Aus dem Inhalt Eine Rede Taubs in Brünn Mordende Zigeuner 17. Jahrgang Nr. 127 Dienstag, 1. Juni 1937 Steigende Beschäftigung der Industrie SdP-Propaganda im Waldstein-Garten Investitionsarbeiten für eine halbe Milliarde Erfchetet mit«nenabme de« Montng««glich früh f»iNgelprei« 70-«Her Redaktion unb. Verwaltung. Prag XU., Fochova 62- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- Verantwortlicher Redakteur: Kari Kern, Prag Plötzliche Verschärf uns det Mittelmeerkonflikts Panzerschiff„Deutschland** Im Rebellenhafen Ibiza von spanischen Fliegern bombardiert» Deutscher Racheakt mit Kindermord In Almeria Italien mit Deutschland solidarisch/ London, Paris und Genf beraten I«• tjif Bll I/ tt Hnt«Mil tu««>f«i« fnlikAIHra'•.' l•"•?»"'•'...«• Giftgas-Angriff 'fdindr F kHä b m« h.raa:t.i l l r r.i.e gegen unsere Äervplane, die keinerlei feindlichen Akt gegen das Schiff»dej^ gegen die Stadt-sich hatte» zuschulden kommen lasse». Die A e r o» plane erwiderte» de» Angriff, Indem sic zwölf Bin»den abwarfen, von denen vier auf das Deck fielen, einschluge» und«rplo- dierten. Dazu ist zu bemerken, dass die Kontrolle über die Insel und Ibiza nach den Beschlüssen des NichteinniischungSauSschusscS französischen Geschwadern zusteht und daher der deutsche Kreuzer keinerlei rechtmässige Mission an dieser StcUe zu erfüllen hatte, wo er sich in spanischen HoheitSge- wässern befand. Blomberg bei Hitler Berlin. Reichskanzler Hitler, der ssch am Sonntag in München befand, berief nach lkin- trefsen der Meldung Außenminister Neurath und den Oberbefehlshaber der Marine Admiral Raed er zu sich, die in Sonderflugzeuge» eintrafen. Hierauf begaben sich alle drei im Flugzeug nach Berlin, wo sie eine neuerliche Konferenz abhielten, der auch Kriegsminister B l o m- b e r g beiwohnte. Am Abend fand eine Besprc- ibung zwischen Hilter nnd G ö r i» g'patt. Die hrutfche^Regientttg'kÜtidlgteMassnahinenän.dte sie unverzüglich dem RichteinmischungSauSschutz in London Mitteilen wird. Hafen von. Ibiza(Balearen) stationiert lvar. Während die deutsche Regierung in'einer Erklärung versichert, dass die„Deutschland" keinen Schuh auf die herannahenden Flugzeuge abgegeben habe, vielmehr völlig grundlos angegriffen tvordcn sei, hat die B a l e n c i a- Regierung das nachstehende Kommuniquö heranSgcgeben: „Um fünf Uhr nachmittags verliehen zwei Flugzeuge ihre Station in der Nähe von Balen- ria zu dem Zweck, einen Kundschafterstug über die Balearen zn unternehmen. Als sie sich über Ibiza befanden» eröffnete das Kriegs- f ch i f f, das ungefähr 200 Meter vom Mal» ent. eine deutsche Demonstration Berlin. Wie offiziell bekanntgegeben wurde, hat sich Deutschlanda»Sdem i n t e t.it attonalenKontrolldienst und dem Richtein in i schnngsauS- f ch u st vorläufig zurückgezogen, liS ihm die Garantie gegeben wird, vast sich die Angriffe auf an der Kontrolle beteiligte deutsche Schiffe in Zukunft nicht wiederholen werden. Unbekanntes U-Boot versenkt Passagierschiff— 50 Tote Barcelona. Der spanische Fracht- und Passagierdampfer„Ciudad Barer- l o n a" ist von einem Unterseeboot torpediert worden«nd gesunken. Dabei seien, wie bisher gemeldet wird, bOPersonenertr unken. Die Torpedierung erfolgte um 5 Uhr 30 Sonntag bei Malgtat an der Küste von Gerena.„Ciudad Barcelona" verdrängt 801.6 Tonnen. Früh am Morgen hat ebenfalls ein Unterseeboot— man nimmt an, daß eS sich um daS gleiche gehandelt habe— den spanischen Dampfer„3» r r» z äs' angegriffen«nd zwei Torpedos auf ihn abgrfrurrt, die jedoch nicht getroffen haben: B« r l i n. A m t l i ch wird mitgeteilt:„Zur Bergeltung des verbrecherischen Anschlages roter Bombenflugzeuge auf■ das vor Anker liegende Panzerschiff„Deutschland" wurde am Montag in den Morgenstunden von deutschen Srestreitkräf- tenderbesestigtrSerhafenvonAl- mrrie befchossen. Nachdem die Hqfen- anlagcn zerstört und die gegnerischen roten Batterien zum. Schwelgen gebracht worden sind, wurde die BergeltungSaktion abgebrochen und beendet." Bal e n r i a, DaS.Ministerium für Rationalverteidigung teilt mit, daß der Militärkommandant von Almeria folgende Einzelheiten gemeldet hat: Um 5 Uhr 3Y Mm. wurde deut militärischen Kommandanten mitgeteilt, dass in der Richtung von Cartagena«in deutscher Kreuzer und vier Torpedobootzerstörer gegen Almeria fahren. Um 5 Uhr 45 Minuten setztest die Schiff« ihre Fahrt noch fort«nd eröffneten in einer Entfernung von zwölf Kilometer.von Almeria ohne jede Aufforderung oder Mitteilung daS Feuer. Die Küstenbatterie der Regierungstruppen gab ungefähr SO Schüsse ab«nd traf allen. Anzeichen nach einen Torpedobootzerstörer. Um üsthr SO Minuten stellte die deutsche ESkader das Feuer ein und verschwand. Widersprechende Darstellungen - Nach einer Mitteilung der deutschen Regierung'gehörte die'„Deutschland" zu den für die iniernatiostale Kontrolle bestimmten. Streitkräf» die| ten, lvährend die Valencia-Regierung erklärt, dass .im Augenblick dcrBombardic» hat auf denjrnng keinen Koiiirolldienst auSübte, sondern im Der RacheaM gegen Almeria WW < Ä abend wurde daS deutsche Panzerschiff„Deutsch. «,«« bi» a auf der gleichnamigen Baleareninsel von Flugzeugen der Aalencia-Regierung mit Bomben beworfen. Die Bomben schlugen im MannschaftSraum ei«. Rach einem Bericht des Deutschen Nachrichtenbüros wurden 23Manngetötet und 83 verletzt, hievon IS schwer. Dir deutsch« ESkader im Mittelmeer, dir! ien, ivährenv sie »ssizlell«in Bestandteil der neutralen„Richlin- die„Deutschland terventions-Kontroll-Flotte" ist, Hai auf de» Zwischenfall von Ibiza, ohne«ine rechtliche oder diplomatische Klärung deS Falles abzuwarten,' mit einem, von Berlin befohlenen: barbarisch,» Rache-Akt geantwortet. Sie hat die Hafenstadt Almeria, die Franco bisher nicht einzunelnnen vermochte, ein wichtiges Operationsziel der Re- iellen, in den Morgenstunden bombardiert. Zu gleich ergeht sich dir deutsch« Presse in wilden und ordinäre» Drohungen und Beschimpfungen. DaS Bombardement deS Schiffes, da» sich illegalerweise In dem Hafen der Rebellen anshielt, wo eS nichts zn suchen hatte leS sei denn in der Funktion, den Rebellen,« Helsen!) wird alS ein„Attentat des roten WeltfeindcS gegen die europäische Knl- stellt.^Wal ik n hat sich erklärt, beide ziehen ihre Bertre- ter auS dem L o n d o n et Ausschuss z u« ü ck,.solange ihnen nicht„Sicherheit" ge boten wird.. I»' London und. Pari» ist inan sich über die Gefahr-im klaren, die auS der neuen Situu- tion erwächst, aber man beurteilt die Dinge kalt blütig. Man misst Deutschland schon an dem ersten Zwischenfall di« Hauptschuld bei, da daS Panzer schiff eben nicht in dem Hafen hätte liegen dür fen, zumal da di« deutschen Schisse diese Kon» trollzone nicht zugewiesen erhalten haben. Um so mehr ist man über den barbarischen Streich gegen Almeria empört. Blüm«nd Eden hatten eine Reihe Konferenzen, die der wei seren Behandln»! deS Zwischenfalles galten. ■ r..< Zu dem Konflikt um d|e»ßsütsdiland« '-Die deiils^he Flotte. sm,'HMss'-^M'HpisseMm>i!',^DiMKkisfnithsiief. zeigt-'!(von-links nach. Brechts'):..Kreiizor'..„Iföln"! Pange^chiff„'sv e üÄ-s'.ch l a n d", Linienschiff^Hessen", '' KttÜzer-„ÄömgSberg", Linienschiff„Schlesien"- und Lsttit'stschiffi.iSchleSwig-Holstein"» An» absolut vertraneuSwürdiger Quelle erhalten wir folgende anfklärende Nachricht, deren Nichtigkeit übrigens durch den kürzlich erfolgte« Klügzeng-Ärossaugriff auf Barcelona bestätigt worden ist:.. . Angehörige der deutschen und.der.italieni- schcn Wchrmacht find ans Mallorca mit dem A u- lege«.-es«e S G i ft g'a S- L a g erst beschäftigt, ausserdem banrn sie die KlugzeugtasiS der Rebellen auf de» Balearen aus. G o e r i« g druff stör sticht daran/ die dom Aüsstnmiuistrr Neurath in der Svamenfragc bezogene Hglwng zu respektierest, sondern ist fest eütschlo,ssen, gegen die Rigierung von Bgleücia aüch weiterhin durch die' Lifscrung tzo». FlngztUgk» ft« hieRebellen z« iytervenirren. Tatsächlich- trefsp«'. immer.-neue Flugzeuge aufMallorra ei«,-die anSde« dortbet findlichesti- BombeUldgetzn mit' Brisanz-.«nd Ärandbombe« vtrsehestwefdcn,z».einemgreig- nW 3fiD«W-ah,ef'efliien.' sirpIaagMtest'Au- griff mitW« aS b o'mb.e«/Ms, did, MM- ftädteider MgfelN«g,'4stSbes-«s«i«.grgta yMhf cclona«nd Bstlruria unternehmest solle», sskie Bergasung ÄstreklouaSsolsdicLandpng von Ncbcllentrnppcn in Katalonien vorüereiien. Mi Berlin den Krieg? Nach dem Londoner Besuch des Fcldmar- schalls Blomberg hatte die Welt den Eindruck, dass Dcutschlaud sich so rasch als möglich aus oer spanischen Affäre ziehen und jedlvede grössere kriegerische Verwicklung zur Zeit vermeiden lvollc. Offen blieb die Frage, ob das, lvas Blomberg sah und hörte, auch auf Hitler Eindruck machen würde, ob das, was Blomberg versprach, auch als Hitlers Meinung und Versprechen gelten durfte. Die spanische Regierung hat jedenfalls den geringeren Eifer Deutschlands als ein rcalpolitischcS Faktum geiverter. Sie hat in Genf ihre diplomatische Kampagne ausschliesslich auf die italienische Okkupation kon- zentriert und die deutsche Einmischung— die doch etwa im Fall Guernica evident ist— mit keiner Silbe berührt, um ihre Lage nicht unnötig zu erschtveren und Berlin den Rückzug zu erleichtern. Die baskische Regierung hat durch die Begnadigung der drei deutschen Flieger, die als Mörder und Brandstifter ihr Leben Vertvirlt hatten, einen weiteren Beiveis der Mässigung Spaniens gegenüber Berlin gegeben. Wenn nunmehr spanische Flugzeuge das deutsche Panzerschiff bombardiert und ernstlich beschädigt habe», so liegt dem aus leinen Fall eine provokative Absicht Spaniens zugrunde. Die Regierung Negrin hat nicht de» geringsten Anlass gehabt, gerade jetzt Deutschland aufs neue auf den Plan zu rufen. Weit grösseres Interesse hätten daran fchon die Italiener, die sich von Berlin verlassen fühlen und England gegenüber die Freundschaft und Mitschuld Berlins zur Zeit noch sehr dringend brauchen, Uno wenn Italien ein Interesse an dem Zwischenfall von' Jvkzi>, dass die„Deutfchland" überhaupt in einem Hasen der Rebellen, wo sie nichts zu suchen hat. vor Anker ging. Ob sie nun geschossen hat oder nicht, sie musste dort mit der Möglichkeit eines Angriffes umsomehr, rechnen, als die b a.l e a r i s ch e n Inseln, wie doch auch die deutschen„Nicht- einmischungS"-Flotte wissen dürfte, gegenwärtig die B as iseineSgeplan ten italienisch en Angriffs auf die spanische Küste bilden. Man muss noch etwas weiter auSholen. England drängt seit kurzem auf einen Waffenstillstand. ES wurde daS Projekt einer Teilung Spaniens diskutiert. Nach diesem—» englischen— Plan soll die ganze Mittelmeerküste von Gibraltar bi» Portboü unter die Regierung von Madrid, der Westen unter die Diktatur» FrancoS kommen. England will ebfn Franco von seinem italienischen Bundesgenossen trennent Fü: Italien aber ist der ganze Kriegsgetvinn entwertet, wenn eS im Fall eines.grossen Krieges keine unmittelbar«-Verbindung mit Franco und seine» atlantischen Häfen hat. Daher ist Italien ungeheuer viel daran gelegen», dass Franco vor Torschluss noch einige grosse Erfolge hat, vor allem an der Mitjelmeerkllste, dass er Almeria in. ' die.Hand bekomme-und seine Macht soweit..vor-, fchiebe, dass'bei einer eyentucllen Teilung Spaniens die Balearen- und eipige Mittelmeerhäfcn unter die Kontrolle Italiens fallen, lsm Franco yoch eine Osfensip«- gegen die. Küstengebiete zu ermöglichen,, hqt-Italien.stuf den Balearen seit Seite 2 Dienstag, 1. Juni 1037 Rr. 127 Wochen Angriffsmaterial bereitgestellt. Bor allem soll GaSmunitIon dort lagern. Zur Aufklärung dieser Vorbereitungen haben die Flugzeuge der Regierung ihre Erkun- dungSfliige unternonimen. Ein solcher Flug endete mit dem Bombardement der„Deutschland", deren Anlvesenheit in dem Hafen an sich ein sehr starkes Verdachtsmoment ist. Die Repressalie des Bombardements von Almeria zeigt nun noch deutlicher, ivohin die deutsche Kriegspartei im Bunde mit Italien zielt. Es scheint aber, daß die Friedenspartei, also jene Militärs, Ivelche in Kenntnis der eigenen Schwäche den Krieg fürchten, in Berlin soweit die Oberhand erlangt hat, dah Deutschland außer einigen markanten„Gesten" und dem räuberischen lieberfall auf Almeria zunächst nichts wei- ter unternehmen wird. DaS Bombardement scheint das Zugeständnis der Militärs an Hitlers Temperament geivesen zu sein. Daß der von allen Seiten mit groben Abweisungen bedachte„Führer"" sich zur Zeit in einer, WtymS gereizten Stimmung befindet, kann'kaum bezweifelt werden. Also brauchte er ein Ventil. Ob dicseSBeu- til schließlich die, EinsallSpsorte deö Krieges wird, hängt weiter von dem schwer zH durchschauenden Spiel der Kräfte innetzhalb des deutschen Regimes ab. Für die Welt ergibt sich aufS neue die'Ähre, das; die eigentliche Quelle der Unruhe undKriegSgefahr die inneren Zu st ä n de der faschistischen Staa- ten, vor allem Deutschlands sind. Selten ist ein Staat mit so lvenig wahrer Autorität regiert worden, selten war dse Politik eines Staates so uneinig, sprunghaft, unsicher, so sehr den Launen und Tücken von Klüngeln und Kulissenschiebern aiwertraut, wie im Deutschland Hitlers. Solange dieses Regime am Ruder ist, ivird Deutschland nicht vertragsfähig, wird der Friede» durch lein Abkommen gesichert sein."'- Dr. Jng. Adolf Riedl über die Mitarbeit der öffentlichen Beamten in der SoziMMcherupg. Auch sein ausführliches, von hoher Sckchretuitnis-imd sozialem Verständnisse getragenes Referat wuW« durch lebhaften Beifall von de» BttsaWeltenf unter» strichen. Die übrigen Diae»ordnungsPunKe' betrafen OrganisMonSfragtznMund hie MahlenH in die Verbaiidsleitung, die den Vorschlägen der« Wahlkom» uiissiost entsptechend^erledigt würden. Zum Obmann wurde Kreschel, Reichenberg, wiedergewöhlt. Der BerbandStag der öffentlichen Angellten dokumentierte an mehreren Stellen seiner Verhandlungen den engen Zusammenhang,, den diese Organisation mit den Ideen, aber auch mit den organisatorischen Einrichtungen unserer Gesamtbewe- gung hat. Wenn mich noch nicht alle öffentlichen Angestellten aus ihrer Verbandszugehörigkeit zu einer freien Gewerkschaft die politischen Konsequenzen gezogen haben, so bewies doch diese Haupttagung, daß der Geist,, von dem diese Organisation beseelt ist, unser Geist istl Investitionsarbeiten für fast eine halbe Nllllfrde DaS Fürsorgeministerium hat abermals Sv Subventionsgesuche öffentlichrechtlicher Bauherren genehmigt und für einen budgetierten Gesamtaufwand von' 40.6 Millionen K£ Subventionen sm Betrage von 3.6 Millionen K<5 bewilligt. ES handelt sich durchwegs um wasierwirt- schaftliche, bzw. Strahenarbeiten, bei denen 4180 Arbester Beschäftigung finden.. Seit Beginn des Jahres wurden an Subventionen für Jnvesti» tionsarbeiten von Bezirken und Gemeinden insgesamt 47.2 Millionen KL bewilligt, während der Gesamtaufwand dieser Arbeiten 460:4 Millionen KL beträgt. Dabei finden 64.860 Arbeiter Beschäftigung, davon 10.460 ganzjährig.(DND.). Bundesvollversammluns des Arbeiterabstinentenbundes Sonntag, den 80. Mai d. I., fand in Komotau die diesjährige Bundesvollversammlung des Arbeiterabstinentenbundes statt. Der Vorsihende Dr. Ho« litscher hielt dem verswrbenen Bundesfunktionär Adolf Schiefner von Graupen einen Nachruf, der von der Versammlung stehend angehört wurde. Dann begrüßte er die einzelnen Gäste, unter denen sich als Vertreter des Gesundheitsministeriums Sa» nitätscat Dr. Klaus aus Komotau, SektionSrat Dr. Krasnaj-Prag und in Vertretung des Guttem- plerordens Wittenberg befanden. Für den tschechischen Arbeiterabstinentenbund war Dr. Wilhelm Havlik erschienen. Außerdem hatten die verschiedenen Spihenorganisationen unseres Lande» Delegierte entsendet. Von Dr. Czech war ein Begrü- .ßungsschreiben einyeirossen. An den Herrn Staatspräsidenten Dr. Benes wurde ein Huldigungstele- gramm entsandt.' Au» dem Bericht des Geschäftsführers, Dr. Lieben- Turn war ersichtlich, daß die Tätigkeit des Arbeiterabstinentenbundes vielgestaltig ist. Ueber den Rahmen der eigenen Organisation hinaus gelang es, die Ziele der Abstinentenbewegung auch den Angehörige» anderer Verbände nahe zu bringe» und vor allem auf unsere Jugend bedeutend erzieherisch zu wirken.' Den Kassabericht erstattete Wilhelm Schneider, Bürgermeister von Graupen, für die Kontrolle berichtete Müller. Dem Vorstand wurde mit einstimmigem Beschluß die Entlastung erteilt. Dr. Wilhelm Havlik erstattete einen instruktiven Bericht über die Tätigkeit des ständigen Verbandstag der öffentlichen Ingestellten Aussig lE. B.) Im Verlaufe des ersten Verhandlungstages behandelte Lerbandssekretär Dr. Okto Hahn das Unrecht des Ausschlusses der Angestellten der autonomen Körperschaften aus der PensionSverst- cherung der Privatangestellten. Der Verband mußte mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln dagegen austreien. Weiter beschäftigte sich der Referent mit den Folgen der Polizeiverstaatlichung für die kommunalen Wachleute, die in anderen Dienstzweigen weiterbeschäftigt werden. Gestützt auf eine Entscheidung der Obersten Gerichtes ist llargestellt, daß den früheren Gemeindepolizisten zumindest die Wachezulage weiter gezahlt werden muß, sofern sie während ihrer Polizei-Dienstleistung der staatlichen Sicher- heitrwache in allen Teilen gleichgestellt waren. Ein krasses Bild sozialen Elends ergaben die Mitteilungen Dr. Hahn» über die Besoldung der BezirkSstrassenwärter. In vier Bezirken gehen die DurchschnittSgehälter dieser Kategorie nur bi» zn 2000 KL jährlich, in insgesamt 86 Bezirken gehen sie nicht über 600 KL pro Monat hinaus und in 82 Bezirke» liegen sse darüber. Der Verband bemüht sich seit Jahren, die Gleichstellung der Bezirksstrassen, wärter mit den StaatSftrahenwärtem'zn erreichen. Hinsichtlich der Kategorie der Sozialversicherungsangestellten wie» der Referent auf die Bestrebungen hin, den Kollektivvertrag überhaupt zu beseitigen und an seiner Stelle die Dienst» und Disziplinarordnung als Grundlage des Anstellungsverhältnisse» zu nehmen. Dadurch würde ein neue» Mischrecht im Gebiete de» öffentlichen Dienstverhältnisse» entstehen, da» zum Teil auf den individuellen Arbeitsvertrag beruhe, dessen Inhalt aber durch einseitig dekretierter» öffentliche» Recht bestimmt sein würde. Auch die Dienstrecht»» und Ar- beit»zeiivechältniffe der Angestellten der Humani- tätsanstalten wurden behandelt. Sodann sprach der Referent über die Ausnahme von deutschen Bewerbern in den Staatsdienst und ihre Voraussetzungen in bezug auf Sprachkenntniffe, ferner über die Urlaubsfrage, die für viele öffentliche Angestellte ungünstiger geregelt sei al» für Privatangestellte. Zum Schlüsse ging er ausführlich ans organisatorische Angelegenheiten des Verbandes ein und gab einen Uebeivlick über die großen Leistungen des Verbände». film SamSiag begannen die Verhandlungen mit der Diskussion über die Berichte, in welcher eine Reihe von Delegierten der Verbandsleitung Anerkennung und Vertrauen«»»sprachen, aber ernst hafte und begründete Beschwerden gegen die Handhabung der Dienstrechte, insbesondere durch die Aufsichtsbehörden, erhoben. Dann referierte der zweite Berbandsobmann E l st n e r, über die Lage der autonomen Angestellten und die Sicherstellung ihrer Existenzgrundlage». Da» Material zu diesem Referat ist in Zusammenarbeit Elstner» mit dem Zweigstellensekretär de» Verbände», Pnscher, zusammengetragen worden. Elstner wie» in einer historischen Einleitung nach, daß schon bei der Begründung de» Gemeindebeamtenrechte» die denischnationalen Klüngel, die seinerzeit in den nordböhmischen Städten herrschten, die nationale Frage dazu benutzten, um eine so bescheidene soziale Siegelung der DIenswerhältnisse zu Fall zu bringen, wie sie da» Gemeindebeamtengesetz von 1008 enthielt/ Diese» Gesetz bildet heute noch die Grundlage de» Gemeindebeamtenrechts und wurde auch auf da» Dienstrecht der Gemeindebediensteten ausgedehnt. Diese Gesetze sind vollkommen vcraltert. Eino starke Erschütterung erfuhr die Lage der autonome» Angestellten Insbesondere durch die RcvistonSprazi» der Landesbehörden, die zum Teil von den Gedanken beeinflusst wird, die Finanzlage der Gemeinden auf »osten der Angestellten zu sanieren. Dadurch wurden auch Rechtsakte, Beschlüsse und Dekrete, die jahrzehntelang In Geltung gewesen und von der Auf» stchtbbehörde genehmigt waren, zu einem wertlosen Fetzen Papier. Der Verband fordert deshalb den Erlaß eine» Gesetze», nach welchem die Dienstverhältnisse autonomer Angestellter gesichert und nicht wegen Verletzung formaler Bestimmungen aufgehoben werden können. Nach einer-Reihe weiterer An»-^ führungen über die Sicherstellung der Ruhegeh'alis-, anfprüche schloß der Referent feinen Vortrag mit einem Appell an die Regierung, bei der Beurteilung der Dienfwerhältnisse nicht nur den starren Buchstaben de» Gesetze» in Anwendung zu bringen, sondern auch menschliche» und soziale» Empfinden walten lassen. Die DerbandStagSdelegierten quittierten diese Rede nut einem begeisterten Beifall. über die in diesen Städten vor sich gegangenen Re- Jn der nachfolgenden Aussprache berichteten die Delegierten au» Reichenberg, Aussig und Karlsbad Visionen und den geradezu katastrophalen Folgen, die sich daraus auf die Gehälter der Beamten und Bediensteten dieser Städte ergeben haben. In der Nachmittagssitzung sprach der Direktor- Stellvertreter der Zentralsozialversicherungsanstatt JUNGES WEIB* VERONIKA ROMAN VON MARIA GLEIT Dachte auch darüber nach, ivas sie Wohl in diese Frage getrieben haben mochte und in das erstaunliche Wort von Gottes großer, leuchtender Hand. Als es in diese Gedanken hinein an der Wohnuugstiir klingelte, erhob er sich nur unwillig, er überlegte sogar, ob er öffnen solle oder nicht. Er warf einen Blick in das Zimmer zurück, da er die Flurtür schon In der Hand hatte. Nein, er war wirklich nicht in der Stimmung, Besuch zu empfangen, aber ein Schatten hinter der Tür erregte ihn auf eine merkwürdige Art. Er, der erst gezögert hatte, öffnete nun fast hastig, überstürzt und brachte auch im ersten Schreck kein Wort ans dem Mund. Denn draußen stand eine Frau, leeres Lächeln in einem von Müdigkeit verwüsteten * Gesicht, und streckte ihm die Hand entgegen.„Darf ich hineinkommen, Alexander?" fragte diese Frau und nahm die Hand wieder zurück, und fragte das mit einer Stimme, die nicht zu ihr, dieser nur mühsam aufrechtgehaltenen Gestalt zu gehören schien, so verstört tvar sie in eine gewaltsame Leichtigkeit gezwängt. Endlich fand der junge Mann die Sprache wieder.„Sind Sie es wirklich? Ach, sind Sie's denn wirklich, Veronika?" Dann nahin er die Frau, die jetzt den Kopf ein wenig neigte, als warte sie darauf, daß die erste Ueberraschung und Begrüßung vorbei sein möge, am Arm, führte sie in das Zimmer, begriff endlich, daß ihr etwas geschehen sein mußte, deSivegen.sie kam, nötigte sie in einen Stuhl und konnte immer noch nicht fas sen, daß sie bei ihm war. Zugleich wußte er instinktiv, daß er sich nicht anmerken lassen dürfe, ivie sehr ihr Anblick ihn erschüttere, wie unerträglich ihm ihre arme Müdigkeit dünkte, wie erschrocken er war über ihren leeren Blick. Wie eine Blinde sieht sie aus, durchfuhr es ihn, er vertrieb den Gedanken schnell, überlegte, was er ihr wohl sagen könne und fragte, wie man gute Bekannie fragt, die man nicht erwartet hat: „Nanu, Veronika, wo kommen Sie denn her? Sind Sie allein?" Sie hob die Schultern, und ließ sie wieder sinken mit einer Gebärde der Aussichtslosigkeit, die er noch nie an ihr, gesehen hatte, geradcfo, als ob sie ihm bedeuten ivolle: was weißt denn du davon, tvoher ich komme? Mit großer Mühe hielt sie dabei die Augen offen, deren Blick, nackt und starr, das Zimmer aufnahm.„Wie hübsch Sie es hier haben, Alexander, wirklich hübsch", sagte sie mit jener Stimme, vor der er schon draußen zusammengesahren war, so wenig war es die Stimme der Veronika. Was hatte man ihr nur getan? „Dann sind Sie also doch allein?" wiederholte er hartnäckig seine Frage. „Ja, allein", antwortete sie leichthin; es sollte selbstverständlich klingen, doch ihre Stimme war pun wie in Eis erfroren, rasch stand sie auf, machte ein paar Schritte in da» Zimmer hinein, blieb vor den Bildern an den Wänden stehen, schwankte ein wenig. Gotte» große leuchtende Hand, da haben wir's, dachte Alexander Bernd im Zorn. Sie ist zusammengepreßt mit unerbittlicher Kraft Über dem Schicksal der Veronika, und ich kann ihr nicht helfen, weil der Menschs dem Menschen nicht zu helfen vermag.. Ratlos ging er bi» zum Fenster, sah auf die Straße hinab.„Da steht ja Ihr Wagen, Veronika? Sie sind mit dem Wagen gekommen? Von .— zu Haus? Haben Sie denn unterwegs etwas gegessen? Da müssen Sie ja fiirchtbar müde sein I Setzen Sie sich doch, Beronikal Ruhen Sie sich aus nach diesem langen Weg, den Sie da hinter sich haben..." Vor den Bildern hatte sie ihr Lächeln ge- sammett. ES war jetzt schwerer, und auch die Stimme war leiser:„Vor mir, Alexander, einen langen Weg von mir...", sagte sie und drehte sich herum, und sah unsicher an ihm vorbei, und wandte sich rasch ab. Wenn sie doch endlich aufhören wollte, mir etwas vorzumachen, dachte er, denn schon wieder ging sie im Zimmer herum mit diese» gewollt leichten Schritten und einer kleinen Bewegung in den Hüften. Und alles, watz sie tat, tat sie in diesem Gegensatz: das Schwere, Trostlose, das von ihr ausging, versuchte sie mit einer krampfhaften Leichtfertigkeit zu übertäuschen, so daß alle ihre Bewegungen und ihre Worte in einer tragischen Verzerrung erschienen. Sie war ivie eine, die sich Schminke auf das totenblasse Gesicht reiht, damit man ihr Elend Nicht erkenne, sondern an die Morgenröte ihrer Jugend glaube. Er aber sah das Elend und konnte ihr doch nicht begreiflich machen, daß sie nicht nötig hatte, eS vor ihm zu verstecken. Er wußte, daß er sich damals auf dem Dorfe draußen zu ungeschickt benommen hatte, um nun noch ihres Vertrauens gewürdigt zu werden. ,Er ist«in furchtbarer Mensch', hatte er gesagt und ihren Mann gemeint. Veronika würde ihm das nie vergessen und sich ihm immer'nur mit größter Vorsicht nähern, soviel war ihm gewiß. „Soll ich etwas zu essen holen, Veronika?* „Nein, bitte nicht." .„Wollen Sie Tee?", f «E»An,.Tee."• ’ Sie sah ihm zu, wie er sn die Küche lief, wie er Taffen bracht«, ein Weißes Deckchen auf den Tisch legte, Lössel...sie sah ihm zu, wie er ihr Tee 'kochte, und wie er sich freute, daß er nicht nur Würfelzucker, sondern auch Rum im Hause hatte. &i.:„Dann scheistt es Ihnen aber gut zu gehen. Alexander", lächelte sie wieder und zeigt« auf die halbgefüllte Flasche. Sie klammerte sich an jede Beirate» zur Bekämpfung de» Alkoholiluw». Der Alkoholkonsum hat in der Zeit der Wirtschaftskrise «Inen bedeutenden" Rückgang'.erfahren. Trotz konjunktureller Besserung aber ist die Alkoholindustrie an dem wirtschaftlichen Wiederaufstieg nichts beteiligt. Dr. Havlik berichtete dann weiter Über die erfolgreiche Tätigkeit de» Beiräte». So wurde festgestellt, daß im Lande Böhmen auf je 247 Einwohner eine Gasthauskonzcssion kommt, obwohl in einer Verordnung ausdrücklich festgelegt ist, daß nur auf je 500 Eimvohner eine solche erteilt werden soll. Da» ist auch der Grund, weshalb der Beirat verlangt hat, weitere Konzessionen nicht mehr zu erteilen. Auch der Propagierung von Ersatzgetränken und deren Verbilligung muß ein größere» Augenmerk zugetoendet werden. Nach ihm kam Josef Hofbauer zu Worte, der über da» Thema: ,LjstunserKampf gegen den Alkohol noch zeitgemäß?" sprach. Er stellt dem Marsch de» Faschismus in die Barbarei da» Kulturstreben de» Sozialismus entgegen. Die Arbeiterbewegung der Nachkriegsepoche .hat sich grundsätzlich gewandelt. Sport und Enthaltsamkeit nehmen einen breiteren Raum ein, al» die» .früher einmal der Fall war. Trotzdem muß festge- stellt werden, daß viele junge Menschen, die in den proletarischen Erziehung»- und Jugendorganisationen Abstinenzler waren, später von ihrer konsequenten Enthaltsamkeit abweichen, gleichsam mit den „Dummheiten der Jugentjahre" aufräumen. Hier muh die Abstinenzorganisation ständiger Mahner und Erzieher bleibe». Ferdinand Lassalle, der große Agitator und Jnterpretant der sozialistischen Idee, rief denArbeitem einmal zu:„Es ziemen Euch nicht dieLasterd«rUnter» drückten!" Auch wir haben diesem Rufe getreu, den Kampf gegen da» Laster Alkohol unvermindert fortzusetzenl"' Eine vorgoschlagene Resolution, welche die notwendigen Forderungen der Abstinenzbewegung zu- sammenfaßt, die öffentlichen Faktoren auf die Schäden de» Alkohol» aufmerksam macht und Abhilfe» maßnahmen verlangt, wurde einstimmig angenommen. In den Borstand wurden gewählt: Obmann: Dr. Arnold Holttscher- Komotau, Stellvertreter: Josef Hofbauer» Prag. Geschäftsführer: Dr. Ernst Lieben« Turn, Stellvertreter: Alois Matz- Komotau. Kassier: Wilhelm Schnei- d er- Graupen, Stellvertreter: Hirsch Steffi, Turn. Kontrolle: M a l l y Josef-Turn, Felling- Hauer Ernst- Komotau, Müller Karl-Böhm.» Leipa. Beisitzer: Marie Deutsch- Prag, Willy Hock e-Bodenbach, S t ö h r Josef-Karlsbad. Ersatz: Dr. Ernst Bloch- Brünn, Franz Schwarzer- Sternberg, Bechtold Josef- Drahewitz, Abele» Josef-Turn.. ' Di«' böhmische Landesvertretung trat Montag nachmittag» zp ihrer heurigen Sommersession zusammen, deren wichtigste Tagesordnungspunkte der Rechnungsabschluß des Landes,«in Bericht über den Stand der EnischuldungSaktion und über die Landesstraßenaktion ist. I» der ersten Sitzung referierte Landesausschußbeisitzer Kubist« über den Rechnungsabschluß. Der Präftdent der Republik empfing am 81. Mai 1987 den Minister Dr. Franz Spina. Der Vorsitzende der Regierung Dr. Milan HodZa ist in Bratislava eingetroffen, um da» Ehrenbürgerdiplom entgegenzunehmen, das ihm seinerzeit von der Hauptstadt der Slowakei verliehen wurde. kleine Aeußerlichkeit, um ihre Unbefangenheit, darzutun. Wie arm sie ist, dachte er, sie hat ja niemanden, zu dem sie gehen kann, niemanden, zu dem sie Vertrauen hat, keinen einzigen Freund, selbst ich hab' immer nur an mich gedacht... Was hat sie nur, wenn ich nur wüßte, was sie hat... „ES geht mir auch gut", rief er, wieder in der KÜche, laut und zuversichtlich durch die Tür, die er weit osfengelassen hatte, damit er sie immer itn Auge behalten konnte, die arme Veronika. „ES geht Ihnen gut?" fragte sie teilnahmS» los, mit ihrem starren Gesicht, und erst, als sie merkte, daß er wieder im Zimmer war, die Teekanne in der Hand hielt, und sie betrübt betrachtete, erst als ihr auffiel, daß er schon eine Zeitlang so gestanden habe» mochte, ohne daß sie ihn bemerkt hatte, weil sie immer wieder fortgeschwemmt wurde von dieser großen Leere, wiederholte sie ihre Frage eindringlicher und nickte dabei mit dem Kopf, ei» paarmal kurz hintereinander, als müsse sie«8 ihm und sich selbst bestätigen:„ES geht Ihnen also gut? Run, das ist schön, Alexander, das.freut mich sehr.*, „Es freut Sie gar nicht", sagte er düster und stellte die Teekanne auf den Tisch.„Ich sehe ja, daß eS Sie gar nicht freut. Und wenn Sie glauben, daß ich Sie jetzt frag«, wie«8 Ihnen geht, dann irren. Sie sich aber, Veronika. Denn Ihne».geht«s miserabel. Ganz miserabel geht eS Ihnen, Was ist denn los, Veronika?" " Sie schloß die Austen,»wie Blei waren die Lider. Sie hatte" den Boden'unter den Füßen verloren, da» war los, keine Handbreit. Boden war mehr da, abgestürzt war sie in die Finsternis.., „Peterle ist krank", antwortete sie upd öffnete die Augen.wieder undwehri« unduldsamundun- geduldig seine Frage nach der Aist und Schwer« dieser Krankheit ab.";,Jch' weiß es nicht! woher spll i ch e» wissest/ Alexander?"" (Fortsetzung folgt-H Nr. 187 Dienstag, 1. Juni 1937 Seite 3 WWWWWWWW MWWMMI kine Kerle Isuds suf 6er Bezirkskonferenz In Brünn Die Bezirkskonferenz Brünn der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei veranstaltete am Sonntag die Jahresbezirkskonferenz, die im Zeichen des Aufstieges unserer Brünner Bewegung stand. Ein Begrüßungtelegramm Dr. Czechs wurde von der Konferenz mit grohem Beifall entgegengenommen. Der Bericht des Sekretärs Wellan wies einen beträchtlichen Mitgliederzuwachs auS. Im Mittelpunkt der Beratungen stand eine Rede des Generalsekretärs der Partei, Abg. Siegfried Taub, über die außen- und innenpolitische Lage. Nach eiiier Erörterung der allgemeinen außenpolitischen Situation und einer instruktiven Betrachtung über das Ringen in Spanien führte Abg. Taub über die wirtschaftliche Lage'und die innenpolitische Situation u. a. folgendes aus:, „Es hat eine Zett regeben, in der darüber diskutiert wurde, ob wir tatsächlich in Zeiten der Konjunktur leben und wielange diese Konjunktur auf» rechtcrhalten werden kann. Diese Dirkuflionen sind ein wenig zum Stillstand gekommen und dar ist ein gutes Zeichen. Es ist ein Zeichen dafür, datzwirwirklichinderZeitdeS Aufstieges leben. An Hand von Tatsachen kann nachgewiesen werden, daß auch in deut« ichen Gebieten«ineauf steigende Tendenz zu verzeichnen ist. Die Arbeitslosigkeit ist fast überall gesunken, die Zahl der Arbeiter in den meisten Betrieben gestiegen. TS macht sich sogar ein Mangel an geschulten Arbeitern fühlbar. Wir glaub«, das, wir in dieser Zeit«in Opfer von der Industrie fordern könne», um so«ehr, als sie für dir ÄrbeitSlosMunterstüdung keine» Heller leigetrag« hat. Wir müll« an dir Feststellung, daß in fast all« Industriezweig««in« Besserung eintrat, die Frage knüpf«, ob auch die Arbeiterschaft daran r»tsprech«d partizipiert hat und da«äff« wir leider fest stellen, datz dies nicht der Fall ist. Der Leb«sstardard der Arbeiter ist weiter gesunken und das legt«ns die Berpslichtnng auf, den Kampf der Arbeiter um«die Bertesferung der Löhn« und der Lebenshaltung mit allen Kräften zu unter- stützen. ES wird jetzt die Probe aufr Exempel gemacht werden, ob die Industrie glaubt, daß man die Zeit der Konjunktur Vorbeigehen lasten wird, ohne daSUnrecht an der Arbeiterschaft wieder gutzumachen. Hier muh Wandel geschaffen werden.— Abg. Taub beschäftigte sich sodann mit den Vorkommnissen bei Etrich in Jungbuch. Henlein ist auf seiner Reise diesem Ort geflistentlich auSgewichen. Das muh den Menschen zu denken geben und das entlarvt die wirkliche Haltung der SdP zu den Lohnkämpfen der Arbeiter." Auf die Innenpolitik hinweisend, führte Taub aus: „Es wird niemanden geben— auch keinen Gegner—, der nicht zugeben mühte, dah durch die Regierungserklärung vom 18. Feber rin bedeutsamer Schritt nach vorwärts gemacht wurde. Wir haben unablästig für ein Entgegenkommen an die Deutschen gekämpft und unser Dr. C z e ch. der lange Leit hindurch allein das Sprachrohr der Wünsche der Deutschen war, hat immer darauf aufmerksam gemacht, dahdieLäsung der nationalen Frage eineBorauisetzung kür einegedeihlicheZusam nie n- arbeit btldet. ES wäre verfehlt, anzunehmen,' dah wir mit dem Erfolg zufrieden sind: er muh weit mehr geschehen. Aber eS wäre ebenso verfehlt, wenn man annehmen wollte, dah man in drei Monaten alle Schwierigkesten beseitigen hätte können. Unsere Aufgabe ist e», den mahgebmden Menschen immer und immer wieder zu sagen, dah eS vom Erfolg der 18. Feber abhängt, wie weit die Politik der SdP standhalten wird. Unsere Politik auf diesem Gebiete wird auch weiter getragen sein von dem Bestreben, der deutschen Arbeiterklasse und dem deutschen Bolle zu helfen. Die SdP will uns des Volksverrates zeihen, weil wir Staatspolitik machen. Sie selbst aber geht völlig achtlos daran vorbei, was sich in Italien oder Polen abspielt. Nie gibt eS ein Wort der Entrüstung bei der SdP über da» Vorgehen der Diktatoren in Italien und Polen gegenüber den Deutschen! Die SdP glaubt, dah sie uns in «ine schwierige Lage bringt, wenn wir uns gegen ihre Anträge stellen. In der praktischen Politik handelt er sich aber nicht darum, was für Anträgeman auS- arbeitet, sondern darum, waS durchgesetztwerdenkann."' Die Ausführungen des Redners wurden mit stürmischem Beifall zur Kenntnis, genommen. Die folgende Debatte ergab die Uebereinstimmung der Funktionäre mit den Darlegungen Taubs. Eine entjpr«chende Entschliehung wurde einstimmig angenommen. In die Führung der BczirkSorganisation wurden einstimmig berufen: Dr. Ludwig C z e ch, Edmund P i p a I, Dr. Karl LamaL, Bruno R o t h e r, Marie Kahay, Ferdinand I u r d a, Karl Kulka. ,.„„.Die. Konferenz sandte.ein. Dank« und Be- grüßungStelegramm an Dr. Czech. kann das Geschenk nicht annehmen; ich brauche keinen neuen Luxuswagen und mag ihn auch nicht, solange es den meisten meiner BolkSgenosten und Parteimitgliedern schlecht geht und solange es mir nicht gelungen ist, mein Versprechen, ihnen Arbeit und Brot zu Vevschafsen, einzulösen. Wollt ihr mir aber eine Freude machen, so gebt mir das Geld, das euch das Geschenk kosten würde und ich werde eS an hundert oder zwei hundert der Bedürftigsten unter den Sudetendeulschen in den Notstandsgebieten verteilen und ihnen so wieder einmal etwas Sonne und Hoffnung in ihr Dasein bringen. Ich aber fahre weiter in meiner alten Karre oder mit der Eisenbahn. Der Sitzstreik bei der Firma Flarkovsky In Gablonz beendet Dieser Streik wurde am Freitag, den 88. Mai, um 6 Uhr abends freiwillig abgebrochen. Die in dem Betriebe sich aufhaltenden Arbeiter verliehen geschloffen den Betrieb. Neuerliche Verhandlungen wegen Abschluh der Kampfer finden heute, Dienstag, den 1. Juni, bei der Bezirksbehörde Gablonz statt. Dieser Streik im deutschen und tschechischen Gebiet, der in' der vorigen Woche von der Arbeiterschaft diszipliniert und ohne Störung geführt wurde, wird auch diese Woche unvermindert seinen Fortgang nehmen. Obzwar die grundsätzliche Frage der Handwerksmähigkeit für die Genoffenschaft durch den Ministerrat vom 28. d. M. in der kürzesten Zeit der Lösung zugeführt werden dürfte, wenn auch die Lohnlisten und Verträge zum Abschluh kommen. An den Arbeitgebern der Genoffenschaft wird eS nun liegen, die Verhandlungen, die für diese Woche angesetzt sind, mit Beschleunigung zu betreiben. Die Arbeiterschaft wird nach wie vor geschloffen und diszipliniert im Kampfe verharren, bis restlos ihre Forderungen erfüllt sind. Zur III. Arbeitersport- Olympiade In Antwerpen Die Borbereitungsarbeiten für die Teilnahme der Arbeiter-Turn- und Sport-Union sind nun abgeschloffen. Die Prospekte gehen in den nächsten Tagen allen Tum- und Radfahrervcreinen zu. Alle, die sich an der Reise beteilig«, sollen sich an di« betreffenden Funktionäre in ihren Orten wenden. ES ist gelungen, die Teilnahme äußerst billig zu«möglichen... Für diejenigen, die nur in Antwerpen teilnehmen, erfolgt die Abreise am 27. Juli gegen Mittag von Eger, die Rückreise am 2. Au,tust von Antwerpen; die Fahrt lastet, einschließlich Verpflegung in Antwerpen, Eintritt und Samm-'Ipatz (für die, die keinen Einzelpah haben) insgesamt 885 Kc. Dazu kommen nur noch Ausgaben für Elektrische, Besichtigungen und zusätzliche Verpflegung. Die Reisegruppe, die die W e l t a u S st e I- lung in Paris anschließend besuchen wird, fährt am 2. August von Antwerpen nach Paris und am 8. August in den Abendstunden von Paris nach Eger über Stuttgart—Nürnberg. Für diese Gruppe kostet die Fahrt ab Eger nach Antwerpen—Paris und zurück, Verpflegung in Antwerpen und in Paris, Eintritt in beiden Orteu, Spesen für Führungen in Paris und Sammclpahgcbühr insgesamt 820 XL. Dazu kommen zusätzliche Ausgaben, wie oben angeführt, in Antwerpen und ebensolche natürlich auch dann in Paris. Die Beschaffung von belgischen und französischen Francs für Sonderausgaben wird sich jetzt schon empfehlen. Die übrigen Beträge, wie oben angeführt, sind an die Union einzuscnden. Eisenbahner müssen bei ihren Dienststel- leu um Urlaub während dieser Zeit ansuchen; wenn sie die Weltausstellung mit besuchen wollen, um eine Verlängemng des Urlaubes. Urlaube erhalten dazu auch Nichtdefinitive und Hilfsarbeiter. Diese erhalten auch über besonderer Ansuchen im Inland Regiefahrt. Aktiv im Dienst Stehende erhalten über Ansuchen in Deutschland und Belgien für sich und die Frau Freifahrscheine. In Deutschland auch für Angehörige, in Belgien für die Angehörigen nickst. Ter Fahrpreis von der französischen Grenze(das ist Mons—Kehl) über Paris beträgt 128 Kö inklusive Versicherung. Der Fahrpreis für Angehörige, die in Belgien keine Freifahrt habe», beträgt von Aachen bis Antwerpen, um 50 Prozent ermäßigt, 50 Ke. I Der Fahrpreis hin und zurück von Aachen über Antwerpen, wieder über Brüssel nach der französische» Grenze Paris—Straßburg—Kohl 150 bis 160 Ke. Alle Teilnehmer, die keine Einzelpäste haben, auch Eiseichahner, werden auf Sammelpaß geführt. Meldungen und Auskünfte bei der Arbeiter- Turn- und Sport-Union, Aussig, Bahnhofplatz 1. Flugplatz„Reichenlcrg-Gablonz". Die neue Fluglinie Prag-Rcichenberg wird voraussichtlich am 15. d. M. in Betrieb gesetzt. Mit Rücksicht aus die Gablonzer und Reichenberger Jntereffenten wurde der Start zum Flug nach Prag auf 10.20 Uhr angeseht, die Landung in Prag erfolgt um 11 Uhr. Die Stadt Reichenberg hat der Direktion der Staatlichen Aerolinien den Vorschlag gemacht, den neuen Flugplatz„Reichenberg-Gablonz". zu benennen und unter diesem Namen auch im Ausland zu propagieren. Die Aerolinien machen dies von der Erfüllung bestimmter Bedingungen abhängig, doch ist mit aller Wahrscheinlichkeit damit zu rechnen, datz der neue Flugplatz den ' Namen der beiden Städte erhalten wird. del Vayos Bericht an Genf Schwere Bescliuldlaunnen wesen Deutschland Zwei von der alten Garde gestorben Franz Uhlik Sonntag, den 80. Mai, morgens 5 Uhr starb in seiner Vaterstadt Graupen Franz Uhlik. Ein längjähriges Herzleiden hatte ihn schon vor Jahren veranlaht, sich von jeder öffentlichen Tätigkeit zurückzuziehen. Uhlik war einer von der alten Garde, die in der AÄeiterbewegung vielseitig tätig war. Als Sohn eines armen Schuhmachermeisters geboren, mutzte auch er das edle Schusterhandwerk erlernen. Sehr bald vertauschte er aber den Schusterschemel mit dem Notenpult. Er widmete sich ausschließlich der Musik und war bald ein beliebter Musiklehrer. Viele seiner Schüler wurden später Berufsmusiker, Mer auch der Arbeiterbewegung schlotz er sich in. seinen jungen Jahren an und widmete sich vor allem der Förderung der Arbeitersänger-Bewegung,' in der er durch viele Jahrzehnte als Chormeister und als Funktionär wirkte. Nach dem Kriege war er auch durch einige Jahre Obmann, des Verbandes des Deuischen Arbeitersängerbundes. In der Partei- bewegung war Uhlik durch drei Jahrzehnte als Kommunalpolitiker tätig. Bereits unter dem allen Klaffenwahlrecht wurde er von den Sozialdemokraten Im Jahre 1897 in die Gemeindevertretung von Graupen entsandt. Auf dem Gebiete der Kommunalpolitik hat er Außerordentliches geleistet. Welch grotzeS Vertrauen er in der Bevölkerung besah, bewies die Gemeindewahl 1908. Uhlik erhielt 254 Stimmen, die meisten Stimmen von allen Kandidaten, nm 18 Stimmen mehr als fein bürgerlicher Gegenkandidat Aber auch die sozialdemokratische Presse ist Uhlik zu Dank verpflichtet. Er war vor dem Kriege durch viele Jahre Mitarbeiter der Teplitzer.„Freiheit^. Sein.Urteil als Musikreferent war allgemein als kritisch und objektiv anerkannt. Mer auch viele Artikel über Mißstände in den Betrieben hat er versaht und In der Auseinandersetzung mit i den'politischem Gegnern war er ein Meister des Wortes und der Alle Llafsenbetvußten Arbeiterinnen und Arbeiter unterstützen durch ihre T elln a h me den Relchsaufmarsch der Republikanischen Wehr vom 3. bi» 8. Zull in Aussig. Feder. Er war Mitbegründer des Graupner Museumsvercincs und durch viele Jahre Vertreter der Stadtgemeinde Graupen in der Werksbereinigung. Mit unserem Freund Uhlik ist eine markante Figur aus dem Lckben der nordwestböhmischen Arbeiterbewegung geschieden. Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.— Die Kremation findet am Mittwoch, den 2. Juni, um 4 Uhr nachmittags in der Feuerhalle in Schreckenstein stall. Josef Doblasdi An die Zeit der Anfänge der Arbeiterbewe- guing erinnert die Nachricht, dah. in B.-Röhren im Böhmerwald Josef D o b i a s ch gestorben ist. Dobiasch sollte Priester werden, vertauschte aber bald das Amt eines Kandidaten der Theologie mit dem eines Künders der soziallsllschen Lehre. Seine Wirkungsstätte wurde Aussig, wo er eine Zeitlang, bis zu seiner Uebersiedlung nach Wien, Redakteur des„Volksrecht" gewesen ist. Dobiasch betätigte sich in allen Zweigen der Ar- bcitcrdewcguiig, er war u. a. der erste Obmann des Aussiger Turnvereines, war stets allen Ratsuchenden«in.helfender Freund und hatte als feuriger Redner in den Versammlungen großen Erfolg. Später siedelte Dobiasch nach Wien Über und kehrte nach dem Umsturz wieder nach Aussig zurück, wo er in der Bezirkskrankenversicherungsanstalt bis zu seiner im Jahre 1931 erfolgten Pensionierung tätig war. Seine Ruhejahre verlebt« er im Böhmevwald, wo er sich schon zu Beginn seiner politischen Laufbahn betätigt hatte und wo er nun im Alter von 07 Jahren, gestorben ist. Sein Andenken wird insbesondere in Aussig, wo sich seiner noch viele Genoffen erinnern, in Ehren gehalten weöden... Das Auto Henleins Eine völkische Kritik Die„Rumburger Zeitung" beschäftigt sich in ihrer SonntagSauSgäbe. mit dem geschenkten Auto Henleins, und schreibt u. a.r. ES ist nämlich' schliehlich ganz gleichgültig, wer den Zoll bezahlt hat. Der Fall liegt doch so:' Dem Führer einer„Volksgemeinschaft", die in schwerer wirtschaftlicher Not lebt, wie er, seines Leute und seine Zeitungen eS auch unaufhörlich' und mit bewegten Worten aussprechen,«In solcher Führer bekommt ein Auw im Werte, von etwa 100.000 K£ oder mehr und Mehr alSlü0.000 KL Bargeld angeboten, um das Geschenk erst gebrauchsfähig zu machen. Ein solcher Führer sollte, wenn anders es ihm-ernstmit der Volksverbundenheit ist, den hochherzigen Gönnern sagen:«Ich Genf. Der spanisches Delegierte del Vayo hat dem Generalsekretär des VöllerbundeS eine Note überreicht, in welcher die Kontrolle der spanischen Küste und die Tätigkeit des internationalen Londoner NichteinmischungsauSschuffes in die spanischen Angelegenheiten erwähnt und auf die Befürchtungen hingewiesen wird, welche die spanische Regierung äußerte, als die Seekontrollc eingeführt und der Flotte einer kleinen Anzahl von Staaten übertragen wurde, del Bayo betonte, baß diese Befürchllmgen durch di« Tatsache hervorgerufen wurden, daß die mit der«inseitigen Kontrolle betrauten deutschen KrlegSschisfe ihre besonder« Stellung dazu mißbrauchten, die Angriffe gegen spanische Häfen und Schiffe fortzu- fetzen. Zu dem Inzident zwischen den spanischen Regierungsslugzeuge und dem deutschen Kreuzer „Deutschland" führt der spanische Delegierte del Bayo in seiner Note an, datz der deutsche Admiral von Teschel in seinem Protesttelegramm an die spanische Regierung vom Samstag der vergangenen Woche die Warnung ausgesprochen hat, dah die deutschen Kriegsschiffe entsprechende Maßnahmen ergreifen werden, wenn sich spanische Regierungsflugzeuge über ihnen zeigen würden. Die spanische Regierung erwiderte darauf» daß, sie nur sür den Fall die Garantien zu geben vermöge, wenn die deutschen Kriegsschiffe in einer. Entfernung von 10 Meilen von der spanischen Küste bleiben, wie es das international« Londoner Mkommen über die Spanienkontrolle festsetzt. Die spanischen Flugzeuge wurden jedoch von einem deutschen Kreuzer, der in einens spanischen Hafen vor Anker lag, mit Feuer überschüttet, woraus sich ergibt, daß der Befehl des deutschen Admirals von Teschel über entsprechende Matznahmen der deutschen Motte gegen spanische Regierungsflugzeuge eingehalten wurde. Die spanische Regierung hat darauf sofort der Presse mitgeteilt, datz spanische Mugzeuge angegriffen wurden und daß sie den Angriff durch ein Bombardement erwiderten. Die deutsche Regierung hat jedoch 24 Stunden zuge- wartet, ehe sie) mitteilt«, daß der Kreuzer /»Deutschland" bombardiert' wurde. ''Vtfei« das vomharbrnirnt des Hast»» von Almeria teilt die Rote der spanischen Negierung Mit/daß babii 19 Personen getötet wurden, davon fünf Frauen und ein Kind, und daß weiter »SHäuser zerstört wurden. In der spanffchrn Rote wird weiter angeführt, daß der deutsche Angriff gegen Almeria ein ungeheuerlicher Angriff der deuffchen Flotte ist, der du» ernsteste Attentat gegen einen unabhängigen Staat darftellt und daß er der schwerste aller Angriffe ist, welche die deutsche Flotte entgegen allen Nichtclmnischmigövcrpflichtnngen während deS spanischen Bürgerkrieges unternommen hat. Die spanische Regierung weist auf die Situation hin, welche durch diese Vorkommnisse und inSbe- sondere durch den Umstand entstanden ist, daß die deutsche Regierung weitere Einheiten ihrer KrlegSflotie in die spanischen Gewässer entsandt hat. Die spanische Regierung fordert, daß diese Angelegenheit den Mitgliedstaaten des Völkerbundes mitgeteilt werde. Hayashl zurückgetreten Tokio.(Reuter.) Ministerpräsident Ha- yashi ist Montag früh zurückgetreten, da sich die Majorität deS Parlamentes zu feiner Negierung in Opposition befand. In der letzten Zeit haben sich zwei große Parteien zufammengefchlossen und eine ReglerungSopposition gebildet. Der Rücktritt des Premierministers Hayashi erfolgte nach einer unerwarteten Audienz desselben beim Kaiser und einem darauffolgenden außerordentlichen Kabinettsrat. In politischen Kreisen wird darauf hingewiescu, daß der Rücktritt HaYashiS unvermeidlich wurde, als die Möglichkeit für«in« neue Auflösung des Reichstages und eine Wahlreform durch die kaiserliche Notverordnung an dem Widerspruch der kaiserlichen Berater und eines Teiles des Kabinetts scheiterte. Auch die erstrebte Zusammenfassung der Rechis- gruppen zu einer neuen Regierungspartei mitz- lang, so datz Hayashi völlig isöliert war. Als Nachfolger im Minjsterpräsidentenamte werden u. a. der frühere Innenminister M i z u t o, der Präsident deS Staatsrates H i r n u m a, der Gouverneur von Formosa Admiral Kobayashi und Admiral Osumi genannt. Man nimmt an, datz der neue Ministerpräsident versuchen soll, ein« Entspannung im Verhältnis zu den Panei« herbeizuführen. Leiwen. Die Konservative Partei wählte Neville Chamberlain zu ihrem Führer, Seile 4 Dienst»», 1. Juni 1037 . Nr. 127 B«l 30 Grad Im Schatten £?>'■ ♦**’* ; x• v -- WM L_ f v M ÄM': H 7 W! "ffHU M JR-f v E f'S"1 M-H M M '-.MW ÄgesneulgLeikw Almeria— eine neue Warnung I Gucrnica hat der Weit em furchtbar anschauliches Beispiel jener Kriegführung geboten, die als das vorläufig reifste Produkt einer„heb discheu" Erneuerung der preußisch-deutschen Na- tion angesehen werden kann. Das systematische Dauer-Bonibardement gegen eine absolut wehr- lose, zivile Stadt,• die Beschießung fliehender Frauen und Kinder aus Maschinengewehren, daS ist die taktische.Methode, zu der sich nur eine Na- tion durchringen konnte, die durch■ die. Schule Goebbels, Alfred Rosenbergs, Goerjngs, Speichers, Münchmeyers, durch, die Schule von Mor- phinistcn, Sadisten, Zuhältern, Sittlichkoitsver- brechern größten Stils, Knabenschändcrn und. Menschenquälern gegangen ist.. Almeria bietet ein-neues Beispie l. Auf daS, völkerrechtlich durchaus zulässige,. Blknibardömcnt eines Kriegsschiffes/ das im feindlichen Hafen liegt, statt feiner„neutralen" Koiitrollfunktion nachzugehen,. antwortet das Preußische Heldengcschlecht aus. dreierlei Art: durch seine Diplomaten mit entrüsteten Noten, die an das„Recht" appellieren,. durch, seine Presse mit endlosen und unverschämten Besude-. lnngen dcS Politischen Gegners, und. durch seine Schiffe mit der Kanonade-einer Stadt, in. der wiederum Frauen und Kinder die-Opfer sind..-. Es hat sich-bei dem Bombardement von Almeria nicht etwa Nm-dic-Affekthandlung eines' Angegriffenen gehandelt. Es ist die von. Berlin befohlene, von dem„Seehelden" namens Fi- schcl.'nur befehlsgemäß auSgcführte, kalt übe r le g te R a che. ho n.K.orsaren, Wieder- mag die. Welt daran- ermessen, was ihr bevorsteht,- wenn sich das preußische Wesen-noch ein Paar Fahre ausbreiten kann!.Bon der Politik Friedrichs des Größen, der' 1786 ohne Kriegserklärung in Sachsen einmarschierte, über die Politik Bismarcks, der 1866 den Generäl Manteuffcl>rmuiiterte,/ ein"Fast' accompli zu schassen,, um einen Kriegsanlaß. zu schaffen, unb die Politik von 1914,. die in, Belgien erklären ließ,:„Ihres Nachbars HauS wird.brennen, aber. Ihr Dach wirdMer sein" lind.zugleich schon die Marschbefehle, gegen, Lüttich auSgab, bis zum Reichstagsbrands zum 25. Juli 1984, zum Bombardement von Gucrnica-.und dem Korsarem streich gegen'Almeria zieht'sich-ein leitendes Prinzip: d r ü t a'I c Gewalt mit Tü-ck e verbunden. Die Technik der heldischen KampfeSweise hat sich sesther allerdings bedeu- tend vervollkommnet! Schweine fressen ei» Kind. Die Pardubiher Gendarmerie verhaftete die' 25jährige ledige Feldarbeiterin Julie Svidovä auS Balcöovce bei Mukaäevo, die des Kindesmordes verdächtig ist. Die Svidovä legte das Kind, das sie Mitte Mai noch-in der Slowakei gebar, sofort nach der Geburt in einem Schuppen ab und verschüttete eS mit Stroh.'Schweine fanden- das Kind und fraßen es auf.. Die Svidovä reiste nach Böhmen ab und, nahm-in- Ncmosice bei Pardubitz Arbeit an, wo sie bis jetzt beschäftigt war. Ein LiebeSdrama. Montag, früh''schoß! in Austerlitz bei Brünn der 22jährige Maschinenschlosser Leopold Hör a-L e k seine Geliebte Bla- iena Pr.chäl in die Brust und erschoß sich dann selbst,. Die beiden hatten beschlossen, gemeinsam zu sterben. Das Mädchen wurde in'dis Brünner Landeskrankenanstalt gebracht. HoraLek war sofort tot.. Sattenmiirder-hingerichtet. Vor. dem Wiener Standgericht.ist-Montag nachmittags um IS'Uhr der Eisenbahner Karl Dörr wegen des Verbrechens des Mordes zum Tode, durch den- Strang verurteilt worden. DaS Gnadengesuch wurde ab- schlägig-beschieden und die Hinrichtung drei Stunden nach der Urteilsverkündung vollstreckt.. Autounfall- bei Pilsen. Am Montag, den 31/Mai,, nach 3 Uhr früh, fuhr eit» Lastauto mit Marktsahrern,'- das von seinem Besitzer Eduard Starmach aus Pilsen gelenkt wurde,', von' Pilsen über- Kriwitz nach' Tüschka». Als ein aus der entgegengesetzten Richtung- kommendes Personenauto,'das von Paul. Schäfer aus Pilsen gelenkt wurde, dem Lastauto austveicheN'wollte, fuhr eS auf besten Hinteren Teil äüf, wodürch das Lastauto- ins Schleudern- geriet,- in-den Graben! der rechten,Straßenseite fuhr und sich- ins Feld überschlug.‘ Sieben Marktfqhrer,' darunter fünf Frauen, wyrden schwer verletzt. Alle Verletzten würben ins Pilsner Krankenhaus eingcliefert,' , Sechzehnjähriger Lustmörder. In Dolnk Tka- nobice im Töslnec Gebiet lauerte am Sonntag ein lüjährigcr Bursche-einer, 8jährigen Schülerin ans: als sie- gerade zur Kirche ging.' Mit-eini- gen Messerstichen-,tötete.er das Kind. Er benützte hiebei ein Küchenmeffer. Das Mädchen- verschied innerhalb weniger Augenblicke..Der. Mörder wurde verhaftet..Es handelt-sich um einen. L u st» mord.. Heldentod einer Mutter. In der Gemeinde HönigSbekg bei' Graz! ereignete sich.Samstag ein Unglück, dem zwei Menschenleben zum! Opfer, sie« len. Die 40jährige Gattin des Arbeiters Danzer t kehrte' Mit ihrem zweijährige» Töchterchen nach: Hause zurück. Plötzlich lief das Kind,in die Straße,' auf der mit voller. Geschwindigkeit-'.-ein'schweres Mordende Zigeuner Nach sieben 3ahren endlich Überführt— Ein weiterer grofler MordprozeB vor dem Präser Schwurgericht Prag, lrb) Nach zweitägiger Unterbrechung, die von geheim verhandelten Prozessen wegen Sitt« lichkeitSdclikten ausgefüllt war, fand die Serie der vor dem Prager Schwurgericht in dieser Sestion verhandelten großen Mordprozesse Montag ihre Fortsetzung in dem zweitägigen Prozeß gegen die Brüder Robert und Josef Eermak, beide Abkömmlinge der berüchtigten Zigeunersamilie, die neben den Sippe» der Ruziökas und Janeöcks zu de» gerichtsbekanntesten Zigeunergeschlechtern gehört. In dem Prozeß, in welchem über fünfzig Zeugen aufgeboten find, werden auch zahlreiche Angehörige dieser gegenseitig versippten und verschwägerten Familien einvcrnommen werden und die Verhandlung dürfte eine interessante Illustration zum Kapitel der Zigeunerkriminalität liefern. Zur Charakterisierung der beiden Angeklagten sei vorweg bemerkt, daß der des Verbrechens des gemeinen Mordes angeklagte, heute 32jährige Zigeuner Robert Eermäk gegenwärtig eine s i e b en- jährige K e r k e r st r a f e wegen Raubes verbüßt, zu der er im März d. I. vor dem Schwurgericht in Tabor verurteilt wurde. Sein der Mittäterschaft angeklagter Bruder und Komplice Josef E e r m ä k ist in zweijähriger Strafhaft wegen schweren Einbcuchsdiebstahle». Beide erschienen vor dem Schwurgericht in Sträflingskleidung. Die Tat, für welche sich die Brüder Eermäk zu verantworten haben, gibt, zum Unterschied von den großen Mordprozesten der letzten Zeit keine Psh- chologlschen Rätsel auf. Desto interestanter ist dieser Fall, der die Problematik deS Indizienbeweises illustriert, in rein kriminologischer Hinsicht. Der Mord, dessen die von Staatsanwalt Dr. Trjsickh vertretene Anklage die beiden Angeklagten beschuldigt, liegt siebe» Jahre zurück. Zweimal waren die Angeklagten in Boruntersuchung und zweimal mußte diese trotz schwerster Verdachtsmomente eingestellt werden, ehe durch einen Zufall die späte Ueberstih- rung der Täter gelang. Fast genau vor sieben Jahren— am 28. Mai 1980— wurde der Ortsvorsteher der Gemeinde Olcika bei einer Bisitierung der auf Gemeinde-' gründ stehenden Wochenendhütten erschossen. Franz K o t ä b, so hieß der Erschollene, war zum Unterschied von den meisten seiner Amtskollegen ein Freund und Förderer der. damals behördlicherseits über Gebühr schikanierten„Tramps". Dip Gemeinde Olebka liegt in dem Sazavagebiet, das von diesen romantischen Wochenendlern von Anfang an mit besonderer Vorliebe ausgesucht wurde. Vorsteher Kotäb legte ihnen nicht nur keine Schwierigkeiten in den Weg, sondern ließ sich auch die Betreuung der wochenüber leerstehenden Tramphütten angelegen sein. In der achten Abendstunde des 28. Mai wurde ihm gemeldet, daß in einer dieser Hütten Diebe am Werk sein müßten, da durch die Fenster ein schwacher Lichtschein zu bemerken war. Er machte sich in Begleitung seines BrudersJosef und de» Arbeiters Klaub HS, der die Nachricht überbracht hatte, sofort auf den Weg und fand die Angabe bestätigt. Sie besetzten den AuSgang und OrtSvorste- her Kotäb forderte die Einbrecher auf, sich zu ergeben. AuS dem Fenster anstvorteie eine Stimme: „Ich komme schon zu euch". Gleich darauf aber fielen durch die Fensteröffnung mehrereSchüsse. In die Brust getroffen, brach Kotäb zusammen und starb nach kurzer Zeit an innerer Verblutung. Wie die Obduktion ergab, war die Lunge durchschoßen worden und die Verwundung absolut tödlich. Indizien... In der Verwirrung gelang es den Tätern zu entkomme». Die Organe der FahndungSftation fand am Tatort einen alten Hut, der als Eigentunl des Robert E e r m ä k festgestellt wurde, der trotz seiner jugendlichen Alters— er war damals erst 28 Jahre alt— schon ein schwerer Kriminalbruder war, der zahlreiche Freiheitsstrafen hinter sich haite. Als die Gendarmerie das zwischen Königssaal und Jiloviöti befindliche Zigeunerlager aushob, sand sich im Besitz des Robert Eermäk, der bei dieser Gelegenheit dingfest gemacht wurde, ein«!' Brow- ningpistole Kaliber 6.85, zu welcher die am Tatort ausgefundenen Patronenhülsen paßten. Spätere Versuche ergaben mit Sicherheit, daß der tödliche Schuß auS dieser Waffe abgefeuert worden war. Dies tvaren nun schwere Indizien, aber es fand sich auch ein Gegenindiz. In dem aufgefundenen Hut waren Haare zurückgeblieben, die nasiirlich mikroskopisch untersucht wurden, wobei die Sachverständigen zu dem Urteil gelangten, daß sie heller und dünner seien, als dar Haupthaar des verdächtigen Robert Lermäk. Ta dieser mit echt zigeunerischer Schlauheit und Zähigkeit leugnete, mußte schließlich, nach einem halben Jahr die Untersuchung eingestellt werden und Robert Üermäk wurde in Freiheit gesetzt, wo er sich in gewohnter Weise weiter betätigte und verschiedene Freiheitsstrafen anSfaßte, deren vorläufigen Höhepunkt die im März d. I. verhängte siebenjährige Kerkerstrafe ist. Die Gendarmerie, die offenbar'an die Unschuld- des Burschen nicht glaubte: führte indessen den Fall weiter in Evidenz und schritt im Jahre 1931 zum zweitenmal zur Verhaftung Robert CermäkS. Es hatten sich inzwischen Zeugen gefunden,'deren Aussage geeignet schient seinen.Alibibeweis zu erschüttern. Aber auch diesmal hatten die Sicherheitsbehörden dar Nachsehen und Robert Ter- mäk mußte neuerlich, auf freien Fuß gesetzt werden, worauf er bis zum Feber 1987 in dieser Sache unangefochten blieb. Was ihn und seinen Mittäter entlarvte, war der Verrat seiner StammeSgenoffen. Im Feber, wurden in. der Pilsner Gegend mehrere dort vazierende Zigeunerhorden wegen schwerer Diebstähle von der FahnungSstatiön in scharfe Untersuchung gezogen. Bei dieser Gelegenheit plan» derten die Zigeuner Eduard Janeöek,.Adolf Ru- jsiika, Ludwig Melka und andere auS, daß Robert Germäk und sein Bruder Josef den bis dahin unaufgeklärten Mord vom 28. Mai 1980 began gen hatten. Beide hatte man zur Hand, da sie wie erwähnt auf lange.Zeit im> Gefängnis.sitzen. Und beide.legten in'der ersten Bestürzung'ein volles Geständnis ab. Nach ihrer Schilderung hatte Josef Eermäk idamälS erst 20 Jahre alt!) einen Revolver mitgenommen. Sie wurden überrascht, al» sie in-der erbrochenen Hütte gemütlich Tee kirchten. Josef Germäk soll auch die Worte,„Ich konune schon", gesprochen haben, aber sein- Bruder Robert war nicht geneigt, sich zu ergeben. Er rief dem Bruder zu „D e m a n g e.ada dall"-welche,Worft im Zigeunerjargvn' die Aufforderung bedeut««,, die Pistole herzügeben. Joses reichte sie ihm, und Robert Eermak feuerte drei Schüße ah, deren einer den unglücklichen Gemeindevorsteher Kotäb tödlich traf. Dieses war ihr erstes Geständnis. Bor dem Schwurgerichtshof des GR. Dr. Marekek lautete-die Aussage der Angeklagten allerdings anders. Nach der heutigen Darstellung der Hauptbeschuldigten Robert Cermäk habe er bloß-Schreckschüße in die Luft abgegeben und keineswegs die Absicht gehabt. jemanden zu verwunden oder gar zu töten. Und Josef Eermäk ist vollend» feiner. Aussage nach die verkörperte-, Unschuld. ileber dar Zeugenverhör, das teilweise, außer- ordentlich interessant war, werden wir morgen im Zusammenhang-berichten. Vom Rundfunk bnafahlMswerte* aut den Programmen« Mittwoch: Prag, Sender 1t 10.05: Deutsche Presse, 10.15: Rundfunk für deutsche Schulen, niedere Stufen, 12.10: Unterhaltungskonzert. 12.85: Mu» sjiks Salonguartett: Brahms, Tschaikowski etc., 18.40: Deutscher Arbeitsmarkt, ,18.10: Deutsche Sendung: Dr. Maras: AuS dem tschechoslowakischen Kulturleben, 18.20: Arieitersendung: Rudolf Geißler: Jugend und Demokratie, 18.40:'Sozialinformationen, 18.45: Deutsche Preße, 20.55: Rundfunkorchesterkonzert: Azmann, Jirak, 22.20: Lettische Volkslieder.— Prag, Sender II: 14.15: Deutsche Sendung: Kinderstunde, 14.80: Märchen von den Tieren für Kinder. 18.15: MuZikS Salon« guariett.— Brünn 15: Rundfunkorchesterkonzert, 17.45: Deutsche Sendung: Dr. Allerhand: Ueber daS Reisen.— Violoncellosolos, 22.20: Tanzmusik. — Preßburg 17.85: Gesangskonzert.— Kascha» 12.05: Slowakische Tänze auf Schallplatten. 16.10: Rundfunkorchesterkonzert.— Möhrisch-Ostrau 11.05: Militärkonzert: Offenbach, Johann Strauß etc., 18.10: UnierhaltungSmusik, ir.undlZ.DM JuniW Mrestagimg lieutschenjWMtzfiirsllrße LeitnMitz Tvauentog und Vertreterin- Lastauto fuhr. Die Mutter wollte ihr Kind rette», sprang ihm nach und wurde ebenfalls zu Boden geworfen und überfahren. Das Kind war auf der Stelle tot, die Mutter erlag im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen. Betrunkene Bootsleute. In dem' serbischen Donauhafen Binöa wollten Sonntag abends neun Personen den aus Smercdev nach Belgrad fahrenden Dampfer mittels eines Bootes erreichen, das mit dem Dampfer zusammenstieß und kenterte. Bier Personen ertranken, die übrigen wurden gerettet. Der Steuermann und der Ruderer sollen betrunken gewesen sein. Der britische ReichSflugtag(Samstag) Hal 17 Todesopfer gefordert. Fast sämtliche Flugzeugunglücke spielten sich vor tausenköpfigen Zuschauermengen ab. Die zahlreichen Unfälle werde» do» Gegenstand einer Anfrage im Unterhaus bilden. Der Labour-Abgcordnete Montagne, der früher Unterstaatssekretär für Flugwesen im MacDonald-Kabtnctt getvesen war, wird den Flugminister Lord Swindton fragen, ob zivile Flugveranstaltungen künftighin nicht bester unterbleiben sollten, und wie cs zu dieser, großen Zahl von Todesopfern kommen konnte. Nachrichten vom Nordpol. Nach einem Bericht Schmidts wurde am 20. Mai abends die Radioverbindung zwischen der Station Nord-Pel und dem Flugzeug Mazuruks hergestellt. Dieses Flugzeug ist in vollkommener Ordnung, die Besatzung ist gesund und die Eisscholle, auf der cS niederging,, ist stark. Gegenwärtig wird die Fläche der Eisscholle für den Start hergericht.'t und bei Eintritt günsttgen Wetters wird Mazn- ruk zur Station am Nord-Pol starten. Nach eine«'» Bericht des Chefs der Station Nord-Pol Papa- nin beendet die Mannschaft die Vorbereitungen zu Ueberwinternng, hat sich ein Haus und ein Elektrizitätswerk errichtet und auS EIS und Schnee einen Raum für die Radiostation gebaut. Jetzt wird die Küche errichtet und die wissenschaftlichen Arbeiter beschäftigen sich mit wissenschaftlichen Beobachtungen. Die Eisscholle bewegt sich noch immer, aber bereits langsamer. Die Flugzeuge sind in vollkommener Ordnung. Ein Großfener In CriSfield.(Stadt Maryland) vernichtet« ein Holzhaus, in welche«» Neger schliefen, die bei der Erdbeercrnte einer Konservenfabrik beschäftigt sind.' Sieben der Neger kamen in den rasch um sich greifenden Flammen um« Leb en., UniversttätSprofeflor Dr. Frantiiek Slavik wurde zum Rektor der Karlsuniversität getvählt. Prof. Slavik ist ordentlicher Professor der Mine- rawgie. Kongreß der Patriarihen. Eine hübsche Veranstaltung fand dieser Tag« in Mähr. Schönberg statt: E» fand ein Kongreß aller Bewohner der Stadt statt, die da» 80. Lebensjahr überschritten haben. Es kamen 21- Schönberger zusammen, die 1641 Jahre repräsentierten. Rach einem gemeinsamen Mittagessen hielt einer der Kongreßteilnehmer einen Vortrag über die Art,-wie man ein gesegnetes Alter erreichen kann.(DND.) Infolge heftiger Erdbeben ist eine Inseln des Bismarck-Archipels im Meere vollkommen verschwunden. Gleichzeitig ist eine ganz neue Insel aufgetaucht. Zwei Vulkane nahe Rabaul auf New-Kritöii, dem Sitz der britischen Verwaltung der Inselgruppe: sind in Tätigkeit getreten. Rabaul soll geräumt und die Bevölkerung, insgesamt 4500 Menschen, darunter 700 Weiße, in den Hafenstädten Kopoko und Rodiip üntergebracht werden. Die australische Negierung hat ein HllfSschiff entsandt.' Brann« Kultur. Während der Fronleichnams- feier-in. der-Kirche Reustift am Walde im 18. Wiener Bezirk wurde, durch dar Fenster gegen den Altar eine Tränengasbombe geschleudert, die explodierte. Die Veranstalter konnten eine Panik verhindernd Der Täter verschwand spurlos. Gewitter, und Regen. Montag ist-in'Mitteleuropa wieder, eine starke Erwärmung eingetreten. Bei uns-war' der Temperaturanstieg am stärksten stn Böhmen, wo nachmittags 25 bis 28 Grab verzetch- net wurden.-Vom Westen her dringt jedoch gegen dar Binnenland, kühlere Meeresluft, vor,- welche in Begleitung von Gewittern bi»: ins Rheingebtet. gelangt ist, Rach Gewittern dürst« sich dies« über da» Festland bei höherem Druck-ausbreiten ünddieWit- teriiüg sich infolgedessen erneut beffern.— Wahrscheinliches Wetter Dien»tag: In den- böhmischen Ländern verstärkte Bewöllung, Gewitter u, n d R e g e ns ä I l e, zunächst ziemlich warm, später vom Westen Abkühlung. 3m Karpathengebiet im ganzen schön, wärmer.— Wetteraulsichtkn für Mittwoch: Im Westteil der Republik', erneut besseres Wetter. Im Osten, Gewitter mit' nachfolgender leichter Wkühlung. Nr. 127 DienStag, 1. Lunn 1937 Sette 5 Das deutsche Buch in der Schweiz Durch das Schaufenster des Buchhändlers schaut man in jedem Land in das Herz seiner Leser. Nicht nur, Mas ausgestellt ist,— auch das, was nicht ausgestellt ist, charalterisiert die Interessen und die politische Haltung der Bücherleser. Das gilt vor allem in einem Lande, das so frei ist wie die Schweiz. Da die Schweiz so gut wie leine verbotenen Bücher kennt, kann man ohne weiteres erkennen, daß weder der Buchhändler noch sein Kunde etwas von Büchern wissen, die keine Buchhandlung führt oder gar ausstellt. Nach solchen Eindrücken gemessen, gibt es in der Schweiz Ie|n Interesse für die Literatur des Dritten Reichs, ja nicht einmal mehr für die Bücher, die im Dritten Reich erscheinen. Es gibt keine Buchhandlung in Zürich, die Hakenkreuzliteratur ins Fenster legt oder auch nur vorrätig hat, Hitler, Rosenberg, Goebbels, Günther haben keine Leser in der Schweiz. Das Schaufenster des Züricher Buchhändlers zeigt fast keine Autoren des Dritten Reichs, außer einigen, die sich zwar «gleiDeschaltet haben, aber schon vor 1983 eine literarische Lesergemeinde hatten. Die Abkehr des Schweißer Publikums geht bis zu den wissenschaftlichen Werken. Züricher. Lieferanten der Universität, Technik und.der Institute versichern,, datz-bei Neubestellungen immer mehr die Stan- tdardliterntnr»nd die Neuerscheinungen von Frankreich, England, Amerika"berücksichtigt wer den. GcschichtSwcrke, Lexika, geistesgeschichtliche Darstellungen jeder Art nach 1933, selbst Neuauflagen, stoßen auf Ablehnung. Das deutsche Zeit- schristeiigeschäst, das an und für sich seit dein Krieg stark gelitten hat, ist heute so gut wie erledigt. Die deutschen Familienzeitschriften, literarischen Magazine, illustrierten Blätter sind auf ein Minimum zurückgegangen. Nur gewisse Kunstzeitschriften, die sich objektiv gehalten haben, werden noch gelesen. Für die Schweiz bedeutet diese Erscheinung mehr als eine Absperrung unerwünschter Einflüsse, denn die deutsche Schweiz Ivar auf die deutsche Büchereinfuhr angewiesen und vernachlässigte ihre eigene Produktion. Heute ist als Ersatz des reichsdeutschen das österreichische Buch für sie von Bedeutung. Im Weihnachtsgeschäft wurde der deutsche Verlag vom österreichischen glatt geschlagen. Einzelne Buchhandlungen habe» von Büchern Wiener Ursprungs besonders von Kunstbüchern hunderte Exemplare verkauft. Manche österreichische und tschechoslowakische Verleger könnten ihren Absatz wesentlich steigern, west» sie die Schweiz intensiver bearbeiten" würden. Auch hofft die Schweiz, daß Bücher, die auf dem Markt vMig fehlen—, zur Zeit ist keine deutsche Gedichtanthologie lieferbar I— oder deren reichsdeutsche Neuausgabe abgelehnt würde, von Wien oder Prag wieder auf den Markt gebracht werden. Eine deutsche Buchproduktion von weltläufiger Gesinnung hat also große Chancen in. einem lese- und kaufkräftigen Land wie der Schweiz, «das vom Dritten Reich-nichts wissen will. j. st. IMfewtecMt äoriaipMik Die Beschäftigung der Industrie nahm im Zeitabschnitt April und Anfang Mai nach der Darstellung der„Mitteilungen der Nationalbank" folgende Entwicklung:■. Der industrielle.Kohlenverbrauch bewegt sich dauernd auf aufsteigender Linke,'s» das; die Stein- und Draunkohhuiprodukttou erheblich über dem Bor- jahrSniveaü lag und die Steinkohlenförderung sogar ihren höchsten Stand seit dem Bestehen der Republik erreichte. Kräftig gestiegen ist auch der Export von Steinkohlen; die Kokrerzeugung erreichte die Rekordzahlen vom April d. 1.1929. Die Kohlen- und KokS- vorräte sind wohl etwas gestiegen, waren jedoch stäichig niedriger als im Vorjahre. . In der Eisenindustrie ist. die Beschäftigung weiterhin lebhaft und der Auftragsbestand erheblich höher als zur gleichen Zeit des Vorjahres. Angesichts des anhaltenden Rückganges der Arbeitslosigkeit macht sich miwnterMangcl an geschulten Arbeitskräften bemerkbar. Die Beschäftigung der Blechwalzwerke, der Röhren- und der Drahtwerke ist beftie- digend. Die Erzeugung von Eisenkonstruktionen ist ebenso wie die Erzeugung von' Stahlmöbeln gut beschäftigt. In der Emailwarenindustrie melden die Unternehmungen einen höheren Auftragsbestand aus dem Jnlande und ständig einlaufende neue Aufträge, deren Umfang sich allerdings in der letzten Zeit" einigermaßen verringert hat. Der Absatz von Kupfer- und Messingshalbfabrikaten ist andauernd gut. Maschinenindustrie: Die BeschäftigungSver- hältniffe der Großindustrie sind dauernd als günstig zu bezeichnen und in industriellen Kreisen wird dafür gehalten, daß die günstige Beschäftigung auch in den nächsten Monaten anhalten wird. Der Automobilabsatz zeigt aus Sassongründen eine mäßige Besserung. Die Beschäftigung der Waggonfabriken hat sich mit den fortschreitenden Arbeiten an den erlangten Aufträgen gleichfalls gebessert. In der landwirtschaftlichen Maschinenindustrte macht sich in der letzten Zeit ein leichtes Ablaufen der Nachfrage in allen Branchen bemerkbar, dem offenbar Saisoneinflüsse zugrunde liegen. Die Unternehmungen erwarten eine gesteigerte Nachftage nach der Ernte. Keramindustrie: Der Absatz feuerfester Materialien gestaltet sich günstiger als im Vorjahre, wozu insbesondere auch die lebhaftere Auslandsnachfrage für größere Lieferungen beiträgt. Eine weitere Besserung her Beschäftigung ist die unmittelbare Folge. In der haukeramischen Industrie sind gleichfalls höhere Umsätze zu verzeichnen, die dem steigenden Umfange der Bausaison, entsprechen. Der Koalinabsatz zeigt eine mäßige Besserung,"während die Situation" iii der Porzellanindustrie unverändert geblieben ist, wobei jedoch der Export trotz zahlreicher Kontingent- schwierigkelten eine allmähliche Besserung aufweist. Glasindustrie: Der GlaScxport betvegt sich weiter in anfsteigender Richtung, im April betrug der wertmäßige Aufstieg ca. 18 Mill. Ki(gleich 41.5 Prozent). Der Export in den ersten vier Monaten war um ettva 41 Prozent höher als im Vorjahre. Während sich die Exportiesserung vor allem bei Tafel- und Hohlglas und auch bei Gablonzer Waren bemerkbar machte, erreichte der Flaschenexport nicht einmal«in Drittel der vorjährigen Export» ergebnisse. Im Vergleich mit dem Jahre 1929 war der Export in den ersten vier Monaten wertmäßig um etwa 55 Prozent höher. Die befriedigende Beschäftigung der Glashütten erscheint auch für die nächste Zeit gesichert. Bautätigkeit: Der Umfang der diesjährigen Bausatson ist Heuer wesentlich höher als im Vorjahre und die in den ersten Monaten verzeichnete Verzögerung durch Witterungseinflüsse scheint jetzt bereits aufgeholt zu sein. Die lebhafteste Bautätigkeit konzentriert sich bisher auf die großen Städte, hauptsächlich Prag, und wird größtenteils aus Eigcnkapitalien finanziert, auf dem flachen Lande ist auch die öffentliche Bautätigkeit ziemlich lebhaft. Die Zahl der in den ersten drei Monaten erteilten Baubewilligungen ist um 27.8 Prozent und hinsichtlich der Kubatur um 88.8 Prozent höher als in der gleichen Zett des Vorjahres. Der Index der Baukosten war im April um 6.5 Prozent, höher als im Jahre 1986. Holzindustrie:.Auf" dem Holzmarkte waren in. der letzten Zeit keine bedeutenderen Aenderungen zu verzeichnen, in der holzverarbeitenden Industrie hat sich die Beschäftigung in der letzten Zeit erheblich gebessert. Die Bugholzmöbelindustrie ist für den Export sehr gut beschäftigt. ."' Papierindustrie: In der Papiererzeugung macht sich bet. voller AuSniitzung der Kapazität und be Man. erhält fUr xe 100 Reichsmark» 728.— Markmünzen...« 780.— 100 östereichische Schilling. 538.50 106 rumänische Lei... 17.95 100 polnische Zloty.... 549.50 106 ungarische Pengö.«» • 591.— 100: Schweizer Franken.» 653.50 100 französische Francs•» .1 128.20 i. 1 englisches Psmid... •. 140.75. 1 amerikanischer Dollar. .'0' 28.60 100 italienische Lire... 145.40 100 holländische Gulden.’» 1576.—' 100 jngoslawifche Dinare:» ... . 65.80 100 Btlgkö**«.*« v 481.50 ,1tm dänische Kronen...... (631.—|. 100 schwedische Kronen»■ ■ 730.— friedigenden Exportergcbniffen«in weiteres Ansteigen der Beschäftigung bemerkbar. Der Umfang' der Lieferungen für den Konsum ist bauernd höheir als im Vorjahre. Neue Aufträge langen allerdings in einem etwas langsameren Tempo als vor der Preisregelung«in. Im graphischen Gewerbe hält die mäßige Besserung seit Neujahr an. In der Textilindustrie hielt sich die Beschäftigung auch im Mai auf dem in früheren Berichten erwähnten, höheren Niveau. Der Einlauf neuer Aufträge erfolgt jedoch ungleichmäßig. Auf dem In« laNdrmarkte ist bei Halb- und Fertigwaren ein leichtes Sinken der Nachfrage sestzustcllen, hauptsächlich deshalb, weil der Großhandel ebenso wie die Detailleure stark eingodeckt sind und die Verkaufspreise sich den höheren Erzeugungspreisen anpassen, die im Hinblick auf die steigenden Rohstosfpreise gefordert werden müssen. Die Beschäftigung der Konfektionsindustrie ist weiterhin sehr zuftieden- stellend, im Exportgeschäft konnten einzelne Unternehmungen neue Märkte gewinnen. Lederindustrie: Die'allgemeine. Siwation ist ziemlich günstig, da"bft Nachfrage zur Lagetaüft füllung sowohl im Inland wie im Export weiter anhält. Der Absatz von Flechtschuhen nach den angloamerikanischen Märkten ist Heuer wesentlich schwächer als im Vorjahre. Die'Gerbereien sind im allgemeinen gut beschäftigt.' Chemische Industrie: Die im letzten Bericht gemeldete Wsatzbesserung konnte sich im April auf weitere Erzeugnisse sowohl der anorganischen wie der organischen Chemie ausdehnen, wobei es gelungen ist, die bisherige Exportlinie weiter einzuhalten: In der Erzeugung von Phosphordüngemit- teln schloß die Frühjahrssaison mit etwas besseren Ergebnissen, auch der Absatz von Stickstoffdüngemit- teln gestaltete'sich lebhafter. Di« Beschäftigung der teerverarbeitenden Industrie stabilisierte sich auf dem vorjährigen Niveau, der Absatz von Mineralölen erfuhr, eine allmähliche Besserung. Chronik der Unternehmergewinne Di« tschechosk.ow a k.i s ch e K u- g ellag erfabri k, die zu dem schwedischen Kngellagerkönzern gehört, schloß im Jahre 1935 mit einem Vevlust. von 78.896 Kronen ab. Für 1936 wird ein Reingewinn von 565.606 Kronen ausgewiesen. Da daS Kapital dir Gesellschaft 2.8 Millionen Kronen beftägt, wäre sie in der Lag« eine Dividende von 26 Prozent aus» zuschütten." Die slowakischen Ziegelfabriken und Che m is ch'«..W-^rk» A.-G. in Göding schließen nach reichlichen Abschreibungen mit einem Reingewinn. von 724.666 Kronen ab. Die Aktionäre erhalten 4.5 Prozent Dividende. » Bei der Mannesmannröhren« Werke A.-G. i n K o m o t a u hat sich der Rohertrag im Vergleich zum Lahre 1985 im Lqhre 1936 fast verdoppelt. Er beträgt. 25.11 Millionen Kronen. Nach hohen Abschreibungen wird ein Reingewinn ausgewiesen, der mit 4,625.666 Kronen um das siebenfache höher ist als im Lahre vorher, in dem er 636.666 Kronen betrug. Den Aktionären werden sechs Prozent Dividende ausgezahlt. Die B e r e snigten Ascher Färbereien A.-G. weisen eine erhebliche Steigerung deS Gewinnes aus. Die Dividende erfährt I eine Erhöhung auf 4.75 Prozent. Die Dynamit-Nobel- A.-G. weist mit 5,428.666 Kronen einen wesentlich höheren Reingewinn als im Vorjahre auf. Die Aktionäre erhalten auf eine Aktie 152 Kronen Dividende, während sie im Vorjahre 129 Kronen erhalten haben. * Eine Erhöhung der Dividende um 86 Prozent beschert.die Nordböhmische Kohle nwerks- Gesellschaft in Brüx ihren Aktionären. Die. Generalversammlung wird die .Dividende auf 89 Kronen festsetzen.— Die Brüxer K o h l«n b e r g b a u- G e s e l l- schäft erhöht die Dividende auf 86"Kronen, Die We st böh mische Kaolin- S ch-a motte- undSlowakische Magn csitwerke A.-G. bringen eine sie- benprözentige Dividende zur Ausschüttung. Lm Vorjahre hat der Dividendensatz nur 4.5 Prozent beftagen. Die Erste Schatt auer Ton- warenfabriks- A.-G. zahlt vier Prozent" Dividende, während im Vorjahre Überhaupt keine Dividende ausgeschüttet wurde. Die Böhmische Waffenfäbrik- A.-G. schließt mit einem bedeutend höheren. Reingewinn ab. und erhöht die Dwidende voll, sechs, .auf acht Prozent. Die M e ta lkw e r.k e S t.ab e n o w- A.-G. setzen die Dividende"von 7,5 auf 8.75 ' Prozent herauf... Ole versicherten Arbeitslöhne auf Grund der Versichertenbewegung in den ein» zelnen Lohnklaffen der Krmckenversicherüng bewegen sich ungefähr auf".der Höhe des Jahres 1988, welchen Stand sie nach ihrem stärksten Rückgang i. I. 1985 wieder erreicht haben. Lm April betrug der durchschnittliche Arbeitslohn für «inen Tag und einen Versicherten 16.68 KL(im März 16.56 Kö), im gleichen Monate des Vorjahres 15.92 KL. und i. 1. 1935 15.76 XL. Diese Besserung, bemerkt hiezu das Statistische Staatsamt, ist vorläufig noch nicht allzu ausgiebig, doch berechtigt die bisherige Entwicklung zur Annahme, daß sie weiter anhalten wird, um so eher, als sie beträchtlich hinter der Entwicklung der übrigen Wirtschaftskurven zurückbleibt. tlusüuul .. Neuer Maffen-Prozeß gegen Hallesche Sozialdemokraten.. Im Fcber und März dieses Jahres sand, wie die„Union für Recht und Freiheit" erfährt, ein Maffenprozeß gegen eine Reihe früherer SPD-Funktionäre statt, von denen bereits im Herbst vorigen Jahres 156 in Halle verhaftet worden waren. Unter den damals Verhafteten befanden sich der frilhere Volksblattredakteur W i e I e p p, ein Mann von nahezu 76 Jahren, sein Kollege Kasparek, gleichfalls über 66 Jahre alt und der frühere Leiter der sozialdemokratischen Studentengruppe Wolf. Der fünfte Senat des Kammergerichtes, der in Halle zusammengetreten war, verurteilte alle ZuchthMstwftn.vpn yurchschnlmich■ drei fahren wegen oiiigöbuchef illegaler Fortführung der Sozialdemokratischen Partei. Schwere Zuchthausstrafen wurden auch in dem"im März in Berlin stattgefundenen Prozeß gegen Sozialdemokraten, SdP-Leute und Kommunisten verhängt. Der Prozeß lief unter dem Namen Bormann und Genossen und brachte Zuchthausstrafen bis zur Höhe hon fünf Jahren. Verdächtiges und gefährliches Ballspiel. Die Aero preß'(Wochenausgabe) befaßt sich mit dem Fangballspiel, das in letzter Zeit zwischen gewissen nazistischen und kommunistischen oder halbkommuni- fiischen Zeitungen und Preffekorrespöndenzen gespielt wird, so fern es sich vor allem um die Verdächtigung, Denunzierung und Verleumdung politischer Gegner handelt, die Gegner des Nazismus, aber auch Gegner jeder Gleichschaltung mit dem Stalinismus sind. Sie schreibt, man brauche vielleicht nicht immer an ein« Absicht und vorherige Vereinbarung (wie sie von österreichischen katholischen Blättern behauptet wurde) zu glauben:„Aber die Agitation arbeitet einander in di« Hände. Und wenn das Bälle- Wersen seit der Benützung der„Magdeburgischen Zeitung" in der BiSmarckschen Aera zu einer Kunst Im politischen Spiel ausgebildet worden ist, dann könnte man die Art und Weise, wie sich die Prager „Rote Fahne", die nationalsozialistische Linzer „Neue Zeit" und.die Es.seuer„Nationalzeitung" Görings, von anderen Presseorganen abgesehen, in Angelegenheiten deS Legitimismus, in Angelegenheiten der Regierung Schuschnigg und— in Angelegenheiten der sudetendeutschen Sozialdemokratie die Stichworte gebe», als ein solches Bälle-Werfen bezeichnen und sich fragen: Wo sitzt der Trainer dieses Ballspieles! ES ist ein tragikomisches Bild, das da sichtbar wird. Oft brauchen n»r die Beinamen ausgcwechsclt zu werden. Dian kann gegen den Faschismus, gegen den Bolschewismus, gegen den Legitimismus sehr viele wirkliche Argumente haben, andere als die extremistischen Blätter, die die Namen solcher Sin- neSrichwngen als Schimpfnamen benützen, ohne sich sachlich mit ihnen auSeinanderzusetzen. ES gibt Formen der Auseinandersetzungen, über die sich reden läßt. Aber daß Rechts» und Linksextremisten, in der Dlethode gleich, in der Tonart etwas verschieden, auf all« Sachlichkeit verzichten und sich nur noch auf A n w ü r f e u n d V e r l e u m d u n- g e n beschränken, daS ist ein bedauernswertes Symptom für die Verrohung der politischen Sitten und. ein trauriges Zeichen für die Niederungen, in die daS politische Leben unserer Tage hiimbgcftiegen ist. Man könnte die Beispiele beliebig ver mehren. Man könnte den Fall Helmuth Hirsch hcr- anziehcn, bei dem VolkSfrontblätter der Gestapo Hilfsdienste geleistet haben, indem sie die Beschuldigungen gegen einen, irgendwelchen Provokateuren zum Opfer gefallenen Schwärmer als hundertprozentig erwiesen hinstellen. Sie haben vielleicht den, den sie retten zu wollen vorgaben, den Schergen des Dritten Reiches erst richtig ans Messer geliefert und damit die gleiche Aufgabe erfüllt, wie die gleichgefchaltete Presse im Reich, die auf höheren Befehl ein Blutopfer forderte... Man könnte Hinweisen auf den ominösen Korrespondenten der Essener„Nationalzeitung" in Wien, heute ein glühen- derNationalist, früher ein ebenso glühender Kommuni st, dem heute noch unterirdische Verbindungen zu seinen früheren Par« tcisreunden nachgesagt werden. ES ist an der höchsten Zeit, daß die Lager sich besinnen. Schon in der Vergangenheit hat hemmungslose Agitation diäußerste Rechte und äußerste Linke in der Bekämpfung der Vernunft zueinander getrieben. Soll das ein zweites Mal geschehen? Soll das Zusammenspiel unbesonnener Extremisten links und zielbewußter Extremisten rechts erneut die Wiederherstellung gesunder Zustände in unserem Kontinent gefährden? Soll von den beiden Gruppen her, die im Endziel auf Totalität ausgehen, der Gleich- schaltungsversuch soweit getrieben werden, daß sich zum Schluß nur noch zwei Horden gegenübcrstehen? Soll das Geheul der tanzenden Derwische von rechts und links, weiterhin die Stininic der. Vernunft übertönen... vder. soll cs nicht schließlich,.dahin kommen, daß die Vernunft siegt? Dio Demokratisierung der USSR. Dor Reutorkorrespondent erfährt, daß in Chabarowsk in Sibirien wieder elf Personen, die der Beziehungen zu den Trotzkisten verdächtig sind, hingerichtet wurden. Die Zahl der während der letzten 14 Tage Hingerichteten„Trotzkisten".ist daniit auf 66 angcstiegen. Polizei schießt auf Streikende. Vor den Fabriksobjekten der Gesellschaft„Republik-Steel' in Chicago ereigneten sich anl Sonntag ernste Unruhen. Die Polizei schoß. Einem amtliche» Berichte zufolge beläuft sich die Zahl der in die Spitäler eingeliescrte» Personen auf 66, hievon sind 23 Polizeibeamte. Im ganzen gibt es vier Tote, zwei starben im Krankenhaus an den Folgen von Verletzungen. Zeugenaussagen zufolge sind etwa 466 bis 566 Schüsse gefallen. Wie versichert wird, haben die Polizei vorerst Schüsse in die Luft abgegeben, erst später hätten die Beamten die Waffen gegen die Menge gerichtet. Sell« 6 .Sozialdemokrat' Dienstag, 1. Juni 1037. Nr. 127 Kunst und Wissen auch diese Veranstaltung zur VMnsnachdchten Äcsundheitsminister Tr, Czech einige Stunden im Waldstein« .»■ ... Boranzeiae! Sonntag, den 20. Juni, Kindertag am Pohorelee. spassige Notiz veröffentlicht, in der die Veranstaltung eines Trachtenfestes unter dem Titel„Sudetendeutscher Stammesabend" für'Samstag abends im Waldsteingarten angekündigt Ivurde. Mit keinem Worte war in dieser Ankündigung davon die Rede, ■ dasi das Trachtenfest■ im Rahmen des Hilfswerkes „Milch fürs Kind" abgehalten wird. Er'wurde der Anschein erweckt, als sei der Samstagabend im Waldsteingarten ausschließlich dieser SdP-Beranstal- tung Vorbehalten, Aus welchen Gründen„Die Zeit" der eigentlichen Veranstalterin nicht auf den Namen kam, entzieht sich unserer Kenntnis, aber man darf wohl annehmen, daß sie ihr nicht auf den Namen kommen wollte und daß er ihr um eine treudeutsche Täuschung der Oeffentlichkeit zu tun war. Tatsächlich wurden von den Trachtenträgern am Samstagabend durch einige Stunden hindurch Volkstänze veranstaltet, die in diesem Ausmaß und dieser Art gar nicht im Programm des Basars vorgesehen waren. Diese Volkstänzeschau hat das Publikum vom Kaufen sehr stark abgelenkt. Die für diesen Abend gemietete Musikkapelle war bis Mitternacht' müßig, ilni Samstag trieben sich inr Waidsteingarten und beim Eingang eine ganze Reihe von Henlein« ordnern in voller Wichs umher, also mit Stiefeln, Grauhcmd und allem Zubehör, so daß di« ahnungslosen Besucher aus anderen politischen Lagern sehr' erstaunt waren. Einige wurden durch diesen Aufzug vom Besuche der Veranstaltung überhaupt abgcschceckt. Auch Sonntag standen vor dem Eingang in den Waldstelngarten Henleinordner in Uniform, die einige Besucher abschreckten. Es scheint so zu sein, daß die SdP den größten Wert darauf legt, überparteiliche Veranstaltungen justament zu politisieren und den anderen politischen Gruppen die Mitarbeit in überparteilichen Organisationen soviel wie möglich zu erschweren. Offenbar ist sic der Ansicht, daß der Weg zur Totalität auch in den Fürsorgcveranstassungen über dai Diskriminieren überparteilicher Hilfswerke und über das Fern- baltcn materieller Unterstützungen von diesen Hilfr- wcrken durch ihre Mitglieder erfolgt. Obwohl, selbstverständlich, Im vorliegenden Fall nicht zuletzt auch die der SdP angchörenden Heimarbeiter durch den Ankauf ihrer Erzeugnisse unterstützt wurden. Man kann begierig sein, IvaS die der SdP angehörenden Fimkiionäre der Deutschen Völkerbundliga zu diesem Verhalten ihrer Partei zu sagen' haben werden. Presse>B«richtigung. Der in'der Zeitung„So«! zialdemokrat" vom 86. Mai 1687, Nr. 122; veröffentlichte Bericht unter dem Titel'„Die Platinuhr zur Auswahl", in dem. Sie bei der Urteilsbegründung.bemerken,. daß. die unbedingte Stxafe au» dem Grunde ausgesprochen wurde, weil ich„die Neigung zu strafbaren Handlungen habe", entspricht nicht.der Kinderfreunde Prag " Freitag, den 4. Juni, im Deutschen Hand» werkerverein. Smeiky, dritter Stock, Elternabend in welchem die Sommeraktionen besprochen werdcn. Di« Anwesenheit aller Eltern ist sehr notwendig., Samstag und Sonntag wurde der öffentliche Teil des Htlfswerkes„Milch fürs Kind" durchge- fiihrt, dai von der Deutschen Völkerbundliga veranstaltet''wurde.' lieber den Charakter dieses Hilfswerkes' und über die Eröffnung haben wir bereits berichtet. Im Waldsteingartcn war eine Ausstellung von Heimarbeiten aus den verschiedenen Gegenden des sudctcndeutscheu Gebiete» zu sehen. Die Ausstellung war ein eindrucksvolles Zeugnis der handwerklichen und künstlerischen Leistungsfähigkeit der sudetendeutschen Heimindustrie und der Einkauf der Produkte hat zahllosen Heimarbeitern werwolle Hilfe gebracht. Rach dcni-äußeren Eindruck zu urteilen, war der Zuspruch des kaufenden Publikums nicht allzu groß, insbesondere das völkische Deutschtum glänzte durch Abwesenheit.— Samsiaa abends und. Sonntag vormittags konzertierte die Neudcker Kinderkapelle, Sonntag nachmittag- die Kinder» lapell« au- Gradlitz. Einige sozialdemokratisch verwaltete Gemeinden haben die Durchführung de» Werkes auch materiell unterstützt, aus der Provinz waren auch sozialdemokratische Bürgermeister und Gemeindesunttionäre erschienen. Die Sozialdemokraten faßten da» Hilsswerk als eine überparteiliche Aktion aus"und unterstützten c» aus diesem Grunde latkrästjg. Auch der'••••-~ war am Sonntag garten. Die.SdP hat Durchführung einer ebenso plumpen, wie empörenden Parteipropaganda benützt, obwohl an der Beschlußfassung über die Aktion und an der Vorbereitung die der SdP angehörenden Funktionäre und Mitglieder der Bölkerbundliga beteiligt waren und die SdP also über das Wesen dieser Hilfsaktion sehr genau unterrichtet war. In den vermögende» Kreisen der SdP war die Meinung verbreitet worden, er handle sich um.eine„jüdische" oder vor allem von Jude» unterstützte Veranstaltung. Dar war ihnen ein Grund, dem Basar sernzubleiben. Die sichtbare Tätigkeit der SdP beschränkte sich darauf, das überparteiliche Hilfswcrk„Milch für» Kind" politisch zu diskriminieren. Dies ist doppelt geschmacklos angesichts der Tatsache, daß Frau Hanna Beneöovä das Protektorat übernommen hatte und es wird Wohl die Aufgabe dec Bölkerbundliga sein, sich mit dem Verhalten der SdP zu beschäftigen, „Die 8eit", dar Organ Henleins, hat kurz vor der Veranstaltung im Waldsteingarten eine zwei» Leuchtbrunncn.'Anfangs erschrickt man: Schon wieder ärztliche Ttagöide, ärztliche» Geheimnis? Aber e» geht zum Glück vorüber. Den Menschen in Weiß'folgen diesmal solche in Gold und dann etwa In Himmelblau; Und zwar zu dem Zwecke, damit Loui» Berneuil„beweisen" könne, die meisten Frauen seien.^öeuchtbrunnen", will sagen: Wesen, die imvier in de» Farben schillern, die der jeweilige Mann in sie trägt. Dieser Grundgedanke dünkt un» außerordentlich läppisch. Und e» ist nicht uninteressant, daß in der Aufführung im Deutschen Theater Dolore» Moncasi klug genug ist, nicht einmal an einer einzigen Frau, nicht einmal an einer einzigen Bühnengestalt den Bewei» für Verneuil» Ansicht antreien zu wollen, vielmehr au» ernster Grundhaltung immer mehr In» Spöttische und Ironische übergeht. Wahrscheinlich wurde die ganze Geschichte nur auf dies« lvermutljch vom Regisseur Marls besonder» gestützte) Weise erträglich. Da» Publikum hielt sich durchaus.antie darstellerischen Leistungen: eben an die kapriziöse Art der Moncasi, an den rechten» restlos beliebten Hans G ö tz, an die totsicheren Pointen der Frau Lotte Stein, an Siedler» Kunst, Halbdümmlinge zu spielen, an Schmerzenreichs Bestreben, einen versponnenen Lyriker so zum Trottel zu stempeln, daß Mar alle» lacht, aber der Borwurf de» Autors, eine einstmals in der Arbeitskameradschaft mit dem ersten Mann ausgehende Frau würde schließlich sogar die Farbe«ine» solchen „Manne»" annehmen, völlig ad absurdum geführt wird. In kleinen Rollen wirkten die Damen L a st und Hein egg recht amüsant. Hoffentlich verdrängen bald beachtlicher« Scheinwerfer al» der BerneuilS solche Leuchtbrunnen-Art im Sprechstück unseres Theater». l. g. Am 12. Juni Festspiele V. Gastspiel Ernst D e u t s ch„F i e» k o"(A 2). In vollkommen neuer Ausstattung und Inszenierung! Spiekplan de».Deutschen Theater».. Dienstag, halb 8: Leuchtbrunnen. Ä.1.—-. Mittwoch halb 8: Die schweigsame Frau, Festspiele III. Erstaufführung, Ä 8.— Donnerstag halb 8: Da» Spitzentuch der Königin, C 1.— Freitag halb 8: Gesellschaftsspiel,' D.— Samstag 7: Der Rosenkavalier, Gastspiel Erich Kleiber, Festspiele IV. Al.— Sonntag halb 8: Leuchtbrunnen, B 1. Spielplan der Kleinen Bühn«.- Heut«, Dienstag, halb 8 Uhr: Ein Kuß und sonst gar nichts, Erstaufführung.— Mittwoch 8: Ein Kuß und sonst gar nicht», Bankbeamte II und freier Verkauf,— Donnerstag 8%: X 0 8.— Freitag 8: Warum lügst Du, Cherie? Theatergemeinde de» Kulturverbande» und. freier Verkauf,—. Samstag 8 Uhr: Ein Kuß, und sonst gar nicht».— Sonntag 8 Uhr: Ein Kuß, und sonst gar nicht». „VolkSstnggemeinde." Heute w i ch t i g e Probe; Vollzählige» Erscheinen'aller.'aktiven Sängerinnen und Sänger notwendig,-j ' Allgemeiner Angestellten-Berbond, Reichender», Ortsgruppe Prag. lAmtsstunden: Mittwoch 6 bi» halb 8 Uhr, Smeöky 22/III.)'. Mittwoch. den 2. Juni. M i t glj e der v'e r.sa m mluna halb 8; Uhr im Handweikerheim. HalbjahreSbericht, Sommerprogramm, Herbstacbeit. Beim Rachgiehen von Spiritus in den brennenden Kocher kam cs tviedcr zu einem schweren Unglück, dem ein junges Aicnschenlcben zum Opfer fiel. Die'16jährige Gymnasiastin Anna Zöärflh au» Kozomi» bei Kralnp kochte SamStag abends in der Wohnuna ihrer Eltern aus einem Spirituskocher Milch. Da die Flamme auszugehen droht«, wollte da» junge Mädchen in de» brennenden Kocher Spiritus nachgießen, wobei die Epitttusflasche explodierte und die Kleider der Unglücklichen zu brennen begannen. Anna Zdärskts erlitt zahlreiche schwere Brandwunden ersten, zweiten und dritten Grades. Obwohl sie sofort in das Krankenhaus auf der Bu» lovka überführt wurde, crlvicS sich alle ärztliche Hilfe als vergeblich. Gestern erlag die Bedauernswerte ihren schweren Verletzungen. Wochenkonjunktur der Wohnungsdirbe. Für die AohnungSdiebe, die in Prag auch sonst fleißig an der Arbeit sind, bedtuiet das Wochenende eine besondere GeschäftSkonjunttur. Der Polizcibericht meldet für den vergangenen SamStag und Sonntag drei Einbrüche in Wohnungen, deren Inhaber zum Wochenende. auswärts waren. In der Weinberger Lurem- burskä ul. 80 wurde eine Wohnung auSgcplündert, wobei den Einbrechern nebst 2000 K£ in bar verschiedene Schmuckstücke und ein Einlagebuch auf 84.000 Ke in die Hand siel. daS aber zum Glück vinkuliert ist.— Im Smichower Frauenheim drangen unbekannte Diebe in die Wohnung einer dort wohnenden Dame und entwendeten Schmucksachen im Werte von 2500 Ab.— In der Podkbradova in Karolinenthal statteten Einbrecher der Wohnung eine» Eisenhändlcr» einen Bcfuch ab, wobei ihnen 5000 ssi in bar in die Hände sielen. Zwei Schüler überfahren. An der Endstation der 21er Linie in Branik wollte vorgestern abends der 14jährige Schüler Bernhard Bernstein einstei- gen, wurde jedoch im Gedränge von den Fahrgästen unter den Schutzrahmen de» Schlcpplvagen» gestoßen und verletzt. Die RcttungSgcsellschaft brachte ihn ins ollgemeine. Krankenhaus, wo ein Bruch de» linken Beins und zahlreiche Abschürfungen festgeftellt wurden.— In der Palackystraße in Smichow lief dem Chaussenr Adolf Wildner, der in der Richtung zur Palackybriicke fuhr, gestern nachmittags die 9jährige Schülerin Miriam Pospisil aus Smichotv vor den Wagen. und wurde von Ihm überfahren. Sie blieb bewußtlos liegen; die Rettungsgefeltschaft brachte sic mit einer schweren Gehirnerschütterung ins deutsche Kinderspitäl. Da» Verfahren wurde eingeleitet. Die Privatvolksschule de» D.K.B. mit Oeff.» Recht in Präg Xlkl, Palacköho 21, wird laut Beschlüsse» der Hauptleitung der D.K.V. mit Beginn de» neuen Schuljahres zur drciklassigen erweitert. Voranmeldungen werden- schon jetzt(auch an Sonntagen von 8 bi» 12 Uhr) entgcgengenommen. De« Geliebte au» der Lotterie ist ein(nicht mehr ganz neuer) Film au» Hollywood, der in Paris spielt, wo amerikanische Kadetten komisch-romantische Abenteuer erleben, worin viel Gesang und Schlager- mustk ertönt. Der Regisseur Wilhelm Thiele hat diese belanglose Unterhaltung durch Montmartre- Szenerie reizvoll gemacht und eine Schor gut durchschnittlicher Schauspieler schwungvoll Operette spielen lasten;«eis»- Der Amateur-Gentleman. In diesem englischen Film wird der Versuch gemacht, die Atmospäre Englands vor hundert Jahren zu beschwören, al» der unrühmliche Georg IV. regierte, al» auf Diebstahl die Todesstrafe stand, al», die feudal« und besitzbürger- liche Gesellschaft von sozialen Gewissen keinen Hauch verspürte— jenes England, da» in den Romanen von Charles Dicken» gegewvärtig geblieben ist. Die Erzählung, di« diesem Film zum Vorbild diente, hat da» Dickens-Milieu mit einer Abenteurer-Geschichte erfüllt, die ein wenig an den„roten PImpernell" erinnert•— eine wilde Geschichte von dem Sohn, der 'einen unschuldigen Vater- unter Anwendung de» FaustrechteS und anderer Räubermethoden vor dem Galgen rettet. Die Vorgänge sind nicht sehr geschickt aufgebaut, sie verwirren mehr, al» daß sie ergreifen, aber da» altenglische Kolorit Ist. gut getroffen, der jüngere Dougla» Fairbank» spielt die Hauptrolle mit der nötigen Bravour, und Elista Jandl als weibliche Häuptgeftalt hat sympathische Züge.—eis— bis die Anklagebehörde über die Einbringung der Nichtigteit»beschwerde entschieden haben würde. Da sich die StaaiSanwaltschast Indessen entschloß, von diesem Rechtsmittel abzusehen, stand der Freilassung der Angeklagten kein Hindernis mehr im Wege, da das Urteil in Rechtskraft erwachsen war. Sie wurde demnach Freitag aus der Häft entlassen. Wie bei Haftentlassungen üblich, wurde sie dem Sozialreferenten de» KreiSgerichte» vorgeführt, der.sich.über ihre Lage informierte, ihr di« Reise- und Verpsleg»- kosten vorstreckte und ihr gleichzeitig die Hilfe der sozialen Fürsorgestelle für Haftentlassene bei der Stellensuche in Aussicht stellte. Gitta Fischl dankte .indessen und erklärte, daß ihr Vater durch Vermittlung ihres Verteidigers bereits das Notwendige veranlaßt habe. Sie äußerte bei dieser Gelegenheit noch ihre Absicht, sich in der nächsten Woche von einer Zellcngenossin zu verabschieden. Sonntag abends; kurz vor 8 Uhr, wurden.hi« Zimmermaler Stanislav Bälek au» Zijjkov und Josef Bradai ans Smichow, die läng» des Bahndammes der Bodenbacher Strecke zwilchen Holleschowitz und Bubentsch spazieren gingen, durch ein untevdrückteS Schluchzen aufmerksam gemacht und sahen zu ihrem Entsetzen auf dem Geleise eine junge Frau liegen. Sie sprangen herzu und rissen die Selbstmörderin zur Seite. Kutz darauf raste der Schnellzug Budapest—Berlin über die Stelle, an welcher Gitta Fischl ihr Leben hatte enden wollen. Auf dem Polizeikommissariat erklärte ste, sie habe sich gleich nach der Haftentlassung mit Selbst» mordabsichten getragen- Zuerst wollte sie vom Pod- skaler Kai in die Moldau springen, doch sei ste im kritischen Moment von einem älteren Herrn angt- sprochen worden, der sie um ihre Absicht fragte. Dieser Herr sei ein evangelischer Geistlicher gewesen, dem sie sich anvertraute und dem«S tatsächlich gelungen sei, ihr den Sewstmordvorsatz auizureden und ihr neuen Mut zum Leben einzuflößen. Am folgenden Tao lSamstag) habe ste die Mutter ihre» gewesenen Geliebten besucht(der aber nicht der Vater de» Kinde» ist) und diese habe sie sehr menschlich ausgenommen und auch bemerkt, daß sie gegen einen weiteren Verkehr mit Ihrem Sohne nicht»«IN» zuwenden habe. Den Geliebten selbst— er ist Roktmeister— habe sie dann im Daumgatten getroffen, wo dieser sich mit einigen. Kameraden auf« hielt. Sie habe ihm einen Zettel geschickt und um ein Stelldichein geboten. Er aber, sei sehr aufgebracht darüber gewesen, daß sie ihn in solcher Weis« kompromittiere, und habe sie stehen lassen, worauf sie sich entschlossen habe, au» dem Leben zu gehen. Soweit der Bericht der Gitta Fischl. E» wird sich erst zeigen, inwieweit er den Tatsachen entspricht. Da eine Internierung de» Mädchen» unter allen Umständen nötig erschien, um einer'eventuellen tvei- tercn Verzweiflungstat vorzubeugen und sich auch die Notwendigkeit ergab, ihre geistige und seelische Verfassung festzustellen, ordnete Polizeiarzt Doktor Petrov ihre einstweilig« iieberstellüng in die Lan- dcSirrenanstalt in Bohnitz an. Wahrheit. DI« unbedingte Strafe wurde nur dadurch motiviert, daß cs sich um,die Beleidigung, de»,öffent- lichen Funktionär». handelte.— Salo Jaköbowlcz, Juwelier, Prag Hl Nätodni tk. 43.'■ B e z n g» b e d t n g n n g<; n. Bei Zustellung in» Hau» oder be» Bezug durch Hie Post monatlich KS 18.—, vierteljährlich ttö 48.—. halbjährig KS 96r-, ganzjährig ssö 192.—.— Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bet öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.—. Rückstellung von Manuskripten«folgt nur bei Einsendung der Retourmarken.— Die Zeitungsfrankatur wurde von du Lost- und Tele» graphendirektlon mit Erlaß Nr. 18.80Ü/VII/198Ü bewilligt.— Druckerei:..Örbi»". Druck-, Verlag»- und ZeitungS-A.-B.Prag.-•. Stafettenläufe in Böhm.-Brod. Im Rahmen eine» DTJ-Turnfestes. in Böhm.-Brod gelangten Stafettenläuf« zwischen Prager und B.-Broder DTJ-Sportler zum Austrag, lieber 4X100 Meter siegte Prag(Zijskov) in 45.8 vor B.-Brod in 46.2 Sek. Die Schwedenstaffel gewann ebenfalls Prag in 2:10 vor B.-Brod in 2:10.7 MIn. Auf dem Wege zum DFV-Meister. Am Sonntag absolvierte der Prager D F C auf seinem Platze gegen den SKMähr.- Schönberg da» erst« Spiel um den DFV-Meistertitel.'Die Prager gewannen 4:1(8:1), doch war es kein beson» der» anregende» Match, denn einmal sind die Mäh. rer keine großen Könner und da» andermal waren die DFC-Stürmer keine dem Verlauf entsprechenden Torschützen. Daran ändett auch nichts die Tatsache, daß der WC nach Verletzung eines Spieler»(Sturz mit Schulterverrenkung) eine Stunde mit zehn Mann spielte. Ansonsten war da» Spiel fair. Zu Beginn wurden die Mährer durch"„Heil"-Sprechchöre begrüßt.,. genützt hat ihnen diese„volksgcineinschaft- kiche" Aufmunterung recht wellig. MS letzter Divistonrspiel ging in Gablonz die Begegnung B f B T e p l i tz—D S K vor sich, die die Teplitzer 4:2(8:1) gewannen. Um den Erfolg will sie ein Protest der Gablonzer bringen; welcher behauptet, daß Teplitz nicht rechtzeittg angetreten sei. Das französische Ausstellungsturnier begann am Sonntag seine erste Runde. Der tschechoslowakische Meister S l a v i a spielte inStraß« bürg gegen den ungarischen LIga-Bierten PH 3« bu» und gewann 2:1(1:1). Beide Team» beendeten da» Spiel mit je zehn Mann. Der Slaviafor» , mann Planikka warf sich dem Ungarn Rökk, der zum Schub gnsetzte, vor die Füße und verletzte sich sowie 'den Gegner und beide'mußten ausscheiden. Der Slaviamann blieb gegen zwei Stunden ohne Bewußtsein,' hatte«Ine Rißwunde über dem rechten Auge und eine leichte Gehirnerschütterung und befindet sich in Spitalspflege.— In Paris wurde FC Dochaup vom FC Bologna mit 1:4(1:2), geschlagen.— Austria Wien hatte in Le Havre denLeipzigerÄfB zum Gegner und siegte ohne große. Anstrengungen 2:0(1:0).— Da» englische Ligateam Chelsea spielte in Antibe» mit OlyMpique Marseille trotz Verlängerung 1:1(1:0) und wird dieses Spiel nochmal- auSge- tragen. Ergeiniffe der tschechischen Divistonen- Mii- telböhmen(letzte Runde): Bohemian» gegen Sparta Koöit 1:2, Nuselsky SK gegen Altbunzlau 2:2(0:1),, Rapid gegen Cechie Karlin 1:2(1), Union Zifjkov gegen, SK Russe 6:4, Viktoria Nuss« gegen Libeü 2:2(0:2), AFK Kokin gegen Slavoj VIII 1:4, Sparta Klad.no gegen Meteor VIII 2:8. — Böhmen-Land: Jungbunzlauer SK gegen SK Pardichih 1:2, Petlin gegen CSK B.-Bubwei» 4:2, Königgrätz gegen Kopist» 5:2, Küniginhof gegen Slavia Karlsbad 7:2, Palaban Rimburg gegen Hokovice 1:1.— Mähren-Schlesien: Schles.-Ostrau gegen Ostrauer Slavia 1:1, Slovan M.-Ostrau gegen Baka Zlin 2:4, Olmütz gegen Mo- ravia Brünn 1:0, Kral. Pole argen Han. Slavia 0:2^ Zabovkesky gegen Prerau 7:0, Hustowitz gegen Po- lonia Karwin 0:0.— Das erste Entscheidungsspiel um die Meisterschaft der Slowakei wurde in' Filakovo vom dortigen FC gegen GSK Kaschau mit 2:1 gewonnen. DaS letzte Ligafviel. In N a ch o d schlug der SK in einem hart dürchgeführten Kampfe Viktoria Pilsen 8:0(2:0). Sonstig» Fußkmllergebnisse. Neu.dek: DSK gegen Karlsbader FK 5:2.— Saaz: DSV gegen SchwalbeBrüp 8:2.— Bodenbach: SpVg gegen Teplitzer FK 5:1.— Gablonz: DSV Traü- tenau gegen BSK 5:8.— B.-Leipa: Warnsdor- fer FK gegen DSV 5:2.— Rosental: SK gegen SportbrÜder.Brüx 0:0, NW-Gaumelsterschaft.— Brünn: Sportbrüder gegen-DFC Nikolsburg 2:1. — Zwittau: DSV gegen Brünner SK 4:1;-— Vreßurg: Hakoah Wien gegen Makkabea 7:2.— Tyrnau: Zideniee Brünn gegen Rapid 2:0;— Neuhäusel: ESK Preßburg gegen ESS 4:2.— Budapest: Hungaria gegen Szeged 8:1, Ferenc» varos gegen Rcinzeti 8:0,- Ujpest gegen Buda! 8:1. — Wien: Admira gegen Rapid 8:8(2:2).Admira gewann den Meistertitel durch da» bessere Torverhältnis vor Austria bei gleicher Punttezahl; Fav. AC gegen Liberia» 2:2, Sportklub gegen FAT 5:0, Postspott gegen Wacker 8:2. Den lefchtäthlitischen BerbandSwettkampf Jug«. slawie gegen'Tschechoslowakei, der in Agram aii»- getragen wurde, gewannen die Tschechoslowaken-mit 95.5:68,5 Punktens, Da» Masaryk-Marathonkatzf«» Lana—Prag svurde von Beim(Sparta Prag), in 5:51:28,2 Std. gewonnen..28,Läufer am Start..' $mcfitssuol Tragödie der Freigesprochenen Selbstmordversuch der Gitta Fischl Wie bereit» berichtet, Ivurde Donnerstag die vor dem Prager Schwurgerichte wegen Kindcsmor- de» angeklagte Gitta Fischl mit zehn Stimmen freigesprochen- Sie wurde vorläufig in Haft behalten, jZport-8piee-Mtp^rpskgL DTJ und III. Arbelter«Olyinplade Am Sonntag tagten iir Prag der Tech Nike r» Ausschuß der Männer und der Frauen sowie der Erzieherausschuß de» Verbände» der,DTJ. In der Sitzung wurde u. a. konstatiert, daß sich bisher für die Fahrt nach Antwerpen zur 8. Arbeiter-Olympiade der SÄSJ je 800 Turnerinnen und Turner angemeldet haben und baß diese Zahl nach überschritten werden dürfte.. Welter wurden nach den Ergebnissen der Ausscheidungskämpse die beiden Geräte-Team» für die Olympiade nonu- niert, welche au» je sieben Turnern oder Turnerinnen samt Ersatz bestehen. Die Sportler-Delegakion umfaßt 67 Personen, darunter 22 Frauen, welche in sämtlichen Disziplinen der Leichtathletik, Ballspiele und Wassersport antreten. Die Kosten ber Entsendung sämtlicher Wettkämpfer erfordert einen Beirag von 85.000 Kä. Dec DTJ-Bcrband wirb in bicsctn Jahr neun V erband»schulen für Vorturner und Borturnerinnen sowie für Sportler durchführen, Gr welche rund 60.000 KC veranschlagt wurden Au» einem Referat de» BerbandSturnwarte» Fiber über das Gesetzder Wehrerziehung ging u. a. hervor, daß im vergangenen und heurigen Jahr 180 neue Vereine gegründet werden konnten.