Sozialdemokrat Zentralorgan der»De«tschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik .Erscheint mit Ansnahme de» Montag täglich früh■/ Einzelprei» 70 Heller Redaktion und Verwaltung: Prag Xkl., Fochova 62- Telephon 83077— Herausgeber: Siegfried Taub— Verantwortlicher Redakteur: Karl Kern, Prag 17. Jahrgang Samstag, 8. Mai 1937 Aus dem Inhalt: Präsidenten-Worte Der anarchistische Brand glimmt weiter Fünf Morde an einem Tag Aufnahmen in den Staatsdienst Primator Zenkl in der„Urania“ Nr. 108 Die Mahlung von Lakehurst Der Präsident bei den siidböhmlschen Deutschen Wie die Katastrophe vor sich ging aar des«ebracht, her früher den Luft,pachte,,inen Funken, der flch gerade in dem fchlffei'„Shenandoah und_«Vrron diente, Augenblick, als das Landungstau den Erdboden Vom Gesamtverbranch an landwirischaftliche» Berliner Konjunkturinstituts vom Jänner 1037 ersten Nettnngsinannfchaften, in den trennenden Trümmerhaufen vorzudringen, und-zwar durch die vordere Seitenkabine deS Kommandanten, wo sie. eine vollkommen verkohlte Leich« fanden. Das Luftschiff„Hsiidenburg", sollte seine Rückfahrt nach Europa um Mitternacht,.d. i. kurz nach seiner Ladung, autrete». Die Passagiere, .welche in Lakehurst. an Bord des Luftschiffe; gehen sollten, konnten zu ihrem' Entsetzen bei ihrer Ankunfti'nurmehr eine Masse-brennender itüd, rauchender Trümmer sehen. Die Passagier«/ welche die Reise nach Europa mit dem Luftschiff antreten softtdm. wollten sich'.grösstenteils zu den: jirönungSfeierlichkeiten nach London begeben. 36 lote» 20 Passagiere und 44 Mann der Besatzung zumeist mit schweren Brandwunden gerettet 91. e w Bor k. Die bereits kurz gemeldet« Luftschiff-Katastrophe hat Donnerstag abends bei der Landung In Lakehurst das nenest« Zeppelin-Lustschiff„H i n d e n b u r g" betroffen, alS cs sich eben mit 36 Passagieren und 61 Mann Besatzung zur Landung anschickte. Alan nimmt an, dass'daS Luftschiff, dnS vorher Gewitterwolken durchfuhr, dabei elektrisch aufgeladen wurde und dass bei der Berührung des auögeworfenen LänduiigSseiles mit dem Bode» sich die aufge-, Diest letzte Reis« des Luftschiffes gestaltete sich infolge.- ungünstiger Witterungsverhältnisse besonders schwierig. AuS. diesem Grunde war daS Luftschiff auch mit einer zwölfstündigen Verspä- tu»g in Boston eingetroffen. Als sich daS Luftschiff über Lakehurst befand, wurde es von einem heftige«^ Sturmwind gepackt und geriet in einen Wolkenbruch. ES kreuzt« länger als eine Stunde Über dem Lusthafen, biS sich daS regnerisch« Wetter«swaS aufhellte. Fegen 16.15, Uhr. schickte sich das Luftschiff zur Landung an. AuS der Vorderspitze sanken-nacheinander zwei LandungSseile zur Erde, alles sah nach einem vorbildlich ausgefiihr- te» Landimgsuiauüver aus, als um 19.23 Uhr aus etwa mittlerer Höhe des Hinterschiffes eine riesige Stichflamme, sichtbar wurde, der«in d u m p f«r K n a l l folgte. In Bruchteilen einer Sekunde stand das Hinterschiff in Flammen und in ganz kurzer Zeit. V.rannte bereits der ganze SchifftSkürper lichterloh und senkte sich langsam z« Boden. Das Luftschiff dürfte, im-Augenblick der Explosion sich in.etwa 50 Meter Höhe befunden haben. Wenige. Sekunden.später- brach.die brennend« Mässe in sich zusammen,«nd stürzte mit uugehenerem Getöse zu Boden. Aufopfernde kener Wenige Augenblicke. nach dein' Absturz trafen'die- ersten- Feuerwehkmannschaften in-der. Nähe der brennende» Trümmer ein: Trotz der großen Hitz«,'die an- den Trümmern auSstrahlte, wagten sich die Retter an.' die Stelle Zer Katastrophe heran, um den Passagieren und Mittzlie- der» der Besatzung.dieaus den..Kabine» sprangen,' z» helfen. Um 10.50 Uhr gelang es den- Vie Katastrophe 6er.Hindenburg" 36 löte Rach den letzten Berichten hat das Unglück 33 Menschenleben gefordert, u. zw. 16 Passagiere und 17 Mitglieder der Besatzung. An Bord des Luftschiffes befanden sich 07 Personen, davon 36 Passagiere und 61 Mann Besatzung. Lakehurst. Zwei Personen, die bei der Katastrophe deS Luftschiffes„Hindenburg" schtvcre Verbrennungen erlitten, sind im Krankenhaus gestorben, so dass die Gesamtzahl der Opfer 36 beträgt. Der Präsident der Republik verliess Freitag Budweis und berührte ans seiner ferneren Reise K r u m a n, R o s e n b r r g, H o h e n s n r t h und K a p l i tz sschlicßlich auch Pisek). Nebcrall wurde Dr. Bene» nicht nur von den Behörden, sondern auch von den Massen der deutschen»nd tschechische« Bevölkerung herzlich begrüßt. Der Präsident ließ sich über die wirtschaftlichen nnd sozialen Nöte und Sorge» der Bevölkerung informiere», nahm die Memoranden in Empfang, in denen ihm die Lage der einzelnen Gebiete geschildert wird nnd sprach mit Vertretern der verschiedenen Schichten der Bcvölkernng. In Krnman besichtigte der Präsident das Schwar- zrnberg'sche Schloß«nd den Betrieb Spiro, in Hohenfurth das Stift. Der.Präsident hielt i« den überwiegend deutsche» Orten deutsche nnd tschechische Ausprachen,,jn denen«v sich vor allem zn dem Programm von Reichknberg bekannt« nnd sich mit- den einzelnen Problemen beschäftigte, die cs zu lösen gilt. Der Präsident betonte in seinen Rede» auch wiederholt" den uralten historischen Zusammenhang zwischen den Völkern Böhmens, der gerade im Süden durch so viele historische Denkmale nnd gemeinsame Erinnerungen unterstrichen wird. Wir bringe» im Innern des Blattes wichtige Stellen aus de« Reden des Präsidenten. welche seinerzeit ebenfalls- durch-' Katastrophen hMhrte, entlud. Wie es heisst, haben Augenzeu- vernichtet wurden. j qen einige Augenblicke vor der. Explosion nn den Daß bei denr schrecklichen Unglück 66 Perso- Steuerflächen Funken bemerkt. nen gerettet werden konttten, ist nach dem DNB's, l> vor allem dem überaus schnellen und entschlösse* R&SCn ClRS Dolchstoßlegende her! «e« i fflnBW, f ,n< amerikanischen RrttungS-1" Die Machthaber des Dritten Neicheöempfin- dirnstes zu danken. Die Organisation der Hilfs- den Untergang-deS Paradeluftschiffes als Massnahmen verdiene alles Lot. eine» kchweten BreMaeverlnkt. Sie bemüben üIauni überwinden. Jedes»ene Verkehrsmittel, das eingesetzt lvird, muss erprobt werden und eS kostet Menschenleben, bis Schnelligkeit und Sicherheit den höchstmöglichen Grad erreichen. Wenn man also auch den Tribut in Kauf nimmt, den die Menschheit den: Fortschritt lvohi oder übel entrichte» muss, so muss mau sich angesichts der Katastrophe von Lakehurst frage», ov sie denn unbedingt»otivendig war oder ob nicht vielmehr auch hier menschliche Schuld zu suchen ist. Auffallend ist, dass die Geschichte der grosse» Luftschiffe eine Geschichte der Katastrophe» ist und dass kaum ein solches Fahrzeug sozusagen ein natürliches Ende durch Verbrauch oder Veralte» gefunden hat. 1910 ist das deutsche Lufischisf „Crbslöh" zu Grunde gegangen(fünf Todesopfer), in demselben Jahre der«Zeppelin LZ— IV"(28 Tote), 1012 die„Schwaben", 1018 der„L—I"(14 Tote), ebenso der„L—11", 1021 der„ZR—II"(4-1 Todesopfer), 1023 das französische Luftschiff„Dixinuideu"<20 Tote), 1928 ein japanisches Luftschiff, 1030 das englische Luftschiff„R 101", wobei cs auch 50 Tote gab, schliesslich die amerikanischen Fahrzeuge „Alcon" und„Macon". Diese Hausung von Katastrophen, die Tatsache, dass fast jedes grosse Luftschiff bisher verunglückt ist, scheint dasüc zu sprechen, dass-diese Äri von Luftfahrzeuge» nicht gerade zu den sichersten Verkehrsmitteln gehört. Auch im Weltkriege- haben sich die Luftriesen nicht bewährt und das Schicksal möge uns noch schlechtere und schrecklichere Erfahrungen in einem kom- menden Krieg ersparen. Man muss also angesichts all der Opfer und all der trüben Ersahrnngeu die Frage aufwerfen, ob cs sich bei deni Bau von Luftschiffen, wie es der„Hindenburg" gewesen ist, nicht um eine Fehlentwicklung handelt, an der allerlei Interessen vielleicht auch solche des Prestiges beteiligt sind. Aber selbst wenn man derartige Erwägungen, wie wir sie hier anstelle», für abwegig, hält und die Hunderte von Menschenopfern, die da seit einem Vierteljahrhundert gebracht wurden,. als notlveudig erklärt— so weist die Aeussernug „halbamtlicher amerikanischer Stellen", wie dies in einem Washingtoner Bericht gemeldet wird, auf einen Umstand hi», der für das Erzeugungslmw des zerstörten Luftschiffes schwor belastend ist. Die .Hüfte des Schisses war nämlich nicht mit Heliuiss, sondern mit Wasserstoff gefüllt. Der Unterschied zwischen diesen Gasen besteht darin, dass das erstere nicht explodiert, das letztere jedoch sehr leicht entzündlich ist und mit äusserst heisser Flamme verbrennt. Der Konstrukteur des Schiffes Doktor Eckener, hat mit der Heliumfüllung gerechnet, da« Reich hat es aber abgclehnt, die Devisen für die Hcliumliefcrung bereitzustellen. Holiumquellen sind nur in Amerika und so lvurde der leicht entzündbare Wasserstoff verwendet, lvas ivohl die Katastrophe hcrbeigcführt hat. Das Unglück von New Nork ist also das Ergebnis der deutscheit Wirtschaftspolitik. Der deutsche Nationalsozialismus hat als sein Wirtschaftsideal die Selbstversorgung (Autarkie) Deutschlands erklärt. Das Ziel ist, sich von der Weltwirtschaft möglichst- unabhängig zu machen, weil im Falle eines Krieges eine Blockade Deutschlands ebenso zur Niederlage führen könnte wie 1918. In der Tat hat die deutsche Wissenschaft eine Reihe von Erfindungen gemacht, die ausländische: Rohstoffe durch inländischci ersetzen: Zellwolle, Benzin aus Kohle, künstliches Gummi usw., wenn auch die Kosteä der heimischen Waren west höher sind als die der natürlichen Weltmarktprodukte. Allein die Selbstversorgung Deutschlands steht, noch in weiter Ferne. Trotz aller Anstrengungen,, trotz des Vierjahresplans hat'die Selbstversorgung der deutschen Wirtschaft Ende 1986 bei Textilrohstoffen erst 18 bis 20 Prozent betragen, bei. Ejsenwaren 85 bis 40 Prozent, bet' Kupfer 11 Prozent,.' bei Blei 86 Prozent, bei Bauxit(aus dem.'man Aluminium Statt Helium— Wasserstoff Die Luftschiffahrtsavteilimg des amerikanischen Handelsministeriums hat die Untersuchung der Ursachen der„Hindenburg"-Katastr»phe angeordnet. An halbamtlichen amerikanischen Stellen glaubt man, dass die Hauptursache darin er-_ blickt werden kann, daß daS Luftschiff n i ch 1 m i t| jj H eliu m, sondern mit Wasser-' st off gefüllt war.' Dr. Eckener habe gleich bei seinen ersteig Fahrten nach der Union mit der Helium-Füllung gerechnet und es waren bereits 1 auch alle Borkehrungen hiezu getroffen. Deutschland lehnte jedoch die Ausfuhr von Devisen für .die Helium-Lieferungen ab. Die Helium-Erzeu- ....•,«..igung ist tatsächlich sehr teuer. Die Vereinigten Netten koimsen sich^ nur^ie^Jusassen^der i Saaten und Kanada sind die einzigen Länder mft natürlichen Helium-Quellen.... .. lieber die unmittelbar« Auslösung der Ka- Zeppelin„Hindenburg“'in Südamerika speicherte statische Elektrizität unter Funkenbildung entlud, wodurch auSströmendes Gas entzündet wurde. Auch Funkenbildhug bei' einem der Motoren kommt als Ursache in Betracht. Die ,' Explosion hätte aber auch dann nicht eintreten können, wenn daSLuftschift, wie vorgesehen, mit dem nicht brennbaren Heliumgas und nicht mit dem äusserst feuergefährlichen Wasser- st off gefüllt gewesen wäre. Die Zeppelin-Gesellschaft hat angeblich die für den Ankauf deS sehr teueren HeliMs notwendigen Devisen nicht freibekommen... Kürz nach der Katastrophe wurden di« ärgste» Befürchtungen laut, dass von den Insassen außer dreien, die abgesprnngen waren» niemand mehr am Leben sei. Doch gelang es der Aufopferung-der. amerikanischen HilfSmannschaften» unter Einsatz deS Lebens, auS den brennenden Trümmern fast zwei Drittel der Insassen, wenn auch zumeist mit schweren Brandwunden,' zu retten. Die Spitäler von-Lnkehurst sind überfüllt. DaS Kommando deS Luftschiffes hatte zum erstenmal Kapitän Pruß selbständig inne, doch befand" sich der bekannte Kapitän Lehmann gleichfalls, an Bord. Beide sind unter den Geretteten. DaS Luftschiff befand sich auf seiner 21: Anierikafahrt und sollte auf der Rückreise zumeist Fahrgäste an Bord nehmen, die zur englischen Krönung nach London fahren wollten. !«inen schweren Prestigeverlust. Sie bemühen'sich daher) sofort Schuldige ausserhalb der eigenen Reihen.zu finden.. Mait spricht von»Sabotage" und.,)Atten!at". Dr. Eckener will mit.'47 Prozent,(ausgerechnet!) Wahrscheinlichkeit- in eitteiü'Äabotlige-Akt die Ursache der Katastrophe sehen. Der-Letter der Zeppelinwerft hält eS auch MU,. für möglich, dass ein Schuß die Explosion'aus-! erzeugt) 2 bis 8 Prozent, bei Mineralölen 40 gelöst! habe. Natürlich hat Hitler, der angeblich bis 50 Prozent, hei Gummi 4 bis 5 Prozent, bei- der..Nachricht-:geweint haben soll, sofort«In Z'Z''"’'""'.'''•*'" Sammelwerk für verstärkten Lus t f ch i f f- Rohstoffen stammen nach einer Untersuchung deS bau eingeleitet!' Seife S Samstag, S. Mai 1VS7 Nr. 10« Identität sestzusteiien unmöglich ist,".' betrug durchschnittlich zweieinhalb Tage, van Frank«^'jedoch nur, drei verkohlte Leichen zu Sergen, deren surt nach Rio de Janeiro vier Tage. Die Reederei besitzt nunmehr lediglich dar Luftschiff„Gras Zep pelin", dar aber bereit» gehn Jahre alt ist, wäh rend die.Hindenburg" im Jahre 1982 in Bau ge nommen wurde. nur 43 Prozent mir heimischer Erzeugung. Selbst wenn in den nächsten Jahren die Quote inländischer Rohstoffe, die sitr Deutschland lebenswichtig sind, steigen würde— an eine tatsächliche Unabhängigkeit vom Weltmarkt ist nicht zn denken. Tie Wiedereingliederung Deutschland» in die Weltwirtschaft scheitert aber vorläufig an Deutschlands Anfriisinng, der alle» untergeordnet wird. In der Zuteilung von Devisen wird die RiistungSiudustrte bevorzugt, für Zlveck«. ziviler Luftschiffahrt ist kein Geld da und so muhte der heimische Wasserstoff das amerikanische Helium ersetzen— mit welchem Erfolg, zeigen 83 Tote, die im Passanierraum des„Hindenburg" zu Asche verbrannt sind. Ter Fortschritt der Technik läht sich ans die Rohstoffe eines Laiche» allein nicht beschränken, Ersindungrgeisl und Berkehrsenttvicklung drängen über die Staatsgrenze» hinaus und so wird die Tragödie des„Hindenburg" zur Katastrophe der Autarkie, eines aus dem Wettrüsten und militaristischen Denken entsprungenen Wahnes. Wenn die Mahnung von NewD.ork gehört werden soll,' die 88 Menschen, nicht vergebens' gestorben sein sollen, ,dann müssen die Mauern'abgetragen werdens welche die wirtschaftende Tätigkeit der Mtn- schen in den verschiedenen Staaten von einander scheiden, dann Müssen alle Böller sich dessen wieder belvuhi werden, dah die Weltwirtschaft und die Einheit der Menschlichkeit Tatsachen sind. Die Kapitäne Lehmann und PruB unter den Ueberlebenden Amtlich wird mitgeteilt, dah sich unter den Ueberlebenden Kapitän Ernst Lehmann und Kapitän Max Prust befinden. Auch Kapitän Stampf soll die Katastrophe überlebt haben. Drei Reisende, und zwar Clifford Osbun» Joseph SpahS und Philipp Mongon, konnten sich durch Absprung retten. ' Bei der Katastrophe kam auch ein Bürger au» Lalehnrst nmS Leben, der wahrscheinlich au» nächster Nähe dem LandungSmanöver beiwohnen wollte. Unter den Paffagieren befand sich auch der Sohn deS ehemaligen amerikanischen Botschafters in Polen, Peter Belin, der sich durch Sprung ans dem Fenster retten konnte und unverletzt blieb. Kapitän Prust hat nach den letzten Meldun« gen schwere Brandivunden erlitten. Die Brandwunden des KapiiänS Lehmann haben sich nur als leicht herausgestellt, doch hat.Kapitän Leh- mann auch noch einen Nervenchock erlitten. NN allem Komfort ausgestattet... Da» in den Friedrichshafener Werften erbaute Luftschiff„Hindenburg" war 248 Meter lang und im Durchschnitt 41. Meter breif, Der Rauminhalt betrug 200.000, Kubikmeter,. Pen• der Filllun» mit Helium wurde Abstand genommen, da Helium zu teuer kam. Der Antrieb erfolgte durch vier Schweröl-Motoren von je 1000 HP. Die Stundengeschwin» dtgkeid betrug 400.Kilometer. Insgesamt"vermochte det..Hindenburg".00 Passagiere:fassen. Die Kabinen Warrn in drei Stockwerk»- unter dem Rumpf eingebaut, i..■....•> ■ Das vernichtete Luftschiff stellte den modernsten und letzten Zeppelin-Typ dar und war mit allem Komfort auSgesiattet: Die Kabinen mit warmem und kaltem Waffer, auch ein Rauchersalon war eingebaut. Die Fahrtspesen betrugen nach Nordamerika 1000, nach Südamerika 1000 Mark. Die Fahrtdauer von Frankfurt a. M. nach Lakehurft ein Augenzeuge berichtet Ein Mitglied der Flughafen-Besatzung, da» beim LandungSmanöver bchtlflich war und. sich im Augenblick der Explosion unter dein Lufschiff befand, erklärte, dast sich.das Luftschiff etwa 100 Metest über dem Erdboden befand, al» die Explosion'eintrat. Man konnte deutlich die Reisenden unterscheiden» die lachend und mit Taschentüchern winkend ihre' Angehörigen' auf' dem Flugplätze grössten. Plötzlich trat die Explosion ein. Wir flüchteten, um den sengenden Flammen ustd dem Rauch zu entgehen. Kurz darauf lehrten"wir trotz der schrecklichen Hitze, die uns au» den rauchenden" Trümmern entgegenschlug, zurück, um zu versuchen, die Passagiere zu retten. ES gelang UNS Am Dienstag, den 4. Mai, hielt die Zentralgewerkschaftskommission des Deutschen Ge- werkschaftsbundes eine Vollsitzung in Reichenberg ab, die sich viel mit wirtschaftlichen Fragen beschäftigte. Sie befastte sich eingehend mit der erfreulichen Aufwärtsentwicklung unserer Industrie» was nach harten Krisenjahren endlich wieder eine Erleichterung bringt. In manchen Berufen werden Arbeitskräfte gesucht. Die Zahl der Arbeitsmöglichkeiten nimmt fast überall zu und ein beträchtlicher Teil der Beschäftigungslosen findet wieder zurück in die Betriebe. Die Wiederbelebung ist jedoch nicht gleich mässig. E» gibt Krisengebiete mit vielen stillgelegten Betrieben. In einigen Be- rnfSzweigen macht die Besserung nur geringe Fortschritte, mikmter ist noch kaum von einer solchen zu sprechen. Hier must noch durch weitere geeignete wirtschaftliche Mahnahmen stärk nachgeholfen werden. Insbesondere bedürfen unsere grasten Exportindustrien der besonderen Aufmerk- soinkeil. Die schon vorliegenden Beschlüsse der Regierungsstellen auf ausreichende Exporthilfe müssen rasch und im weitesten Umfange durchgeführt werden. Selbst die Arbeiten im JnvestitionSbeirat dürfen keinen Augenblick in» Stocken kommen, damit noch mehr beschäftigungslose ArbeitSkräste ins Erwerbsleben zurückgebracht werden, Bis zur Völligen,:, liebenvindung..der.,.,Wirtschaftskrise Ist noch manches zu tust, das" geht deutlich genug aus der gegentvärtigen Arbeitslosenziffer herbor, die fwch überhaus hoch. ist.............. Zur Belebung der Wirtschaft bedarf«» der Zusammenarbeit. Die soll organisiert Ivtzrdeiv in Regt o n a l a u ö s ch ü s s c p für bestimmt« Gebiete,. vor allem dort, tvo" die Auswirkung«» der Wirtschaftskrise mit am ärgsten waren. In den Handelskammersprengeln Eger und Reichenberg ist es unterdessen zur" Bildung derartiger Regionalverbände gekommen, in denen Vertreter der Arbeitnehmer und der Industrie sich mit dm Wirtschastsfragen des engeren Gebietes beschäftigen. Beileidstelegramm des Präsidenten Dr. Benei Hohenfurch. Der Präsident der Republik Dr." Benes wurde über dij Katastrophe, von welcher da» deutsche Luftschiff„Hindenburg" betroffen wurde, in den frühen Morgenstunden informiert. Er hat aus Hohenfurch folgendes Tele- .gramm an den Reichskanzler Hitler schicken lassen: „Tief erschüttert von dem schiveren Unglück, von welchem daS deutsche Volk durch die Explosion des Luftschiffes„Hindeichurg". betroffen wutde, erlalkbe ich mir, Eurer Exzellenz meiner aufrichtigen Teilnahme an"der Trauer des deutschen Volkes zu versichern.""‘ Auch eine Reihe anderer Staatsoberhäupter, darunter Präsident Roosevelt, hat an Hitler Beileidstelegramme geschickt.. .. Im Zusammenhänge, mit der Wirtschaftsbelebung nimmt in der letzten Zeit die Zahl der Lohnlämpfe zn. Da» war zu erwarten. Im Verlaufe der Wirtschaftskrise wurddn wiederholt in der Industrie die Löhne der Arbeiter und die Gehälter der Angestellten abgebaut und da» überaus empfindlich. Darunter hat der innere Markt schwer gelitten. Selbst die noch in Arbeit stehenden Menschen konnten vieles nicht mehr kaufen- an was sie gewöhnt waren und was sie sonst konsumierten. Ihre Kauflraft war zu tief herabgedrückt. Jetzt haben sie viele»nachzuholen, deshalb erheben sie Anspruch auf die Wiedergutmachung dessen» worum sie im Zustande der Krise an Löhnen verkürzt worden find. Damit muhten die Industriellen rechnen und manche unter ihnen haben das auch getan. Nur dort, wo der Untemehmer glaubte, die bessere Konjunktur ganz allein auswerten zu können, ist eS zu Arbeitseinsteflungen gekommen. Es sind in den letzten Monaten mehrere Lohn- und Vertragsbewegungen erfolgreich ohne aufregende Begleiterscheinungen abgeschlossen worden. Nur dort hat eS Zwischenfälle gegeben und unnötige Verschärfung des Kampfes, wo der Arbeitgeber anfangs keinerlei Entgegenkommen zeigte oder dort, ivo die Arbeitnehmer eine unbedingte Ablehnung ihrer Forderungen erwarten mutzten. Da wurde vereinzelt. zu. einem.nicht gewerkschaftlichen Kampfmittel' gegriffen,. z» dem-sogenannten „Sitzstreik". Die Arbeiter legten die Arbeit nieder, blieben jedoch im Betrieb. '..Die freien Geiverkschasten führest ihre Lohnkämpfe nach ihren, eigenen Grundsätzen: und mit Mitteln,, die sich auS dem Koalitionsrecht und der GeiperkschaftSfreiheit ergeben. Bor-allem legen diese. Wert darauf, dass jeder Lohhkampf, : planmässig vorbereitet imd' im Elnvernehmest mit' der zuständigen Gewerkschaft beschlossen und geführt wird. Unvorbereitete, sogenannte wilde Streiks, haben nie die Billigung der Gewerkschaften gesunden. Sie fuhren nur ganz auSnahmS- weise zu einem guten Ausgange. Jetzt, bei Wiederaufleben der Wirtschaft ist es de» Arbeitern Der Brand glimmt noch Immer Die Anarchisten entgleiten Ihren Nihrern Die Meldungen aus Katalanten sind nicht eindeutig. Die Regierung betont» dast sie Herrin der Lage und der Aufstand so gut wie niedergeschlagen sei. Die Berichte der ausländischen Presse, vor allem die Pariser Meldungen, besagen, daß die Anarchisten dir,Aktion weiterführen. Alle Aufforderung.«», das'Feuer einzustellen, verfangen nicht. DaS Schwergewcht der Rebellion soll in die katalanische Provinz verschoben sei»,.was die'Schritte der Regierung erschwert. Einzelne Orte sollen in den Händen der anarchistischen Desperado» sein. Eine HavaS-Meldung besagt, dast die Anarchisten der Regierung mit G i f t- gaS drohen, wenn sie ihre Ordnungstrupprn Nicht auflöse. Die in der Negierung verblieben«» anarchistischen.Führer scheinen keine Autoritäe zu geniesten. Es gehen unbestätigte Gerüchte um, vast verschiedene anarchistische Führer von. den eigenen Leuten ermordet sein, solle». Die Anarchisten an der Aragonfront meutern angeblich und desertieren, da sie iähauptrn» di« Regierung sei eine militärsch-marxistische, für die sie nicht kämpfen wosien. Der Eindruck, dast italienisches und deutsche». Geld«ine Rolle spielt, ist nicht von der Hand z« weisen. Militärische Lage gut Madrid. DaS offizielle Kommunique. meldet: Bei der Armee im mittleren Sektor kam eS zu heftigen Kämpfen, insbesondere bei der Französischen Brücke. Der Feind wurde mit zahlreichen Verlusten zurückgeschlagen. RegietungSflutz- zeuge bombardierten den Bahnhof in Siguenza. In Euscadi sprengte Regierungsartillerie die Stellung der Aufständischen und erreichte auch die Nebenstrasten in der ganzen Provinz. Artillerie der Aufständischen eröffnete das Bombardement, ohne jedoch Menschenopfer oder Schäden zu verursachen. Bei Santander setzen die Re- gierungSäbteilungen den Angriff fort, eroberten hiebei das Dorf Espinosa de BrieiaS und»ahmen 60 Soldaten der Franeoarmee gefangen. und Angestellten wieder möglich, daran zu denken, ihre Löhne und Gehälter an die Kosten einer ordentlichen Lebenshaltung anzugleichen. Da« soll und kann geschehen durch Anwendung der gewerkschaftlichen Mittel, die ausreichen, wenn Arbeiter und Angestellte durchgehends gute. Gewerl-- schafter sind. Dann, verhandelte die Sitzung noch, über die st a a t l i ch e A r b«i t S I o s e n u n t e r» stü tz pin g,,Sie vfendet sich SMn dagegen, daß irgendeine Schmälerung, in.den Leistungen des Gesetze» über den Staatszuschuß versucht wird. Auch zur Auflassung^ der« Krisenunterstützung." ist noch, kein begründeker Anläst." gegeben,.. Der Bericht über die Durchführung der Re- glerungs.kupdgebu.ng Wer das nationalpolitische Verhaildlungsergeviiis init. den attivistischen deutsche» Parteien, soweit gewerkschaftliche Aotivest- digkeiten dabei in Betracht kommen, tvurde zur Kenntnis genommen und den von der Zentralge- werlschaftSkommisston getroffenen, Massnahme» zugestiimnt. Ebenso dem Bericht über die plckn- wirtschaftliche Konferenz des Internationale!» Ge- wetkschastSbundeS, die kürzlich in Paris tagte. Wiedergutmachung Kes Lohnabbaus Die deutschen freien Gewerkschaften zur Wirtschaftslage und zu den Lohnkämpfen JUN GES WEIB 0 VERONIKA ROMAN VON MARIA GLEIT lind also tuschelte und flüsterte und hetzte die Alte, und also tviegelte sie die Leute auf, Veronika aber kitt eS nicht, dast die versteckten Anschuldigungen, die unsinnigen, haltlosen Heim- lichtnereieii herankamen an ihren Mann. In ihrer angespannten, feindseligen Wachsamkeit beobachtete sie in diesen Wochen die Leute vom Dorf, um zn erkunden, wie lange ihr Vertrauen zu Bannholzer de» Gemeinheiten der Hirschenwtriin standhalten würde. Sie tvustie zu genau, wie wenig es ans einem Dorfe nützt, den Dingen offen zu begegnen. ES tvürde, auch wenn" sie die mihgiinstige Alte zu einer Stellungnahme" zwänge, immer estvas hängenbleiben an ihrem Mqnn. Anter- irdisch würde«S weiterschtvelen, ein neue» Samenkorn würde in der Treibhausatmosphäre der , dörflichen Stinmnmg Hochschiehen und sich zu einer im Hast und Neid prangenden neuen Blüte der Verleumdung entwickeln. Noch gelang es ihr, diesen Gtftbliiten da» purpurne Haupt abzuschlagen, — noch gelang«8 ihr, den Mann zu täuschen Wer den wahren Stand der Dinge, noch ging sie an. seiner Seite aus frühlingsstaubenden Wegen: aber sie lebte am Abgrund, Tag für Tag, und jede Stunde in der Gewihheit, dah ihr Mann von diesem Abgrund verschlungen werden konnte... dah" e» die letzte sei... Von Wetterwolken bläulich eingehiillt, dunkelten ihnen die Hügelrücken entgegen... „Wenn das nur kein Gewitter gibt,- Veronika." „Wär' das so schlimm?" Sie hatte sie manchmal noch so an sich, diese kleinen, streitbaren Herausforderungen in gehobenem Ton, an sich aus ihrer glücklichsten, ihrer arglosesten Zeit. Jetzt gelangen sie ihr nicht mehr ganz. Er hörte es, und ein überflutendes Mitleid packte ihn mit dieser Frau. Gerade darum" aber versuchte er, auf ihren Ton einzugehen: „Und Ich glaubte immer, es gäbe, für Frau Bannholzer nichts Schrecklicheres al» so eist Strafgericht des Himmels mit Donner und Blitz? Früher war daS nämlich so... Da war einmal ein lleineS Mädchen, das fürchtete nichts in der Wett so sehr..."" „Ach," Arnold, früher, früher... Wenn du doch aber bei mir bist...1?" Auch daS war neu. Auch das war Werwäl- tigend und unbegreiflich. Wenn du doch, aber bei mir bist... Das wäre früher niemals Wer Veronikas Lippen gekommen. Die arme, leise, innige Ergebenheit,— wie fremd, war sie,.wie gar sticht zu Veronika gehörigl War da ein Vorwurf, ein Seufzen, eine verschwiegene Sehnsucht? Denn wann war er schon bei" ihr, wann? Er ratterte in den Dörfern herum, er hockte in seinem leeren Sprechzimmer, und seine Frau? „Veronika... du bist— soviel-— allein. Ich hab' so wenig Zeit für dich, Beronika. Du willst am Ende.,..".Er brach ab, die Nacht fiel, ihm ein, die erste Nacht mit ihr in ihrer Stadt am Flust.... „Ich will am Ende.,.?" fragt« sie zurück, sehr hellhörig und einen Au»weg au» der Wirrsal! blitzartig erkennend. „Du willst wohl wieder einmal in di« Stadt/ und unter Menschen... In ein Theater.. i< Und.," ,/hin, hm"... Es war der klein«, mädchen-- hafte Laut, der ihn".so stutzig machte, diese» süsse, früher einmal so lustige, ganz kurze rchm» hm"»i au» geschlossenem Mund, vom Gaumen herkom« mend, mit gehobenem Kinn und.eingezogener Oberlippe auögestohen.",• „Ach?" sagte er nur, fassungslos, enttäuscht, denn er begriff es nicht. Sie sehnte sich nach dem gleißenden Licht, dem zuckenden Glanz. der Städte? Weg von ihm? Uiw weg von ihrem Kind? Und vielleicht— vielleicht— war es— nicht einmal die Stadt? Vielleicht war es doch Bernd? Veronika ist mein« Krau... Veronika ist meine Frau... dachte er in diesem Schweigen, das nun zwischen ihnen war. Beronika ist meine Frau, und eine Frau gehört zu ihrem Mann. „Ich kann jetzt nicht vom Dors« weg, Veronika. ES ist nicht meine Schuld, wenn wir jetzt Nicht reisen können, Liebe, flber Rosa,— weisst du, Rosa wird nun doch bald sterben, fürchte ich. Sie hat... ja.... sie bat unheilbaren Kehlkopfkrebs." „Oh, Liebster, Liebster... und das hast du mir"nicht gesagt?" Beronika Ivar ehrlich bestürzt. „Und allein wirst du wohl nicht fahren wollen?" fragte Bannholzer, ihren Einwurf nicht beachtend. „Nein, nein, allein schon nichtl" Schwer nur gelang es ihr, die Enttäuschung zu verbergen. Reisen,, ach Reisen.... Es war ihr nicht umS Ressen zu tun... Nicht um» Reisen» worum denn aber dann? Wollt« sie davonlaufen, ihrem Leben davon, nicht» al» fort, fort, fort? Wollt« sie. da»? Wie.«in magischer Kreis war das Dorf, um sie geschloffen, ein Kreis, in. dem sie heriimlief, ohne Rast, ohne Ruh", Tag um Tag, und Nacht um Nacht.... Sie kamen an einer Kirche vorbei, der Mann und die Fran.in ihrem düsteren Schweigen. "„Lieber", sagte Beronika und hob den.Blick und liest ihn auf dem. in der Sonne noch schimmernden Mauergestein verweilen." „Geh stur^, antwortete er. Er war" mW« geworden von der Erschütterung, dah die" Frau 1 von ihm fortwolüel bon ihm/ von ihrem Kind, vonihrem Dorf.„Geh nur, ich ruh' mich hier«in Wenig aus!" Und er setzte sich auf eine Lank/die ustter hohen Kastanien staub, und er"sah seiner Frau nach, wie" sie"mit"raschen, sicheren Schritten der"Kirche zustrebte. Dunkel und hell war eS in dieser Kirche, dunkel und hell. in einem. Schwarztropfende.S Gold» glühten die Bilder von den Wänden. Got» teSluft, dachte Beronika. Mit. einem Male war das Wort da, das sie noch nie gedacht hatte, ijstd sie atmete beschwerter, denn diese"Luft war zu dünst für sie, zu schneidend, zu scharf. Ist einer Seitenbank kniete sie nieder,"stützte die Unterarme"auf" das Holz, liest den Oberkörper vvrnüberfallen. „Vater unser...", betete sie. Weither kam. ihr da» Erinnern, immer noch verschüttet, au» Trümmern steigend, denn sie wag keine fromme Frau; sie war sich selbst zu schwer! „Batet unser'..." Starr hob sie das Gesicht! von keinem" Gefiihl berührt. Welche Entfernung zwischen dem Himmel Und ihri' " Langsam stand sie auf,- steif, mit unbeweglichen Gelenken/ die ganze Frau wie aus Holz geschnitzt,"schritt sie dem Ausgang, zu. An-dir Türe klebte ein Zettelchen; weih wie da» Gefieder eistet Taube blitzte«S auf," al»' ein Lichtstrahl «S traf.„DaS Kreuz ist immer bereit und erwar- tet Dich überall." Betroffen hielt die Frau in ihrem höhernen Schreiten ein,«Du kannstihiss nicht entfliehen, wohin Du auch läufst, well, VW« hin Du auch kommst, Du Dich selbst mitnimistst und Dich selbst wiederfistdest", las sie mit starrest, erloschenen Augen und hastig, wie gierig bewegten Lippen! Sie zog die Augenlider zusammen, als sie dl« Tüöe öffnet^ stm den Raum ,zü verlasse». Licht, lechzte sie, Licht! Lichti Aus verengtem Blick sah sie das Kreuz, schwarz, eistsam, mahnend in den Himmel.ragend, Damit. kann man nicht leben, dachte sie, Man. muss'eS M vergessen suchen,'ich bin" sticht'. für das Kreüz gemacht, wer hin ich denn überhaupt? Wtr bin ich sevdst? Hiess eS. nich"so?." .(Fortsetzung folgt.), <£ei/spiegel Ein neues Naturfreundehaus am Lenzenberg bei Petzer Es war schon lange der Wunsch aller Naturfreunde, In der Tschechoslowakei auch im Rie- sengebirge einen Stützpunkt zu errichten. Die vorletzte Hauptversammlung faßte auch einen diesbezüglichen Beschluß und es wurden seit dem Jahre 1983 alle möglichen Geldmittel zusammengelegt. Die Subventionierung der einzelnen Häuser aus den Mitteln des Reichsausschußes wurde eingestellt und alles für das Projekt verwendet. Es gelang auch, den'größten Teil des notlocndigen Geldes bis Mitte 1986 aufzutreiben und die Organisation kaufte im Sommer 1984 ein Grundstück im Ausmaße von etwa 88.099 Quadratmeter auf dem Lenzenberge bei Petzer. Auf dem Grundstücke befindet sich auch noch ein Bauernhaus, welches mit dem Kaufe ebenfalls in den Besitz der Organisation überging. Der Platz ist im Angesicht« der Schneekoppe herrlich gelegen, hat ein vorbildliches Skigelände, durch günstige Ouellenvcrhältniffe ist nicht nur die Wasser- und Lichtversorgung gesichert, sondern es kann anch in absehbarer Zeit ein Badeteich errichtet werden. Die Pläne des gesamten Projektes sind bereits ausgearbeitet, so daß, nachdem in den letzten Monaten auch die letzten notwendigen Geldmittel für das erste BauloS herbeigeschafft werden konnten, die Vergabe deS Baues auch bereits erfolgen konnte. Die Brünner Freunde beteiligen sich sehr rege an den Vorarbeiten und haben'auch einen nennenswerten Beitrag- zum Baukapital gewidmet. Auch andere Ortsgruppen Oer„Isz der Freiheit** in Teplltz-Schönau Der Bund proletarischer Freidenker hat für den zu Pfingsten 1987 in Teplitz-Schönau stattsindenden „Tag der Freiheit" kolgeudes Programm festgelegt! Samstag, den 15. Mai: Um 4 Uhr nachmittags Sitzung der erweiterten Bundesexekutive im Hotel„Krone" In Tcplitz- Schönau, Masarykstraße. Um 8 Uhr abends in den Teplitzer Neptunsälen große Kulturfeier, Begrüßung der Gäste und der BundcStagSdelcgicrten. Es wirken mit: die deutsche S-Bühne und die tschechische Gruppe: Severäci, Ar» beitergelangvereine, Musikdarbietungen der Kapelle Löwenthal. Sonntag, den 16. Mui: Um 9 Uhr vormittags Aufstellung des Mani- festationszuges in Turn. Ausstellungsplätze: Die Delegierten des Bundestages und die Prager Freunde in der Josef-Straße. Die tschechischen Freunde, von der Bolnä Myölenka, der Unie, dem Svaz dilnickhch volnomyölenkäkü, der Osvita in der Schloßbcrgstraße, der Kreis I V des BpF in der Lindenstraße(linker Straßcnzug), der Kreis V des BpF in der Lindcnstraße(rechter Straßenzug), der Kreis Va deS BpF in der Edmundstraße, der Kreis VI deS BpF fn der Mariascheiner Straße. Stellungsplatz der Ordner: In der Masarhk- strahe vor der katholischen Kirche. Um halb 19 Uhr Abmarsch deS.DemonstrationS- zugeS durch die Masarykstraße nach Teplitz auf den alten Bramschplatz.' Um halb II Uhr vormittags Kundgebung auf dem alten Bramschplatz. Ivamöglich mit niederer Gelverbeschnle(Masrtii- uenfach) in Betracht. Bei der Finanzdirektion in Prag tvcrden mehrere 109 Mann zur Finanzwache ausgenommen. Die Hälfte dieser Sielten ist lüngcrdicucndcn Unteroffizieren Vorbehalten. Zu den Aufnahmsbedingungcn gehört zmniii- destens Bürgcrschulbildung und Absolvierung des militärischen Präsenzdienstes. Lu Betracht kommen nur unverheiratete Bewerber. Schließlich ergeben sich gelegentlich auch Neuanstellungeii.ini Postdienst, allerdings tverden die Posten der niederen Kategorien nicht ausgeschrieben, sondern von den Direktionen beseht. Bei allen Neuaufnahmen werden auch Deutsche in entsprechender Zahl berücksichtigt. Ans unglücklicher Liebe in den Tod. Am 4. d. M. hat die 26jährige„Hausgehilfin E. Sch. auf der Straße Bensen-—Telsche» aus grauenhafte Weise ihrem Leben ein Ziel gesetzt. Die Unglückliche, die bei einer Partei in Tctschcn als Hausgehilfin beschäftigt lvar, tvarf sich vor die Lokomotive des von Bensen kommenden, um 12,48 in Tctschcn fälligen Personcnzugcs und wurde förmlich in Stücke gerißen. Das Motiv der Tat war unglückliche Liebe. Enquete über den LebenSkunde-Unterricht. Am 17. Juni(Pfingstmontag) veranstaltet der Bund proletarischer Freidenker in Teplitz-Schö- nau, Neptunsälc, wn 2 Uhr nachmittags, eine Enquete über den LebenSkunde-Unterricht. Eingeladen wurden zu dieser Enquete das Schulministerium, der Landesschulrat und eine ganze Reihe von BozirkSschulauSschUffcn. Anmeldungen nimmt entgegen das Sekretariat des Bundes proletarischer' Freidenker, Titschen, Brückengasse 1989. Nr. 108 SnmStäg,8.Mni 1037 Seite 3 Präsidenten-Worte: Verständigungs-Programm wird verwirklicht—„geschehe was da wolle!" In Krumau: „Demokratie bedeutet für mich nicht N»r eine verfassungsrechtliche Form, bestimmte Gruudsätzk des Wahlrechtes und der Einrichtung von Vertretungskörpern. Demokratie bedeutet auch eine bestimmte M e t h o d e der politischen Arbeit. Eine Methode, bei ter keine Pläne und Institutionen nur«nd speziell von oben her, spekulativ nach bestimmten, vorher festgelogten Ideologien gemacht werden, ohne Rückficht ans die vorhandenen tatsächlichen Berhältniße, sondern bei der d a S Leben, die öffentlichen Einrichtungen, das Recht von Erfahrung zn Erfahrung aüsgebaut werden. Diese Grundsätze der demokratischen Methode In der Politik gelten bei mir avch für dir Ratio- n a litätrnpoli t i k. lind deshalb sehe ich auch hier keine AUerweltS-Heilmittel; ich glaube an keine wnnderwirkende'Wünschelrute, die mit einem Schlage die Berhältniße ändert, wie es sich der oder jener wünschen würde. Konkret. gesprochen: Ich glaube nicht, daß wir unsere natlona- lr» Schwierigkeiten mit einem Schlage lösen könnten, mit irgendeinem theoretischen GeneralauSgloich, am allerwenigsten mit einem, solchen Ausgleiche, durch welchen wir entgegen allen Grundsätzen, die sich aus der jahrhundertealten, engen Verbindung der einzelnen Gegenden der Republik ergeben, dies« Gegenden irgendwie von einander trennen wurden, aus Leuten, die gewöhnt find znsammonznleten, nur«in« Art höflicher Nachbarn machen würden, die einander bloß über den Zaun hinweg sehen können. Nach meiner lleierzeugung Ist es nölig, auch in den Fragen der gemeinsamen Zusammenarbeit der Tschechen«nd Deutschen davon auszugehen, was«ns in diesem Augenblick am meisten schmerzt und drückt, «inen konkreten Mengel festzuslellen«nd. gleich z« beginnen, ihn konkret«nd praktisch ,« beheben, bis er beseitigt ist, danach einen zweit«, dritten«nd so weiter. Laß« wir keinen Tag unseres Lebens vorübergeh«, ohne irgendeine Verbesserung vorgenom- mcn»n haben!" Der-Präsident erinnerte dann an seine Worte in Südmähren während seiner vorjährigen Meise. Damals habe sein Hinweis darauf, daß er„bald" gelingen werde, das Einvernehmen zwischen den Völkern des Staates zn verbcffern, vielfach Erstaunen geweckt. Das Feber-Abkommen aber zeige den ernsten Willen der Regierung, den innerstaatlichen Frieden auf sichere Grundlagen zu stellen. ,Lsch weiß wohl, was von dieser»ter jener Seite«ingewendet wird. Man glaubt nicht, man redet von bloßen Versprechungen; man glaubt insbesondere nicht an die Möglichkeit der Durchführung dieses Programme»,- besonder- wegen bes Widerstande« der Bürrkrat'te Ich weiß, daß hie«nd da noch Zweifel bestehen. Ich glaube aber an die Zukunft unserer Republik, ich fürchte keine Internationalen Konflikt«, ich arbeite sür die Befriedung Im In-«nd Ausland««nd bin überzeugt, daß wir hier gute Resultat««nd endgültige Erfolg« erzielen werden." Im Kloster Hohenfurth: „Besonders hier an dieser Stelle möchte ich beton«, daß unser Staat vor allem«In Land religiöser Toleranz ist. ES gibt lei uns weder soziale noch Kulturkämpfe, sondern eine» verständig« Ausgleich der Geg«sätze. In diesem seine« politisch« Stile schreitet unser Regime unbeirrt fort anch In Zelten, wo anderswo andere Wege gewählt wurden.— Und es tut die» unter der Zustimmung der absoluten Majorität seiner Bevölkerung. Und ebenso macht es eine Politik des Frieden« und der Zusammenarbeit aller Nationen «nd wird ste weiterhin mach«. Ich glaube, daß dir« Dinge find, die«inen entscheidenden Einfluß auf die Orientierung aller haben müßen, denen e« nicht «m Kampf geht, sondern nm den Frieden der Menschen auf Erden, die eine« guten Willen« find. Und Ich kann Sie verfichern, Herr Abt, daß die» auch in der weiteren Entwicklung der Republik so bleiben wird. Der Respekt varderPer- sönlichkeit, der Respekt vorderreligiösen«ndnatianale« U c b erzen g u n g, die Sorge nm ein ruhige» Znsammen- lcben mit den Nachbarn ist und bleibt die Tradition unserer Republik." Ole Prager Deutsche Arbeitersendung bringt in dieser Woche: Sonntag, 9. Mai, 14.29—14.89: Frauen- schicksal 1987(Ilse Sang).— 14.89—14.85: (Strasnicc): Für Volk und Frieden. Mittwoch: 12. Mai, 18.40—18.50: Arbeit», mark«; 18.20—18.10: Löhne,»anskrast und Konjunktur(C. R. Schwär z-Lcitmcritz); 18.40—18.50: Soziale Informationen. Freitag, 14. Mai, 18.85—18.45: Aktuelle zehn Minuten. Sonntag, 16. Mai, 14.20—14.30: Gedanken eine» Demokraten zu Psingst«(Ernst T h L- v e r-Teplih); 14.80—14.85(Straönice): Für Bolk und Fried«. «nd speziell der niedrigere« Bürokratie. Man' gibt d« güte» Will« der Regierung zu,'legt aber dar, daß die niedrigeren Organe diese Politik sabotier« werden. Ich verhehle Ihne» nicht, geehrt« Herr«, daß Schwierigkeiten bestehen«nd bestehen werden. Bleileicht in der Bürokratie, vielleicht in den bisherigen Traditionen, vielleicht in gegenseitigem Mißtranen, vielleicht in den natürlich« Hemmnißen jeder, politischen«nd Staats-Piaschinerle, die nicht gestattet, daß von heute auf morgen Wunder gewirkt werden,«nd die für wichtigere politische Aktionen immer Zeit fordert. Deshalb ist es ungerecht, z« protestieren und vorzeitig von Worten und Versprech»»- gen zn red«, denen kein« Tat« folgen. Und wie in anderen ähnlichen Fäll« können auch in dieser Frag« all« solchen Schwierigkeit« äll- mählich überwunden werden, werd« müßen überwunden werden«nd werden auch überwunden werden. In der Politik gescheh« selten Wunder; die wirkliche Politik ist beständige,, geduldige,' ruhige, folgerichtige, alltägliche Arbeit, fl« ist still«nd anspruchslos, rüst nicht jeden Tag die Maßen zu großen Kämpfen auf«nd verspricht nicht jeden Tag irgendeine groß. Tat. Staat,«nd Ration leb e n nicht von heute aus morgen— fie leben »nd arbeiten sür Jahrzehnt«« n d Jahrhunderte. And große Erfolge in der Politik find fast immer aus Nein« Erfolge» einer langjährigen geduldigen AlltagSartelt zusammengesetzt. Es geht darum, im Inne« einen Zustand der Muhe, ter Ordnung«nd Disziplin, sozialer,«nd nationaler Verständigung und'Zusammenarbeit auSzu- bauen, nach Außen hin d« Fried««nd da» gute Einvernehmen.insbesondere mit den Nachbarn z» sichern. Diese» Programm sühr« wir durch«nd werden es, geschehe, was da wolle. verwirklichen. So seh« ich selbst al» Prüfident und di« ganz« Regierung«nsere ae'meinsqme Ausgabe«nd ich zweifle nicht, daß dies« Aufgabe in.« erhalt d er n ä ch st en Iah r.«.,'erfülltwird."„ In Höh'enfuiih(Rlngplats): "„Unser Staat will ein Staat ii« Ordnung und der Ruhe sei»,..«in Staat der Zusammenarbeit.alle«, der Gerechtigkeit gegen alle und hauptsüchlichde» Frieden» und des«invernehmlichen Zusammenleieni mit allen Nachbarn. Da» ist auch- meine Politik. wie Trautenau, Aussig, Reichenberg und Böhm.- Lcipa haben entweder Geldbeträge zur Verfügung gestellt oder erfahrene Freunde in die Bera- tungSkörperschast entsendet. Gedacht ist die Ausführung des ganzen Projektes in drei Bauetap- pcn: die erste umfaßt ein zweistöckiges Gebäude mit Zentralheizung, elektrischem Licht, fließendem kälten und warmen Wasser bis in einzelne Zimmer, Bäder und Brausen, Selbstversorgerraum, im Parterre eine große Küche, ein großer Aüfenthaltsaum, anschließend die Ski-Ablage, im ersten Stock 12 Zimmer zu je zlvei und drei Betten, im zweiten Stockwe.rk ebenfalls 12 Zimmer mit derselben Anzahl von Besten, im Dachgeschoß zwei Massenlager sür- Männer und Frauen, allen Anforderungen der modernen Hh- giene entsprechend. Die Urlauber werden das neue Haus im Spätsommer in der Wintersport-Saison 1987/88 benützen können. Genöße PrätoriuS gestorben. Der Geschäftsvertreter Genöße P r ä t o r tu s, der am 3. Mai während einer Autofahrt von Aussig nach Salesel durch, einen Schuß schwer verletzt wurde, ist am Freitag im Russiger Krankenhaus gestorben.— Die' polizeilichen Erhebungen führten noch nicht zur Ermittlung des Täters. . Anter Mordverdacht. In die Haft des Kreis- gerichteS in Eger ist ans'Kömotau der 28 Jahre alte Maurer Karl Melzer aus Weschitz bei Kunden übergeführt worden, der in Komotäu,>oo er mit Bändern hausieren ging, wegen Betruges verhaftet worden war. Er steht im Verdachte, an der Ermordung des Geschäftsreisenden Emil Tobisch bei Ranzengrün bet Karlsbad am 1. oder 2: April d. I. beteiligt gewesen zu sein. Drei Tage nach dein Morde teilte er der Polizei in Schlackenwerth mit, daß auf. ihn'hinter der Station Unterbrand ein Raubüberfall verübt.worden sei. Er, gab sich dabei als Fleischergehilfe Franz Stark ans Fischern au», der in Joachimßthal Geld einkassieren sollte. Die Vorträuschüng de» Räubüberfglle» kann Melzer nicht begründen.'.. Zur Zeit des Verübung des Mordes hat er'sich-nach seinen Angaben ich Saazer Gebiet aufgthälttn,' cho, er Bänder verkauft habe, doch kanst'er seinen Aufenthalt dortsölbst nicht nachweisen. l'‘"."■ H1DSCHSE1FE ist richtig-denn Qualität ist wichtig. Anschließend großes Volksfest auf dem alten Bramschplatz mit Konzert«nd Darbietungen aller Art. Um 1 Uhr mittags Beginn de» zehnten Bundestages des BpF in den Neptunsälen. Montag, d« 17. Mai: Um 9 Uhr vormititagS Beginn der Führungen durch die städtischen Unternehmungen, Besuch der Blumenschau, der Bäder und Thermen, deS Klein- ticrzoos, Ausflüge in die nähere Umgebung unter Führung der„Naturfreunde". Auskünfte in der Festkanzlei des BpF im Hotel„Krone", Masaryk- straße. • Um 1 Uhr mittags Schluß der Bundestagung in den Neptnnsälen. Um 2 Uhr Beginn der Enquete über den Lebcns- kunde-Unterricht in den Neptnnsälen. Vortragende: Prof. Dozent N o v ä k, Prof. Hartwig, ein bekannter deutscher.Schulfachmann. Zur Teilnahme an allen Beraustaltungen berechtigt der Besitz einer Teilnehmerkarte zum Preise von 1 Kä und der Besitz de» Festabzeichens zum Preise von 1 Ke. Rüstet für e I n e m a ch tv oll e D emo n- stratI o»!,..- Die Kreisleitung Teplitz-Schönau Va de» Bunde» proletarischer Freidenker.' Neuaufnahmen in den Staatsdienst. Nach Mitteilungen der Zentralstelle der deutschen aktivistischen Parteien sollen über Beschluß des Mi- nisrerratcs in nächster Zeit 190 Stellen von Nich- teraintsanwintern zur Besetzung' gelangen, und zwar sollen d'ie Neuaufnahmen noch im Juni und Juli'erfolgen. Bei der Eisenbahn, werden etipa 80 Bauingenieure der Gruppe Derkehrskonstruk- reur^ sowie Beamte mit Miittelschulbildung-ausgenommen. Da anscheinend Mangel an Bewer- bern besteht, wurden die Ausnahmsbedingungen dahin gemildert, daß das Abgangszeugnis der letzten Mittelschulklasse drei statt, der bisherigen höchstens.zwei genügend 1 aufweisen darf. WeitcrS werden bei der Eisenbahn auch mehrere Posten Völk Streckenmeistcrn und Lokomotivführern besetzt Mb auch für qualifizierte Werkstätten- arbeiter besteht die Möglichkeit einer Anstellung. Bon Bewerbern um Streckenmeisterposten, wird jvomöglich. die Absolvierung.einer niederen Ge- werbeschule und eine zweijährige'Baupraxis als Pdlier, Bäüzeichner, Zimmermann üsw. verlangt,-für Lokomotivführer'kommen Schlosser, Ole Kreismeisterschaften Im Geräts- Kunstturnen Im fünften Kreis der Sport-Union Vor über 1800 Zuschauern wurden vergangenen Sonntag in Aussig die KreiSmeistcrschasten im Gerätc-Kunsttiirucn auSgetrageu. 16 BezirkSricgen zu je fünf Turnerinnen oder Turnern kämpften um den Kreismeifter-Titel. Tie Veranstaltung bedeutet in aktiver Beteiligung wie auch Leistung einen neuerlichen großen Erfolg des 5. Turulrciscs und beweist vor allem, daß auch dem Geräteturnen der Durchbruch gelungen ist und wieder unter der Jugend' begeisterte Anhänger findet. Mit großer Aufmerksamkeit wilrdeu besonders die schwierigen und exakt geturnten Hebungen verfolgt, welche stürmischen Beifall fanden. Nach dem Aufmarsch der 80 Turnerinnen und Turner begrüßte KrciSobmaun Eduard Erlacher Wettkämpfer und Zuschauer und wies ans den Wert und die Bedeutung deS GerätestiruenS hin. Sodann begannen die Wettkämpfe, bei denen Turner und Turnerinnen je drei Geräte zu bewältigen hatte». Nach Abschluß zeigte Katz(Atus Bodenbach) als Zielsetzung bis zur.'nächsten KreiSmeisterschast eine K il ii st f r e i ü b u n g, die ebenfalls stark. mit Beifall bedacht' wurde. Tann marschierten die 80' Turner und Turnerinnen zur Sicgerverküudung auf. Bei den Turnerinnen ergab sich nachstehende Placierung: 1. Bezirk Aussig und Bezirk Dux mit je 495.5 Punkten, 2. Bezirk Rumburg—Warnsdorf 482.5, 8. Brüx—Oberleutensdorf 478.5,4. Bezirk Haida—B.- Kamnitz 478, 5. Bezirk Teplitz 468.5, 6: Bezirk Bodenbach 466,.7. Bezirk Komotau 450 Punkte..— Die Rangfolge bei den Turnern war wie folgt: i. Bezirk Haida 488 Punkte, 2. Bezirk Warnsdorf 461.5, 8. Bezirk Teplitz 452, 4. Bezirk Bodenbach 485.5, 5.. Bezirk Brfix 420, 6. Bezirk Komotau 490.5, 7. Bezirk Dux 899.5, 8. Bezirk Aussig. Nach dem Abmarsch verblieben wie e l f B e st e n, die Olympiakandidaten des 5. TurnkreiseS,' auf der Bühne, und zwar: Turner: 1,. Rudolf Fastner (Haida), 2. Karl Geisler(Teplitz), 8. Josef Peisig (Ä.-Kamiiitz), 4. August Peisig(Ä.-Kamnitz) 5a. Adolf.Demel(B.-Kamuih), 5b. Fritz Gersin (WgruSdors).— Turnerinnen: 1, Elsa Kauer (Prag), 2. Anna Mache(Dux), 8. Berta Rudolf (Oberleutensdorf), 4. Trude Christi(Steiiifchüuau), 5a. Frieda Ängsten(RumburgV. 5b. Marie Zimmermann(WarSndorf). Diese Aüs'erwählicn zeigten noch einmal Kürübungen am Reck, Barren und Pferd. Jede war«Ine Glanzleistung und dann war damit der Tag der Geräteturner und^Turnerinnen beendet. Er war«in Erfolg und«In Markstein in der Entwicklung des. Geräteturnens. ’Ccilc 4 SamSkag, 8. Mak 1937 Nr. 108 Guernica ein Denkmal Hltier’scher Friedenspolitik Fünf schreckliche Mordtaten Eden Uber Guernica Bombardement und MG-BeschleBung zugegeben London.(Revier.) Minister des Aeußern Eden erklärte in Beantwortung einer im Unter- Hause bezüglich Spaniens gestellten Interpellation, welche vor allein die Ereignisse in Guernica betraf: „ES ist dies nicht der einzige Fall, daß in Spanien die Zivilbevölkerung bombardiert wurde. ES ereigneten sich schon früher ähnliche Fälle. CS scheint und aber, daß der Fall der Bombardierung don Guernica ein besonders bedanernS» werter Fall eines Bombardements unter VerwendungvonMaschinengeweh- r e n aus Flugzeugen ist. Ich hege den Wunsch, daß die übrigen Nationen begreifen, daß Groß- britannien mit seinen Gefühlen nicht, wie eS einigen schien, den Zweck verfolgt, irgend ein anderes Boll auf die Anklagebank zu sehen, oder den Wunsch hegte, gegen irgendein fremdes Land Beschuldigungen zu erheben. Diese Gefühle ergaben sich in hohem Maste aus der in Grohbritannien auf Grund der bisherigen Zeugenaussagen verbreiteten Ueberzeugung, daß es in Guernica zu einem Bombardement und der Befchiehung mit Maschinengewehren auS Flugzeugen gekommen ist und daß sich Europa, falls sich ähnliche Dinge wiederholen sollten, auf eine schreckliche Zukunft vorbcreiten müsse. In diesem Falle handelt eS sich um den Ausdruck eine- Gefühles, welches nichtblost auf Großbritannienbe- schränkt ist, sondern welches auch in den Dominions, in den Bereinigten Staaten und anderswo vorherrscht. Grostbritannien handelt es sich keineswegs darum, diesen tragischen Vorfall zu irgendeinem unwürdigen politischen Ziele auSzu» nühen. Die spanische Regierung hat das Ersuchen nach einer internationalen Untersuchung gestellt. Die britische Regierung wäre glücklich, wenn eine solche erfolgen würde." Der IGB protestiert Gegen die Zerstörung von Guernica Der am 20. April 1087 in Paris tagende Vorstand des Internationalen GewerkschastSbun- dcS hat mit gröstter Entrüstung von der mit unbeschreiblichen Grausamkeit erfolgten Zerstörung der baSlischen Stadt Guernica durch Flng- zcuggeschwader der Rebellen auf Anstiftung der ^tazi-Behörden und unter Mitwirkung ihrer Apparate und Piloten Kenntnis genommen, die sich nicht damit begnügten, die Stadt durch Mas- senabwurf von Brand-, und Sprengbomben dem Erdboden gloichziunachen, sondern den sinnlosen Rache- und BernichtungSwillen soweit triebe», die flüchtende, friedliche und an keinerlei Kamps teilnehmende Zivilbevölkerung mit Maschinenge- lvehren aus den Flugzeugen zusanunenzuschiesten. Tausende von»nschnldigen, flüchtenden Frauen und Kindern haben bei dieser unmenschlichen Schlächterei den Tod gefunden. Der Rebcllengeneral Mola hat bereits zy- nisch angclündigt, dast die Stadt Bilbao das gleiche Schicksal erleiden soll. Der Vorstand des IGB protestiert aufs energischeste gegen diese Verbrechern und ruft die Arbeiterklasse solvic die ganze zivilisierte Welt auf, alles einzusehen, um die Fortsetzung dieser entsetzlichen und abscheulichen Grausamkeiten zu verhindern; sie sind eine Schande sür die ganze Menschheit. Er verlangt, dast die demokratischen Regierungen— vor allem Englands und Frankreichs— int Namen des Rechts und der Menschlichkeit mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln diesem sinnlosen Wüten der spanischen Rebellengenerale ein Ende setzen und auf alle Fälle die sofortige Hilf« ihrer Flotte zum Schuh der spanischen oder anderen Schissen gewähren, die die Zivilbevölkerung des Baskenlandes evakuieren bzw. die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln sichern. Zuckerkonvention untenelchnet London. Donnerstag nachmittags wurde' in London das in der internationalen Zückerkonferenz pereiiibarte Abkommen unterzeichnet. Cletilii und Stieftochter abgi In Brünn erschlug in der Nacht auf gestern der 26jährige Installateur Johann Jonäl seine um dreißig Jahre ältere Gattin Bohuslava und deren Tochter, die 16jährige Olga mit einer Axt, Die Opfer ringen mit dem Tode. Der Mörder begab sich nach der Tat ins Wirtshaus und betrank sich. Als er verhaftet würde, war er sinnlos berauscht,.so dast eine Einvernahme nicht möglich war. Als er endlich vernommen werden konnte, erklärte er, den Mord aus Eifersucht gegen die. Stieftochter begangen zu haben; Um der Erbschaft willen hak die 24jährige Angcstelltengattin Jitka BIajer in Stidrokova Lhota bei Olmütz ihre 70jährige Verwandte Philomena Fischer auf grausame Weise getötet. Die vorgestern aufgedeckte Mordtat geschah vor fünf Monaten. Die Mörderin hatte die alte Frau, die ganz vereinsamt in einem nordmährischen Dorf lckt«, aufgefordert, zu ihr zu ziehen, aber nur deshalb, weil sie hoffte, sie nach deren Tod beerben zu können. Die Erbschaft bestand in einem Sparbuch, das auf 2600 KS läutete und einem ganz kleinen Stückchen Grund. Da die alt« Frau sich aber bei ihrer Verwandten nicht elngewöhnen konnte und daher wieder ausziehen wollte, lockte sie die Mörderin in den Wald, wo sie sie«rdrosielte und dann in einen Teich warf. Die verweste Leiche wurde von Kindern entdeckt, die von dem gleichen Waffer trinken lvollten. Am Tatort legte die Mörderin daS Geständnis ab, die Greisin deshalb ermordet zu hlchen, damit sie nicht um die Erbschaft komme. * Die Mntter-Ausgedingerin Noch weil gröblicher ist die Untat der 80jah- rigen A n n a B l k aus Pisek bei Olmütz, die ihre eigene Mutter, die 66jährige Antonie Vlk unter Beihilfe der anderen verheirateten Schwester erstickt hat, weil die alte Mutler-AnSgedingerin ihren Kindern im Wege war. Die Einzelheiten des Geständnisses, das die Mörderin im. Kreuzverhör ablegte, sind grauenhaft. Die Muttermör« Die Mutter Die ganze Innigkeit unseres Gefühlslebens liegt in'dem Worte Mutter. Wie sehr hängen doch die Kinder, am meisten doch wohl die Buben, an der Mutter. Der Vater sorgt für den LebenS« unterhalt, hmte must daS vielfach auch die Mutter mit tun.— er ist mehr vom Hause weg, sein Wesen hat mehr Strenge und Sachlichkeit. Die Mutter ist gegenwärtig; wenn dem Kinde etwas znstöstt, ist der erste Gedanke bei ihr. Dast die Frauen mehr Gemüt haben als die Männer, hängt wohl vor allem mit ihrem Muttertum zusammen. Darum sagt man auch, daß Männer mit allzuviel Gefühl weiblich seien. Nun ist die Natur nicht einseitig männlich oder weiblich, sondern eine Synthese beider Geschlechter. Wie im Leben der Menschen die Elemente sich mischen und wandeln, daS wußten schon die Philosophen dcS alten China. So heißt es im „Buch der Wandlungen":.„Die Geschlechter schlagen in den Nachkommen jeweils in ihr Gegenteil um." Die Buben folgen der Mut. ter, die Mädchen dem Vater. So gleichen die Jungen wieder mehr de» Großvätern als den Vätern. Goethe rühmte sich des mütterlichen Teiles seines eüerlichen Erbes und auch Napoleon, der Genius der Schlachten, fühüe sich der Mutter Lätttia sein ganzes Leben lang vor- bunden. Auf dem Sterbebett auf der Insel St. Helena sagte er zu dem ihn behandelnden Arzt:„Sie beweisen mir eine große Anhäng, lichkeit, Sie scheuen keine. Mihe, um meine Leiden zu lindern, und dock) ist dies nicht die Zärtlichkeit einer Mutter. Ach, Mutter Lätitia, Mutter Lätttia." Hmte werden vielen Müttern äußere Ehrungen Largebrächt. Auf manchem Tisch wird ein recht prächtiger Blumenstrauß stehen. Viele arme Kinder können der Mutter an diesem Lage nichts geben, aber die Liebe zu ihr ist deshalb nicht geringer. ES kommt im Leben ja über- Haupt nicht auf die äußeren Ehrungen an, sondern auf die Einschätzung deS Menschen und die Anerkennung seiner allgemeinen Bedeutung. Da sieht eS freilich für viele Frauen anders aus. ES Lberkommi einem«in schmerzliches Gefühl, wenn man häufig schmächtige Frauen an einem Kohlenwagen ziehen sieht, eine Arbett, die für den Mann nicht allzu leicht tst. Wie viel gibt es noch zu tun, um Lebensverhältnisse zu schaffen, die auch der Frau ein menschenwürdigeres Dasein ermöglichm. Die Frau wird von mancher Seite nur als ei» Objekt zur Vermehrung des Volkes angesehen. Sie ist aber doch auch Mensch wie der derin kam Um drei Uhr früh vom Tanz heim. Dke Mutter rief sie im Halbschlaf mit einem Kosenamen an. Anna Vlk trat zu ihr und erstickte sie, indem sie der Mutter einen Knebel tief in die Luftröhre stieß. Die fürchterliche Tat wurde gleichfalls erst dieser Tage aufgedcckt. Welches Lebe» die unselige AuSgedingerin bei ihren Kindern führte, geht daraus hervor, daß die Leiche fünfunddreitzig Ktlo wog—1 Das Kind erschlagen, um eS vor der Impfung zu bewahren Die dritte Mörderin, von der die Kriminalchronik des heutigen Tages berichtet, muh dagegen tiefstes menschliches Mitgefühl erwecken. Die 20jährige Franziska Brückner aus Sttelice bei Brünn ist ein armes, zurückgebliebene- und gelsttg minderwertiges Geschöpf, Tochter eine- schweren Alkoholikers.(Sie hat eine gleichfalls zurückgebliebene Schwester.) Sie war mehrfach In Irrenanstalten interniert. Von wem sie ihr Kind empfing,, ist nicht festzustellen, da sie sich vielfach unstet umherttieb und den Kindesvater überhaupt nicht bezeichnen konnte. Als man ihr sagte, daß ihr Kind geimpft werden müffe, fragte sie nach der Bedeutung dieses Wortes. Als sie erfuhr, daß man das Kind„in den Arm stechen" werde, beschloß sie, es vor diesem Schmerz zu belvahrcn und spaltete ihm mit einer Axt den Kopf. Sie wird der Irrenanstalt überstellt werden. «. Totschlag an dem Schuldner In MunkaLevo gerieten Freitag in der Vorstadt Ro-vego die Fleischer Julius Eoban und Stephan llekan in Streit. Eckan schuldete dem ! Eoban Geld, das dieser unter Drohungen forderte. Während des Streite- feuerte Eoban dreimal gegen Celan ans einer automatischen Pistole. Cekan wurde durch ztvei Schüsse in die Brust und durch einen Schuh in den Kopf getroffen. Er war auf der Stelle tot. Die Polizei verhaftete den Täter und lieferte ihn In di« Haft des Bezirksgerichtes ein. Coban entschuldigt seine Tat mit Auftegung. Mann und hat ein Recht auf Eigenleben und LebenSglück. Wenn die Kinderzahl allzu groß wird, was bei den Armen häufig der Fall ist, dann hat doch die Mutter in vielen Fällen ein wahres Martyrium durchzumachen. Wenn der Muttertag einen Sinn haben soll, kann eS nur der sein, mtt der Gleichachtung und Gleich, berechttgung der Frau im Leben ernst zu machen. Die Chancen hicfür sind heute, in einer Zett der Anbetung der Gewalt und eines falschen Heldcn- kuitus, allerdings sticht günstig. Der Arzt und Schriftsteller Ban de Beide gestorben. In Rotterdam ist im Alter von 64 Fahren der Arzt Dr. Theodor Van de Velde gestor» ben. Er' ist vor etwa einem Jahrzehnt plötzlich berühmt geworden, als er sein Werk«Die vollkommene Ehe" veröffentlichte(dem weiter«, aber weniger bekannte und verbreitete Schriften folgten). Was Van de Velde zur Gesundung der Ehe vorschlug, war eigentlich medizinisch nicht neu, tvohl aber machten die freimütige Sprache Van de Veldes und das mutige Bekenntnis zu dem erotischen und körperlichen Fundament der Ehe Sensation. Die Hauptidecn Van de Veldes wurden ist dem ebenfalls viel verbreiteten Werk von Max Hodann„Geschlecht und Liebe" weiter popularisiert. La Guardia«erbietet den dritten Grad. Der Senat der Stadt New Norl hat auf Vorschlag des Bürgermeisters La Guardia ein Gesetz angenommen, nach dem von jetzt ab die Anwendung des dritten Grades durch die Polizei bei Vernehmungen von UntersnchungSgefangenen verboten ist. Die Vernehmungen dritten Grades bestehen, abgesehen von häufigen Gewaltanwendungen und Mißhandlungen vor allem darin, den Verhafteten stundenlang bis zur völligen Erschöpfung in ein Kreuzverhör zu nehmen. Dabei passiert eS ost, daß der Verhaftete aus Verzweiflung und lieber« müdung zu falschen Geständnissen gepreßt wird. Der Bürgermeister La Guardia hat den Gesetzesvorschlag, der ursprünglich von ihm auSgearbeitet worden ist, seit anderthalb Jahren dürchziisehen versucht. Dies war jedoch bisher an dem Widerstand der Polizeibehörden sowie verschiedener juristischer Sachverständiger gescheitert, und eS fragt sich jetzt auch, wie wett man in der Lage ist, zu kontrollieren, ob nicht trotz des Verbotes die Vernehmung dritten Grades in der Praxis weiter beibehalten wird. Was ist'- mit der Reinheft der Rasse? Mit der Ankunft von Somali-Negern auf. den Schlachtfeldern Spaniens wird das Heer der. Faschisten um, iwch«ine Nuance farbenprächtiger. Das Rebellenheer ist«ine wqhre Rassenkoalition geworden. Hat Mussolini keine Soldaten mehr, daß er Halbwilde aus Ostafrika in unser Land bringen muh? Mussolini hat fteilich nicht, viel mtt dem Raffentum spekuliert. Was sagt aber Hitler zu diesem schwarzen Wettbewerb mtt seinen Truppen, di« er nach Spanien geschickt hat? Er, der gegen die Verwendung, schwarzer französischer Truppen im Weltkriege und besonders als Besatzungstruppen so sehr gezetert hat? Wie steht's denn heute mit der„schwarzen Schmach"? Ziehung der Klassenlotterie (Ohne Gewähr.) Prag. Bei'der F r e i 1 a g- Ziehung der 6. Klaffe der 86. tschechoslowakischen Klaffenwfterie wurden nachstehende Gewinste gezogen: 60.000 KO Los-Nr. 93.904, 40.000 KO Los-Nr. 101.203, 10.000 Kß die Lose Nr. 41.178 und 93.816, 6000 KO 4049, 8147, 32.409, 86.285, 36.884, 36.991, 42.081, 61.189, 77.721, 80.829,'84.611, 94.762, 99.671,105.911,114.054,, 2000 Kd die Lose Nr. 94, 2633, 4185, 5490, 7252, 8685, 11.804, 18.531, 14.210, 25.248, 26.298, 26.300, 26.804, 81.379, 81.602, 33.793, 86.281, 38.034, 46.512, 53.118, 58.186, 58.246, 54.908, 59.286, 60.983, 63.649, 63.781, 65.250, 66.662, 69.238, 72.216, 73.557, 76.158, 78.776, 79.994, 80.458, 93.019, 93.210, 95.445,>96.769, 98.046, 100.866, 101.823, 101.690, 104.818, 112.485, 113.992 USW. Die„raffestolzen" Hitlerleute, dte deutschen Soldaten, die blonden Germanen Seite an Seite mit den Schwarzen I Welch denkwürdige Zusammenarbeit. Die Schtvarzen, die Raffenschänder, di« „Untermenschen",— sic sind gut genug, um zusammen mit den»deutschen Kulturträgern" das spanische Volk, den Träger einer wirklichen Kultur, niederzumachen. Wahrhaftig I Der spanische Krieg hat«inen der gemeinsten, dümmsten und verlogensten Stütze der Hitler-Ideologie, den deutschen Raffenwahnwitz, gründlich entlarvt. Ein achtzehnjähriges Mädchen hat aufgeklärt zu sein! Ein Urteil, das für die offizielle Auffassung von Moral des heutigen Amerika» charakteristisch ist, hat dieser Tage der AppcllattonSgerichtShof von Los Angeles gefällt. Die 18jährige Mary Carter hatte den Grobindustriellen Jerry Murphy auf Zahlung von 10.000 Dollar verklagt. Eie war mit ihm.verlobt und behauptete, daß er sie verführt habe, wofür sie einen Schadenersatz von 10.000 Dollar forderte. ,Jm allgemeinen sind Hinge Mädchen bisher in Amerika mit derartigen Klagen durchgekommen. Der Gerichchof von Los Angele» jedoch wie» die Klage mit folgender Begründung ab:„In den letzten Jahren hat die Frau die Verantwortung für sich selbst erworben. Sie ist deshalb heute weitaus besser als früher in der Lage, die Beziehungen zu kennen, die zwischen den Geschlechtern bestehen. Jede» junge Mädchen Uest Zeitungen, hört Radio und sieht Filme und ist deshalb über diese Frage genügend unterrichtet. Ein junge» Mädchen von heut« ist deshalb nicht mehr in dem Sinne unschuldig wie ein junge» Mädchen zur Zeit unserer Arobmütter. Die einfache Anklage auf Verführung kann also, fall» nicht ganz flagrante Beweise vorliegen, vom Gerichtshof überhaupt nicht in Erwägung gezogen werden." Der Moskauer Segelflieger Rastopgnje« hielt sich ohne Zwischenlandung 7 Stunden 48 Minuten In der Lust und legt« 584 Kilometer zurück, womit er den Weltrekord de» deutschen Segelflieger» Rudolf Eltschern überboten hat. Sommer-Illustriert« 1937. Herrlich auSgestat- tele illustriert« Zeitschrift, herauSgegeben von der LandcSleitung Schweiz de» Touristenverelne»»Die Naturfreunde". Der Umfang beträgt 86 Seiten mit folgendem Inhalt: Naturfreunde und'Arbetter- bewegung, Arbeiter lernen fliegen, wetttätige Frauen, Genoffenschaftsleben der Pflanzen, Arbeiter und Bauern, Nomadenleben aus dem Wallis, um nur die hauptfächlichsten, reich illustrierten Artikel zu erwähnen; Wander- und Bergsport, das eigentliche Gebiet unserer.Naturfreund", wird in einigen Artikeln,zur Darstellung kommen, ferner ein Bil- d'er-Bericht aus Spanien, welcher allein schon den Kauf unserer»Sommer-Illustrierten 1987" bezahlt macht. Preis 2.80 XL einschlieblich Porto. Bestellungen sind zu richten an die Geschäftsstelle des TouristenvcreineS.»Die Naturfreunde", Aussig a. E-, Marktplatz 11. Postsparkaffa-Konto Nr. 47.080. Regen in Sicht. Bom Westen her breitet sich gegen das Festland eine neue Regenzone au», die Freitag nachmittag» da» Rheingebtet erreicht hat. Jnfolgedeffen wird bei uns— besonders aber im Westen des Staate»— die ziemlich unbeständige Witterung mit Regenschauern oder Gewittern vorherrschen. Die Temperaturen dürften sich jedoch noch immer über dem Normälwert erhalten.— Wahrscheinliches Wetter Samstag: In den böhmischen Ländern wechselnd bis ziemlich bedeckt, Neigung zu Schauern öder Gewittern, mild,' Westwind. Im Osten noch relativ warm und ziemlich heiter.— Wetteraussichten für Sonntag: Andauern der ziemlich, unbeständigen Witterung, ohne stärkere Negensälle, milde, Westwind. Vom Rundfunk eiaptoMonswartm aus don Proarommmii Sonntag Prag, Senter lr, 7.06: Konzert, au» Karlsbad: Urbach, Johann Sträub etc. 8.55: Englisch-Kurs. 9.10: Mujsik» Salonquartett: Debussy. Lehar usw. 10.00: Konzert zum Muttertag. 11.00: Rundfunk- orchesterkouzert• zum rumänischen StaatSseiertag. 12.20: Orchesterkonzert FOK: Nedbal, Offenbach usw. 14.20: Deäffche ArdeUerfeudung: Ilse Laug» Frauenschicksol 1937. 17.25: Deutsche Sendung: „God.save the king", Rundfunk-Allerlei zur.englischen Krönüng. 17.50: Gilbert: Kolumbus; dramatische» Gedicht,.18.50: Deutsche Presse. 19.05: MM- tärkonzert. 20.40: Smetana: Liederzyklus. 22.85: Jazzorchester.— Prag, Sender II: 14.80: Deütsche Sendung: Arbettettendung; Für voll und'Frieden. 14,85: Lustige Gedichte im Egerer Dlälekt. 14.85: Bünte Stunde.— Brünn: 8.45: Schallplattenkonzert. 17.85: Deutsche Sendung: Dr. Hadina: Zum Muttertag; Au» klassischen Operetten. Preßburn: 20.10:-Salonorchester.—Kascha»- 17.20: Populäre Melodien. 21.10: Rundfunkorchesterkonzert, Nr. 108 SamSkag, 8. Mal 1937 Seite 3 MN Id WM Die Werbektaft unserer Gewerkschaften Der Bekleidungsarbeiter-Verband als Schrittmacher Es herrscht innerhalb der sudeiendeuischcn Arbeiterschaft wieder ein rege» Leben. In den Fabriken, Werkstätten rind Arbeitsstätten wird wieder über Dinar diskutiert, die dem Arbeiter auf den Ifjigiln brennt. In' den Gewerkschaften pulst ebekifalls neues Leben, so daß sich als Ganzes gesehen ein Zustand ergibt, der zu-ben besten HoffnungP» berechtigt. Man wirbt wieder für dw Gewerkschaften. Greifen wir. ein Beispiel heraus »:if welchen Ergebnissen: ' Der. B e-I le I du ngSarbeiter» Verband i n R e ichenberg hatte durch die Krise besonders gelitten. Die Arbeitslosigkeit, die. bis zu 00 Prozent ging, hatte die Arbeiter mutlos gemacht. Kein Wunder, daß es der Organisation nur schwer gelang, vorwärts zu kommens Trotzdem wurde in: Herbst 1938 eine Werbeaktion eingcleitet. Der Erfolg war angesichts der:wch herrschenden Krise gut. Am ganzen konnten 980 Mitglieder gewonnen tvcrden. Auf dem BerbandS» tag i:n September 1938, einer der schönsten und erfolgreichsten' Tagungen der Getverlschaften, wurde ein Antrag angenommen, abermals eine Werbeaktion einzuleiten. Das Ziel.wurde in der Gewinnung von 600 neuen Mitgliedern gesehen. Man ging durch die Erfahrungen gewitzigt ans Werk und arbeitete in jeder Beziehung gründlich vor. Der Erfolg war überraschend: Nach einem halben Jahr, Mitte April 19 87, konnten 1289 neue Mitglieder f e st g e st e l l t w e r d e n. Das gesteckte Ziel war um 789 übertroffen. Der»Bekleidungsarbeiter" schreibt dazu in sei», ner letzten Nummert„Nur wer. die Verhältnisse unserer Industriezweige, die der handwerlsmässi- gen Berufe sowie die in der Heimarbeit kennte weih, welche. Arbeit und Mühe, welche Ausdauer und Begeisterung es erforderte, ein solches Ergebnis zu erzielen. Wir konnten durch die beiden Werbeaktionen dem Verbände 2999 neue Mitglieder zuführen". ' Man kann sich mit dem Vorstand der Bekleidungsarbeiter, über ein solch günstiges Ergebnis freuen. Stach Gauen eingeteilt konnte der Gau Abertham, Erzgebirge(wo die Wäsche- und' Hackdschühindustrie zu Hause ist) 888, der Gau Neutitschein(Hutarbeiter und andere) 249, der Gau Warnsdorf(gemischte Industrien, vorherrschend die Schuh- und Lederindustrie) 232 und der Gau Karlsbad 143 neue Mitglieder nach der letzten Werbeaktion buchen. Nach Berufen geordnet stehen die Handschuhmacher mit SS7 Neuaufnahmen an der Spitz«, es folgen di« Schuh- und Lederarbeiter mit 331, die Schneider und Wäschearbeiter mit 268,. die Hutarbeiser mit 89, die Friseure, mit 28 usw. Das Erfreulichste von alldem liegt aber in. der Tatsache, dah m e h r a l s die Hälft« der Neuämfgenormeneu Frchue'ü.waren und sich rund-499-Jugendliche unter den neuen Kämpfern befanden. Ein Bravo den Funktionären der Bekleidung s a r b e i t e r! Sie haben wirklich-leine Mühe gescheht, um den Mitgliederstand ihrer Organisation zu erhöhen. Wer weih, was es heißt, unter Heimarbeitern oder Arbeiterinnen mit niedrigem Einkommen zu werben, schätzt den, Erfolg von 2299 neuen. Mitgliedern bei zwei Werbeaktionen besonders Höch ein. Schließen wir unsere Notiz-mit einer Stelle des Verbandsblattes, der wir züstimmen:„Wir. begrüben.die neuen- Mitglieder als.Kampfgefährten in unseren Reihen. Wir hoffen, dah sie mit den übrigen- organisierten Bekleidungsarbeiter»: ehrlich und aufrecht, Schulter an Schulter, für höhere Löhne, bester« Arbeitsverhältnisse und«ine günstigere sozialpolitische Gesetzgebung arbeiten und kämpfen werden.'". Die Leistungen des 3MV für seine arbeitslosen Mitglieder '• lieber die Arbeitslosigkeit unter den Metall» arbeitern und die Leistungen des Internationalen Metallarbeiterverbandes.(Sitz Komstau).berichtet die letzte ,Nummer des VerbandsorganS: <„Die'Arbeitslosigkeit unter den Metallarbeitern. hat in der letzten Zeit wieder eine gewiss« Stabilität erreicht. Wohl haben wir in unserem Verband«, gegenüber der-gleichen Vorjahrszeit eine bedeutend^geringere Arbeitslosenzahl,.„doch läht die Abnahme der unterstützten Mitglieder in IVIah erhblt; für XL 190 RiichSmark.'.' 748— Markmünzen». 785.— 190 österreichische Schilling 580— 190 rumänische Lei-»!''»'» 18.85 100 polnisch« Zloty..'.■ 540.50 100 ungarische Pengö..»■ 818.50 100 Schweizer Franken«». 857-— 100 französische Francs■•< 129.82 , 1 englisches Pfund...'j 141.50 1 amerikanischer Dollar-- 28.85 100; italienische Lire.7 145-40 100 holländische Mulden..'te^löT«^-' 100 jugoslawische Dinare.»;i ♦-65.85 100. ♦. 485.75 100 dänische Krönen«31.—; 100 schwedische Kronen,» i'. 780—. den letzten Wochen zu wünschen übrig. ES kann also daraus geschlossen werden, dah die Aufnahme von Metallarbeitern in den Betrieben nur mehr sehr langsam vor sich geht. Bon unserem Verbände wurden in den ersten drei Monaten des Jahre» 1937 im Vergleich zu denselben Borjahrsmonaten unterstützt: Monat Jänner Feber März Arbeitslose 1938 9149 9988 9427 Arbeitslose 1937 8208 8292 8031 Erfreulicherweise ist also ersichtlich, dah die Zahl der unterstützten arbeitslosen Kollegen Ende März im heurigen Jahr bedeutend geringer war. als iin März 1933. Dennoch ist in Anbetracht der' gegenwärtigen guten Beschäftigung der Metallindustrie die Zahl von 8999 unterstützten Ar-. beitSlosen erschreckend hoch. Wenn diese 8999 Kollegen nicht einmal in der jetzigen Zeit unterkommen konnten, dann- muh dies für die verantwortlichen Faktoren im Staate«in Ansporn sein, durch eine' ausserordentliche Maßnahme für diese KonjunkturarbeitSlosen Hilfe zu schaffen. Der von den Gewerkschaften schon so oft- geforderte Not- fonds auf Kosten der Unternehmer mühte sofort gebildet tvcrden. Unser Verband hat. im ersten Vierteljahr 1987-»och immer 8,899.439 Kd als Unterstützung an die arbeitslosen Kollegen auSgezahlt. Im ersten Vierteljahr 1933 wurden,, weil ja die ArbeitSlosenzahl größer war, 8,228.988 KC ausgezahlt. Diese Beträge sind lediglich von den organisierten Arbeitern und dem Stqate aufgebracht wordeü, weshalb«» nur-recht und billig ist, wenn man endlich auch die Unternehmer zur Linderung der Arbeitslosennot heranzü'ht. Starke Mitgliedergewinne der JMV DaS große Vertrauen der Metallarbeiter zu ihrem Verband drückt sich in den Werbeersolgen deS JDW aus. Nach mehr als 860 Neubeitritten in den ersten, beide»: Monaten dieses Jahres ge- wann der Verband allein im März weitere 880 neue Mitglieder,, darunter einen beträchtlichen Teil Frauen. Die Stärkung de» Verbandes liegt im Interest« der Arbeiter selbst, für die der JDiB nicht nur tvährend der Arbeitslosigkeit Gewaltiges geleistet hat, sondern denen er auch, durch Lohnverträge, Lohnschuh und Vertretung iin Betrieb grohe Dienste geleistet hat. Vor Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten Gemäß dem Abkommen der tschechoslowakischen und amerikanische»: Negierung wird in de» Vereinigten. Staaten eine vorläufige Kundmachung veröffentlicht werden, dah die Negierung der Vereinigten Staate»: beabsichtigt, über einen Handelsvertrag mit der Tschechoslowakischen Republik in Verhandlungen einzutretcn. Diese vorläufige Kundmachung ist gleichzeitig eine Aufforderung an die amerikanischen Jitteressenten, ihrer Regierung ihre Vorschläge zu -diesen Verhandlungen vorzulegen. Auch die Ische» choslowakischen Behörden werden durch die Vermittlung der Jntereffentenorganisationcn die zuständigen Forderungen der tschechoslowakischen Interessenten sicherstellen lassen. Nach Durchführung dieser Vorbereitungen werden die beiden Negierungen die Berzcichniste der gegenseitigen Forderungen austauschen. Höherer Zementatsatz. Infolge der günstigen Bausaison liegt in den ersten vier Monaten dieses Jahre» der Zementabsatz mit 22.396 Waggons höher als in der gleichen Zeit des Vorjahre», in der er 21.638 Waggon» betrug. Eine besonders kräftige Steigerung ergab sich im April, nämlich auf 11.589 Waggons, gegen 7881 Waggon» im März. 148 Millionen KL für Wasserbauten. Nachdem das finanzielle Programm der wasscrwirt- fchaftlichen Baute» mit den LandeSauSschüsten und den LandeSämlern vereinbart ist, werden die RegulierungSarbeitcn, Stau- nnd Reservoirbau- ten im Werte von rund 90 Millionen KL in Angriff genommen werden. Außerdem sind für Meliorationen, WasterleitnngS« und Entwässe- rungSarbciten rund 88 Millionen KL zur Verfügung gestellt. Das irische NationäÜtäten-Problem Eine zeltsemSBe Betrachtung . Vortrag von I.' Schubert in der Prager Deutschen Arbeüersendung vom 18. April d. I. - r. Die Lösung der krischen Nationalitätenfrage ist, wegen Irlands besonderer Lage, für keinen andern Staat beispielgebend. England verlor bei Auflösung der Anion einen Unruheherd, ein Zuschuhunternehmen; verstärkte aber keine auswärtige Macht durch Abtretung. Irland ist ohne lebensivichtige Güter für England, ohne Rachbdr, zum Anschluß außerstande. Doch behält Irland» Geschichte Lehrwert, Ivie man e» nicht machen darf, um-Wei Völker zu versöhnen. Im 16. Jahrhundert unterwirft. England ähnlich^Irland, wie ein Bierteljahrtäusend früher Deutschland,, die- Rordweftslawen. Die. Irländer- werden.aber'nicht ebenso auSgerottet. Der Cromwellsche BesiedlungSplan Wilk sie, wie Rußlands Juden unter dem Zarismus, in«inen einzigen, bewirtschaftungsunfähige» Westdistrikt zusammendräugen. Das geht militärisch nicht,'dir die WidecstandSreserven dec Pfahlbaudörser in den westlichen Sümpfen nicht fatz- bar sind; wirtschaftlich nicht, da der irische Arbeiter jeden unterbietet. Dar,Verbot, ihn zu beschäfigen, wurde ui« eingchalten.- Die.rechtliche und wirtschaftlich«. Verelendung ursprünglicher Engländer unb ihr Ausgehen in der Bevölkerung- stärkt deren Widerstandskraft. Revolutionierend wirken'Notstände au» der Bevölkerungszunahme bei unökonomischer Landwirtschaft,'. unzureichender Industrie, beschränkter Wanderärheit, mangelhafter Technik, mangelhafte»» Recht, Drosselung de»"Handels, kostspieliger Aeber» bUrolratisicrung. Die reichen Schotten Ulsters betrachten sich weniger als Vertreter wie al» Vormünder Irland».' Sie waren privilegierte,.englische Emigranten der Glaubenskriege," vorwiegend aus wirtschaftlichen» nichts- politischen'Gründen ausgewandert. Sie erhielte»' gegen England eine gemätzigte Unzufriedenheit aufrecht, die-.die Rebellion halb ernstlich als Druckmittel für Wirtschaftsprivilegien benutzte.--Der»ach den napoleonischen Kriegen sinkende WeizenpreiS, und der»ach. dem amerikanischen Sezessionskrieg steigende Bauinwollpreis ergaben eine empfindliche Preisschere für die Zwergindustrie. Die nur formal« gesellschaftliche Gleichstellung der Angko-Jren-vor den-.Engländern führt hu einer ver» biiternden Zaungastst'ellung ihrer Betriebe: wenige Meilen vor Einmündung der. überseeischen Schiff» fahrtslinien, stm»d ihre Produktion Mttewigverpah- tem Anschluß da. Daher Verbindung mit den besonder» nach Boston-»». Tausenden auigeivanderten und dort hochgekommenen Iren. Eie finanzierten di« irische Jrredenta der Heimat, Boston gab Vorbild indüstrieller Privatarmeen, entstanden- au» verstärkter Werkpolizek, die auch äützerhalb politische Inter« essen der Auftraggeher vertritt. Boston»„Pinkertons" sind Vorbild der.Mster-Freiwilligen", ein« städtische Erscheinung, ohne Zusammenhang-mit den früher« Banden der.Agracrevoltch Ulster benutzte die Not de» Landelund steigerte sie künstlich. Die Industrie,.an sich gehemmt durch staatliche Verständnislosigkeit, sparte falsch'auf Kosten der Arbeiter u«d.der eigene»'Kpnkurrenzfähigkeit; daneben-- trotzige Spekulationsverschleuderung.' Die Industrie, rrsetzte die mangelnde Werbekraft' ihrer Ware duicch'politische Bedrohung des möglichen Kunden und der Bürokratie,«m aiif sich aufmerksam zu machen. Zur Maskierung der Arbeiterausbeulung in den geschlossenen Werkstätten der Vertreter der nationalen Revolution, wird, solange Englands Gesetz es nicht gegenstandslos macht, die Agrarfrage einseitig vorgeschoben. Die von Alster verordnete Revolution von oben wirkt als GeschästSrellame. Der romantische Aufbau eines jahrzehntelangen wirtschaftspolitischen Verkehrshindernisses gibt Waren und Diensten einen künstlichen Seltenheitswert. Individueller Terror im eigentlichen Sinne, d. h. Attentate auf nicht Subalterne, wie auch planmätzig bewaffneter Aufstand sind selten, das Werk von Einzelgängern oder Mißverständnis..^Loyalität" bedeutet. das maskierende Rouleau für Dachschützen, auf der Strasse, im Parlament, in der Presse,-bei Pro» pagandareisen de» Führers Parnell. Er unterniinmt sie uatürgemätz nicht nach England, sondern nach Amerika.- Seine Partei wirkt als VerkausSorganisation für unverkäufliche Ware» der Industrie, für ihre unerbetene» politischen Einmischungsdienste, abwechselnd.'gegenüber Liberalen»ind Grobagrariern sTorhS), Der autzerparlainentarischL Kampf durch Boykott erzwingt«Ine Diaffenarbeitslosigkeit durch' allgemeinen Pacht- nnd Steuerstreik. Das ist nut äusserlich ein normaler Lohnkmnpf. Die lokalen Honoratioren, die Pachteinnehmer, wollen den Adel aUSkaufen. Ein Pachteinnehmer, im Hauptamt Industrieller,- reizt zun: Pachfttreik bei»» Rachbär auf,»md»nngekehrt. Dian macht sich bei Eintrit des Strtik» durch Zwangsvollstreckung und Einbehaltung der Meliorationen der ausgesperrten Unterpächter bezahlt. Boykott sperrt die Reservearmee. AuS Acker wird Weide. Der Adelige eichält durch Jahrzehnte lveniger-Pacht, mutz billig verlaufen— an die Bov- lotweranstaltcr. Dieser Aufhebung der wirtschaftlichen Bewegungsfreiheit und Verkehrsstcherhei, der Schaffung einer politisierten Arbeitslosigkeit als Ueber- gang zu- den„Ulster-Freiwilligen", entspricht die' parlamentarische Obstruktion. zur Aufhebung jeder Arbeitsfähigkeit de» Parlament».. Dieselben Personen vertreten beide Methoden. DaS unübersichtliche Leben-neuüidustrialisierter Grossstädte, die in den. Anfängen steckende parlamentarische GeschäftS- ordnung kommt der Obstruktion zustatten, wie früher Altirländ die VerkehrShemmung im westirischen Mgor. England selbst begünstigt die Opposition, indem eS glaubt: s'. l. die Verschleppung notwendiger Sog i a lreformen sei unerlählich, datz nicht plötzliche Druckentlastung al» Schwächemoment per Negierung erschein«, das Weitertreiben der. Revolution ermutige;- -. 2. Ulster, der Hofsärüge-Jsolawr zwischen beiden Nationen, sei-bei Befriedigung seiner Bor» zugSschülerinstinkte der am wenigsten kostspielig« Förderer nationaler Verständigung; .- 3. Ulsters Umgehung. der S»zialgesetzgeLun- sek also zu dulden, auch wenn.man dadurch, die Bevölkerung kopsscheu macht und an Ulster zu politischer. Kurzarbeit zutreibt; 4, Verdächtigung uitd. Gleichgültigkeit wirke, an» sp'oimepd, nicht lähmend auf Irland» Loyalität, Dieser G«s i nnung» t a y l o r i S m u» versagt. Alle imtionalen und sozialen Konzessionen kommen ähnlich z»! spät wie hi« Habsburg» am Ende d«S Weltkrieges. Primator Dr. Peter Zenkl spricht in der'„Urania“ Uber„Nenzeit- llche kommunale Sozialfürsorge“ Der neugetvählte Primator der Hauptstadt Dr. Peter Zenkl sprach gestern in der Prager „Urania" vor deutschem Publikum in deutscher Sprache über ein Thema, zu beste» Erörterung er als iniernational anerkaimter Facti- mann auf diesem Gebiete getviss hervorragend berufen ist. Der herzliche Beifall, der ihn cnrpsing, und der langanhallcndc Applaus, der ihin zum Schluss dankte, galt nebst dem Autor des ausgezeichneten Vortrages, auch dem Priuiaior, dem Oberhaupt der Hauptstadt Prag, der zu ihren deutsche»» Einwohnern, die sich keineswegs als ihre Stiefkinder fühlen»volle», in ihrer Muttersprache redete. Einleitend nmriss Priinator Dr. Zenkl den Begriff der modernen Sozialfürsorge, wie er sich in» Wandel der Anschauungen von den Ausgaben der Gesellschaft in der neuen Zeit entwickelt hat. Ec stellte die moderne Auffassung dieser Begriffe» der sogenannten Wohlfahrtspflege gegenüber, die sich in einer wahllose»: Wohltäterei erschöpft, di« nur all- zuhäufig Parasiten und Schinacotzecii zugute kommt und sich in Massenaktionen auLlebt, die, solveit sie nicht— was erfahrungsgemäss der Fall ist— au» den Schcrflein dec Armen und Aermsteu gespeist werden, das eigene Gewissen betäuben wollen, ohne auf die Forderungen der Gerechtigkeit nnd der Menschenwürde Rücksicht zu nehmen. Diese Wohltäterei, wie sie in vergangenen Zeiten üblich»var und in den autoritäre» Staaten heute noch betrieben wird, kann keinen Raum haben in den sozialen Bestrebungen einer moderne»: Demokratie. Die Planlosigkeit und der Dilettanti'SinuS auf diesen: Gebie: führen zu einer Almosenwirftchaft, die zur Züchtigung eines den Charakier der notleidende»: Schichten zerstörenden PauperiSmuS führt. So innf-, auch die moderne Gemeinde, in deren Aufgabenkreis die Sozialfürsorge in erster Linie fällt,' zielbewusst ihren Weg gehen, der gekennzeichnet»st durch die Aktivierung einer grosszügigen, nicht nur heilenden, sondern insbesondere auch vorbeugenden Sozialpolitik. Dazu bedarf cS Allerdings einer umfassenden Organisation, deren Schaffung ein mühsame» Werk ist, da» sich aber vom Standpunkt des BolkSgauzen und des Staates reichlich verzinst. Dafür das richtige Verständnis in weitesten Kreisen der Bevöllerung loachzurufeii, ist ein« der dringendsten Aufgaben. Primator Dr. Zenll ging dann auf die Richtlinie»: der sozialen FürsorgewerkeS der Hauptstadt Prag ein, nach denen bei Zentralisation die Leitung und Vereinheitlichung der Verfahrens eine weitgehende Dezentralisation der Leistung und individuelle Behandlung im Einzelfall angestrebt ist. In den verschiedenen Fachkommissionen und Fürsorgekollegien der einzelne» Stadtbezirke ist dieses Prinzip weitgehend verwirklicht. Bei Besprechung der Agenda der einzelnen Ziveige der Sozialsrage betonte Doktor Zerttl insbesondere auf dem Gebiet dec K i n d e r- fürsorge das Prinzip der Förderung der Familien erzieh ung gegenüber dem AnstältS- shstenr. Der gebotene ileberblick bot«In eindrucksvolle» Bild Won dem vielverzweigten System der Präge»!.Sozialfürsorge, das doch nach einem einheitlich geleiteten Plan funktioniert und immer weiter auS- gebaut und ergänzt wird. Ein besonders interessante» Kapitel bildet die Fürsorge für die A r b e i t S- lo sc n und ihre Angehörigen, über die wir mehrfach berichtet haben. Das Prinzip, aüf dem alle Hilfsaktionen beruhen, lässt sich dahin zusammenfaffen, dass dein Notleidenden, dem die soziale Hilfe zuteil wird, diese nicht als Almosen zugewendet wird, sondern als Pflicht der sozialen Gemeinschaft gegen den leidenden Menschenbruder. Die wahre Vaterlandsliebe und die wahre Liebe zumVolk können- sich nicht in der Verkündigung eines mystischen Kollektivs erschöpfe»'», sondern sich als real« Solidarität praktisch äusser», die freilich auch k-inerlei nationale und Rassenvorurteile kennt. Solange nicht formale Demokratie durch«ine wirtschaftliche Demokratie ergänzt ist. ist die Sozialfürsorge eine der Grunderfordernisse zum Schutz der Opfer der Wirtschaftsanarchie.«Uns allen ist vergönnt, den Namen Mensch zu.tragen—und da» verpflichtet", schloss Primator Dr. Zenkl seinen Vortrag. Tragisch« Ursache einer Verkehrsstörung. Gestern vor halb 11- Uhr- vorniittagS blieben plötzlich die Prager Strassenbahnwagen stehe». Die Verkehrsstörung dauerte etwa 28. Minute»».- Die schimpfenden Fahrgast« wussten nicht,- dass diese Störung, die sich übrigen», auch m»f«inen Teil der Lichtleitung erstreckt«, wa» freilich wenig in Erscheinung trat, eine tragische Ursache hatte. Im Holleschowiher Elektrizitätswerk war der 86jährige Angestellte Wenzel Kar» bulka beauftragt worden, einen Isolator zu reinigen- Karbulka, der ein erfahrener und verlässlicher Ar- Hefter war, kam durch einen unglücklichen Zufall mit einer in der Nähe befindlichen Starkstromleitung in Berührung, die einen Strom von 22-999 Volt Spannung führt«. Auf der Stelle entstand Kurzschluss, au» dem Apparat schlugen Flammen und der Unglück, licht Arbeiter blieb mit schwersten Brandwunden liegen, Er wurde in» Krankenhaus überführt.- Die Aerzte betrachten seinen Zustand al» h o f f n:, n gS- los. Kindesmisshandlung. Auf dem Weinberger Polizeftommissariat erstatteten, di« Bewohner«ine» Mietshauses Anzeige, daß eine gewisse Nachbarin ihre siebenjährige Stieftochter auf grausamste Art miss- haudle.-Der Polizeiarzt stellte tatsächlich am Körper des Kindes Spuren schwerer Mitzhandlimgen fest. —Eag, 8. Mak 1037. Seife 0 Sie Kaplsbaö Der Mm £Ü*«’« BaD WMN'SmbttdW J oon bet„Frauenwelt". präg XII., BdÄoba tt. 62 V VeremsncuMMen, i Das Haus des guten Tonfilms präg XII., Fochova tt.— 1 Paket KL 6.60 mit Post, msendung. „Sozialdemokrat" „Bellevue“ Sanatorium^ Vergangenheit begreift, die Gegenwart versteht und ein Programm der Zukunft entwirft.— In der Diskussion wurde von MatonSek darauf hingewiesen, daß der Gegensatz Pekat-Mafaryk auf dem Wi- derstreit romantischer und positivistischer Tendenzen im europäischen Historismus beruht. Den Höhepunkt der Tagung bildete der Bortrag Jan SlavikS über die Auffassung der Revolution in der neueren Geschichtsschreibung. Im wesentlichen behandelten SlavikS Ausführungen die Bedeutung der empirischen Soziologie für das Verstehen des historischen Verlaufs. Um eine Revolution historisch zu erfassen, genügt das noch so genaue Studium der zeitgenössischen Dokumente nicht, denn die Teilnehmer und Gegner einer Re- voluiion sind sich oft der Wesens der Fragen, die sie zur Entscheidung bringen, selbst nicht bewusst — ihr Verständnis erschliesst sich erst mit Hilfe der vergleichenden soziologischen Betrachtung, die die Gesetze, nach denen Revolutionen verlaufen, aufdeckt. Die Soziologie tritt nicht mit fertigest Schemata an die historischen Gegenstände heran, sondern deckt die Unbrauchbarkeit der anachronistischen, apriorischen Schemata auf, deren sich die Historiker häufig bedienen. So vermag Pekäk den Charakter des Hussitis- nmS nicht richtig zu bewerten, da er die Aufschlüsse, die die MeligionSsoziologie Mar Webers üher die Zusammenhänge, zwischen Protestantismus und Kapitalismus vermittelt, nicht heranzieht. Er kann ihre Wirtschaftspolitik nicht erfassen, weil er nicht berücksichtigt, das! in jeder Revolution zuerst utopische Programme und später die Interessen der Klasse, die die Revolution zur Macht gebracht hat, ihre Haltung z» WirtschaftSfragen bestimmen. ES genügt nicht, den Terror zn verurteilen, die Aufgabe des Historikers ist er zu verstehen, warum Revolutionen sich des Terrors bedienen.— Der„objektive" Historiker vom Schlage Ranker steht der historischen Realität seiner eigenen Zeit oft ratlos gegenüber, ohne jedes Verständnis für Ihre wirklichen Triebkräfte, während der soziologische Scharsblick seines Zeitgenossen Marr diesen befähigte, der Zukunft den Weg zu weisen; so haben Masarhk und Beneö, die Soziologen, den Tschechen den Weg zur Freiheit gewiesen, während Goll völlig verkannte, was der Weltkrieg für die Tschechen bedeutet. Slaviks Vortrag rief eine heftige Diskussion hervor; die hauptsächlich durch den Widerstand der älteren Hiswriker(Chaloupeekis, Stloukal) gegen die soziologische Methode beherrscht war.— Der knappe Raum erlaubt uns nicht, auf eine Reihe weiterer Referate einzngehen, erwähnt sei nur noch, dass der deutschen Geschichtsschreibung in der Tschechoslowakei eist besonderes Referat gewidmet, war, das für die Notwendigkeit der tschechisch-deutschen Zusammenarbeit eintrat. Von sudetendeutscher Seite be- griisste Pfitzner diese Bestrebungen.' I. D. Auskünfte und Prospekte In allen Reisebüros und durch die Kurverwaltung Karlsbad. Billige. Autobusfahrten Prag—Karlsbad und. zurück. 8081 Um diese Antithese kreisten die Debatten des Ersten tschechoslowakischen Historikerkongreffes, der vom 8. bis tt. Mai in Prag tagte. Dar einleitende Referat Stlonkals Über die Hauptströmun- gen der gegenwärtigen Historiographie war durch die Ablehnung dermomotethifchen Methode und das Bekenntnis zur Jdiographik im Sinne Windelbands und Rickerts charakterisiert, mit dem sich eine Ablehnung der S o z i o l o g i e, der die Rolle einer untergeordnetenHilfswissenschaft zugewiesen wurde, verband. Chaloupeckls» Ausführungen über die Hauptprobleme der tschccho- siowakischen Nationalgeschichte betonte die U m- stellungvon der Ideologie der Revolution zu einer Anknüpfung an die konstruktiven Elemente der nationalen Vergangenheit, die auch eine positivere Bewertung des Deutschtums, deS Reiches und der Hab S- burgermonarchie erlaubt. Gegen das aus der Bewunderung des Westen? entspringende Fort« schrittlertum(„oft naiv und übertrieben, manchmal auch zn unserem Schaden"), gegen den europäischen MessianiSmuS,„der oft(z. B. im Hussitismus) zur Ueberspannung der eigenen Kräfte oder einer falschen Orientierung führte", stellt Chaloupeekis die Beziehungen zn den engeren Nachbarn, besonders aber die Slawensrage. In der Diskussion wandte sich Slavlk gegen die Verkennung der positiven Bedeutung des Hussitismus siir die Herausbildung des tschechischen Nationalbewusstseins und eine allzugrosse Abhängigkeit der Historie von der Tagespolitik. lieber den Streit um die Philosophie der tschechischen Geschichte sprach Aar. W e r ft a d t. Die Geschichtsphilosophie basiert auf einzelwissenschast- licher Erkenntnis, geht über sie hinaus, indem sie aus Grund eines sozialen Glaubens eine Entscheidung trifft. Werstadt stellte unter Hinweis auf die vorzügliche, fhstematische Darstellung Josef F i- s ch e r s die Geschichtsphilosophie PalaeküS dar, um anschliessend die Entwicklung der geschichtsphilosophischen Ideen MasarhkS zu skizzieren. Die Idee der tschechischen Geschichte ist für Masarhk religiös, es ist der Humanismus der Reformation und der Böhmischen Brüder; erst später, während und nach dem Kriege, identifizierte er dar tschechische Humanitätsideal mit dem der Aufklärung und der französischen Revolution. Demgegenüber hat Pekai, der die nationale Idee in den Mittelpunkt seiner Geschichtsphilosophie stellte, durch die negative Beurteilung der HuffitiSmuS sich in einen scharfen Gegensatz zu Palackss und Masarhk gestellt, deren Erbe vor allem durch Slavlk und Krofta gegen Pekai verteidigt wird.‘ MasarhkS Geschichtsphilosophie hat für die Tschechen geschaffen, war Ernst Troeltsch für Europa forderte, eine Kulturshntbese, welche die' SyiEg'. v und Erholung Geschichte und Gegenwart“ snuttt begiesst Du die Blumen Mitteilungen ans dem Publikum. In Traverfällen finden Sie, Gnädigste, alles, was Sie benötigen— Kleider, Mäntel, Kostüme, Blusen, Schlafröcke— in allen Preislagen und für jede Figur fertig auf Lager bei Busch, Prng.Ptikoph (Mitte des Grabens), Eingang nur innen im Hanse, im 1. Stock. Auch mittags geöffnet. Tel. 246—17. 4180 Bad Liebwerda im Jsergeiirge eröffnete am 8. Mai seinen Kur- und Badebetrieb. Eine Kur, im Mai beginnend, kann ggnz besonder» empfohlen werden, da in der Vorsaison in allen Belangen weitgehende Begünstigungen ejngeränmt werden. Auch wird bis Ende Mai keine Kurtaxe berechnet. Gegen Durst und zqr Erfrischung gibt e» jetzt ein, ausgezeichneter Mittel: Die. erquickenden „D i a n a- ChampagnerdropS" mit dem prickelnden Chainpagneryeschmack. TaS„Tbeatre FraneaiS" bleibt klassisch, französische Dramatiker EdouardLonrdet, der seit einiger Zeit auch Direktor des„Theaire FraneaiS" ist, Hal' verschiedene Umfragen beiseinen Abonnenten vorgenonune», die sich auf bestimmte Ecneue- rungsjnoglichkeiteh dieser ältesten Bühne' Frankreichs bezogen. Die Hauptfrage lautete, tvelche Art von Stücken die Besucher am liebsten sehen wollten- Nunmehr- sind die Antworten eingetroffen und haben zu dem interessanten Ergebnis geführt, dass drei Fünftel der StistMien sich zugunsten der französischen Klassi- ker,.also, vor allein Ntoliöre'z und Cvrneille's, ausgesprochen' habest. Nur. eist Fünftel, wünscht moderne Autoren; mid ein letzte» Fünftel schliesslich mehr.histo- rifche.nNd'trpinäntische Stücke. Auch in bezug auf die Datier de» Zwischenaktes und die Länge, der. eigzel- nenAki.ehäben,sich, die Abonnenten höchst konservativ gezeigt: es. soll alle»,' beim alten bleibe»,'nämlich wie es seit weit. über.hundert Jahren Sitte'Ift. Nur in einem Punkt habe», die Abonnenten-den Neuerungsvorschlägen Bourdr'tS zugestimnit: künftighin soll der Preis-jedes Platzes um einen'Frans,.erhöht, werden, als Abgeltung für das Trinkgeld,.'da» man sonst der Platzanweiserin gab-- Wer da»..Pariser-Theater- lebsn kinint,- wird' verstehen, dass, diese.»Trinkgeld-, ablösstyg" tatsächlich eine.kleine Resolution, bedeutet. Frauen-, Han-, Stoffwechsel-, Rhauina- Krankheiten.- Billige Pauschalkuran. Auskünfte durch alle Reisebüros und die Kurverwaltung Das Frauenbezlrkskonj|t$e- veranstaltet Montag, den 10. MÄ.'ü'uhr abends, im kleinen Saal des Handwerkervereines SmeLkh Nr. 22, eine Feierstunde der proletarischen Mutter Mitwirkende u. n.: Genossin Maria Deutsch (Ansprache und verbindende Worte), Genosse Rudi Stein(Violine), Sprechchor der SJ. AuSgewähl- tes Programm. Kommet alle I. Das Verfahren wurde eingeleitet und da» Kind der Verwahrung-seiner unmenschlichen Stiefmutter vorläufig entzogen. l' Dreizehn Millionen für dm Unibau der Prager Jrrennnftalss Ter LandeSanSschuss für Böhmen hat beschlossen,,.'der LandeSvertretung die Bewilligung eines Betrages von 18 Millionen ni für den Umbau der. Irrenanstalt in Prag-Katekinkh zu genehmigen. Mit dem llmbau soll noch-Heuer begonnen werden. Nach' und nach wird das ganze alte Gebäude eingerissen und. ein-Neubau an die Stelle gesetzt, in dem Raum für 720 Krankenbetten geschaffen wird, deren Zahl im Falle einer llebersiedlung der beide» pshchia- trischen Kliniken um 000 erhöht werden könnte. Während des Umbaues wird ein Teil der Anstaltsinsassen in der Irrenanstalt in Bohnitz uniergebracht werden.(TND.) . Die Stefänik-BossSfternwarte in Prag ist im Monate Mai dem Publikum äusser an: Montag täglich um 21 Uhr, für-Schulen und Vereine um 20 Uhr zugänglich. Besuche von Schule» zur Besichtigung her Einrichtungen- find auch in den Tagesstunden willkommen. Alle Massenbesuche von Schulen und Vereine müssen vorder angemeldet werden(Telephon 46808). TaS Beobachtungsprogramm im Mai: Während de» ganzen Monates Mai Mars, allerdings erst gegen,22 Uhr. Vorder ab 21 Uhr Doppelgestirne»nd Sternhaufen, in der zweiten Hälfte des Monats auch der Mond. TaS Referat der AuSflngSzüge der Tschecho. slowakischen Staatsbahnen veranstaltet folgende Fahrten mit voller Verpflegung: Vom 16. bis 17, Mai zn den Pfingstfeiertagen ins Adlergebirge für(50 K£, ins Riesengebirge für 160 KL, Nach den westböhmischen Bädern für 235 KL, nach HerrnS» kreischen und Dittersbach für 150 KL; vom 15. bis 28. Mai nach der Hohen Tatra für 560 KL; vom 15. bis 24. Mai nach Karpaihornssland für 475 KL. Informationen und Anmeldungen im Referat der AuSflugSziige der StaatSbahnen, Prag XIl., Basar neben dem Wisson-Bahnhof, Telephon 888-85. imperial Hotel A. G. karte etwa 7 KL. Mittagessen KL 6.50.können vorangemeldet werden unter Telephon-Nr. 72820 (Lahmer). Rückfahrt etwa 7 Uhr abends.— Leichtathleten, Achtung! Heute SamStag auf der Hetz- infel Ausscheidungen für die MeisterschaftSkämpfe, Da Laufbahn und Sprunggrube noch in Ausbesserung find, werden die Wurfdjszipline durchgenommen. Spätesten» halb 4'Uhr auf dem Platze sein, damit Pünktlich begonnen werden kann. Die Genossen der RW, SJ und AI werden um Mitwirkung ersucht; — Wanderer! Sonntag früh A8 Uhr auf dem Smichower Bahnhof. Fahrt nach Vöenory, Wanderung zur Naturfrennde-Hütte im Brdhwald. Wir wollen in' den.Cernolicer Felsen, klettern, also Turnschuhe mitnehmen I Ortsgruppe Prag: S o n n t a g, ZKZSa den 0. Mai Treffpunkt um M8 Uhr K8W8i»l am Smichover Bahnhof. Fahrt nach V öe n or>>. Wanderung TfSHsjsy nach Cernolice zu den Klet- '(ersessen(Klettern), Skassa,. Natstr- freundehütte, Tobrichoviee. Führt Nosek.(Event.' Turnschuhe mitnehmen!)— Pfingsten: Zwei- einhalbtagSwanderung in» Jsergebirge, Treffpunkt halb 2 Uhr beim Denkmal, Wilsonbahnhof. Fahrt nach Reichenberg,'Uehernachtung'"auf-der KönigMhe; Die erste Dampfmolkerei und Käserei lAtzWsMlWWlL - em’ptiohll llir« erstklon«. Erz.ugnlM« Beachten sie die.Sch u t z raar k e I Heute, Samstag, 22.45 Uhr, Nachtvorstellung zu WohltätigkeitSztvecken im Bio Apolw, Wenzelsplatz 61, einmalige Auffichrung de» Filmes„Re- volution des Blutes und des Geistes". Karten an der Kinokaffa. Wochenspielplan deS Neuen Deutschen Theater». Samstag, halb 8: Auf der grünen Wiese,, volkstümliche Vorstellung; Abonnement ausgehoben.— Sonntag, halb 8: Das Paradies; halb 8: Gesell, schaftsspiel, A2.— Montag, halb 7: Rossini in Neapel, Theatergemeinde der Jugend(!.' Serie, rote Karten) und freier Verkauf, Abonn. aufgeh.— Dienstag, halb 8: Der Corregidor, A 2.— Mittwoch, halb 8: Der Evangelimann, B1.— Donnerstag, halb 8: Gesellschaftsspiel, C2.— Freitag, halb 8: Ein Maskenball, D.— SamStag, halb 8: Gesellschaftsspiel, B 2— Sonntag, halb 8: Feine Gesellschaft; halb 8: Das Spitzentuch der' Königin, Erstaufführung, C 2. Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Samstag, 8: Jean, Gastspiel Kramer-Glöckner.— Sonntag, 8: Axel an der HimmelStür; 8: Warum lügst du, Cherie?— Montag, 8: Unentschuldigt«: Stunde, volkstümliche Vorstellung.— Dienstag, halb 8 Uhr: Mond über dem Fluß, deutsche Uraufführung, Bankbeamte II und freier Verkauf.— Mittwoch, 8: Der Nächste, bitte.— Donnerstag, 8: Warum lügst du, Cherie?— Freitag, 8: Mond über dem Fluß, Theatergemeinde des Kulturverbandes und freier Verkauf.— SamStag, 8: Warum lügst d», Cherie? — Sonntag, 8: Der Nächste, bitte; 8: Matura, volkstümliche Vorstellung. Tannwald."'Fnhrp^Äs^etwa^gn^s^^cr.^^E'llhnus, Anmeldungen bi» spätesten» 7«, Phre-- Pick! w wegen utXmsy Der Atus lädt ein: An dem heute SamStag. de» 8. Mai, stattsindenden gemütlichen Tanzabend der DT2- und Atus-Jugend am DTJ- PBAG Platz auf der Hebinsel. Beginn 8 Uhr übend». Zu seinem MaiouSslug am Sonntag, den 23. Mai, nach Sestajoviee-Klanoviee al» Gäste des dortigen DTJ-Bereines. Abfahrt von'Prag-Mafa- rykbahnhof um halb 7 Uhr früh nach Jirna-Klano- vice, von dort Marsch mit der. beigestellten Musikkapelle nach Sestajoviee. ES wäre sehr begrüssenswert, wann alle Organisationen sich dem AuSslug anschliessen würden. Fahrpreis: Sonntag-Rücksahr- lValck-Sanatcrlum Dr. Sdiwänfturg,$ucfcmaate£ Schlesien Erstklassige, physikalisch-diätetische Heilanstalt für innere, Nerven- u. Stoffwechsel-Krankheiten Mäßige Pauschalkuren 412s Filme in Prager Lichtspielhäusern Urania-Kino: Hans Moser im Wiener. Lustspiel»Donauwellen".— Adria:„Rechtsanwältin Pira." Tsch.— Alfa:„Wiener, Fiakerlied." L. Slezak. D.— Apollo:„Das Mädchen im Schau» fenster." Tsch.— Avion:„Die Kinder des Kapitals Arant." Ruff.— Vermiet:„Die Kreuher-Sonate i' D.— Feniz:„Die liebe Verwandtschaft." Laurel und Hardh. A.— Flora:„Der Selbstmörderklub." A.— Hollhwoodr„Skandal um die Fledermau»." D.— Hvizda:„Jagd und Falle." Abenteuer, au» dem indischen Dschungel.— Julii:„Das Mädchen im Schaufenster." Tsch.— Kinema: Journale, Grotesken, Reportagen.— Koruna: Aktualitäten; Journale, Grotesken.— Ho tun:„Kameliendame." Greta Garbo. A.— Lneerna:„Die liebe Verwandtschaft." Laurel und Hardt). A.— Metro:„Dods- ivorth." Stach Sinclair. A— Passage:„Skandal um die Fleder.mauS." D.— Praha:„Das Mädchen im Schaufenster.". Tsch.,— Radio:.„Das Geheimnis um Trüxa."'D.— Skant:„Da» Herz auf Schienen." Tsch.— Svktozor:„Rechtsanwältin Dkra." Tsch,— Alma: MickehMaus und ihre Partner. — Baikal:„Wie es Euch gefällt." Elisabeth B e r g n e r. Engl.— Belvedere:„Feuer einstelleu" Harri) Baur. Fr.— Beseda:„Die Kreutzer-Sonate," D.— Carlton:„Wo die Lerche singt." D.—. Jllu- fion:„Drei fesche Mädels." Durbin. A.— Konvikt: «Es geht um mein Leben.". D.— Lido II:„Das Herz auf Schienen." Tsch.—- Louvre:„Kameliendame." GretaGarbo. A.— Olhmpie:„Harntonika." Tsch.— Peri ihn:„Das Herz auf Schienen." Tsch.— Roztzr„Das Her, auf Schienen.' Tsch.-— Tatra:„San Francisco." MaeDonald, Clark Gable. A.— U Bejvodu:„Kinder des Glücks." D-—Bal> kel:„Das Herz auf Schienen." Tsch.—«eletrhhr „Es geht ummeln Leben." D.- Besuchet die Felsenstädte Adersbach u. Wekelsdorf Weltberühmt als einzig dastehende Sandsteingebilde.— Die Naiurdenk- mälcr zählen zu den beliebtesten Reisezielen hausender Touristen. Herrlich an- - gelegte Bäder. Strandbad in Adersbach, .. Schwimmbad-in Wekelsdorf. Hotels: Felsenhotel in Adersbach, Hotel Eiseii- - Hammer• in Wekelsdorf.— Prospekte durch die Felseiivertvaltungen. B e z u g s l> ad i'n g ü'n g 0 n: Bet' Zustellung in» Samt oder bei Bezug durch die Poft monatlich KL 16;—„ vierteljährlich KL 48—, halbjährig KL 9S<- ganzjährig—.Inserate,wepden lauf Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlass.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der-Metourmarken.,— Die ZeitUNgSkrankasur wurde von per Po»- uno»eie» ■■..... graphendirektion mit Erlass Nr, 10.800/V 11/19JB0 bewilligt.':—,D.ruckerei:„OrbiS",'Druck-, Verlag»- und ZeitMgS-A,-G.:Prag., Das Mdddien im Schaufenster herzSV i7 JL We bewüger sich buelchnet^.^Usetzung) niit Recht als Preis den da^Änn! V R S naI bet wirkliche Preis, oen oas Publikum dieser..Literatur" rnii- len hat, natürlich erheblich höher und gar nicht boib »“^"'Cffettift Bedenklich an diesem Film der negen Rührsal mit happ» end zu Felde ziebt'(ft statt^denMm? kfc Misch«»» enthält'»^ Zur konsequenten Satire oder zur Geschicktt/n^ J'n.?“ 3 streben aufweist, die HF tt0. m unehelichen Kind durch moralische Verklärung der guten Kleinbürger und' moralische miMffÄV“.«Uten(BcfeBJ®oK" zu beenden, «hm»“ n'- ct® c^ atIcc und Regisseur des MM», hat w eder einmal im Stile der breit-bthag- uÄa»-nn!!?Ä!«^dkSsnden, alles Dramatische ver- wässernden Idylle gearbeitet,- der die meifteii Barran- dov-Filme nnwirksam macht, und auch Sana Bi« tovä in der Hauptrolle ist so unschuldsvoll engelhaft, ni. w Y: Wird.,Schauspielerisch am beste» sind Antonie Redosinskä als anfangs rauhe nnd spä- icr herzliche Geschäftsfrau und Helena Bnschovä als hilfreiche Freundin der verlassenen lebigen Mutter.„eia. BlAHtN ,„ dedutch°n AM' 8' M Sie gewinnen o hungsstrott.