rasch beendet werden. Ein Schiedsgericht arbeitet seit Montag vormittag an der Beilegung dos Konfliktes. Da die Autobus- Gesellschaft eine öffentlich-rechtliche Institution ist, wäre für di« von deii Angestellten geforderten ArbeitSzeitänderungen ein Gesetzentwurf notwendig. Auch in Hüll haben 250 Angestellte der Autobusse den Streik begonnen. Der Londoner Streik hat eine Ausdehnung dadurch erfahren, daß die Straßenbahnangestellten in vielen Londoner Remisen in den Ausstand getreten sind. Untergrundbahn und Eisenbahn funktionieren. , Verschärfung im Hollywooder Filmstreik. Es streiken jetzt etwa 6000 Atelterangestellte, darunter Filmttchntker, Handwerker, Maschinisten, Dekora- tions-.und. Modezeichner. Die neun größten Filmateliers sind von einer Streikpostenkette um- gebön, die vpn rund 1000 Mann gebildet wird. Die^ Streikenden erließen eineWarnung, daß sie milüt-den Schütz. für Schauspieler und Schauspie- lerinnen übernehmen, die die Postenkette zu durchschreiten versuchten. Etwa 30Ü0 gewerkschaftlich orgftnisierte Schauspieler' worden in der nächsten Woche zum Ausstand Stellung nehmen.; Amerikas Kampf gegen die Krise Montag abends sprach Fürsorgcniinistcr Jng. Rokas inr Prager Rundfunk über seinen Aufenthalt in den Vereinigten Staaten und die Erfahrungen, die er dort sammel» konnte. Er hatte Gelegenheit, außer mit dem Präsidenten Roosevelt mit einer 8leihe anderer führender Männer zu sprechen und sich zu überzeugen, daß daö Interesse für die Tschechoslowakei in wirtschaftlicher, nicht weniger aber in politischer Hinsicht außerordentlich groß ist. Die Namen Masartiks und BenesS haben auch dort ihre Bcdcutnng. Neber die wirtschaftliche Situation der Vereinigten Staaten sagte dec Minister: Dieser gewaltige Staat mit mehr als 130 Millionen Einwohnern gelangt offenkundig aus der Krise heraus. Die industricslc und landwirtschaftliche Produktion hat den llmsang von 1929 bereits überschritten. Die Arbeiter haben einen relativ hohe» Lebensstandard und gehören zu den üestbezahltcn der Welt. Auch die Farmer kommen aus der ver- zlveifelten Lage der letzten Jahre. Trotzdem haben die Vereinigten Staaten ihre großen wirtschaftlichen und sozialen Schlvierigleitcn. Auch in der boginnondcn Prosperität gibt cs ans den überall belannton Gründen noch 6 bis 8 Millionen Arbeitslose. Es ist die technologische Arbeitslosigkeit infolge der fortschreitenden Rationalisierimg, daun handelspolitische Schwierigkeiten infolge der Absperrung der Staaten voneinander und schließlich diixTlftsache, daß in vielen Ländcrn-die Rön- snmlraft der Bevölkerung untergraben ist. Einige WirtschaftSztvcige kämpfen immer noch mit der Arife. Auch in den Vereinigten Staaten kommt es zu große» Lohnkämpfen und Konflikten. Die Sünden des alten Regimes rächest sich und hemmen die Arbeit des jetzigen Regimes. Doch haben die durchgreifenden und weitblickenden Maßnahmen, die Roosevelt durchgesührt hat, schon Erfolg gebracht. Es sind gigantische öffentliche Arbeiten, eine elastische Finanz- und Währungspolitik, die davon äusgcht, daß sie sich den Bedürfnissen der Volkswirtschaft anpassen muß, cs sind soziale Reformen und die Farmerhilse. Die Schwierigkeiten sind ungeheuer, aber fie werden mit bewundernswerter Energie bekämpft. einwirken und das Volumen der Produktion und die Aktivität der Wirtschaft erhöhen. Die Bcle- bung der Kredittätiakeit ist jedoch bei weitem nicht so stark, wie die Belebung der Produktion, der Warenmärkte und des Außenhandels. In der L a n d w»i r t s ch a f t haben sich die Saatarbeiten wegen des Regenwettcrö bedeutend verspätet. Auch der Anbau' von Zuckerrübe und Kartoffeln hat sich verzögert und tvird durch die ungünstige Witterung.erschwert uud gestört: Der Gesundheitszustand des Bjehs ist zusrieden- stellend. Das erhöhte Angebot von Schlachtschtvei- nen hat einen weiteren Rückgang der Preise zur Folge gehabt, die Preise von Schlachtrindvieh haben im ganzen nur unbedeutend• nachgelassen. In derK o h l e n i n d u st r i e wurden im März außerordentlich günstige Ergebnisse erzielt, ES wurden 1,835.784 Tonnen Steinkohle gefördert, was gegenüber dem März des Vorjahres eine Erhöhung um 420.130 Tonnen, d. i.»in 46 Prozent, bedeutet. Die Brauukohlenfördcrüng stieg um 16 Prozent, d. i. um 212.108 Tonnen auf 1,531.777 Tonnen. Die zkokScrzengung erreichte 247.200 Tonnen und erhöhte sich um 9Ü.80ü.Aonnen, d. i. um 64 Prozent,. Die Koh- lengelvinnung und Kokserzeugung erreicht fast die höchsten Ziffern der Konjunkturjahre 1929 und 1930. Die Erhöhung der Förderung bewirkt nicht nur der steigende Verbrauch im Inlands, sondern auch der Export, desten Anwachsen sich besonders deutlich bei Steinkohle und Koks äußerst Die Zahl der Belegschaft ist gegenüber dem' Vorjahre wieder höher,. in den Steinkohlenbergwerken ist sie jedoch gegenüber dem Feber höher, während sie in.den Braunkohlenbergwerken unbedeutend gesunken ist. Die Beschäftigung der Metall i n d list p I e hat sich im März in allen wichtigen Zlvei- ge» gebessert. Die Eisenindustrie ist auf verhältnismäßig lange Zeit mit Aufträgen Ungedeckt. Der Absatz von Emailwaren im Jnlande ist wei- tec günstig. ES zeigt sich jedoch.Mangel an Blechen, so daß die Fabriken nicht genug rasch liefern' können. Im Export dieser Ware ist die Mchftagi'UiigtmeiN lebhaft..Der Absatz von Kupfer- und Messinghalbfabrikaten hat sich weiter gebessert. In der M a s.ch I n e n i n d u st r i e weist der allgemeine Maschinenbau, und die Eleklro- industrie eine Beschäftigung ans dem günstige» Niveau der Vornionate auf. Eine weitere Besserung verzeichneten hauptsächlich die Fabriken zur Erzeugung von BearbcitungSmaschinen und Werkzeugen. Die Automobilfabrikcn arbeiteten im März in vollem Ausmaße und hatten einen sehr zufriedenstellenden Absatz. Besser« Beschäftigung hatten auch die Fabriken für' landwirtschaftlich« Maschinen. Die Situation in der Keramindu- st r i e blieb auf dem Niveau des Vormonates. Der Absatz von Kaolin Im Jnlande und im Export entwickelte sich Im ganzen normal, In der Baukeramik hat sich der Absatz etlvaS gebessert. In der Porzellanindustrie ist di« Situation all- mählich besser geworden, teilweise auch im Export. Im Jnlande befriedigte eher der Absatz von teuerer Ware als von Massenware.■ Die Baubeweg u n g hat sich Heuer infolge der ungünstigen Witterung später als im Vorjahre voll entfalten können. Sie wird siicht nur in der Hauptstadt, sondern auch in der Mehrzahl der Provinzstädie stärker sein als im Vorjahre. Störend wirkt hauptsächlich die Verteuerung der Baumaterialien. Die Beschäftigung in der Erzeugung von Baumaterial bessert. sich weiterhin. In der H o l z i n d u st r i e zeigte sich bei steigender Preistendenz des Holzmarktes außerordentliche Nachfrage seitens aller inländischen holzverarbeitenden und holzverbrauchenden. Industrien/Besonder- dringend zeigt sich der Bedarf der inländischen, Bergwerke und Zellulosefabriken. Neue Unternehmungen richten sich auch auf die Verarbeitung von Buchenholz«in, dessen ErzeugGesteigerte Wirtschaftsaktivität Bericht der Nationalbank Uber den März und den Aprilbeginn Der Monatsbericht, den die Naiioualbauk so->‘__ eben, über die Wirlschaftsiituation.ini März und Weltmärkten finden, zu Beginn des April veröffentlichte, konstatiert, stoffmäugel eine Erhöhung der Produktiv» unmöglich. Der Absatz im Jnlande war sehr gut und die Exportnachfrage konnte in vielen Fällen gar nicht befriedigt werden. Die Absatzbclebung der Papierfabriken dauert an. Die Verhältnisse ans dein Weltmarltc bleiben auch für die tschechoslo- lvakisch« Papierausfnhc günstig, so daß die Beschäftigung, der Papierfabriken gesichert erscheint. Die gebesserte Beschäftigung der Textilindustrie hielt un. Die steigende Tendenz der Preise aller Rohstoffe rief«inen erhöhten Absatz von Textilerzeugnissen nicht nur im Inland«, sondern auch im Auslände hervor. Zur Besserung, freie Ausland erzielt. der Vcrhältilisse in der Textilindustrie trugen auch die PreiSvcrcinbarungcn und Kartelle bei, die in, letzter Zeit abgeschlossen tvurden. Die Zahl der Arbeiter ist gestiegen. Einen bedeutenden Umfang erreichte die Erzeugung von Strümpfen und von Kunstblumen, die mit Bestellungen bis Ende des Jahres versorgt sind. Die K o n f e k t i o n s t n d» st r i c hatte günstige Beschäftigung und cs langen noch Bestellungen für Sommermonate ein. Die L e d e r v e r a r b e i t e n d e In« d n st r i e verzeichnet in der Frühjahrssaison sehr befriedigende Geschäfte. Guten Absatz hatten nicht nur die Sckuihsrzeugung, sondern auch Taschncr- uud Sattlerwareu. Sehr gut beschäftigt Ivar auch die.Hnudschubiudustrie. Der Absatz von chemischen Produkten weist gegenüber dein Vorjahre eine getvissc Besserung besonders bei jenen Erzeugnissen auf, deren.Absatz mit dem erhöhten Bedarf dec Schwerindustrie znsannnenhängt. Die G l a S i n d ü st r i e verzeichnete eine steigende Tendenz des Exportes auch im März. Gegenüber demselben Monat des Vorjahres ist der Export um ungefähr 40 Prozent gestiegen. Die besten Ergebnisse wurden dabei im Export ins Beschwerdekommission für Fragen der Finanzverwaltung konstituiert Unter dein Vorsitz des FinanzministcrS konstituierte sich am 8. d. M. die seinerzeit vom Ministerpräsidenten angekiindigte Kommission ftir Beschwerden, die das Vorgehen der Finanzver- waltung betreffen. Minister Dr. Kalsus leitete die Sitzung mit einer Ansprache ein, in tvelcher er die Maßnahmen anführte, welche die Finanzverwaltung getroffen hat, um von sich aus die Zahl der Beschwerdcangclegenhciten zu vermin- dern, und stellte fest, daß jetzt tatsächlich der Umfang dieser Bcschtvcrden abnchme. Die späte Einberufung der Kommission begründete der Minister damit, daß erst die Neuregelung des Gesetzes über die direkten Steuern abgelvartet lvurdc, den» diese machen den größten Teil der Fälle aus, auf welche sich die Tätigkeit der Kommission erstrecken dürste. In der Aussprache wurde übereinstimmend der Meinung Ausdruck gegeben, daß sich die Kommission nicht mit Beschwerden in konkreten Fällen. sondern nur mit grundsätzlichen Fragen zu befassen habe. Um den KoinmissionSmitgliedern die Möglichkeit zu geben,- bereits bei den Vorbereitungsarbeiten für die-Plenarsitzungen mitzuwirken, wurde hierauf die Bildung von fünf Aus- schüffen beschlossen', welchen das.zu behandelnde Mätcitial in den nächsten Tagen vorgclegt'wer-, den soll. Stach der Erledigung in den Ausschüssen werden die einzelnen Fälle der Vollsitzung der Kommission vorgelegt werden. SUMftsbeHich In Budapest Budapest. Reichsverweser von Horthy empfing in der Ofener Bürg ten österreichischen Bun- deSkanzscr Dr. Schuschnigg Montag um 12.20 Uhr.Mn- Audienz'. Eine-Viertelstunde später «müftng.dcr Reichsverweser Staatssekretär Schnii d t und uni 18.80 Ilhr gab er. ein intimes Dejeuner, an dem außer dem Bundespräsidenten Mtkläs-und,. Gemahlin-die'-beiden Söhn«.des Reichsverwesers teilnahmen,, Zur fel- ben Zeit nahm Bundeskanzler' Schuschnigg, Staatssekretär.Schmidt ustd die Mitglieder des Mefolges.,, desHundespräfidenfen an dem'vom Ministerpräsidenten Daranyi zu ihren Ehren ge- Man brüllt für AL 100 Reichsmark;.»■ 750.— Markmünzen... • 785:— 100 österreichische Schilling- ... • 588.50 100 rumänische Lei..-« • • 18.85 100 polnische Meist... 540.50 100 ungarische Pingö /e'. 618.50 100 Schweizer Franken. • 656.50 100 französisch« Franks. ♦ 129.95 1 englische» Pfund.. • 141.75 1 amerikanischer Dollar • • 28.65 100 italienische Lfre... •■ 145.40 100 halläudischr Gulden... 1576.— 100 jstgaslawischr Dinar,. 65.55 100 Belga».,'s.. 485.50 100 dänische-Krönest. 031.— 100 schwedische Kronen> H • 3M— Auswels für die Monate März-April (Tie erste Zahl bedeutet PartcifondS, die eingcklammerte Wahlfonds.) M ä r z: Bodenbach: AL«400.—(1000.— Brünn: Kt 1150.—(200.—), Hari«, bad: Kä 6810.—(1800.—), Lands- kroii: XL 500.—(140.—).Pilsen-Bud» weiS: AL l»70.—(440.—), Prag: AL 854.—(210.—), Prcstburg AL 400.— (100.—), A e i ch e n l> c r g: AL 1280.— (320.—), Sternberg: AL 1810(400.—), Tepliy-Saaz: AL 4750.—<1100.—), Trauten»»: Ai 1200.—(800.—), Tr» ppau: AL 2270.—(550.—). AprIlr Bodenbach: AL 5270.—(1300.—)', Brün»: AL 2000.—(500.—), Karlsbad: AL 4900.—(1240.—), Laudstron: AL 540.—(100.—), P i l s c n> B ii d w c I S: ! AL 2190.—(4U0.—),!>Ieichc» bcrg: AL 040.—(160.—), Sternberg: AL 2370.— (540.—), T e P l i h» S a a z: AL 3070.— (680.—), Trauteuan: AL 1280.— (320.—), Troppau: AL 3590.—(870.—). Goebbels verhöhnt die Weststaaten Weil sie Deutschland aufrüsten ließen Berlin. Der„A»griff" bringt die Schilderung eines Gespräches des Propaganda»»- Nisters Dr. Goebbels mit den italienischen Jonr- naliften, die inzwischen die Neiäishanptstadl bereits verlassen habe». Auf die Frage der Jtalie- s»er:„Bejiirchtrn Sie nichts vom Westen her?" ' habe Goebbels geantwortet:„Nein,»ein. DaS ist vorbei. Bor drei Jahren»och, ja da hätte man «ns überraschen können, da hätte ee übel ansgc- sehen, wenn Frankreich wirklich marschiert wäre. Heute greift uns keiner mehr im Weste» an. Dafür haben wir gesorgt. Wir haben in zwei Jahren viel nachgclwlt, das»ns an der tvestlichrn Grenze allster Gefahr fetzt." Jubel Über den Untergang der Espaha Valencia. Die Nachricht über die Ber- fenknng des Anfständifchenkreuzers„Espana" hat in ganz Spanien ungeheure B c g e i st e< r u n g ansgelöst. Es wird darauf verwiesen, vast zum erste» Mal ein riesiges Kriegsschiff durch Fliegerbomben,versenkt wurde... Der Generalstäb der Franco-Armee verbreitet die Meldung, dast der Kreuzer auf eine eigen« Mine aufgelaufen sei, die sich lo»- gcrisscn hält«. Zur Zeit des Unterganges der ESpaäa fei weder ei» Schiff, noch ei» Flugzeug der Negierung in der Nähe gewesen. Tie spanische Negierung dementiert diese Bchauptungeit kategorisch. Immer neue Schiffe Im Hafen von Bilbao. Der Verteidigungsrat der baskischen Republik teilt mit: Die Ankunft weiterer Schiffe in den Häfen der Nordküste geht ohne Zwischenfall vor sich. Montag ist ein englisches Schiff mit einer Lebensmittelladung aus Lcvant in Santander angekoinmcn. In Gijon ist ein anderes englisches Schiff mit Getreide und anderen Lebensmitteln ans Antwerpen angckommen. Andere, kleinere Schiffe aus Lcvant niit Lebensmitteln und Kohle und das englische Handelsschiff Bramhill sind in Bilbao eingctrofsen. Wieder Japaner auf russischem Gebiet. Aus Chabarolvsk wird gemeldet: Am 2. Mai gegen Abend entdeckte die sotojetrussischc Grenzwache westlich vom Chanka-See aus soivjctrussischcm Territorium eine Gruppe bewaffneter japanischmandschurischer Soldaten, die auf solvjetrnssischeS Gebiet cingcdrungen waren. Gleichzeitig hatte eine andere Gruppe japanisch-mandschurischer Soldaten mit einem Maschinengewehr an der Grenzlinie Stellung genommen und beobachtete von dort aus das sowjetrussischc Gebiet. Als die erste Gruppe auf die sowjetrussische Grcnzwmhe stieß, eröffnete sie gegen diese das Feuer, wobei sie von der anderen Gruppe an der Grenzlinie durch Ma- schinengewehrscuer unterstützt tvurde. Die sowjct- russische Grenzwache erlviderte daö Feuer und drängte die japanisch-mandschurischen Soldaten auf mandschurisches Gebiet zurück. Am Ort des Ztvischenfallcs sammelten die sowjetrussischen Grenzsoldaten die abgeschossenen japanischen Patronenhülsen. Gehelmgehalten« Rede Görings. Uns wird gemeldet: Göring hat vor seiner Abreise aus Deutschland, also am Vorabend der Zerstörung von-G u e r- nica, eine fensationcllc Rede gehalten, die bis ictzt geheimgehalten worden ist. Er hat als Luftsahrt- minister vor einer Vcrsämmlimg deutscher Industrieller und Flieger gesprochen und angeküudigt, daß der Weltkrieg sicherlich im kommenden Jahr stattfinden würde und daß in kurzer Zeit im spanischen Krieg bewiesen werden würde, daß die deutsche Lufttvasfr trotz allen an ihr geübten Kritiken zeigen wjjrde, wessen sie fähig sei,. Deutsches und italienisches Unterseeboot in PasajeS.- Im Hafen von Pasqjes in der Nähe voit San Sebastian find heute niorge» zwel Unterseeboote, ein deutsches und ei» italienisches,- angekommen. Das deutsche Unterseeboot trägt die Nummer U 28. Seite« .Sozialdemokrat" Mittwoch, B. Mai 1037. Nr. 105 MUTTERTAG!! .Sie werden überrasch»»ein, wie bequem* diese-Schuhe lind. Braunes Box mit Rist- Macht Mütter Freude. Bei jedem Schritte denkt die Mutter an ihre Kinder. Macht ihr jeden Schritt mit passenden, bequemen Schuhen angenehm. Ein Schuh aus der reichhaltigen Mode-Lack* Kollektion. Wir erzeugen ihn in weiss. 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Es ist«in ziemlich 'starkes Stück, wenn-die„Zeit" probiert, auch die Tatsache dieses Kellers zu bestreiten, der ja nicht nur durch hehrere Zeuge» und durch die Tatsache crivicsen ist. daß die völlig gesunde Mitbewohnerin des Plach dort ebenfalls erkräukie und ins Spital geschafft werden muhte; sondern auch dictpolizei- liche Anmeldung des Blach in dem Keller der Mali» Stepanska 8'erwiesen ist, Tast Blach.auf Grund'seiner glänzenden Bezahlung bei der„Zeit" dort wohnen m u h t c, Ivar der SdP nicht allein durch-die Fürsorgerin der Frauenorganisation bekannt,", die" Blach dort einmal und nie'wieder besuchte', sondern I a u t d e r'e i g e n c n A n g ab e d? r B eu- i ch' i g n n'g, dah. BlachBei der„Zeit" ein Monatseinkommen von 860 bis 400 Ki(höchstenöl hatte, muhte der„Zeit" und ihrem soziale» Gefühl bcwnyt sein, dah man. mit solchem Monatseinkommen anderswo als in einem Kohlcnkellcr für 50 Kä monatlich nicht wohnen Ja n n. Wir überlasten es der„Zeit", jetzt zu„berichtigen", dah Blach gratis im Bonzenpalais in der Hhbcrnska 4 zu nächtigen pflegte. Bermut- Itch in jenem„Rechtsam.t", das laut eigener Angabe prinzipiell nur für die Belange, von „Amtswaltern"-und Fabrikanten, da ist,, und gewöhnlichen Sterblichen, die naivecwcise mit ar- beitSrechtlichcn Beschwerden ankommen, erstaunt und entrüstet zu. sagest pflegt:„Wenn das jeder Volksgenosse tun wollte . Die Pattentest erhalten darüber allerdings keinen„schriftlichen, mit' Äründen versehenen Bescheid"!, wie da.S„tllechtS am t" ihn- von.* allen it> l't kl iche n Äemtcrn zu verlangen pflegt..' Wie wir weiterhin erfahren,Zst Blach wegen! unseres Artikels h» dje Bo'nzerie in'der Hybernska „vorgcladcn", einverstommen und mächtig gerüf-1 seit worden;- Denn. eS ist doch zweifellos„nationaler Verrat",.einem Besuch nicht zu.sagen,.dah man lediglich aus turnerischer Ambition in einem trlcfnasscn eisigen Kellerloch tvohut.'. Wie sagt doch schon FridericuS der Einzige:-„Fähnrich, krepier Er in Ehren I" Schlichlich wären tvir für einen kleinen Kpm> mentar der„Berichtigung!' dankbar: was'hettzt „Aushilfe", wenn der Mann angeblich wirklich nur Zcitungeii auSgctragcn'hat,.und warum werden zwei Personen genannt?. Will die„Zeit" behauptet», dah zu ihrer Verbreitung in Prag ganze ztvei Mann genügen, wovon der eine kaum gehen kann? Welchen gesetzliche*: Unterschied macht Dr. Ncuwirth zwischen hauptamtlichen und „aushilfsweise»»" ZeitungSaustragcn, und seit wann ist das ein„Arbeitsplatz"? Oder ist. die Herstellung von-Mahubrics-Vccv iclsaltigung.cn lediglich eine„ehrenamtliche" Tätigkeit für„aushilfsweise". Zeitungsausträger?-lind, wieso hat es der Volksgenosse Vlach immer noch erst zur „Aushilfe" gebracht, tviewohl der schon bald, vier Jahre aus Deutschland zurück ist und-, etwa drei Jahre der SdP ang'chört?'•■ Wie den» auch sei: da int Dritten Reich lediglich„Bolschewisten" in die Eiskeller gestopft werden und nicht„GefolgschästSinitglieder", ist ein gefrorener Arier aus der Mala Stepanska 8 naturgemäß von einetn leicht„bolschewistischen" Hautgout umwittert. Denn' die. Pauverti kommt von der-Armut. Die Deutsche Studentenzeit»»», veranstaltet am Sonntag, den 0. Mai. um 10.80 Uhr vormittags im Urania-Kino eine Film-Sondervorstellung. Für Aufführung gelangt der Film„Kinder der Großstadt"(La Maternelle)'..... Vorträge Vortragsabend F. W. Nielsen ” Der Abend, den der Prager Bühnenverein„La Scsne". für die Demokratische Flüchtlingshilfe am Montag in. der„Unjtgria" vepanswifete. und der den literarischen Arbeiten deS deutschen Emigrmiten F. W. Nielse» gewidmet war, kam'als seltener und erfreulicher Ereignis gekennzeichnet werden. Wenn der tschechische Kritiker und Dramatiker-Dr, Ednwnd Konräd In seiner(deutsch gesprochenen)' Einlei tung den jungen Dichter und Uebersetzer Nielsen als einest„Deutschen unter uns" würdigte,' der den aus dcist Vaterland vertriebenen deutschen Gcisti-rcvrq- scntiekt und dabei den Weg. zmn Verständnis' der tschechischen Kultur'gefunden hat, und wenn er ihn al» ein Beispiel dafür bezeichnete,' wie fruchtbar die deutsche Emigration für die geistige Belebung der sjnfluchtsländer Und für die kulturelle Verständigung zwischen Deutschen und Tschechen werden kann,' dann hat er dem Schaffen der Emigranten.Nielsen die Bedeutung zugesprochen, die ihm seinen Wert gibt '— und die auch idem Vortragsabend seinen besonderen Sinn gab. Nielsens Gedichte, die in mehreren Bänden.(„Ftzklus Deutschland",„Mutters Briefe". „Ernte 1086" u. a.) gesammelt sind, künde»» vom Heimweh de».Verbannten von der. Mutter in Deutschland, von den Leiden derer in der Heimat und von den Schrecken des Krieges. Es find darunter — besonder» In dem ZvkluS„Mutters Briefe"— schlicht ergreifende und.— vor allem in„Ernte 1086"— politisch wirksame Verse neben anderen, die zu sehr von Stimmung und Tradition und zu wenig von eigener Gcstalstmg zeuge»». Aber Nielsen» besondere» Verdienst und besondere Bedeustiua bc- . sicht darin, dah er sich zum daiikbaren deutschen Mittler tschechischer Dichtung gcniacht Hais dah er die „Tiroler Elegien" Havliieks und viele Verse Neru- das mit bewundernder Einsühlung in ihrem Stil und .Geist. und mit wirklichem Gelingen in» Deutsche Übertragen hat,— llebcrsetzungen, die den Sinn und die Form des Originals wiedergcbcn und doch ohne Zwang im Rhtzthmus und Klang deutscher Verse aufgchcn. Eine Probe an» Nielsens jüngster Arbeit, der deutschen ilcberscNnng von Jan Herben» Buch „Masarhks Familienleben", sprach dafür, dah Nielsen die Prosa-llcbcrtragiing nicht weniger gcwisten» haft und künstlerisch behandelt al» die VcrS-lieder- scvnngcn und daß er diese Uebcrsetzungen als geistige und politische Pekenntnisse ausfaht. Wie nut er di« fremde Sprache meistert, bewies er durch den Vortrag eine« von Helene Malikovä> ins Tschechische übertragenen'eigenen Gedicht». Nielseir ertvie» sich 'auch sonst als vortrefflicher Sprecher feiner Dichtungen, während sich unter den übrigen männlichen, weiblichen, dentschen. und tschechischen Rezitatoren des erfolgreichen Abends Jo I o r d a n und die Herren Gutmann und G r ü n b e r g besonders auSzeich- nctem—eis— Ein Liederabend gewidmet dem Volksllede in seiner Originalgestalt, in seinen Nachahmungen und in seinen Bearbeitungen Ten einführenden und esklärenden Vortrag hält lkhormeifter Edwin Janets chek.— Als Beispiele werden gesungen: 1. llhüre: von der Deutschen Boiksünggemcinde in- Prag; 2. Lieder: von Erwin Hofmann, Mitglied der BolkSstnggemelndr. Der Liederabend findet ins grossen Saale deS Deutschen Handwerbrrv«.'«incS, Prag II., Emeika Nr. 22, am Dienstag, den 11. N!ni 1037 um 8 Uhr abend» statt.—. Eintritt 3 Ki, Jugendliche 1 Ki-' BtldungSagSschust der BezjrkSorganisation Prag der DSAP Deutsche VolkSfinggemeinbe Prag und WUm Donnerstag„Der Eorregidor", Over' in vier Akten von Hugo Wolf(C 1). In neuer Ansitattung und Inszenierung I Besetzung: Hendcrs, Rahn, Stevens Wanka;- Andersen, Göllnitz, Gutmann, Hagen, Hast, Libal, Pawclctz,: Klinger.' Dirigent:. Schick, Regie: Blordo, Ansitattung: Schulte». Heute, 3 Uhr,„Der Freischütz" in Anwesen- heit de» Herrn Präsidenten der Republik: Vorstellung für tschechische Mittelschulen und freier Verkauf. Sptelpla» der Reuen Deutschen Theater». Mitt» gooch 8: Ter Freischütz, 8: Tas Paradies. B 2.— Donnerstag 2 li: Jean, Gastspiel Leopold Kramer. ;7L6: Der Eorregidor, 5 1.— Freitag 7^,: Das Testament der Tante Karol ine, D.— Samstag 7%: Auf der grünen Wiese, volkstümliche Vorstellung. Abonnement aufgehoben.— Sonntag 2%: Dar Paradies,.7%; Gesellschaftsspiel, A 2. Spielplan der Kleinen Bühne. Mittwoch 8: Der Nächste, bitte!, Bankbeamte II und freier Verkauf. .— Donnerstag 8: Alarm im Radio, 8: Der Nächste, 'bitte!— Freitag 8: Da» Paradies, Thcaiergemeind.c des Kültiirverbande» und freier Verkant.—■ Samstag 8: Jean, Gastspiel Leopold Kramer.— Sonntag 8: Arel an der Himntelstiir, 8: Warum lügst du, Cherie? Sport-8piet Xorperpslege WMWW^»MMWWWWWWWWWWWWWWWMWWWMWWM>M Vor dem Endkampf In Westböhmen Steigendes Zuschauerinteresse ' Die erste Klasse der Arbeiterfnstballer hat, zum Endspurt ailgesetzt. Ter Spitzen führet' Uni e r r e i ch e.n a u und der KrciSmeister Gras. I i tz haben sich merklich in'Vorteil gesetzt. Die Be- gegnung' Reichenau gegen. Falkenau' verlief in erfreulicher-Weise ruhig, weniger' erfreulich- Ware» dafür die Begebenheiten in Drahowitz. wo da» Publikum den Spielausgang entscheiden wollte..Immer mehr zieht.di« Mannschatt/des Atus Fischern die-Aufmerksamkeit auf sich; stach den beiden, hahen Tiegen über Chodau und Karlsbad reihte sse einen gleichen Erfolg.'über. A i ch an.'' Die' Stellung in deri.Spitzengrnppe wird nunmehr eine ändere, apch S ch n n k a u musste in Th o da u«Ine-knappe' Niederlage in. Kauf' nehmen. Eine Ueberraschung hat wigder-einmal M a i er Höf e n durch den Sieg über Neüdek geliefert. Ergebniffe der.stgttgefundenenSpiele:,„Atu» „ver Etrlch Streik und die Laad Im deutschen Sedier" ist das Thema eine» Bortrage», de« . Abg. Franz KrejCi heute, M i k k w o ch, den 5. Mai, abend» 8»hr, im kleinen Saal de» Handwerkerpereinei halten wird. Beranstaliende Gruppen: Jugend de» Allgemeinen Aiigestellten-Berbande» Sozialistische Jugend Unterreichenau gegen FFK Falkenau 3:0, Atu» Drahowitz gegen ASB GraSlitz 0:5, Rote Elf Chodau gegen ASB Schankau 2:1, LlSB.Maierhöfen gegen ASB Ncudek 8:2, Atu» Fischern gegen Atu» Aich 8:0, Untererichcnau II gegen Atu»Altsaltl8:2, Atus Weheditz gegen AtuS Todau 2:4, Sportbrüder Eiben- bcrg gegen ASV Taschwitz 18:0, ASV Fleisten gegen ASK Eger 7:8. Atu» Sodau gegen Atus Äeurohlau 8:0. GraSlitz II gegen ReichdnauII 7:1, ASB Flei- sten gegen Alu» Silbcrbach 4:0, Atu» Trinksaifen gegen Atus Wchcditz 8:1, ASB Altrohlau gegen SittmeSgrün 4:2, Maierhöfen II gegen CSK Lefsau 2:4. O|ympla»Ausschelduns Im. Geräte-Kunstturnen Im 6. Kreis Stand der T i b lle AtuS U.-Reichcnan. 17 10 8 4 28 47:20 ASB GraSlitz.. 16 o 4 8 22 68:20 FFK Falkeitau.. 17 10 0 7 20 65:87 ÄSV.Schankau.. 17 0 2 6 20 81:36 Rapid Karlsbad.. 16 7 5 4 10 88:82 Atu» Fischern.. 16 7 4 5 18 40.28 ASV Neudek.. 16 7 2 7 16 46:81 Rote Elf Ehodau. 16 7 1 8 15 28:85 ASB Maierhöfen. 17 7 0 10 14 25:80 Atus Drahowitz.. 17 6 1 10 18 83:42 Atu» ilich.... 16 8 4 0 10 25:40 Männer- und Frauen-Bezirksriege des 1. Bezirkes siegreich Am. Sonntag, den 2. Mai, fanden im Falkenauer Bergarbeiterheim vor ausgezeichnetem Besuch die Oltzmpia-Ausschcidungswettkämpfe im Geräte-Kunstturnen der Turner und Turnerinnen des 6. Kreises. statt. Nach Einmarsch der beieiligten BezirkSricgen begrüsttc Mykura im Namen der Kreisleitung alle Anwesenden. Die Vorführungen an den Geräten wurden mit grostem Interesse verfolgt und jede gute Leistung fand verdienten Beifall. Rach der ersten Runde der Gcriitewettkämpfe brachten Schülerinnen des AtuS Falkenau eine» flotien Tanz, welcher starken Beifall fand, während die dritte Runde durch,einen Klaviervortrag Iltis'(Falkenau) eingeleitet wurde. Die beste Reckleistung vollbrachte bei den Tu r- nerinnen Jastntz(Maierhöfen) mit 88 Punkten, am Barren' und Pferd' Richter(Altrohlan) mit je 88' Punkten. Die beste Leistung am Barren beiden Turnern bot Wagner(Altrohlau) mit 86 Punkten, am Reck Klügl(Altrohlan) mit 85.Punkten'und am Pferd Häuser(Bärringen) mit'85 Punkten. Ten GeräteWettkampf der Turner gewann die Mannschaft der 1. Bezirke», mit,405 Punkten vor 2. Bezirk mit 887, 8. Bezirk mit 820!5 und 5. Bezirk mit 268.5 Punkten.— Bel den Tur- nerinnen blieb der 1. Bezirk mit 428 vor 2. Be-. zick mit 855 Punkten erfolgreich. Der K r ei Sme i st er»Ti t el fiel bei den Turnern.an Johann Klügl(Altrohlau) und.bei den Turnerinnen an Marie Richter(Altrohlaü). Für die. beiden K r c i S r i e g e n wurden dann noch die sechs besten Turner und Turnerinnen aus- n'elvählt,. und zwar bei den-Turnern: Klügl (Altrohlaü), Häuser(Bärringen),.Wagner-(Altrohlan), Karl Pfob(Bärringen), Rinkes(Falkenau)/Kcilwcrth(Eibenberg) und bei den Turnerinnen: Richter(Altrohlaü),.Jastntz(Maier-, Höfen, Pöstnickcr(Altrohlan), Wanek(Altrohlaü),, 'Dürbeck(Eger) und Papsch(Maierhöfen).'Diese i KreiSriegcn werden am 4. Juli bei der B e r-' b a n d S- O l tz m p i. ä- A u S s ch e i du n g kn Aussig', welche im Rahmen de» Reichstreffen» der 'Republikanischen Wehr stättfindet, den 6. Kreis vertreten.' Mitteilungen au» dem Publikum. Wa» schenken wir der Mutter zum Muttertag?, Einen herzlichen, Kust Md, dazu ein kleine»,' aber praktische» Geschenk: ein'Paket von Baka mit neuen' Schuhen, damit ste steht, dah wir. an ihre unermüdlichen-Füste gedacht haben,-die von früh bis spät nicht' stillesteheip- Wir werden bei Baka die schönsten- Schuhe aussuchen, und brauchen.'nicht zü befürchten, das; sie'.nicht gefalle» oder nicht die Richtigen sein werden.. Die Mutter kann-sie doch umtauschen. Ba. Der schönste Festtag aller Menschen— im schönsten Monate der Jahres: der. Mutterrag. So wie die.Mutter- seit'- unserer Gebürt Stunde.für. Stunde und Tag für Tag ihre liebenden Augeis von uns nicht lästt und stets nur an unser Glück und an- unsere Zukunft denkt— so wollen wir wenigstens an einem der. 865. Tage im Jahre alle anderen Ge« danken und^selbst süchtige Interessen uns au» dein Kopf schlüge»» und nur ast da» Mütterchen denken,' womit-tpir ihr unsere Dankbarkeit beweisen könnten.. So ein.Paket von Baka mit hübschen neiien Schuhen und vielleicht stoch Hausschuhe'dazu, wird ihr' sicher Freude bereiten.‘''' Ba. .- Alle Metischenherzeu. schlagen schneller'— der-' Muttertag ist vor'der Tür. Wie kann man der güfen Mutter.'ein« Fpcude bereiten und seine Dankbarkeit beweisen? Ani besten, westi»' Sie ihr zütn"Festtage ein,.Paar.hübsche' FeiertggSschühe' oder-'neue Hgus-- schph« kgüf^ns dämst sie sich ordentlich'«usrsthen kann. Und bekgesten Sii iiichst auch zwei'oded drei Paap neue St'rüiNpfe beizstfügen. Bei Bakg behommt !mall.pll-dles. gut'nich Ä''.• Ba. B e z i» g» b e d« n g u n g'c-n: Bei tiultellung ins Haus, oder bet Bezug durch die Post nwnatlich Xö 16.—. vierteljährlich Ki 48.—, Hälb sthrig Ai OT.- gänziShrjg Ai 102— Jüserätenwerden iMti Tarif billigst berechnet. Be! öfteren Einschaltungen PreiSnachlast.— Rückstellung.von Manuskripten erfolgt stur bei Einsendung, der Retourmärken'— Die ZeitnngSfrankainr nmrde vön der Post- und Tele< graphendirektkon mit'Erlast Nr. 1S.80Ü/VII/1030 bewilligt.—. Druckerei: r,tvrbis". Druck«,'Verlag»- und Leitung».A.-G. Prag»..