Sozialdemokrat gentralorgan der Deutschen sozialdemokratiscke« Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Ausnahme de» Montag täglich früh/«ingelprei» 70-eller Redaktion lmd Verwaltung: PragXll., Fochova 82-'Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- VerantworUicherRedalteur: Karl Kern,Prag Aus dem Inhalt: Präsident Bene§ über die Sozialpolitik SdP-Versammlungs-T error auf Befehl Franco-Emigranten Eine Hinrichtung in Brünn 17. Jahrgang Donnerstag, 6. Mai 1S37 Nr. 106 Um 125.000 Arbeitslose weniger Die Arbeitslosenzahl Im April um ein Fünftel, seit dem Vorjahr um 30 Prozent gesunken Die Zahl der nicht untergebrachten Arbeitsuchenden betrng am 30. April 1037 nach den Meldungen der ArbeftSvermittlnngSanstalte» 502.800, an, 31. März 827.258, ist also im Lause deS vergangenen Monats nm 124.440»der 10.8% gesunken. Der Rückgang betrügt in B S h m e n 50.080 oder 17.2%, in Mähren. Schlesien 42.500 »der 23.0%, in der Slowakei 30.273 oder 21.8% in» a r p ä t h o r« ß l a n d 687 oder 11.0% Damit ist die Arbeitslosenzahl tief unter die der Jahre seit 1032 gesunken und ist gegenüber 1038 um 216.357 gegenüber 1035 nm 231.741 gegenüber 1034 nm 201.520 gegenüber 1033 nm 203.110 gegenüber 1032 nm 53.023 Paris. Die letzten Nachrichten, dir am späten Nachmittag von der französisch-spanische» Grenze cinliefen, besagen, datz die katalanische Regierung wiederum Herrin der Lag« ist und daß zwischen ihr und den Führern der Anarchisten eine vermittelnde Läsung gefunden wurde, woraufhin die Feindseligkeiten eingestellt wurden. Einzelheiten über die Verhandlungen sind noch nicht bekannt. In Barcelona soll während deS Angriffes am Mittwoch verhältnismäßig Ruhe geherrscht haben. Die Regierung erwartet für Abend die Ankunft einiger tausend sozialistisch gesinnter Soldaten, welche die Ordnung aufrechterhalten und allfällige neue" Unruhen der Anarchisten unterdrücken sollen. Die Anarchisten haben bis zum Ablaus deS Nachmittags die Waffen nicht abgelirfrrt. Sie beherrschen weiterhin einige Bororte von Barcelona, insbesondere Hospitalet,. daS an die 40.000 Einwohner zählt.-Man glaubt jedoch, daß eine weitere Ber- schärfung und Ausbreitung deS Konfliktes verhütet werden wird. Rach verschiedenen gleichlautende» Nachrichten scheint«S sicher, daß di« blutigen Ereignisse vom radikalen Flügel der Anarchisten hervorD«- rufen wurden. Die Anarchisten in Katalonien haben eS abgelehnt, der Aufforderung der katalanischen Regierung zu gehorchen, ihre Grenzwache durch reguläres republikanislße Garde zu ersetzest und sich eine«»'einheitlichen, militärischen Kommando zu unterstellen, ivaS sowohl die. Regierung von Barcelona wie von,Katalonien vorgeschlageii hätte. Dieser Flügel wollte sich im Gegenteil der Regierung mit Gewalt bemächtigen. Die. latäla» nische Regierung hat jedoch. Truppe» von der Aragonsront berufen, die rechtzeitig.' eintrafen. Di« blutigsten Kämpfe wurden in der Umgebung der. Telephonzentrale und beim Palast der katalanischen Regierung ausgefochten.‘ Wie aus der nachfolgenden Uebersicht hervorgeht, ist der Unterschied zwischen dem Ende des dritten und deS vierten MonatS im Jahre Heuer weitaus der grüßte, denn die Senkung betrug im Jahre 1037... 124.440 oder 10.8% 1036... 78.604»der 0.0%. 1035... 70.244 oder 8.7% 1034... 85.451»der 10.8% 1033... 82.036 oder 0.3% 1032... 78.075 oder 12.3% Wie wesentlich anders jetzt die Bewegung auf dem Arbeitsmarkt verläuft, ist besonders deutlich auch daraus zu ersehen, daß noch im Borjahre, also in der Zeit schon unverkennbar beginnender Besserung der Berhältnisie» dir Arbeitslosenzahl erst im Juli auf. eine halbe Million(588.000) herunterging,. während in den Jahre» 1033 biS 1035 der Stand auch im günstigste» Monat nicht kleiner war alS 560.000. Die französisch-katalanische Grenz« ist vollständig gesperrt. Der französische Konsul in Barcelona ersuchte, nach Barcelona bewaffnete französische Marinesoldaten zum Schutz des französische» Konsulates und der französischen Staatsangehörigen zu entsenden. Ccrbcre.(Havas.) Dienstag nm 1 Uhr früh teilte die Rundfnnkstation von Barcelona mit, das; in den, ernsten. Konflikt zwischen der katala« Nischen Kreisregierung(Generalidad) und den Paris..(Havas). Mittwoch sind in Paris Einzelheiten über die Vorschläge Deutschlands an di« baSkische Regierung an die Oeffrntlichkeit gedrungen. Diesen Vorschlägen zufolge sollte die Stadt Bilbao k a m p f l o s ii b e r g r- ben werden. Diese Einzelheiten stammen von Francisko Basterrechea, einer Persönlichkeit aus dem baSkische». nationale» Lager, Mitglied der Delegation der baSkische» Regierung in PariS, der vor dem Milttäraufstand dem Gericht siir Berfaffungsgarantien augehörte und der mit dein deutschen Botschafter in Paris Grafen W el- ezer' freundschaftliche Beziehungen unterhielt. Basterrechea erklärte; Persönlichkeiten der earli- stischcn Bewegung in GuipUzcsa und in Ravara sondierten unter Hinweis auf Ihren Katholizismus, den Katholizismus der ganzen Bewegung und di« Liebe hur Traditio» einigemal« den Boden. Später träten Emisiär« deS^ Hauptquartier- In Salamanca Und sodann deutsch« Delegiert« auf, welche mit freundlichem Gesicht sehr vorsichtig vorgingen, wobei sie an die besonderen Sum- pathien Deutschlands für dnS.„reintnsiige" Land Euzkadi erinnerten. AlS dir Basken eS ablehnten, Anarchisten eine Läsung gefunden wurde. Sodann sprachen die Verireier aller antifaschistischen Gruppen im Rundfunk, auch Garcia Oliver, der Minister für Justizwescn in Bertretung der ENT und der Präsident KatalanienS Companys. Barcelona.(HavaS.) Am Nachmittag wurde die provisorische Negierung Kataloniens gebildet. Ihre Mitglieder sind: Carlos Marti Faced (katalanische Linke), Antonio Sese(Sekretär des Allgeworlschoftlichcn Arbeitsverbandes), Valerio MaS(Sekretär der.KrciSorganisation des Nationalen ArbeitsverbandcS), Joachim P o u (Vertreter der Kleinlandwirte). Die Verteilung der einzelne» Ressorts Ist»och nicht bekannt, doch scheint cs, daß Faced mit der Sicherung der öffentlichen Ordnung betraut wurde. Valencia.(HabaS.) Ein Komniuniguee des Ministerratcs meldet: Die Regierung prüfte den ganzen Tag die abnormale Lage in Barcelona. Nach einem Abkonimen zwischen den Verbänden der politischen Parteien wurde Mittwoch die Arbeit ausgenommen. Aus Barcelona wird eine Gruppe katalanischer Vertreter in Valencia eintreffen, die der Regierung Bericht über die jüngsten Ereignisse erstatten werden. Die Regierung hat alle Massnahmen getroffen, um rasch die Situation in Katalonien zu entwirren, obwohl sie hofft, dass Donnerstag die Ruhe in Barcelona hergestellt sein wird. Ribbentrop fUr Bombardierung .offener Städte! L s»do». Die obposttivnekle Rede Ribbentrops in der Dienstag-Sitzung des Richtinterven- tionS-SubkomiteeS, in der er namens Deutschlands den Antrag deS englischen Vorsitzenden, an dir spanischen Kriegführenden einen Appell zu richten, die Bombardierung»sfener Städte zu unterlassen, ablehnte, hat in London Ans» sehen erregt. Der deutsche Botschafter«rllärte den Antrag als eine Form von Intervention und begründet« seine Auffassung mit seinen eigenen Kriegserfahrungen, denen zufolge aus taktischen Gründen solche bedauerlichen Bombardierungen offener Städte manchmal notwendig wären. Der russische Botschafter Maiskij, der nach Ribbentrop das Wort ergriff, wies den Widerspruch zwischen dieser Auffassung und dem Wortlaut des deutschen FrirdenSPlaneS vom 31. März 1038 nach, in welchem Hitler ausdrücklich Maßnahmen vorschlug, um die Fliegerwnffe zu humanisieren. DaS Verbot der Bombardierung von offenen Städten ist hier ausdrücklich aufgezählt. Unter den Staaten, die den Antrag Lord Pluniouths unterstützten, befand sich auch die Tschechoslowakei. Das Nichtinterventionökomiiee wird in einer Vollsitzung über den skandinavischen Antrag beraten, daß etwas unternommen werden müßte, um General Franco von der Anhaltung und Besitzergreifung neutraler Schiffe abzuhalten. in Verhandlungen einzutreten, begänne» dir Deutschen mit den» Hinweis daraus zu drohen, daß Deutschland entschlossen sei, Franc» mit allen Mitteln den Sie» zu sichern, wobei es auch di« Möglichkeit nicht aüSschlietze, Bilbao und die ganze.Provinz BiScaja dem Erdboden gleich z u NI a ch e n. Sie machten darauf aufmerksam, daß eine so heftige Offensive unternommen werden könne, daß jedweder Widerstand vergeblich wäre. Basterrechea fügte hinzu, datz diese Begegnungen in Paris mit der Delegation der baSkische» Regierung stattfanden. Er bestätigte, daß diese Sondierungen nicht aufgehört habe». »Fast täglich"', sagte er,„wurde ich zum Telephon gerufen. ES handelt sichi um Personen, welche sich auf meiste, alten Freunde berufen und welche wünschen; daß die Sache völlig geheim bleite." Auf die Frage, ab er über andere Angaben und. ändere Beweise deS. deutschen Eingreifens in da» Schicksal EUzkädi» verfüge, sagte Bäftrrre- cheä: ,,Wir bekommen massenhaft Angebote sogenannter Rüstungsägenten. Diese Leute unterscheiden sich nicht viel von den Agenten der Gestapo und«ollen unS. hereinlegen." Deutscher Tiimverkaiid als Deutsche Arbeitsfront Vor kurzem meldeten wir, dass der Deutsche Turnvcrband eine Rassen ko n trolle über die Bevölkerung durch die Bestcilung von Gau-Erbärzten teils eingerichtet, teils vorbereitet hat. Wirft schon diese Tätigkeit die Frage aus, ob sich die st a t u t e n g e m ä ss e n Aufgaben des Deutschen TurnverbandeS auch auf die Rasse- Arbeit erstrecken, so muß man nach dem Ergebnis der„Sozialen A u s b a u w o ch e" des Deutschen TurnverbandeS erst recht fragen, ob der Deutsche Turnverband ausschließlich dazu hier ist, die Arbeitsgebiete und Arbeitsmethoden der nationalsozialistischenBe- w e g u n g zu betreuen. Im Rahmen dieser„Sozialen Ausbautvoche" deS Deutschen TurnverbandeS sprach lein geringerer als der VerbandSdietwart Kittel, der u. a. die s o z i a l e n R i ch t l i n i e n für die Turner bekanntgab. In diesen Richtlinien heißt eS u. a.: „Der Turner tritt, über a l l s ä l l i g e g c s e tz l i ch e B o r s ch r i s t e n h i n a u s. für die Gründung von Ausschüssen in den Betrieben und Firmen ein: diese Ausschüsse werden vom Vertrauen der Betriebsangehörigen geiragen: sie haben die Zusammenarbeit zwischen Führern und Geführten im Arbeitsvorgang(Unternehmern, Angestellten und Arbeitern) in allen Angelegenheiten der Verbesserung der sozialen Lage der Betriebsangehörigen und der wirtschaftlichen und technischen Lage des Betriebes, anzuregen und durchzuftihren." Der Inhalt dieser beiden Punkte wird erst verständlich, wenn man den von der„Zeit" wie- drrgegebcncn Motivenbcricht liest: „Durch diese Richtlinien will der DTV folgende- erzielen: 1. Sie sollen anfklären und damit den richtigen Weg sozialer Nenordnung weisen. 2. Sie begründen die richterliche Funktion deS Verbandes in sozialen Zwischenfällen. Bewußt« Verletzung der Richtlinien durch kapitalistisch denkende Unternehmer oder klasfenkämpferisch verbohrt« Arbeiter werden angepran- gert werden." Der'Deutsche Turnvcrband will also die Funktionen der von Ley geführten Deutschen Arbeitsfront ausüben, indem er die„Betriebsgemeinschaft" errichtet. Und er tvill sich darüber hinaus sogar richterliche Funktionen anmaßcnl Ein„klaffenkämpferisch verbohrter Arbeiter", das ist ein solcher, der sich gewerkschaftlich organisiert und durch seine gcwerlschast- liche Organisation für bessere Lebens- bedingungen kämpft, wird cS künftighin mit dem Deutschen Tnrnverband zu tun bekommen. Sein Streben läuft darauf hinnpS, die Tätigkeit der Gewerkschaften lahmzulegen, indem er ihr« Mitglieder diffamiert. Die Herr«» Vorturner sollen von nun an darüber entscheide», waS die Arbeiter in den Betrieben und Gewerkschaften zu tun und zu lassen haben!. ES ist hoch an der Zeit, den Deutschen Tnrnverband zur Ordnung zu rufen I Er betätigt.sich als Staat im Staate, übt P o l i z e i f u n k< t i o n über freie Bürger aus und tvill nimmehr auch das K o a l i t i o n S r e ch t der Arbeiter in Frage stellen. Was geschähe wohl, Ivcnn sich Arbeiterorganisationen solche Rechte anmaßten? Nicht genug damit! Der Deutsche Tnrnverband hat verlangt, daß die sudetcndentsche Jugenderziehung einzig und allein ihm überlassen werde und führt einen wüsten Kampf gegen jene Organisationen und Jugendbiinde, die sich diesen: Totalitätsanspruch widersehen. Er versucht alle zu diffamieren, die nicht willenlos seine«»„Gr:« ziehungs"-Kommando gehorchen.oder seine Ec- ziehungSgrundsähe annehmen. In tviderspenstige Organisationen schickt er seine Emissäre. So hat er den Bund der deutschen Landjugend Henlein dienstbar gemacht. ES ist nicht unsere Sache, für die Jugend-ErzlehungSorganisationen zu kämpfen, die gegen diese faschistischen Methoden nicht genug Widerstandskraft aufbringen. Aber man muh doch fragen, in welcher Richtung sich die Erziehungsarbeit' deS Deutschen TurnverbandeS im allgemeinen bewegt. Die Deutsche Turnzettung könnte ebenso in/Berl!n alS das Organ der SA erschei« nen und den Titel„Schwarzes Korps" führen: man würde nicht merken, daß sie ein sude« tendeutsches Blatt ist, das in einer demo- Wahnsinn und Verbrechen Der Anarchistenputsch von Barcelona z Ole Regierung Herrin der Lage• Gefährlicher Dolchstoß gegen die kämpfende Front Obzwar es nach den im Laufe des Mittwoch, ciugelangten. Nachrichten den Anschein hat, daß d«r anarchistische Putsch in Barcelona liquidiert ist, darf die Ungchcure Gefahr, nicht ver- kannt tvMtn, in die SpckNitst Mist utrit gestürzt ward« undbie noch keineswegs vorüber ist..•• Sie Gcncrnlibad von Katalamien, die autonome Regierung also, in welcher die Anarchisten selbst vertreten waren, hatte die Auflösung der bewaffneten Partei-Armeen' und die Schaffung e in e S e i n h e i t l i ch e n militärischen K.o.m mgndoS a n geordnet. Diese längst fällige Maßnahme war dringend nötig, wenn die bisher fast ungenützte militärische Kraft KatalanienS endlich für die Niederwerfung der Oiebellion eingesetzt werden sollte. Bekanntlich konzentrieren die Italiener auf den Balearen ein Landungokorps, mit dem ste gegen Barcelona vorstotzen wollen. Zur Abwehr dieser Gefahr ist eine Ordnung der militärischen Ber- hältn'ffe KatalanjenS unerläßlich. Gegen die Maßnahmen der Regierung setzte» sich die Anarchisten sofort mit Waffengewalt zur Wehr. Sie besetzte» die Telephonzentrale und wichtige Punkte Barcelonas sowie der Provinz. ES kam z» Kämpfen, die nngewöhnlich blutig gewesen sei» sollen. Der Putsch ist in« allgemeinen wohl liquidiert, aber di« Anarchisten halten noch immer einzelne. Punkte der Stadt besetzt. Die gefährlichste Folge deS wahnwitzigen Verbrechens ist ja die m» ra li f ch e S ch ä di- g u n g deS VollSknmpfes durch dir disziplinlosen Elemente. Denn nunmehr wird Franco alles tun, sich als daS einzige OrdnungSelement Spaniens hiuzustellcn. Auf gewisse Kreise, dir bereits begonnen hatten, den spanischen Freiheitskampf gerechter zu beurteilen wird das natürlich seine Wirkung nicht verfehlen. Deutschland will das Baskenland um jeden Preis haben! Seit« 2 Donnerstag, 6. Mai 1937 ,LA.*. J.J- -Rr. 10S. Noch ein Hungerstreik 'Der,Sozialist Kranz, der"seit’-fünfzehn Monaten in Haft ist und dessen Polizetsträfe dieser Tone zu Ende ging, ist nicht freigelassen, sondern von der Strafabteilung ans die Anhatte- abteilnng in Wölkersdorf gebracht worden.- Zum Protest trat Franz.in den Hungerstreik. Das Lagerkommando wollte ihn im Laaer lassen, ob- tvohl er infolge des Hungerstreiks erkrankte: Erst als sich sein Zustand sehr verschlechterte, lvntde er in das Rainerspitql gebracht. DNS und Agenzla Stefanl Rom. Mussolini embsina gestern de» Präsidenten der Ä'n etiz iaüs't csä ni, Maiilio Mbtgckti.'zür MtWÄPcktiikng''Mtle Uke in der letzten Woche in Berlin zwischen der AgeNzia^Stefan! und dem Deutschen Nachrich ten- Büro unterzeichneten Vereinbarungen, die eine direktere und wirksamere Zusaiiunenarbeit,zwischen den beiden Nachrichtenbüros sicherjielleu. Dm»neue Locarno« t.. . Paris. Der französische Botschafter'in^Berlin Francois Poncet ist in Paris eingetrosseti, um der Regierung über die Lage in Deutschland und über die Dispositionen der deutschen Regierung für die geplanten Verhandlungen über ein neues westeuropäisches Locarno Bericht zu erstatten.;|. kratischen Republik erscheint. Die Erziehungsarbeit des Deutschen TurnverbandeS trägt jil auch sichtbare Früchte: der Neberfall auf die Karlsbader„Graphia" ist'auf ihr Konto zu setzen, die Heldentaten der Henlein-„Ordner" in verschiedenen gegnerischen Versammlüngen ebenfalls. Es ist sehr zu begrüßen, daß der Deutsche Tnrnvcrband nun auch seine„sozialen" Grundsätze und Ziele ,enthüllt hat. Franco-Emigranten Bor einigen Monaten, als es schien, daß Madrid fallen, uizd die spanische Regierung im Bürgerkrieg unterliege» werde, jammerten einige bürgerliche Blätter schon im voraus über die zu erwartenden spanischen Emigranten. Wir schriebe» damals, es sei noch nicht sicher, ob es sich bei'den Emigranten aus Spanien nm Caballero- Leute handeln werde und fragte», was jene bür-, gerlichen Blätter, die gegen die Emigrauicu »uunterbroche» hetzen, Ivohl sagen würden, wenn spanische Spechts-Emigranten ins Land kämen! lind nun kommen tatsächlich Franco-Emigranten zu. u»S. Vierzig an der Zahl, die durch das Eingreifen'unserer Madridei: Auslandsbehörde gereitet und vom Tschechoslowakischen Roten Kreuz vesiirsorgt werden. Die bürgerlichen Emigranten- Hetzcr aber s ch w e i g e u. Flüchtige Faschisten— ja, die müssen selbstverständlich behütet und versorgt werden! lind man findet eS auch in Ord- nuug, das; sich das Tschechoslowakische Rote Kreuz nm sie kümmert, das unseres Wissens für die Linls-Emigrantcn noch nicht viel getan hat. Wir haben gar keine Ursache, unsere grundsätzliche Aufsassung über die Ashlgeivährung an politische Flüchtlinge zu ändern, trenn das Asyl Emigranten aus dem Lager der Rechte n gewährt werden soll. Wir sind eben keine Gelcgen- hcitsdemokraten. Aber in ü g e n nun endlich auch je n eB l ä t t er schweigen, d i e z um guten T e il von der Hetze gegen di e Emigranten gelebt haben!.Eie, die die Rechts-Emigration billigen,, haben keine Ursache und kein Recht mehr, gegen die Link s-Enligration zu wettern! A-s y I r e ch t b I c i b t A s y l r e ch t. ES gehört zu den selbstverständlichen Grundsätzeil einer Demokratie, die die Humanität nicht liur als Aushängeschild führen, sondern ihr wirklich dienen will. ES bleibt allerdings die Frage, ob die Franc o-Eniigranten durch gewisse unserer Behörden eine ebensolche Behandlung erfahrest werden, wie sie in den letzten Tagen vielen reichs- deutschen Emigranten zuteil wurde. Man hat sie— ganz offensichtlich auf Grund einer Denunziation ohne..Angabe,, von,.Gründen gefangengesetzt oder,.sie'unter Polizeiaufsicht gestellt lind einige, untergeordnete Polizeiorgane habe» hie Verhafteten behandelt wie gemeine Missetäter. An keinem'einzigen Falle konnte den.betreffenden Emigranten ein wie immer geartetes Delikt oder die' Absicht eines solchen nachgewiesen werden. Ein in Prag wyhnender Emigrant, der nach Rei- chenberg fuhr, um dort nach Zähren der Trennung seine Angehörigen zum ersten Male wiederzusehen, wurde in Rcichcuberg verhastct und im Gefängnis behalte», bis seine Angehörigen wieder.abgereist Ware». Wir mülle» die Emigranten anständig behandeln! Dies sollte ebenso selbstverständlich sein wie der Anspruch aus dab Asylrccht selbstverständlich ist,.> ,.,. Die Prager Krönungsdelegatlon in London eingetroffen,, Die-kschechoflowakische'Deisegatsön für die Londoner Krönungsscierlichkeiten ist Mitt- lvoch nachmittags in Bictoriä-Bahnhöf eingc- trosfen. Sie wurden in Dover vom Gesandten Ja» Masaryk und den beiden der Delegation während ihres englischen Aufenthaltes zugeteilten Herren, Mrs. B r a m w e l l vom Foreign Office uird Oberst Arnold, vom KricgSmini- sterinm begrüßt. In London hatten, sich auf dem Bahnhof daS Personal der tschechoslowakischen Gesandtschasst und des Konsulates, Vertreter der tschechoslowakischen Kolonie und der Londonei: Korrespondenten der tschechoslowakischen. Presse «Ingcsunden. Nachdem die Delegation dem An- .sturm her Photographen standgehalten hatte, verliess sie durch den mit roten Teppichen belegten Wartcsaal den Bahnhof und begab sich auf di« tschechoslowakische Gesandtschaft.. Die Landesvertretung Böhmen-, tritt Montag, den 81. Mai zu ihrer Sitzung zusammen. Tschechoslowakische Parlamentsdelegation nach Belgrad unterwe-S. Vom Masarykbahnhof in Prag ist Mittwoch nachmittags mit dem Balkanschnellzug ein Teil der tschechoslowakischen Delegation der Nationalversammlung abgercist, welche sich in Belgrad an der Tagung der Parlamentarier der Kleinen Entente beteiligen wird. Die Delegation wird vom Vorsitzenden des Abgeordnetenhauses Malypetr und dem Vorsitzenden der Senates Dr. Soukup geführt. Auf den: Bahnhof hatten sich zur Verabschiedung in Vertretung des Aussenministeriums Gesandter Dr. Wellner und der Präsident der Staatsbahnen In Prag Dr. Jarocki eingefunden. Äusser den beiden Vorsitzenden gehör«» der Delegation 19 Abgeordnete und neun Senatoren an. Die deutschen Parteien sind durch die Abgeordneten Zierhut und Schlusche sowie den Senator Genossen Reyzl vertreten. Tschechisches BegriisiungStelcgramm an Franco. In Prag fand ein Kongress„für eine neue Tschechoslowakei" statt, bei der u. a. auch der Grossgrundbesitzer Karl Schlvarzonberg sprach. Es handelt sich um eine rechtsgerichtete Organisation, die eine Zeitschrift„V l a j I a" herauSgibt. Eine Resolution, spricht sich gegen daS' Parteienparlament und für eine diszipsinierte und straff organisierte Gemeinschaft aus. Der Kongress sandte Be< grühungstelcgramm« an Prof. Mares, den früheren Abgeordnetem Dr. Perg ter, sowie an !den Vertreter-der Franco-Rebellen in Prag, Don Gaspar Sanz y Tovar, in dem dieser ersucht wird, h.seiner Exzsllenz Generalissimus Franco" und der ganzen spanischen Nation,(die allerdings bei Francö-nicht zu finden ist)'dl« herzlichsten Sympathien und Siegeswünsche zu verdolmetschen. Schluß mit deM Seelrnfang! In dein. unter diesem Titel gestern veröffentlichten Aufsatz hat sich ein sinnstörender Druckfehler, und zwar gleich am Anfang des Artikels, eingeschlichen. Es soll dort heissen, dass cs der Wunsch des. Präsidenten Masaryk war, di« nationalen K o n f I i'k t e (nicht Kräfte) zu-überwinden. Präsident Benes besucht Abg. Beran. Präsident Dr. Benes begibt sich Donnerstag auf feinen ange- kllndigten Besuch in Südböhmen.. Dem„Beier" zufolge wird Dr. Benei auch in der Heimatsgemeind« des Vorsitzenden der tschechischen Agrarpartei, des Abg. Beran, nämlich in Pracejevo, Aufenthalt nehmen und bas Elternhaus Beran« aufsuchen.(DRD.)| Das Ergebnis des Neurath-Besuches Ausbau der„ Achse“ Rom.(Stefan!) lieber bi« Besprechung«, welch« brr deutsche Reichsaußenminister»an Neurath„mit dem Ministerpräsidenten Mussolini-und dem italienischen Außenminister Ciano hatte, wurde folgende- amtliche Kommunique auSgegebrn: •■. ReichSaußenminifter von Neuraih chatte während seine» Besuch«» in Rom eine Reihe herzliche« Beratungen mit Mussolini und Man». ES wurden dio,wichtigst« politisch«„Du bist so still heut abends", meinte Bannholzer dann auf dem Nachhauseweg und betrachtete, prüfend, seine Frau. .--„Still?" „Sie hat wohl wieder mal zuviel geschtväht, die-Alte? Sie soll sich unterstehen- -„Sie hat ja kaum etwas gesagt. Ich bin nur Müde, Arnolde" „Worüber hat sie denn geredet, Veronika?" «Ach Gott, über Rosa, wie. immer übrigens." .„lind über Wester nichts?" Bannholzer war 'stehengeblieben, da» Gesicht zusammengezogen, Verdacht in den Augen, hervotstossend aus einem Abgrund- menschlicher Verzweiflung: «U»d über weiier nichts?" „Nein, mein Lieber,- über weiter-nichts!" sagte Veronika und hängte sich- sehr leise- sehr leicht und beruhigend inseinenAcm. ''*. Die Jahreszeiten wanderten über die Erde, und das Kind wuchs Hera». Es sollte ein wnnder- barer Sommer werden, ähr erster, schöner Sommer in Ruhe und Glück. Frühling lvar es, Heller Frühling, es atmete das Land, dehnte sich in Feuchtigkeit und Wärme, es lachte und jauchzte das Kind. „Ja, du bist ein herzig's Büble, ja du bist ein tapfcr'S Kerle!" unterhielt sich Mutter FülN- merle.mit diesem Kind, daS Baimholzers eigenartig geschnittene Augen hatte und Veronikas blanke, göttliche Lust am Dasein.in allen Glje- der«. Die blanke, göttliche Lust der Veronika von einst, die sich mit dem Geliebten abends heimlich traf,— heimlich, jung, berauschend, in' einem Leben vor diesem Wohl Wan» war.-eS doch...?. Bannholzer saß in seinem. Sprechzimmer, blätterte in einem Aerztekatalog. Nur kein« rückwärtigen Gedanken! Ein wunderbarer Sommer sollte es tverden! Hatten sie denn irgendwelche Sorgen? DaS Kind war gesund- Veronika lyar Uber das schlimmste hinweg und wieder- aufgeblüht nach einem langen Krankenlager. Bcnid stand nicht zwischen ihnen. Nein,- Bernd, nichts.. lind Truckenbrott? Bon Truckenbrott wusste,.sie nichts.' Truckenbrott schwieg. So hatten sie be» Winter hinter sich, gebracht, so hatten sie die erste» blauen Wolke» begrüßt, die das einige Gxau des'Vorfrühlings durchsegelten, so gingen sie dem Blühen nach, das mit den Krokusblumen draussen begann,, ustd trugen so die ganze Hofsnung' ihrer Herzen in den Sommer, der noch einmal komme» würde. .'Noch einmal, hatte er eben gedacht,- der Mann» der- ohne Patienten in seinem Sprechzimmer saß. Noch einmal... „Ja,wu hist ein herzig's Büble", drangie» wieder quS der Tür der angrenzenden Wohnstube, -und Bannholzer erhob sich rasch, führ sich-inktsdcr Hand glättend über die. Stirn, haste',mit'.eMm Mal« eine- unbändige Sehnsucht nachdem'Hyit- schernden kleinen Wesen, stw-dessen heiterer Ün» bckümmertheit schon sobiel von Veronika-steckte^— — Don der früheren Veronika..- ,und bljeb betroffen.stehen.---(Fortsetzung folgst)',' '«r. 108 Donnerstag, 8. Mai 1037 Die„Splitterpartei** In Mähren-Schlesien Die Maifeier der Sozialdemokraten in Mährisch-Schönberg „Jede gegnerische Versammlung SdP-Anweisung zum Versammlungs-Terror umstoßen! Die„Rote Fahne" veröffentlicht in ihrer Mittwoch-Nummer folgenden Befehl der Haupt stelle derSdP Eger: Streng vertrau lichk Weisung Nr. 17/37 ergeht analleBezirks-und O r t s l c i t e r. ■• Werte Kameraden! B e r s a i»>» lange n. ES. Mcht sich in der letzten Zeit bemerkbar, dasjeS gegnerischen Parteien gelang, größer« Bersamm- lungen in Ortschaften durchzuführen, wo un- rifere Bewegung stark vertreten ist. Ich ordne .daher dringend an, unbedingt stärkere Tätig- . kett der Lrdnerschaft und Organisierung der 'Mitglieder, was in kleineren Gemeinden durch Hinzuziehung mehrerer Ortsgruppen zu be- - sorgen ist. ES mutz getrachtet werden,"jede gegnerische Veranstaltung um» z u ft o ß e n und für unS zu gewinnen. O r d n« r g r u p p e: Laut Weisung - der Hauptstell« bereits darauf hingewiesen, daß jede Ortsgruppe bis zu 100 Mitgliedern mindestens eine ständige BereitschastS- O r k n e t truppe von 25 Mann bis zu .,500-100 Mann, biS zn 1000 200 Mann zu. stellen hat und«suche di« Gliederung der noch fehlenden Ortsgruppen bis spätestens 1b. Mai laufende» wahres nachzuholen. Die bereits mitgeteilte Altersgrenze von 18 bis 35 Jahren ist dabei genauest zu beachten. Gezeichnet ist dieser Befehl— laut„Rote Fahne"— von einem Herrn Dietl für die SdP- Hauptleitung. Datum ist in dem Zitat durch das kommunistische Blatt keines angegeben, aber auS dem Inhalt geht deutlich hervor, daß cs sich um einen llkaS aus allcrjüngster Zeit handeln JpiUbc, vermutlich etwa um eine Weisung, die schon in N i e d e r g r u» d ihre Früchte trug. Jedenfalls erhärtet dieser vertrauliche Befehl die llobcrzcu- gung, daß die SdP planmäßig die Störung vor allem der sozialdemokratischen Versammlungen im Auge hat und zu betreiben gedenkt. Unsere Organisationen wiffen, auch ohne Kenntnis dieses Befehles, was sie zu tun haben und tvcrden der SA, die sich da im sudetendeutschen Gebiet organisiert, nach wie vor entsprechend zu begegnen Wiste». Von anderer Stelle aber wäre sehr rigoros zu prüfen, wie weit solche Planungen und Kvmmaiidierüngeu, die de» Terror streng vertraulich predigen,»»> ihn unverschämt öffentlich auszuüben, dem Gesetz und Geist der tschechoslowakischen Demokratie.Hohnsprechen. Und dann wäre danach zu handeln! Streik In Ladowltz Am„Eleonora"-Schacht in Ladowltz ist Mittwoch früh die Belegschaft wegen Provokationen ber Betriebsleitung in den Streik getreten. Mit Erlaß vom 26.' April l. I. des Revierberg- amtes in Brüx wurde der Betriebsleitung ausgetragen, daß alle Kündigungen bis zum Abschluß der Verhandlungen zu stornieren sind. Obwohl die Verhandlungen noch nicht abgeschlossen sind, hat die Betriebsleitung am 30. April zehn Bergarbeiter gekündigt und will jetzt am 7. Mai weitere Entlastungen vornehmen. Weiter wurde den Arbeitern ein Revers vorgelegt, der sie verpflichten- sollte, auf die Deputatkohle zu verzichten. Nebenbei hat auch die Betriebsleitung bekanntgegeben, daß nur allen jenen 1400 Xi auSgezahlt tvcrden, diebiS zum.Freiiag freiwillig das Arbeitsverhältnis lösen. Dies widerspricht ebenfalls dem Bescheid vom 5. April l. I, des Revierberg- ai»ites„jn welchem allen der Anspruch auf Auszahlung der 1400 l<ö zugesichert wird, ganz gleich, ob das Arbeitsverhältnis gelöst wird oder aufrecht bleibt. A0 der CteschSftstour angeschossen Dienstag nachmittags war der Vertretet der Rährmittelfabrik Richter. in Teplitz-Schönaü, P, r sist o r i u s, in Aussig und Umgebung geschäftlich tätig, Aust der Fahrt in einem Auto nach Salesel'hörte.der Chauffeur zwischen Wannow und Salesel plötzlich«inen peitschenden Schuß und das Gpljttirn. von'Glä». Als er fichumwändte, sah'« seinen Fahrgast mit ,bleichem Gesicht in ler Ecke bei wagen»'lehnen. Sin Schuß ihatte das Wagenfinster durchbohrt und den Jnsassenverletzt. >--,-Der Chauffeur wendete sofort seinen Wagen, erstattete'unterwegs einem Polizeiposten Meldung tz«l.tem Vorgang und fuhr seinen verletzten Fahrgast nach dem Krankenhaus. Die sofort aufgenommenen Erhebungen der Gendarmerie in Salesel konnten noch nicht fcststellen, ob cs sich um eine verirrte Kugel beim Schießen nach Vögeln oder Wild oder um einen. Bubenstreich oder gar einen Mordanschlag handelt. Der Vertreter Prä« toriuS wurde s ch>o e r verletzt. Die Kugel drang durch die Hüfte und blieb im Körper stecken. Zu der Angelegenheit ist noch nachzutragen, daß die wilden Gerüchte von einem llcbcrsall oder geplanten Mord, die nicht nur in Aussig, sondern auch in Teplitz-Schönau, wo der bedanernsivcrte PrätoriuS seinen Wohnsitz hat, umherschwirrtcn, nicht zutrefsen. Die bisherigen Erhebungen der Sicherheitsbehörden ergaben, daß der Schuß von einem unbekannten Täter von der rechten Straßenseite her abgegeben wurde, und daß es sich höchstwahrscheinlich um eine» unvorsichtigen Schützen handelt. Angriffslustiger Einbrecher In der Nacht zum Dienstag drang ein ver- ivegener Einbrecher in die Wohnung des Milchhändlers Hromadka in M a r i a s ch c i n ein. Er schaltete das elektrische Licht ein,, um besser nach Beute fahnden zu können. Der Wohnungsinhaber würde durch Geräusche geweckt und überraschte den Eindringling bei seiner Arbeit. Als der'Einbrecher gewahr wurde,, daß er.nicht fliehen konnte/ stürzte er sich auf Hromadka; es begann ein erbitterter Ringkampf, in deren Verlaus der Verbrecher einen Revolver zog und einen. Schutz auf se'nen Gegner abfeuerte. Der Milchhäudlcr sank schwer getroffen zu Boden und muhte ins Bezirkskrankenhaus! gebrächt werden. Der Bandit flüchtete und könnte bis jetzt noch nicht ermittelt werden, obwohl die Fahndungsbehörde sofort Spürhunde einsetztc. Der. nächtliche Vorfall hat in dem kleinen Städtchen ungeheures Aufsehen verursacht,': fudetendeutstficT Zeitspiegel Ein Denkmal für Frantiöek Ecjthaml- Llberte. Vor einem Jahr starb im Alter von 64 Jahren in Wisterschan bei Teplitz-Schönau der tschechische Arbeiterdichtcr Cejthaml-Libertb. Er gehörte zu den Erweckcrn der nordwestböhmischcn Arbeiterbewegung, sein umfangreiches literarisches Schassen hat die Literatur des tschechischen Volles sehr bereichert. Nunmehr wurde in der Geburtsgemeinde des Dichters, in S u.ch o m a st bei Beraiin, ein D e n k m a l für den Verstorbenen enthüllt. Der Stein steht unweit seines Geburtshanses inmitten eines schönen Parkes und trägt Ccjthamls Aschenurne. Schöpfer des Denkmals ist Jng. Kris, Professor an der Industrie» Staatöschulc in Prag. Die EnthüllungSfcier am vergangenen Sonntag gestaltete sich zu einer großen Kundgebung für das Werk des Dichters und sozialistischen Vorkämpfers. Es sprach zunächst der Vorsitzende des OrtsbildungsauSschusscs S e l in b a ch e r, der auch ein Telegramm aus der Kanzlei des Präsidenten verlas. Die Festrede hielt der Dekan der philosophischen Fakultät der KarlSuniversität Prof. Dr. Miloslav H b s c k. Dann nahm der ScnatSpräsident Dr. Söul up, ein Frenird und Mitarbeiter Ccjthamls, das Wort. Für die Zentrale Arbeitcrschule sprach Dr. Snobr, für die„Dslnickä Akademie" Prof. P a tz a k, für die Redaktion des„Scveroicsth dilnlk", dessen Mitarbeiter Cejthaml war, Redakteur I i r o u t. In deutscher Sprache würdigte Johann P a d e l t für die deutschen Sozialdemokraten das Wirken Ccjthamls, der den größten Teil seines Lebens im deutschen Gebiet verbrachte. Wie sie lügen! Die„Egerer Zeitung", die ganz dem Befehl des Herrn Goebbels untersteht, hat natürlich auch die Vernichtung von Gucrnica durch deutsche Bomber abgestritten und, nach dem Muster des„Völkischen Beobachter", behauptet, die Basken hätten ihre heilige Stadt selber vernichtet. Die Bevölkerung von Guernica soll nach dem Bericht der„Egerer Zeitung" die Aufständischen mit dem Rufe„Viva Espanal" freudig begrüßt haben. Die erste Behauptung ist als schamlose Lüge schon längst erwiesen und mit der zweiten hat eS erst recht einxn Haken: ein Baske, der nach der Vernichtung der Heiligen Stadt Gnernira „Viva Espanal" schreit, mutz verrückt, geängstigt oder ein Verräter sein. Die Basten sind keine Spanier. Durch viele. Jahrzehnte hindurch.führ- ten sie als unterdrückte Nation einen opferreichen Befreiungskampf gegen die Spanier, lind anege- rechnet jetzt sollte es ihnen einfallen, jenen„Viva Espanal" zuzurufcn, die ibnen die schwer errungene Freiheit wieder nehmen wollen?— In der Ausgabe vom 5. Mai schreibt die„Egerer Zeitung" gehässige Bemerkungen über den„Boliche- wistcnsUhrer Aguirre". Aguirre ist der, baskische Staatspräsident. Er ist ein strenger Katholik und Führer der katholischen baskilchc» Staatspartei. Unter Berufung aus seinen Glauben hat er vor kurzem den Papst um das Einschreiten gegen die Vernichtung baskischer Städte durch die deutschen und italienischen Flieger Francos ersucht. Ta aber der ,.V ö l l i s ch e B e o b ach t e r" Aguirre einen Bolschewiken nennt, kann die„Egerer Zeitung" doch nicht die Wahrheit melden I Möhr.-Trübans Arbeiterschaft für das republikanische Spanien. In einer von der Mührisch- Triibancr Parteiorganisation in den städtischen Kiuosaal, der überfüllt war, cinbcrufenen Versammlung sprach am Donnerstag Genosse P a„ l Uber den spanischen Bürgerkrieg. In erhebender Sprache schilderte er die Leiden des spanischen Voller, berichtete aber auch nntcr oftmaligem Beifall vom heroischen Ringen dieses Volkes um feine Freiheit. 800 Menschen waren versammelt und diese Kundgebung, die ein herrlicher Auftakt zum 1. Mai war, zeigte die Lebendigkeit der sozialdemokratischen Bewegung deutlich auf. „Rene Erziehung". Tie eben erschienene vierte diesjährige Folge der„Neuen Erziehung" enthält einen grundsätzlichen Beitrag von Dr. Alfred Kleinberg zu dem Thema DemokratieinFamili« und Erziehung. RcgieningSrat Vojta Benes llinnut Stellung zu den A i, fgabcn der Lehrer. Dr. R. Klauber behandelt die ll e b e r b L r- düng des Kinder. Josef Hudl zieht die Folgerungen aus.dem Verlauf ter Reichenberger Pädagogischen Woche. Daneben werden in zahlreichen Notizen Schulsragen oeS Auslandes erörtert, besonders ausführlich wird die Entwicklung der Schule unter dem NationalfozialiSmuS dargestellt. Die Zeitschrift erscheint jährlich zehnmal und kostet nur 15 Kd. Probestücke und Bestellungen bei der Verwaltung der Neuen Erziehung, Aussig, Herrengafle 3. Präsident Benei bei den tschechischen Studenten Im Prager Deutschen Theater ir: Prag. Der Zentralverein der tschechöslowa- lischen Professoren veranstaltete gestern nachmittags im Deutschen Theater in Prag die zlveite Vorstellung für die tschechische Studentenschaft. Der P r ä s i d e n t der Republik wohnte persönlich dieser zweiten Vorstellung bei. Aufgeführt wurde die Oper„D,e r F r e i s ch ü tz" von Weber. Nach dem ersten Mt empfing der Präsident in seiner Loge die Vertreter des Zentralvereincs der tschechoslowakischen Professoren, die ihm für seine Zustimmung zu der Aktion dankten. Die Zusammenarbeit mit dem Deutschen Theater wurde Heuer in der Ueberzeugung ausgenommen, daß die tschechische. Jugend den großen Erscheinungen der deutschen Kunst in ursprünglicher Fassung näher gebracht und daß auf diese Weise im Interesse des Staates zum freundschaftlichen Zusammenleben nnd zur Zusammenarbeit derJugendderbeiden Rat i o- nen beige tragen werde. Ein Sextaner des Akademischen' Gymnasiums' verdolmetschte die Verehrung und Liebe der Studentenschaft znm Präsidenten und versicherte, daß die Studentenschaft die Republik liebe und ihr in allem dienen wolle, auch dadurch, daß sie in gutem Einvernehmen mit den Kollegen anderer Nationen leben und mit ihnen zum allgemeinen Wohle des tschechoslowakischen Staates arbeiten Ivolle. Der Präsident erklärte in seiner Ant- Ivort, daß er gerne zu den Studenten gekommen sei, tveil er anerkenne, daß da ein gutes Werk der kulturellen Annäherung geleistet und auch der politischen Seite gedient werde, indem man um die Annäherung der beiden Völker auch durch die dramatische Kunst und Musik bemüht sei. Dio Vertreter der Studentenschaft forderte der Präsident der Republik auf, das begonnene Werk derAnnäherung zugunsten des Volkes und des Staates f o r t z u f e tz e n. Die Tragödie Anton Günthers Am Sonntag wurde unter großer Beteiligung der ErzgebirgSbevölkcrung von diesseits und jenseits der Grenze der freiwillig aus dem Leben geschiedene Anton Günther in seiner Heimatstadt GotteSgab beigesetzt. Am Grabe würdigte eine Reihe von Rednern sein Wirken und Schassen als Volk-dichter. Aber auch ig nationalistischer Hinsicht wurde di« Beisetzung'zu einer Demonstration benutzt. Er sprach von jenseits der Grenz« außer dem Vertreter des ErzgebirgSvercineS auch noch ein Vertreter der Dritten Reiches, ferner ein Abgeordneter der SdP. Trotz aller nationalen Reden enthüllt aber der Tod Günthers selbst,-daß auch dieser Leben, an der wirren Zeit mit all ihren Folgen, denen sich niemand entziehen kann, zerbrochen, ist. In vielseitiger Weise hat der Sänger und Dichter di« Heimat Erzgebirge, in dessen höchster Stadt GotteSgab er sozusagen residierte, besungen. Sowohl dar. böhmische wie dar sächsische Erzgebirge wahrte und pflegte seine Volkslieder in allen Schichten der Bevölkerung ohne Unterschied der'Parteien und den Erzgebirgskindern iy aller Welt wurde bei ihrem vertrauten Dialekt,und Klang die Heimat mit ihren Bergen und Wäldern, Tälern und Bächen, verschneite» Hüiten und dem kärgliche» Tagewerk lebendig. Wenn er in den-späteren Jahren. im, Ryndsunk- von Prag,--Leipzig oder-Wien als eigener Interpret'seiner'Lieder wirkte, sah-man im Geiste- die. bekannte Wandergestalt: des Erzgebirgskämmer, die in JoachimSthal wie. in Oberwiesenthal gleich zu, Hanse' war, vor sich.- Erst, die nationalistische'Hochwelle,- die mit- dem Dritten Reich ausbrach, entfremdete ihn einem Teil der. Bevölkerung. Wie alles wurde auch er zu.einem Mittel der Propaganda gemacht und gerade dieser Zeit-feines Schaffens ist der bleibende Wert versagt. Seine gezeichneten und besungenen ErzgebirgSgcstalten als „Fosand"-N!ännchen 1087 im Dritten Reich massenhaft vertrieben, zeigten klar und fynibolisch, daß alles nur zur Gebrauchspropaganda herabgewürdigt wird. Das Dritte Reich mit feiner Vernichtung der bisherigen Denkensgrundlagen und nationalistischen Verhetzung hat sicher Günther, so sehr er sich auch einzugliedern bemühte, mehr genommen als gegeben. Nur Eingeweihte wiffen, wie schwer auch finanzielle Verluste, die er von jenseits der Grenze erlitten hat, in den letzten beiden Jahren zur Verkürzung seine« Lebensabends beigetragen haben. Die Zeit mit all ihren Problemen und Auswirkungen machte auch vor dieser Familie nicht halt, erzeugte Disharmonien, zerbrach die Schaffenskraft und ließ ein so glücklich scheinendes Leben' freiwillig beenden. Die Realitäten des gegenwärtig besonders harten Lebenskampfes mit der nationalen Wirrnis und den sozialen Spannungen an den Kämmen des Erzgebirges schnü-te dem idealistischen Sänger im wahren Sinne des Wortes die Kehle zu. Rauschende Wort« nationaler Prägung vermögen die Tragödie dieses nun. beendeten Lebens nicht zu klären. Als fein„'s iS Feierohmd" über,der früh gewählten Gruft erklang, wurde uns die-Tragödie dieser Lebens sicher viel verständlicher als vielen, nationalistischen Tamtammachern, die sich für den Tag um die Sinngebung diese» Lebens- umsonst mühten. Von seinem Liederschatz wird als Volksgut bleiben, war tendenzlos das Erzgebirge, was Gebräuche, Sitten und Gefühlswerte feiner Bewohner' dichterisch und melodisch gestaltete. ES wird, nach des-Sängers Schweigen, weiter leben.,'-.• Seite 4 Donnerstag, 6. Mai 1037 A.«4 Rr. 106 3»AesnmMMn. Schulbeispiel Guernica/ Bomben und Lügen An dem entschlichen Bombardement der Baskenstadt Guernica und an der Niedernletzelung ihrer Bewohner durch das Maschinen« gewchrfeuer der deutschen Jagdflieger kann die Welt ersehen, wessen sic sich voll der preußischen Strategie in einem kommenden Kriege zu versehen hat. Die Optimisten, die noch immer glauben, inan könne Hitler zum Frieden erziehen und, wenn eS selbst zum Kriege komme, so werde es schon so schlimm nicht worden, wie die Pessimisten behaupten, können nun mancherlei lernen. Aber auch in anderer Hinsicht ist Guernica ein Schulbeispiel. ES zeigt sich nämlich, wie groß heute die LcbcnSaussichten einer frech vorgebrachte n L ü g e sind. In drei Stunden währendem Bombardement haben deutsche Bomber eine unbefestigte Stadt zerstört und ihre fliehenden Einwohner niedcrgoschossen. Ausländische Berichterstatter waren Zeugen dcS furchtbaren Geschehens. Die mit dem Leben davon- gckonimenen Einwohner können es beschwören. Trotzdem haben die Urheber die Stirn, alles abzuleugnen. Franco ließ erklären, die Basken selbst hätten ihre uralte Krönungsstadt angezündet. Als Prcsscleute erschienen, war aber die Legende von dem Brande nicht ausrechtznerhalten. ES zeigte sich z» deutlich, daß die Häuser durch Explosiv- non zerstört worden tvaren. Nun erfand die GocbbtzlS-Propahanda die Lüge, die Basken hätten HauS fiir Haus mit gewaltigen Dynamit- Ladungen gesprengt. Als Beweis würde angeführt,. die Häuser seien von unten nach oben aufgorissonl Fliegerbomben wirkten angeblich umgekehrt.- Als ob nicht schwere Bomben mehrere Stöckibcrke durchschlagen wurden, um dann im Fundament zu explodieren und das HauS aufzuschlihenl Dann wieder erklärten reichsdeutsche Blätter, cs hätten sich keine Bom- bentrichtcr gesunden. Wahrscheinlich sind sie znm Teil durch einstiirzcndcs Gemäuer auSgc- fällt wurden. Die Brandbomben(Termit) ver- Ursachen natürlich keine oder nur kleine Trichter- bildungen. Nebenstehendes Bild geben die deutschen Blätter mit folgendem Text wieder: IVtthrend bolschewistische Plünderer und Brandstifter Guernica brandschatzten, legten Sprengkommandos alle Gebäude, die für die nationalen Truppen von Bedeutung sein konnten, in Schutt und. Trümmer. Den na- - tlönalen Truppen bot die Stadt ein trauriges Bild der HerstS rung. Zu Tod und Elend noch die tückische Lüge, den geifernden Hohn! Mit der größten Kaltblütigkeit werden schanilose Lügen verbreitet und daS Erschreckendste daran ist: schon finden sich Leute, die der Lüge Glauben schenken, schon worden englische Blätter unsicher, schon erwägt man, ob nicht doch die Basken ihre eigene Stadt sinnlos zerstört, Unmassen von Sprengstoffen sinnlos verpulvert, ob die Tausende Zeugen sich nicht „geirrt" haben. Hier liegt fürGoebbels d e r erzieherische Wert der Lüge: er ge« wohnt d i e W e l t an derartige Frechheiten. Vom Rundfunk Empfehlenswertes aus dsn Rfogramrten« Freitag Prag, Sender 1. 7: Morgonmusik, 10.08: Deutsche Prelle, 12.10: Gesang ans Schallplatten, 18.38: Schallplattenkonzert: I. S. Bach. Reger usw. 18.10: Denische Sendung: Haden berg: BildnngS- arbcit in der Werkjugend: 18.88: Arbeitersendung: Aktuelle zehn Minuten, 18.48: Deutsche Presse, 18.58: Deutscher Knltnrbericht vom Tage, 20: Kom- posttionen von Johann Strauß: ans„Fledermaus" etc,, 22.28: Tanzmusik.— Prag, Sender II. 14.18: Deutsche Sendung: Vorlesung and einem Kinderroman, 14.88: Schallplattrn, 14.40: Gntlmann: Wie werden Rundfunksender und deren Wellenlängen kontrolliert?, 14.80: Deutsche Presse, 18.20: Jazzkonzert.— Brünn. 17.40: Deutsche Sendung: Zdobnitzkv: FriihIahrLbeobachtnng in der Natur, 18.80: Arbeitsmarkt.— Press bürg. 10.16: Operngesänge, 22.85: Tanzmusik.— Kascha». 16.10: Rundsunkorchcsterkonzerh— Mähr.-Ostrau. 12.85: Mittagskonzert: Bellini, Lkhar, Joh. Strauß, 18.10: Deutsche Sendung: Sportchronik.— Klavierkonzert. Er bereitet die größeren Lugen vor. Im neuen Weltkrieg wird man es brauchen können. Paris von deutschen Bombern zerstört? Mitnichten! Die Franzosen haben es ange- zündet. Deutsche Flieger werfen Bakterienboniben auf Brüssel und Amsterdam? Nein: Belgier und Holländer bogeheu zu Hun- derttausendon Selbstmord. Deutsche Giftgas, angriffe auf 2ondon, auf Straßburg, aus Bern.und R i g a? Lüge, Verleumdung! Brite« und Elsässer, Letten und Schweizer haben 'ihre Städte selbst vergast, um den eindringendon deutschen Rettungsmannschaften" die Arbeiten zu erschweren... Einmal wird die Welt diesen Behauptungen gegenüberstehen und einen schweren Stand habe», wenn sie nicht beizeiten die Gefahr er- kennt und die Lüge entlarvt, solange cs noch die Möglichkeit dcS Beweises und der Wider- legung gibt! , Strafe für militärischen Verrat. Der Senat für Angelegenheiten des Militärverrates beim Krcisstrafgericht in Prag hat unter Vorsitz des Gerichtsrates Dr. Bcrnäsek am 5. Mai 1037 den 42jährigen tschechoslowakischen Staatsangehörigen Franz Polat, Privatbeamten aus Budapest, wegen des Verbrechens des Militärverrates nach 80, Zl. 2, Abs. 8, des Gesetzes znm Schutze der Republik zu einer Strafe von 6 Jahren schwc- Gestern um 8 Uhr'früh würde aus dem Hofe des Brünner KreiSstrafgcrichtes der Mörder Johann Tvarüjek hingerichtet. TvarüZek hat bekanntlich am 0. April des Vorjahres In G rü- n a u bei Mähr. Trübau den Pfarrer Josef Hasel und dessen Wirtschafterin Marie D v o k ä k ermordet. Die Gendarmerie verhaftete ihn acht Tage später und am 21. November dcS Vorjahres wurde er vom Brünner Geschworenengericht des Doppelmordes schuldig gesprochen und zum Tode durch den Strang verurteilt. Sei» Gnadengesuch wurde abgewiesen. Tvarüjek erwartete die Vollstreckung des Todesurteils in' der Zelle Nr. 1 des Brünner Kreisstrafgerichtes. Als ihm mitgeteilt wurde, daß er keine Gnade zu erwarten habe, wurde er apathisch und wartete ruhig auf seine Todesstunde. Die Nacht auf gestern schlief TvarüZek ruhig. Um 8 Uhr früh betrat ein Priester seine Zelle und verblieb bis zur Urteilsvollstreckung bei ihm. Während gestern um 6 Uhr früh in der Zelle der tägliche Straßenlärm begann, wurde auf dem Hofe des KreiSgerichtSgebäudes in aller Stille aller für die Hinrichtung vorbereitet. Der Galgen war schon am Vortage aufgestellt worden und die letzten Vorbereitungen wurden von dem Prager Scharfrichter Väsak au» Prag geleitet. Am frühen Morgen begann sich der Gefängnishof mit Aufsehern, Polizei und Mitgliedern der Gendarmerieschule in Brünn zu füllen. Vor 6 Uhr trafen der Verteidiger Tvarüjeks, Dr. Pavlik, und der Gerichtsarzt Dr. Andrhsek ein. Etwas später kam Staatsanwalt Dr. Medek und der Vorsitzende des Senats Obergerichtsrat Mahow» sly, der TvarüZek das Urteil verttindetc. Als der ren Kerkers mit den entsprechenden Verschärfungen und dem Verlust der bürgerlichem Ehrenrechte . und zu einer Neben-Geldstrafe im Betrage von ».1000 Kö verurteilt. Der Verurteilte hat die . Strafe angenommen und sofoxt angetreten..Die " Anklage vertrat Staatsanwalt Dr. Stkpckn. Anläßlich der Pfingstfeieriage hat das Eisenbahnministerium die Gültigkeit der Sonntagsrückfahrkarten, wie folgt festgesetzt: Die Hinfahrt kann in der Zeit ab Freitag, den 14. Mai von 12 Uhr bis Montag Mitternacht den 17. Mai angetreten werden: Die Rückfahrt am 16. bis 19. Mai, jedoch am letzten Tage ld. i. Mittwoch) bis spätestens 12 Uhr, wobei die Fahrt bis 12 Uhr nachts desselben Tages beendet sein muß. Doppelselbstmord. Dienstag abend» kam e» bei der Kalbarienkirche in Kaschau zu einem Familiendrama. Der 27jährige Kaufmann Adalbert Hamor- ntk schoß seine 26jährige Frau Ella in die Brust und richtete dann die Waffe gegen sich selbst. Beide wurden ins Krankenhaus gebracht. Der Zustand Hamor« niks ist ernst, seine Frau ist nur leicht verletzt. Die Eheleute waren au» Spisfkä Podhradie nach Ko- iice gekommen und wohnten in einem Hotel. Nach zurückgelassenen, an die Polizei adressierten Briefen haben die Beiden wegen finanzieller Schwierigkeiten gemeinsamen Selbstmord beschlossen. Einen nicht alltäglichen Tod starb die 82jäh- rige AuSgedingerin Marie Jelinkovä ans Remosice bei Pardubice. Während der Arbeit im Stall siel sie unter«ine Kuh, die über sie stürzte und sie erdrückte. Die Sellftmörderirücke. Obwohl di« berühmte Selbstmörderbrücke von Passadena seit längerer Zeit von den Polizeibehörden Tag und Nacht überwacht wird, hat sich wiederum eine Frau au» Lo» Angele» von der Brücke in» Wasser gestürzt. ES ist die» da» 75. Opfer der Brücke. Die Selbstmörderin hatte vorher ihr dreijährige» Kind zn ertränken versucht, jedoch konnte dieses, da c» auf eine flache Stelle fiel, gerettet werden, ivährcnd die Mutter von den. Fluten fortgeschwemmt wurde. Wie e» heißt, will der Stadtrat von Passadena beschließen, die Brücke ab- zubrechen und eine neue zu bauen, von der eS unmöglich sein soll, sich hinnnterzustllrzen. DaS Dorf Tomrimy feiert Jeanne d'Arr. Am 0. Mai wird zum ersten Mal in Domrsmh, dem HeimatSdorf der Jeanne d'Arc, ein großes Fest gefeiert werden, anläßlich der 806. Wiederkehr ihre» Todestage». Bis jetzt haben jedes Jahr in Reims, Rouen und OrttanS Feiern zn Ehren der französischen Nationalheldin stattgefundcn, nur in ihrem Geburtsort hatte man die» bisher versäumt. Deshalb wird das diesjährige Fest auch besonders feierlich begangen werden. Der Papst wird einen seiner Kardinale als Abgesandten hinschicken, und Frankreich wird durch seine Senatoren und Deputierten vertreten sein. Selbst der englische Botschafter wird anwesend fein, und die. klein« Kirche, in oer Jeanne d'Arc vor über 600 Jahren getauft wurde, wird die Menschenmaffen gar nicht fassen können, die sich in Domrömy versammeln werden. Mississippi-Hochwasser. Große Gebiete des Mississippi-Tales sind erneut von einer Ueber» schwemmungskatastrophe bedroht. Tausende von Notstandsarbeitern arbeiten fieberhaft an der Verstärkung und Erhöhung der Uferdämme. 3000 Bewohner der gefährdeten Gebiete haben bereits ihre Häuser geräumt. DaS Grab AlarichS gefunden? Bei der Anlegung eines Kalkofens beim Busento-Flnß stießen die dort beschäftigten Arbeiter auf Reste eines uralten Baues. Die französische Altertumsfor- scherin C u r v o l i n e, die in dieser Gegend Ausgrabungen vornimmt, hat sofort die Prüfung begonnen. Jetzt wird erklärt, daß ihre Instrumente in einer Tiefe von sieben Metern große Senat den Gerichtshof betrat, gab der Gefäng» nisdireltor die Weisung, daß der Deliquent her- eingesührt werden möge. Tvarüjjek, der von acht Gefängniswärter» begleitet war, schritt vollkommen apathisch zum Galgen. Bor ihm schritt der Priester. Tvarüjek wurde vor den Senatsvorsitzenden geführt, der 'ihm dann dem Henker zur Vollstreckung des Urteils übergab. Tvarüjek verließ auch im letzten AugeiMick seines Lebens nicht die Ruhe. Nur als der Henker ihm den Strick um den Hals legte» schloß, er die Augen und-krampfte die Hände zu« fammen. Die Hinrichtung dauerte nur einige Sekunden und zehn Minuten, nach 6 Uhr konstatierte der Gerichtsarzt, daß der Mörder Tvmckijjek seine Tat gesühnt hat. Bei dieser Gelegenheit ist e» angebracht zu erinnern, daß die letzte Hinrichttmg in Brünn vor 88 Jahren stattfand. Auf dem gleichen Hof, auf dem gestern Tvarüjjek hingerichtet wurde, sand, am 16. August 1899 die Hinrichtung des 27jäh- rigen Schuhmacher» Anton Zaorälek statt. Zaorälek hatte am 20. Feber 1899 auf dem Krautmarkt in Brünn den Juwelier Anton Po- d r a z i I ermordet und beraubt. Die Tat wurde am gleichen Tage entdeckt, Zaorälek tvurde aber erst acht Tage später verhaftet. Er wurde vom Brünner KreiSgcricht am 19. April 1899 zum Tode verurteilt und dann am 18. August des gleichen Jahres hingerichtet. Der umfangreiche Akt über den Prozeß und die Hinrichtung befindet sich im Archiv des Brünner KreiSstrafgerichteSi Seit dem Jahre 1899 wurde in Brünn niemand hingerichtet, obgleich in dieser Zeit eine große Anzahl von Todesurteilen gefällt würde.' Spanisches Reglerungsflugxeug In Algerien gelandet Oran. Ei» Flugzeug der'spanischen, Regierung landete Dienstag vormittags unweit von Mostagafen in Algerien. Der Pilot erklärte, daß feine Eskadrille die Aufgabe hatte, entlang der Küste des mittelländischen Meeres zu patroullieren, jedoch von verfolgenden aufständischen Flugzeugen angegriffen wurde. Di« RegierungSflug- zeugc zerstreuten sich infolge des Angriffs und traten den Rückflug an. Nur er selbst, so erklärte der Pilot weiter, habe den Flug über da» Meer nach Algerien versucht, fbet Pilot wurde angewiesen, sich zur DiSpositwn-'der' Behörden, zn halten. Budapester Kommunique Budapest.(MTJ) Nach Abschluß de» österreichischen Staatsbesuche» wurde am. Mittwoch-Abend ein offizieller Commnnlqn« veröffentlicht, in welchem darauf hingewiesen wird, daß sich der Besuch des österreichischen Bundespräsidenten beim ungarischen Reichrverweser sowohl durch die offiziellen Feierlichkeit«» wie durch die Haltung der Bevölkerung von Budapest und der Presse beider Länder zu einer großartigen Kundgebung der traditionellen Verbundenheit Ungarn» und Oesterreich» gestaltete und die herzliche«,in schwersten Zeiten erprobte Freundschaft zwischen den beiden Böllern neuerlich bestätigt und vertieft habe. Die Besprechungen zwischen den beiden- Staatsoberhäuptern sowie zwischen den österreichischen und ungarischen Staatsmännern ergaben in FortsetzMig de» bereit» bei früheren Gelegenheiten gepflogenen Meinungsaustausche» auch für die weitere Entwicklung die vollkommene Uebereinstimmnng in der Beurteilung der politischen und wirtschaftlichen Fragen, an denen die beiden Lmwer gemeinsam interessiert sind und bekräftigen den festen Willen, in einträch- ttger Zusammenarbeit den bewährten gemeinsamen Weg auch in Zukunft zu verfolgen. Deserteure In Gibraltar Gibraltar. In Gibraltar sind 15 Deserteure, darunter ein Jnfanteriehauptmann und vier Leutnants, au» dem Lager der spanifchen Insurgenten angekommen. Sie sind tagelang durch die Felder bei Algeriens xnarschiert. In La Linea nahmen sie sich ein Boot, um nach Gibraltar zu fahren. Nach einer langen Nachtfahrt landeten sie in Gibraltar, voMommen durchnäßt, da da» Boot leck gewesen ivar. Pari». Gesandter Dr. O s u s k h wurde Mittwoch abend» vom französischen Anßeiuninister Avon- Delbo» empfangen, mit welchem er«Inen Meinungsaustausch über alle aktuellen außenpolitischen Fragen und Insbesondere der mitteleueropäifchen Fragen hatte. Dr. Osuskh reiste sodann nach Genf, wo er den Vorsitz des Kontrollausschusses des Böllerbundes führen wird. Mengen Metalls festgestellt haben. Das berechtigte zu der Annahme, daß sich an diesem Orte das Grab des Westgoten-Königs Alarich befinde. Geldfälscher. Die Wiener Polizei hat wieder eine gefährlich« Geldfälscherbande sichergestellt, di« in ihrer Werfftätw, Linzerstraße im 18. Bezirk Zwanzig-Schilling-Banknoten erzeugt'hat. 8000. Falsifikate wurden in der Werkstätte beschlagnahmt.! An der Spitze der Bande stand ein Typograph Augustin Grundmann, der vor einigen"Jahren bei einem. Attentatsversuch aus Professor Wägner-Jauregg eine Rolle gespielt hat. E» bleibt schön. Feuchtere ozeanisch»'Lust/welche vom Westen her über unsere Gegenden vordringt, hat in den böhmischen Ländern und in der Westslotvakei an vielen Orten Gewitterregen gebracht. In Westböhmen hat es sich dabei bereit» etwas abgekühlt, Da sich über da» Binnenland au» Frankreich höherer Druck ausbreitet, kann wieder eine raschere Besserung erwartet werden. Wahrscheinliches Wetter Donnerstag:. In den böhmischen Ländern: Nach gewitterigen Ne» genfällen wieder vom Westen her fortschreitende Besserung, etwa» kühler, im Karpathengebiet Gewitterneigung, relativ warm. WetteranSfichten für Freitag: Bom Westen her weiter« Besserung. Ziehung der Klassenlotterie (Ohne Gewähr.) Prag. Bet der Mittwoch» Ziehung der 5. Klass« der 86. tschechoslowakischen KlasseNlöttetie wurden nachstehende Gewinste gezogen: 20.000 W die Lose Nr. 87666, 78141. 10.000 K6 die Ixwe’Nr. 15898, 17964, 40513, 25940.»uÄ 5.000 K6 die' Lose Nr. 101707, 48186, 49403, 8530, 20644, 57807, 28958, 44865, 79478, 4012, 30782, 110889, 5941, 44828, 108161, 94879, 82489, 68776, 17418, 7638, 18491, 4434, 78405, 24000. 2.000 K6 die Lose Nr. 50216, 44701, 91941, 88791, 48819, 14846, 41406, 104788, 88165, 32193, 89Q14, 114959, 68718, 89084, 58640, 86125, 8980Q, 8529, 104675, 57143, 81259, 42758, 20980,.16775, 9419, 14896, 108988, 69418, 85457, 81821, 48480, 108181, 48750, 1614, 10874, 48853, 8640, 26469, 67938, 2211, 14758, 106441, 11829, 23pi, 10468, 31162, 63852, 105239, 42854, 58832, 94872, 86550, 54933, 47620, 4487, 31825, 85239, 87498, 69681, 74577, 71822, 98844, 5528, 67188, 78014, 90912, 90148, 69241, 75047, 35115, 59112, 107595, 85189, 110108, 86762, 62480, 71867, 55138, 75591, 98139, 49484, 76585,-89732) 70984, 109278, 71845, 71579) 20685, 52721, 105931 Der Grfinauer Mörder Tvaruzek hingerichtet Die erste Hinrichtung In Brünn nach 38 lehren Nr. 108 Donnerstag, 8. Mal 1037 Seite 8 IlMsMrtsckulft uml§0LÜüpHÜtiL President Dr. Banal Uber unsere Sozialpolitik Im Geiste sozialer und nationaler Die Tschechoslowakei Gerechtigkeit könnte weiter und rascher fortschreiten als andere Länder Während der Tagung der Angcstellten- Jnternationale wurde deren Vorstand vom Präsidenten der Republik Dr. Benes empfangen. Dec Präsident antwortete auf die Ansprachen von Hallsworth(England) und Abg. Klein(Tschechoslowakei) in einer kurzen Rede, die grundsätzliche Bemerkungen zu den Problemen der Sozial- politL! in engerem und auch in weiterem Sinne enthielt und nicht nur Gegenwärtiges feststellt«, sondern auch zukünftige Wege wies. Dem nunmehr vorliegenden Wortlaut der Rede entnehmen wir:■ Das, was Sie über Ihr allgemeines Programm, die Arbeitslosigkeit, die Verkürzung der Arbeitszeit, die Regelung der Sonntagsruhe, die Notwendigkeit einer beruflichen und allgemeinen Fortbildung, den Zusammenhang von Lebenshaltungskosten und der vernünftigen Festsetzung von Mindestgehältem sowie schliestlich über das Anpassen der augenblicklich bestehenden Angestell- ten-Gehältcr an die neue Wirtschaftslage gesagt haben— alles das ist Gegenstand der ernstesten Erwägungen‘ unserer Regierung, und unseres Parlaments. Wie Sie selbst erwähnt haben, ist unser Land bestrebt, diese Fragen auf dem Wege eines vernünftigen Kompromisses zu lösen, wobei in weitem Maste auf die gerechten Forderungen der Mitgliedcil Ihrer Organisationen Rücksicht genommen wird. Wir tun dies in unserem Lande im Geiste des Zusammenarbeitens der wichtigsten BevülkerungSschichten, im Geiste der Menschlichkeit und der Demokratie, Wenn wir dieses wichtige Programm auSzufÜhre» versuchen, müssen wir aber ebenso äuS volkswirtschaftlichen Erwägungen wie aus Rücksicht auf unsere Lag« unter den. änderen Ländern auf das international« Lebensniveau und die internationale Situation Bedacht nehmen. Das ist ohne Zweifel kein Hindernis dagegen, vorwärtszukommen und möglicherweise sogar weiter und rascher fortzu» Gewerkschaftlicher Erfolg Beim Bau der Kabelleitung Lobositz—Tep- 1,'tz— deft'Gew S e i d e lseinerzeit im Teplit» zer Bezirksausschuß zum Gegenstand öiner Interpellation macht«— hat eS Differenzen gegeben, indem die Akkordsätze, die den Arbeitern angeboten wurden, derart niedrig lvaren, daß eS kaum möglich war, den Bertragsstundenlohn zu erreichen. Die deshalb geführten Verhandlungen mit der Firma Jng. Vaclav Blk und dem Sekretariat des Verbandes dec Arbeiter in der Bau-, Stein- und Keramindustrie in Teplitz, führten zu dem Ergebnis, dast ein Stundenlohn von Ai 3.60 für die dort beschäftigten Arbeiter vereinbart wurde, obzwar der Mindest-Bertragtzlohn AL 8.48 beträgt. Damit ist nicht nur den Arbeitern der rechtliche Lohn gesichert, sondern auch ein viel umstrittenes Verhältnis beseitigt.- Die SdP versuchte durch ihren Senator Cn- huber aus Teplitz als Wahlschlager einen Erfolg zü konstruieren, wobei sie sich auf den Vertrag stützte, an dessen Abschluß sie sich nicht beteiligte und dessen Vertragskontrahent sie nicht ist. Der Zweck ist vielmehr der, die Henleinanhänger bei dieser Arbeit unterzubringen, wie sie«S bei ihren Volksgemeinschaftsunternehmern Praktizieren, die aber dann die BertragSlöhne aus Kameradschaftsliebe nicht bezahlen. Eine Tagung der Kaminfegergehilfen In der Reichenberger Handels- und Gewerbekammer fand am 8. Mai d. I. der dritte ordentliche BerbandStag des Allgemeinen Kaminfeger» gehilfenverbandes Reichenberg unter dem Vorsitz des Verbandsobmannes Schmidt statt. Den Deut- fchen Gewerkschaftsbund vertrat. Anton Schäfer, die KreiSgewerkschaftskommissiön Zimmer. . Der organisatorische Bericht wurde von RohS- meist.erstattet, welcher besonder» aut die Schwierigkeiten der Aufbauarbeit, welche in den letzten ztvei Jahren geleistet wurde, hinwie'S. Rur die Solidarität der Gehilfenschaft und besonder» dem Einsetzen der ganzen Kraft de» BerbandSvorstänbeS ist eS zu Man erhUlt für AL 100 Reichsmark...».. 750.— Markmünzen...... 78b.— 100 österreichische Schilling-.. 538.50 100 rumänische Lei.... 18.85 100 polnische Zlof«..< i 549.50 100«ngärischk Pengö.'.•• 013.50 100 Schweizer Franken..-,. 650.50 100 französische Francs. i. 189.05 1 englisches Pfund....141.75 1 amerikanischer Dollar.. 28.05 100 italienisch» Sir«. 7... 145.40 100 holländische Guldrn... 1576— 100 sngoslawische Dinare... 65.55 10Y«elgaS... 485 50. 100 dänische Kronen.....' 031.— 100 schwedische Kronen■•«• 780.— schreiten als andere Länder. Sie haben das, als Sie von der Kranken-, Inbalidi- täts- und Altersversicherung sprachen, selbst erwähnt. Besonders erfteut war ich von Ihren Bemerkungen Wer Weltwirtschaft, Die Tschcchofto» wakei, u. zw. in allen ihren Bevölkerungsklassen, Parteien und' Nationalitäten stimmt mit Ihne» völlig darin überein: Alle Volkswirtschaft must zugleich Weltwirtschaft sein. Die Bestrebungen, Europa noch tiefer in die Autarkie Hineinzudrän» gen, führen praktisch nur zur allgemeinen Der» armung, zur Verewigung der internationalen Spannung und der Kriegsgefahr. Darum schätze ich so sehr die Arbeit, die Ihre Organisationen in den eigenen Ländern und in internationalen Aktionen leisten. Ich war sehr angenehm berührt bon der Würdigung, die Sie den sozialen und politischen Leistungen unseres demokratischen Landes zuteil werden liest«». Sie. haben, meine Herren, selbst gesehen, dast dieses Land wirklich im Geiste der modernen Demokratie, im Geiste der sozialen und nationalen Gerechtigkeit, im Geiste des guten Willens gegenüber allen anderen Nationen und besonders auch gegenüber unseren Nachbarn regiert wird. Ich will nicht behaupten, dast wir in allem erfolgreich waren. Aber ich möchte sagen: Wir arbeiten mit gutem Willen, mit Begeisterung und mit Optimismus. Wir glauben an die Zukunft unserer Demokratie, und wir glauben an die Möglichkeit, den europäischen Frieden zu erhalten. Wir arbeiten dafür mit unveränderter Tatkraft. Unser Land wird seine Politik fortseben, ohne nach rechts oder links zu blicken. ES. wird das Land des Friedens und der inneren demokratischen Ordnung, deS guten Willens sowie der internationalen Zusammenarbeit und Solidarität bleiben. danken, dast der Verband einen solchen Fortschritt in den vergangenen zwei Jahren verzeichnen konnte. Ueber die Entwicklung des FachblatteS, welches seit einem Jahr herausgegeben wird, berichtete Fritsch. -BeloNderS'beschästtgte eil sich Mik den autzerördent- lichen finanziellen Schwierigkeiten, mit welchen die Herausgabe de» FachblatteS verbunden ist. Da dieses gewerkschaftliche Fachblatt das einzige deutsche dieses Gewerbes ist. müssen alle Mittel für die Erhaltung desselben aufgeboten werden. Eine Gesamtübersicht Wer die Tätigkeit des Verbandes hielt Schiller. Wenn mit allen Genossenschaften des Staatsgebietes so gut gearbeitet werden könnte, wie mit der Reichenberger. wäre die Arbeit de» Verbände» eine leichte. Weiter verlas er den Text eines Arbeitsprogrammes, welcher der Verband den Genossenschaften vorlegen will. Dasselbe soll das Ber» bältni» zwischen Meistern und Gehilfen regeln. Besonder» der Lehrlingsfrage und der Lehrlingshakterei wird in diesem Arbeitzprogramm große Aufmerksamkeit gewidmet. Die durchgeführte Neuwahl ergab eine Umbesetzung der Spitzenfunktion.'Es wurde als neuer Obmann Schiller gewählt. Der letzte Punkt der Tagesordnung stellte«ine notwendig gewordene Statutenänderung zur Verhandlung, worauf Verbandsobmann Schiller die Tagung schloß. Der ewig gestrige DHV Der DHB-Verbandstag in Prehburg am 1. und 2. Mai hat die Einführung einer fünften Aussteuer für stellenlose Mitglieder beschlossen. Davon macht der DHV ein großes Wesen. Er will bei naiven Angestellten und darüber hinaus in der Oesfentlichkeit den Eindruck erwecken, als ob nur er besondere Vorsorge für die Krisenopfer getroffen hätte. Das gerade Gegenteil trifft zu. Er schritt erst nach dem Beschlüsse seines Znaimer Verbandstages am 1. Juli 1933 zur Einführung der Krisenunterstützung, obwohl der Allgemeine Angestelltenverband Reichenberg schon ab 1. April 1982, also bereits 15 Monate Krisenunterstützung zuerkannte, so dast er bis zur DHV- Einführung bereits. 1.5 Millionen Kronen zur Auszahlung gebrächt hatte. Als daS neue Gesetz über das Genter System die Auszahlung einer 2. und 3. Aussteuer zuliest, wurde diese Begünstigung vom AAB sofort ab 1. Oktober 1988 eingeführt. Der DHV raffte sich aber erst nach wiederholten Drängen und Protesten aus den Kreisen seiner stellenlosen Mitglieder aim 1. August 1984 zur Einführung der 2..und 8. Aussteuer auf. Am 1. April 1036, schritt der AAB zur Einführung der vierten Aussteuer, der DHV hesänn sich wiederum drei Monate, bevor er diese Krisenmastnnhine nachahmte. Die. fünfte Aussteuer hat der AAV bereits am 12. Dezember 1986 beschlossen, der DHB hinkt qlso auch mit der Einführung seiner. fünften AtMeuer nach und,, paßt sich-immer erst.nach geraumer Zeit, von der freigewerkschaftltchen Organisation geschoben, den geänderten, ihm aufge- zwunfteneN Verhältnissen an. Durch eilt volles Jahrzehnt hat der DHB seine stellenlosen Mitglieder dadurch geschädigt, I fv =8 V. L flung § ' dann darf man zur Reinigung nicht einfach Wasser oder scharfe Mittel nehmen, die kratzen und doch Fett und Schmutz nicht tilgen. Hier muß man VIM verwenden I Denn VIM umhüllt den Schmutz, der sich dann durch Abspülen leichtentfernen läßt. VIM reinigt schonend— ohne Kratzer oder Schrammen. putzt gründlich. und dtok schonend! iS & Ausguß denn nie sauber? dast er über Beschlutz seines Egerer Bcrbands- tagcS erst seit 1, Juni 1085 vom 7. Meldetage an Stelleulosenunterstützung gewährt, tvährend der AAB vom ersten Tage, später im Sinne der neuen gesetzlichen Vorschriften vom 7. Tage an Unterstützung zuerkannte. Der DHV zahlte vor Juni 1985 erst nach fünfzchntägigcr Stellenlosigkeit ein« Unterstützung aus, womit hinlänglich erwiesen ist,»tu wieviel Nasenlängen die freigewerkschaftliche Organisation dem DHB voraus ist, tvie gering sein soziales Verständnis ist und Wie wenig Berechtigung seiner Lärmmacherei zulonnnt. Minimallöhne für Heimarbefter in der Damenkonfektion. Im Amtsblatt Nr. 105 vom 6. Mai erscheint eine Verlautbarung über die Mini- mallühne der Heimarbeiter in der Damenkonfektion, die von der Zentralheimarbeitskommission in der Sitzung vom 8. Feber d. I. festgesetzt wurden. Günstiger Altmeldungseiltkauf zur Prager Herbstmesse. Wie das Messeamt mitteilt, besteht diesmal in der Exportindlistri« für die Beteiligung an der kommenden Prager Herbstmesse ein wesentlich stärkeres Interesse ass vor einem Jahr. Die meisten Ausstelser der Frühjahrsmesse haben ihre Mietverträge erneuert und auch bisher nicht misstellcnde Firmen haben bereits ihre Teilnahme erklärt. Die Streiklage in London hat tvährend des Dienstag eine Verschärfung dadurch erfahren, dast die Arbeiten der UniersuchungSkommission nur langsam fortschreiten. Gleichzeitig haben die Exe- kiitivansschüsse der Trmisportarbeiter und der Strahcnbahnbcdienstclcn eine allgemeine Streikvollmacht verlangt. Mit dem Streik sollte Mittwoch der englische Ministerrat sich befassen. Die Versenkung der Espefte Die britische Admiralität zieht Lehren Von Captaln R. A. Barker l(MTP) London. So grob und bedeutsam die Erschütterung auch sein mag, die General Francos Flotte durch die überraschende Versenkung-,des 15.900.Tonnen grosten Schlachtschiffes „Espaüa" erlitten hat, so dürfte sie dennoch gering sein im Vergleich zur Erschütterung der Ansicht mancher Admiralitäten, dast ein modernes Großkampfschiff durch Flugzeuge nicht unmittelbar zu gefährden sei. Es darf hiebei darap erinnert tverdcn, dast der Erste See-Lord der Britischen Admiralität erst vor wenige» Wochen erklärte, die Ausrüstung der Flotte mit Luftabwehrgeschützen sei auf der Höhe, und die Güte und Treffsicherheit der modernen Flak-Batterien sei unübertrefflich. Er fügte hinzu, dast jeder Angreifer aus der Luft cs sich zweimal überlegen werde, ehe er das tödliche Risiko eingehe, sich in den Bereich von Schnellfeuerge- schützcn zu wagen, die tvie die berühmte Bofor- Kanone aus Schtocdcn imstande sei, mehrere hundert Schust mit der annähernden Feuergeschwindigkeit eines schweren Maschinengewehres abzugeben. - Die innerhalb einer halben Stunde erfolgte Versenkung der„Cspana" hat diese Erklärung verblüffend illustriert. Nun darf man freilich ztvei grundsätzliche Tatsachen nicht außer acht lassen: die„Espäüa" wurde 1013 gebauk, war also nach modernen Begriffen bereits überholt und Hatto eine relativ schwache Panzerung außerhalb der Türme der schweren 30-Zentimeter-GeschUhe. Dem steht indessen gegenüber, daß sie zweifellos mit modernsten Abwehrgeschützen deutscher Provenienz bestückt war und nach den vorliegenden Angaben deutsche ausgebildete Flak- Mannschaften zur Bedienung besäst. Die angreifenden Maschinen dürften— obwohl darüber nichts gesagt'wurde— entweder in Rußland oder in Amerika hergestellte schnelle schwere Bomber gewesen sein. Die Angrisfstechnik war— immer gestützt auf die recht spärlichen Berichte— aus großer Höhe steil herabzustosten und im Tiefpunkt-einer Kurve die Bomben abzuwerfen.- Daß, wie eS.anfangs hieß, die Lufttorpedos aus mehr alS 8000 Dieter Höhe abgeworsen wurde, ist sehr unwahrscheinlich, da selbst, bei völlig ruhiger See jeder Treffer ein absoluter. Glücksfall gewesen wäre. Glück hätten die Angreifer in jedem Fall. Die Bömben müssen unabhängig von der eigenen Detonation ein Munitionsbepot oder gar mehrere zur Expsosion gebracht haben denn anders läßt sich das..schnelle Sinken des mit zahlreichen Schotten, versehenen Schisses nicht erklären— es sei denn, dast unbegreifliche Kurzsichtigkeit oder Nervosität mit. im. Spiele war, mid der Kommandant den Befehl, zum Schließen ber Schotten zu spät oder gar. nicht gab.. - Doch sei dem,, wie es wolle— nicht von der „Cspana" soll hier gesprochen- werden, sondern von d»r-mitfelbarcn Wirkung- ihrer Vernichtung. Abgesehen von jeder gefühlsmäßigen EiNstel» lung muß sestgcstcllt werben, daß der spanische Bürgerkrieg nun einmal zu einer Art von furchtbarem Manöverfeld und Prüffeld für neue Massen geworden ist. Ilnd als solches wird er auch von de» Generalstäben und.- Admiralitäten der ganzen Erde gewertet, Man verfolgt,in London, Paris, Berlin, Rom und Moskau die Ereignisse unabhängig vom Weltanschaulichen sehr genau von diesem Standpunkt aus. Nicht der vorgeschühte oder vielleicht wirklich von Hitler vcrtreiene Prestigestandpunkt ist für Deutschland wichtig gclvescn, sondern die Feststellung, daß diedeutschenWaffen keines» w e g s s o e r st k l a s s i g sind, wie man glaubte. Nicht der eventuelle Konflikt mft einem der beiden Kämpfenden stört England, sondern die fatale Möglichkeit, ein großes und austerordent» iich kostspieliges Bauprogramm durchzuführen, um zu spät zu erleben,'dast ein Bombenflugzeug im Werte von zehn bis zwanzigtausend Pfund ein Schlachtschiff, das fünf bis zehn Millionen gekostet hat, nut einem glücklichen Treffer.außer Gefecht setzen oder sogar versenken kann. Im Augenblick sind hinter den Kulissen die heftigsten Diskussionen über diesen Punkt iin Gange. Es scheint, daß die Anhänger ber G-st» schisfc ihren Stanbpunkt mit eben bem Argun- mr verteidigen, das vorhin bereits erwähnt würbe, dem nämlich, dast die„Espaüa" nicht erstklassig gepanzert und nicht neu war. Dagegen lverben die Russen sich zu ihrer Marinepolitik beglückwünschen, die den größten Wert auf eine getvaltige Untersecbootflotte Und -eine unvergleichlich große Flugzeugarmee legte und legt. Denn es erscheint, trotz ber Rolle, die in Spanien bisher die Schiffe Francos bei der Unterstützung der Landoperationen an der Küste spielten, vielen nicht sehr wahrscheinlich, dast wirkliche Entscheidungen mit großen Seegefechten erzielt werden können. Eine wirksame Blockade kann heute mit Hilfe kleiner und schneller Einheiten in Zusammenarbeit.mft Luft ge- s ch Wadern viel gründlicher erfolgen, ass burch große, mächtige Panzerschiffe. Ein weiterer wesentlicher Faktor aber ist der Preis; und Schlachtschiffe stellen die relativ teuersten Kampfmittel dar, die es überhaupt gibt. Im Augenblick stehen die Dinge noch, so, daß nur das Unglückliche Spanien das Probefclb der Praxis ist, und dast sich zur Cownation in Svi- thcad noch die stolzeste und prächtigste Flotte der Erde versammeln kann. Aber bei ernsthaften Auseinandersetzungen spiele» die Paraden eine recht untergeordnete Rolle— und es ist Wit Sicherheit zu erwarten, daß gleich anderen Marinen auch die Führung der Britischen eine Lehre aus dem Untergang ber „Espaüa" ziehen wirb. Die erste Folge dürfte» getvisse Uniorganisationen bereits gegebener Aufträge sein. Und auch andere teilweise viel selbstsichere Admiralitäten als die traditionell skeptische der Bereinigten Königreiche werden den Donner der Lufttorpedos über tausend Meilen hinweg sehr deutlich gehört haben. Seite 8 „Sozialdemokrat" $dttitetMng, 8. Ma? 1987. Nr. 108 Spielplan des Neuen Deutschen Theater». Donnerstag 2H: Jean. Gastspiel Leopold Kramer, ;7%::$et Corregidör, E l.— Freitag 7%: Das Testament der Tante Küroline, D.— Samstag 7%: Auf der grüne» Wiese, volkstümliche Vorstellung. Abonnement aufgehoben.— Sonntag 2%: Das Paradies, 7lb: Gesellschaftsspiel, A ll. Spielplan der Kleinen Biiluie. Donnerstag 8 Uhr: Marin im Radios 8 Uhr; Der Nächste bitte! — Freitag 8: Das Paradies/ Thtatergemeinde des Knlturverbatide» und freier Verkant.— Samstag 8: Jean, Gastspiel Leopold Kramer.— Sonntag 8: Axel an der Himmelstür. 8: Warum lügst du, Eherie? Vrremsnacilncilteil. Freie Vereinigung sozialistischer Akademiker, Sptlent 46. Dienstag, den 11. Mai 1887 spricht Genosse Karl Kern über die holländische Arbeiterbewegung. Beginn 26 Uhr. Wir laden alle Genossen Und Freunde ein! Ortsgruppe Prag. Freitag, den 7. Mai, im Handwerkerverein, Naturfreundelokal,.Abend der Natur». freunde" diesmal mit interessantem Lichtbildervortrag des Wandergenoffen Rudolf Hübner über Norwegen und Schweden. Gäste willkommen!— So nntag, den 0. Mai. Treffpunkt um%8 Uhr am Smichower Bahnhof, Fahrt nach Vöenorh. Wanderung nach Üdruolice zu den Kletterfelfen(Klettern), Skalka, Naturfreundehütte, Dobkichoviee. Führt Nosek.(Ev. Turnschuhe mitnehmenl)— Pfingsten: Zwei- einhalbtagrwanderung ins Jsergebirge. Treffpunkt halb 2 Uhr beim Denkmal, Wilsonbahnhof. Fahrt nach Reichenberg, Uebernachtung auf der KöniaShöhe, Wanderung nach Haindorf, Tafelfichie, WittighauS, Tannwald. Fahrpreis etwa 68 Xi. Führer: Pick. Anmeldungen bis spätestens 7. Mai im Vereins» lokal wegen Quartier- und Fahrkstrtenbesorgung. Kroger Leitung Alfred Adamek, ein deutscher Maler, in Trient geboren, aber'tschechischer Staatsbürger, stellt im K u n st v e r e in für Böhmen au». In seinen Landschaften aus Dalmatien, wo er seine Jugend verbracht hat, erfaßt er mit geschärftem Blick den besonderen Charakter dieser Landschaft. Die Sattheit südlicher Farben, der bleiche Glanz der Sonne auf hartem Karst, ist immer wieder da! Thema feiner Bilder, In denen Adamek die naturalistische Anschauung dem zielbewustten Bildaufbau in der farbigen und räumlichen Gestaltung einordnet. Seine Pastor aufgetragenen, mitunter auch gespachtelten Farben, sind von innerer Leuchtkraft gesättigt. Einige der Bilder befinden sich bereits im Besitz der Mrager Modernen Galerie, die man gern auch um da» vorzüglich gemalte„Stilleben mit Fischen" bereichert sehen würde. Eine sehr schöne Landschaft ist für den Ankauf durch dar Unterrichtsministerium vorgesehen. Interessante Versuche, sich der heimischen Landschaft znzuwenden, find die Bilder au» der Prager Umgebung, in die Adamek gleichsam Karst- Erinnerungen hineinsieht, wie in den sommerlich glühenden.Moldaufelsen bei Roztokft. Eine Skizze an» dem Prokopital bei Dlubokepy allerdings übersteigert die bleichen Schieferfelsen nahezu zur Dramatik einer alpinen Givfelszenerle. ld. Die Deutsche Studentenzeitung veranstaltet amSonniag, den 8. Mai, um 10.88 Uhr vormittags im Urania-Kino eine Film-Sondervorstellung.. Rur Aufführung gelangt der Film„Kinder der Großstadt"(La Maternelle). AuSslugSziige. Vom 8.—26. Mai nach Sliak zu Heilzwecken 1180 Xi; vom 5.—8. Mai quer durch die Beskiden 280 Xi; vom 18.—17. Mai(Pfingsten) ins Adlergebirge 180 Xi; in den Böhmerwald 180 Xi; ins Riesengebirge 160 Xi; in die westböhmischen Bäder 285 Xi; nach HerrnSkretschen und Dittersbach 180 Xi; vom 18.—28. Mai Hohe Tatra 568 Xi; vom 18.—24. Mai Karpathorußland 478 Xi. Informationen und Anmeldungen im Basar neben dem Wilsonbahnhof, Telephon 88888. .Postdieb abgeurteilt- r. Pilsen. Vor dem Pilsener Schwurgericht hatten sich der 27jährige Jaroslav Holeiek zu verantworten/ der als Postansträger in Meißen bei Eger angestellt war. Die Postverwaltung der dortigen Amte» war darüber stutzig geworden, daß Postsendungen geöffnet und auSgestohteu wurden. Am 17. Juni des Vorjahres kam Kontrollor Novotnh in das Warenlager in Fleißen am Bahnhof und fand dort ein Herrenhemd, da» in Eelophanpapier eingehüllt war. Holeiek erklärte, er bei der Mrma Josef Friedl& Söhne in Fleißen gekauft zu Haven. Kontrollor Novotnh ging zu der Firma, um sich von der Richtigkeit'der Angaben Holeiek» zu überzeugen. Dort wurde ihm erklärt, daß der Ortsbevölkerung Ware in einer solchen Umhüllung nicht verkauft werde und gleichzeitig zeigte man dem Kontrollor hie- Reklamation einer Kundschaft der Firnia, daß in einem Paket ein Hemd fehlte. Bei Holeiek wurde eine Haussuchung vorgenommen und 48 gestohlene Hemden gefunden. Bei der Einvernahme gestand Holeiek, außerdem noch'gegen.80 Stück Wäsche und einige Bücher entwendet zu haben. Außer den Plünderungen der Paketsendungen, entwendete er auch Mustersendungen und löste Briefmarken von den Sendungen ab. Im ganzen richtete er einen Schaden von 4000 Xi an. Die Geschworenen erkannten Holeiek mit neun Stimmen schuldig. Holeiek wurde zu einem Jahr schweren Kerker unbedingt verurteilt. Vorträge Vortrag über den HenleinißmuS. Im Rahmen einer Veranstaltung der Liga für Menschenrechte sprach am 4. Mai in der Smeika 26, Dr. Joustka, Redakteur der Närodni osvobozeni, Verfasser des Buches.Konrad Henlein(Inoffizielle Geschichte feiner Partei"(Verlag: Der f«ie Gedanke, Prag). Der tschechische Vortrag wurde am Schluß vom Ehefredlckteur der„Wahrheit" etwas eilig und allzu summarisch ins Deutsche übersetzt, so daß dem deut- fchen Hörer gerade bar entging, war hiswrische Arbeit, Tatsachenfeststellung, und nicht nur Meinungskundgebung war. Der erste Teil der Vortrag» brachte— überwiegend doch die offizielle, d. h. die durch dar öffentliche Auftreten der SdP gegebene Geschichte, wenn auch keineswegs vom parteioffiziellen.Gesichtspunkt auS gesehen. Ein Ansatz zur soziologischen Analyse lag im zweiten Teil der Äortragr, der sich vor allem mit dem schwer verständlichen Entgegenkommen befaßte, da» die SdP bet manchen Behörden findet und dem sonderbar ängstlichen Schutz der Person des„F ü h r e r r" H e n l e.i n. der doch, bei der angeblichen Begeisterung der Sudetendeutfchen für ihn. einer so.weitgehend en und doppelten Schutzes, durch Staat und eigene Anhängerschaft, kaum bedürftig erscheinen sollte. In der anschließenden Diskussion wurden von einem deutschen Redner vor allem die Zusammenhänge mit Dr. v. Loesch und dem Volk und Reich- Verlag in Berlin, die Aussendung von Tendenz- vhotographenkolonnen ins Erzgebirge, die Verhandlungen Dr. Rudolf Fischers und Dietels dargelegt, die8 w a n g S v oli ti s i.eru n g der aus» landdeutschen Hochschüler und die Schikanen, wo immer dieser ein Widerstand. entgegengesetzt wird. Redner kam auf den Fall der Agenten des P r o p a g an da m.f nist eriümS, R e i tz'e n st e i n. zu sprechen, der im Herbst 1888 auf einer seiner schon 1884 begonnenen„Studienfahrten" in die Slowakei in Kaschau verhaftet, doch unbegreiflichecweise wieder freigelas- sen wurde, wiewohl auf die Nachricht von der Verhaftung die Polizei in Prag nicht anonym und auf das genaueste über die Person des Neidenstein informiert wurde,.eSaber für überflüffig fand, in der Sache auch nur ein Protokoll auszunehmen. Redner bezeichnete- weiter konkrete Fälle der politischen Schmiergeldergebarung gegenüber. Künstlern, der Familienzerstörung und des moralischen Menschen- raube»(im Wege der Verbringung in polizeilich nicht gemeldete Borortguartiere) mitten in Prag. Hierbei betonte Redner die entscheidende Hilfeleistung der„kulturpolitischen" Auffangorganifationen jeder Art, die offiziell über» Haupt nicht zur SdP gehören, sondern einfache, „parteilose" Vereine aus„berufständischer", künstlerischer",„religiöser" oder„charitativer" Basis sind, oder von allem etwas. Redner verwies vor allem auf die dringende Gefahr, daß besonders diese „kulturpolitischen" Stellen die Tendenz zeigen, durch neben- und ehrenamtliche Hilfeleistung bei behördlichen Funktionen(Versicherung ete.) eine» fälschlich hälbamtlichen Charakter sich anzumaßen und daraus- hin behördliche Aufträge.vorzugeben, wo. solche nicht, bestehen. Die Parallele mit der vom weiland Herrenklub finanzierten„hündischen" Vereinstätigkeit' der im Jahre 1882„Kommenden" liegt auf der Hand. Im Zusammenhang damit liegt das. bekannte RS- Prämiensystem(Gewährung einer Lebensversicherung bei Abonnement einer NS«BIatieS, Besucherorganisationen mit„kulturellen" Vergünstigungen .auf Grund der Parteibuches), deren Analoga bei uns mitunter von scheinbar völlig linksstehender und nur rein geschäftlich intereffierter Seite Vorschub geleistet.wird; und die», aller unter Billigung unbegreiflich toleranter Behörden. Die Ausführungen klangen in die Jordernim aus, daß gerade in dem Moment, wo die henleinistische Autonomiebewegung versucht, die staatliche Kontrolle und damit zugleich den Rechtsschutz jede» einzelnen Deutschen zugunsten der Verstaatlichung von SdP-Parteibürokratien abzubauen, imn erst recht— privat und öffentlich— an den Aufbau neuer, verschiedene LebenSgebiete .übergreifender Organe demokratischer Kontrolle gedacht werden müsse. Xunsi und MsE Einen Opemabend, der teils als historische Opernaufführung, teils al» musikalische Gedächtnisfeier anzusehen war. hatte vorgestern.im ehemaligen Landestheater(Ständetheater) das Prager TschechischeStaatSkons ervatorium veranstaltet. Zur Aufführung gelangten:„Ezio", eine dreiaktige Oper des bedeutenden tschechischen Komponisten und Zeitgenoffen Mozarts Josef Mysliveiek, deffen 288. Geburtstag Heuer zu feiern war,— ein Werk, dar manche Anklänge an Mozart hat, aber auch ost an Haydn erinnert, ein Werk, das, ohne aufzuregen, immer sauber und gefällig wirkt,— und Igor Strawinskys bekannte, hier schon. ausgeführte einaktige Oper „Mavra", deren Text von A. S. Puschkin stammt und die gewiffermaßen als Gedächtnisfeier zum 108. Todestage des großen ruffischen Dichter» anzusehen war. Die künstlerische Wiedergabe der Werke machte dem Tschechischen Staatskonservatorium alle Ehre: Ausgezeichnet spielte dasAnstaltS-Orchester den instrumentalen Begleitpart unter der umsichtigen und befeuernden Leitung Prof. Paul Didekeks. auf Sttl und Ordnung der Szene sah Regisseur Prof. Jng. Ferdinand P u j m a n und Überraschend waren vor allem die in der Gleichmäßigkeit der gesang»- künstlerischen Qualität gebotenen. Leistungen der So- l i ft i n n e n und Solisten, die überzeugend offenbarten, daß diese» Konservatorium nicht nur über guten Stimmen-Nachwuch» verfügt, sondern aüch,— was noch mehr zu werten ist.— über vortreffliche Gesangslehrer und Stimmbildner. TäS ausgezeichnet besuchte Theater folgte den Overnauf- Wrungen mit starkem Interesse und Beifall. E. I. In der Kleinen Bühne; Dienstag deutsche Ur- aufführ,mg„Mond über dem Fluh", Komödie in drei Mten von Fräna Srämek, Deutsch von Ott« Pick. 8port-8piei-Mr^eepsiego 88 Meter in 9.8 Sek. lief dieser Tage die amerikanische Leichtathleijn Helen Stephens und unterbot demit den Weltrekord der Polin Walasie- wiez, welcher 8.6 Sek. betrug. DaS Radrennen Paris—Roubaix, welches am 2. Mai zum dritten Male zur Durchführung gelangte, wurde von Banderdonck(SO Roubaix) in 8:40 Std. vor Adam(drei Längen zurück)'gewonnen, An'dem Rennen beteiligten sich über 280 Fahrer und fand unter der Patronanz des„Populaire" statt. In Roubaix erwarteten rund 20.008 Personen die Teilnehmer, ebenso waren in den durchfahrenen Städten und Ortschaften zahlreiche Menschen Zeugen dieser großen Demonstration des Arbeitssports. DaS Fnhballmatch Bilbao—Prag, bä» heute.in Prag zur Austragung gelang, findet auf dem Spartaplatz statt und beginnt um halb.6 Uhr nachmittags. ES wird von Schiedsrichter Vliek geleitet., AMktMpWWMl"! Vom Stadttheater Teplitz-Schönau Schluß dar Winterspielzelt Am 80. April endete die vertragliche Spielzeii 1886/87 und mit gleichem Tage verabschiedete sich das Operetten-Ensemble in der 28. Aufführung der „Grünen Wiese". Dem Vernehmen nach soll da» für einige Künstler ein wirklicher Abschied werden; als« feierte jeder seine Lieblinge mit besonderer Herzlichkeit, denn keiner weiß, ob es im Herbst ein Wiedersehen geben wird. Erst Iverden die Sommertheater in Karlsbad und Marienbad viele der Tep- litzer Sängerinnen und Sänger und auch einen Groß, teil des Balletts aufnehmen; dann wird der Weg für die einen in die Ferne, für manche vielleicht zurück zu un» führen. Niemand weiß das heute genau; die Künstlerlausbahn kennt keine Sicherheit. Die Teplitzer Operettenfreunde werden' niemanden aus dem Ensemble gerne scheiden.sehen. Die'beiden Tenöre, der heldische' Erik Suckmann und der schmachtende Dario Medina, die immer, charmante Deli Drexl er und die zum Opernstil neigende und stimmlich ausgezeichnete Elly Bogner; der immer fröhliche Kurt Münzer und die'drei Soubretten Jifi Musil, Traute Vogl und.Milla Dolly, da» Komiker-Trio Han» Ritter, Kurt Köhler und Karl Exner und da» von Mizzi Popp geführte Ballett— alle haben wegen ihrer künstlerischen Qualitäten, der Delikateffe ihrer Spieles ünd nicht zuletzt wegen ihrer liebenswürdigen Persönlichkeit die Zuneigung, der Teplitzer Theaterfreunde in hohem Maße beseffen.. Aber auch derjenige, der nicht allein gefühlsmäßig und von den Kunstgriffen der Sex appeal» verführt sei» Urteil bildet, sondern es auch von kritischen Stimmen abhängig macht, darf aursprechen, daß alle zusmnmengewirkt haben, um auch die. Operette als. Ensemblekunst von Wert zu zeigen. Während der sieben Monate der vergangenen Spielzeit brachte die Operette in 24 Premieren elf Werke aus früheren Spielzeiten(ganz neu einstudiert und zum Teil.auch neu auSgestatiet) und 18 neue Werke zur Aufführung. Von diesem waren Uraufführungen in der Republik oder überhaupt:„E zar- dar" von Szilaghi,„Zum goldenen Kip fe r l" von Robert Stolz,„BrandlundHub.er" (ein nach drei Aufführungen abgesetzter Mißgriff), »Dichter und Bauer" nach Suppi und„Ein Märchenwarenhaus" von Eisemann. Al» gleichfalls sehr erfolgreich erwiesen sich Grüns „G a b y", Komjätts.LiebeStrau m", Fries' .„Hochzeitsreise" und die sentimentalen „Rosen im Schnee" von Jascha nach Balladen von Löwe. Die Schlager„Auf der grüne» Wiese" und„Axel an der Himmelstür" hatten natürlich auch hier ihre Erfolgsserien. Reben diesen Neuerscheinungen wurde in sehr rühmenswerter Weise die gute alte Operette gepflegt. „Zigeunerbaron",„Wiener Blut"/ „Hollandweibchen",„Obersteig e r", „Die Glocken vo-n Cornevi-lle",„Ein Äalzertraum",„Fatanitza",„1001 Nacht" u. a. m. waren beste Tradition Man merkte den Aufführungen an, wie ernst es Dlrektor Hurrle, seinen Regisseuren(insbesondere Walter Jakob) und-seinen'Kapellmeistern Wei»köpf und Fröhlich mit dem Bestreben ist, diese Tradition aufrecht zu erhalten uM> fortzusctzen.- Und' die» scr Wille fand reicher Verständnis beim Publikum; man könnte fast sagen, zielbewußte Arbeit hgt es fertig gebracht, auch die Operette in den Dienst der Kunsterziehung zu stellen. Im Schauspiel war unsere. Bühne noch etwa» fleißiger.- Hier verzeichnen die' sieben' Monate 88 Premieren, darunter, drei Neueinstudierungen, und 27 Erstaufführungen. Da» seit Eröffnung der Theater» gewohnte Tempo.— für jede Woche eine Premiere—'■ wurde also beinahe noch überboten, obgleich die AufführungSzahlen erfreulicherweise gegen früher'im Durchschnitt gestiegen siyd. Dafür beschränkten sich die Ensemblegastspiele auf die Zahl drei: Prager Urania mit dem„Tom Sawyer" von Mark Twain, Iosefstädter Theater mit Birabemi» „Schiefem Hut" und die heimische Laienschar „Volksbühne" mit dem„Franzosensch u ster" der Teplitzer Schriftstellers Dr. Gut. JnTkünstleri» scheu Werte war der Spielplan ejn beachtlicher Bor», sprung gegenüber den vorangegangenen Jahren. Ibsen»„Per Gynt", Wilhelm Werners„Manschen auf der Eisscholle", der„Dr. med. H i o b P r ä t o r i u»" von E. Götz, Oskar Wilde»„Fran ohne Bedeutung", Schiller» „FieSeo", Werners'„Glorin», der Wun» derkomödiant" waren überragende Leistungen durch die hinreißende Gewalt schauspielerischer Kraft im einzelnen und durch die vorbildliche Geschlossenheit in der Ensemblewirkung. Besonder» erfreulich, daß sie auch die bedingungslose Gefolgschaft der Hörer fanden.— Auch dort, wo da» leichte Unter- haltungSbedürfni» der Theaterbesucher in Rechnung zu stellen war, erwies sich bei der Wahl der Stücke Geschmack. Am erfolgreichsten waren„Der erste Fr.ühlingStag" von Smith, Bachmanns„Attersee"(Uraufführung), FodorS„Eine Frau lügt", BirabeauS„Mein Sohn, der Minister", FodorS„Matura", BuS»FeketeS„Jean", die„Saison in.Salzburg" von Heller-Schütz und Jlgenstein»„Kammermusik". Natürlich übten auch Reiher wie Hansen»„SchußanBord" und da» volkstümlich Derbe in Böttchers„Krach k m Hinterhaus" und Hinrichs„Wenn der Hahn kräht" ihre,unausbleibliche Anziehungskraft. Der In der Dramatik neuerdings so beliebte Heroismus auf Schein in der Maske der historisch- politischen Großtat zeigte sich in Fraser»„Neun Offizieren" und' in BurteS„Katt'e". So freigebig da» Publikum also nach allen Seiten hin Erfolge verschenkte— dem historischen Charakterspiel „Johanna, die Wahnsinnige" von Dichsky, JenningS„Familienaffären", der rnssifchen Milieustudie„Kontuschowka" von Nielsen und. der abenteuerlichen„Tr o p e n lu'f t". von Wohl ward davon nichts zuteil. Zum Ende erfreuten noch die netten Lustspiele„Die Katze läßt das Mausen nichi"(Lonsdale),„Kommen Sie am E r st e n"(BLkeffi) und„DievierGeseI- len"(Jochen Huth) durch gefälligen Witz. -WqS oben von den Mitgliedern der Operette gesagt wurde, kann im vollen Umfange bei ven Künstlern der Sprechstücke» wiederholt werden: man möchte keinen Weggehen sehen von unserer Bühne. Jeder und jede— sie haben alle in ihrer Eigenart wesentlich dazu bcigetragen, den j Kammerspielen hohes künstlerische» Niveau zu sichern und die Teplitzer Sprechbühne wieder führend zu machen in der deutschen Provinz- Das hat vor allem die vorbildliche Ensemblekunst erreicht, die so viele künstlerische Jn- dividualitäten jedesmal auf einen einheitlichen Gestaltungswillen zu. richten, vermochte.- Direktor' Hu«rle, Fritz Kennemalin, Ernst Wagner und' Walter Jak ob waten die an solchem Erfolge zumeist verdienten Regiffeure. Ihnen standen freilich. Darsteller zur Seite, die ein hohes und künstlerisch wandlnngSfähigeSMnnen bereitstellten. Fritz K e n< nemann, Friedrich Kühne, Jack My.Iong- Münz, Viktor Saxl, Ernst Wagner, Rolf Schneider, Rudi Wiechel, Walter Jakob, Karl Schmetter und Otto Marx und nebefi Ihnen die Damen Grete Baeckj Ehristl Rarntz, Leonie D i e l m a n n, Edith« H i l l e, Vera M a n- dik, LIselott Reger, Henni Minersky ünd Tony E ft d t sind verläßliche Stützen. WaS imnier auf die Bühne kam: trotz der ungeheueren Arbeit, jede Woche eine Premiere herauszubringen, gah es in dem, wa» de» Schauspielers.ist, nie ein Versagen, nie eine grobe Unzulänglichkeit. Wenn man nach sieben Monaten solche Anerkennung für die Arbeit einer Bühne aussprechen darf, so bedeutet es nicht, nur ehrende» Lob, sondern auch Dank für treue und verantwortungsbewußte Arbeit. Gerade in den letzten Tagen hat die Stadt-, gemeinde den Vertrag mit Direktor Eurth Hurrle auf zwei weitere Jahre verlängert. Daß sich wohl jeder Theaterfreund darüber freut, beweist, wie sachlich objektiv' und künstlerisch ehrlich er unser Theater geleitet und wie sehr ihm das da» volle Vertrauen aller Kreise eingetragen hat. Unsere geschloffenen Arbeitervorstellungen haben sich in der Form eine» Abonnements stabilisiert. Dieser neue Versuch hat sich ungemein bewährt- Ein weiterer ÄüSbitu dieser Einrichtung' wird-reiche Früchte'tragen ünd der proletarischen. Bildungsarbeit kostbares Neuland erschließen. Bor allem wird die Arbeiterschaft in größerem Maße für dar Schauspiel gewonnen werden, können, wenn ein- führende Vorträge ünd allenfalls Nachbesprechungen in Form freier Aussprachen Dichtung und Hörergemeinde einander näher bringen. Diese Erwartungen nehmen wir Wer den Sommer-mtt,in die neue Spielzett.'Für den Mai hat die Stadttzemelnde dem Schauspiel eine.Nachsaison ermöglicht,. Dann gibt e»„Ferien".. Doch erwartet man Gaftspiele fremder Ensemble»; die„T e g e r n-. s e e r" haben sich schon angemeldet. Tepljtz wird also? auch im Sommer nicht ganz theaterlo»' seist und somit auch.für die Kurgäste Zerstreuung bieten. Ernst Thönev. B e z u g rbedingung- n: Bei Zustellung in» Hau» oder bei Bezug durch di».Post monatlich XL 16.—, vierteljährlich XL 48.—, halbjährig Xi 86.—.ganzjährig XL 182.—.'— Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei. öfteren Einschaltungen Preisnachlaß:— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Rewurmarken.— Die Zeitungsscankatuc wurde von der Post- ünd'-Telegraphendirektion mit Erlaß Nr. 18.80ll/VlI/1880 bewilligt,— Druckerei:.jOrbls", Druck», Verlag», und ZeitmgS»A.»G. Präg.