Aus dem Inhalt: Die Referate Dr. Czech und Jaksch auf der Parteikonferenz Alles zum Reichsaufmarsch der RWI Henlein flieht die Arbeiter Wirtschaftserholung beschleunigt sich Sitzstreik in Gablonz Der 98jährlge Rockefeiler gestorben SoziaNemokmt Mtralorgan der Deutsche« sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik «rsche»*t«tt»«««ahme de«»o»tng»glich fr»h z«inzelpret- 70 Heller dakttonund Verwaltung. PragXII., Fochova 62— Telephon 58077— Herausgeber: Siegfried Taub— Verantwortlicher Redakteur: Karl Kern,Prag 7. Jahrgang Dienstag, 25. Mai 1S37 Nr. 121 (Fortsetzung auf Seite 2), Ungarn, die Niederlage des Faschismus in Belgien find charakteristische Merkmale dieses wachsenden SelbstbewnßtsetnS der Demokratie. DaS' heldenmütige spanisch e Volk hält nach wie vor im Kampfe um sein« Freiheit erfolgreich stand. Die Versuche, dir K l e i n e E n t e n t c zu zersetzen, sind gescheitert. Di« Friedenspolitik der Tschechoslowakische» Republik bleibt eine der wertvollst«» Stützen des internationalen Friedens. Insbesondere die sozialistische Arbeiterschaft fordert darum mit allem Nachdruck daS Festhalten.«« dieser bewährten außenpolitischen Linie» an den Bünden mit de» Staat«« der Kleinen Entente, mit Frankreich undSowletrußland. tät, in seiner ganzen Verlogenheit und in' seiner Gefährlichkeit für den Frieden. Zugleich dauern"die krampfhaften Bemühungen der faschistischen Mächte, der internationalen Politik ihren Willen aufzuzwingen, und, den Kontinent. unter ihre ausschließliche Botmäßigkeit zu bringen, weiter, fort. Das Werben Italiens um Jugoslawien, Deutschland» um Ungarn, Polens uy» Rumänien, der ununterbrochene Schacher zwischen Deutschland und Italien um das Schicksal Oesterreichs bieten dafür eindringliche Beweise. . Darum erscheischt die internattonale Lage nach wie vor die größte Aufmerksamkeit, Energie und Abwehrbereitschaft der demokratischen«nd sozialistischen Kräfte.. Dies« Kräfte sind zweifellos im(Marken. Di« außen-«nd innerpolittsche Festigkeit Frankrrich» unter der erfolgreiche« Regierung Lion Blum», die gestärkte Aktivität der englischen Demokratie, der Zusammenschluß der demokratische« Nordstaate«, daS Scheitern de« faschistischen Putschversuche» in In der&R: Die härteste Zelt liegt hinter unsl Auch in uns erem Lande hat der Fa« s ch iS muS den Höhepunkt, seiner Entfaltung überschritten. Dem Siege HitlerS und der Niederwerfung der österreichischen Arbeiterschaft folgte ein« starke Offensive des sudetendeutschen Faschismus, die in dem Wahlsieg Hen« leins vom.10, Mai 1085 gipfelte. Die Wirtschaftskrise.hat zehntausend« sudetendeutscher Arbeiter und Arbeiterinnen'brotlos gemacht. DaS Elend, des sudetendeutschen JnPustrieproleUrrlatS war.neben den außenpolitischen Einwirkungen einender Grundlagen-für den-Aufstieg deS-Hen« leinsaschismus. Die gestrige Tagung der Reichskonferenz dec Deutschen sozialdemolratischcn Arbeiterpartei wurde von der politischen Oesscntlichkeit mit großen! Interesse erwartet. Geivisse Gcrüchtenmchcc verbreiteten die Mär, die slldctendeutsche Sozialdemokratie sei durch große i»nere Auseinandersetzungen geschwächt und die RcichSkonserenz werde vor allein der Austragung dieser Meinungsverschiedenheiten dienen. ES ist klar, wen» zuliebe diese Gerüchtemacher arbeiten: sie würden die Deutsche sozialdemokratische Arbeiterpartei, die der Hauptgegner dec von innerer Unruhe unsozialen Spannungen erfüllten Sudetendeutschen Partei ist, gerne geschivächt sehen. Sie fürchten, daß eine geschlossene, kampfbereite Sozialdemokra, tie der Sudetendeutschcn Partei besonders in den lammenden Gemeindewahlen gefährlich werden wird: Der Wunsch der SdP und ihrer Hintermänner war der Vater des Gedankens. Die Feinde der Demokratie und jene Journalisten, die der Sensationsgier des Leserpublikums ohne Rücksicht auf die Wahrheit zu dienen versuchen, werden vom Verlauf unserer Reichs- konserenz sehr enttäuscht sein. Selten war eine unserer Parteitagungen so von Kraftbewußtsein erfüllt wie diese Reichskonferenz, selten war die Einmütigkeit, war der Kainpstville so hinreißeno und erhebend wie diesmal. Die Wandlung, die im Bewußtsein des Sudetendeutschen eingesetzt hat, spiegelte sich in dieser.Konferenz, vor allem aber die Tatsache, daß die Arbeiterbewegung in allen ihren Gliederungen von neuem Selbstbeivußtsein erfüllt-ist. In den Betriebe« sammel« sich die Arbeiter wieder in den. freien Gewerkschaften, unter deren Führung sie erfolgreiche Lohnkämpfe durchfechten. Unsere Genossenschaften haben einen Aufschwung genommen, der alle Erwartungen übertrifft. Unsere Kulturorganisationen machen erfreuliche Fortschritte. Die Jugendbewegung ist geistig und organisatorisch gefestigt wie niemals zuvor. Diese Entwicklung ist mit herbcigesiihrt durch die Besserung der Wirtschaftslage, die mit einer wesentlichen Verminderung der Arbeitslosigkeit verbunden ist, nicht zuletzt aber ist sie das Ergebnis der politischen Beharrlichkeit, die unsere Bewegung in schlverster Zeit aufgebracht hat. Diese Beharrlichkeit, die auf der hingebungsvollen Treue unserer Anhänger fußt, hat das organisatorische Gefüge der Partei in den schwersten Tagen vor Erschütterungen bclvahrt. Sie hat den Defensivkampf gegen den Faschismus erfolgreich gestaltet, sie be- sähigt uns jetzt, zum Augrisf iiberzugehen. Da wird von unseren Gegnern behauptet, die Sozialdemokratie fürchte die Gemeindcwahlen. Ein Blick auf unsere Reichskonferenz wird sie belehren, daß wir nicht daran denken, dem Kampfe auszuweichen, sondern ihn herbeiwiinschen. Die Verlierenden tverdcn keineswegs luir sein. Wir haben nicht nur die Hoffnung, sondern die lieber- zcugung, daß wir den Wahlkampf siegreich beste« , hen werden. Jetzt zeigt sich, wie richtig eS war, \ gegenüber all den Lockungen und Drohungen, von . denen sich andere Gruppen des Sudetendeutsch« ' tums beeinflussen ließen, fest zu bleiben. Unsere . Partei hat lieber die zeittvcise völlige Vcreinsa- , mung in Kauf' genommen, als daß sie der Hen« . leinjdeologie auch nur die geringsten Konzessionen gemacht hätte. Sie hat so ihre Anhängerschaft vor ' der Infizierung durch das faschistische Gift bewahrt und in ihren Anhängern den Geist des An- . grisfs, des leidenschaftlichen KampstvillenS gegen den sudetendeutschen Faschismus gestählt.' Wir wissen es auS der Arbeit des Alltags und erhalten es durch unsere Tagungen immer > wieder bestätigt: es gibt in unserem Lande keine - und in der ganzen Welt'wohl selten eine Partei, I die so diszipliniert und wetterfest ist wie die sude-^ - tendeutsche Sozialdemokratie. Weder in der Fiih« - rung, noch zwischen Führung und Anhängerschaft - bestehen die geringsten Meinungsverschiedenheiten r über die geistige Grundhaltung der Partei und : über den Weg, den wir zu gehen haben. Wir dts« > lütteren, gewiß, eS gibt bei uns einen stetigen > Austausch der Gedanken— aber das ist in einer i demokratischen Partei selbstverständlich, war im» > iner so und ist nicht ein Zeichen der Schwäche, sondern der Stärke. Nach dem Wahlmiherfolg vom Jahre 1935 haben wir keine Stunde gezögert, unser organisn- SchacM bleibt vier Tage In Paris Paris.■ Dienstag wird in Paris Reichsbankpräsident Dr. S H a ch t erwartet,- der am Mittwoch vormittags in feierlicher Weise den deutschen Pavillon auf. der. Ausstellung eröffnen wird. Ec wird.sich vier Tage in Paris apshalten, und-sein« Beziehungen zu Leon Blüm erneuern, di« er im Sommer des Vorjahres angeknüpft hatte. Am 23. Mai tagte in Prag eine Reichskonferenz der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei) die sich mit der außen- und innenpolitischen Lage und mit der Vorbereitung der Ge« meindowahlen zu beschäftigen hatte und außerdem eine Reihe organisatorischer Fragen erledigte. Der Reichskonferenz ging am Samstag eine Sitzung des erweiterten Parteivorstandes voraus, die, wie die Reichskonferenz selbst, in völliger Einmütigkeit verlief. Die Reichskonferenz wurde um 0 Uhr vormittags vom Parteivorsitzenden Dr. Ludwig C z e ch eröffnet. Zunächst wurden an die beiden Präsidenten Begrüßungstelegramme abgeschickt, dann hörte die Konferenz stehend die Gedenkworte des Parteivorsitzenden für die spanisch«» Freiheitskämpfer an. Dr. Czech versicherte dann alle im sudetendeutschen Gebiet in Lohnkämpfen befindlichen Arbeiter, insbesondere aber die Ttrich-Arbeiter der Sympathie und der Solidarität der Deutschen- sozialdemokratischen Arbeiterpartei. Sodann, wurden in das Präsidium der Konferenz Heinrich Kremser, Obg. Franz K ö g- ter und Senator Hackenberg berufen. .Zunächst sprach der Parteivorsitzende Doktor C z e ch in einem umfassenden Referat über die innenpolitische Lage und die kommenden Gemeindewahlen, dann behandelte Abg. Wenzel I akschdie Außenpolitik upd, die Wirtschaftslage. Lethe. Referate wurden von der Koz^erM. mit großen» Beifäll zur Kenntnis genommen. (Wir bringen einen Auszug aus den beiden Reden an anderer Stelle.) Die Aussprache wurde von Abg. Franz K r e j L i-Traütenau eröffnet, der in sehr eiridringlicher Weise über den Streik der Etrich-Arbeiter und das Verhalten Konrad Henleins bei seinem kürzlichen Besuch in Trautenau sprach. G ö tz-Rothau, behandelte die Bemühungen um die Schaffung einer Ersahindu- strie für das Rothauer Gebiet und die empörende Tatsache, daß von der Bürokratie Schwierigkeiten gemacht werden, die einer ausreichenden Begründung meist entbehren.— Senator Dr. Heller, Karl-Demonstrationen In Wien Wien.. Bei einem Handball-Länderkampf Deutschland-Oesterreich kam es Sonntag, auf dem Wieiter Stadiön zu großen nationalsozialistischen Demonstrationen. An die 40,000 Menschen begrüßten die deutsche Mannschaft mit dem Hitler- Gruß, und demonstrierten, durch Sprechchöre. Die Demonstrationen fanden nach dem Spiel in der Häuptallee und in der Pratersttaße ihr« Fortsetzung. Es würden etwa 100 Personen festgr« nommen, nach Feststellung der Identität-aber zum große» Teil wieder entlassen. Pariser Weltausstellung eröffnet '- Paris. Der Präsident der Republik Lebrun hat Montag nachmittag» die Interna- tionale Ausstellung in feierlicher Weise eröffnet. An seiner«rgleitung befanden sich Ministrrprä- stdent Blum, Handelsminister B a st i d und der Generalsekretär der Ausstellung L a b b t. Auf dem AuSstellungSgelände erwartete» ihn die übrigen Mitglieder der Regierung, der Pariser Stadtrat«nd daS diplmnattsche K-rpS. Ein« Salve von 101 Kanonenschüssen begleitete um 17 Uhr die feierliche Eröffnung. Sm Grand PalaiS hielten in Anwesenheit von 5000 Personen der Genrrallommissär der Auöstellung L a v b i, der D«tzen der auöländischen AuSstellungökommissäre P i e e i o-Stalien und HandelSminister B a st i d Ansprachen. ' Der Präsident der Republik dankte den be- teiligteir ausländischen Staaten sowie den fron- zösischen Funktionären, die sich um dir«erwirk- lichnng der Ausstellung verdient gemacht haben, und erklärte die Ausstellung für eröffnet. Ab. DienStag ist die Ausstellung dem Publikum zugänglich,>md zwar für den Anfang««r von 14 bis 20 Uhr. Die Eröffnung de» tschechoslowakischen Pavillons wird erst am 15. Juni erfolgen. der Kassier der Partei, wies auf das außerordentlich erfreuliche Wachstum unserer Bewegung hin, von dem alle Kreisorganisationen erfaßt sind. In den ersten vier Monaten 1087 ist der Umsatz der Parteimarken im Durchschnitt um 22 Prozent gegenüber dem Durchschnitt der ersten vier Monate des Vorjahres gestiegen. Einzelne Kreisorganisationen haben ein besonders erfreuliches Wachstum auSzuwcisen. Diese Mitteilung des ParteikassicrS, die der lebendigste Ausdruck für die gesteigerte Kampfkraft der Partei ist, löste große Beifallskundgebungen-aus. Dr. Heller nahm dann zur vorgelegten Entschließung Stellung.— Sodann nahm der Generalsekretär der Partei, Abg: Siegfried Taub, zu einigen wichtige.» Problemen das Wort, wobei er sich insbesondere mit der Arbeitsbeschaffung befaßte. Schließlich gab er Richtlinien für die Vorbereitung der Ge- meindewahlen. Sein Appell, die Wahlen auch finanziell durch die Einrichtung eines Offensivfonds vorzubereiten, fand die lebhafte Zustimmung der Reichskonferenz. Kralik(Aussig) nahm zum Ausbau der Presse und zur Gemeindewahl Stellung, Ernst Paul(Prag) richtete einen eindringlichen Appell an die Reichskonfe- rcnz, den Reichsaufmarsch der Republikanischen Wehr in Aussig als eine Veranstaltung der Gesamtbewegung zu bewachten und ihn dementsprechend vorzubereiten. Klaschka(Mährisch- Ostrau) beschäftigte sich mit den deutsch-tschechi- fchen Pereinharungen.. Nach der Aussprache nahmen Abg. Äaksch und Parteivorsitzender Dr. Czech zu den aufgeworfenen Fragen in- wirkungsvollen, begeistert aufgenommenen Schlußworten Stellung. Di« vorgelegte Entschließung, der Aufruf zur Einleitung einer Offensiv-Sammlung unter den Parteimitgliedern und der Ausruf zur Bcr« anstaltung des Rcichsaufmarschcs der Roten Wehr wurden sodann einstimmig angenommen. Abg. Kögler schloß die Konferenz mit einem zündenden Aufruf zu weiterer, einiger Arbeit für unsere Sach«. . Mit den» Gesang der„Internationale" und „Freiheit"«Rufen war die erfolgreich verlaufene Reichslonferenz beendet. Willemkundsebüns der DSAP Entschließung der Prager Reichskonferenz vom 23. Mal Die Reichskonferenz der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei, tagend am 2S. Mai in Prag, nahm einstimmig folgende Resolution anr Vorn Kriegsschauplatz . Bild«». Der HavaS-Korrespondent meldet, daß bet der Bombardierung der Stadt Test»» am Sonntag 14 Häuser zerstört wurden. BiSher.«Mett 22 Leichen«nd 80 Verletzte ge- berge«. Im Abschnitt von Jima spielen sich sehr hartnäckige Kämpfe ab,'da die Aufständische« mit einer ungeheueren MeNge von Kriegsmaterial auS dem' Ausland'ausgerüstet'sind. Trotzdem befinde» sich Jima und da» Schloß Elejalritia inimer«och in de« Hö»»drn der- Regierungskuppen. I« der Stadt. E u n g«i a wütet-immer«och der Brand, welcher infolge des Bombardements durch die Artillerie'«nd Flugzeuge der Aufständischen auS- gebrochen ist. Baleneia. DaS RattnalverteidigungS- miniftrrium meldet: An der Guadalajara-Front konnten die Regierungöwuppen-ihre Positionen erheblich verbessern«nd habe« sieben Dörfer in Besitz genommen. Die neue Linie der Regierungstruppen stützt sich auf den Zusammenfluß de» Abalnquejo und Tajo, Der amerikanische Sozialistenführer Norman Thomas ist in Barcelona eingewoffen. Sein weiteres Ziel ist Valencia, von wo aus er sich an die Madrider Front begeben wird. Zwischenfall zur See Valencia. Das BerteidigungSministerium meldet, daß Samstag um 6 Uhr früh eines der zur Ueberwachung der Seegrenze eingesetzten italienischen Schiffe in der Nähe von Mongato einen spanischen Handelsdampfer angehalten hat. Als auf dessen Hilferuf vier RegterungSflugzeuge an» Horizont auftquchten, entfernt« sich das italieni« jche Schiff iy rascher Fahrt und der spanische Dampfer konnte unversehrt in Valencia einweffen. Erstarkende Demokratie gegen faschistische Bedrohung Die Entwicklung der letzten Wochen hat erneut bestätigt, daß die Welt uach wie vor von den imperialistisch-faschistischen Kräften ernstlich bedroht ist. Die fortdauernde faschistische- Intervention in S p a n i e n, die barbarische Vernichtung des Baskenlandes und ndben vielen anderen auch die schamlose Lüge, daß die Basken selbst ihre eigenen Städte zerstört hätten, zeigt» der Welt I den Faschismus zugleich in seiner ganzen Brutali- Eintracht und Kampfeswille Eine erhebende Reichskonferenz der deutschen Sozialdemokraten Seite L DienStag, M.Mak 1037 Rr. 121 35 JUNGES WEIB e VERONIKA ROMAN VON MARIA GLEIT -„Du wirst mich doch nicht gegen meinen Willen hicrbchalten wollen, das wirst du doch wohl ,nicht?" fragte sie, und nur ein Schritt lag zwischen ihnen, nur ein Schritt. Und diesen Schritt ging er jetzt auf sic zu, er überwand ihn und berührte ihren Arm: „Bleib hier, Veronika I" bat er, und es war das erstemal, Has; er jemanden um etlvaS bitten konnte.„Bleib hier, du lanust hier auf dem Sofa schlafen, Beronika, ich lverde dir— nichts tun, Veronika,.. bleib hier..'- •' Sie schüttelte den Kopf. Sie mutzte fort, sie mutzte zu ihrem Mann, das Entsetzen packte sie, die Furcht vor dem, lvas sie geplant und gewollt hatte, ritz an ihr. Truckenbrott, den versöhnten -Feind, hatte sie ihm bringen wollen, und es lväre nur ei» neues Versteckspiel, es wären nur neue Lügen daraus geworden... Es hatte wohl all dieser Wege und all dieser Erniedrigimgen und Demütigungen, all dieser llcbcklvindungen bedurft, nm ihr in dieser Sekunde klarzmnnchen, datz alles das vergeblich, alles das falsch und. berdammenswert gewesen war., Vor -neuem.Unheil hatte sie de» Mann behüten wollen, ihren Mann, und hätte ihm doch neues nur gebracht. Nicht Truckenbrott und nicht die endliche Sicherheit und Ruhe des nutzeren Leben? würde ihnen beidenhelfen' können. Sich selbst mutzte sie -bringen, Wieste da war, sich selbst mit allem, was sie tvar. Mit allem, lvas sie auf sich geladen hatte »m seinetwillen. Mit aller Wahrheit und aller Lüge/ die daräns entstanden waren, datz sie ihn nicht ein zweite» Mal hätte verlieren wollen, nicht dulden wollt«, datz er an ihr und einem seltsam verworrenen Schicksal litt. Sie hatte ihn nicht verlieren und sie hatte ihn nicht leiden sehen können,— das tvar es, sie hatte alles fcrnhalten-wollen von ihm, darum hatte sie alles getan und nur darum. Und wenn er das jetzt nicht begriff, wenn er ihr jetzt nicht hals, tvenn er nicht über das hinaus erkannte, datz sic immer und von Anfang an nur für ihn und durch ihn gelebt hätte, dannmußte sie auch das noch hinnchmen ohne Wimperzucken und ohne sich vor diesem Leben zu verstecken: ihn zerschlagen zu sehen, weil seine Liebe zu klein.warum auch das Versagen, auch die Schwäche des, geliebten Menschen e« ertragen... „Veronika?" Befand sie sich denn immer noch in diesem Raum, bei. diesem Manne, der die letzte Station guf dem Wege des Irrtums gewesen war? ,,„Es ist gut, Camillo", sagte sie„es. ist gut — es ist nun ganz das gleiche, ob ich bleibe oder geh. ES kommt nun nicht mehr auf uns beide an:" Und tvenn er sie auch jetzt noch nicht verstand, so wich doch eine ungeheure Last von ihm.„Dann bleibst du also da, Veronika?" Dankbar nahm er ihre Hände, und sie entzog sie ihm nicht, weil, sie ihn gar nicht.spürte. Willig lieh, sie sich zum Sofa führen, setzte sich, legte sich zurück und sank in. da? Dunkel ihrer-Müdigkeit, Und nichts war um sie als ihr Mann, ihr Kind und diese Nächt. „Du mutzt nun schlafen", sagte Truckenbrott, „du darfst an nichts mehr denken... ausruhen ...Veronika.., Und morgen früh sprechen wir darüber... morgen früh werden wir übet: aller sprechen... wir. finden dann schon esycn Weg...• „Was denn für einen Weg?" käm ihr« Stimme jetzt au».irgendeiner Tiefe ihre» Traumes.- Gr starrte si« an, erschrocken, aiemstockend. Wußte sie denn schon.nicht mehr, weStvegen sie-gekommen wgr?.,..... „Veronika", sagte er',, und'seine Worte«r- torischcS HauS uen zu bestellen und durch gewissen- hafic, zielklare Arbeit die Grundlagen für einen neuen Sieg zu schaffen. Nun strömt das Volk wieder in unsere Versammlungen, nun- wächst die Partei besonders in den Gebieten,.in denen der Betrug der SdP an der Arbeiterschaft deutlicher sichtbar wird als anderswo. Und wir haben die innere Kraft, die. Enttäuschten anfzufangcn und. ihnen den Weg zu weisem<•»" . Nein, cs ist nichts mit dem„Sterben" der SozialdcniokratietzSie ist die berufene'Führorin dcS arbeitenden Volkes, die Hoffnung der sudetendeutschen Demokratie. lose n v c r m ittlnng und die gesetz-! l j ch t 2 I ch e ru n g d e r Kollektivverträge. Gleichzeitig betont sie erneut die Notwendigkeit einer sozialen R«u o r.i e n t l e« rung der A g r a r p o l i t i k. Im Interesse der Kleinbauern und Häusler. - Der Konjunkturaufstieg ist nach den Gesetzen der kapitalistischen Wirtschaft immer von einem empfindlichen Preis-Anstieg begleitet. Umso notwendiger, ist daher das energische Einschreiten gegen jede-künstlsich« Verteuerung, insbesondere durch die Kartelle. Die Konferenz urgiert deshalb die Verwirklichung der vom Er- nährungsansschutz.vorgeschlagenen Maßnahmen zur Verbilligung d c S Zuckers und ausreichende Versorgung der unbemittelten Bc- völterungSschichten mit K u n st s e t t. . Ksmpkderelt8ch3ft ru«len demelndewahlen.. Im Herbst steht unS eine neue gewaltige Kraftanstrengung bevor. Die Gemeinde- wähle n stehen, vor.der Tür. Sie werden, ein Kräftemessen von autzerordentlicher Bedeutung Der leg der tschecho-■ slowakischen Landjugend /Eine schöne Trachtenschau Am vergangenen Sonntag fand in Prag dcr „gesamtstaatliche Manifestattonskongreß" der Jugendorganisation der tschechoslowakischen Agrarpartei statt. Der Rundsunk widmete- dieser Veranstaltung einen Grohteil der Sendezeit und auch das amtliche Preßbüro widmete ihr einen mehr als eingehenden Bericht. Den Höhepunkt der Veranstaltung bildete der grotze Umzug, der von den Weinbergen ausgehend, über den Wenzelöplatz und Nationalstratze und das Masaryk-Kai, am Parlament vorbei auf den Altstädter Ring zog, wo eine Kundgebung veranstaltet wurde,.wobei Ministerpräsident Dr. H o d j a eine Ansprache hielt. Der Nachmittag- war-auSgefüllt von einer groß« angelegten folkloriftischen Szene auf dem Straho« ver Stadion. Die politische Seite dieser von der stärlsten und über.riesige Mittel verfügende Parteiveran» staltuug trat in den Hintergrund gegenüber der prächtigen Schaustellung, die den Zuschauern geboten wurde. Schon der Umzug bot eine Schau der tschechischen, und. flowalischen Volkstrachten, Volkstänze und Volkslieder, wie sie dem städtischen Zuschauer selten geboten wird. Freilich stand diese Schau ganz im Zeichen historischer Reminiszenzen und traditioneller Illusionen von der Poesie des Dorflebens und Uetz nichts von dessen harter Kehrseite, dem schweren Existenzkampf des MeinlandwirtSoUndi Häusler», oder-des.landtvirt-: schaftliche» Arbeiters auf den- Bauernhöfen-mnd Großgrundbesitzen ahnen. Aber als sokloristische Schaustellung tvar diese' Veranstaltung außer« ordentlich imposant und.als solche wurde sie auch von einer unabsehbaren Zuschauermenge nach Gebühr'bejubelt und begrübt. An der Spitze des Zuges, der nach viertel -ehn Uhr die Museumsrampe erreichte, ritt ein Bauernsohn mit einer Fahne in den Staatsfarben in der Hand. Sechs Dreierreihen von Reitern in historischen Kostümen bildeten gewissermatzen die Ehremvachc. Die erste Dreierreihe ritt in der Gewandung tabvritischer Reiter daher(es war die erste tschechische, Von Zijka selbst orgäni- Isierte tschechische Reiterei). Ihr folgten drei Cho- I den, Grenzhüker des Böhmerwaldes, zu denen be| werden über da» Ausmatz der Klärung im sudeketz« deutschen Volk nach mehr als zwei Jahren absolut fruchtloser Politik der SdP. Henlein und sein. Kamcradschaftsbund.mögen darüber Rechenschaft ablegcn, wä» sie vor dem IS. Mai 1938 verheißen und was sie davon erfüllt haben. Wieder wenden sie versuchen, eine klare Urteilsbildung der Bevölkerung durch: Lüge-und Verleumdung‘ zu trüben. w-i/t Ihrer gehässigen und ideenlosen Agitailön sehen tvir unsere ziclklareü sozialistischen Kampsparolen entgegen: Gegen Faschismus und Imperialismus, für Friede und Demokratie, gegen nationalistische DSlkerverhegun» fUr Zusammenarbeit und DerstLndlgung der DSlker; für Sozialpolitik und höhere Löhne, für den sozialistische« Aufbau Wirtschaft, für den Sozialismus. kanntlich auch die deutschen„künischen Frei-' bauern" gehörten, die von den böhmischen Königen reich begünstigt ständig im Kampf mit dem Landadel lagen, dem ihre Privilegien«in Dorn im Auge tvaren. Dann folgten je drei Reiter str der Uniform der 4öer Revolutionäre, der rüfsi» fchen berittenen Legionäre und schließlich hrrt Klattauer Dragoner. Eine ausgetvählte Träch- tengruppe, die die typischen Trachten der verschiedenen Gegenden trug, schlotz sich an. Vor einer zweistöckigen Tribüne vor dem Gebäude de» Land- wirtschaftSrate», wo das Parteipräsidium' und di« Festgäste Platz genommen' hatten, wurden Volkstänze ausgesührt. Das Gros des eigentlichen Umzuges wurde von der Bauer nrciterei cingeleiict,- der typischen Verkörperung der Dorfaristokratie, der an einigen Tausendern nichts gelegen ist. Herzlich wurden die folgenden. Trachtengruppen der Land- hurschen und-nmdcis begrüßt, die mit so unver- Hohlener Freud« der Hauptstadt ihren Grutz brachten. ES Ivar eine unabsehbare Fülle bunter Volkstrachten aus allen Gegenden der Republik, eine Riesensymphonie bunter und lebendiger Farben, ein Mosaik volkstümlicher Aestaltung»- kraft. Da Ivaren die Choden ans dem Böhmerwald in langschötzigen Röcken..und gelben Kniehosen'— sie führten ihre legendenhaften Wachhunde mit sich, die Farbenbuntheit Männer--un« Fraueytrachten der mährischen Slowaken, der Hanaken und die slowakischen und karpathorus- stschcn Delegationen in. ihrer originellen Heimatstracht. Auf verschiedenen> Wagen.wurden Szeneä ans dem idealifierten'.Dorflcbcn tmd.snUlbolWe Gruppen dar-gestellt. Besonders bemerkt wurden die Festwägcn, deren erster eine Huldigungmi^tzie Republik veWiischaulichtc, während der.zweite der Ehrung der P räs id cnten'Mas ä,ry l u'n d B e-n e ö gewidmet toast...''' ,. Bel-'den Festansprachen legte sowohl der. Vorsitzende der„RelchSveretnIgimg her republikanischen Äugend" Lednicky,.gISMch der.Vorsitzende der agrarischen Partei Beran esti.Be-, kenntnis zur Demokratie ab. MinisterprA- s i d e n t Dr. M i l a n H o d Z a erinnerte ilt- sei- ncr Ansprache auf dem Altstädler Ring an. die demokratischen Tradition des tschechischen und slo- wakischen Landvolkes, die sich anchindcc heutigen' Zeit bewähren-mühten.„H ü t e»wir li.n S vor Partei-Hoch m u t"' bemerkt«' Doktor Vie Entschlieüuns 6er Reichskonferenz (Fortschimg von Seite 1)> In einem opferreichen. Kampfe ohnegleichen haben die- sozialdemokratischen tlrbeiter drin An- sinrm des hatzerfüllten Gegners standgehalten, die Idee der Freiheit und der Demokratie unter dem Einsatz ihrer ganzen Kraft, oft. auch mit dem Einsatz ihrer Existenz verteidigend. Hungernd imd vom Terror bedroht,. marschierten, sie am -l. November 193-1 zu ihrem Tag'dcS Trohes auf, leidenschaftlich kämpften sie den Wahlkampf 1938 durch mit dem Ergebnis, datz mehr als 399.099 sndetcndcutsche Arbeitimenschen' sich trotz alledem hinter die Fahnen der Sozialdemokratie stellten. Keine Macht, keine Drohiing- konnte uns zum Waule» bringen,, kühn- und entschlossen gingen wir den Weg der sozialistischen Pflichterfüllung. Äm Sturm und Wetter harrten die treuen Kämpfer unserer Bewegung auS. Die Härte st egeiti st hin ter »n s. Der Faschismus ist überall-in der Welt im Abstieg. Er wird auch bei uns scheitern an unserer Kampfentschlossenheit und Kampfkraft. R e u e S Selbstbewnhtseiu erfüllt unsere Reihe n. AI ächt! g st ö tz t u n s e r Angriff vor, Tausende durch den Faschismus Enttäuschter um ynsere Fahnen sammelnd. Die Wirtschaftskrise ist im Abflauen, durch die Ber- cinbarnnge» vom 18. Feber 1937 habe» wir mitgeholfen, der demokratische» Entwicklnng i» unserem Lande neue Bahnen z» öffnen. Die Demo» kiatie ist im Vormarsch, die Früchte unsere» opferreichen Kampfe» beginne» zn reife». tim sie vollends zum Reifen zu bringen, ist aber die Fortsctznng der wirtschaftlichen und politischen Aufbauarbeit nötig. Seschleunlgte Erfüllung der natlonalpolltlichen Beschlüne I Deshalb kommt der strikten Durchführung der nationalpolitischen Beschlüsse vom'18. Feber d. I. die grösste Bedeutung zu. Die Konferenz bestätigt und bekräftigt den Beschluß des Partei- vorftaude- vom 25. Feber d. I., sie billigt die bisherigen Arbeiten znr Verwirklichung des Br» friedungSwerke», sowie dir Schaffung einer Z e n t r a l st e l l r der deutschen a k t I». to i ft i s chätz P'ä'r k e i e n üiid'fordert die- t'e-' fchleuutgte Verwirklich u n g-d'-kv k s't.i o n a l p o l i t i s ch e» Beschlüsse. Sie stellt erneut fest, daß nicht nur doS Wohl des deutschen Volkes im Staate, sondern auch daS Wohl dcS Staate» selbst. dir. freie und glrich». mäftig« wirtschaftliche und kulturelle Eutfaltung alter seiner Völker erfordert. Demokratische Aufbauarbeit kann jedoch nur dann ihre staatspolitische Funktion in vollem Umfange erfüllen,- wenn sie mit zielbewusster demokratischer Propaganda verbmide» wird. Deshalb erachtet die Parteikon- ferenz dir Errichtung eines deutschen Sender» mit selbständiger Programmgestaltung al» eine Staats not Wendigkeit ersten Range», die nicht länger verzögert werden sollte.- Die Anbahnung einer nationalpolitischen Befriedung hat das nationalpolitische Konzept der Sudetcndiutscheit Partei durchkreuzt! die Entfaltung sozialer Kämpfe hat das Märchen von der -sozialen Haltung-der Unternehmer in der Volksgemeinschaft und damit- das T r u g b i l d der Volksgemeinschaft selbst zerst ö r t, Dadurch beunruhigt, hat die Sudetendeutsche Partei den Weg eine» verschärften. Radikalismus beschritten, der sich sowohl in geheimnisvollen Andeutungen einer bevorstehenden Wendung äutzert, womit die Methoden der Flüsterpropaganda in die offizielle Agitation Übernommen werden, al» auch in der Steigerung der demagogischen Lizitationsmethoden und- schließlich in einer Well« des verschärften Terrors gegen sozialdemokratische Funktionäre und sozialdemokratische Versammlungen. Unsere wirtschaftlichen Forderungen Die Wohlfahrt der breiten Massen. deS.sude» lcndcutschen Volkes ist bedingt durch da» Gedeihen der gesamtstaatlichen Wirtschaft. Die Konferenz anerkennt, daß der in den letzten Monaten verstärkte K onjunkt urauf st i e g e r fre u» licher weise auch die deutschen Gebiete kräftiger erfaßt hat und datz dazu nicht nur die weltwirtschaftliche Entwicklung, sondern auch die wirtschaftspolitischen Matznah» men der Regierung, insbesondere auf dem Gebiete der Exportförderung, beigetragen haben. Aber noch immer ist die A r b e i t»l ost g» keit« n Verhältnis mässig gross unddrückend und daS Lebenshaltung S n i v, a« der arbeitenden Schichten unerträglich niedrig. ES sind daher gesteigerte Atatznahmen sowohl zur Förderung des Aussenhandels, als auch zur Hebung der einhei». mischen Kaufkraft unerlässlich. Dazu gehört auch die Fortsetzung der Arbeitsbeschaffung durch die öffentliche Hand und zielbewusste Förde»: rung der Einführung von neuen In duft r i e n in den Notstandsgebieten. Als eines der wirksamsten Mittel der ArteitSbe» schaffung wird die Ausnahme einer Anleihe durch den Stratzenfondö gefordert. , Die wichiigste Voraussetzung für den wirs». Wifitlchen Wiederaufbau, ist^ eine'n; e n sH'e'mM Wut r'8 i'g«Le b e ns'hältu ng'dtr ten Massen und daher die ausgiebig« Erhöhung der Löhne. Die Konferenz versichert deshalb, alle Arbeiter und Angestellten, die im Kampfe um die Wiedergutmachung des in der Krise- erfolgten Lohnabbaues stehen,- der tatkräftigen Unterstützung der sozialdemokratischen Partei, die dabei-in voller Solidarität mit den freien Gewerkschaften Vorgehen wird. Zur Ausgestaltung des sozialpolitischen Schutzes fordert die Konferenz die Einführung einer obligatorischen Arbe'itS» losenversicherung, die Verkürzung'der Arbeitszeit auf 49 Stunden in der Woche, die eheste Erlassung der. Durchführungsbestimmungen zu her Verordnung über die Arbeit»« tränken In der Stille, die wie ein dumpfer Strom den Raum durchfloß: „Ich ivill— alles vergessen— ich will nicht mehr-— an alles denken— Und ich will zu ihm gehen, Veronika—- für dich— damit du wieder leben kannst— ftir dich— will ich das tun." Hatte sie. nicht einmal für die grotze Geste der Verzeihung und des Friedensstrebens einen Sinn? Sie wollte die Hand heben,— zu welcher tröstlichen Bewegung,— er erfuhr cs nie. Denn selbst die.Hand gehorchte ihr nicht mehr und sank, als sei auch sie von schwerer Aussichtslosigkeit erfüllt, zurück. Und nur der Mund bewegte sich, nur diese arißen, trocken-heißen Lippen fanden keine Ruhe, eh' nicht auch da» noch gesagt war und, den mild gewordenen Mann, in neue Bitterkeiten ritz:.- „Für-mich kann niemand auf der Welt mehr «tlbas tun, Tamillo,— außer— diesem— einen —diesem— meinem— Mann—*. Erschöpft schwieg sie, langsam wurde jhr Atem ruhiger, laygsamfchlief sie ein...... In dieser Nacht, in der-dem Manne Arnold -Bannholzer der Glauben an seine Frau verlorenging, während diese Frau sich mit dem' letzten Mute zu sich selbst durchrang, stand. Tamillo Truckenbrott. am Fenster- seines Arbeitszi.mme.rs, unbeweglich, ein schwarzer Schatten, ein Fels, den Veronika endgültig von. ihrem Leben gewälzt hatte, und verfluchte voller Ohnmacht.wieder ein« mal diesen Dr. Fleith.... Diesen Dr. Fleith. . Der Regen hatte aufgchört.. Im vcrschwim- mcnden Umriß der.Nacht atmete'die Stadt. Pies Dämmerung würde den Morgen bringt», und'war tvar dann? Sie würde ihn verlassen, die Frau, dis'jitzt in seinem Hause schlief, und würde zü- rückkehren zu ihrem Mann. Jetzt, da Drucken brott sich von der Etfchütterung erholte, datz sie zu.ihm gekommen war,, jetzt, da er ihre Nähe nicht miehr.wie ein Feuer spürte, einen Vulkan, der aitf..ihn nscdcrbrach, sondern sie ahnte als..ein« milde, sanfte Glut,.an deren Wärme er niemals teilhaben würde,— jetzt, da sein Haß verbrannt war In ein Häufchen Nicht», weil er erkannt hatte, datz eine höhere Macht Ihm Veronika vorenthielt, kein Mensch, kein Mann, kein Dr. Fleith und nicht einmal ihr eigener Wille, sondern die jeder menschlichen Voraussicht und Planung' spottende Gewalt der Liebe,—— jetzt kam«» ihm nur noch darauf an, daß Veronika lebt«,.äünete, bei ihm oder fern von ihm, al» die Frau eine» anderen oder die eigene,— wie gleichgültig war das, er hätte es erfahren, als sie von ihm gehen 'wollte in die Ungewißheit der-Nacht hinein und eine krallende Angst um ihr nacktes Leben in ihm aufgesprungen war. Diese Angst hatte seine Unerbittlichkeit zur Bereitschaft geknetet, alle» für VeronÜa zu tun was der Mpnsch füp den Menschen zu tun'vermag.. Wie wenig es war,,-r..er spürte es jetzt, da er nicht mehr haderte mitsich selbst und nichts mehr,wollte für-sich selbst, ida-er Nicht mehr.zerstören, sondern äufbauen..wollte, Veronikas Leben schütze»,'und wenn sie tausendmal sagte, daß e» auf ihn nun nicht mehr ankqme,,auf 'ihn-nicht und, auf stestr» Er ging zum Schreibtisch zurück und. löschte da» Licht. Die Dielen' knarrten, aber sie hörte es nicht. Sie schlief wie'«in Mensch, der gekämpft hatte, bis ihm die Kräfte verfügten, bis er. blutete, ein Mensch jenseits von-Gut üüd'BLse, Niederlage oder Sieg....--, -. Im Dunkel griff.Truckenbrott. nach' der Zie gareitendose. Dos Streichholz flammte äuf. Die Asche glühte',-verglühte, das.Feuer fraß sich, in Tabak untz Papier,, Truckenbrott rauchte, nur ei» paar. Züge,, hastig, ließ den. Rest.' verglimmen, steckt« ihn an einer neuen an und spürte plötzlich, wie.ungleich schwerer, schwieriger, kräfteverzchren- dex e» wat, ein Leben zu halten und e» äüs'bef: Verzweiflung emporzureitzen, aus der Verstrickung zu. lösen, al» e» endgültig, in Grund und Boden zu zerstampfen,. s.. .(Fortsetzung folgst)!•’ Nr. 121 DienStag, 25. Mai 1037 HodZa hiebei, indem er betonte, daß der Staat die Mitarbeit der Anrardemokratie gerade in dieser Funktion brauche. Nachmittags fand auf dem Strahower So» kolstadion eine felkloriftischeSzene statt, zu der sich auch Präsident Benes mit Gemahlin eingesunden hatte, der begeistert begrüßt wurde. Aus die Begrüßung der Verbandsvorsitzenden er» tviderie Präsident Benes mit einer Anerkennung der 80jährigen VerbandSarbeit, deren Feier Gc» legenhcit bot, der Welt den Reichtum der VolkS- trachicn und der Folklore vor Augen zu führen. Er wünschte weiterer Arbeit für Boll und Staat im Dienste SvehlaS vollen Erfolg. Die folkloristische Szene bot ein ungemein farbiges und prächtiges Bild. Eingcleitet wurde ste durch den Aufmarsch der Choden, der eine lange Reihe charakteristischer Darbietungen folgten, lvobei Volkstänze und-lieber zum Vortrag kamen. Einen Höhepunkt bildete der berühmte „ft ä n.1 n 8 r 111", ausgesührt von Burschen aus Vliuov im mährischen Sloväcko. 500 Paare tanzten die„Beseda", während von karpathorussischcn Darstellern eine ortsübliche„ftrcuzandacht" zur Darstellung gelangte. Den Abschluss der Szene bildete die Hissung der Staatsflagge und feierliche Fahnenhuldigung. Der Präsident der Republik besuchte Montag vormittags mit seiner Gemahlin in Begleitung des Ministerialrates Jng. Elupek die Landwirtschaftliche Ausstellung und hielt sich vier Stunden in den einzelnen Abteilungen der Ausstellung auf.— Am Nachmittag begab sich der Präsident samt Gemahlin in Begleitung der Minister D o st a l e k, N a j in a n und N e L a s zur Besichtigung der Talsperre und des Hhdroelektri- zitätStverkes nach Brant an der Moldau oberhalb von Prag. Die Fahrt wurde mit dem Salondampfer„Hradäany" der Prager Dampsschiff- fahrtSgesellschaft unternommen. Die Gemeindewahlen in Kascha», die am Sonntag stattfanden, brachten keine größeren Verschiebungen. Von den 22 eingereichten Kandidatenlisten gingen sieben leer aus. Die Partei des früheren Bürgermeisters Maxon, dessen Konflikt mit der Gcwerbepartei die Wahlen vorzeitig notwendig gemacht hatte, erreichte zwei Mandate, während die Gewerbepartei selbst von vier auf drei Mandate zurückging. Die stärkste Gruppe bleiben die Vereinigten ungarischen Parteien mit 14(früher 14) Mandaten. Es folgen die Kommunisten mit neun(früher neun) Mandaten, die Sozialdemokraten(einschließlich der ungarischen Sektion) mit fünf, die Nationalsozialisten ebenfalls mit fünf, die Hlinkapartei und die Agrarier mit je zwei Mandaten. Je ein Mandat erhielten: zwei jüdische Parteien, die Städtische Partei,■ die'■ Christlich-katholischen- Bürger, die Ndtioiiale Vereinigung und die Volkspartei i(Miäura). Dr. Krofta in Jglau. Beim WehrhaftigkeitL- kag in Jglau sprach Sonntag Außenminister Dr. Krofta über die Grundlinien unserer Außenpolitik. Zum Schluß seines Vortrages berührte der Minister in einigen an die deutschen Mitbürger adressierten Sähen die besondere Notwendigkeit des gegenseitigen Respekts und der strengen Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten der Nachbarn, welche Grundsätze unser Verhältnis zu den beiden benachbarten Staaten deutscher Zunge charakterisieren. Die enge Zusammenarbeit der Tschechen und Deutschen'in der Jgläuer Gemeinde sei ein Beweis, daß es in unserem Staate nfcht möglich ist, daß sich die«ine Nation von der andern entferne. Schon im alten Oesterreich waren beide Nationen bestrebt, die andere zu überbieten. Aus der Tapferkeit der beiden Nationen wächst die Arbeit und die Bildung. Nicht aus roher Kraft, sondern aus der Entwicklung und Verständigung erfließt für uns der Nutzen. Zum Rektor der deutschen Universität in Praß wurde für das Studienjahr 1937/88 der Professor für Berwgltungslehre und tschechosw» wakisches VerwaltungSrecht Dr. Rudolf S ch r a» n i I gewählt. Der neue Rektor steht im 53. Lebensjahr. Er war ursprünglich Finanzveamter, habilitierte sich 1917 in Wien für.Finanzrecht und wurde 1921 an die Prager deutsche Universität. berufen. Mit 1. Jänner d. I. wurde er ordentlicher Professor. Der jugoslawische Kriegsminister Mariä besuchte Montag mit seiner Begleitung die Skoda- Werke in Pilsen. Die Besichtigung dauerte zweieinhalb Stunden. Die Gäste wurden sowohl in den Werken selbst als auch in den Straßen von Pilsen herzlich begrüßt. Der rumänische Minister für Genossenschaftswesen Mihail Negura traf" Sonntag in Begleitung seines Kabinettchefs Munteänu in Prag ein. Teilung Palästinas? London.„Daily Hera ld". berichtet über die, neue Teilung Palästinas in einen arabische» und in'einen jüdischen Staat, Dieser Plan Ist von der königlichen UntersüchungSkom- mission ausgearbeitet worden und habe große Aussicht auf Verwirklichung. Die TeilungSgrenze würde, vom See Galiläa bis zuin; Toten. Meer verlaufen..Der neue jüdische Staat würde, rin internationales Statut erhalten und Mitglied des Völkerbundes werden; für seine niilitärische' Verteidigung würde England verantwortlich sein. Eine Entscheidung ist.in etwa 14 Tagen zu erwarten. Die tschechoslowakische Politik und die deutsche Sozialdemokratie Rede des Parteivorsitzenden Dr. Czech auf der Reichskonferenz der Partei Nachstehend bringen wir einen Auszug aus den Ausführungen der Ministers Dr. Czech zu den Fragen der Innenpolitik: Welches Gebiet immer des öffentlichen Lebens wir in den Kreis der Betrachtungen ziehen mögen, überall zeigt sich, daß sie zusehends schwieriger, komplizierter und undurchsichtiger werden. Dies sehen wir täglich und stündlich in unserer Außenpolitik. die völlig im Zeichen de» großen Ringen» zwischen Foschi», mu» und Demokratie steht, da» auch auf unsere Innenpolitik schwere Schatten wirst. In ihr widerspiegelt sich der internationale machwolitische Kampf immer schärfer und macht sich mit allen Gefahren und Auswirlungen. die ihm innewohneu, aufs schwerste fühlbar. So ist c» unsere' Pflicht, auf den Zusammenhang zwischen Außen» und. Innenpolitik hinzuweisen und ibn den Arbeitern in eindringlichster Weise vor Augen zu führen. Wie in den anderen Länder», so sehen wir auch bei un» Kräfte am Werk«, denen die Demokratie, die da» Fundament unsere» Staates bildet, ein Dorn im Auge ist. Innerhalb der tschechischen Bevölkerung sind alte Versuche, den Faschismus hochzubringen, gescheitert. Hier sind alle faschistischen Parteigruppie- rungen zum Schattendasein verurteilt. Darum ist auch■ im tschechischen Boll die Demokratie auch weiter so fest verankert, daß alle faschistischen Lockungen, alle nazistischen psychologische» Einwirkungen von innen und außen die demokratischen Grundlagen der Tschechoslowakischen Republik nicht ins Wanken zu bringen vermögen. Diese» Gefühl hat die zum Prager Kongreß der tschechischen Genossen erschienenen französischen und englischen Delegierten beherrscht, al» sie unter ungeheurer Begeisterung de» Parteitage» und dann auch unter dem Jubel der ganzen Bevölkerung erklärten, daß die Tschechoslowakische Revublik einer der wichtigsten Stützpfeiler der europäischen Demokratie ist. und daß ihre Länder jeden Angriff auf die Tschechoslowakei auch al» Angriff üuf ihr Land betrachten werden. Ander» liegen di« Verhältnisse in unserem engeren Arbeitsgebiet. Hier ist die Wirksamkeit der Sudetendeutschen Partei, o die ihr Dasein vor allem den an unser Land herangetriebenen hakenkreuzlerischen Kräften verdankt, nicht» al» eine Kette von Bemühungen durch, ihre Totasitätr- und Gleichschaltungstendenzen die Demokratie systematisch zu unterhöhlen. Allerdings hatte sie dami— außer dem sehr wandelbaren Wählerglück vom Mai 1985— kein Glück. Darum da» ewige Schänken in ihren'Kampfmethoden. Nach der widerwäriigen Loyalitätsheuchelei eine bi» zur Meisterschaft ausgebildete Flüsterpropaganda, nach allen erbärmlich zusammengebrochenen Verleumdungsfeldzügen eine geradezu barnummäßig aufgemachte Demagogie und mitten darin immer mehr gesteigerte wirtschaftliche und politische Terrorakte, die zeitweilig von in» geradezu Grotesk« gehenden papierenen na t i ona lpolitischenLizi- tationrkanonaden abgelöst wurden, für die man in ernsten. politischen Kreisen nur«in Lächeln hat. In dieser Situation erwächst un» die Aufgabe, alle unserer Bewegung innewohnenden Kräfte gegen den internationalen Faschirmu» und besonder» gegen sein« sudetendeutsche Spielart zu mobilisieren und gemeinsam mit den demokratischen Kräften aller Natjonen unsere» Staat«» den unerbittlichen Kampf gegen ihn aufzunchmen. Daß wir dabei auf die leidenschaftliche Mitarbeit unserer tschechischen Genoßen rechnen können, davon gab'uni ihr letzter Kongreß Zeugnis, der Herrn Konrad Henlein deutlich zu verstehen aab, daß er mit seinen TotalitätSvestrrbimgen hier auf einen geradezu elementaren Widerstand. stoßen werde. Da» gleiche gilt auch von der tschechischen nationalsozialistischen Partei, von dem demokratischen Teil der tschechischen bürgerlichen Parteien, aber auch nicht minder von den deutschen aktivistischen Parteien die gleichfall» da»' Falschspiel der Henlein- Bewegung, gründlich'durchschaut haben und an der Seite aller anderen deutschen und tschechischen demokratischen.Parteien.der Falschmünzerei der. Sudetendeutschen Partei ein. End« zu machen.entschlossen, sind. Mit allen diesen Pärteien gehen wir im Kampfe gegen den-faschistischen Gegner. Hand in Hand und sind^entschloßen..mit gesammelter Kraft zum entscheidenden Schlag gegen den nazistischen Friedensstörer aubzuhvlen.- Inzwischen hat unser« Bewegung einen geradezu elementaren--Kampf gegen-' den sudetendeütschen Faschirmu» ausgenommen und führt ihn mit einer bewunderungswürdigen Wucht und Hingabe.- - Daß die» möglich, wurde, verdankey wir einer ganzen Reihe von Umständen.- Bor. allem ist e» der. '..international« Wirtschaftsumschwung, der einesteils aus die RüstungSkonjunkturunh die Notwendigkeit. der periodischen Regeneration-de» ProdukiionSapparate» zurUckzusühren-ist und der sich aber auch'darüber hinaus an» der Neubelebung der internationalen Wirtschaft ergab-und gut«. AuSwir« kungen in- allen. Ländern Europa»,'geltigte. Dazu kamen'die-Austpirksingen' der'- stäätlichen Arbeitsbeschaffung, die. sich in der Richtung-der ProdukiiötiS- ' förderung und der Belebung der öffentlichen Arbeiten bewegten und vielen zehntausenden grbeitshungrigen Menschen wieder einmal eine sozial erträgliche Erhöhung de» Lebensniveaus ihrer Familie ermöglich« tcn. Die in vielen Branchen— nach acht mageren und bitteren Jahren—endlich zutage tretende gesteigerte Nachfrage nach Arbeitskräften und besonders »ach qualifizierten Arbeitern, hat der Arbeiterschaft jene Hoffnungrlosigkeit und Verzweiflung benommen, die große Proletarierschichten, die keinen inneren ideologischen Halt hatten, zur Beute der faschistischen Aargeier machte. Nu», da der Dann gebrochen und auch sie sich endlich innerlich wieder gesunden haben, ergab sich die Loslösung vom faschistischen Feind von selbst. Die» war um so leichter, al» die SdP inzwischen in sehr ausgiebiger Weise für ihre Selbstentlarvung gesorgt hatte. Dazu trug nicht nur d i e gähnende Leere der sogenannten „V o l k r a e m e i n s ch a f t» i d e e" bei, nicht nur die geistige Armut dieser Beivegung. sondern auch die völlige Bedeutungslosigkeit diese» durch Auspeitschung der nationalistischen Instinkte zusammengetrommelten, durch keinen wie immer gearteten ideologischen Halt gebundenen Wählerkolossej. Dar Entscheidende aber war,-daß die kapitalistisch« Söldnersunktüm in der„eindeu- dig sozialen" Henleinpartei immer deutlicher offenbar wurde und in gesteigerten. Lohnkämpfen in den Betrieben der Henlein„kameraden", ganz besonder» aber in dem verzweifelten Kampf der Etrich-Arbeiicr in Jungbuch, ihre Krönung fand. Einem Großteil der sudetendeütschen Arbeiter, die in die Klauen der SdP gefallen waren, ging wieder ein Licht auf und wir sind üzerzeugst daß auch den übrigen die Schuppen von den Äugen fallen werden. Laffen Sie mich nun Ihnen in diesem Zusammenhang ein Wort über den 18. Feber sagen. E» wäre müßig, darüber zu rechten, ob es nicht bcffer gewesen wäre, wenn er früher gekonnne» wäre. Wir glauben, daß un» dann viel Leid, viel Bitternis, viele Enttäuschungen, viele Kämpfe und Sorgen und vielleicht auch da» ganze Henleinproblem in seinem jetzigen Ausmaß erspart geblieben wäre. Denn die Henlein-Bewegung ist— wenn wir von der haken- kreuzlcrischcn Jnfluenzierung absehen'—. in hohem Maße auch au» dem wirtschaftlichen und«ational- poliiischen Notstand geboren, der sich im sudetendeut- schen Gebiet sozial aurwirkte. und daher auch die Arbeiterschaft in schwerster Weise mitergrisf. Allerdings verstehen wir,— die wir die Dinge politisch sehen und politisch denken gelernt haben—, daß jede» Ereignis, besonder» aber eine» von solcher Tragweite, de» richtigen psychologischen Augenblicke» bedarf, der sich trotz der größten Kraftanftrengungen der sozialdemokratischen Partei, deren Arbeit aus .nationalpolitischem Gebiete auf ein halbe» Jahrhundert zurückreicht, erst jetzt eingesunden hatte. Bezüglich der Auswirkungen diese» bedeutsamen Schritte» geben wir un» keinen Illusionen hin, da wir die Grenzen der hier in Betracht kommenden Wirkung-Möglichkeiten nur zu gut kennen. Trotz alledem sind wir un» denen bewußt, daß wir durch diesen Schritt nicht nur ein starkes reale» Positivum für unseren Staat, für die gesamte Bevölkerung, für. die Arbeiterklasse und unsere Bewegung gesetzt, sondern auch— und da» war da» Große an der Leistung.— «ine neue und gute AtmolvhSue' für die Zusammenarbeit der beiden Böller unseres Staate» geschaffen haben, die nicht nur die'Gewähr für die Erfüllung, sondern, auch für den weitere» AuSbaü de» ersten Schritte» ist. Wir bilden un» beileibe nicht ein, daß wir, wie die» die SdP jetzt verlangt,' sofort 40.000 Deutsche iu den öffentlichen Dienst bringen, da sie selbst:' die Partei mit einem Wählerstand von 1,250.000,. mit 44 Mandaten,. bisher auch nicht einen einzigen Bewerber ini öffentlichen Dienst ünter- zubringen vermochte. Aber wir machen gemeinsam mit den. änderen aktivistische» Pärteien alle Anstrengungen, daß e».'recht viele sein werden und mehr, al» e» den- jetzt-plötzlich so begehrlichen Herren von der SHP'lieh'sein wird.. Aber auch npch ein Weitere» wollen wir in diesem Zusammenhang sagen. Durch, volle, drei Jahre Jiaben sich die Herren von der. SdP um. die Vorlage ihres nationalpolitischen Programme- herumgedrückt. In allen-, ihren Kundgebungen haben sie auch nicht'«in' einzige»' konkreter Wort.in nationalpolitischen Fragen herauSgewürgt und.nur mit de» landläufigen, kremdcn Parteiprogrammen. entlehnten Parolen aufgetvertet. Und nun, da die Vereinbarungen vom 18. Feber da waren)'marschieren. sie mit «ine« Papieriündel von nationalpolitischen Gesetzentwürfen auf, die. sie/in theatralischer Aufmachung in die-Welt setzten'.-und.alS den einzig'möglichen gesetzlichen „Schuh de» deutschen' Volkstum»" und,, bescheiden, wie sie einmäl sind, als eine europäische Tat bezeichnen. Seite 3 Mer sehen wir un» diesen gesetzlichen„Schutz de» Volkstums" einmal an. Noch nie hat e» eint, io großzügige Komödie von europäischem Ausmaß gegeben, als gerade in diesem Falle, llm.tvieder einmal die lammfrohe Seite ihre» Antlitzes zu zeigen, haben diese Helden der tschechischen OeffetttUchkelt weiszumachen versucht, daß sie mit ihren Gesetzentwürfen beileibe keine Verfassungsänderung anstreben, sondern nur die Durchführung de» Memoire» vom Jahre 1910 und de» Grundsätze»„Gleiche unter Gleichen". Aber man nehme einmal da» sogenannte „VolkStumSgesctz" zur Hand und man lvird darin allerlei Liebliche» finden. Darnach soll au» d«n aus dem Wahlgang hervorgegangenen deutschen Parlamentariern— zum ersten Male au» den im Mai 1985 gewählten!—«in„Verband öffentlichen Rechte»" gebildet werden, dem„imAbertragenen Wirkungskreis" di« Regelung allerdragen de» Volki- lebens, des Schul» und BildungSlvesen, der Volkskultur, der sozialen Erziehung, der Volksgesundheit über» anNvortct.die Bildung von Zwangsverbändc» sozialer, lvirtschaftlicher und kultureller Art und die Festsetzung ihrer Statuten anheimgegebcn sowie die Heranziehung der gesetzlichen oder freiwilligen Organisationen kultureller, wirtschaftlicher, sozialer Art von Gesetze» wegen«ingcräumt werden. Ich erwähne nur diese Aufgaben, obwohl noch ein Dutzend anderer'im Entwurf angeführt ist, um aufzuzeigcn, daß'hier' di« vollständig« Gleichschaltung aller wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und gesellschaftlichen Interessen der deutschen Bevölkerung ans kaltem Wege durch den„gewählten" henleinischen Apparat hergeftellt und das ganze sudetendeutsche Volk mit dem„Sprecher" Konrad Henlein an der Spitze der nazistischen Totalität mit Haut und Haaren preiSgrgeben wer en soll. Und diese Partei hatte in Böhm. Leipa am 21. Oktober 1984, da sie glaubte, sich bei den führenden tschechischen Staatsmännern in die Politik unseres Staate» einschleichen zu könneii, durch Konrad Henlein verkünden lassen: „Er ist unsinnig, wenn man glaubt,' Selbst« .Verwaltung könne ein eigenes sudetendeutschc» Parlament oder ähnliches bedeuten. Im Gegenteil, er soll ausgesprochen werden, daß uns jeglicher Mißbrauch der Selbstverwaltung im Sinne konstruktiver Einflußnahme auf die staatspolitische Entwicklung des Staates fernliegt." Die Sudetendeutschc Partei, die im Jahre 1984 noch mit der Marke de» Harmlosen dahergina..hat nun die Maske abgestreift und läßt jetzt das grobe Geschütz aufsahren, mit dem sie ebensowenig- Glück haben wird, wie mit den anderen Waffen ihres Arsenals.'. i• Wir aber überlassen die SdP mit ihren Anträ« gen ihrem Schicksal. Die Geister, die sie wieder einmal rief, wird sie nicht mehr lo» werden. Wir sagen ihnen, daß ihnen di« aktivistischen Parteien nicht auf den Leim gehen und sich niemand in Ihr sudetendeutsche»„Bcrband»-Kon< zeutrationslager" hineinlotsen lasse» wird. Noch nie war jemand so schlecht beraten al» Herr Konrad Henlein, der viel Mühe haben lvird, diese Ausgeburt von Prosessorenweisheit wieder vom Halse zu kriegen. Vie Gemeindewahlen Und NUN noch ein Wort zu den Gemeindewahlen. Es muß wohl nicht erst auSeinander- gesetzt werden, welche ganz außerordentliche Bedeutung, diesem Wahlgang zukommt, der vor allem die notwendige Klärung über die Kräfteverhältnisse.im sudetendeütschen- Lager bringen und da» Messen- der Parteikräfte ermöglichen soll und dessen Haüpiäuf- gabc. c» ist. der SdP, die so viel Unglück über da» sudetendeutsche Volk gebracht hat, durch Konzen-' trierung der demokratischen Kräfte in dep gleichen Frontlinie eine Schlacht zu liefern. Wir'sind uns der Schwierigkeit und Verantwortlichkeit der Aufgabe, die. un» da zufällt, voll bewußt. Aber wir nehmen sie hoffnung-freudig auf un» und werden alle Kräfte, die sich au» unserer Bewegung herauiholen lassen, in ihren Dienst stellen.-. Wir find dessen sicher, daß uns der Wahlgang nicht enttäuschen, sondern«nstrer Arbeit di« Genugtuung bringe« wird. Unsere Vertrauensmänner sind, an allen Orten mit einer Hingabe und Begeisterung am Werke, derer nur sozialistische Kämpfer, fähig sind. Die. Zeiten der Depression und der Krise sind vorbei und durch einen belebenden allgemeinen Aufstieg abgelöst. Wir. können bei dieser Wahl nur.' gelchnyen.. Da» große Ziel vor Augen,-werden wir—■ das ist unser fester Glaube— den Sieg an unsere Fähnen heften. Wir ziehen mit der Parole:'. Gegen de« Faschismus und Imperialismus, für den Frieden Und di« Demokratie, seien die nationalistische Völkerverhetzung, sür die.Zusammenarbeit und Verständigung der Völker, ssir den sozialistischen Ausboy der Wirtschaft,..- sür Sozialpolitik und gerechte-Löhn«''\ in den Kampf, unsere.Herzen und Hirne auf daherrliche Ziel gerichtet: di« Erlösung der Arbeit durch den', menschheitsbefreienden Sozialismus.>'- Seite 4 DienStn», SS. Mai 1937 Rr. 121 Im Schnittpunkt historischer Schicksalslinien Die Rede des Genossen Jaksch: Seit bem März 1988 vollzieht sich unser Wirken unter bem Diktat derÄusseiipoli» t! t. Schon bei den Wahlen am 19. Mai 1985 hat sich erwiesen, bah bie innervoliiische Eigeiigesetzlich- kejt bet Lande» hei Luditz. Laun und Pilsen aufhört und bah in unseren beutsche» Gebieten aussenpolitische Momente eine iiberraisenbe Rolle spielen. Ich habe bat in manchen Versammlungen in bei Weise anizubrücken versucht, bah ich sagte, bie entschei- benbe Frage fiir bie GesinnungSbilbung unb für bie politische Haltung der Mehrheit ber Eubetenbeutschen ist bie, oh Hirle'Gvinmt ober nicht. Ilnsere Aiiö-Äianbersetzung mit Henlein vollzieht sich ungefähr so, bah wir ihn immer wteber durch innerpolitische Vorstösse in Schwierialeiien brinlien nnb bah er, so ost er burch krisenhafte Vorgänge in seiner Partei ober auch burch Misserfolge in ber Innenpolitik in Berleaeuheit kommt, iinmer wieber irgendeine Reise nach Lonbon, Berlin ober Roni veranstaltet unb baburch bie Stimmuna seiner Anhänger aus» Neue belebt. Tat heiht, wir können bie aussen- politischen Wirkuuisen auf unseren Bereich nicht aut- schalten, aber wir müssen versuchen, ihre Einwirkung abznschwöchen unb sie im Denken unserer Menschen z» verstärken. 1 Ta ist eingangs festznstellen. bah bie b e m o- kratisch»Friedensfront unbestreitbar ver- fiigt über ein Kebergewicht an Waffen, ber wirtschaftlichen. finanziellen unb moralischen Reserven, ber Faschismus demgegenüber über ein ausgesprochenes llebergewicht an Provaganba. ilnsere Menschen leben in bem unmittelbaren Einflussbereich ber faschistischen Provaganba. Grosse Teile unserer Su- betenbeutschen sind hitlerischer gesinnt alt viele Hii- leranhänger im Reich brühen, weil sie nur ben äusse- ren Schein unb Glanz ber Diktatur sehen nnb baS Leben unter bem Schreiken ber Diktatur nicht am eigenen Leibe spüren,(sehr richtig li Dorum müssen wir unsere Menschen lehren. Sein und Schein zu unterscheiben unb bem einseitigen Weltbilb bet Faschismus bas richtige Weltbilb ber heutigen Lage gegeniiberznstellen. Die demokratische Front An ber heutigen europäischen Situation gibt.e» brei Gruppen. Et gibt eine demokratisch- sozialistische Front, baneben bat Lager ber Fgjchis- mut unb neben bieken beiben Truppen bas Lager ber sckuvankenden Kräfte, bie nicht wisse», wo sie sich anschliessen sollen, aber entschlossen sinb, auf sebeu Fast mit ben stärkeren Bataillonen zu gehen. Solche schtvankenben Kräfte haben wir aber auch hier in» Lande. Tat demokratisch- sozialistische Lager weist in ben lebten Jahren unb besonberS seit Jahresfrist eine effektive Konsolibie- r u n g auf. Unter ben bezeichnenden Momenten ftoht in erster Linie die auhenpolitische Aktivierung Frankreichs seit bem Regierungsantritt L i o n Blums Alt zweites Moment, bat in voller Tragweite einznschätzen ist, haben wir die Aufrüstung Englands. Ein weiteret Moment ist der Zusammenschluss der drei skandinavischen Staaten unter sozialistischer Führung, dem et gelimgen ist. auch Finnlanb einznbeziehen. bat von Hitler alt Sprungbrett für einen Angriff aus Leningrad anSersehen war. Tie Schweiz hat allen Caschistikchen Angriffen staiidgehalte» und leistet der faschistische» Bewegung zähen Widerstand. Auch in Belgien ist der iiingkte faschistische Angriff durch die Aufstellung Degrellet gegen Ban Feelaub in Brüssel an der genieinsamen Abwehr aller Demokraten zusammengebrochen. Ein Faktum von europäischer Bedeutung ist die unverminderte Behauptung der Demokratie in der Tschechoslowakei. Eine innerpolitische Wandlung bei unt hätte die ganze euroväikche Situation zugunsten des Faschismus beeinfluht. Darum ist unser K a m p f für die Erhaltung der Demokratie in unserem Lande von wahrhaft europäischer, sa weltgeschichtlicher Bedeutung. Diesen Momenten darf noch die moralische .Ilnlerstützung der europäischen Friedenspolitik durch die USA zugezählt werden. Dis Aktivposten des Faschismus Wir dürfen freilich nicht übersehen, dah et auch für den FaschiSinuL günstige Momente gibt. Musso- lini ist gegen aller Erwarten und gegen alle politischmilitärischen Borautsagen die Eroberung Abessiniens in verhältnismähig kurzer Feit und mit relativ geringen Opfern gelungen. Tat bedeutet eine kolossale moralische Stärkung der Faschisniut und hat eine gewisse Kleinntlitigteit In den benachbarten Ländern, besonders in Frankreich, hervorgerufen und— was da» Wichtigste ist— den Völkerbund eigentlich lahmgelegt. Weiter ist et zweifellos, dah es dein Faschismus gelungen ist, den spanische» Bürgerkrieg z» entfesseln und in dessen Lauf seine einseitige InterventionSpolitik durchzuhalten. Zn einem gewissen Vorteil für den Faschismus ist es auch auSgeschlaaen, als die sogenannte Achse Rom—Berlin installiert wurde. Sie hat sich bisher bewährt als Form des engen diplomatischen Zusammenspiels. Es mag richtig sein, dass es noch keineswegs sicher ist. ob Italien auch im Ernstfall mit Deutschland Seite an Seite stehen wird. Aber die Vortäuschung dieses Zusammengehens hat zweifellos der faschistischen Diplomatie Vorteile verschafft, stusannnensalsend lässt fich sagen: In diesem Auf- und Abwogen der Kräfte, pnlitisch-divlomatischer und in Snanien militärischer, ist dem Faschismus kein entscheidender Durchbruch geknnaen. Er hat die Biindnissront Varis—Prag—-Moskau trotz all-n Anstrengungen nicht sprengen können. Ebensowenig ist es Hitler gelungen, England zu seiner Neutralisierung iin Osten zu gewinnen, um selbst dort freie Hand zu haben- 01» Schwankenden Einiger scher das Lager der Schwankenden: vor allem Pol e»1 Tie polnische Politik ist nur untor zwei Gesichtspunkten zu verstehen- Polen will um leben Preis verhindern, dass Irgendeine Annäherung zwischen Deutschland und Russland erfolgt, weil es dadurch in die. grösste Gefahr gebracht wurde. Au» diesem Grunde bemüht sich Beck, einen Gürtel von neutralen Staaten zwischen Deutschland und Russland zu legen, beginnend bet den baltischen Staaten und in letzter Zeit fortgesetzt mit den: Versuch der Gewinnung Rumäniens. Dieser Versuch geht darauf zurück, eine Annäherung Deutschland—Russland herbeizusiihren. zugleich aber die Tschechoslowakei zu isolieren. Ta» klingt grotesk, muss aber in diesem Zusammenhang angeführt werben, damit die Beurteilung der Gesanitlage möglich wird. Der zlveite Gesichtspunkt der polnischen Politik ist, dass es zu einem Arrangement zwischen Berlin und Prag kommen könnte; in einem solchen Falle befürchtet Polen, bass die deutsche Expansion sich auf den Korridor oder Schlesien unb Danzig konzentrieren würde- Deshalb intrigiert Polen sowohl gegen die Tsche- choslowakei bei deren rumänischem Bundesgenossen al» auch In anderen europäischen Hauptstädten., Zu den schwankenden Kräften ist in neuerer Zeit auch Jugoslawien zu rechnen. Die jüngste Vereinbarung mit Italien bringt zweifellos Jugoslawien eine Reihe wirtschaftlicher Vorteile, die seine Verluste burch die Sanktionen lvieder ausgleichen sollen, llm die Haltung Jugoslawiens zu verstehen, muss inan wissen, dass die Grossmächte den kleinen Staaten fiir die Sanklionsschäden Ersatz- versprochen hatten. Dieses Wort ist nicht gehalien worden. Die grossen Opfer haben die Kleinen Staaten gebracht, und die Grossmächte, die sie hineingestossen hatten, siiid mit den geringsten Opfern davongekommen. Bi» vor kurzem niusste auch R n m ä n i e» zu den Schlvau- kende,, gerechnet werden, weil dort verschiedene politische Kräfte u>n die Oberhand ringen, das Land aber mit der Ausfuhr von Oel und Weizen auf Deutschland angewiesen Ist. Deutschland hat dort mit. ungeheuren Geldmitieln einen Putsch zu inszenieren versucht.' Der Höhepunkt der faschistischen Offensive im Donauraum war zweifellos die Besprechung Schusch- nigg-Mnksolini i n B e n e d i g. In dem bekannten Artikel Gahdas wurde Oesterreich der Rat gegeben, die Nazis in die Regierung aufzunehmen und fich gleichzuschalten. Dadurch würde die deutsche Front bis an die Grenze Englands und darüber hinweg verlängert. Dieser Versuch aber scheint nach den Nachrichten, die wir seht besitzen, weitgehend durchkreuzt zu sein. Seitdem hat in Wien die diplomatische Gegenoffensive England» und Frankreich» eingesetzt und bat nicht nur den Widerstand der regierenden Kreise Oesterreich» gegen eine Gleichschal, tung mit Deutschland gestärkt, sondern e» ist auch eine sehr energische Initiative in Bukarest und B elgr ad entwickelt worden. So hat die jüngste .Kampagne mit einer moralischen Niederlage Mussolinis geendet, der auch nicht mehr Imstande ist, dem kleinen Oesterreich seinen Willen aufzuzlvingen. In letzter Zeit ist viel gesprochen worden von der A.n- uähernng Pra g—W i e n—B udapest, wobei zweifellos die Enttäuschung Ungarns und Oesterreich» durch Italien eine Rolle spiele. Diese Sache muh sehr vorsichtig beurteilt werden. Immerhin ist das die erste Form einer N e n- g r u p p e r u» g, die nicht, zu unterschätzen ist, zlveifello» den Einfluss Italien» in Mitteleuropa zurückdrängt. Oesterreich ist nach wie vor ein Gefahrenherd und der einzige Aurtveg einer B erst ä ii d I g u n g ztvischen den christlichsoziaken Elementen und der Arbeiterschaft stösst derzeit noch auf aussenpolitische Schwierigkeit t e it, weil Mussolini nicht riskieren lvill, an seiner Grenze eine Weiber aufletzende Demokratie zu haben. Was die Kleine Entente anbelangt, so ist bei uns oft die Frage aufgetaucht:„Besteht die Kleine Entente noch, oder nicht mehr?" Die Klestie Entente ist natürlich eine Interessengemeinschaft. Jeder dieser drei Staaten grenzt an eine überlegene Grossmacht, der er einzeln auf Gedeih und Verderb ausgeliefert wäre. Die Tschechoslowakei würde darin von Deutschland aufgefressen, Jugoslawien hätte als übermächtigen Partner Italien und Rumänien die Sowjetunion. Blum, Hitler und Mussolini Von grösster Wichtigkeit war die Erklärung Löon Blums, die durch Louis Lövtz dem tschechischen sozialdemokratischen Parteitag übermittelt worden ist. Von einer anderen französischen Regierung wäre sie nie zu haben gewesen.'(Beifall.) Aber was soll in Europa werden, wenn eine» Tage» die Regierung au» innerpolitischen Gründen zerfiele? Blum ist für absehbare Zeit unangreifbar. E» hat sich ein gelvifser Mtztho» der Bolfs- front enttvickelt, der e» den Kommunisten sehr schwer macht, Extratouren zu tanzen. Die ungeheure Beliebtheit Blum», seine grosse Popularität ist Weit über die Volksfront hinan» im Wachsen, Auch die Volksfront gewinnt noch imnier mehr Sympathien. Angreifbar Ist da» Regime nur von ber wirtschaftlichen Seite. Bei allem, wa» wir aus Frankreich hören, müssen wir im Ange behalten, dass das Regime Blum ungeheuer im Vorteil ist gegen seine Vorgänger, die wirtschaftlich, finanziell und sozialpolitisch versagt haben. D i e s e R e g i e r u n g ist etwa» ganz Neues und Grosse» in Frankreich. Unsere Unsicherheit In den letzten Jahren wurde dadurch gesteigert, dass wir die Aussichten de» Hitler- Regimes vielfach falsch beurteilten. Als der von vielen erwartete rasche Zusammenbruch nicht eintrat, Ist ein gewisser Pessimismus entstanden. Auch heute kämpfen wieder Optimismus und Skepsis gegeneinander. Alle Entbehrungen, die heute dem deutschen Volke auferlegt werden, können sich nur solange politisch nicht auswirken, wie noch die Hoffnung auf ausserpolitische Erfolge besteht. Solange der Nimbus Hitler» besteht, dass ihm aussenpolitisch alle» gelingt, wird er kaum durch Butternot gestürzt werden. Erst durch das Zusammenwirken aussenpolitischer Misserfolge mit ernsten ökonomischen Ursachen tvirtz eine unmittelbare Gefahr für da» Regime entstehen. Wa» Italien anlangt, so sind so ziemlich alle Beobachter darin.einig, dass die wirtschaftlichen Verhältnisse Italiens viel, viel schlechter sind al» die Deutschland». Eine gewisse Nervosität de» Regime» ist festznstellen., Heber'S p a n t e n hat Genosse Paul in vielen Versammlungen gesprochen. Au» seiner Darstellung und vielem anderen, wa» wir wissen) können wir vielleicht den Schluss ableiten, dass keine Aussicht mehr auf einen Sieg Franco» besteht, eher vielleicht auf einen republikanischen Sieg oder auch mif ein Unentschieden, wobei noch jahrelang gekämpft würde. Grösseren Prestigegewinn au» Spanien wird der Faschismus nicht mehr ziehen. Hukland kein Beispiel fUr uns In Russland scheinen Dinge unter der Oberfläche vorzugehen, welche eine ernste p o litis ch e. Krise de» System» audeuten. lNassenverhastungen und Hinrichtungen sinb doch iinmer der Ausdruck einer weit verbreiteten Unzufriedenheit. Klar scheint es, dah die bolschewistische Diktatur nicht jene selbständige Energie erwecken kann, die eine sozialistische Gesellschaft braucht. Da» ist für un» wichtig, weil wir immer den Standpunkt vertreten haben, dass nurfreie Menschen jene Tatkraft entwickeln können, die der So- zialirniu» braucht. Ich glaube nicht an eine rasche Umkehr in der Sowjetunion, aber fiir die Schlussabrechnung zwischen Sozialdemokratie und Konunu- nismu» hin ich überzeugt, dass un» die Geschichte noch eine grosse Genugtuung für das bieten wird, lva» un» die Kommunjsten seit 1990 angetan haben. Die Möglichfeit kriegerischer Ueberraschungen ist in den Hintergrund gedrängt worden. Für Deutschland hängt sehr viel davon ab, wie die neue Ernte miSsällt. Da» kann von weltpolitischer und weltwirtschaftlicher Bedeutung werden. Auch für unser Land, da» seine Bereitschaft entwickeln muss, an der Neuordnung des Kontinents aktiven Anteil zu nehmen. Unsere Position ist günstiger geworden. Selbst die Henlein-Beivcgung muh einsehen, dass ein llei- n er Ueberfallslrieg Deutschland— Tschechoslowakei nicht mehr möglich ist. Wenn nur die Möglichkeiten Frieden oder Weltkrieg bestehen, dmm müssen aiich die Sudetendeutschen durchdenken,>va» besser ist. Dio neue Konjunktur Mit der wirtschaftlichen Besserung wendet sich die Phantasie der Menschen auch wieder dem wirklichen'Leben zu. Wenn einer unter zehn Arbeit bekommt, so ist auch für die anderen neu» die Hoffnung da. auch dranzukommen. Der absolute Punkt der.Hoffnungslosigkeit ist überwunden. Wir können jetzt schon die Tatsache einer neuen Konjunktnr bejahen. Rein wirtschaftlich gesehen, ist die neue Aufwärtsentwicklung in der Tfchechosiowakei sehr beträchtlich. Im ersten Quartal 1987 ist unsere Ausfuhr von 1799 auf 2899 Millionen Kä gestiegen, im April betrug die Ausfuhrsteiaeruug 61 Pro- zent. DaS sind unbezweifelbare Zeichen einer wirtschaftlichen Besserung. Ob e» eine echte oder falsche Konjunktur ist, ist noch streitig. Die tschechosiolvakische Wirtschaft hat eine kolossale BehauptüngSkraft bewiesen. Ringt umgebe» von autarke» Staaten unb über da» autarke Deutschland hinweg haben wir un» einschalten können in die neue Konjunktur der anderen Länder. Das war ein glänzendes Zeugnis für unsere Wirtschaft. Direktor Bittermann, der Leiter der Wirtschaftdatzieilung im MinifterratSpräsidium, hat gesagt, soweit bei uns noch Krise herrsche, sei es keine Krise der Wirtschaft, sondern eine der Unternehmer, die nicht verstanden haben, sich an die neuen Notwendigkeiten an» zupassen. Auch da» Ist nicht aanz richtig, aber viel Wahres ist daran. Wo noch stillgeleate Betriebe sind, da haben die Unternehmer zur Hälfte Mitschuid. Die Besserung in der Arbeitslosigkeit hat sich in einigen Gebleien Böhmens und in grösseren Teilen Mähren» noch nicht auSgewirkt. lind ich glaube, Mähren wird noch einige Zeit ein Druckpunkt bleiben. In Böhmen haben wir neben wesentlich gebesserten Orten reine Krisenneiter, wo die Ar- beitsloiigkeit sich fast unverändert behauptet, vor allem in Westböhmen und in gewissen Wanderbezir- G e n f. Montag um 17 Uhr wurde die 97. Tagung des Bälkerbnndrate» eröffnet. Auf der Tagesordnung besindet sich die Frage des Sandschaks von Alexandrette, die ehemaligen Loearno- nbkoniuien und die angekündigten Beschwerden der spanischen Regierung gegen die deutsch-italienische Einmischung. Ausserdem mißt man den hinter den Kulissen geführten Gesprächen über ein neue» westeuropäische» Abkommen und über die mitteleuropäischen Flage» besondere Wichtigkeit bei. Die politischen und diplomatischen Beratungen werden sich hauptsächlich um die Möglichkeit einer beschleunigten Liquidierung des spanischen Bürgerkrieges und dies namentlich auf Grund der englischen Anregungen drehen. Der außerordentliche spanische Gesandte del B a y o und der Londoner Gesandte Spaniens ASearate besuchten Montag vorinittag» den Generalsekretär A ve n ol und überreichten ihm ein ausführliches Memorandum über da» Eingreifen ausländischer Truppen in den spanischen Bürgerkrieg. Del Bayo hätte auch eine Beratung mit dem englischen Aussenminister Ed e n. Der Standpunkt der spanischen Regierung gegenüber den Anregungen bezüglich eine» Waffenstillstandes mid der Abberufung der Freiwillige« anS Spanien geht auch weiterhin dahin, dass über einen Waffenstillstand nicht verhandelt werden kann, da die. spanische Regierung sich nicht in einem Konflikt mit einer Partei befindet, welcher daö Recht einer kämpfenden Partei zugrstanden würde. Das Präsidium der Abrüstungskonferenz, das schon anfangs deS Monats tagen Lehn Pastoren eingekerkert Berlin.(Halms.) Zehn deutsche Pastoren wurden in de»' letzten Tagen eingekerkert, davon acht derselben deshalb, damit„ihre Sicherheit garantiert" werde. 14 Pastoren wurde verboten zu predigen und 15 Pastoren wurden von ihren Pfarren ausgeschlossen. Diese Massnahme wurde am Sonntag de» Gläubigen der Bekennt- niLkirche mitgeteilt. Kronprinz Michal In Warschau Warschau. Der rumänische Kronprinz Michal ist, Montag früh in Warschau eingetrofsen. Er würde am Bahnhof von den Warschauer Gesandten der Kleinen Entente und der Balkanentente- Staaten sotvie vom französischen Botschafter be« gritsst. Da sein Gepäck in Köln zurückgeblieben Ivar, muhte der Prinz im Strahenanzug an einer Rezeption teilnehmen. Erst ein Sonderflugzeug brachte sein Gepäck nach Warschau. Der Prinz besuchte im Präsidentenpalais den Präsidenten Moseieki und den Marschall Rydz-Smigly, len läng» der Grenze, wo sogar teilweise noch eine Zunahme der Arbeit»losiak-eit zu, verzeichnen ist. Das ist auch ein bedeutsame» politisches Problem. Wir können uns nicht auf die automatische Belebung allein verlassen. Lnr Gegenteil, gerade jetzt muss die Belebung zu sYste- matischersozialerund wirtschaft- licherAuftzauarbeit einseben. An Stelle der Jndustriefriebhöse müssen neue Industrien geschaffen Iverden ober öffentliche Arbelien, Strassenbauten usw. in Angriff genommen werden. Das Problem der V9- vis SS-Jährigen muss sozial gelöst werben, jener armen Menschen, bie nicht mehr in die Betriebe Hineinkommen unb die von der Sozialversicherung nichterhalten lSehr wahr!). Bei allem, was wir anpacken, spüren wir dafürchterliche Missverhältiii» zwischen unserer Aufgabe mid unserer Kraft. Die soziale Arbeit für die werktätigen Menschen leisten wir— aber Zweidrittel der Abgeordneten unserer deutschen Gebiete haben wir gegen un» und ihre Anhänger warten auf da» Wunder, statt in unseren Reihen den Kampf um ihre soziale Position zu führen. Der Etrich-Streik in Jungbuch Ist ü> Wirklichkeit die moralische Verzichterklärung der SdV auf ihre Arbeiterwähler. Darau» eine politische Tat zir machen, ist unsere Aufgabe. Wir kämpfen um die Ermässigung der Zuckerpreis e s. um eine bessere Kontrollpolitik, um den Abbau.de» Kartellwuchers. Da» sind aber rein politische Machtsragen. Wir iverden immer wieder trachte», die Koaljlioiisparteieii zum gemeinsamen Vorgehen im Sinne unserer Forderungen zu bewegen. Die hocherfreuliche Entwicklung unserer Ae- nossenschaftSbeweguna ist eines der grössten Erlebnisse innnferer Gesamtbeivegung. Sie hat die schweren Krisenjahre so gut überstanden, dass sie bereit» im letzte» Geschäftsiahr eine Umsatzsteigerung von 89. Mill. K4 anfweift, genau soviel, al» in ihrem Dreijahrplan vorgeschrieben war. TuS ist ein Zeichen unverwüstlicher Lebenskraft der sude- tenbentsche» Arbeiterbewegung— derselben Kraft, dir wir auch In der politischen Partei trotz der schwersten Zeiten Immer wieder feststellen können. Wie die Gewerkschaften In engster Zusammenarbeit mit der Partei die Position in den Betrieben verteidigen, so die Genossenschaften die Interessen der Konsunienten, deren Kaufkraft sie sichern, und wodurch sie zur Ueberwindunn der Krise hervorragend beitragen. Unsere Menschen haben in dieser schweren Zeit eine wunderbare Kaltblütigkeit bewahrt, Obgleich wir von unseren Genossen viel gefordert haben, hat die Partei ihre Krasl unvermindert erhalten in dem Belvusstsei», dah die letzte europälscheEntscheidung fallen wird darnach, welche Blassen von sozialistischer Gesinnungsfestigkeit wir in schwerer Zeit aufzutzringen vermögen! (Stürmischer, anhaltender Beifall.) sollte, ist auf konimrndtn SamStag nach'Genf einberufen worden. Keine abessinische Delegation? London. Der„Manchester Guardian" berichtet, dass der Reguö über Anraten Edens von der Entsendung einer Delegation nach Genf Abstand genommen hat. ES habe den Anschein, als ob die britische Regierung gewillt sei, alles z» tun, was die Beziehungen zwischen London und Rom entspannen könnte. Koch kein« Antworten auf Englands Vermittlungsversuch London. Im Unterhaus, daS am Montag wieder zusammengetreten ist, wurden zahlreiche Fragen bezüglich Spanien- gestellt Lord Eranborne erklärte in seiner Antwort: Die britische Regierung hat bet den eichzelnen Staaten angefragt, ob sie bereit silld, gemeinsam mit England eine Demarche bei den beiden kriegführenden Parteien in Spanien zu dem Zwecke zu unternehmen, dass ein Wnffenstillstan^d obgeschloffen werde, der die Durchführung der Abberufung der Freiwilligen ermöglichen würde. Die Antworten dieser Staaten stehen derzeit noch aus. Dr. Krofta nach Genf abgereist Prag. Montag ist mit dem Pariser Schnellzug Aussenminister Dr. Kamil Krofta zü der ausserordentlichen Tagung des Völkerbundes nach Genf abgereist. Mit ihm reist"der Vorstand des Kabinetts Dr. IIna und der Personalfekretäp Dr. Müller. Ratstagung In Genf Spaniens Anklagen Im Mittelpunkt der Beratungen Nr. 121 DienStag, 25. Mai 1537 Leite 5 fudetendcutscfier Zeitspiegel Henlein flieht die Arbeiter Sungbuch fehlt In seinem Relseprosramm Aus der Reichrkonserenz der Deutschen so» zialdemokratischen Arbeiterpartei behandelte Abg. Franz KrejLi das Verhalten Konrad Henleins gegenüber den streitenden Etrich-Arbeitern in Jungbuch. Die Darlegungen KrejiiS fanden dalebhafteste Interesse der Delegierten; der Inhalt deö Berichte» und die aus ihm zu ziehenden Folgerungen sind jedoch für die ganze sndctendeutsche Lesfentlichleit wichtig, weshalb wir den Fall hier ausführlicher behandeln. In T r a u t e» a u ist vom 8. bis 17. Mai eine Wanderausstellung für Landwirtschaft, Handel und JNdnstrie gewesen. Ain Nahmen dieser Ausstellung veranstaltete die SdP eine Kundgebung der Dauern und eine des Handwerks und des Handels. Diese Kundgebungen waren ain 20. Mai. An ihnen nahin Konrad Henlein teil. Nach den beiden Kundgebungen sliiste der „Führer" in seinem eleganten HItler-Horchlvagen und mit grostem Gefolge durch die Umgebung Trautenaus. Vor allem bereiste er das A u p a- Tal. Ueberall Ivar für den Empfang des Führers alles auf das beste vorbereitet: die obligaten Blumensträuße wurden von'Ehrenjungfern überreicht, überall fand sich das obligate alte Weiblein oder'Männlein ein, das dem Führer vor dem Tod in die treuen Germanennugen blicken und seine deutsche Rechte drücke«: wollte. Die kleinsten Kaffs wurden von der Henlein-Anvasion heiinge- sucht: von Obcraltstadt fuhr der Horch-Wagen samt Inhalt nach Marschendorf, In diesen beide«: Gemeinden wurde der Führer ebe««so uinjubclt Ivie in Schahlar, Ouintental(das ist ein Weiler), Braunau, Arnau, Gradlih, Rettcndorf, Switschin, Mastig usw. Ueberall hielt der Horchwagen zum Zwecke der Huldigung. Aber, durch Jnngbuch fuhr er hindurch, obwohl der Konrad Henlein begleitende Abgeordnete Birke und au.ch Herr Dr. Fritz Kellner in Jungbuch gut bekannt sind. Birke hat beim Ausbruch des Etrich-StreikS die kämpfenden Ac- Saftige Wahrheiten über die SdP Einem vehemente» Angriff der sonntägigen ,„Ruinh.prger. Zeitung" gegen H-nlei«: und die ; Seinen,entnehmen wir folgende Stellen:■ »Wir betrachten Herrn Henlein, weil er der Vorsitzende einer großen Partei ist(wie weit er sie„führt", soll gar nicht untersucht tverden), denselben Herr«: Henlein, der sich eine Wochenzeitschrift und die dazugehörige«: Schreiber hält, un: Volksgenossen, die vor ihn« nicht katzbuckeln und ihm Weihrauch streuen, beschimpfe«: zu lassen, politisch nicht als höher stehend, als die Herren Minister Spina, ZajILek und Tzcch. Wir halten aber die drei genannten Minister für bescheidener als die SdP-Stars, wie sie so im Lande umherreisen und daherreden. ES ist eine Roheit und. Unverfrorenheit sondergleichen, wenn z. B. Herr S a n d n e r den Arbeitslosen zuruft, daß sie ebe«: mit ihren Kinder«: noch länger hungern müssen, wenn es nicht genau so geht, Ivie die SdP-Bonzen cs sich denken; wenn Herr Rutha die Annahme von Staatsstellen als Volksverrat bezeichnet;wenn Herr Henlein fein Wort nicht hält, das er von der„eindeutig sozialen Partei" gesprochen hat, wenn er die eindeutig unsozialen Mitglieder trotz seines feierlichen Gelöbnisses nicht aus der SdP entfernt;'— aber zu einer Zeit, wo so geredet wird und nichts geschieht, sich ein LuxuSauto von einer ausländischen Unternehnuwgruppe schenken läßt und dabei, den Zoll voi« 64.000 KC im Handumdrehen bar bezahlt. Es ist Geschmackssache, ob man sich estvaS schenken läßt; es ist aber nicht mehr G e s ch m a ckSsache, wenn sich, ein P oll i t i- ker eüvar schenk en läßt und«In Politiker, von dem inan weiß, daß er früher keine Reichtümer sammeln könnt«, Zehntausend« von Kröne» dein tschechischen Staate für einen LuxuSgc- genstand hinlegen kann. Wir möchten lesen, waS „Rundschau",«Trommler" und ähnliche Blätter schrieben, wenn z. B. ein aktivistischer.Politiker eine solch offene Hand für Geschenke hätte. Jedenfalls sind Leut« und eine Partei, wo solch«- geschieht, nicht über alle Kritik erhaben, sondern fordern sie geradezu heraus. ES ist eine U e b e r h« b l i ch kett und Unverschämtheit sondergleichen, wenn Leute, von deren national«« Taten man vor 1932 verflucht wenig gehört hat upd die über Lohali- tätSkriechereien, Präsidentenwahl- und. Parla- mentsabstimmungSblaniagen sich nrurrdingö zu „grundsätzlicher",Haltung gemausert habe« und deren Klüngelwiptschaft zu gegenseitiger Stellensicherung,»fft»»u Tage lieg», glauben, man müsse alles, wa» do» ihnen auSgkht, unbesehen und demütig schluckrn,und bejubeln. Gan» im Ge,enteil:«sie», waS'vön dies,««eite kömmt, muß mit st« t» w a ch«m Mißtrau«« tetrach- tet werden; daö hat di« Erfahrung gelehrt. Ueber Schamgefühl sollen sich Leute,«sicht' unterhalten,-die sich nicht schämen, teure Geschenke anzunehinen und den eigenen Arbeitslosen das Schauspiel vorzüführen, aus dem von der SdPbeiter der„Sympathie" der SdP versichert. Und Kellner? Nun, er repräsentiert bekanntlich den anderen Teil der„Volksgemeinschaft". Wie kommt es, das; Henlein nicht in Jungbuch ausstieg? Er hätte doch so glänzende Gelegenheit gehabt, den Etrich-Arbeitern zu sagen, WaS er von ihrem Kampfe hält! Er hat eS nicht getan— und seinen Famulus Dr. Kellner vor dem Schicksal beivahrt, von den streikenden Etrich- Arbeitern, von denen etliche der SdP angehören, ausgepfiffen zu werden. Immerhin hätte Herr Henlein doch das Schicksal seines bestiefel- ten Begleiters nicht bekümmern müssen, da es sich in Jungbuch um die gerechte Sache hunderter ariner Volksgenossen handelt. Henlein ist ja der Meinung, daß man die sudctendcutschen Unternehmer erziehen, ja, zwingen müsse, sozial zu handeln. Ejnc solche Gesinnung würde doch den Führer verpflichte», den Arbeitern seine Sympathie auszudrücken. . Er k o n» t c in Jungbuch nicht halten! DaS hätte«« die SdP-Unternehmer nicht geduldet. Er darf und will nicht sagen, daß er an der Seite der Arbeiter steht, denn seine Partei ist ein Werkzeug der Unternehmer. Wem« eS noch jemnndei« gegeben hat, der au dieser Tatsache zweifelte, so wird er durch daS Verhalte» des Stammesführers auf der Reife durch Juugbuch eines anderen belehrt worden fein. Der Horch-Wagen ist ja ein Svmbol: er stainmt nicht von Arbeitern, sondern von U n t e r»e h- in e r n, denen sich Konrad Henlein doch erkenntlich zeigen muß. Einige Tage später hat der Stammesführer gesagt, wem seine Sl)«npathien gehören: in Rei- chenberg verherrlichte er Adolf H i t I e r I Mögen die Etrich-Arbciter verhungern I Der Führer wünscht nicht, sie zu sehen. Er bleibt in seinem Horch-Wagen. Er bleibt seinen Auftraggebern, erbleibt seinem Hitler treu. Volksgemeinschaft stammenden Gelde(sei es durch die„Rundschau" oder andere politische EinnahmSquellen) dem tschechischen Zollamt KC 64.000.— zu überweisen. Solche Unterhaltungen könnten schlecht ausgehen. • Dar„sudetendeutsche Aufbauwerk" kann erst beginnen, wenn die KB-Leute weg sind, den«« dann erst wird wieder Vertrauen inS Land einziehen. Früher nicht." Sitzstreik In Gablonz Bei der Firma Markowski;«, llo., A l u- m i n i n in f a b r i k in Gablonz, stehe«: seit Donnerstag 70 Arbeiter in Streik>md blieben in der Fabrik. Die Ursache deö Streiks liegt sowohl in den L o h n f o r d e r u n g e n als auch in dem Verlangen nach Abschließung eines Kollektivvertrages. Die Schlichtungsverhandlungei: am SamStag verliefe«: ergebnislos. Montag früh besetzte die Polizei de«: Betrieb. Der Allgemeine Konsumverein hat bereits 500 KL als Spende den Streikende» zur Verfügung gestellt. Zusammenbruch einer Verleumdungskampagne Die kommunistischen Blätter und einige Reptilien, die der Münzenbergschen Propagandazentrale nahestehen. hatten in jüngster Zeit in holder Eintracht mit nazistischen Blättern, Stri- brich-Organen und ähnlichem Zeug eine große Verleumdungskainpagne gegen verschiedene politische Gegner des Moskauer Konzepts aufgezogen, u. a. auch gegen dieSchwarzeFront Otto Straßers. Wir haben, ohne daß wir in die Ideologischen Auseinandersetzungen zwischen Kommunisten und Schwarz« Front eingrcisen wollen, auf die Tücke dieser kommunistischen Methoden schon einmal Hingelviesen.>*. Ende vorio„r Woche fand vor dem Prager Pressegericht die erste Verhandlung in'dem P r o- z e ß,statt, den der Sekretär Otto Straßers, Heinrich Grunov, gegen die kommunistischen „HaloNoviny" wegen der Verleumdungen angestrengt hatte. Wie in solchen Fällen meist, kniffen die Kommunisten ohne dem geringsten Versuch eines Wahrheitsbeweises. Die„Halo Noviny" gaben die Erklärung"ab. daß die Informationen unrichtig gewesen seien, daß sie die Beleidigungen widerrufen und Genugtuung leisten. Sie verpflichteten sich zur Zahlung sämtlicher Kosten und zum Erlag eines Sühnegeldes von 500 KL zugunsten der deutschen Emigranten. In einer Zeit, da die Lage der Emigranten wirtschaftlich und politisch bedrängt genüg ist und der Staat, der ihnen Ast;l gewährt, wegen seiner Haltung furchtbaö ängefeindet wird, könnten die hiesigen Kommunisten und kommunistischen Emigranten wahrlich Besseres zu tun haben, als unwahre Behauptungen in die Welt zu sehen, mit denen,sie in gewissenloser Weise politische Gegner umbringen möchten, die aber der gesamten Emigration schaden. Es wäre— ohne Rücksicht auf das, was uns ideologisch von der SF trennt— Alles zum Reichsaufmarsch der Republikanischen Wehrl Die Reichskonferenz der DSAP vom 23. Mai, beschloß einstimmig folgenden Appell: In der Zeit vom 3. bis 5. Juli findet in Aussig der Reichsaufmarsch der Republikanischen Wehr statt. Es ist zum ersten Male, daß die Republikanische Wehr mit einer Reichsveranstaltung vor die 0 Öffentlichkeit unseres Landes tritt. Diesem Reichsaufmarsch kommt daher eine besondere Bedeutung zu. Diese Bedeutung wird aber auch noch durch die Tatsache verstärkt, daß in der Republikanischen Wehr eine unpolitische Organisation aufmarschiert, die ihre vornehmste Aufgabe im Schutze der demokratischen Freiheiten gegen f a s c h i s t i s c h e n Terror und faschistischenTotalitätsstreben erblickt. Im Sinne dieser Aufgaben hat sich die Republikanische Wehr immer und zu jeder Zeit der sozialistischen Arbeiterbewegung, die ein hervorragender Bestandteil des demokratischen Staates ist, zur Verfügung gestellt und in selbstloser und aufopfernder Weise wertvollsten Dienst geleistet,* Die deutsche sozialdemokratische Arbeiterpartei betrachtet es als ihre selbstverständliche und ehrenvolle Pflicht, der Republikanischen Wehr beim Reichsaufmarsch in Aussig ihre enge solidarische Verbundenheit zu bekunden. Die Parteikonferenz fordert daher alle Gliederungen der Partei, alle sozialdemokratischen Männer und Frauen unseres Landes auf, den Reichsaufmarsch der Republikanischen Wehr mit höchster Aktivität zu unterstützen und an ihm in großer Zahl teilzunehmen. Sie appelliert gleichzeitig auch an die anderen Arbeiterorganisationen unseres Landes, durch ihre Teilnahme daran mitzuwirken, daß der Reichsaufmarsch in Aussig zur machtvollsten proletarischen, demokratischen und sozialistischen Manifestation dieses Jahres werde. Bolksbildneriagung in Bilin. Der Gau- BildungSausschuß Teplitz-Schönau veranstaltet am 39. Mai d. I. In Bilin(Hotel„Bellevue") un: 9 Uhr eine große Tagung der B u ch- warte und Volksbildn,er des nordwestböhmischen Gebietes. Auf der Tagesordnung stehen Referate von Archivrat Dr. M o u ch a (Prag): Das Institut für deutsche Volksbildung und Zeitfragen der Volksbildung, Bücherei-Instruktor- Oskar D r e«; h a u s e n(Teplitz- Schönau): Die Landbücherei. Direktor Paul Fürstenau(Teplitz-Schönau): Der Film in der Volksbildung. Gleichzeitig sindet in den Tagesräumen eine Buchausstellung statt. Alle Buchwarte und Volksbildner sind zur Tagung einge- laden, ebenso die Vertreter der Gemeinden. zu wünschen, daß der klägliche- Zusammenbruch der Verleumdungskainpagne gegen eine kompromißlos wider Hitler kämpfende Gruppe die gleiche Publizität erlangte wie die Verleumdungen selbst Private oder staatliche Initiative? Folgende treffende Bemerkung lesen wir in der„Piitomnost": Nach längerer Unterbrechung fahren wieder Dainpfer van Prag gegen den Strom der Moldau bis nach Stichovieo. Vor dieser Unterbrechung war hier die Dampfschisfahrt In Händen einer privaten Gesellschaft. Wie sich da das private Unternehmen bewährt hat, war daraus zu ersehen, daß der Schiffspark langsam, aber sicher verkam. Die Angestellten ivaren schlecht bezahlt; die Reisenden fuhren für teueres Geld langsam. Es, war eine einzige Stelle, wohin die Prager Dampfschisf- fahrtsgesellschaft langsam, aber sicher fuhr: in den Konkurs. Die Dampfer hörten auf zu fahren. Und da mußte sich der Staat ins Zeug legen— von dem man behauptet, daß er kein Unternehmer sei und daß' er deswegen nicht in etwas eingreifen soll, was der private Unternehmungsgeist einrichtet. Und es ist das Verdienst des Staates, daß wir überhaupt per Dampfer nach Branh gelangen und uns'so di« Talsperre anschauen können. Wieder ist hier das doppelte Gesicht der private«: Unternehmung zu sehen: sein dickes Gesicht sagt in der Zeit der Konjunktur: es ist nicht Sache des Staates, sich in unseres Angelegenheiten, d. h. in unseren Gewinn zu mischen. Und das zweite magere Gesicht der privaten Unternehmung sagt in der Zeit der Kris«: im öffentlichen Interesse, Staat, hilf unsl Zahl unsere Defizitei Sanier« uns! Vielleicht kommt wieder die Zeit der Kon- innktur, vielleicht wird wieder das Gesicht dick und mau wird sagen: es ist nicht Sache des Staates usw. Sieh oben« 2. 0. Rockefeiler gestorben Der amerikanische PetroleumkLiiig John Rocke- feller isl Sonntag in: Alter von 98 Jahren gestorben. John David Rockekeller war einer der reichsten Männer der Welt. Er«vnrde in: Jahre 183V in Richford(Staat Ohio) als Sohn eines kleinen Kaufmannes geboren. In seinem 16. Lebensjahr«vurde er Buchhalter in Ohio und nach drei Jahren«vurde er mit einem Kapital von einigen tausend Dollar Teilhaber an einen« K-oiinnissionSgeschäft. Damals erkannte Rockefeller die Bedeutung des Petroleumhandels und widmete dieser Frage ein eingehendes Studium, das er durch geschickte Spekulation in die Praxis umsetzte. Das Kapiwl erhöhte sich binnen zweier Jahre auf 3.8 Millionen Dollar und im Jahre 1882 wurde die Firma„Standard Oil Trust" gegründet, welche den gesamte«: amerikanischen Petroleumhandel an sich riß und den Markt soiwerän beherrschte. Sodann beeinflußle Rockefeller durch de» Ankauf großer Aktienposten den Eisenmarkt, worauf er sich in: Jahre 1896 von den Geschäfte» zurückzog, die er feinen« Sohn überließ. Eines Tages ließ Rockefeller der Welr verkünden, daß er sein ganzes Vermögen der Wohltätigkeit opfern wolle, aber sein Reichtum, der nie richtig geschätzt werden konnte, weil er zu ungeheuer war. venniuterte sich kaum- Rockefeller begründete u. a. die Universität Chicago, der er in den ersten Jahren sieben Millionen Dollar schenkte. Seine umfangreichste Stiftung ist die Rockefcllcr-Stiftung von 1913, die er nach«nid nach mit 189 Millionen Dollar bedachte- Im ganzen hat er etwa 609 Millionen Dollar für gemeinnützig« Zweck« gestiftet. Zuletzt lebte er auf seinem Gut in Pocantico Hills bei Tar«)town im Staate New Vork, wo er sich eifrig dem Golfspiel widmete und sich als„Ninderfreund" betätigte. Im Jahr« 1866 heiratete Rockefeller Laura E. Epelnurnn-'Im^Jahre: 1874 kam sein Sohn I. D. Rockefeller auf die Welt, 500 Baskenkinder nach Amerika Washington. Die amerikanische Gesellschaft für die Hilfeleistung für die baskischen Auswanderer hat das französische Schiff„Sinaja" für den Transport von 609 Kindern aus Bilbao nach de» Bereinigten Staaten gechartert- Das Staatsdepartement hat zngcsagt, daß es die mit der Einwanderung dieser Kinder verbundenen Formalitäten möglichst beschleunigen werde. Sturm gegen Hajaschi Tokio. Alle politischen Parteien mit Ausnahme der numerisch kleinen Regierungspartei Scho- vakei fordern den Rücktritt der Negierung des Generals Hajaschi. Die Vertreter der Minseito- und der Sejukai-Partei beschlossen, eine Oppositiv nöge mein schäft zu bilden, und «vählton einen Vollzugsausschuß, der den Kampf gegen die Negierung Hajaschi führe«« und das neue Kabinett bilden soll. Diese ztvci größten Parteien richten heftige Angriffe gegen Hajaschi, dein sie vorwerfen, daß er den Willen des Baltes nicht kenne. Die Partei der sozialen Massen erklärt, sie werde ebenfalls gegen die Regierung stimmen, sich aber nicht an der Zusammenarbeit der oppositionellen bürgerlichen Parteien beteiligen. DaS Kabinett Hajaschi erklärt, wie es heißt, eS werde bis zur Parlamentstagung die Proteste der Parteien nicht beachten. Brüning— Professor In Oxford London. Der ehemalige deutsche Reichskanzler, Dr. Heinrich B r ü n i n g, der Vorlesungen an der Havard-Universität in den Vereinigten Staaten hielt, wurde zuin Professor für politische Theorien an der Universität Oxford' berufen. Er wird im Oktober seinen neuen Wirkungskreis übernehmen. Millionen Chinesen hungern Washington.(Reuter.) In den chine- sischen Provinzen Kans«, Sstschucn, Kwejtfchou und Honan solle«. Millionen von Einwohnrm Himgersnot leiden. Tausende sollen gestorben sei«. Die Hungersnot wurde durch die katnpro- phale Dürre verursacht. Die Bevöltermm soll sich von Grab, Baumrinde und Lehin ernähren. Sritr A Dienstag, 25. Mai 1037 «r. 121 3ageateiugfceUcn Die Tageseinteilung des Staatspräsidenten Wie sicht dcr Tag dc» Presidenten Bcncs aus? Rian kann auf gut Glück jeden beliebigen Tag, dcr im Kalender nicht rot angcstrichcn ist, hcrausgreifcn und er gleicht dem anderen wie ei» Ei dem andere». Sic gleichen sich alle, weil das Merkmal aller die Regelmäßigkeit ist. Um 7 Uhr morgens beginnt dcr Präsident seinen Tag mit dem Lesen der Zeitungen. Um 8 Uhr ist er schon in scincni Arbeitszimmer im ersten Schlosttrakt. Hier kommen die einzelnen Re- sircnten seiner Kanzlei an die Reihe und die Post. Um 9 Uhr, mitunter schon um halb 9 Uhr beginnen die Audienzen, denen dcr ganze Vormittag Vorbehalten ist. ES gibt deren zwei Arten. Audienzen Einzelner, die vom Präsi- deuten in seinem Arbeitszimmer empsangen wer- den, und gemeinsame Audienzen, wobei der Präsident die Deputation iin Audicnzsaal cinpfängt. Aus den kurze» amtlichen Berichten weist die Oefsentlichkcit, das; der Andicnzen auf dcr Prager Burg viele sind. Auf der Tagesordnung eines der Wochentage, gewöhnlich ist's ein Frei- tag, ist die rcgclmästige Fahrt des Präsidenten »ach Lana und eine Unterredung mit dem Mi- uistcrpräsidcnten. Alle 14 Tage findet sodann die militärische Audienz statt. Dcr Präsident empfängt den Nationalvcrteidigungsministcr mit den Repräsentanten der, Armee und berät nut ihnen eingehend alle Fragen unserer Wehrmacht. Der Vormittag des Präsidenten endet um 13 Uhr. Dieser Punkt des Programms wird aber selten eingehalten. Gewöhnlich endet der Vormittag erst um 14 Uhr und häufig wird die Besuchszeit verlängert, indem dcr Besucher zuin Mittagessen geladen wird, daniit die Unter- rcdung nicht, verlegt werden must und uin Zeit zu sparen. Bei den Besuchen dcS Ministerpräsidenten Dr. Hodja ist dies schon die Regel. NachniittagS bleibt der Präsident in seiner Wohnung und dort hat das tägliche Arbeitspensum seine Fortsetzung. Nachmittags erledigt dec Präsident Angelegenheiten, die längere Zeit erfordern und für die in dcr Hast des Vormittags keine Zeit übrig bleibt. Ebenso wie Masarpk ist Präsident Benes Abstinent. Ein gründlicher. Er raucht nicht und trinkt nichts anderes als Wasser. Zum Unterschied von. Masarpk ist aber Präsident Beiios auch Abstinenzler in bezug auf den Film. Das graste Hauskino, das in der Burg fiir den Altpräsidenten eingerichtet worden war, war unter dem Präsidenten Bcncs noch nicht im Betrieb. Nach dem„E. Slovo"(DNT). Mordanschlag auf einen weiblichen Richter. Keim Zivilbezirksgericht Prag-West kam eS Montag zu einer aufregenden Szene. Der 45jährige pensionierte Professor dcS Turnunterrichtes Johann S e d l ä k sprach bei dem weiblichen Bezirksrichter Dr. M a r t h a R o» b i C c t, die die III. Abteilung dieses Bezirksgerichtes leitet, vor und feuerte»ach kurzer Unterredung, die er mit groben Beschuldigungen abschloß, zwei Schüsse aus einem T r o in m e l r e v o l- v e.r aus Tr. Martha Roubiöek ab, die zum Glück fchlgingcn und blost die Fensterscheiben nach dcr Straste zu zertriinnnerten, ohne dast aber jemand verletzt ivorden tväre. Dcr sofort sestgeuommene Attentäter erklärte ohne weiteres, er habe Doktor Martha Roubiöek erschieste» wollen, um vor das Schlvurgericht zu kommen. Pros. Sedläk ist den Gerichten wohl bekannt und offenbar ein pstzcho- pathischer Luerulant, dessen fixe Ideen sich fchliestlich zu dem Mordvorsatz verdichteten. Er h>rt seinerzeit cinei^ Schcidungoprozcst gegen seine Gattin geführt, dcr 1984 mit der Trennung dcr Ehe ans beiderseitigem Borschuldcn dcr Gatten endete. Nach Abschluß dieses Prozesses strengte Sedläk einen Prozest nm Znerkemmng seines, damals sechssührigen Töchterchens an, den er aber in allen Instanzen verlor. Das Kind wurde der Mutter zugesprochen. Nun wollte Prof. Sedläk offenbar irgendeine Acndcrnng dieser Ent-, schcidung erreichen und dies war wohl auch dec Zweck seiner Borsprache bei Dr. Martha Roubiöek, die ihn, in Kenntnis dcr Sachlage, blost aus Mitleid empfing, um ihm gütlich zuzureden. Die Unterredung endete mit dem Mordanschlag. Ob der Täter der Hast oder der pshchiatrischen Beobachtung zugesührt tverden wird, ist noch nicht entschieden. Im Mercedes In die Freiheit! Nach Ber- biistung von zwei Dritteln seiner viercinhalbjähri- gen Kerkerstrafe wurde Montag früh der ehemalige Zentraldircktor der Larisch-Münnich'schen Güter,direltion Karl Z a j i L c k, dessen Prozest vor dem Mähr.-Lsiraner Kreisgericht seinerzeit so anhcrordentlichcS Aufsehen erregt hat, bedingt aus dcr Strafhaft im Gefängnis in Borp bei Pilsen entlassen. Der Dcfvlludationsprozoß des ehemaligen Zentraldirektors, der sich um Unterschlagungen im Betrage von über sieben Millionen drehte, hatte eine abenteuerliche Vorgeschichte. Bekanntlich wurde dcr nach Amerika geflüchtete Defraudant-durch einen Zufall in Panama erkannt Der Weihnachtsabend des Arbeitslosen Eine erschütternde soziale TrasOdle vor dem Schwurgericht Prag(—rb—) Die gegenwärtige Prager SchwnrgcrichtSPcriode ist reich an Mordprozeffen der verschiedensten Art. Ganz aus jedem gewohnten Schema fällt dcr Fall, der Montag unter Vorsitz de» OMR. Dr. Svoboda zur Verhandlung lam. De» nicht vollbrachten Mordes war angeklagt der 22jährige Vladisiav Dirda. Die Lebensgeschichte dieses Menschen ist ein Roman für sich. Er wurde In Krakau im Kriegsjahr 1915 geboren, al» Kind einer au» Ostgalizien geflüchteten Familie. Er kam zur Welt, während der ferne Kanonendonner über der Stadt grollte. Sein Vater starb den„Heldentod" und nach dem Tode seiner Mutter, der nicht lange auf sich lvarten liest, wurde da» Kind nach Tovaiov in Mähren geschafft, wo es, da sein Mater dorthin zuständig gewesen war, Heimatsrecht hatte. Al»„Gemeindekind" ausgewachsen, lernte er das Bäckergewcrbe und da er infolge der inzwischen eingetretenen Krise keine Anstellung finden konnte, wurde er zum Vagabunden. Er trieb sich herum, bettelte zutveilcn, nahm kleine Gelegenheitsarbeiten an, aber trotz aller Not wurde er nie zum Dieb und seine Straskarte ist frei von allen Eigentumsdelikten. Auf seinen Wanderfahrten schlost er sich im Frühling 1930 an eine Gefährtin an— eine recht ungleiche Gefährtin— eine gewisse Milada E«rha, die mit ihren 36 Jahre» um volle vierzehn Jahre älter war al» er. Milada Cerha hatte eine kleine Rente oder llNterstützung, die allerdings zum Leben nicht entfernt ausreichte. Vergeben» versuchte da» ungleiche Paar in Brandeis eine Art Existenz zu gründen. Nr Leben wurde immer jämmerlicher und fchliestlich sagten sie sich, dast e» bester sei, Schliist zu machen. Man must sich vergegenwärtigen, dast damals, al» dieser Entschluß in jhnen reifte— es war im D e z e m- herum dicWeihnacht» zeit—, diese armen Teufel foweil waren, dast Dirda, der sein letzte» Kleidungsstück schon längst verkauft hatte, ständig Im Bett liegen mutzte, weil er nicht» an,u,lehr» hatte, um auf di» Straße gehen zu können. Dirda, al» mutterlose» Kind ausgewachsen, hing an feiner um so viel älteren Freundin, die ihn betreute und nährte, mit rührender Liebe und e» ist durchaus glaubhaft, dast er sich nur auf ihr ausdrückliche» Verlangen dazu verstand, den einverständlich beschlossenen Doppelselbstmord durchzuführcn. Milada Cerha trieb damals, am Weihnachtsabend de» Vorjahres, ettva» Geld auf— die Anklage verzeichnet tadelnd, sie habe Männerbekanntschaften angcknüpft und sich für ihre Liebe mit Geld entlohnen lasten— und für dieses Geld lauste sie einen Revolver, zwei Flaschen Wein und etwa» süste» Gebäck, die armselige Henkersmahlzeit dieser armen Menschen. Dirda trank sich Mut an und auch die Cerha trank eine halbe Flasche de» billigen Weine». Dann legten sie sich zusammen auf da» Bett und Dirda schätz zuerst seiner Freundin und dann sich selbst zwei Kugeln in den Kopf. Beide kamen mit dem Leben davon, denn ein wunderbarer Zufall hatte e» gefügt, dast die Schüste keine lebenswichtigen Teile de» Gehirn» verletzten. AI» Dirda wiederhergestcllt war, erhob die An- klaqcbehörde gegen ihn die Anklage wegen de» Verbrechen» de» nicht vollbrachten Morde». Bei dieser Verhandlung gab e» nur eine Hauptzeugin, nämlich die angeschostene Milada Cerha, die sich merkwürdigerweise vor Gericht nicht recht zu ihrem Einverständni» mit dem geplanten Doppelselbstmord bekennen wollte, aber zugeben muhte, sie hätten«in elende» Leben geführt und sie habe auch selbst den Revolver gekauft. Aber die ergreifende Aussage de» Angeklagten wirkte schlechthin überzeugend. Er schilderte die letzten Vorbereitungen zu der gemeinsamen Flucht au» dem Leben. Er ist ein gläubiger Katholik und so nötigte er seine Freundin an jenem Weihnachtsabend, zuerst zur Beicht« zu gehen und sich ihm mit der Bestätigung de» Geistlichen au»zuweiscn. Dann bat er Gott um Verzeihung für da», was er nun tun werde. Milada Cerha habe ihm zugesprochen: „Run wirst Du den heiligen Abend im Himmel feiern, bei unserem Herrgott, dort wirst Du Dein« Mutter Wiedersehen". Dann habe sie selbst ihn zum Schieben aufgefordert. Sie schloß die Augen und sagte„Je tz tl" Und Dirda schoß... Unter den corpora delicti befindet sich tatsächlich ein Heiligenblldchcn, wie c» von Beichtvätern au»- gegcben zu werden pflegt mit der Anmerkung„Zur Erinnerungan die Beichte am heilige n A b e» d 19 3 6". Nach dem Plädopcr seine» Verteidiger» richtete Dirda selbst noch einige Worte an die Geschworenen, die um so ergreifender wirkten, al» sie so ganz ungesucht und au» vollem Herzen gesprochen wurden. Ec bat um Nachsicht:„Haben Sie Erbarme», geben Sie mir Gele- genheitzu Arbeit und ich werde Ihnen zeigen, daß ich ein anständiger Mensch bin. Vor Gott dem Allmächtigen schwöre ich Ihnen, dast Sie von mir nichts Böses mehr hören werden..." Die Geschworenen verneinten nach kurzer Beratung die Schuldsrage einstimmig, worauf der Vorsitzende OGR Dr. Svoboda den Frei- s p r u ch verkündete. und verhaftet und nach langwierigen Prozeduren den tschechoslowakischen Behörden ausgeliefcrt. Seine Verurteilung nahm er mit der Fassung eines Geschäftsmannes entgegen, dcr sich mit kleineren Malheurs abzufiiidcii weiß. Als Sträfling benahm«r sich musterhaft und sicherte sich auf diese Weise die allen Strafhäftlingcn bei guter Führung zu- stehcude Begünstigung dcr bedingten Entlastung nach Verbüßung von zivei Dritteln der Strafe. Die Hast scheint ihm diverse Marienbader Kuren erspart zu haben, denn Zajiäek, der bei seiner Verhaftung 135 Kilo wog, hat nicht weniger al» 4 0 K i l o Kö r p c r g e w i ch t v e r l o r.e n, worüber er sehr erfreut sein soll. In den letzten Wochen ließ er sich einen Vollbart stehen. Auf dem Wege in das neue Leben erwartete ihn vordemGe- sängnistor ein schöner Mercedes- w a g c n, lvaS bekanntlich nicht jedem entlasten«» Sträfling passiert.., Schulschlust am 26. Juni. Da».Schuljahr endet Heuer am 26. Juni. Die Einschreibungen in die Volks- und Bürgerschulen finden am 30. Juni-statt. Der Schulfunk zum Geburtstag de» Präsidenten der Republik. Der Schulfunk wird am' 83. Mai zur Feier des Geburtstage» de» Präsidenten der Republik eine SonderrelaÜon senden, und zwar für Schulen mit tschechischer Unterrichtssprache von 16 Uhr 15 Minuten bi» 11 Uhr, für Schulen mit deutscher Unterrichtssprache von 10 Uhr 65 Minuten, bi» 11 Uhr 85 Minuten und für Schulen mit ungarischer Unterrichtssprache lBratislava) von 8.Uhr 65 Minuten bi» 8 Uhr 46 Minuten. der. Viele kleinere Familienhäuser wurden unter Wasser gesetzt, zahlreiche Kellerräume über» schwemmt und mehrere Kellerdecken, die von den Wastermassen durchnäßt waren, stürzten ein. Besonders heftig lvar die AuStvirkung des Wolkenbruches in zahlreichen Budapester Vorstädten. In dem in der Nähe der Hauptstadt gelegenen Waisenhause forderten die von dem Berg herunterstürzenden Wastermassen zwei Todesopfer. Der katholische Pfarrer Horwath wollte eine im Garten des Waisenhauses fortgeschwemmte Wiege retten, verschwand aber dabei in den Fluten und konnte erst heute als Leiche geborgen werden. Auch der K u t s ch e r des Waisenhauses kam in den herabstürzenden Fluten um. Griechenland erklärt den Insekten den Krieg. Auf Veranlassung des griechischen Gesundheitsministeriums ist dieser Tage den Insekten der Krieg erklärt worden. Als Staatsfeinde erster' Ordnung worden die AnophcleLmücken angesehen, die sich in den Plasmodiumkeimen bergen, welche die Malaria Hervorrufen. Aber auch andere Mücken, wie die Erreger des Den-' guefiebcrS, des Papatatschifiebers, ferner die Küchenschaben, die Wanzen und die Flöhe, kurz, alles, was da kreucht und fleucht, soll ver- nichtet werden. Soldaten im Kampf gegen diese Tiere sind die 860.000 S ch ü l e r Griechenlands, die von 18.000 Lehrern befehligt werden. Die Lehrer erhalten Schlachtpläne zugestcllt, nach denen sie ihre Truppen einzusehen haben. Man vergißt das Amüsante dieses Kampfes sofort bei" der Ueberlegung, baß die Malaria allein in Grie- Schredclldier Tod eines Arbeiters Im Betriebe Schroll in Halb st a d t wollte der dort beschäftigte Tischler Rudolf W ä I- z e l Freitag, den 21. Mai, einer Arbeiterin.eine Gefälligkeit erweisen und' bediente dell' Aufzug. Gleich nach der Abfahrt de» Aufzuge» kam Walzel mit dein Halse zwischen da» Auszugsdach und'da» Schutzgitter. Dem Arbeiter wurden f u r ch t b a r e Verletzungen beige bracht. Erst nach'einigen Minuten kam ein. Meister und ein Arbeiter dazu» die den Verunglückten aus der. entsetzlichen Situation befreiten. Trotz sofortiger ärztlicher Hilfe und der Ucbersührung in das Krankenhaus-in Braunau konnte Walzel nicht mehr gerettet werden, er verschied gegen 9 Uhr abends.'Walzel ist 84 Jahre alt, hinterläßt außer seiner Frau ein unversorgtes und schulpflichtiges Kind. Der schreckliche Unfall ist ein Beitrag zu dem Kapitel Rationalisierung, deren Ausmaß gerade-in den Schrollbetrieben, iw der letzten Zeit ungeheuer gesteigert worden ist. Die Sucht nach Profit und die damit verbundenen Sparmaßnahmen'des Unternehmen» bezahlen die Proleten mit ihren Knochen und mit ihrem Leben. chenland jeder Jahr viele Tausende, von-Toten kostet. Der Fremdenverkehr wird durch die Mücken gestört,' und da»„richtige": Ungeziefer- hält oft nicht nur ausländische'Besucher ab, sondern überträgt'ebenfalls ansteckendeKrankheiten.-•' Von kochendem Wasser verbrüht. In der Beau» xitfabrik in Mägharvar ist ein' unterirdische» Rohr mit kochendem Waster'gepläht. Der Schäden entstand bei einem Rohrkllie in einer Grübe, wo eben vier Arbeiter beschäftigt waren: Zwei davon wurden'tödlich'verbrüht, die zwei anderen,' die ebenfalls schwere Brandwunden davontrugen,- ringen mst dem Tode. Zu den Ni.-erschwcmmnngen.in Polen wird gemeldet, daß die Katastrophen 81.Opfer, gefordert haben- 126 Häuser wurden'vollständig zerstört, 866 Häuser beschädigt Und eine große Zahl von Bauerngütern vernichtet.',. Der Geolog« Sir Herbert Grpp und. vier Begleiter, die mit. einem Flugzeug dcr australischen Luftwaffe in' den unerforschten Gebieten Zentralaustralien» geophhsische Luftaufnahmen-. machten, mußten am Freitag eine Notlandung vornehmen. Erst am Sonntag würden sie. von einem, anderen Militärflugzeug nach eifrigem Suchen, in einem Unwirtlich«» Wüstcngehiet über 266 Kilometer von der nächsten Ortschaft entfernt aüfgefunden. Das Flugzeug wakf Lebensmittel für die Verunglückten ab und holte Hilfe. Es werden aber wohl noch Tage vergehen, ehe eine RcttungSexpedition, die mit Lastwagen und Kamelen das-unbekannt« Wüstengebiet durchqueren, muß, da» verunglückte Flugzeug, erreichen kann. " Der bisherige WilternngScharakter dürfte noch anhaltcn. Wahrscheinliche» Wetter heute: Im ganzen heiter, in den, Tagesstunden jedoch noch vereinzelte Gewitter oder leichte Schauer möglich, ziemlich warm, Wind au» östlichen Richtungen. Wetteraussichten für morgen. Die Weiterentwicklung de» Wetter» bleibt Unsicher. Vom Rundfunk emptahlancwarta» au» den Programmen«' Mittwoch:. ' Prag, Sender I: 10^05: Deutsche.Presse, 10.15: Rundfunk für. deutsche Schulen, nieder«. Stufen, 12.16: Schallplattenkonzert: Kkcnek, Johann Strauß etc,, 13.46: Deutscher Akbeit»markt, 18.16: Deutsche' Sendung:-Dr. Moucha: Reue Bücher,' 18.26: Arieltersendung:-Johann Storch: Erdkünd« im Dienst der BürgerknNd«, 18i46: Sozialinformationen, 18.45: Tciitschc Presse, 20.05: Konzert zu Ehren de» Geburtstage» de» Präsidenten Dr. Bene»:.Tschechische Philharmonie-' Fibich, Smetana. Ostriil etc., 22.20: Tanzmusik.— Prag, Sender 11:14.15: Deutsche Sendung: Kinderstunde,.14,50.: Deutsche Presse, 18.15: Salonqüqrtett.— Brüll» 17.46: Deutsche Sendung:' Ferdinand Raimund, sein Werk und Leben.— Pretzbürg 12.35: Militärkonzert/- 19.26: Leichte Musik. Kaschäll 12.05: Orchestcrkonzert,. 16.10:- Rundfunkorchesterkonzert: Kompositionen von Grieg, 18: Harmvnikakonzcrt. Den Kameraden gerettet und selbs^ertrunken. Auf der Militärschwimmschule In Leitmeritz forderte die Elbe Sonntag Ihr erste» Todesopfer im heurigen Jahr. Ein Soldat sprang in die Elbe, lvobei ihm unwohl wurde. Ein anderer bemerkte seine Schwäche, sprang ihm nach und brachte den vom Unwohlsein Befallenen glücklich ans Land. Im letzten Augenblick bekam er jedoch selbst einen Herzkrampf, stürzte ins Wasser zurück und ertrank, nachdem er seinen Kameraden gerettet hatte. Sowjetrussisches Helium für Luftschiff«. In der Sowjetunion wird der Heliumgewinnung große Aufmerksamkeit gewidmet. Die Versuche, die in den zentralen Gebieten der Sowjetunion vorgenommen wurden, um Helium aus Erdga» zu gewinnen und.in speziellen Anlagen zu erzeugen, lvaren von großem Erfolg gekrönt. Der Entwurf einer Hcliumsabrik ist schon ausgearbeitet. Mit dem Bau dieser Fabrik soll noch in diesem Jahre begonnen werden. Die auch in einigen anderen Gegenden der Sowjetunion angebohrten Erdgasquellen, die einen bedeutenden Heliumgehalt aufweisen, geben einen Ertrag, der den Betrieb der zu erbauenden Heliumfabrik auf Jahrzehnte hinaus sichert. Intensive geologische- Erkundungsarbeiten ergaben, daß in vielen Äebieten der Sowjetunion Helium vorkommt. Wolkenbruch und zwei Todesopfer. Neber Budapest und Umgebung ging Sonntag ein heftiges Gewitter und ein heftiger-Wollenbruch nie« Weltausstellung? Nein, die Flottenparadel. 6 Den Höhepunkt der Flottenschaü von.Splithead bildete die,glg.nzvo.lle Illumination der para»- dielenden Kriegsschiffe, die mit einem Riesenfeuerwerk verbunden war.. Nr. 121 DicnStag, 25. Mai 1937 Seite 7 WksMrtsckaft und SogfalpolUifc /Niedrige Löhne und Geholter— ein Hindernis der wirtschaftlichen GesundungI Der Zentralverband der Krankcnversichc- -^ungSanstalten hielt in Prag seinen Kongreß ab, auf. dem der Minister für soziale Fürsorge über altuclle Probleme der Sozialversicherung sprach. .Minister.Ntta».behandelte vor allem die Mnkiüsse der"gesamtwirtschaftlichen, sozialen und ^bevölkerungspolitischen Entwicklung auf die Sozialversicherung,, so die Verlängerung der durchschnittlichen Lebensdauer, die.in den letzten drei Jahrzehnten um 13 Jahre zugenommen hat, der Mckgang der Geburtenziffer,,.die wirtschaftliche Krise,». q.... Besondere Aufmerksamkeit widmete der .Minister, der dauernd«! Arbeitslosigkeit.. Di» strukturelle Arbeitslosigkeit zeigt, welch» Pflichten und Aufgaben auf dem Gebiet« der Sozialver- .sicheruug auf unS warten. Das heutige System der Sozialversicherung kann nicht alle. auS der Arbeitslosigkeit sich ergebenden Aufgabe» erfüllen, insbesondere nicht auf di« Dauer. Für das So» zialfürsorgruiinisterium ist es ein. kategorisches Gebot, daß wenigstfssS da» Existenzminimum der Arbeitslosen gesichert wird. .., Nach den in'anderen Staaten, gemachten Erfahrungen müht« mit■ einer dauernden beträchtlichen. Zahl von Arbeitslosen gerechnet werden-, wenn nicht besonders tiefgreifende Maßnah» incu zur Bekämpfung der angeblichen.„dauernden" Arbeitslosigkeit getroffen werden. Zu diesen Maßnahmen gehören der allstitige Ausbau de« Sozialversicherung, dir Schaffung neuer erhöhter Exportmöglichkeiten, . InvestitiouSarbeiten, die Erhöhung der Kanf- , kraft der Vevölkerung, Kürzung der Arbeitszeit, Verlängerung der Schulpflicht, Umorien- . tierung der Industrie und Ausbau einer Ersatzindustrie, innere Kolonisation,. Rekultivation usw. Die moderne Sozialpolitik muß sich Im Nahmen der allgemeinen VoltSwirtschaftSpolltik intensiv mit. diesen Aufgaben befassen. " Die Gesamtbesserung unserer Wirtschaft kann nur dann dauernder Art sein, wenn alle Faktoren, die sich um sie verdient gemacht haben, «inen gerechten Anteil an den Auswirkungen dieser Besserung haben werden, insbesondere also die breiten Schichten der Angestellten durch«in« ge» hörig^Rzgehjpg hcr^LWw-uud-Gehälter..Einzig und allein auf diese Weise wird«S— unter der weiteren Voraussetzung angemessener Lebenshai« tungSkasten.-7-» möglich.sein,. di«-Kaufkraft der Bevölkerung zu erhöhen und auf dies« Weise die Beffernng unserer Wirtschaft in«ine dauernde Prosperität umznwnn- deln, wofür jene Staaten-«tn Beweis sind, in welchen«ine entsprechende Aufbesserung der Gehtilter und Löhne durchgeführt, wurde. Stur diejenigen Länder, ist welchen, entsprechende GehältSregeluügön vorgenommen wurden, haben die Krise bereit- überwunden oder befinden sich auf-gutem Wege zwr Prosperität. Niedrige Löhne und Gehälter stellen dagegen - eist'Hindernis der wirtschaftlichen Gesundung und eine Bremse d«S wirtschaftlichen Auf-, schwungö dar..» •■ Der Minister sprach sodann über Einzelfragen der Sozialversicherung und betonte, daß die Schwierigkeiten,"' welche"bei den Trägern einer langfristigen.Versicherung während der letzten Aslrtschaftskrlse austauchten, keine spezielle tschechoslowakische Erscheinung darstellen, da sie sich auch in anderen Staaten, etwa in England, Deutschland und Frankreich zeigten. Unser Finanzsystem der Sozialversicherung bietet bessere Garantien als andere Systeme, Hinsichtlich der" Krankenversicherung konstatierte der Minister, daß d»«^.von.-der Zentralsozialversicherung und den- einzelnen KrankenverstcherungSverbänden publi- Wachstum deX schwedischen Gewerkschaften (JGB)/der Tätigkeitsbericht des Schwedischen GdWirkschäftSbundeS für-? da» Jqhr' 1986, melde/ eind weitere" stärke Erhöhstyg" der.MItglie- derzähk.'Sie stieg von Ende 1935 bis Ende 1986 von 701,376 ans 757.37g oder um acht Prozent. Die'Zahl, der weiblichen"Mitglieder., beträgt 112.103 und hat um 8165 zugenomm«n, Der AewerkschastSbmid umfasst 41 angeschlossen« Verbände-Yiit 6622 Ortsgruppen-■ Aus dem'Rechenschaftsbericht ist ersichtlich,- daß/"dir- finanzielle LageAk^Gäivrrks.chäfiSbUtidd»'sich im Jahr« 1936 bedemlin'd.verbessert hat.. Ende..1936. betrug da» Gesä.mtveni!ögi!n.dcr.LaNdddzl!NlraIe. 19,324.126 KrostcN.,'Äu. NnterstittzstNge»- Und Zuschüssen an verschiedene"Organisationem und.Institutionen ivurhe" im Jahr«^936- insgesamt B84.VV2 Kro« nenEdüsgrchthv/ ,Dtt.von den angeschlossenen Verbänden vor- liegeyden Bericht« zeugen übereinstimmend von einer bedeutenden Besserung der Lage auf dem Arbeitsmarkt und einer.ständigen Abnahme-der Arbeitslosigkeit. Eine.Reihe von Lohnbewegungen wurde" mit bedeutenden Erfolgen für dsc Mitglieder durchgesührt. zierten Berichten über die finanzielle Lage der Krankenversicherung ist" den beiden letzten' Jahren günstig lauten und daß zu hoffen ist, daß.die Krankenversicherung bei weiter.fortschreitender WirtschaftSprosperität die Verluste cinbringen werden, die in den erste» Jahren der Wirksamkeit des Gesetzes durch, den- unzureichenden Versicherungsbeitrag und später durch die Wirtschaftskrise verursacht wurden. Auch die Regelung der Kran- kenversicherung der Angestellten in höheren Dien» sten.Muh nunmehr in Angriff gqitmmen werde», und eS ist zu hoffen, daß eine Lösung gefunden wvrdtil ivird, ohne das! die berechtigten Interessen irgendeiner Gruppe wesentlich beeinträchtigt werden. , Den Tätigkeitsbericht de» Verbandes erstattete Direktor Dr. Pleskot. Der Kongreß »ahm nach der Aussprache eine Resolution au, in Welcher die Forderungen der Krankenversiche- rungsänstalten zusammcgcfaht sind. An den Prä- sidcyt-Befreier, den Präsidenten der Republik uud den Gesundheitsminister wurde». Begrüßungstelegramme nbgesandt. Baldwlris letzte Rede Demokratie lat Verantwortungsgefühl der Gesamtheit Ter■ eben abtretende englische Preinicr- ministcr Baldwin hat seine letzte öffentliche Rede vor Vertretern der Jugend Englands gehalten. Es ist charakteristisch, das; Baldtvin diese Siebe der Demokratie widmet, über die er einiges Interessante zu sagen w:iß: Die Demokratie muß nicht nur da sein, sagt Baldwin; sic muß verteidigt werden, nach iunen und nach außen. Sic ist,>vie er in einer seiner glanzvollen früheren Sieden einmal änßcrtc, dir schwerste RegierungSform, weil sie Verantwortungsgefühl der Gesamtheit bedarf. Sic ist damit aber auch die höchste Form, weil sic mit Men- schcn und nicht inil Herden rechnet. Resigniert stellte Baldtvin fest, daß die Freiheit, das ideale Ziel des Weltkrieges, nicht erreicht wurde. Mit deutlichem Hinweis auf Italien sagt Baldwin, daß„in gewissen Kreisen der Friede als böser Traum betrachtet und dec Krieg als Ideal verherrlicht wird", lind mit eindeutiger Klarheit versichert er, daß, solange das Britische Reich besteht, cs sich gegen den„Götzen Krieg" tvenden wird. Nur wird cs eben nicht mehr eine Tribüne von Gutgläubigen sein, wie in Gens, auf der gegen den Krieg geredet wird, sondern cs Ivird der Appell an die größte Flotte der Welt, an die größten Hilfsmittel der Welt sein, um den, der Krieg provoziert, aus der Gesellschaft dec Staaten, die den Frieden wollen, auszuschlicßen. Auf diese Methode werden die Diktaturen anders reagieren als auf gute Worte. Es ist die alle Wahrheit Ivicdcr in die Praxis umgcsetzt, daß Recht nur dann Recht bleibt, Ivcnn eine sittliche Macht mit materiellen Machtmittel» bereit ist, sich für das Recht einznsctzcn. In prachtvoller Form hat Baldtvin das innerpolitische demokratische Prinzip ausgesprochen'. Freiheit, die sich den Gesetzen untcrordnet, freiwillige Disziplin also, die alte englische Tugend ist cs, die inncrpolitisch notwendig ist. Nicht ans der Getvalt entströmt Innerstaatliches Geschehen, sondern ans der demokratischen Erkenntnis der Notwendigkeit, und die Getvalt dient nur als ultima rativ dem ofseneu Widerstande gegenüber. ES ist, wie Baldtvin so herzerfrischend deutlich sagte, die Demokratie die Achtung der Einzelpersünlichkcit und das Fcrnscin von aller Vergötzung von Führern und Staat. Die Lehre» des spanischen Krieges. Tie„Ti-. meS" veröffentliche» einen Bericht"Ihres militärischen Korrespondenten über die Erfahrungen, die in Spanien mit verschiedenen Waffen gemacht tvurdcn, so insbesondere über den Wert von Bombenflugzeugen nnd Tanks. In dem Bericht heißt es u. a., daß ein Großteil der Im spanischen Krieg vertvcudcten Waffen veraltet tvar. Bei de» modernen Waffen läßt sich eine große Wirkungsfähigkeit in der Verteidigung gegen Tank-Angriff«, seststellcn. Wirksame Mittel sind insbesondere" Aodcnsperrcn, eine Art Fallgruben, die sich vor" allein bei den leichteren 8-Tonnc»-TankS bewährt' haben. In der Fliegcr-Aütvehr tvaren die Geschütze mit kleinem Kaliber erfolgreicher als die- schweren. Die Bedeutung einer hohen Geschwindigkeit bei den Tanks tvurde überschätzt. Vereinfachungen in der Konstruktion sind notwendig, weil die Besatzung sonst den verschiedenen Ansor- dernngen nicht gewachsen ist. Bei der Flugzeug» ablvehr scheint die Verminderung des Gcschwin- digkeltSuuterschiedeS zwischen Kamps- und Bombenflugzeugen ziemlich bemerkenswert. Die Bombenflugzeuge, die" im Weltkriege eine um rund ei» Drittel geringere Geschwindigkeit als die Kampfflugzeuge befassen, haben heute fast die gleiche wie diese. Die deutsche Bombenflugzeuge haben sich in Spanien nicht besonders belvährt, demgegenüber aber die deutschen Kampfflugzeuge. Eine warnende Stimme. Professor Schünemann, der aus den Vereinigten Staaten zurückgekehrt ist, hielt in der Schule für politische Wissenschaften in Berlin einen Vortrag, in dem er darauf aufmerksam machte, daß in Amerika eine Feindschaft gegen alles Deutsche zu bemerken sei. Als eine der Ursachen sieht Dr. Schönemann den Umstand an, daß, die deutsche Presse in überheblicher Weise über die amerikanische Kultur schreibe. Redner erinnerte in diesem Zusammenhang daran, welche Bedeutung der Eintritt der Vereinigten Staaten in den Weltkrieg hatte. Der gegenwärtige Stand der amerikanischen öffentlichen Meinung soll ein derartiger seist, daß nicht mehr Lahre notwendig wären, sondern möglicherweise Stunden genügen tvürden, daß sich Amerika in eine antideutsche Front stellt. Sandler und Munch nach Berlin. In Berlin erwartet man in nächster Zeit den Besuch von zwei. Außenministern der nordischen Staaten. Der schwe-- dische Außenminister Sandler wird bereit» Sam-tag in der Reichshauptstadt weilen und— wie man in politischen Kreisen hört— im Lauf« des Samstag Vormittag dem Auswärtigen Amt einen Besuch abstatten.< Anschließend wird zu Ehren de» Außenminister» Sandler ein Frühstück gegeben werden. Der dänische Außenminister Munch, der sich dänischen Pressevertretern gegenüber bereit» mehrfach über seine bevorstehende Dcntschlandrcise ge-- äußert hat, wird voraussichtlich an; 6. Juni In Berlin Eintreffen, Wirtrchaftterholung beschleunigt rieh Bericht des Bankrates: Vergrößerung der Konjunktur— Belebung In der Industrie— Neue Industrieiinvestitionen— Lebhafte Bausaison Der Bankrat der Nationalbank hielt am 24, Mai seine außerordentliche Monatssitzung unter dem Vorsitze des Gouverneurs JllDr. Karel EngliS ab. Dem vorgebrachten Geschäftsbericht entnehmen wir: Im überwiegenden Teil der Welt hält der Konjunkturauftrieb an. Die Wcltbörsen der Waren und Effekten erholten sich im Mai nach der April-Erschütterung. Zahlreiche internationale Verhandlungen brachten während der letzten Wochen neue Anregungen zur allmählichen Heberwindung der bisherigen politischen Hindernisse.'" Die" Wirtschaftserholung in der Tschechoslowakei nimmt einen beschleunigten Fortgang". Dev Umfang der Produktion erhöht sich sichtbar. Auf dem Geldmarkt herrscht Ruhe, die Krc- ditansprüche der Privatwirtschaft sind unbedeutend. In der Bildung der Spareinlagen ist eine Belebung besonders in Jndustriebczirken zu beobachten, wo die Konjunktur stärker eingreift. An-langfristigem Kredit besteht Interesse für Bauzwecke, obwohl zahlreiche größere Objekte sowie neue Jndustrielnvestitioncn noch auS eigenen Mitteln finanziert werden. Ganzstaatliche Konferenz der" ElektrlzitätS- werks-Beamten. Die Samstag in Preßburg tagende Konferenz der EleltrizitätSwerkS-Bcamte». in der ganzen Republik nahm vor allem einen aus«, sührlichen Bericht über den augenblicklichen Stand« unserer Elektrjzitätswirtschaft und die Probleme einer weiteren Elektrifizierung entgegen. Di« Ta-« gung befaßte sich dann mit den Dienst» und Ent- lohnungsverhältnisscn der Beamtenschaft der. gemeinnützigen Elektrizitätswerke und prüfte- die Auswirkung, die die bekannte NegierungSverord» ,nung Ar..48 vom Jahre. 1934»auf,diese Ange- stelltenkategorl« bisher hatte. Die Konferenz'iver» langte die einheitliche Regelung der zugunsten der Beamten bestehenden Fonds und der Pensions- Zusatzversicherung sowie eine bessere AuSgestal-- tung der Unfallversicherung. Als unerläßlich wurde eine.-Verkürzung der Arbeitszeit bezeichnet. Besonders dringend wäre eine Regelung der Arbeitszeit der in den Werken mit ununterbrochenem Betriebe tätigen technischen Angestellten. Die Konferenz erklärte es schließlich als sehr wichtig und-nötig, in unserer ElcktrizitätSwirtschaft die Investitionstätigkeit so auszudchncn, daß weitere Bevölkerungsschichten als Elektrizitätskonsumenten herangezogen und neue Gebiete des Verbrau- ches von Elektrizität geschaffen würden. Der Fleisch- und Fettverbrauch im März, tvar nach den Ausweisen des Statistischen StaatS- amtcS, welche. die landwirtschaftlichen Hausschlachtungen nicht enthalten, folgender(in Meterzentnern): Fleischverbrauch 296.880(im Vorjahr 280.548); Verbrauch von tierischen Fetten 51.828(46.095), Diesmal ist also im Gegensatz zu. den bisherigen Monatsberichten nicht nur der Fettverbrauch im Vergleich zum Vorjahr ge-^ stiegen, sondern auch der Konsum von Fleisch. Daran ist jedoch ausschließlich der Mehrverbrauch von-Schweinefleisch(und zwar von inländischem auf Kosten deS importierten) beteiligt, während der Verbrauch von Rindfleisch auch im März.zurückgegangen ist."In den ersten drei Monaten'-dcS Jahres ergeb«»,sich folgende Ziffern: Fleisch 787.969-(810.470)- Fette 144.822-(138.431). Der Verbrauch von Rindfleisch ging von 871.-081) auf 384.755. zurück, der Verbrauch von Schwefne- rl«isch> ausländischer Herkunft von b2;lSßchinf 40.673, der Verbrauch von Schweinefleisch ssn» ländischer Herkunft stieg von 828.728-Äiuf 851.908,-..'/.'M'* ", Noch immer hohe.Tpanirnimporte, Auch"Im April blieb die Einfuhr aus Spanien noch,-auf beachtlicher Höhe; gegen den März-ist sogar-esst« Steigerung von 4.2 auf 5.8 Mill..KC zu verzeichnen. i Im BorjahrSapril betrug" die Einfuhr H.8> Millionen Ai. Demgegenüber ist die Ausfuhr nach'Spanien ganz zum Stillstand" gekommen) sie stellte, sich im' April, auf bloße. 59,Ö.ÖQ' i KC gegen 4.2 Mill. Ai im.Vorjahre.-".,",, i. Wiedereröffnung einer Porzellanfabrik: Die stekt Jähren still stehende Porzellanfabrik der Fa, Fritsch L Wcidemann in Altrohlau soll noch int Herbst d, I. wieder in Betrieb-gesetzt werd««" Pie. notwendigen Adaptiönsarbeiten.'würden.che- .rieit» in' AngÜff.'genqnßnen,(DAD)''./A i• i"- Selbsthilfeaktion der Glasarbeiterschaft; Arbeitslos«-Glasarbeiter von: Tisenbrod, Semil und Gablonz haben eine Selbsthilfegenossenschaft ge» -gründet, Aie stch mit der-Erzengung von GlaS- abzeichen und Schmuckgegenständcn aus Glas befassen wird. Die Genossenschaft verfügt bereits Wer-Mesche BeLclsungen, äDNLH Analog, dem Auslände erfuhr der Großhandelsindex der Judüstricstoffe und«Erzeugnisse anfangs Mai eine Senkung. Auch der Index der empfindlichen Preise schwächt sich im Mai leicht ab. Das Niveau der Kleinhandelspreise und die Indices de» Lebensstandards weisen zuin Aprilmedio praktisch leihe Acnderungcn auf. Die Konjunkturbelebung in der Industrie gewinnt ständig an Umfang und ist auch von einer Steigerung der Investitionstätigkeit in der Er- zcugülig sowie von einer Ausfüllung der Lagerstände begleitet. Der Ärbeitsmarkt wird entlastet, in qualifizierten Branchen beginnt sich stellenweise ein Mängel an fachmännischen Kräften fühlbar zu machen. Die Bausaison setzt lebhafter als im Vorjahre ein. Der sich belebende Jnlandsverbrauch sonne die ständig günstige Ausfuhr erhöhen wesentlich den Einsuhrvcdarf, namentlich auf dem Gebiete der Rohstoff«. Auch im Export hält die in den Vormonaten verzeichnete Belebung an, insbesondere bei Fertigwaren im breiten Umkreise der ausländischen Absatzgebiete, Vereinzelte BetrlebseinstellimgSgesuche. Der Esslgang von BctricbScinstellungSgesuchcn beim Fürsorgeministerium hatte längere Zeit überhaupt aiifgchürt. Jetzt liegen tviedcr einige derartig« Gesuche von kleineren Firmen vor, die der Stein-, Papier- und Schokoladcnindustrie ange- hörcn. Exportschädignng durch Deutschland. DaS Feberabkommen mit Deutschland hatte der Perlmutterindustrie, die ihren Sitz im deutschen Gebiet hat, die Erwartung einer neuerlichen Belebung .der Ausfuhr.vow Erzeugnissen der> Pcrlmutwr- iüdüstrismäch Deutschland gegeben'.'Aber Deutsch"»" land hat plötzlich die Bewilligung von Devisen für" di« Einfuhr dieser Waren eingestellt. Dadurch ist die Ausfuhr vollständig lahmgclegt. Die Schwierigkeiten der Perlmutterindustrie drohen unüberwindlich zu werden und es muß eilte völlige Arbeitseinstellung befürchtet werden. Mehrer« tausend Heimarbeiter drohen unmittelbar die Opfer der nazistischen EinfuhrdrosselungSpolissk zu-werden. Spindeln werden vernichtet. Das Spinnerkartell hat mit dem Aufkauf von Spindeln begonnen und zunächst 80.000 Spindeln von der Firma stsi. Grab Söhn« erworben. Diese Spindeln sollen weiterverkauft und dafür eine gleich große Zahl ältere Spindeln vernichtet werden. Selbst aus den Kreisen der Spinnereibcsitzcr, vor allem aber der Arbeiterschaft, ist dieser Vernichtungsaktion von Produktionsmitteln starker Widerstand entgegengesetzt worden.. . Berteuermig der Radioempfängcr. Die Preise-für Radioempfänger sind von' einigen Fabriken mit einem Schläge nm 15 bis 20 Prozent erhöht lvorden, ohne daß dafür ein ersichtlicher Grund zu erkennen ist.- Eineinhalb Milliarden Dollars für Arbeitslose. Das Repräsentantenhaus nahm Freitag die Notstandsvorlagc des Präsidenten Roosevelt an, die für die Unterstützung der Arbeitslosen die Summe von 1500 Millionen Dollars vorsieht. Die Vorlage wird nunmehr dem Senat zur Abstimmung überwiesen werden. . Englands Roheisenproduktion auf Koujunk- iudhöhe. Nachdem im März die englische Stahlproduktion mit"1.1 Millionen Tonnen einen absoluten- Höchststand erreich^ hatte, verzeichnete die Aprilerzeugung einen leichten Rückgang auf 1.08 Millionen Tonnen. Demgegenüber stteg die Roheisengewinnung Wetter auf 680.700 Tonnen gegen 680.800 im März und erreichte damit" den höchsten Stand seit Oktober 1929. Man arhilt für Ar 100 Reichsmark 723— Markmünzen... .; 775.— 100 österreichische Schilling .. 536.— 100 rumänische Lei... .. 17.85 100-polnisch« Zloty.. i .. 549.50 100 ungarisch« Pengö.. .. 601 100 Schweizer Franken.. .. 656.— 100 französische Franc-. ;. 127.95 1 englisches Pfund.. .. 141.— --1. amerikanischer Dollar .. 28.60 100 italienische Lire.. .. 145.40 100 holländische Gulden. .. 1576.— 100 sugoslawische Dinare .. 65.30 100 Belgas..... .. 484.50 100 dänische Kroße»< .. 631,— 100 schwedische Kronen, .■ 730.— .Seite 8 Sozialdemokrat' DIenßtag, SS. Mai 1937. Nr. 121 . Zur Luftschufeübung am Mittwoch ... 1 Laut. Kundmachung des, Laiidesprästdenten vom 18. d. wird.am 26. Mai in Prag und den »»grenzenden. politischen Bezirken die nächtliche Fließerabwehrübung in der Weise durchgcsührt werden, dass schon vom Einbruch der Dämmerung an bis 22 Uhr das gesamte UebungSgebiet völlig verdunkelt sein mich. Bit allen Gebäuden müssen entsprechende Borkehrungen getroffen werden, damit kein. Lichtstrahl nach außen dringe. Bei dieser Hebung soll insbesondere die Bereitschaft der privaten Unternehmungen und Einrichtungen erprobt werden. Caföhäuser, Restaurants, Kinos üsw. sollen nach Möglichkeit in Betrieb bleiben, allerdings unter der Voraussetzung, daß alle notwendigen Maßnahme» zu ihrer völligen Verdunkelung getroffen werden. Im Rationaltheäter wird Mittwoch gespielt. Auf Grund" einer Entscheidung wird am Mittwoch, den 26. d. M.. im Nationaltheater am Nachmittag die „Prodanä nevista", am Abend„Coppelia" und .Krätovna(outet" zur Ausführung gebracht. Im Siändetheater gelangt„Bafsja Zeleznova" zur Aufführung." Kür einen ruhigen Theaterbetricb ist Vorsorge getroffen. Begin» der Abendvorstellung in den beiden Theatern ukii 20 Uhr. Die Theater sind aber bereits nach 19 Uhr geöffnet, damit das Publikum rechtzeitig im Theater sein könne, falls inzwischen die Flugübungen angekündigt würden. Schluß der Vorstellungen ist um 22 Uhr, demnach zu einer Zeit, in welcher diö Hebungen bereit- beendet sein werden.. Mnst imd Mssen. Friedrich Feigl . In der Galerie Dr. Hugo Fcigl stellt der Ma- ler-F r" iedrich Feig! seine in den zwei lebten Jahren" entstandenen Arbeiten aus. Drei oder vier der Bilder waren schon in vorhergehenden Ausstellungen" zu sehen und die Wiederbegegnung mit ihnen, mit-den beiden Verlaine-Bildern zumal, bestätigt ünd.erneuert die Tmnpathie für den Künstler. Fcigl betoahci sich, unangefochten von Richtungen, seine ganz bestimmte persönliche Note, die nicht leicht zu charakterisiert» ist. Trotz seiner gedämpften Palette mit ihrem Grim', Graurosa.. Graugrün, Braun, Schwarz, Sandfarben und ein wenig Weiß als den bevorzugten Töne» wirken seine Bilder weder eintönig noch düster; es ist im Gegenteil ganz und gar das Licht, das de» Raum schafft. Anklänge an den Impreffionismus sind spürbar, aber Impressionist ist Feig! dgrum nicht., Seine Bilder sind durchwegs aus einer klaren Mpjdeo entstände» und ganz zielbe- tvüßt vom Thema her aufgcbaut. In den figuralen SzeNin!" besonders in den Bildern„Liebespaar und Narr" und"„Werbung" schimmert hinter den gedämpften' Farben eine an daS Rokoko gemahnende Leichtigkeit und. Grqzie.. FeiglS breiter rauher Pin- selstrich„sitzt"; eS macht den Eindruck, als sei jeder Strich.nach genauer Ueberlegung und mit sicherem Gefühl kür die gewollte Wirkung entschieden, flott, aber ,nicht flüchtig hingescbt. Man sehe sich das Gesicht VcrlaineS an, wie das aus der Farbe modelliert ist. Fcials Technik gibt seinen Bildern eine mannhafte' Großzügigkeit. So packt der Künstler die verschiedenen Sujets mit gleich sicherer Hand an, biblische Szenen, erwachsen aus den Eindrücken einer" Palästina-Reise, südliche Landschaften, in denen-dem Künstler das silbrige Graugrün der Oliven- byitme sehr zusägt, figurale Szenen, unter denen neben den Verlaine-Bildern besonders das Bild„In der Loge" sich einprägt, Prager. Motive, von denen die„Moldäii bei Podbaba" ebenso wie der„Ausflug". zu interessanten Vergleichen mit der Behandlung der gleichen Motive durch Prof. Willi Nowak anregen. Auch einige Porträts hängen da, die mehr Prager Konzertsaal ■ Daß wir Heuer noch nach Pfingsten mit Konzerten aller Art versorgt werden, ist eine in der Geschichte der Prager Konzertsaales noch nicht verzeichnete Erscheinung. Sie bestätigt neuerdings das Abflauen der Krise in der Kunst und den erfreulichen neuen Aufschwung dcS Konzert« lebens. Einige der vor den Pfingsttagen und unmittelbar nach ihnen veranstaltete» Konzerte bescherten linS sogar wertvollste Konzcrtkuust. So die drei Kamme r m n f i t a b ende, die unter regster Anteilnahme.dcS Publikums das ausgezeichnete, unter den zeitgenössischen Kammermusikvercinigimgcn spieltechnisch und künstlerisch vielleicht^bedeutsamste Ensemble. des Kalis ch-O uartetteS im städtischen Büchcreisaale' veranstaltet,' hatte. Schon der Umstand,.daß diese Künstler frei aus dein Gedächtnis musizieren, ermöglicht es ihnen, ganz ungehemmt in ihren künstlerischen Aufgaben aufzngchc» und sie mit überlegener technischer Meisterschaft zu lösen. Dazu kommt bei diesen Qugrtettspielern noch ihre einzig dastehende Vollkommenheit in der Erfassung aller Stilgattungen klassischer und modernster Kammermusik und ihr unerhörtes musikalisches VortragStem« perament. Wer kammermusikalische Kunst als Erleb- nlS'iind Ereignis genießen will-, muß dieses Meifter- auarieti hören. Die Künstler spielten diesmal Kam- merinusikwerke der Hauptrepräsentanten auf dem Gebiete.dcS Streichquartettes: Quartette von M o- zärti.Beethoben, S ch u b e r t, Dvokäk und— als Musterbeispiel modernster Kammermusik — das Vierte Streichquartett von S ch ö n. b c r g. — Einen Querschnitt durch fein letztes eigener künstlerisches Schaffen gab in einem-„K l e i n e n K o m« po f i t'i o n s a i« n d" der heimische"Komponist geben als nur ein Abbild. Da- aller fügt sich zu einem sehr bestimmten, sehr geschloffenen Gesamteindruck zusammen; cs ist dar Werk einer fest geprägten künstlerischen Persönlichkeit. ld. Deutsche Mnsik-Akabemie. Der Kammermusik- Abend am 26. d. M„ entfällt; die hiezu versandten Einladungen gelten für das Festkonzert am Freitag, den 28. d. M„ in ber„Urania". Di» amerikanisch« Tänzerin Margaret Severn veranstaltet am 28. Mai um 20.16 Uhr im Saale des Radio-Palair in Prag XU., einen MaSken- Tanzabcnd. Am Klavier: Norbert Goldbaum. Wochenspielplan des Neuen Deutschen Theaters. Heute, Dienstag, halb 8. Uhr: Ein idealer Gatte, Gastspiel Leopold Kramer, A 2.— Mittwoch halb 8: Mord in drei Minuten, BI.— Donnerstag halb 8: Tie verkaufte Braut, Fesworstellung anläßlich der Geburtstages des Herrn Präsidenten Im Masaryk-Stadion ES war eine ausgezeichnete Einleitung zu dem Mitte Juni stattfindcnden Turnfest des Prager DTJ-KrciseS. welche am Sonntag im Leichtathletikstadion am Strahov mit dem Sport- und Spieltag durchgcführt wurde. Eine große Schau des sportlichen Fortschrittes.und der Stärke des tschechischen Arbeitersports, die auch durch die außergewöhnlich große Zahl der Teilnehmer ihren Ausdruck fand. Nicht nur die hauptsächlichen Prager Vereine batten die Veranstaltung beschickt, sondern auch die Landvereine fiele» durch ihre zahlreiche Beteiligung auf. Der. Besuch war infolge der großen anderweitigen Konkurrenz nicht ganz entsprechend, aber immerhin waren die etwa 2500 Zuschauer von den gebotenen Leistungen mehr als befriedigt und sparten nicht mit ihrem Beifall. Die Orgaiiisation dieses nicht kleinen Programms war gut, alle- ging reibungslos und flott von statten, denn cs wurden an diesem einen Tag im ganzen 2 0 0 leichtathletische Wettkämdfe und Ballspiele absowiert. An und für sich ein« große Leistung, welche ebenfalls Anerkennung verdient- Der Sporttag wurde am frühen Morgen durch einen gemeinsamen Aufmarsch eingeleitet; nachmittags fand dann ein festliches Defilee und Aufstellung vor der Haupttribüne statt. Nach dem Spielen der Staatshymne und der„Internationale" hielte» der Turnwart des Prager Kreiscr Pech und für den Technischen"Ausschuß Bros(Pilsen) kurze, richtungweisende Ansprachen- Die Leichtat-Hletikwettkämp.fe, welche gleichzeitig Ausscheidungen für die Olympiade in Antwerpen bildeten, brachten, obwohl das heiße Schönwetter sich gerade nicht als förderlich erwies, ganz gute Ergebnisse. Interessant Ivar der 1600-Meter»Lauf, in welchem Kolin (Zi.skov) nach scharfem und spannendem Kampf gegen Bican kB.-Brodl sicherer Sieger blieb. Gute Konkurrenz wiesen auch die Kurzstrecken auf. Bei den Sportlerinnen zeichneten sich besonders Cernä (Zifkov). und Cubovä(Smichov) durch-gute Leistungen aus. Sehr stark waren die Wettkämpfe der männlichen Jugend besetzt; im Kugelstoßen starteten z. B- allein 48, unter denen sich einige gute Talente befanden. Am stärksten war u. a. di« TTJ- Zi.skov angetreten, welche 67 Sportler und Sportlerinnen stelltet* Dir Ergebniffe der Leichtathletik Minner; lOOMcter: 1. Schuster(Zijjkov) 11.5. 2. Hall»(Prag VII) 11.5 Sek.— 2 00 Meter: 1. Skala(B-.Brod) 28.0, 2. Schuster Kapellmeister Viktor Ullman». Das bedeutende Talent dieses modernen, aus der Schüfe Schönbergs hcrvorgegangenen, feiner Kunst mit tiefstem Ernst dienenden Komponisten würde es rechtfertige»; daß sich eines unserer großen deutschen Mustkinstitutg seiner" annehmen und ihn einen ständigen Wirkungskreis geben würde, damit er, der drückenden Existenzsorgen ledig, ganz seiner Kunst sich widmen könnte. Die Werke UllmannS, die wir hörten,— eine Kla- v i e r«S o» a t c. sechs. L jeder nach Gedichten Albert Steffens und ein S t r e i ch-Q u ä r t c t t. — offenbarten ehenso das große Gestaltung»-. und Form-Talent ihres Schöpfers wie seine außerordentliche AuSdruckSstärkc. Künstlerische Mittler der Tonkunst UllmannS waren: Profcffor Franz"Langer, der Klavicr-Meisterlehrer.dcr Deutschen Mnsikakade« mir, Harriet H e n d c r S vom Deutschen Theater, deren Liedvortrag man nur mehr Temperament und Innerlichkeit, wünschen möchte, und daS Klein- Quartett der Herren K l e i n. Habe I, Dvorak und B» ch n e r.—Ein musikalisches Ereignis non unvergeßlicher Vollkommenheit des Genusses war wieder das Konzert des weltberühmten spanischen" Cellisten Pablo Casals, der"diesmal Et der T s ch e ch i s ch e n P h i l h a r m o n.i.e zwei der bekanntesten undbedeutendsten Konzertwerke für Cello spielte-und den- ausverkauften großen Huzcrna-Saal zu Beifallsstürmen begeisterte. Dirigent.des Konzertes war Prof. Georg Szöll, der zur EinleiNmg der konzertante» Nummern Joseph Haydns beglückend heitere und beschauliche G-Dur- Symphonie brachte.— Einen Begriff über moderne ChormusikpflegS in Holland bekam man durch ein Konzert des Königlich" Holländischen Gesa n g v« r e i n e S-„A.p o l l o" aus Amsterdam. Dieser über 100 Sänger starke M.ä n n« r ch o r imponierte unter seinem Dirigenten Fred. I, Ä o« s- k e nicht nun durch die Schönheit, Füll« und Ausge- der" Republik, C 2.— Freitag 8: Das Spitzcntuch der Königin, D.— Samstag halb 8: Leuchtbrunnen, Erstausführung, C 1.— Sonntag halb 8: Giuditta, volkstümliche. Vorstellung, Abonnement aufgehoben. Wochenspielplan der Kleinen Bühn«. Dienstag 8: Pygmalion.— Mittwoch 8)4: Hosloge. volkstümliche Vorstellung.— Donnerstag halb 8: BAZ, neu« inszeniert, Bankbeamte II und freier Verkauf.— Freitag 8: Pygmalion. Theatergemeinde des Kul- iurverbandes und freier Verkauf.— Samstag 8: TAZ.— Sonntag 8: Ein idealer-Gatte, Gastspiel Leopold Kramer. VeremsaaeimeilteN' Frei« Bereinigung s»zlaliftisch«r Akademiker. Dienstag, den 25. Mai, Vortrag Josef Hofbauer über„Arbeiter-Literatur", 8 Uhr, Spä- lcnä 46. Gäste herzlich willkommen! Deutsche Bvlksstnggemeind«, Prag. Dienstag normale Probe; ab 7 Uhr Frauen, halb 8 Uhr Männer. 24.1 Sek.— 400 Meter: 1. Skäla 58.4, 2. Schuster 55.0 Sok.— 8 0 0 Met er: 1. Bican(B.- Brod) 2:04.4, 2. Kolin(Zifkov) 2:08.2 Min.— 1500 Meter: 1. Kolin 4:21.5, 2. Karafiät (Zsijkov) 4:86.8 Mi».— 5000Meter:1. Kolin 16:58.7, 2. Tichh(Zifkov) 17:07.7 Min.— Hoch, sprung: 1. Tööitel(Libeü) 1.70, 2. und 8. Zajie (Nuslc) und Szebinovsky(Zifkov) je 1.65 Meter. — Weitsprung: 1. Goth(Bisoöany) 6.50, 2. Rtjdl(Bvsoöany) 6.20 Meter Stabhoch: 1. Rtfdl(Pilsen) 8.10, 2. Petr(Rusle) 8.00 Meter. — Diskus: Tööitel 86.86, 2. Zitek(Vtffoöany) 85.28 Meter.— Kugel: 1. Saitz(Pankratz) 12.78, 2. Buriänek(Zifkov) 12.68 Meter.— Speer: 1. Cerny(Vysoöany) 48.80, 2. Schuster 48.22 Meter.— Dreisprung: 1. Goth 18.04, 2. Skäla 12.04 Meter.— 110 Meter Hiir- d e n: 1. Szebinovssts 17.5, 2. MatyS iZifkov) 10.1 Sek.— Jugend: 100 Meter: 1. Sncider(Prag I u. V) 11.8 Sek 10 00 Meter: 1. Velät (Prag I u." V) 2:45.5, 2. Soumar(Neratotvitz) 2:40.5 Min.— Kugel: 1. Pokorny(B.-Brod) 12.14 Meter.—4X1 00 Meter: 1. Zijskov 51.0, 2. B.-Ärod 52.1, 8. Prag I u. V 52.6 Sek.— Im H o ch s p r u n g sprangen drei je 1.55 Meter, welche die" erste» Plätze teilen. Frau«»: 100 Meter: 1. Cernä 18.4, 2. Lrnbä-(beide Zifkov) 14 Sek.— Weitsprung: 1. Cerna 4.75, 2. Hrubä 4.68, 8. Cubavä(Smichov) 4.58 Meter.— Hochsprung: 1. Ccrnä 1.88, 2. und 8. Cubovä und Hrubä je 1.80 Meter."— Kugel: 1. Ctchovä 8.17, 2. Cernä 6.08 Meter-— Speer: 1. Cubovä 20.70, 2. Kvötovä(Straönice) 20.27 Meter.— Diskus: 1. Cubovä 26.00, 2. Ccrnä 25.88"Meter.— S ch le u d erb all: 1. Cubovä 85.50. 2. Cernä 88.60 Meter.— Jugend: 6 0 Meter:.!- Martinkovä(Byfoiany) 8.0 Sek. — Kugel: 1. Pokoruä(Vysoöany) 7.07 Meter. — Hochsprung: 1. Zihlovä(Prag III—IV) 1.25 Meter. Das Hazena» und Wolleyball-Turnier An dem H a z e na- Tu rn i er beteiligten sich 22 Sportler- und 11 Zöglingsmannschaften. Die Spieldauer.betrug zweimal zehn Minuten ohne Pause. Sämtliche Spiele wurden mit Schwung uNd Elan durchgeführt und waren^örtlich sehenswert. Eine Anzahl der Wettkämpfe bracht« mit Schluß keine Entscheidung, die dann erst durch das Los fiel.- Im Endspiel der Sportler siegte der Kreismeister Vyöehrad über Äadlitz mit 7:2-(5:1), während glichenheit seines Stimmenmateriales, sondern auch durch seine chorgesangstechnische Tüchtigkeit, die in der rhythmischen Exaktheit und JytonationSgenauig- kcit der Sänger ebenso zum Ausdruck kam wie in der dynamischen DifserenzierungSkunst ihrer Vortrages. Auf dem Programme, dieses Chorkonzertes, standen neben S m e t ä.n.a r tschechisch gesungenem(I) Chore.Lied auf dem Meere". volkstümliche und moderne h olländischc Chöre sowie wextbolle Volksliedbearbeitungen. Solistin des Konzertes Ivar eine technisch gewandte holländische"Pianistin H. W o z m a n S.— Eine>ncue, stimmlich sehr fym- pathische und ini Vortrag ausdruckssichere Sängerin lerufe man in Sarah Goldstein-kennen, die einen programmlich interessanten BolkSlieder-Abend gab. — Ungarische Musik älterer und. neuerer Richtung für Gesang, Klavier und Violine, mit Kompositionen.uiiter anderem von B a r t ü"k, K o d a- l y, D o h n a n Y i und H u b a tz, wurde In einem „llra n i a"- K o.n z e r t e geboten, dessen lünst- lerische.Aussührendc der Pianist Prof Eugen Kali x von der Deutschen Musikakademie;"die Sängerin K o r, n h ä'u s.« r,.der Geiger fioüsz und al» Sprecher eines einführenden Vortrages D r. Neubauer wäre».— Das erste A b s o lve n t e n- Konz« r t.der-Deutsche» Musikakade m i e" war ein Solistenkonzert mit instrumentaler Unterstützung. Sein Programm enthielt ein Klarinettenkonzert von M p z a r t, Bach S„Hochzeits-Kantate" und M o z a r t s Klavierkonzert in A-Dur.-Die Solisten und Dirigenten dieser Konzertes waren Absölveiiten der Mnsikakadcmic.— Zwei müstergiltige öffentliche. Musikabende, zwei Konzert« dcr'Me isterklassen und eine» Konzertabend dep Q r g c l ab t e i l u n g hatte.das unermüdlich für-die Konzertpraxis seiner Zöglinge-besorgte T'sch ech i sch e S t a a t s k o ns e rvatorium ins Werk gesetzt..■' E. I. bei den Zöglingen N u s l e Sieger wurde, da Nadlitz mit-16:2(7:1) verlor.° DcrWoll ey b a ll-Bewerb gelangte bet den Männern in vier Gruppen, bei den-Frauen und -den Zöglingen in je zwei Gruppen zum Austrag. Endsicger bei den Männern wurde Pod'oi, bei den Frauen Z i ä k o v und bei den Zöglingen Vysoöany. An diesem Turnier beteiligten sich 10 Mguner-, 12 Frauen« und 0 Zöglings-TeamS, welche auf vier Plätzen insgesamt 100 Spiele dürchführten. Tschechoslowakei gegen Italien 0:1(0:1) Das sonntägige Fußballspiel der bürgerlichen Verbände der Tschechoflowakei und Italien" endete wiederum mit. einer Niederlage-der tschechoslowakischen Vertreter. Mail kann im Vergleich zu den Spielen mit Bilbao und Schottland nicht behaupten, daß dieses Match um den.Europa-Pokal" sportlich ebenso befriedigt hätte. Beide Teams zeigten in diesem Kampfe nicht viel, aber al» Ganzer konnten die Italiener mehr gefallen als die Tschechoslowaken und das war mit entscheidend für ihren knappen Erfolg.. Die besten Spieler der Heimischen waren vor allen Planiika tm Tor, dann Rule und Bürger— aber dann sind wir schon damit zu Ende. Alle anderen waren wohl Fußballer, aber keine Könner. Wa» jedoch ausschlaggebend war, war die schwache Leistung des Sparta-Mittelläufer» Bouiek, der für das gegnerische Jnnentrio fast gar kein Hindernis bildete und die Fehlbesetzun» Pornpskys als' linker Half. Und im übrigen zeigte sich bei den Heimischen überau» schlechtes PosticrungSvermögen, Mangel an- raschem Start auf den Ball und erschreckende Unsicherheit tm Schießen. Im großen und ganzen war der Kampf fair und gaben die Gäste — wie z. B. in Wien— keinen Anlaß zu.Kundgebungen", bi» auf eine geringe Entgleisung,-an der Kloz ebenso mitschuldig war. Schiedsrichter war Bauwens(Köln). Rach Schluß wurde da» heimische Team von den enttäuschten Zuschauern stark misge« pfiffen und demonstrativ die Gäste mit Beifall bedacht.-, DF V-Division:• Entscheidung auf dem grünen Rasen DFC Prag auf dem Weg zur Liga— TFK in Komotau geschlagen— DFC- Protest abgelehnt—„Bestechung“? / Am Sonntag würde die letzte Runde der DFB- Divifion ausgetragen, die mit einer für den Prager DFC angenehmen Sensation endete: In K o m o tau brachte er der TFK zustande, den Tc plitz er FK mit 2:1(2:1) trotz dessen großen Ueberlegen- heit um die Führung und den Aufstieg zu bringen. — Der Prager D F C gewann auf eigenem Platz gegen den Karlsbad-er FKmit 6:0(2:0). So hoch der Sieg für die Prager ausfiel,"so tiesstchend wirkte-mitunter ihr Spiel. Die Karlsbader, haben viel an Spielstarke eingebüßt und hätten ebenso leicht ein Dutzend Tore anfgebrumMt erhalte» können— wenn der DFC einen schießenden Sturm hätte... — BSK Gablonz schlüge» In Prag die Sportbrüder 4:2(2ü>) in einem wenig erfreuliche». Watch, in dem von jeder Parjcj je zwei Spieler aysgeschlossen würden" Im"übrigen Ist kein Schaden, wenn di« Prager wieder in sene.Klaffe" zurückkehren, wo sie hätten verbleibe» köiinen.— I» Teplitz spielt'« der VfB mit DSV Saaz 8:8.(1:1)..SpPg Bodenbach gegen Warnsdorfer FK 1:0(0:0). Sportbrüder Schreckenstein gegen Reichenberger FK 8:2(2:1). In Dlix wurde am Sonntag eine DFV-Vor- standrsitznng abgehalten, die sich mit dem D FC- Pro t e st gegen da» Spiel mit VfB Teplitz befaßte und erst in den Nachmittagsstunden nach langem hin und her die»Entscheidung" brachte: Ablehnung mit 8:6 Stimmen. Doch wider allen Er- Ivartungen"fiel die Entscheidung in Komotau auf dem grünen Raken. Angenehm für"den DFC und blamochel für den Vorstand de» DFV; Der Wcstgan-Obmann machte in der obigen Sitzung Mitteilung von einem Bestechungsversuch an den Schiedsrichter des Spieles DFK Komotau—TFK, der" 10 0 0 Ki erhalten sollte, wenn Komotau gewänne und dasür eine Anzahlung von 500 Xi erhielt. Ein Prager Walter R. soll dgr angeblich angezettelt haben. Der DFC Vrag erklärt demgegenüber, daß ein Walter R. nie bei ihm Mitglied war mld vollkommen unbekannt sei. Sonstige Fuhballergebniffe. Karlsbad: Viktoria Pilsen gegen Sparta 8:2(1:1). Slavja gegen Polaban Nimburg 1:0(1:0), Div.-M.— Brüx: Sportbrüder gegen SK Äroöehlavy 5:2(2:0).■— Semtin: Ervlosta gegen Iungbunzlauer SK"4:8 (2:8). Div.-M.— Königgräü: Slavia Prag gege» SK 4:2(2:1).— Pardubitz: SK gegen Viktoria Zsijkov 2:1.(2:1), Samstag.-— Ko-tin: AÄK gegen Viktoria Zi.skov 2:1(1:0)..— Zlin:, SK Bakä gegen SK Nachod 1:1"(0;0).-— M-«" Ost rau:-Städtespiel-M.-Osträu argen Brünn 4:2 .(8:0).— Tro ppau: CSK M.-Qstraü gegen DSV 2:1(2:0).— Preßburg: CSK gegen Leicester Cith(England) 8:1.(1:1),— Buda- Heft: Oesterreich gegen Ungarn 2:2(2:1>).— Wien: Vienna gegen Postsport 4:2(2:0).— Paris: Irland gegen Frankrcich 2:0-(0:0),.— Marseille: Bilbao-Team gegen Olympique 5:2. Neue politlsdie Demonstrationen£ im Wieher Stadion Handballspiel Deutschland—Oesterreich Im Wiener Stadion würde am Sonntag das Handballmatch zwischen Oesterreich und Deutschland ausgetragen, welches die Deutschen mit 15:6(6:8) gewannen. Dgr starke Besuch von über 40,000 Per« soncn gibt Zeugnis davon, daß diese» Spiel mehr in einem politischen'als.sportlichen Zeichen stand, den» bekanntlich ist in Wien Handball nicht so" populär als Füßball. Ini Verlaufe de» Kampfes kam e» zu poli'tischen Sprechchor-Schlachten zwischen Nazi und Vaterlä.nd.ischen,' die in der. Pauke sogar zu R an.f.e.r ei e n führten. Die'-massenhaft, aufgebotene Poltzei hatte alle Hände voll zu tun, um" di«.Ordnung"- wiederherzu-. stellen- Zahlreiche Personen wuxhen berhästet." Sport- und Spieltag des Prager DTJ-Kreises B e zugsbedingung-n: Bei Zusiellnng ins Haus oder bei" Bezug durch die Poft monatlich Ai 16.—."'vierteljährlich-Ai 48.—, halbjährig Ai 06.— ganzjährig Ai 192.—.— Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.'- Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken.— Di« Zeitungsfrankatur wurde hon der Post» und Tele» -- graphendirektion mit Erlaß Nr. 1F.800/VII/1080 bewilligt,— Druckerei:„Ct6i8", Druck-, Verlags- und Zettung»-A.-B. Prag. ■■....-'......'■"