Sozialdemokrat Erscheint mit A«««ah«e de« täglich früh Z«iKö-lpr-i» 70 Heller Redaktion und Verwaltung. Prag XII., Fochova 02— Telephon 58977— Herausgeber: Siegfried Laub— Verantwortlicher Redakteur: Karl Kern, Prag 17. Jahrgang Sonntag,-. Mai 1937 Aus dem Inhalt: Pressekrieg Mussolinis gegen England Hitler-Industrielle beschenken Henlein Lohnerhöhungen in der nordböhmischen Textilindustrie Sabotage-Legende aufgegeben Nr. 109 Stfidte des Leidens Gegen«in Barbarendeutschtum— Für ein Deutschtum der Menschlichkeit Es kann Wohl Abscheu und Entsetzen, aber kaum noch Erstaunen erwecken. Der Nationalsozialismus ist ja wütend kirchenfeindlich, Totfeind des Christentums, ist der Feind jeglicher Kultur, ist Auferstehung der grauenvollsten Barbarei. Und alles bas, dieses scheußliche Morden von Priestern am Altar, von Weibern und Kin- dern geschieht von Deutschen I Welche furchtbare Schändung des Deutschtums, welche Schmach, die der deutschen Nation angetan wirdl Wahrlich, im Namen eines anderen, eines mit der Menschlichkeit verbunden gebliebenen Deutschtums muß sich unsere Stimme deS Protestes, der leidenschaftlichen Brrurteilung, deS grenzenlose» Abscheus mit den Stimmen der Ge- ipiter in zerrissenem Meßgewand den verstümmelten Körper des Abtes. Die zusam- mengekrampfte Hand hält noch immer den Kelch.“ tueljten auf eine Prozession der Nonnen im Hof des KlösterS.“ —- Nachdem die Äeschwader die Stadt mit Bom« ben belegt hatten/ wandten sie sich den FIllchtlin« gen zu und schossen mit Maschinengewehren auf Frauen, Kinder und Greise.“ »Nach dreifachem Lufibombardement binnen drei Tagen ist Durango nur noch eine Stätte von Ruinen. 899 Tote, 2S00 Verletzte, eine Stadt in Trümmern.».“-,,, j.., Städte der Leidens und des Grauens und Zeugen menschlicher Schmach sind die Städte des Baskenlandes, die Wohnorte einfacher katholischer Menschen, geworden. Das Leid-und das Grauen haben die deutschen Flieger gebracht. ,.® u“ n* ca> dessen Vernichtung durch neu« putsche Helden in dem noch zivilisierten Rest Europas so großes Entsetzen erweckte, ist nur einer der zerstörten baSlischen Orte. Schon früher, wie um sich im BernichtungSkampf gegen Frauen und Kinder, Priester und Nonnen zu üben, schleuderten GöringS Flieger Bomben auf die Stadt Durango. Der Versuch ist geglückt, Durango ist— gewesen, eS ist nur noch ein Name. „Durango, Stadt deS Leidens," heißt eine kleine Schrift(erschienen bei den Edition« du Carrefour, Varis), in der die Mitglieder einer Delegation aus Kreisen des religiösen Lebens Englands berichten, was sie erlebten und was sie sahen. Der Delegation gehörten an;. Reverend Dr. Helwett Johnson, Doyen von Banter- buch,(Anglikanische Kirche), Professor John Maemurray von der Universität London (Freie Kirche), Schriftsteller M. D. R. D a. Vies(Freie Kirche), Frl. Monica Whatley, Mitglied der Labour Party(römisch-katholisch) und die Schriftstellerin Frau Beer(römisch- katholisch). Am Tage nach ihrer Ankunft.in Bilbao erfuhren die Mitglieder der Delegation von dem Luftangriff auf Durango am 8,1. Mqrz, Am S. «privfuhM'sie nach'Äurango^MSMr untrer Stadt auf kürzt Entfernung genähert hätten, gewahrten wir sechs Bomber der Rebellen, die von einer großen Anzahl von Jagdflugzeugen begleitet waren. Sie flogen über die Stadt und warfen Bomben ab. Die Explosion der Bomben konnten wir beobachten. Dann verschwanden die Flugzeuge; wir gingen in die Stadt und überzeugten uns von den angerichteten Schäden. Durango war fast völlig zerstört. Die Bombardierungen mußten von furchtbarer Heftigkeit gewesen sein. Vor allem die-Kirchen und Klöster waren Zentren-der Verwüstung; selbst ungeschulte Augen erkannten mit absoluter Sicherheit, daß die Schäden nur durch Luftangriffe angerichtet sein konnten." Die Flieger waren am 81. März zur Stunde der Messe gekommen. „In dem Augenblicke, da der Abt Morilla den Weihekelch hebt, durchschlagen, Bomben von fünfzig und hundert Kilo Gewicht das Dach der Pfarrkirche von Santa Maria. Ein« Bombe platzt am Fuß des AltarS, und aus den Trümmern birgt man später in zerrissenem Meßgewand de» verstümmelten Körper deS Abtes. Die znsammrngrkrampste Hand, hält noch immer den Kelch.“ In der Schule der Jesuiten wird in der Kapelle der"kommunizierende P. Billalabeita, wird »eben ihm der Chorknabe, werden alle Gläubigen zerschmettert. An diesem Morgen werden drei Kirchen, mehrere Kapellen und zahlreiche Arbeiterhäuser zerstört. Am Nachmittag kommen die deutschen Flieger wieder.-Vomben fallen auf das Kloster der'Augustinerinnen und töten fünfzehn Nonnen.„DaS genügt nicht: di« Hitlerflugzeuge überfliege» daS Kloster in geringer Höhe«nd schießen mit Maschine»««, Päpstlich« Enzyklika für die.Demokratie? Paris. Der„M a t i n" verösfentlicht eine Nachricht an» der Stadt de» Vatikan», wo AerÜcht« zirkulieren, daß Papst Pin» XL eine neue Enzyklika«"bereitet, die ein große» Sch» haben werde. Am, Schluß, dieser EnzyNika erfläre der Papst, daß die d«mt• kretischen Regime jetzt die teste va-, rantie für den Stieben, die Srtihett und die Selbstverwaltung der katholischen Vereinig»»««» sowie-füt da» freie Bekeimtni». der katholische» Religion«rnchhren.Die«MA«. Vatikan» lehnenW ab, diese Gerüchte»« bestät' g«n, di« da» besondere Jnter«ff« per d«r iiglirni- sch«N Regierung nahestehende» Krrise erwecke». Eine Stadt der„Roten“, der„Bolschewi- sten"? Ach nein,'«ine Stadt friedlicher frommer Menschen, eine militärisch ganz bedeutungslose Stadt. Im ganzen Baskenland sind die. Sozialt- sten bedeutungslos.-Die Basken-wollen aber nicht von Faschisten geknechtet werden,-sie wollen.sich ihre nationale Eigenart bewahren. Die Delegation berichtet:^Zwischen dem religiöse» Leben, dem sozialen Leben und dem politischen Leben gibt es nicht die mindeste. Trennung. Der Kletus wurde gewissermaßen identifiziert- mit- dem Na« tionälgefühl. 7 „Im ganzen baskischen Lande haben wir nicht eit» einzige Kirch«, gesehen, die von den Repu- „blikanern beschädigt worden wäre.“- Aber Hftlers Flieger, nationale Fliegeri auSgesandt' gegen eine für ihre Unabhängigkeit kämpfend« kleine Nation, Hitler« und- Göring« Lufthelden zerstörten die Kirchen, morden die Gläubige»!.. sitteten aller Böller der Erde vereinen gegen diese» Barbarendentschtnml Soll wieder, wie in den Tagen des Chinafeldzuges, das Wort von den deutschen Hunnen lebentzla werden? Darf es dem deutschen Faschismus gelingen, deutsch-in Fühlen und Denken aller Nationen als gleichbedeutend mit'roh, brutal, grausam, unmenschlich,- barbarisch erscheinen zu lassen? Soll das, Wort deutsch in. Zukunft nur noch in Verbindung mit den Namen Durango und GuerNica genannt werden? Mein! In die Zukunft soll,, muß zugleich auch-hinüberllingen her Empörungsschrei. jener Deutschen, die im Faschismus die entsetzlichste Knechtung de« deutschen Bolles und. seinen"Mißbrauch durch entartete Kriegerkaste sehen! --' Die baskischen Städte de» Leidens,. eines Leidens, das ihnen Hitlers und Görings-Flieger gebracht haben, sind auch Städte eines deutschen Leides, unseres Leides. Vie doppelte floral des Chauvinismus Eine Antwort an den»Veäer« Von Abg,"Wenzel J a k s c h Die tschechisch-agrarische Presse beschuldigt mich in ungewöhnlicher Ausmachung der Lizitation mit Henlein in nationalpolitischen Fragen. Der Vorwurf nimmt sich immerhin grotesk aus, wenn er in den Spalten des„VeLer" erhoben wird, der an Henlein schon so manche Sympathien verschwendet hat. Daher sei die Feststellung vorausgeschickt, daß mir jede Absicht, etwa durch Lizitation mit Henlein ebenfalls die Sympathien des„Beöer" zu gewinnen, ferne liegt. „Lizitation mit Henlein" nennt eö die agrarische Presse, weil ich anläßlich einer Versammlung in Eger erklärt habe, daß der Geist des 18. Feber auch bei der Generaldirektion derTabakregie Einzug halten müsse. Diese wohlbegründete und nachgerade selbstverständliche Forderung scheint gewissen Herren so auf die Nerven gegangen zu sein, daß sie nun. aus dem Umwege über einen Herrn I e i e l im „Beier" mit einer Retourkutsche kommen. Unter der Ucberschrift„So unterdrücken. wir unsere Deutschen" wird in der erwähnten Veröffentlichung dargelegt, daß in einigen staatlichen Ta- bakfabriken, so in B autsch und T ach au 95 bzw. 94 Prozent Deutsche beschäftigt werden. I» Joachimsthal soll es 89 Prozent Deutsche geben, in LandSIron 78, in Zwittau gleichfalls 78 usw. Diese Veröffentlichung wird mir«IN willkommener Anlaß sein, bei allernächster Gelegenheit der Personalpolitik der Tabakregie ein besonderes Kapitel zu widmen und gewisse Methoden anzuprangern, die vom deutschen aktivistischen Standpunkte nachgerade unerträglich geworden sind. Vorher ist cs aber notwendig, der seltsamen politischen Logik des„Beier" eine separate Auseinandersetzung zu widmen. Man muß einmal aufzeigen, daß die Moral des tschechischen Chauvinismus, die aus der zitierten Attacke spricht, einen doppelten Boden hat. Für die betreffenden Kreise ist es ganz selbstverständlich, daß in den staatlichen Tabaksabriken, die im tschechischen Sprachgebiete liegen, nur tschechische Arbeiter und Arbeiterinnen ausgenommen werden. Sie würden ein geloaltiges Geschrei über Germanisierung erheben, wenn wir etwa" in Tabor, in P i s e k, in Sedletz oder Kuttenberg den nationalen Schlüssel verlangen würden. Fürst«gilt der nationale Schlüssel nur dort, wo man den Deutschen noch etwas wegnehmen könnte. Die wenigen verstreuten deutschen Beamten oder Angestellten fallen überhaupt nicht ins Gewicht. Sie müssen, da niemand bereit ist, für ihre Kinder etwa eine deutsche Minderheitsschule zu errichten, über kurz oder lang dem deutschen Volkstum verloren gehen. Darin äußert sich nun- die doppelte Mo- r a I deS tschechischen Chauvinismus, die das größte Hindernis jeder, ehrlichen Verständigung ist. Er steht auf dem Standpunkt der Unberührbarkeit des tschechischen Sprachgebietes und weigert sich gleichzeitig, die Existenz einesdeutsch en Sprach gebieteSan- zu erkenn en. Dieser Standpunkt hat mit Demokratie nichts zu tun. Er ist. undemokratisch und wird in einem demokrattschen Staatswesen mehr und mehr unhaltbar. Entweder ist eS in Ordnung, daß in Kuttenberg und Sedletz 99 Prozent Tschechen beschäftigt, werden, dann muß eS auch in Ordnung sein, daß eS in Tachau 98 Prozent deutsche Tabakarbeiter gibt. Beanspruchen aber die Inspiratoren des„Beöer“ in Tachau den gesamtstaatlichen nationalen Schlüssel, dann inuß er für Kuttenberg und Tabor Äenso gellen, wie für die karpathorusstsche LanoeSbehörde. Was würden die Herren zu dem Begehren sägen, daß im Bereich der flowakischen und karpathorusstsche» Landesverwaltung 22 Prozent deutscher Beamter und Angestellter beschäftigt werden sollen? Man wird, wieder mit-dem bekannten Ein« wand kommen, daß in den deutschen-Gebieten im Behältnis mehr Tabakfahrike» liegen, als es dem allgemeinen Bevölkerungsschlüssel-entspricht. DaS ist richtig. Genau so richtig ist, daß-die Deutschen auch in' anderen Industriezweigen wie Glas, Porzellan, Textil ein unverhältniSmäßigeS Stile 2 Sonntag, v. Mai 1937 Nr. 109 llcbergewicht besitzen. Wer diesen Tatbestand lri- tisicrt oder bekämpft: der Übersicht, daß die Deutschen bei ihrer abnormal schmalen lqndwirtschaft- lichen ExistcnzbasiS mehr auf industrielle Beschäftigung angewiesen sind als die Tschechen, Slowaken nnd Karpathorussen. ES lann doch auf die Dauer keinem ernstzunehmenden Politiker und Publizisten verborgen bleiben, daß kaum mehr als ein Fünftel der Sudetendeutschcn ihren Lebensunterhalt In der Landwirtschaft findet, noch dazu von einer meist ertragarinen GebirgSland- wirtschaft, die mit den Erträgnissen des innerböhmischen und mitlelmährischcn Flachlandes keinen Bergleich aushält. Will man endlich die Mehrheit der deutschen Bevölkerung In ein post« tivcS Verhältnis bringen— und wer diese StaatSnotwendigkcit heute noch nicht begreift, dir ist mit Blindheit geschlagen—, dann muh man den Deutschen endlich ein Stück LebenSraum und einen festen Eristcnzbode» innerhalb des Staates gönnen. ES ist wahrlich nicht zuviel verlangt, wenn ich hier den Wunsch ausspreche, dah endlich auch der„Beier" und seine Hintermänner die drangvolle Uebcrvöllerung und die seit sechs Jahren andauernde Massenarbeitslosigkeit in den Tachaucr Grcnzdörfcrn, im Erzgebirge, wie im Adlergcbirge und in den nordmährischen Gebieten zur Kenntnis nehmen mögen. Uebrigens ist es eine glatte Eskamotage und eine Irreführung der Oeffentlichkeit, wenn der „Beier" lediglich einige im deutschen Gebiete liegende Tabakfabriken herausgrrift, um zu beweisen, wie die»Unterdrückung der Deutschen" auS- sieht. Warum wählt er keine Beispiele, di« ihm bedeutend näher liegen mühten? ES wäre doch interessant zu erfahren, tvie das deutsche Element unter den Beainten des ehemaligen Staats- bodeiiamte», des Landwirtschaftsministeriums, des staatlichen landwirtschaftlichen Forschungsinstituts und des Getreidcmonopols vertreten ist. Warnni rechnet man uns nicht vor, um wieviel Deutsche es im Obersten RechnungSkontrollamt, in der Ae« ncraldircktion der Tabakregie, im Export- i n st i t u t, im Schulministerium und im Finanzministerium zuviel gibt? Mit polemischen Kunststücken wird man ein so ernstes gesamtstaatliches Problem, wie die gerechte Vertretung der Deutschen im öffentlichen Dienst und In den Staatsbetrieben nicht lösen. Auf die Dauer lvird auch die tschechische Bauernschaft, die in nationalen Dingen gemäßigt und vernünftig ist, keinen Borteil davon haben, wenn ihre Presse in nationalen Fragen den Wettbewerb mit jedem unverantwortlichen Eroberungipollti- kcr anfneluncn lvill. Jedenfalls wird un» kein« Denunziation— wie der Borwurf der„Lizitie- renS" mit Henlein— davon abhalten, das Werk des 18. Feber gegen jede Sabotage zu verteidigen! Mussolini eröffnet Prenekrieg Verbot der endlichen Zeltunsen gegen England . Abberufung der italienischen Korrespondenten aus London R o m. Am SamStag wurde ein Kommuuiqut über dir Beziehungen»wischen Italien nnd England auf dem Gebiete der Presse ausgegeben. Wegen„fr indlicher Stellungnahme fast der ganzen britischen Presse grgenütirJtalienunddes- s e n Armee" wurden in Italien die englischen Zeitungen mit Ausnahme der»Daily M a i l", E v e n i n g News" und„O b s e r v e r" verbaten. Sämtliche Korrespondenten der italienischen Blätter wurden von London abberufen. Lediglich die Berlreter der Agenzia Stefan! und des offiziellen italienischen Rundfunks, welch letztere gleichzeitig Korrespondenten des«Popolo d'Malia" und des»Giornale d'Jtalia" sind, find in London verblieben. Keine Intervention Englands London. Die Nachricht von der Rückberufung der italienischen Pressevertreter von den Londoner Krönungsfeierlichkeiten und dem Bannspruch Mussolinis über die englische Presse hat in London Aussehen erregt, da die britische Regierung vorher über das italienische Borgehen nicht informiert worden war. Die amtlichen Stellen beschränken sich auf den Hinweis, dah aller Wahrscheinlichkeit nach der Beschluss der römischen Regierung nicht.Gegenstand einer Intervention oder eines Ersuchens Grossbritanniens um nähere Aufklärungen in dieser Angelegenheit bilden wird. Der Beschluss der italienischen Regierung, wird damit in Zusammenhang gebracht, dass die italienische Regierung zu den Londoner Krö- nungsfeierlichkeitcn keine Abordnung entsandt hat. Was die Gründe anbelange, welch» italienischerseits für diesen Beschluß angeführt werden— der Hinweis, dass die britische Presse angeblich „tendenziöse Nachrichten" veröffentliche'—, so seien diese unhaltbar. ES wird daran erinnert, dass dir britisch» Press« wie di« Presse aller demokratischen Staaten keiner Zensurun» »erliegt und dass fie nach Belieben Nachrichten ihrer Berichterstatter über di» Ereignisse in Spanien veröffentlichen und fie kommentirren kann. ES wird darauf verwiesen, dass di« italienische Geste in Großbritannien di« Achtung des traditionellen Grundsatzes der Pressefreiheit nicht beeinträchtigen wird.- Ausweisung britischer Journalisten angedroht N o m. Der römische Reuter-Korrespondent ivurde SamStag abends seitens italienischer amtlicher Kreise informiert, dass es sich nicht darum handele, durch irgendwelche allgemein« Massnahmen dir britischen Journalisten aus Italien auszuweisrn, sondern eS könnten nur einzelne Journalisten a u S g e w i t• f c n«erden, wenn fie sich etwas zu schulden kommen lassen sollten. „Vir vergessen die Deutschen MW' Abschluß der Präsidentenreise nach SQdbtthmen Am dritten Da» seiner südböhmischen Reise fuhr Präsident Dr. Benes von Pisek in Begleitung des Minister» T»k» h mit der Bahn nach K l a t t a u, wo er vom BrrteidigungSminifier Machnik empfangen wnrdr. Auf dem Marktplatz fand die offizielle Begrüssung statt. Am Rach- inittag reiste der Präsident nach S ch üttrn» Hofen weiter, wo er u. a. daS Sozialheim der Zündholzfabrik„Solo" besichtigte. In P r a c«- j o v i r r geleitete ihn der Borfitzmd« der tschechischen Agrarpartei, Abg. Beran, der dort ein Gut befitzt, durch das dortige Svehla-Heim. Den Abschluss bildete der Besuch von Strakonitz. Auch Samstag nahm der Präfldent wieder, holt die Gelegenheit wahr, auf daS deutsch-tschechische Problem»urückzukommen. So erwiderte er in Schüttenhofen auf die dentsche Ansprache des Bürgermeisters B o r« f k a von Bergreichrnstein in deutscher Sprache: Ihre Worte, die di« Treue Ihrer Mitbürger zu unserem Staate zum Ausdruck bringen, haben mir Freude bereitet. Sagen Sir Ihren Mit- bürgem, dass ich auf sie nicht vergesse, dass auf fie auch dir Prager Regierung nicht vergisst, dass wir maimhafte Loyalität zu schätzen wissen und daß wir unser Programm der Zusammenarbeit mit den Deutsch« in diesem Staate, da- wir«ns in seinem ganzen Wortlaut festgesetzt haben, ersüllm werden. ES geht nicht um Bersprechuugrn, es geht nicht um Worte,— cS geht um die ganze Jdernrichtung unserer Staatspolitik, um einen ganzm Plan und um ein Programm auf Jahre hinaus, eS geht um Taten. Unser« Regierung ist «ine Regierung von Männern der Tat und will «S sein. I» einem ander« Zusammmhang« sagte der Präsident in Schüttmhofenr Es ist nicht richtig, zu mein«, dass uns die Unheitlichkeit und Zwietracht oder dir Abneigun» gegen dir Drutschm und der ewige Kampf mit ihnen charakterisiert. ES gab Zeiten, in welche» »ei uns'UnheUlichkeit herrschte, nnd«S gab Zei- tm, in welchen wir mit den Deutschen in Kämpfen tmd Konflikt« standen; aber der Zeit« der Ruhe, der Zusammenarbeit und des gegenseitigen Ber» ständniffeS waren mehr und stets waren eS die Zeit« der grösste» Blüte, des. grössten Aufschwunges und drS grösstm geistigen und materiellen Wohlstandes misereö ganzen Landes und unserer beidm Völker. In Klattau sagte der Präsident: ES ist direkt eit« symbolische Tatsache, daß, wohin immer ich komme, überall ohne Ausnahme die gute Zusammenarbeit der Tscheche» und der Deutsch« in dm Gemeinden und Bezirk« her- vorgchoben wird. ES zeigt dies, dass eS auch im Staate, auch in der allgemeinen gesamtstaatlich« Politik so gehen soll. Diese Zusammenarbeit ist möglich nnd fie ist notwendig. Wir wünschen sie und arbeiten für sie. Ich glaube, daß wir unser Ziel erreiche» werd«. Voraussetzungen des Fremdenverkehrs Bei nnS in der Republik ist die T o u r i st i k bisher im Stocken, weil man noch nicht genügend begriffen hat, dah ein« erfolgreich und wirklich entwickelte Touristik nicht möglich ist, ohne gute Strahen und Kommunikationen, ohne gut«, anständige, reine und komfortM« Hotels und Gaststätten, ohne güte Kanalisation, guter Wasser und eine gute Bedienung, die auf europäischer Höhe steht. Ich bin froh, dah sich in dieser Hinsicht die Verhältnisse bet uns bessern. Wir müssen im Laufe der Zeit auf-der Höh« der Schweiz oder wenigstens Oesterreichs stehen, welches— wir müssen daS anerkennen— weiter ist, als wir. (Aus der Rede der Präsidentin in Schüttenhofen) Staatssekretär Schmidt nach London und Paris Wie». Der Staatssekretär für auswärtige Angelegenheit« Dr. Schmidt begab sich Samstag mit der österreichischen Delegation nach London, wo er. an den Krönungsfeierlichkeiten teilnehme» wird. Der Besuch in London, der über Einladung des königlichen HanseS erfolgt, trägt repräs«tativ« Charakter. Aus der Rückreise nach Wi« wird Dr. Schmidt dr» österreichischen Pavillon auf der P a r i s« r Weltausstellung besich. tfg«. Konkrete politische Verhandlung« find weder für London noch für Paris vorgrseh«, doch wird sich Gelegenheit zu Unterhaltungen über die europäische Lage mit Eden und D e l b o» ergeben. Am 80. Mai wird Dr. Schmidt die Rückreise»ach Wien antreten. Unter dem Titel„Nach London unterwegs" schreibt da» Wiener„Weltblatt": Die Einladung Edens an den österreichischen Staatssekretär Dr. Schmidt, da» nächste Wochenend« mit ihm auf seinem Landsitz" zu verbringen, unterstreicht da» englische Interesse für den Donauraum in besonderer Weis«. Nach den Zusammenkünften von Venedigs und Budapest und nach der Deutschlandreise de» ungarischen Hon- vedministers kann über die Lage in Mitteleuropa mit Gewißheit ausgesagt werden, dah Oesterreich und Ungarn ebenso einig sind in der Treue zu ihren internationalen Berpflichtungen wie in der Entschlossenheit, ihr« Unabhängigkeit und Handlungsfreiheit zu verteidigen. Diese beiden Staaten sind gleich weit davon entfernt, einer Blockbildung oder einem Militärbündnis untergeordnet zu werden oder sich zu einer kolonienähnlichen Rohstoffbasis degradieren zu lassen. ! Neues Vertrauensvotum fllr Blum Paris. Die französische Kammer hat Sanüttag nachmittags die Aussprache- über die Gesamtpolittk der Regierung, in der vor allem die Haltung der Regierung gegenüber den vielen Arbeitskonflikten der jüngsten-Zeit im Mittelpunkt der Erörterung« stand, abge- schlossen n»d gegen 19 Uhr dem Kabinett Blum mit 38Ü gegen 199 Stiinmen das Bertrauen ausgesprochen. Largo Cabalero In Barcelona Barcelona. Der spanische Ministerpräsident Largo Taballero ist Freitag in Barcelona^getroffen. SS JUNGES WEIB d VERONIKA ROMAN VON MARIA GLEIT weil, wo Du auch hinkommst, Du Dich selbst mitnimmst und Dich selbst wieder- findest..." Dich selbst... Wenn ich cs jemals wußte, dann habe ich vergessen, wer ich bin. Ueber alledem, das ich leb«, habe ich's vergessen müssen. Irgendwo muß ich dich einmal angefangen haben, ein Kind in der Wiege, ein Samenkorn aus Gottes Hand...? Und einmal muß Ich das wohl wiederfinden, was ich war, ehe die Sünde über mich kam, die Lüge,' das Schweigen, das Schicksal.'■'. Sie bewegte die Schultern, bog sie nach hinten, schritt auf den Mann zu, der auf der Bank bei den. Kastanien tvartete. «Rosa wird nun also sterben?" fragte sie unvermittelt, als sie bei ihm war und sah Ihn au, al« lägen Leben oder Tod in seiner Hand beschlossen. „Ja", erwiderte er, kein Wort mehr und keines weniger. „Wird sie sterben wie Jeannette?" fragte Veronika. Da erst fuhr er herum.„Wie meinst du das?" preßte er kehlig rauh heraus und matz Veronika wie seinen Feind. Veronika aber sah geradeaus, unerbittlich gerade. „Weitz sie«8 oder weih sie'S nicht?" fragte sie weiter. „Natürlich nicht." „Und Jeannette hat es gelvutzt, damals?" „Ja." „Wie ich dich kenne, hast du'S auch der Hir- jchenwirtin nicht einmal gesagt?" Wie ich dich kenne...? Wie ich dich kenne ..., hatte Veronika noch niemals zu ihm gesagt. Wie ich dich kenne... In diesem harten, endgültigen Ton. Wie kannte sie ihn denn? WaS- erwartete sie denn von ihm? „Ich verstehe dich nicht mehr, Veronika", sagte er, müde, überwunden von einer jähen Hoffnungslosigkeit.„WaS sollen die alten Geschichten? Was willst du denn noch wissen von Jeannette? Und ist«S nicht genug, wenn ich der alten Frau im.Hirschen' die Wahrheit sage, bi» sie nicht mehr zu verschweigen ist?" „Du meinst, bi» du ihr den Tod ihrer Tochter auf Tag und Stunde vorrechnen kannst?" fragte sie hell und scharf. „Der Tod ist keine Formel» die sich mathematisch lösen läßt, Veronika. Willst du mir, bitte, endlich sagen... tvaS du von mir willst?". „Ja, ich will«S dir sagen I" rief sie auS und blieb vor ihm stehen, die Augen aufgerissen, daß das Licht des Abends in ihnen flackerte: „Ich will es dir sagen I ES interessiert mich zu erfahren, ob du beabsichtigst, aus Rosas Tod einen neuen Fall Jeannette zu machenl" „Es hat niemals einen Fall Jeannette gegeben!" antwortete er heftig, sie aber schlug die Augen keine Sekunde zu Boden, sie ging nur weiter, ehe sie wieder begann:, „Du kannst«S nicht beweisen, Liebster. Du wirst es nie beweisen können. Der Fall Jeannette ist damit Wirklichkeit, vollendete Tatsache." „Und du glaubtest.,.?" er lachte auf, Bitterkeit im Herzen, i,du glaubtest, daß Ich die Gewissenlosigkeit besitze..." ’„Ich glaubte gar nichts", sagte Veronika, „ich wollte wissen, ob du etwa den Mut aufbrächtest, dem Tod... auf die bekannte Art..." „Mut nennst du da»?" schrie er sie an, „Mut?" Und dann, leiser, mehr zu sich selbst als zu Veronika gewandt:„Ihr habt«ine seltsam« Vorstellung von meinem Leben." Sie nahm seinen Arm.„Wir?" fragte sie. »Ich habe doch nur Angst um dich!" fuhr sie fort. plötzlich ganz weich, anschmiegsam und irgendwie erlöst,„ich habe immer Angst um dich, ob du nacht» über diesen unseligen Papieren sitzt oder ob ou unterwegs bist." Sie lehnte sich im Gehen noch enger an ihn an.„Du tust e» also nicht, Liebster?" „Mein Gott, Veronika, wa» denkst du eigentlich, daß ich tun soll— oder möchte— oder werde?" «Ich denke mir", erwiderte sie langsam, „daß ein Mensch wie du, eingesperrt in dieses kleine Dorf, ein Mensch, der zu größeren Leistungen bestimmt scheint als zu jenen, die augenblicklich deines Amtes sind, ich denke Mir, daß ein solcher Mensch au» der Ohnmacht diese» Zustande» heraus fähig sein könnte, eine Unüberlegtheit zu begehen, eine— Tollkühnheit vielleicht,— nur, um diesen Zustand zu beenden,— das denke ich mir." „Ich bin sehr glücklich in diesem Zustand, ter dir so unerträglich erscheint"»- sagte Bannholzer.„Ich wünsche ihn keineswegs zu beenden. Genügt dir das, Veronika?" „Ja", sagte sie,„dann ist eS gut, ja, dann Ist'» gut, es ist ja nur die Angst um dich." Und sie wußte nicht mehr, wie es war, wenn man lächelte, sie versuchte eS und brachte«» doch nur zu einem unsicheren Zucken um den Mund. „Wenn e» erst.Sommer wird,...", sagte sie da, sagte eS wie einen Trost, wie einen Au»- gleich für da» verlorene Lächeln, gerade so, als ob die Spannung und Belastung ihr«» Lebens in den Jahreszeit« liege, j „Was wird denn sein, wenn es erst Sommer wird?", fragte er zurück, ausatmend nach dem gefährlichen' Gespräch,, find hatte wieder Augen für die Umgehung,, Hr Mnahpn Wald. „Oh!" sagte sie,'und nun hatte er auch wieder Äugen für seine Frau, die vor dem Wald und vor-dem Gewitter'stand, Verheißung, eines Sommers voller Sögen, Sin Kind aber weinte, ein fremdes Kind am Weg. Da» Weinen-brach f in die Atemlosigkeit Veronikas, zerstörte sie, ver trieb die Ahnung des Sommers. Eine Falte des Unwillens grub sich in die Stirn der Frau, seufzend nahm sie den Weg wieder auf. Der Mann war stehengeblieben.„Da weint ein Kind", sagte er, als müsse er das Hörbare noch hörbarer machen, müsse es verstärken durch den Hinweis, damit es auch in ihr Bewußtsein dringe..„So lah es weinen I" sagt« sie. Bannholzer strich dem Kinde flüchtig übers Haar. Wieder stand die Szene mit dem Schausvieler vor ihm..Ihr Werk ist das!' Wieder war ihm, als müsse er sich verantworten. ,Ein unnachgiebige» Herz!' hörte er die Stimme aus jener Nacht, höhnend, anklagend. ,Sie haben das aus ihr gemacht!' Nein, es ivar sein Werk nicht. Er hatte die Veronika geliebt, als sie noch tröstend vor jedem! plärrenden Kinde stehenblieb und es nach seinem Kununer fragte,— er konnte es nicht sein, der! diese harte, in ihrer Fröhlichkeit, wie ihrer Bedrückung gleich unverständlich« Frau aus Ihr gemacht hatte. Unverständlich, ja, da» war sie; fremd, ja, da» war sie; unbegreiflich,— das war sie auch, denn warum wollte sie wohl fort von ihm, warum wohl, wenn siy gleichzeitig doch Angst hatte seinetwegen? Was war-da noch in dieser Frau, an das er nicht herqnkam, das sie vor ihm verschloß? „Ich muß dir«in Geständnis machen, Ve- ronikai" begann er. Er hatte e» nicht lange mehr zu überlegen brauchen, und kein Entschluß war zu fassen gewesen. So wie er ihr's bisher verborgen hatte,, so war der Wunsch nun übetmäch-, tig geworden, ihr alles zu sagen, alles, alles, damit.sie au» dieser' Ferne,, aus-dieser Erstarrung..zurückkehre, zu ihm.,. . Sie schob die Unterlippe etwa» vor.„Geständnis?" Dann schüttelte sie den Kopf.„Sollten; ww das nicht besser bleiben lassen?" fragte st»« und sie beschleunigte den Schritt, gls ob,.sie den Worten iihre» Manne» noch davonzulaufen vermöchte- (Fortsetzung folgt.) Nr. 109 Sonntag, 9. Mai 1937 Seite 3 fudctendcutscficr Xeitepie^el Hitler-Industrielle beschenken Henlein Der„Stammesführer** bekommt ein Auto aus Berlin Lohnerhöhungen In der nordböhmischen Textilindustrie tu. T.) Reich«»berg. Freitag, den 7. Mai fanden neuerliche Verhandlungen Ater die Forderungen der zur Zett in einer Lohnbewegmrg befindliche» 20.000 Textilarbeiter der Gebiete Reichender g, Friedland und T n» n- watd statt. Dir Unternehmer machten anfänglich auf dir Forderungen der Arbeiterschaft nur ganz unzureichende Angebot«. Die Verhandlungen wurden von etwa 100 Vertrauensleuten aller Betriebe in der Handelskammer Reichenberg geführt. Di« Industrie muhte sich davon überzeugen lasten, daß di« nordböhmischen Textilarbeiter geschloffen und diszidliniert hinter ihren Forderungen standen» welche vom Gausetretariat Reichenberg der Union der Textilarbeiter vertrete» wurde«. Die organisierte Arbeiterschaft wurde jeweils nach de» iai Monat Avril geführte« drei Verhandlungen über den Stand der Bewegung informiert. Die Beschlüste der Bertraiienbleutekon- ferenz ließen keinen Zweifel darüber zu, daß die . Arbeiterschaft bereit ist» notwendigenfalls mit allen gewerkschaftlichen Mitteln ihre Forderungen durchzusetzcn. Die Vereinbarung bringt den Textilarbeitern im Reichenterg-Tannwalder Gebiete effektive Berdiensterhöhungen von 8 bis 10 Prozent, im FriedlSnder BertragSgebiet 11 Prozent. Die Auszahlung dieser Lohnerhöhung in Form einer Hellerzulage erfolgt in fünf Raten. Die erste Rate gelangt bereits vor Pfingsten zur Auszahlung. Bo» der getroffenen Vereinbarung wer- den auch di, Betriebe HerniinghauS und Tann- walder Baumwollfplnnfabrik erfaßt. Für diese beide» großen Betriebe wurden erst vor kurzer Zeit Vertrüge ab,«schloffen, welche den Arbeiter» Löhne garantieren, die 8 bis 20 Prozent über den BertragSlöhne» liegen. ES konnte ferner«ine Regelung erzielt werden, die bestimmt, daß mindestens zweiDrit- t e l aller Akkordarbeiter i» einem Betriebe als Bollarleiter anerkannt werden müssen. Diese Vereinbarung bedeutet für die i» schlecht zahlenden Betriebe» beschäftigten Akkordarbeiter ein« weiter« Lohnerhöhung, die niit 10 Prozent nicht zu hoch geschätzt ist. Für Betriebe der Lohnver- edlunsSindnstrie und der Streich- und Bigogne- spinncreicii finden Verhandlungen in der kom- mendÄr Wbchc'stalt:^» v»#» v- Tragischer Tod einer Dreizehnjährigen Die dreizehnjährige Uli Sturm aus Karlsbad übte sich am Freitag abends in Fischern ini Radfahren, als sie plötzlich den Elbogcncr Autobus herannahen sah. Scho» von weitem bemerkten die Fahrgäste des Autobus und der Lenker de« Wagens, wie sich eine immer größer werdende Aengstlichkeit des Kindes bemächtigte^ das zugleich immer weiter in die Fahrbahn des Kraftwagens geriet. Trotz feiges Bremsens konnte der Führer den in voller Fahrt befindlichen Autobus nicht sofort aushalten und dar Kind sucht«, wie aus den Spuren an der bestaubten Seltenwand des Autor hervorging, in der.Verwirrung einen Halt an der glatten Fläche. Däbei verlor es, noch inmicr auf dem Rad sitzend, di« Balance vollständig, und stürzte nach der dem Autobus, abgewandten Seite zu Boden. Obwohl das bedauernswerte Mädchen weder von dem Kraftwagen überfahren, noch geschleift wurde, hatte der Sturzauf.daSStraßcnpflafter seinen T o d zur Folge. Es stürzte so unglücklich, daß er sich den Schädel vollständig zerschmetterte. Bald nach dem Unglück traf«ine Gerichtrlom- misswn an der UnfaUstelle ein und nahm die Untersuchung auf. Wenn über deren Ergebnis auch noch nichts vorliegt, so kann aus der ganzen Sachlage doch schon geschloffen werden, daß den Lenker des Autobusses keinerlei Schuld trifft. DI« Angst vor dein lichten Moment,(c)’ Laut Bericht des„Prager Tagblatt" beabsichtigt die SdP, alle ehemaligen Angehörigen einer mar- x ist!scheu Partei, die jetzt SdP-Mitglieder sind, aurzuschließen. Er ist wohl nicht nur die Furcht vor der„Äntellektbestie", sondern di« nüchterne KalkulatiEenischeldend,' daß die Pfründenanwärter künstlich eingeschränkt werde» müssen, wenn jeder einzelne nicht böllig den Glaubest verlieren soll, jemals an die Futterkrippe zu kommen. Unter inneren Schwierigleiten ist wie stets «isi internes Pogrom das tauglichste Mittel. So hat manS im Dritten Reich gelernt. Die Sache ist aber eine gute Lehre für.alle Werktätigen, welchen Dank vom Haus« Henlein sie für das Opfer des Verstandes zu erwarten haben; und daß Werktätige,in der SdP lediglich als zeitweilige, Mohren von Genua'gefragt sind. Dr. Hodia In London Sank o n. Im Verlaufe des bisherigen Aufenthalt«»» der tschechoslowakischen Krönungsdelegation in London empfing Ministerpräsident Dr. H» d i a in den Räumen der tschechoslowakischen Gesandtschaft den rnmänischen Gesandten und den sthargt d AffaireS der jugoslawische» Ge- sandtfchast. Für die nächste Woche Ist eine Zstsaist- rnenkunft Dr. HtzdjaS mit dein französischen Außenminister.Delbos vorgesehen, ES ist bekannt,-aß Konrad Heirlein zu seinen Fahrten die Eisenbahn kaum benützt. Er fährt im Luxuöauto von Stadt zu Stadt, begleitet von ganzen Autokolonnen, die seinem Gefolge zur Verfügung stehen. Wein wäre das Gepränge nicht in Erinnerung, das die Henlein» leute bei der Wahl im Jahre 1938 entfaltet ha« beni Der Führer beim Grafen Soundfol Der Führer beim Fabrikanten Xß I Wenn er sich mal herbeiläßt, mit einem BolkSgenoffcn Handtverker oder Arbeiter zu sprechen, wird er photographiert und das Bild kommt in die Zeitung. Wegen der „Volksverbundenheit" des StammcsführerSI Noch mehr: man sah Henlein bei Fcstschmausen. die Hitler und Göring gaben, kennt ihn als den Träger des olympischen Ehrenzeichens, das ihnl der Freund der Mörder von Potemba verlieh, lociß um sein Breslauer Ehrendoktorat und seine guten Beziehungen zu heimischen Industriellen, Beziehungen, die viel enger und kameradschaftlicher sind als jene zu den Arbeitern und den Arbeitslosen. DaS Dritte Reich fühlt sich dem sudetendeutschen Stammesführer aber nicht nur über Hitler und Göring verbunden, sondern auch auf dem Wege über jene deutschen Industriellen, die durch und m i t deni Nationalsozialismus ein gutes Geschäft gemacht haben, da sie dieser von den Gewerkschaften und überhaupt von der kämpfenden Arbeiterbewegung befreit hat. Hen- leinhatdie gleichen Ziele wie der He r r Ley. Weshalb sollten sich also die deutschen Industriellen dem Herrn Henlein nicht erkenntlich zeigen? Zumal da sie wissen, wie gern Henlein im Auto fährt und wie gerne er Nobel- Auws zur Berfügung hat, der Führer der„Volksgemeinschaft"? An der„Rundschau" lesen wir folgende Bekanntmachung:, Lin Ehrengeschenk für Konrad Henlein Der ReichSverbanb der Äutomobilindustrie hat Konrad Henlein«in Ehrengeschenk zugedacht, daS letzten Endes«in Zeichen der Anerkennung für di« Aufbauarbeit de? gesamten TudetendentschwmS te- deutet: einen Horchwagm, den nun Konrad Henlein ans'seinen langen Fahrt« durch daS sudetendentsche Gebiet benütze», wird. Mögen.unsere Gegner auch noch so hämische Bemerkungen darüber anstelle», daß'Konrad Henlein einen Kraftwagen benützt, wir wissen, daß ein leistungsfähiger.Krafttongen für Konrad Henlein kein LuxuSgefährt ist, sondern ein unentbehrliche» Hilfsmittel, da» ihn erst in die Lage versetzt, seinen großen Aufgaben gerecht zu werden. Es freut unS deshalb besonders, daß die Ehrengabe der deutschen Äutomobilindustrie hier aus freien Stücken helfend eingegriften und die Ersetzung de» wegen Ueberbeanspruchung längst Nicht mehr voll arbeitsfähigen alten Wagens Konrad Henlein» ermöglicht hat. Seriw-Oharlottenburg 2. Hardenbergstr. 8 Reichsverband der Äutomobilindustrie Der erste Vorsitzende Den Führer der Sudetendeutochen Partei und den Präsidenten des Verbandes der deutschen Volksgruppen von Europa. Der fliesende Gaskessel Von Ing. Kurt Doberer Niemand wird sich mft besondereni Vergnügen während eines Gewitters auf einen Gaskessel fetzen, der einhundertneunzigtausend Kubikmeter eines hochcxplosible» Gases enthält. Ztvar kann man statistisch Nachweisen, tvie verhältnismäßig wenig Menschen durch solche Gaskeffelexplosionen umgekommen sind, aber die Statistik hat in solchen Fällen wenig Einfluß aus das Gemüt. Ueber- die» tvird der zum Gaskesselsitzcn Eingcladene mit Recht benierken, daß die verdächtig wenigen Tote» der Statistik für eine so brenzliche Situation vielleicht daher kommen, daß man eben auf den Gaskesseln nicht gerade Hotels errichtet. Dieser Ein- waud ist sehr einleuchtend, denn es gibt eine moderne Sondergruppe bei den Gaskcffeln, die fliegenden Gaskeffel,!in denen oder unter .denen hat inan Hotels eingerichtet und das Ganze stolz„Fliegendes Hotel" oder auch kurz Zeppelin genaynt. Unser Beobachter auf' dem ordinären festen Gaskeffel hat recht. Bei den fliegenden GaSkeffeln Ist die Ausbeute für die Statistik schon entsprechend: Drei der größten Luftschiffkatastrophen allein gebe» eine Ernte von einhundersechSunddreitzig Toten bei nur zehn Geretteten. Kleider machen Leute EL ist ohne Zweifel da» herrliche Aussehen, daS, einem. Rieseyluftschisf spviel Sympathien und, als«ine, Fölgeerscheinuyg daraus soviel Beri? trauen bringt. Wählend der erwähnte, ordinäre, Aäökessel nur rot nngcstrichen^,ist, ist ein Stift» schiss immer sehr schön silbrig gestrichen.' Mä» erreicht damit wirklich bei dem, der an Herrn Konrad 8 e n 1 e 1 n bittet der ergebener unterzeichnete Präsident des Reichsverbandes der Äutomobilindustrie Geheimrat Dr. A 1 m e r e, die Stiftung eines 3’.A-Litcr Horch-Wagens als den Ausdruck volksdeutscher Gemeinschaft von ihm annehmen zu wollen. Mit volksdeutschem Gruß A1 Im er s Nein, wir machen gar keine hämischen Aemer- Horch-Wagen, den Herr Henlein bekommen hat. Für einen BolkSgemeinschafis-Führcr ist den Industriellen gerade das Beste vom Besten gut genug. Nein, wir machen gar keine häinische Bemerkungen darüber, daß Konrad Henlein im Auto fährt. DaS Auto ist ein Transportmittel und schon längst nicht mehr ein LuxuSgcgenstand. Ein Volksführer hat allerdings nicht unbedingt einen Luxus wagen nötig. Vor'allem ober ist cS bemerkenswert, ob dem Volksführer das für seine Arbeit notwendige Verkehrsmittel durch die eigene Bewegung beschafft wird oder aber von den Klaffen, die am Siege dieser Bewegung, nämlich an der Niederwerfung der freie» Berlin. Dr. Eckener hielt Freitag abends über den Deutschlandsender eine Ansprache, in der er u. a. sagte: Erst nach eingehender Prüfung iverdc man feststellen können, weiche Ursachen zu dem tragischen Verlust deS Luftschiffes„Hindenburg" und dem Tod so vieler Paffagiere und verdienter Bc- satzungSmitglieder geführt haben. Selbstverständ- lich werde auch die Frage einer etwaigen Sabotage, an die er im ersten Augenblick selbst gedacht habe, ernstlich zu imtersuchen sein. Angesichts der ausgezeichneten orgailisatorische« Maßnahmen der amerikanischen Megiernng liege aber für dies« Ansicht nur noch«in« sehr geringe Wahrscheinlichkeit vor. Näher liege dagegen die Vermutung, daß elektrische Vorgänge, dje vielleicht, auf. die Witterungslagc zurückzuführen sind, eine Rolle bei diesem" Unglück gespielt haben. Dr. Eckener schloß mit der Feststellung, daß nach einer mit Göring geführte» Besprechung Deutschland unerschütterlich an dem Gedanken des LuftschissverkehrS festhalte. Lin Dämpfer von berufener Seite Lakehurst. Dir in Washington konstituierte Unterfuchungslommission zur Untersuchung der„Hindenburg"-Katastrophe hat sich an vrt und Stelle deS Unglückes begeben und wirb ihre eigentliche Tätigkeit am Montag anfnrhmen. Der Vertreter deS Handelsministeriums Johnson erklärte, daß bisher die wirkliche Ursache des Unterganges des„HIndenburg"-LnftschisfeS nicht bekannt sei und«S sei„« n h ö s l i ch", wenn einem schönen Nachmittag unten auf festem Boden steht und nach dem silbernen Koloß am blauen Himmel schaut, das Gefühl vollkommenster Sicherheit. DaS riesig« Luftschisf schwebt majestätisch dahin. Seine Stromlinienform und sein Aluminiumanstrich müssen bei dem Beschauer alle Siege moderner Technik mit dem Ungetüm verbinden, alles das was mit dem Wort Aluminium, mit Luftfahrt, mit Ozeanüberquerung verknüpft ist. Und doch, grob ausgesprochen ist unser roter Gaskessel im Gewitter ein Wunderbau der Sicherheit gegen das Riesenlustschiff. Da ist nicht mehr gewöhnliches Leuchtgas, sondern hochexplosibles WasscrstosfgaS verstaut, Wasserstoffgas, von dem jüngst in einer wissenschaftlichen Diskussion eine deutsche technische Zeitschrift abschließend erklärt hat, eS sei zu gefährlich, um in größeren Mengen für den Motoräntrieb verwendet zu werden. Und mit einhundneunzigtausend Kubikmeter dieses explosiblen GascS über dem Kopf segeln hundert Menschen über den Ozcan. Dabei ist die solide Metallhästt, als die dem Beschauer die Hülle des Luftschiffes erscheint oder auch, erscheinen, soll, nichts als«in windiger Ueberzug aus angestrichenem, silbrig angestrichenem Baumwollstoff. Holiumgas Man könnte aus dem fliegenden Gaskeffel ein etwas weniger gefährliches Fahrzeug machen, — daS nur hin und wieder in der Luft auseinanderbrechen würde, wie es den amerikanischen Nie- senluftschisfen geschah, das aber wenigstens nicht mehr in so grotesker Weise explosibel wäre,— wenn man es mit einem' unverbrennbarem Gase füllest könnte. Dieses Gas, daS zudem eine ähnliche Leichtigkeit wie Wasserstoff zeigt, gibt es .tatsächlich'.. ES ist da» Helium'und es gehört in die'Gruppe der seltenen Edelgase, Die Edelgas« sind chcistisch nicht mehr zerlegbar und sind außerdem Überaus träge, wennsie eine chemische Ber- ArVeiterbewegung und an der Reckt- loSmachnng der Arbeiter interessiert sind. Daß sich Henlein seine Autos von den Jndustriel- l e n. und gar van den Hitlerinduftriellen schenken läßt, das ist der springende Punkt, das ist symbolisch! Henlein hat da» Auto nicht bekommen als der Führer einer demokratischen Partei— für solche Leute hat man in Deutschland bekanntlich nichts anderes übrig als Konzentrationslager— sondern als Gefolgsmann des Nationalsozialismus. Ein Vertrauensmann Hitlers kann cs doch nicht ohne Horch-Wagen tun! Wbzu würde man die sozialdemokratischen Bonzen beschimpft haben, ivcnn man nachher nicht Anspruch auf das feinste Auto hätte, das cs gibt? Wie käme Henlein dazu, im abgefahrenen Acht- zylinder zu reisen, Ivcnn doch der Ley, der Goebbels und alle SA-IIntcrführcr die prächtigsten Wagen zur Verfügung haben? War wäre das für eine Rangordnung und eine Gerechtigkeit! Der Horch-Wagen des Herrn Henlein kostet seine 25.000 bis 30.000 Mark, das sind eine Viertel. Million K£. Gewiß, mit der Summe wäre im Zeichen„Volksdeutscher Gemeinschaft" viel snde- tcndeutsche Not zu lindern, aber was tut man nicht, wenn es sich um die„Würde" eines Volls- slihrers handelt, der Umgang mit den„feinen" und„feinsten" Leuten hat! Eine Erkenntnis möge, in neue Worte gekleidet, dem Sudctendentschtum zuteil werden: „Sage m i t, Don tv e m du dir Autos schenken läßt und ich I jemand, wer i in nie r es sek, bemüht sei» sollte, die Ursache in einem Sabotageakt zu suchen. ksoltSn Lehmann gestorben Kapitän Lehmann, der bei der Katastrophe schwere Verletzungen davongetrage» hatte, ist Freitag um 23 Uhr(MEZ) im Hospital von Lakewood(New Jersey) gestorben. Er war erst 51 Jahre alt. Der Tod deS Kapitäns Lehmann hat in Deutschland groß« Erregung auSgelöst. Nadi Dr. Eckener war Kapitän Lehmanit eine der her- vorragciidsteu Persönlichkeiten der deutschen Lustschiffahrt. Der Obertelegraphist des verunglückten Luftschiffes„Hindenburg", Speck, ist Samstag seine» Verletzungen erlegen. Die Zahl der Opfer'der-Katastrophe hat nunmehrösi erreicht. Die Katastrophe gefilmt Der Kommandeur der Lakehurster Murine- priifstation, stgpitönleutnant Rosendahl, hat augeordnet, daß alle von der Katastrophe des „Hindenburg" angefertigten Photos und Filmstreifen der Untersuchnngskommission vorzulegen seien. Da, wie bei jedem Zeppelinslug üblich, auch diesmal die fünf größte» amerikanischen Filmgesellschaften auf dem Landungsplatz« ihre Aufnahmeopcratuere entsendet hatten, so wird eS möglich, sein, das Unglück in jeder seiner Phase genau zu verfolgen, da di« Kameraleute bereits arbeiteten, bevor sich noch das Luftschiff dem Ankermast näherte. Man hofft, daß die Filmstreifen eine Aufklärung darüber geben, wl« es zur Explosion gekommen ist. bindung eingchcn sollen. Während Wafferstoff mit dem Sauerstoff der Lust in einem Blitztempo unter Feuer und Knall Verbindungen eingcht, zeigt das Helium überhaupt keine Neigung zu solchen raschen Vorgängen, die wir Explosionen nennen. Bor siebzig Jahren wurde dieses Helium als ein auf der Erde unbekanntes Element erst auf den Fixsternen und daun als Hauptteil der Son- ncnatmosphäre entdeckt. Hier gibt es Helium, daß man für clvige Zeiten des Deutschen Reiches Riesenluftschiffe füllen könnte, aber in Deutschland selbst fand nmn im Jahre 1928 bei Rüsselsheim erst eine einzige winzige Quelle, die nur zur Füllung von Kinderballons genügt. Gasquellen des Heliums, die solche Kolosse wie den„Hindenburg" aufblasen könnten, kennt man zwar heute auch auf der Erde, aber sie liegen allein in Nordamerika. Die stärkste Gasquelle in Kolorado enthält neben anderen Gasen neun Prozent Heliuin. Daher ist das Gas so teuer und in Deutschland hat man deshalb dort, wo man über die Devisen zu entscheiden hat, keinen Augenblick ernstlich daran gedacht, Geld für größere Sicherheit auszugeben. Zwar hat man anfangs 1988, bei Fertigstellung des„Hindenburg" davon gesprochen, rein theoretisch davon gesprochen, daß die Gas- Zestenanlago zwar zunächst nux zur Füllung mit WasscrstosfgaS konstruiert sei, daß aber die Möglichkeit bestehe, die Anlage zu gegebener Zeit auf Zweigassüllung umzubauen. Das heißt, daß man dann zwei Gase vertuenden würde, Helium als Hanpttraggas und WasserstofsgaS für die Rach- fiillung und Hilfsfüllung. Wie wenig ernst dieses ganze Gerede von den künftigen Hcliumfüllungen war, zeigen die großspurigen Mitteilungen von maßgebeyder Stcllö in Berlin, in welchen erklärt würde, daß zum Tränsozeandienst drei Luftschiffe vom TYP„Hindenburg" nötig seien und daß mau sie auch bauen wetde. Wo wollte Deutschland das Helium für drei solcher Kolosse herbekommeuo sage d I r, tv e r d u b i st!" Rückzug Dr. Eckeners Wahrscheinlichkeit eines Sabotageaktes„sehr gering'* Leite 4 Sonntag, 0. Mai 1927 Rr. 109 Jungbucher Arbeiter gegen SdP Die SdP gab am Lage vor dem 1. Mai ein gegen die Genossen Abg. Krejöi und Bürgermeister Erben gerichtetes Flugblatt heraus, mit welchem die SdP die^lufmerksamkeit der Streikenden und der Oessentuchkeit von den Betriebsführern und Herrn Abgeordneten Dr. Kellner ablenken wollte und mit dem auch für den 1. Mai der SdP Stimmung gemacht werden sollte. Diese Absicht ging sowohl am 1. Mai als auch sonst schwer daneben. Das Flugblatt war zu läppisch geschrieben und hunderte von Arbeitern, welche die Verhältnisse in Jungbuch kennen, waren über die in dem Flugblatt enthaltenen Drehs mehr belustigt als verärgert. Für Freitag, den 7. d. M„ hatte nun die DSAP eine Versammlung in das Hotel Pieschel einberufen, zu der ohne besondere Propaganda Sie Jungbucher Arbeiterschaft zahlreich wie schon seit Jahren nicht mehr, aufmarschierte. Schon um 8 Uhr waren der Riesensaal und die beiden Nebenlokale bis auf den letzten Platz gefüllt. Als Genoss« Kirchner die Versammlung eröffnete und mitteilte, daß die in dem Flugblatt angegriffenen Genossen zu den Verleumdungen Stellung nehmen würden, eichob sich ein tosender Beifall, der zeigte, daß die SdP in Jungbuch trotz aller Mätzchen und aller Demagogie keinen Boden finden bann. Dann sprach Abg. KrejLi zu den Fragen, die das Flugblatt der SdP angeschnitten hatte, und erledigte Satz für Satz unter de» immerwährenden Beifallsstürmen der Versammlung. Er blieb weder auf die Frage, warum man früher nichts gegen die Verelendung im Etrich-Betriebe unternommen habe, noch auf die Frage, was denn der rote BetriebSauSschntz gemacht habe, noch schliesslich auf jene, die sich auf den Bürgermeister bezog, die Antwort schuldig. Jede Feststellung saß und löste bei den Versammelten ungeheure Begeisterung aus. Das gleiche trat ein, als Bürgermeister Erben das Wort ergriff, um zu dem Vorwurf des Doppelverdienertums Stellung zu nehmen. Schade, dass weder der Abgeordnete-Birke noch der Dr. Kellner in der Versammlung waren oder der Herr Rudolf Kasper,— sic hätten es sich wohl überlegt, noch einmal zu schreiben, dass die Sozialdemokraten ihren verfallenen Parteiladcn mit dem Streik auffrischen wolle»! Denn dieser Parteiladen ist sehr aktiv und wird der SdP noch viel zu schaffen machen. Nachdem noch drei Genossen aus dem Betrieb Etrich das Wort ergriffen hatten, um die erbärmliche Politik der SdP, die in dem Flugblatt zimr Vorschein komme, zu keiinzcickmen, schloss Genosse Kirchner mit einem Appell zugunsten der-Streikenden und der Partei die herrlich verlaufene Versammlung. Mttwoch Ziehung der Jugenfürsorgelottrrio. Die Lsfentliche, allgemein zugängliche Ziehung der Jugendfürsorgelotterie findet am Mittwoch, den 12. Mai, um 10 Uhr in Reichenberg, Waldzeile 1t, statt. Es werden dabei Treffer im Gesamtwerte von 820.000 KL gezogen, darunter die Haupttreffer zu l00.000 und 20,000 Ki. Noch besteht für jedermann die Möglichkeit mitzuspielen. Wer schon Lose zugesandt erhielt, must jedoch den Betrag dafür bis längstens 11. Mai d. I. einzahlen, da nur solche Lose gewinne» können, di« v o r der Ziehung bezahlt werden. Wer noch nicht im Besitze von Losen ist, kann solche noch für 6 KL in LoSverschleissstellen, Trafiken und Geldagstalten erhalten. SuEeawugfcetten. Das Grab der Mutter Au- dem Briefe eine- Emigranten: „Ich kann Dir den Grund meines Schweigens gern sagen, denn es ist nichts zu verheimlichen dabei und vielleicht wirst Du mich besser verstehen, wenn Du dieses gelesen hast. Ob es mir freilich gelingen wird. Dir in vollem Umfange begreiflich zu machen, was ich durchzuleben hatte, das weist ich nicht. Vor einigen Wochen erhielt ich die Nachricht, dah meine Mutter, die bereits immer kränkelt«, schwer darniederlicge. Man hoffe ja zwar, sie durchzubringen, aber eS lieste sich immerhin nicht verheimlichen, daß sie schwer krank s-i und den dringenden Wunsch geäutzert habe, mich noch einmal zu sehen. Kaum hatte ich den Brief gelesen, da war ich entschloffen zu reisen, komme was da wolle. Ich sagte eS Minna, die leichenblast wurde, mit den Kindern den Raum verlieh und sich völlig in ihr« Arbeit zurückzog. Ich richtete meinen Koffer, aber ich hatte leine Ruhe, bis ich mich mit ihr ausgesprochen hatte. Ich ging also zu ihr, um sie nach dem Grund jhreS Verhaltens zu fragen, den ich natürlich ahnte. Minnq sagte nur einen Satz:„Wenn Du an der Grenze bist, wird man Dich verhaften, Du wirst Deine Muller nicht sehen und uns nicht Wiedersehen." Und damit wendete sie sich ab. ES begann nun ein Gewissenskampf in mir, den ich Dir nicht näher beschreiben kann. Ich hatte beschlossen, die Abreise zunächst um 24 Stunden zu verschieben, um mir keine Leichtfertigkeit vorwerfen zu müssen und die Sache recht zu bedenken. Du weist, dah meine Emigration ein Vorspiel hatte, die eS wahrscheinlich erscheinen liest, dah Minna recht hatte: ich würde vermutlich nicht ivcit kommen, immerhin lvar doch auch mit der Lässigkeit irgendwelcher Beamter und mit dem Zufall zu rechnen. Kurz: ich war nicht überzeugt, dah es gewist zu einer Verhaftung kommen würde, es konnte sei», aber... Den Fall gesetzt, es gebe eine Möglichkeit, die Mutter noch einmal zu sehen, von der Du weist, was sic mir bedeutet hat, konnte ich mich nicht damit abfindcn, diese Möglichkeit nicht benutzt zu habe». So war ich zu den« Entschluss gckoninien, Freunde aufzusuchen, mir einen fremde«« Pah zu verschaffen und mich auf Umwegen doch ungefährdet nach Hause schlänge!«« zu können, als mir mit aller Deutlichkeit Minnas Schicksal und das der Kinder vor Augen trat für den Fall, dass ich nicht wiederkehrte, sondern trotz aller Vorsichtsmastnahmen festgesetzt würde. Ich begann auch für diesen Jall. Pläne zu machen, aber unterdessen— eS wär Leb zweite Tägver-" strichen— kam die Nachricht, dah Mutwr gestorben sei. Ich brach zusammen, de««n ich war mit. meinen Nerven soivieso am Ende, und lag drei Wochen fest. Minna hat mich aufopfernd gepflegt, jetzt geht es wieder. Aber ich war zu keinem Briefe fähig. Das Bewusttsein, nicht eininal das Grab der Mutter sehen zu können, obwohl ich nichts jemals verbrochen habe, als in- erlaubter Weise für die Bewegung zu wirken, ausgeschlossen zu sein von der Acuherung der natürlichsten Gefühle der Welt... daS ist hart. Du wirst eS verstehen. Und ich denke mit Schaudern daran, wieviel« Mütter von ihren Kindern getrennt wurden durch den Wahnsinn dieser Welt und wie alle Band« zerrissen sind, von denen ma>« jetzt am Muttertag «nieder so salbungsvoll reden tvird..." Ein frommer Beter. In der Kastaluskirche auf der Prager Altstadt/kniete dieser Lage ein unbekannter Mann lange Zeit vor einem Nebenaltar und war offenbar in inbrünstige- Gebet versunken. Niemand störte ihn in seiner Andacht, die mehrere Stunden währt«. Als der fromme Beter die Kirche verlassen Halle, wurde festgestellt, da er zwei werwoll« Altardeckei« im Werte von ungefähr 1080 KL in einem unbewachten Moment hatte mttgehen heissen. Jrgendlvelche Spuren hinterlieh er nicht. Geteerte Hunde. Ein sonderbarer Unfugstifter treibt in Marienbad sein Unwesen. Der Uichekannte pflegt Hunde, die er an sich lockt, mit einer dicken Teerschicht zu bestreichen. Die geplagten Tiere wälzen sich auf der Erde, um sich von dem Anstrich zu befreien, wobei an ihrem Fell allerlei Unrat, Papiere u. dgl. hängen bleiben," woran der Unbekannte offenbar seine Freude hat. Ob es sich um einen Geisteskranken oder um einen Freund dummer Bubenstreiche handelt, muh dahingestellt bleiben. Hochwasser in Bulgarien. Im welstlichen und nördlichen Bulgarien hält di« regnerische Witterung an. In der Umgebung von Sofia verursachten di« Ueberschwemmungen in ungefähr 16 Dörfern schtver« Schäden. An vielen Orten wurden die Brücken fortgeschwemmt und über 100.000 Hektar angebauten Boden- überschwemmt. In Südbulgarien beschädigten Regengüsse an einer Stelle die Eisenbahnstrecke von Burga- nach Alt- Zagora, wodurch bedeutende Störungen im Eisenbahnverkehr verursacht wurden. Di« Situation entlang der Donau beginnt sich in den letzten Tagen zu bessern und der Wasserstand de- Flusse- ist im Fallen. In de>« letzten zehn Tagen warf di« Donau die Leichen von sieben Männern an das bulgarische Ufer. Die Identität der Toten konnte bisher nicht festgestellt werden. ES handelt sich wahrscheinlich um Opfer der Ueberschwemmungen. — Die andauernden- Regengüsse u««d Wolkenbrüche haben auch in Jugoslawien ein Anschlöel« len der Flüsse verursacht. Nach der amtlichen Untersuchung standen in Jugoslawien Mitte April 106.000 Hektar Boden- unter Wasser.'Jetzt sind nach vorläufiger Schätzung ungefähr 800.000 Hektar oder vielleicht noch mehr überschwemmt. Davon waren 60.000 Hektar Winterweizensaat. Die Sihäden sind ungeheuer, denn man berechnet den für die Saat dieser Fläche verwendeten Weizen auf 16 Millionen Dinar, der Meterzentner zu 150 Dinar gerechnet. Der Gesamtschaden läht sich überhaupt nicht vorau-sehen, da Weiden>md Wiesen ebenfalls vernichtet u««d die Frühjahrssaat unmöglich gemacht ist. Biel Humusboden wurde weggeschwemmt und an den Feldern auch anderweitig Schaden angerichtet. Der britische Dampfer„Wille-den"(6000 Tonnen.). ist. Samstag früh im Nebel in der Nähe der Küste mit dem italienischen Dampfer„Gianfranco" zusammengeswhen. Die Besatzung des britischen Dampfer- verlieh da- Schiff und erreichte in Booten die Küste.„Wille-den" ist schwer beschädigt, während der italienische Dampfer seine Reise nach Breinen ohne Unfall fortsetzen konnte. Blutig missglückte Wucht. Bier Häftling« des Mouudsviller Gefängnisse»(West-Virginta), di« sich zur Flucht vorbereitet hatten, wollten zu diesem Zweck ein Keiner Lastautomobil benützen. Die Gefängnisaufseher bemerkten aber in dem AurMicke, da sich daS Auto dem Gefängnistor näherte, die Wucht und eröffneten ein Maschinengewehrfeuer. D r e i Häftlinge wurden getötet und einer schwer verletzt. J>« Befürchtung weiterer Unruhen lieh der oberste Gefängnisaufseher alle 1800 Häftlinge in ihren Zellen einsperren. wenn c» nicht wuhte, wie es die Devisen für die Heliumfüllung des einen.^Hindenburg" beschaffe«« sollte? Mit allen Segeln gegen den Wind Der gegen den Wind anfahrende„Hindenburgs gleicht mit seiner Länge von 248 Metern und seinem gröhten Durchmesser von 41.2 Meter» einen« ricstige«« Segel, das von Motoren gegen den Wind geschleppt wird. Es ist dasselbe, als wenn ein mit Gegenwind mühsam tretender Radfahrer, sich nicht nur nicht niederdrücken, sondern auch noch ein groste» Plakat mit der breiten Fläche gegen den Wind«nittransportieren wollte. Einhundertfünsundzwanzig Kilometer in der Stunde, die der„Hindenburg" zurücklegen kann, sind natürlich dann auch keine Geschwindigkeit, die im modernen Lustvcrkchr auf die Dauer konkurrieren können wird. U«n so mehr, als diese theoretische Geschwindigkeit gegenüber Grohflugzeu- gen bei Sturm sehr schnell, viel weniger noch vergleichbar wird. So macht der Winddruck in entscheidenden Momenten einen Spielball aus einer Maschine, die vier erstklassige Dieselslugmotorcn mit einer. Gesamtleistung von viertausendzwei- hundcrt Pferdestärken besitzt. Nicht fetter, nur geschwollener Wenn man sich über die Entwicklungsmöglichkeiten des Luftschiffbaues ei««« kleine Borstellung machen will, dann muh man die hier in den letzten zehn Jahren erzielten Fortschritte mit dem rasenden Entwicklungstempo de- Flugzeugbaues vergleichen. Es erscheint uns dann, als wären die Luftfchiffloloffe seitdem durchaus nicht fetter, sondern nur geschwollener geworden. Der gestern verbrannte Hindenburg" hatte gegenüber dem"1028 gebauten„Gaf Zeppelin" einen um 86:000 Kubikmeter vergrösserten Gasinhalt. Bei ungefähr gleicher Länge war er dicker geworden. Seine Gesamtmotorenleistung war in autzer- ordcntlicher Weise von 2660 Pferdestärken auf 4200. Pferdestärken erhöht und doch konnte seine Geschwindigkeit nur uin fünfunzwanzig Kilometer in der St««nde, von 100 aus 126 gesteigert werden. DaS Gelvicht der transportierbaren Nutzlast Ivar hingegen von 22.8 Tonne«« auf 10 Tonnen gesunken. Man erklärt den Leistungsabfall in Dcntschlaild mit der besseren Ausgestaltung der Fahrgasträume, lins erscheint dies alles»lager und unbedeutend,«vaS das Luftschiff neben dem Flugzeug an Fortschritten aufzuweisen hat. Es ist der leere Weiterlauf einer Werktradition, der immer wieder solche Riesenluftschisse auf Kiel legt und es ist daS Geltungsbedürfnis einer Schicht, daS sie aufbläst. So fahren sie dann dahin, bestaunt und schön anzusehen, bis eine Explosion die silberne Illusion in Stücke reiht. Oie Ursache der Explosion Unter den vielen abenteuerlichen Erllärun- gen der Ursachen der Explosion, gibt es eine, die weniger sensationell, dafür ober technisch einleuchtend ist. Lstftschisfniotorei« werden für Atlantikflüge gegenüber Flugzcugmotoren vielmal mehr beansprucht, weil sie bei einer Flug- geschwindigkeit von nur 126 Kilometern in der Stunde einen vielmal längeren Dauerla««f zu überstehen habe».. Am Ende eines, solchen Fluges sind die Mowren oft durch eine geringe Unregel- mähigkeit während der langen Ozeanüberquerung auf ganz unzulässig hohe Temperaturen gebracht. Sie beginne«« sich heihzusaufen, unter Fehlzündungen wächst in der ganzen Motoranlage die Gefahr kleiner Explosionen. ES ist schon, wie erinnerlich, auf früheren Ozeanüberquerungen zu solchen UeberarbeitungSdefekten der Motoren, ain Fahrtende gekommen und das Luftschiff erreichte in diesen Fällen, mit festgefressenen. Motorachsen oder mit wegen Explosionsgefahr abgestellten Mowren, halbflügellahm den rettenden Hafen.- Für diese einfache, aber nicht in das Propagandagetrommel passende Erklärung der letzten grohen Explosion gibt eS auch«ine konkrete Aussage eine» Amerikaners. Da» Mitglied der Bodenmannschaft, Maschinenmaat Charles Grady erklärt: „Ich sah aus der Ankerstelle, an der da» Heck de» Luftschiffe»«»ährend de» Liegen» vor den« Ankermast festgemacht wird. Da» Luftschiff schwebte direkt über mir. Schon waren di« Heckseile heruutergelaflen worden und der Zeppelin stieb, von Ihnen gehalten, vor« und rückwärts, wobei auch die Maschine zuerst Vortvärt» lief, dann rücklvärt». An einemder Hinteren MotorenscheintetwaSnichtin Ordnunggewesen zu sein. Der Motor lief mit grober Geschwindigkeit, kleine Rauchschwaden in die Luft schleudernd. Plötzlich sah ich, wie aus dem Motor«ine Stichflamme blitzartig hervorzuckte. Die Flainm« raste an der Schiffsseite einpor. Dann ertönte eine Explosion und im nächsten Augenblick stand dar -ganze Heck de» Zeppelin» in Flammen." Wetter Luftschiffbau? Weiter Luftschiffbau? DaS ist keine Frage, die sich die Techniker zu stellen hoben. DaS ent- scheidet das Ministerium, das auch angesichts-der Toten vor allem" an die erhebende Trauerfeier denken wird. Ohne Zweifel ist auch dem Luftschiff««och ein bestimmter Radius in der Entwicklung der Technik und de- Verkehr- zugewiesen. In diesen Radius.passen aber allein die modernen Kleinluftschiffe, wie sie Nordamerika und Smvietruß- land bauen. Mit diesen, aber ist gegenüber-dem gewaltigen Aufmarsch der Flugzeugtechnik kaum der äutzere Eindruck zu machen, für den"sich die Riesenlustschiss-Fabrikanten. so über alle Matzen interessieren.,.. Ziehung der Klassenlotterie (Ohne Gewähr.) Prag. Bei der S a m S t a g- Ziehung der 6. Klasse der 86. tschechoslowakischen Klasscnlotterie wurden nachstehende Gewinst« gezoqenr 10.000»0 die Lose Nr.« 5.011, 56.981. 5.000 KO die Lose Nr.: 18.025, 23.995, 28.198, 36.465, 38.019, 95.118,105.644, 114.357. 2000 KO die Lose Nr.: 269, 8.715,13.998,16.426, 20.680, 23378, 24.048, 25.877, 87.414, 41.019, 42.801, 48.882, 44.284, 45.541, 54.568, 60.872, 61.950, 62812, 68.681, 69.061, 71.864, 75.210, 76.795, 77.814, 77.890, 81.414, 84.812, 84.820, 85.614, 91.808, 91.887, 94.898, 95.610, 97.150, 08.880, 99.807, 100.934, 101.886, 104.097, 109.640, 112.122 usw. Der Freund in die Tiefe gerissen. In der steirischen Berggruppe der sogenannten Kanzelwände stürzte ain Freitag der 18 Jahre alte Tourist Karl Wünsch ä>, wobei er seinen Freund Pogatschnigg aus Graz mit sich in die Tiefe riss. Pogatschnigg erlitt einen Bruch deS Schädelknochens und starb bei der Ueberführung ins Krankenhaus. Wünsch wurde schwer verletzt, BootSunglück. Jin Greifswalder Bodden (Strandsee auf der Insel Rügen) schlug ein Boot mit vier Mann Besatzung und zehn Studenten an Bord voll Wasser und sank. Nur der Bootseigentümer, der sich an dem aus dem Wasser ragenden Mast des Bootes festgebunden und so 16 Stunden zugebracht hatte, konnw gerettet werden. Eine aufschlussreiche Meldung zum Werbemonat» der Deutschen Jugendfürsorge. In ThriftlanSau, einer kleinen Gemeinde im Bezirke Friedland, die. 884, deutsche Einwohner besitzt, wurden im April 61 neue Mitglieder für die Deutsche Jugendfürsorge geworben. WeigendS vorm. WaMochS Taschenfahrplan, Sommer 1987,-gültig vom 22. Mai bis 2. Oktober l. I. Klein e Ausgabe für einen GrotztellBöhmen» mit Prag und zahlreichen AuSlandranschlüffen ufw., KL 4.80. Grob« Ausgabe für Böhmen, Mähren und Schlesien, Slolvakei au»zug»wrise, zahlreiche AuSlandSanschlüffe, Luftverkehr usw., KL 9.—. Taschenfahrplan der Kraftwagenlinien mit 200 staatl. und priv. Autobuslinien Böhmen», KL 8.—. WeigendS Taschenfahrplan ist sorgfältigst redigiert, amtlich überprüft und wird allgemein al» zuverlässiger Begleiter auf Reisen und Wanderungen geschätzt. Trotz Erhöhung der Papierpreise und wesentlicher Steigerung der Gestehungr- kosten wurden die Verkaufspreis« unverändert belassen. Erhältlich in all«» Buchhandlungen und«in« schlägigen Geschäften oder ümnittelbar von der Buchdruckerei C. Weigend, Abteilung Fahrplan, Teplih- Schönau, Schulplatz. Wetterbericht. In Mitteleuropa halten andauernd noch ziemlich starke Temperaturunterschiede zwischen dem Aordivestcu und dem Südosten an. Die kühle Luft breitet sich zwar gegen da» Binnenland aus, aber bei ihren« Fortschreiten erwärmt sie sich unter der Einwirkung der Sonnenstrahlung und von der erwärmten Erdoberfläche. Infolgedessen löse«« stch die Regenzonen auf, ehe sie die Grenze der Republik erreichen. E» ist daher zu erwarten, datz sich die Witterung Sonntag auch in Böhmen etwas bessern wird, aber in den Tagesstunden dürften stellenweise noch vereinzelte leichte Schauer auftreten. — Wahrscheinliches Wetter Sonntag: In den mittleren und in den westlichen Teilen de» Staate- noch ziemlich bedeckt, nur vereinzelte leichte Regenschauer, mässig warm, Westwind.— Wetterau»- sichten für M o n t a g: Wechselnd bewölkt, vorwie« gend trocken, mässig warm, ruhig. Vom Rundfunk Empfohlonswertos aus den Prosramnest Montag Prag, Sender I« 10.05: Deutsche Presse. 11.85: Au» Tonfilmen. 12.10: Operettenmusll: Lehar. Job. Strauss. 17.80: Rumänische Lieder. 18.10: Deutsch« Sendung: Rudolf Fischer: Fechtkunst in Prag. 18.20: Univ.-Prof. Dr. Zel«nek: Vitamine und Hormone. 18.45: Deutsche Presse. 19.25: Zum rumänischen Staatrseiertag. 22.20: Tanzmusik.— Prag, Sender II: 14.20: Deutsche Sendung: Dr. Jachofer: Stimmen und Sprache der Tiere. 14.85: Dr. Kreit- ner: Altprazcr Sagen von Schätzen. 14.50: Deutsche Presse. 18.10: Salonorchester: Friml, Benei etc.— Brünn- 17.40: Deutsche. Sendung: Erzählung au» Südmähren; Opernarien. 19.10: Französisch-Kur». — Pressburg: 15.00: Rundfunkorchesterkonzect: Goldmark, Gustav Mahler etc. 22.85: Tasszmüsik. — Kascha»: 12.05: Populäre» Konzert.—- Mähr. Ostrau: 16.10:" Rundfunkorchesterkonzert. 17.20: Flötenkonzert. 18.10: Deutsche Sendung: Arbeiter« seudung! Schön: Eugenik, ihr« Grundlage und Geschichte. DienStag Prag, Sender I:- 7.00: MrgeniMsik.10.05: Deutsche Presse. 10.15: Deutsch« Sendung: Für. die Iran. 10.80: Schallplatte».' 11.05: Rundfunk für deutsche Schicken, höhere.Stufen. 12.10:"Lieder auf Schallplatten. 16110: Chorkonzert der- Prager Lehrer: Brahin», Schumann etc. 17.25: Suietana: Geigentri». 18.10: Deutsche Sendung: Ang.- Geh« ner: Die Tätigkeit de» deutschen Kulturbundes. 18.20: Kompositionen unserer deutschen Koinvonisten. >18.45; Deutsche Presse. 18.55: Au» dem deutschen Kulturleben. 22.85: Schallplatten.— Prag, Sender II: 14.15: Deutsche Sendung: Griechenland, mit den Augen eine» Maler» gesehen. 14.80: Alte fröhliche Lieder. 14.50: Deutsche Presse. 19.10; Operettenmusik.— Brünn: 17.40: Deutsche Sendung: Arbeitersrndung: Soziale Informationen. Schmidt: Neuheiten au» dem«Uten Brüm. 19.25: Soirö von Operettenstemen. 19.85: ApbeitSmarkt. 21.05: Klavierkompositionen von Chopin,— Preßturg: 12.85: Rundfunkorchesterkonzert. 17.40: Liederkonzert, 20.50: Kompositionen von Franz Schubert. 4- Kascha«: 11.05: Populäre Melodien.— Mähr. Ostrau: 15.00; Rundfunkorchesterkonzert. Nr. 100 Tonnlag, 9. Mai 1937' Seite 8 TrentiansheJe/ilice Jchmerzen v&flieqen bei Rheuma, dicht, Ischias, wenn der Kränke direkt in den urkräftigen, unpräparierten Schwefelquellen badet, Dieses Ideal der modernen Balneologie wird verwirklicht Hilfswcrl„Milch fürs Kind". Die Vorbcrcv timgSarbei ten für die DurchfüHruttg des Hilfs- Werkes„Milch fürs Kind" sind bereits sehr weit fortgeschritten. Der Einkauf der Heimarbeiten ist bereits abgeschlossen. Die eingekauften Gegenstände gebet: ein Zeugnis nicht nur von dec mühsamen Arbeit, mit der die Heimarbeiter sich und ihre Familie zu ernähren versuchen, sondern auch von dein Kunstsinn und der Kunstfertigkeit unserer Heimarbeiter, die auch die Not nicht brechen konnte. Die Veranstaltungen im Waldsteingarten, bei denen diese Heimarbeiten verkauft werden, sind bereits festgesetzt. Die im Programm vorgesehenen Konzerte bestreiten die beiden Kinderkapellen ans den Notstandsgebieten von Neudck und Graslitz. Die große Beliebtheit dieser beiden Kinderorchester und ihr Können sichern einen starken Besuch des Waldsteingartens in den Tagen des 29. und 80. Mai. Der Waldsteingarten wird in diesen Tagen der Treffpunkt aller jener sein, die ein Verständnis für die Not der Heimarbeiter haben und dies durch den Kauf der Heimarbeiten auch beweisen wollen.'Ein reichhaltiges Büfett wird für Erfrischungen sorgen. Das nähere Programm wird mit den Einladungen verschickt werden. Reklamationen' werden mit Rücksicht auf die starke Nachfrage nach Eintrittskarten schon jetzt erbeten— auf die Tel. Nr. 466 90 oder schriftlich an: Hilfswerk„Milch fürs Kind", Prag ll., Närodnl 10. Nackte Frau auf der Strafte. Zu einem kleinen Menschenauflauf kam er gestern um 2 Uhr mittags in der Heinrichsgasie. Aus dem Hause Nr. 8 in der Nekazanka war eine völlig unbekleidete, Frau her- auSgelaufen, die in die HeinrichSgaste eilte, wo sie sich plötzlich, von Krämpfen befallen, zu Boden warf. Die Polizei brachte sie auf die nahegelegene Polizeiwachstube, wo sie als die 84jährige Ilka G. sichergestellt werden konnte. Der Polizeiarzt konnte nur einen hvsterischcn Anfall feststellen und übergab sie ihren Verwandten, die sie abholen gekommen wären. Betrügerischer Zwangsverwalter. Dieser Tage wurde K. PlmiS Smichow verhäftet.'derwom Gericht als Zwangsverwalter eines Großgrundbesitze» in Dlouhä Lhota bei DobriS eingesetzt worden war und die Eigentümer um fast 100.000 Kä geschädigt hatte. Er hatte nach Angaben des Eigentümers verschiedene Summen, die er als abgeführt in die Bücher eingetragen hatte, für sich behalten. Autozusammenstoh. In der Straße Na Slupi kam«S vorgestern zu einem Zusammenstoß zwischen dem Alotorrad des 20jährigen Ernst Günter und einem von dem Chauffeur Jaroslav B a c u- lik gelenkten Lieferwagen. Der Motorfahrer wollte einem bei der dortigen Haltestelle stehenden Straßenbahnwagen rechts vorfahren und kam dem auf der richtigen Straßenseite fahrenden Lastauto in den Weg. Sowohl der Motorfahrer als seine auf dem Soziussitz befindliche Mitfahrerin, die Beamtin Helene H l I n s k h, wurden mit beträchtlicher Wucht auf das Pflaster geschleudert und mußten ins Krankenhaus überführt tverdcn. Englische Beteiligung an den Witkowitzer Werken Mii hr.- Ostrau. Das Tsch..Pr.-Büro meldet: Wir erfahren anS massgebender Ouelle, daß. daS Wiener Hau» Gebrüder Gutmann den kleineren Teil seiner Beteiligung an der Witko- wiher Bergbau» und Elsenhüttengewerkschast an eine ausländische Gruppe überträgt. Int Zusammenhang mit dieser Transaktion werden auch die Witkowitzer Kure an einen Trust übertragen Werdern der auf der Grundlage des englischen Richt- geschaffen werden wird und in dir Berwal- tung der Trustalteilung eines der größten englischen Versicherung-Institute gegeben werde» wird, welches für die Kure Zertifikate auSgrben wird. " Die Familie Rothschild tritt mit allen ihren Kuren ebenso wie dir Familie Gutmann mit den ihr verbleibenden Kuren ebenfalls diesein englischen Trust bei. Auf diese Weife wird auch künf- tighin eine einheitliche Leitung der Witkowitzer Bergbau» und Eiseilhüttengewerkschaft trotz der geänderten Verhältnisse ermöglicht. Die Inhaber der Zertifikate setzen zum Schutze ihrer Jntenssen ein Komitee ein, dessen Mitgliedern anher den bisherigen. Gewerken die Mitinhaber des Londoner HaufeS Rothschild und ausserdem der Oberdirektor der Zivnobank Dr. Jaroslav Preist sein werden. Im Präsidium nnd in der Leitung der Witkowitzer Bergbau- und Msenhüttengewerkschaft sowie in der Beteiligung deS Wiener HauseS Rothschild kommt es aus diesem Grunde zn keinerlei. Aenderung. Die„Prager Preise" bemerkt in ihrem Kommentar dazu: Der Stand ist nach Durchführung dieser Transaktion folgender: Der gesamte Kuxe- besitz der„Witkowitzer Bergbau- und Eisenhütten- gewerkschast" verbleibt bet dem Trust der Alliance Assuranee Company Ltd. in London liegen, die Zertt- fikat« auSgegeben hat, welche allerdings nicht etwa" die Form von Aktien haben, sondern Legitimationspapiere für die Besitzer der Anteile an diesem Trust sind. In diesem Trust ist das Londoner Haus Rothschild als englischerMläubiger, daSWienerHausRoth- fchild, die Familie Gutmann vertreten. Die alte Gewerkschaft in Witkowitz bleibt natürlich unverändert, ihr Vorsitzender bleibt Eugen Rothschild und Rudolf Gutmann, welche beide tschechoslowakische Staatsbürger sind- Auch sonst wird weder an der Leitung noch an der Organisation etwa- geändert. ' Dennoch stellt diese Umstellung eine der größten Transaktionen dar. die jemals in Mitteleuropa stattgefunden haben- Die Firma Witkowitzer Äerabau- und. Eisenhüttengewerkschaft Ist der größte Eisenerzeuger bei uns, sie figuriert im Kartell mit einer Quote von 82 Prozent- Aber außer diesen Eisenwerken, die auch zahlreiche Fabriken zur Herstellung von„Eisen-Halb- und Ganzfabrikaten umfassen, gehören hür„ Gewerkschaft noch dje alS Untergruppe selbständig, firmierenden Wltkowihtr'Steinkohlen-' gruben, mit ächt Stcinföhlengtubenschächtcn. Kokereien usw., und schließlich der Großgrundbesitz RoZnov, der als.eigene Unterabteilung besteht. . Die formelle' Angliederung der Wltkowitzer Gruben wird in finanziellen und Wirtschaftskreisen als günstig angesehen. Er wurde immerhin empfunden. daß da» englische Kapital nnd die englische Wirtschaft'an der gesamten tschechoflowakischen Entwicklung nur in geringem Maße beteiligt ist. In der letzten Zeit ist bekanntlich das Interesse an der Tschechoslowakei in hohem Grade erwacht und die Transaktion kann dazu beitragen, daß auch die Londoner Citl> größeres Interesse für unser Wirtschaftslebens bekundet. Verllihgerung der staatlichen Ernährunssaktlon Auf Vorschlag des Ministeriums für soziale Fürsorge wird die staatliche Ernährungsaktion für Arbeitslose und' Kurzarbeiter in der weiteren Periode von fiinf Wochen, d, i, vom 10. Mai bis 13. Juni 1987, mit einem Betrag von 14,779,800 Kl, fortgesetzt werden. Für die Durchführung der Milchaktion für Kinder von Arbeitslosen und kurzarbeitenden Familtencrnährern für die gleiche fünfwöchige Periode sind 1,777.000 Kl bestimmt. Gleichzeitig wird die Brotaktion für Arbeitslose Unter dm bisherigen Bedingungen fortgesetzt. Die Kosten, für die Durchführung dieser Aktion in dieser'Zeitspanne betragen ungefähr 8,680.000 XL. via Kontingentierung In der Schokoladenindustrie Wir berichteten vor einigen Dagen über die Kundgebung der Schokoladenfabriken, welche durch die vom Handelsministerium vorgepommone Kon- iingenticrung der Kakavbohneneinsuhr• betroffen wurden., Diese insgesamt 88 Firmen, die einen jährlichen verbrauch von 600 Waggons Kakaobohnen haben, legten den In Betracht- kommenden Aemiern eine Entschließung vor, in welcher sie fordern, daß die Einreihung der Kakaobohnen in das Belvillignngsvcrfahren ausgehoben werhe oder, wenn diese Maßnahme doch für unerläßlich gehalten.-werden sollte: die Aufteilung nach dem bisherigen Be'rbrauchSschlüssel durchaeführt werden solle. DaS jetzt zur Geltung gebrachte Prinzip der Bevorzugung einiger Firmen ist.für die Beschwerdeführer unannehmbar, io eil e» sie in der ruhige^- l§ntst>Icklung stören-jvlirde. Die' Firmen verlangen bei Anwendung einer Kontingentierung die Bildung eines freien Kontingents, aus Welchem jene Betriebe bepüchstchsigt werden könnten,-deren Entfaltüstg sonst/ gehemmt Wabe und" wölches.auch eine-Reserve fürdenFall eines steigenden Verbrauchs In der Tschechoslowakei bildest würde, Der Verbrauch-von Schokolade und- anderen Produkten aus der Kakaobohne ist in der Tschechoslowakei niedriger als in anderen europäische« Ländern., Ln einer Denkschrift« die dex Resolution ange-z schlossen ist, wird angeführt, daß der Verbrauch von Kakaobohnen pro Kopf der Bevölkerung ausmacht: In'Oesterreich 1 Kilo, in Frankreich und Deutschland 1.2 Kilo, in Belgien 1.1 Kilo, in der Schweiz 1.6 Kilo, in Holland 1.8 Kilo, in England 2.5 Kiko, aber, in der Tschechoslowakei nur 0.8 Kilo. Eine lllestriktton des Verbrauchs, die derzeit angestrebt wird, bedeutet auch eine Verminderung der Arbeltsmöglichkeilen in der Scho« koladcnindustrie, die.im Jahre 1936 16.000 Mmschcn beschäftigte. vle versicherten Arbeitslöhne auf Grund der Gliederung der bei den Krankenversicherungsanstalten Versicherten nach den einzelnen Lohnklaffen stiegen von 16.81 KC Durch schnittslohn auf einen Tag und einen Bersicherlen im Feber auf 16.50 Kä im März, d. i. etwa« über den Stand von 1988. Gegenüber dem gleichen Monate des Vorjahres beträgt diese Festigung 4.4 Prozent und gegenüber dem Lahre 1985, in dem die Löhne am niedrigsten waren, 5.1 Prozent. Gegenüber dem Höchststände vom März 1980 besteht immer.noch-ein Rückgang um 12.6 Prozent, so daß ihre bisherige Zunahme nur ungefähr ein Viertel des Gesamtverlustes seit dem Jahre 1980 auSmacht. llusümü ,.nie rumänisch-polnische ■. SiSÄT'^kreundschatt'-',- London. Der rumänische* Kronprinz Mihail, der alS Führer der rumänischen Delegation zu der Krönungsfeierlichkeit nach London kommt, wird anschließend an seinen Londoner Aufenthalt alS Gast deS polnischen Staatspräsidenten Moseirki nach Warschau reisen- Bei dieser Gelegenheit wird er, wie»Daily Telegraph" meldet, den polnischen Präsidenten offiziell zum Besuche nach Bukarest einladen. König Carol von Rumänien würde diesen Besuch zu Ende der Lahres mit einem Gegenbesuch in Warschau erwidern. DaS Kräfteverhältnis zur See in Spanien. Nach dem Verluste des Schlachtschiffes„Espaüa" verfügen die Aufständischen über eine Flotte von 87.000 Tonnen, und zwar über die beiden Kreuzer„C a n a r i a S" und„B a l e a r e s" mit je 10.670 Tonnen und kleineren Geschützen, den Kreuzer„Almiranie Cervera" von 9380 Tonnen, den Torpedobootzerstörer„Belaseo" von. 1889 Tonnen, vier Torpedobooten von 190 Tonnen, vier Kanonenboote von 800 und 18 Hilfsschiffe mit-zusammen etwa 500 Tonnen. Die Regierungsflotte hat eine Gesamttonnage von 95.000 Tonnen. Sie verfügt über das Schlachtschiff „Jaime Primero" von 16.400 Tonnen, der die stärkste spanische Marineeinheit ist und«in Ge- schützkaliber von 105 Millimeter besitzt, Wer die beiden.Kreuzer„Cervantes" und„Abertad" von je 9395 Tonnen, den Kreuzer„Mendez Nunez" von 6180 Tonnen, 15 Torpedobootzerstörer zu 2105 Tonnen,'zwei Torpedobootzerstörer zu 1880 Tonne, 6 Torpedoboote von 190 Tonnen, 4 Unterseeboote von 715 Tonnen, weitere Unterseeboote von 1295-Tonnen- und mehrere andere Unterseeboote. .Wieviel Bombenflugzeuge hat Rußlands i MTP.) Die ruffische Rationalliga für Luftfahrt, deren Feststellungen stets sehr sorgsam überprüft sind^etöfstntticht^oebei^eHrin^ Man erhält für sie 100 Reichsmark.>,, .. 747.— Markmünzen... .. 785.— 100 österreichische Schilling .. 586.— 100 rumänische Lei., .. 18.50 100 polnische Zloty.. .. 549.50 100 ungarisch« Bengö.. ..«18.50 100'Schweizer Franken« ..«56.50 100 stanzösischr Franrs. .. 129.82 1 englisches Pfund.. .. 141.50 1 amerikanischer Dollar .. 28.05 100 italienische Lire.. .. 145.40 100 holländische Gulden': .'. 1576:— 100 Mtzskawische Dinare. ., 65.80 100 Belga»..... .. 485.50 100 dänische Kronen ..«111.— 100 schwedische Kronen» .. 730— Beschäftigungsgrad Nach den Daten der Zentralsozialversicherungsanstalt ist die Zahl der(monatlich) Versicherten der Krankenversicherung von 1,918.000 Personen im Feber auf 2,000.000 Personen im März gestiegen. Diese Zunahme stellt den Beginn der diesjährigen Sommersaison des Beschäf» dem Diagramm ersichtlich ist, auf einem um acht Prozent höherem Niveau bewegt als zur gleichen Zeit des Vorjahres(bzw. um 19 Prozent über dem Tiefstände vom Jahre 1985). Gegenüber der gleichen Zeit des Jahres 1980, in dem der Beschäftigungsgrad im März am höchsten war, ist der gegenwärtige Beschäftigungsgrad um 13 Prozent niedriger, während er sich zur gleichen Zeit des Vorjahres um 20 Prozent und im Jahre 1985 sogar um 27 Prozent unter dem höchsten Stand vom Lahre 1930 bewegte. In Grundzahlen verzeichnet der gegenwärtige Stand des Beschäftigungsgrades eine Besserung um 318.000 gegenüber März 1985. Da seit dem höchsten Beschäftigungsgrade im März 1930 bis zu seinem Tiefstand im Jahre 1985 der Gesamtrückgang 614.000(monatlich) Versicherte beträgt, bewegt sich der gegenwärtige Stand gerade in der Mitte zwischen der größten Konjunktur und der schwersten Krise. Wer die russischen Luftstreitkräste. Danach hat die Sowjetunion die absolute Ueberlegonheit in bezug auf schwere Boucher Wer sämtliche anderen Länder der Welt. Im Bereich des europäischen Rußlands existieren zur Zeit 300 Geschwader zu je jehsi.MUgzeuge.n, also insgesamt 8000 Bomber. Jpj asiatischen Rußland Dd weiterhin'rund 2000 Bombenflugzeuge stationiert, sodaß die Sowjetunion Anfang dieses Jahres rund 5000 Bombenflugzeuge der ersten Linie hat. Bis zum Ende des Jahres soll diese Zahl auf 7000 erhöht werden. ver Mann auf dem Autodach Prag, l-rb») Am 16. März dieses Jahre» s auf dem Wenzelsplatz eine ausieheuerreger es MWWW. Szene. Ein etwa vierzigjähriger Mann begann aus der Fahrbahn auf einem Bein herumzuhüpfen, wobei er gröhlte und unartikulierte Schreie ausstieß. Als man ihn fassen wollte, erkletterte er behende das Dach eines dort stehenden Mietautos und bedachte von dort mir seine Verfolger mit reichlichen Fußtritten. Schließlich zog man ihn aber doch herab, steckte ihn in die. Zwangsjacke und schaffte ihn auf die psychiatrische Klinik. Dort blieb er aber nicht lange, obwohl er allerlei Unfug trieb. Die Aerzte erkannten in ihm«inen Simulanten gröbsten Kalibers und der vermeintliche Narr wanderte auf die Wachstube. Hier ergab sich schnell genug, warum dieser 88jährige Karl Wolf Wahnsinn simuliert hatte. Auf diese Weise gedachte er sich nämlich um die winkende, gerichtliche Bestrafung zu drücken. Dieser Karl Wolf ist beschäftigungsloser Schuhmacher, besser gesagt' ein arbeitsscheues Subjekt ärgsten Schlages, das in seinem Leben sehr wenig gearbeitet, aber desto mehr gesoffen hat und seine arm« Familie, von der er sich aushalten ließ, auch noch bei jeder Gelegenheit unmenschlich quälte und mißhandelte. So auch an jenem Tage, an welchem er von einer mehrtägigen Sauferei heimkehrt«, in deren Verlauf er achtzig Gläser Bier, dreißig schwarze Kaffee mit Rum und etliche Viertel Malaga konsumiert hatte. In seinem Delirium bildete er sich ein, seine arme,-abgerackert«. Frau, die genug zu schuften hat, um den Tunichtgut zu erhalten, sei ihm untreu. Er inszenierte' also einen fürchterlichen Exzeß,, mißhandelte und bedrohte seine Krau aufs schwerste und drang schließlich, als diese in Todesangst, ziun Hausherrn flüchtete, unter Gewaltanwendung in dessen Wohnung«in, wo er weiter«xzedierte, die Einrichtung zerschlug und di« herbeieil«nden Nachbarn mit Fausthieben und Fußtritten traktterte,. Als er schließlich da» Haus verließ, kam ihn doch in den Sinn, daß der Auftritt für ihn unangenehme Folgen haben könne und so inszenierte■ er kurz entschlossen die erwähnte Komödie. Bor dem Strafsenat de» G.-R. Dr. N eu» r esi t« r spielte er den gekränkten Ehegatten, der sich inur aus Kummer.über.sein„zerstörte» gami», lienglück" dem Trünke«geben-hoch«. Wie di« mei- ften seine» Schlage» erklärte er wehierlich, er sei der.„beste Mensch der Welt", wmn er nüchtern sei. Run ist'er die» aber mW sehr selten und auch dann MMHitMiner angeblichen Güt« nicht besonder» weit her. Mit Rücksicht auf'sein« zahlrächen Vor» strafen und seine offensichtliche Ünvtrbisserlichkeit diktierte ihm der Gerichtshof die eremplarifche Straf« von s ünszehn Mo naten schweren Kerker»« Mitteilungen aus dem Publikum. Der groß« Wert einer FrühjahrSkur siezt in der simftrllung und Beriängung de» gesamten Organismus! Wählen Sie hiefllr den wertvollen Krondorfer Sauerbrunn, der neben den Vorzug der Billigkeit eine ärztlich anerkannte Heilwirkung infolge feiner günstigen Zusammensetzung hat: Das Blut wird von unbrauchbaren Stoffen(Harnstoffe und Kohlensäure) ausgiebig entlastet, es zirkuliert schneller, di« Harnmenge wird vergrößert, die Verdauung angeregt und da» ErnährungSbedürfni» gesteigert. Eine Frühjahrstrinkkur mit Krondorfer wirkt verjüngend und ist durch ihre Billigkeit einem jeden möglich. Natur kann nicht durch Kunst ersetzt werden! Auch dem genialsten Ehemiker wird«S nicht gelingen, die von der Natur im geheimen Schoße der Erde seit Jahrhunderten geschaffenen rein natürlichen Heilquellen künstlich' mit all den gleichen Vorzügen und Heilwirkungen in derselben Zusammensetzung nachzuahmen. Trotz aller Versuche ist. der Unterschied zwischen Natur und Kunst beim Mineralwasser so groß, daß jeder das rein natürliche Mineralwasser bevorzugt. Die Wirkung der künstlichen Kohlensäure gegenüber der rein natürlichen ist ebenfalls ganz verschieden. Die den.„halbnatürlichen" und-künstlichen Mineralwässern mechanisch zugesetzte. Kohlensäur« ist leicht flüchtig und verursacht im'Magen und Darm Blähungen und beschwert ost auch das Herz. Bei den rein natürlichen Mineralwässern, wie" dies z. B. beim„Krondorstr" Sauerbrunn der Fall ist, l-st sich die.natürliche Kohlensäure ganz allmäh- sich, weil sie fester im Mineralwasser gebunden ist.. Der Magenumfang wird nicht gewaltsam erweitert' und«»kann kein chronischer Katarrh«ntstehen. Durch di«, neutrglisier-nde Wirkung de» Krondorfer auf die überschüssig« Magensäür«. wird derep' Gleichgewicht hergestellt,-der Appetit angeregt und die Nahrung richtig verdant,; Seite 6 Sozialdemokrat Sonntag,!>. Mai 1037. Nr. 10» PRAG Neapel, Kunst und Mssen, Gesundheit HerzttGen Dank gewinnen Hartheu- JCindec h freunde. TOkUungeadcr»Urania* Ortsgruppe Prag. M i t t w o ck>. den 12. Mai. wichti'ge AII s s ch u ß s> tz u n a im Parteiheim, Prag II., EmeLky, Handwerkerheim. i! !i H Der Nächste, bitte.— Donnerstag. 8: Warum lügst du, Cherie?— Freitag, 8: Mond über dem Fluß, Tbcatergemcinde.-er KultucvecbandcS und freier Verkauf.— Samstag, 8: Warum lügst du, Cherie? — Sonntag, 8: Der Nächste, bitte;•; 8: Matura, Volkstümliche Vorstellung. L 4.-", i. Auch eine der bereits traditionell gewordenen Nachtserenaden findet wieder statt, und zwar wieder im Fürstenberg-Garten. Ein besonderes Novum bildet ein Rokoko- Konzert in einem der berühmtesten historischen Säle Prags. Durch diese neun Aufführungen bleibt dem Theater zweifellos da» besondere Interesse ver Prager Publikum- bis zum Schluß der Spielzeit gewahrt. Feine"ÄeseTschaft; halb 8: Das Spitzentuch her. Königin, Erstaufführung, C 2. Wochenspielpla» der Kleinen Bühne. Sonntag, 8: Axel an der Himmelstür; 8: Warum lügst du, Cherie?— Montag. 8: Unentschuldigte Stunde, volkstümliche Vorstellung.— Dienstag, halb 8 Uhr: Mond über dem Fluß, deutsche Uraufführung, Bankbeamte II und freier Verkauf,— Mittwoch, 8: Patischalkuren:.8 Wochen Aufenthalt 1060 Kö. Vor und Nachaalaon*BrmäSlKunR.• soos Jurati. Leitung: Or. O, Freund Festspiele im Mai und Juni. Die Kanzlei des Prager Deutschen Theaters teilt, mif:. Auch Heuer wird das Prager Deutsche Theater, wie seit vielen Jahren, eine Anzahl von Frühlingsfestspielen veranstalten, und zwar von zwei verschiedenen Gesichtspunkten aus. Einige ganz besonders erfolgreiche Neuinszenierungen dieses Jahres werden zusammengefaßt zum Teil mit Gästen und zum letztenmal in Lieser Spielzeit zur Aufführung gebracht. Darüber hinaus wird eine zweifellos sehr willkommene Neueinführung di« Festspiele bereichern, nämlich Schauspielaufführungeu und Konzerte in den Prager Schlössern und Gärten. Die Festspiele beginnen mit einer Aufführung der.8 a u b e r f l ö t e“ am 20. Mai mit KipniS als Sarastro;' am 22. Mai geht der„P a r s i f a l" in Szene, ebenfalls mit KipniS als Gurnemanz. Es folgt als hervorragendstes und künstlerisch bedeutungsvollstes Ereignis der Festspiele die Erstaufführung der neuen Strauß-Oper„Die schweigsame Frau",»Text von Stefan Zweig, und zwar am 2. Juni. Dirigent: Szöll, Regie: Generalintendant Gustav Hartung a. G. Am 8. Juni ist der„Rosenkavalier" unter Erich Kleiber und in der zweiten Junihälfte (dar Datum wird noch bekanntgegeben) eine Neu- Der Atus lädt ein: Zu seinem Mai-Ausfluge am Sonntag, den 28. Mai, nach Sesta- jovicc-Klanovice als Gäste des dortigen DTJ-VereineS. Abfahrt von Prag, Masarykbahnhof, um halb 7 Uhr früh nach Jirna-Klano- vice, von dort Marsch mit der beigestellten Musikkapelle nach Sestäjovice. Es wär» sehr begrüßenswert, wenn alle Organisationen sich dem AuSftug anschließen würden. Fahrpreis: Sonntag-Rückfahr- karte. etwa 7 Ai. Mittagessen Ai'5.80 können vorangemeldet werden unter Telephon-Nr. 72820 (Lahmer). Rückfahrt etwa 7 Uhr abends. Der leichtathletische Gommerbetrieb auf der Hehinsel wird ab 12. Mai ausgenommen. Jeden Mittwoch von halb 5 bis 6 Uhr: Spiele, von 6 bis 8 Uhr: Training. Jeden Samstag von 8 bis 5 Uhr: Jugendspiele, von 5 bis 7 Uhr: Training. Leiter der Männer- und Jugendsparte: Gcnoffe Nossek; der Frauensparte: Genosse Kminek K. Freie Bereinigung sozialistischer Akademiker, Spalenä 48. Dienstag, den 11. Mai 1987 spricht Genosse Karl Kern über die holländische Arbeiterbewegung. Beginn 20 Uhr, Wir laden alle Genossen und Freunde ein! elnstudierupa von„Figaros Hochzeit" in besonderer Besetzung. Dirigent: Zweig. Dar Schauspiel wird im Waldsteingarten den„Jedermann" und Shakespeares sWaS Ihr wollt" zur Aufführung bringen, und zwar wird als Schauplatz die Salla Terrena gewählt. Diese Aufführungen sind für den 18. und 21. Juni vorgesehen. Das Frauenbezlrkskomtyee veranstaltet Montag, den 10. Mai, 8 Uhr abends, im kleinen Saal des Handwerkervereines, Smeiky Nr. 22, eine Feierstunde der proletarischen Mutter Mitwirkend« u. a.: Genossin Maria Deutsch (Ansprache und verbindende Worte), Genoffe Rudi Stein(Violine), Sprechchor der SJ. AuSgewähl» ies Programm. Kommet allel Radlumbad St. Joachlmstal .(Ischechollowolttche Republik.), StSrtge Radiomqmlltn der Welt Idyllische Lage Inmitten des waldreichen Erzgebirges, am Fuge des NeilbergeS. Bäder--, Trink- und Fnhalationskuren, sowie Beltrah- luna mit Radiumprsparalen. Ansseieichuete cheilerielse»eit welenkirbeumaUsmus, Neuraloien, NeUriUS, TabeS* dorsaliS, NerdogUU, Neurasthenie, Arteriosklerose, chronischen.Eistzlinduu- acu des Herzmuskels- und der Blutgefäße, chronischen Ulten:Ilgen, Belenls- und Höhlenersudalen.' Auskunst und Prowelte durch die llurkommiliwn 400S TodeSsprung vom dritten Stock. Die 42jährige TischlerSfrau Marie Polan sprang gestern um 7 Uhr früh auS ihrer im dritten Stock eines Hause» in Zabihlitz gelegenen Wohnung. Die Wrschowitzer Rettungsgesellschaft brachte sie ins Allgemeine Krankenhaus, doch erlag sie bereits auf dem Wege ihren schwere» Verletzungen. Ursache der Tat sind häusliche Zwistigkeiten. Der Flugverkehr auf der Linie der Esl. staatlichen Aerolinien Prag—Ujshorod—Bukarest wird Montag, den 10. d. M., eröffnet. Sämtliche Flug- verkehrSstationen haben zu diesem Lustexpreß günstige Anschlüsse. Abflüge sind: Montag, Mittwoch, Freitag nach Bukarest und an den anderen Tagen in der umgekehrten Richtung. allen"Freunden, Genossinnen undGenössen, allen Gewerkschaftsfunktionären und Gewerkschaftsmitgliedern, sowie allen Kultur« organisationen, die mich anläßlich der Vollendung meine» 80. Lebensjahres beglückwünschten- und durch sinnvolle Geschenke ehrten.- ■ Ich werde nach wie vor bestrebt sein, meine ganze Persönlichkeit inden-Dienst uitserer Bewegung zu stellen.- 4188 * antoit 9toi4tr. Den einführenden und erAürenden Vortrag hült Lhormelfter Edwin I a n e t s ch e I.— Al» Beispiele werden gesungen: 1. Chöre: von der Deutschen BolkSsinggemeinde in Prag; S. Lieder: von Erwin Hofmann, MUglied der BolkSsinggemeinde. Der Liederabend, findet im iroße« Saale de» Deutschen Handwerkervereineö, Prag II., SmeSka Nr. 22, am Dienstag, den 11. Mat 1087 um 8 Uhr atendS statt.— Eintritt 3 AL, Jugendliche 1 AL. BlldungSauSschuß der Bezirksorganisation Prag • der DSAP Deutsche BolkSsinggemeinde Prag . Die heurigen großen Autd-Täge In Bad Pistyan! Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins Hau» oder de: Bezug: durch dir Post nwnatllch AL 16.—. Vierteljährlich AL 48.—, halbjährig'/AL 96.— ganzjährig AL 192.-—.— Jnserate werdeu laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bet Einsendung der Retoürmarken.— Die Zeitungsfrankatur wurde von der Poft« und Tele» . graphendireltion mit Erlaß Sir. 1L800JVIVI980 bewilligt,.— Druckerei:..Orbi»". Druck», Berlagl- und ZeitungS-A.-G. Prag, Wochenspielplan de» Reue« Deutschen Theater». Sonntag, halb 8: Das Paradie»; halb 8: Gesellschaftsspiel, A2.— Montag, halb 7: Rossini in Theatergemeinde der Jugend(l. Serie, rote Karten) und freier Verkauf, Abonn. ausgeh.— Dienstag, halb 8: Der Correaidor, A2.— Mittwoch, halb 8: Der Ebangeliinann, BI.— Donnerstag, halb 8: Gesellschaftsspiel, C2.— Freitag, halb 8: Ein Maskenball, D.— Samstag, halb 8: Gesellschaftsspiel, B 2.— Sonntag, halb 8: Filme In Prager Lichtspielhäusern Urania-Kino: Hans Moser im Wiener Lustspiel„Donauwellen".— Adria:„Rechtsanwältin Vkra." Tsch.— Alfa:„Wiener Fiakerlied." L. Slezak. D.— Apollo:„Das Mädchen im Schaufenster." Tsch.— Avion:„Die Kinder de» Kapitäns Grant." Rufs.— Beranek:„Die Kreutzer-Sonate." D..— Feniz:„Die liebe Verwandtschaft." Laurel und Hardtz. Ä.— Flora:„Der Selbstmörderklub." A.— Hollhwood:„Skandal um di« Fledermaus." D.— Hvkzda:„Jagd und Falle." Abenteuer au» dem indischen Dschungel.— Juli»:„Das Mädchen im Schaufenster:" Tsch.— Kinema: Journale, Grotesken, Reportagen.— Koruna: Aktualitäten, Journale, Grotesken.— Kotva:„Kameliendame." Greta Garbo. A.— Lnrerna:„Die liebe Verwandtschaft." Laurel und Hardtz. A.— Metro:„Dods- worth." Nach Sinclair. A.— Passage:„Skandal um die Fledermaus." D.— Praha:„Das Mädchen im Schaufenster." Tsch-— Radio:„Das Geheimnis um Truxa." D.— Staut:„Das Herz auf Schienen." Tsch.— Svitozor:•„Rechtsanwältin Birg." Tsch.— Alma: Mickey MauS und ihre Partner. — Baikal:„Wie es Euch- gefällt." Elisabeth B e r g n e r. Engl.— Belvedere:„Feuer einstellen.". Harry Baur. Fr.— Beseda:„Die Kreutzer-Sonate." D.— Carlton:„Wo die Lerche singt." D.— Illusion:„Drei fesche MädelS." Durbin. A.— Konvikt: „ES geht um mein Leben." D.— Lido II:„Das Herz auf Schienen." Tsch.— Louvre:„Kamelien-, dame." GretaGarbo. A.— Olymple:„Harmonika." Tsch.— Peröttzn:„DaS Herz auf Schienen." Tsch.— Rortz:„Das Herz auf Schienen." Tsch.— Tatra:„San FraneiSeo." MacDonald, Clark Gable. A.— U Bejvodu:„Rinder des Glücks." D.—«al- dek:„Dar Herz auf Schienen." Tsch.— Belrtrhtz: „Es geht um mein Leben." D. KREUZSCHMERZEN BEI FRAUEN haben meist ihre Ursache in Verwachsungen, Entzündungen und Exsudaten der Beckenorgan«. Die chemischen Substanzen der Pistyaner Schlammes erweichen dar kranke Gewebe und lösen Exsudate. 4 Wochen Pistyan haben tausende Frauen vor Operationen bewahrt. Badedirektion. bad Pistyan bringt Heilung I 4188/2 „Unvergeßliche Filme-' Garbo und Gable in „Susanne Lenox". Montag,%6,.%9 Uhr. Aranla-Kino 1 Moser, Wanka, Thimig im Wiener. Lustspiel „D o n a u w e l l e n". Heute 2/4, 6 und%9 Uhr, DiegStag bis Donnerstag%6, 149 Uhr. Sozialver$icherung$- Briefkasten Probezeit: Auch in der Zeit, al» Sie von Ihrem früheren Arbeitgeber während eines Monates ohne Gehalt auf Probe- angestellt waren, unterlagen Sie sowohl der Kranken-, al» auch der Pensionsversicherungspflicht. Melden Sie den Fall Ihrer zuständigen KoankenversicherungSanstalt und ersuchen Sie auch brieflich die Amtsstelle B der Allgemeinen• Pensionsanstalt in Prag XI. um nachträgliche Durchführung der PensionSversicherung für den Probemonati Hebammenkosten: Rach dem Gesetz ist zwar die KrankenversicherungSanstalt zur Tragung der Kosten für di« Geburtsassistentin verpflichtet, kann aber statt dessen einen Pauschalbetrag gewähren, dessen Höhe Im Statut der Krankenversicherungsanstalt festzusetzen ist. Falls— Wie anzunehmen ist— im Statut Ihrer KBA. dieses Pauschale in der Höhe von 200 Ai festgesetzt ist, können Sie von. der Anstalt nur diesen Betrag fordern und nicht die tatsächlichen darüber hinausgehenden Kosten. M. G., Winterberg: Ihren Fall behandeln wir. Wir werden-Ihnen, nächsten Sonntag in'dieser Rubrik antworten. Verschiedene Neuerungen! . Von. Bad Pistyan wird gemeldet: Am 8. und 6..Juni ds. I. gelangt im Arrangement des Slowakischen Automobil-Klubs ein großangelegtes internationales Auto-Meeting zur Abwicklung in Bad Pistyan. Dieses Meeting besteht aus zwei Teilen: ein« Zielfahrt und eine Concours d'Elegance. Bei der Zielfahrt werden einige wichtige Aenderungen gegen dem Vorjahre vorgcnommen. So wird z. B. die Fahrt Heuer vor allem nur zwölsstündig sein (im Vorjahre 24stündig), mit dem beliebig gewählten Start um 6 Uhr früh und der Zielsperre in Pistyan um 18 Uhr. Jeder Teilnehmer wird seine genaue Route im voraus melden müssen und dann genaue Kontrolle seitens der Veranstalter vorgeschrieben erhalten. Da der Beiverb diesmal wieder um den großen Pokal des Ministerpräsidenten Dr. HodZa geht, rechnet man mit einer sehr starken Beteiligung. Am 6. Juni wird dann der große Concours d'Elegance(Auto-Schönheits-Konkurrenz) vor dem Thermia-Palace-Hotel um 10 Uhr vormittags durchgefvhrt, dessen Erfolg schon jetzt gesichert erscheint.- Das Inland wie auch das Ausland wird diese» Jahr stark vertreten sein, g. g. ein Liederabend gewidmet dem Volksllede in seiner Originalgeftalt, in seinen Nachahmungen»nd in seine« Bearbeitungen