Sozialdemokrat •tffteiwt mH»ttenabme u»«t« a t«g tftglift ftfib/ eiaaelpteis 70«eilet Redaktion undDerwaltung. Prag XII., Fochova 02- Telephon 58077- Herausgeber: Siegfried Laub- Verantwortlicher Redakteur: Karl Kern,Prag 17. Jahrgang Samstag, 2S. Mal 1S37 Aus dem Inhalt: Der Geburtstag des Präsidenten Brief von der spanischen Front Selbstmord wegen eines SdP-Zeltungsartlkels Hitlerverteldlgung mit Pornographien Nr. 125 hierauf, der Böllerbundrat stände vor einem lla« ren Problem, das leine weiteren Untersuchungen erfordere. Cs fei dies die Angelegenheit eines gewaltsamen Einsalles einer fremden Militär» macht auf das Gebiet eines Mitgliedsstaates des Völkerbundes. Auf die Legalität der verantwortlichen spanischen Regierung zu sprechen lammend, erklärte Litwinow, daß ein Häufchen Generale und Offiziere ihr gegenüber stünden, die den militärischen Eid gebrochen, sich gegen die Regierung erhoben hätten und vornehmlich mit Hilfe von marollanislben Truppen Krieg führen. Die spanische Regierung ist zu ihrer Beschwerde berechtigt und sieht den Völkerbund ganz richtig nicht als Mumie an, dessen Unbeweglichleit bewundert werden lann. Eden einig mit Delbos ■ Der britische Außenminister Eden sprach seine Zustimmung mit der Ansicht dcS französischen Außenministers DclboS ans, daß cs notwendig sei, daS Werk des Londoner Nichtinter- ventionSauSschusseS zu stärken, der bedeutende Erfolg« erzielt habe. Neville Chamberlain im Amt Samuel Hoare, Innenminister, Anthony Eden, Außenminister, Malcolm M a c d o- nald, Minister.für die Dominien, W. OrmSby Gore, Minister-für die Kolonien, Lord Zetland, Minister füi: Indien, Oliber Stanley HandelS- minister, Duff Cooper, Erster Lord der Admiralität, Höre BeliShä,. Kriegsminister, BiScomt Swindon, Luftfahrtminister,.T.L»Slip, Mi- .^er für Nationälverteidigung,. Lord.Ha l i- fax, Lördpräsident des. Geheimen Rates, Lord HailSham, Lordlanzlcr, Lord De la Warr, Lord» gcheimsiegclbewahrer. W. E. Elliot, Staatssekretär für Schottland, Kingsley Wood, Minister für Gesundheitswesen und Lord Stanhope, Unterrichtsminister, W. S. Morrison, Landwirt- schaftSminister, E. Brown, Arbeitsminister und E. L. Bürgin, BerkehrSminisker. doner Nichteinmischungsausschusses nach forderte, daß das Werk dieses Ausschusses Bervolllommnung erfahre. Litwinow: der Völkerbund keine Mumie Der sowjetrussische Volkskommissar für London. Ministerpräsident Baldwin erschien Freitag,um 9.3V Uhr im. Buckingham». Palast beim König, um feinen Rücktritt anzuzei- gen. Der König hat die Demission angenommen nno Baldwins Vorschlag entsprechend Neville Cha m der l a i n zu seinem Nachfolger ernannt. ... Chamberlain^ her einige Minuten nach Baldtvin beim König drfchienr nahm- die Betrauung an. Seine erste Handlung bestand darin, daß er dem König empfahl, Baltäyin in den Grafenstand lind den Handelsminister Runciman zum BiScount zu erheben. Nachmittag wurde folgende Zusammensetzung des britischen Kabinetts, bekannrgegeben: Neville Chamberlain, Ministerpräsi- dium, Sir John Simon, Finänhminister, Sir führten. Er sagte, Spanien sei zum Schlachtfeld geworden und sei nicht mehr selbst Herr seines Schicksals. Außerdem habe sich auch eine Gefahr für den allgemeinen Frieden durch dar Eingreifen von außen brr gezeigt. Die französische Regierung habe deSUilb seit Beginn des spanischen Konfliktes daraus hingearbeitet, daß die Politik der Nichteinmischung in die spanischcn Angelegenheiten angewendet werde. Minister DelboS wies dann die» Wirksymkeit der Vorgehens des Lon« und eine Der sowjetruffifche Volkskommissar für auswärtige Angelegenheiten-Litwinow erklärte Gmf. Der Böllerbundrat schritt am Frei« tag an bte Lösung der spanischen Frage. Er hörte eine ausführliche Rede des spanischen Bot- lchmters del Bayo an, der«»führte, die spanische Regierung lege dem Rate einen Berich: über die Lage st: Spanien vor, da das Eingreifen fremder Machte in Spanien immer mehr zunehme. Sm«erlauf der Ereignisse, legte del Bavo dar, seien vier verschiedene Phasen deS spanischen Konfliktes zu beobachten. Einerseits sei dies die Zunahme der deutsch-italienischen Intervention, die sich in einem offene» Angriff Italiens gegen Spanien durch die Schlacht bei Guadalajara »utzert, wetterS kei die» die Verwirklichung der Kontrolle, aber mit einem unselige» Ergebnis, die dritte Phase äußere, sich in einem unbarmherzig durchgeführten totalitären Krieg und in der Vernichtung GuernicaS, in der vierten Phase schließlich bemüht sich der Londoner Richtinterven- tivnSauSschuß, die Zurückziehung der fremd«» Freiwilligen zu erreichen. Botschafter del Bayo zitierte dann das Weißbuch der.spanischen Re- girrung und erklärte, die deutschen Fliegerkräfte hätten sich für ihren Angriff daS Städtchen Guer- nlea ausgesucht, daS das Ideal deS«eligiösen Fühlens einer edlen Ratio» darstelle, und gegen diese die Methoden eines totalitären Krieges an-' gewandt. ES habe sich nicht um einen improvisierten Angriff, sondern um di« Vernichtung der Frauenu»d. Kinder durch Brandbombe» gehandelt. Eine ganze RjihevonPsröftentlichüngen -bekannter deutscher Autoren beweise,''daßdieS- cine neu», durchdachte Kriegsphilosophie sei. Del Bayo erklärte weiter, daß die gleich» barbarische Konzeption To» und Takt dem ganzen- Einfall gebe, der daS Wesen und die Jdeengrundlage der Okkupation in Spanien'sei. Neber die Politik der' Nichteinmischung in spanische Angelegenheiten erklärte Botschafter del Vayo. es sei schwer zuzugeben, daß jene in den Begriff Freiwillige einbezogen werden sollen, die aus Staaten kommen, wo jedwede Freiheit durch den Mechanismus totalitärer Regime unterdrückt wird, und auf gleiche Stufe mit jenen gestellt werden, die aus freiem Entschluß gekommen sind, aü der"Seite der Spanier zu kämpfen.-Di« spanische Regierung ist bereit, die wirklichen Freiwilligen zum Berlassen Spaniens zu veranlasse». Die spanische Regierung, sagte del Bayo, fordert im Interesse des europäischen' Friedens eine schnelle und klareLösung, d. i. die vollkommene-Wiederherstellung der Macht, die aus dem Willen des Bolles kam und die Wiederherstellung der nationalen S o u v e r ä n i t.ä t. Frankreich für den Nichteinmischungs-Ausschuß Der französische Außenminister Delbos, der dann das Wort ergriff, anerkannte die Rich- tigkeit der Beweggründe, die die spanische Regierung zu ihrer Beschwerde vor den Bölkerbundrat Valencia bombardiert Valencia.(Reuter.) Auf Valencia erfolgte ejn heftig«- Flugbombardementi wobei 20 Personen getötet und etwa 100 verletzt und-viele Häuser zerstört wurden. Acht aufständische ES- tndrillen von je sielen Bombern, die in Palma di Mallorca gestartet sein dürste», warfen rund 40 Bomben äufi die.Stadt ab. Dieser Anfsug war der schwerste vtzn allen Luftbomlardements, von denen Valenti^bi-Her betroffen wurde. Die Basken greifen an Andujar. RegicrungSahteilungen haben einen Angriff der Aufständischen auf chr« Positionen von Espiel do Billa Hart« abgeschlagen. Nach Meldungen aus BWao unternahmen die. Basken einen Angriff im Abschnitt von Munguia-und vertrieben den Feind aus ihren Positionen nördlich von San Lorenzo.- Bei Orduna unternahmen die RrglerungSahteilungen. einen Ausfall und. verursachten, dem Feind große.Berluste.- - Di« baSkische Regierung Hat zum.««»tausch der beiden dentschenFlieger Kienzle und Sch u 11 e und zweier«»derer. ausländischer Flieger gegen drei Regierungsslieger. und einer vierten, in den Händen der Aufständische» hesind» lichen.'Person, ihre Züstimmnüg«teilt.- das holländischen Faschismus zrn erhielt Muffert jetzt nur 171.057 Stimmen gegenüber 294.590 Stimmen, die er bei den Provinzialwahlen im Jahre 1935 errungen hatte. »Het Volk", das Blatt der holländischen Sozialdemokratie, stellt fest, daß am 29. Mai nicht die- faschistische Parole„Mustert oder Moskau" gesiegt hat, sondern daß das holländische Volk nach der Losung„Weder Mussert noch Moskau!" handelte.„International", so schreibt ,Het Voll",„waren eS einige Erscheinungen, die darauf hindeuteten, daß die Diktatur üher ihren Höhepunkt hinweg ist. Die Niederlage der belgischen Diktatur-Aspiranten Degrelle in Brüssel befestigte diese Auffassung. Doch MussertS Niederlage ist viel ernsthafter als der Schlag, den sein Kollege Degrelle abbekam... Das niederländische Voll hat sich gegen den Betrug ausgesprochen, mit dem die Diktaturpropaganda gearbeitet hat." Und mit Recht weist„Het Boll" darauf hin, daß die niederländische Sozialdemokratie einen Erfolg von internationaler Bedeutung' errungen hat.-„Die Freunde der Freiheit und-Menschlichkeit in den Ländern, in denen die Demokratie starke geblieben ist— und auch die unterdrückte und. gepeinigte Demokratie In den Ländern der Diktatur.— sie werden mit Dank« barkett, mit Begeisterung vernehmen, wie die niederländischen Wähler mit' der Diktatur abgerechnet haben." . So ist es! Und vor allem freuen wir unüber den Erfolg der.holländischen Sozialdemokratie, die den. entscheidenden Anteil daran hat, daß, wie A l t a r d ä Sonntag abends in Amsterdam erklärte, hurch diese Wahlen für den Faschismus die Pforte des demokratischen Westeuropa geschloffen würde... .', Der Parteivorstand der. Deutschen sozial« demokratischen Arbeiierpartei hat die. niederländisch« Sozialdemokratie zu ihrem Wahlerfolg be« glückwllnscht." i" Hollands Sozialdemokraten gewinnen 100.000 Stimmen Vollkommener Zusammenbruch Die bisher aus Holland mitaeteilten Wahl berichte bezogen sich lediglich auf die Mandatsver teilung und auf die Stimmenanzahl der faschi stischen Mussert-Partei. Nunmehr liegen die ab schließenden Berichte über die Stimmenvertcilung vor, die von einem großen Erfolg der holländischen Sozialdemokra tie Zeugnis geben. Di« holländische Sozialdemokratie ist von einer Stimmenanzahl-von. 798,032 bei der letz ten Kammerwahl im Jahre 1934 auf'«ine Stimmenzahl von 890.880 gestiegen, hat also fast 100.000Stimmen gewonnen. ES wurden bei der jetzigen Wahl 300.000 Ätim» men mehr abgegeben olS 1934x.von diesem Zu wachs hat die Sozialdemokratie nahezu«in Drit tel bekommen. Allerdings drückt'sich der Stimmenzuwachs infolge der Eigentümlichkeit de» holländischen Wahlsystems nicht in einem gleichmäßigen An steigen-der Mandatsziffer a«, hat die Stäatspartei kaum 180.000 Stimmen, aber drei neue Mandate gewonnen. Di« Antirevolutionäre Partei'des Ministerpräsidenten EöM hat einen Stimmenzuwachs von 150.000! bucht aber eben falls drei neue Mandate, während die Sozial demokraten bei einem Zuwachs voii etwa 100.000 Stimmen nur ein neues Mandat erobern konnten. Der Anteil der sozialdemokratischen Stimmen an der Gesamtstimmenzahl stieg von 21.4 Prozent im Jahre 1984 auf 21,9 ProzentimJahr« 1987. Besonders erfreulich ist für die.Sozlaldemolraten daS Wahlergebnis^ in Amsterdam. Hiev wurde für hie List« Albarda 182:214 Stsnltntw abgegeben, das sinh.89, Btohent vdn der Gefasttfstimmenzahl in Amsterdäm.,'. k'„- ' Die Niederlage der faschistischen, mit deut schem GeldauSgihgltenen Mufsert-Gruppe ist besonder?« In Utrecht groß? Mecht war für Muffert"sozusagen' di«„Stadt.der Bewegung". Hier wurde die Muffert-Partei-altiert. Im-an« del Vayo klagt an Die Spanienfrage vor dem VMkerbund Baldwins Abschied Der lange angekündigt« Rücktritt des britischen Ministerpräsidenten Stanley Baldwin ist nun, nach Beendigung der Krönungsfeierlichkeiten und nach Eröffnung der britische» ReichSkonferenz, erfolgt, und mit Baldwin ist auch Ramsay M a c d o n a l d, der bisherige Lordprä« sident des Geheimen Rats und Vorgänger Baldwins im Amte des Premierministers, auS der Regierung ausgeschieden. Macdonalds Abgang hat sich fast unbemerkt vollzogen: der sozialistische Ministerpräsident, der 1931 seine Partei inr Stiche ließ, um mit dem Konservativen Baldwin eine„nationale" Regierung zu bilden, ist ein erledigter Man», von dem selbst die, dix^M einst" lallt' heS Bedräis bezichtigten?' Heists schwötsikN!^ Die„nationale Arbeiterpartei", die er gründete, ist ein bedeutungsloses Häuflein, er selbst war in den letzten Jahren nur noch Minister von Gnaden der Konservativen, seine Vergangenheit als führender sozialistischer Theoretiker- und' radikaler Kriegsdienstverweigerer ist fast vergessen, und wenn er sich jetzt zu den„alten Staatsmännern" des Unterhauses zurückzieht, so bedeutet das faktisch den Rückzug inS Privatleben. Ein klangloser Abschluß einer eigentlich sensationellen Laufbahn, die dieser schottische-Proletarier, der zum' ersten sozialistischen' Ministerpräsidenten Englands wurde, hinter sich hat,-. Der Abgang Stanley ÄaldwinS, der jetzt mit dem altenglischen Grafentitel geziert, Barl Baldwin of Bewdley heißen wird, ist besser. Dem konservativen Engländer erscheint er heute als Retter der Monarchie und des Weltreichs, nicht, Weiler glanzvolle Taten-und Siege aufzuweisen hat, sondern weil er Krone und Reich durch alle Gefahren der letzten fünf Fahre, mit Müh und Not', aber, eben doch geschickt genug hindurch gesteuert hat. Die konservative Partei, die bei den letzten Parlamentswahlen von.1935 einen erheblichen Stimmenverlust erlitt und bei den Londoner GrasschastSwahlen.im. vergangenen März schwer'geschlagen wurde,' Ist.unter Baldwin nicht stärker geworden, das englische Welt-Prestige ist durch den abessinischen Konflikt' arg in Gefahr geraten, die britische Krone'und der königliche Hof sind durch den Streit mit Edward VIII. zum Gegenstand öffentlicher Diskussionen. geworden, und felbst die Wirtschaftspolitik der nationalen Regierung, die durch die Pfund-Abwertung England zum ersten Konjunktutland machte, weist in Gestalt'der Notstandsgebiete düstere- Zeilgen dafür auf, daß sie nur einem Teil der Nation Wohlstand gebracht hat. Aber Baldwin ist es gelungen, immer das Schlimmste zu.verhüten: feine Partei ist an der Regierung geblieben, auf den Zusammenbruch der Sanktionen ist die große Aufrüstung und ein Neubeginn englischer Initiative in der Weltpolitik gefolgt, auf die Abdankung Edwards folgte eine umso glanzvollere Krönung eines- zuverlässig regierungstreuen Monarchen, und die Pläne einer Neuregelung der Weltwirtschaft, die in letzter Zeit von der britischen Regierung besonder?.eifrig beraten werden, wecken neue Hoffnungen auf Ueberwindung auch der englischen Krisenerscheinungen. WaS Baldwins Abgang besonders auSzeich« net, ist hie Tatsache, daß er keine Verwirrung hinterläßt, seinen Nachfolger-schon lange' voraus bestimmt batte und mit seinem Ausscheide» auS der Regierung stur einen Wechsel der^- Inhaber einiger Ministerportefeuilles,' aber keine Kursänderung verursackst. Auch unter Neville C h a in» b erlain,'. dem' bisherigen Schätzkanzler, wirs Selle 2 SamStag, 29. Mai 1037 Nr. 125. Verbanditas der öffentlichen Angestellten Gehalisabbäücswom 1. April 1985‘iinb diewcsent» litjtc Tätigkeit aiifiiefjiitcn. luitb. Die Leiche KramäkS im Pantheon.. Freitag mitiagS wurde der Leichnam KramäkS in das Pantheon übergefUhrf. Zur Uebcrfiihrung hatten sich zahlreiche politische Persönlichkeiten eingefun- den. Der Zug bewegte sich durch ein dichtes Spalier, das ihn schweigend grühte. Altpräsidcnt Masaryk hat dem Stellvertreter Kramärs,'Dr. Fischer, ein Beileidstelegramm geschickt.-—Die Bestattung Kramäks erfolgt heute. Dir.böhmische Landes,zentrale der Aenieiü- de», Städstnud Bezirke.hielt unter Borsib del Ländesaiisschußbeisitzcr K» p r Donnerstag ihr: Generalversammlung ab. Berichte erstatteten der Borsitzende über die Arbeit der Zentral«', insbesondere in, der Frage der Schuldenregelung;: der SprengolbÜrgerschulen-Und,her" Reform der Gemeindeverwaltung,'' LandeSauSschntzbeisitzer K r o u j e l über die nichtstaatlichen Straßen und Abgeordneter Dr. KlaP.ka über die Notwendigkeit der Dezentralisierung dei! ösfentlichbn" Ber« waltung, Damit dürfte die Zeistrale der, Selbstverwaltung in Böhmen die letzte Generalversammlung'abgehalten haben, datvom,1. Jauner nächsten Jahres, augefaimen die netze gesamtstaatliche Zentrale der äschechqsloiväkjschen Selbstverwaltuim p’-iJEU ittf* ’S- rnw'■-jmrmc^dnimnd, daß- Chamberlain nicht mehr an BaldtvinS Versprechen-gebunden ist, daßseine Negierung- in England'die Mhrpflicht^nmikNnsütznn Wirde',’yi Und noch eines geht schon au» den, bisherigen Verhandlungen der Rcichskonfercnz hervor:.daß leine britischen Zugeständnisie an Hitler oder Mussolini in der Kolonialfrage zu ertvarten sind, ja,.haß da» Dritte Reich,. Italien und auch,Japan als die ernsten und einzigen Gegner des britischen Weltreichs empfunden werden. lichc Verbcflerung, die durch die Ictzlge erneute Milderung des GchültsabvaueS, ab 1. Juli 1V87 einge» treten find;-w,er^eiuLieBlattsttm^ahgeb«n,;fpst, der aus wirchlle, anderen Krisenschäden noch überwinden Mussen: Kreschel- berührte iveitejt'-die'rntr'dei! Poli» zeiverstaatlichung. zusammenhängenden Fragen--für Re-KMmünalpesizisteti'stnd ging ausführlich auf den Heilfonds und-feine Verhältnisse ein. Er behandelte dann örganisÄortsche Vcrhandsangelegenheitcn-und schloß mit dem HiyweiS darauf, daß die Krise pur überwunden werden kann, wenn die Löhne uiid-Gehälter aller Arbeitnehmer ausreichen, der Wirtschaft neue Impulse zu geben. Nach dem Berbandiobmanne berichtete der-, ' BerbandSsekretär Dr. Hahn. Er besprach die mit der gewerkschaftlichen Interessenvertretung zusammen?"ngenden Arbeiten des Bet» bandssekretariats. Insbesondere habe die RevisionS- praxls der Landesbehörde' bezüglich der Dienstverhältnisse der autonomen Angestellten eine stark« Unruhe in deren Reihen hineingetragen und dem Ber- b'a'nde eine gewaltige Arbeit mit einer Unzahl von Eingaben, Rekursen, Prozeßvertretungen und Eyste» nusicrungSvorschlägen bereitet. Daneben haben noch andere wichtige Angelegenheiten die BerbandSarbt.it sehr stark belastet, und zwar der Versuch der Allgemeinen PensionSanstält, die'Angestellten der autonomen Körperschaften- aus der Penstonsversicheripig auszuscheiden, soweit sie normalmäßigc Pensionsansprüche haben. Auch daS Disziplinarrecht der Gemeinde» und Bezirk-bediensteten habe durch Entscheidungen und Äegenentscheidungen des Obersten Gerichtes, bzw. Obersten BerwaltungSgerichteS',, große Schwierigkeiten hervorgerufen, die erst in letzter Zeit geklärt wurden. Auch habe der RegierungSent- wurf zu einer Verordnung über die Einführung von NegierungSsekretqren bet-den Gemeinden die.. Stellung der Gemeindeangestellten auf dar schwerste bedroht.,.Diese Angriffe, auf. die- Selbstverwaltlmg und die' Stellung der autonomen Angestellten ist aber abgeschlagen worden. Der Berbandsiag beschloß auf Antrag der Delegierten Soukup, Brüx, an den Aktpräfidenten Masarhk und an den Staatspräsidenten Dr. Benet BegrüßungSlelcgramme zu schicken. krster Verhandlungstas" Freitag vormittags um halb 1V Uhr wurde der Berbandsiag der öffentlichen Angestellten durch einen Bläser-Chor des ÄeaterorchesterS feierlich eröffnet., Der erste Tag der Berhand.lungen Ivar insbesondere den Berichten der leitenden Berbandsfunktionäre des BerbandeS gewidmet, er erhielt aber noch eine be- sonderc Note durch Begrüßungen durch den Abg. Macoun«>-»> land» außenpolitischen. Perpflichtungen-hören.- In diesem.Züsämmentzang"ist auch wichtig« daß Eden jüngst äuf-der Reichskonferenz di« bekänstte" Erklärung abgegeben hat,- daß England-auch^an' Konflikten in Gebieten Europas, für die' cS keine' ausdrücklichen Verpflichtungen Übernominen hat,.' nicht Prinzipiell uninteressiert sein könne,'' und das Verhalten der Dominions-Vertreter, die ganz deutlich Ihre Zustimmung zur britischen Auf rüstung gaben und. keinen Zweifel darüber lassen, daß sie sich auch fiir den Kriegsfall mit dem bri tischen Mutterland verbunden fühlen, hat der bri« Mit dem Abflauen der Krise-Ist eS aber wieder Frühling geworden auch für unsere Gewerkschaften./, In allen Organisationen setzt die Bewegung ein, den -gesunkenen Lebensstandard wieder zu heben.'Und lu i e i n d c r K r.i s'e, s o. i st e S a u ch gerade j c tz ti m A u f st i e' g dli-'t'.-r n g t Wechselwirkung zwischen den Gehältern veröffentlichen Ang e» st e l I t e n un ddenLöhnenund Gehältern in derPrivatwirtschaft spürbar. Daraus ergibt sich' die unbedingte Notwendigkeit des solidarischen Zusammenwirkens zwischen den Arbeiter» und Angestelltengewerkschaften.- MacoUn ging' in längeren Ausführungen auf die! Bemühungen der Zcntralgewerkschastskommiffion und des sozialdemokratischen Parlämcuisklub» beim Ministerpräsidenten Hodja und dem Staatspräsidenten Bene» ein, die darauf abzielten, die Wirtschaftslage -der deutschen Gebiete zu Hestern und eine wirksame Vorarbeit für die jetzt erfolgreichen Bemühungen der aktivistischen Parteien gewesen-sind,- die insbesondere den öffentlichen-Angestellten zugute kommen. - Außer diesen Begrüßungsreden wurden noch Ansprachen gehalten' von- Bizebiirgermeister Ionisch, Nussig, vom Senator G r ü n z-n er, der für da» Kartell der Verbände der öffentlichen Ange» stellien-und den Eisenbahnerverband sprach-und von dem Obmann der Ortsgruppe des-Verbandes Rudolf Fleischner. Die darauf folgenden Bericht« des.VerbandSobmanncS Kreschel und deS Ber» bandssekrctärS Dr. Hahn, sowie deS Verbandskassiers Preu ßler, der Zweigstelle Karlsbad und. Olmiitz und der Vertreters, im PensionSinstjtnt der Angestellten der Sozialversicherungsanstalten, Kon» räd,.z«igten lischt.nur.die.Fülle und die.Bedeutung .fcer newerkschäftlichen Arbeit,. ,dig.1H.'»MM^M Mte«?ffe lierIfkehmchen'Änllestellten g«1eMt!>v.ird,! sopderg. warfen auch einer Reihe von intcressgnten sozialpolitischen und rechtlichen. Problemen auf,. Im Mittelpunkte deS Berichtes der.. - BrrbandSoimaimeS Kreschel standen- fünf'- Punkte: Der Kämpf gegen die. Weste« Verschlechterung der Gehälter,' die Beseitigung dev Hemmungen aus dem 8 212 de» GehältSgefetze» für die auw'nomen Angestellten, di« Novellierung des GemeindebedieuswtengeseheS, die Verbesserung. /der Angestellten der Humanitätsanstalten und die Ab» tvehr der Angriffe gcgen-den-'Kvllcktivberträg' der SozialversicherungSgugcstcllten. ,Tie Milderung de» gegeben. Die außenpolitische Situation der neuen eätzlischen Megiermm ist idadupsh Mvcffl^'"-- stärkt, übrigens auch-durlih^'dcn. Üinsta die britische Regierung unter' Führung der Konservativen vlriven. ohne dir beiden Gruppen der ,;ugtjonalen,Arbeiterpartei" und der„National- t Iberalcu"-Sir John Simons auSzüschalten, und die Abfchicdsredeil Baldwins solvie seine Aeuße» rungen auf der britischenRcichskonfercnz zeigten deutlich, daß er in Chamberlain den Mann sieht, der weitersühren soll, was Baldwin begonnen hat: eine. Politik, die den Bestand des britischen Weltreichs auf der Grundlage seiner demokratischen, an Traditionen sesthaltendcn, aber die realen Notwendigkeiten nicht ignorierenden Verfas- slmg wahren lvill,«ine konservative Politik, deren Konservativismus aber im Festhalten an den parlamentarische» Freiheiten und den demokratischen Ideen besteht, die das britische Weltreich vor den» Zerfall' und das politische Leben Englands vor Diktaturgefahren bewahrt haben. ..lieber die Person des neuen britischen Ministerpräsidenten ist wenig zu sagen. Kein glänzender Rcdster, keine populäre Figur, von den»leisten für«ine» nüchternen Bürokraten gehalten— aber doch mit dein Ninrbus eines berühmten Namens ausgestnttct, da er der Sohn Joseph Chcun- berlckistS, des populärsten, für seine Zeit sehr fortschrittlichen konservativen Politikers der«Ng» tische» Vorkriegszeit und der Stiefbruder des kürzlich verstorbenen Austin Chamberlain ist, des englischen Außenministers, der dem Loearno- Dreigestirn Briand—Strefemann—Chamberlain angehörte. Und außerdem ist Neville Chamberlain der Schatzkanzler gewesen, der sich den Erfolg der Psundabwertung zuschreiben konnte, die damals gegen den Willen der Wähler erfolgte, zugleich auch der Mann, der den Mut ausbrachte, öffentlich für den Abbruch der Sanktionskampagne anszutreten. Damals schien es, als hielte cs Chamberlain mit den Mussolini-Freunden im britischen Kabinett, aber auch wenn das so gewesen sein sollte, dürsten die inzwischen eingetretenen Ereignisse nicht nur bei ihm den Glauben erheblich abgeschwächt haben, daß man durch Nachgiebigkeit gegen den italienischen Faschismus den Frieden in Westeuropa u>td im Mittelmeer sichern kann. Daß auch In. der Regierung Chamberlain der bisherige Außenminister Anthony Ede» im Amte bleiben wird, deutet darauf hin, daß EdenS .und Chamberlains Standpunkte mindestens in der italienischen Frage sich einander genähert haben, aber sicherlich auch in der Frage der Stärkung des VölkerbundSgedankens in einer neuen wirksameren Form, für die Eden immer eingetreten ist. Hier lvird die erste große Aufgabe des neuen englischen Kabinetts liegen: die Reform deS Völkerbundes, von der seit dem Zusammenbruch der Sanktionskampagne und der Hitlerschen Zerreißung des Locariwpaktes geredet wurde, ohne daß es dec Regierung Baldlvin gelungen wäre, eine ..Lösung zu fsndeiu Die von.England begünstigte .Zusammengrbeip der.nordischen neutralen. Staaten von Belgien bis Finnland, die jüngsten Londoner Besprechungen anläßlich der Kvnigslrö- nung über die Zusammenarbeit im Donauraum und die Vorbereitungen für Verhandlungen mit - der amerikanischen Negierung über den Weltwir:- schaftüpluu, für den der belgische Ministerpräsident Van Zeeland, ein Gutachten ausarbeitet, zeichnen den Weg vor, den die neue britische Regierung wahrscheinlich einschlagen wird, um den .Weltfrieden durch wirtschaftliche Zusammenarbeit der nicht auf Autarkieprinzipien eingeschworenen Staaten zu untermauern. Auch Chamberlain wird bei den Konservativen dersel» den Schwierigkeit wie Baldwin gegenüberstehen: 89 JUNGES WEIB e VERONIKA ROMAN VON MARIA GLEIT lind Truckcnbrott verstand.„Ach so", sagte er scharf, und er fixierte aus zusämmengczogenen Augen die Immer noch schiveigende Veronika,„und der— Herr Doktor— ist wohl wieder mal nicht da?" lind unter diesem Blick löste die Alte ihre knochige Hand und Veronikas Arm und ließ die -Beiden in die WirtSstnbe vorangeh'on, während '.sie, mit dem fettigen Kleidzipfel das Gesicht trocknend, schlurfend folgte. -„Ja, sie ist tot, und er ist fort...", klagte sie drinnen, die Hirschenwirtin, die nun glaubte, gewonnenes Spiel zu haben;„er'ist fort— und Sie— Sie haben damals selbst gesagt, er heißt gar nicht Bannholzcr, er— er heißt— Doktor Flcithi"„Zum Teufel doch mit diesem Dr. FleithI Sehen Sie denn nicht, daß diese Frau hier, diese Frau..'. Was soll ich gesagt haben? Verkannt habe ich mich, hab ich gesagt! Was wollen Sie denn eigentlich?" lind er stützte Veronika, und er führte sic an. den Tisch, und er drückte sie. mit sanfter Gewalt auf den Stuhl. Die Alte stand daneben, dumpfe AuSdruckslosigkeit- im Gesicht..„DaS ist. ja surcht» bä?"mit'"dcr Rosa"/ sägte Truckenbrott, und' er überwand sich dazu, der Alten teilnahmsvoll die Hand zu drücken, ,aber eS geht doch nicht an, dqß Sie nun andere Leute verdächtigen; das geht doch sticht, das Musse» Sie doch einsehcstp nicht wahr?" Veronika hatte die Unterarme auf den Tisch, gestützt'und faß'wie ein«'alte Fran. Was strit» ten sicki die beiden nur sttzd überschrien sich? Es war doch alles vorbei,- alles zu spät i, „Sie hat's ja selbst gesagt! Mir hat sie eS gesagt, als sie im Fieber lag und das Kind bekam!" belferte die Hirschenivirlln, die sich den Trumpf nicht aus der Hand schlagen lassen wollte.„Jedes Wort' weiß ich noch, jedes Wort! Die Frau, die gestorben ist— durch seine Schuld Die Angst, daß Dr. Truckenbrott etwas auSplaudern könnte I Alles weiß ich noch! Und das soll jetzt nicht wahr sein? Das soll nicht wahr sein?" Der'Speichel lief ihr" die-Mundwinkel herab, so von Sinnen Ivar sie wieder. Schon sammelten sich die Neugierigen vor dem Gasthof, und immer noch war die Hirschenwirtin nicht zu beruhigen.„Das wollt Ihr jetzt vertuschen, nur, weil es meine Tochter ist! Meine Tochter, die er umgebracht hat mit seine» falschen Medizinen, mit seinem— Gift! Das soll nicht wahr sein jetzt?" '„Es ist auch nicht wahr!? herrschte Trucken» brott sie an.„Die.Todesursache Ihrer Tochter wird einwandfrei sestgestellt werden. Und Sie sollten sich hüten, ehrabschpeiderische Anschuldigungen zu erheben, Frau! ES könnte sein, daß Ihnen daS schlecht bekommt! Im Fieber phantasiert man. bekanntlich, meine Beste! Im Fieber kann man viel erzählen, das besagt noch lange nichts!" Und Veronika saß vor dem leeren Holztisch, über den die Fliegen krochen, und cs wurde-ihr nichts geschenkt. Sie hörte- alle», und sie hörte nun auch das noch, daß sie selbst es gewesen war; die einen in der Alten keimenden.Verdacht zur-Gewißheit gesteigert' hatte. Und sie hörte noch etwas anderes: sie hörte, daß Truckenhrott nun wirklich der Freund geworden war, der. er nicht' hatte werden wollen oder werden.können von Anfang an. Der Freund, der da war für sie, jetzig da sie ihn nicht mehr nötig hatfe, jetzt; da alles gleich« . gültig. war„ Der..sie gerade jetzt verteidigt«, beschützte, hielt, der sich für sie schlug in einem,asts- sichtSlosen Kampf, und der die Alte endlich.auch I zu irgendeiner weinerlichen Einsicht brachte,'-" Doch alle-, was geschah,.geschah nun nicht mehr für Veronika.. Es. kam nicht.mehr an-sie heran. Zu weit schon hatte sie sich vom Leben entfernt. An TruckenbrottS Arm ging sie den Weg ihrer'letzten gewaltsamen Demütigung wieder zurück in ihr Haus. '„Da hat er nun also mit seiner heillosen Experimentiererei' auch' daS noch auf dem Ge« wissen", knirschte Truckcnbrott au- zusammen- gebissenen.Zähnen..„Hat ihm Jeannette', denn nicht genügt?"' '„Es ist ja tzllcS anders", erwiderte Veronika, und cs waren ihre ersten, mühsamen Worte wieder,„nur hat dar alles keinen Ginn'-mehr jetzt, Und dann ging auch das vostb'ei. Truckenbrott 'reiste wieder' ab;" als er merkte'/-daß' er ünnäf- wendig, daß ,er überflüssig war. Wenn ich ihn fasse, diesen'Kerl,, knurrte er, ich breche ihin nun doch die Rippen' entzwei. Aber er spürte, daß er nicht helfen könnte, und' daß eS-Veronika nicht einmal ettvaS"genützt hätte, wenn er die Drohung währgemächt habe» tvürde.-' Er war gebliebest bis nach Rosas Begräbnis Md sticht eher von der Stelle gewichen',' als nicht auch dies« Sache, bereinigt war. Er hgtte'Pingesehen, daß nicht nur. der Verdacht der Hirschenwirtin;-sondern auch sein'eigeüer jeder Grundlage-.entbehrte,' und das hatte..Ihn- mit diesem Mann Veronikas schon etwas ausgesöhnt." Es ist ja alles anders,' hatte Veronika gesagt. War aber alles anders fei..,'? Sie hatte di« Schulter'gezuckt: wozu, wozu, und-hatte weiterhin an allem nur. vorbeigesetzen, ohne e» wahrzunehmcn. Ihr Man» hatte sie verlassen. Und.wenn, Truckenbrott diesen Manst einen Schüft stastnt«, um den es, sich weiß. Gott nicht..mehr, verlohn«, dann hatte sticht «IstMstl dasisie berührt.'SIe lebte'.in'elster anderen Welt. Nur einmäl, als Truckcnbrott' mit der.Faust äüf.deN/Tisch-hieb sn mätzsosci:'Epbifterüng. hatte sieHfl-:ftetzestd angeschäptr"''-.7'..'i ...^„Laß-ihm doch-endlich.seinen Frieden, Camillo I" hatte sie gesägt, und das, daß sie diesen: Menschen nicht grollte,- sondern ihn immer noch liebte, liebte Ivie-eh-und je,— das war. düs Schlimmste dabei.:-. Und das Leben ging weiter, aber das Kind war krank. Noch hatte sie nichts von ihrem Mann gehört, da saß Veronika, am Bett ihres Jungen und hielt die fieberheiß« Hand. Nacht um-Nacht wachte sie in der kleinen bunten Stube des Kva- ben, strich beruhigend über, sein glühendes Gesicht, machte ihm Umschläge, matz, das Fieber, tröstet« ihn, am Bettrand hingesünken, mit guten, zärtlichen-Worten, mit kleinen behutsam«» Gesten, hinter denen-dse würgeiide Angst lauerte, daß man ihr nun auch da- Kind, noch nehmen würde", das fröhliche, lachend« Kind,— sein-Kind— das nun. schon lange nicht mehr jauchzend durch die-Stube».trippelte, sondern sich angstvoll in,- dest Ecken der Wohnung verkroch, aus. furchtsamen Augen um-sich.schauend-und- manchmal aus» schreiend, als sei eS^n-Rot.- ... Solange Truckenbrott noch, da gewesen war, hatte, sie. das, nicht-.weiter beachtet.-Die.-. Mutter war jg-um das Kind, und die Mutter beklagte.sich darüber,, datz es weinerlich und schreckhaft-gewor» deii fei,-Doch erst/ als Truckenbrott längst schon wieder in der Stadt.am Fluffe war und Veronika ost stündenlang auf einem Stuhle saß, die Hände im Schoß; gedankenlos vor sich hindKmmernd,'fieI ihr"auf, datz der Knabe sie stumm und-stünden, lang beobachtete; daß er sich nicht rührte;' datzxt -den Mund halb offen hielt und. rote Flecken tauf den Wange» hatte; datz er zusammcnschrecktc, wenn sie sich-bewegte ustd ihn anrief, datz er sich wehrte, wen»-"sie ihn aufheben wollt«, gerade.fo, als ich er d«n-krallenden Griff der Alten au» dein „Hirschen" noch an seinen Aermchen. spüpet- lind dätz-er weinte, wimmernd, jämmerlich, entsetzlich anzützüren, nicht zu beruhigen.." ," Samstag, 29. Mai 1937 Seite 3 fudetendeutsdier Zeitspieget restlos»achgezählt wenden mutz. Da die sechs Angeschuldigten freiwillig auf"die sofortige Wiederaufnahme verzichteten, konnte man auf diesen Vorschlag eingehen. Von diesen sechs Arbeitern ist nur einer Sozialdemokrat; einer ist christlichsozial, ein weiterer gehört dem Brün- ner Verband, ein vierter der Gablonzer Gewerkschaft, der fünfte den Kommunisten an/der sechste ist indifferent. Neue SdP-Aeitungen. In Haida erscheint unter dem Titel„D e r V ormarf ch" ein neues Kreisblatt der SdP, das an Stelle des „Trommlers" tritt, gegen den ein gerichtliches EinstellungScrkenntni» erlassen wurde. Ausserdem bereitet die SdP auch die Herausgabe eines M o n t a g S b l a t t e s vor, das demnächst in Teplitz-Schönau zu erscheinen, beginnt, . Unfall im Bergwerk. Auf dem Neu-Agnes- schacht in U n terreichenau hat sich Freitag mittags ein schweres Unglück ereignet." Der Arbeiter Eg e r m e i e r wurde bei der Verschlem- müng des AbbaUeS verschüttet. Obwohl die Rettungsversuche sofort einsetzten, konnte, der Verunglückte b!S in die Abendstunden nicht geborgen werden. Die Rettungsarbeiten sind sehr schwierig, daHne neue Umbruchstrecke" getrieben werden mutz. Man hofft, EgerMeier lebend bergen zu können." Selbstmord wegen eines SdP-Artikels. In Nendet hat der Kanzleigehilfe M., welcher der Polizei zugeteilt ist, Selbstmord durch Erschie» tzen. verübt. Er war in einem Artikel im SdP- Blatt„Volksruf" beschuldigt worden,'auf dem Bärringer Fest, ein Stück Wurst gestohlen und den Versuch unternommen zu haben, auf einem fremden Motorrad nach Hause zu fahren. Der Beamte hatte"auf Grunh dieses Artikels eine Un«. tersuchung durch dje vorgesetzte Behörde ift.«tz»! warten, doch zog er es vor, aus dem Leben zu scheiden. Selbst wenn die Beschuldigungen wahr gewesen wären, hätte.wohl eine Anzeige gegen den Beamten genügt. Aber die Leute, die nichts dabei finden, dass,sich Politiker von Kapitalisten Autos schenken lassen und dah in Deutschland Grotzdiebe an der Macht find, müssen in ihren Zeitungispalten umsomehr Jagd auf kleine Leute machen. Der große Festabend beim RW-Aufmarsch In Aussig Wir können heute schon allen Teilnehmern des 1. Reichsaufmarsches über denFestaben d, der im herrlich gelegenen Warmbads» Kleische stattfinden wird, berichten, dass die Vorarbeiten schon recht weit gediehen sind. ■ Seit der ersten konstituierenden Sitzung des Festabend-AuSschusseS, wo das ganze Programm ausgestellt und aus die einzelnen Organisationen aufgeteilt wurde, sind die einzelnen Detailaufgaben schon in fast allen mitwirkenden Organisationen Sutzerst aktiv gelöst worden. Es ist erfreulich, feststellen zu können, datz das ganze, recht inhaltsreiche Programm eine Kollektivarbeit aller proletarischen Organisationen der Aussiger Arbeiterbewegung ist. ES wirken mit: die R. W., die Kinderfreunde, die S. I., die Naturfreunde und Sänger, die Turner und Turnerinnen, Schwimmer und Schwimmerinnen, die Radfahrer und auch die Genossen und Genossinnen aus der Partei. Wir"werden in den nächsten Wochen das Programm-Punkt für-Punkt — in Fortsetzungen— der gesamten Arbeiter- öffemlichkeit mitteilen. Wirwissen aber heute schon: wer einen ün- veraesslich sLopen, festlichen proletarischen Abend MnwlEm-kmll/-"otr komme zum RW-Treffen nach Aussig vom 8. bis 5. Juli 1987. Flaul halten I ' Die„Rote Fahne" gleicht entweder einem sehr, sehr schwerhörigen Patienten oder einem Wanzenhast zudringlichen Schwätzer. Seit Mona«\ ten versucht sie, mit uns in eine Diskussion über den„Tr«tz8Sm)i»7zmnd, ähnliche, sie. bewegendr Dinge aff kommen TW rülpst uns' zu" diesem ZweMbitltl M? bald apostrophiert sie uns" in peinlich kollegialer Weise, um uns„freundschaftlich" zuzureden. Das Ganze wird Mit Drohungen, Frechheiten, Denunziationen und ähnlichem i Gewürz aus der Speisekammer dieser emeritierten Radikalinskis durchsetzt. Der Brechreiz: den es verursacht, wird dadurch nur noch grösser. . Wochenlang hat die„Rote Fahne" abwechselnd die Redaktion des„Sozialdemokrat", dann wieder einzelne Genossen, dann die erlogene „Trotzkistenzelle" im„Sozialdemokrat" unter, den fadenscheinigsten, lächerlichsten, meist frei erlogenen, Vorwänden angepöbelt und zu bedrohen versucht." In zudringlicher Weise wurden dieDele- gierten unserer Reichskonferenz wochenlang auf-, gefordert, einzuschreiten.und die„Trotzkistenzelle", heraüszuwerfen und ähnliche Bübereien-mehr/ I ItUN7"dtS'"Ri!lchSkönfetkÜz^ hat staitgefunden und selbswerständlich hat sich kein einziger Delegierter mich"-nur'eine Silbe lang mit- den Paroleü"beschäftigt, welche die„Rote Fahne" wochenlang auSgespuckt hat. Nun zerspringt die alte Bettel vollends vor. Wut und keift, datz es-eine Art" hat. Donnerstag will.sie-uns neuerlich eine- Stellungnahme' gegen die spanische Volksfront"nachweisen ündstnst einem grossen Aüfwänd von Namen,-Zitaten", Verdrehungen and-! Erfindungen wagt sie die These"zu konstruieren,-Mir- seien» der» spanischen" Regierung in den Rücken gefallen, hätten die Putschisten in Schutz"» genommen,--seien"-Bundesgenossen'» Fran- eos uüd dergleichen, mehr. Die Anarchisten er> scheinen nun, bloss weil w i r das Verbrechen der Anarchisten angeprangert haben, al»' die. treuen BundeSgeNüssen der Volksfront-und"werden-von der„Roten Fahne" in"Schutz-genommen.". Denn für Vie /Rote Fahne" gibtws kein Verbrechen auf dein' weiten Welt, keine Untat, keine- Katastrophe, die nicht von Trotzki verursacht, angestistet, aus- geführt wurde. Wir müssen e» der i zudringllchesi /Roten Fahne" einmal in- aller Deutlichkeit sagen: wir haben keine- Lust, Uns mit-ihr i herzustellen,»wir halten- eS- für die überflüssigste Sache der West, I in ein Duett mit ihr einzutreten, wir machen unS j nicht lächerlich, indem wir uns über die Wahn-» Vorstellungen vom„Trotzkismus" in DiSkussiS« nen einlassen. Die Denunziationen und Rüpeleien lassen un- politisch kalt, wir"empfinden sie nur als Belästigung, als Zudringlichkeit. Und im Interesse der europäischen Arbeiterbewegung halten wir nur eines für dringend geboten, dirascheste Liquidierung einer politischen Sektiererei, die sich in Erinnerung an glanzvollere Zeiten„Kommunismus" nennt,. aber nicht» al» Raunzerei, Wichtigtuerei, Anbiederung und, wo Die Wiedereinstellung der Streikenden bei Etrlch " Von den Etrich-Arbeitern werden nur insge samt sechs nicht sofort wieder in den Betrieb ein gestellt werden. ES handelt sich dabei um diejeni gen, gegen die eine Anzeige erstattet wurde, dass sie Angestellte deS Betriebs insultiert hätten. Es wurde mit den Unternehmern, die diesen Vor schlag machten, vereinbart, dah bei diesen sechs die Rechtsentscheidung abgewartet.werden müsse, ehe_._. über ihre Wiederaufnahme in den Betrieb entschie»»das nicht verfangt, Frechheit und Denunziation den werden.kann. Diejenigen, gegen die eine An» vorstellt. Für Sozialisten, Demokraten, für ehr» klage aUSbleibt oder die freigesprochen werden,\ lich kämpfende Arbeiter ist die Sozialde- müssen am Tage der so erfolgten Entscheidung mokratie heute mehr alS jemals in den Betrieb zurückgenommen die einzig-denk bare Partei. Was sich "werden, wobei ihnen die vom Tage"der Be-! heute angeblich links von ihr wichtigtuerisch triebsaufnahme ausgelaufene Lohns um m e und geschwätzig herumdrückt, erweist sich als Hin- dernis auf dem Vormarsch der Arbeiierbewegung. Und nur"als solches interessiert es noch. In diesem Sinne möchten wir der„Roten Fahne" ein für allemal, auf ihr Gekläff ein lautes und eindeutiges„Halts Maul!" zurufen. Hmeryerteldlgung mit Pornographien Goebbels hielt Freitag abends eine Rede, die ursprünglich nur als Antwort an den amerikanischen Kardinal Mundelein.gedacht ! war, in Wirklichkeit aber vor allem ein Versuch war, Hitler»und sein System nach innen zu rechtfertigen.-. Zunächst, erzählte Goebbels, im Stile eines Schauerroman- angeblich wahre widerliche Einzelheiten au» den Sittlichkeitsprozessen gegen katholische Priester.'Er beschimpfte die ganze Kirche im-Sauherdenton, meinte, es müsse mit den „Schweinereien" aufgeräumt werden, die sich in den Schaüprozeffen gezeigt hätten und die weit umfangreicher seien als die-Oessentlichkeit glaube. ! Goebbels verwies in seiner Rede auf den 89. Juni ! 1984, an welchem. Tage sechzig Homosexuelle— eine neue Ziffer I— erschossen worden seien-imd drohte- unverblümt mit einer Wiederholung■ dieses radikalen Verfahrens. Er nahm anch dse-deutsche Justiz, gegen die:.Angriffe. MundeseinS in Schutz, von denen er sagte: dass sie. von Deutsch- land-auS inspixiert-worden.seien. Bei. einer Fortsetzung, der Tätigkeit. Mundelein-, würden, die kirchlichen- Würdenträger.. ist- D e ü t s ch l a n d zur.-Beräntwostuyg-gezogen-werden.. ." Nachdem GoebbelS so versucht hätte, seinen" Zuhörern-s.GÜHeS"-zu gebens wandte er sich ande- ren Fragen zu",- Er gestand, dass", die ReichS- regierung grosse Gorgen habe uüd dah nicht gentiss Lebensmittel Dr"die. Versorgung". der deutschen Vevöllerüng Vorhänden seien. Aber daran sei die W e l t schuld, die sich gegen Deutschland ver- .' schworen---habe-ü'yd.- das deutsche Volk..werde sich helfeNi in-vew eS äilr der-Not" eineTugend mache. Deutschland"habe- die demokratischeste. Regierung - der. Welt,.-denUdiqse-stehe dem Volke Rede"und. Äütwort. ab^r wenn-daS Bolk in Gsfghrsei, habe « e bn e r zu befehlen und le» Hube zu g e h o r ch e n. Män solle doch Hitler vertrauen, der keine andere Gorge HiBe al» die, Brot für die-Nation z"ü be« ! schaffen und dse. Rohstoff-Uyd Devisennot zu be- f- seitigen/ Vie Won den" an d er e n"hetvörgerusen , wordm-lei,--">-.--- Eine Familientragödie In Komotau. Mittwoch, den 26. Mai, starb an den Folgen eines» Herzschlages während des Unterrichtes der Professor der StaatSgewePbeschule In Komotau Jng. Otto Klassen im Alter von 49 Jahren. Seine 88 Jahre alte, in Komotau! Scheunentveg Nr. 2496, wohnhafte Gattin Valerie hat sich den Tod ihre» Mannes so zu Herzen genommen,, datz sie Donnerstag nachmittags aus dem Fenster ihrer Im zweiten. Stock gelegenen Wohnung sprang, auf einen Strahenstein aufsiel und auf der Stelle tot -SUPPEN rasch zubereitet, wohlschmeckend und billig. In allen Konsumgenossenschaften erhältlich I War. Aus der Ehe dieser zwei verhältnismässig jungen Menschen sind zwei Kinder im Alter von zwei und vier Jahren vorhanden, die nun beide vollkommen verwaist sind.> Sonntagsrückfahrkarten nach Bad Liebwerda im Jseegebirge. Wie uns die Kur- und Badeverwaltung in Bad Liebwerda mitteilt, hat die Staatsbahndirektion in Prag ab 22. Mai l. I. die Ausgabe von Sonntagsrückfahrkarten von Prag-Denisbahnhof und Prag-Wilsonbahnhof direkt»ach Bad Liebwerda (Station Hejniee—Läznö Libverda) bewilligt. An alle Arbeiter-Photographen richtet, die Union-Zentrale in Aussig nochmals die Aufforderung, zu helfen, dass sie von der ersten Union-Maiwande- rung von jeder Kindergruppe Photos erhalte. Ani 89. Mai werden 20.000 Arbeiterkinder wandern, vom Abmarsch oder Lager oder Ziel möge eine Aufnahme(in zwei Exemplaren, schwarz-weiss, glänzender Papier, Mindestgrösse 12X0 Zentimeter) bis zum 19. Juni 1987 eingesendet werden. Die zehn besten Aufnahmen werden mit proletarischer Unter- haltungSliteratur belohnt werden. Alle Photos müs. sen auf der Rückseite folgende Daten tragen: Verein, Ziel, Name deS KInderturnwarteS und Adresse des Einsenders. Äusser den Kinderturnwarten sollen keine Erwachsenen aufS Bild kommen! Di» Prager Deutsche Arbeitersendung bringt in dieser Woche: Sonntag, 89. Mal, 14.29 bis 14.89 Uhr: Neues demokratisches Indien(Ruth Körner); 14.89 bis 14.83 Uhr(StraSniee): Für Bilk und Frieden. . Mittwoch, 2. Juni, 18.40 bis 18.39 Uhr: AebeitSmarkt; 18.20"bis 18.49 Uhr: Jugend und Demokratie(Rudolf G e i ssler-Teplitz); 18.49 bis 18.69 Uhr: Soziale Informationen. Freitag, 4. Juni, 18.85 bis 18.45 Uhr: Aktuelle zehn Minuten. S o n n t a g, 6. Juni, 14.29 bis 14.89 Uhr: Da» Leben muh bequemer«erden(Maria Bien- stock); 14.89 bi» 14.85 itzhr(Straönice): Für Volk und Frieden. Im ganzen war die Rede darauf gerichtet, von den Problemen Deutschlands abzulenken durch pornographische Erzählungen über die Schandtaten der Priester, und, soweit die Ablenkung nicht möglich wäre, durch eine demütige Entschuldigung der Zustände unter dem Hinweis auf die Tücke des Auslandes. Streik der Erdöl*Arbelter In Mexiko Mexiko. Da in den Verhandlungen mit ven Arbeitern der Erdölgewinnung keine Einigung erzielt werden konnte, ist beginnend mit Donnerstag nachts der Streik verkündet worden. I» Eisenbahnerkreisen befürchtet man, dass der gesamte Bahnverkehr in Mexiko stillgelegt werden müsste, wenn nicht spätestens innerhalb acht Tagen eine Einigung erzielt werden würde. Fast alle mexikanischen Eisenbahnen werden mit Oel- feuerung betrieben:••■ Genfer Beratungen : der Kleinen Entente , Genf. Das Diner, welches Aussenminister Dr. Krofta für die Delegierte» Frankreichs, Russlands, der Staaten der Kleinen Entente und der Balkan-Entente veranstaltet?, fand- in Genf grosse Beqchtttna und nahm einen sehr gelungenen Verlaus. Währepd demselben kam es,zu wichtigen politischen Unterredungen,- insbesondere zwischen Minister Dr.Krosta und dem sranzösischen-Auhen- minister Delbos, sowie zwischen dem rumänischen Aussenminister AntoneScu und dem sowjetruffi- schen. Vollskonnnlssär für Aeusseres Litwinow. Wie man in Kreisen der Kleinen Entente an- nimtztt/ können die Genfer Beratungen einen weitere» Fortschritt in der Annäherung zivischeu Rutnänien und Sowjetrussländ bilden, In. Genf hat die Kleine Entente Ihre Solidarktsit auch durch konkrete Ergebnisse' bewiesen, welche hqupt- sächlich in der Festlegung des Vorgehens in allen Wichtigen"mitteleuropäischen Fragen.in Erscheinung treten, insbesondere,"soweit es sich UM die künftige-' Politik dec Kleine» Entente gegenüber, Ungarn handelt. Dar.^Geburtstag des Präsidenten der Republik -- Der 28: Mai wurde auf der Präger Bübg in sehr stiller und einsacher Form gefeiert," so wie es anch beim Geburtstag des Präsidenten Masaryk der Fall lvar, Nur die Flaggen ans den Masten des ersten Burghofes und die Fahnen auf einigen Bnrgobjelten deuteten darauf hin,- dass der heutige Tag einen festlichen Eharakter hat. Der ganze Vormittäg lvar durch die offiziellen Besuche beim Präsidenten ausgefüllt. Hm 10 Uhr lvurden der Präsident des Abgeordnetenhauses Jan Malypetr und Senatspräsident Dr. Soukup und nach ihnen der Vorsitzende der Regierung Dr. Milan Hodsa in den Andienzsaal geleitet. Um 11 Uhr empfing der Präsident den Doyen des Prager dipwmatischen Korps, den Apostolischen Nuntius Dr. Saverio Ritter, der die Glüekivünsche des diplomatischen Korps verdolmetschte. Um 11.89 Uhr wurde die Delegation der Armee und dann die Vertreter der Legionär- gemeinde empfangen. Offizielle Kulrdgebungen fmrden nicht statt, für jeden Besuch war pr'o- grammässig eine halbe Stunde vorgesehen, einige Besuche dauerten aber länger und es wurden,,ini Gespräche zahlreiche politische und kulturelle, wirtschaftliche nnd soziale Fragen behandelt, die gegenlvärtig im Vordergründe des Interesses stehen. Im Rahme» deS SchnIrundfnnlS fand um 11.13 Uhr eine Sendung für alle deutschen Schulen in der Republik statt, in welcher die deutsche Schuljugend ihre gemeinsamen und aufrichtigen Glückwünsche übermittelte. Nach einer musikalischen Einführung sprach Unterrichtsminister Dr. Emil Franke in deutscher Sprache an die Schuljugend über die Persönlichkeit»ich die der Anf- rechterhaltung des Friedens nach aussen und der friedlichen und vertrauensvollen Zusammenarbeit aller Nationen im Innern des Staates gewid- ineten Tätigkeit des Präsidenten der Republik. Gablonzer Glasindustrie Im Ministerrat Prag. Der Ministerrat hielt am Freitag, den 28. Mai, nachmittags eine ausserordentliche Sitzung ab, in der der Vorsitzende der Regierung Dr. Milan HodZa ans Anlass des Hinscheidens des Vorsitzenden der ersten Regierung der Republik Dr. Karel Kramäk, eine Trauerrede hielt. Nach beendigter Trauersitzung des Ministerrates begann die ordentliche Sitzung, in welcher die Handelsabkoinmen mit Argentinien und K o l u m b i e n, und zwar mit Wirksamkeit vom 1. Juni l. I. angenommen wurden. Der Nationalversammlung werden gleichzeitig die entsprechenden- Regierungsvorlagen- zur verfassungsmässigen Behandlung vorgelegt werden. Gleichfalls zngestinnnt wurde der Regelung des gegenseitigen Warenaustausches mit Belgien,- wel- cher vom 1. Juni laufenden Jahres in Kraft tritt. In wirtschaftlichen Angelegenheiten hat der Ministerrat die Zustimmung zur Regelung der Ausfuhr des MaisüberschnsseS ausgesprochen. Im Prüizip wurde im Rahmen der Berhandlungen über eine zweckmässige NegelungderBer- hä l t ni s s e inderErzeugung d er Gablonzer Glaswaren der entsprechende. Entwurf einer Regierungsverordnung angenommen. Der Ministerpräsident berichiete über die Vorbereitung einiger Gesetzentwürfe und administrativer Massnahmen; in der nächsten Zeit- Iverden der Nationalversammlung die Gesetzentwürfe über die Städteregulierung(AssanierungSgesetz), weiters der Strassengesetzentwurf, der Gesetzentwurf über die Regelung des Bankiergewerbes, der Gesetzentwurf über die Aufteilung der Wahlkreise in der Slowakei und dann der Gesetzentwurf über die Waffen vorgelegt werden.- Konkurs der Masaryk-Wohltätigkeitsstistung im Jahre 1937. Das Innenministerium schreibt im Amtsblatt einen Konkurs auf Verleihung dee Genüsse aus der Masaryk-Wohltätigkeitsstistung für daS Jahr 1937 aus. Die Frist zur Einreichung der ungestempelten Gesuche, welche dem Landesamte vorznlegen sind, in dessen Bereich der Gesuchsteller seinen dauernden Wohnort(Sitz) hat, beginnt mit dem 1. Juni und endet mit dem 81. Juli 1937. Die Dotierung eines Stiftungsplatzes beträgt grundsätzlich 2999 llä. Die psysischen Personen beschaffen sich für das Gesuch von den zuständigen Behörden Armuts-, Wohlverhaltungs- und Staatsbürger- schaftSzeugnisse. Die juristischen Personen(z. B. Taubstummen-, Blinden-, Krüppelinstitute usw.) legen dem Gesuche die geltenden" Statuten, den Jahresbericht.für das Jahr 1936, das Budget für das Jahr 1937 und eine Uebersicht über ihre Tätigkeit bei. Gesuche, die n a ch dem 81..Juli 1937 dem Landesamt zugehen, werden n i ch t berücksichtigt. Die Stiftung verleiht das Innenministerium Ende deS Jahres 1937.- I... Im Jun List der ilNDERtlG 'Gestaltet diesen Tag su einer großen Manifestation für die geistige Freiheit unserer Kinder! Sette 4 SamStag, 29. Mai 1VS7 Re, M. Ein Brief aus Spanien Werte Genossen! Aus Len Schützengräben der Jarama-Front übersenden wir der deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei, dem Sozialistischen Jugend- verband und der RW brüderliche Grütze.— Die Verbundenheit mit dem gegen den Faschismus kämpfenden spanischen Proletariat hat uns bewogen, unsere Heimat zu verlassen und der spanischen Demokratie unsere Kräfte zur Verfügung zu stellen. Wir- sind uns der Schwere des Kampfes und des Opfers, bewußt, die von dcnr Einzelnen und von der Gesamtheit gefordert werden, aber wir sind alle von dem Endsieg der spanischen Demokratie überzeugt und wünschten nur, datz nicht nur alle demokratischen Kräfte Spaniens, sondern die der ganzen Welt sich zu- sammenschlictzen, um den Faschismus niederzu- ringen. Darüber hinaus steht die Aufgabe vor uns, jenen Feind zu schlagen, der am stärksten das deutsche Gebiet unserer Republik bedroht: den HitlerfaschismuS. Wenn wir hier auf der Hochebene vor Madrid deutschen Truppen gegenüberstehen, überall die deutschen Aufschriften auf den Kisten und dem KriegSgerät im eroberten Gelände sehen, wenn deutsche Bomber über unseren Stellungen kreisen und die deutschen Tanks an unsere Gräben kommen, da bedarf eS nur einer geringen Illusion, zu glauben, datz wir hier u n- ni i t t e l b a r unsere Heimat verteidigen. Wir schon daS Jsorgobirge und das Ricscngebirge vor uns... Wird der Feind hier geschlagen, dann wird er unsere Heimat verschonen. DaS ist unser Glaube. Wir verteidigen hier nicht nur die Freiheit des spanischen Volkes, sondern auch die Freiheit unserer engsten Heimat und unserer Republik. Mit unserem Grütze„Freiheit"! stir die deutsche Gruppe im Bataillon Edgar Andrer Johann PI e i n e r, Gruppenleiter, Arthur Fischer, Arthur Lehnert, Rudolf K ö st l e r. Der Minister' für soziale Fürsorge Jng. NeiaS spricht am Sonntag, den Sv. d. M. im Rundfunk über die Welttextillonferenz in Washington. Paul Boncour nach Preßburg. Der ständig« Delegierte Frankreichs beim Völkerbund, Paul- Boncour, wird nach Pretzburg kommen, wo ani 20. Juni der Kongreß der Internationalen Union der Völkerbundsvereinigungen stattfindet. Der tschechoslowakische Rundfunk hat auf der Pariser Weltausstellung eine Exposition, die ebenso wie die der andern europäischen Sendegesellschaften im Pavillon des französischen staatlichen Rundfunks untergcbracht ist. Außerdem wird er im tschechoslolvakischen Pavillon durch eine technische Einrichtung für lokalen Funk repräsentiert sein, die aus Mikrophonen, Verstärker» und zwölf Reproduktorcn bestehen wird. Diese Anlage wird für Ilebertragnng bei besonderen Anlässen und für daS Abhören der tschechoslowakischen Sender benützt werden. Der Fallschirm-Sprungturm auf dem Prager AuSstellungSgelände nähert sich seiner Fertigstellung. Tas in einer Eisenbetongrundlag« verankerte, aus Stahlröhren bestehende Gerüst wird eine Höhe von 84 Metern erreichen und ein Gelvicht von 80.000 Kilogramm haben, der Ban soll bis Mitte nächster Woche fertiggestellt sein. Für di« ersten Absprünge sind bereits an 200 Personen vorgemerkt. Tod durch Blitz. Bei einem Getvitter schlug der Blitz in den Dachgiebel eines Hauses i» Neuhaus ein, glitt längs des Daches in die Bodeninansarde ein, die gerade von der 26jährigen R ujena Z a ch o v ä, Frau eines Maurers und Mutter von zwei Kindern, geschlossen wurde. Die Zachovä wurde auf der Stelle vom Blitz getötet. Sodann passierte der Blitz die Woh- nungSräumlichkeiten, wobei niemand zuschaden kam.— Am Donnerstag ging über Zentra iJugoslawien) ein starker Gewitter nieder. Zu dieser Zeit beteten in einer Hütte an der Pere- pherie acht Mohammedaner. Der Blitz schlug in diese Hütte ein und tötete drei der betenden Mohammedaner, fünf wurden schwer verletzt. Süll Kilometer in brr Stund«! Der sowjetrussische Flieger I l L e n k o legte am 27. Mai mit einem motorlosen Flugzeug mehr, als 400' Kilometer mit einem Beobachter zurück. Der Flieger Rastorgulcw erzielt« auf' einem einsitzigen Segelflugzeug 080 Kilometer. Beide Leistungen bedeuten dielleberbietung von Weltrekorden. Ein schweres Unglück. Der Schnellzug K r o n st a d t— Bukarest raste in der' Nähe von Kronstadt auf einem Bahnübergang in einen vollbesetzten Autobus. Der Autobus wurde zertrümmert. S« ch s I nfasse n wären auf der Stelle tot, sieben sind schwer verletzt wurden und dürften kaum mit hem Leben davon kommen. 16 Personen sind leichter verletzt. Plccard* Stratosphärenballon verbrannt Der bekannte Höhenforscher August Piccard wurde von einem' schweren Verlust betroffen. Bei dem Versuch eines Aufstiegs geriet sein Stratosphärenballon in Brand und wurde in wenigen Augenblicken völlig vernichtet. Personen erlitten zum Glück leinen Schaden, aber dem Forscher entstand durch die Vernichtung des Ballons und der wertvollen Metzinstrümente ein erheblicher Verlust. Furchtbare Katastrophe einer mexikanischen Stadt Mexiko City. AuS der Bergstadt Tlal» p u j a h u a im Staate Mexiko City traf di« Nachricht über eine Katastrophe großen Umfanges «in, von der die Stadt heimgesucht wurde. Infolge der andauernden Regengüsse, welche stellenweise wollenbruchartigen Charakter annahmen, wurde daS Wasserstauwehr durchbrochen und das Städtchen überflutet. Man nimmt an, datz einig« hundert Bewohner der Stadt unis Leben kamen. Gleich zu Beginn der Rettungsarbeiten wurden aus den Trümmern der Häuser 20 Leichen geborgen. Eine grohe Zahl von Personen wurde schwer verletzt. Unter de» Opfern der Katastrophe befinden sich namentlich jene Einwohner der Stadt, die nichts ahnend in ihren Behausungen weilten. Die ungeheuren Wafferinaffen des Stauwehrs überfluteten zahlreiche Häuser bis Wer das Dach. SeemannStod. Die der Kolonial-Seeliga gehörende Facht«Gryf 2" wurde in der Gdinger Bucht von einem Sturm erfaßt und sank, wobei zwei Personen ertranken. Zwei weitere Personen erreichten schwimmend dar Ufer. Höllenmaschinen in Warschau. Krcitaa nüttäaS explodierten in dem Gebäude, in welchem sich die Bureaus und die BercinSlokale des Vereines der polnischen Lehrerschaft, einer Zentralorganisation der polnischen Volks- und Mittelschullehrer befinden, zwei S ö l l e n m as ch i n e n, die im dritten, Stockwerk niedergelegt worden waren. Einige in bei» Stockwerk und im Stiegenbaus befindliche Personen wurden leicht verlebt. ES wird angenommen, datz der Anschlag auf politische Motive zurückzuführen ist. Aaszebrochen.Vierzehn Schwerver- br e ch e r sind aus dem Gefängnis in D u b n o (Polen) durch einen in langer Arbeit heimlich hergestellten unterirdischen Gang unter der Gefängnismauer in der letzten Nacht geflüchtet. Die Verfolgung stützt auf erhebliche Schwierigkeiten, da Dubno in einem großen Waldgebiet liegt. Lontoner Autobusse fahren wieder. Nach Beendigung des Streiks der Londoner Autoburange- ftcllten wurde Freitag nach längerer Zeit wiederum der normale Verkehr auf allen Londoner Autobuslinien ausgenommen. Flugzeug, im Gewittersturm. Während des Fluges von Oslo nach Christianfand gerieten 12 Militärflugzeuge in einen Gewittersturm. Drei der Flugzeuge muhten wegen Mangelsjm Betriebsstoffen notlanden, wobei«in Pilot um» Leben kam und zwei verletzt wurden. Zwei weitere Mitglieder der Besatzung konnten sich mit dem Fallschirm retten. Die Flugzeuge wurden zertrümmert. Ein Schreibmaschinen-Wettschreiben fand Donnerstag unter starker Beteiligung der Oef- fentlichkeit im Prager Lucernasaal statt. ES konkurrierten zwei sechsköpfige„Maimschaften" der Firmen Waldes und Siegmund. Im Geschwin« digkeitSwettbcwerb siegte' mit beträchtlichem- Vorsprung das Team der Firma Siegmund, das in fünf Minuten 12.524 Anschläge verzeichnete (pro Kopf 415), während eS das unterlegene Kollektiv der Firnia Waldes nur auf 10.689(pro Kopf 856) brachte. Interessant ist, daß" die siegreiche Mannschaft durchwegs aus Männern be- stand, während die unter den Unterlegenen fünf Frauen und ein Mann waren. Di« Sieger gewannen mit ihrer Leistung den stir diesen Wettbewerb gestifteten Wanderpokal. Ferner gab eS Wettbewerbe von Einzelpersonen im Schnellschreiben nach tschechischem und deutschem Diktat. Bei ersterem besetzten die ersten drei Plätze wieder drei Herren von der Firma Siegmund, beim deutschen Schnellschreiben placiert« sich nach den Herren Litz und Opletal an dritter Stelle Frl. Sommer. Abgeschlossen wurde der Wettbewerb durch Konkurrenzen in fehlerlosem Schreiben nach dem Zehnfingersystem bei richtiger Körperhaltung, im Schreiben mit verbundenen Augen und mit aufgesetzten Gasmasken. Das Protektorat dieser Veranstaltung hatte Schulminister Doktor Franke übernomnien. Verschollene Riesen. Archäologische Arbeiten in ter Nähe von Craiova haben die Spuren einer Menschenrasse zutage gefördert, die nach ter Ansicht-der Wissenschaftler vor rund 20 Jahrtausenden diese Gegend bewohnt hat, Pkan.fand, aste Feuerstellcn und mchrere, teiüveis«' erhaltene Sicinsärge, die ourch ihr« außerordentliche.Grütze' auffielen.! Die Särge maße» im Durchschnitt zweieinhalb Meter in der Länge. In einem von ihnen fand man noch Teile einer Skeletts, und zwar einen Unterkiefer, Beckenknochen und einen Oberschenkel. Auch diese Knochen müssen zu einem ungewöhnlich groben Menschen gehört haben. Eine oberflächliche wissenschaftliche Ueber« Prüfung macht er wahrscheinlich, daß ihr.Träger 2.80 bis 2.40 Meter grob gewesen ist. Jntereffan- terweise hat man sonst bisher von dieser Riesenrasse noch keine Spuren gefunden.. Etwas kühlere Luft, die aus Nordwesten gegen das Festland strömt, ist bereits nach Karpathorußland gelangt. Im Zusammenhang damit-wurden Freitag im Karpathengebiete der Republik zahlreiche Gewitter beobachtet. Sonst tritt unter dem Einflüsse höheren Druckes, welcher sich über daS Binnenland ausbreitet, vom Westen her eine neuerliche Besserung. w Alfred Adler geworben . 3»; Aberdeen(England) ist Freitgs früh der bekannte österreichische ÄndiVidUjlpsy- chologe Professor Alfred Adler plötzlich gestorben. Alfred Adler, einer jener Gelehrten, die den Ruhm österreichischer Wissenschaft ist. die Hit« Welt geträgen'haveil, war der BegkUndeH-der Asydividualpsychölogle, einer Lehre, die seelische Erkrankungen aus Minderwertigkeitsgefühlen, hie oft ihren Ursprung in Orgänverkümmerungen haben, und aus daraus sich ergebender Flucht In di« Krankheit,' in die Neurose, erklärt.- Als'Heilmittel schlägt sie Ermutigung vor.- Adlers Lehre ist weit bekannt geworden und hat viel« Anhänger gewonnen, besonders unter modernest Pädagogen. Alfred Adler war zunächst.Schüler und Mitarbeiter Siegmund Freuds, des Begründers der Psychoanalyse, dem der Rühm gebührt, die neue Psychologie begründet und als erster auf die gewaltige Rolle des unbewußten Seelenlebens verwiesen zu haben. Alfred Adler trennte sich von Freud, weil dieser nach Adler» Meinung allzusehr alle seelischen Erkrankungen- auf Störungen der Sexualität, auf sexuell« Früh erleb- nisse zurückführte. Adler glaubte'-erkannt' zu haben, datz eine nicht minder häufige, ja entscheidendere Ursache seelischer Erkrankungen'- in Organminderwertigkeiten und in Minderwertigkeitsgefühlen, die aus dem gesellschaftlichen Kampf entstehen, zu finden ist. Sein Bemühen ging darauf aus und seine Anhänger sind bestrebt, die Kranken zu ermutigen, sie dadurch der Gesellschaft wieder zurückzugeben.— Auch Geltungstrieb, der sowohl iyr persönlichen Leben einzelner wie im gesellschaftlichen Wirken mancher Menschen einesso ungeheure Rolle spielt, kann erklärt werden als Ueberkompensationsvevsuch, als ein Wettmachen organischer Mindevwirtigkeit. Mancher Diktator, mancher Politiker kann mit Hilfe der Adlerschcn Andividualpsychologie besser verstanden werden: Dollfuß imd Goebbels etwa, aber wenigstens teillveise auch Hitler.— Adlers Theorie versucht, die moderne Psychologie mit der-Soziologie in Verbindung zu bringen. DaS letzte Wort ist freilich über Adlers Lehre ebenso wenig, wie über Freuds Psychoanalyse gesprochen..Beiden Theorien hasten Einseitigkeiten an, die Entwicklung der Psychologie dürfte, wesentliche».beider Theorien als Bausteine benützend, zu einer.Synthese und über beide Lehren hinaiGsühttm? i Alired Adler, ein gebürtiger Wiener, wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf und hatte auf sei« nein Wege nicht nur mit den aus ihnen sich ergebenden Schwierigkeiten, sondern auch mit Hemmenden Krankheiten schwer zu kämpfen. Er war «in' ungemein liebenswürdiger, hilfsbereiter Mensch, den seine Menschenfreundlichkeit und sein« wissenschaftliche Erkenntnis zum Sozialismus geführt hatten. Er hat ein Alter von blotz 67 Jahren erreicht. ein; die Aussichten für die nächsten Tage sind daher günstig.— Wetteräussichien für Samstag: Schön und nach einer etwa- stärkeren nächtlichen Abkühlung tagsüber wieder messt wärmer. Nur im äutzersten Osten sind einzelne Gewitter nicht ausgeschlossen.— Wetteräussichien für Sonnt ä g: Ziemlich heiter, warm.. Vom Rundfunk CmpfeNMHraitti aaa das PronMNM Sonntag Prag I: 7.05 Konzert aus Karlsbad: Dvoiäk, Suppe ufw. 8.80 Minister NeöaS: Ueber die Welt- textilkonferenz in Washington. 8.50 Mu.siks Salon» guartett: Brieg, Smetana ufw.- 18.25 Slowakische Lieder. 14.20 Deutsch« Arbeitersendung: Ruth Körner: Neues demokratisches Indien. 16.50 Orchesterkonzert FOK. 17.85 Deutsche Sendung: Klassische Zeugen-. 17-40 Rundfünkwöchenübersichtt' 17.50 Runofunkorchesterkonzert aus Brünn. 18.50 Deutsche Presse. 19.25 Militärmusik aus dem Baumgarten. 22.85 Schrammelkonzert-—- Prag II: 14.80 Deutsche Sendung: Arbeitersendung: Für Volk und Frieden.-14-85 Zum Todestag von Karl KvguS-— Preßburg: 11.30 Sängerkonzert aus Wien. 12-20 Unterhaltungsmusik.— Kascha«: 11.80 Klassische Musik-— Mähr-Ostrau: 20.80 Aus Tonstlmen- Erste Stunden der Weltausstellung Diese junge Weltausstellung hat schon«Ine große Geschichte. Sie ist mit ihren Verzögerungen, mit ihren Ueberraschungen, mit ihren Fortschritten und mit dem schließlichen Wunder der— wenn auch bisher nur provisorischen— Fertigstellung ein Spiegel de» französischen Leben! diese» letzten Jahres. An den Ufern der Seine fanden all die Schwierigkeiten der neuen französischen Regierung ihren Niederschlag, aber wie die Regierung an ihren Schwierigkeiten wuchs, so wuchs auch diese Weltausstellung, die da» schönste zu werden verspricht, war je IM friedlichen Wettbewerb der Völker geschasfen wurde, Noch kann man nicht von Einzelheiten sprechen, noch überstrahlt der Blick von der Terrasse des neuen Trocaderopalaste», der weit über die Ausstellung hinaus über die ganze sonnig«, schöne Stadt schweift,' alle» ander«. Symbolisch bildet die Frledenrsäule, die in den Sprachen aller Länder zum wahren Frieden mahnt, den Abschluß zum Trocadero hin. Und zu Füßen liegen die unzähligen Pavillons— es sollen 160 sein— modern, luftig, farbenfroh und in ihrer äußeren Gestaltung, zum großen Teile schon fertig. In den nächsten Tagen und Wochen werden dies« Pavillon» einer nach dem anderen eröffnet werden, wobei der Pavillon der T s ch« ch o s l«<• wakei noch etwas auf sich warten lassen wl.rds Die Pariser und di« Fremden nähmen da» Unfertige willig, in Kauf. Diese Besuche in den ersten Stunden gelten auch noch, nicht dem Innern der Bauten, man will sich einen Ueberilick verschaffen mnd da e» noch keine Verkehrsmittel innerhalb de» AuSstellungSgeländeS gibt, haben di« Besucher mit dem Herumlaufen gerade genug zu tun. Die Anlegung der Wege war«in» der schwersten Probleme, da» zu bewältigen war. ES ist das. erste Mal, daß eine so gewaltige Ausstellung mitten in-die. Hauptverkehrsadern der,Stadt hineingebaut worden ist. Die Lösung dieseS Prgblem».bedeutet ein Meisterwerk moderner Technik. Es wurde, eine Brücke über die Seine um. da». Doppelle verbreitert, «ine weitere Biälcke für Jutzgänger und leichte Fahr« zeuge.neu,.errichtet, Unter den.Anlagen de» Troca- deroS führt ein Autotunnel hindurch, der den ganzen. Verkehr, der hier besonder» lebhaft. ist, auftuneh» men tat.. . Die großen Straßen wurden überbrückt.- An den Hauptverkehrspunkten ist es so, daß, die,.Lu»«. stellung sich einfach.«ine Etage über dem Straßen- niveau hinzieht. E» gibt, etwa zehn solcher Brüchen au» Beton,-Stahl und Holz. Die große Haupt» Hölzbrücke, von gewaltigen Holztürmen flankiert/ ist ein besondere» Meisterwerk, st« soll Demonstration-de» Hochstander der französischen Holzindustrie' sein. Und all da», entstand in wenigen Monaten. Die lachind« SpNtle» die bunten Fahnen, die staunenden Menschen lassen all die vielen Schwierigkeiten vergessen,.di« hier in den letzten Monaten überwunden wurdem Schwierigkeiten von Menschenhand, Obstruktion der Industrie der Regierung Blum in den ersten Monaten.gegenüber; der Sturm und Drang eiyer sozialen Evolution, die-au» Frankreich, noch vor einem Jahr auf- allen sozialen Gebieten so rückständig, da» modernste soziale Land Europa» gemacht hat.--Schwierigkeiten, di« die Rawr.Verursachte:- im Frühjahr Überschwemmung;. dann wochenlang unendliche Regengüsse;.und.schließlich noch,in der. letzte». Woche kein-Wolkenbruch, der die fast-fertigen Anlagen der. botanischen Abteilung»um großen Teil- zerstörte. . Die ersten Stunden der Weltausstellung- haben es bewiesen— sie. ist zu, einem wftklichtn Sieg de» neuen Frankreich geworden. -. Georg«» vr» Rr.12si GamStag, 29.. Mai 1937 Seite 5 Volkswirtschall und Sozialpolitik Der Schutz des heimischen Arbeitsmarktes DaS. FUrsorgeministerium teilt mit: In der Sitzung des MinifterratS vom 21. d. M: wurde eitle Regierungsverordnung-genehmigt, durch welche-Hic Bestimmungen des Gesetzes über den Schuh'des Heimischen Arbeitsmarktes vom 18. März/ 1928, ZI."39 Slg.• ergänzt werden. Die heutigen wirtschaftlichen. Verhältnisse und di« Regelung des Arbeitsmarktschutzes in andern 'Staaten,Hie auch gegenüber,de» im Ausland be- schästigten tschechoslowakischen StaatLangchörigen geltend gemacht' werden, erforderten es, daß auch bei uns die betreffenden Vorschriften den Ten- denzetk angepasst, werden, welche andere Staaten beim Schutz dcS'ArlieitSmarlteS befolgen. Im Mesen, bringt di« neue Regelung folgende iAenderungen:... - Vom Tage Her Wirksamkeit des Gesetzes kann fremden Staatsangehörigen.die ArbeitSge- nchmigung nach freiem Ermessen gegeben werden, insbesondere aus Gründen, der Gegen- s e i t i_n k'c ist unseres Staates Mit den andern Staaten; sowie' aus gewissen sozialen Gründen, die der früher geltenden rechtlichen Orditung nicht bekannt waren. So werden insbesondere die ArbeitSbewilligtmg fremde, Staatsbürgerinnen erhalten, können, i welche die Staatsbürgerschaft durch Heirat mit-einem Ausländer nach dem 1. Mai 11)23 erworben haben, sowie auch Personell, dis nach-diesem Tage ein Alter erreichten, in dem sic- in die Beschäftigung«intreten. konnten. Ferner führt die Regierungsverordnung eiye Evidenz der erteilten' Bewilligungen«in, welche' stets innerhalb von zwei Jahren dem Amt vorzulegen ist,^welches sie erteilte und dein nach- zuwciscn ist, daß die gesetzlichen Bedingungen für bie; Erteilung weitet bestehen. Zum erstenmal ist spätestens am 1. Oktober 1987 die Bewilligung vorzulegen und der ertvähnie Nachweis zu erbringen. Die Bewilligung fremder Staatsangehöriger, welche den Nachweis In den festgesetzten Fristen nicht erbrachten, erlischt mit dem Tag, mit dem diese Fristen endeten. Die Regierungsverordnung beseitigt auch die Zweifel in der Frag« des ununterbrochenen Aufenthaltes des Ausländers. Nach der Neurege» iVIah.erhalt für'.(■/-• KB »Ellieich-inarl.:...' 728.— 'Mapkmünzen■<..-780.-!—.. 400 österreichische Schilling ,,. 533.00 400 rülnänjfch« Lek» 17.00 100 polnische Zloty.. 549.50' 190. ungarische Pengö... 593.50 100 Schweizer Franken... 055.50 100 französische Frank»..'. 128.82 1-englisches. Pfänd.... 141.— 1 amerikanischer Dollar..- 28.00 100 italienische Lire..•.. 145.40 100 holländisch, Gulden»..... 1570.— 100 jugoslawische Dinare.. 05.30 100 dänische Kronen.... 031,— 100.-schwedische Kronen.. 730.— Die Erstürmung des Paradieses Von. Alfred. WoHenstein , Adam war aysgetiieben worden,-aus dem üppigen Garten auf'den rohen Acker. Sklave der Erbsünde, zwischen Dornen..und. Disteln,' im Schweiße seines Angesichts sollte er sein Brot essen. Bor dem verlorenen Paradiese, wie- leuchtende Erinnerungen, wie gefährliche Träume der Vergangenheit, versperrten-ihm die Cherubim mit dem Schwert deck Weg zum Baume des Lebens. > Doch der Arbeiter auf dem verfluchten Acker, ianb seine menschlich: Schönheit wieder, in der Arbeit.- Sie begann, zwischen- den Dorsten-'zu bliihenKsje' nährte'-und freute die Menschen. Je mehr sie. zu einer kraftvollen Mass« wurden,-desto notwendiger legte sich in ihnen-der Gedanke, den Fluch in einen Segen zu verwandeln. Der-Sklave begann, feiner Verbannung Herr zu werden, weil er da» Paradies ist seiner Seele. nicht vergessen hatte. Wenn er dje Erde richtig einteilte, so wurde sie- stast'/der einst- übernonstnenen bequemen Schöpsung zu einem glücklichen Gärten dir Werk« tat.. Schon entfalteten, sich qus den Keinen Hel großen Gedankens.ring» um die Mauern aufblühende Gemeinschaften der menschlichen Arbeiter.■;, ,..".... Schlangen überlisteten ihren Plan. Glattere Einheimstzr jedes Gewinns-verstanden-«S,. sich selbst Paradiese bauen zü lassen, Gott zu spielest und die Bauenden wieder auf die Disteln zu ver- weisen. Aber der Träum vom-'selbstgeschaffenen Menschentum hattenun einmal Hi« Meng« berührt. Immer wieder Mob fichiM dest neütn Sklaven eine mächtig«' Unzufriedenheit.- Da sie di«".Mauern det Reichen?' zstk- überschwemmen drohte, gedachte man-die Sbwmslut der Armin lung verliert- die Bewilligung die Gültigkeit, wenn der Ausländer das Gebiet der Republik dauernd oder zeitweilig verlassen hat.' Die Behörde, welche die Bewilligung ausgestellt hat! kann die Folgen der Unterbrechung de» Aufenthaltes entweder aus Gründen der Reziprozität oder aus andern außerordentlichen Gründen n a ch s e h e n. Auch in dieser Hinsicht wird eS also möglich sein, die Stellung der fremden Staatsangehörigen so zu regeln wie der andere Staat-die Stellung der tschechoslowakischen Staatsangehörigen geregelt hat. Die Nachsicht der Folgen der Aufenthaltsunterbvechung kann erteilt werden, bevor der Ausländer das Gebiet der Republik verlädt, Die Neuregelung betrifft weiters Aenderun- gen von geringerer Bedeutung. Die Definition- der Beschäftigung Im Sinne des Gesetzes über den Arbcitsmarktschutz geht dahin, daß unter Beschäftigung Leistungen und Arbeiten für eine andere Person.verstanden werden, tvelche die Er- Werbstätigkeit des Ausländers Lberiviegend dar» I stellen, wobei die unentgeltlichen Vorbereitungsarbeiten mit inbegriffen werden. -Dem Gesuch um Erteilung oder Verlängerung dev BeschäftigungSerlaubniS für Ausländer mug der Arbeitgeber der Behörde ein Verzeichnis her fremden Staatsangehörigen mit Angabe ihrer Staatszugehörigkeit, der Art ihrer Beschäftigung und der Zeit, von welcher an er sie beschäftigt, vorlegen. Dieses Verzeichnis ist auf Anforderung auch sonst vorzutegen. Die Vorteile, welche die Ausländer genießen, welche die Bewilligung besitzen, werden auch jenen fremden Staatsangehörigen zuerkannt, welche die Bewilligung auch nach dem Tag der Wirksamkeit des Gesetzes erlangten. ;; Jin ganzen verfolgt der Entwurf die Tendenz,'die Evidenz der fremden Staatsangehörigen zu vervollkommnen, die in der Tschechoslowa» kischn Republik beschäftigt sind. Durch interstaatliche Vereinbarungen wird cS überdies möglich sein, einen gerechteren Schutz des ArbeitSmarkteS I zü erzielen. ■ Leistungssteigerung und Arbeitszeitverkürzung Ein interessantes Kapitel des Berichtes der Gewerbeinspektorkn beschäftigt sich mit den Auswirkungen der Arbeitszeitverkürzung auf die Leistungen der Arbeiter. Allgemein tvird festgestellt, daß die verkürzte. Arbeitszeit in-der Regel dazu führt, daß die Arbeiter ihre Leistungen steigern, und zwar schon aus dem Grunde, um das frühere Berdienstniveau zu erhalten. So erztzl- ten in einem mctallindustriellen Betrieb, Ivo die Arbeitszeit von-52 auf 34 Stunden verkürzt wurde, die Akkordarbeiter annähernd dieselben Verdienste wie friiher. Damit wird freilich der eigentliche Zweck der Arbeitszeitverkürzung," nämlich die Beschäftigung einer größeren Anzahl von Arbeitern, völlig Hintertrieben und bei einer allgemeinen Verkürzung der Arbeitszeit müßten in dieser Hinsicht rechtzeitig die notwendigen Maßnahmen getroffen werden, damit tatsächlich die Zahl der beschäftigten Arbeiter eine Erhöhung erfährt. ,' Die Unternehmer hatten naturgemäß ein erhebliches Interesse an den Leistungssteigerung«» und bemühten sich, diese nach Möglichkeit zu fördern. So wurde in vielen Betrieben eine weitere Arbeitsteilung in dem Sinne durchgcsührt, daß verschiedene Vorbereitungs- und HilsSarbeiten, welche früher der qualifizierte Arbeiter vornehmen mußte,- von ungelernten Arbeitern besorgt werden, wodurch sich begreiflichertveise der Arbeitsertrag der qualifizierten Arbeiter erhöhte. Einen weiteren Anreiz zur Leistungssteigerung bot auch^die Einführung neuer und immer raf- siniertcrer Lohnsysteme, so des PrämiensystemS für gesteigerte Leistungen oder für bessere Ar- beitSqualität usw. In der Regel fällt dabei der volle Ertrag der Leistungssteigerung keineswegs de» Arbeitern zu, sondern die Unternehmer behalten einen Teil dieses Ertrages für sich. So wird sestgestellt, daß in einem Textilbetrieb des Tetschner Inspektorates nach Einführung eines Punktcsystems die Leistungen um durckffchnittlich 20 Prozent stiegen, die Verdienste jedoch nur um IS Prozent. Der Bericht vermerkt, daß die Arbeiterschaft die Einführung neuer Lohnmetho- dcn immer mit erheblichem Mißtramn verfolgt ,und sich auch oft genug gegen sic zur Wehr setzt, 'so daß beispielsweise das Bedeauxsystem infolge des Widerstandes der Arbeiter nicht eingesührt werden konnte. Die Schwere der Wirtschaftskrise, welche unsere Industrieproduktion betroffen hat, wird durch die Ziffern über die Betriebsstillegungen illustriert. Im Jahre 1934 wurden nicht weniger als 475 Betriebe stillgelegt, im Jahre 1985 immer noch 243, während 608 Betriebe vorübergehend stillgelcgt wurden. Demgegenüber wurden nur 200 neue Betriebe eröffnet und 241 Betrieb« führten eine Erweiterung ihrer Produktionsanlagen durch. Vie Anklage gegen den Kapitalismus Daß der Widerstand der Unternehmer gegen die berechtigten Forderungen. der^Arbeiter auf. Erhöhung der Löhne sich als unsoziales Verhalten, im stärksten. Maße erweist, däS wird klaraNS der Gesamt-Uebersicht in dem neuesten tzest. der »Sozialen Revue"'(Nr. 3/4) übet die Beschäftigung nach dem Bersichertcirstand der der Zentralsozialversicherungsanstalt angeschlossenen Krankenversicherungsanstalten ersichtlich. Diese Uebersicht gibt, da sic statistisches Material über die Entwicklung der Einreihung der Versicherten in die Lohnklafsen während her letzten.Jahre bringt, zugleich-wichtige Ausschlüffe, über die Gestaltung der Löhnverhältniffe. Bon je' 10.000 Versicherten entfielen in den nachverzcichneten Jahren durchschnittlich auf di« Klasse Kläffe Tagesverdienst 1986 1192- 1035 1179 1930 .. 921 KÄ in KC. ' bis 6.— - g- '. 6.— bis 10.— 2295 2393 1582 r:s 10.—bis 14.— 1655 1745 1459 4 14.—bis 18.— 1283 1257 11-18 5 18.— bis 22.— 1015 953 1132 6 22.— bis 25.50 646 627 860 7 25.50 bis 28.50 405 387 556 8 28.50 bis 31.50 323 818 472 9 31.50 bis 84.50 268 207 486 10 : über 84.50 918 874 1464 Aus dieser vergleichenden Statistik geht hervor, daß, nachdem die Löhne bis 1935 weiter zu« rückgcgangen waren, 1980 eine leichte Erhöhung stattgefunden hat. Dennoch lvcist abzulenken, nach außen auf die größeren Mauern. So. würde man zugleich den eigenen Traum verwirklichen, den Großgrundbesitz des Paradieses. Ein Trompetensignal erklang, au» aufreizenden Lautsprechern dröhnend über die ganze Welt: Alter Adam, erwachet Und'den Platz an der Sonne zu nehmen, den so lange gläubig ertragenen Schandsrieden zu zerreißen, folgte die Maffe den falschen Signalen, dem Rade der im Schtveiße ihres Angesichts geschaffenen Aufrüstung, dem Befehl der Generale zum Angriff auf die Engel. - Die Lusttoasfe, ein die Sonne verdunkelndes Geschwader von Bombern, überfiel schlagartig als erste Linie die Cherubim, Aber die flammende» Schwerter der Wächter verlängerten sich wie Blitze, die von d'er Erd« in den Himmel schlugen, sie durchschnitten und verbrannten di« tausend Flugzeuge in der Lust. Inzwischen stand das im Nu' mobilisierte' motorisierte Millionenheer schon vor den Mauern, hinter, ihnen zur Verhinderung jeher Flucht die Garde- und die Anführer mit Peitschen.'und Maschinengewehren. Zwar genügte die riesenhafte Front nicht zur Umfaffung des unermeßlichen' Walls.' Aber ein Durchbruch im ersten Vorstoß sollte'di« Reihe der Engel aufrollen,-denen derggnze tödlich«' Fortschritt der menschlichen Technik seit der Urzeit nicht bekannt sein mochte. Die einander' mit immer schwereren Kalibern überbrüllend«.Artillerie, Heren Flakgeschütze die höchsten Hpitzen der Engelschwerter abzuschießen-sqchten»—,dle durch das mörderische Maschinengewehrfeuer-'zischenden Flammenwerfer, di« iichut der Pänzertruppen mit' cinem rollenden^Gebtpge Hon Tanks,. hie'' gelbe Sintflut de» äbgebläsenen Gases, zuletzt ein Granatenhagel, enflahend Hi« giftige Zucht-hon' Milliarden 'Bazillen; in den Mqinmen-der kreisenden Kliiv» Pen verlor sich aves w.i« M einem Sperrfeuer. Die entsetzlichsten Geschosse wirbelten dort unter dem Anhauch des Glutncbels empor und gingen rings um die Cherubim nieder. Hinter dem verzweifelten Heer lag schon eine Wüste, die vom Rückschlag des Angriffs verbrannte Erde. Die empörten Massen konnten nicht mehr zurück, an ihre Verführer auf Gedeih und Verderb geschmiedet, trieben sie im Generalsturin gegen die Mitte, gegen das Tor zum Paradiese. Von einer einzigen vulkanischen Explosion erzitterten Himmel und Erde. Ueber den von der Zerstörung selbst vorwärts gepeitschten Männern, Frauen und Kistdern in Waste«, jeder ein schleudernder Dynamitäutomat, bestürmte vo» oben eine' unbemannte Armee von ferngelenkten Lufttorpedo» den Feind. Aber alles- zerstob, nur deni Angriff und der Umgebung Tod und Verderben bringend- Als dies geschehen war und die Anführer sich-umsahen, in welche OedniS sie au» dem verlorenen Kriege noch fliehen könnten, hoben die Feinde plötzliche di« Flügel und schwebten-.rauschend davon. Obwohl niemand den Abzug in. diesem Augenblicke verstand, stieg ein Freudengeheul den über den Wollen Verschwindenden nach: Dann traten die Ueberrest« der Menschheit Unter ihren sämtlichen Anführern zum Einmarsch an. Im Schmettern der Posaunen und Knattern de'r- Fahnen zog mit all seinen Paladinen der oberste Sieger«in in die erst« sorglose Stätte deS-Menschengeschlechts, um die Frucht vom Bäume de» neue» Reichtums zu pflücken, davon auch für. die Maffe etwa» abfallen würde. Aber mit einem Ruck blieb die Spitz« de» Zuge», stehen. Dies arme Menge, verhungernd und verschmach« te.nd, froh, her Wüste hinter ihnen zu entkommen, drängte mit jubelndem Schlvall nach. - Si<-verstummten. Vor ihnen das Paradies -WäpMe allcS zu einer Wüste gemgcht tvopdeg... Kreditanstalt der Deutschen re«.«m.IN.».».PragII, Durchführnug all» SeldgefchSste. Dorwallunge-Kapiial 1 Milliarde Ke. Haftungs-Kapital 95 Millionen K6. 81 Niederlassungen. aber auch die Bersichertcnzahl in den zwei u» t e r st e n L o h n k I a s s e n von 1985 bis 1930 eine weitere Zmiahme ans. Der starke Rückschlag, der durch die Lohnkürzungen während der Kriseujahre verursacht worden ist, tritt noch drastischer in Erscheinung, wenn man den perzen- tnellen Anteil der in den einzelnen Lohnklasscn Versicherten an den Gesamtvcrsicherten aus den Jahren 1930 und 1030 gegeniiberstcllt. ES gehörten an: de» unteren Lolmklassen 1 bis 3 1930 39.6 Prozent der Gesamtversicherten, im Jahre 1930 aber 51.4 Prozent. I» der 4. bis 6. Klaffe waren 1930 31.1 Prozent, 1930 29.4 Prozent versichert. Den vier obere» Lohii- tiassen mit einem Tagesverdienst vo» über 25,50 Krone» gehörten 1930 29.3 Prozent, 1936 nur 19.1 Prozent der Gesamtversicherten an. Weit mehr als die Hälfte der im Jahre 1930 Versicherten beziehen demnach einen Wochenlohn, der höchstens 84 Kronen beträgt. Mehr als 80 Prozent haben einen Wochenverdienst von höchstens 153 Kronen! Nur bei ganzen 19 Prozent der Bersicherten ist der Lohn höher. Jiit Jahre 1930 verdienten fast noch 30 Prozent der Versicherte» einen Wochenlohn von Uber 153 Kronen. Bo» 1935 zu 1930 ist der Anteil der in der 7. bis 10. Klaffe Versicherte» von 18.5 Prozent auf 19.1 Prozent, also nnr»in 0.0 Prozent gestiegen. Das ganze Elend der Lohnverhältniffe unserer Arbeiterschaft dokumentiert sich in diesen Ziffer». Eine besondere Anklage ist die, daß in-den zwei unteren Klassen die stärkste Besetzung im Jahre 1930 erreicht worden ist, die männlichen Versicherten allein erreichen sogar fürdievier niedrigsten L o h n k l a s s e n 1936 die h ö ch st e Besetz n n g. Die Zahl der schleustest Entlohnten ist also auch 1930 noch höher als in der schlimmsten Krifengeit. Dagegen ist in den drei oberen Klassen gegenüber der Höchstzahl der Bersicherlen im Jahre 1930 ein Rückgang um fast die Hälfte zu verzeichnen. Der Bericht enthält weiter die Feststellung, daß in der Einreihung der Versicherten gegenüber 1935„nicht einmal im Jahre 1986 ein allzu erfreulicher Umschtvung zum Besseren eingetrefe» ist, da sich in diesem Lahre die höheren Klassen gegenüber dem Jahre' 1929 um 49.4.000 Personen verringerten und die Zahl der Versicherten in den niedrigsten Klassen gleichzeitig um 52.000 Personen gestiegen ist". Diese wirklich mehr als bescheidene Besserung in der Entlohnung unserec Arbeiterschaft wird lveiter erhärtet durch die geringe Erhöhung, die der d u r ch s ch n i t t- lichc Tageslohn nach de» Berechnungen der Zentralsoziawersicherungsanstalt erfahren hat. Betrug er'im Lahre 1929 in Böhmen 20.21 Kronen, so im Lahre 1935 nur 16.78 Kronen. Er hat sich dann im folgenden Jahre ans 16.96 Kronen, also uni ganze 18 Heller, erhöht. Während also das Unternehmertni» int Jahre 1930 Profite einheimsen konnte, die gerade in den Konzern betrieben denen der Hochkonjunkturperiode sehr nahe kanien, liege» die Löhne der Arbeiter»och tief unter den Dnrch- schnittslöhnen a»S den Jahren 1929 30. Weist z. B. die Gesamtsumme der von den Aktiengesellschaften, deren Aktie» an der Prager Börse zu« gelassen sind, ausgezahlten Dividende im Jahre -1933 bis zum Jahre 1930 ein« Erhöhung um 38 Prozent auf, so hat sich di« JahreS-Gesamt- lohnsumme in der gleichen Zeit nur um-0.0 Prozent erhöht.» Diese nüchternen statistischen Ziffern müssen dem Unternehmertum und der Oesfentlichkeit vorgehalten lverden, lvenn die Lohnforderungen mit dem Argument zurückgewiesen werden, daß sich der Lebensstandard der Arbeiter in den letzten Jahren fortgesetzt gehoben habe. Die Entwicklung der Löhne und dazu die Entwicklung der Preise bezeugen, daß diese Behauptung mit den Tatsachen im schärfsten Widerspruch steht.' Die Erträgnisse der Weizen-Welternte sind 1930 hinter dem Welt-Weizenverbrauch zurückgeblieben. Die Exportüberschüsse der Welt einschließlich der Vorräte aus älteren Ernten betragen rund 191 Millionen Zentner Weizen. Sie sind geringer al» während einer langen Reihe von Jahren. Gegenüber dem höchsten Stand zeigen die Exportüberschüsse eine Verntindernng um ettva 49 Prozent, Die Verbrauchsschätzung für die wichtigsten Importländer führt nach Berechnungen' des Internationalen AgrarinstitutS zu einer Ziffer von 158 Millionen Zentnex. Aus der Ernte von 1986 ist aber nur ein Ueberschuft von 139 Millionen Zentner zur Verfügung. Er reicht also nicht aus, um den Importbedarf der Welt zu decken. Das Defizit, das rund!9 Millionen Zentner beträgt, muß aus den Vorräten, die von älteren Ernten übrig geblieben fiiibj gedeckt werde»,. «Seite 6 .Sozialdemokrat' DamStag, 29. Mai 1937. Nr.12S XL X MM Vwdnsnacftridttcn. JCunst und Wissen. 4167 NnAer AütMK KmMssaat ‘ Daa Haus des guten Tonfilms BROSCHÜREN UND BEZUGS. QUELLEN-NACHWEIS DURCH DIE MINERALWASSER VERSENDUNG MARIENBAD 29 - Komplizierter Zusammenstoß. Gestern früh" kam eS ans der Strassenkreuzung„Palmovka" in Lieben zu einer höchst gefährlichen Situation, die sich glücklicherweise ohne schwere Folgen löste. Ein mit Leuten, die in die Arbeit fuhren, vollbesetzter Autobus hatte in der Königsstrasse ein mit'Pferden bespanntes Eisfuhrwerk vor sich, dem der Chauffeur Franz Karvänek vorfahren wollte. Die gleiche Absicht hatte aber ein Bäckergehilfe, der bis dahin hinter dem Eiswagen gefahren-war und nun beabsichtigte, vorzufahren. Der Bäcker, der auf einer oberhalb des BorderradeS montierten Plattsorm einen Korb Gebäck, sestgeschnallt hatte, geriet aus diese Weise vor den Autobus und eS schien, dass ein schwerer Zusammenstoß unvermeidlich sei. Dem Chauffeur ge- Mittellungen aus dem Publikum. Kinder erhitzen fich leicht, und trinken dann darauf. Das kostet oft die Gesundheit. Man gebe ihygn daher lieber die durststillenden»Diana-Champagner- dropSl'.! 7■■■';v. 7. Kurbetriebe Marienbad Suchen'Sie eine ANderwohmma? Wir empfehlen Ihnen: Lusö und Viestauration„Zum weiften.Nreuz", Äurluinser: Pension„Flora" und Billa Frank".— Verlangen Sie Prospekte. 4168 W. Ulrich. Die Tänzerin Margaret Severn au» Amerika trat gestern(im Radlosaal) zum ersten Male in Prag auf, mit einem reichhaltigen Programm, dessen Besonderheit die„Tänze mit Masken" sind,— die, obwohl sie äußerlich an Lotte GoSlarS groteske Tanzgestaltungen erinnern, bei Margaret Severn doch eine eigene Not haben: denn hier handelt e» sich weniger um groteste oder satirische Ausdruckstänze/al» um darstellerisch getanzte Figuren,' deren Charakter von der Maske veranschaulicht, von der Bewegung verlebendigt wird. Margaret Severn verleugnet ihr Herkunft vom Ballett nicht, sie hat von ihm die vollendete Technik de» Spitzentanzes und der Pirouette, sie hat von ihm die Liebe zum schönen Kostüm und den Sinn für das Musikalische und Gefällige beibehalten. Eine Serie von Sittlichkeitsprozessen wird gegenwärtig«vor dem Präger Schwurgericht verhandelt, die gestern ihren Anfang nahm. Da» Schwurgericht wird drei Tage in. geheimer Verhandlung tagen. Kleber da» Ergebnis dieser Prozesse werden wir summarisch berichten. Vom Reichtum 1V. Nalmans Ein bemerkenswerter Prozeß wegen falscher Zeugenaussage Prag.(—rb—) Vor dem Strafsenat de» GR: Dr. N eureiter ist ein interessanter Prozess anhängig, der gestern vertagt wurde, da sichrer Hauptzeuge Minister I. V. Naiman nicht eingestellt hatte.. Die StaatSantvaltschaft hat gegen den bijährigen Photographen LeovoldJelinek und den inzwischen verstorbenen Schuhmacher I o s e f M a ch a n die. Anklage wegen falscher Zeugenau»- sage erhoben. Beide wurden vor Fahren al» Zeugin in einer vor dem Budtveiser Kreisgericht anhängigen Strafsache durch dar Prager Gericht im Requisi- und in die Waschküche gegangen sei.. Bei ihrer Rückkehr habe sie e» schon tot auf dem Gesicht liegend im Wagen vorgefunden. Sie habe sofort den Arzt gerufen, doch seien Wiederbelebungsversuche erfolglos gewesen. Das Verfahren wurde eingeleitöt,' H Die Abenteuer des Wenzel Nohavee. Vor einigen Tagen verhaftete die Prager Polizei den ehemaligen Soldaten der 43. Infanterieregimentes in Klattau, Wenzel N o h ow e c„ auf Grund eines Haftbefehls des Pilsner Divisionsgerichtes, da Nohavee im März "von seinem Regiment desertiert war. Die Verhaftung der Nohavee entlarvte ihn jedoch als Täter einer Reihe von Diebstählen von zum Teil unglaub- licher Frechheit, mit! denen er sich in Piksen, und Prag seit März d. I. seinen Lebensunterhalt„ver. diente". Jii Prag allein hat er dreizehn Diebstähle, in Pilsen drei weitere verübt; die Schadenssumme beläuft sich auf etwa Xö 103.000.—. Nohavee war mit seiner Geliebten Barbara Ploe, einem ehemaligen Dienstmädchen aus dem Divisionskrankenhaus- in Pilsen entflohen, wo beide krank lagen, hatte sich, nachdem er in Pilsen die Uniform versteckt und gleich durch einen ersten Diebstahl sich Kleider verschafft hatte, auf einem gestohlene» Motorrad mit der-Ploe bis Prag durchzuschlagen versucht, jedoch eine Panne gehabt und da» Motorrad auf der Landstrasse stehen gelassen, wo es später gefunden wurde. Er nahm in Prag die Ploe auf seine ersten Diebstähle mit, Ivo er sie einmal— es Ivar in Smichow und die Ploe bekam Angst, weil die Wohnungsinhaberin anwesend war und im Nebenzimmer schlief— in der. Küche einsperrte mid nachher zwang, ihm in der fremden Wohnung, Kaffee zu kochen. Mit Nohavee und der Ploe zusammen wurden noch fünf Hehler verhaftet, von denen der-übelste ein gewisser Franz Hrych au» Zijkov, PerSthnovo näm. 16 ist, deni lange Zeit nichts nachgewiesen werden konnte, bis endlich festgestellt wurde, dass er sich vom Erlös seiner einträglichen Tätigkeit zwei Wohnungen hielt, deren eine er zu einem sörmlichchen Warenmagazi» auigestal- tet hatte. Der Wert der bei Hrhck> gefundenen Sachen— es wurde vieler gefunden, das nicht von Nohavee stammt— beläuft sich auf ettva 173,030 Xö.— Die Zusammenkünfte Nohavee mit seinen Abnehmern pflegte» romantischerweise nachts am Wolschaner Friedhof zu erfolgen; ausserdem hatte Nohavee in der Nähe des Friedhofs ein Kästchen mit Schmuck begraben, das auf Grund seiner Angaben von Detektiven, die sich als Schatzgräber beiätigten, gefunden wurde. kür Mr Auto und Radio 8906 ELKI-Akkumulatoren tionswege einvernommen.- ES bandete sich Wohl um einen Presseprozess, in welchen« die BerinögenSver- hältnisse des damaligen Abgeordneten I.. P. Naiman, de» Vorsitzenden der tschechischen Gewerbe» Partei als Beweisthema eine Rolle spielten. Leopold Jelinek sagte damals als Zeuge auS, es sei allgemein bekannt, dass Ab«. Naiman vor d-emllm- sturzkein Vermögenbeses s en " ab e und heute ein ungeheuer reicher Mann sei. Noch ausführlicher äußerte sich der inzwischen gestorbene Mitangeklagte Nkachan, der erklärte, er habe Naiman von Jugend-auf gekannt und wisse, dass er vermögenslos gewesen sei, während er heute ein Niesenvermögen besitze und hie Aktienmajorität der Druckerei„Cechie" innehabe. Die von-Staatsanwalt Dr. Jelinek'vertretene Anklage macht geltend, dass beide Angeklagte vor Gericht wissentlich die U n w a h r b e i t auSgesagt hätten. Da sie mit I. V. Naiman schon vor hem Kriege in Verbindung standen, habe ihnen bekannt sein- müssen/ dass dieser schon lange vor Kriegsausbruch ein ansehnliches Vermögen befass. Diese Fest- stellung belegt nun die Anklage durch Ansühruyg einer Reihe von Daten über den Vörkriegsreichtum des aewerbeparteslichen Führers. So wird darauf verwiesen, dass er schon im Jahre 1306 Herausgeber der, Zeitschrift„Obchodnickö zäjnsti" lGewerbe- interessen) gewesen sei, die folgende'Umsätze abgeworfen hätten:- im Jähre 1310 schon 78.000. Kronen; im. Fahre 1312 bereits 85.000 1 und 1818 gar 38.000. Ausserdem habe Naiman ein grosse» eigene» Gestbäft gehabt und sei an ejner Kaffeerösterei beteiligt gewesen.' Von seinem BorkriigSvermögen zeuge auch her Umstand., dass er. sich im Jahre. 1313 eia Auto für 8000 Goldkronen anschafste und Teilhaber der Firma" Mäklet mit einer bär eingezahlten Einlage von 60.000 Kronen war. Unwahr sei auch die von dem verstorbenen" Angeklagten Machan abgelegte Aussage, dass Naiman die Aktienmaiorität der Druckerei„Cechie" innehabe; in Wahrheit,-be» aber sich darüber hinaus— auch in den Tänzen ohne Niasfe— zu einer darstellerischen tmd beseelteren Tanzkunst entwickelt, die das Marionettenhafte des Balletts überwindet. Ter Tanzabend Margaret Severns(die am Flügel von Norbert Goldbaum vorzüglich begleitet wurde) wurde, so zu einem inter- effanteu, durch den Reichtum der dargestellten Typen und Charaktere fesselnden, durch das Können der Tänzerin und ihren künstlerischen Willen imponierenden Ereignis.—eis Das Gastspiel der Erl-Bühne musste auf den Herbst verschoben werden, da die Truppe wegen anderer Dispositionen nicht rechtzeitig eintreffen kann. Wochenspielplan de». Reuen Deutschen Theater». SamStag halb 8: Leuchtbrunnen, Erstaufführung, C 1.— Sonntag halb 8: Giuditta, volkstümliche Vorstellung, Abonnement aufgehoben.— Montag halb 7:.Das Spitzentuch der Königin, Abonnement aufgehoben. Theatergemeinde der Jugend(II. Serie, grüne Karten),und freier Verkauf.— Dienstag hglb 8t Leuchtbrunnen, A 1.— Mittwoch halb 8: Die. schweigsame Frau, Festspiel« III. Erstaufführung,"B 2.— Donnerstag halb 8: Da» Spitzentuch der Königin, CI.— Freitag halb 8: Gesellschaft», spiel," D.— Samstag 7: Ter Rosenkavalier, Gastspiel Erich Kleiber, Festspiele IV. A 1.— Sonntag halb 8: Leuchtbrunnen. B 1. Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Samstag 8 Uhr: S A Z.— Sonntag 8: Ein idealer Gatte, Gastspiel Leopold Kramer.— Montag: geschlossen. — Dienstag halb 8: Ein Kuß, und sonst gar nicht», Erstaufführung.— Mittwoch 8: Ein Kuss und sonst gar nicht», Bankbeamte II und freier Verkauf,— Donnerstag 8%: X g 3.— Freitag 8: Warum lügst Du, Cherie? Theatergemeinde de» Kulturverbandes und freier Verkauf,— Samstag 8 Uhr: Ein Kuss, und sonst gar nicht».— Sonntag 8 Uhr: Ein Kuss, und sonst gar nicht». <£r&olutig0ißetm SNitvr.«ttftadt Nordmähren. Seehöhe 550 Meter unterhalb des Spieglitzer Schneeberges. Das Erholungsheim ist mit allen Anforderungen moderner Hygiene ausgestattet— Elektro-, Hydro«, Licht- und Inhalations-Therapie— Diätkuren— VerpflegSkosten 80 K£ täglich. Bei Kassenmitgliedern gewährt die Zentral« Sozialversicherungsanstalt 33% bis 50% Beiträge. Anmeldungen und Auskünfte erteilt BezirkskrankenversicherungS-Anftalt Mähr.-Schönberg. fitze er nur ein Viertel der Aktien dieser Firma. Alle diese Umstände hätten den Angeklagten bekannt sein müssen und e» sei also erwiesen,, dass sie vor' Gericht wissentlich unwahr äu»gesägt hätten, womit, der Tatbestand de» einäeklagten Verbrechen» erfüllt'sei. Da'sich, wie erwähnt,'der Hauptzeuge nicht eingefünden hatte, wurde die Verhandlung vertagt,--",‘ 1’•* Da» Mädchen au» dem Dschungel. Der Publikumserfolg der Tarzan-Filme gebiert sortzeu- gend neue Urwald-Phantasien, und man muss e» den Verfassern dieses Film? von der Dschungel-Prinzessin wohl schon al» Einfall'anrechnen, dass sie zur Abwechslung einen weiblichen Urtvaldmenschen erfunden haben,, einen sanften also, der nicht brüllt, sondern lacht, stn übrigen aber, sich ähnlich verhält wie sein männlicher Vorgänger. Gleich diesem über Tiger und Affen gebietend, fessell die primitive, aber keineswegs unelegante Urwald-Dame einen Jüngling an sich, einen englischen. Schriftsteller, der Stoff für ein Dschungelbuch sucht,. bringt ihn in"einige Verlegenheit, da er bereit» yerlobt ist, sichert sich ihn aber-nach vielen, züchtig-romantischen und wild- dramatischen iUifqleiiein,' Wobei ein wahre» Massaker-unter den aufrührerischen Eingeborenen angerich- tet wird,- nur damit das Liebespaar zum Ziele kommt. Wie über, diese Moral der Filmverfasser, zit urteilen ist, braucht nicht mehr gesagt»st werden, und war den Wert dieser'Dschungel-Romanzen anbelangt. so ist ebenfalls oft genug davon die Rede gewesen.' Zu bemerket!'ist nur, dass'an diesem Filni — in dem wieder eine grossartig dressierte: Statisterie von Elefanten und" Affen die besten Szenen zustande bringt.!— Deutsche mitgewirkt hahei::- Wilhelm T h i e!l e als offenkundiger Regisseur und Friedrich Holländer al» Urwaldschlagerkomvonist. Unter den Darstellern ist die exotische Schönheit Dorothy Lamour in der Titelrolleangenehm anzusehen. "..—el»-r- Konstantinsbad (das Idyll Böhmen» hellt. Rheuma, Gicht, Herz« und Frauenleiden, schasst Gesundung und Lebenskraft: durch vorzligltche Moor«. Kohlensäure« und Schwefelbäder, Herrliche Spaziergänge und Ausflüge. Billiger und schöner- Sommeraufentbalt. Freibad, Sport« und Tennisplatz., Eröffnung am'18' Mal 1937. Prospekte und Anfragen durch das Gemeindeamt. 41L2 Verlanget überall Volksziinder lang e», im letzren Moment den Autobus zur Seite zu reiften,, womit er das Unglück verniied, aber auf einen Straftenbahnwagen ausfuhr, der durch die Wucht de» Anpralles aus den Schienen geworfen wurde, und auf dem Pflaster bis auf den Gehsteig rollte, wobei er ein ordentliches Loch in die Mauer de» anstossenden Hauser stieft. Obwohl sich ein Re» gen-von Glarspltttern über die dichtgedrängten Passagiere des Straftenbahnwagens und des Anhänger» ergoß, wurde, niemand verletzt. Die Prager Unfallschronik verzeichnet mehrere Fälle. Der 22jährige Schloffergehilfe Josef Kohout aus Wysoifchan erlitt beim Auswechseln einer Glühbirne in seiner Werkstatt einen elektrischen Schlag und.".ürzte von der- Leiter, auf der er stand. Er wurde mit einer Gehirnerschütierung und verschiedenen oberflächlichen Verletzungen ins Spital ein- arlieferi.— Nach einem heftigen Streit mit ihrem Geliebten, der sich aus der Plattsorm eines Straften- IvagenS abfvielte, geriet die 22jährige Firmata Daten i k in solche Erregung, dass sie auS dem in voller Fahrt befindlichen Wagen blindlings auf die Strafte sprang. Auch sie musste mit schwerer Gehirnerschütterung in SpitalSpflege belassen werden. — TaS Opfer eines Arbeitsunfalles wurde die 23jährige Arbeiterin Anna I l e k aus Krisch. Als sie bei der Arbeit in der Scheuer ihres Dienstgebers von einem Strohhausen herabfteigen wollte, geriet sie mit ihrem Oberschenkel und dem Unterleib an eine aus. der Wand- hervorragende grofte rostige Klammer.» die ihr die Haut, und Muskelpartien aut- schiitzte. Sie wurde gleichfalls im Spital belassen.— Glimpflich verlies ein Unfall bei übermütigem Knabenspiel, der tragische Folgen hätte nach sich ziehen können. Hinter einem städtischen Sprengwagen liefen mehrere Jungen her, als er durch die Mödkanskä ul. in Branik fuhr. Als der Lenser die Sprengtrause öffnete, sprang der 3jährige Wenzel S ch w a m e n- bofer zur-Seite und rannte gerade vor ein heranfahrendes Auto. Ter geistesgegenwärtige Chauffeur konuie dar-Auio noch" im letzten Augenblick zur Seite reissen, so"dass-der Junge nur umgestoften wurde und leichte Hautgufschürfungen. erlitt.- Seltsamer Tiebstrick. Dieser Tage wurde, wie geweidet, ein Einbruch in der" Wohnung der Zdeuka Knödelhau» in Prag-Weinberge, Hradeöfnskä 20, begangen, wobei drei lange Pelze— ein Persianir, ein Breitschwaliz und ein Nutriamantel— sowie eine Felljacke, ein Silberfuchs und mehrere Kleinigkeiten im Gesamtwert von XL 8,0.000.— abhanden kamen. Seltsamerweise sanden sich, vorgestern im Briefkasten der Wohnung die ebenfalls verloren- gegängenen Wohnungsschlüssel und die Bersatzzettel der Pelzmantel wieder;, der Verdacht fiel auf den Geliebten der Bedienerin,. einen etwa 86jährigen, blatternarbigen Mann, der nunmehr von der Polizei gesucht wurde. Statt dessen stellte sich gestern heraus, dass die Bedienerin selbst, Antonie Kuba au» Aijskov, die Pelze gestohlen, für- XL 8000.— versetzt tmd die Bersatzzettel in.den Briefkästen. geworfen hgtte", um den Perdacht von sich abzulcukeu. Sie ist geständig,'und lvurdie"in Haft gebracht.'- ‘ /Sällglitw erstickt. Gestern, vpxtnittagr meldete jemand quf dem Smichover Polizeikommissariat, dass auf: der Strässein einenttKinderwagen da» 15 Mo« nate-Me Söhnchen des."Fleischhauers Paul Cöndra erstickt!» liege.- Die- Mutter"des Kindes gab! spater ,n.-pass-sieldll»Mnd,im Wagen liegen gelassen habe SfCaustrinRHuren | mit natürlichen jffiWng- i aMacienöadev SKeilwässetn od. natürlichem e33runnen- ML. salz Filme in Frager LIcMspleHiSüseni Urania-Kino: Gastspiel Franz Engel;„Walzer um den StefanSttun", Leo Slezak, Tschechotva.".— Adria:„Da» Mädchen an» dem Dschungel." A.—- Alfa:„Gegen den Befehl." Fr.— Apollo:„Der Sänger ihrer Hoheit." Aigli. D.— Avion:„Der Amateur-Edelmann." A.— Beranek:„Charlie Chan in der Oper." Warner Oland. Ä.-— Feisix:„Liebe mit-100 PS." A.— Flora:„Der Torpedoboot- Kommandant." A.— Hollywood:„83 Stufen." A. — Hviztza:„Da» Mädel au» dem Dschungel." Ä. — Füllt:„Lotterieliebhaber." A—Kinema: Journale, Groteske», Netzortggeg.— Koruna: Aktualitäten, Journale, Grotesken.— Kotvar„SamDödS- worth." A.— Lücerna:„Liebe mit 1000"P>S." A.— Metro:„Für ein Weilchen Glück." A.'—* Passage:„Der Jäger von Fall." D.— Praha:„Die weisse Frau de» Maharadscha." Pkihoda. A.— Radio:„Spiel mit dem-Feuer." D.— Skaut:„Die Kinder de» Kapitäns Grant.".Muss.— Svitozor: „Der Sänger ihrer Hoheit." Gigli.-D.:—-Alma:" „Sam Dodswo.rth." Nach Sinelair Lewis. A. — Baikal:„Die Kinder der Kapitän». Grant." Russ. — Belvedere:„Tas Mädchen-Pensionat." D.,— Besetz«:„Rechtsanwältin Vera." Tsch.— Carltonr „Da» Gassenmädel." Tsch.— Illusion:„Margarita." Grace Moore. A:— Lido II:„Die liebe Verwandtschaft." Laurel u. Hardy. A.— Louvre:„Der Torpedoboot-Kommandant." Ä.— Macetka:.Schicksalsweg." Conrad Beidt. Engl.— Olympier„Der grosse Ziegfeld" A.— Per»ihn:„Der Held der kanadischen Polizei." A.— Rory:„Der Torpedoboot-Kommandant." A.— Tatra:„Scheidung der Frau Eva." Tsch. ,—N vejoodu:„Liebe unter Künstlern." A.— Lastzek:.Der Torpedoboot-Kommandant." A.— Beletrhy:„Eine Frau ohne Bedeutung." D. Walck-Sauatorlum.. Dr. Schweinfurt falunantd Schlesien Erstklassige, physikalisch-diätetische Heilanstalt für innere, Nerven-- u. Stoffwechsel-Krankhelten Mäßige Pauschalkuren«izz Die erste Dampfmolkerei uni Käserei ia Gritzei, Btthmerwild. eapnohltlhraentktaM.ErMUfniMe• Kgl j Beachten Sie die SohnteaMrkeI;,, . Alle Falken kommen SamStag um 4 Uhr auf die Hetzmsel.. Sonntag Batzeausflng nach Bk«. Die erste Partie fährt mit dem Zuge ab Masarykbahnhof 7.25 Uhr früh und ab VySehrad(Smichov) um 7.24 früh nach H o st i v i c e,' von dort ist PBAÜ Btve in einer kurzen halben Stunde auf schönem Wege erreichbar.' Die Fahrt kostet vvm Masarykbahnhof- oder Bubna und Byieihrad oder Smichov al» Sonntagsrückfahrkarte einheitlich 4 Xä, von späteren Stationen billiger.— Wer nicht mit der ersten Partte fahren kann, kann nachkommen vom Masarykbahnhof um 3.20, 11.15, 18.00. 18.52 und-14.40 Uhr, von VySehrad' und Smichov 10.50, 18.20, 14.86 Uhr.'— Die Badeanstalt Bkve ist ein schöner grosser Teich, mit Büfett zu soliden Preisen. Da» Bad ist auch besoiweri für Nichttchivimnier und Kinder geeignet, da ein grosser abgesteckter Teil seicht ist und Sandboden hat. Eintritt, für Erwachsene 1 XL. für Kinder 50 Heller, die Garderobe kostet 50 Heller.— Mitgliederversammlung am Mittwoch, den 2. Juni, auf der Hetzijisel. Vollzählige Beteiligung wäre erwünscht, da wichtige Fragen zur Erörterung stthen.— AtuS-Hol,kaffen abführen 1 \ Ortsgruppe Prag. Sonntag, den M 80. Mai: Treffpunkt 7 Uhr Smichover Sl Bahnhof, Fahrt nach Stranöiee, Wan- Ak deruug Mokkan, Parkvartüv rybnik, Jilovk, führt Schaffer. IMF" 11— B e z u a» b e d i n a u n g e n: Bei Zustellung in» Hmi» oder der Bezug durch dir Post monütlichXi 16.—, vierteljährlich Xä 48.—, halbjährig'Xck 06-— ganzjährigXilüT—„— Inserate werhett laut ,.> -TE billW berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlass.- Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourckarlem—-^Di« ZeitungHftankatur wurde von der Poft, und, T^le.-,- »arii Biumii««w. graphendwektio« mit Erlass Rr.1L.S00/VIMSS0 bewilligt,^->. Druckerei;^ivrbl»'!. Druck». Verlag», und. Leitung».«..«,- Prag.