7 Sozialdemokrat gentralorga« der Deutsche« sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit«««natzme da»«s»t»g tNgttch frLH/ Eknzelprek« 70 Helles Redaktion und Verwaltung-Prag XII., Fochova S2- Telephon 58077- Herausgeber: Siegfried Taub- Verantwortlicher Redakteur: Karl Kern, Prag 17. Jahrgang Donnerstag- 20. Mai 1937 Aus dem Inhalt: 9000 ungültige Ehen in der Slowakei SdP als Advokat des Dritten Reichs Ein Kardinal gegen das Dritte Reich Arbeitsmarkt In Nordbühmen gebessert Nr. 117 Wr der Lösung des Donau-Problems? iungen Litwinow-Delbos ein bedeutendes Ereig» nis darstellen. Diese Verhandlungen wären an und für sich lein bemerkenswertes Ereignis gewesen, wenn nicht der Wink Deutschlands mastgebend gewesen wäre, der eine Revision des fran- zösisch-russischen Paktes als Voraussetzung für einen neuen Westpakt verlangte. Delbos habe Litwinow versichert, dah eine solche Revision von Frankreich nicht gewünscht werde. Diese Versicherung ist auch vom russischen Standpunkte wichtig, dah sich in Moskau in letzter Zeit ge- wisseZiveifel gezeigt hatten. Obzwar Delbos nicht an ein gesamteuropäisches Abkommen glaubt, das militärische Sanktionen' gegen den Angreifer allgemein und automatisch eintreten läßt, wird dennoch in dem offiziellen Schluß- lommuniqut von„der Organisation des unteilbaren Friedens innerhalb eines Statuts der kollektiven Sicherheit" gesprochen. Paris habe auf der anderen Seite die Sowjetunion er» nähern. Sie konnten feststellen, daß Amorebieta durch Explosionen und Brände stark beschädigt ist. Di« Stadt liegt ständig unter dem Gewehrfeuer der Basken, die auf den die Stadt beherrschenden Höhen stehen. Wegen dieses Feuer» konnten die Journalisten nicht in die Stadt hinein. Die Flammen der Hauptzentren der Feuersbrunst unweit der Kirche schlagen bi» 15 Meter in die Höhe. Madrid. DienStag bi» zur Abenddämmerung herrschte bei Madrid vollkommene Ruhe. Bei Avila versuchten Regierungbabteilungen weiter vorzugehen. Sie drangen in die ersten Häuser der Gemeinde La» Ravas ein.—- Die Truppe» Francos griffen'an der Jarama-Front bei Maranos« an, wurde» jedoch»«rückgeschlagen. Madrid.(HavaS.) An informierten Kreisen wird versichert^ daß General Mia ja schon in der nächsten Zeit zum Oberkommandanten aller republikanischen Armeen und Oberst Rojo zum Generalstabschef ernannt werden wird. sucht, keinerlei neue Beweise der französischen Loyalität zum französisch-russischen Pakt in Form eine» militärischen Abkommens zu verlangen. Man nimmt'allgemein an, dah DelboS hier sehr vorsichtig gewesen war und Litwinow anS- einapdergesetzt habe, dah ein solches Ueberein- lommen in der gegenwärtigen kontinental-politischen Lage Deutschland einen Vorwand fiir eine jähe Aktion geben könnte. DaS ProblemdeS Donauraumes halten die Franzosen für besonders delikat. Frankreich hat sich in der Frage des Donauraumes zu einer definitiven Stellungnahme entschlossen. Ein Angriff Deutschland» auf die 82R würde von Frankreich al» Casus belli erachtet werden. In Pari» herrscht der Eindruck vor, däh England sich der Bedeutung der Aufrechterhaltung des Friedens Im Osten bcwilht ist. Grohbritannien soll angeblich im gegenwärtigen Augenblicke, so heiht e» in dem Artikel schließlich, von der Haltung Deutschlands befriedigter sein als zuvor. Die Franzosen teilen diese Auffassung nicht; sie glauben, dah Deutschland seine gegenwärtige Haltung aufgeben und zu neuen intensiven Rüstungen übergehen werde. Man nimmt allgemein an, daß der Besuch k e k» e ö e f,» d e r e p»l i t i s ch e B e d e u- tung habe und die Bemühungen zu einer Annäherung Ungarn» an die Tschechoslowakei und Rumänien» nicht störe» werde. Geschenke Bukarest. Wie bekannt, hat Ministerpräsident D r. H o d j a dem Kronprinzen Mihai, Großwojwoden von. Alba Julia, zur Erinnerung an dessen Aufenthalt in der Tschechoslowakei ein. Motorboot geschenkt. Diese» Motorboot ist nunmehr in Bukarest eingetroffen. E» tvird dem Kronprinzen' nach dessen Rückkehr gu» dem Auslandevom tschechoslowakischen Geschäftsträger in'Bukarest Legationsrat Dr. Koree feierlich übergeben werden. Der tschechoslowakische Geschäftsträger in Bukarest Dr. Koree übergab dem königlichen' Hof- syarschallämt eist für König. Carol besMmte» persönliches Geschenk deStschechoslowäkischen La n d w i r t s ch a f t S m.i n ist e r S Dr) Za- dina. Das Geschenk, weicht» eine Erinnerungqn den Landaufenthalt deS'Königs Carol in'Mähren darstellt, besteht au» einer Sammlung seltener Jagdhörner. Basken behaupten sich dicht hinter Amorebieta Nachdem da» für die Flugangrtff« ungünstige Wetter den Basken eine kurze Kampfpause verschafft hatte, setzten DienStag die barbarische» Luftangriffe unter Kombination von Bomben-' wnrf. Pid. Maschinengewehrkruer auf«.nem>--kr,,.uny.«rEich«eu, daß, der. heldenmütige Beete« diger, waffemechnifch fast hoffnungSlo» Unterleßtn,' wieder an einigen wichtigen Punkte» weichen mußte: Bilbao rückt bereit» in den Feuerbereich der Artillerie Mola» und an einzelne» Stellen haben die Bortrnppen der Rebellen stch auf 16 Kni. dem Rand der Stadt genähert. E» hängt nun alle» davon ab, ob die Betonstellungen der Babken, die den letzten LerteidigungSring darstellen, dem Bombenwurf und der schweren Artillerie der Deutschen besser standhnlten- werde», al» die Feldstellungen. Immer dringend«.wird.auch der Nachschub von Jagdfliegern, die von Madrid zur Berfügung gestellt werden müßten.— ES findet starke Beachtung, daß Papst PiuS XI. einige laSkische Prioster, die mit Erlaubnis der Regierung nach Rom gereist sind,!in Castel Gandolf» empfangen hat.. Bild a o.(Reuter.) Aufständischen-Flug- zenge bombardierten und beschossen au» Maschinengewehren einige Gemeinden in d« Nm- gpbung von Bilbao, insbesondere Baraealdo. Sie warfen zahlreiche Explosiv- und Brandbomben auf da» Dorf Gaidaenno ab, da» auf der Straße von Amorebieta nach Bilbao liegt. Durch eine große Bombe' wurden zehn Männer, Frauen und Kinder getötet. 84 JnnkerS-Bombenflugzeuge und eine große Zahl von Heinckel-Flugzeugen bombar- dierten die Stadt Munguia, auf die sie viele Explosivbomben abwarfen. Durch heftige» Artil- leriefeuer nnd Beschießung au» d« Luft gelang «»den Aufständischen, da» Santander-Bataillon vom G o n d r ä b e r g e, südlich vom Aata- Gipfel, zu vertreiben. Die Basken verstärken nun- mehr ihre Berteidigungsstellungeu bei Munguia. Amorebieta.(HavaS) Bier Kriegs korrespondenten, ein Engländer, ein Amerikaner und zwei Franzosen, davon ein Vertret« de» Ha- vabbüro», hatten die Möglichkeit» unt« dem Schutz einer Gruppe von Requett», stch Amorebieta»« Der Königsbesuch In Budapest Mittwoch vormittags trafen d« König Viktor Emanuel III. und die Königin Elena von Italien in Begleitung ihrer jüngste» Tochter, der Prinzessin Maria von Savoyen, sowie eine» großen. Gefolge-^ in dem stch auch der Außenminister Graf Eiano befindet, in.Budapest zu einem viertägige» Besuche ein- Auf dem Bahnhof wurden die italienischen Gäste von Horth», auf dem Musssliniplatz von.den städtischen Behörden»e- grüßt, von Leibgardisten eskortiert, fuhren die Gäste in fünf- nnd yirrspännig bespannten Gala- wagen auf die Königliche Burg in Ofen. Al» sie die Donaubrücke überquerten, feuerten die dort ankernden Monitore Salutschüsse ab.. Auf der Burg wurden Rationaltänze von einem in Ratio», naltrachten gekleideten, 8YY Mitglieder zählenden Ballett ä'nfgeführt, Bei Hörthy sand, ein Diner für' die Mitglieder: der. königliches Familie, bej. Daränfti tineS M. htr Gefolgschaft statts, Dip Stadt war mit ungarischen und. italienischen s übrillen».in den Farben identischen) Fahnen beflaggt.'' Pari»«- Konferenzen Mimidts, Westmadite wollen die Initiative ergrelien/ für Dcmokratlslerund Oesterreldis Pari». Nach dem DienStag, welcher m Pari» im Zeichen der sowjetrusstsch-französtschen Unterredungen stand, steht nun der Mittwoch i m « r f r a n, ö s i s ch. S st e r- r e ich i s ch e n U»t e r r e d«» g e n. Die Pressekommentare sind Sstttreichischen Fragen ge- Widmet. Alle Blätter erinnern daran, daß Frank reich ein aufrichtiger Anhänger der Unabhängig- keil Oesterreich» ist, daß e» seine Freundschaft zu Oesterreich durch Taten und'uneigennützige Hilfe bekundet hat und es stet» an der Seite Oesterreichs bei dessen"Streben nach.Annäherung an die Rach- barn stehen werde.' An sozialistische» Stellen Frankreich» wird sine lebhafte Zustimmung zu dem Leitartikel de» Direktor» de» Blatte»„Popoulaire" Bracke, ,,Oesterreich und die Demokratie", geäußert. Bracke sagt; Frankreich und England könnte» Oesterreich eine, grösser« Stütze gewähren, wen» Oesterreich wiederum den We» der demokratischen Freiheit betreten würde. An informierten politischen Stellen glaubt man an die Möglichkeit einer gemeinsamen bald qrfolgende» englisch- französischen Erklärung, welche de» mitteleuropäische» Staate» eine engere.« t r t s ch a.f t l i ch e Susan,- nttnarb eit anempfehlen wird. Gleichzeitig Wird auch angeführt, daß England bereit' sei, auf dir MeistbegünstigungSklausel zu verzichte», fall» i^efierrtäch nnd Ungarn eine größere Zusammen- arbeit auf wirtschaftlichem Gebiete mit d« Tsche choslowakischen Republik verwirklichen.. •*' 1 London. Auf der Empire-Konferenz ge langen nunmehr u. a. auch die europäische» Probleme zur Behandlung,.welche eine ein heitliche Berteidigungspoli- t i k Großbritanniens und der Do minion» erfordern. Der diplomafische Korrespon dent de»»Daily Telegraph" schreibt, die Gefahr liege am.Mittel«eer, könne sich al« auch nqch anderen Stelle» Europa» vttpflanzen. Da- h«. müsse» im Wege der Empire-Konferenz die Dominien informiert und befragt werden, wie weit E» g.l a n d in der S i ch« r u n g der Lage in M i tte l e« ro P a gehen darf. Vor einer faschistischen Offensive auf Wien „News Chronicle" veröffentlicht eine Infor mation Vernon Bartletts, derzufolge in der nächsten Zeit mit einer Steigerung der it a li e nischen Aggressivität im Don au raum zu rechnen sei, e» wäre denn, daß Pari» und London sich bereit erklären wür den, den mitteleuropäischen Statu» quo zu sichern.'■ Der Druck Berlins auf den Wiener BallhauSplah, Nationalsozialisten in die österrei«. chische Regierung aufzunehmen,' dürfte sich in der nächsten Zeit gleichfalls steigern. Dazu fei',in Erwägung zu ziehen, daß die neue öster reichische. Luftwaffe'ausschließlich reichsdeutschen Ursprungs sei. und die JunkerS-Bomber und die Hrinckel-Kampsflugzeuge eine' gewisse Abhängig keit« Oesterreichs von Deutschland schaffen.Außer- dem.wurde bekannt, daß Mussolini den.österrei chischen Bundeskanzler Dr. Schuschnigg'dahin in formiert habe, daß künftighin mit keiner italieni schen Aktion an der-Brennergrenze zu rechnen sei für den Fall, daß Deutschland irgendwelche Oesterreich betreffende Aktionen unternehmen würde. Demgegenüber besteht jedoch einige Hoff nung auf. den Abschluß' von. Nichtangriffs-Pakten zwischen Wien, Budapest und Prag. Der Karre- sponßent rät. der. österreichischen Regierung aber auch, in absehbarer Zeit« mit der österreichischen Arbeiterschaft: Frieden zu schließe» und die Ein setzung eine» sozialdemokratischen»Izebürgermei- sters in Wien zu« ermöglichen. Es sei allerdings damit zu rechnen, daß. die».von Rom und« Berlin vereitelt werden, könnte.' Russenpakt und Donauraum .■ 7 ttnwr^wberschrift„Dit 8ük^nft■■■ 1’•‘■■ Der Frieden von Westminster Maximilian Harden hat i» den Jahre» leidenschaftlicher Distussion der KriegSschuidsrage immer wieder behauptet, eS wäre uie zum Kriege gekommen, wenn 1Ü14 ein geschickter deutscher Kanzler— er dachte an Bülow— Wilhelm II. bewogen hätte, eine große Konferenz von Polentaten und Ministern nach Kopenhagen oder sonst- lvohin einzuberufen und sich mit dem Oelziveig deS Friedensstifters statt mit dem Vorschuß-Lorbeer des Weltkriegssiegers zu krönen. Und der österreichischen Regierung hat man, sicher>nit Recht, vorgeworfen, daß sie höfischen Jntrigauien und einer bestimmten Clique zuliebe das Begräbnis des ermordeten Thronfolgers zu einer„Leiche III. Klasse" gemacht und die angekündigten Staatsbesuche abgesagt hat, in deren Folge sich vielleicht eine friedliche Lösung ergeben, eine Form friedlicher Genugtuung für Oesterreich gefunden hätte. Wir wollen mit diesen Beispielen sage», daß die großen StaatSfe st lich leiten oft einen diplomatischen Nebenzweck verfolgen, oft einen politischen Sinn haben und nicht zuletzt zu den friedensstiftenden Ereignissen gehören, als ein Teil seines bunten Getriebes und Betriebes von Kongressen, Reisen, BerbrüderungS- szenen, Sportkämpfen und Besuchen, aus denen nun einmal in dieser Zeit das sogenannte gesellschaftliche Leben besteht. , Auch, der Krönungsrummel von London war von intensiven politischen Beratungen begleitet' und was bisher als Ergebnis der Konferenzen und Gespräche bekannt geworden ist, erfüllt dieeings- schüchterten Und vor dem Kriege bangende» Zeitgenossen mit neuer Hoffnung. DaS Zeremoniell in der Westminsterabtei'hat soviel« einflußreiche Staatsmänner aus den verschiedensten Ländern und Lagern zusammengesUhrt, daß schon dadurch ein allgemeiner Meinungsaustausch ermöglicht wurde, zu dem n>an sonst schwer gelangt. Die Atmosphäre des Krönungsfestes trug dazu bei, daß man einander höflicher begegnete, als es sonst der Fall ist, stenn man über Politik spricht. Die Patronanz deS British Empire, unter der sich alle Aussprachen und Verhandlungen vollzogen, gab den Beratungen ganz von selbst die ungefähre Richtung der englischen Politik. Im MUtelpunkt der Beratungen stand das m i ttel europäische P r o b l e in. Die Anwesenheit de» Ministerpräsidenten Dr. H o d j a war sozusagen ein Programm. Hodja ist seit Jahren als der Wortführer der donau-europäischen Einigungsbestrebungen bekannt, von ihm stammen die konkreten Vorschläge für eine wirtschaftliche Annäherung der Donaustaaten untereinander, er gilt als der berufene Staatsmann,.die Länder der Kleinen Entente'den beiden Donaustaaten des Römischen Blocks, Oesterreich und Ungarn anzunähern. Es ist der Borteil Dr. HodZaS, daß er nicht von einer Doktrin herkommt, daß er die Dinge von der Seite der wirtschaftlichen und politischen Realität her sieht, daß er gewisse Probleme erkennt, die der Raum, die Geschichte, die objektiven Bedingungen deS staatlichen und zwischenstaatlichen Leben» vorzeichnen. So hat er die Notwendigkeit erkannt, zunächst einmal,. um den Brandherd Mitteleuropa zu löschen, jenes Vakuum zu beseitigen, in daS.wie in einen atmosphärischen Hohlraum seit 1918 von allen Seiten die Stürme einfallen. Nur ein geschlossenes Mitte l e il t e p a, lautet Hodjas Formel, werde mit Deutschland als Macht zu Macht und ohne die Gefahr, in Vasallität zu geraten, wirtschaftlich und politisch verhandeln können. Es scheint, daß der österreichische Außenminister Dr. Guido Schmidt ebenso wie' die französischen und englischen Politiker, die in London über Mitteleuropa verhandelt hicken, den Gedanken Dr. HodZaS größeres Verständnis entge- gengebracht haben, als dies.bisher der Fall war. Vielleicht hat auch Herr K a n y ä den Eindruck nach Budapest mitgenommen, daß Englands Ziel nicht die großmagyarifche Revision Mitteleuropas, sondern die Befriedung durch Verständigung, Annäherung, jn weiterer Sicht Föderalisierung ist. Man darf annehmen, daß man seit Londoy in. den Donaufragen einen guten Schritt. westergekom« mm ist,......•.'.'. Nicht minder wichtig aber waren die Verhandlungen, die der deutsche ReichSkriegSmiUister und OberkoNustandant der Wehrmacht, der Gene- Sitte 2 Donnerstag, 20. Mai 1037 Nr. 117 ralfcldmarschail Bio m b erg in London geführt bat. Schon die Entsendung Blombergs— statt Görings, der doch so sehr auf den Glaus der Krö» nungstage gespitzt hat— und die Betrauung Blombergs mit diplomatischen Aufträgen bewei- scn, daß die Reichswehr nach den angstvollen Stunden, die ihre leitenden Männcr iin vergangenen Winter und in diesem Frühjahr durchlebt haben mögen, das Bedürfnis empfindet, die desolate Außenpolitik der Rosenberg—Goebbels—Göring—Ribbentrop—Heß durch militärischen Eingriff ein wenig in Ordnung zu bringen. Blomberg lonute sich in seinen Gesprächen mit General G a m c I i ii, mit den englischen Staatsniännern und Militärs, konnte sich als Zeuge der Konferenzen Dr. Hodjas und Dr. Schmidts, Delbos und Litwinows ein Bjld von den Absichten Westeuropas und insbesondere Englands machen. Ec wird gemerkt haben, daß niemand daran denkt, Deutschland zu„überfallen", dah man für deutsche Wirtschaftssorgen in Loudon um so nichr Verständnis hat, als mau die Gesundung der Weltwirtschaft an die Gesundung der zentralenropäischen Wirtschaft gebunden sieht, aber Blomberg hat ebenio- sichcr erfahren können, daß England n i ck> t geneigt ist, Hitler noch beträchtliche„dynamische" Abenteuer in Mitteleuropa zu»erstatten. So wird Feldmarschall Blomberg in der Meinung bestärke worden sein, die ja in führenden Reichswehrkreisen längst keimen soll, dah Deutschland Im Einlauf fast jeder Sitzung der gesetzgebenden Körperschaften finden sich immer wieder Interpellationen der SdP, in denen angebliche „S ch ä digungen der freundnachbar lichenBe Ziehungen zumDeut- s ch e n Reich" aus irgendwelchen Kundgebungen von Amts- wie von Privatpersonen, aus Pressemeldungen etc. herauSgelcsen und in höchster Entrüstung„angeprangert" werden. Eine ganze Reihe von Amtswaltern der SdP scheint zu nichts anderem bezahlt zu sein, als in den verborgensten Winkeln herumzuschnüsseln, ob irgendeine— vom Standpunkt unserer Demokratie nieist nur allzu berechtigte— Kritik der Verhältnisse im Deutschen Reich nicht am Ende eine Majestätsbeleidigung gegen Hitler oder den Nationalsozialismus enthalte. Ueber diese Läuse- svcherei kann Herr Goebbels nur seine helle Freude habenl So verwendet Herr Senator Weller von der SdP in einer eben aufgelegten Interpellation seine ganze Weisheij.daraus,^usn^nachzutvii- sen, dah« ,Su m'"rtnfB'n d a S Deuts ch"f Reich s'ä u f t'e'i z t", wenn in einem Lichtbildervortxag vor Mittelschülern über den Luftschutz der Vortragende beiläufig erwähnt, dah umgekehrt der Bahnhof von Leipzig und das Regierungsviertel in Berlin als wichtigste Stellen für Luftangriffe in Betracht kämen. Auf eine ähnliche Interpellation„wegen Beleidigung der deutschen Reichskanzlers durch die„Rote Fahne" hat nun der Justizminister dem Herrn Senator Frank die Antwort erteilt, dah die zitierten Ausfälle zwar bedauerlich seien, daß aber die Organe der öffentlichen Verwaltung und die Gerichte nach den bestehende» Rechtsvor- einen Weg aus d e r S a ck g a s s e der imperialistischen und partei-ideologischen. Politik suchen, dah e» Kräfte esttstnckelni muß, dl«' den Einfluh der NSDAP einigermahen aufwicgcn, können, wenn cs nicht in ein zweiter 1914 rennen, soll. Es ivird nicht ganz aus der Luft gegriffen sein, wenn aus London berichtet wurde, Blomberg habe sich wo er konnte und so stark er konntet von Italien distanziert und England die" guten Dienste Deutschlands angeboten. Noch ist es in London zu keinen Vertragsabschlüssen und definitiven Regelungen gekommen. Aller war sondierend, unverbindlich; lag zwischen Privatgespräch und Präliminarvertrag, Dennoch können die Konferenzen, die sich um dar festliche Schauspiel in der Westminster Abtei gruppieren, in der Geschichte der Befriedung Europa« einmal ein wichtiges Kapitel charsteslcn. Schließlich haben auch die vielgeschMahIen Lustbarkeiten der Wiener Kongresses von 1814/15 mancher dazu beigetra- gen, eine seit ztveieinhalb Jahrzehnten vergiftete Atmosphäre zu entgiften und einen Frieden vor- zuberciten, der recht und schlecht dann doch ein rundes Menschenalter angchalten hat. Dar viel- zusehr aus Hah, Schulmeisterei, der Sucht zu strafen und zu verletzen, entstandene Werk von Versailles braucht gewiisermahen nachträglich jene versöhnliche Auflockerung der Gemüter, die anderen Friedensschlüssen vorangegangen ist. fchristen nicht einschreiten konnte», „weil die angeführten Aufschriften keinen Tatbestand einer öffentlich - klagbaren strafbaren Handln» g bilden. Die Beschlagnahme dieser Aufschriften von Amts wegen ist nicht möglich, weil dies zur Voraussetzung hat, daß In dem betreffenden fremden Staate die Gegenseitigkeit g e w S h r l e i st e t ist und die Strasorrfol- gung van dessen Regierung oder dem von der Regierung der Republik anerkannten Vertreter begehrt wird. Diese Bedingungen waren im ge- rügten Falle nicht erfüllt." Dah hier immer die Gegenseitigkeit fehlt— das übersehen die Herren von der SdP geflissentlich l■ Im Dritten Reich kann die gesamte Presse ganze Kübel voll II n r a t auf die Tschechoslowakei ausschiittcn und die dicksten Lügen über die„Bolschelvisierung" der Tschechoslowakei etc. verbreiten, so wird die SdP, bzw. ihre Presse sicher nicht das Geringste unternehmen, um diesem Lügenseidzug entgegen-,, zutreten. Wenn es irgendwie geht, werden diese Sachen eher noch nachgedruckt. Und wie ost tvaren denn nicht schon tendenziöse Meldungen der SdP- Presse ein wahrer Fressen für den„Völkischen B c obachter" oder für den L e i p- zigerSenderi Aber wenn umgekehrt jemand in der Tschechoslowakei über Hitler und sgin Werk auch nur ein schiefe» Wort zu sagen sich getraut, dann fällt die ganze Meute über ihn her und sucht selbst den Staatsanwalt gegen ihn zu mobilisieren. Könnten direkt von Goebbels bezahlte Agenten, die in der Tschechoslo- tvakci sitzen, die Interessen des Dritten Reiches je besser vertreten als es auf diese Weise durch Amtswalter der SdP geschieht? 9000 ungültige Ehen ,-, In der Slowakei, . Der Senat bejahte sich Mittwoch mit einem Gesetzentwurf, durch welchen'nachttäglichdie Gültigkeit der in der Slowakei Und Karpathorußländ zwischen dem 28. Oktober 1918 und dem 13. Juli 1919 nur vor einem Geistlichen geschlossenen Ehen ausgesprochen wird. Wie der Referent 8 i m ä k ausführte, tvar nach ungarischem Recht seit 1894 nur die vor dem zivilen Matrikenfiihre'r geschlossene Ebe rechtsgültige. Erst durch da» tschechoslowakische Gesetz vom 22, Mai 1919. welches am 18. Juli 1919 in Kraft trat, waxden die kl rchltch geschloffenen Ehen den Zivilehen gleichgestellt. Nach dem Umsturz wurden jedoch in der Slowakei bi» zu dem erwähnten. Stichtag 9089 Ehen nur kirchlich geschlossen, da in dieser Zeit die Zivilverwaltung überhaupt nicht ordentlich funktionierte, weil die ungarischen Beamten' vielfach geflüchtet und andere noch nicht zur Stelle waren. Unbegrcifticherweise hat man damals verabsäumt,' sofort die Frage dieser Ehen zu regeln, und hat 18 Jahre verstreichen lassen. So sind über 9000 Ehen ungültig, die.aus ihnen entsprossenen Kinder nach dem Gesetz unehelich. Da» brachte nament, lich in Erbschaftsangelegenhelten den Betroffenen schwere Nachteile, da ja uneheliche Kinder nicht erbberechtigt sind. Leider macht die Vorlage nicht alle Schäden tvie, der gut: Dort, wo in ErbschastSstreitigkeiten und in anderen Stritten au» dem Eheverhältnis schon die gerichtliche Entscheidung nach den gültigen Rechtsnormen ergangen ist, bleiben die Kinder unehelich, bzw. die Ehen ungültig. Die große Mehrzahl der Ehen wird iedoch samt den Kindern legitimiert werden. Die Regelung kann überdies auch die von der Regelung ausgeschlossenen Kinder durch Berard n u n g t e g i t i mi e r e n. Der Ausschuh fordert die Negierung In einer Resolution auf, hier mit dem größten Wohlwollen vorzugehcn. Zu der Vorlage sprach lediglich Frau Vetter, Bekvakovä lNat. Ver.), die in nicht gerade sehr fortschrittlicher Weise gegen da» Ehescheidungsgesetz au» dem Jahre 1919 polemisierte und namens irgendwelcher Frauenorganisationen für eine Erschwerung der EhescheidunLsgründe eintrat. Die'Ausscheidung de» Familienrechtes au» dem neuen Bürgerlichen Gesetzbuch bezeichnete sie eine aufgelegte iingercchtigkeit. Nach Annahme der Vorlage in erster Lesung wurdest die Verhandlungen aus Donnerstag, den 20. d., um halb 12 Uhr vertagt. Aus der Tagesordnung steht ein Zusatzabkommen zum österreichischen Handelsvertrag und die Regierungsvorlage über die Eichung von ärztlichen Thermometern sowie Immunitäten und zweite Lesungen. In der Senatskoalition urgierten die tschechischen Agrarier die Vorlage iibecdiela n d wi risch a s t l i ch e u Borschußkassen, die seit Feber 1986 im Senat anhängig ist. Die Vorlage wjrd jedoch in der vorliegenden Form vonsämt- , sichen anderen Koalitionsparteien ebenso.wie von den zuständigen Organisationen der Sparkassen abgelehnt. Mittwoch befaßten sich die Koali- tionsmitglieder der zuständigen Ausschüsse mit dieser Frage. ES wurde die Einsetzung eines zwölf- gliedrigen Subkomitee» beschlossen, dem u. a. die Genossen Dr. Heller und W e l l a n angehören. Das Subkomitee Wirtz zunächst Gutachten derSparkasscnverbände einholen. Ist die Motorisierung der Bahnen zweckmäßig? Das Eisenbahngesetz wurde Mittwoch In der vom Senat abgeänderten Fassung vom Verkehrsausschuß des Abgeordnetenhauses unverändert Portugal wird auf gerüstet/ Amerikas Geldfürsten unterstützen eine Diktatur genehmigt. Im Anschluß daran wurden im Ausschuß verschiedene Beschwerden, die das Eisenbahn- und das Arbeitenministerium betreffend vorgebracht. So bemängelte S r b a fisch. Soz.-Dem.) den Umstand, daß entgegen den gesetzlichen Vorschriften bisher kein Fahrplan der privaten Autobuslinien veröffentlicht worden sei. Weiter» verlangte Srba, daß den Ausschußmitgliedern die Bestchtsgung de» neuen Flugplätze» in R u z y n i ermöglicht werde, ein Verlangen, da» der Vorsitzende auf die Besichtigung de» Gelände» der geplanten Talsperre bei Stkchovice erweiterte. Tichy(Nat.-Soz.) urgierte die Einbeziehung MährifchOstrauS.in den Flugverkehr. Da die Stadt so verschuldet ist, daß sie keinen Flugplatz errichten kann, sollte der Staat die interessierten Ostrauer Unternehmungen heranziehen. Auch hinsichtlich der Vorkehrungen der Staatsbahnen zur klaglosen Abwicklung der- gesteigerten Güterverkehr» äußerte Tichy Befürchtungen. Weiter» erklärte er. die Eisenbahnverwaltuna sollte bei der weiteren Motorisierung de» Betriebe» sehr vorsichtig vorgehen; die Erfahrung habe gezeigt, daß der „Blaue Pfeil" und der„Slowakische Pfeil" sich nicht bewähren und ost in Reparatur stnd. Schließlich wurde das Präsidium beauftragt, mit den beiden zuständigen Ministerien für die nächste Sitzung entfprechende Berichte zu vereinbaren. Der Prästdent der Republik empfing Mittwoch den Vorsitzenden der Regierung, Dr. Milan H o d Z a, und hierauf die Vertreter des Zentralverbande» der tschechossowakifchen Studentenschaft. Weiter» empfing der Präsident,den Direktor der Zeitung„Post u l a i re", Louis Löwy, und sodann den neuernannten Gesandten für Venezuela, Dr. Jaroslav Nostäk in WschiedSaudienz. Ebenso empfing der Präsident' den bisherigen' jugoslawischen Militärattache in Prag, Oberst de» Gcncralstabe» Dragol- jub M i h a j l o b i t, in Abschicdraudicnz. 22 Kandidatenliste» in Kascha». Am 23. Mai finden in Zaschau Gemeindewahlen statt, zu welchen bis Sonntag 22 Kandidatenlisten überreicht wurden. Diese Zersplitterung hat darin ihre Ursache, daß einige Parteien mehrere Kandidatenlisten aufstellen. So z. B. geht die Gewerbepartei in vier Gruppen zur Wahl. Kulturabkommen mit Dänemark. Der Minister für Schulwesen und Volkskultur Doktor Franke unterzeichnete am Mittwoch in Kopenhagen gemeinsam mit dem dänischen Unferrichts- I Minister Iorgensen das tschechoslowakisch-dänische 1 Kulturabkommen,, Liebesdienste der SdP ilir das Dritte Reldi Das Herumsdiiinileln natu„Beleidigungen des ruhrers“ — der neueste Sport der SdP Parlamentarier JUNGES WEIB d VERONIKA ROMAN VON MARIA GLEIT Wie er am Fluß hinhasteie, Arnold Bannholzer, immex am Fluß, an einem Wehr vorbei, über Wege stolpernd, über Schranken, ivie einmal ein Zug die Landstraße überguerte, wie sich die Schranken wieder össnen und wie er den Pfiff einer Lokomotive vernahm: so ivar Jeannette ihm gegenwärtig, war ihm nah, und so gehörte sie in diese Stunde. Da hing es vor ihm, schaukelte gespenstisch aus den Bäumen, das bleiche, todgeweihte Gesicht. Der letzte Nachmittag mit ihr, er zerspaltete das Dunkel dieser Nacht, er trieb sich tvie ein Keil leuchtend in die Finsternis. Und Sonne floß, auf das Gesicht Jeannettes, die Lider lagen schwer und in unendlicher Geduld auf ihren Augen, die Hände waren still und weiß, nachdem sie ein letztes Mal das Letzte taten, was cs noch für Jeannette zu tun gegeben hatte auf dieser Welt: nun lag eS in seiner Hand, und er verwahrte es fast wie ein Heiligtum in seiner Brieftasche, das verblichene, alte Bild, die verwischte, kleine Photographie, die Jeannette darstcllte als halbes Kind in der heimatlichen Tracht. Nie hatte er das Lächeln vergessen können, das ihr Gesicht durch- gliihte, als sie das Bildchen umgedrcht und mit ihren großen, steilen Buchstaben beschrieben hatte. Und wieder lag sie, fertig mit dem Leben, zu Tode erschöpft, in den Kissen und lächelte nicht' einmal mehr, als er ihr einzureden versuchte, alles werde doch nun gut, dieser letzte Versuch, den sic selbst unternommen hatte, er müßte glücken.,.• lächelte Nicht einmal mehr, weil sie eS besser wußte. Und wieder sah'er Truckenbrott. Und hörre die verhaßte, schneidend scharfe Stimme:„Ich möchte einen Augenblick allein mit Ihnen sprechen, gnädige Frau..und spürte die Feindseligkeit des Blicks, als Truckenbrott sich leicht verbeugte:„Herr Dr. Fleith tvird die Freundlichkeit besitzen..." Jeannette aber hatte e» nicht gewollt., Jeannette hatte ihn angeflcht, Tag und Nacht und jede Stunde und Minute bei ihr zu bleiben, bis es vorbei sein würde... Oh, dieser Truckenbrott, Professor Truckenbrott, der berühmte Mann, die Kapazität auf dem Gebiete der Krebsforschung und der Chirurgie, wie klein war er geworden vor dieser Frau. Er, der über alle hinwcgsah, dem niemals eine Frau etwas bedeutet hatten er wollte nun die eine, die sich niemals haben ließ: Jeannette, die Frau der, französischen Botschaftssekretärs, Jeannette, die eine unglückliche Liebe hatte zu diesem Dr. Fleith l Jeannette, die sich dem Schutze eine» ebenfalls Verzweifelten,' Unglücklichen, dem Schutze des Mannes Arnold Bannholzer airheim- gabi.•.'■ Wo sie auch auftauchte, geschah das Außergewöhnliche für Jeannette, Sie war nicht schöy, aber sie machte atemlos, wenn man ihr gegenüberstand. Sie war kühl und sehr verwöhnt, und sie hatte gewußt, daß sie den Tod im Leibe trug, aber sie fürchtete ihn nicht, weil das Leben' ihr wenig wog, und so ließ sie ihn wachsen,'und so taumelte sie noch einmal durch alle Vergnügungen und alle Freuden und über alle Höhen de» Daseins, ohne etwa» gegen ihn zu tun. Bis sie auf diesen Menschen traf, irgendwo auf Dr. Fleith, und bis sie wieder leben wollte, bis das Grauen sie, packte vor dem Nichts, bis sie.sich an ihn klammerte und er mitgerissen würde von diesem Wahn, von dieser Sucht: nur zu leben, zu leben, leben'zu dürfen und alles dafür auf sich zu nehmen, jede Gefahr,.'. Jeannette hatte sich bei Professor Truckenbrott ausbedungcn, von ihrem eigenen Arzt in seiner Privatklinik behandelt werden zu dürfen. Ihr eigener Arzt hieß Dr. Fleith. Truckenbrot: gestattete es, doch war ihm dieser Dr. Fleith von Anfang an unsympathisch, ein Dorn im Auge, er duldete ihn nur. Wenn Truckonbrott, dieser im letzten Grunde unbarmherzige Mann, jemals ,von einem Gefühl beherrscht gewesen war,, dann von der Naturgewalt der Liebe zu Jeannette: Hart und fordernd, begehrend und dem Wahnsinn nahe, hatte er sich in die letzten Woche» ihres Leben» gedrängt. Genau wie Dr. Fleith, stütz kraftvoller, nur schärfer, nur unnachgiebiger hatte er gegen daS Schicksal gewütet, da» sie ihm in den Tod entreißen wollte, ohne daß sie ihm auch nur mit einem Gedanken, einem Lächeln, einer Hand« bewegung gehört hatte,— hatte gewütet nicht mit der-wahnwitzigen Hoffnung, dieses Schicksal zu besiegen, sondern in der Erkenntnis, daß cs unbesiegbar war..Und war iin tiefsten darum auch zerstörter am Totenbett Jeannettes, zerstörter als ihr Wann, der nicht begreifen wollte, daß Jeannette nicht mehr lebte, zerstörter als Dr. Fleith, der diese» Totenbett wie ein Aussätziger mied, zerstörter als er selbst, den Truckenbrott mit unversöhnlichem Haß dieses Tode» bezichtigte... Oh, ewig in die Verdammnis gestoßen der Mensch, dem der Brand der Liebe da» Herz zerfrißt, ohne daß er daS geliebte Lebest mitzureiben vermöchte in die verzehrende Glut. Jeannette hatte sich vor Truckenbrott gefürchtet, weiter nicht».' Bannholzer, immer noch amFlüß, Schweiß auf der Stirn,.noch einmal tvägend Schuld an Schuld und Sühne an Vergeltstng, spürte' plötzlich eine Eiseskälte zum Herzen kriechen: da». Gesicht Jeannettes hatte sich vor seinen Augen und in dieser Nacht in das Gesicht Veronikas verwandelt, und wieder schob sich Truckenbrott, fordernd und unbarpiherzig, brutal und voller unerträglich ausgelieferter Verlorenheit' zwischen ihn ustd eine Aräp. Jeannette hgtte er nur beschützt,, indem er immer um sie war, beschützt vor der Gewalt Camillo Truckenbrott,— Jeannette, todkrank, hatte sich nach dem Ende gesehnt, al» sie sahi wie dieser Dr. Fleith an seinem eigenen Mut armselig zue gründe ging, dieser Dro Fleith, den sie dennoch• liebte, unbegreiflich bis zum letzten Atemzug ,.... Veronika jedoch war seine Fraui Veronika stand am Beginn des Lebens und würde am Ende des Leben» sein. Um Veronika hatte er seine besten Jahre hergegeben,' alles Denken, Fühlen, Wünschen, Hoffen kreiste seit eh und je um diesen einen Menschen, diese eine Frau: das Unglück und das Glück, der Himmel und die Hölle, da» Leben un» der Tod hing von ihr ab, und wenn er auch bis jetzt in ihrer Schuld gewesen war, so war die' Schuld nunmehr getilgt,' so standen sie nun auf der gleichen Eben«, Mann und Frau, und wenn die Wunden auch brannten, sollten sie denn nicht vernarben können?.' Er stöhnte auf,' er fühlte eS, sie würden nichr vernarben. Auch die Jeannette war nicht an Kehl- kopflrcbs gestorben, auch die Jeannette war nicht gestorben, ivell sie nach den Phiolen mit dem neuen Heilserum gegriffen hatte: Jeannette war gestorben, al» ihr der Glauben verloren ging an diesen Dr; Fleith. Da konnte Truckenbrott nun mit den' noch halbgefüllten Phiolen und.verbrecherischer Fahrlässigkeit" argumentieren«'— in diesem inneren Bereich dcS LcbenS wußte keiner so gut Bescheid wie Arnold Bannholzer,' der Mastn,' der'an diesem Abend den Glauben an seine Frau verloren hatte ustd darast zu Schändest- gehen würde. Der Fluß strömte; unablässig,.gurgeln», tröstend... Nun war es Zeit wohl;'alle» zu verlassen, nachdem in einem nie geahnten Maße alle» ja verloren war. Er sah sie vor sich; wie sie schluchzest würde.' Veronika, die einzige,-in tausendfacher Qual und Glut geliebte'Frau. Ach; besser dieser rasche,' tiefe Schmerz des Unabänderlichen für Veronika, als jetzt, MhchMÄN'im gestorbeneSLebestniit''. ihr. Alle» hatte er ertragen, da» ihm diefe Liebe zu Verostika guferlegt Hatter doch daß sie enden könnte understickt'wordcn warvon iHv selbst; da» hätte nicht geschehen dürfen, da» nicht .(Fortsetzung folgt.), Nr. 117 Donnerstag, 20. Mat 1837 Lette 8 Hermann-Löns-Denkmal In Trautenau Dieser Tage wurde in Trautenau ein Denkmal für den Dichter Hermann Löns enthüllt. Das Denkmal, das wir hier im Photo wiedergeben, stammt von dem Bildhauer B. Schwandter. Neuaufnahmen in den Elsen* bahndlenst— Informationsdienst für deutsche Anwärter Die Aufnahme von Beamtenanivärtern für die zweite Dienstklasse im Eisenbahndienst dauert an. Die AufnahmSbedingungen wurden dahin gemildert, dass jetzt auch solche Bewerber berücksichtigt werden, die auf dem Maturazeugiiis bzw. auf den beiden letzten Semestralzeugniffen drei genügende Noten aus den Pflichtgegenständen äufwei- sen. Eine vierte genügende Note zu pardonnieren behält sich das Eisenbahnministerium in besonders begründeten Fällen vor, sofern die kompetente Bahndirektion den. Antrag stellt. Ausgeschlossen von der Aufnahme sind Bewerber, die die Matura nur mit Stimmenmehrheit abgelegt haben. In den Eisenbahndiensr werden jetzt ferner etwa 30 Bauingenieure, Bahnmeisteranwärter und- Lokomotivführeranwärter aufgenommen. Eisenbahnersöhne haben bei der Aufnahme in alle vier vorgenannten Kategorien den Borrang. Für die deutschen Bewerber haben die deutschen Eisenbahnergewerkschaften bzw. Befände einen Informationsdienst eingerichtet. Sie veröffentlichen jetzt.auch fortlaufend und ausführlich in ihren Fachblättern die einschlägigen Aufnahmsbe- dingungen.(DND) Staatspolizei nach Saaz. Seit längerer Feit spricht■ man davon, dass nach Saaz ebenfalls Staatspolizei kommen wird. Nun traf Samstag, den 10. Mai, eine Kommission aus Prag ein, welche verschiedene Gebäude besichtigte, in denen die Staatspolizei vielleicht untergcbracht werden könnte. Da dort schier unüberwindliche Schwierigkeiten bestehen, trägt man sich mit der Absicht, ein neues Gebäude.zur.Unterbringung aller staatlichen Aemtcr zu errichten und der Staatspolizei das Gebäude, in dem heute die Bezirlsbchörde amtiert, zu überlassen. Eine Stadtratsitzung, die Dienstag stattfand, hat sich mit dieser Frage beschäftigt. .„Ein Kabinettstück der Staatspolizei." Wir brachten in der Nummer vom 13. Mai 1087 die Mitteilung, dass die staatliche Polizeibehörde in Teplih-Schönau die Wortlaute der im Demon- strätionSzug am Tag der Freiheit zu tragenden Transparente„Hand in Hand mit der Sowjetunion und nie mehr einen anderen Weg" und „Mit der Sowjetunion für den Frieden" verboten habe. Dazu wird uns aus Teplih-Schönau miigctcilt, dass ein Verbot dieser Anfschristen von der Staatspolizei in Teplih-Schönau nicht herauSgcgeben worden ist. Um die zweite Aufschrift wurde überhaupt nicht angesucht. Die Staatspolizei habe den Vertretern des Frci- denkerbundeS, die wegen des„Tages der Freiheit" bei ihr vorsprachen, lediglich empfohlen, von der Verwendung des Ausspruches des Herrn Staatspräsidenten für ein Transparent abzufehen. Ein Verbot ist nicht erfolgt. Neuaufbau der Deutschen Tuberkulofensürforge. In der Hauptversammlung vom 18. Mai wurde eine ganze Reihe junger Mitarbeiter in die Verwaltungsorgane berufen. Gewählt wurden: Vorsitzender: Univ.-Prof. MUDr. Karl Wa l k o, als Vorsitzenderstellvertreter: Primarius MUDr. Franz A l t m a n n, als geschäftsführender Vorsitzender: MUDr..?ltaIbcrt Gatter mann, als Schriftführer: Doz. MUDr. AwiS B e u t e l, al» Kassier: Dir. JUDr. Karl Ied- litschka; als Kuratoren: Prim. Dr. Hugo Adler, Aussig; Dir. Max Hammer, Teplitz-Schönm:; Obmann Aloir May, Komotau; MUDr. Rud. Phillip, Tetschen; Jnsp. Jos. Schmidt, Prag; MUDr. Werner Steinitz, Böhm.-Leipa; Prim. Doz. Dr. Franz Bar- dachzi, Aussig; Univ.-Prof. Dr. Rudolf Bczccnh, Prag; Univ.-Prof MUDr. Berthold Epstein, Prag; Univ.-Prof. MUDr. Rud. Jaksch-Wartenhorst, Prag; Senator Theodor Hackenberg, Prag; Sektionsrat JUDr. Ernst Krasney, Prag; Doz. Dr. Leonhard Kraus, Prag; Dir. Dr.'Josef Lippert, Prag;'Prof. Karl Mack, Prag; Oberrat Oswald Oertl, Prag; Univ.-Prof. Dr. Anton Maria Marx, Prag; Dir. JUDr. Jng. Adolf Riedel, Prag; Univ.-Prof. Dr. Hani Roiky, Prag; Univ.-Prof. Dr. Ernst Singer, Prag; Dir.Dr. Schmidt, Prag; MUDr. E. Schöppe, Aussig; Oberschulrat Dr. Richard Schroubek, Prag. Der Arbeitsplan dieses Jahres steht die Errichtung von Zweigstellen in jedem Gerichtsbezirke des deutschen Sprachgebiete- vor, sowie die Errichtung von gut ausgestalteten zentralen Fürsorgestellen- Dadurch wird erreicht, dass das gesamte deutsche Sprachgebiet mit Fürsorgearbeit betreut werden kann und dass auch der Kranke im kleinsten Dorf rechtzeitig Hilfe erhält. Eine Reihe von Tagungen wird auf die Bedeutung der Tuberkulosenfürsorge Hinweisen. Schon am 5. und 6. Juni findet eine Fiirsorgctagung Im Erholungsheim Löschen statt und im Kerbst wird eine grosse Fürforgetagung in Komotau veranstaltet werden. Bom Hilfischülerheim in Reichcnberg, Im Hilfsschülerheim in Reichenberg, der einzigen deut« Gablonzer Theaterbrief Sang» und klanglos endete die Spielzeit 1886/87 eigentlich schon mit Ende März und sand anschliessend durch arbeitsgemeinschaftliche Vorstellungen und Gastspielabende bis End« April eine geradezu klägliche Fortsetzung. Die künstlerischen Leistungen der zweiten Hälfte der Spielzeit standen jener der ersten Hälft«, über di« gelegentlich schon berichtet wurde, noch etwas nach. Die llller- weltS-EcfolgSstUcke' der modernen ustspiel», di« auch hier im Repertoire nicht fehlten, waren noch mit da» Beste und da» ist allerdings wenig genug. Klassiker erschienen nur noch' in Schülervorstellungen, die Opernversuche waren nicht sonderlich zu. beachten. Die Operette, am Novitätenmangel ohnedies leidend, hatte mit Paul Linke» modernisierter„Frau Luna" einen etwa» nachhaltigeren Erfolg. Dass für di« Kreise de» Sonderausschüsse» der Volksvorstellungen eine beachtenswerte Einstudierung von Zuckmaher» „K ö p e n i ck" zweimal in Szene ging, zählt Wohl mit zu den besten Aktivposten in künstlerischer Hinsicht. Auf allzu hohe künstlerische Leistungen der Di-' rektion Richter-Mennig war man gewiss nicht eingestellt, immerhin hatte man sich erhoffen können;' dass ter Betrieb auf solider Basis aktiv durchhalten würde. Jedoch liess das Interesse am Theater auch Heuer wieder ziemlich früh nach, ein Zustand, der durch Serieneinstudierungen noch niemals überwunden wurde. Man griff gegen Schluss zu allen möglichen Und unmöglichen Preisvergünstigungen, selbst' zu Verabreichung von Kaffee und Kuchen, wodurch die Berstimmungen begreiflicherweise nicht geringer Wurden.' El ist leider zu sagen, dass am Ende dieser Spielzeit da» hiesige Theater.auf ein drittrangige» 'Unternehmen herabgesunken' war. Das einzige Beruhigende an dem Zustande mag sein, dass der Betrieb dem Personal gegenüber mit den lbeschcidenen) vertraglichen Verpflichtungen durchhielt, dass der Direkttontvertrag damit ebenfalls endete und die Situation soweit fixiert war, dass die finanzielle Seite nur mehr eine persönliche Frage der. Direktoren blieb und nicht Gegenstand öffentlicher DiSkus- sionen wurde. E» soll keineswegs so manchen wertvollen Einzelleistungen oder manch gut gemeintem Bemühen der Direktion Abbruch getan werden, aber da» Gesamtresultat blieb leider wie vorstehend skizziert; die Tendenz einer ausschliesslich auf Sparmassnahmen eingestellten Betriebes brachte das mit sich. Objektt- verweise darf allerdings abermals nicht übersehen werden, dass es seine besonderen Schwierigkeiten hat, hier ein inständiges Theater durchzuhalten, über Augenblickserfolge hinaus zu fundieren. Drei wesentliche Umstände bleiben auch für«ine künftige Direktion Probleme: die klein« Subvention, der gering« Fassungtraum, di« eigenartige Mentalität der Bevölkerung in einer, starken Konjunkturschwankungen unterworfenen Kleinindustriestadt. Mit diesen Dingen wird auch die künftige Direktion der Frau Hildegard Bertram zu rechnen haben.. Ihr« Mahl lässt berechtigte Hoffnungen zu, dass es auf der hiesigen Bühn« wieder einen künstlerischen Aufschwung' geben möge, und dass«S ihr auch gelinge, einzig allein auf. Leist uns gestützt, einen Stimmungsumschwung in'der Bevölkerung gegenüber dem Theater herbeizuführen, denn damit kann auch etwaigen Gleich-' fchaltungStendenzen, die sich auch bei der Direktionsvergab« wieder geltend machen wollten, am sichersten dep Wind au» den Segeln genommen werden. G. M. schon Anstalt für schwachbosähigte Kinder in Böhmen, sind noch einige Plätze für das nächste Schuljahr frei. Die monatlichen VcrpflcgSkosten betragen 800 Kü. Schulgeld wird keines eingehobcn. Auf- nahmöanmeldungcn bis 1ö. Juni l. I. werden von der Direktion der sicvcnllaüigcn Hilfsschule in Rei- chcnbcrg, Adlcrgasse 7, welche auch Auskünfte erteilt, entgcgcngcnommen. Billige ErhokungSoufenthalte in erstrangigen Häusern in Karlsbad, Franzcnsbad, KonstantinSbad, Thammühl am See, Dittersbach, HerrnSkretschcn, im Ricscngcbirgc, Böhincrwald und in der Tatra zmn Pauschalpreise ab 18 KC täglich. Bahn- u n d A u t o b» S r e i s e» in die schönsten Gebiete der Tschechoslowakei,»ach Oesterreich, Italien und in die Schlveiz mit der URO Bodenbach. Verlangen Die ausführliche Prospekte! Naturfreunde-Arbelt Im Jahre 1936 Der Touristcnvorcitt„Die Naturfreunde", Sitz Aussig, hat in seinem ossizicllcn VcreinSorgan„Berg frei!", Folge ö, den Jahresbericht 1886 vcröffenr» licht. Die Organisation zählt über 100 Ortsgruppen, die in acht Gaue vereinigt sind und vom Reichsausschuss betreut werden. ES lvurdcn über 8200 Touren mit mehr als 80.000 Tciknchmcrn statistisch erfasst.(HalbStagS-, Tages-, Mehrings-, Höhlen-, Jugend- imd Kinderwauderungen, Wasserfahrten, Radtouren usto.) Frcmdenführungen, Exkursionen, MuseumSbcsuche, Städtelvanderungen, Höhlenforschungen, Vereins- und Gesellschaftsreisen, Kletterwanderungen, Ausstellungen, Bergfeste, Hüttenfciern, Bestands- und Gründungsfeste, Gau- und Reichstreffen zählten zur vielseitigen VereinStätigkei». Führer«, Kartenlese-, Photo-, Klctter-, Ski- und Samaritcrkurse fanden statt. Zur Erweiterung der Wissens dienen reichhaltige Bibliotheken. Die Dan- dcrauskunftcien und IlrlaubSbcratungSstellen erfreuen sich einer guten Inanspruchnahme, mehrere Ortsgruppen halten für diese Zwecke eigene Kanzleien geöffnet. Die Einschränkung der touristischen Fahrpreisermässigung wirkt sich sehr nachteilig für die Arbeitertouristen aus, die Wintertouristik verzeichnet Erfolge. Erfreulich ist auch die Mitarbeit Aussig 3.-5. 3ull in den Fach- und ArbeitSgenreinschaften der einzelnen Interessengruppe». Geräumige Naturfreundehäuscr finden. wir vor im Erzgebirge: Neuhammer bei Karlsbad, Gersdorf bei Komotau, Kleinhahn bei Ka- tharinabcrg, Motzdorf bei Iley, Vorder-Zinnwald, „Morbachhlltte" am Mückcnberg, Nollendorf bei Aussig; im Elbesandstcingebirge: RemierSdorf bei Böhm.-Kamnitz; im Lausitzer Gebirge: JägerSdörfel am Fuße der Lausche, Nicdcrlichtenwalde am Plis- seuberg; im Jscrgcbirgc: Königshöhe bei Reichenberg; im Riescngcbirge: Stufenfeite bei Petzer und Lenzenberg; im Altvatergcbirge: Karlsdorf bei Klein-Mohrau; in den Beskiden: Celadnatal am Srmk; in der Slowakei: Modern am Sand bei Pressburg, zwei Schutzhäuscr bei Kaschau und eine» bei Prcöov; im Brdhlvald: ein Blockhaus; im Thayatal: ein Blockhaus; schliesslich das Felsenhiim in Schclesen bei Liboch im Daubaer'Ländchen und ein Bootshaus in Aussig sichern Gelegenheit für llnttr- kuuft. Nächt igung bei Wanderungen ünd Ausflügen und find infolge ihrer günstigen Lage für die Verbringung der Sommer- und Winter-Urlaube bestens geeigit'et. Badegelegenheiten sind vorhanden. Die Mehrzahl der Schutzhäuser find ganzjährig geöffnet und bewirtschaftet; daher auch für die Schulausflüge, da grosse Sport- und Spielplätze vorhanden sind, zu empfehlen. Fast in allen Schutzhäusern befinden sich Sanitätsstationen und Tragbahren., Für planmässige Ferienfürsorge eignen sich besonders die Naturfreundehäuser, die allen Organisatioücn d-.r Arbeiterschaft offen stehen.— Die Mitglieder geniessen Fakr- preiSermässignngen im In- und Ausland lauch alt Eingelfahrer), vorteilhafte VerficherungSeinrichttin- gen für alle Unternehmungen int Vereine, Ermässigungen bei ausländischen Touristenorganisationen u. a. m. Geringer Jahresbeitrag,,zwei touristisch« illustrierte Zeitschriften. Anmeldungen nehmen alle' Ortsgruppen entgegen.'' Auskünfte und Aufklärungen«weilen die Gauleitungen. Werbematerial ist durch die Geschäftsstelle de» Touristenvereines.„Die. Naturfreunde", Sitz Aussig a. E„ Marktplatz 11(Telephon 8083), anzusprechen. Besuchetbeijeder Gelcgenheit.die Natutsrenndehäus«rl Der Kardinal von Chicago gegen das Dritte Reich Chicago. Der katholische Bischof Kardinal Mundelein hat«inen Hirtenbrief an die Geistlichkeit seiner Diözese erlassen- in weichem er das Borgehen der deutschen Regierung gegen die katholische Kirche, insbesondere aber die„Unsitt- lichkeitSprozesse" verurteilt) welche jetzt in Deutschland gegen Geistliche veranstaltet werden. Der Kardinal erklärt in seinem Hirtenbrief, dass heute in Deutschland jeder zweite ein Spitzel der' Regierung ist, und beschuldigt das Deutsche Reich, dass es daS mit dem Vatikan abgeschlossene Konkordat verletzt und dass«S nur deshalb massenweise NnstttlichkeitSprozesfe gegen Geistliche inszeniert, um dieser Sache eine möglichst gross« Publizität zu verleihen. Kardinal Mundelein empfiehlt allen gläubigen Katholiken, den gegen die katholische Kirche gerichteten Angriffen entgegenzutreten und fügt hinzu r„DaS Mindeste, was wir für die katholische Kirche in Deutschland tun können, ist, ihr. in diesen Zeiten der schwersten Prüfungen unsere tiefsten Sympathien zu bekunden." IWWWWWWWM Wes fepicgef Die polnlsch*rum3nlsche Freundschaft Bukarest. Es wird jetzt offiziell mitgeteilt, dass tzer polnische Staatspräsident Moscicki am 7. Juni in Bukarest eintreffen wird. Der Aufenthalt de» polnischen Staatsoberhauptes in der rumänischen Hauptstadt wird vier Tckpe dauern. In der Suite des Präsidenten Moscicki wird sich der stellvertretende polnische Ministerpräsident befinden.• Kronprinz Grosswojwode Mihai wird auf der Rückreise von London nach einem kurzen Aufenthalt in Brüssel, wo der Kronprinz Gast des Königs Leopold ist, zu einem zweitägigen Aufenthalt nach Warschau fahren, um dem Präsidenten Moscicki persönlich die Einladung zum Besuche der rumänischen Hauptstadt zu überbringen. Kronprinz"Mihal wird sich am 24. und 28. Mai in Warschau aufhalten.• Die Spesen des nationalen Erwachens Wien. Vor kurzem wurde bei der Ausreise aus Oesterreich ein nationalsozialistischer Parteiangehöriger perlustriert, bei welchem offenbar für ausländische Partzeistellen bestimmte Aufzeichnungen, darunter eine Aufstellung Über die Kosten verschiedener nationalsozialistischer Propaganda-Aktionen, gefunden wurden. An Hand dieser Aufzeichnungen konnten nahezu alle im Vorjahre in Wien bei repräsentativen Festveranstaltungen und in mehreren grossen Kaufhäusern, durchgeführten Stink-, und Tränengasanschläge aufgeklart werden. Dies« Anschläge gingen von einer nationalsozialistischen Propaganda- oder Terrorgruppe aus, die sich zu diesem Zwecke eigens gebildet hatte und zumeist aus SS» und SA-Männern besteht. Aus den detaillierten Aufzeichnungen geht z. B. hervor, dass die Kosten für den Anschlag auf dem Opernball ISO Schilling betragen haben, wobei die Preise der Eintrittskarten, die Leihgebühren für Frackanzüge und sonstig« Spesen inbegriffen sind. Bisher wurden sechs Täter ausgeforscht, festge» nommen und dem zuständigen Gericht wegen Verbrechens der öffentlichen Gewalttätigkeit und wegen Verbrechens nach dem Staatsschutzgesetz eingeliefert. 33 Tote beim Bombardement Valencias Valencia. Wie nach der durch Flugzeuge der Aufständischen am Samstag erfolgten Bombardierung Valencia» gemeldet wird, erreicht die Zahl der Getöteten 38 und die der Verwundeten 150. Zwei Salons der brttischen Botschaft wurden stark beschädigt und eine Reihe von Personen, die sich im Innern der Botschaft befanden, wurden leicht verwundet. Bei dem Bombardement siel«ine grosse Bombe unweit de» französischen Konsulats nieder, dessen sämtliche Fenster durch die Explosion"eingedrückt wurden. Alexandrette. Der SachberständigenauSschuss des Völkerbünde» für die Sandschaksrage, der seine Arbeiten beendet hat, hat beschlossen, seiney Bericht vor der Ratstagung de» Völkerbundes am 24. Mai. nicht veröffentlichen zu lassen. Der Vorschlag für da» neue Sandschakstatut enthält u. a. die Regelung der Kontrolle des völkerbundrateS und der. Entmilitarisierung dieses Gebietes. Ferner werden die Zusammenarbeit zwischen Frankreich und der Türket, die Minderheitenfrage, wie auch Finanzfragen festgelegt. Ucker di« Frage der arabischen Sprache al» zweiter offizieller Sprache im Sandschakgebiet konnte sich da» Ko- mitt nicht einigen, ebenso nicht Über die Frage der Zuteilung von drei Grenzorten, die entweder dem Sandschak.oder Syrien zufallen müssen. Louden.(Reuter.) Iss der. Mittwoch-Sitzung der britischen Reichskonferenz erstattete Aussenminister Eden Bericht über die internattonal« Lage. Sein Expose dauerte etwa eine Stunde. Wie verlautet, hat sich Minister Eden Ieinerwegs pessimistisch über die Lage ausgesprochen. Auch Premierminister Baldwin hielt eine kurze Rede. London,(Hava».) Der britische Aussenminister Eden empfing Mittwoch vormittag» den. polnischen Aussenminister Beck. Valencia. Der ehemalige Aussenminister Del B ah o wird Spanien bei der nächsten Völkerbund- Seife£ Nr. 117 D-nnerStag, 20. Mal 1937 Die Konferenz anr»runden■Tisch«' Im Anschluß an die Krönungsfeierlichkeiten trat im St. JameS-Palast in-London di«'Empire- Konferenz zufainmen, die von dem englischen Ministerpräsidenten Baldwin als Vorsitzendem eröffnet^ wurde.--, 3»AesncmgLeiteN' .Fscetts ne»" (P. K.) Die Mobilmachung für den abes. sinischen Krieg wurde unter dem Zeichen des Liedes„Faeetta nera"(„SchwarzeS Goss ch t ch e n") durchgeführt. Das imperiale Italien widerhallte von dem Liede vom lieben schwarzen Gesichtchen. Solche Lieder braucht inan zu jedem Krieg, wie Munition. Im Welt- krieg zahlte man— wie aus später vorgefundenen Dokumenten.zu erfahren war— fünf Kronen für das Stück populärer Kriegslyrik, allerdings fünf- vollwertige Friedenskronen. Auch„Faeetta nera" war das Geld wert, das man dafür gezahlt hat, es schlug alle anderen Kriegslieder im abessinischen Feldzug. Noch heute wird es gesungen, obzwar es viel an Aktualität verloren hat. Bei der Mobilmachung waren nämlich die abessinischen Schönheiten noch wichtige Anziehungsobjekte,— neben dem Imperium natürlich. Damals waren in allen Aus- lagen zu vier Fünfteln nackte schwarze Frauen zu sehen, zu denen man mit dem Gewehr und dem Sturmmesser ip der Hand wallfahren sollte. Den Soldaten wurden sogar Bilder fast nackter Mes- sinerinnen billig verkauft. Aber seitdem ist man daraufgekommen, daß die„Reinheit der Rasse" zu schützen ist, daher ist„Faeetta nera" in Ungnade gefallen. Heiraten zwischen Italienern und Eingeborenen sind strengstens untersagt und sogar die geschlechtliche Vermengung mit ihnen ist eigentlich verboten. Damit die Soldaten und Arbeiter, die in Abessinien das Imperium bauen, nicht in Versuchung geraten, wurden von Amts wegen Bordelle mitJtaliene- rinnen errichtet. Die Regierung, die in Genf gegen den schwarzen Sklavenhalter loszog, schickte Hunderte weiße Sklavinnen nach dem Lande der schwarzen Sklaverei. Sie sorgte für die Verschickten großzügig. Der Tarif wurde hoch festgesetzt, jeder Besuch in den kaiserlich äthiopischen Instituten kostete 30 Lire. Davon bekam das Mädchen nur die Hälfte, die andere Hälfte der Unternehmer. Das fordert der kolo- niale Geist: kühne Unternehmer sollen im neu- aufgeschlossenen Land verdienen. Aber so konnte„Faeetta nera" doch nicht besiegt werden. Denn sie war sicher billiger, als die Weißen, die, nach italienischer Sitte hinter blumenbemalten Türen saßen und mtt denen man mit hoher Erlaubnis verkehren konnte: ohne Rassenschande. Bei den ttalieni- fchen Toten und Gefangenen in Guadalajara fand man massenweise Photographien mit-nacktcn Abessinierinnen. Sie wurden ihnen zugestellt, als sie angeworben wurde», um nach Abessinien geschickt zu werden, wo kein Krieg mehr ist, und wenn, dann nur ein sehr einseitiger. Sie wur- den aber mit den Bildnissen der„Faeetta. nera" nach Spanien gebracht, wo der Krieg zweiseitig geführt wird. So wurde„Faeetta nera" mit der Rassenreinheit versöhnt. Sie wird weiter als Köder verwendet, als" Lockmittel für den Heldentod ist das schwarze Mädchen trotz Rassenschande gut genug. Tödlicher Unfall eines Militärfliegers. Mittwoch kurz vor 8 Uhr ereignete sich in der Umgebung des Flugplatzes Bratislava eine- Havarie eines Militärflugzeuges, wobei der Flkgerleut- nant Alois Rüjiöka ums Leben kam. Der ums Lehen gekommene Flieger übte Kampfwendungen, darunter auch Trudelslüge. Bei einem derselben kam cs zur Katastrophe. Die Einzelheiten des Unfalles werden untersucht. Fliegerleutnant RüZiika tvar 25 Jahre alt und stammte aus Mladä bei BLhin.-BudweiS. Jagdflieger war er seit Juli 1935. Lastwagen gegen Personenauto. Auf der Landstraße Pqderborn-Bielefeld fuhr Dienstag abends ein Personenkraftwagen gegen einen ihm entgegenkomnienden Lastkraftwagen. Bei dem fürchterlichen Anprall wurden drei Personen des Personenkrafttvagens sofort getötet, die vierte liegt mit einem schweren Schädelbruch im Krankenhaus. Steigende Inanspruchnahme der Krankenhäuser. Die Zahl der in den öffentlichen Krankenhäusern behandelten Personen ist in der Zeit vom Jahre 1921 bis Ende 1985 von 382.591 auf 719.459, d. i. um 58.7 Prozent gestiegen. Die Behandlungstage stiegen in der gleichen Zeit von 7,919.343 auf 13,189.898, was einer Zunahme von 46.8 Prozent entspricht. Dagegen ist die Bevölkerung in diesem Zeitraum nur um 9.6 Prozent angewachsen. Bei allen Heilanstalten der Tschechoslotvakei ist die Zahl der Behandelten von 397.399 auf 915.615, d. i. um 64 Prozent, gestiegen. Im Jahre 1921 entfielen aus 1999 Einwohner 28.1 und 1985 schon 56.71 in Krankenhausbehandlung aufgenommene Patienten. Die steigende Inanspruchnahme der Krankenhäuser ist nach fachmännischen Urteilen nicht etwa auf eine Verelendung in gesundheitlicher Hinsicht, sondern vielmehr darauf zurückzuführen, daß die Abneigung gegen die Behandlung in Krankenhäusern verschwind et. Die neuen Krankenhäuser sind nach den neuesten- hygienischen Grundsätzen eingerichtet und es gibt immer, mehr Fälle, bei denen das fachliche Einschreiten im Krankenhaus dringend mü> allein zweckmäßig ist. Allerdings reichen die Krankenhäuser und Betten in einigen tschcchoslolvakischen Städten noch lange nicht aus und sind ständig überfüllt. Ebenso ist die fachliche Aitsstattung einiger Krankenhäuser nicht ausreichend.(DIW.) Erinnerung an Salme. In der Gemeinde Krnula unweit S a b a e fand der Sohn eines Bauern auf einem Felde eine Granate aus dem Weltkrieges die dort über 29 Jahre gelegen hatte. Er brachte sie seinen beiden jüngeren Brüdern nach Hause mit. Als er die Granate mit einer Hacke zu bearbeiten begann, entstand eine Explosion. Dem ältesten Sohne wurden beide Füße abgerissen und er erlag binnen kurzem seinen Verletzungen. Auch die beiden jüngeren Söhne wurden ernstlich verletzt. Zur Weltausstellung nach Paris und zur Arbeiter-Olympiade nach Antwerpen im AuiobuS. Die URO Bodenbach veranstaltet vom 24. Juli bi» 4. August eine Autobusreise nach Pari», Versailles, Brüssel: Antwerpen und Öftere zum Betrage von 1499 KL einschließlich Autofahrt Bodenbach—Bodenbach(3909 Kilometer), Ueber- nachtungen, Frühstück, Mittag- und Abendtisch, Rundfahrten, Eintritte, Führungen, und Gepäcktransport,(Auch auf Sammelpaß.) Die große Parade. Am 28. Mai wird zuv Feier des 199jährigen Bestehens des Triumphbogens die größte militärische Parade stattfinde», die Paris je gesehen hat. Sie wird zum.größten Teil historischen Charakter tragen. Man wird die Uniformen der letzten 159 Jahre vorbeidefilieren sehen, angefangen von 1793 über das Konsulat, das erste Kaiserreich, Karl X., Louis-Philippe, da» zweite Kaiserreich und die dritte Republik. Der Präsident der Republik wird am Triumphbogen eine Ansprache an die Truppen halten, besondere Tribünen werden dort für die Mitglieder der Regierung und des diplomatischen Korps. errichtet, und" vom Dach des Are de Triomphe werden al» Friedenssymbol 19.999 Drüben aufsliegen.. Geheimnis um die Millianen von Hoesch's. In Vallejo in Kalifornien ist die unter geheimnisvollen Umständen durch Revolverschüsse verwundete Frau Margarete Moor gestorben, welche ebenso wie ihre Schwester als Erbin des vom ehemalige» reichsdeutschen Botschafter in- London und Paris von Hoesch hinterlassenen Permögens Die Tomate und die Marseiller Mancherorts nennt man sie„Paradeiser", und die kleinen Kinder, denen man gerade von Adam und Eva erzählt,, wachen für ihren.eigenen Gebrauch aus dem-„ei" ein«„de" und stellen sich den Garten Eden nicht anders vor als ein immense» Feld mit lustigroten Früchten. In Schrifthochdeutsch heißt sie einfach Tomate. Das regt zwar nicht die Phantasie an, aber die Frucht schmeckt überall gleich erfrischend. In Frankreich serviert man sie als hör» d'oenvre, in Scheiben geschnitten oder als ganze Frucht, auch füllt man gern die Schale mit Leberpastete und Eierschnitten. Als Salat serviert'man sie-für den vierten Gang, man dekorierte mit ihr bescheidene Sandwichs, man preßt sie aus und schließt den Saft in Konservenbüchsen•.— und nur der Borsitzende de» VIF(Verband Internationaler Feinschmecker) kann über die neunundneunzig Geschmacksnuancen Auskunft erteilen, die in einer,'jeder, Tomate sozusagen schlummern. In Pari» jedenfalls gibt es Winter und Som«' Mer in keinem Restaurant! Meyn-Karten, wo sie nicht wenigsten» bei einem der Gänge"figuriert, obwohl dieseHschöne Frucht! vor noch nicht 159 Jahren saft' unverkäuflich' war...Es. sei-denn, daß. nach einem ehelichen Zwist die kriegerische Partnerin(oder Partner)-schnell zum nächsten Gemüsehändler lief und .Tomaten: bestellte, mit.her.gefährlichen. Absicht, die. von 3 Millionen Dollars,galt. Es. steht' noch.nicht fest, ob es sich-um einen Mord oder Selbstmord handelt.••,■ Der Knabe von Bilbao. Aus der baskischen Hauptstadt wird dem„Daily Herald" berichtet: Als letztes von den 2999 zunächst abzutransportierenden Kindern lourde«in zwölfjähriger Junge, der sich heftig sträubte, zum Zug getragen, der die Kinder an den Hafen brachte.„Ich will nicht weg", schrie der Junge weinend.„Ich muß gegen die Deutschen kämpfen, die meine Mutter getötet haben l"....(bn) Alpenilumen. In der Umgebung von St. Gilgen im Salzkammergut ist der 21jährige Josef Zeilinger aus Wels- beim Pflücken von Alpenblumen 299 Meter tief abgestürzt und tot liegen geblieben. Auch der 13jährige Schüler Otto Loidl ckus Langwies ist beim Suchen von Alpenblumen von einem..steilen Felsen abgestürzt und.wurde schwer verlebt ins Krankenhaus gebracht.— Bei Amras bei Innsbruck stürzte der 18jährige Hermann Troger beim- Edelweißpflücken von einem 69 Meter-hohen Felsen und erschlug sich. Sogar die Hunde werden barbarisch in dieser Zeit! Ein in der Geschichte de» Kloster» vom Großen St.: Bernhard einzig dastehender Unfall • Snowden Der bekannte, ehemalige Schatzkanzlex, der spätere Viscount Snowden os Äckornshaw, ist wie gemeldet, im Alter- von 73,Jahren an Herzschwäche auf ,- seinem Landgut in Sürrey gestorben. unbequeme.Ehehälfte beiseite zu schaffen.- Im Pariser Volk war nämlich der Aberglaube verwurzelt, die Tomate sei mindestens ebenso schädlich wie die nicht-minder schönen, roten Giftpilze.- Erst die- große Revolution räumte'mit. diesem gastronomischen Vorurteil aut. Die unbedenklicheren Südländer scheuten sich nämlich nicht Nur keineswegs, in die Tomaten-zu beißen, diese Frucht erfreute-sich sogar.der besonderen: Vorliebe der Marseiller.. Als nun in der-Revolutton die-„Marseiller"(republikanische Soldaten),: 500 an der Zahl,. nach Paris . kamen,- brachten.sie die„Marseillaise" des Rougct de Lisle- und einen Vorrat an Tomaten mit,-der nicht lange reichte. - Run liefen die.-guten Bolkssoldaten;aus Marseille: von Gcschäftzu.Geschäft, von- Markthalle: zu Markthalle und: fragten, mit komisch rollenden,„r", vergeblich nach den„Pommes d'amour", nach Toma- ten/-„-Liebesäpfeln": wie'sie sie'nannten.'. .. Die Pariser Kaufleute waren zu vielem bereit, Wenn.er sich um^da»-Wohlergehen der Kämpfer für !die. Freiheit handelte... Sie'erfüllten-: resigniert. den Wunsch der Marseiller, und fließen M» pem. südlichen Frankreich Tomaten, komm»":! Die Pariser.wunderten-sich-zuerst,-.versuchten au»: Höflichkeit,:.msizu«ssen, 'zuerst- zögernd, dann mit leiser Zustimmung-und gu- letzt mit Genuß..,; Ein« Zeit lang wurde dann die Tomate:als besonder« Delikatesse.angesehen)! später -rückte', sie auf, den Speisekarten doch auf,den'vierten bis fünften P/atz nach Austern,-Artischocken, Lachs- undsfo. weiter,...... hat sich bei der Ankunft, eines.schweizerisches Arztes, und seiner drei. Töchter ereignet. Die' Mönche hatten gerade die Bernhardinerhunde loSgelasfen, die sich ausliefen. Einer der Hunde, -die bisher nur als Retter.von verunglückten Menschen gewirkt, hatten, war vermutlich von eine« plötzlichen Tollwut befallen. Er sprang die-zehnjährige Tochter des schweizerischen Arztes an und brachte ihr mehrere so schwere Bißwunden bei, daß das Kind bald darauf starb. Schimpfverbot In Griechenland. Die griechisch« Polizei hat eine sehr strenge Verordnung erlassen, durch die im ganzen Lande das Fluchen und Schimpfen verboten wird,, welche auf dem Balkan besonders eingebürgerte Gewohnheit auch in Griechenland stark verbreitet ist. Von der griechischen Presse wird diese Verordnung ausführlich kommentiert. Die Blätter erklären, daß die alten Griechen überhaupt nicht, und die Türken, unter deren Herrschaft Griechenland über 400 Jahre stand, nur wenig geflucht haben.(?) Die Blätter komme» zu dem Schluß, daß diese schlechte Gewohnheit a u s I t a- l i'e n nach Griechenland eingeschl«ppt worden sei. Französischer Hydroplan abgeftürzt. In Antibes stürzte ein Militär-Hydroplan ab. Sieben Personen wurden hiebei getötet. Der siebente ist der Ruhetag. Die Kalenderverleger in der Tschechoslowakei haben beschlossen, die Einteilung der Wochenkalender in der Weise zu ändern, daß die Woche künftig wieder mit dem Montag und nicht wie bisher mit dem Sonntag beginnen wird. Diese Aenderung, die mit großer Mehrheit angenommen wurde, wurde durch, die Erkenntnis bedingt, daß das gegenwärsige System eigentlich unrichtig ist., Die Woche beginnt mit einem Arbeitstag und endet mit einem Ruhetag, dem Sonntag. Diese Frage wird noch in'Verlegerkreisen endgültig durchberaten werden und die Aenderung dürfte bereits im nächsten Jahr eingeführt werden. Das Trag«» der Uniformen ausländischer Piloten auf' tschechoslowakischem Staatsgebiet wurde den Angestellten folgender ausländischer Flugverkehrsgesellschaften gestattet: der belgischen„Sabena", der italienischen„Aka Littoria", der jugoslawischen „Aeroput", der rumänischen„Lares" und„Sarta" und der russischen„Aeroflot". Die ozeanische Lust, welche Mittwoch über unsere Gebiete vorgedrungest ist, hat nur eine schwach« Abkühlung herbeigeführt, Die Nachmittagstemperg« turcn stiegen in der Republik durchwegs über 20. Grad Celsius an, obwohl hie und da Schauer auftraten. Der Luftdruck ist über dem Binnenland« wieder ziemlich gleichmäßig verteilt, so daß erneut ruhiges und relattv warmes Wetter erwartet werden kann. Wahrscheinliches Wetter Donnerstag: Wechselnd bewölkt, nur mehr ganz vereinzelt Schauer, mäßig bis ziemlich warm. Im äußersten Osten ei» wenig kühler. Wetteraussicht en- f ü r F r er t a g: HaWheiter und warm. Vom Rundfunk Empfehlenswert«« au* den Programmen Donnerstag Prag, Sender I.r 7.00 Morgenmusik, 10.05 Deutsche Presse. 12.10 Opernarien. 12.85 Populäre» Schallplattenkonzert: Rubinstein, Tschaikowski usw. 16.-10 Orchesterkonzert FOK: Offenbach, Lehar usw. 47.15 Konzert des Pilsener Trio»:'Beethoven: Trio E»-dur. 17.45 Deutsche Sendung: Jugendstunde mit Musik. 18.10 Landwirtschaft. 18.45 Deutsche Presse. 18.55 Deutscher Kulturbericht vom Tage. 20.00 Üebertrag. au» Kopenhagen: Europäische» dänisches Konzert.— Prag, Sender II: 14.15 Deutsche Sendung: Dr, Polzer: Gegenwartsfragen der Gablonzer Industrie. 14.85 Schallplat» ien. 14.50 Deutsche Presse. 19.10 Opernarien auf Schallplatte».— Brünn: 17.00 Klavierkonzert. 17.40-Deutsche Sendung: Jurda: Tagesfragen der Sozialversicherung.— Müller: Auf der Donau bi» Belgrad. 18.85 Arbeitsmarkt und Sozialinforma- ttonen. 2ll15 Marschlieder. 22.20 Swing-Musik.— Prehburg: 19.80 Au» dem slowakischen Ratiönal- theater: Dybuk, Oper.— Kaschau: 12.05 Schallplattenkonzert. 15.00 Rundfunkorchesterkonzert: Schumann, Mozart.— Möhr.-Ostrau: 17.15 Gei» genkonzert.: 18,10 Deutsche Sendung: Emmi Mi- hatsch singt Wiener Lieder. 19.25 Unterhaltungskonzert.. In Frankreich hat eben alles feine Geschichte, die Spargel», Tomaten und Poulets, die Erstlings. Erdbeeren aus Algier, die alt« Zypresse im Park der ButteS-ChamNont zu Paris, die Palmen im Garten deS'Luxenibourg, die alten Bäum« entlang-der Seine, kurzum: alle», war da sprießt, blüht, reift, reflektiert ein Stückchen Geschichte. - Und deswegen ist auch jeder- Zugereiste ein „Barbar", einfach, weil«r-—für französische Begriffe■— barbarisch i ß t. Die Zugereisten-'ihrerseits Wundern sich notorisch,. Ws« langsam der-Fran» zose ißt, denn hier, wird nicht nur in den erstklassigen Restaurants„getafelt", sogar der Arbeiter, auf-seinem improvisierten Sitz au» Baustein öder Hölzbret- lern,- schneidet langsam.und mit Müße jein Brot" in Würfel und, spült fröhlich den einfachen Imbiß mit seinem Rotwein hinunter.. Langsam wird gegessen, weil' dies erstens'Genuß-ist, zweitens Tradition: schon vor undenklichen Zeiten ist ist Frankreich langsam gegessen tpdrden. Und schließlich, wie-'sollte auch in einem'Lande,. w,o dl« Tomate nebst ihrer eigenen EntwicklungS- und WachSstnnSgeschichte, nebst.'ihrer Rosse in uyserem Wirtschaftsleben, auch in der Gesellschaft»-' und politischen Geschichte sozusagen„auf ein« Pergangepheit zurückblicken kann", wie sollte also in eiNemsolchen Lande etwa' amerikanische Massenspeisung, Restaurants am laufenden Band, de» Menschen mundgerecht' gemacht werden können?! Elfe Welthafm f(MM> 9hS 117 Donnerstag, 20. Mai 1907• Veite 5 Der Arbeitsmarkt in Nordböhmen Arbeitslosenzahl um rund 12.000 auf 90.000 gesunken und bereits niedriger als Im günstigsten Monat des Vorjahres— 31 Prozent unter April 1936 Bei den 45 Arbeitsvermittlungsanstalten, die der Landeszentrale in Reichenberg unterstehen, waren . am 81. Mär» 101.861 am 30. April 90.018 Arbeitslose gemeldet, also um 11.843 oder 11.6% weniger. Die ArbeitSlosenzisfer ist also jetzt schon kleiner, als im Oltober 1936, wo der niedrigste Stand des Jahres(98.462) erreicht wurde. Im vergangenen Monat waren bei den genannten Anstalten 29.000 freie Arbeits- und Dienststellen gemeldet, und eS konnten 25.000 Vermittlungen erzielt werden. Davon entfallen rund 6500 auf Bauarbeiter, 8900 auf land- und forstwirtschaftliche Arbeiter, 330 auf Tag- und 2400 auf Hilfsarbeiter, 2400 auf Textilarbeiter, 1400"auf Arbeiter in der Metall- und Wiaschincnindustrie, 818 aus Ton- und 557 auf Glasarbeiter. Auch jetzt war es noch nicht möglich, den Arbeitsmarkt wirklich so zu erfassen, wies es die Regierungsverordnung über die Arbeitsvermittlung im Sinne hatte. Ein Vergleich der Arbeitslosenziffer mit den Ziffern der vergangenen Jahre ergibt, daß man bis in das Jahr 1931 zurückgehen mutz, um einen besseren Stand zu finden. Der auigewiesene Arbeitslosenstand ist gegenüber dem 30. April 1931 um 6.208 größer'( 7.4%) 1932„ 56.450 kleiner(38.5%) . 1933„ 79.394„(46.9%) . 1934„ 39.460„(30.5%) 1935„ 42.249„(31.9%) 1936„ 40.842„(31.2%) * 1933 Landwirtschaft 4.S99 Bergbau,- 4.760 Tonindustrie 8.091 Glasindustrie 25.446 Metallindustrie.'...... 18.456 Maschinenindustrie...... 4.664 Holzbearbeitung 6.279 Textilindustrie....... 81.100 Bekleidungsindustrie■..■> 4.781 Bauarbeiter 16.048 Hilfsarbeiter....... 25.409 Handels- u. Jndustrieangestellte, 4,215 Tagarbeiter........ 18.878 HauShaltungSpexsonal.«.... 8,525 Lehrlinge und Lehrmädchen i'.'.’285' Der verhältnismäßig große Rückgang der arbeitslosen. Tag-.und Hilfsarbeiter ist daraus zurückzuftihren,. daß sich in diese Gruppe in. den Krisenjahren viele auch qualifizierte’" Die Arbeitslosenzahl hat aber diesmal im nordböhmischen Gebiet nicht in demselben Grade abge» noinmen, wie im Durchschnitt de! ganzen Landcll Böhmen.(Es ist,dabei zu berücksichtigen, daß-sich der Sprktlgel der Reicbenbergör Ländeszcntsale für Arbeitsvermittlung nicht mit dein deutschen Sprachgebiet deckt.) Diese Entwicklung schreiben die VevmittluNgSanstaltcn dem Umstand zu, daß für Bauarbciten vom Anfang an viel Arbeitskräfte aus anderen Landesteilen"ausgenommen wurden, wodurch Nordböhmen indirekt zum Rück-, gang der Arbeitslosenzahl im übrigen Lande, bei-" trug. Es ist sicher, daß in den nächsten Monatetr das Verhältnis her.ArbeitSmärktbewegung im, deutschen und im tschechischen, also im.vorwiegend industriellen gegenüber dem vorwiegend landwirtschaftlichen Gebiet, wesentlich von den landwirtschaftlichen Arbeiten beeinflußt werden wird. War in den letzten. Monaten der Rückgang der Arbeitslosigkeit"im industriellen deutschen Gebiet stärker als in den anderen Teilen Böhmens, die saison- mähig durch den Ausfall der landwirtschaftlichen Arbeiten litten, so ist anzunchmen, daß der Vorsprung des Jndustriegobietes sich zumindest stark verringern wird,, sobald die, landwirtschaftlichen. Arbeiten voll einseben. Dabei bleibt antzer Zwei-' sel, daß die Beschäftigung der Industriearbeiterschaft und im Gefolge auch anderer Arbeitnehmergruppen zunimmt. lieber die Entwicklung in den wichtigsten Derussgruppcn gibt die nachstehende Tabelle Ausschluß, welche die Daten jeweils für Ende April des angegebenen Jahres anführt: Arbeiter gemeldet haben, die so leichter bei Notständsarbciten Beschäftigung zu finden hofften und die jetzt zu ihren früheren Berufen zurückkehren. 1934 1935 1936 1937 März 1937 8.174 8.868 8.914 8.165 4.885 4.088 8.787 4.085 2.421 2.480 2.084 2.895 2.282 1.588 2.115 !9.079 15.885 14.298 9.680 10.246" 9.504 9.751 8.946 5.884 6.497 2.884 2.789 2.685 1.870 1.581' 4.904 5.897 5.680 4.182 4.758 i !8.058 22.999 20.627 13.054 18.774 8.112 8.696 4.025 2.889 8.219 2.778 15.041 14.722 10.854 14.281 !0.048 20.658 21.160 11.019 12.504 4.014 4.876 4.887 4.453 4.581 10.451 10.747 10.828 7.742 8.688 8.074 8.178 8.598 8,588 .8.779„ ’ 879 626 88Ü -— 918 r"!"'T.05t> Großhandelsindex gesunken Aber Nahrungsmitteiindex gestiegen t Der Index der Großhandels- p r e i s e nach dem Stand vom 1. Mai 1937 weist ein Sinken um 1.2 Prozent aus, d. i. von 764 im April auf 755. .Der Index.der Nahrungs« und Genußmittel stiegunbedeutend von. 712 auf 714,. gleichfalls erhöhte.sich der Futtermittelindex von 866 auf 376, so.daß der gesamte Nahrungs-, Genuß- und Futtermittelindex 696 gegenüber 693 im April bchrägt. Der Index der Jndustriestoffe und-Erzeugnisse sank von 842 auf 819, d. i. um 2.7 Prozent. In der Gruppe der pflanzlichen Nahrungsmittel kam er zu leinen größeren Aenderungen. Nur Hafer verteuerte sich ungefähr um ei» Prozent und Kartoffeln um 3.9 Prozent. In der Gruppe der tierischen Nahrungsmittel stiegen die Preise von: Schöpsenfleisch, um 1.4 Prozent, inländischem Schlveinefett um 4.9 Prozent, Butter um 8.2 Prozent und. Eier um 1.3 Prozent. Eine Verbilligung verzeichnen Schweinefleisch um 1.2 Prozent, Kalbfleisch um 5.6 Prozent, geräucherter Schinken um 1.6 Prozent und ausländisches Schweinefett um 1.5 Prozent. -In der Gruppe der Metalle sank der Preis aller unedlen Metalle, und zwar Zink um 25.9;. Prozent, Blei um 19.6, Küpser um 17.8 und Zinn um 13.8 Prozent. Dagegen stieg der. Durchschnittspreis bei Gießerei-Eisen um 2.8 Man erhült für KS 100 Reichsmark.-«,. . 780.60 Markmünzen... . 775.— 100 österreichische Schilling. . 533.50 100 rumänische Lei... . 17.85 100 polnische Zloti,.. . 549,50 100 ungarische Prngö. .. 613.50 100 Schweizer Franken.. . 656.T- 100 französische Francs.. . 129.20 1 englisches Pfund. 141.50 1 amerikanischer Dollar . 28.05 100 italienische Lire.-. . 145.40 100 holländische Gulden. . 1576.— 100 jugoslawische Dinare 05:80 100 Belga«.. . 484.50 100 dänische Kronen.. . 031— 100 schwedische Krone», , 780.— Prozent und bei" Fertig- und Halbfertigwaren aus Eisen um 5.8 Prozent. Die Gruppe der Textilien weist ein Sinken der Preise aus, bei Rohbaumwolle.um 8.9 Prozent,und bei Baumwollgarn um 1,2 Prozent. Ein weiterer Preisanstieg trat ein bei überseeischer Schafwolle und bei Rohseide ungefähr um ein Prozent, bei Jute um 5.8 Prozent" und bei Flachs und Leinengarn um 8.5 Prozent.; Das gute Jahr Alle Bilanzäuszüge und der" Verlauf der Generalversammlungen unserer Astfengescllschaf- ten bestätigen die schon getroffene Feststellung, dah der KonjunktUrausschwung unserer Wirtschaft den kapitalisttschen Unternehmungen und ihren Aktionären stark« Gewinnsteigerungen gebracht hat."Es ist kaum ein Industriezweig, dessen Aktiengesellschaften im Vergleich zum. vorhergehenden Geschäftsjahr nicht höhere Gewinne ausweisen. Nicht in allen Fällen entspricht die Dividendenausschüttung der tatsächlichen Gewinnvermehrung. Die BerwältungSräte mancher Aktlen- gesellschaften ziehen eS vor, die Dividende auf dem früheren Stand zu halten oder sie gar um ei» Geringes herabzüdrücken. Es sind für ein solches -Vorgehen verschiedene"Erwägungen bestimmend. Im Vordergrund dürfte dabei stehen, daß durch eine Verschleierung des wirklich erzielten Gewinnes sich nicht unbeträchtliche Ersparnisse an Steuern machen kaffen, Dazu kommt," daß erhebliche Beträge des Gewinns.für Investitionen zu- rückgelegt oder" durch. Abschreibungen beiseite gebracht werden.-Außerdem sind die Großaktionäre nicht so leicht geneigt, die kleinen Aktionäre an der Profitsteigerung, im gleichen Umfang teilnehmen zu lassen.. So schütten sie. lieber eine"niedrigere Dividende»us und bewilligen dem Verwaltungsrat, der in den meisten. Fällen die größten Aktionäre"umfaßt, eine um so höhere Tantieme.- So erreichen denn in.zahlreichen Fällen die ausgeschütteten Tantiemen geradezu phantastische Beträge.. Wir verweisen da Nur auf die Böhmischmähr." Kolben-Danik-AG, deren VerwältustgSrat für das Geschäftsjahr 1986 an Tantieme mehr als 634.000 XL einstecken darf, während für das Geschäftsjahr 1935" überhaupt keine Tantieme gezahltworden war. Das alles muß man berücksichtigen, wenn, "man, die Dividendenausschüttungen für das Jahr 1936 zur Kenntnis»sinmt, Von. den kürzlich beschlossenen führen wir die" nachstehenden an. ES betrug die Dividende in Prozent vom"Aktien» kapital: 1986 1985 .-Ollcschancr"Papierfabrik" .. VA. . M " l-Aussigcr Chemischer Verein 11% 10 Böhm. Handelsgesellschaft . S'A~ .SA- . Carborundum 8 7 Walter"Äntöniobil-AG 15 7.5' Bantlinschc Chemicfabrikcn■"" 4" 0 - Oders» rther Mineralölwerke •9 0 Nicht alle Aktienunternehmungen geben in Ihren Bilanzauszügen die"Höhe der Tantiemen bekannt. " Fett» und Schweineeinfuhr geht jutfid. Im April wurden 12.152 Stück Schweine importiert gegen" 16.596 Stück im April des Vorjahres. Noch stärker ist die Fetteinfiihr zusammenge- schrumpft. Sie fiel von 14.773 q"im April 1936 auf 6892" q im gleichen Monat. 1937. flus/cwid Fälscherpack! Das Z ü r i ch e r«B o l k s r e ch t" berichtet unter dem Titel»Kommunistische Gemeinheiten", daß die KP bei den Kantonrats-Wahlcn in Solothurn, obwohl sie keinerlei Aussicht hat, einen Kandidaten durchzubringen, den Geist der„Einheitsfront" wiederum durch eine Sondcrlandida- tur erweisen wollte, deren einziger Sinn cs sein konnte, die Sozialdemokratie zn schwächen und die Reaktion zu stärken. Nun gab cs aber nicht genug Kommunisten, um die nötige Zahl von Unter- schriften für die Ausstellung der Kandidaten aufzubringen. Also suchte man von„parteilosen" Arbeitern die Unterschriften" zu erschleichen. Und als auch das nicht ansrcichtc, weil sich nicht genug Dumme fanden, fälschten sie einfach die Unterschriften. Das kam auf und die Liste wurde nuir ungültig erklärt. Es sind überall die gleichen Methoden, welche die Kommunisten anwenden: Fälschen, Lügen, Verleumden, Denunzieren. Das ist das Arsenal der KP-Demagogiel Wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen England und China,(ie) Nach amerikanischen Informationen soll es in der letzten Zeit zu einer ersprießlichen Zusammenarbeit zwischen China Und England auf wirtschaftlichen: Gebiet gekommen sein. Vor allem sollen große Eisenbahnpro- jckte in Südchina erwogen werden. Der Handel zlvischen dem britischen Hongkong und Südchina, der noch vor. kurzem vollkommen darniederlag, -blölhtÄviodenÄus:". Britisches Kapital'lst in«in gewaltiges Eisen unternehmen bei Clinton investiert worden. Besonderes Jniereffe erregt das Projekt der wirtschaftlichen Erschließung der großen Insel Hainan, südlich von Hongkong. Diese große subtropische Insel verfügt über Reichtümer in Holz, Zucker, Baumwolle. Es soll nun dort, mit Hilfe von englischem Kapital,«ine Ringbahn erbaue werden, wodurch alle diese Reichtümer zur Geltung kommen würden. Die Japaner sind durch diese Nachrichten über die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen England und China höchst beunruhigt und versuchen sogar, Mißtrauen zwischen London und Washington zu säen, indem sie behaupten, in Amerika sehe man die„englischen Bestrebungen gur Erlangung der Oberhoheit in Südchina" scheel an. 2» Wirklichkeit beurteilt man in Ame- rika die chinesisch-britische Zusammenarbeit eher günstig, da man darin eine Garantie g e g e n die j a p a n i s ch c n U e b e r g r i f f e sieht. Es scheint übrigens, daß der zurzeit in London weilende chinesische Finanzminister H. H. K u n g, einer der tvichtigsten Männer der Nanking-Regierung, dort über eine große Anleihe von 200 Millionen amerikanischer Dollar .verhandle. Sollte diese Anleihe zustandekommen, so tvürde der englische Einfluß in China tatsächlich sehr, groß werde». Drei Männer in Spanien,(mb) Ztvci Tage nach dem Ausbruch des spanischen Militärausstandes schrieb der.„Sozialdemokrat":„Nach einem Sieg wird die Situation keineswegs einfach sein. Die Bewaffnung der Arbeiter bedeutet in Spanien: Bewaffnung auch der Anarchisten, die sehr schweb für eine konstruktive, shstcmatischc Politik zu gewinnen sein werden. I» dieser Lage wird Largo Caballero vielleicht die wichtigste Person in Spanien werden." Die Schwierigkeiten mit den Anarchisten sind" schon vor dem Sieg über den Faschismus akut geworden. Es bleibt abzuwarten,. ob sie sich darein finden werden,- die jetzt gebildete, parlamentarische Regierung der rechten Sozialisten und der linken Republikaner so zu unterstützen, wie es nötig ist. Im Kabinett Ne« grin sind weder LargoCaballero noch der bisherige Außenminister Alvarez delBayo. -Sofort Nach der Bildung der neuen Regierung hat der spanische Gesandte in Paris, Luis Ar aq ulst ä n, fein Amt niedergelegt und ist nach Spanien abgereist. Er gehört als Dritter zu den führenden Mannern des linken Sozialismus. Largo Caballero, t siebzigjährig, alter, Gewerkschaftsführer, 1917"zum Tode verurteilt, da er als. führender Sozialist mit-seinen Kameraden im Vorsitz der Partei die Verantwortung für revolutionäre Flugblätter übernommen hatte, ,dje gegen den Willen der Partei ausgegeben wurden, 1934, nach dem Oktoberaufstaqd, hem.durch den Staatsanwalt geforderten Todesurteil durch Freispruch entzogen: Vor 75 Jahren starb Johann Nestroy der Wiener Schauspieler und Dichter, der als Satiriker und Dramatiker zn den größten sprachschöpferische» Geistern der deutschen Kultur gehört. Alvarez del Vaho, Journalist, später Außeinnink« stec der legalen Regierung, der Ankläger der Rebellen und ihrer faschistischen Komplicen vor der Weltöffentlichkeit und Luis Araquistäin, dec Sohn des früheren spanischen Gesandten in Berti», Redakteur des theoretischen Monatsorgans der Partei,„Leviatän"— diese drei Männer repräsentieren heute denjenigen Teil des spanischen Sozialismus, der, trotz der Bejahung der objektiv jetzt notwendigen bürgerlich-demokratischen Politik, cs für nölig hält, auf.der Wacht zu sein und sich für eventuell sehr plötzlich anftrctcndc kritische Situationen bereit zu halten. Auch bei der Rc- gicrungsumbildung hat für Caballeros Haltung die Tatsache den Ausschlag gegeben, daß er den Einbau der Anarchosnndikalisten in die Regic- rnngSfront für unerläßlich hält. Das Verhältnis zn den Anarchoshndikalistcn ist in Spanien bisher die Schicksalsfrage jeder sozialistische» Regierung gewesen. Sie sind das große Problem. Es genügt nicht, zu wissen, daß ihre politische Ge- samtanffaffung falsch ist; die Frage ist: wie sind sie politisch nutzbar oder unschädlich zu machen,.- wie ist diese Kraft, die den Untergang Spaniens hcrbeiführcn kann— zu positivem Einsatz statt zu zerstörendem zu bringen? Auflösung der„Sozialistischen Liga" in. England. Wie der„Dailh Hcrald" meldet, hat sich die„sozialistische Liga", die unter Führung .vpn Sir^S t a f f o r dA-ri pps stehe»de Linls- Qrgänisniiön der Häbour Harth,.ans. Antrag von, Cripps aufgelöst. Die»Sözialistische Liga".war, durch ihre Kampagne für eine Einheitsfront mit den Kommunisten in Gegensatz zur Partei-geraten und aus ihr ausgeschlossen worden. Wie bei der letzten Konferenz der Liga in Leicester bekanntgegeben wurde, ist ihre Mitgliederzahl seitdem von 3000 auf 1600 gesunken. Sir Stasford Cripps erklärte, daß die„Sozialistische Liga" im. Falle ihres Wcitcrbcstchcns das Schicksal der völlig einflußlosen„Unabhängigen Lnbour Parth" teilen würde. Die bisherigen Mitglieder der Liga müssen vcrsucheti, innerhalb der Labour Pärth für ihre Ziele einzutreten. Herr Schniidt in MaSke. New Aorker Zeltun«. gen berichten über einen Besuch ihrer Vertreter bei einem dort lebenden Mann, dem Leiter einer unterirdischen deutschen Antinazi-Scemansorganisation. Tein Gesicht war durch eine Maske unkenntlich ge- niacht und dieses Bild ist den Berichten beigcdruckt. „Unser Verband", sagte er,„tvurde 1933 gegründet, nachdem Hitler die legalen Getverkschaften vernichtet hatte. Wir Ivachscn ständig. Jede Reise eines deutschen Schiffs bringt uns neue Rekruten und die Gestapo hat sich als ohnniächtig erwiesen uns aus- zurottcn." Auf die Frage nach seinen! Namen sagte der Vcrlarvtc:„Nennen Tie niich lieber Herr Schmldtl"(£>n) Verstärkte deutsche Propaganda In Bulgarien. (Tsch. P.-B.) In der letzten Zeit macht sich in Bulgarien nach allen Richtungen, hin eine verstärkte deutsche Propaganda bemerkbar. Deutschland beteiligte sich an der Messe in Plowdiw mit einem imposanten Pavillon, der aber keinen solchen Erfolg hatte wie der etwas kleinere Pavillon der Tschccho» slolvakci. In der Sofioter Handelskammer hielt der bulgarische Generalkonsul aus Berlin von Brandstein einen Vortrag, in tvelchcnr er die Notwendigkeit einer noch festeren Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Bulgarien hervorhob. Deutschland hat soeben für Sofia einen besonderen Militär- attachc, den Oberstleutnant B r n ck m a n n, ernannt.- In der Bibliothek der Sofioter Staatsuniversität wurde eine Ausstellung des deutschen Buches eröffnet, die wegen ihres ausgesprochenen" propagandistischen Charakters in vielen bulgarischen Kreisen großen Unwillen hervorgcrnfen hat. Einige-Bit-" cher, die offen die Oberhäupter fremder Staaten, z. B. die Präsidenten Masarhk und Dr. Benes beleidigte», mußten aus der Ausstellung entfernt Ivevden. Vier deutsche Juristen mit dem Vorsitzenden der Akademie für deuffcheS Recht, Professor Lasch an der Spitze, halten gegenwärtig Vorträge an der Sofioter Universität. Soeben ist auch die Rede des Reichskanzlers Hitler vor dem- deutsche» Reichstag am 80. Jänner, in bulgarischer Sprache erschienen. Diese Broschüre wurde in ungewöhnlich großer Auflage zur Ausgabe gebracht Und wird in alle» Buchhandlungen und Trafiken verkaust,- Seite S „Sozialdemokrat" Donnerstag, 20. Mat 1987. Nr. 117 Annie Markart in„Silhouetten". fammengezogen- Da» Festturnier gewann von sechs Mannschaften die zweite Mannschaft von C h o- d a u, welche im Endspiel den Meister der zweiten Klaffe Atu» Neusattl schlug. Rote Elf Cho- d a u spielte gegen eine erstklassige kombinierte Mannschaft aus dem Falkenau er Bez ir kunentschieden. Einen knappen Sieg konnte der Spitzenführer der ersten Klaffe, Unterreichenau, auf eigenem Platz gegen den derzeitigen Tabellenersten der zweiten Klaffe Eger erringen. Eine weitere Pfingstüber- raschung war die Niederlage FischernS auf eigenem Platz gegen Mai erh öfen. Auch AtuS Ar ch holte sich in S o d a u eine Niederlage; nicht bester ist er den Schankauern ergangen. Sodau steht derzeit mit 18,Punkien in der zweiten Klaffe an dritter Stelle. Das erfolgreiche Spiel gegen zwei Erstklassige beweist, dass Heuer die„Zweite" nicht zu verachten ist. Auch Sportbrüder Eibenberg gelang ein Sieg über die-erste Mannschaft der Ro ten Elf Ehodau. Der kommende Sonntag bringt für die erste Klasse ein Entscheidung» spiel: der Spitzenführer Unterreichenau fährt zum Kreismeister nach G r a S l i tz. In Schankau spielen die pynkte- gleichen Karlsbader, Drahowitz in Fischern und Neu- dek fährt nach Eibogen. In Maierhöfen wird Aich antreten. Die wichtigsten Ergebnisse: AtuS Fischern gegen ASM Maierhöfen 2:8, AtUS Unterrtichenau gegen ASK Eger 5:4, Rote Elf Ehodau gegen Reichenau- Falkenau komb. 4:4; Sportbrüder Elbenberg, gegen Rote Elf Ehodau 8:1, Ains Sodau gegen Atür Aich 2:1, AtiiS Sodau gegen ASB Schankau 4:2. Freie Elf Altsattl gegen Rote Elf Ehodau 1b 4:2, Ehodau II gegen Alp» Altsattl 2:0, ASB Horn gegen Unterreichenau 1b 1:4, Falkenau 1b gegen AtuS Neusattl 0:1.''' Pfingstfußballergebniffe aus dem 5- Kreiß der Sport-Union. Zuckmantel gegen Kleische 5:8, Pi- Hanken gegen Aussig-Ost 4:8, Pihanken, gegen§o- brusan 5:0, Kleinaugezd gegen Soborten 8:8, Wei»- kirchlih gegen Wisterschan 1:0, Eichwald gegen Lana- Ugest 2:2, Prosetitz gegen Weiptrt 7:2, Prosetitz gegen UllgerSdorf 5:2. Wisterschan gegen WeiSkirch- litz 1:1, Wisterschan gegen Weipert 8:0. Nenhof gegen UllgerSdors 4:0 Soborten gegen Kleinaugezd 2:5, Eichwald gegen Kaaden 1:8, Aussig-Ost.gegen Schreckenstein 8:8. Hotel Smetana Bad Luhatovice 50 guteingerichtete Zimmer des. Erstklassiges Restaurant Aelteatea Haus am Platze• Mäßige. Preise mut Wteaw : Spielplan de» Reuen Deutsch« Theater». Don- nerstag 7%: Die Zauberflöte,: Festspitl l„ Gastspiel Alexander KipniS, C 1.— Freitag 6>4: Das Spitzentuch der Königin, Theatergemeinde lder.Jugend<1. Serie, rote. Karten) und Ifreier Verkauf, Abonnement aufgehoben.— Samstag 7: Parsifal, Festspiele II, Gastspiel Alexander KipniS, D.—1 Sonntag 7sh: Da» Spitzentuch :der Königin. B 2. .. Spielplan der Meinen Bühne. Donnerstag 8 Uhr: Ein idealer Gatte,' Gaswiel Leopold Krämer.— Freitag 8 Uhr::.Mond über dem Fluss,. Theatergemeinde- de» Kulturverbandel und freier Berkaus.— Samstag 8: Ein idealer Gatte. Gastspiel. Leopold Kramer.— Sonntag 10%: Veranstaltung der Musikakademie, 8)h:Firma,-8: Pygmalion." cler Sactei BildungSaußschuß. Sitzung am Freitag um halb 8 Uhr abends im Parteiheim. - Bezirksorganisation Prag. Wir fordern unsere Mitglieder auf, am Sonntag, den 28. Mai, an dem Ausflug de» Atu» teilzunehmen. Nähere» unter „BereinSnachrichten" Atu». ffraw jeltuna IWasnadiddUen drängten. Wer kann inFällen wie diesem die wahren. Motive eindeutig feststellen. wo sie dem Täter selbst kaum klar zu Bewusstsein kamen? Fest steht jedenfalls, dass Zdenka Kloujek mit Alois Krob,.der über die Weihnachtszeit auf. Urlaub daheim, war, ein. Stelldichein zruf dem Sibeüäk verabredete, womit sie, ibn in die mörderische Falle locktet Sie bat ursprünglich gestanden, Aloir Krob selbst den tödlichen Schuss in den Hinterkopf beigebracht und die Leiche selbst in» Gebüsch gezogen zu haben. Später änderte sie ihre Aussage und erklärte, ihr Mann habe den tödlichen Schuss abgefeuert, nachdem sie dem Opfer durch einen mit geschloffenen Augen. auf» Geratewohl abgefeuerten Schuss die Wunde am Ohr beigebracht habe. Auf die strittigen Einzelheiten küm- men wir im Lause de» Beweisverfahrens noch zurück. Soli das ein Luftschiff werden?... ; Nein,«S ist die eigenartige Form.der Sternwarte, die auf dem Gelände der Weltausstellung in Parts im Bau,begriffen ist. PflnsstfuBball In Westböhmen In Westböhmen gastierte ASK N e st o m i h- Samstag erkämpfte sich Atu» Fischern einen 1:0» Sieg, Sonntag musste Rapid Karlsbad die Ueberlegenheit der Mannschaftaus dem 5. Kreis mit 1:8 anerkennen und auch Montag gewannen die Gäste gegen Maierhöfen 8:2."Der fünfte Spielbezirk hatte seine Mannschaften in Elbogen anlässlich de»„Festtages der Arbeit" zu» Mesterstecher. In den Morgenstunden des Dienstag-wurde in der Thrögaffe-in Wrschowitz der Arbeiter Jan"Erben aus Michle gefunden, der von unbekannten Tätern bei einer Rauferei- mit einem Messer in die linke Brustseite gestochen und schwer verletzt-worden war. Er wurde in» allgemeine Kran-- kenhauS gebracht; als Täter gelang e» gestern den 84jährigen Arbeiter Jan Fiber aus Michle zu er» mitteln. Der Verhaftete leugnet zwar, wurde aber, durch mehrere Zeugen und den Verlebten selbst al» Tater erkannt und nach Pankratz eingeliefert. Radfahrer überfährt einen Taubstummen. Gestern früh fuhr der 28jährige Glasergehilfe Anton Tulek aus EaSlau auf feinem Rade durch die Slo» venskä in Prag-Weinberge, wobei er den 54jährigen taubstummen Metallarbeiter Karl Koubskh au» Wrschowitz zu Boden warf und gleichfalls vom Rade fiel. Ein Borbeigehender verständigte die Rettungsgesellschaft, die beide in bewusstlosem Zustand ins Weinberger Krankenhau» brachte. Koubskh hat eine Gehirnerschütterung und"eine Risswunde am linken Ohr erlitten; Tulek eine schwere Gehirnerschütterung. ES regnet Mauerftücke. Gestern früh erschien die 25jährige Beatrix Semräd mit einer blutenden Kopfverletzung auf der Altstädter Polizeiwachstube und gab an, dass sie in der Nacht um 1 Uhr, als gerade ein Platzregen uiederging, durch die Lange Gasse nach Hause gegangen sei; hiebei habe sich ein vom Regen aufgeweichtes Stück Mauerwerk gelöst und sei auf ihren ausgespannten Regenschirm gefallen. Der Regenschirm wurde durchriffen und die Semräd erlitt eine tiefe Risswunde am Kopfe. Sie wurde ins Krankenhaus der Barmherzigen Brüder gebracht. In den Steinbrnch gefall«. Der Löjährige Arbeiter Josef Charvät aus HloüKtln arbeitete ne» stern im Hlöubitlner Steinbruch, wobei er äußglitt und etwa drei Meter tief in den Steinbruch stürzte. Mit einem Bruch de» rechten Beine» wurde er. von der Rettungsgesellschaft auf die Klinik Schlaffer gebracht. Fahre mit GaS! Die Stadt Prag hat in Wit» kowitz zwei Lastautos mit Leuchtgarantrieb bestellt. Falls sich die Wagen bewähren, soll der ganze städtische Wagenpark auf Leuchtgas al» Triebstoff eingestellt werden. Da» Leuchtgas würde das städtische Gaswerk liefern.(DND) AuSflugSzüge der tschechoslowakischen Staatsbahnen, veranstaltet zum Zwecke eines Lltäglgen Kuraufenthaltes in Karlsbad, zum Preise von 1880 Ak. In diesem Preise sind inbegrisfen äusser den Kosten der Bahnfcchrt Wohnung und" Verköstigung in einem erstklassigen Hotel, die Kurtage, die ärztliche Behandlung, die Heilbehelfe, Benützung de» Autobusse» vom Bahnhof und zurück, Trinkgelder und Versicherung. Informationen und Anmeldungen im Basar neben dem Wilsonbahnhof, Telephon 888-85. (Referat der AuSflugSzüge.) Einladung an alle Genossinnen und Genossen zur Teilnahme an der diesen Sonntag stattfindenden Fahrt nach Sestajovire-Klanoviee al» Gäste der dortigen DTJ-BereineS. Abfahrt von Prag-Ma,ärhkbahnhof um 8.45 Uhr, ritau Fahrpreis für Sonntag-Rückfahrkarte 8:40 Ak. Zusammenkunft am Masarykbahnhof spätesten» 8.80 Uhr. In Klanoviee werden die Fahrt, teilnehmer mit Musikkapelle empfangen und e» erfolgt der Einmarsch nach Sestajoviee.— Sänger und Angestelltenjugend haben korporative Beteiligung schon zugefagt. Die AtuS-Leitung. Ortsgruppe Prag: Sonntag, den 28. Mai, Treffpunkt 7 Uhr Smichover Bahnhof, Fahrt nach Vienory, Wanderung Klinee—Koeabatal—Pikovice, Führt: Winternitz. Das Mordhomploit zweier Jungverntöhlter Das Ehepaar Hloulek vor den Geschworenen Prag.(—rb—) Die dritte Schwurgerichts»' weitere» aufgegeben hatte, ,äü seine Eltern darauf Periode diese» Jahre» wurde Mittwoch mit einem-■--■™- 1-‘ dreitägigen Mordprozeh eröffnet, der da» sensations lüsterne Publikum in Hellen Scharen nach Pankrab lockte. Da» Kreisgerichtspräsidium hat, dankenswerter Weise nur eine beschränkte Anzahl von Eintritts karten ansgegeben, so dass eine Uebersüllung de» Saale» vermieden-wurde. Dies hinderte freilich nicht, dass sich vor Eröffnung des Schwurgerichtssaales die widerlichsten Szenen abspielten. Der Sen sationspöbel, der sich vorwiegend au» Frauen zusammensetzte, balgte sich um den Eintritt und e» kam so weit, dass hysterische Weiber, die keine Eintrittskarten mehr bekommen hatten, ihren„glücklicheren" Geschlechtsgenostinnen, die sich solche rechtzeitig verschosst hatten, die begehrten Eintrittsscheine aui der Hand rissen. Auch sonst ver suchte die schaugierige Menge alle möglichen Trick», um in den Verhandlungssaal zu gelangen und die Aufseher hatien schwere Arbeit, um die Ordnung Halbwegs ausrechtzuerhalten. Die traurigen Helden diese» Prozesse» sind die EheleuteKloujek, die de» gemeinsam begangenen Meuchelmordes an dem OffizierSaspiran- ten Alois Krob angeklagt find. Die Verhandlung leitet Kreisgerichtspräsident Dostäl, die Anklage vertritt Staatsanwalt Dr. T r j i e k h. Der Fall ist bekannt. Am 28. Dezember v. I. wurde"auf dem Berg S i b e ü ä k bei Neu-Ttraschnitz der junge OssizierSaspirant Alois Krob erschossen aufgefunden. Auf den ersten Blick war klar, dass ein Meuchelmord vorliege, wa» auch durch den Sel- tionsbefnnd bestätigt wurde. Krob war von rück- wärtsindenKopfgeschossen wor den und die Revolverkugel hatte da» ganze Gehirn durchschlagen. Der Tod musste in kürzester Zeit ein getreten sein. Ein zweiter, gleichfalls von rückwärts und au» nächster Nähe abgefeuerter Schuh hatte nur da» linke Ohr verletzt. Diese zweite Berletzung rief den Eindruck hervor, dass dem Schützen die Hand zitterte, als er abdrückte. Noch im Laufe des nächsten Tages wurden der dreissigjährige Volk»- schullehrerJohannKloujel au» der Ortschaft Ruda bei Neu-Straschnitz und seine Gattin, diezwanzigjährigeZdenka Kloujek, Vertragsangestellte der Gemeinde Neu- Straschnitz, in Hast genommen. Nach langem Merhör legten beide Gatten, die getrennt verhört wurden, da» Geständnis ab, den jungen Soldaten im gegen seitigen Einverständnis in einen Hinterhalt gelockt und getötet zu haben. Zunächst nahm jeder der bei best Ehegatten den Hguptteil der Schuld auf sich, später aber legten sie diese Rücksicht ab und belasteten einander gegenseitig, inbem einer dem anderen die Hauptschuld zuzuschieben suchte. Ein sinnlo» vernichtete» junge» Menschenleben Fest sieht soviel, dass die Zdenka Kloujek, die eine ausfallend hübsche junge Frau ist. den ermor deten jungen Menschen zu einen: Stelldichein an der Mordstätte lud, von dem er nicht lebend zurückkehrte. Al» Grund erscheint bie Eifersucht ihre» Mannes auf den vermeintlichen Nebenbuhler. E» war eine sinnlose Eifersucht. Zdenka Kloujek hatte seinerzeit eine, durchaus platonische Bekanntschaft mit Krob, die daran schei terte, dass die Eltern de» jungen Manne» von einer Heirat mit dem ganz vermögenslosen und verwaisten Nkädchen, da» bei sehr besorgten und liebevollen Zieheltern ausgewachsen war, nicht» wissen wollten. Aloi» Krob war ein hübscher und lebenslustiger jun ger Mensch und Zdenka Müller, wie sie vor ihrer Verheiratung hiess, ein ebenso hübsche» wie intelli gente» Mädchen. Nachdem e» zum Bruch gekommen war, machte Zdenka die Bekanntschaft ihres späteren Gatten, de» Lehrers Johann Kloujek, mit dem sie sich nach kurzer Bekanntschaft verlobte und int Okto ber vorigen Jahres verheiratete. Johann Kloujek wird als Ne ura st hentler mittleren Grade» geschildert, mit gewissen Sonderlings eigenschaften, aber im allgemeinen al» Mensch ruhigen und sympathischen Wesens. Nach der Ver heiratung geschah e» aber, dass Kloujek auf den ge wesenen Bewerber seiner Frau eifersüchtig wurde, obwohl es zwischen Krob und Zdenka Müller nie mals zu intimen Beziehungen gekommen war, wie ja Johann Kloujek selbst zugibt, seine Frau als unberührte Jungfrau geheiratet zu haben. Es scheint aber, dass schwereMinder- wertigkeitsgefühle diesen unglücklichen Menschen befallen hatten, denn schon beim blossen Erwähnen des Namens seines „Nebenbuhlers", der doch gar keiner war, brach er oft in Tränen aus und schliess lich scheint sich in seinem- Gehirn die fixe Idee fest gesetzt zu haben, dass er Alois Krob umbringen müsse, um zur Ruhe zu kommen. An» diesen mörderischen Minderwertigkeitsgefühlen erwuchs die schreckliche Tat, die Gegenstand dieses Prozesses bildet. Er begann seiner Frau den Gedan ken zu suggerieren, dass Krob getötet werden müsse, wenn der häusliche Friede wieder hergestellt werden solle. ES soll— dies alles spielt während der Flit- terwochenl— seiner Frau mit Scheidung gedroht oder ihr in Aussicht gestellt haben, er iverde sich eine Geliebte anschassen und mit ihr jede eheliche Be- ziehnng abbrechen. Mit einem Wort— Johann Kloujek forderte al» Liebesbeweis die Tötung des vermestttlichm Nebenbuhler». Am Abend de» 28. Dezember wurde die Tat vollbracht. ES mag erstaunlich erscheinen, dass eine geistig gesunde Frau sich den schrecklichen Plänen eine» Neurotikers-so ohne weisere» fügte..Vielleicht war in-ihrem.-lsnterbewusstsein-ein- Rachebedürfnis vorhanden, weil Alois Krob die Bekanntschaft ohne kllme I» Prager Lichtspielhäusern Urania-Kino:„Pensionat der Zarin", Lust» spiel mit Cebotari, Alexander, Petrovich usw.,— Adria:„Der Weg zum Ruhm."(A.)— Alfa: „Silhouetten."