A-Atralorgan der Deutsche« soztstld-mokratischen Arbeiterpartei in der Tschechopowakischen Republik Erfchaint mit«»»nahm- de» M»«t»g tdalich frSH/ Siuzelpeei» 70 Heller Redaktion und Derroaltung: PragXII.,FochovaS2- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- Verantwortlicher Redakteur: Karl Kern, Prag 17. Jahrgang, Sonntag, 8V.Mai 1S37 Aus dem Inhalt: Ein Deutscher Stellvertreter des Generalprokurators 330 Millionen Ausländsanleihe Fälschungen In der Wanderausstellung der SdP Der Streik der Glasarbeiter Erfolgreiche Lohnbewegungen Karl Seitz spricht Nr. 126 Abzug Aufstau» auf die Hause genüg Gelegenheit dazu“. sind und welche Möglichkeiten für «tue it ä l i e n i sch. eng l i f ch e Set. ständigung bestehen. Bekanntlich ist die Reichs, keufereuz. in ihrer Auffassung über dir außen-», litischen Fragen des Kontinent- nicht einheitlicher Auffassung, namentlich soweit es fich um neue Ver-flichtungea Großbritannien» handelt, dir üter den Rahme» der bereit-, bestehenden ver- Pflichtungen-inan-ge-e» würde» und über dir dem Völkerbund gegenüber einzüleitende Politik. genen Dezember einen Fortschritt erzielt habe. Er sprach sein Bedauern aus, dah einige Delegierte in ihren offiziellen Kundgebungen von^„zwei Parteien" sprachen, wodurch sie die dischen mit der regulären Regierung gleiche Stufe stellen. Waffenstillstand erst nach der Invasionsarmee Moskau. Der Stellvertretende Volkskom» miflär für Aeussere» Potemlin überreichte am 27. Mai dem englischen Geschäftsträger Diackillop die Antwort der Sowjetunion auf die Anregung der englischen Regierung, in Spanien einen Waffenstillstand herbeizuführen, der die Abberufung der Freiwilligen ermöglichen würde. In dieser Rote heisst es, dah die Sowjetregierüng bereit ist, der Aufforderung an die beiden kriegführenden Parteien in Spanien zwecks Herbeiführung eines Waffenstillstandes zuzustimmen, wiewohl sie in die Wirksamkeit eines derartigen Aktes Zweifel sehe. Trotzdem vertritt die sowsetruffische Regierung die Auffassung, dass eS geboten und gerecht wäre, dass die Aufständischen, welche zuerst die Waffen'gegen die legale Regierung erhoben haben, auch als erste die Feindseligkeiten einstellen und die ausländischen.Freiwilligen, die Marokkaner inbegriffen, entlassen sollen. Ohne diese vorläufigen Garantien würde eine vorübergehende Unterbrechung der Feindefligkeiten eine Verschlimmerung deS spanischen Bürgerkrieges herbeiführen, da sie nur für die Aufständischen vorteilhaft wäre. AI«nnclratte*Fnge gelöst Ge tt f. In der Samstag-Mittag-sitzung der 97. Session behandelte der BLlkertundrat den ponflitk, betreffend den Sandschak von Alexa«, drette und hat in diese- Fra« ein endgültige» Uebereinkomme» zwischen Frankreich, und. der Dürfet«zielt: Minister Eden wir- bei dieser Gche-rnheit aus den Gr so l, de» P- l I e r. b und es hin, dessen wirksame Methode« sich in dies«« Fgllr bewährt haben, obwohl e- um eine heM Fra-e-in-. gewünschten Ergebnisse gezeitigt haben. Demgegenüber: wurde jedoch das Kontrollsystem in Wirksamkeit gesetzt. Die Resolution' schliesst sich sodann. dem Beschluss des Londoner Nichtetn« mischungsausschusses an, insbesondere soweit eS sich um die Rückführung d« ausländischen. Freiwilligen handelte Im zweiten Teil der Resolution, werden jene.Kampfmethoden verurteilt, welche den Regeln des internationalen Rechtes widersprechen, und zwar insbesondere' die Bombardierung offener Städte. Ferner'wird'das Bestreben der Regierungen und private« Institutionen gebilligt, di« Zivilbevölkerung,' insbesondere die Traue« und Kinder, vor den Greueln deS Kriege» zu bewahren. Bevor die Delegierten auSeinandergingen, verwehrte'sich Del Bayo gegen die Behauptung, däßdie Nichteinmischung-Politik seit dem bergan» Scharfe Zurückweisung Grandis ' Italien beschwert sich Uber Bombardierung seiner Kriegsschiffe durch Regierungsfileger Land on. Auf eine Beschwerde Grandis jm Mchtintervention-au-schuß, daß durch spanisch» Regierungsflieger sechs Offiziere de» italienischen Krieg-schiffe-„Barletta" im Hasen von Palma di Mallorca, zetätet wurde», wird von der Regierung in Valencia erklärt, daß die italienische«' und deutsche« Krieg-schiffe in der Umgebung von Mallorca keine Kontrollmis» f i o n auszuüben haben«nd selbst wenn sie mit dieser Kontrolle beauftragt wären, k e i n R e ch t hätte«, st» imrtthalb der spanischen Hvheit-zone au-ssstüv««.^ Die Anwesenheit italienischer«nd deutscher Krieg-schifse im Hafen von Palma di Mallorca führe ,« Angriffen auf di« spanische Mitwlmeerküste mch sei durch nicht» i«gr ü«d»t.> bder..'hinsichtlich ähnlicher' Fragen einzüreichen. Eine solche Beschwerde'wurde nicht eingereicht. --'Dieser Brief. wurde den. Mitgliersnff deS Völlerbundrates.zur Kenntnisnahme übermittelt. WIMWWWMM... 7-r Genf. DaS' MlksrbustvsemÄriat veröffent licht eist^schreiben der Bertretet.England-/ Lett land-.uäd Schweden-, /der Minister/Eden, MugterS und Sandler, welche zusammen den Ausschuss., zur Prüfung von Minderheitditfragen bilden. Der Brief, betrifft/die Beschwerde der Sudetendeutschen Partei' in Angelegenheit de» Dekrets des Ministeriums für nationale Verteidi gung betreffend die Staatslieferungen. An dem Pries wird im wesentlichen auf den Gegenstand der Beschwerde und' die Antwort, hingewiesen, welche die tschechoslowakische Regierung auf. die Beschwerde erteitt hat, und, hinzügefstgt,.dass im Hinblsck auf-die Anmerküngen der tschechoslowaki sche». Regierung sowie unter. Berücksichtigung des Umstandes, daß,. der Ausschuss leine weiteren Zeugenaussagen«hielt, der. dreigliedrige-AuS- schuss die Folgerung zieht,' dass die Zir« k st l a r e, gegen welche sich die Beschwerde richtet, nichts« Wirksamkeit gesetzt wurden und auch nicht gesetzt werden. ES besteht deshalb keine Veranlassung, zu prüfen, ob diese. Zirkuläre eine Verletzung der durch die Minderheitenverträge garantierten Rechte darstellen konnten. Der Aus schuss hat deshalb.beschlossen, die Beschwerde dem Völkerbundrat nicht vorzulegen und hat darauf hingewiesen, dass er. seine Entscheidung ver tagt hat, da«-Ursache zu der Annahme besaß, dass die. Beschwerdeführer die Absicht habe«, eine neue Beschwerde.- in der gleichen Angelegenheit . Dir abgewiesene Henlein Mutter Völkerbund:„Wenn Du durch? aktiv sein willst,. dann hast doch zu Barc*ha bombardiert #'tx»l»««;'■ Fluren« ber«nfftändi- schen bombardierten in der Rächt auf. Samstag die Stabt, verschiedene Stadtteil» wurden von einer große« Anzahl von Bomben getroffen, s» baß bi» Zahl b.« Opfer rin« hohe ist. ES wurden Sv Personen getötet,»nd hundert verletzt. Di» Flugabwehrtatterien, bie, sofort in Aktion traten, schossen einige feindliche Flägzenge ob. Di« übrigen vnschwanben in- ber Richtung zum Meere, wobei ste d,« Rest ihr«v»niirnaus da» Dorf Gramanet deS Peso- abwarfen, erfolge der ReglerungsMeger B alänc i a.• Da» RationalverteidigungS- ministeriumm teilt mit,- baß Regierung»flugzeuge Freitag die Position«« der Aufständische» bei Hut-ca, velchita und Digue Lanave bombardierten. Die Fabrik für Ezplosivstoffe in Gatinanj-a wurde vollkommen zerstört. Zwei vomtardieruog-e-kabrille« belegten den Flugplatz ber Aufständischen in Soria«it Bomben..' Auf dem Flugplatz befanden sich HO Flngzeug«, bi, zu«-rößtän Teik vernichtet würbe«.: Austausch von Gefangenen •' Bätz»Nn e. t e»geben, die Sozialfürsorge der Krffenzeit'muß dort aufrecht erhalten werden. Die Besserung in einzelnen Bezirken, die wir. gern und freudia zugeben, darf nicht'von einsichtslosen Menschen dazu.miß- Seite 2 Sonntag, 30, Mai 1037 Nr. 120 braucht werden, um die Ernährungskarten in jenen Bezirtcii zu reduzieren, wo die Beschäftig gniigSlosigkeit tatsächlich oder fast stabil ist. Die Konjunktur in einzelnen Gebieten darf uns nicht dazu verleiten, die Fürsorge für die Arbeitslosen dort abznbaucn, wo sie, wie wir gezeigt haben, »otivendig ist. Wir machen mit allem Ernst ans die Verschiedenheit der wirtschaftlichen Entwick» lung in den verschiedenen Landschaften aufmerksam und warnen vor einer Gleichmacherei, welche keine Rücksicht nimmt auf jene Gebiete, die eer Fürsorge und Hilfe bedürfen. Der„unpolitische“ Bund der deutschen Landjugend Der Bund- der deutschen Landjugend wurde nach der Gründung der Hcnleinpartei glcichge« schaltet. Einige Leute, unter denen ein Herr Dr. Hetz einen besonderen Platz einnimmt, dürfen das Verdienst für diese Tat beanspruchen. Die Loslösung vom Bund der- Landwirte erfolgte unter der Behauptung, der Bund der deutschen Landjugend dürfe sich in das politische Getriebe nicht einmischen, sondern müsse unpolitisch bleiben. Es handelt sich nin eine jener Behauptungen, deren Unaufrichtigkeit auf der Hand liegt, wenn sie von Völkischen verwendet wird. Denn die Unaufrichtigkeit ist eines der hervorstechendsten Merkmale der„Volkserneuerer". Der Bund der deutschen Landjugend hat den seinerzeit beschrittenen Weg zum Nationalsozia« lisnius folgerichtig fortgesetzt. Ein Musterbeispiel für di« Gesinnung seiner Führer liefert die Mai- ,folge des„Deutschen Jugendland", des Organs des Bundes ter deutschen Landjugend. Dort wird in einem zweispaltigen Artikel, dessen Verfasser zwei reichsdeutsche Nazi-Priester sind, der Landsknecht Echlageter in der höchsten Tonart gefeiert und der deutschen Jugend als Beispiel, hingestellt. Auch an den 48. Geburtstag des Vorsitzenden der Nationalsozialistischen deutschen Arbeiterpartei und Freundes ter Mörder von Potemba ist gedacht: eine Verhimmelungsrede des Goebbels auf feinen Ehef wird nachgedruckt. Der HitlergeburtStag war am 20. April, der Schlagetergedenktag am 26. Mai. Der Geburtstag unseres Staatspräsidenten war am 28. Mai. An ihn hat das„Deutsche Jugendland" selbstverständlich nicht gedacht. Nicht die Führer der Demokratie empfiehlt eS ter Jugend, sondern die Führer des nationalsozialistischen Gangstertums. So etwas nennt sich deutsch, kultucdeutschl Nennt sich demokratisch! Ho etwas betreibt die Erziehung deutscher Äugend! Dr. KramAFs Begräbnis Prag. SamStag wurde Dr. Kramäk zu Grabe getragen. Seit den"frühen Morgenstunden riß die Kette der Abschiednehmenden im Pantheon nicht ab. Das feierliche Staatsbegräbnis ging vom Pantheon des Nationalmuseums aus, wo Ministerpräsident Dr. HodZa und Dr. R. Fischer an der Bahre sprachen. In der Zwischenzeit sammelten sich in den zum Wenzelsplatz führenden Seitenstraßen die Teilnehmer. Dem Zug wurde«ine Staatssahnc vorangetragen, dann folgten die Sokolverbände,«ine Abteilung der Bauernreiterei, dann Postler, Straßenbahner, Skauts, Sludentenverbäiide, weiter Abteilungen der Republikanischen Partei, die Vertreter der politischen Parteien und politischen Gruppen mit ihren Fahnen, Faschisten, verschiedene Gewerkschaftsve bände, das Zentrals-kreta« 40 JUNGES WEIB H VERONIKA ROMAN VON MARIA GLEIT Die qualvolle Pein ihres Kindes, die nun durch Tage und durch Nächte ging, brachte Veronika mit einem Schlage aus der Anwirklichkeit zurück, in der sie zu versinken drohte. Stund' um Stunde war sie bei dem Kind, keine Minute verließ sie es. Mit erzwungener Heiterkeit trug sie es in den Garten, und sie brach unter der Last säst zusammen, die es bedeutete, ein Kind zu tragen, das vor den sachten Liebkosungen seiner Mutter zusammenschreckte, als schlüge man es. Von einer unerklärlichen Scheu war dieses Kind befallen, und es war herzzerreißend anzusehen, wie es plötzlich aufweinend davonlief, auf der Flucht vor ihr, die in seinen wirren Phantasien in einem schrecklichen Zusammenhang stehen mußte mit der alten, bösen Frau, vor der eS sich wohl fürchtete, „ES wird sich schon noch geben", meinte Veronikas Mutter,„er ist ja noch so klein, er hat sich nur so sehr erschreckt, das braucht nun seine Zeit..." Aber es gab sich nicht. Aus den Blüten"an den Bäumen wurden Früchte, die Früchte wuchsen und reisten, und noch immer war es krank, das Kind. Und wenn eS an einem Tage besser war, dann wurde es am anderen nur um so schlimmer. Und Veronika hielt sich nur mit Mühe noch gerade, und Veronika,, die nichts in diesem Leben in die Knie gezwungen hatte, wie härt und unerträglich cs auch gewesen war,— Veronika, die nur einmal, ein einziges Mal nur hatte weinen können, heiß und glücklich und verzweifelt, in jener Nacht, Des Arbeitsprosramm der kesWuW Die verfwssene politische Woche tvar,"keineswegs leer ast Ereignissen, sondern«Ich'än Arbeit und doll intensiver Tätigkeit der':IiegM>nDind. insbesondere deS Regierungschefs. Ministerpräsi-- deut Dr. Hodjä hatte Gelegenheit in Prag mit zahlreichen, ausländischen Gästen, welche' Wegen den großen Tagungen, insbesondere der land- lvirtschaftlichen Ausstellung, hier weilten, Besprechungen abzuhdlten. Man kann sagen, daß eS sich hiebei durchaus nicht um Aussprachen mit parteipolitischen Freunden handelte, sondern auch um politische Persönlichkeiten auS anderen Lagern, so daß den Unterredungen um so. größere Bedeutung beigemessen werden kann. Der Ministerpräsident empfing zahlreiche Journalisten, Abgeordnete und Senatoren vor allem auS-Frankreich und Jugoftawien. Der Gedankenaustausch- galt vor allem wirtschaftspolitischen Aktualitäten. Auch die Studienreise der jugoslawischen HeereSmini- sterS in der Tschechoslowakischen Republik hat eine praktische Bedeutung, Auch innerpolitisch wurde viel Arbeit geleistet. ES tagte u. a. dar Personalkomsiee der Ministerrates, welches sich mit der heiklen Richterfrage befaßte; in dieser Angelegenheit wurde eine neue Grundlage gefunden. Die Regelung, die bald zu gewärtigen ist, bewegt sich auf einer neuen Linie. Auch das sozialpolitische Komitee der Mini- sierateS hielt Beratungen, über die gestern ein Kommunique veröffentlicht wurde. Bon besonderer Bedeutung sind die Fragen der Entschuldung und deS Kreditwesens, die in der letzten Zeit Gegen« Lmtz-der• RegicrungSbecatungen waren. Die be« dcutendste Vorlage, di« derzeit vorbereitet wird, betrifft die-Autonostiie Karpaihoruhlands, der EntwW wird demnächst dem Parlament borge» legt werden. Ihm werden folgen die Emsihuldtmg der Landwirtschaft, wer Gewerbetreibenden und der öffentlichen Angestellten. Entschieden muß auch über eine Reihe von terminierten Fragen werden,, so daß zusammenfassend gesagt werden kann, daß die Regierung arbeitet und entschlossen' ist, noch vor den Sönimerferieä ihr Programm vollständig zu erledigen. Auch die beiden Häuser ter Nationalbeisammlung haben" sowohl in den Ausschüssen als auch im Plenum«in« ganze Anzahl von Vorlagen zu erledigen, von welchen die Zivilprozeßordnung• und die Vorlage über das Oberste VevwaüungSgericht die bedeutendsten sind. Zweijährige Autlandtanlelhe von 330 Millionen Kronen Prag. Wie wir auS amtlicher Quelle erfahren, wurden dieser Tage die Verhandlungen abgeschlossen, welche die Postsparkasse in Prag mit einer ausländischen Nnanzgruppe zwecks Erlangung eines Kredit- in der Höhe von zirka 330 Millionen AS führte. Diese Anleihe wird mit vier Prozent ohne jegliche weitere Ausgaben verzinst werden«nd wird auf die Dauer von fast zwei Jahren abgeschlossen werden. riat der Nationalen Vereinigung, die Grauhemden und die anderen Parteigliederungen der Nationalen Vereinigung. Ihnen schlossen sich an dierussischennationalenVerbände, dann folgten die Kranzträger. Dann folgte das Militär: Abteilungen der Infanterie, der Reiterei und der schweren Artillerie mit Geschützen. Erst als alle an dem auf der MuseumSrampe stehenden Leichenwagen vorbeigezogen waren, wurde dieser, geleitet von dem Königgrätzer Bischof Dr. Picha, in den Zug eingefüzt. Hinter dem Leichenwagen folgten: Der Vertreter deS Staatspräsidenten Dr. Milan HodZa, die Regierung, die Vertreter der Armee, der Diplomatie, der beiden Kammern, der Stadt Prag, Vertreter der Hochschulen, deS Nationalrates, der Sokolgemeinde und die Vertreter der poliftschen Parteien und Organisationen. Die Teilnehmerzahl wuttie auf 80.000 bis 60.000 geschätzt. Opium-Gesetzentwurf..Die Regierm^. hat den vom Gesundheitsministerium ausgearbeiteten Opium-Gesetzentwurf genehmigte Durch denselben wird die Kontrolle über die Produktion und den Handel mit den Rauschgiften geregelt, die in den internationalen Opium-Konventionen, denen die Tschechoslowakei beigetreten ist, angeführt werden. Das Gesetz, schreibt insbesondere für Gewerbetreibende, welche Rauschgifte erzeugen und in den Handel bringen wollen, neben der Gewerbekonzcssion noch«ine vom Gesundheitsministerium zu erteilende Sonderbewilligung vor. Ansonsten überläßt das Gesetz den Gerichten die Verfolgung der unerlaubten Produktion von Rauschgiften und des unerlaubten Handels mit denselben. Im besonderen führt das Gesetz sodann bei weitem strengere Strafen ein. Wien gegen Goebbels Wien. Die reichsdeutschen Zeitungen mit der Rede Dr. Goebbels' gegen Kardinal Mundelein sind in ganz Oesterreich verboten worden. Botschafter von Papen hat gegen diese Maßnahme Schritte unternommen. Oer Kampf gegen die Kirchen Berlin. Zu den in der ausländischen Presse veröffentlichten Meldungen, daß die gesamte „vorläufige Leitung" der sogenannten evangelischen Bekenntniskirche verhaftet worden sei, wird von unterrichteter Stelle mitgeteilt, daß nur in fünf Fällen Maßnahmen gegen Geistlich« der sogenannten Bekenntniskirche ergriffen worden sind. So wurden der Dozent einer theologischen Schule der Bekenntniskirche, Licenat Wilhelm Riefel, sowie der Geschäftsführer der vorläufigen Kirchenleitung'GüNther-Effen und«in- Mitglied eines Bruderrates der Bekenntniskirche, Pfarrer Jannasch-Berlin, vorübergehend ist Hast genom- Men!'" Gegen zwei-'Betzliner Pfarrer" Wvebt gegenwärtig noch eine Untersuchung. Di« Maßnahmen gegen die genannten Personen erfolgten nicht wegen religiöser Stellungnahmen, sondern wegen Mißbrauches der Kanzel zu staatsfeindlicher Betätigung. Berlin.(DNB) 42 Mitglieder der verbotenen Organisation der sogenannten„Ernsten Bibelforscher" wurden vom hiesigen Sondergericht zu Gefängnisstrafen von vier Monaten bis zu eineinhalb Jahren verurteilt. In der Urteilsbegründung wird betont, daß die Angeklagten nicht etwa wegen ihrer religiösen Anschauungen bestraft werden, sondern wegen ihrer Beätigung in einer Organisation, die kommunistische Um« I sturzziele verfolgt. I da der Mann, der sic jetzt verlassen hatte, zurückgekommen war zu ihr und das Schwert der Liebe umgedreht wurde in ihrem Herzen—— Veronika lag jetzt Nacht für Nacht neben dem Bett ihres Kindes auf der Erde, vergrub das Gesicht in den Händen und weinte, weinte, weinte aus brennenden Augen und einem Herzen, in dessen Wunden sich die Tränen stahen wie Säure und Salz. Und wieder einmal eine Tür, und die Stimm« der Mutter wieder einmal in dieser Nacht: „Möchtest— du— nicht wenigstens— jetzt...?* Und Veronika hob das Gesicht, und das war, als wälze sie einen Stein von einem Grab: .. wenigstens jetzt?" fragte sie zurück, und jdie Tränen liefen unaufhaltsam aus' den leeren Augen. „Deinen Mann...", sagte da die Mutter. Und nur das eine Wort war noch im Raum, dieses eine Wort noch im Schweigen. Und eS füllte das Schweigen aus. Und er zertrleb es, und es war wie«in Gespenst und flatterte von den bunten Tapeten und den Hellen Kindermöbeln Über den Kopf deS Knaben hinweg. Der Knabe warf, sich herum. Seine Arme schlugen auf die Kante des Bettes. „Nein, ich kann es nicht!" stöhnte Veronika und sank vor diesen kleinen, heißen, abgemagerten Armen ihre- Kindes noch einmal zusammen. Am nächsten Morgen aber holte sie den Wagen auS der Garage und-fuhr aus dem Dorf hinaus: di« Hände um das Lenkrad gekrampft, die Augen unbeweglich gerÄeauS. An Bäumen vorbei, über Hügel hinweg^ durch Wälder und über lange Straßen, gefährliche Kurven, abschüssige Chausseen, in Städteund Dörfer und weiter, alles, dahinten lassend an- Stolz und Schmerz upd, verwundetem.Gefühl: eine Frau, die um das Leben ihres Kinde- einen Mann suchen mußte, der vor ihr geflohen war." « Alexander Bernd pfiff vergnügt vor sich hin'. Alles gelang ihm in diesen Tagen, aller wurde hell und licht. Er hatte einen vertrag in der Lasche, der ihn fiir die Winterspielzelt an die Bühne eines Landestheaters verpflichtet«, er würde dje Stadt verlassen und damit«Mich auch den Kreis der Erinnerungen, die in dieser Stadt mit Veronika verknüpft wann. Er hatte sich seit dem verunglückten Besuch im Dorfe dazu gezwungen, so selten als nur möglich an Veronika zu denken. Stand sie dennoch vor ihm, eine lichte Erscheinung, trostreich, lockend und doch hoffnungslos in«in anderes Leben gebannt, dann dachte er an sie, wie man an verlorene denkt, die jenseits des Erreichbaren ein unverständliche» Dafein führen. Hgtt««r pstrllich nieuial» Mehr von ihr gewollt als em bißchen Kameradschaft/ein bißchen Wärme- und Anteilnahme.?.Er- war«in Mensch in der Entwicklung/dir Entschlüsse mei« ftenS hinauszögerte, bi»«s keiner.---Entschlüsse mehr bedurfte. So hatte er zugesehen, wie Bann« Holzer Veronika heiratete, und«S war ihm als ein Unabänderliches erschienen. Je ferner sie"ihm jedoch war, um so stärker wirft« der Zauber, den diese Frau auf ihn auSübte, und um so grimmiger erboste' ihn der Gedanke an ihre Eh« mit dem „furchtbaren Mann", den sie sich da-ausgesucht hafte. Ex konnte die Nacht nicht vergessen in der Bstnnholzererklärte, daß man entweder alle- oder nichts von einem Menschen zu-verlangen-, habe, und er vergaß auch die Gespräche mft Veronika nicht mehr, ja, fast schien«S, als, würden dse Gespräche, die er auf dem- Dorfe draußen und.in ihrer Nähe nicht verstehen könnt«, jetzt, erst lebendig und verftäMich. Sie war nicht seine Frau geworden, die Veronika, und wenn Bannholzer nicht gekommen- wäre, wäre dem-jungen Manne wahrscheinlich sogar der Gedanke daran, daß Veronika seine Frau hätte-werden sollen, etwa» verfrüht und fern erschienen, so, sehr hatte.-ihm der Zustand genügt>. in dem sie sich befanden, al» Veronika noch mit ithrtzr Mutter, in. der Stadt wohnte und tggSübe« ,in der Bibliothek arbeitete. Paris traut Schacht nicht London. Ueber den Pariser Aufenthalt Dr. MachG-r schreibt die„Morning Post, Doktor WHa«hWfetWssigenschsimich bemüht gewesen, die Verbindungen Wischen Aarts und Mr« lin zu erweiterst und zu verstärken. Pari» sei geneigt, diese Bemühungen anzuerkennen, zweifle aber MmalPN der Tatsache, oh Dr. Schacht wirk« sich als SprkcherMeutschlandS auftreten könne, andererseits datzan, ob diese Art, die Problem« aufzurollen, zu erfolgreichen'Verhandlungen führen können. Man hält Dr. Schacht für den besten Wirtschaftstechniker Deutschlands,' der' die Hit- lersche Politik au-führt und ein naher Berater des Reichskanzlers ist, glaubt aber nicht, daß er auf die tatsächliche Politik Deutschland» einen Herdorragenden Einfluß ausübt. Der neue deutsch-frastzösische Handelsvertrag, dessen grundsätzliche Hindernisse nunmehr beseitigt erscheinen, ist der erste nach einem dreijährigen-Provisorium. Der, Pariser„Times'.'»Korrespondent-bestätigt diese Auffassung. Nach seiner Auffassung ist es Dr. Schacht nicht gelungen, die, Franzosen davon zu Überzeugen,, daß in kolonialpolitischer Hinsicht «ine Einigung Deutschland-Frankreich von. Nutzen sein kann,,«he keine allgemeine kolonialpolitische verstättdigüng! in Sicht ist. Simla.'(Reuter.) Die in Dastristan operierenden britischen Abtetftingen drangen bis zur Höhl« d«s Fakir» von Jpt im Gebiet von Arsolkot vor, fanden jedoch den Fakir nicht. Loft». Di« Agentur Domei meldet, daß neun Koreaner verhaftet wurden, di« im Dienste der Sowjetunion militärische Geheimnisse in Korea und Mandschnftio ausgekundschaftet hatten. Danzig. Da» bisherig« deutschnaftonale Presseorgan in Danzig, die„Danziger Rationalzeitung", stellt ihr Erscheinen ein. kropagHNäa-ktHttat kür den Fremdenverkehr herausgegeben vom ftlaNftolnmmüttortuM Es fehlte ihm noch viele-, und durch manche» muhte er«rst noch hindurch,«he er im Gleichgewicht der eigenen Persönlichkeit würde ruhen können. Veronika, durch ihr« ganze Art, durch ihre Selbständigkeit, die mehr ein« Abgeschlossenheit war, in früher, schmerzlicher Erfahrung gereift, durch di« Bestimmtheit ihre» Wesen», die Sicherheit, mit der sie ihr"e Anschauungen dartat, Veronika hatte ihm aus dem Gestrüpp jugendlicher verranntheit, Berssiegenheit, Selbstüberschätzung und einer, daplttverbundenen Zsvetstl-sucht«auf den Weg geholfen. Bewußt hätte"sie wenig dazu getan. Sie war die Tochter-feiner Vermieterin gewesen und hatte neben ihm" dahergelebt. 1 Es hatte sogar ziemlich- lange- gedauert, ehe- sich so etwä» wie-ein Freundschaftsverhältnis Wischen ihnen bildete, Mit'gelegentlichen Theaterbesuchen fing es an, und mit Bannholzer» Erscheinen hörte «»'auf. Und dennoch hatte st« ihn auf- den Weg gebracht. Er war«in'Schauspieler-von, geringem Format gewesen, seine Leistung ragte nicht-weit Über den Durchschnitt hinan». Seit sie-ihm-gesagt hatte, daß er mehr können müsse und- bestimmt auch mehr können, würde, wenn er seine Kräfte nicht-ztrspliftereflsondM' fest auf hin- Ziel richtett,'hätte«r,unablässig an sich selbst,gearbei« tet, war er in neue Aufgichen und Rollen hinein» «Wachsen-und hatte sie mit gutem Erfolge gelöst. Roch, stand«r nur an«inen» Anfang, doch sie, wenn er st« auch vergessen musst«, sie hatte ihn an diesen Anfang gestellt. Sogar der Besuch auf ihrem Dorse. sp kläglich,«Verläufen war, hatte ihn.«in Stück- weitergebracht, hätte'ihn nachdenklich gemacht, führt« seine Gedanken von der Oberfläche in die Tiefe.„Der Sinn de» Leben», Alexander, ist da» Gott?" Ja, hell und. licht , wurde«S in diesen Tagen um ihn, W doch konnte er-nun- nicht stuchr pfeifen, jdistMah",'tz« sich hin, dir junge Mgnn,-al», ihM.dstser Satz,«infiel, den er so unvollkommen beantwortet hatte: sönjstM er saß da, ist eintstr leichten Rausch, Md dachte Wer di« Antwort nach, die sieWelleicht«wartet hatte« .(Fortsetzung folgt.» Nr. 120 Sonntag, 30. Mak 1037 Sette 3 fudetendeutscficr Zeitspiegel Lohnerhöhung für 3000 Arbeiter Ein Erfolg der Union der Textilarbeiter OberleutenSdorf.(Eigenbericht.) Seit An« fang Mai versucht die Union der Textilarbeiter für die in OberleutenSdorf beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen«ine Lobnregelung zu erzielen. Nach schwierigen Verhandlungen gelangten diese nunmehr zum Abschluß und brachten den 8000 Beschäftigten einen beachtenswerten Erfolg. Die durchschnittliche Lohnerhöhung beträgt einschließlich der verschiedenen Teuerungszulagen zehn Prozent. Bei der Firma E. G. Pick wurde der verhältnismäßig günstigste Abschluß erzielt. Das ist teils auf die bessere wirtschaftliche Situation dieses Unternehmens, zum andern Teil aber auch auf die tatkräftige Organisation innerhalb des Betriebes zurückzuführen. Die Anfang 1988 infolge« verschiedener Umstände vorgenommene Lohnreduzierung wurde aufgehoben und das alte Lohnniveau von 1929 wieder hergestellt. Damit gilt für die dort Beschädigten eine durchschnittliche Lohnerhöhung von, fünf Prozent, außerdem wird eine Teuerungsaushilfe in der Höhe von 240 bis 850 KC ausgezahlt, der auch die Werkstätten- arbeiter teilhaftig werden. Bei der Firma Schick & C o., die ungefähr 900 Leut« beschäftigt, konnte ebenfalls der Grundlohn von 1929 wieder hergestellt werden. Die Erhöhung beträgt 6.3 Prozent, die Beschäftigten erhalten außerdem eine Teuerungsaushilfe in der Höhe des doppelten Urlaubes. An der erst vor kurzer Zeit wiedererösf- neten Spinnerei Marbach& Ricken in Rauschengrund konnte ebenfalls eine Lohnaufbesserung von 8.8 Prozent erreicht werden. In Anbetracht der außerordentlich schlechten Situation dieses Unternehmens wurde von der Auszahlung einer Teuerungsaushilfe Abstand genommen, weil sonst die Arbeitsplätze für ungefähr 15tz.Textilarbeiter gefährdet worden wären. Am Samstag, den 29. Mai, fand nachmittags in den großen Räumlichkeiten der deutschen Turnhalle in OberleutenSdorf«ine Textilarbeiterversammlung statt, an der etwa 1200 Menschen teilnahmen und bei der das Verhandlungsergebnis einstimmig angenommen wurde. Damit hat die Union der Textilarbeiter einen sehr beachtenswerten Erfolg erzielt. Zu den Tschechen höflich, gegen die Aktivisten gemein Aus den Weitungen der Henleinpartei Die„Rote Fahne" ist in der Lage, bemerkenswerte Weisungen der SdP-Hauptstelle an die Henleinredner zu veröffentlichen. Diese Weisungen lassen die ganze Niederträchtigkeit erkennen, deren die SdP gegen’ die Nichtnationalsozialisten im eigenen Volk fähig ist. Da ist zu lesen, daß für die Unterrichtung der Redner der Abgeordnete S a n d n e r sorgt, der das Propaganda-Amt der SdP leitet. Das macht den Charakter der Weisungen an die SdP» Redner wohl verständlich. In den„streng vertraulichen" Rednermittellungen RM 1/87 vom 15. Mai 1937, die vom Amt für politische Propaganda äusgegeben wurden, wird den Rednern aufgetragen, die SdP als „die alleinige Sprecherin des Sudetendeutschtums" auszugeben und die SdP-Anträge als den ersten Schritt zu einer grundsätzlichen Lösuyg der Nationalitätenfrage hinzustellen., Dann werden die Stellen dkr Anträge bezeichnete die besonders hervorzuheben sind. Den Tschechen gegenüber sei die sachliche Berechtigung der SdP-Anträge zu betonen. Die tschechische Taktik des Totschweigens sei«in Beweis für den Mangel an gutem Willen. Die Redner sollen sich bei dieser Darlegung auch auf Masarhk berufen(„Demokratie ist Diskussion"). Die SdP wolle die Würdigung der Anträge erzwingen. Das objektiv denkende Ausland fei ihr Bundesgenosse. Gegenüber den deutschen Regierungsparteien ist jedoch ein möglichst rüder Ton anzuschlagen. Nämlich: Sie seien als Aeberläufer zu brandmarken. Die aktivistische» Parteien hätten sich kaufen lassen und seien„dem Sudetendeutschtum" in den Rücken gesallen, wie sie überhaupt nur gegen die SdP„auf Kosten des Sudetendeutschtums" kämpften. Ihre Aufgabe sei die Erziehung der Sudetendeutschen zur Charakterlosigkeit und Gesinnungslumperei.(„Hier ganz scharf werden und die verwerfliche Handlungsweise der NegierungSparteien auszeigen", heißt cs in den Mitteilungen.) Wörtlich k'rd dann den SdP-Rednern befohlen: Die Darstellung der Gesetzanträa« hat unbedingt sachlich und seriös unter Verzicht auf jede unuötiae Radikalisierung zu erfolgen. Die Auseinandersetzung mit der tschechischen Seite sachlich scharf, keinesfalls aber hetzerisch gestalten. Die deutsche» Regierungsparteien müssen in schärfste« Form al» da» gekennzeichnet werden, wa» sind". Mit anderen Worten: den Tschechen gegenüber ist größte Vorsicht, wenn nicht Liebedienerei an den Tag zu legen, hingegen ist es Pflicht, die deutschen Aktivisten soviel wie möglich m i t K o t zu bewerfen. Der anderen Nation gegenüber muß man höflich sein, gegen die Demokraten im eigenen Bolle Ist jede Hetze erlaubt, ja, sie kann gar nicht scharf genug sein. Sie fühlen sich innerhalb des Sudetendeutschtums oben, die Herren. SdP-Leut«, und flugs wird der Rad- -fahrercharakier dieser ,mattonalen" Partei ficht- bar: Oben bücken, unten treten! Wer dieser Hochmut hat falsche BorauS- sehungen. Die Herrschaften find gar nicht „oben", sondern politisch unten durch. Der moralische Abgrund, in dem sie sich befinden, ist kaum zu ermessen. Diese„Volksführer"!, die am 18. Dezember 1985 bei der Präsidentenwahl bereit gewesen find, daS ganze Sudetendeutschtum für zwei Ministersessel an den tschechischen Nationalismus zu verkaufen, treten noch als Richter über die nationale Haltung anderer auf! Sie, die das Sudetendeutschtum zu schänden versuchen, indem sie es innerlich und äußerlich auf die Gemeinschaft der Mörder von Pdtemba auSrichten wollen! Dafür, ob ein« heute ein D e«t s ch e r ist oder ein Barbar, ist einzig und allein sein Ber- hältniS zu den ReichStagSbrandstiftern maßgebend: wer sie und ihr Spstem bejaht, bedeckt sich selbst mit Schmutz, Blut und Schande und schließt sich aus der Gemeinschaft der anständigen Deutschen aus. Der Haß solchen Gelichters kann uns nur ehren! Unerhörte Fälschung In der Ausstellung der SdP . Zerschossenes Madrider Gebäude wird als sudetendeutsche Fabriksruine ausgegeben Dem„Beäernt Ceskö Slovo" entnehmen wir «Ine beispiellose Fälschung, deren sich die SdP schuldig gemacht hat. Die Hcnleinleute veranstalten gegenwärtig eine Wanderausstellung, die auch in Prag zu sehen war und augenblicklich in Mähr. Trübau stattfindet. Den Mittelpunkt der Ausstellung bildet eine Photomontag«, welche die Katalognummer 48 trägt. DaS Bild soll die Wirkungen der Rationalisierung in Novdböhmen därstellen. Zu diesem Zwecke ist in der Montage auch das Bild eines halbverfallenen Gebäudes ausgenommen. Jeder soll den Eindruck empfangen, daß es sich um die' Photographie einer nordböh- mischen Fabrik handelt. In Wirklichkeit ist«S aber daS Bild auS dem zerschossenen Madrid, welche» in der Nummer 8 der Zeitschrift„BolkSIllustrierte" vom 24. Feber d. I. veröffentlicht war. Die zweite Hälfte der Photomontage bildet das Bild eines angeblichen NmzugeS der A r b e i t S l o s e n. In Wirklichkeit handelt eö sich um den Umzug der deutsche» S o» i a l d e m o k r a t e n, der im Mär, in Bodenbach veranstaltet worden ist. Auf der Ausstellung befinden sich weiter Bilder, di« als snde» tendeutsche auSgcgeien wurden, die aber der russischen Zeitschrift„Der Sowjetverband "im Bau" entnommen sind. Falls die Angaben des„BeLerni Teskö Slovo" wahr sind, handelt«S sich hier um eine der frechsten Fälschungen, die im sudetendeutschen politischen Ltzben jemals begangen wurden. Der Streik der Glasarbeiter Die Regierung greift ein Wie wir bereits berichtet haben, wurde im freitägigen Ministerrat der entsprechende Entwurf einer Regierungsverordnung angenommen,■ durch den eine zweckmäßige Regelung der Verhältnisse in'der Erzeugung der Gablonzer Glaswaren vorgenommen wird. Die Regierung hat sich grundsätzlich für die Einführung des Befähigungsnachweises für hi« Branche entschieden. Die Regierungsverordnung wird verlautbart werden, sobald di« Kollektivverträge in der Gablonzer GlaS- waxenindustrie vereinbart sind. Die Vertreter der Genossenschaften und der Nngestellicngetxerkschaf- ien'vabMich bekanntMW'bei BcratüslMkSkeme Mittwoch im Fürsorgttnlmstcrium' ftäktgefsMrn hat, dahin geeinigt, daß die betreffenden Verhandlungen mit größter Beschleunigung geführt werden sollen. Durch das Eingreifen der. Regierung wurde die hauptsächliche Voraussetzung zur Beendigung des Streikes von 30.000 Glasarbeitern geschaffen; es liegt nun an den Unternehmern, sich mit der Arbeiterschaft rasch über die Erhöhung der Löhne, welche sachlich durchaus gerechtfertigt ist, zu einigen. Beendigung des Sitzstreikes em Venusschacht Wegen Lohndifferenzen sowie verschiedener anderer Forderungen sind am 25. Mai zwei Drittel de» Belegschaftsstandes, Insgesamt 118 Mann, deS Venus-Schachtes in Kummerpursch in den Sitzstreik getreten.und au» der Grube nicht auS- gefahren. Nach 24stündiger Dauer wurde dieser Streit beendigt, da die Besitzerin des Venus- Schachtes, die Brücher Kohlenwerksgesellschaft, eine» Teil der Forderungen der Bergarbeiter bewilligt hat. Die anderen Forderungen der Belegschaft, haupssächlich über die Erhöhung der Löhne, wird weiter verhandelt werden. Der Wald Als riesiger, dunkler Wall schließt das Erzgebirge das nordwestliche Böhmen ab. Kamm und Hänge sind mit dichtem Nadel- und Laubwald bestanden. Gewaltige Stämme recken sich empor, tragen mächtige Kronen, deren weitverzweigtes Geäst sich, ineinanderschiebt, ein einzige» große», zackige» Dach bildend. Obwohl die Sonne glühendheiß, hernieder brennt, verirrt sich. nur. ganz selten rin Heller Strahl durch die-Zweige. Der hängt dann al» lichter Faden vom Ästwerk zu Boden, gleitet kofend über den weichen Nadelteppich dahin und verliert sich schließlich irgendwo im dichten Buschwerk., Wenn sich ein leichter Wind erhebt und sein lockeres Spiel in den Baumkronen treibt,, glitzert und gleißt es überall. Da und dort bilden sich frei« Stellen, djirch die die Sonne bücht, doch wird ihr Licht von den zurUckschnallenden Testen abgefangen. Dadurch. entsteht«in eigenartige» Spiel von Licht und Schatten, da» den einsamen Wanderer in seinen Bann zwingt und nicht Mehr' losläßt. Der dunkle Tann raunt seine uralte Melo.«, die. darein' mischen sich die Hellen Tön« de» Ge, sänge» kleinergefiederter LHaldgäste./ Irgendwo echot ein Kuckuck seinen Klagegcsang'; er ist der ruheloseste Geselle de» Wälde»? der nirgendtvö ein eigene» Nest hat. An dürren Baumstämmen hängen Spechte, deren Gehämmer wie Trommelklang töckt. ES ist eine eigenartige'Symphonie die da zusammenklingt, undefinierbar und geheimnisvoll wie der Wald selbst, Ueber die gepflegten,.nadelbelegten Pfade schreitet man lautlos dahin. Aus den Gedanken schrickt man nur auf, wenn irgendwo ein Wild durch das Dickicht bricht. Dann knacken.unter seinen Läufen die dürren Aeste. Manchesmal fällt, wie von unsichtbarer Hand geworfen, ein Tannenzapfen zu Bicken. DaS kratzende Geräusch in den Zweigen der Bäume zeigt an, daß ein Eichkätzchen. aufgescheucht die Flucht ergriffen hat und. mit, akrobatischen Sprüngen von Baum zu Baum turnt.'; 4■ Wunderliches Leben herrscht im Walde, das furchtsame Gemüter'stärk beeinflußt. Ms Kinder,! hitt man uns Sagen und Märchen Mähst, von Wichtelßi-und. Zwergen, z Feen und Elfen. Selbst dem Erwachsenen scheint«» wancheSmal, al» ob der Wald lebendig wär«, unsichtbare Mstpä'M drrArbeitseien und da»iWechselspiel wvn Licht und Schatten läßt ihm wohl auch Gesichte sehen, die nicht vorhanden sind. B«i eitiMeinsgmen Gang durch dieses zau« verhafte Bereich, versinkt der Alltag' mst seinen Qualen. Die GÄanken gehen'eigene Wege und .'eine gefühlvolle Stimmung hält Einkehr. Die tiefe Rtihe und der Frieden wirken wie Balsam aus)>ie,volyi^ageslärm gerpiztsN Nerven. Für unsere Gebirgsbewohner, die in den sauberen Städtchen und Dörfenk wohnen, welche rings von Wald umsäumt sind, hat der Tann jedoch eine andere Bedeutung. Er spendet ihnen allerlei wertvolle Gaben, wie Pilze, Beeren, Brennholz und Kräuter, vor allem aber Arbeit, Arbeit freilich, die sie nur kläglich ernährt. Trotzdem sind die Häuschen sauber, die kleinen Fenster mit blütenweißen Gardinen behängt und buntem'Blumenschmuck versehen. Wiesengehänge und Matten sind mit tausenden Blütensternen durchsetzt, so daß sie kunswoll gewebten'Teppichen gleichen. Kfeine Bächlein rieseln dahin, murmeln ihre eintönige Melodie. Die Teiche sind wie Spiegel, in, denen sich wer hohe Wald mit seinem zackigen Dach widerspiegelt. Manchesmal schnellt ein Fisch empor, daß seine blanken Schuppen in der Sonne leuchten. Dann bilden sich auf der glänzenden Fläche weite Kreise, die sich in sanften Linien bi» an da» Ufer ziehen. Das ganz« Land atmet den Zauber des Geheimnisvollen, ist voll Eigenart und Reiz. Schön ist'ü'nsere Erzgebirgsheimat uitd wir fühlen ,ünS: mit ihr innigveÄunden, find«in Stück ihres selbst. Sie uns zu erobern und mit Glück und Wohlstand zu erfüllend ist die Aufgabe, die. wiruNS als Sozialisten gestellt Haven. Das Le« Ven unserer ErzgebirgSbcwohner soll so schön und reich ivevden wie ihr heimatlicher Boden. Franz Kern. Ein Deutscher wird Stellvertreter des Generalprokurators Der Präsident der Republik hat zum Stellvertreter de» Generalprokurators den Präsidenten des KreiSgerichte» in Kuttenberg, Leo Grund, ernannt. KreiSgerichtSpräfldent Grund ist, wie auch der amtliche Bericht betont, deutscher Natioualität. Durch seine jetzige Ernennung wirb ein weiterer hoher Posten im Staatsdienst— die General- prokuratur ist die oberste Anklagebehörde— von einem Deutschen besetzt. 19. Hal und 18. Feber Im„Reuen Morgen" lesen wir folgende Betrachtung: Wir hatten im Monat Mai zwei Gedenktage zu verzeichnen: den einen feierten die Tschechen, nämlich die Veröffentlichung des Manifestes, der tschechischen Schriftsteller vor zwanzig Jahren, den anderen zu feiern, vergaßen die Deutschen, denn er ist keiner mehr. Nur durch eine kleine Notiz wurde es den Lesern der„Zeit" vom 20. Mai In Erinnerung gebracht, daß am Tage vorher zwei Jahre seit dem 19. Mai 1985 vergangen waren. An diesem Tage selbst hatten sich wohl nur wenige Gedanken darüber gemacht, daß. der Tag eben vor zivei Jahren dem Sudctendeutsch- tum als ein Tag des Umbruches, ein Tag der Erneuerung uick der Erfüllung verkündet worden war. Wenn heute noch von einem bestimmten Tag gesprochen wird, dem nationalpolitische Bedeutung zukommt, dann ist es wohl ausschließlich der 18. Feber 1987 und es besteht auch für jedermann, der nicht dem allerengsten Kreise der SdP-Füh- rung angehört, die Gewißheit, daß der 18. Feber für das Sudeieickeutschtum auch für die nächste Zukunft wesentlich bedeutsamer ist als der 19. Mai, an den sich heute kaum noch eine Erinnerung, geschweige denn gar eine Hoffnung knüpft. Ablenkung durch Gesang? Der Obmann des Gaues Marienbad des Sängerbundes der Sudetendeutschen, der ehemalige Abgeordnete Eckert, gab am vergangenen Sonntag auf der Gau-Vollversammlung in Marienbad folgende Aeuherung von sich: »Wir wollen da» sudetendeutsche Volk wieder zu einem singenden Volk machen." Wir sind die Letzten, die sich nicht freuten, wenn das Volk singt und unsere Avbeitersänger sorgen dafür in der schönsten Weise. So haben wir natürlich auch gegen die SangeSfreudigkeit der Kleinbürger nicht das mindeste einzuwenden. Und doch— dieser Ausspruch deS Herrn Gau-Obman.is macht uns ein wenig nachdenklich. Wir wissen nämlich aus der Geschichte des deutschen Volkes, daß seine„Sangeslust" gewöhnlich dann beson- Für Frieden und Freiheit demonstrieren wir am REICHSAUFMARSCH DER REPUBLIKANISCHEN WEHR in Aussig a. E. vom 3. bis 5. Juli 1936 derS gefördert wurde, wenn es von seinen wahren Aufgaben und von den zweifelhaften Plänen seiner„Herren" abgelenkt werden sollte. Man ließ die Bürger recht oft und laut und gemütlich singen, damit sie nichts davon merkten, wenn ihre Fürsten sie inzwischen übers Ohr hauten. Den Leuten, denen Herr Eckert nahcstehcn dürste, ist zuzutrauen, daß ihnen gerade jetzt singende Sudetendeutsche stzmpathischer sind als denkend e! 40 Jahre Arbetter-Touttstik. Die Ortsgruppe Turn-Teplitz des Touristenvereines„Die Natur« freunde" veranstaltet zu diesem Anlaß ein Bergfest auf der„Morbachhütie" am Mückenberg. Programm: Samstag, den 12. Juni, findet eine Abendfeier und am 18. Juni das Bergfest statt. Anmeldungen wegen Nachtlager sind au MIzzi Kunz, Turn-Teplitz, Landstraße 818, zu richten. GrMllcher Unfall beim BöllerschleBen Ein achtjähriger Junge getötet Während des Fronleichnamsumzuges am Donnerstag in Sandhübel(Bezirk Frei» Waldau) ereignete sich ein überaus tragischer Un- glücksfall. Einige Leute des KameradschaftSver- elneS waren mit dem üblichen Böllerschießen beschäftigt, wobei sie es leider unterlassen hatten, die nähere 1 Umgebung entsprechend abzusperren. Auf einem Fahrweg, der im Schußbereich lag, trieben sich ständig mehrere Kinder herum. Eines von ihnen, der acht Jahre alte Sohn des Stra- ßenwärter» Brettschneid er, wurde von einer Böllerladung so unglücklich getroffen, daß ihm der Kopf abgerissen wurde. Den Böller bedienten ein gewisser Franz Kirchner und Ferdinand Lorche aus Kaltseifen-Sandhübel. Die Untersuchung wurde eingeleitet. Die Mutter des getöteten Jungen sicht zur Zeit im Krankenhaus einer Entbindung entgegen. Seite 4 Sunnfno, 30. Mai 1037 Nr. 12S Jaffeaieuigfeeltw Karl Seitz spricht zum ersten Male seit dem Februar Wien.(Eigenbericht.) Die Einäs cherungLeopoldine Glöckels, die. Mittwoch nachmittags. im Krematorium stattsand, gestaltete sich zu einer außerordentlich eindrucksvollen Kundgebung der Treue der Wiener Arbeiterschaft zum sozialistischen Gedaicken. Obwohl die Zeitungen den Ter«\ min der Trauerfeier nicht veröffentlicht hatten, waren viel« Hunderte Arbeiterfrauen und Arbeiter ins Krematorium gekommen. Schon lang« vor der festgesetzten Stunde war der Platz vor der Freitreppe der Feuerhalle schwärz von Menschen. Trotzdent gestattete die Polizei, die ein UeberfallSauto und mehrere Polizeioffiziere ins Krematorium entsendet hatte, nicht, daß die Trauerfeier auf der Freitreppe abgehalten werde— offenbar damit nicht alle Trauergäste die Roden hören könnten. Rote Schleifen von Kränzen, die die alten Mitkämpferinnen Leopoldine Glöckels ain Sarge niedergelegt hatten, wurden konfisziert. Karl Seitz und Gabriele Prost waren von der Staatspolizei am Vormittag aufgefordert worden, das Konzept ihrer Reden vorzulegen. Die Polizei strich ihnen mehrere Stellen. Trotzdem gestaltete sich die Trauerfeier außerordentlich eindrucksvoll und tvürdig. Ergreifend das schmerzerfüllte Schluchzen der vielen Hunderte Arbeiterfrauen, ergreifend die Liebe, mit der Karl Seitz, der Repräsentant des roten Wien, begrüßt wuvde. Nach einem Trauerchoral sprach Gabriele Proft. Selbst tief bewegt, schilderte sie das Leben Leopoldine Glöckels und feierte ihr Wirken für die Wiener Arbeiterfrauen.„Leopoldine Glöckel war nicht nur ein hilfsbereiter Mensch, sonderir bis zuletzt' trotz ihrer schweren Krankheit auch eine Kämpferin", sagte Gabriele Proft. «Zwei Dinge", schloß sie,„fließen heute für ünS zusammen: Erinnerung und Hoff- n u n g". Unter ungeheurer Bewegung der riesenhaften Trauerversammlung betrat nun Bürgermeister Karl Seitz das Rednerpult: zum ersten Male seit dem Februar 1034 sprach Karl Seitz öffentlich. Er schilderte das hinreißende Wirken der jungen Leopoldine Glöckel, ihre Arbeit als Lehrerin, ihre erfolgreiche Tätigkeit in der Gemeinde Wien und feierte sie als einen wirklich großen Menschen. Seih sprach dann von der.bei-, spielgebenden Haltung Leopoldine Glöckels in der Zeit deS Niederganges, des sogenannten Niederganges, denn für solche Menschen gibt es keinen Niedergang, denn sie wissen: wir werden siegen, weil wir siegen müs- sen". In diesem Augenblick glich die Trauerversammlung einer bewegten Massenversammlung: bewegte und doch wieder gedämpfte Zustimmung klang dem Redner entgegen. Zuletzt sprach Marthe-Louis- L c v y(Paris), die im Namen der sozialistischen Frauen Frankreichs und des Internationalen Frauenkomitees rote Blumen am Sarg niederlegte. Sie sagte französisch:„Leopoldine Glöckel, Du hast zu der großen Familie gehört, der wir alle angehören. Glaubt nicht, liebe Freunde, daß wir in unserem glücklicheren Lande nicht mit tiefer Bewegung an all das denken, was Ihr durchmacht. Ihr habt früher gesungen, daß das Banner steht, wenn der Mann auch fällt. W i r wissen, daß Euer Banner steht. Und darum grüßt Euch die ganze Anter- nationale I" Als Bürgermeister Seitz die Fcuerhalle verließ, wurde er von mehr als zweitausend Menschen im Hof des KrcmawriumS erwartet und begrüßt. Ein großer Menschcnstrom begleitete den Bürgermeister des roten Wiens. Die Einäscherung Leopoldine Glöckels war die größte sozialistische Kundgebung, die Wien seit vielen Monaten gesehen hat. DaS Kind zu Tode geprügelt. Die 20jäh- rige Arbeiterin Marie Silber sand sich Donnerstag früh mit ihrem zweijährigen unehelichen Töchterchen, das betvußtloS war, in einem Wiener Krankenhaus ein. Einige Minuten später starb das Kind. Die Untersuchung ergab, daß die Silber ihr Kind geschlagen und dadurch seinen Tod herbeigeführt hatte. Sie tvurde verhaftet. . Autounglück in Innsbruck. In der Krane- bittcr-Allec in Innsbruck stieß Donnerstag nachts ein Innsbrucker Automobil, in dem fünf Fahrgäste saßen, mit einem ebenfalls von fünf Personen besetzten bayrischen Auto zusammen. Beide Autor wurden durch den Zusammenstoß zertrümmert und acht Personen schwer verletzt. Grohfcuer bei Wien. Fm Magazin der TranSportsirmen Caro und Fellinel und Francesco Parisi auf dem Bahnhof in Matzleinsdorf bei Wien entstand Jrestag ein Brand, der das ganze Objekt mit großen für Triest bestimmten Warenvorräten einäscherte. Der Schaden wird auf 40.000 Schilling geschäht. Sechs Feuerwehrmänner erlitten bei den RettnngSarbeiten Brandwunden oder andere Verletzungen. Verkaufsaktion„Milch fürs Kind“ eröffnet Frau Hana BeneSovä besucht den Basar uhd kauft Erzeugnisse der Heimarbeit Prag. Unter dem Motto.Milch fürs Kind" veranstaltet die Deutsche Liga für den Völkerbund und Völkerverständigung in der Tschechoslowakischen Republik im Waldsteingärten«ine zweitägige Verkaufsaktion von Erzeugnissen der Heimindustrie der Notstandsgebiete des Riesen-, Erz- und LdlergebirgeS sowie Mährens, Schlesiens und der Slowakei, die überwiegend von Deutschen bewohnt sind. Die Veranstaltung steht unter dem Protektorate der Gemahlin des Präsidenten der Republik Frau H a n a B e n e S o v ä. An der Spitze der Organi« sationSkomitceS steht Dr. A. Clarh-Aldringen sowie der OrganisationSlciter Direktor Zäk, In den obgenannten Notstandsgebieten wurden für 180.000 Ui Erzeugnisse der Heimindustrie angekaust, welcher Betrag den Heimarbeitern bar auSgezahlt wurde und diese Erzeugnisse standen Samstag und stehen heute in den Zelten der Waldsteingartens zum Verkaufe. Die Gemahlin des Präsidenten der Republik Frau Hana BeneSovä besichtigte SamStag vormittags in Begleitung des Chefs des diplomatischen Protokolls, bevollmächtigten Ministers Strimpl, die Aktion. Ai» Eingang zum Waldsteingarten wurde Frau Hana BeneSovä um halb 12 Uhr vom Vorsitzenden des Organisationskomitees Dr. Clary- Aldringen sowie Direktor Zäk, dem Legationssekretär Helveffon-Helverrheim und dem Hausherrn Karl Waldstein begrüßt. Dr. Clärtz-Aldringen überreichte der Gemahlin des Präsidenten einen Strauß weißer Rosen und sie wurde sodann in den Waldsteingarten geleitet, wo hie Vorstellung des Damenkomitees stattfand. Nach der Vorstellung besichtigte die Gemahlin des Präsidenten die einzelnen Berkaufrstände, wobei die sie begleitenden Damen der Komitees Frau Professor Wiechowski und Frau Gertrud Ottenburg di« Erläuterungen gaben. In allen Verkaufszeiten wur den Frau Hana BeneSovä die Damen, die" sich In den Dienst dieser Hilfsaktion gestellt haben, borgestellt. Die Gemahlin de» Präsidenten, zeigte für die auSge- stellten Heimindustrieerzeugnisse reger Interesse und erkundigte'sich nach deren Provenienz. Im Böhmer- waldhaur kaufte Frau Hana BeneSovä einen Gartenkorb, beim Stand des Riesengebirges eipe große Tischdecke, beim Verkaufszeit der Heimindustrie des Erzgebirges eine Nadelfpltzendecke, eine Kassette nut Brandmalerei aus GötterSdorf und eine Basttasche aur SebastianSberg, beim Verkaufszeit Nordböhmen eine geschliffene'-und eine handgemalte Glasvase, beim Berkaufrstand Mähren-Schlesien eine handgeknüpfte Brücke(Teppich) und beim Porzellanstand eine aur der deutschen StaatSgewerbeschule in Fischern-KarlSbad stammende ThrlstophoruS-FIgur. Die Gemahlin der Präsidenten der Republik kaufte Erzeugnisse der Heimindustrie für insgesamt 8000 KE. Der Präsident der Republik Dr. Edvard B-n-S hat der Milon„Milch für» Kind" 8000 KE überwiesen. Die Gemahlin deS Präsidenten Frau Hana BeneSovä unterhielt sich sodann noch mit deiF Mitgliedern de» Organisationskomitee»'und sprach über dar Gesehene ihre Befriedigung aii». Sie verabschiedete sich dann von"den Damen und Herren und verlieb dann in Begleitung des bevollmächtigten Ministers Strimpl den Waldsteingarten. Anter den Gästen, die sich gleichzeitig eingefün- den hätten, befanden sich Kanzler S ämal, der englische Gesandte Newton, der schweizerische Gesandte Bruggmann mit Gemahlin, der portugiesische Gesandte.Costa C arneixomit Gemahlin, die Gatän de»".amerikanischen Gesändten Butler Wright,. der türkische Gesandte KaraoSma- nogu u. a. Flammentod. In Oberndorf in Oberäster- reich wurde bei einem Brande eines Hofes die 43jährige Bäuerin Fr. Eöllinger so schwer verletzt, daß sie kurz darauf starb. In Mattighosen hantierte die 00jährige Theresi« Stempfe so unvorsichtig mit einer Petroleumlampe, daß ihre Kleider in Brand gerieten und die Greisin uMS Leben kam. Beim britischen Reichslufttag, der Samsiag durch Flugvorführungen auf allen Flugplätzen begangen wurde, stürzten sieben Militär- und Privatslugzeuge ab. Die meisten Abstürze Verliesen tödlich. Insgesamt kamen zehn Personen ums Leben. Ezplosion im Hudson-Tunnel. Bei den Bauarbeiten am Tunnel New gork—New Verseh, der unter dem Hudson geführt wird, ereignete sich am Freitag«ine schwere Explosion. Kvei Arbeiter wurden getötttss fünf sind lebensgefährlich verlätzt. Der Streit im englischen Königshaus. Die Differenzen, die sich seit einiger Zeit zwischen der englischen KönigSsamilie und dem Herzog von Windsor ergaben und auch, dazu führten, daß weder ein Mitglied des königlichen Hauses, noch ein Angehöriger des königlichen Haushaltes, noch ein englischer Staatsbeamter bei der Hochzeit des Herzogs von Windsor anwesend sein wird, haben in der„London Gazette", Ausgabe von Samstag früh, ihren Niederschlag gefunden. Es wird offiziell verlautbart, daß der Herzog von Windsor sich zwar ausnahmsweise weiter königliche Hoheit nennen dürfe. Dieser Titel gebühre aber ausschließlich nur ihm, nicht aber Frau Warsield- Simpson und auch seine' Nachkommenschaft hat darauf kein Anrecht. Dieses Vorgehen wird damit begründet, daß der Titel königliche Hoheit nach englischem HauSrecht nur denjenigen Mitgliedern der königlichen Familie zusteht, die eventuell für die Thronfolge in Betracht kommen. Durch di« Abdankung ist aber Eduard VIII. hievon ausgeschlossen, so daß die Verleihung des Titels durch den König ein persönliches, ausschließlich für ihn selbst bestimmtes Entgegenkommen darstellt. Auf Anweisung des Erzbischofs Von Canterbury darf keine kirchliche Eheschließungszeremonie stattsin- den.. Desgleichen wird der. britische Konsulardienst, der sonstz mit Standesfragen befaßt ist, diesmal nicht in Funktion treten. Lustrennen— gegen einen Schornstein. Bei dem internationalen Lustrennen Jsle-of-Man kam es. gleich nach dem Start in London zu einem tragischen Unglücksfall, Eine Maschine flog gegen den Schornstein eines Hauses. Das Flugzeug ging in Flammen auf. Beide Flieger fanden den Tod. Drei Hausbewohner wurden verletzt. Rach dem Bad— beim Radio getötet. In der Wohnung feiner Eltern in Brünn starb auf ungewöhnliche Weise der 18jährige HandelSgehilfe Rudolf K i S l i n g. Kissing schaltete einen kleinen Kristallempsänger über einen Transformator an eine 220-Bolt-Leitung an. Er hatte knapp zuvor gebadet und war noch feucht. Dabei berührte er den Lei- tungsdraht an einer unisolierien Stelle und erlitt so schwere Verbrennungen, daß er starb, ehe die Eltern nach Hause kamen und Hilfe holen konnten. Eine Billa auf de« Meeresgrund. Taucher des Schiffer j,Jonion" haben bei AufräumungSavbeiten im Hafen von Piräus di« Fundamente und einige Mauerteile einer Villa gefunden, die vor rund 2000 . Jahren noch'auf dem"Festland"gestanden" hat, dann : aber infolge von Senkung der Untergrundes langsam versunken sein muß. Bis jetzt haben die Taucher , zwei Marmorskulptüren, 600 Bausteine und die Reste i von Einrichtungsgegenständen gefunden. 78 Häuser niedergebrannt, In der Stadl Bie- lie am Njemen in Nordostpolen wurden durch einen Brand 78 Häuser zerstört," wodurch 78 Familien obdachlos geworden sind. Das schöne Wetter bleibt. Apter Einfluß«ine» umfangreichen Druckhochr, dessen Kern über Südskandinavien liegt, ist er in unseren Gegenden überall heiter. Bei Luftzufuhr, aur höheren geographischen Breiten steigt jedoch die Temperatur nur langsam an; die nächste Nacht dürfte infolge der Ausstrahlung relativ kühl verlaufen. Sonst kann in den nächsten Tagen günstige Witterung erwartet werden.— Wahrscheinlicher Wetter heute: Vorwiegend heiter und tagsüber ziemlich warm.— Wetteraussichten für Montag: Die schöne Witterung dürfte noch andauern. Mutterschaft —.„verschuldetes Unglück" nach NS-HandelsgeMtzbnch „Der 8 63 des Handelsgesetzbuches enthält die Bestimmung, daß. dem Handlungsgehilfen auch dann der Anspruch auf Gehalt und Unterhalt zusteht, jedoch nicht über die Dauer von sechs Wochen hinaus, wenn er durch unverschuldetes Unglück an der. Leistung der Dienste verhindert ist. In erster Linie gilt als Uipilück eigene Krankheit.-Sie ist unverschuldet, wenn sie bei normaler Lebensweise" eintritt. Beachtlich ist aber die allgemeine Rechtsauffaffung, daß bei der Beurteilung,- ob die Krankheit verschuldet oder.unverschuldet eingetretenist, n icht st reng verfahren, werden soll. D. h. also,, daß. nicht jede Abweichung von der normale- n L« b« n S W e i s e als selbstverschuldet anzusehen ist, wenn sich, daraus ein Krankheitsfall ergibt. Wir denken dabei- beispielsweise an Krankheiten/di« sich' aus" Sportbetati» g u"n g e n ergeben' können, und an ähn l ich a e l a gerbe Fälle."(— denn der Berliner singt bekanntlich:— „Mit Dir, Erika, möcht ich gern wandern, ' Mit Dir, Erika, trieb ich. gern Sport!":—)" „In diesem.Zusammenhang ist, aber darauf einzygehen, daß Schwangerschaft nicht als Unglück im Sinne des 8 63 deS HGB anzusehen ist. Das ilieichsgericht hat sich mit dieser Frage in seiner Entscheidung vom 27. Juni 1932(RAG 226/82)1 beschäftigt. ES handelst: sich um eine unverheiratete Kontoristin..... Nicht auß-r acht gelassen werden darf, außerdem eine andere relchSgericht» liche Entscheidung, die besagt, daß auch Schwängerschaft der verheirateten Frauen nicht ohne weiteres als unverschuldetes Unglück im Sinne' des 8 6 HGB zu betrachten ist(Urteil vom 19. März 1982 RAG 826/31)... Nun darf allerdings keinesfalls angenommen werden, wie naheliegend das zunächst auch für de» Laien sein mag,, daß diese Grundsätze, die zu der vorstehend erwähn.» ten Entscheidung im Fafle der Klägerin führten, aus„moralischen" Erwägungen ettoq durchdrangen.®n moralisches Urteil steht hier nicht in Fräge und soll dabei gar nicht gefällt werden(im Original gesperrt). Vielmehr ging die Rechtsprechung davon aus, daß die Klägerin ihre Berpflichtungen dem Arbeitgeber gegenüber fahrlässig verletzt habe(— durch Unterlassung des „Dienstes am Chef"—?). Zugegeben werden muß, daß die sich aus dieser reichsarbeiisge- richtlichep Entscheidung ergebende herrschende Rechtsauffaffung bei den von ihr Betroffenen heu te noch oft auf B«fr em de n stößt.. ,. Daß. dieses nachträgliche Wirksamwerden der Kündigung ein bedeutender Mangel des Gesetzes und die Ursache zu einer großen Rechts Unsicherheit ist, kann leicht eingesehen werden.... Maßgebend wird sein, ob durch den Tatbestand oer außerehelichen Schwangerschaft die Anter» e s.s e»des Betriebes geschädigt werden.,. Denn der Betrieb ist ja die wahr« „Volksgemeinschaft". Das ist die Konsequenz, des RS-SklavenstalleS, der von einer dienstbereiten Justizhure schon 1981 vorbereitet wurde:, einerseits Raffengestüte, andererseits geschlechtslos« Ameisen-Arbeiterinnen..Wie lautet die deutsche Uebersetzung für Gefolgschaftsmitglied? Eunuch. Von Rundfunk Emplahlanswarta* au* den Programmen: Montag Prag I: 7.00 Morgenmusik. 10.08 Deutsche Presse.. 11.88 Janko Blaho singt. Schallplatte». 12.10 Unterhaltungskonzert. 16.48 Kompositionen von FuEik. 17.88 Klaviersonaie von Axmann. 18.10 Deutsche Sendung: Hlawaffch: Soziale Stellung der deutschen Angestelltenjugend. 18.28 Rieger: Wehrerziehung im demokratischen Staat. 18.88 Professor Mink: Bernina. 18.48 Deutsche Presse. 20.88 Händel: Cärilien-Ode. 22.20 Tanzmusik.— Prag lli 14.20 Deutsche Sendung: Rokoko. 14.80 Deutsche Presse. 18.10 Blechmusik. 19.10 Saxophonsolo.— Brünn: 17-25 Bücherneuheiten aus der russischen Literatur. 17.40 Deutsche Sendung: Dr:. Steiner- maher: Ueber Bücher. 19.10 Französisch-Kur-.— Preßburg: 16.10 Salonorchester. 22.88 Tanzmusik. — Kaschau: 12.08 Schallplattenkonzert.— Mähr.- Ostrau: 18.10 Deutsche Sendung: Arbeitersendung: Schön: Arter Engenie— Klavierkonzert. Dienstag Prag I: 10.08 Deuffche Presse. 10.16 Für die Frau, deuffche Sendung. 10.80 Overettenmnsik: Luppe. Lehar»sw. 12.10 Schallplattenkonzert. 12.86 Orchesterkonzert FOK: Offenbach, Leo Fall. 17.80 Kapral: Geigenquartett. 18.10 Deutsche Sendung: Konzert der Absolventen der Deutschen Musikakäde- mie: Bach. Mozart uswi 18.46 Deutsche Presse. 22.80 Hindemith: Geigenquartett.— Prag Ur 14.16 Deuffche Sendung: Dr. Shkorg-Cheidze: Trümmer, von Städten und Tänzerinnen mit dem Feuer am Bosporus. 14.80 Bunte Stunde:"Schubert, Kreuder usw. 14.60 Deutsche Presse, 18.00 Aiandolinenkonzert.— Brünn: 17.40 Deutsche Sendung:. Arbeitersendung: Sozlalinsormatlonen; Doktor Fried: Hygiene auf Reisen. 18.36 Arbeitsmarkt. — Presibnrg: 16.00 Rundfunkorchesterkonzert: Spohr, Mendelssohn usw. 19.10 Liederkonzert: 19.80 Au» dem Preßburger Nationaltheater:„Tiefland" von Eugen d'Albert.—Kaschau: 11.06 Populärer Sinfoniekonz:rt. 12.05 Schallplattenkonzert.: 19.85 BolkSkonzert. 21.26 Jazzorchester.— Mähr»Ostrau: 16.10 Rundfunkorchesterkonzert: Kreutzer, DelibeS usw. Bootsfahrt des Staätspräsidentsn Lebrun an den Ausstellungsbauten vorübei) Nr. 126 «Sonntag, 30. Mal 1937 Seite 5 IMtewirtecfioft und äosiahwLtiL stunySsteincrimaeu durch einfache Beschlcnnianna beS' Arbeitsprozesses. So erhöhte eine Teppichfabrik im Reichenberper Jnspektionsgebiet die Zahl der Umdrehungen der Spindeln von 1609 auf 1780 in der Minute und erzielte damit«ine Arbeitsleistung von 21.2 Kilo Garn gegen früher 19.8 Kilo pro Stunde. Die Firma wollte sogar die Zahl dec Umdrehungen auf 2900 pro Minute erhöhen, wurde jedoch daran vom Gewerbeinspektorat gehindert, weil sich damit die Unfallgefahr nicht unerheblich vergrößert hätte. ' Jedenfalls beweist auch der vorliegende Bericht der Gewerbeinspektoren. daß es nach wie vor not« wendig ist, den neuen Arbeitsmethoden in den Fa> brikbetrietben die größte Aufmerksamkeit zu widmen und daß als logische Konsequenz der steigenden Arbeitsintensität die Verkürzung der Arbeitszeit immer dringender und unaufhaltsamer wird. arbeitet, Ivährcnd bis jetzt auf den Betrieben der Zettlitzer Kaolinwerke noch Kurzarbeit besteht. Es gelang aber, für die Grubenarbeiter sämtlicher Firmen den garantierten Mindcstakkord- lohn von KC 38.— auf KC 40.— per Schicht zu erhöhen. Die Genevaldlrektion hat sich entschlossen, infolge des befriedigenden Geschäftsganges die stillgelegte Schlämmerei in Katzenholz mit 1. Juli wieder in Gang zu fetzen. Dadurch dürfte zumindestens vorübergehend für die Zettlitzer Kaolinavbeiterschaft die Kurzarbeit aufhüren. Hoffentlich bessert sich die Geschäftslage derart, daß die Schlämmerei Katzeicholz auch nach dem 1. Jänner 1938 in Tätigkeit bleiben kann. Das Ergebnis der schwierigen Lohnberhand- lungen ist ein freigewerkschaftlicher Erfolg, doch ist. es bei diesem Lohnkampf nur gelungen, die Kttsenabziige vom Jahre 1988 zur Hälfte zu beseitigen. Die Arbeiterschaft der Zettlitzer Kaolinwerke A.«G. begrüßt den derzeitigen besseren Geschäftsgang und verlangt, daß auch die noch restlichen.Krisenabzüge vom Jahre 1938 chemög» lichst eingestellt werden. ihren durch Kris«, Kurzarbeit und Aussehen ausgepowerten Haushalt«in wenig auffrischen. Die Reu-Titscheiner Hutarbeiter brauchen infolge ihrer organisatorischen Zersplitterung immer etwas länger, bevor sie auffchreien. Aber alles ertragen auch die Hutarbeiter nicht. DaS mögen die Firmen einschließlich ihrer industriellen Berater bedenken und darnach handeln. Die Kartelllerunssbestrebunsen In der Schokoladeindustrie Das Handelsministerium hat wie bekannt, die Einfuhr von Kakaobohnen in das Bewilli- gungSverfahren eingereiht, ohne sich mit den in ^etpacht, kommendenSlellen vorher ins E.inver- nöhmsn-zu fetzen. Gegenüber den 1200/Waggons,, die..früher eingeführt wurden, dürfe».jetzt-nicht mehr als 1920 Waggons importiert werde», was bedeutet, daß 2000 bis 2500 Arbeiter brotlos werden müßten, wenn die Maßnahme nicht wi- derufen werden würde. Infolge der Restriktionen im März mußten bereits einige Firmen Arbeiter entlaffen und eine Reihe weiterer, die 10.000 und in der Saison doppelt soviel Arbeiter beschäftigen, steht» vor derselben Gefahr. Die.Firmen Orion, Küfferle, Deli und Zora find bemüht, nach diesem ersten Erfolg weiter zu gehen und ein Kartell zustandezubringen, welches di« anderen Betriebe ausschallrn sollte. Da ein Teil der bestehenden Betriebe dank der Macht,' welche das Handelsministerium den Großfirmen auf die Austeilung des KonfingcntS gegeben hat, nicht genügend Rohstoffe hätte, mühte es auf Kosten der Verbraucher und der Arbeiter zu Betriebskonzentrationen kommen, di« auch schon durch Aktientausch von Orion mit Küfferle vorbereitet werden. Die Gewerkschaften haben sich an daö Fürsorgeministerium mit dem Ersuchen geivandt, daS Kartell zu verhindern und an seiner Stelle ein Zwangssyndikat herbeizuDle Rationalisierung Aus dem Berichte der Gewerbeinspektoren .(I. 93.) Di« Berichte ter Gewerbeinspektoren sind, nach wie vor die einzig« zuverlässige Quelle, welche über die Ergebnisie der Rationalrsierung und der damit verbundenen Leistung»- und Produitionö- steigerunge» Aufschluß gibt. Auch der letzt« Bericht enthält intereffantes Material über die in den einzelnen Betrieben durchgeführten Rationalisierungsmaßnahmen, au» denen wir nachstehend einige her- vorhebcn: Die.Granaischleifereien de» nordböhmischen Gebietes führten besondere Schleif« und Poliettrom- meln«in, welche bei einer Besetzung mit vier Arbeitern in acht Stunden 600 Dutzend Granatfteine schleifen und polieren. Wenn man bedenkt, daß ein Heimarbeiter in derselben Zeit unter Mithilfe seiner Familienangehörigen durchschnittlich neun Dutzend Steine schleifen kann, läßt sich errechnen, daß«ine dieser Maschinengruppen über 190 Heimarbeiter arbeitslos macht. ■ Die Brünn«r Waffenfabrik erhöhte die AibciiS- leistungen in einigen Abteilungen durch Einführung neuer Maschinen um 69 Prozent, während die Zahl der beschäftiaten Arbeiter nur um 80 Prozent stieg. Die Baka-Werke in Zlin führten in ihrer Gümmifabril eine neue Maschine für daS Brechen de» Rohgummi», einen sogenannten Plastikator,«In, welcher in einer«Stunde bi» zu 2909 Kilo Gummi verarbeiten kann, daS ist das doppelte Quantum, welche» bet den bisherigen Einrichtungen verarbeitet wurde, wobei auch die notwendige Tretbkrast um die Hälfte herabgesetzt werden konnte. Besonders weitgehende Ergebnisie wurden in der Textilindustrie erzielt, wo z. B. eine Juteweberei und Spinnerei 40 Arbeiterinnen entließ, nachdem sie sieben neue Maschinen System Mackie einführte. Durch die Aufstellung neuer Maschinen«rzielte eine Wollstoffabrik eine Leistungssteigerung von 50 Prozent, wobei die dadurch überflüssig gewordenen Arbeitskräfte entlaffen wurden. In vier mechanischen Webereien de» Königgräber JnspektionSbezirte» wurden 50 Weber arbeitslos, nachdem diese Betriebe zum sogenannten Mehrstuhlsystem übergegangen waren. Diese» Arbeitssystem wird auch ün Äähr.- Schönberger Bezirk praktiziert und ein Weber ist hier gezwungen, bis zu vier Stichle zu bedienen. Ein« Seidenwarenfabrik führte da» Zweistuhlsystem «in, wobei di« Stühle mit einer selbsttätigen Borrichtung versähen sind, welche die Maschine einstellt, sobald sich bei der Berarbeitung irgendein Fehler ergibt. In der Strumpffabrikatton setzen sich immer mehr neu« englische Maschinen durch, welche die Strümpfe zur Gänze Herstellen, während bisher auf einer Maschine die Oberteile hergestellt wurden, während die Strumpfsöhlen auf anderen Maschinen angestrickt wurden. Durch die-Einführung.dieser, neucii Mafchlneil"vt)!lLktn"ßithlrÄcht' Akbeitest'und^ Ardeiteririnön'Me^Mschäffthung.-Nach"den Bericht ten des Tetschcner Äewerbeinspektor» beabsichtigt «in« der in Betracht kommenden Fabriken(offenbar Kuvert in Warnsdorf). die Bedienung von 29 automatischen Stühlen einer Arbeiterin zu überantworten, während bei der bisher geteilten Produktion zur Bedienung von 22 Stühlen drei bi» fünf Arbeiterinnen notwendig waren, je nachdem, ob«» um di« .Herstellung langer oder kurzer Strümpfe ging.' In der Wollkämmerei einer Strumpffabrik wurde«in Drittel der Arbeiter durch di« Einführung automatischer Kammaschinen mit Stahlbürsten auSge- schaltet. Auch die.Schneidergehilfen spüren in den letzten. Jahren die Auswirkungen der Rationalisierung, nachdem im Proßnitzer Gebiet vier Firmen zur Serienproduftion in der Konfektion übergingen. Ei» Betrieb führte eine durchgreifende«Spezialisierung beim Nähen von Damen- und Herrdickleidern«in, wohei die Leistungen ganz außerordentlich gesteigert wurden. In einer Abteilung werden z. B. ausschließlich Herrenhosen genäht, wobei von 48 Arbeitern und. Arbeiterinnen, welchen 26 in Hufeisenform aufgestellte Nähmaschinen und eine Lochmaschine zur Verfügung stehen, in 48 Stunden 1209. Herrenhosen hergestellt werden, so daß eine Hose in zweieinhalb Minuten fertiggestellt wird. In der Abteilung für Damenmäntel nahen 44 Arbeiterinnen in 48 Stunden 589 Damenmantel, so daß alle fünf Minuten ein Mantel ferftg wird. Ebenso werden auchstn den'Wäschereicn und Büglereien immer neue Maschinen eingefuhrt, welche zahlreiche Arbeitskräfte überflüssig machen. . Ebenso durchgreifend macht sich die Rationalisierung in der Lebensmittelindustrie bemerkbar, wo z. B.«tue Zwiebackfabrik«in« besondere automatische Maschine in Betrieb stellte, welche 2990 Kilo Teig in acht Stunden verarbeitet. Die Maschine steht direkt neben dem Backofen und zu ihrer Bedienung sowie«zum Sortieren der Erzeugnisse sind nur etwa 20 Arbeiter notwendig, während bei der manuellen Veratbeistmg" 60 bi» 80 Personen beschäftigt werden müßten.: In einer großen Brotfabrik' verloren 15 Arbeiter: ihre Beschäftigung; nachdem' der:B«tri«b einest automatischen Qftn mit eiiierProdukttonvoii Man erhält fllr «e 100 Reichsmark».* .''"728,—.' Markmünzen . 780.— 100 österreichische Schilling'. . 634.— 100 rumänische Lei...•" .17:85 190 polnische Zlotv..... . 549.50 100 ungarische Peugö. .593,60 . 100 Schweizer Franken.• •J; 653.50 100 französische Franks : 128.20 >l-Mlffch«S DfKd' •„ 140.75 1 amerikanischer Dollar . 28.60 100 Wiimisch» Ar»>.'«-v.-. tz* 145.40 100 holländisch» Gulden : 1676.— 100 ingoslawischr Dinar«. . 65,30-- 100 Belgas,>->....> .484.50 100 dänische Kronen i..VöiHJ— '" 100 schwedische Kronen,, , 780.— 18.009 bi» 26-000 Stück Göbäck pro Stunde aufstellte, wobei der ganze Arbeitsprozeß bis zur Expedition vollständig automaftsiert wurde. Eine Kunstseidenfabrik verkürzte den Arbeit»« Prozeß dadurch, daß sie das Waschen und Weißen der Kunstseide zu einem Arbeitsprozeß vereinigte, wodurch 59 Arbeiterinnen ihre Beschäftigung verloren. . Neben den technischen Verbesserungen, die zu einer Verminderung der Zahl der beschäftigten Arbeiter führten, zeigten sich in verschiedenen Betrieben auch Anstrengungen nach Erzielung von Lei« Wo Herwegh begraben liegt Zu seinem 120. Geburtstase am 31. Mal Von. Walther Victor Der Mann, der 1817 in Stuttgart geboren war und 1875 Lei Baden-Baden gestorben ist, liegt,seinem Wunsche entsprechend in Liestal, dem freundlichen Orte in der Nähe von Basel, begraben. Er hatte das gewünscht, weil«r in dem Lande von seinem bewegten Leben ausruhen wollte, in, dem er Zuflucht gefunden hatte, als mgn jenseits des Rheins schon damals die Demokraten jagte, und dessen Bürgerrechte man, sich selbst ehrend, ihm gegeben hatte. Es ist noch nicht lange her, daß ich mit dem> dortigen Freunde an der neuen Grabstätte stand, die man Herwegh in Liestal geschaffen: sttmmungsvoll hat man seine irdischen Reste da an einen grünen Hang gelagert, auf.würdiger Tafel ist verzeichnet» wer hier ruht. In freundlichem Tale liebenswürdig gebettet, Geburtsort des dort"bekannteren und mit großem Recht vielgefeierten Schweizerdichters Earl S p i t t«l e r, hat Liestal die Traditionen hochgehalten, in deren Schutz sich der Haudegen von 1848 ,mit seiner Frau und Kampfeskameradin begabt dort, wo die Gemeindekommiffion Beratung pfltgt, in dem fast vierhundert Jahre alten Rathaus,.der Stadt, außen geschmückt Mit den charakteristischen Emblemen historischer Fresken« Malerei und also dem Fremden sehenswert, bewahrt man etliche Gegenstände uvd Urkunden führen, in dem die Konsumenten und die Beschäftigten vertreten wären, lieber den sozialen Charakter der Vorgänge unterrichtet am deutlichsten die Tatsache, daß die angeführten Firmen, die das Kartell anstreben, es bisher abgelehnt haben, einen Kollektivvertrag mit den Arbeitern zu schließen, mit dem Ergebnis, daß die Löhne in der Schokoladcindustric zu den niedrigsten überhaupt gehören. Ausland Ais Gestapo-Agent verhaftet Da» Züricher„Bolkrrecht", das Organ der sozialdemokratischen Partei der Schweiz, teilt in seiner Nummer vom 18. Mai mit, daß Hans A d a n t am 7. Mai in Zürich verhaftet worden ist. Adank war vor zwei Jahren vom Sekretariat der Sozialistischen Arbeiter-Internationale, wo er seit 1925 für die VervielfältigitngS- und EzpcditionSarbeiten angestellt tvar, entlassen worden. ES wurde damals — im Mai 1085— entdeckt, daß Adaick sich durch längere Zeit Unterschlagungen bei der Portokaffa hatte zu schulden kommen lassen. In Hinblick auf die vollständige Gutmachung de» Schaden», den er verübt hatte und auf seine langjährige Arbeitsleistung wurde von weiteren Schritten gegen ihn Abstand genommen. Adank, der Schweizer Bürger ist, kehrte nach seiner Entlaffung aus Brüssel nach Zürich zurück. Adank wird nun beschuldigt, sich— offenbar aus Rache für seine Entlassung— der Gestapo verkauft zu haben. Näheres über die Wirkungen seiner verräterischen Tätigkeit ist iwch nicht bekannt, dagegen hatte Adank viele Beziehungen zu deutschen Emigranten und damit die Möglichkeit, Unheil zu stiften. Dar Züricher„VolkSvecht" teilt mit, daß e» sofort Von der Verhaftung Kenntnis erhalten, es jedoch für richtiger gehalten habe, zunächst keinerlei Mitteilungen an die Oeffentlichkeit gelangen zu lassen, um die Arbeit der Untersuchungsorgane nicht zu erschweren und vor allem, allfällige Hintermänner oder Mitarbeiter nicht zu warnen. Adank war in der Arbeitersportbewegung sehr tätig und bekannt. Die sozialdemokratische Partei in- Zürich hat sofort, nachdem di« Ursache seiner Ver- jhaftung bekannt wurde, seine Ausschließung mi» der Pattei verfügt. Auflösung aller Beamtenverbönde im Dtttten Reich. Die deutsche ReichSregierung hat ein Gesetz über die Beamtenvereinigungen verabschiedet. Nach diesem Gesetz werden di« früheren Spitzenveibände der Beamtenschaft und die Beamtenvereinigungen, die diesen Spitzenverbänden zu irgendeinem Zeitpunkt unmittelbar" ober.mitielhar angehört haben, mit Wirkung vom 1. Juli--1987 ab aufgelöst, soweit sie ihre Auflösung bisher nicht vollzogen haben. Andere noch bestehende Beamtenvereinigungen kann der Reichsminister des Innern auflösen. Die der NSDAP angeschlosieiien Verbände werden durch da» Gesetz nicht berührt. Reugründungen von Beamtenvereinigungen sind in Hinkunft an die Genehmigung des Innenministers gebunden. «Jaime I" weder von einer Bombe getroffen noch beschädigt.(Agence Espagne.) Entgegen den Informationen, die diese ganze Woche hindurch von den Radiosendern der Rebellen verbreitet wurden, nach denen der republika.iischc Kreuzer »Jaime I" großen Schaden bei einem Lustbombardement erlitten hätte und entgegen den Details, die dec General Oueipo de Llano über das angebliche Bombardement gegeben hat, wurde das Kriegsschiff„Jaime I" niemals von einer Bombe berührt und hat niemals einen Schaden erlitten. Es operiert augenblicklich wie immer nach den Bedürfnissen deö Krieges und ist völlig intakt. auch Gemälde der Zeit, aus denen Georg Her-" weghs Erdenwandel dem Besucher lebendig wird. Er, der gehetzt von einer durch hohe Kopfprämie gestachelten Soldateska hier Sicherheit fand, hat auch ein Denkmal erhalten, dessen bärtiges Bildrelief mit Namen und Lebensjahren, umrahmt ist von jenem Lorbeerkranz, den die Nachwelt dem Dichter gewunden hat. „Faule A-pfel statt der Kränze/An jeder Seite ein Gerbarm/ Erreichtest endlich Du die Grenze",— so hat Heinrich Heine über die Zustände gespottet, die„die eiserne Lerche" zum Zug nach dem Süden veranlaßten. Es war nicht ganz so, denn einmal war Herwegh emigriert, weil er sich" nicht(wegen angeblicher Beleidigung des Militärs) in ein preußisches Zuchthaus sperren lassen wollte, ein anderes Mal verkleidet als Bauer mit Müh und Not nach dem Scheitern seiner aktiven Beteiligung an den 48er-Kämpfen über die Grenze entwischt: die Gendarmenihätien sich lieber die 4000 Gulden verdicht, die für seine Gefangennahme ausgesetzt waren, als ihn"in die" Freiheit zu eskortieren.. «So erinnert man sich nur noch mft ehrerbietiger Dankbarbeit der Besitzer jenes„Litierarischcn Comptoir» in Zürich und Winterthur", die cs sich, angelegen sein ließen, die. unvergänglichen„Ge- dichte eines Lebendigen" Hettveghs herauszugeben.* Ein Gang durch die-LieStaler Erinnerungsstätten Georg HerweghS erfüllt uns mit Wehmut. Ihm und denen, die ibm im Leben und Tod eine Heimat gaben, legt man gern die Blnme auf das Grab. Kaolinarbeiter erhalten höheren Lohn Der Verband der Glas- und Keramarbeiier und-Arbeiterinnen Tcplitz-Schönau. hat über Auftrag der Belegschaften der Firmen Zettlitzer Kaolinwerke A.-G.» Zettlitz,„Kaolina" A.-G. und Elektro-Osmose A.-G., Poschetzau, an genannte Firmen das Verlangen gestellt, die Tagesverdienste bis KL 80.— um 5 Prozent aufzubessern und außerdem die Kriscnabzüge vom August 1983 in der Höhe von 5, 7 und 10 Prozent einzustellen. Bei der Verhandlung gelang es schließlich, für die Arbeiterschaft der Zettlitzer Kaolinwerk« A.»G. über den Rahmen des KollcktivvertrageS hinaus 5 Prozent Lohnerhöhung zu erreichen. Für die Arbeiterschaft der„Kaolina" und, Elektro-Osmose war eS nur möglich, die generelle sünfprozentige Lohnerhöhung für jene Arbeitnehmer durchzusehen, deren Tagesverdienste nicht höher als KL 80.— liegen, weil die Fir» menvertrcter behaupteten, daß für dieses Kaolin ein niedrigerer Verkaufspreis al» für da» Zettlitzer Kaolin erzielt_ wird und die Arbeiterschaft dieser Betriebe feit"länger als einem Jahr doll Wachsende Beunruhigung der Neu-Tltschelner Hutarbeiterschaft Anfang Dezember v. I. haben die BertragS- gttverkschasten, an der Spitze der Bekleidungs- ärbeiterverband i. d. Tschechoslowakischen Republik in Reichenberg, für die rund 5000 Hutarbeiter in Reu-Titschein beim Nordmährischschlesischen Jndustriellenverband in Mährisch- Ostrau ein einmalige Aushilfe in der Höhe, eines Wochenlohnes gefordert. Dieses Ansuchen wurde ausgesprochen bagatellisiert und dessen Behandlung hinausgezogen.. In der Kpeiten Jännerhälfte 1937 wurde es schließlich abgelehnt, also zu einer Zeit, in welcher in anderen JstwisttsikUkPHütS'be- achtliche' lineare Lohuerhöhwlgen bewilligt worden sind. Kein Wunder, daß eine solche Behandlung unter den Neu-Titscheiner Hutarbeitern Entrüstung auslösten. In Mei großen Hutarbeiter» versammluiigen im April wurden die Vertragsorganisationen von der Hutarbeiterschaft neuerlich beauftragt, die Forderungen der Arbeiter zu wiederholen und auf das Ausmaß zweier Aushilfen zu je einem Wochenlohn zu erhöhen. Üeber wiederholtes Drängen der Vertragsorganisationen kam es am 28. Mai beim Nordmährisch-schlesischen Fndustriellenverbande in Witko- witz zu den ersten Verhandlungen, derenEr- gebnis aber nur geeignet ist,den bisherigen Unmut der Hut ar« beiterschaftzuErbitterungzu st eisern. Die Firmen bzw. deren Organisation legten zwar großen Wert auf eine Feststellung, wonach in den Neu-Titscheiner Hutbetrieben in den letzten Jahren kein vertraglicher Lohnabbau vorgenommen worden ist. Al» sie aber zum eigentlichen Verhandlungsgegenstand Stellung nehmen sollten, da hatten sie merkwürdigerweise für ihre Arbeiter keine Zeit mehr übrig und vertagten die Verhandlungen auf den 8. Juni. Die ersten Verhandlungen über die Forderungen dec Neu-Titscheiner. Hutarbeiter verliefen somit wie das Hornberger Schießen. Daß ein solches Verhalten der Neu-Titschei- ner Hutfirmen einschließlich des Jndustriellenver- bandes wenig geeignet ist. die Hutarbeiter zu beruhigen, ist Wohl begreiflich. Wurden auch vertraglich die Löhne der Neu-Titscheiner Hutarbeiter in" den letzten Jahren nicht abgebaut, so ist doch wett über den Kreis der Hütavbeiterschaft hinaus immer noch bekannt u n d fühlbar j ener 8 2% ig e Lohnabbau zu Ende 1922, der sich bis heute noch verheerend auswtt:tt,„Vstd die" Löhne auf.«in un e r tr ä.g l i- ches Niveau gebracht h-st t." Daran hat auch dieim Jahre 1928 erreichte 5% ißc Lohnerhöhung nichts geändert, denn die förmliche Nationalisierungswut in den Hutbetrieben hat den Arbeitern sehr bald darauf das Vielfache dessen wieder genommen, so daß ihre Lebenshaltung eiste überaus triste ist. Und" das ist einem Zeichunkte'," in welchem"sich die Hsttausfuhr sowohl gegenüber ihrem' tiefsten Stande vom Jahre 1929,; als auch.im Jahre.1936 gegenüber dem Vorjahre Wesenflich erhost, hat und wo sich-die Wöllstumpenerzeuger, sehr gute Inlandspreise durch das iStwnpenkartell gesichert haben.. >-"-'«In Anbetracht dieser Umstände halten wir es .für.überaus bedenklich, da» sehr bescheidene Verlangen.'derHutarbeiter nach den vorerwähnten Aushilfen in der geschilderten Art neuerdings zu bagatellisieren^ Die Hutarbettcr wollen nichts alü-i “eile 6 Sozialdemokrat' Toautaa, 30. Mai 1037. Nr. ISA be. Iüurst und Wissen VrreinsnaciiMten Freie Vereinigung soziallstisclier flkarfemilter PRAG HerieKtssaat ■ zur er« Der auf Moutag, de«31. Mai, angesrtztr Bortrag mutz wkgm Verhinderung des Referenten! verschoben werdm. ziastvagen soll zu einem rollenden Kino' ausgestaltet werden, in welchem vor allem Natur» und Propagandafilme zur Vorführung gelangen sollen. Nebst dem„Slowakischen Pfeil" ist ferner ein Krankenwagen ausgestellt, der zum Transport Schwerkranker bestimmt und für den internationalen Verkehr eingerichtet ist. Der Fahrpreis pro Abteil, in welchem nebst dem Kranken noch zwei Begleiter Platz finden, beträgt den Preis von acht Fahrkarten der betreffenden ZugSgattung. Ein ähnlicher Wagen zlveiter Klaffe ist in Pilsen stationiert. Neben dem Geleise ist dar neueste Modell der Straßen- autobusse der Staatsbahnen(Modell Skoda) in Stromlinienform ausgestellt. Eine Reihe graphischer Mitteilungen«ms dem Publikum. Bei Nieren- und Blasenleiden(Steinbildungen)', Erkrankungen der Leber und Gallenblase wird der stark alkalische Biliner Sauerbrnnn zu regelmäßigen Haustrinkkuren verordnet I Harn und Galle werden dadurch verdünnt und in' größeren Mengen anSge- schieden. Befragen Sie Ihren Arzt! Benjamino Gigli singt Diesmal ist der italienische Tenor Bensmnino Gigli„Der Sänger Ihrer Hoheit", Eine kleine Prinzessin geht um der Kunst willen' ihrem prinzlichen Bräutigam durch. Er ist die übliche fröhlich-sentimentale Liebesgeschichte, die Karl Heinz Martinum eine Nuance geschmackvoller inszeniert hat, als es sonst der Fall ist. Aber man ist bereit, allerhand Unsinn hinzunehmen, um die prachtvolle Stimme Gigli» und seine seltene Technik zu bewundern. Er ist darüber hinaus eine angenehme und menschlich fesselnde Persönlichleit. Die kleine Prinzestin ist Geraldine Katt, eine sehr lebendige junge Schauspielerin,.die man zuerst in der„Sechzehnjährigen" gesehen hat und die durch ihre noch nicht durch Mätzchen verdorbene Augendlichkeit gefällt. Al» ihren Erzieher sieht man den so sympathischen Gustav W a ld au. Außer diesem Film lief diese Woche„Die tu e i ß e F r a ü des M a h a r a d s ch a", eine modernisierte englisch-indische Kitschgeschichte, die nur durch die Mitwirkung des Geiger» Wasa P i i« h o d a, den man Glanzstücke seine» Repertoir» spielen hört und sieht, Partien wirklichen Genuffe» gewährt. Attila Hörbiger ist wieder einmal zu einer traurigen Rolle verurteilt.— Schließlich läuft der„Jäger vom Fall". Ganghofer ist eine Filmentdeckung des Dritten Reiches. Die Wilderergeschichle wird in den reichen landschaftlichen Rahmen der süddeutschen Berge gestellt. Im übrigen sind die berlinernden Jäger und Bauern für uns schwer erträglich. Paul Richter hat von dem Glanz seiner Siegfried-Zeit auch schon allerhand eingebüßt. Ein Film, den man sich schenken kann. jk. Schüler beim Baden ertrunken. Gestern ertrank um 4 Uhr nachmittag» der löjährige Schüler Rudolf Kupec au» Zijkov beim Baden unterhalb der Licbe- ner Brücke. Er wurde nach kurzer Zeit au» dem Master gezogen und obwohl ärztliche Hilfe, sofort Stelle war, blieben Wiederbelebungsversuche fölglo». Da» Sekretariat der Pariser Ausstellung findet sich ab öl. Mai nicht mehr in der Närodni tr. Nr. 20 und die Telephonstation 858—75 wurde aufgehoben. Die Korrespondenz ist unter dem Namen de» Generalkommissär» an da» Ministerium für Schulwesen und Volkskultur Prag III, Präsidium, zu Sanden des SektionrraieS Dr. Klimel zu adressieren. Arnold Josef Tohnboe, Professor für internationale Geschichte an der Londoner Universität und Direktor der Studienabteilung de» Royal Institute of International Assair» wird während seines Prager Aufenthaltes am 2. Juni um 18 Uhr auf der Freien Schule der politischen Wissenschaften in Prag I I, Ovocnh trh 3/11, einen Wortrag über„Die Ziele und da» Werk des Royal Institute»" halten. Weitere AuSstellungSobsekte find die neuen Schlaf- n n d S p e i s e wag e n m od eile, die im internationalen Verkehr eine bedeutende Rolle spielen. Den Hauptanteil an dem Betrieb dieser Spezialwagen auf dem Netz unserer Staat»bahnen bat die Internationale Schlafwagengesellschaft inne, die vor 81 Jahren den Betrieb auf den europäischen Strecken aufgenommen hat. Bon dem 2177 Waggon» zählenden Wagenpark dieser Gesellschaft entfallen für da» Netz der tschechoslowakischen Staat»bahnen 77 Waggon», bei welchen 411 Beamte und Angestellte' beschäftigt lind. Nebst der Internationalen Schlaf-. Wagengesellschaft besorgt noch die„Mitropa" den Schlaf- und Speisewagendienst auf den Strecken von der Staatsgrenze zu den böhmischen Bädern. Da» Eisenbahnministerium hat mit der Schlafwagengesellschaft Verhandlungen eingeleitet,' um eine Verbilligung der, vorläufig noch ziemlich teueren Verköstigung im Speisewagen durch Einführung einer'einfacheren und billigeren Menü» herbeizuführen, wodurch diese heute noch vielfach al» Luxus geltende Institution größere Popularität erlangen soll, al» es heute der Fall ist. Zur Besichtigung steht ferner der bereits vor einigen Jahren eingesührte T a n z w a g e n, der sich indessen nicht recht cinleben konnte. Dieser Spe- Die Prager Staatsbahndirektion veranstaltet in der Zeit vom 29.. Mai bis zum 6. Juni auf dem Geleise hinter den Basaren beim Wilsonbahnhof eine kleine Ausstellung, die dem reisenden Publikum die Bemühungen der Dahnverwaltung um die Be- guemlichkeit und Annehmlichkeit de» Reisens auf unseren Bahnen vor Augen führen soll. Der Zeit» . vunkt ist mit gewählt und da» Bestreben der Bahn verwaltung, daS Publikum mit seinen verkehrs fördernden Bestrebungen vertraut zu machen, sicher sehr hegrüßenSwert. Den Besuchern dieser Ausstellung, die SamStag ' eröffnet wurde, werden zur Erhöhung der Reise lust die modernsten Waggontypen, über die der Wagenpark der Staatsbahnen verfügt, vor Augen geführt. Zunächst ist eS ein Schnellzugwaggon erster und zweiter Klasse modernster Konstruktion, der dyrch seine wirklich fchöne Ausstattung das reisende Publikum auf die Annehmlichkeiten der Höheren Wagenklassen aufmerksam machen soll, die bei uns tatsächlich weit billiger ist, al» in den meisten europäischen Staaten. Der Fahrpreis der zweiten Klasse ist bei un» um ein Drittel höher al» der der dritten Klasse, während er z. B. in Deutschland, Oesterreich, Frankreich um die Hälfte teurer ist. Immerhin dürste der Großteil der Ferienreisenden der hilligsten dritten Klasse den Vorzug geben. Es ist zu bedauern, daß die in den Ringhofferwerken bestellten Neuen SchnellzugSwaggonS dritter Klasse noch nicht fertiggestellt sind und daher bei dieser Pro- pagandaguSstellung fehlen. Diese Waggon»— zur Hälfte dritter, zur Hälfte zweiter Klasse— sollen nach den Verheißungen der Eisenbahnverwaltung .vorzüglich eingerichtet sein, wovon sich leider da» Publikum derzeit noch nicht überzeugen kann. Sie sollen anfangs Juni in Betrieb gestellt werden und höchst begrüßenswerte Neuerungen austveisen, die 'sie'tatsächlich zu Musterstücken der modernen Eisen- bahntechnik machen würden. Vor allem sollen mich die Sibbänkebritter Klasse mit Ledervolstern versehen und gut abgefedert sein, was bisher bloß in Skandinavien und England der Fall ist und seines gleichen in Mitteleuropa nicht hat. Nebst geschmack voller Innenarchitektur sollen auch die hygienischen Einrichtungen erstklassig sein, so vor allem die automatische Wasserspülung der Klosett» und Was- serversorgnng der Waschbecken, die ohne Haudberüh-1 Darstellungen veranschaulicht ferner die internatio- rung in Tätigkeit gesetzt werden. I nalen Verbindungen und Anschlüsse. . Hpcblelslungs-Drebbünke, Fräsmaschinen, Radialbohrmaschinen, Bohrwerke, Shaplng- u. Hobelmaschinen Spannfutter In modernster Ausführung erxeugt: Werkzeugmaschinenfabrik Arno»lauert Warnsdorf, iSR.* m Deutsche bessere Familien (Beamte, Lehrer, Förster u. ähnl., möglichst mit Kindern), die ein.tschechische» Kind gegen Zahlung über die Ferien aufnehmen, werden um Adressenangabe ersucht.'Jugenddienst, Prag il., Boriilska 2, 4160 spiel Erich Kleiber, Festspiele IV, Al.— Sonntag halb 8: Leuchtbrunnen, 93 1. Wvchenspielplan der Kleinen Bühne. Heute, Sonntag,.abend» 8 Uhr:„Ein idealer Gatte", Gastspiel. Leopold Kramer.— Montag: geschlossen. — Dienstag halb 8: Ein Kuß, und sonst gar nicht», Erstausführung!— Mittwoch 8: Ein Kuß und fonst gar nichts, Bankbeamte ll und freier Versauf,— Donnerstag 8)4: X f) 3.— Freitag 8: Warum lügst Du, Cherie? Theatergemeinde des Kulturverbande» und freier Verkauf,— Samstag 8 Uhr: Ein Kuß, und sonst gar nicht».— Sonntag 8 Uhr: Ein Kuß, und.sonst gar nicht». Propaganda-Ausstellung der Staatsbahndirektion Prag . Urania-Kino Franz Engel» lustige» Gavspirl und„Walzer nm den StephanStumr" mit Slezak heute 4, 6 und 149 Uhr. Sozialversicherung^- Briefkasten T. K., Grulich. Wir beantworteten Ihre'-Anfrage bereit» brieflich. I. U., Hesselsdorf. Nach der Regierungsverordnung Nr. 26/86 darf der Arbeitgeber die Legitimation nicht bei sich behalten und darf dieselbe, vom Arbeitnehmer nur zur Eintragung de» Eintrittstages i» die Beschäftigung anfordern, worauf er sie dem Arbeitnehmer sofort zurückzuitellen hat. Beim Austritt legt der Arbeitnehmer dem Arbeitgeber die Legitimation vor. Wenn in dem von Ihnen geschilderten Falle der Arbeitgeber die Legitimation bei sich behalten hat, so Iväre er nochmal» zur sofortigen Herausgabe der Legitimation aufzusordern und wenn er dieser Aussorderung nicht nachkommt. wäre die Strafanzeige bei der zuständigen Bezirkrbehörde zu erstatten. Nach tz 15 der obaimeführten Verordnung ist in dem Verhalten de» Arbeitgebers eine Verwaltungsübertretung zu erblicken. Freiwillige Verstcherung: Sie haben keinen Rechtsanspruch, von der Krankenversicherung als frestvillige» Mitglied aufgenommen zu werden.. Nur dann, wenn es sich um eine sogenannte freiwillige Fortsetzung der Versicherung handelt, d. h. wenn ein versicherungspflichtige» Arbeitsverhältnis voraimc- gangen ist, iväre die KrankenversicherungSanftast verpflichtet. Ihnen die freiwillige Fortsetzung des Ber- sicherung»verhältnisse» zu gestatten. Fihne in Prager Lichtspielhäusern Urania-Kino: Gastspiel Franz Engel;„Walzer um den EtefanStum", Leo Slezak, Tschecholoa.— Adria:„DaS Mädchen au» dem Dschungel." A.— Alfa:„Gegen den Befehl." Fr.— Apollo:„Der Sänger ihrer Hoheit." Gigli. D.— Avion:„Der Amateur-Edelmann." A.— Betonet:„Charlie Chan in der Oper." Warner Oland. A.— Feniz:„Liebe mit 106 PS." A.— Flora:„Der Torpedoboot- Kommandant." A.— Hollywood:„89 Stufen" A. — Hvkzda:„Das Mädel au» dem Dschungel." A. —Juli»;„Lotterieliebhaber." A—Kinema: Journale, Grotesken, Reportagen.— Koruna: Aktualitäten, Journale, Grotesken.— Kotva:„SamDod»- worth." A.— Lurrrna:„Liebe mit 1600 PS." A.— Metro:„Für ein Weilchen Glück." A.— Passage:„Der Jäger von Fall." D.— Praha:„Die weiße Frau de» Maharadscha." Pkihoda. A.— Radio:„Spiel mit dem Feuer." D.— Staut:„Die Kinder de» Kapitäns Grant." Ruff.— Svilozor: „Der Sänger ihrer Hoheit." Gigli. D.— Almar „Sam Dodsworth." Nach Sinclair Lewis. A. — Baikal:„Die Kinder del Kapitäns Grant." Ruff. — Belvedere:„Dar Mädchen-Pensionat." D.— Beseda:„Rechtsanwältin Mra." Tsch.— Carlton: „Das Gaffemnädel." Tsch.— Illusion:„Margarita" Grare Moore. A.— Lido II:„Die liebe Verwandtschaft." Laurel u. Hard». A.— Louvre:„Der Torpedoboot-Kommandant." A.—Manila:„Schicksalsweg." Conrad Veidt. Engl.— Olympic:„Ter große Ziegfeld." A.— Perityn:„Der Held der kanadischen Polizei.". A.— Rozy:„Der Torpedoboot-Kommandant." A.— Tatra:„Scheidung der Frau Eva." Tsch.—U Besvodu:„Liebe unter KÜnst« lern." A.— Valdek:„Der Torpedoboot-Kommandant." A.— Beletrhy:„Eine Frau ahne Bedeutung." D..>' Das Mmw BoUdtutü zahlreiche andere Prozeßparteien ungeduldig auf ihren längst fälligen Airfruf. während. der hitzige DirkurS um die zwanzig Ai kein Ende finden konnte. Endlich, nach mehr al» zwei Stunden hatte der Herr Arbeitgeber die Sache fatt und' fordert» seinen Aü- walt auf, die zwanzig Ki'an den Kläger auszuzahlen, damit er„endlich von der Sache Ruhe habe." Wenn man erwägt, daß die VertretungSkosten allein ein Vielfache» des„Streitbetrages" ausmachen, muß man sich unwillkürlich die Frage vorlegen, wie eS Wohl um dar Hirn und Herz eines Menschen bestellt sein mag, der sich nicht scheut, um einer Betragewillen, den er wahrscheinlich, im Privatleben mit einer geringschätzigen Handbewegung abtut, einen Prozeß zu führen, der ihm weit höhere Josten verursacht. Aber das ist eben bei Leuten diese» Schlage» „Prinzipiensache". Das Justament des Dlenstsebers (Arbeitsgericht.) Prag.(—rb—) Bei den Verhandlungen vor dem Arbeitsgericht wird man häufig Zeuge sonderbarer Vorfälle, die der Denkart gelvisser Arbeitgeber ein merkwürdige» Zeugnis ausstellen. So ließ sich unlängst ein vermögender Gewerbetreibender von einem entlassenen Arbeiter um zwanzig AL. klagen und führte den Prozeß mit großer Erbitterung durch: Der Dienstgeber, der sich so hartnäckig weigerte,- der wohlbegründetcn Forderung des Arbeitnehmers nachzukommen, ließ sich natürlich von. seinem Advokaten vertreten, der die Sache feines Klienten mit Feuereifer vertrat. Aber auch der Arbeiter bestand auf seinem Standpuickt und so dauerte ' dieser kuriose Prozeß länger als zwei Stunden. Alle Mühe de» Richter», diese Bagatellsache durch einen Vergleich au», der.Welt zu. schaffen,, blieb, vergeblich.. Die Zeit verrann und auf dem Korridor warieten : Der Prager Atu» beteiligt sich Sonntag, den 6. Juni, an einem Umzug und einer öffentlichen Vorführung de» DTJ-Vereines in Repo- ryj und lädt alle Genossinnen und Genossen sowie Jugendliche und Falken zur Beteiligung ein. Die Abfahrt erfolgt von Smichov um 7.16 Uhr früh. Zusammenkunft mn Smichover Bahnhof spätesten» um 7 Ubr. Nachzügler fahren um 9.20 Uhr. Der Fahrprei» bi» Reporyj beträgt 4 XL al» Sonntagsrückfahrkarte, Kinder zahlen die Hälfte.— Mitgliederversammlung de» Prager Atu» am Mittwoch, den 2. Juni, ,um halb 8 Uhr abend» im Saale auf der Hetzinsel. Es sind wichtige Fragen zu. besprechen.— Führt die AtuS-Holzkassen ab, es ist doch höchste Lest. KretS Prag. W ochenpro- gr a mm: Montag, 81. Mai, 8 Uhr, kleiner. Saal de» Handwerkervereins: Diskussion mit den jungen Christlichsozialen und Jungdemokraten über„Krieg und Frie- Kl„_—den", Zutritt nur/für SJ-Mitglie- der.— Dienstag, 1. Juni: Kundgebung, veranstaltet von der Gruppe'Prag-VII gemeinsam, mit der MSD. Vortrag Karl Deutsch über die Sowjet« Union, mit Lichtbildern:' Anschließend der ll.Mai- Film. Beginn 8 Uhr im„Lidovh düm", Prag VII., Veletrjjni tk.— Mittwoch, 2l Junk:sTeunahme an der.Kundgebung der MSD Zfjjkov über da» neue Lehrlingsgesetz. Grupp-en Prag'I und XII beteiligen sich vollzählig. Beginn halb' 8Uhr,„U Svatoöü". Treffpunkt 7 Uhr. Georgsplatz.— Gruppe Prag VN;.8- Uhr, FMSA-Heim: Der 18. Feber.— Freitag. 4. Juni, Gruppe Prag II, 7 Uhr,. FBSA-Heim: Aktuelle- Wirtschaftsfragen. Bezugsbedingungen: Bei Zustellung in» Hau» oder bei Bezug durch die Poft'monatlich AL 16:—.Vierteljährlich XL 48.—, halbjährig Itt'OOz—. ganzjährig Xi 192.—.— Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschalftmgen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retvurmarken.— Die Zeitungsfrankatur wurde voü der Poft- und Tele» graphendirepion mit Erlaß:Nf.:läs806MI/19S0 bewUIgti—Druckerei-..svrbis",.Druck-,.Berlag»-und Leitung»-A.-G. Präg...> ,' Ein Festkonzert anläßlich des Präsidenten-Geburtstages hatte vorgestern das Prager Deutsche Volksbildungshaus„Urania" gemeinsam mit der Prager Deuischen Musikakademie in Szene gesetzt. Die Bühne der großen „Urania"-SaaleS war zu diesem Zweck festlich mit Lorbeer. Fahnen in den Staatsfarben und dem,' Bilde des Präsidenten geschmückt. Eingeleitet wurde das Konzert durch die Staatshymnen, denen? eine Festansprache des Direktors der^Urania"! Dr. Frankl folgte, in der er auf die Bedeutung des Präsidenten gerade für die deussche Kunst und Kultur in unserem Staate und auf sein unermüdliches völlerversöhnendes und völkerverbindendes Wirken hinwies. Das muflkalische Programm umfaßte Werke älterer und neuerer Kammermusik in gediegenster Auswahl: Ein Quintett von Joh. Ehr. Bach, ein Klaviertrio.von Haydn, ein. Streich-Quartett von Beethoven, eine Flöten-, sonate von Phil. I a r n a ch, zwei Lieder de» sudetendeutschen TonsetzerS Theodor B e i d I und Klavierstücke der tschechischen Komponisten JanäLek und Martinu.. Für die ebenso sorgfältige wie ausgezeichnete künstlerische Wiedergabe der Werke hatten sich die reissten Talente der Deutschen Musikakademie(die Sängerin. Frl. Melitta Scharf, sowie. die Instrumentalisten Adam, UllmanN, Berger, Got- lib, Kramolssch, Czerwenka, Kraupner, Hübner, Kopetzky, Brömse, Schreiner und Posselt) mit echt künstlerischer Pasfioniertheit in den Dienst der Festveranstaltung gestellt, die aüch durch ausgezeichneten Besuch das entsprechende äußere festliche Bild-bot/ E. I..: Wochenspielplan de» Reue« Deutschen Theater». Sonntag, halb 8 Uhr: Giuditta, volkstümliche Vorstellung, Abonnement aufgehoben.— Montag halb 7: Da» Spitzentuch der Königin. Abonnement aufgehoben. Theatergemeinde des Jugend<11: Serie, grüne Karten) und freier Verkauf..'— Dienstag halb 8: Leuchtbrunnen. A 1.—Mittwoch halb. 8: Die schweigsame-Frau, Festspiele-III, Erstauffüh- rung, Ä 2.— Donnerstag halb 8: Das Spltzentuch der Königin, C 1.— Freitag halb 8: Gesellschaftsspiel, D.— SümStag 7: Der Rosenkavalier,„Gast- Billige Karen an den heißen, hochrad, Thermen DadTcplifz-SdiSnaa bei Gldil, Rheuma, Isdilas Auskunft: ioos Städtische KurdireMion oder Clarvsdie KurdireMion Wir empfehlen tn BadLuhaäovice das Hotel„Havlltek“ 2 Minuten Vom Bahnhof. Gute bürgerliche Nüche, gut gepflegte Biere und prima Weine, billige, saubere Fremdenzimmer. 4163 Prospekte gratis t A. Mtmäk, Hotelier. Iti PfitduMtr hellt mit Erfolg Rheumatismus, Gicht, Ischias und Frauenkrankheiten 4U1 Prospekt versendet die Badedirektion gratis! SlMklslW MÜM Resselfleck im Adlergebirge Bahnstationen GeierSbevg und Lichtenau, in waldreicher, romantischer Gegend. Gute bürgerliche Küche. Volle Tagesverpflegung einschließlich Wohnung X 22.— täglich nebst SO Heller Baudengebühr. Günstige Autobusverbindung zu den Bahnhöfen. 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