Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen ArLeiteroartei tu der Tschechoslowakischen Republik 17. Jahrgang Nr. 114 Samstag, 15. Mai 1937 Diplomatische Hochkonjunktur In London Britische Reichskonferenz eröffnet Baldwin preist die Demokratie j;•U.',’”•i****-’***v uivHiviuiiBvinciijuDC.«vir uciuuucu Th 1 MronunflSbeleflation an dem^»dem Einvernehmen und der demokratischen Torpedo oder Mine? Dem steht allerdings die Tatsache entgegen, daß Aus dem Inhalt: SdP-Aktion zur Eroberung des. Kulturverbandes London. Die»ririsch« ReichSkonferenz be» g««n Freitag vormittags im St. James-Palast. Parteitag der tschechischen Sozialdemokratie Lohnerhöhungen In der Jute-Industrie Neuer Geist im Prager Rathaus Methode der Regierung deshalb, weil wir der Aii- stcht sind, daß eS die besten Mittel sind, Welche di« Aienfchheit erfunden hat, um die Dinge zu erhalten, denen wir den höchsten Wert zusprechen— die persönliche Freiheit und die Gedankenfreiheit, dir .Rede- undGewissenSfreiheit. Deshalb aber unterschätze» wir nicht den Wert der Idee, der andere Regierungsformen die grösste Bedeutung beilegen— der Idee des Dienstes am Staate. Baldwin sprach sein Bedauern aus, daß die Pernichtenden R ii st ungcn fortgesetzt werden müssen. Es wird unsere Aufgabe sein, setzte der Premierminister fort, zu erwägen, ob wir, indem wir unsere individuelle» Rechte der Entscheidung und. des. Handelns wahren, unsere verschiedenen politischen Interessen so regeln" könnten, daß wir uns gegenseitig helfen und dazu bei» tragen, daß die Sache des Friedens gestärkt werde., Baldwin erklärte in seiner Eröffnungsansprache u. a:' Wir glauben an die demokratischen Institutionen als Regierungsmethode. Wir vertrauen alle'jüdischen VerkausSstände demoliert und ausgeplündert, tvobei die Waren, insbesondere Fleisch upb Brot, umsonst an die arme Ortsbevölkerung verteilt wurde. Die jüdischen Straßenpaffanten wurden überfallen und verlebt. Noch in den späten Abendstunden dauerten die antisemitischen Demonstrationen, und die Demolierung der jüdischen'Geschäfte und Wohnungen an. In einer hauptsächlich von Juden bewohnten Straße wurde ein Brand gelegt, der sich rasch ausbreitete. Die blutigen antijüdischen Ausschreitungen in Brest konnten erst spät nach Mitternacht einge- dämmt werden, als starke Polizeiabteilungen eingetroffen waren. Noch im Lause der Nacht und in den ersten Stunden de» Freitag hat die jüdische Bevölkerung, der sich eine große Panik bemächtigte, dieStadtv er lassen. London. Eine amtlich«. Mitteilung der Admiralität über die Explosion auf dem Zerstö- reit„HuUtei' 1 bestätigt, daß acht Mitglieder der Mannschaft getötet und 24 veelrtzt wurden. Die Ursache der Erplosion ist immer noch ungeklärt. Spanische und britische Offiziere werden durch Taucher den beschädigten Bug. des Schiffes untersuchen lassen. Der Zerstörer befindet.sich zur Zeit in Almeria im Dock. Di« Toten und Verletzten werde» störer»Lazaga" in Sichtweite wär. Die.-»La» zaget" nahm den englischen Zerstörer ins Schlepp- tau und. so konnte dir-„Hunter"- Almeria erreichest.! Den' Tauchern- gelang, es noch, au» dem in de» Gewäsiern von Almeria bisher niemals irgendwelche Minen gesichtet worden sind. Der beschädigte britische Zerstörer„Hnn- t e r" ist von anderen britischen Zerstörern nach Gibraltar abgeschleppt worden. E» bestätigt sich, daß es nur. der raschen H i l f e zu verdanken ist, daß der Zerstörer„Hunter" nicht vollständig vernichtet wurde. DaS Schiff begänn rasch zu sinken und wurde von * Zweite Etappe: Paris Baris. Der jugoslawische Prinzregent Paul wird im Laust der nächste» Woche auf der Rückreise von den Londoner Krönungsfeierlichkelten in Paris Aufenthalt nehmen, wo er vom Präsidenten der französischen Republik.Lebrun empfangen und' mit dem Ministerpräsidenten Löon Blum sowie mit dem Außenminister Delbo»-Unterredungen haben wird. In-Paris werden u. a. auch der polnische Aüßenminister Beck, der österreichische Staatssekretär für AeußcreS Dr. Schmidt und zahlreiche ander« ausländische Minister und Staatsmänner Aufenthalt nehmen. B u d a p« st. Ministerpräsident Daranhi sprach, im Abgeordnetenhaus lei Behandlung des Budget», des MiuisterratSpräsidiumS über die Minderheitenfrage. Er erklärte, die Regierung wolle dafür Sorge .trägen,.dass die rechtliche und persönlich»' Frgigrik der den Minderheiten«»gehörenden ungarischen Staatsbürger auf allen Gebieten, in vollem Mäste zur Geltung komme und dast di, kulturellen Ansprüche der Minderheiten in Ungarn voll befriedigt werde». Di« Regierung wolle weiter fvrgfältig. darüber wachen, daß die'in Ungarn lebenden' Minderheiten von keiner Beschäftigung ausgeschlossen werde» und sich lischt als Staatsbürger zweiten oder dritten Ranges fühlen. - Die Ungarische Regierung werde-n jemand daran hindern, sich frei zu der oder jener Minderheit zu bekennen. Sie verurteil« auf das«nt» - schiede,iste jede Aktion, di«— fei es für oder gegen dieMagharisierungvonRamen — Methoden und Mittel anwende, di« mit den Rechtsprinzipien der persönlichen Freiheit und der Daranyl verspricht gute Behandlung der Minderheiten bostn^.Nitti ist ihnen guch^der' Rückflug pro- grammg'emäß gelungen.. staatsbürgerliche» Gleichberechtigung• unvereinbar sind. RUstunssfrelhelt ;..Im richtigen Zeitpunkt Än der Debatte über- da»--Budget des Hon- vediNiitssteriuniS führte.-Höstbedminister Roeder unter anderem aus:- Ungarn braucht vor allem die Gleichberechtigung auf dem Gebiete der Aufrüstung. Dies fordert einmütig die ganze ungarische öffentliche Meinung. In der gegenwärtigen europäischen Lage kann dit militärische Gleichberechtigung weder rechtlich noch praktisch abgestrit- ten werden, und wenn wir sie heute nicht verwirklicht haben, so kann dies nicht bedeuten, daß wir auf die' Lösung der Frage verzichtet oder sic von der Tagesordnung genommen hätten. Die Regierung wird die zur vollen Erlangung der Gleichberechtigung nötigen Schritte in einem von ihr für richtig befundenen Zeitpunkt unternehmen. muen Rekord in der Urberquerung deS Atlantik d.ur» das Hospitalschifs„Main," nach Gibral- » der RiMmmvonOstmnach Westen aufgestellt/! tar übergesührt werden. Bier Leiche» befinden sich tau-'ntzchan«pr-deS Sthiffe»Mdk-nnt«tnoch.nicht -stndm Zuschanertl erwartet und-stürmisch akllä, geborgen.-werden. LL? bekanntlich erst vor wenig!«'.Dem Sonderhrrichjerftatter.der Agentur ÄÄ« ag»r d»^O»ean nach England. geflogen,. Savas, wurde von astttllchenspanischen Md eng'. ^F^^^^e^ch^W^MchMS,' zu sisshen, Stellry erklärt,, dass alten«»»eichen nach Ein Nord und ein Pogrom ’ Warschau. Die Ortschaft Brest am Bug war Freitag Schauplatz von blutigen Borfällen. Als ein Polizist in einem jüdischen Fleischerladen eine Revision vornahm wuroe er von- dem im Laden angestellten 17jährigen Juden Wolf Szczerbow» ski mit einem Fleischermesser schwer verletzt.-Der Schwerverletzte gab einige Schüsse gegen den An- greifcr ab und verletzte dabei den Vater Szczer» bowskis. Nach der lleberführung ins Krankenhaus erlag der Polizist-seinen Verletzungen..Df« Nachricht von diesem. Vorfall verbreitete sich rasch in der Stadt und rief unter der Bevölkerung große Empörung hervor. Sofort sammelte sich in den Straßen eine große Menschenmenge, welche mit der Demolierung der jüdischen Geschäfte und Wohnungen begann. Auf dem Ringplab wurden Zweimal Uber den Ozean New Bork. Die amerikanischen Flieger ' Merrill Md Lambie sind auf dem Rew Barker Flugplatz Freitag um 16 Uhr öü. also 24 Stunden«nd,22 Minuten nach dem Start auS England gelandet. Die Flieger haben damit einen Vom baskischen Kriegsschauplatz . Bilbao. Dir Operationen an der baskischen FroNt beschränkten sich am Freitag fast ausschließlich äuf ein Heftiges Luftb»»n bar dement der Regierungöpositionen durch die Flieger der Aufständischen. Lin wenigen Augenblicken Hatten 60 Flugzeuge deidAufständischen einen Angriff durchgeführt. 2m Abschnitt deS Sollube- MassivS und im Umkreis deS Mont 2ata an der Küste üben, die Aufstäichischen«inen ständige» Druck auf die BaSkenfront aus.. . Saragossa bombardiert Barcelona. Dem offizielle^ Kommu- niguee über- die Operationen an der Aragon». Front'zufolge belegte die republikanischeLnft- lvafte Freitag nachmittags und abends die Stützt Saragossa mit Bomben..... ucyu.11,-11 l U I fl II I l II I L II UIIU lUUlVt VVII der Besatzung verlassend Die Besatzung, die auf\ eine moralische Rückenstärkung, eS läßt in ihnen Booten das Ufer zu erreichen versuchte, kehrte; einen Geist der Revolte anskommen, der nnier jchtzch auf das Schiff zurück, als der mit-gxöß-,der Hoffnungslosigkeit, in welcher die letzten ter.Geschwindigkeit Hera»nahende, spanische Zer- Jahre verstrichen, nicht gedeihen konnte.. Sorislismus iiberwindetGrenzen (B. B., Paris.) Dio französische Sozialentwicklung offenbart sich immer mehr in ihrer enro- päische» Bedeutung, sie ist zur Triebfeder für gewerkschaftliche Aktionen, für die Forderungen der Werktätigen überall dort geworden, wo eS Versäumtes einzuholen gilt. Die internationale Solidarität, die Verbundenheit zlvischen den Arbeitern verschiedener Länder ist größer als sie angesichts organisatorischer Mängel erkennbar sein dürste. Es ist leine Theorie, sondern die Erfahrung unserer Tage beweist eS, daß die Arbeiterschaft eines Staates von der des anderen lernt, daß man sich gegenseitig Kampfmethodcn vordemonstriert. Die Streikbewegungen, deren Schauplatz England gegenlvärtig ist, gehen gclviß auf Ursachen zurück, die in der sozialen Lage des I»- selreiches selbst begründet liegen, aber die besondere Energie, welche die Trade-Union neuerdings entfalten, gehörte nicht zu den unbedingten Kennzeichen ihres taktischen Verhaltens und ist unverkennbar auf das französische Vorbild zuriickzusüh- reu. Wiewohl das beiden Ländern gemeinsame demokratische System eine derartige Beeinflussung begünstigt, so sind doch auf der andere» Seite die Mauern, mit denen sich die Dillaturmächtc umgeben, nicht stark genug, um zu verhindern, daß die Lichtstrahlen einer freiheitlichen Welt hindurchdringen könnten. Darum veranlaßt auch in Deutschland die durch die Volksfront-Regierung beschleunigte sozialpolitische Evolution die Massen zum Nachdenken, sie gibt den Arbeitern Anregung zur Aufstellung von Forderungen, ja zur Aktion. Unter der Hitlerdiktatur haben die Deutschen es gelernt, zwischen den Lügen der gleichgcschalteten Presse zu lesen. Trotz aller tendenziöser und entstellter Berichte erkennen sie, daß Frankreich nach vorwärts märschiert. Der ausländische iliundsunk ergänzt diese Informationen soweit, daß bei vielen ein Halbwegs vollständiges Bild der sozialen Leistungen der Blumregierung entstehen kann. Nach den Mitteilungen, die brieflich oder durch Reisende zu uns dringen, werden in den Betrieben die französischen Ereignisse eifrig diskutiert und Vergleiche mit den Abbaumaßnahmen der nationalsozialistischen Regierung angeftellt. Darüber hinaus sind Streikbewegungen in den letzten Monaten bedeutend häufiger sestzustellen als sie cs in den ersten Jahren nach der Machtergreisuug der NSDAP gewesen sind. Es kam niitnnter zu jenen„Streiks an Ort und Stelle", zu jenen „Betriebsbcwohnungen", die in Amerika zuerst praktiziert wurden, aber in der letzten Zeit vor allem eine Methode'.-anzösischer Gewerkschasts- taliik sind und häufig als„BetriebSbesetzungen" bezeichnet werden. Getviß werde» größere Betriebe nur in seltenen Fällen voni Strudel sozialer Propaganda erfaßt, es handelt sich meist um inittlere Unternehmen, die zmn Schauplätze eines Arbeitskampfes werden, aber immerhin sind die illegalen Streiks in Deutschland tvichtig genug, daß die Organe der Arbeitsfront, besonders„Der Ruhr- arbeftcr", offen vor ihnen tvarnen' müssen. Im Rheinland und im Snargebict macht sich der Einfluß der französischen Ereignisse besonders stark geltend. Die Saar steht unter dem direkten Eindrücke des sozialen Geschehens im Nachbarlande. 6800 Grenzgänger, die in Lothringen arbeiten, stehen im Genüsse aller Errungenschaften, welche die Volksfrontregierung brachte. Die Arbeitswoche zu. 40 Stunden, die Lohnerhöhungen kommen ihnen zugute. 0500 Mann kehren jeden Abend als Propagandisten des Regimes Blum in ihren saarländischen Heimatort zurück. Sie wer- den von neugierigen Fragern bestürmt, denen sie von ihrer und ihrer französischen Kollegen Zufriedenheit Zeugnis ablegen. Das Saargebiet hat 15 Jahre zusammen mit Frankreich gelebt und, tvcnn auch die Mehrheit seiner Bewohner voll vop trügerischen Hoffnungen für den Anschluß an dos Dritte Reich stimmte, so ist doch'das Interesse für die einstige Schutzmacht nicht geschwunden und man hat heute Gelegenheit, Vergleiche zwischen hüben und drüben anzustclle». Was die Saararbeiter. jenseits der Grenz« sehen, gibt ihnen Erscheint mit«n-nnhme de« Montag thgNch frNH/ Etnzelpret« 70 Heller Redaktion und Verwaltung. Prag XII., Fochova 62— Telephon 53077— Herausgeber: Siegfried Taub— Verantwortlicher Redakteur: Karl Kern, Prag Während die Arbeiterschaft sich über den siegreichen. Vormarsch der französischen Gewerkschaften begeistert, wollen die leitenden Persön« lichtesten des nationalsozialistischen Staates zu Myschinenraum-bier Matrosenleichen M bergen, einem.Gegenstoß.auSholcu..Frankreich beherrscht litt hinsichtlich der Donauraumpolitik entfaltet«, 1^n englischen Ministern imd dem Pre- -- mierminister waren die Premierminister von Ka nada, Anstrallen, Neuseeland, Südafrika, Südrhodesien und Birma sowie Vertreter Indiens er- London. Ueber die gegenwärtigen'poli tischen Besprechungen in London meldet der s,S t a r", dast Dr. Hodza«Ine große Aktivi- r-■ ihri•>i>'•’•**^*****'*r*^***i6 ciii|huciC| desgleichen der österreichische Staatssekretär Dr. Schmidt. an.«,.'****** vmiiw iviuic vctucicc rtiiumiv w» -äJcttc« weist der„Star" zu melden, daß schienen. p»'a««k qu' 5.'® c f’” ca^ c'»ii Del-! Baldwin wurde zum Vorsitzenden-er » os und Litwinow über die spanische Frage! Konferenz gewählt, dir sich vor allem mit Fra,«, hatte. Ferner hätten Verhandlungen zwischen'* ,er Außenpolitik und der Reichsverteidigung zu -em englischen Außenminister und dem türkikck>e„ 1^/"iscn haben wird. Die Dauer der Konfereiy Ministerpräsident«», i wird auf drei-iS sechs Wochen geschätzt. Ans dem den«»»»-,,\, C, n' Bnn d*"en in Programm stehen folgende Fragen: Auswärtige »en nächsten Woche» eine bedeutsame Entwicklung Angelegenheiten, Handel, Seeschiffahrt, Flugver- tn den englisch-türkische» BerteidigungSinteressen kehr-und AuswnndernngSwesen. im östlichen Mittelmeer zu erwarten seien. * London. Ministerpräsident Dr. Hodsta nahm Donnerstag mit den Mitgliedern der tsche- Staatsbankett im Buckinghampalast teil und wurde dem Königspaar und der Königin Mary borgestellt. Dr. Hodja hat ferner der Einladung Ribbentrops zu der Rezeption auf der deutschen Botschaft Folge geleistet. - Freitag, war Ministerpräsident Dr. HodZa Gast eines Lunch auf der französischemBotschaft, mi dem u. a. auch Außenminister Delbo s, der Generalsekretär deS Außenministeriums L e g e r sowie Persönlichkeiten der englischen Diplomatie und Politik'anwesend lvaren. -,. Ferner ist die tschechoslowakische Delegation -».dem großem-Diner geladen, das Eden- im Foreign Office für die königliche Familie und die auswärtigen Delegationen gibt. An das Diner schließt, sich der erste große Hosball im Bücking« ham-PalaiS an. Seite 2 SninStng, 1 ö. Mai 1037 Nr..114 Hitler nicht Im Sonderzug Göring verpfändet sein Ehrenwort 3itit?l)rnrf.(jpelfafl vormittags ist der reichs- dcnlsche Soyderzug,'über' dessen bevörstehciide Fahrt naclj Italien in den letzten Tag«»' in der Presse mehrfach berichtet würde,, zu einem furzen Ansenthält in Innsbruck ringetrosfen. Er bestand aus der Lokomotive und vier Salonwagen. Alle Vorhänge waren dicht geschlossen. Am Bahnhof hatte» sich etwa 150 Personen versammelt, durchwegs Angehörige der reichsdeutschen Kolonie in Innsbruck, die nnr gegen Vorzeigen derLcgitl-- ination Einlast gesunden hatten. Ein starkes Sichcrhcitsanfgebot sorgte für die Aufrechterhaltung der Ruhe. Als niemand dem Sonderzng entflieg und auch die Fenster dicht verhängt blieben, begannen die itteichSdcntschen zu rufen:'„W i r wollen unseren Führer sehe n". Als dieser Ruf mehrmals wiederholt wurde, öffnete sich im ersten Waggon ein Fenster und Ministerpräsident Göring im Zivilanzug erschien im Fensterrahmen. Er leistete den Hitler-Grud, ohne zu spreche», worauf der Spreckchor wieder«in- setzte. Darauf erklärte Göring, der Reichskanzler sei nicht im Sonderzug. Als diese Trllärung Zweifel zu erwecken schien, sagte Göring zu den Versammelten:»Ick gebe Ahnen mein Ehren- w o r t, der Reichskanzler ist nicht im Fuge". Darauf fcktvst er daS Fenster und in der nächsten Sekunde seine sich bereits der Sonderzug zur Wcitersahrt nach Benedig in Bewegung. so sehr ihr« Gedanken, dag sie nicht daS Wort ergreifen können, ohne zu versuchen, daS Experiment Blum vor den Massen des deutschen Volkes hcrab- znseoen. Namentlich di« letzten rednerischen Ergüsse des„Stellvertreters des Führers" Heh und de« Dr. Goebbels waren hierfür kennzeichneno. Selbst der Maiaufruf der Arbeitsfront stand im Zeichen dieser Defensive. Während im Jahr« 1035 eine Untersuchung des Lohnproblem« zum ersten Mai angekündigt wurde, im Jahr« 1086 die Losung„Freut Euch des Leben«" ausgegeben worden ivar, bestand Heuer der Maiaufruf aus einer einzigen großen Polemik gegen die freien Ge- ivcrkschaften des Auslandes und namentlich gegen die französische Sozialpolitik, wobei zahlreiche Zitaie und Statistiken angeführt wurden. Deutschland war unter der Weimarer Republik in sozialpolitischer Hinsicht den meisten europäischen Ländern voraus. Vier Jahre Nationalsozialismus und.der Aufstieg Frankreichs unter Lson Blum habe» das Reich so zürückgeworsen, daß seine Arbeiter heute anderswo in die Lehre gehen wollen. Sicher wird auch die Arbeitsfront gezwungen sein, in Raihahmung gewisser franzö« sischer Reformen'Teilkonzessionen zu machen. Schon wird angelündigt, daß der SltmStagladen- schlutz um 16 Uhr von der DÄF propagiert wird,' aber auch die» wäre nur ei» verkümmerter Abklatsch der französischen„Woche der zwei Sonntage". Der große Märtyrer des französischen Sozialismus, Jean Iauräs, sagte einmal, alle Franzosen tvürden Frankreich eine hervorragende Rolle in der Welt wünschen, aber diese könnte nicht durch kriegerische Abenteuer erlangt werden, sondern nur dadurch, daß es den anderen Völkern das Beispiel und das Signal zum Fortschritt gibt. Die Regierung Lton Blum ist die erste, welche diesen Grundsatz voll beherzigt. Die Welt steht unter dem Eindruck« ihres Experimente», das neues Vertrauen zum Sozialismus und zu Frankreich zugleich einflößt. Ile Installation des Primators Zenkl National„Im Geiste Masaryks"/ Freundliche Werte für die Minderheiten. Prag. Der ncngewählic'. Primator dcc Hauptstadt Prag Dr. Peter Zenkl' wurdet am Freitag vormittag in feierlicher Weise in sein Amt eingzsührt. Primator Dr. Zenkl traf in einer von zwei. Paar Schimmeln gezogenen Kutsche, die von einer! berittenen Abteilung der Rationalgarde begleitet' Ivar, im Altstädter Rathaus ein. Auf dem ganzen Weg« wurde der Primator von der Bevölkerung begrüßt.'■ Die Sitzung der Zentralvertretung.eröffnet« der erste Stellvcrlreler des Primators Abgeordneter Dr. Alois S t ü l a mit der Erklärung, daß der Präsident der Republik di« Wahl Dr/ Peter Zcnkls zum Primator der' Hauptstadt Prag, bestätigt und den Landespräsidcnten Dr. Sobotla ersucht habe, vom neuen Primator da» gesetzlich vorgeschricbene Gelöbnis entgegenzunehmen. Der! Landespräsrdcnt erklärte, daß er mit großer Freude seiner amtlichen Pflicht Nachkomme und gab dem Wunsch« Ausdruck, daß das Wirken Dr.' Zenkl» im Altstädter Rathaus von dem besten Erfolg begleitet sein nröge. Primator Dr. Zenkl gelobt« dann aus Ehre und Gewissen, daß er der Tschechoslowakischen Republik treu und ihrer Regierung gehorsam sein werde, daß er die Gesetze und Verordnungen beachten und die Gemeindeverwaltung aus das beste leiten werde. Die Versammlung, die sich bei der Ablegung des Gelöbnisses von ihren Sitzen erhoben hatte, grüßte den Primator Dr. Zenll mit lautem Beifall. Da» älteste Mitglied der Zen- tralvertrctung, Psarrer Johann MaLa, schmückte dann den Primator mit der goldenen P r i» matorkette, die, wie er sagte, ein Symbol der Eintracht und Liebe ist, welche im Rathaus herrschen soll. Primator Dr. Zenll hielt dann eine Ansprache, in der er die Richtlinien und Grundsätze ansührte, von denen er sich in seiner neuen Funktion leiten lassen will. Er sagte, daß er bei der Erledigung der Gcmeindeangclcgcnheiten den Weg der demokratischen Freiheit und Gleichheit gehen werde, wie er durch die Arbeit des Präsident- Befreier» T. G. Masarhk und de» Präsidenten der Republik Dr. Eduard Benes vorgezeichnet wurde, s Der tfchechifchenatt»n«keCharakter Prag« mäste gewahrt werden und mäste sich vor allem in befsen G e i st«ad T»n ii n d nicht nur in än st e re n Fo r men bekunden. Unser Nationalismus, sagt«, er, mutz der Nationalismus. Masaryts- scin, das bedeutet, daß nnfere Liebe, zur Ration tätig'und schöpferisch sein muß. Wir müssen unsere Natien positiv lieben, wir dürfe« aber deshalb nicht ander« Nationen Haffen. In di«semGeiste will unsere Politik auch das Verhältnis zu den nationalen Mi n- derhriten regeln,■ allerdings unter der ■ BorauSsehung ihrer aufrichtigen Loyalität. Die - Minderheiten müffen sich zu Hanse fühlen können. Der Festakt wurde mit der Staatshymne beendet. Nach der feierlichen Installierung auf dem .Altstädter Rathaus begab sich der neue Prager Primator Dr. Peter Zenll a u f d i e B u r g, wo ily», der Präsident der Republik Dr. Eduard Be- neS in Audienz empfing, die längere Zeit dauerte. In einer zweiten Sitzung wurden die drei Stellvertreter des Primators gewählt. Die Wahl des ersten und zweiten Stellvertreters ging glatt vor sich, es wurden wieder der Ralioualdemokrat Dr. S t ü l a und der Sozialdemokrat Kellner gewählt. Bei der Wahl des dritten Stellvertreters erhoben zwei Gruppen Anspruch, die in einem Klub vereinigte Gewerbeportet und Volkspariei, welche 14 Mandate hat und di« Kommunisten, welche 18 Mandate haben. Innerhalb der ersteren Grnppe unn gab«» einen Gegensatz zwischen der Volkspartei und den Gewerbetreibenden. Der der Gewerbepartei angehörende Stadtverordnete Cerny erhob sich in der Sitzung und polemisierte, gegen den Führer seiner Partei, den Minister Najman, von dem er allerlei Behauptungen aiifstestte, wie daß dieser einzelnen Mitgliedern der Partei Geldbeträge versprochen habe und andere» mehr. Zum Schluß sagte Eerny, daß er da» Mandat nicderlege und an» der Gewerbepartei anStrete. Daraufhin behmipteten die Kommunisten, daß die beiden Klub» die gleiche Anzahl von Mitglieder» hätten, nämlich 18, und das Los entscheiden müffe. Dieser Auffassung aber schloß sich die Mehrheit der Stadtvertretung nicht an und erklärte den der Volkspartei angehörenden Pater T y l i n e k als zum dritten Stellvertreter de» .Primators gewählt.... »und der Landjugend noch stärker faschistisch MnlsmA... Renegaten H» einem Werkzeug der SdP gemacht» jdcr':jtzu'Eder.^eutschdwM ebönf,all- eine Filiale Tit'DNLmcldet:~~'—— Zwischen der deutschen Landjugend und dem Bund der Deutschen lvurde ein ArbeitSüberein- kommen geschloffen, demzufolge all« Landjugendmitglieder verpflichtet werden, dem. Bund der Deutschen anzugehören, während andererseits, der BdD die Landjugendarbeit fördern will und seine Einrichtungen und Behelfe, Lichtbilder,, Bibliotheken usw. auch der Landjugend, zur Verfügung stellt. Durch diese Vereinbarung wird der Einfluß, den die SdP aus den Bund der deutschen Landjugend schon seit längerer Zeit ausübt, beträchtlich verstärkt. Der„unpolitische" Bund der Landjugend wurde seinerzeit durch eine Reihe von ' Rechnmitzbatschlnß löb Landör^Bihmem Freitag, den-14. Mai, fand Wine Sitzung de» Budgetausschusses' der böhmischen- LandeSvertre- tung statt, in welcher LandeSauSschuhbeisiyer Dr. Kubista einen Bericht über den Rechnungsabschluß Mr 1086«rstätteti. Im Vergleiche mit dem Voranschlag« ergibt der Abschluß ein Mehr von etwa 4b Millionen Ki, welche teil» zur Deckung außerordentlicher Ausgaben dienen. In der Debatte sprach u. a. LandeSvertreter Dr. S t r a ü tz, der die Fortführung der JnveftltionS- auSgaben des Landes forderte, da zwar die wirtschaftlichen verhältniffe sich gebessert haben, die Arbeitslosigkeit aber noch-immer bedeutend sei. Der Rechnungsabschluß wurde sodann einstimmig (auch mit den Stimmen der SdP) genehmigt. Parteitag der tschechischen Sozialdemokratie Die tschechoslowakische sozialdemokratische Arbeiterpartei hält während der Psingstscisrkagc im Prager Gemeindehaus ihren 18. Parteitag av, welcher die Bilanz der Tätigkeit'ist den Nähren 1088 bis 1086. zu ziehen und die Richtlinien für die kommende Arbeit anfzustellen hat. In einem trotz der gedrängten Darstellung säst 400 Seiten umsaffenden gedruckten Bericht, den zahlreiche statistische Tafeln und Diagramme vervollständigen, erhalten die Delegierten eine Darstellung der politischen und wirtschaftlichen Entwicklung dieser letzten Jahr« und der organisatorischen Tätigkeit, die eindrucksvoll Zeugnis ablegk von der Gröhe und Macht der tschechoslowakischen Arbeiterbewegung. 4727 politische Organisationen Zählte die tschechoslowakische Sozialdemokratie im Jahre 1020, bevor sie durch die kommunistische Spaltung geschwächt lvurde. Im Jahre 1086 weist sie bereits 6128 Organisationen au» und auch die Mitgliederzahl hat jene des Jahre» 1020 längst überschritten. Allein in der letzten Berichtsperiode wuchsen 774 Lokalorganisationen zu und die Par- tei erreichte einen Mftgliederstand von 211.000. Die Handarbeiter in der Industrie und in der Landwirtschaft stellen 58.5 Prozent, die öffentlichen Angestellten 11.2 Prozent, btr Privatangestellten 5.1 Prozent, die. selbständig Erwerbstätigen 7.2 Prozent, die intellektuellen Berufe 2.4 Prozent und andere Berufe 15.6 Prozent der Gesaintmitgliedschaft. Von je 100 Parteiangchö- rigen sind 40 gewerkschaftlich und 83 genossen- schaftlich organisiert. Wie sehr die Krffe auch auf der tschechischen sozialdemokratischen Arbeiterschaft lastet, geht aus zwei Ziffern hervor. Mehr als 38.000 Parteimitglieder waren arbeitslos, das ist fast ein Fünftel aller. Da» stetige Wachstum der Partei ist ein Erfolg ihrer beharrlichen Politik; die sich niemals, auch in den bewegten Tagen der Spaltung, durch Schlagworte und Angenblicksströmungen beirren, ließ, sondern weiter blickte und- die zukünftige* Entwicklung richtig einschätzte. So wie sie sich zuerst widerstandsfähig gegen die Illusionen und die Demagogie von links erwies, so hart zeigte sie sich später gegen die faschistischen Strömungen von rechts. Es ist das Verdienst der tschechischen Ar- betterschast, allen demokratischen Richtungen im Staate den festen Halt gegeben zu haben— die tschechoslowakische Sozialdemokratie ist daS Rückgrat der'Demokratie in unserer Republik. Da« Vertrauen, welches sie in der arbeitenden tschechischen und., slowakischen Bevölkerung,' genießt, däß seine,festen Wurzeln nicht nur in dieser zähe wcr- , folgten politischen Linie,- sondern auch in dm praktischen-Erfolgen der täalichew.Arbeit.Fsiit dtn Namen tschechischer SozialdemÄraien^Isiftd viele Errungenschaften auf dem Gebiete der sozialpolitischen Gesetzgebung unseres Staates verknüpfk, bedeutungsvolle Gesetze, die einen modernen Geist in die Schule, in da» Justizwesen und die Verwaltung brachten, tragen die Unterschriften sozialdemokratischer Minister. Die Tagung der tschechischen Sozialdemokratie wird von der sudetendeutschen Arbeiterschaft mit dem größten In« tcresse verfolgt. Di« deutschen Arbeiter beglückwünschen ihre tschechischen Genoffen zu ihrer erfolgreichen Arbeit und dem prachtvollen Aufschwung ihrer Bewegung und sie sind überzeugt, daß der Weg, der tschechoslowakischen sozialdemokratische» Arbeiterschaft auch in Zukunft, zum Wohle aller werktätigen Menschen dieses Landes, auswärts führen wird. JUNOESWEIB 0 VERONIKA ROMAN VON MARIA GLEIT „Er tut mir schrecklich leid, Veronika", Alexander Bernd würgte ein bißchen; sobald er mit itit allein war, befiel ihn diese atemschnürende Beklemmung,„ich hab' Ihnen da einen Hausen Unannehmlichkeiten gemacht,— hätte ich das gewußt, ich wär' geblieben, lvo ich war." Und dann, als sähe er ihr hilfloses Kopfschütteln nicht, eigensinnig vor sich niederstarrend:„Er ist ein furchtbarer Mensch, und ich habe es geduldet, daß es geschah. Ja, laufen Sie ruhig davon, verbieten Sie mir ruhig den Mund, was sagen Sie7 Von meinen fixen Ideen soll ich lassen? DaS Leben ist so weit und groß, Veronika I Und Sie, Sie sinr zu schade dazu, da» ist es nämlich, zu schade sind Sie, um sich zu Tode quälen zu lassen!" Noch einmal fühlt« sie die Kraft der Abwehr, der Verteidigung, noch einmal lächelte sie, lächelte für ihren Mann, um das, wa» sie wohl seine Ehr« nannte, vor dem Schauspieler zu retten i. „Sie sind ein dunnner Junge, Alexander .. ,"(und dies« Worte waren wie eine Lieb- losnng, eine flüchtige, sehr ferne Zärtlichkeit), „Meinungsverschiedenheiten kommen wohl in jeder Ehe einmal vor. Und so ein Krach mit Türenschlagen und AnS-dem-Hause-Rennen... nun, das ist ja nun nicht gerade da» erstemal, daß so etwas in dieser Welt passiert. Dabei kann man sehr glücklich sein...." „Ich bin überzeugt davon,'Veronika, restlos. Sie können es vor Glück schon gar nickt mehr anshalten, scheint mir." Grimmig sah er an ihr vor bei, wie, einen Feind betrachtete er da? Schiff, das langsam heranftampste und das ihn fortbringen sollte von ihrem Dorfe. Veronika jedoch vergaß seine Gegenwart bereits, als er noch neben ihr stand, wieviel schneller vergaß sie ihn erst, als er dann über dem Landungssteg verschwunden Ivar. Sie winkte noch ein wenig, dann ging sie langsam zurück. lind dar war schwer. Denn nun konnte«S tvohl nicht ausbleiben, daß man über die Dinge reden mußte. Er hatte die Türe vor ihr verschlossen, er, ihr Mann... Ob er geschlafen hatte? Eine'Stnnde wenigstens? Lange nach Mitternacht Ivar er nach Hause gekommen, und sie wußte nicht' wie, denn sie war liegengeblieben, still und wie ioi. Er war in sein Arbeitszimmer gegangen, und sie hatte gehört, wie er den Schlüssel her- umdrehie im Schloß. Da war daS Haus. Aus welcher Weite kam sie denn zurück, daß«S so verloben schien und sö fremd? Entschlossen stieg sie di« Treppen hinauf. Die Tür zu seinem Zimmer stand jetzt offen, wie in der Flucht war sie ausgelassen worden, niemand hatte sich die Mühe genommen, sie zu schließen; die Sachen lagen durcheinander, nicht» war fortgeräumt, nicht» geordnet, in höchster Eile mußte der Aufbruch geschehen sein. „PeterI Mutterl" Sie rief zuerst nach ihrem Kind, aber das Kind war da,' zerzaust von irgendeinem Spiel erschien e» in der Tür,' und auch da» Gesicht der Mutter tauchte auf, groß und verschwimmen!» vor den Augen der Frau. „Was hast du denn, Veronika? Dein Mann? Ach so, dein Mann? Davongelaufen, meinst du? Warum denn nur? Du bist ja ganz von Sinns», Kind! Erlist ja nur Im pirschen', Mädchen, es soll da mit der Rosa nicht zum besten sein, man hat ganz eilig hergeschickt."!>><- Veronika drückte ihr Kintz'"an die'Brust. ,,So?" sagte sie nur,„so?" und schloß-ein,paar. Sekunden lang erschöpft dir Augen.- „Veronika?". „Ja, Mutter?" „Veronika, ich sollte dir'» wahrscheinlich gar nicht sagen... „Ach, lieber Gott.,* „Veronika... es ist." „Nun sag'» doch endlich, Mutter, sag's I Das ist ja nicht mehr zu ertragen!" „Ich meine nur, du weißt doch sicher, was die Leute reden im Dorf?" „Die fieulp?' „Nun, wegen Rosa— und—" . Veronika hielt sich die Hände vor die Ohren. „Nein, ich weiß nicht», und ich will es auch nicht wissen! Ich will auch nicht! Laßt mich doch endlich mal in Frieden! Ja, kann man mich denn nun nicht endlich mal-in Frieden lassen?!".. „Ich dachte ja auch nur, Veronika! Du mußt nicht gleich so böse werdend Wenigsten»«stier von euch sollte doch die Nerven behalten..'. Eie sagen nämlich, daß er sie auf eine ganz verkehrte. Krankheit hin kuriert,— und einige sagen sogar,' daß- daS Absicht sei..- „Wa»??!l". «Weil sie zuviel von ihm weiß, sägen sie, die Rosa und auch die Alte, beide wissen zuviel von ihm■ „Wissen zuviel! Wissen zuviel!" überstürzten sich Veronika» Worte, sie fvar in fieberhaftes Erregung gefallen,„ja glauben sie denn, daß er ein Verbrecher ist? Ja sind sie denn verrückt geworden allesamt?.Und da» hast du dir ungehört; Mutter? Das hast du dir anhören können' und,..• und.,." Die Sprache versagte ihr,-der Atem stockt«, in ein« ungeheure-,Leere sah sie nun, und diese Leere war das einzige, da» st« umgab. „Ich habe tnir da».anhören müssen", ant- wortete die Mutter,„in dltsein Hause tappt man sä im Dunkel, dasunütz nun anfhören, Veronika, aufhören,... A....... müh. es! auch", sägte'Veronika, „Wann fährt der Dampfer, Mutter, rasch, rasch, wann fährt der nächste Dampfer zur Station?" „Was tust du denn, Veronika? Ja wohin willst du denn?" „Wohin soll ich denn wollen? Fort, fort! Es muß etwas geschehen! Das ist ja fürchterlich! Eh es zu spät ist, muß etwas geschehen! Die glauben ja, er bringt die Rosa um!" „Veronika, sag mir doch, wenigstens, wo du jetzt hingehst! Du kannst uns doch nicht einfach so verlassen. Und was soll ich denn deinem Manne sagen, wenn er kommt?" . ,;Was'du ihm sagen sollst?" Sie.packte ihren Koffer, und sic hielt im Packen, ein, mit hilflos geöffneten Händen stand sie da, ein Wirbel war diese Leer«, sie mußte ganz fest auf einen einzigen Punkt schauen, dantit sie nicht schwindelig lvurde, eine Ohnckacht war die Leere, die Frau seufzte auf:„So sag; ihm, was du willst, sag, baß ich fort mußt«, daß ich«s nicht mehr auöhalteis konnte, sag ihm irgend etwa», Mutter, ich hab' jetzt keine Zeit, dir alle» zu erklären... und paß mir.gut auf meinen Jungen auf... und. verlaß dich auf mich... Mutter... , Da» aber hörte Frau Egenhofer nicht mehr,, denn schon war Veronika die Treppe hinab/ Fest hielt sie den keinen Koffer in der Hand/ Knapp vor' der Abfahrt erreichte sie' den- Dampfer noch. Im gleichen Augenblick fast betrat der Mann da» Hau», da» sie verlaffen hatte. Sic härte sein Lachen nicht, dieses aufgerüttelte,.,, hohnvolle Lachs», al» die Mutter berichtete, war sie wüßte: Veronika sei fort,-zur Station, und wo dann hin; da» habe sie nicht sagen wollen. „Haha, di« mißhandelte Ehefrau-sucht Zuflucht bei ihrestt-sauberen Galan!.Sie wird schon wissen, wo st« hin will, sie-wird's schon wissen!" tobte er in einer maßlosen Aut. Erst hinterging sie.ihn, belog sie ihn,.''mit Männern sicher undWit ^7- ja—r womit denn noch?- Mit irgendeiner Sache, die ex niemals klargeschen hatte.‘ ?(FoysWyg folgt»)-'- SamStag, 18. Mai 1937 «Seife 3 SdP-Aktion zur„Eroberung“ des Kulturverbandes Ein vertrauliches Rundschreiben der SdP-Leltung— Anweisungen und Klebezettel für die Stimmführer Unmittelbar vor der Hauptversammlung des DKB gab die SdP ein Rundschreiben heraus, das schlaglichtartig das Verhältnis der ödP zum Kttl- turvcrband beleuchtet— allerdings dankt die Ocffcntlichlcit diese Beleuchtung dem Umstand, daß unS noch rechtzeitig, nämlich gestern, das vom 12. Mai datierte Zirkular in die Hände fiel. Wir geben es hier im Wortlaut wieder(der allerdings bei der Abschrift einigermassen verstümmelt worden zu sein scheint, aber dennoch genug klar ist): SdP Prag, am 12. Mai 1987. Sudetendcutsche Partei Vorsitzender: Konrad Henlein. An die Arbeitsamt, Prag II-, Kreisleitung Hybernskä 1. Abi.: Verbändewescn. Betrifft: DKV-Haupttagung. Unser Zeichen: R/E/SA Werte Kameraden I Auf der am Sonntag, den 16. Mai, stattfin- dendcn Hauptversammlung des Deutschen Kultur« Verbandes in Zuckmantcl wird auf der Liste der zur Reu- bezw. Wiederwahl kommenden Haupt« leitungSmitglicdcr über allgemeinen Wunsch der an erster Stelle stehende Jng. Dr. Karl Fiedler gegen unseren Kam. LnndeSauSschustbeisther Fachlehrer Theo Keil anSgetnuscht. Die dafür notwendigen Klebezettel sind vorbereitet. Unsere Partei unterstützt in jederHinsichtdieseAktion, da Jng. Dr. K. Fiedler aus mehrfachen Gründen untragbar ist und der gegen ihn aufgestellte Kam. Theo Keil auch i» sachlicher Beziehung als Fachlehrer und langjährig aktivster Mitarbeiter des Deutschen Kul- turverbandeS nur eine Bereichnng des Deutschen KulturverbandeS darstellt. Wie wir leider erst l heute feststellen konnten, werden aus Ihrem Be« I zirke die unten angeführten Herren«ine gröbere| Anzahl von Stimmen auf der Hauptversammlung vertreten, AuS der Kennzeichnung ersehen Sie, ob nach unseren Erkundigungen von vomherein außer Betracht gezogen werden muh. Wir ersuche» Sie dringendst, trotz der knappen Zeit, sofort eine dieser(kharakteristernng entsprechende Bearbeitung der Stimmführer durchzuführen. Dabei muh unbedingt darauf geachtet werden, daß die Angelegenheit so v e r t r a u I i ch behandelt wird, daß eine Gegenaktion nicht mehr durchgeführt werden kann. Den Stimmführern werden in Zuckmantcl kn geeigneter Form die Klebezettel überreicht. Stimmführer, die uns unbedingt sicher sind, müssen gleichzeitig aufgcfordert werden, ihre Bekannten, die ebenfalls ein Stimmrecht aus- üben, in ähnlicher Weise zu bearbeiten! Sie erhalten für diesen Zweck mehrere Stück Klebezettel. Wir ersuchen um güte und verläßliche Durchführung. Mit deutschem Gruße Sudetendcutsche Partei Vorsitzender Konrad Henlein Arbeitsamt, Prag. Es kann nun also nicht mehr der geringste Zweifel darüber bestehen, dab die SdP alles vorbereitet hat, um die Kandidaten, die ihr nicht genehm sind, durch„Klebezettel" zu beseitigen und dafür hundertprozentige Henlein-Männer in die Hauptleitung des DKP zu bringen, wobei die SdP „vertraulich" kein Hehl daraus macht, daß es ihr von zweitrangiger Bedeutung, erscheint, ob ihr« eigenen Kandidaten angeblich„auch" sachlich gcignet sind. Nunmehr, durch nnlcre Veröffentlichung, sind die Herren vom Kulturvorband, die guten Willens'sind, dessen proklamierte„unpolitische" Haltung zu bewahren, gewarnt. Und man kann also neugierig sein, ob die„Gegenaktion", die die SdP-Leitung hintanhalten wollte, entsprechend eknsehen wird odcrnichtl fudetendeutscficT Zcitspiegcf Im Geiste des 18. Feber Die Zentralstelle der deutschen aktivistischen Parteien teilt mit, datz im richterliche« Borberereitungsdienst in Böhmen 13 deutsche Bewerber ausgenonuneu wurden. Der Kreisverband für Mähren, Schlesien und die Slowakei der ■ Arbeiter-Turn-Sport- und Kultur- Union gegründet Sonntag, den 9. Mai, fanden sich im festlich geschmückten Arbciterhcimsaale in Mähr.-Schönberg 189 Delegierte der Arbeiterradfahrer und der Arbci- terturner aus Mähren, Schlesien und der Slowakei zum gründenden Kreirverbandstag der Arbeitcr- Turn-, Sport- und Kultur-Union zusammen. Ter I.„Atur"-Kreir und die„Arul"«Krcise Vl und VII sind damit die ersten, welche den Beschlüssen von Auffig und Teplitz Rechnung tragen und nach Auflösung der getrennten KrciSverbände zur Gründung des einheitlichen K'reisvcrbandes geschritten sind. Die Tagung, durch einen prächtig vorgetragcncn Chor des ArbeitcrgesangvereineS von Mähr.-Schönberg eingcleitet/zeichnete sich durch größte Einhelligkeit auS. Die von der KreiSarbeitSgemcinschaft auSgcar- bcitetcn Anträge bezüglich der Grllndnng des neuen KreiSvcrbandeS wurden nahezu einstimmig angenommen. Die wesentlichsten Beschlüsse sind: Ter neue Kreis führt den Namen: Krcisvcrband für Mähren, Schlesien und Slowakei der Arbciter-Turn- Eport» und Kultur-Union und erstreckt seine Tätigkeit auf die im Namen angeführten Landesgebiete. Der Sitz des KreiLverbandeS ist Mähr.-Schönberg, der KreiSangestellto wie bisher Genosse N!ax Ku- tschera. Der Kreisverband ist in zehn Bezirke unterteilt, zählt mit der Gründung über 200 KrciSvcr- cinc mit mehr als 6000 Mitgliedern. An der Spitze des KreiSverbandeS sicht als Obmann Genosse Alois Schreier-Iägcrndorf. Eine deutsch« Red« Dr. Dtrers, die der Minister heute Samstag, um 14.40 auf dem Deutschen Juri st en tag in Brünn als Vertreter der Regierung hält, wird von den Sendern in Prag, Brünn und Mähr.-Ostrau übertragen werden. Die Prager Deutsche Arbeitersendung bringt in dieser Woche: Sonntag, 16. Mai, 1120 ins 14.30 llhr: Gedanken eines Demokraten zu Pfingsten lErusi T h ö u e r-Teplitz)!— 14.30 bis 14.32 Uhr (Straönice): Für Volk und Frieden. Nk o n t a g, 17. Mai, 14.20 bis 14.30 Uhr: Mensch und«lalles einvernommen, der da» Verhalten seines ehemaligen Schülers vollkommen int Sinne,der Anklage darstellte und gleichzeitig. die sträflich« Nachsicht der Eltern betonte, die ihren Sohn unter allen llmständen zu decken suchten. Au» den Aussagen dies«» ehemaligen Schulleiter» geht hervor, daß e», mit Rücksicht auf den Einfluß dcS Balers de» Angeklagten, schwer war, die Arbeiterkinder, die die gleiche Klasse besuchten, vor den raffiniertauSgedachten Quälereien des Angeklagten zu schützen. Ein ehemaliger Mitschüler de» Stöpänek, heute Offizier, weiß zu berichten, daß ihn dieser aus einem geringfügigen Anlaß mit einem Messer inden Obe r- a rm stach. Die Sache wurde natürlich, dank dem Einfluß der Eltern, beigelcgt. Auch andere Zeugen brachten ähnliche Beispiele der verhängnisvollen Elternliebe bei, die ihr gerüttelt Matz Schuld daran trägt, daß dieser Entartete heute auf der Anklagebank sitzt. In welcher Art Stkpänek, der sich vor Gericht eine» anständigen Benehmens befleißigt, sich in der Untersuchungshaft seinen Zellengenossen gegenüber.Über seine Mordtaten' geäußert hat, mass diese Aeüßerung illustrieren(gemeint ist die ermordete Franziska Tkiska)! „Ich hab' sie über den Schädel gedroschen und angeschossen. Sie hat solche Brüst« gehabt,..!" Wann dal Urteil erfolgest wird, Ist beim Schluß des dritten Verhandlungstages noch nicht mit Sicher- cheit.zu.saae». «inmal gejasst worden,■ tvex auf. den Anschluß.BstÜ^A SKnetz llef der^48 Tonnengroße Kotzlcn- Drltter Verhandlung!tag des StSpänek-Prozenes Nr. 114 Samstag, 15. Mal 1937 Seife S T Krevitanfta« vrr Deutschen ».-..Pril II, Derchsthnm, aller .'»eldaeschSfte. s. Derwallungs-Kapital 1 Milliarde«te. Haftungs-Kapital 95 Millionen Xi. ‘ 81 Rtederlafimige». WDUlItWM Lohnerhöhungen In der Juteindustrie Die Lohnverhandlungen für die Juteindu- strie find mit' einer Erhöhung der St u n d e n l Sh ne. u in gehn Prozent und verLkkardüberverdienftr um drei Prozent adgrschlessrnmorden. Der Streik in Jun,buch Geht hingegen«eite», weil die Betriebs- sordcrungcn nach nicht bereinigt worden find. Vie Veriiandunfen In der Leinenindustrie Die schwebenden Verhandlungen für Leine n g a r n b leich.cn brachten als letztes Anbotder llntcrnchnier eine Erhöhung der T ar if stunden löhne»an zc.hn Prozent. ES wird gleichzeitig mit diesem Lohnvertrag ein einheitlicher Vertrag mit den mährischen Bleichen geschaffen werden. Für die Lei n c n Webereien wurde als letztes Anbot von feiten der Unternehmer eine ErhShungvon zchnProzentderTa- rifftundenlöhne und neun Prozent für die übrigen Kategorien gemacht. Für das Hohenelber Gebiet wird eine Aushilfe angcbotcn, die alle Wochen zur Auszählung lammen soll und V.S Pro- z e n t des Lohnes ausmacht. Hier konnte zur Zeit nicht mehr erreicht werden, weil erst im Vorjahre die Verhandlungen eine Erhöhung der Löhne mit sich brachten und die Unternehmer gegenwärtig nicht mehr bewilligen wollen. Die Arbeiterschaft wird nunmehr in Versammlungen Gelegenheit bekommen, ihr Veto zu den Angeboten der Industrie abzugeben. Di» Reform der Krankenversicherung der Privatangestellten Die KrankenvcrsicherungSsektion der Ministe- rialkommission für die Reform der Sozialversicherung der Privatangestellten hielt am 13. d. M. in der A. P. A. ein« Sitzung ab, in welcher der Antrag auf Regelung der Bersicherungsleistun- gen der vorbereiteten Krankenversicherung der Privatangestellten sowie eine Begründung hiezu vorgelegt wurden. Ferner würde ein Antrag betreffend das Borgehen bei den weiteren Arbeiien der Sektion vorgelegt. Der erwähnte Antrag stützt sich im wesentlichen auf den Antrag der Fachkom» Mission aus dem Jahre 1928 und beinhaltet gewisse Einschränkungen im Bezug des Kranken- geldes,- soweit, der Versichert« Anspruch auf die Auszahlung der Dienftbczüge hat, hingegen ge« währter Krankenbehandlung und Krankengeld fiir die Zeit bis zu zwei Jahren, seht das Krankengeld von der siebenten Woche der Arbeitsunfähigkeit hinauf und führt Geldleistungen auch für die Familienangehörigen des Versicherten«in. Die Vertreter der Versicherten und der Arbeitgeber nahmen in der Sitzung zu dem Antrag grundsätzlich Stellung und wiesen auf den Zusammenhang zwischen Leistungen niw Beiträgen sowie der Organisation der Versicherung hin. Schließlich würde, eine, engere Kommission gewählt, die aus Vertretern der Versicherten, der Arbeitgeber, der Krankenversicherungsanstatten und ihrer, Verbände besteht und die den Antrag, im einzelnen durchberaten wird. In der nächsten Sitzung der Sektion wird ein detaillierter.Bericht über die. möglichen Lösungen des Organlsäsionsprobkems der Krankenversicherung der Privatangestellten vorgelegt werden. Man erhllft für K3 100 Reichsmark...... 740.60 Markiniinzen<.. i» 780— 100 österreichische Schilling.■ 536.— lOOriiinänisch« Lei..♦' 18.05 100 polnische Zloty... 549:80 100 ustgarische Pengö.....>. 613.50 100 Schweizer Franken'.-» 657.— 100 französische FraüeS...129.70 1 englisches Pfund...... j 141.50 Tmuerikanischer Dollar-»- 28.65 100 italienische Lire.'M‘ 145 40 100 holländische Gulden'... 1679—, 100 j«s»slawifche Dinare... 65.30 100 Belga».....-»,.. 485.50 '..100 dänische Kronen'..... 631.— 1007 schwedische Kronen, ,.»', 730.— 22.000 nordböhmische Textilarbeiter erringen 8—11'!- Prozent Lohnerhöhung Erfolgreiche Lohnbewegung In den Gerichtsbezirken Reichenberg, Kratzsu, Gablonz, Tannwald, Friedland und Neustadt AIS nach sieben Jahren Weltwirtschaftskrise endlich wieder eine besiere Beschäftigung«insetzte, war«S eine Selbstverständlichkeit, daß die Textil-' arbeiier den Versuch unternahmen, die in den sieben Jahren Wirtschaftskrise immer wieder abgebauten Löhne und Bedingungen zu verbessern. Am 7. April wurden von den koalierten Textilarbeiterorganisationen die Forderungen überreicht, nach wochenlangen Verhandlungen kam am 7. Mai der BertragSabschluß zustande. Daß von feiten der Unternehmer den Forderungen hartnäk» tiger Widerstand entgegengesetzt wurde, braucht wohl nicht besonders betont werden. Wohl erklärten sich die Unternehmer gnindsätzlich zu einer Lohnerhöhung bereit, ihr Angebot von drei, vier und fünf Prozent Erhöhung war unannehmbar.^ Die Argumentation der Unternehmer kann oft^ malS niemand mehr verstehen. Je besser die Beschäftigung ist, desto mehr haben angeblich die Unternehmer zuzuzahlen. Sie niüßten sich demnach glücklich schätzen, wenn die Beschäftigung sehr schlecht ist oder die Betriebe ganz still gelegt werden. Trotzdem aber kam eS zu einem Vertragsabschluß, Ivclcher eine 8—HUAige Lohnerhöhung brachte. Die Form fiir die Lohnerhöhung ist, daß den Arbeitern und Arbeiterinnen Zuwendungen gewährt werden, die in fünf gleichen Raten ausbezahlt werden. fJn den Lohnwochen vom 10. bis 15. Mai, 19. bis 24. Juli, 27. September bis 2. Oktober, 6. bis 11.. Dezember und 15. bis 20. Feber 1038). Diese Zuwendungen, die auf der Hellcrzulage, auf die Stundenlöhne aufgebaut sind, betragen: Im GerichtSbczirk Reichenberg, Kratzau und Gablonz UL 380.— bis KC 780.—. Im GerichtSbczirk Friedland und Neu-, stadt Uä 380.— bis 780.—. 3m GerichtSbczirk, Tannwald Kfi 880.— bis 010.—. Anspruch auf diese Aushilfe haben alle Arbeiter und Arbeiterinnen, loelchc am Auszckh- lnngStag der betreffenden Rate im ArbeitS- bzw. Dienswerhältnis zum Betriebe stehen. Die Raten' in voller Höhe erhalten alle Arbeiter ugd Arbeiterinnen, welche in der Karenzzeit von drei Monaten zurückgercchnet vom Auszahlungstag der' betreffenden Rate, tatsächlich voll, also 600 Stunden im Betrieb gearbeitet haben. Ausnahmsweise wird bestimmt, daß Kurzarbeiter, welche in der dreimonatigen Karenzfrist niindestcns 520 Stunden tatsächlich aearbeitet haben, die volle Rate erhalten. Kurzarbeiter» welche weniger als 520 Stunden gearbeitet haben, erhalten den aliquoten Teil zu 600 Stunden. Krankheit, Entbindung und Unfall, llrlaubstage, Feiertage werdeil in die Arbeitszeit eingerechnet. . lieber die Auslegung der B ollLrb eite r k l a u s e l wurde eine Vereinbarung'getroffen. Die Auswirkung dieser Vereinbarung bringt den Arbeitern besonders in schlecht' zahlen- den Betrieben weitere Lohnerhöhungen- die zehn Prozent und mehr dech bisherigen Verdienstes.' betragen. Der Vertrag läuft bIS 30. April 1938. Bezüglich Lohnveredelung und der Streichgarnspinner werden noch Verhandlungen geführt- Bericht an bis Textilarbeiter lieber das Ergebnis der Lohnverhandlungen berichteten die koalierten Textilarbeiter-Gewerkschaften in der Versammlung am 12. Mai im Reichenberger Schützenhaus. Als Hauptreferent für alle Gewerkschaften wurde der Sekretär der Union der Textilarbeiter Biax Koutnik bestimmt, der den Werdegang und die Bestimmungen des Kolleltivvertrages erklärte. Seine Ausführungen waren darauf eingestellt, daß dieser Vertragsabschluß ein Teil der Wiedergutmachung ist, daß daS nächste Ziel die Herstelluug der Löhne vom Jahre 1929 ist. In den Jahren der Wirt- schastskrise wurden für jeden Abbau di«' Vcc- tragsgewerkschastcn verantwortlich gemacht,. die Vertragsgewerkschafte» werden auch für diesen Vertrag die Verantwortung übernehmen. Koutuik kam auch daraus zu sprechen, daß in den letzten Jahren mancher Betrieb stillgelegt wurde, was nicht in der Wirtschaftskrise seine Ursachen halte. Das Ergebnis des Reichenbergcr Vertrages stehl mit an der Spitze der bisher erzielten Lohnerhöhungen. Auch die nordböhmische Textilarbeiterschaft war. bereit, für ihre Forderungen in den Kampf zu, gehe». Die äußerst temperamentvollen, Ausführungen wurden mit großem Beifall ausgenommen, die Redner des tschechischen Brünner Verbandes solvie des tschechischen Nachodcr Verbandes äußerten ihre Zustimmung zu dein Vertrag und sprachen inSbesonders Koutnik für seine Anstrengungen, und seine Verdienste nm diesen Vertrag den besten Dank aus. Desgleichen gab immens der Dentschsozialen L ü f t n e r seine Zustimmung bekannt. Für die Christlichsoziale» sprach Le uk e rt ebenfalls im zustimmenden Sinne. Von der DAG sprach Fischer, der betreffs des Vertrages nichts hinzuzusügen hatte, sich jedoch über eine-Aeußerung Koutniks betreffs einer Verhandlung in Deutsch-Gabel aufregle. Für den Jndustrieverband(Kommunisten) nahm Sekretär Koutsku das Wort, der wühl zugestand,' daß es gelungen ist, den Standpunkt der Unternehmer.zu brechen, der aber aus der alten Gewohnheit doch nicht herauskommen konnte. Er mußte auch diesmal lizitiercn, weil hier die Kommunisten an dem Vertragsabschluß nicht beteiligt werden. Die Lohnerhöhung für ein Jahr sollte nach seiner Meinung schon in einem Vierteljahr zur. Auszahlung gebracht werden, was bedeutet, daß'nicht eine Lohnerhöhung von'son dern von 46' Prozent, hätte durchgesetzt' werden wüffen. In seinem Schlußwort kam Koutnik auch, darauf z» sprechen imd verwies auf einen Bericht in der„Roten Fahng" über den Vertragsabschluß in einem anderen Gebiete, Ivo die Kommunisten mitbeteiligt Ivareii. Das dort..erreichte Ergebnis, das dem Reichenberger Vertrag uirgcfähr entspricht, war nach der„R. F." ein großer Erfolg.' Der Reichcnberger Vertrag dagegen scheint bei den Kommunisten kein Erfolg zu sein. In seinem' Schlußwort befaßte sich Koutnik mit den Ausführungen Fischers von der DAG und dem versuchten Vertragsabschluß in Deutsch-Gabel. Er sagte, wir werden Mittel und Wege gegen Abschlüffe gefügiger Organisationen finden, deren Mitgliederstand sie nicht berechtig! einen Abschluß durchzuführen. In seinem Schlußwort riß Koutnik die Textilarbeiter des öfter» zu Beifallskundgebungen mit. Damit tvar die Zustimmung zum erfolgreichen Vertragsabschluß gegeben. Die Arbeiter aller Branchen werden darüber große Freude haben, daß«S den Textilarbeitern gelungen ist, auf Grund der WirtfchastSbe- lebung ciuen Vorstoß in der Richtung der Verbesserung der Löhne, mit Erfolg zu unternehmen. Zunehmende Zahl der Pensibnsversidierten Jil der letzten Sitzung der Pensionssektion ter Ministeralkommission für.die Reform der Sozialversicherung, die am 10. d. M. stattfand, wurde'«in Bericht über die Verjichertonbewegüng der Allgemeinen Penfionsanstalt im ersten Vier, teljahr 1987 erstattet. Die Zahl der Versicherten steigt, was aus dem Vergleich der ersten Vierteljahre der vergangenen Jahre mit dem heurigen hervorgeht. Im ersten. Quartal 1985 betrug die Zunahme der Versicherten 1500, im. Jahre 1936 bereits 4975 und Heuer 7579. Die steigende Tendenz der Versichertenzuncchme ist«ine Folge der allgemeinen günstigeren Wirtschaftscntwick- -lung. Gleichzeitig mit der Zunahme der Beschäftigtenzahl wächst auch die Zahl der erstmalig in di« Versicherung Eintretenden. Im Jahre 1936 Waren es 50.327 Personen. Es handelt, sich dabei vorwiegend um junge Jahrgänge. Aus der Arbei- Esztergom in Ungarn Das hieß früher Grau und war deutsch. In der riesigen Basilika„schuf" Liszt. Hier, auf dieser Insel, die während jeder Schneeschmelze bis hoch in die Baumkronen überschwemmt ist, vollzogen sich schon in« frühesten 16.. Jahrhundert die ersten Präludien der Türkenkriege,' worüber es einen hübschen Änkunabeldruck gibt. Diese ganze, unwirkliche Kleinstadt an der Donau, erdrückt von der Basilika, dem Eisernen Tor,'den Bullankegeln des. Pilis- und Vertösz- gebirgeS,— dieses sonderbar großspurige Dorf der„Wafferstadt", mit großstädtisch breiten Straßen, in' deren Lehm man ertrinkt, mit Weißen, .maurisch-würfelförmigen, durch ununterbrochene Mauern-festüngsariig zusammengqschloffcnen Haiiscr, wirkt wie eine Erfindung aus 1001 Nacht und dem Gespensterhoffmann. Die Zeit ist hier stillgestandcn. Alte Habs-, burger Uniformen laufen herum, die nur«ine leichte braune Patina aufgelegt haben; ferner die unwahrscheinlichen Gestalten der teils übervollblütigen, teils tuberkulösen Domherren, die, mit . dem Fürstprimas Dr.Sereghf Sohn eines Dach- deckers, an der Spitze, täglich die„Rem nem fo.ha ut", den Erinnerungsweg an Trianon, wie einen Kalvarienberg umziehen, Düster und.. nervös 'eisig, wie Stefan Hodlers„Schule von Genf". Dann. zieht das katholische Priesterseminar vorüber, Gestalten wie aus Stendhal?„Rot und Schwarz". Die Bäume auf der Insel vom Wind verkrümmt, meterhohes Schilf.' Im Winter kracht dort das Packeis der Donau, lieber allem die alten Glockenspiel«, der melancholische Funkruf Ungarns aus jedem kleinen' Bauernhaus; eine Antenne steht drauf, auch wenn es nicht einmal zu.einem Blitzableiter gereicht hat. In jedem Haus die selbstleuchtende Büste des Erzherzogs Otto oder ein Gebet:! „Hlzek cgi) Jstenban, hizek egt) hazaban..." l»8ch glaube an Gott, an«Ine göttliche Wettordnung,.an di« Auferstehung Ungarns".) Eine ungeheure Eifeubrück«, sechs große Bogen, über die Donau, zur tschechoslowakischen Grenzstation Parkan-Nana. Hier ist alter Kriegsschauplatz von 1919. Das tschechische Zollhaus wurde damals von HorthtzS Donaumonitoren beschossen, über die Brücke stürmte die Rote Armee der kurzfristigen Rätedistätur, mit alten ausgeleierten Geschützen beschoß man Parkan von den sappenartigen lehmigen Hohlwegen der Weinberge deS Eisernen'Tors. Dann, kamen die..Rumänen als„Befreier", die Offiziere in Korsetts geschnürt; die ungarischen Bauern wären wenig erbaut, als die„Befreier" di«: in den Kasernen deponierte. Zivilkleidung. ungarischer' Soldaten „requirieren" wollten und zogen mit Sensen auf. ' 1HARTUIIG 4 VOdtl ter-Sozialversichcrung traten- im Jahre 1936 8925 Personen in die Pensionsverjicherung über, wobei die alteren Jahrgänge überwogen. Soweit eS die Leistungen der Versicherung betrifft, zeigte das erste Onartnl 1937 ini Gegensatz zu der wachsenden Belastung in den vergangenen Jahren heuer eine absteigende Linie. An Invalidenrenten wurde um 21 Prozent, an Altersrenten um 17 Prozent weniger zuertannt als im ersten Vierteljahr 1936. Die Zahl der zuerkNnnten Erhöhungen fiir die nichlversicherte Dienstzeit ist noch stärker zurückgegangen, und ziväi: um 30 Prozent bei.Invalidenrenten und 10 Prozent bei Altersrenten, in beiden Fällen iiü Vergleich zum Vorjahr. Die Entwicklung dec Wichum- und Waisenrenten ist jedoch weiterhin ansteigend. Die Lage vor Toledo Madrid.(Agence Espagne.) Ein militärischer Leiter der Zcntrumsarince hat dem Korrespondenten der Agence Espagne die folgenden Details über die Operationen gegeben, dje die republikanischen Truppen im Augenblick auf der Südfront bei Toledo durchführen: Vor einigen Wochen versuchten die republikanischen Truppen, sich Toledo vom Süden her zu nähern. Es gelang ihnen, von dem Dorf Arges aus an die Stadt hcranzii- kommen. Von einer anderen Seite her wurde die Wasfenfabril von Toledo unter das Feuer der republikanischen Artillerie genommeu. Ta die Granaten in die Abteilung zur Ladung von Bomben und in die Abteilung für Explosivstoffe fielen, brach eine Feuersbrunst, begleitet von Explosionen, aus. Von der Fabrik blieben nur einige kleine Gebäude übrig, die für den Feind keinerlei praktische» Wert mehr hatten. Als Repressalie machten die Insurgenten vor sechs Tagen einen außerordentlich heftigen Gegenangriff, um die, Republikaner aus ihre» Stellungen zu vertreiben. Es gelang ihnen, das Dorf Arges zurückzucrobcrn. Das republikanische Oberkonnnando schickte Verstärkungen und die frühere Situation ivnrde wieder hergestellt. Am 7. Mai»ahni der Feind nach einem heftigen Gegenangriff das Dorf von neucni, aber die republikanischen Streitkräfte eroberten das Dorf zurück und diesmal definitiv. An den darauffolgenden Tagen schien unsere Truppen ihren Vormarsch'fort und befinden sich jetzt Mir noch einen Kilometer von Toledo in sehr vorteilhaften Stellungen. Das e i n z i g e H i n d e r- n i s zur Eroberung der Stadt ist die U e b e r- schreit u n g des Tajo. Toledo liegt im 'Feuer unserer Gewehre und Maschineitgelvehre, eingekreist von Truppen; die in einem ausgezeichneten Zustand sind und die alle Ziele, die ihnen gesteckt waren,- erreicht haben. Obwohl dieser Sektor nicht zu der Zentrumsarmee gehört, ist es wahrscheinlich, daß er in kurzer Zeit unter die Leitung des Generals M i a i a gestellt wird, ■ Illegale Druckschriften— Hochverrat. Bvr dem Schwurgericht in Leoben hatten sich Montag acht. Mitglieder der illegalen kommunistischen Organisation aus Bad Aussce wegen des Verbrechens- des Hochverrates zu verantworten. Der Hauptangeklagte Ludwig Egger wurde' zu ztvci Jahren schweren Kerkers verurteilt; seine drei Mitangeklagten erhielten Kerkerstrafen im Ausmaße vop zwölf Monaten Ins achtzehn Monaten, einer davon sechs Monate. Drei Angeklagte wur- Len mangels Beweisen sreigesprochcn.. Bei den Angeklagten wurden gegen 70.000 verschiedene Druckschriften und Broschüren beschlagnahmt. Neber soviel Undank unangenehm berührt,'zogen die„Befreier" schleunigst wieder ab. Zunt Straßenbild gehören die schwärzen Rcifröcke der Bäuerinnen, der schwarze Polizist(in dec Uni- form der alten österreichischen.Eisenbahner), der herrschaftliche. Kutscher mit hoher Pelzmütze,- der weiße ungarische Zugochse' mit weitauSladendcn, geweihartigen Hörnern und einzelne Hunde, die in den. Straßengräben verwesen. Das Arbeitcr- vicrtel auf dem Berg gegenüber dem Basisika- berge gleicht einem verschanzten Zigeunerlager. Eine Kanalisation existiert nicht, die Abwässer werden unmittelbar auf den Serpcntinenweg des steilen Felsens geschüttet, im Winter bereist olles und man steht vor dem Problem, einen Glasbc.g zu ersteigen. Die Arbeiter sind so anspruchslos als möglich,'es. kommt vor, daß man. sie' bei" zivölf Grad Kälte aus der Straße Mittagessen sieht. In den Weinbergen der Umgebung, gibt cs soviel Ber- botstaseln wie in. Preußen, hoch bedeutend lakonischer, es heißt einfach, ohne Angabe von Gründen:„T.ikoSl", Jeder Dritte Ist Spiritist. Die Menschen- soweit sie Nich t hungern, übernehmen sich ans lauter' Probinzlangcweile derart an den guten überwürzten Nationalspcisen, so daß' Ungarn daS höchste. Kontingent, an Karlsbad-Frequentanten stellt. Eine eigene Schwefelquelle der Stadt Eszer- goui, mit der.keiner etwas anzusängen weiß, wird als Zchwimmbäsjin benutzt,' E. ■Seife ß »SoAtnlbcnwItni' e Kunst und Wissen DereinsnoduxdUen Lteratur C'entral-'Ton-Kliiii EGER Besuchet Das Haus des guten Tonfilms stieg sie in Kanada in de» letzten 25 Jah- 106.000 auf 120.000, in den Vereinigten von 248.000 auf 882.000. In Mittel, gibt es unvergleichlich mehr Indianer, verzeichyete bei der letzte» Volkszählung mit einem Fahrgast gegeben. Er habe ihn iedoch Wege» seiner Betrunkenheit nach Hanse geschickt.■' Der Wagenlenker, der noch nicht nach Hause zurückge- kehrt ist, konnte bisher nicht gefunden werden; der Fall wird jedoch weiter untersucht. Ein Greis vom Auto getötet. Gestern um 5 Uhr nachmittags wollte der. Üljährige Angestellte Franz Bräzda in Wokowib vor einem stehenden Strassen- bahnwagen die Fahrbahn tibergiieren. wobei er von einem schlneren Lastauto, das der 27jährige Jan Va- chata aus Kozarov lenkte, z» Boden geworfen und überfahren wurde. Bräzda erlitt so schwere Vwletzun- — Illusion!„Dar Mädchen ans, der (A.)— Lido II:„Charlie Chan in lA.", Warner Oland.).— Louvre:„So lD., Wessel».)— Mnceöko: Kind überfahren. Freitag nachmittags wurde in Podol der zehnjährige Schüler Wenzel Ueber- lacker, der Sohn eines Arbeiters, als er einem Ball nachlief, von einem schweren. Lastauto überfahren und so schwer verletzt, das; er noch während der Ueberführnng insKrankenhaus bestätigen, dast er direkt in das Znkammenftotz zweier 14. Mai stiesten in Prag auf beim Weinberger Tunnel zwei irische Lokomotiven zusammen. Hiebei entgleiste eine der Lokomotiven und drei leere Wagen, wodurch die Strecke nach Vröovice-NuSle verbarrikadiert wurde. Verlebt wurde niemand. Der Verkehr auf der Strecke Prag-Smichov wurde nicht gestört. Die Züge der Richtung Prag-Vröovice-Nukle wurden auf einem Hilfsweg über Vysehrad gerührt, wodurch sie eine Versvätung erlitten. Die Ursache des Unfalles wird imtetsticht. Ein Chaiiffeiir überfällt seinen Fahrgast. Vorgestern abends nach 7 Uhr fand ein Wachmann in der Legergasse in Prag-Weinberge einen unbekannten Mann, der im'Gesicht-verletzt war und. stark blutete. Ter Polizist versuchte ihm auf die Beine z» Mitteilungen aus dem Publikum. Der prickelnde llhampagneegeschmack ist eine Eigenheit der„Diana-llhampagnerdrops". Sie sind daher ein ausgezeichnetes Mittel, gegen Durst und zur Erfrischung. starb. Augenzeugen Auto hineinlief. Lolomotiveu. Am dem Wilsonbahnhof verschiebende elek- Robeet Tahlor in dem Film„Das Weib seines Bruders gen, dast er kurz nach der Einlieferung ins Allgemeine Krankenhaus starb. Dem Wagenlenker würbe der Führerschein entzogen und er selbst bis zur Beendigung des amtlichen Verfahrens in Haft behalten. Ein Soldat ertränkt stch. Am Svehlaufer in Prag II. wurde gestern nachmittags die Leiche eines unbekannten Mannes aus ber Moldau gezogen, in dem später nach seinem Militärbuch der 29jährige Maschinenschlosser Anton Tichts, wohnhaft zuletzt in Dymoknry bei Prag, sichergeftellt wurde. Dar Motiv seines Selbstmordes ist unbekannt. Die Leiche, die nach dem Gutachten der Aerzte bereits mindesten» zehn Tage im Wasser gelegen hatte, wurde in» Institut für gerichtliche Medizin gebracht. ErziehimoSberatung der Deutschen Pestalozzi- gesellschaft. Anmeldungen jeden Dienstag 16—18 Uhr in der evana. Schule, Prag H., B Jirchakich 18. „Parstfal" kann wegeit'der langen Vorstellungsdauer nur am Samstag und Sonntag gegeben wer- ben; deshalb erhalten die„Parstfal"-Vorstellung am kommenden Samstag ausnahmsweise die D-Abon- nenien.(Ersatzvorstellung vom.21. Mai.) Wochenspielplan des Neuen Deutschen Theaters. Samstag 148: Auf der grünen Wiese, volkstümliche Vorstellung, Abonnement aufgehoben.— Sonntag 8: Feine Gesellschaft, 714: Das Spitzentnch ber Königin, zum ersten Male, Al-— Montag 2: Die Fledermaus, 714: Ein idealer Gatte, Gastfpiel Leopold Kramer, C 2.—- Dienstag 714: Gesellschaftsspiel, A 1.— Mittwoch 714: Der Corre- gidor, B 2.— Donnerstag 714-: Die Zaubersläte, Festspiele I, Gastspiel Alexander K i P n i r, C 1.— Freitag 614: Da» Spitzentnch der Königin, Theatergemeinde der Jugend(1. Serie, rote Karten) und Ihr Auto und Radio 3906 ELKA-Akkumulatoren Wieviel Indianer gibt es? Tie lanbläusige Meinung geht, dahin, dast die Indianer allmählich anSsterben- Nun sind die Jn- biauer zwar in weiten Gebieten der USA, insbesondere der gemästigten Zone, zugrunde gegangen, oder aber sie gingen in den Indianer-Reservaten auf, oder schliestlich sie vermischten sich mit den Weihen und zu einem kleinen Prozentsatz selbst mit Negern. Immerhin ist aber nicht nur. eine grohe Zahl von Indianern übrig geblieben, die in"zahlreichen laieinamerikanischen Ländern bie Unterschicht bildet und in einigen Staaten sogar ein nationale» und soziales Erwachen erlebt. Ihre Zahl nimmt sogar teilweise wieder zu, und zlvar auch in den Vereinigten Staaten. So" M» reu von Staaten amerikä Mexiko,....,-_ TJ ui L 4,021.000 reinbliitige Indianer, Guatemala 1.8 Rilstonenj.. Honduras 164.000, Sa» Salvador 200.000, Costa Nico, wo die Weihen überwiegen, 10;000, bjicaragua 20.000 und Panama 46.000. Auf den westindischen Inseln dagegen sind die Indianer völlig ausgerottei.- Die Neger haben sie dort ersetzt. Für Nord- und" Mittelamerika ergibt die» Donner und Blitz. Wenn— wie in diesem amerikanischen Film— Tiere die Hauptrollen spielen, dann kann auch eine wenig originelle und wenig wahrscheinliche Handlung aii Reiz gewinne». Hier ist es die Geschichte von einem Rennpferd aus edlem Blut und eineilt nicht rassereinen"Wolfs- oder Schäferhund, die miteinander von Jugend auf befreundet sind, genau so wie die Tochter des vornehmen Renn- stallbesitzers und der junge Tierarzt niedriger Her», kunft. Man kann sich den weiteren Verlauf bis zum happ» end ungefähr denken, aber man ist überrascht von der lebendigen Leidenschaftlichkeit im Spiel des Pferdes und des Hundes, bie(unter der nicht ungeschickten lliegie Glenn T r» o n s) schöne Szenen zu- standebringen, die freilich an die Schönheit eines Films wie einst„Sequoia" nicht heraiiretchen. Recht dürffig sind die menschlichen Hauptdarsteller, mehr sportliches als mimisches Können zeigen- 6% Millionen Vollblutindianer. Was Brasilien aubelangt, so hat es in der„grünen Hölle" am Amazonenstrom noch keine Volkszählungen gegeben. Im übrigen Lande sinh die Indianer meist vermischt, und da die offiziellen Zahle» über die Mischlinge auch die Negermischlinge mitzählen, läht sich nicht ermitteln, Ivie groß der Einschlag der Indianer ist.' Aehnliche statistische,Schwierigkeiten gibt.es in Paraguay und Uruguay, wo aber der indianische Anteil ziemlich groh ist, und auch in Argentinien, wo es alte Mischlinge aus der Conquistadorenzeit gibt, Ivo aber die Statistik wiederum nur die neuen Mischlinge, die Chinos, ersaht. Bolivien verzeichnet 000,000 reine Indianer und 1,6 Millionen Mischlinge, Pern zwei-bzw. drei Mill.iqmm, Ecuador gibt die Zahl" der reinblütigen Indianer überhaupt nicht an, während die Mischlinge sich auf 1.2 Millionen belaufen dürsten. Auch, ans Chile und Kolumbien- fehlen genauere Zahlen.!jSn Venezuela gibt es 60.000 reinblütige und. 2.8 Millionen Mischlinge. Nieder« ländisch-Gnayana zählt 2400, Dritisch-Guahana 6000 Indianer, während Französisch-Gnayaiia keine Statistik hat. Indianer, und Mischlingezusammen ergeben also die stattliche Zahl von etwa 80 Millionen, und das Wort von de» aussterbenden Indianern, erweist sich wieder, einmal als eine Legende," die ganz unberechtigt verbreitet.wird. Die erste Dampfmolkerei und Käserei f 1ii Gt^üzen. Bähmerwald empfiehlt Ihr« erstklass. Erzeugnisse Besohlen Sie die Schutzmarke! helfen, da der Unbekannte jedoch nicht stehen konnte unb immer wieder zu Boden sank, muhte die Net- tiinaSgesellschaft verständigt werden, bie ihn ins Allgemeine Krankenhaus überführte. Hier gab er an, der 88jährige Kürschner Stanislaus Hubäöek an» Zijskov zu sein und auf die Frage, wie er zu seinen Verletzungen gekommen sei. berichtete er, er habe kürz vorher ein Auto genommen, um nach Sestajo- witz und zurück zu fahren. Beim AuSsteige» habe ein Manu— nach Angabe HubäiekS der Besitzer des Wagens— 00 XJ Fahrgeld verlangt, die Hubäöek auch bezahlte. Der neben diesem Manne fitzende Chauffeur habe iedoch noch weitere 100 Xi verlangt und al» Hiibäiek sie nicht hergegeben habe, ihn aus dem Wagen heransgeworfen und sei ihm auf dem Gesicht herumgetreten. Hiebei habe er ihm das Nasenbein gebrochen. Darauf seien die beiben Männer bavongefahreu und hätten am Tatort die Mütze des Wagenlenkers, sowie die Tafel aus dem Auto, die die Aufschrift„Frei" trägt, zurückgelassen. Als Marke"beS Wagens gab Hnbäöek P-26.002 an. Der Polizei gelang es, den Besitzer dieses Wagens sicherziistellen; er behauptet, überhaupt nicht am Tatort gewesen z» sein, sein Wagenlenker sei jedoch früh in betrunkenem Zustande nach Hause gekommen und habe ihm gesagt, eS habe ein Mistverständnis Pfiiigstwandermig der Sozlalistischeii Jugend. Trkfsbunkt SamStag, 15. Mai. 144 Uhr, Endstation der 17er, Bränik. Zweiter Treffpunkt: Sonntag. 148 Uhr,. Smichov, Stefänikplatz, Autobushaltestelle. Fahrt nach Mnlsek, Nom) Kni», Davle. Kosten etwa 15.—. Decken und Proviant mitnehmen I" Genossinnen und Genoffen! Der Atu» lädt euch ein: Zu seinem Mai- anSflng am Sonntag, ben 23. Mai, nachSestajovice-Klauovice als Gäste de» dortigen DTJ-Vereins. Abfahrt PRAG von Prag-Masarykbahnhof um Ist? Uhr früh nach Jirna-Klanovicej von dort Marsch mit der beigestellten Musikkapelle nach" Sestajovice. Er wäre sehr begrüstenswert, wenn alle Organisationen stch dem Ausflug anschlössen. Fahrpreis: Sonntag-Rückfahrkarte etwa 7 XL.. Mittagessen X6 5.50 können vorangemeldet werden unter Telephon-Nr. 72820(Lahmer). Rückfahrt etwa 7 Uhr abends. Dir kleinen AtnS-Holzkaffen sind noch zum grösteren Teil ausständig. Atus ersucht, die Kassen abzuliefern bei Mittenhuber-(Gec). Fügnerövo NNNI.. 4, BilduugSverein deutscher Arbeiter, Smeöst, 27, von Montag bis Freitag abends im Turnsaal, Stefansgasse 20, oder bei Lahmer,"VII., M. Stexnberkova 8. Der einlaufende Betrag ist für das Kreis-Jugendlager bestimmt, das diesen: Sommer"'errichtet werden soll. e Ortsgruppe Prag: Pfingsten: Zweieinhalbtagswanderung ins Jfer- gebirge. Treffpunkt Samstag halb 2 Uhr beim Wilsondenkmal am Wilson« . bahnhof. Fährt nach Reichenberg, Uebernachtnug auf der" KönigShöhe, Wanderung nach Haindorf, Taselsichte, WittighauS, Tannwald. Fahrpreis etwa Xä 00.—, Führer Pick. Allgemeiner Angeftelltenverband, Ortsgruppe Prag. P f i n g st w a n d e r u n g d u r ck> das Da» b.1 c r L a n d. Die Wanderung wird ab Liboch unternommen und ausschliesslich abseits" der Sirassen durch schöne Landschaften, geführt.."Das Hügelland von Dauba wird jede» durch seine Lieblichkeit erfreue». ES sollen auf der Wanderung' folgende Orte besucht werden: Ruine"Kokokin, Dauba/ Schloss Hanska, Burgruine Bösig, Hirschberger Teiche"Mit dem prachtvollen Kinder-Erholungsheim, Felsendorf Drgjpn. Die.Abfahrt soll womöglich am SamStag, den: 15. Mai. um 12.20 Uhr mittags erfolgen. Die Wanderung beginnt ab Liboch. Die Fahrtspesen betragen- 22 Kt, zweimal Nachtlager 16 Xö bis 20 X6. Mitglieder der Naturfreunde nehmen unbedingt die Legitimation mit. Anmeldungen Wege» Nachtlager notwendig!"Es fübrt Strnad. Deutsche BolkSstnggemeiude, Prag. Dienstag," den 18. Mai 1987 Gesangsprobe ab 7 Uhr Frauen, ab 8 Uhr"Männer. AuSschuss-Sttzung um 7"Uhr im Probelokal.."" freier Verkauf, Abonnement aufgehoben.— Samstag 014: Parstfal, Festspiele II, Gastspiel Alexander KipniS, D..— Sonntag 714: Das Spitzentuch der Königin, B 2., Wochenspielplan der Kleinen Bühne. SamStag 8: Warum lügst du, Cherie?— Sonntag 8: Der Nächste, bitte!, 8: Matura, volkstümliche Vorstellung. — Montag 3: Unentschuldigte Stunde, 714: Pygmalion, neuinszeniert.— Dienstag 8: Mond über dem Fluss, Bankbeamte I und freier Verkauf.— Mittwoch 8: Pygmalion, Bankbeamte II und freier Verkauf.— Donnerstag 8: Ein idealer Gatte, Gastspiel Leopold Kramer.— Freitag 8: Mond über dem Fluss, Theatergemeiiide des KulturverbandeS- und freier Verkauf.— SamStag 8: Ein idealer Gatte. Gastspiel Leopold Kramer.— Sonntag 10 14: Veranstaltung der Mnsilakademie, 8: Firma,.8: Pygmalion. st«- ..Aeltestes,Haus am Platze"• Mäßige!Preise' Konstantinsbad (das Idyll Böhmens) heilt. Rheuma, Gicht,, Herz? und Frauenleiden. schasst Gesundung und Lebenskraft: durch vorMliche Vjoor-., Kohlensüure« und Schwefelbäder, Herrliche Spazteraünge und AuSslÜge. Billiger und schöner Sommerausentbalt. Kreibad, Spurt« und Tennisplatz. Eröslnuna am 18. Mat 1037.: Prospekte und Ansraaen durch das Gemeindeamt. 4122 Wald-Sanatorium Dr. Scfuudn^urg-,^uefcmanid Schlesien Erstklassige, physikalisch-diätetische Heilanstalt für innere, Nerven- u. Stoffwechsel-Krankhelten Mäßige Pauschalkuren 4125 MdliinadSeim Oltitftr. UlltftaM Nordmähren Seehöhe 650 Meier unterhalb des Spieglitzer Schneeberges. Da» Erholungsheim ist mit allen Anforderungen moderner.Hygiene anSgestattet— Elektro-, Hydro-, Licht- und Inhalations-Therapie"— Diätkuren— VerpflegStosten 80 Xi täglich. Bei Kassenmitgliedern gewährt die Zentral- SoziaivcrsicheruiigSanslalt 88% bis 60% Beiträge. Anmeldungen und Auskünfte erteilt BezirkSkrankenverstchermigS-Anstalt Mähr.-Schönberz. 3968 Bez u gsbedi N gu ngrn: Bei Zustellung in» Haus oder bei Bezug durchdie Post monatlich Xi 16,"-^, bierteljährlichMö 48.—..Halbjährist'Ki 06.— ganzjährig Xi 182.—.—Inserate werden laut. Taris billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlass.--- Rückstellung von Mannskrtplen ersolgtlssiur bei Einsendiiyg her Retpurmarkeh...— Die ZeittingSkrankatur wurde von der Post« und Ttle»!. graphendirektion Mit Erlass Nr.- 18.800/Vl 1/1080. bewilligt,— Druckerei:.^Orbis"? Druck-, Verlags« und' Zeiwngs-A.-G. Prag, Nlme In Prager Lichtspielhäusern ,, Uranio-JlinB:„Pensionat der Zarin", Lustspiel mit Cebotari, Alexander. Petrovich usw.— Adria:„Der Weg zum Ruhm.""(A.)— Alsa: „Silhouetten."(D., Regie W.Reifch.)— Apollo: „Leichte Kavallerie."(D.)—Avion: Neue farbige Grotesken.(A.)— Beränek:„So endet die Liebe." (D", Wessely.)— Fenix:„Die Frau seines Bru- ders.(A.)— Flora:„Der Vagäbunbenkönig" (A.. 2. 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Rohrer, Brünn.:(Hährlich sechs Hefte',.BezunspreiS".8h"XÜ.-)Einem.lgu"gegefühlteu' und mehrfach ,geSnsserteii Bedürfiiis entsprechend er. scheint hier die Zeitschrift für den Tschechischunterricht. Sie will, wie die Einführung der Herausgeber i" gemeinsamer Arbeit die Didaktik und Metho- d« der Tichechtschunterrichtes an allen- Schularten ausbauen und zugleich Kenntnis der tschechischen Sprach« und Kulturentwicklilng vermitteln. Im vorliegenden ersten Heft untersucht-Dr. Engen Lem. 6" ll'Praa die Voraussetzungen hes Tschechisch. Unterrichts, in. der Sckiülerpsychologie. Dr. Walther ff>h Vst««Aussig: gibt ausführliche und sehr hiauch. /PA i>ie Wortschatzgewinnimg und -pflege im Tschechischunterricht, an deutschen Handels- lehranstalten. Dr. Josef Wi kling er.Eger zeigt die im ,deutschen-Sprachgebiet von den-Städten,mit gemischter oder grossenteils tschechischer Bevölkerung grundsätzlich verschiedenen Erfordernisse des Tsche- chischtmterrichtes und Dr. Eduard Eisenmeier. Rrichenyerg gibt eine ausführliche Anleitung zur Vorbereitung auf die-»ach per neuen PrüfimgSörd- tiittlss^ahäuhältenden Lehrbesähigungsprüfnngen- für den Miechlschunterrlcht an Volks- und Bürgerschulen. Die R u n d s ch a u bringt eine eingehende Würdi- gung des vor kurzem verstorbenen bedeutenden tsche. ZMen/Historikers Josef Pekalund zeigt-die Rolle-seiner Geschichtsauffassung, im tschechischen GetsteSleben.— Der Dienst an der geistigen Grundlegung deS Tschechischunterrichte» und am Ausbau seiner.Methodik, den diese Zeitschrift leisten will.-sist der Mitarbeit aller wert undkommtgewiss den"ausübenden- Und werdenden Tschechischlehrern- aller Schulgattungen zugute. tess» Hotel Smetana Badtüha