Sozialdemokrat Aentralorgan der Deutschen sozialdemokratische« Arbeiterpartei 1» der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Ausnahme des«s»t»I tKgNch früh s Einzelpreis 70 Heller Redaktion und Verwaltung: Prag XU., Fochooa S2- TelephonSS077- Herausgeber: Siegfried Taub- VerantwortlicherRedakteur:KarIKern,Prag 17. Jahrgang Dienstag, 11. Mai 1937 dem Inhalt: 700 Jutearbeiter Im Proteststreik Freigewerkschaftlicher Erfolg in Zwickau Duxer Staatspolizei macht Ihre eigene Politik Die Belgrader Kundgebung der Kleinen Entente Nr. 110 Kampf um Bilbao Sn dem Ringen um Bilbao konzentrieren sich die Anstrengungen beider Teile auf daS ihren Mund... Eine Sttmd« später schleuderte die Sonne prangendes Gold über die aufgestört« Erde und den Wald. Im Gasthof hinter dem Berg«, gab man den Doktorsleuten trockene Kleider, während ihre eigenen ausgebreitet auf den Stühlen hingen. Eine große Kanne Kaffee stand auf dem eichenen Tisch.„Darf ich dir einschenken?" fragte Veronika und hob die Kanne an, und wieder war es, als ob zwischen ihnen nichts geschehen sei.. Die Apfelbäume blühten, und der Ctzorgesang der Stare und der Amseln stieg schmetternd in den Himmel, als Bernd noch vor dem Sommer kam. Er hatte die Einladung angenommen, widerstrebend, nach umständlichem Hip und Her, aber angenommen. Das Kind sprang, pnter den Blütendächern herum, die die Beste der Bäume bildeten, die Lust zittedte von Duft und^ Süße, Veronikas hellt» Kleid flatterte im Frühsommerwind, und Berpd war da, er ordnete sich"ein'in da» Lüben de» Tags und wär doch ander», al» Veronika ihn tzphl erwartet hatte.^Fortsetzung «t; 110 Dien«»,, 11. Mai 1937* Seite 3 MMetendeutsdiei!£citsirie£ef Ein empörender Ukas der Staatspolizei In Dux Teplih-Schönau. schleppten ihn tiefer in den Wald. Sein Aufenthalt ist bisher unbekannt. Auf eine Anfrage wurde unseren Behörden mitgeteilt, daß Loritz angeblich Schmuggel mit Pferden bc- ckrieben habm soll, aber man konnte ihm nichts nachwöisenl'"" Aktivistische Bezirksstelle In Mährisch-Ostrau Die Vertreter der deutschen aktivistischen Parteien haben beschlossen, in M.-Ostrau eine.gemeinsame Bezirksstelle zu errichten.(Sitz: Mähr.» Ostrau-Pklvoz, Arbeiter heim.) Die Tätigkeit der Bezirksstelle erstreckt sich auf die politischen Bezirke Mähr.-Ostrau, Wagstadt, Mistel, Friedek, Tschechisch-Teschen und Hultschin. Zuschriften sind zu richten an: Bezirkssekretariat der deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei Mähr.» Ostrau-Privoz, Arbeiterheim; Kreissekretariat des Bundes der Landwirte in Partschcndorf Nr. 94 »nd an da» Sekretariat der Arbeits- und Wirtschaftsgemeinschaft in Mähr.-Ostrau I., Johanny- strahe Nr. 25. Oer»Freie Radiobund« hielt Sonntag, den 9. Mai, in Prag unter dem Bovsitz seines Obmannes L. Goldschmidt ein« Bertraucnsmänncrkonferenz ab, die sich mit allen aktuellen, organisatorischen und kulturpolitischen Fragen des Bundes und des Rundfunks beschäftigte. Nach einem Referat de» Geschäftsführers Z. N e u w i r t h und einer mehrstiin- digen Aussprache wurde eine Reihe von Be- schliissen gefaßt, deren wesentlichster die Aufgaben Mißerfolg geführt. Da alle drei Kunstgattungen gepflegt werden, gedeiht keine recht. Der Theaterfteund hoffte vergeblich, wenigstens im Schauspiel seine Erwartungen erfüllt zu finden, Die meist recht schwach« Besetzung des Sprechstückes machte diese Hoffnung zunichte. Keine Direktion gibt mehr al» sie hat und die Troppauer Theaterleitung hatte eben nicht», brachte etwa» Vollkommenes selten zustande, tro- guter Einzelleistungen, die daS Niveau auch nicht heben konnten. Gewiß wurde wie bisher sehr fleißig gearbeitet, über nicht genügende Abwechslung darf kein Theaterbesucher klagen, jeder hatte seine Unterhaltung. Und hin und wieder gelang eine Ausführung für den mehr Anspruchsvollen. Au» der grohtn Zahl der Aufführungen seien herauSgtgriffen„Da» viert« Gebot",„Wie es euch gefällt",„Firma" und die beiden musikalischen Lustspiele„Hosloge" und „Da» kleine Hofkonzert", die mehr befriedigten als die vielen anderen üblichen Unterhaltungsstücke. Die Spielzeit Motz mit„L S 8" von Klaiund. Mit diesem Spiel zu Dreien, glänzend besetzt, verabschiedet« sich Dr. Terramare al» Regisseur. Die Operette ließ noch mehr zu wünschen übrig als das Schauspiel. Eine Revueoperette mit ungenügenden Mitteln an Ansstattung, Chor und Ballett macht immer einen kläglichen Eindruck. Auf sie sollt« eine Provinzbühne überhaupt verzichtens sie kann lltnEeltzt, die der Organisation im Hinblick auf die bevorstehende Verwirklichung ihrer alttN Forderung»ach dem deutschen Gender erwachsen. Der Parteivorstand der DD8P war auf dieser Konferenz durch W. W a n k a vertreten. Neudeker Geldfälscher verurteilt In einem Bata-Schuhgeschäft in D e u t s ch- b r o d wollte am 9. April de» Vorjahre» ei» Mann mit einer Hundert-Kronennote zahlen. Ter Verkäuferin kam die Note verdächtig vor und sie unterrichtete doch die Polizei, die den Mann aus der Straße anhielt, der sich al» Franz P erst i n g e r aus Hascnbach bei Korneuburg legitimierte und vier Hunderter bei sich hatte, die als Fälschungen erkannt wurden. In einem Hotel in Deutschbrod hielt sich der Privatbeamte Franz W i I d n e r aus Haindorf bei Friedland auf, den die Polizei in diesem Zusammenhang ebenfalls sestnahm, wobei n:an bei ihm 243 falsch« Hunderter fand. Man wußte also, daß man es mit Falschgeld- handlcrn zu tun hatte und daß e» nun galt, die Erzeuger de» Gelder sicherzustellen. Die Spur führte nach N e u d e k in das vornehme Hau» bet Architekten Friedrich Nickel, der der Schtvager des Wildner ist. In dem Hause Nicktl» wurden außer der SdP-Legitimation eine komplette Geldfälscherwerk- st ä t t e und 743 falsche.Hunderter aufgefuiwen, worauf Nickel mit seiner Lebensgefährtin Frieda C i n e r t verhaftet und dem Kreisgerichtc Eger eingcliefert wurde. Am vergangenen Freitag wurde vor den Pilsener Geschworene» die auf zwei Tage anüe- raumte Verhandlung durchgeführt. Die Geschworenen bejahten die an sie gestellten Fragen fast durchwegs einstimmig bejahend. Auf Grund dieses Verdikts fällte der Gerichtshof Samrtag Mittags nachstehende» Urteil: Architekt Friedrich Nickel zwölf Jahre, Franz Wildner achtzehn Jahre, Frm:z P erst i n g c r vier Jahre, Frieda E i n e r t zwei Jahre schweren und verschäftten'Rxz zwei Jahr« schweren und verschärften Kerkers. Empörendes Verhalten eines Motorradfahrers Beim Ausweiche» auf der schmalen Straße von Lichomitz nach Praskowitz war am Sonntag ein Teplitzer Personenwagen an den Straßenrand geraten und abgestürzt. Die Insassen, fünf Personen, wurden dem Aussiger Krankenhaus zugeführt. Der Lederhändler Meier erlitt einen Armbruch, die übrigen waren leicht ver- lctzt. Der Unfallplatz war bange das Ziel Neugieriger, weil der Wagen erst abends abgeschleppt wurde. In«ine Grupp« Menschen, die den Wagen umstanden, raste abends gegen acht Uhr ein Motorfahrer. Die meisten Personen konnten sich retten. Eine ältere Frau, die mst ihrem Enkelkind bei dem Auto stand, wurde vom Motorrad erfaßt, das Kind fiel ihr aus dem Arm und wurde am Äuge verletzt. Der Motorfahrer wurde abgesührt. Das Tuberkulose-Hilfswerk. Den Gemeindeämtern werden in den nächsten Tagen die Sammellisten der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Volksgesundheit zugesendet. Die Gemeindevorsteher werden auf diesem Wege gebeten, die Haussammlung der Deutschen Tuber- kulosenfürsorge burchzuführen und zu unterstützen. Das Ergebnis dient der Erhaltung vpn 27 Fürsorgestellen, von drei Erholungsheimen, sowie drei Waldschulen und Ferienkolonie». Da» Tuberkulosehilsswerk hat im vergangenen Jahre 27.399 Kranke und Bedrohte betreut Ulid 574 Kranke in Heilanstalten untergebracht. Staatlicher Lehrgang für Buchwarte. In der Zeit vom 1. bis 22. Juli d. I., findet in Neu- Ti t s che i n ein staatlicher Lehrgang für Buchwarte statt. Für billige Unterkunft und Verpflegung wird gesorgt. Der Unterricht, erfolgt kastenlos. Anmeldungen sind zu richten an da» Institut für deutsche Vollsbildung in ber CsR, Prag II.» Närodni 10(Palais Donau). dadurch nur gewinnen. Mäßig erfreute in der zweit«» Hälfte der Spielzeit Millöckers„Betttlstudent".„Die grüne Wiese" hat es in Troppäu zu 39 Aufführungen gebracht, bei fast immer ausverkauftem Hause. Das schlechteste Geschäft macht« die Direktihn mit der Oper. Gewiß, man gab sich Mühe, auch die Auswahl war nicht schlecht. Aber zu einem gute» Orchester gehören auch gute Sänger und die wird da» Troppauer Stadtthrater bei seinem Budget nicht heranziehen könnt«. Man hörte unter anderen ,Iies- land" und„Der fliegende Holländer", aber der Musilliebhaber hatte nicht viel davon. Die'ckehr wohlwollende Kritik hatte e» machmal schwer. Die Hoffnung auf Aenderung und Besserung ist kaum berechtigt. Solange der Direktion und dem Publikum nicht ehrlich gesagt wird, wie'eine Bühne arbeiten und war sie biete» mutz, welche Einschränkungen im Kunstbetrieb erträglich sind und wo höher« Aufwendungen gemacht werden müssen, werben Enttäuschungen unausbleiblich sein und selbst bei einem Provinztheater berechtigte Forderungen nicht erfüllt werden. Al« reiner llNterhaltungrbetrieb wird keine Bühne mit dem Film in KonkUrteiiz trete» könpen. Und gut geweinte Versuche, künstlerisch zu wirken, Müssen scheitern, wenn mit unzulänglichen Mitteln experimentiert wird. S. Seite 4 Dienstag, 11. Mai 1037 Nr. 110 Funkbild von der,Rettungsaktion In Lakehurst Die Matrosen und die Hasiemannschasten von der Besatzung des amerikanischen Marineflug« hasenS Lakehurst bemühten sich unter Leitung, ihres Kommandanten Rosendahl mit Einsatz ihres Lebens, um die Rettung der Fahrgäste und der Besatzung deS Luftschiffes. Hier wird Kapitän Lehmann(zweiter von rechts in Uniform) verletzt von der Unglücksstätte wegge« führt. Er ist inzwischen seinen Verletzungen erlegen. AAesnrmgkelkw SotttrleO Lcffulre In Spante» Am 5. April wurden vier Deutsche, die sich in einem Automobil von San Sebastian nach Durango begaben; von den republikanischen Truppen gefangengenommen. Sie hatten auf Grund falscher Informationen angenommen, sich noch in dem von den Rebellen besetzten Gebiet zu befinden und waren auf diese Weise in die Hände der rcPublikanischcttTruppen gefallen. Die Insassen waren zwei deutsche Piloten, der Flie- gerleutnant Gottfried Schulze und der Fliegerhauptmann Waller Kühle, ein deutscher Hauptmann Carsten von Harling und ihr Dol. mctscher Paul Freese, Stützpunktleiter der Deutschen Nationalsozialistischen Arbeiter-Partei in Zarauz in Spanien. Der Fliegerleutnant Gottfried Schulze halle ein kleines Heft bei sich, in dem er vom 1. Jänner ab taagebuchartig seine Erlebnisse in Spanien ausgezeichnet hatte. Nach- stehend geben wir einen Auszug aus diesem Tagebuch wieder. So: Sevilla. 1. Januar 1987. 8 Uhr morgens im Hotel Christina. 10 Uhr aufgestanden. 11 Uhr nach Flugplatz von Sevilla. Viel herumgeschickt. Unordnung, da Zivilisten nicht arbeiteten. Die 81(Flugzeuge) klarmachcn lassen. Gepäck aus Christina geholt. Alles in großer Hetze. Danach bei Herrn Deichmann abge- meldci. 5. Januar. Bin doch froh, in EScalona zu sein. Acht Uhr auf. Frontflug der Staffel mit zwei Junkers und drei Romeos. Madrid in Bodennebel. Im übrigen herrlich. In der Sonne gelegen und au-gcruht. Bin von einer gewissen seeli- schenllnruhe und suche nach irgend einer Persönlichkeit. 12. Januar. 8 Uhr aufgestanden. Kein Flugweiter. Um 11 Uhr auf Platz auf Oberst Koestler gewartet. Mittag gegessen mit den Herren. 15. Januar. Gebummelt, nachmittags Oberleutnant Panlhoff fliegt mit der neuen Maschine. Die Schnelligkeit macht irgendwie Eindruck auf mich.' 19. Januar. Kein Flugwetter. Gilsa kommt. Freue mich aufrichtig. Hätten uns einige» zu erzählen. Nachmittag» mit Schlosser Und Klug auf Jagd. Entdecke Schönheiten- diese» L-rn d es. 86. Januar. Lange geschlafen. Holz gehauen. Ein Uhr Mfahrt zur Front. Carabanchel— Bajo. Hier ganz freundliche Aufnahme. Feuer, springen von Haus zu Hau». Dann Sprüng'über freie Stelle zu den Gräben. Beschießung derselben. Geschosse zwitschern vorbei. Wein bei Kapitän und Kommandanten. Tote, tote Schweine, Hunde, Maultiere. 80. Januar. Kleine B e s au fn i r mit Schlosser. Chef geht schlafen. Ich, Offizier vom Dienst, Rutsch, Schlosser kommen sehr kameradschaftlich mit in» Bordell. 1. Februar. Nächsten Tag mit Riitsch und Schlosser nach Talavera, au f Suche. Aber schlicht. D a keine Mädchen, erfolglos zurück. 9. Februar. Maschine H. C. landet, macht Kopfstand, der Oberleutnant von Kessel, der später die A. L. 88 fährt. Guter Offizierstyp. 12. Februar. Flug mit zwei Junkers, drei Romeo», zwei Stunden nach Arganda. Luftkampf, wo zwei Maschinen brennend abstürzen, ich prima verwickelt, Kalm und Hesse retten sich mit Fallschirm an Grenze. Schüsse und Brandwunden, auch Chef Brandwunden. 16. Februar. Flug mit zehn Junkers an Front bei Arganda. Erfolgreicher Bombenabwurf, einige tote Wege. Strümpell must in» Lazarett. 15 Uhr 15 Flug mit sechs Maschinen, elf Junkers, drei Romeo». Bei Arganda, Junker» brennend in Tiefe, Fallschirmabsprünge. 19. Februar. War heut« abend» in Almoron, Sirümpel, Gilsa, Radusch, Trauthoff, Bothmer, Mchrhardt, Drücker, Gühle, Ehle, Rutsch, Schlaffer, Greiser, alle-mit Frauen geschlafen. 24. Därz. Bon Avila mit den anderen nach Victoria. Aufenthalt in Valladolid und Burgo». Phantastische Schönheiten der Landschaft, besonder» um Victoria. Hier Verbindung nehmen mit Militärbehörden. Abend» B u mm el, Bordelle geschlos s-e n. 31. Mörz. Luftangriff morgen» um 9 Uhr 45 an BiScaya-Front. 11 Uhr 55 nochmaliger Angriff. 14 Uhr auf viele Lastkraftwagen und Menschen. Explosionen. B i el e T r e f f e r, 15 Uhr 45 nochmaliger Angriff aus diese Kolonne. Abend» gut gegessen.. 8. April.' Start nach San Sebastian. E n o r- m-e r Eindruck, wunderbar am gebirgSumsäum« ten Meere gelegen. Schöne hohe Häuser,. breite, gepflegte Strotzen, gute Cast», Park-'und Platzanlagen. Wenig Leut«, wie ausgfftorben. Besichtigung des Kasinoberges,. werde für Italiener gehalten, netter Bummel. Dann Zivil angezogen und mit Taxi ins Bordell.' Schnei- d i g e F r a u e n. D r etwa l. Sehr nett an- fchlietzend. Noch weiter anschließend war es dann w enig er n e tt, denn, wie-gesagt, am 5. April würde der Bewunderer, spanischer Landschaften und spanischer Frauen) Gotte», strefter und heldischer Abgesandter des Erhabenen FichrerS Adolf Mer, wurde HerrLeutnant Gollfried Schulze von den„Roten"- gefangen. Die Bordelle werden es bald an dcni schlechten Geschäftsgang spuren, das; ein Held weniger in FrancoS Läger sicht.'Und wenn Hitler nicht rasch Ersatz für'den.'heldischen Schulze liefert, kann cs um. das Christentum und die national/ Kultur in-Spanien geschehen sein! Aber er wird dank Nichtintervention wohl Ersatz schaffen und eine Rasse, die mit dem Flugzeug und dem Taxi vom Kampfplatz'in die Buffs jagt und das Ergebnis einer Nacht' im Tagebuch schlicht- mit „dreimal" registriert; ist'ja wohl nicht umzubringen. Gegen'dieses Wesen bleibt selbst eine rächende Vorsehung, die einmal als Echo auf Guernica.„Lakehurst". zuriickruft, ohnmächtig. Denn dieses Unkraut steigt wahrhaftig Phönix, gleich aus jeder-Kloake, wieder empor, Erde und Himmel durch seine penetrante Erscheinung zu chändenl Fürsorgeminister zum Muttertag. Jp Prag-., ZiZköv ffM>''Sonntag MimtfkstkllötwveW sammlung anläßlich, des. Muttertages statt, welche di« Sicherung der sozial-bedürftigen Fugend und den Mutterschutz zum Gegenstand hatte-und die von einigen tausend.Kindern und Müttern besucht war. Vom Balkon des Zijkover Rathauses sprach auch' Fürsorgeminister Jng. Nekas, der u. a. sagte:„Am-besten--Helsen wir den Müttern, Kindern und der ganzen-Republik, wenn wir dafür sorgen, daß unser Staat gegen jede Gefahr von außen und innen gesichert ist, daß unser Volk nicht gehetzt wird von Not, Hunger und Arbeitslosigkeit. Heuer haben wir um 200.000 Arbeitslose weniger gegenüber^ dem Vorjahr. Die halbe Million, die noch übrig bleibt, erlegt uns die große Pflicht auf, energisch und'hartnäckig-den Menschen Brot und Arbeit zu schaffen, da» Volk vor der Teuerung zu schützen und di« Republik in einen wirklich- sozial gerechten Staat umzuschassen." „Mein Kampf" auf den Index? Das Organ der deuffchen katholischen Minderheit in Polen) „Der Deutsche in Polen", bringt die Nachricht, daß in absehbarer Zeit daS Ansuchen gestellt werden wird; die katholische Kirche möge das Buch de» Reichskanzlers),Mein Kampf" auf den. Index setzen. Das Ansuchen soll.bei der gleichen Instanz eingebracht'iperben,'die im Jahre 1934 das Buch Rosenbergs„Der Mythos des. 20. Jahrhunderts" auf den Index setzen lieh. Mittelholzer- tödlich abgestürzt. Sonntag hat der bekannte.Asrikaslieger,23alter Mittel- hol z e r aus Zürich, der als erster im Flugzeug die Alpen und dieKaralvansen überflogen- hat, in Gesellschaft zweier- Wiener.und zwar deS Hochschülers. UM'S.i'ldund der. Frau seines Architek» ten, Li selott'e Käst-n er, aus-Buchberg bei Bruck an der Mur eine Kletterpartie in dasHoch- schwabgeb'iet unternommen. Da■ die Expedition nicht zuÄckssekehrt/ist, wurde Montag früh eine RettungSexpebitiön'auSgesandt, welche alle' drei mit zerschmetterten. Gliedern-, gls'entstellte Leichen, gefunden hat. Die'Touristen sind einige 190 Meter tief abgestürzt.-Die.Leichen, wurden nach Buchberg gebracht.-^- Wglter-Mittelholzer, Direktor. der'.schivetzeiiischen' Luftverkehrsgesellschaft ,,Swissair",'stM.dini.44..'Lebensjahr: Er.hätje-sich Weltruf erworben. durch-seine. Fluge stber den ganzen, afrUanischen'„Könfinent'; über' Persien und auch über desn'Polargebiet, Ebenso durch seine nach Hunderten'zählenden Älpenflüge' und.durch' seine Nugexpeditton,''’.indqS' Kilimandscharo-Gebiets Ebensd' bekannt: war Mittelholzer auch als F l uZ.-'Pchwst-o'g r'ä.p h, Er ivär der.exste, dey mit den amerikanischen Schnellflugzeugen eine 6’e» deutende Verbesserung undBeschieynigujigM die europäischen...'.Lstftve.rkehrsverdindüngen- brachte. Sehr beliebt Nlär'.'auch-di«.''von' ihm geschaffene NonstpP-Strecke /Zürichs-London, die. längste"in Europa;'-"'-' Der Luftschiff-Dienst mit dem LS 9„Gras Zeppelin" wird laut amtlicher Berliner Meldung zunächst eingestellt, bi»' der Reichsminister für Luftfahrt nach. Borliegen des genauen- Unter« suchungsbestindes der Katastrophe von Lakehurst die weitere Entscheidung getroffen hat.— Die „New Aork Daily News" veröffentlichen, eine Un» terredungmit dem Journalisten Leonhard Adelt, der sich-im. Augenblick, der Luftschiffkatastrophe in.unmittelbarer Nähe de». Kapitän» Lehmann befand- Gleich nach-der ersten Explosion soll Lehmann— nach den Worten Adelt»— gerufen haben:„D a s i st e i n Bit tzl Springet abl" Diese Aussage spricht däftir, daß-nach der Meinung des Kapitäns Lehmann ein Blitz die Katastrophe verschuldet hat.- Zwei Leichenpaare au» der Donau gesffcht. Ende der vergangenen Woche würden aus der Donau-bei Budapest zwei aneinander gebunden« Frauenleichen gezogen. Die Identität konnte noch nicht-festgestellt werden. Montag wurden unter den gleichen-Umständen wiederum zwei gefeffelte .Frauen aus der Donau geborgen.. Die Nachsor» schNrchkn devlMhiftdAi^mch den ÄMKEll^Ur -Frauen und die näheren Umstände blieben bisher erfolglos. Um die deuffche(Are. Da» deutschäm« riIanische K o m i t e c für di« Spanienhilfe, dessen Mitglieder amerikanische Staatsbürger' deuffchen Ursprung»' sind, teilte mit, daß-es das Staatsdepartement um-die Bewilligung für den Aufenthalt von 509 baskischen Kinde r n in Amerika ersuchen werde. Der Vorsitzende- des Komitees erklärte, der Zweck dieser Aüion sei es, zu beweisen, daß die deuffche Nation ihren Humanitäts-Traditionen treu geblieben sei,-die bei der Bombardierung Guernica» durch deuffche Flieger befleckt worden sei, Streik in Baka» französischer Fabrik. Hava» meldet aus Sarebourg, daß in der Baka-Fabrik Im nahen Hellocourt die Arbeiterschaft zum Zeichen des Protestes gegen die Entlassung einer gewissen' Anzahl von Arbeitern,' die im Allgewerk- schastlichen Arbeiterverb'and organisiert sind, in den Streik getreten ist.-Rund'890 Arbeiter haben den-Fabrikhof- besetzt. Die- Fabrik beschäftigt 2999 Arbeiter.--...;,<- f-.■. Schulkinder verunglückt, In Chatiahooche, einem kleinen Ort: in-Florida,.ereignete sich ein Zusammenstoß zwischen'-einem-'.mit Schullindern besetzten.Omnibus.'und einem Lastkraftwagen,- wobei sechs Schulkinder getötet, zweischwer und 28 leicht verletzt lvurden. "Wollhandkrabben-.in. der Waag; Dem P.istyaner. Museum wurde' eine'Wollhandkrabbe eingeliesert, welche von einem Sportfischer ün Wäagflüß gefangen wurde. Es h'aiidelt sich um ein ausgewachsene» Eremplar'in einer Größe von 15-Zentimeter; Das ist' bereits der-zweite Fall, daß' im- Waagfluß, der sonst durch seinen^ Fischreichtum bekannt ist,'diese chinesische Krabbe gefangen.wurde, Die-ersten Berichte-'über ihr Bor» kommen-in-Europa stammen- aus dem Jahve 1022. DmnalS wurde die Krabbe-in-den' west- curopäifchen Flüßläüfen, insbesondere- in der E l b. e. Mtgestellt. Seither- dringt'-der'chinesische Krebs zum Schaden der Flußsischer immer weiter vor und hat. sich vollkommen.-aüf-das-Leben im Süßwasser umgestellt.'.Die'starke Verbreitung'ist auf.'den ausgeprägten;Wäntiertxieb-'der Männlichen' Wollhandkrabben- zurückzuführen.' Sie unternehmen':ähnlich'!-wie' dse- Aal«'flußauftvärt» ag-Sgsde.hnte, Wanderungen/ Bor/- dem-'Aufstieg sächmeitr'sich, die- JNngtstre''während' des Psinter» ini-ttefem.Wasser. und itpmtdd'rn/'dänn,iim.FlÄH» fahre;' in' geschloffenen Scharen stromaufwärts. Stauwehre umg'ehew'sie W:dem-'Lai«lpege/ Am Abstieg in d!e"LäichgebIete m den Küsten betelli- gen sichi dann nur die ausgewachsenen Tiere. Die. 28olth'W.krabbe wird-lvegtn- des Schaden», den sie-der-Fff^ucht-aNrichtet', MerM-eifpiglverfolgff - rieffung der ILIsssenlotterlv (Ohne Gewähr.) - Prag. Bei der Montag- Ziehung der 5. Klaff« der 86. tschechoslowakischen Klassenlotterie wurden nachstehende Gewinste gezogen: «9.000 K<5 das Los Nr. 51.11«, 20.000 KC die Lose Nr. 28.914, 83.296, 16.000 Kfi die Lose 12.454, 41.291,* 52.080, 8.000 K6 die Lose Nr, 4.409, 5.259, 17.095, 48.251, 53.865, 55.507, 58.776, 68.170, 64.629, 78.798, 77.488, 98.045, 96.778, 97.419, 106.031. 2.000 K5 die Lose Nr. 8.836, 9.020, 17.446, 17.784, 18.068, 19.578, 20.767, 80.247, 30.641, 38.046, 83.081, 89.970, 40.914, 41.011, 42.639, «2.874, 47.685, 51.349, 52.180, 58.987, 64.055, 68.577, 71.209, 71.266, 73.488, 75.089, 79.111, 79.856, 80.408, 83.492, 83.963, 86.281, 86.490, 86.600, 87.293, 90.197, 90.326, 90 650, 91.908, 92.815, 98.189, 97.253, 97.480, 98.472, 99.042, 99.780, 108.164, 103.664, 105.606, 107.487, 108.040, 108.068, 110.237, 111.562. Da» Wiener Standgericht begab sich Montag früh nach Wiener Neustadt, wo um 9 Uhr der Prozeß gegen die Mörder der Ingrid Wiengreen, den 21jährigen Schuhmacher-Gehilfen und zuletzt Soldaten des österreichischen BundeSheere», Herbert Schlögl, den Lljährigen erwerbslosen Müllerlehrling Friedrich Fleck und den 10jährigen Wilhelm Stejskal, eröffnet wurde. Die Angeklagten haben beim letzten Verhör die Tat gestanden. Bei der Verhandlung sagte der Hauptangellagte Schlögl au», daß der Mitangellagte Fleck im Jahre 1983 und 198« in Steiermark bei der damaligen nationalsozialistischen Kampagne Handgranaten geworfen habe. Er sollte dafür in Wien Geld bekommen, erhielt jedoch nicht». Schloff mit Familien-Geist. Der Film von Renk Clair„The Ghost goeS West", in dem ein amerikanischer Millionär ein Schloß in Schottland erwirbt, da» von einem Geist bewohnt wird, hat— wenigstens b!» zu einem gewissen Grade— Schule gemacht. Neuerdings bieten drei amerikanische Millionäre die runde Summe von 500.000 Dollar für ein Schloß in Schottland. E» ist nicht nur wunderbar gelegen und mit- geheimen unterirdischen Gängen und allem, wa» dazu gehört, ausgerüstet, sondern auch ein Geist soll dort des Nacht» sein Unwesen treiben. Diese Attrakffon will sich der bisherige Eigentümer, dem der Aufenthalt etwa» ungemütlich geworden zu sein scheint, selbstverständlich entsprechend bezahlen lassen. Man spricht davon, daß er sich mit 500.000 Dollar nicht zufrieden geben wird. Die Amerikaner wollen das Schloß al» ihr Stand- quartier für Angeln und Jagen benutzen. Wenn e» sich jetzt noch herausstellt, daß sie e» einschließlich Geist nach Amerika transportieren lassen wollen, so hat der Filmregisseur Reni Clair diesmal Recht be- halten. Entgleisung. Die Staatsbahndirektion in König- grätz meldet: Der sonntägig« Güterzug mit Personenbeförderung Nr. 5342, der von Trautenau nach WekelSdorf fuhr, ist bei der Einfcchrt in die Staffon Parschnitz bei Trautenau entgleist. Der Zug entgleiste mit der Maschine und dem ersten nicht besetzten Personenwagen um 18 Uhr 45 auf der Weiche Nr. 4. Verletzt wurde niemand. ' Große» Treffen der Angeste Ilten-Jugend in Mihrisch-Ostran. Sn den beiden Pfingsffeiertagen findet in Mähvisch-Ostrau ein festliche» Treffen der Funktionäre der im EinheitSverband der Privat- angestellten vereinigten Angestellten-Jugend statt. Außer den—• Organisationsfragen gewidmeten— Beratungen ist ein reiches Festprogramm vorgesehen.! ES umfaßt neben zahlreichen sportlichen Wettkämpfen^ und Ausflügen eine Festakademie sowie die Besicht tigung einer Reihe von Jndustrieuniernehmungen. An» dem fahrenden Zug gefallen. Der im Speisewagen Prag—Wien beschäftigte, in Prag wohnhafte Küchengehilfe Fr. Zladskh ist Montag mittag» in der Mhe von ZierSdorf in Oesterreich aus dem fahrenden Schnellzug herauSgefallen. Er wurde auf dem Geleise in bewußtlosem. Zustand aufgefunden und in schwerverletztem Zustand in da» Krankenhaus in Eggenburg geschafft. Bisher konnte nicht, festgestellt werden, wie das Unglück erfolgt ist. Gewitterneigung. Die Lustverteilung in Europa ist nunmehr im ganzen sehr gleichmäßig. Der Himmel ist infolgedessen bei un» untertags halbheiter bi» ziemlich bedeckt, stellenweise, und zwar besonders in Gebirgsnahe, kommt«S zur Bildung von Gewittern oder Schauern.— Wahrscheinliches Weiter Dienstag: Wechselnde, in den Tagesstunden zunehmende Bewölkung, vereinzelte Gewitter oder Schauer, mäßig warm, meist ruhig.— Weiteraussichten für Mittwoch: Keine wesentliche Aende- rung, etwa» wärmer. Vom Rundfunk aus den Proframmsat Mittwoch Prag, Sender I, 7.00: Morgenmusik. 10.05: Deuffche Presse. 10.15: Rundfunk für deuffche Schu- len, niedere Stufen. 14.00: Deuffcher Arbeitsmarktbericht. 15.00: Kompositionen von Tschaikowski. 18.10:' Orchesterkonzert au» Kosin: Fukik, Kmoch eie. 18.10: Deuffche Sendung: Dr. Moucha: Neue Bücher. 18.20: Arbeitersendung: Schwarz-Leii- meritz: Kaufkraft und Konjunktur..18.40: Sozias- informationen. 18.45: Deuffche Presse. 19.80: Au» dem Rattonaltheater: Der Kuß von Smetana,'Oper. 22.85: Tanzmusik.— Prag, Sander kl: 14.15: Deuffche. Sendung: Kinderstunde: Lehrer. Scholz ttest Märchen. 14.50: Deutsche Presse,, 18.15: Blechmusik. — Brünn: 17.40^Deutsche Sendung.Mozart auf. der Reise nach Prag, Rundfunkspiel'nach Möriks Novelle.— Kaschaur 18.15: Schallplattenkonzert,. «r. 110 DienStag, 11. Mai 1937 Seite 5 VMsMrtsckaft unch äoMkMM Trautenauer Leinenindustrie Ergebnisse der Verhandlungen Die Lohnverhandlmigen für die Leinen- wcbcreieil im Trautenauer Gebiet, die am letzten DienStag unter dem Vorsitz des Gewerveinfpek» torS bis in die fpüten Nachtstunden dauerten, brachten eine' bedeutend« AimäherUng. Zum Schluß gestanden die Unternehmer zu» daß dir Tarifstundenlöhn« der Tertilarbeiter um 9 Prozent, der Prafessianisten um 10 Prozent und die Akkordsätze mindestens nm 3 Prozent erhöht werden, während die gewerkschaftiichc Verhandlungsdelegation auf ihrem letzten Vorschlag nach Erhöhung aller Tarifstundenlöhne um 10 Prozent und der Akkordsätze um mindestens Ü Prozent beharrte.- Auch einige weitere LrrtragSforderungen wurden seitens der Industrie anerkannt, so daß eS auch hier-«.einer Einigung kam. Dazu gab die Industrie noch bekannt, daß eS sich bei ihr um endgültige Vorschläge handelt. In der Hauptsache bestehen die Schwierigkeiten in dm gerdigen Zugeständnissen bei der Erhöhung der Akkordsätze» die über dem BertragSnibeau liegen. Lohnforderungen Im Rumburger Gebiet Im Verlaufe der verflossenen Woche wurden der Krciskanzlei Rumburg des Deutschen HauptverüandeS der Industrie durch Vertreter der BertragSgetverkschasten im Auftrage ihrer Mitgliedschaft Forderungen nach Wiedergutmachung der seit 1929 wbgebauten Löhne überreicht. Der Vertreter der Industrie, Herr Dr. B a m m e r, sagte zu, daß bis Ende dieser Woche seitens der Industrie eine Antwort erfolgen wird. ES ist zu hoffen, dah die Industrie dieses Kreis« gebieteS auch Verständnis gegenüber der in schwieriger Lage befindlichen Arbeiterschaft zeigen wird. Holzarbeiter Im Streik Karlsbad.(EB.) Auf der Herrschaft deS Grafen Hcrmerstein in Holetitz(Bezirk Luditzl sind vorige Woche die Holzarbeiter in den Streik getreten, weil sie t/otz ihrer Anspruchslosigkeit mit den in schwerer Akkordarbeit erzielten Wochenlöhnen einfach' nicht auskommen konnten. Trotz der inzwischen horrend gestiegenen Holzpreise verdienten diese Holzarbeiter bei zehn- bis zwölfstündiger Akkordarbeit ganze zwölf Kronen im Tag, während die Frauen in Taglohn bei achtstündiger Aicheitszeit sechs Kronen erhielten. In den vergangenen'"Herbst- uNd-Wjnftff Monaten verhieptcn diese Holzarbeiter bei sechsstündiger Akkordarbeit nur vier Kronen im Tag oder 67 Heller in der Stunde, wozu noch zu bemerken? ist, dass diese mühselig verdienten paar Kronen meist erst nach geraumer Zeit auSgezahlt wurden.' So wurde erst anfangs Mai dieses Jahres ein Lohnrückstand für bereits im November deS vergangenen Jahres geschlägerteS Holz ausgezahlt.' Die streikenden Arbeiter waren bisher in keiner Gewerkschaft organisiert. Sie werden jetzt, da. die Not sie zum äussersten Kampfmittel getrieben hat, erkennen, dass auch die grundlegendsten und die bescheidensten Forderungen nur durch Zusammenschluss und gewerkschaftliche Organisation. durchgesetzt werden können. Bisher zwei Milliarden Eisenbahninvestitionen in derSlowakei. Nach einer Uebersicht des Eisenbahnministeriums betrugen die Investitionen der Eisenbahnverwaltung in der Slowakei seit dem Umstürze bisher rund zwei Milliarden KL, davon mehr als eine Milliarde KL für Oberbauarbeiten, neue Stationsgebäude und andere Investitionen bei bereits bestehenden Eisenbahnen und 998 Millionen KL für neue Eisenbahnstrecken. Ausserdem enthält das Budget' für 1987 rund 61 Millionen KL für weitere Eisenbahnbauten in der Slowakei. Dagegen würden für neue Eisenbahnbauten in den Sudetenländern in der gleichen Zeit nur. insgesamt 188 Millionen KL verausgabt.(DND). Ausgabe der Schuldverschreibungen der 4.8- prozentigen StaatSvcrteidigungSanleihe, gezeichnet in der Zehn-Monate-Ratenallion an die Pensionisten, denen die Ruhegenüsse die RechnungSabfti» lung der Finanzlanderdirektion in Präg X, Jn- validovna, anweist!Das Präsidium der FinaNz- landesdirektion in Prag teilt mit, dah den Pensionistenzeichnern, denen die Ruhegenüsse durch die RechnungSabteilung der FiüanzlandeSdirektion in Prag X(Jnvalidovna) angewiesen werden, au» Man erhalt fUr KL •100 Reichsmark..»» .. 78».— Markmünzen... ..< 790.— 100 österreichische Schilling .. 888,60 100 rumänische Lei.. ... 18.80 100 polnisch« Zlot». .. 549.60 100 ungarische Pengö.. ;..' 618.80 100 Schweizer Franken. ;..»87— IW französische Francs, . 129.82 , 1«nglischeS Pfund.. .141.60 1 amerikanischer Dollar .... 28.08 IW italienische Lire. . 145.40 IW holländische Gulden. .. 1576»— 100 jugoslawische Dinare .. 65.30 IW BelgaS..... ,. 485.80 IW dänisch« Kronen.. . 631.— IW schwedische Krone«, .. 730— technischen' Gründen, die Schuldverschreibungen- der 4.8prozrniigen StaatsverteidigungSanleihc, die in! der Zehn-Monate-Ratenaktion gezeichnet- wurde,! anfangs Juni 1987 auSgcfolgt. iverden. Das Präsidium der Finanzlandesdirektion in Prag ersucht deshalb,, von Reklamationen wegen den bisher nicht erhaltenen Titres abzusehen. Rückgang Im Handel mit Jugoslawien. Im- ersten Viertel.1987 ist-im tschcchoslowalisch-jugo- slawischen Handelsverkehr, ein Rückgang der Um-- sätze eingetretcn: Die Ausfuhr nach der Tscheche-! slowakei erreichte nur 101.6(im Vorjahr 129.8)! Millionen Dinar und die jugoslawische Einfuhr-. auS der-Tschechoslowakei 128.-8(192.9) Millionen. Damit stand die Tschechoslowakei in der Einfuhr nach Deutschland und Italien an dritter und in der jugoslawischen Ausfuhr hinter Deutschland, Oesterreich, Frankreich und Italien an fünfter Stelle. Stark ist die AusfuhrJugoslawiens vor. allem nach Frankreich von 23.2 auf 118.2 Mil-' lionen gestiegen. Auch mit Italien verstärkt sich der Warenaustausch. Während im Jänner die Ausfuhr nach Italien nur 82.7 Millionen erreicht«, hob sie sich im März bereits auf 46.9 Millionen. Die jugoslawischen Bezüge italienischer Waren stiegen gleichzeitig von 43.9 auf 81.8 Millionen Dinar. . Einlagen 1936 noch 1.8 Milliarden unter Höchststand 1931. Nach der vorläufigen Uebersicht des Statistischen Staatsamtes betrugen die Gesamteinlagen in allen Gtldanstaltcn im Staäie Ende 1986 88.181.0 Millionen KL gegen 84.281.9 Millionen Ende 1988. Es ergibt sich also ein Zuwachs um 849.1 Millionen KL? während der Zuwachs von 1984 auf 1938 1819.4 Millionen KL betragen hatte. Die vorhergehenden Jahre 1934, 1938 und 1932 hatten einen Einlagenabgang gebracht, der 1936 und 1936 nur teilweise wettgemacht wurde. Der Einlagenstand von 1986 bleibt noch um 1609.9 Millionen KL hinter dem Einlagenstand des Jahres 1031 zurück, in dem mit insgesamt 66.640.9 Millionen KL der Höchststand seit dem Umsturz« erreicht worden war.(DND)... Gesamtstaatlicher Kollektivvertrag in der Bugholzmöbelindustrie. In der Bugholzmöbel- industrie kam eS zur Unterzeichnung eines Kollektivvertrages für das ganze Staatsgebiet, durch den einheitliche Lohnsätze festgesetzt werden, die gegenüber den bisherigen um durchschnittlich zehn Prozent erhöht sind. Der Kollektivverttag gilt bis Ende 1938 und sieht di« Möglichkeit der Auszahlung einer einmaligen Aushilfe im Frühjahr 1988 vor, falls sich die Exportverhältnisse bessern. i r, q.,u ibiiiun Im„Illegalen** Heldenkampf brüderlich vereint Nach der unglücklichen Saar-Episode und nach der Erstickung jeder gewerkschaftlichen Regung in Danzig bildet den einzigen Ueberrest jener starken und mächtigen Bewegung, der auch einmal der frühere Reichskanzler Brüning diente, der ehemaligen' christlichen Gewerkschaftsbewegung im Reich die tapfere deutsche Arbeitergruppe, die sich kürzlich, trotz allen Drucks und Terrors einer von der Ley'schen„Arbeitsfront" unmittelbar abhängigen„Einheit»"-Filiale in Polen, als selbständige deutsche„Christliche Gewerkschaft" wieder zusammenschlotz und seit Beginn dieses Jahres auch wieder ein eigenes Blatt, den.„Christlichen Gewerkschaftler" in Kattowitz herausgibt. In dessen jetzt vorliegender Mai-Nummer finden wir in einem Artikel, überschrieben„Dieillegale Gewerkschaftsbewegung im Drit- ten Reich" folgendes aufrechte und ermutigende Bekenntnis zum HcldcNkämpf des unbekannten GewerkschaftSfoldaten im Dritten Reich, der in sittlicher Pflichterfüllung kein SS-Berliess und keinen Gestapo-Keller, nicht die Torturen von Hitlers Folterkommissaren, nicht- die Lechtung durch jene„Volksgemeinschaft", die Hitler zur blutigen Farce gemacht-hat, fürchtet: „Die Arbeiterschaft wurde in hi« deutsche Arbeitsfront gepresst.und damit vollkommen den Nazi und dem herrschenden Unicrnehmertum ausgeliefert. Trotzdem ist der gewerkschaftliche Beist nicht rot. Im Gegenteil, an allen Ecken und in den meisten Bettieben regt sich.da»'gewerkschaftliche Leben. Die früher gewerkschaftlich -organisierte Arb eiter schäft hat sich in der gemeinsamen Not zusammen- gefunden. Die alten Trennungsstriche sind durch dar Vorgehen der Nazi ausgelöscht. Gc- meinsam Wirddie gewerkschaftliche Tradition gepflegt und die früheren Vertrauensmänner bilden, chbgesehin von. wenigen Ausnahmen, wieder, den Mittelpunkt im Betriebe. Von der stillen geht man zur offenen Opposition gegen missliebige Massnahmen der DAI und der ,Unternehmer über. Lohnbewegungen sind keine Seltenheit. Dieser Komps hat bisher große und schwer« ' Opfer von deräuftechten deutschen Arbeiterschaft gefordert. Aber, weder Konzentrationslager, Zuchthaus, Gefängnis, Entlassungen, Entzug leg-, licher lluterftützung hat den Mut der gewerkschaftlich«»-Kämpfer gebrochen. Im Gegenteil, für «inen G«fall«nen ttz'rinaen zwei neue Kämpfer in di« B'«sch«." Arbeitszeit- und Lohnproblem vor . dem internationalen Arbeitsamt Der BerwaltüngsäüSschütz des Internationalen Arbeitsamtes in Genf beendete am Samstag, den. 8. Mai, seine ordentliche Tagung. Zu dem Vorschlag der Arbeiter,- für den Herbst eine Gewerkschaftskonferenz über die eventuelle Kürzung-der Arbeitszeit in den Kohlengruben einzuberufen, erstattete Direktor Butler über die Verhandlungen mit deN Regierungen über diesen Gegenstand Bericht, Von'zehn interessierten Ländern haben sechs geantwortet, Hofland hat die Teilnahme an den Verhandlungen abgelehnt, wogegen die Tschechoslowakei, Frankreich, die Vereinigten Staaten und Russland die Teilnahme zusagten; Polen stellt den Vorbehalt, dass sich alle interessierenden Regierungen an den Verhandlungen beteiligen. In der Debatte forderte der englische Dele- giertc Norman, dass die Verhandlungen auch auf di« übrigen Arbeitsfragen und besonders auf die Löhne erweitert werden. Der japanische Delegierte erklärte, seine Regierung erachte die Arbeitszeitkürzung in den Kohlengruben als ein europäische? Problem, an dem sie selbst kein Interesse habe. Diesem Standpunkt schloss sich auch der indische Vertreter an. Im Hinblick auf die geringe Wahrscheinlichkeit, dass unter diesen Verhältnissen die Konferenz im Herbst zu'einem Erfolg gelangen würde, schlug der Direktor des Arbeitsamtes vor, sie bis zum Frühjahr des Jahres 1938 zu vertagen und den Gegenstand der Verhandlungen nach dein Muster der Washingtoner Tcxtilkonferenz auch auf das Studium der wirtschaftlichen Voraussetzungen und Folgen der vorgeschlagenen Reformen zu «riveitern. Der tschechoslowakische Delegiert« Doktor Vanik forderte, dass die endgültige Entscheidung über diesen Vorschlag bis zur nächsten Sitzung im Juni 1937 vertagt werde, um den Mitgliedern des Ausschusses zu ermöglichen, vorher die Interessenten zu informieren. Der Verwal- tungSauSschuh entschied jedoch mit elf gegen sechs Stimmen, mit endgültiger Geltung die Konferenz im Frühjahr des nächsten Jahres einzuberufen. Es ist interessant daran zu erinnern, dass für die Veranstaltung der Konferenz auch die französischen Arbeitgeber stimmten. »Der VerwaltungSausschuh befasste sich weiter mit der Frage der Zulassung der sogenannten „Arbeitgeber"-Delegierten der sowjettusstschen Republik an den Konferenzarbciten und nahm den Standpunkt der Arbeitgebcrgruppe zur Kenntnis, die die Angelegenheit dem Haager Gerichtshof zu unterbreiten beabsichtigt, wenn sich in Zukunft der inkriminierte Fall ereignen sollte. Der angesichts der' Haltung Ltt?Bischöfe und des Vatikans zum Dritten Reich mindestens recht aufschlussreiche Artikel schliesst mit der ausdrücklichen Aufforderung, dah sich endlich die„internationalen gewerkschaftlichen Bundesleitungen" zusammensinden sollten in gemeinsamer Aktion zur Hilfeleistung für den Heldenkampf der deutschen„Illegalen" gegen' den Bernichtungswillen der„nationalsozialistischen Arbeiter- und Getoerk- schastSfeinde"... Wir nehmen an, dah Herr Professor Hil- g en re in er diese bedeutsame katholische Stimme— zwar nicht zu seiner Vorstellungen über, sondern zur Wirklichkeit vom Dritten Reich — sofort in seine bekannte Korrespondenz übernehmen wird und dass ihn alle sudetendeutschen „christlichen" Blätter von Jägerndorf bis Neuern in guter Aufmachung übernehmen werden. Frechheit eine» Francifaschisten in Budapest. Der vormalige spanische Gesandte in Budapest, Graf Carlos Arcos, sprach bei einer Feier in Budapest und sagte u. a. folgendes:„Mit Bedauern konstatiere ich«S, dah die edle und ritterliche ungarische Nation eine Regierung anerkennt, dertii Mitglieder Verbrecher sind." Genosse Emanuel Buchinger Interpellierte im ungarischen Parlament in dieser Angelegenheit und wies mit aller Schärf« di« Frechheiten des Herrn Grafen zurück. Er forderte die Regierung auf, die fteche Einmischung- eine» Privatmannes in die ungarischen Angelegenheiten energisch zurückzuweisen. Ausserdem erklärte der mutige Genosse, dass es eine g em ei n e L ü g e ist, dass die Regiemng Caballero eine bolschewistische Regierung wäre. Caballero ist Sozialdemokrat. Die Beleidigung Caballeros ist. gleichzeitig«ine B«leidig u n g eitler ungarischen parlamentarischen Partei und die Sozialdemokraten seien nicht geneigt jzu dulden, dass ein Ausländer sie beleidige. Trotz- stünnischer Zwischenrufe der ungarisch«! Hakenfteuzler erklärte M i n i st c r Präsident Daränyi, dah er die Ausführungen „de» betreffenden Herrn" nur in einer Zeitung ge- l«s«N habe. Er könne momentan nicht konstatieren, in welcher Form die Sätze gesprochen wurden, er werde