Aus dem Inhalt: 200.000 Beschäftigte mehr als Im Vorjahr Henleins Versammlung in Reichenberg aufgelöst Sklavenhandel im Bund der Deutschen Das Echo des Krofta-Exposäs Aentralorgan der Deutschen sozialdemokratische« Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit»«««ah«, de« Mo«ta, täglich friih§ Einzelpreis 70 Heller ^dMvnundDerwalhmg: PragXll.,§ochooaS2- Telephon 88077- Herausgeber: Siegfried Taub- Verantwortlicher RedakteurrKarl Kern, Prag 17. Jahrgang Sonntag, 23, Mai 1937 Nr. 120 Aktuelle Probleme Mlnlrterprflildent Dr. Hodia iu den Journalisten der tschechoslowakischen Politik ucni niuiiÄiEuen zweien e oes vsiauice uiip.»c«"1;—*’T i»rjt—v. felbstverftändlichmt-Bor^gsetzung-n der d-m-kcati.' slowakische Wirtschaft die Periode der Krise ver- läsit, gleichzeitig aber im Hinblick auf die gege- bcne Internationale Situation vor neue Aufgaben gestellt ist. Bekanntlich ist die Auslandsverschuldung der Tschechoslowakei ver- hältniSmäßig sehr g e r I n g. ja die Tschechoslowakei bat selbst einigen Staaten Industriekredite gewährt, so daß sich für dir Tschechoslowakei noch ein aktives Kreditsaldo ergeben würde. Die Tschechoslowakei bat immer auch ihre ausländischen Berpflichtungen genau erfüllt. ES ist selbstverständlich» daß die gesetzliche Ermächtigung zur Bürgschaft seitens deS franzö- sifchen Staates lediglich eine a l l füllige Anleibe erleichtern soll. Der Gesetzentwurf bedeutet daher noch nicht die Entschei- dmg darüber, ob und wann die Anleihe verwirklicht werden wird.. Das hängt von der. Situation der Geldmärkte sowie von den Bedingungen einer derartigen Skreditoperation ab. Prag. DaS tschechoslowakisch« Pressebüro erhielt vom Nnanzministerium folgende Information:, Di« französische Regierung hat in den letzten Lagen in der Kammer einen Gesetzentwurf esngebracht, durch den der Finanzminister ermächtigt wird, die B ii r g f ch a f t des französischen Staates für die Anleihe zu gewähren, die die Tschechoslowakei in den Jahren 1937—1988 bis zur Höhe von 800 Millionen franz. FraneS ausgeben würde. Rach diesem Gesetzentwurf ist diese derart garantierte Anleihe innerhalb von 30 Jahre» rückzahlbar. Dir französische Regierung bringt mit diesem Gesetzentwurf ihre traditionelle Freundschaft und BundeSgenoffenschast mit der Tschechoslowakei zum AuSdruck, deren wirtschaftliche-und Kreditgrundlage dermaßen gestärkt werde» soll. Daist besonder- in einer Zeit wichtig, da die tschecho- Die Flieger Hauptmann Walter Sienzle und Leutnant Gottfried Schultze, die von den iaSkischen Truppen gefangen genommen worden waren, wurden unter der Anklage der Rebellion und deö Mordes vor ein Kriegsgericht gestellt und zum Tode-verurteilt. Beide gehörte» der deutschen Fliegertruppe an, dir hundertr Zivilisten, Frauen und Kinder in unbefestigten baskischen Orten, wie Durango» durch Brandbomben und Maschinengewehrfeuer niÄergemetzelt hatte. Präsident Agujrre hat, wie, eS heißt, Hitler telegraphisch dir Freigabe der zum Tode Brr- urteilte» angeboten.wenndie deutsche» Flieger auS Spanien abberusen werde» würden. Dazüwurd« in Berlin erklärt, daß von Ue- um die Schuldenregulierung. Es wär« gewiß ein Fehler, über die Schuldenregulierung nur einer Produktion»- oder Gesellschaftsklasse zu sprechen. Man darf deshalb nicht bloß über die Regulierung der landwirtschaftlichen Schulden sprechen. Die Regierung wird auch bereitwillig finanziell die Selbsthilfe-Institution— wenn eine solche entstehen wird— unterstützen, die sich mit der Regelung der Entschuldung der Staats- und öffentlichen Angestellten befassen würde. Besonders die schwächeren Kategorien dieser Angestellten leiden unter der schweren sozialen Krise. Die Regierung ist bereit, in dar Budget einen Betrag einzustellen, der dieser Institution zur Berfü->ung gestellt würde. Auf eine Frage nach politischen Rücksichtnahmen der Arbeitgeber bei der Aufnahme der Arbeiterschaft in die Arbeit antwortete der Vorsitzende der Regierung: Sollte die Regierung oder die Administrativ» in irgendeinem Sektor ihrer Tätigkeit einer Erscheinung begegnen, über die sich der Fragesteller äußert, so wird fie sich für jeden derartigen Fall einerseits politisch, andererseits vom GestchtSpuntte des Terror, gesetzes Interessieren. Französische Staatsgarantie für tschechoslowakische Anleihe gesprochen, daß die Hinrichtung„Vergeltungsmaßnahmen Francos zur Folge haben würde." Diese Ansicht ist«in« Aufforderung. Franco hat sie bereits befolgt, indem er im Rundfunk verkünden ließ, daß die Aufständische» alle gefangene« Regierungssoldaten verfolgen und nachfichtS- loS alle Urteile vollstrecken werde. wenn die Hinrichtung der deutsche» Flieger erfolge» sollte. Delbos Interveniert . Der französische Außenminister DelboS. ver- dolmetschte dem Präsidenten Aguira den Wunsch der französischen Regierung, die Hinrichsnqg der Heide» gefangen genommenen deutsche» Flieger zu verschieben. Präsident Aguira erklärte/ daß die. baskische Regierung diesem Wunsche wahrscheinlich entsprechen wird,'■• Die Anträge der Sudetendeutschen Partei ' Auf die Frage, welchen Standpunkt die Regierung zu den bekannten Anträgen der Sudetendeutschen Partei«innehme, antwortete der Borsitzende der Regierung, daß über die Anträge«ine parlamentarische Diskussion durchgeführt werden wird-^ Er Ivä» mäßig, diese Diskussion abzulehnen, denn bei ihr werde- sich zeigen, war zweckmäßig, ttagfähig und praktisch sei, war den Interessen, sei er nun einer Teller oder der Ganzen entspricht. Dar Ergebnir dieser Diskussion wird richtungweisend für den Standpunkt der Regierung sein. sFortfetzun» auf Sette 2.) Mitteleuropa Idee und Verwirklichung In den vergangenen Jahren hat sich dar Bemühen geltend gemacht, die Agrarkrise in Jugoslawien, Ungarn und Rumänien sowie die 2u- dustriekrise in Oesterreich und der Tschechoslowakei dadurch abzumildern, daß man die fünf Donaustaaten Ivirtschastlich annähern und gegenseitig zn Abnehmern jener Produlte machen wollte, welche die einen ini Uebersluß hatten und die anderen brauchten. Es ist ein Zeichen dafür, wie notiven« dig die wirtschaftliche Annäherung der. Donaustaaten empfunden wird, daß die Diskussion darüber mit der Beseitigung der ärgsten Folgen der Krise nicht verschwunden ist, sondern daß das wirtschaftliche Problem der Donauländer trotz der gebesserten Konjunktur nach wie vor aktuell ist. Außenminister K r o f t a hat in seinem Ex- poss am Freitag auch diese Frage berührt und darauf hingewiesen, daß im Vergleich zum ersten Quartal 1934 die Einfuhr aus Jugoslawien und Rumänien in derselben Zeit des heurigen Jahres von 62 auf 166.8 Millionen XL, die tschechoslowakische Ausfuhr in diese beiden Länder von 104.9 auf 196.8 Millionen XL gestiegen ist. Auch in: Handelsverkehr mit Oesterreich und Ungarn kann man im heurigen Jahre einen gewissen Fortschritt verzeichnen. Dieser Ausstieg unseres Außenhandels ist allerdings nicht nur auf die Donauländer beschränkt, er bezieht sich ebenso auf Deutschland und Italien wie auf Großbritannien und die Vereinigten Staaten von Nordamerika. Die Schaffung eines einheitlichen Wirtschaftsraume» um di« Donau ist- noch nicht Tatsache, sondern, bloßer Wunsch— wenn auch die Bemühungen sowohl deS Ministerpräsidenten-Dr. Hodja als auch des Außenminister» Dr. Krofta anerkannt werden mögen. Die wirtschaftliche Annäherung der Donauländer ist insbesondere ein Wunsch des Ministerpräsidenten Hodja und ein Plan, den er auch anläßlich der Krönungs-Besprechungen in London vertreten hat. Allein auch HodZa unterschätzt nicht, wie er es in seiner Aussprache. mit den Journalisten, gleichfalls am Freitag, zugegeben hat, die Schwierigkeiten der Verwirklichung seine» Planes. Konkret scheint der Ministerpräsident an Vorzugszölle der Donaustaaten unter einander zu denken, wozu e» aber der Ueberwindung sowohl wirtschaftlicher al» auch polittscher Hinder-. nisse bedarf.. Vor der großen Krise haben sich alle Staaten mehr oder weniger zur Meistbegünstigungsklausel, d. h. zur gleichen Behandlung aller Fremdländer bekannt. Insbesondere England ist es, welches nach Abebben der Krise in der Wieder«. einführung der Meistbegünstigung die Wiederherstellung der Weltwirtschaft erblickt. Die Engländer sind überall für die Polittk der»offenen Türe" eingetreten, d. h. für die handelspolitische Gleichberechtigung aller und gewisse Kreis« Britanniens neigen dazu, in einer zollpolitischen Annäherung der Donaustaaten«ine Ausschaltung der übrigen Welt zu sehen. Dem wird nun von mitteleuropäischer Seite entgegengehalten werhen konnen, daß es auch anderwärts regionale Präferenzen gegeben hat und gißt, ohne daß-man darin ein« Verletzung de» Grundsatzes der Meistbegünstigung gesehen hat. Selbst wenn man den Ver«. trag von Ottawa nicht anführen will, weil dieser die wirtschaftlichen Verhältnisse innerhalb de» britischen Reiche» regelt, also kein internationaler Vertrag im völlerrechtlichen Sinne- ist, so-gibt’tS schon seit Jahren eine nordische Klausel, welche eine Borzugsbehandlung der- skandinavischen Staaten vorsieht, ohne daß man darin eist«-Ver- - lehung der Meistbegünstigung erblickt. Aehnlich ist es mit der baltischen und war e» bi» zum Bürger- , krieg in Spanien mit der iberischen Klausel,, die eine Vorzugsbehandlung des Wirtschaftsverkehr» > zwischen Spanien und Portugal-möglich machte. 1 So wäre e» auch im Donaubecken nüiglich. Vor- 1 zugSzölle einzuführen, zumal auch schott der Völ- 1 kerbund regionalen Präferenzen sein« Zustimmung erteilt hat— wenn eine Annäherung der Mittelstaaten an der Donau nicht bei den zwei Großmächten auf Widerstand stoßen würde, di« nichts von ihrem Einfluß in Mitteleuropa aufge- ' den wollen. Es handelt sich dabei um wirtschaft- > liche und politische Interessen Deutschlands und : Italien». : Gerade./die Zeit der Kris« hat-Deutschland > dazu benützt, in Jugoslawien und Rumänien Wirt» I schaftliche Eroberungen zu machen. Diese beiden Agrarländer im südlichen Donauraum habest einen niinftig und er hat an Stelle seiner Destruktivität heute einen konstruktiven Charakter. Sicher erheben sich hie und da noch keine Schwierigkeiten. Wir fürchten uns nicht davor, sie sind nicht ernster Natur. Die Maßnahmen vom 18. Feber bewähren sich und werden verwirklicht. Das Aktionsprogramm der Regierung Auf die Frage nach dem Aktionsprogramm der Regierung für den Herbst sagte Dr- Hodjia: Ist allernächster Zeit wird der Oeffentlichkeit bekanntgegeben werden, welche von den terminierten Maßnahmen verlängert werden. In eine weiter« Kate« gorie gehört z. B. die Regelung der SpirituS- wirischaft, über di« hier eine Anfrage vorgebracht wurde. Im ganzen handelt e» sich darum, daß die Standpunkte der einzelnen Gruppen in llebereinstimmung mit der Zweckmäßigkeit und mtt dem, finanziellen Interesse der Staate» und den scheu Oeffentlichkeit gebrachtwerden. Das weitere Aktionsprogramm der Regierung beinhaltet eine Reihe dringlicher sozial-politischer Maßnahmen. Wir haben eine bestimmte Etappe der Jndustriepolitik beendet. Wir müssen nun. unsere Aufmerksamkeit Fragen zuwenden, die andere Produktionszweige betreten. In erster Reihe geht es Neue Bluttaten angekündigt Franco droht mit der Tötung der gefangenen Reglerungssoldaten in« afirabs b i 4 Pressed«parte»nents he8 MinisterratSpräsidiumS empfing am Frei- Regierung Dr. Milan H- dz° die polittfchrn Redakteur« der der AuSlandöblätter in Prag. Der Vorsitzende der — Politit: Regierungsprogramm und Minderheitenfragen Ermächtigungsgesetz .... Auf die Frage, welchen Standpunkt die Regie rung- in der Frage der Verlängerung der Ermäch tigungsgesetzes«innehme, antwortete der Vorsitzende der Regierung: Es wäre mir lieber, wenn wir über» b?upt nicht um die Verlängerung ersuchen müßten- Da» Gesetz-entstand aus der Wirtschaftskrise, die manchmal rasche Entscheidungen verlangt«. Deshalb wollte sich die Regierung mit einer solchen Waffe auSrüsten- Die Regierung wird sehen, welche Maß nahmen wirtschaftlicher Art, die noch mit der Krise oder mtt den Ausklängen der Krise Zusammenhängen, bi» zu Ende de» Jahres notwendig fein werden. Dem entsprechend wird st« die Verlängerung des.Ermäch tigungsgesetzes für. einen bestimmten Sektor der staatlichen Verwaltung verlangen. Aber unter, allen 1 U^smndeir wird auS dem Gesetz die Bemerkung aur- gelaffen, nach. der.die Regierung bisher das Recht hatte, Maßnahmen in Dingen zu treifen, die sonst. eist Besetz verlangest würden. ' Die heurigenWählen' ES ist bekannt, daß die Regierung die Absicht bat, übLall Wahlen auszuschreiben, wo e» sich eigent lich um eina Ehrenschuld unserer Demokratie Hän den. DaS bezieht sich nicht nur auf-die Gemeinden, sondern auch auf, eine ganze Reihe öffesttlich-recht- licher und Fachinstitutiouen und Organisationen, auf die Landerkulturräte, Handels-.nd Bewerbekam mern,»SozialversickierungS- und Pensionranstalten usw. Den Uebergang-u dieser demokratischen Funk tion könnt««In wenig der Umstand verlangsamen, daß wir in vielen dieser Institutionen bisher kein« demokratische Wahlordnung haben. Damit will ich nicht sagen, daß der Mangel dieser Wahlordnungen «in Vorwand sein wird, um diese Wahlen ad calon« da» draeraS zu verschieben. Die Wahlen werden in kurzer Zett'durchgeführt werden, die Wahlen in di« Gemeinden etwa im Herbst, Durchführung der Reglerungs* erklSrung vom 18. Feber Die Durchführung der Maßnahmen, die in de« ErAärung der Regierung vom 18. Feber enthalten sind, entwickelt sich gut. Eigentlich sollte sich die» von selbst verstehe«, al« gerade diese Erklärung der Regierung stieß ans verschieden« Einwände von feiten der•' Opposition aaf dieser«nd jener Seite. Die Durchfähttmg der Erklärung vom 18. Feber kann nicht» oukholten. Ich kannnur die ErklSrung wie derholen, die ich bereit» im März auf dem Jour- nalistenabend»orgebracht habe,«nd wen« ich dazu «och etwa» neue» sagen will, so nur so viel,, daß di«.Erkenntnis von der Notwendig keit dieser Maßnahmen sich auch in Kreisen dnrchgefetzt hat, die gegen sie eh.rlich gemeinte Bedenken batten. - Sicherlich gab eS. gibt«» und wird«» immer Fälle gäen,.wo bestimmt«, psychologisch nicht ge« nüqend vorbereitete Maßnahmen auf da» Richtver- stäppni» lostiler Durchführungsorgane stoßest können. Die-Regierung meint aber da», wa» sie gesagt hat, sehr ernst.' Auf der anderen Seite ist e» ein« schöne Erscheinung unsere» Lebens, daß der tschechisch« und slowakische Mensch auch in Mind-vh-USangelegen- heijen demokrattsch fühlt und fortschreitend den demo kratischen Ssnn der Minderhettenpölitikündihre Be deutung für den Staat begreift und erfüllt. Ich kon- ftattere gern«, daß auch die Mehrheit unserer aus geprägt«» Rationalisten dies« Wahrheit zu versteh«» beginnt. Die» ist logisch- Der tschechosliüvakifche Rationalismus kann-keinen vollendeteren Höhepunkt haben al» den der tschechoslowakischen Staatlichkeit. »«m die Rationalisten verstehen- werden,„daß, die tschechoslowakische Staätllchk-it— Dre A-merhaftig- keitTibrr Stück, chre widerstandst,MMt direkt da, Verständnis auch für den Rationali»mu» der anderen Mitbürger erfordert, daß>wS Jnt«resse^de» Staate» dick demokratische Minderheitenpolittk-ver langt.' wie st« unseraRegierustgen gtführt haben und Wie-sie- die.jetzi«-Regierung-mit neuem Nachdruck führt— dann ist da» Problem de» Nationalismus. und der Mtndecheitenbolitik beiunS gelost..Der-«azn-wuror>»„»»>»»,,,»»>,»>>»»>»- Rattonalismu».. der£ W ft’bet ten»«eft»«< s^Tckgramm an Hitler noch nicht» lcknnt sei. -»EU,..«««-«s. Gelle 2 Sonnla», 23. Mai 1937 Nr. 120 Grohabnehmer für ihre landwirtschaftlichen Produkte gebraucht und fanden ihn in Deutschland, dar ihnen Jndustrieprodukte lieferte. Seit einige» Monaten hat'sich freilich auch da die Lage geändert, die Agrarländer finden auch anderwärts Abnehmer für ihre Erzeugnisse, weder auf Jugoslawien noch auf Rumänien lastet der wirtschaftliche Druck Deutschlands so wie im Vorjahre, in Jugoslawien macht Italien den Deutschen erfolgreiche Konkurrenz. Ebenso hat die Türkei sich in letzter Zeit England wirtschaftlich genähert, so dab Deutschlands„Drang nach Südosten" schwächer geworden ist. Immerhin haben die Agrarstaatcn im Donauraum Interesse an der Wirtschaftsverbindung mit Deutschland und Italien und können es auf einen wirtschaftlichen, Konflikt mit ihnen nicht anlommen lassen. Ob aber die Zustimmung dieser beiden Grobmachte zu Donaupräferenzen zu haben sein wird, hängt außer von ihren Wirtschaftsinteressen auch von ihren politischen Absichten ab, steht also im Zusammenhang mit der gesamten mitteleuropäischen, ja europäischen Situation. Europa ist in Bewe- gung, die Grenzen der Einflußsphären der großen Mächte sind höchst unbestimmt, Europa ist nicht konsolidiert, weder Deutschland noch Italien werden sobald geivillt sein, an Einfluß auch nur das geringste aufzugeben. Erst ein befriedetes Europa kann wirtschaftlich das zusammenbinden, was zusammen gehört, ohne die Konsolidierung des ganzen Erdteils, ohne einen Ausgleich der großen Mächte, ohne die Sicherung des europäische» Frieden» wird man die Zollmauern allüberall und insbesondere in Mitteleuropa nicht abbauen können. Das heißt freilich nicht, daß wir mit allen Plänen der Annäherung der Donaustaaten warten sollen, bis sich England und Frankreich mit Deutschland und Italien geeinigt haben. Die Schaffung einer Wirtschaftseinheit des Donau« raumes muß immer wieder betont und begründet werden, sie muß vorbereitet werden, bis die politischen Berhältniste für eine Idee reif werden, die in der Tschechoslowakei viele Anhänger hat und die eine Idee des Friedens und der Wohlfahrt der Völker ist. Oesterreich hat anstatt der Achse ein Rückgrat bekommen 3t JUNGES WEIB 0 VERONIKA ROMAN VON MARIA GLEIT Die Erregung übermannte ihn noch einmal. Außer sich lief er im Raume herum, in diesem kargen Raume eines Menschen, der sehr einsam ist, ein Stuhl stürzte um, ein Aschenbecher kippte vom Tisch:»Es ist mir alles gleichgültig geworden. Das Haus, Die Klinik. Das Lebe». Nur ihn wollte ich noch. Nur ihn. Alles habe ich aufgegeben, um auf seiner Spur zu bleiben. Gut hat er das eingesädelt, großartig hat er das gemachtI Vom Erdboden verschwunden ist dieser mutige Mann und hat einen anderen für sich ersaufen lassenl Und ich hab' nachgegeben, hier in dieser Stadt, ich habe meine Ruhe gewollt und über meinen Büchern gesessen, bis du dann gekommen bist, VeronikaI Und bis ich ihn dann hatte, bis du ihn mir brachtest— und ich nichts mehr tun konnte gegen ihn— deinetwegen, VeronikaI Deinetwegen!" Er schlug sich mst den Fäuste» an die Stirn, und mit dem Fuß trat er den umgestürzten Stuhl aus seinem Weg: „Du hast ja nie gewußt, was mich das kostete, Veronika! Du hast ja nie geahnt, wie ich in dir verloren war! Jeannette war vom Tode umdüstert, meine arme Jeannette. Du aber warst da, so leicht und kühl, so klär und hell und'so lebendig bllrnl vom Lüden. Weißt du noch, wie ich das erstemal in die Bibliothek gekommen bin? Wie ich dich sah? Weißt du es noch? Du hast dich gegen mich gewehrt, Veronika, aber— du hättest mich noch geliebt, du hast mir ja versprochen, daß du meine Fra« lei» willst! Nun lose das Ber« vis Red« Dr. Hodzas: Friede und Wohlfahrt Im Donauraum DI« österreichische Presse und die Tschechoslowakei Die Frage, womit der Ministerpräsident den freundlichen Ton der österreichischen Presse zur Tsche- chostowakei erkläre, beantwortet« der Ministerpräsident folgendermaßen: Das gute Nachbarverhältnis, welcher sich in der österreichischen Journalistik zeigt, bildet einen von den Beweisen, daß im Donauraum das Bewußtsein steigt, daß die Donauländer Infolge ihrer geographischen Lage, ihrer Ausdehnung und Ihrer Interessen aufeinander angewiesen sind. Ich begrüße selbstverständlich dies« Rückkehr zur Normalisierung der guten Beziehungen auch, insofern« sich die» in d«n Blättern zeigt. London und Mitteleuropa In den Londoner Besprechungen, welche im Zusammenhang mit den mitteleuropäischen Berhält- niffen geführt wurden, muß zwischen wichtigen und minder wichtigen Angelegenheiten unterschieden werden. England wies bisher jeden Versuch verschiedener regionaler handelspolitischer Organismen zurück, welche außerordentliche gegenseitige handelspolitische Vorteile bezweckten. England wollte von regionalen Präferenzen nicht» hören. Aber die Präferenzen haben ihr« Geschichte und tangieren auch tief da» Britische Imperium, welches wirtschaftlich auf dem Präferenzsvstem beruht. Die Präferenzen besitzen bereit» ihre eigene Geschichte auch.in Mitteleuropa. Die wirtschaftliche Kleine Entente beruht auf einem bestimmten Präferenzsvstem seit ihrem Beginn. Auf einem analogen System beruht die wirtschaftliche Zusammenarbeit der Länder der Römischen Protokoll».■ Mittel» Präferenzen nähert« sich Deutschland einer ganzen Reihe von mitteleuropäischen und südosteuropäischen Staaten. Alle diese regionalen Präferenzen hatt«n via faett Bestand. Und nicht bloß via facti, sondern auch dadurch, daß stch der Völkerbund gegen sie nicht stellt«, sondern dieselben anerkannte al» Ausnahme au» dem sonst allgemeingültigen Grundsatz« über Meistbegünstigungen. London und der europäische Frieden Nicht bloß vom mitteleuropäischen, sondern auch vom allgemeinen Gesichtspunkte können die Londoner Beratungen als ein gelungener Beginn einer neuen intensiveren europäischen Friedenspolitik gewertet werden. Ich fand sowohl in den englischen RegierungSkreisen al» auch in den Kreisen der Opposition Verständnis für mitteleuropäische Bestrebungen nach einer intensiveren Zusammenarbeit und somit wieder FriedenSbestre- bungen. Ist die Tschechoslowakei Isoliert? Auf die Frage, wie stch während der Londoner Gespräche da» Interesse England» um Mitteleuropa gezeigt habe, antwortete Dr. Hodjsa: Er war gerade-vqo buv Londoner Konversationen ein wesent-i sicher'Fehler', einiger aiDnposikischör' Publizisten,' daß sie von der Tschechoslowakei votauSsttzten,'sie werde irgendwo in der Welt herumwandern, um nach formellen Garantten ihrer Unabhänaigkeit. Integrität und Existenz zu suchen. Dagegen würde ich ent« schieden protestieren, ebenso wie ich auch vor Antritt meiner Londoner Reise protestiert habe, daß etwa die Meinung auftauchte, daß wir in London zugunsten irgendwelcher Garantten für die Tschechoslmvakei intervenieren wollen. Die Tschechosiowakei benötigt Ihrer nicht. Die Märchen über di« Isolierung der Tschechoslowakei bilden tatsächlich bloß Märchen.' Niemand wird doch an eine» Regionalpakt mit England denken. Wir erwart« von England al» «Ine europäische Selbstverständlich etwa» anderes: Hat England Interest« an Mittelearova oder nicht? Bi» vor kurzem l«gt« England«in DeSintereffement a» dm entfernten Gegenden an dm Tag, und somit i. B. auch an Mitteleuropa. Rn» zeigt stch aber«in Interest« um Mitteleuropa, da man««ist, daß selbst'«in« lokale Störung de» mitteleuropäischen Frieden» zu einer Ttömng des europäischen Frieden» überhaupt werden könnte. ES wärm bloß Worte, wenn gleichzeitig mit der Erklärung diese» Interesses um Konsolidation Mitteleuropa» nicht gleichzeitig der Standpunkt England» zur Ausnahme a»S dem Grundsatz« über Meistbegünstigungen nicht gleichzeittg geäußert würde. Wenn England«ine Abweichung von diese« Grundsatz« zuläßt, welcher sonst so tief in der britischen öffentlichen Meinung verwurzelt ist, so bildet dir» einm Beweis für«in wirkliche» und konsegnmteS Interesse- Kurz und bündig köimw«an die» auch folgmdermaß« au«, drückm: Solange e» stch bloß um Worte handelt, so kann feder freigiebig sein. Handelt eS stch aber um die eigen« Tasche, wird sich da» jeder überlegen. Wenn England den neu« Standpunkt einnimmt, daß Zündstoffe in Mitteleuropa zu mtfernm sind, so bedeutet die» Arbeit zugunsten de» Frieden». Oie mitteleuropäische Analogie der englischen Demokratie Beftagt über, seine persönlichen Eindrücke au» den Gesprachm mit dem englischen Ministerpräsidenten Baldwin, erwähnte der Ministerpräsident folgende Einzelheit: Während de» Gespräche» lamm wir zu Erwägungen darüber, wie sich die Voraussetzungen der Dauerhaftigkeit der Demokratte gestalten. In unserer Oöfsentlichkeit ist Baldwin» Termin„ordered frecdom" sympathisch bekannt. E» handelt sich um geordnete Freiheit, um geordnete Freizügigkeit. Ich sagte ihm, daß bei un» ein anderer Terminus Mich sei: disziplinierte Demokratie. Worauf er freudig antwortete: Das ist doch ein und dasselbe. Ich hatte den Eindruck, daß es für den Ministerpräsidenten Baldwin eine Genugtmmg war, daß er in Mitteleuropa«inen Versuch um jenen Typus der Demokratte borfand, dessen wirkliche, sittliche und gesellschaftliche Funktion neben eine solche Staatsform gestellt werden' kann/ welche eine so hohe Bedeutung für den Menschen, für Gewissensfreiheit und für die Ordnung im Staate hat wie di« Demokratte Englands. England und Frankreich Im Verhältnis zur Kleinen Entente Di« diesbezügliche Frage beantwortete Doktor Hob,ja unter anderem folgendermaßen: Die anglo« französische Uebereinsttmmung zeigt sich auch in den Ansichten über Mitteleuropa. Jnsoferne es sich um die anglo-sranzösische Zusammenarbeit handelt, so ist entweder eine parallele oder äbsolut einheitliche Aktion der beiden Großmächte zu erwarten, sollte die Lage ein« solche Aktton erheischen. Beide Regierungen stimmen besonder» darin überein. daß die wirtschaftliche und allgemeine Kooperatton der Donauländer absolut wünschenswert ist. . Bezüglich der'Kleinen Entente bewerten di« eng« ssifche und französische- Regierung dieselbe als ein« feste und.dauerhafte.regionale Gestaltung...... Die italo-jugoslawisch« Annäherung bringt gut« Erfolg«, weil durch dieselbe bestimmte Mißverständnisse zwischen Italien und Jugoslawien beseitigt werden, welche in gewissen Abschnitten Hindernisse für die Kleine Entente darstellten. Die Kleine Entente bildet«ine traditionelle Jnstitutton in Europa, welche nicht unterminiert werden kann. Tschechoslowakei und SowJetruOlahd Befragt, ob uns in den Augen des Auslandes der Bündnisvertrag mit Sowjetrußland nicht schade, antwortete der Ministerpräsident, daß unser Bündnis mit DsSR bereits überall— oder fast überall, selbst dort, wo man unser Vorgehen früher nicht verstehen wollte— für einen von jenen diplomatischen .Akten gehalten wird, welche die Friedenspolitik in krittschen Momenten mit Erfolg aurnützen konnte. sprechen endlich ein, so lös es doch nun ein, Veronika! Nun bleib doch hier! Nun wag' es doch und lieg nicht auf der Erde wegen dieses Schufts!" Mit weit ausgerissenen, gebannten Augen war Veronika dem VerzweislungSauSbruch Truk- kenbrotts gefolgt. Spürte sie die eigene Erniedrigung denn noch? Sie spürte nur, daß dieser Mann da litt, unmenschlich litt, und daß es trotzdem nötig war, um der Gerechtigkeit des Lebens und um ihrer Lieb« willen nötig, jetzt reinen Tisch zu machen und diesen Mann noch Kiefer, noch unsäglicher zu verletzen: „Ich hätte dich niemals so--- lieben können, Eamillo, wie auch Jeannette. dich niemals.:"' Wie-toll vor Wut blieb er mitten im Laufen stehe», ungewiß, was er im Nächsten Augen»- blick tun würde, um diese Schmach zu löschens „Jeannette! Jeannette! Wa» weißt, du von Jeannette?- Du wägst,. Jeaftnette in- euer üble» Spiel zu ziehen? Jeannette, Pie er Witter die Erde gebracht, hat, er, der es fertig bringt,«in neue» Leben unter falschem Namen zu beginnen, er, der sich scheut, sein eigene» Fell zu Markte zu tragen, der seine Frau für sich um Gnade winseln läßt?" Endlich sprang sie auf,«Mich kehrte da» Blut wieder in ihr Gesicht zurück.„Das ist nicht währ. Da» alles ist nicht währ", sägt« sie. i,Und wenn du ihm nicht glaubst, dann solltest du Mir glauben, Eamillo." Sie bückte sich, hielt sich dabei am Schreibtisch fest, und hob den Aschenbecher auf. «Und außerdem-weiß-mein Mann natürlich nicht! daß ich zu dir gegangen bin.''' „Du kannst mir viÄ erzählen!" fuhr er aufblieb aber stehen, ins Dunkel ast'der Wand gelehnt, mühsam nur ätmestd, Schweiß' auf der Stirn.-- „... denn wenn er«» wüßte...", sie sprach so, Celr sei er ihr nicht höhnisch in» Wort gefallen, in' eine unendliche Still«• sprach sie hinein: „...'denn wenn er e» wüßte, dann wäre alle» aus." bitzi voidl-üh Hs- Mtz> wieder ging tt»ans dicht an sie heran:„Er bildet sich wohl noch was darauf ein, daß er dich mir gestohlen hat?" Auch diesen Blick hielt sie aus, und auch auf diesen -Blick und diesen Hohn mußt« mit der Wahrheit geantwortet werden. '„Er weiß es nicht, Camillo. Ich habe e» ihm nie gesagt." Jetzt packte er sie bei den Schullern, und alles schlug in ihm zusammen, Erschütterung und aufgewühltes Leid, und langsam sank er herunter -an ihr auf den Boden: „Du hast eS ihm nicht gesagt? Du hast mich sihm nicht auSgellefert, Veronika? Da» hast du >fÜr mich getan?"•- -, Hastig beugte sie sich über ihn, zog ihn hoch iund spürte dabei, wie die. Kräfte sie verließen und »daß das bald zu Ende sein mußte, wenn es nicht schrecklich enden sollte. Aber e» ging nicht mehr, imit zuviel Ueberwindüng und Gewaltsamkeit chatte diese Frau in. den letzten Jahren ihre wesenseigenste Ehrlichkeit und Geradheit einer -Liebe geopfert,— es war unmöglich, auch nur sMit einem Schweigen noch zu lügen. ...„Ich habe cs für ihn getan", sagte sie,,wählend sie Truckenbrott' stützte und zu. einem Stuhle Mhrte. Stöhnend sank er darauf nieder. ,jFür ihn getan.". Und fit stand, vor, ihm, und sie'rang die Hände, und jetzt stieg das Schluchzen, stieg die Ohnmacht in-ihr hoch::■■ :'„Ich kann doch auch nicht- anders... auch nicht.änders-:^.z"'' /■,i-■' „Und ich soll anders können? Ich soll ander- können?! Da» ist es-doch! was du vost mir verlasst, Veronika?. Ich soll zu ihn gehen, und ich soll mich wohl auch noch bedämeir bet ihm für alle? das, was er an Mir verbrochen- hat? Wie stillst du dir da» vor, Veronika? Und wenn ich nun ganz etwa» andere- tue? Wenn ich ihm nun sage, daß du,-— daß ich— daß wir heiraten wollten, daß alle- schon besprochen war...? Wenn ich da- nun tu und' nicht da? andere, Veronika?"- Die Reise des MlnlsterprMs1dent|n nach Rumänien Dr.Hodjja erklärt«: Ich will der-Anregung de» König» Carol und der formellen Einladung der rumänischen Regierung Folge leisten- Ich bin überzeugt, sagte der Ministerpräsident, daß e» der Kleinen Entente gelingen wird, sich zu diesem Ziel« durchzukänipfen, welche» den Pramschen Endzweck jeder vernünftigen und konstruktiven Politti unserer Zone bilden muß. Die Klein« Entent« hat erklärt, daß sie einen direkten Ausgangspunkt und eine Komponente der konstruktiven Politik in der Richtung zu allen unseren großen Nachbarn bilden wolle. Zu allen, somit auch zu Deutschland und zu Italien- Wir erklärten die» für unser definittve», feste» und unwandelbarer polittsche» Programm. Die Leitung der Staatsbetriebe Der„Hospodäkskä Politika" entnehmen wir folgende Betrachtung: Zur Lettung aller Staatsunternehmungen wurden von Dr. Ra?in BerwaltungSkörper» schaften eingeführt. Der Gedanke war nicht schlecht, man hat damals damit gerechnet, daß die Berwaltungskörperschaften die Staatsbetriebe tatsächlich führen und daß sie zu diesem Zweck die notwendige Selbstverwaltung erhalten werden. Im Laufe der Iah« haben aber die Ministerien prakttsch und fakttsch einen solchen Einfluß auf die Staatsbetriebe erlangt, daß auch die kleinst« Angelegenheit einer Staatsunternehmung im Ministerium entschieden werden muß. Die General» direktoren haben sozusagen keine selbständig« Berechtigung, jeden Monat werden zwar Sitzungen der Berwaltungskörperschaften einberufen und beschließen nach einem Referat des Generaldirektors gemäß seinen Anträgen, ohne jede Veränderung. Aber damit ist die Sache noch nicht erledigt, danach geht jeder bezügliche Akt ins Ministerium, wo man schließlich darüber entscheidet und da geschieht es oft, daß darüber der SektionSchef entscheidet, der vorher als Mitglied der Verwaltungskörperschaft über die Sache abgestimmt hat bzw. dieselbe Person genehmigt, was sie vorher, wenn auch in Gesellschaft mit andern, beschlossen hat. E» ist hier also ein überflüssiges zweites Geleise, überflüssiger Zeitverurst und überflüssige Arbeit. Deshalb wäre es vielleicht am besten, wenigstens bei der Mehrheit der Staatsbetriebe die Berwaltungskörperschaften auszulösen. Tatsächlich haben sie sich nur ausnahmsweise bewährt, und zwar dort, wo darin tatsächlich unabhängige und volkswirtschaftlich geschulte Vertreter des Wirtschaftsleben» sitzen. Der Präsident der Republik empfing am Samrtag den jugoflawischen Kriegs» und Marineminister General Mariä, welchen er hierauf mit dessen Gattin zum Diner einlud. An demselbcst nahm äußer dem Präsidenten und seiner Gemahlin teil: Der jugoslawisch« Gesandte Dr. B. P r o t i L, Oberst Je v r e m o v i L, der Vertreter des jugoslawischen Militärattaches Major B a 6, für die Regierung Außenminister Dr. K r o f t a und Minister für Nattonalverteidi- gung Machnik, ferner Kanzler Dr. S ck m a l und schließlich Vertreter der Armee und der Kanzlei de» Präsidenten der RepMik.. Schuldmregelung bei dm Sektswerwal- tungSkörpem. Der böhmische Landesausschuß bat für 88 Gemeinden und 280 Bezirke die Durchführung der Schuldenregelung beschlossen. Di« zu regelnden Gesamtschulden betragen 1S08 Millionen AL, so daß die sich daraus für den Hilst- fonds ergebende jährliche Belastung bei 8.8 Prozent Annuität 88 Millionen XL beträgt. Sie hob die Hände zum Gesicht und schloß die Augen hinter diesen Händen. Das Licht war um sie, unbeiveglich stand sie so, und sie spürte das Licht nicht mehr, e» drang nicht mehr durch sie hindurch. Im Dunkel lebte er. Und es war gut, daß alles nun entschieden war.- »Ja, geh und sag'«S nur,—, sag's nur, Camillo, einer muß es sagen, einmal, ehe es zu spät sein wird." Sie strich sich mit der Hand über die Sttrn, eine müde Frau, fettig mit dem Leben; glatt strich sie das Haar nach hinten. Härte war um ihr Gesicht, leere, knochige, alterslose Härt«. »Ich will nun gehen", sagt« sie,»mein'Kind, mein Mann... und e» ist Nacht-., und ich bin nicht daheim..." Die Verlorenheit, in die sie starrte und mit der sie sprach, brachte ihn mit einem Schlag« zur Vernunft. Sie hatte sich umgedreht und war langsam auf die Türe zügegangen. „Veronika! Du kannst doch Nicht! Um diese Stunde kannst du doch dar Hau» nicht mchr verlassen! Nie werde ich'» ihm sagen, niet x Verlaß dich doch auf dieser eine Wort! Veronika! Wa» auch gewesen ist, nie werde ich dich verraten an ihn, nie! Nie! Niemals!" Noch einmal wandte sie sich diesem Manne zu, der Rücken tat ihr weh von dieser Anstrengung, sich geradehalten zu Müssen, nicht vornüberzustÜr- zen wie ein Mensch am Rande de? Tode»: »Dann werde ich«» eben tun.& ist auch besser so, wenn ich e» tu.. „Nichts wirst du tun! Veronikas Um Gotte» willen, bleib doch hier!»leib hier! Veronika! Die Nacht. Der Liegen. Es fährt' ja gar kein Zug...i" Er schob sie von der Türasott, schwer war sie und voller Widerstand, und wie mir einem fernen Traum erwachend sah sie ihn an, der ihr breit und gewalttätig den Ausgang versperrter .(Fortsetzung folgt). Nr. 120 Sonnt««, 23. Mai 1037 Seit- 3 tudetendeutsefter Zeitspiele/ SSSSSSSSS5SSSSSSSSSSSSSSSSSSSSiSSS5S8SSSSSSSS5SSSS^^^^^^^^^^^^^^^^^^^=®®mb Sklavenhandel Im Bund der Deutschen Was die„Volksgemeinschaft“ jungen Proletarierinnen zumutet Der Bund der Deutschen, der unter der Führung des Pfarrers Wehr en f e n n i g, also eines G e i st l i ch e n, steht, hat eine eigene Stellenvermittlung. Arbeiter und Arbeiterinnen, die brav, das heißt: henleingläubig sind, lönnen hoffen, durch den Bund der Deutschen einmal eine Stelle vermittelt zu erhalten/' Allerdings haben sie nur in den seltensten Fällen Grund, mit dem Posten zufrieden zu sein, denn jene vollsgemein- schaftlichen Unternehmer, die mit dem Bund der Deutschen Zusammenarbeiten, legen Wert auf gehorsame und vor allem billige Arbeitskräfte. Manchmal allerdings grenzt das Treiben des Bunde» der Deutschen auf dem Gebiete der Arbeitsvermittlung schon an Sklavenhandel. Bor uns liegt eine Ausschreibung des Bezirks- verbandeS Saaz des Bundes der Deutschen. Mit dieser Ausschreibung werden junge weibliche Arbeitskräfte für ein„Landarbeitsdienstlager" gesucht, das vom 1. Juni bis 80. August 1837 in Schiehglock bei Potscherad eingerichtet wird. Das Lager soll dem Versuch gewidmet sein, dem Mangel an landwirtschaftlichen ArbeitSkrästen zu steuern und ,unne andere Einstellung gegenüber der Laifdarbeit" herbeizuführen. Es werden nur ledige Bewerberinnen ausgenommen! Nicht wenig wird von den Gesuchstellerinnen verlangt: Sie müssen u. a. ein ärztliches Zeugnis beibringen, das sie selbstverständlich selbst bezahlen müssen, den Lebenslauf genau beschreiben, eine Bestätigung über die„v ö l- kischeund sittlicheHaltung" durch die völkische Körperschaft beibringen, der sie angehören und sich schließlich verpflichten, das ganze Vierteljahr im Arbeitslager auszuharrcn und anschließend einhalbeSJahr dem Landarbeitsdienst des Bundesbezirks Eaaz zur Verfügung zu stehen. Außerdem müssen die Bewerberinnen noch ein Lichtbild beibringen, eine Verpflichtung, die angesichts der Art der verlangten Arbeit doppelt eigentümlich wirkt. Man rechnet bestimmt damit, daß sich ein« Anzahl arbeitsloser junger Mädchen finden wird, die bereit sind, die drückendsten Arbeitsbedingungen zu akzeptieren. Diese Bedingungen sind im vorliegenden Fall von der empörendsten Art. Nach der Lagerordnung beträgt die Normal arbeit»« zeit vierzehn Stunden und wird von 5 Uhr bis 10 UhrTeilnehmerinnen, werden Einzelbau er»zügewiesen."„Die Üebers nachtung, Gemeinschaftserziehung und Gemeinschaftsgestaltung erfolgt in einem geschlossenen Lager." Bei dieser Arbeitszeit wird kaum Zeit zum Waschen und Schlafen bleiben, geschweige denn zu dem, war der Bund der Deutschen„Gemeinschaftserziehung" nennt! Man lese, was sonst noch von den armen Mädchen verlangt wird: „Die Lagertellnehmerlnne»«erden al» landw. Gehilfen geführt. Die Berpflegang gilt ter Bauer. Das wöchentliche Taschengeld>«. trägt 10 Ui. Urlaube während des Lagers «erden nur in besondere» Fälle» gewährt. Kleid««« und Wäsche find do« den Teilnehmeri»nm selbst mitzubringen. Arbeitskleidung wird zu« Teil beigestellt werden. Die endgültige Aufnahme erfolgt nach einer Probewoche." Die Proletarierinnen, die sich für den Bettel von wöchentlich 10 Ki und die Kost für dreiviertel Jahre der„Wohltätigkeit" des Bunde? der Deutschen verpflichten sollen, werden nicht eine einzige Stunde sich selber gehören können, sondern sind SdP-Versammlung In Reichenberg bei der Rede Henleins aufgelöst Freitag sprachen in einer Versammlung der SdP in den Reichenberger Messehallen Abgeord» ineter Sandner und Franz Höller aus Prag, der zweimal vom Regierungsvertreter ermahnt wurden Dann ergriff Konrad Henlein das Wort, der gegen Schluß seiner Ausführungen den sogenannten deutschen Gruß verteidigte, der nach seiner Meinung keine Provokation des tschechischen Volkes sei. Dabei wurde er das erstemal vom Regierungsvertreter ermahnt. Konrad Henlein aber kümmerte sich um die Ermahnung nicht und, sagte, daß durch den deutschen Gruß der tschechoslowakische Staat nicht erschüttert werde, worauf die Versammlung lebhaft reagierte und bevor sich noch die Bewegung legte, löstet!« Regierungsvertreter die Versammlung auf. Die mit gleichen Mühen und Stiefeln ausgerüsteten Henlein-Ordner wurden-auf die Polizei abge- führt,.weil, laut Bescheid»der Polizei, diese Ausrüstung verboten war. Dort dauerte die Perlu» strierung bi» gegen 8 Uhr früh, worauf' alle bi» .auf eineu.Männ- bei dem«ist,Boxer gefunden wurde, wieder freigelassen wurden. Die.. Versammlung war gut besucht, doch ist die in der Henlein« und bürgerlichen Presse genannte Zahl sehr ssbtrtrieben^•'* der Aufsicht des Bauern oder des Lagcrkomman» dmiten unterworfen; dafür aber wird ihnen gnä« digst gestattet, Kleider und Wäsche mitzubringen und zu gewärtigen, daß sie nach einer Probewoche wieder entlassen werden, wenn sie aus irgendwelchen Gründen— wir vermuten, daß es deren viele, gwen kann— nicht entsprechen. Der Herr Pfarrer Wehrenfennig hat, dünkt uns, im Bunde der Deutschen nicht nur al» dessen Vorsitzender Verpflichtungen, sondern auch als G e i st I i ch e r: wer hindert ihn,«egen diesen Sklavenhandel einzuschreiten? „Jejlch boj“ und die„Rundschau" Wir haben am vergangenen Sonntag an leitender Stelle da» aufsehenerregende Buch „Iejich boj" besprochen. Man konnte gespannt sein, wa» die SdP zu dieser Veröffentlichung zu sagen hat. Nun, die Antwort liegt jetzt in der„Rundschau" vor: es ist ein flaches Geschimpfe auf di« Verfasser, die man des— Plagiats beschuldigt, ohne auch nur den Versuch zu unternehmen, die in dem Buch angeführten Tatsachen zu widerlegen.„Von uns aus können sich all diese emigrantischen Literaturproduzenten ihre Geistesblitze gegenseitig vom Munde wegstehlenl Bald werden Ihre„Werke" ja doch nur noch Makulatur sein"— so schreibt und droht die„Rundschau", wobei sie übersieht, daß zumindest zwei der Verfasser von„Jejich boj" waschechte Tschechen sind, der Dritte aber totsicher kein Emigrant ist. Bald wird hoffentlich die „Rundschau" nicht einmal mehr Gelegenheit haben, zur M a k u l a t u r zu werden! Abkommen Kulturverband—Sudetendeutsche Jugendgrmrinschaft. Der Deutsche Kulturverband teilt mit, daß er nicht nur mit dem Bund der Deutschen, sondern auch mit der Sudetendeutschen Jugendgemeinschaft ein Arbeitsübereinkommen getroffen hat. Die Sudetendeutsche Jugendgemein« schäft befindet sich heute völlig unter dem Einfluß des Deutschen TurnverbandeS. Die Mitteilungen des Deutschen KulturverbandcS schreiben: „Durch dieses neue Uebereinkommen hat der Deutsche Kulturverband alle sudetendeutschen Organisationen, die für ein« engere Zusammenarbeit in Fimge kommen, nunmehr ersaßt, so daß der Abschluß weiterer Vereinbarungen kaum mehr zu er-, warten ist."■ Nur nicht sudetendeutsch! Die„Rundschau" hat in ihrer letzten HuSgabe wieder einmal den Beweis geliefert, daß sie nur dem Namen nach das Blatt einer sudetendeutschen Partei ist, in Wirklichkeit aber die Geschäfte de» Dritten Reichs besorgt. In einer fettgedruckten Notiz pflaumt da» Henleinblatt den„Aufruf", ein« völlische Zeitschrift, an, weil er einen Artikel über daS Thema: „Unser Schicksal wird innerhalbderGren- z e n entschieden" gebracht hat. Eine solche Meinung wird von der„Rundschau" als„gegen dieFnteressendeSSudetendeutsch- tumS gerichtet" empfunden und bezeichnet, weshalb dem„Aufruf" das schreckliche Schicksal widerfährt, von der„Rundschau" auf eine Stufe mit der„Landpost" und der„Roten Fahne" gestellt zu werden. Der Horch-Wagen.„Im Steinbruch marschieren wir in Sechserreihen im offenen Viereck auf. Weit stehen an der staubigen Straße die Signalposten, die die Ankunft melden. Der Spiel- mannszng klingt auf. Die Staubwolke kommt näher. Da hält der graue offene Horchwagen. Konrad Henlein steigt aus. Und dann schauen 480 Lungen» ihrem Ehrenobmann in die Augen. Er spricht kurz; jeder weiß«S; Diesen Augenblick vergißt keiner." —(„Rundschau.") Wunschträume. In Königsberg(Oschreu- ßen) find einige Straßen getauft worden. Wie die„Preußische Zeitung" Nr. 128 mitcilt, wur- den u. a. folgende Namen geivählt: Sudetenlandweg, Hultschiner Weg, I g l a u c r Weg, Olmützer Weg, Brünner Weg, TropPauer Weg, Jägerndorfcr Weg, AussigerWeg, TeplitzerWeg, Franzensbader Weg, Egerlandweg und Budweiser Straße. 120 neue Parteimitglieder in Preßvurg! Im Verlaufe einer Werbeaktion, die die Lokalorganisation Preßburg durchführte, wurden 120 neue Parteimitglieder geworben. Ein verhei- Der englische Vermittlungsversuch Italienische Quertreibereien London. Die Meldungen eines Teiles der Presse, wonach Italien die Absicht hat, feine Truppen aus Spanien zurückzuziehe», werden von Rom aus dementiert. Die englische Anfrage bei den Slegierungen in Berlin» Paris, Rom, Moskau und Lissabon, welche die Herbeiführung eines Waffenstillstands bezivcckt, dem die Abberufung der Freiwilligen folgen sollte, sind bisher nicht weiter gediehen, als ähnliche frühere Akt!,- neu dieser Art. Während von einigen Stellen zustimmende Aeußeeungen vorliegen und in London erwartet wird, daß auch die Berliner Regierung«in« günstige Antwort geben werde, hat «S Italien übernommen, di« Gegenmanöver der ftancofteundlichen Staaten einzuleitM. Nach den bisherigen Meldungen scheint Italien den Vorschlag«ineS unter ausländischer militärischer Kimtroll, durchzuführenden allgemeinen Plebiszit» in den Vordergrund zu schieben, um dadurch eine Klärung hinanSzuschieben oder zu verhin- dem. Angesichts dieser Manöver teilt die Agentur Fabra auS amtlichen Quellen in Valencia mit, daß dir spanische Regierung erst dann daS Feuer einstellen werde, biS sie den Sieg ihrer Waffe erlangt haben wird. Die Basken halten sich Pari». Gegenüber der Behauptung der Aufständische», daß sie-sich der Stadt Munguia bemächtigt hätten, ineldet der HavaS-Korrespon- drnt, daß sich die Stadt dauernd in der Macht der reputlikanischrn Truppen befindet. Es wurde lediglich dir Zivilbevölkerung evakuiert, so daß in Munguia nur Militär blieb. Madrid. Eine, feindliche Abteilung, welche versuchte, in die Universitätsstadt einzudringen» wurde zurückgeschlagen. Die Nahrungsmittel und die Munition, welche sie den«inge- schlossenen Aufständischen zuführen wollte, wurden vernichtet. Nur wenigen Lastautomoiilen gelang der Rückweg. DaS letzte Bombardement Madrids hat, soweit bisher bekannt wurde, vier Tote und 32 Verwundete gefordert. Die Beschießung ist rin Racheakt für dir Sprengung der Pontonbrücke zwischen der Casa del Eampo und der Universitätsstadt, die den Regierungstruppen in der Rächt am Freitag gelungen ist. Vor Oviedo wurde ein Angriff der Aufständischen abgeschlagen, im Gebiet von Leona sprengten republikanischeAbteilungen einige Plätze auf der Bahnstrecke nach Bilbao in die Luft. Flug- zeuge bombardierten den Bahnhof von BurgoS. Die Aufständischen- beschossen den Hafen von Almeria. In Almeria ist ei» englischer Panzerkreuzer«ingelausen, dessen Kommandant sich an ßungSvoller Auftakt zu den kommenden Ge- meindcwahlen! Steigende Auswanderung. Die Zahl der Auswanderer ist im Jahre 1038 beträchtlich gestiegen. Während es im Lahre 1088 nur 8886 Personen waren, welche den Staat verließen, stieg diese Zahl 1088 auf 7201 Personen a». Davon entfallen auf Böhmen insgesamt 1804, von denen wiederum 888 d c u t s ch e r Nationalität waren. Die stärkste deutsche Auswanderung zeigt der Bühmerwaldbezirk Bischof- t e i n i tz, auS dem 143 Deutsche auSivanderteu, dann folgt der Bezirk S ch ü t t e n h o f e n mit 68 Deutschen und an dritter Stelle Reichen- b e r g mit 88. In Mähren-Schlesien betrug die Gesamtzahl der Auswanderer 808, davon 01 deutscher Volkszugehörigkeit. Die stärkste deutsche AuSwandererquoto zeigten die Bezirke Mähr.- Schönberg mit 18, I ä g e r n d o r f mit 12 und Mähris ch-Trübau mit elf Auswanderern. Aus der Sloivalci, die den stärksten Anteil an Auswanderern stellt(4.831), sind 102 Deutsche ausgcwandert. Boxd des„Jaime I." begab, um dem Regierungskreuzer für die Hilfe zu danken, die dem havarierten epglischen Kreuzer„H 35" gewährt worden wibr. Ausländische Stimmen zum Krofta-Exposö In der französischen Presse wird die Rede Dr. Kroftas in ausführlichen Auszügen wicdcr- gcgcbcn und sie Ivurde auch vo» den französischen Rundfunkstationcn verbreitet. Die Blätter heben neben den Stellen, welche die Freundschaft zu Frankreich und den Zusammcnhalt der Kleinen Entente betreffen, insbesondere die Worte Uber die Aussichten einer Annäherung dec Tschecho- floivakei an Oesterreich und llngarn hervor. Der „Populaire" widmet der Rede scinLp Leitartikel. Die Wiener„Reichspost" schreibt in ihrem Kommentar u. a.: „Oesterreich begrüßt insbesondere jene Stellen der Red«, die dem Verhältnis zwischen Wien und Prag gewidmet sind und die sich— vielleicht zum ersten Make in einer solchen offiziellen Form— auf daS leider viel znlange vrmachläsiigte Erbe au» gemeinsamer Vergangenheit beruft. Ein Appell dieser Art darf bei uns um so mehr auf ein freudiges Erd Oesterreich «inen durchaus anderen-Standpunkt einnimmt, fährt dann aber fort:„Die Meinungsverschiedenheit, die unS leider in diesem Punkt von der Tschechoslowakei trennt, soll aber nicht der Zustimmung Abbruch tun, wo wir im übrigen dieser mutigen und ermunternden Rede Dr. Krofta» Beifall zollen." Die ungarische Presse gibt zum großen Teil die Rede ohne Kommentar wider. Das oppositionelle Blatt„Magharsäg" schreibt, Dr. Krofta habe in der Frage der militärischen Gleichberechtigung Ungarns einen Standpunkt eingenommen, welcher für Ungarn unannehmbar erscheint. Ungarn könne cs nicht akzeptieren, daß die Anerkennung dieser Gleichberechtigung von irgendwelcher Gegenleistung abhängig gemacht werde.„U j M a g» a r s& g" verweist darauf, daß in der Frage der tschechoslolvakisch-ungarischcn ivirtschaftlichcn Annäherung der Standpunkt Ungarns seit langem allgemein bekannt sei. Zunächst müßten, so meint das Blatt, die Boran s s e tz u n g e n geschaffen werden und erst dann könnten die weiteren Schritte folgen. In der italienischen Presse hat die Rede eine» günstigen Widerhall gefunden. Der Bericht der polnischen Telegraphen«Agentur bemerkt, daß da» Expose keine neuen Elemente enthalte, die von einer Aenderung der bisherigen tschechoslowaki- schn Politik gegenüber Polen zeugen könnten. Blomberg auch nach Budapest? London. Der deutsche Marschall Blomberg soll Blättermeldungen zufolge demnächst nach Budapest fahren, um— wie„Daily Herald" zu berichte» weiß— dort eine Vereinbarung mit der ungarischen Regierung über die Lieferung reichsdeuischer Waffen und anderer KricgSgoräte,int Werte von 28(?) Millionen Pfund zu treffen. ' Beck nicht nach Berlin Brüssel. Außenminister Beck traf während eines kurzen Aufenthaltes während der Rückreise aus London mit dem Ministerpräsidenten Vcm Zeeland und Außenminister Spgak zusammen. Beck setzt seine Heimreise fort, ohne sich in Berlin aufzuhalten, da er an: Montag in Warschau de» Prinzen Michael empfangen muß. Paris. Der finnisch« Außenminister Holsti war Samstag Gast des französischen Außenmim- sterS Delbos. Außenminister Sandler In Berlin Berlin. Samstag um 11 Uhr ist auf dem Tempelhofer Flugplatz aus Stockholm der schwedische Außenminister Sandler'eingetroffen. Mittags wurde Sandler vom ReichSaußenminister von Neurath empfangen. Frankreichs Außenminister in Brüssel• Der französische Außenminister DelboS traf zu außenpolitischen Besprechungen in der belgi, schen Hauptstadt ein, wo er(Mitte) von dem belgischen Außenminister S p a a k(links) Be> grüßt wurde. König Leopold.empfing Delbosin Privataudienz. Sette 4 Soitnfnn, 23. Mal 1937 Nr. 12» Sowjetflugzeug an Nordpol gelandet Einrichtung einer wissenschaftlichen Beobachtungsstation Moskau. Die von dem Akademiker.Orto Schmidt geleitete Lufterdedition der Sowjetunion überflog am 21. Mai um 11 Uhr 1v den Nordpol und landete nm-'11 Uhr 36 wohlbehalten auf einer Eisscholle 20 Kilometer vom Nordpol. 1 ES ist beabsichtigt, am Nordpol«ine UeberlointernngSsbation'einzurichten. Wie Schmidt mitteilt, ist'die Eisscholle/ auf welcher daS Flugzeug gelandet ist, für di« Errichtung einer wif- senschaftlichen Station und eines guten Landungsplalics sehr geeignet. DAesoemALeiten, Goebbels antwortet Thomas Mann In Hitlerdeutschland erscheint jeht— als Erstlingsnummer ihrer besonders Pretentiösen Art— die Zeitschrift.„Geist der Zeit". DaS.ist daS amtliche Organ des„Deutschen Akademischen AuKtauschdienstcS" in Berlin, einer der- vielen getarnten Agenturen des GoebbolS'schen Reichs- Propaganda Ministeriums, was schon daraus her- vorgeht, daß er allenthalben in der Welt, vor allem;ist Franco-Spanien, amtlich so genannte „Dienststellen" unterhält. In der Zeitschrift zeichnen alle Autoren der Beiträge mit ihren vollem Nomen; nur bei einem ist daS nicht der Fall, er bleibt anonym, so daß man wohl nicht fehlgeht, wenn man den Verdacht ausspricht, daß er unbesehens aus dem Ministerialgebäude direkt Übernommen werden muhte. Ausgerechnet ist cs gerade der Lückenbüßer, der die offizielle Antwort des S.y st e m S auf T h o m a S M a n n S ers ch ii.t1e.rn de Anklage„Ein Briefwechsel" d a r st e l l tl Damals hatte Deutschlands berühmtester Schriftsteller zur schnöden Tatsache der Entziehung seiner Ehren- doktorwürde der Bonner Universität in Form eincS- Brieses an den Dekan der philosophischen Fakultät dieser Musenstättc Stellung genommen. Kein Dokument der antifaschistischen Literatur hat so. viel vor innerer Erregung bebende Zu- stimmung, ein so tränenbenotztcS„Ja, so ist csl", eine so. furchtbare GclöbniSgemcinschaft aller wahrhaften Deutschen draußen hervorgcrufcn, im Kampf gegen die braune Vaterlandsschmach nicht wankend zu werden, als gerade dieses edle Bekenntnis des Dichters zu'feinem Lande, gegen die„penetranten Herren", die cs zur Zeit tyran- nisch beherrschen.— lieber ein volles Vierteljahr hat Herr Goebbels gebraucht, um nach dieser vernichtenden Abrechnung mit dem, was er und Seinesgleichen darinnen angerichtet haben, die Sprache wiodcrzusindcn. Sie war ihnen augenscheinlich verschlagen, als Thomas Manns dünnes Büchlein auch in einigen„illegalen" Exemplaren seinen Weg just über die Gestapogrenzcn gefunden hatte. Die Sprache aber, die sie nun wicdergefunden haben nach der Stäupung, von der man auch noch in späteren Jahrhunderten sprechen-»ytzjpsift,danach»..'.«m•-- Wir registrieren allein die-folgenden saftigarischen Requisiten aus dem Fischmarkt, mit denen Goebbels seine, ministerielle Antwort an Thomas Mann unter der geiswollcn Ucberschrist „Tonio Kroger in'der Emigra. tion"(Tdnio Kröger ist der Held der gleichnamigen Erzählung Thomas Manns) garniert und dekoriert: Instinktlosigkeit, bürgerliche Halt- lösigkeit, selbstherrliche Eitelkeit, gespreizte Hofsahrt, osteuropäischen GetthoS kaum ent- rönnen, gestelzter kindischer Trotz... Da hat er'S nun, der Dichterling, die Jntclligenzbestie, der Mann, aus dem kein Standartenfiihrer je etwas Gescheites machen könnte I. Die GeistcSvcrsassung, die der deutschen Na- tion ihren besten lebenden Dolmetsch im Geist ge- kostet Hot und sich heute drüben in Minister- fräcken und Hoslogen Herumdrücken darf, sieht nach dem Schlußpassus dieses Goebbels Elaborates, folgendcnnaßen monomanisch aus: „Einfältig und peinlich selbst für die nächsten Freund« der weltfremde Satz(in Thomas Manns„Ein Briefwechsel"): Die reifen und gebildeten Staaten behandeln dies große, gefährdete und alles gefährdende Land wie Aerzte den Kranken: mit großer Nachsicht und Borsicht, mit . unerschöpflicher, wenn auch nicht gerade ehrenvoller Geduld.— Tas heißen Sie unerschöpfliche Geduld? Das, was heute in Europa geschieht? Dieses Rüsten? Dieses hinterrücks wirtschaftliche Abwürgen? Dieses Hetzen? ES bleibt nur, von dem tschechischen Leichnam Abschied zu neunen ' und eine Grabschrift zu ersinnen, die etwa lauten müßte: Hier ruht Tonio. Kröger. Nachdem er ■ alle Meinungen vertreten und jeden Verrat ge« .trieben, ist er an Eifersucht, Haß und Eigen- dünkcl gestorben. Er war niemals er selbst und er war nirgends zu Hause". So sind sie: erst machen sie Phantastische VierjahrSPläne Und dann kreischen sie von wegen wirtschaftlichem„Mwürgen". Erst schmettern sie in die vier Winde„Kanonen statt Butteri" und dann fällt ihnen das„Rüsten"(nämlich der and e r e nl). auf die-Nerven. Erst werfen sie.die Bücher, die den Ruhm deutscher Geistigkeit verbreiteten, in ihre braunen Gossen und treibenden Dichter, Len sie" im Verdacht habtzn, ein Nach- denklichcr unter Deutschen- zu sein, aus dem Lande— und glauben dann, ihm keine größere Beleidigung zustigen zu können,, als ihn aus sicherer Deckung heraus einen„tschechischen Leich- uanr".'nennen- zu können. Tausendmal lieber einiganriund gar-tschechischer-Leichnam, als so ein-lebondiger. vom kosmischen Verfolgungswahn und Won der.allerdümmsten Neuauflage der Dolchstoßlegende gehetzter Hstlcr-Untertan! F. E. Roth, DaS Sowjetflugzcug Nr. 170, das in der Nähe des Nordpols gelandet ist, ist am 21. Mai iim 5 Uhr früh von der Rudolfsinfel gestartet. Es wurde vom„Helden des SoivjetverbandeS" Wodopjanow gelenkt. Außer dem Akademiker Schmidt und per Mannschaftsbesatzung waren am Bord des Flugzeuges der Chef der Ucbcrwintc- rungSstation P a.p a n i n, der Radiotelegraphist K r e n k e I, der Hydrobiologe S ch i r s ch o w und der Magnetolog Fedorow. Sie sollen ein Jahr auf dem Eismeer des Nordpols verbleiben. Bei der Aussendung des Berichtes über die Erreichung des Nordpols erlitt dir Sendeeinrichtung des Flugzeuges eine Störung und die Verbindung wurde erst abends wiederhergestellt, als auf dem Eis die neue Sendestation eingerichtet worden war. Die Expedition verließ Moskau am 22. März in fünf Flugzeugen fowjctrussischer Konstruktion. An der Exkursion nehmen 43 Personen teil, darunter der„Held des Sowsetverbandes" M o l o k o w, die bekannten Polarflieger Golo- w i n und P a p u s ch k i n und auch einige Journalisten. Die Expedition traf am 19. April auf der Rudolfsinfel ein, wo sie günstige Witterung abwartete und inzwischen Versuchsflüge unternahm.. Die Flugzeuge führen Lebensmittelvorräte, Brennmaterial und Kleidung für 18 Monate mit. Die Borrätc, die sich vorläufig auf der RudolfS- infel befinden, werden. zum Nordpol gebracht werden, sobald das Terrain von der dort gelan- Der Spion Krejza hingerichtet. Samstag um 6 Uhr'früh erfolgte im Hofe des Militärgefängnisses in Prag die Hinrichtung des ehe- nialigen Rottmeisters Josef Krejza durch den Strang. Krejza war im Feber vom Divisionsgericht wegen des Verbrechens des Militärverrates zum Tod durch den Strang verurteilt worden.— Es ist dies in Frsedenszeiten der erste Fall einer Hinrichtung wegen militärischer Spionage. Die Todesstrafe für Militärverrat wurde erst vor einiger Zeit im Zuge einer Verschärfung der diesbezüglichen Strafsanktioncn eingeführt. Kreizä war— wie aus den seinerzeit in der tschechischen Presseverössentlichtcn Meldungen hervor» -ging-^— cln vpfer des MohölS. der ihn'iN'finän- 'z-iells Nöte-brachte. So geriet er in die Netze des ungarischen Spionagedienstes. Anläßlich eines Fußballwettspieles traf er im Herbst 1985'in Wien mit ungarischen Agenten zusammen, von denen er eine Anzahlung von 7000 Xi erhielt, die er sofort durchbrachte. Spätere Versuche, die Spionagetätigkcit'aufzugeben, scheiterten an den Drohungen, daß man ihn den tschechoslowakischen Behörden verraten iverde. Seine Tätigkeit wurde im Sommer 1986 aufgedeckt. Man fand bei ihm Behelfe für Geheimschriften und Fragebogen des ungarischen Spionagedienstes. Es legte«in umfassendes Geständnis ab und verzichtete auch auf alle Rechtsmittel gegen das Todesurteil. Exportauftrag für die Tabakregie. Die Tabalfabril in Sedlec bei Kuttenberg arbeitet zurzeit an einer großen englischen Bestellung auf 12 Millionen Stück„Dagmar", die für die englischen Dominien bestimmt sind. Eröffnung der landwirtschaftlichen Ausstellung. Auf dem üblichen Gelände im Prager Baumgarten wurde Samstag die 17. landwirtschaftliche Ausstellung eröffnet, die bis zum 80. Mai offen gehalten worden wird. An dem Festakt nahmen der Ministerpräsident, sämtliche agrarische Minister und zahlreiche Vertreter von Korporationen teil. Ebenfalls Samstag vormittags Werdende Weltausstellung Pariser Sonntagsbummel XVon unserem Sonderberichterstatter) Die offizielle Eröffnung der Pariser Weltausstellung ist wohl ein feierliches Datum, aber sie ist doch nur die Eröffnung einer werdenden Ausstellung. Jeden Tag in der Woche vor und in den Wochen»nach der Weihe durch das Staatsoberhaupt werden neue Pavillons fertig, neue Wunder entstehen, und die Besucher werden genug zu bestaunen haben, auch wenn st« in-den ersten Tagen noch nicht alles.sehen. Den Einheimischen, den Parisern ist das pak- kende Schauspiel Vorbehalten geblieben, dieser Wachsen, einer ganzen Stadt-im Herzen ihrer Stadt täglich verfolgen zu können- Ein Sonntag-bummel um die Zäune der„Exposition" gehört-nun schon, zu den Gewohnheiten der Einheimischen. Zu ZehiMrusen» den ziehen-st« über di« Brücken d«r Seine, postieren sich,an den noch vorhandenen Lücken der Bauzäune -und kontrollieren mit Kenneraugen di« Fortschritte der Woche. Die Schutzleute an der Plae« d'Alma 'find ohnmächtig gegenüber-dieser Masse von Zaun» gästen, die eingekeilt in den Strudel, von Autor, Autobussen, lattentragenden Bauarbeitern und Zementsäcken die-Seinebrücke besetzt hält. deten Mannschaft für dar Landen hcrgerichtet sein wird. Er ist auch nicht ausgeschlossen, daß die Sachen mit Fallschirm abgeworfen werden. Der Nordpol als Flugstatlon? Der Leiter des Polarexpedition Schmidt erllärte: Die sowjetrusiische Nördpolsahrt-schließt eine große Etappe langjähriger Arbeit der Erforschung-und Erschließung des Nordens durch die sowjctrussischcn Polarforscher, Gelehrt«, Seefahrer und Flieger ab. Wir wollen uns am Nordpol n i e d e r l a s s e n, nm eine ganze Reihe wissenschaftlicher Arbeiten vorzuneh» men, die von großer praktischer Bedeutung sind. Die sowjetrüssische Polarstation wird regelmäßig die Witterung beobachten. Außerdem werden magnetologische Beobachtungen, Messungen zur Erforschung der Richtung und Geschwindigkeit der Eisbewegiuig und Tiefenmessungen der Eismeere vorgenommen werden. Besondere Bedeutung erhält die Polarstation im Nordpolgebiet alsFunkverbindnngs» st e I l e. Flugzeuge, die künftig dieses Gebiet befliegen und vielleicht sogar regelmäßige Flüge über den. Nordpol» äch Amerika durchführen werden, werden sich nach den Funksignalen richten und im voryuS genau« Wetterberichte erhalten. Die Station wird mit Lebensmitteln, Getränken und Kleidern für 18 Monate ausgestattet sein. wurde im grüßten Pavillon eine Ausstellung der Republikanischen Jugend eröffnet, die Sonntag ihren Reichskongreß in Prag abhält. Zu dem großen Trachtenumzug, an welchem nach den Ankündigungen ungefähr 60.000 Mitglieder der Organisation teilnehmen sollen, trafen bereits im Laufe des Samstag große Scharen ein. Der Lakehurst.Untersuchungsausschuß vernahm am Freitag als erstes Mitglied der deutschen Kommission den Chefkonstrukteur Duerr der Zeppelinwcrle. Dr. Duerr erklärte es für unmöglich, daß Funken aus dem Auspuffrohr der Motoren das Luftschiff in Brand gesetzt haben könnten. Experiment«,, dix der Feststellung.dienen sollten, ob die Funken in den Auspuffrohren eine Gefahr darstellten, hätten erwiesen, daß Benzin, Wasserstoff, Gas und sogar Nitrozellulose, die. im Auspuffrohr untcrgebracht worden waren, sich dort nicht entzündeten. Jede Möglichkeit einer Ansammlung freien Wasserstoffgases in der Schifsshülle sei ausgeschlossen gewesen. Die Gaszellendecken seien durch nichtentzündbare Chemikalien gesichert gewesen. Die gesamte Metallkonstruktion fei außerdem gegen von außen kommende Elektrizität durch Zusammenfügung aller Metallstücke geschützt gewesen. Ein Militärflugzeug stößt gegen einen Kirchturm. Freitag gegen Abend ereignete sich in Nitra ein eigenartiger Flugzeugunfall, der zum Glück kein Opfer erforderte. Ein Schulflugzeug mit dem Piloten-Schüler' Valenta und dem Lehrer-ZugS- sührer Skraban kam beim Glcitslug vor der Landung in solche Nähe des Turmes der Piaristen- kirche in Nitra, daß es mit. dem Flügel gegen ihn stieß. Durch den Anstoß wmcke das Kreuz samt der unterhalb desselben befindlichen Kugel-abgebrochen. Das Kreuz siel mit einem Stück des Flügels des Aeroplans auf das Dach der Kirche. Trotzdem der Flügel des Flugzeuges beschädigt war, gelang eS der Besatzung, norinal auf dem Flugplatz ohne jeden weiteren. Unfall zu landen. Die Schlachtenbummler sind mit den Fortschrit- tcn zufrieden. Wo vor vierzehn Tagen noch nackte Eisenträger in die Lüste ragten und vor acht Tagen «st kahle Wände diese Träger notdürftig umrahmten,' stehen heute farbenfrohe Paläste und machen die Deine zu einem modernen Canale Grande/ Riesige Gemälde zieren die Fronten, und während'in den oberen Etagen die Bauarbeiter»och mit den Zementkellen hantieren,, rücken ihnen die Maler mit ihren Pinseln auf dem Fuße nach, „Wollen mal sehen, wer eher oben ist"— will' einer auf der-Brücke mit seinem Nachbarn wetten. Der schlägt eine andere Wette vor:„In einer halben Stunde ist der Kopf der Jungfrau, da-drüben fertig/'' Die„Jungfrau" stellt da» Symbolder Fruchtbarkeit dar undhat«Inen Kopf; von ungefähr einem Quadratmeter Größe. Und während der Regen wieder zu rieseln-beginnt, seufzt«in«:„Mit der Vierzig-Arbeitsstunden-Woche wären wir mit der Ausstellung schon fertiggeworden; wenn-wir'nur die Bierzig-Sonnenstunden-Woche Hätten." Di« falsch« Achse Das Wort„Achse" ist zu einem polittschen Begriff geworden, aber hier soll nicht von jen« seist» samen Verbindung' Rom—Berlin die Rede sein, obwohl der deutsche Pavillon dem italienischen--«ad« gegenüberliegt, nur/ durch di« Sein«- gettennt(«I gibt bei diesen Achsenwohlftet» etwa- Trennender), «» handelt sich um eine Wirkliche Achse, bauttchnisch gedacht. Achtung aus Bauko»-Kontrollore! Mit Rücksicht auf die oft vorkommenden Betrügereien mit Staäts- baulosen macht die Direktion der Staatsschuld darauf aufmerksam daß sie weder Vertreter noch Kontrollore für den Verkauf oder zur Kontrolle der Stäatrdäii« lose hat. Jeder, welcher namens der Direktion der Staatsschuld auftrcten sollte, soll den Polizeibehörden übergeben werden. Schwimmrekord eine» Hunde». Der dem.Be- Über de» Hotel»„Miramara" in Crkvenira gehörige Wolfshund Vuki hat einen Rekord ausgestellt. Er wurde für den Sommer auf die Insel Krk gebracht, verschwand'jedoch am' dritten Tage. Er durchschwamm den ungefähr 12 Kilometer breiten Kanal, kam bei Selee ans Land und traf in guter Verfassung-in llrkvenica ein. Da» Wetter.' lieber da» Gebiet der Republik und über Polen verlief Samstag nachmittags- eine steil« Temperaturgrenze zwischen sehr warmen kontinentalen und kühleren ursprünglich maritimen Luftwaffen. In Karpathorußland stiegen die Temperaturen über 80 Grad an, dagegen wurden in Böhmen gleichzeitig nurmehr 16 bi» 10 Grad verzeichnet.-Entlang diesem Temperawrgrenze, die sich-allmählich gegen Osten verlagert, bilden sich zeitweise Gewitter oder Schauer au». Gleichzeitig breitet sich gegen- Mitteleuropa ein Hochdruckgebiet au», so daß sich der Himmel in Böhmen am Sonntag neuerdings wenigstens vorübergehend ausheitern wird.-— Wahrscheinliches Wetter von heute: Wechselnd bis ziemlich bewölft, Neigung zu Schauern oder Gewittern, und zwar besonder» in den mittleren Teilen de» Staates, mäßig warm, Südwest- wind. In Karpathorußland halbheiter, Gewitter, sommerliche Temperaturen.— Wettervorhersage: fite M a n t a g: Wechselnd bi» vorwiegend bewölkt, noch Neigung zu Schauern oder Gewittern, Erwärmung, Südwestwind. In Karpathorußland Abkühlung. Vom Rundfunk empfehlenswertes au den Proiramment Montag Prag, Send« 1:10.05: Deutsche Presse. 11.85: Slowakische Tanzmusik. 12.10: Opereiicimiusik. 15.00: Kompositionen von Schumann. 17.85: Beethoven: Geigenquartett G-dur. 18.10: Deutsche-Sendung: Weinhuber: Rechtsberatung für jedermann. 18.25: Dr. Püschel: Gvmnasttkschule in Malä Chvojnm 18.80: Stülzig: Gibt cs unter den Privatangestellten indifferente Gruppen? 18.45: Deutsche Presse. 20.55: Rundfunkorchesterkonzert: Honegger, Debufftz etc. 22.40: Deutsche Presse.— Prag, Sender II: 14.20: Deutsche Sendung: Ilrzidil: Phantastischer Gäffenbub. 14.80: Johann Strauß: Früh- lingSstimmen. 14.50: Deutsche Presse. 18.10: Blechmusik. 10.10: Balalaika-Trio.— Brünn: 17.40: Dehssche„Sendung: Dr. Bauer: Johann. R.eltrrv als Schauspieler-in Brünn. Dr. Kocaurek: Aus der Welt der Tietc. 19.10: Französisch-Kur».— Kaschaur 12.05: Slowakische Schlager. 12.85: Militärmusi«. 17.25: Instrumentalsolos.— Mähr. Ostrau, 16.10: Rundfunkorchesterkonzert:. Supp«, Urbach. Fuöik.etc. 18.10: Demsche Sendung: Arbeitcrsendung: Hon- heiser: Ter Arbeiter und da» Buch,— Klavierparaphrasen. Dien»ta» Prag, Sender l, 10.05: Deutsche Sendung: Für die Frau. 10,80: Schallplattcn. 11.05: Rundfunk ttir deutsche Schulen, höhere Stufen. 12.10: Lieder au» Tonfilmen.. 12.85: Orchesterkonzert FOK: Auber, Lehar. 17.24: Prager Blechmusikquintett. 18.10: Dxutsche Sendung: Dr. Bacher: Wirtschästr- rclicf. 18.20: Alt« Kammermusik. 18:45: Deutsche Presse. 18.55: Au» dem deutschen Kulturleben. 19.10: Konzert aus dem Baumgarten. 20.45:Schau- spicl au» dem Studio„Jeder etwa» für» Vaterland", ausgeführt.vom Kollektiv D 37. 22.20: Tanzmusik. — Prag, Sender II, 14.15: Deutsche Sendung: Dr. Mauthner:-Prager Künstlergurstellungen. 14150: Deutsche Presse.— Brünn: 17.40: Deutsche Sendung: Arbeitersendung; Sozialinformationen. Matthias Wellan: Sorge für di« Krüppel In Brünn. 18.85: Arbeitsmarkt. 22.40: Tanzmusik.—Preh- bnrg: 16.10: Rundfunkorchesterkonzert. 17.85: Bio« loncellokonzert.— Kascha», 11.05: Kompositionen von Tschaikowski. 12.05: Unterhaltungskonzert. 15.00: Äundfunkorchesterkonzert.— Mähr. Ostrau: 17.25: Liederkonzert. 21.05: Chorlieder. Der deutsche Pavillon auf der Ausstellung ist wahrhaft- wuchtig, gewaltig, enorm, kolossal, zackig .— all da», war die Deutschen so gerne haben—, aber er liegt auf d«r fälschen Achse- Die Achse der Pari- s«. Weltausstellung ist die Sein«. Alle Pavillons find ihr zugekehrt; der Seine spenden sie alle ihr« Farben, große Veranden und Wandelhallen öffnen sich zum.Fluß, einzig der deutsche Pavillon-zeigüdec Seine seine kalte-Schulter. In'seiner ganzen wuchtigen, gewaltigen, enormen, kolossalen undzackigkn Länge ist von-der Seine au» nicht» al» eitle kechle graue, langweilige Mauer zu sehen, ■. Der deutsche Pavillon hak ein« herrlich«-Lage, von hier au» könnten.die Besucher da» ganze Marsfeld überblicken, wenn Fenster zum Herausschauen da wären. Aber der Bau Hitler» liegt ja eben mit allen Konsequenzen-falsch-und-den«inzigenAuSblick, den man von Säulengängen diese» Heldendenkmal» hat, ist-der auf-die riesige Figurengruppe de»—> S o w j e t p a l a i»; wo.doch auf der andern Seite die Götter'Italien» von ihren Postamenten herab virgüblich der kälten deutschen Mauer zuwinken-. Sei noch: zum; Schluß von dem hakenkreuzgeschmückten Turm gesprochen, der all« andern Türme überragt, und dessen Bau allein mehr Geld'gekostet hat" al» der verschiedener anderer Pavillon»-züsäm» mengenommen-; Der Pariser' Witz hat- schnell i den Aurdruckgefunden,' der, diesem Prunkwett gebührt: Mn Schornstein, der nicht raucht-"'.'.'-ft',' Gr«tze»» r Sonntag, 23. Mai 1937 Seite 6 «K Rr. 120 TRENCIANSKE TEPUCE Jchmerzen vetflieqen bei Rheuma, Gicht, Ischias, wenn der Kranke direkt in den urkrSltigen, unprHpariorten Schwefelquellen badet. Dieses Ideal der modernen Balneologio wird' verwirklicht WLsMktsMft und äosiaipokM Worum die Komotauer Hutarbeiter ringen müssen Seit dem 26. Feier ringen rund 266 Hutarbeiter der Firma Reiniger und Co., in Komotau um ein gröbere» Stückchen Brot und um da» bescheidene Recht', ihre jämmerlichen Löhne vertraglich feft- zulegen, damit ihnen das Wenig« nicht auch noch nach jedem■ Saisonschluß wieder streitig gemacht wird.. . I« den letzten Krisenjahren allein wurden der Arbeiterschaft infolge de» vertragslosen Zu- stände» generell zehneinhalb Prozent und in drei gröberen Abteilungen, in welchen ungefähr die Hälfte der Arbeiterschaft beschäftigt ist, 16 bl» 28 Prozent und 26 Prozent vom Lohne abge- baut; neurufgenommene Arbeiter wurden um 10 Prozent geringer entlohnt. - Rach einem buchstäblichen VerzweiflungSkampf in Form einer zweitägigen Arbeitsverweigerung im Betriebe wurden der Arbeiterschaft am 28. April X. I. durch die'Vermittlung der Bezirksbehörde Ko- motau und de» Gewerbeinspektorates in Teplitz eine, generelle Lohnerhöhung von 6 Prozent ab 80 April und von weiteren 8 Prozent ab v. Juli l. I. zugestanden und bezüglich des verlangten Vertragsabschlüsse», der eigentlichen Konfliktsursache, die ausdrückliche Zusicherung gegeben, daß ein solcher Vertrag abgeschloffen werden wird. Die folgenden VertragSverhandlungen am 11. und 21. Mai l. welche schon wegen der großen Zeitabstände und der därau» ersichtlichen Verschleppungstaktik berechtigten Unmut auf selten der Arbeiter auslösten, zeigten, daß der Herrenständpunkt der Firmeninhaber, unterstützt vom Deutschen Haupwerband der Industrie, sich weiter zu behaupten versucht. Konnte die Firma den auf der Behörde schriftlich zugesicherten Ver- tragSabschlust nicht mehr offen ablehnen wie beim ersten Konflikt, so will sie mit aller Gewalt die. vertragslöhne auf ein ganz'unmögliches Niveau setzen, um auf Anderem-Wege ihr-Ziel zu erreichen. Am aufreizendste» ist, daß der größte Teil . ter Arbeiterschaft die ab 80. April schon laufende erst» generell« Lohnerhöhung von 5 Prozent entweder ganz oder teilweise wieder verlieren und von- der zweiten zugeflcherten dreiprozentigen • Lohnerhöhung ab 9. Juli I. I. überhaupt nicht» bekomme» würde. Und. da» muten nicht nur die in der Leffent- lichkeit sich überaus sozial gebärdenden Firmeninhaber der Arbeiterschaft und ihren OrganisationSver» tretern zu, da» vertritt auch Dr. Lederer vom deutsche» Haupwerband der Industrie, der erste» Wirt? schast»organisation im deutschen Gebiete unsere» Staate». In der Lohnfräge ist di« Arbeiterschaft von Wen. ursprünglichen Forderungen, schon so. West zurückgegänge^Mtz wst''cS als Schande empfirchcn darüber, ziffernmäßige-Angaben zu machen und es »Ür deshalb tun, um aufzuzeigen, welchen Elendsbrocken Brot.diese Menschen zu verteidigen haben. Für. 14 bi» 21jährige männliche- Arbeiter - Werden nach Jahr«, gestaffelt mir noch AL 1.— bis Ki 2.10 verlangt und von der Firma K2 1.— bi» KC 1.90 geboten. Für die gleiche Gruppierung weiblicher Arbeiter werden AL 0.96 bl» AL 1.80 gefordert und AL 0.05 bi» 1.40 von der - Firma geboten. Bei den Grundlöhnen für ASord- - arbeiterinnen werden in den fünf Lohngruppen AL 2.-7-, 2.10, 2.20, 2.40 und 2.60 gefordert und von der Firma- Ai 1.50, 1.66, 1.79, 1.98 - und 2.60 geboten. Bemerken wollen wir noch, daß in den ersten vier Gruppen, in welchen die Differenzen noch am größten, sind, neun Zehntel der Arbeiterinnen beschäftigt sind. Und-bei diesen Schundlöhnen für Mittellungen au» dem Publikum. -- Zu-jeder Frühling»- und BerjüngungSkur ge hören" täglich!—2 Glas Saidschitzer Bitterwasser (Versand seit 16801) Diese alterprobte Bitterquelle befreit, den Darm von schädlichen Abfällstoffen und Körpcrschlacken und- wird wegen seiner, milden und rejzjlosen Wirkung auch von einem sensiblen Orga« niSmus gut vertragen. .-- ns«» man-vom„Saidschitzer" wissenmutz: Unter-den, vielen- Bitterwässern und Abführmisteln nimmt da» Saidschitzer Bitterwasser«ine Sonderstellung ein. Nachweisbar seit drei Jahrhunderten Ivlkd'- Saidschitzer Bitterwasser versendet und wegen seiner.«Ude«, reizlose» und sichere» Wirkung ge- schätzi. In der Wissenschaft gilt Saidschitzer al» Repräsentant der„reinen, echten Bitterquellen", die in dieser Art in der Natur sehr selten Vorkommen und sich durch Wen überwiegenden Gehalt an Magne- siumsulsat(Bittersalz) au»zeichnrn. Magnesium wirkt entzündungshemmend und günstig auf-die Gallinölasen-Sekreston. Professor Delbet, Pari», Wißt, dem Magnesium auch bei Krebserkrankungen eine vorbeugende Wirkung bei. Gin besonder» in der heutigen Zeit' sehr wichtiger Vorzug de» Saidschitzer Bitterwässer» Ist sein billiger Preis. Wegen seiner -altbewährten Heilwirkungen und seine» billigen Preises, ist«» nicht nur bei allen Kässen und Fänden zur Verordnung zugelassen, sondern auch al» einfache», billige» und natürliche» Hausmittel bei Hartleibigkeit, träger Verdauung, Blähungen und. Hä« morrhoiden sehr geschätzt und wjrd'bei Hautkrank-, Seiten, Neuralgien, GemütSdepreffionen, Blut« t andrang, Fettleibigkeit, Gicht, Gallenblasen«, Läoer» und Frauenleiden und bei Magen- ,und Dar'merkran- kungen, sowie Geschwürbildungen zu längeren Trinkkuren ärztlich, mit- Erfolg verordnet. Durch ständigen. Gebrauch von Saidschitzer Bitterwasser' wird auch vorzeitigen WterSerscheinungen(Arterien-, Verkalkung), vorgüeugt.' Stückarbeiterinnen, wo junge Mädchen und Mütter Gesundheit und Lebensfreude in dunst-, dampf- und säuregeschwängerten nassen und staubigen Räumen opfern, wo Frauen mit schweren Wollballen herumächzen, will die Firma außerdem bei der Ileberprüfung dieser Akkordlöhne zwar Mindestleistungen außeracht lassen, nicht aber vereinzelte Ueber- verdienste in den wenigen Doch«n der Saison. Damit hat die Firma in danken»werter. Offenheit aufgezeigt, daß sie jede Gelegenheit nützen will, auch diese Jammerlöhnc zu reduzieren, wenn die Arbeiter in der Hochsaison um einige AL darüber verdienen. 200.000 Beschäftigte mehr als Im Vorjahr Im April waren bei den 206 Kranken- verstcherungSanstaltcn, welche der Aufsicht der Z. S. B. A. unterstehen, versichert: a) nach dem Ges. 221/24(Arbeiter): Männner.,... 1,841.722 Frauen.,,».. 850.446 t zusammen: 2,192.168, gegenüber dem Vormonat mehr um 192.346, gegenüber dem April 1936 mehr um 197.809, b) nach dem Ges. 117/26(Pensionsversicherung) Männer-...... 129.216 Frauen...... 66,444, zusammen: 186.659, gegenüber dem Vormonat mehr nm 1.201', gegenüber dem April 1936 mehr um 10.778. ver Streik der Kaolinarbeiter InPomelsI über den wir am Sonntag berichteten, währt bereits acht Tage und wird in voller Disziplin und lückenlos durchgeführt. Pfingstmontag wurde ein Mitglied des Verwaltungsrates der Nordwestböhmischen Kaolinwerke aus Prag nach Pomeisl geschickt. Welches mit der Arbeiterschaft und dem Vertreter des Verbandes der Glas- und Keram- arbeiter verhandelte. Nach sechzohnstündigen Verhandlungen wurde eine Einigung erzielt, wonach sich die Firma verpflichtete, einen Kollektivvertrag ctbziifchlhtzeNtz- die Löhne wUthen-zletnIich aN' die der Nachbartverke angeglichen und außerdem wurden die Bedingungen der Strejkliqüidierung schriftlich abgemacht und gegenseitig gefertigt. Die Arbeiterschaft hat in einer Versammlung ihre Zu- sttmmung gegeben. Der Vertreter des Unternehmens erklärte vor seiner Abreise, daß in der Prager Verwaltungsratssttzung mit 96 bis 100 Prozent Sicherheit der Vereinbarung zugestimmt werden würde und daß der Beauftragte der Firma sofort aus Prag kommen werde, um den Vertrag definitiv zu unterzeichnen. Am nächsten Tage kam jedoch nach der vereinbarten Frist der Betriebsingenieur der Firma und erklärte, der Ber- waltungSrat habe die Vereinbarungen abgelehnt und er könne der Lohnerhöhung nicht zustimmen, weil der Delegierte seine Vollmachten überschritten habe. Die Borgangsweise des Verwaltungsrates, die ein. merkwürdiges, Licht auf das Unternehmen wirft, hat die Situation außerordentlich lom- pliziert. Am Mittwoch kam es auf behördlichen Auftrag zu neuen Verhandlungen, in welchen die Betriebsleitung sich neuerlich zur Angleichung der Lohnsätze bereit, erklärte. Samstag sollten die Verhandlungen bei der Bezirksbehörde fortgesetzt werden,» Zunahme der Arbeitskämpfe Lohn- und Kollektlwertragsf ragen . Laut Mitteilung- des Statistischen Staatsamtes gab es im April 60 Streiks(im März 80), davon waren 48(26) Einzelstreiks und 12(4) Gruppenstreiks in 132 Betrieben. In den betrosfenen Betrieben waren 25.497(10.449)' Arbeitnehmer, von denen 15.482(7718) streikten und 1028(79) infolge der Streiks stierten. Insgesamt betrug der Verlust a» Arbeitszeit 79.664(24.725) Arbeitstage«nd der Lohnverlust 1,835.51,0(684.503) AL. Zwölf Streiks entfallen auf die Stein- und Erdenindustrie(4944 versäumte Arbeitstage), Man erhält für KS 100 Reichsmark., . 731.— Markmünzen,,. . 770.— 100 österreichische Schilling 586.— 100 rumänische Lei.. . 17.85 100 pokntscheZloty, . ,550.50 100 ungarische Pengö.'« . 608.50 100 Schweizer Fraicketr, . 65650 100 französtsche Frams■ . 128.45 , 1 englisches Pfund., .. 141.25 1 amerikanischer Dollar ... 28.60 100 italienische Lire' . 145.40 100 holländisch, Gulden. . 1576.— 100 jysoflgchische.Dinarr . 65.80 100 Belgas.,... . 485.50 100 dänische Krone» ,. 031.— 100 schwedische Krone»■ .700,- In Anbetracht solcher Umstände konnten die Unterhändler, der Bckleidung»arbeitett>erband Sitz Reichenberg und die Vertrauensleute der Arbeiterschaft, am 21. Mai, Nichts anderes tun, als die Entscheidung über diese schroffen Gegensätze der gesamten Arbeiterschaft zu überlassen. E» ist deshalb neuerdings möglich, ja mit Rücksicht auf die weitere Verschleppungstaktik der Firma, die erst bis zum 81. Mai sich die Sache noch einmal überlegen will, ist r» sehr wahrschettllich, dass die Koniotauer Hutarbcitcr zur Sicherung ihre» kargen Lohne» noch einmal zur entscheidenden Abwehr greifen werden. Die Verantwortung hiefür tragen mir jene„Wirtschaftsführer" und deren Berater vom Deutschen Hauptverband der Industrie. Wir aber werden mit allen Kräften jenen armen Teufeln helfen, welche nach zwei-«nd dreimaligem Lohnabbau in M» letzten Krisenjahren auf ihr« Le- lenSrrchte pochen, gegen jene Herren der Woll- hutindustrle, welche innerhalb eine» einzigen Jahres durch da» Wollftumpenkartell die Preise dreimal erhöht haben, zusammen bi» zu 60 Prozent, und eine weitere Preiserhöhung vorbereitet haben. Wir vertroiuen darauf, datz trotz aller Zeitwirr, nisse Vernunft Vernunft bleibt»nd nicht kapitalistischer Wahnsinn trttimphiert. 11 auf die Metallindustrie'(9682)', acht auf die Textilindustrie(83.614), sieben auf die Holzindustrie(1789), sechs mif die Baugewerbe (6824), fünf auf die Bckleidungs- und Schuhindustrie(849), vier auf den Bergbau(9376), drei auf die Lederindustrie(696) und je ein Streik auf die Glasindustrie(606), Nahrungsmittelindustrie(00), Waldmanipulation(610)' und den Verkehr(7500). Bei 33 Streiks wurde eine Lohnerhöhung verlangt(67.123), bei zwei Streiks waren sonstige Lohnforderungen(567) und bei acht Streiks wurde die Nichtentlassung von Arbeitnehmern verlangt(3654), bei acht Streiks betrafen die Forderungen den Kollektivvertrag(1507), ein Streik betraf die Wegschaffung von Material (238) und bei acht Streiks sind die Forderungen bisher nicht bekannt(2801),• Das Ergebnis war für die Arbeitnehmer in acht Fällen ein voller Erfolg'(2671), in 29 Fällen ein Teilerfolg(42.025), in sieben Fällen ein Mißerfolg(4450) und in sechszchn Fällen ist das Ergebnis bisher noch nicht bekannt. Nach Ländern entfallen auf Böhmen 31 Streiks(52.494), mif Mähren und Schlesien elf Streiks(11.324), auf die Slowakei 14 Streiks(8808) und auf Karpathorußland vier Streiks(8094)'.- Aussperrungen gab es im April in Böhmen eine, und zwar in der Metallindustrie bezüglich einer Lohnforderung. Sie betraf 97 Arbeiter und endete für diese g ü n st i g. Der Streik der Lederarbeiter in Böhmisch- Kamnitz und Schönlinde, über welchen wir Samstag berichtete», endete mit einer zchnprozcntigen Teuerungszulage zu den bestehenden Tariflöhnen, zu welcher sich die Unternehmer nach dem Einschreiten des BekleidungSarbeitervcrbandcS in Reichenberg bereit erklärten. ES wurde ein neuer, bis zum 1. Mai 1988 giiltiger Vertrag abgeschlossen. Der Abschluß dieser Lohnvcreinbarung bedeutet, daß den betreffenden Arbeiten: zum erstenmal»ach sieben Jahren wieder der Lohn er-, höht wurde. Der BckleidungSarbeiter-Vcrband m Reichenberg hat damit einen neuen schönen..Erfolg errungen. Rückgang der landwirtschaftlichen Ausgleiche. Aus der letzten amtlichen Statistik geht hervor, daß im April die Anzahl der landwirtschaftlichen Ausgleiche gemäß Regierungsverordnung Slg. Nr. 70/1936 zurückgegangcn ist, und zwar von 644(im März 1987) auf 369, loobei auch die gesamte Ueberschuldung abgenommen hat(30,796.841 KL im April, gegen 38,646.724 UL im März).(JfB), Insolvenzen in den Handelsgewerien im April. Nach der amtlichen Statistik wurden in der Tschechoslowakei im verflossenen Monat 21 Konkurse über das Vermögen von Warengeschäftsinhabern(im März 24) verhängt und das Ausgleichsverfahren in 36 Fällen ,(im März 42)1 eröffnet.(JfB)1 Kräftig gestiegene Leincnwarenausfuhr nach USA. Nach amerikanischen Statistiken erhöhte sich im ersten Viertel 1937 die amerikanische Einfuhr tzon Leinenivaren aus der Tschechoslowakei um 20 Prozent gegen das Vorjahr. Nach tschechoslowakischen Stattstilen stieg der Export in der Klasse Leinen- und Jutcwaren nach den USA von 13.0 Mill, im ersten Borjahresviertel auf 22.8 Millionen Ui Heuer; die Zunahme beträgt daher 68 Prozent. Um den Enkeln das Erbe zu bewahren — die Mutter erschlagen einer Hysterlkerin Prag,-rb- Der am Samstag verhandelte Schwurgerichtsprozeß, der bereu» in der vorhergehenden Schwurgcrichtsperiöde zur Verhandlung kommen sollte, dann aber vertagt wurde, betrifft einen ebenso unheimlichen als unbegreiflichen Fall. Ange- klagt war die 54jährige Metallarbeiterswitwe Anna Jicha aus der Ortschaft Kozojcdtz bei Berau des Verbrechens des M 0 r d e s, begangen ander eigenen Schwiegertochter. Bor sieben Jahren verheiratete, sich der Sohn der Angeklagten, der Schlosser Josef Jicha. Die Ehe>var glücklich. Es kamen zwei Kinder zur Welt, die heute sieben und drei Jahre alt sind. Zur Gründung de» Hausstandes trug die Angellagte nach Kräften bei, indem sie den Neuvermählten aus ihren Ersparnissen 5000 Ui scheuste, und wettere 4000 UL als unverzeihliche Darlehen zur Versügung stellte. Mit dieser Beihilfe baute sich das Ehepaar ein Häuschen und sicherte der Mutter des Mannes lebenslängliche Wohnung in einem eigenen Zimmer des Häuschen» zu. Nach einigen glücklichen Ehejahren erkrankte Josef Jicha an Lungentuberkulose schwerster Form, der er nach wenigen Monaten, im August 1986 erlag. Auf dem Sterbebett zeigte sich Jicha um seine zwei Keinen Kinder besorgt und bewog seine Frau, der er ursprünglich die Hälfte des Hauses vermacht hatte(die andere Hälfte sollte seinen Kindern zufallen), den ihr bestimmten Erbschaftsanteil'gleichfalls den Kindern abzutreten. Bei dieser Neuregelung der Verlassenschaft spielte die Angellagte eine wesentliche Nolle. Die Anklage bemerkt, daß sie schon vorher verschiedentlich durch ihr herrschsüchtige»«nd unverträgliche» Wesen zu Streitigkeiten Anlaß gab, die nur dank der Nach-, giebigkeit ihrer Schwiegertochter vorerst keine ernsteren Folgen hatten.- Nach dem Tode Jicha» verschärften sich die Gegensätze zwischen Schwiegermutter und Schwie» gertochter auf kritische Art. Die Angeklagte machte der jungen Frau süindig zum Vorwurf. daß diese sich-mit dem begreiflichen Gedanken trug, nochmals zu h« i r a t e n. Als Mutter des verstorbenen Gatten bekämpfte sie die Heiratspläne ihrer Schwiegertochter auf erbittertste Art und wies sogar einmal einem Bewerber, der in Abwesenheit der Witwe vorsprach, kurzerhand die Tür«. Sie«r- klärte bei jeder Gelegenheit daß sie e» für ihr« Pflicht eracht«, ihr« Enkelstnder mit alle» ; Mitteln gegen jede Benachteiligung zu schütze«, die durch«ine Wiedervcrehelichung ihrer Mutter eintreten'Müßte. Als sie dann auf Umwegen erfuhr, daß die Schwiegertochter fest entschlossen sei,«ine neue Ehe einzugehen, und bereits die Schritt« eingeleitethabe, um den ihrem st« rb« nd« nGalten- z u g e s-ä g tenVerzicht auf ihren Hausanteil zugunsten der Kinder nunmehr gerichllich anzufechten und drei-Viertel des H au s.«» und des kleinen Grundbesitze» für sich zu beanspruchen, faßte' die Angeklagte den Entschluß, ihren Enkeln ihr Erbteil ünteri allen Auistäiiden zu Mern,.. auch um den Preis der Ermordung deren Mutter, wobei«S ihr keine Bedenken erregte, daß sie diese Kinder zu Vollwaisen mache! Dabei zeigte sich später, daß diese Gerüchte leeres Gerede waren und überhaupt n i ch t a u f Wahrheit beruhten. Als der gräßliche Entschluß einmal gefaßt war, ging die Angeklagte mit kaltblütiger Energie an seine Ausführung. Sie hotte eine alte rostige Art aus dem Keller, schliff sie sorgfältig an dem Schleifstein und verkeilte den Äxthelm fest am Stil, damit das Mordinstrument im entscheidenden Augenblick auch verläßlich sei. Daun versteckte sie die Art. im Vorhause hinter einem Schrank, um sie sofort zur Hand zu haben. Am Vormittag des 9. Jänner d. I. kam es zur Katastrophe. Die Angellagte schaffte zunächst ihren dreijährigen Enkel zu ihrem zweiten Sohn Wenzel Jicha, der in der gleichen Ortschaft wohnt(das ältere Kind war in der Schule). Dann forderte sie ihre Schwiegertochter auf. den Fußboden zu säubern,, der nach dem vorauSgcgangencn Besuch tzcS Kaminfegers mit Ruß befleckt war. Während die Schwiegertochter den Boden scheuerte, holte die Angellagte die bereitlie- gende Axt und versetzte der über den Fußboden Gebeugten drei schwere Axthiebe gegen den Hinterkopf. Die Hiebe waren mit solcher Wucht geführt, daß sie wohl den Schädel zerschmettert hätten, Iven» nicht das Haar die Schläge gemildert hätte. Trotzdem waren die Verletzungen sehr schwer. Die Ueberfal- lene konnte sich ins Freie flüchten und um Hilfe rufen. Dann brach sie zusammen) Im Krankenhause stellte man mehrere schwere Verletzungen der Schädel- und der anliegenden Gehirnpartien fest. Es kam ein« Bluwergiftung dazu und nach vierwöchigem schweren Leiden starb die Verwundete am 4. Feber. Die Angellagte legte ein v 0 l l e S Gestär. d- nis ab und motivierte die. schreckliche Tat in der geschilderten Art. Da festgestellt wurde, daß sie unter häufigen htzsierischen Anfällen leides,' leinen solchen erlitt sie auch n a ch der Tat) wurde die Untersuchung ihre» Geisteszustandes emgeordne-.-. Die GerichtSpsychiater gelangten zu> dem Ergebnis, daß sie im A u g e n b l i ck der Tat bei klaren S inne n gewesen und,(in Sinne unsere» Strafgesetzes für ihr« Tat verant- wortlich sei, wobei ihr'aber„herabgeminderter Bernunftgebrauch" al» mildernder Umstand zuzubilligen sei. Auch bei der Schwurgerichtsverhandlung machte die Angellagte keinen Versuch zu leugnen, oder ibre Tat irgendwie zu beschönigen und bekannte sich mit grauenvollem Gleichmut zu dem'Mord. Di» Geschworene» bejahte» die Schuldfrag« auf Meuchelmord einstimmig, worauf der Schwurgr- richtShof die Anna Jicha zn fünfzehn Jahren schweren Kerkers verurteilte. Den Vorsitz führte GR. Dr. S r u s k a,. die Anllag» vertrat.Staatsanwalt Dr. Ander»,'.. @dtc ß .Sozialdemokrat Sonntag, 33. Mai 1037. Nr. 130 ffiwr jeitung Sonntags- und Nachturtelle Mehr Spielraum fllr SchwurgerlchtsprozeMe -rb- In' den letzten Monaten hat sich wiederholt der Fall eteiflnet,. daß sich bei großen Schwurgerichtsprozessen die veranschlagte Prozeßdauer als viel zu knapp erwies. Da im Rahme» einer Schwur- gcrichtSperiode die Erstreckung oder Verlegung auf den folgenden Tag in der Regel nicht möglich ist, weil ja nach dem feststehende» Programm bereits ein neuer Prozeß anberaumt ist, für den die Ladungen der Zeugen, Sachverständigen ustv. bereits ergangen sind, must der' unzureichend veranschlagte Prozen unter allen Umständen zu Ende geführt iver- den. Fügt es sich, dast der folgende Tag ein Sonnoder Feiertag, und also verhandlungsfrei ist, so kommt eS zu den„Sonntagsurteile»", deren erstes — im Brünner Pelgoprozest— noch als seltener Kuriosum bezeichnet wurde. Richter und Geschworene, Kanzlei- und Aufsichtspersonal, Zeugen und Sachverständige und alle sonstigen Prozestbeteilig- ten sind in solchen Fällen gezwungen, einen freien Tag zu opfern, was sicher eine Härte ist, besonders im Hinblick auf die Geschworenen, die ja zum grüßten' Teil erwerbstätige Leute sind, die die Berkür» zung um de» freien Tag bitter empfinden müffen, zumal ihnen das Geschworenenamt sonst schon hinreichende Lasten auferlegt. Seit dem. Velgo-Prozest sind weitere ztvei derartige„SonntagSnrteile" ergangen, und ztvar bei karpathorussischen Gerichten und■ auch der graste Prozeß gegen den Raudnitzer Lnstmörder Siipänek ernstes sich als viel zu lnrz berechnet, so dast die Beteiligten den ganzen Pfingstmontag für den Abschluß, des Prozesses opfern muß« ten, der erst in den Nachtstunden dieses Tages sein Ende fand. Wenn aber einem solchen unzulänglich veranschlagten Prozeß kein Feiertag folgt, so ergibt sich die Notwendigkeit, die Verhandlung unter allen Umständen innerhalb der unzureichenden Dauer zu Ende zu führen, was zu bedenkliche» Konsegnenzen führen kann. Wenn zum Beispiel der letzte VerhandlnngS- tag eines dreitägigen Prozesses, wie es eben in Prag der Fall war. erst nach fünfzehn st Ln- Mitglieder der Deutschen Völkerbundliga. Studenten und Kinder 8 Xi einschl. Abgaben.— Die Mitwirkung der beiden Kinderorchester GraSlitz und Neudek bat das größte Interesse der Oeffentlichkeit erweckt. Die Reudeker Kinderkapelle konzentiert bereits Samstag abends von 10—20 Uhr, ferner Sonntag vormittags von 1411—12 Uhr und die Graslitzer Kinderkapelle Sonntag nachmittags von 1416 t>iä 18 Uhr. Die Strohover Bibliothek, die älteste Kloster- Bibliothek bei uns, ist bis Ende September an jedem Wochentag von 10 bis halb 12 Uhr vormittags und an jedem zweiten und vierten Sonntag im Monat von 8 bis halb 6 Uhr nachmittags zugänglich. Massenbesuche von Vereinen, Schulen und Ausländern wird die Besichtigung der Bibliothek auch, zu einer anderen Zeit nach vorheriger schriftlicher oder telephonischer Anmeldung ermöglicht werden.(Direk- tion der Bibliothek der Strahover Klosters, Prag IV, 132.) Festival D 37 Das Theater E. F. BurianS»D 37" hielt in der zweiten Maiwoche Festspiele, ein„Festival D 87", ab, bei welchem die von diesem Kollektiv bereits früher gespielten Stücke aufgesührt wurden. Zu diesen Festspielen kamen ausländische Theaterleute nach Prag, Praktiker und Theoretiker, bei deren Zusammenkünften über Fragen der modernen Theaters gesprochen wurde. Dieser Theater wird mit Recht Avantgardebühne genannt. Er bringt Stücke in einer von der birherigen Auffassung abweichenden, sozusä-. gen demokratischeren Inszenierung, wobei besonders auf die Hervorhebung der Sozialen und Tendenziösen Wert gelegt wird. Burian versteht er, mit geringen Mittelnund geringem Aufwand Großes und Sehenswerter zu schaffen. Er haucht alten. Stücken eine neue Seele ein und macht sie aktuell. ES gelingt ihm, lhrifch-epifche Verse(Mächa) und Bibeltexte(»Lied lich würde. Dennoch-bleibt der Eindruck eines beachtlichen Tälentr und die Tatsache respektvollen Beifalls zu verzeichnen.. ,.—eis— Deutsche Musik-Akademie, heut e.halh 11 Uhr vormittags, Matinee der Opern» und Schauspiel- Nassen, Kleine Bühne.— Morgen, Montag, 20 Uhr, Maltheserkirche: Geistliche Abendmusik.. Das Mwfad ooh/AaMt Ui itaedu&te hellt mit Erfolg Rheumatismus, Gicht; Ischias und Frauenkrankheiten»ei Prospekt versendet die Badedirektion gratis! Wochenspielplan de» Neuen Deutschen Theater». Heute, Sonntag, halb 8 Uhr abend»: Das Spitzentuch der Königin, B 2.— Montag halb 7: Der Evangelimann(Theatergemeinde der Äugend), II. Serie grüne Karten und freier Verkauf. Abonnement aufgehoben.— Dienstag Haid.8: Ein idealer Gälte, Gastspiel Leopold Kramer, A 2.— Mittwoch halb 8: Mord in drei Minuten, Bl.— Donnerstag halb 8: Die verkaufte Brant, Festvorftellung anläßlich de» Geburtstage» des Herrn Präsidenten der Republik, C 3.— Freitag 8: Dar Spitzentuch der Königin, D.— Samstag halb 8: Leuchtbrunnen, Erstaufführung, C 1.— Sonntag halb 8: Giuditta, volkstümliche Vorstellung, Abonnement ausgehoben. Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Sonntag halb 11: Veranstaltung d. Musikakademie, halb 4: Firma, 8: Phgmalion.— Montag 8: Pygmalion, Bankbeamte I und freier Verkauf.— Dienstag 8 Uhr: Phgmalion.— Mittwoch 8 14: Hofloge, volkstümliche Vorstellung.— Donnerstag halb 8: T8Z, neuinszeniert, Bankbeamte II' und freier Verkauf.— Freitag 8: Phgmalion. Theatergenteinde der Kulturverbander und freier Verkauf.— Samstag 8: X03.— Sonntag 8: Ein idealer Gatte, Gastspiel Leopold Kramer. Sozialversicherung^- Briefkasten .- Heimarbeiter. Die KrankenVersicherungSansialt hat Ihnen die Auszahlung de» Krankengelde» verweigert, obwohl Sie bei drei verschiedenen Firmen arbeiten und in den letzte» Monaten mindesten» 800 XL in jedem Monat verdient haben. Da» Krankengeld gebührt Ihnen, doch dürste der abweisende Bescheid darauf zurückzuführen sein, daß mindesten» einer Ihrer Arbeitgeber seine Verpflichtung gimäß den Richtlinien über die Heimarheiterversicherung nicht erfüllt. Auch dann, wenn Sie bei keinem. Arbeitgeber für sich allein den Mindestverdienst erreichen, müffen Sie von jedem- in den betreffenden Heimarbeiterverzeichnissen angeführt werden. Verlangen Sie also in der Krankenkaffe, daß' man in den Verzeichniffen der Firmen nachsieht, bei denen Sie arbeiten. Legen Sie gleichzeitig die betreffenden Lohnbücheln vor. Die Kasse muß Ihnen dann die Leistungen gewähren und wird den betreffenden Arbeitgeber zur Verantwortung ziehe. F. K. Grulich und I. K. Heffelsdorf. Diese beiden Anfrage», beantworten wir am kommenden Sonntag. erwachsenen Schauspieler(unter- denen Jean M u- rat und Elaude May sind) haben neben soviel Natürlichkeit einen schweren Stand, der Regisseur i'Jäcque» Doro») hingegen hatte einen leichten, weil er kein Theater inszenierte, so»' er» die Natur wirken lieft—eis—' Der Mann mit der Pranke. Der Titel— tschechisch heißt der Film„Der Mann"ohne Herz"— läßt uns eine aufregende Kriminalgeschichw erwarten. Jtrdeffen sehen wir in diesem reichSdentschen Film nach, einem Szenario von Thea Harbou die leicht sentimentale Liebe eine» großen Bankier», der seiner jäh entflammten Liebe eine» großen Bankiers, der seiner jäh entflammten Leidenschaft auch sein mühsam erkämpfte» LebenSwerk zu opfern bereit ist. Eine Betrugsaffäre, deren.Zeuge man wird, fesselt nicht besonders. Den gemüwollen Bankier spielt sehr.überlegen und-wuchtig Paul W e g e- n e r. Sein faszinierende» Spiel macht den. Film erträglich und läßt uns die sonstige mangelhafte Besetzung übersehen. Die schöne Rose S t r a d n e r ist in diesem Film ungewöhnlich unvorteilhaft photographiert, und kommt nur in den paar Schluß« HEILBÄDER im HAUS PRODUKTE bei FRAUENKRANKHEITEN! diger B e rhandlung um halb 1 Uhr nacht» zu Ende gefiihrt werden kann, so bedeutet dies zweifellos eine schlvere Ueberbiirdung der Richter und Geschworenen und e» könnte die Frage eni- ftehen, ob sich nicht unter Umständen eine solche Ueberlastung der Volksrichter,'die ja unter ruhiger Und reiflicher Erwägung des ganzen Material» die Frage nach Schuld oder Nichtschuld abwägen sollen, ungünstig auswirken könnte, ob ihr Urtellsvennö- gen Nicht durch physische und geistige Uebermüdung Beeinträchtigungen ausgesetzt ist. Dazu kommen, speziell für. Prager Berhältniff«, Momente materieller Art, die nicht zu unterschätzen sind. DaS Prager KreiSgericht liegt weit außerhalb der Stadt und die Kommunikationen sind denkbar schlecht. Kommt der Prozeß in so später Stunde zum Abschluß, daß keine Straßenbahn mehr verkehrt, so müssen die Geschworenen, die zum großen Teli von auswärts sind, entweder ein Taxi nehmen, oder zu Fuß gehen. Da e» sich zum größten Teil um unbe- mittelie Leute handelt, denen die bescheidene Vergütung eine solche Ausgabe nicht erlaubt, werden viele von ihnen notgedrungen zu Fuß gehe» müssen.' zumal die Zahl der in Pankraz zur Verfügung stehenden Mietwagen unzureichend ist: Dabei müssen sie am nächsten Morgen zur Geschworenenauslosung rechtzeitig zur Stelle sein, um möglicherweise für einen weiteren anstrengenden Prozeß aui- gelosr zu werden. Wir wollen durchaus nicht den Richtern, die die Berbandlungsdaner abzuschätzen haben und durch die mißlichen Folgen einer zu kurz bemessenen Prozeßdauer selbst beirossen werden, irgendeinen Vorwurf machen. Wir glauben nur, daß es im Interesse der Justiz und aller an der Rechtsfindung Äitwirkenden läge, wenn grundsätzlichein hinreichender zeitlicher Spielraum für jeden einzelnen Schwurgerichtsfall, und namentlich für große Prozesse, bei denen niit Verzögerungen und Komplikationen zu rechnen ist, statuiert würde. Daß die» nicht in hinreichendem Maße geschieht, beweisen die angedeuteten Fälle. ES wäre angezeigt, in solchen Fällen grundsätzlich einen oder zwei Tage mehr vorzusehen, die, wenn der Prozeß doch programmgemäß zu Ende gefiihrt wird, eben verhandlungsfrei bleiben würden, was ja keinen Schaden verursacht. Daß jeder Vorsitzende bestrebt sein wird, den Vrozeß auch dann programmgeinäß zu Ende zu sichren, wenn eine gewisse zeitliche Reserve vorhanden ist, liegt auf der Hand und sicherlich entbehrt eine allfällige Befürchtung, daß auf diese Weise die Prozesse über Gebühr verlängert und dar Justizärar durch überflüssige Ge- fchworenendiäten belastet werden könnte, jeder Grundlage: Hilfswerk„Milch für» Kind«. Montag, den 24. Mai, spricht Frau Therese B u q u o y von 18.10 bi» 18.25 in der Prager Deutschen Sendung in der Reihe der Rundfunkvorträge de» Hilfswerkes „M i l ch s ü r s Kind" über dar Thema„Unser Einkauf bei den Heimarbeitern".—Die Proiektorin de» Hilfswerkes, die Gattin des Herrn Staatspräsidenten Frau Hana BeneKovä, hat ihren Besuch bei der Veranstaltung im Wäldsteingarten für Sonntaa vormittag» angesagt. Der Kartenvorverkauf für big Veranstaltungen im Waldsteingarten beginnt Montag im Sekretariat de» Hilfswerkes, Prag II., Närodni 10(Palais Donau),-Telephon 466—oo, und nm Bohemia-Tch älter im Deutschen Hau», Prag II., Pkikopy 26, Tel. 246—87. Eintritt mit ganztägiger Gültigkeit 10 XL einschl, Abgaben; der Lieder") hochdramatisch zu verarbeiten und Volkslieder zu tendenziösen Stücke» zusammenzustellen, wie z. B. die antimilitaristisch wirkende.Vojna". Seine Kunst zeigte, sich in den zahlreiche».Stücken, welche sein Theater während feine» vierjährigen Bestände» gespielt hat. Unter anderen:»Dreigroschenoper" von Bert Brecht und K. Weill, Wedekinds »Frühlingrerwachen", Beaumarchais' j,Barbier von Sevilla", Puschkins..Eugen Onkgin" und insbesondere dar alte, von Burian aktualisierte Stück von Kliepera.«Ein jeder etwa» für'» Vaterland". t E. F. Vüxüjn wurde gm'28. Oktöber 19(J6 yiit einem Slaatrvreis ausgezeichnet den er seinem Kollektiv, wie er feinet Mitarbeiter nennt, widmete, Er chat diesen Preis für seine Avantgardetätigkeit voll VERHÜTEN SIE RHEUMATISMUS durch gründliche Behandlung im Frühstadium I Nicht Wärme allein tut».— im Pistyaner Thermalschlamm gibt e» Schwefel-Verbindungen, die dar kränke Gewebe aufsaugt. Neue Heilstoffe entstehen und Krankheitsherde werden radikal entfernt. Pemschalkuren für alle Ausprüche: Badedirektion. 4188/4 Bad Plstyan bringt Hellungl verdient. Al» Regisseur, Dramaturg, Theaterleiter, dramatischer Schriftsteller und zugleich Komponist hat er in seinem Theater Leistungen vollbracht, die auch offizieller Anerkennung wert sind. Gleichzeitig mit diesem Festival wird im Kunstgewerbehaus in Prag II., Närodni. 86, eine„Ausstellung der tschechoslowakischen Avantgarde" veranstaltet, in welcher bis 27. d. M. Bilder aus der Inszenierung von Stücken im Theater, D 87 sowie in den anderen Theatern, Skulpturen und Theaterkostüme'au'ehen sind. Außerdem werden dort Bilder modernster tschechischer Maler, darunter auch der sogenannten.Surrealisten, Architektur, Photographien, Plakate und Buchschmuck,,ja sogar Musiknoten ausgestellt. In den. Ausstellungsräumen finden täglich Vorträge über Theater und Film statt; darunter auch einige, deutsche, i' r. i.'> Elias Canetti«ns Wien las am Freitag in der »Urania" au» seinem Roman„Die Blendung" und seinem Drama»Die Hochzeit",— beides, soweit die vorgetragenen Proben erkennen ließen, gespenstische Gestaltungen eine» von. dumpfem Besitz- und Machttrieb bestialisch gewordenen Wiener Kleinbürgertum», dar Canetti mit naturalistischer Nachzeichnung des Dialekts und Milieus, aber mit einer Über das Reale weit hinausgetriebenen und vor krampfhaften lieber» treibungen nicht scheuenden psychologischen Zuspitzung darstellt, Vergleiche mit Franz Kafka und James Joyee(wie sie Dr. Günther Adle r in seiner etwa» allzu metaphorischen Einleitung zog) mögen• nicht unberechtigt sein, auch Aehnlichkeiten mit Horvath, und Billinger ließen sich feststellen, aber was Canetti (bei aller zweifellosen Begabung) von diesen Vorläufern entfernt, ist sein Hang zur gesuchten Ueber- steigerung, zum Gewaltsamen, ein Häng, der ost zur Effekthascherei führt und wie ei» Kokettieren mit Wedekindscher Diabolik und' Cklintzscher Menschen- verachtüng anmutet, ohne daß der Zug zur große» Satire oderpesfimlstischen Prophetiegenügend deut- VekemsnacimMen, Sozialistische Jugend, Krei» Prag. Montag, 24.Mai, 8Uhr, FVSA. Heim, Spälenä 46: Karl Kern berichtet über die Amsterdamer Führeraussprache der SJJ.—D ien»- t a g..25. Mai. DSAP-Heim,. Pe Smeikäch 22, 8 Uhr, Gruppe Präg 'N»Die Familie— Grundlage des Staates?-— M i t two ch, 26. Mai, 8 Uhr, FVSA-Heim, Gruppe Prag VII: Bunter Abend. 8 Uhr, DSAP-Heim, Ätuppe Prag XII:»Die Familie— Grundlage de» Staates?"— Donnerstag, 27. Mai, 8 Uhr, FVSA-Heim: Beginn de» Anfänger-SchulungSkur- feS.— Freitag, 28. Mai, 8 Uhr, FVSA-Heim, Gruppe Prag II: Theater— Fil„>.— Samstag, 20. Mai, und Sonntag.-80. Mai: Wochenendschule für Funktionäre in Änisek. Abfahrt wird noch hekanntgegeben. .Freie Bereinigung sozialistischer Akademiker. Dienstag,.' den. 25..Mai, Vortrag Josef Hofbauer über„Arbeiter-Literatur",. 8 Uhr, Spä- lenä 46. Gäste herzlich willkommen I Deutsche BolkSsinggemelnde, Prag. Dienstag normale Probe; ab 7 Uhr Frauen, halb 8 Uhr Männer. MitteitMgeneä«»tlrom« .„Unvergeßliche Filme":„Opernallee 48" und „Der Bozer". Lustige Conference. Montag, %9 Uhr. - Univ.-Prof. Dr. Hopfner:„Bon Dendera bi» Bigch". Lichtbildervortrag. Dienstag 8 Uhr. Arania-Kino . Der luftigste Lachschlager des Jahre»„Geh' mach' dein Fensterl auf", heute», 6, S49 Uhr, sonst %6, 14» Uhr. ; Set Der Krieg der Knaben Ein hübscher französischer Film, der manchmal ay. die unvergeßliche„Maternelle" erinnert, ohne ihr.freilich, gleichwertig zu sein—7,ein Film, der nicht mit'Routine, sondern mit Behaglichkeit gemacht ist:' er führt uns den lustig wilden, abenteuerlich komischen Kampf vor, den die Schuljugend ziveier französischer Städtchen führt, die in uralter Fehde Miteinander liegen, bis schließlich der Bürgermeister des «tnen und die. junge. Lehrerin der anderen Städtchen» Frieden stiften wollen, was bei. den Knaben auch güingt, nicht aber bei den Erwachsenen, die sich am Ende vor den Augen ihrer erstaunten Kinder— der Wetter» wegen— prügeln. Er steckt, wie man 'sieht',, auch ein'wenig aktuelle Satire.in, dieser heiteren Geschichte, in der er sich nicht um blutige Köpfe, sondern nur um abgerissene Knöpft und geraubte Kosen handelt, vor allem aber ist in diesem Film es» Hauch wahrer. Jugend/ die hier nicht L la Shir- ley Temple oder onduliert oder geschniegelt, wie Freddy Bartholomew erscheint,- sondern ungeschminkt, zerzaust,- zerfetzt, spitzbübisch und paradiesisch ist.-' Die Szenen zur Wirkung. Sonst sieht man an diesem Film besonder» die Verarmung de» deutschen Film», der immer wieder die gleiche», kaum mittelmäßige» Kräfte herausstellt. jk Nias in Prager LlchtspIelhSusem Urania-Kino:„Geh mach dein Fensterl auf.* — Adria:„Der Weg zum Ruhm."(A.)— Alias „Silhouetten."—. Apollo:„89 Grad."(D.)— Tvclozor:„Eine Frau- in Scheidung."(A.)—Alma:„Dec'fidele Desperado." (A.)— Bajkal:„Rechtsänivältin' Wera."-(Tfch.) — Belvedere:„In, weißen Rößl."—Besetz«:„Das Mädchen im Schaufenster."(Tsch.)— Carlton; „Eine Frau ohne Bedeutung.(A. Nach O. Wilde.) — Illusion:„König der Verdammten."(Engl.—- Conrad Bsidt.)-— Lido II:„Dar Mädchen im Schaufenster."(Tsch.)— Louvre„Rechtsaüwältin Wera."(Tsch.)— Olympie:„Im weißen Rößl." (D.)— PerStyn:„Das Mädchen im Schaufenster."' (Tfch.)— Rortz;„Im weißen Rößl."— Tatra: „Im weißen Rößl."(D.)— U Bejvodu:„Folie» Vergöre»."(A.)— Baldek:„DaS Mädchen im Schaufenster."(Tsch.)— Belctrhy:„DaS. Viüdchcn im Schaufenster."(Tsch.) Wer inseriert verknust! AHfch-md kost-lütze in-guten ffchechischen Familien u. Pensionaien vermittelt Jugenddion ft, i P r a g II., VorSilstä 2. I 4162 Wir empfehlen 1» BadLuhaöovIce d» Hotel.sHavllEek“ S Minuten vom Babuhos. Bule bürgerliche Mich«, aut aepllegte Biere und prima Weine, billige, saubere Fremdenzimmer.. Stütz Drolvelle aratiSl ». Nlimük, Hotelier. Hsdlumdsd SLJoachlnstal trschechoskowoklsche Republik.)' Btirkkte Redinmenellen»er Welt Idyllische Lane inmitten de» waldreichen Erzgebirges,' am guge der NeNbergeS. 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