Aus dem Inhalt: Erfolg der Komotauer Hutarbeiter Strelkversammlung t In Gablonz Die Prager deutsche Sendung Eifersuchtstragödie In Seestadt! Das Urteil gegen die Mord-Zigeuner bet«—"»en sozialdemokratische« Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik gentralorgan Verantwortlicher Redakteur: Karl K e r n, Prag Mittwoch, 2. Juni 1937 Nr. 128 17. Jahrgang ÄeW ei«t mit A«o«ah«-«eilet „ VII renrfmnnfl2- Telephon 58077- Herausgeber: Siegfried Taub-- Redaktion und Verwaltung: Prag XII., S°ch°°a«2«.epg BtaatssekretUr Null wird beim deutschen Botschafter vorstellig! Washington.(Reuter.) Der spanische Botschafter De los Rios trug dem StaatSsekre» tär Hüll dl« Beschwerde über die Bombardierung der Stadt Almeria durch deutsche Kriegsschiffe vor, bezüglich der er erklürte, daß sie eine direkt» Verletzung der grundlegendsten Prinzipien deS Völkerrechtes darstelle. Staatssekretär Hüll sprach persönlich und inofsiziell demdeutschen Botschafter Dieikhoff gegenüber di« Hoffnung auS, daß die Reichsregierung daS geeignete Mittel finden werde, um die letzten Zwi» fchenfölle mit Spanien auf friedliche Weife zu bereinigen. Dieses»ngelvöhnliche Einschreiten deS Staatssekretärs Hüll beini deutschen Botschafter weist auf die erhebliche Unruhe hin, die in offi» zielten Kreisen Amerikas wegen der Ereignilse in Spanien entstanden ist. Staatssekretär Hüll hat sich zu diesem Schritt erst nach einer sehr eingehende» Prüfung aller Skachrichten entschlossen, welche dir diplomatischen Vertreter der Bereinig, ten Staaten in Europa nach Washington übermittelt hatten. Prinz Konoy bildet die japanische Regierung .. Tot io.(Reuter.) Der japanisch««äiser hat de» Prinzen«»trotz z« sich berufen, um ihn mit der KabiuettSneubildun, zu tetra«««. Prinz Ist Präsident d«S japanische» vterhanseS. ""nz.Konoh hat die Vttraunng angenvmmen, ,, Ist SSJahre alt. In den März- kämpfen des Jahre» 198« erregte eS Aufsehen, °" kr,noh die A«ff,rd»r«n,: de» Kais«», K«NnE»«u, otlehnte.«» Begründ«,» gab ber Arft seine KränÜichkeit an. Fürst«»nm,«. ,^a?uk^^M"!!hirn verschieden« Laxer.GS ?^^k.di« Ansicht,.daß«Mm» NritUntersiützua, der militärischen, fissgnziellrn und"hchlitisk^n ..nationäl«« Regierung wird-bilde« Senttnntk brei Jahr, am Rüder»lN Berlin.' D« deutsch« Botschafter beim Heiligen Stuhl hat dieser Tage Vorstellungen dagegen erheben, daß Kardinal Mündel ei» vor über 5OO Priestern deS Erzbistum» Chicago üb« da» deutsche Staatsoberhaupt» über Mitglieder der Reichsregierung und über gewisse kir» chenpolitifche Vorgänge in Deutschland in beleidigender Fonn gesprochen hat. Insbesondere gab der Botschafter seinem größten Befremden darüber Ausdruck, daß ein«irchenfürst vom'Range de» Kardinal» Mundelein sich zu Verunglimpfpn- Sen de» deutschen Staatsoberhaupt«» hinreißen ließ.(Die„Vsrnnglimpfung" bestand darin,- daß er Hitler«inen Tapezier« genannt hat.) Wie der-, lautet, wurde hinauf vom Heiligen Stiihl dem deutschen Botschafter«in» mündliche»/ später schriftlich bestätigt«. Antwort gegeben. D« deutsche Botschaft« beim Heiligen Stuhl hat im Auftrag sein« Regierung wie folgt geantwortet: „Die deutsch« Regierung war bei der im Interesse d«. Beziehungen zwischen Deutschland und dem Vatikan ihrem- Botschafter vorgeschriebenen und von dem Botschafter in diesem Sinn« «»»geführten Demarche davon««»gegangen, daß niemandem.mehr al» den hiesigen Stellen selbst daran liege» müsse, diejenigen Schäden abzuwen- den, welche für da» Verhältnis»wische» Deutschland und der Kurie au» den Angriffen, bet.Kar- dinal» gegen da» deutsche Staatsoberhaupt erwachsen müssen. Dir deutsche Regierung hatte.«» f««frlbstvrr st Sndli ch ,« h alten, daßd«Hei li g e S tu hlv»ndenaller Welt bekannt gewordenen Aeußerungen de»««rtz t n»k» al»» ätd trßrückenj sie k o r r l-»,i;e r e»;und sein Bedauern auSspre- chen« e r d e. Demgegenüber, sei die deutsch- Regierun, zu der Feststellung gezwungen.daft der Heilt»e. Stuhl jene öffentliche An- »r.rffe eine» fei»« höchste« Würdenträger gfgrn die Person de» deutschen Staatsoberhaupt«» '»IM i'J e.i.f t’i st e h e«. käst und sie dadurch in drn. Auge« d« WeltckatsitchNch iSdligo-ElU, Mröfi'fc« deutsche „wird 1 sich"darüter im klaren sein, JMM«nerwqrteft» und-unverständliche» Ber- i«.dies« Sach,, so lau« kein« Remedur «fmgft.dir B'0'r"«'u'» setz» u g«».für eine normale G r st äl tu n g der Bell«.Hungen zwischen der deutschen Regierung und der Kurie b e s e i t i g t hat?'Für die Ent- Wicklung trage die Kurl« allein die volle Verantwortung. Berlin. Deutsche politische Kreise sehen die Note, welche der deutsche Chargt d'Assaire» beim Vatikan abgegeben hat, für ein Ultimatum än und heben hervor, daß der letzte Absatz dieser Note'in dem Sinne ausgelegt werden müsse, dass solange, als sich der Hl. Stuhl nicht für die Beleidigungen, deren sich gegenüber dem Reichskanzler der Kardinal von Chicago, Mundelein, schuldig gemacht hat, enischüldigt haben wird, alle Voraussetzungen als nicht existierend angesehen' werden, die bisher normale diplomatische Beziehungen zwischen dem Deutschen Reich« und dem-Batikan ermöglicht haben. Zwischen dem Deutschen Reich und der päpstlichen Kurie existieren demnach vorläufig keine, normalen, d i ploINatischen Beziehungen und' sie können erst dann.erneuert werden, bis sich der Hl..Stuhl entschuldigt haben wird. Der deutsche Botschafter beim Vatikan, von Bergen, der bereits, bie Altersgrenze erreicht hat, wird, jetzt y'icht ersetzt werden.- Dse Berliner-Abendzeitungen-deuten an, dass Deutschland', vielleicht da» Konkordat kündigens werde. ... Nuntius yerMBt Berlin .' Berlin. Der Apostolische Nufltiu» in B.«ftn, Msgr. Cesare Orsenigo, verläßt dem Lere nehmen nach Mittwoch. Bersin,, um sich nach Rom zu begeben. Man erklärt zwar,, baß dies« Reise schon seit langem beabsichtigt gewesen sei, da der Runttu» sich«ach einer schweren Krankheit befindet,!«her seinen Posten, bisher, nicht verlass«» konnte. Trotzdem neigt, rygn ist diplomatischen «reise» Pep Ansicht zu,-daß die Reise d«S Nuntius in. Znsgmmenhang steh« mit de» große« Differenzen)-, die gegenwärtig. zwischen dem. Deutsche« Rtüthe.nnd der, Kurie schwelen.. Im Zusammen» ha»»e mit diesen Differenzen steht auch, daß d« Münchener-Erzbischof, Kardinal F'a u l h a- b et:- d« Bischof von Münster, Gpaf von G a- lenüichder Bischof von Berlin, Dr. vi>« P r otz» sing,'sichunverzüglich nach Rot» begeben"dürs» ten» um mit. dem. Hl. Bat« die Lage ,d« katholische«' Kirche in Deutschland zu«örter«.> Ultimative Drohungen gegen den Vatikan Wieder ein„Selbstmord** In Moskau Moskau.(Daß.) DaS ehemalige Mitglied. de» ZentralexekutipauSschusseS der kommunistischen Partei der Sowjetunion Gamntnil Verübte Montäg Selhstinord. Ääjnarnit war. iw der Besatzung.de».Kreuzer».„Deutschland?,-.stk/oje antistaatlichen Jntrigen verwickeli.und fürch- däss sich die'-gähl der Opfer auf ü»«höhl tz-ft. stöke wahrschMittch'ekiir sttettge :» neu. womit die notwendigen Schritte möglich werden zur R ü ck l« i t u n g der ausländischen Fr e i w i l l i g e n und zur Beseitigung des internationalen Charakters de» spanischen Krieges, den man für alle Zwischenfälle verantwortlich macht. ES kann nicht übersehen werden, dass die Ereignisse in ganz England -Ine» äusserst ungünstigen Eindruck gemacht haben und dazu beitragen, die Position jener zu stärken, die gegen jedwedeS weitere Engagement Englands auf dem Kontinent eintreten. Die Entscheidungen der Empire-Konferenz in ansserpoli- tischcr Hinsicht dürften zweifellos von diesen Tatsachen beeinflusst sein. Genf. Bon offiziellen Völkerbundstellen wirdbestätigt, dass keine ausserordent« lichc Sitzung des Völkerbundes.zur Erledigung. der Zwischenfälle zwischen spanischen Flugzeugen und deutschen und italienischen Kriegsschiffen einbirufen werden wird. Der-Vertreter Spaniens im Völkerbund del Bayo ist au» Genf nach Valencia abytreist...- ,.-/ 26 Tote der„Deutschland** " Gibraltar. Im hiesigen Krankenhaus. starben am' Dienstag nöch zwel weitere'Mitglieder, der B^atzung.de».Kreuzer«.„Deutschland?,-,fIo», —Berlin nach Kräften mitzuarbeiten— für da» Innige Verhäitnis zwischen Warschau und Rout ist übrigens bezeichnend, dass in der jüngste» Auflage des alten italienischen Planes sc» „europäischen Direktoriums" dieses nicht mehr aus vier, sondern a»S fünf Grossmächten besteht, wobei Polen seinen Platz neben bett vier anerkannten europäischen Grossmächten findet—, geht er in den ö st I i ch e n Provinzen der werdenden Grossniacht nicht besonders geordnet zu. In diesen östlich des Bug und des Dnjestr liegenden. Provinzen Polens befindet sich die polnische „Herrennation" in einer offenbaren Minderheit. Die Hauptmasse her Bevölkerung besteht da. ans Weissrussen, Kleinrussen und Luden.- Alle diese Minderheiten, di« da zusammen die grosse Mehrheit. der Bevölkerung auSmachen, sind aller politischen Rechte beraubt. Polen hat diese Gebiete während der für«S günstigen weltpolitischen Situation In'den Mahren 1918 bis 1921 besetzt und tritt hier, im Grunde, genommen, als eine Kolonialmacht auf. Die Methoden dieser Kolonialmacht sind dabei sehr brutal, wa» ohne wei- tereS erklärlich ist. Der polnische- Staat legt nämlich gegenwärtig die letzten Etappen auf, hem Wege zu einem eigenartigen Faschismus zurück, einem Faschismus, der ist feiner„Totalität" jenem von Deutschland und Italien kaum nachstehen wird. DaS eigene polnische Proletariat und das Bauerntum sind aller politischen Rechte beraubt, die Regierung ruht in der Hand einer kleinen militärisch-bürokratischen Kaste. Die ganze Regierungspolitik wird durch die Interessen des Grosskapitals und der feudalen Aristokratie bestimmt. Kein Wunder also, dass man gegenüber d«»nationalen Minderheiten vollends die Methoden der gepanzerten Faust unv der rücksichtslosen Unterdrük» kung anwendet. Am bequemsten für die Regierung ist eS im Osten Polens gegen die Juden vorzugehen. Aus diesem Gebiet herrschen wahrhaft barbarische Zustände, die sich mit jenen in Deutschland vergleichen lassen. Es gibt in Polen allerdings leine Raffengesehgebung. In formaler Hinsicht sind die Juden gleichberechtigt, solveit man überhaupt van„Rechten" In einem faschistischen Staate reden kann. Tatsächlich aber befinden sich die polnischen Jiiden in der Lage von Parias. Sie sind sozusa- gen die„Sklaven derSklaven", bilde» die unterste und die rechtloseste Schicht der unterdrückten und rechtlosen Gesamtbevölkerung de» polnischen Staates. ES gibt in Polen etwa dreieinhalb Millionen Juden, also rund zehn Prozent der' Gesamtbevölkerung. Die Juden leben In Bolen seit fast tausend Jahren und sind in ihrem überwiegenden Teile Kleinhändler und Haiid- werket. In vielen Gross- und Mittelstädten stellen'sie bis zur Hälfte der Bevölkerung dar. DaS wirtschaftliche Elend, in dem diese Bevölle» rungSschicht lebt, ist kaum vorstellbar. ES genügt zu sagen, dass in manchen Städten ein Drittel bis zur Hälfte der jüdischen Bevölkerung auS den Mitteln der öffentlichen Fürsorge nnterstützl we rden muss! Dieses wirtschaftliche Elend der Juden ist bloss die Wiederspiegelung der schweren'wirtschaftlichen Lage, in der sich- ganz Polen befindet. Polen ist ein Agrarland und die' grosse Mevrheit seiner Bevölkerung besteht aus Mittel« und Kleinbauern, die sich auf ihren Parzellen kaum ernähren können. Allerdings ist in'der allerletzten Zeit die Lage der Bauern im Zusammenhang mit dem- Aufstieg der Weltpreise für Agrarprodukte etwas besser geworden! Aber dies« auS der Konjunktur zu erklärende Verbesserung ändert nichts an der Tatsache,-bass di« polnischen Bauern zu den-am schlechtesten gestellten Bauern Europa» gehören. Die bäuerlich« Wirtschaft Polen» leidet vor allem an Bodenmangel: die Agrarreform in-Polen ist nicht durchgeführt,- ein bedeutender Teil der-besten Böden befindet'sich in der Hand der feudalen Latisun- diestbesttzer, die den Bodenhunger der Bauern aus« nutzen,, um- von ihnen exorbitante Pachtzins« zu Seite 2 Mittwoch, 2. Sunt 1037 Nr. 128 des gefährlich sei, die jUdischr^Bevölkerung in ihren ostpolnischen SiedelungSgebieten weiter leben zu lassen. Dieses' VerhÄftn der vienie- rungSkreise, läßt. Vevmütem dah das ZWeMgr-i lager Im Begriffe ist, in der jüdifcheiWrage vor dem Radauänttfemiten zu lapitnlieren. Für die 'polnische, JnnenpMtik wäre eine solche Entwick» liing von verhängnisvoller Bedeutung. s. Das Echo von Almeria London. Die dem Außenminister Eden nahestehende„Vorlshire Poft" schreibt zu dem Bombardement In.Spanien: So oft er den Anschein habe, als ob die hauptsächlichsten europäischen Staate»» darin libereiirstimmten, dah er wichtigere und aursichtr- reichere Engagements gibt als den spanischen Bür- gerlrieg, entsteht stets ein neuer Zwischenfall. Wenn die Handlungsweise der Bombenflieger von Valencia unverständlich scheine, so war di« deutsche Vergeltung ebenso schlecht beraten. Eine solche Repressalie vermag dardeutscheAn- sehenzurSeenichtzuheben.es kann jedoch herangezoge» werden zu Auslegungen, denen zufolge dar innerpolitifchePre- stige derReichSregier u.n g ein weit empfindlicherer Gewächs ist, als man annimmt. Italien wird das Kompliment gemacht, er habe im Falle des Bombardements der „Barletta" in Palma mit der gleichen Reserve und Mäßigung gehandelt, wie England und Frankreich bei früheren Zwischenfällen. Italien sei so vorgegangen, wie man e» von einer Grobmacht erwarten dürfte, welche sich ihrer eigenen Kraft bewußt ist und welche e» verhüten will, daß die spanische Krise die internationalen, insbesondere aber die Mittelmeer-Beziehungen noch mehr verschlechtern. DaS Richttnterventionrkomitee kann niemals die Kontrollschiffe vor Zwischenfällen bewahren. Der einzige Weg zu einer solchen Garantie ist die Beendigung der so gefährlichen internationalen Bürgerkriege» in Spanien. Wenn die Grobmächte einig sind, damit ein Ende zu machen, können weder Valencia noch Franco solche Forderungen ernstlich zu» rückweisen. Pari».(Tsch. P. B.).Die parlamentarischen Persönlichkeiten a l l e r p o l i t i.s ch e n Schattierungen Frankreichs verurteilen durchweg- strikt die gestrige Aktio n D eu tschlan dr al» neuerliche Verletzung de« internationalen Rech», ter und der Prinzipien der Menschlichkeit. Sie erklären, daß der. Kreuzer„Deutschland", al» er von spanischen Flugzeugen beschossen wurde, sich nicht an dem ihm vom Internationalen Kontrollautschub zugewiesenen Platze befand und daß er sich somit als „Gendarm, der seine Plicht ausübt" einer Gefahr aursetzte. Wie„Pari»'Midi" schreibt, hat Deutschland wiederum die üblichen vom internationalen Recht festgesetzten internationalen Wege verlassen und ist augenblicklich zu blutiger Vergeltung geschritten:'' New Nori. Zur Bombardierung der„Deutschland" schreiben die heutigen„New Nock Timer": Die darauf folgende Beschießung Alme- rt a» ist vom Standpunkte der internationalen Rechtes absolut nicht gerechtfertigt. Deutschland hat nicht den Versuch unternommen, durch friedliche Mittel Genugtuung zu erlangen. Zum Glück bleiben in diesem Augenblick Grobbritannien und Frankreich in engem Kontakte und ihre Zusammenarbeit berechtige zu der Hoffnung, datz die Krise auf eine zufriedenstellende Art ihren Abschluß finden wird. Der„D a i l y H e r a l d" sagt, die Bombardierung MmeriaS stelle einen Akt hellster Barbarei dar, für welchen keine Verdammung sürrk genug erscheinen könne. erpresse». Der Weg zur Gesundung der bauer»■ lichen Wirtschaft in Pole» geht über'die Enieig-1 nun« der Großgrundbesitzer. Aber da» ist auch der Weg zur Sanierung der polnischen Wirtschaft überhaupt. Denn solange die bäuerliche Mehrheit der Bevolteruiig sich in einem Zustande des wirtschaftlichen Elends befindet,' wie heute, kann auch die Industrie sich nicht geßund entwickeln, da es ihr an einen» kaufkräftigen Jnncnmarll fehlt. r''!'->N Statt sich aber auf diesen einzig möglichen Weg zur Gesundung der Wirtschaft zu begeben, einen Weg atierding», bei dem der starke Widerstand der feudale»» Magnaten zu überwinden wäre, hat die polnische Regierung die Linie des kleinste»» Widerstande« gewählt: sie versucht die Aufmerksamkeit?er polnischen Wirtschaft auf die Juden abzulenken. Hierin folge»» übrigens die Machthaber In Warschau bekannten Mustern', nämlich der Taktil der alten zaristischen Regierungen. Die städtische und die bäuerliche Bevölkerung, vor allem in den östlichen Provinzen wird durch die antisemitische Presse in dem Sinne bearbeitet, daß die Ueberwindung de» wirtschaftliche»» Elends nur dadurch zu erreichen sei, daß man die Juden aus Polen„evaluier e". Bon den Behörden»vird'attisch nichts unternoinmeu, um der antisemitische»» Propaganda und den Ausschreitungen gegen die jüdische Bevölkerung zu steuern. Im Gegenteil: auch die Regierungspresse»nacht aus ihrem Antisemit!»» »nuS kein Hehl, die Juden werden unter Duldung und sogar Leitung der Regierung aus allen freien Berufen sowie aus Handel und Gewerbe verdrängt, auf den Universitäten herrscht Radau- antiseinitisiilus brutalster Art, Juden werden auf der Straße angepöbelt und geschlagen, ohne daß die Polizei irgend etwas dagegen unier- niinmt. Kein Wunder also, datz sich in der Bevölkerung die Ueberzeugung verbreitet, datz die Juden vogelfrei seien. Judenpogrome sind in Polen zu einer GewohnheitSerschei- u u n g gelvorden. Ain 18. Mai hat aber in B r e st» L i t o w s k, in Ostpolen, ein Judenpogrom stattgefunden, der seiner Art und seinem Umfange»ach alles bisher gewesene in den Schatten gestellt hat. Es hat den Anschein, dah diese»». Pogrom von der Polizei nicht bloh geduldet, sondern direkt unterstützt, vielleicht sogar organisiert wurde. Nicht nur ging die Zerstörung von Hunderten jüdischen Läden und Häusern vor, de» Augen der Polizeibeamten vor sich, sondern diese sollen den Angreifern häufig zugerufen haben:„Tut nur ganze Arbeit, Junge n Si Aber gebt acht, dah keiner getötet werde." Brest-Litowsk, eines der ältesten Zentren der polnischen Judenheit sieht wie nach einem Erdbebei» aus. Man versichert, datz dies die schwersten A u s s ch r« i t u n g,« N lvaren, die jemals in Polen gegen Juden vorgekommen sind. Der Pogroin dauerte vom Vormittag bis in die späten Nachtstunden, ohne datz die Polizei etivas dagegen unternommen hat. Erst am nächsten Tage sind, nach Eintreffen der Verstärkungen, die Unruhen unterdrückt worden. Für die Mentalität der polnischen Regie, rungSpresse Ist es bezeichnend, daß die große Tageszeitung„Kurjer Poranny", da» Hauptorgan des neugegründeten Regierungslagers, im Zusainmenhang mit den Ereignissen in Brest- Litowsk schreibt, die Juden provozieren ununterbrochen die Polen und haben die Folgen dieser Provokation zu tragen. Die RegierungSpresst äußert vielfach auch die Ansicht, datz es vom Standpunkt der militärischen Sicherheit des Lan- Aegs der Republikaner Bilbao. Am Rordatschnitt der BiSraya- Front haben dir Rpgisrungstruppen den Bor- »narsch de» Feinde» aufgehaltan und ihm schwer» Verluste»»»gefügt. Di» Batterien der Regierung beschossen»erfolgreich die Posttionen der Franro- Truppen bei Ordima. Madrid. Amtlich wird bestätigt, daß die republikanischen Truppen die Aufständischen bei der Stadt Lagranja geschlagen haben. Die schwere Artillerie der Regierungstruppen beschießt die militärischen Objekte- von S« govia. Die Auf ständisch e» haben auf der Straße von, Lagranja nach Segovia den Rückzug angetreten. In Lagranja wird jedoch immer noch gekämpft. Ein Teil der Aufständischen hat sich in den KönigSpalast zurückgezogen und leistet dort, insbesondere tu» Park», widerstand. Die Verlust» auf beiden Setten sind groß. Die republikanisch« Artillerie hat an dem Königspalast große Schäden angerichtet. Barcelonas Verlustliste Barcelona. Nach den Nachrichten der Bar- celoner Rundfunkstation wurden bei dem letzten Bombardement von Barcelona 79 Personen getötet und 144 verletzt. Aut der Flucht vor den Korsaren Valencia.(Reuter.) Zahlreiche Einwohner haben Dienstag nachts die Stadt Almeria aus Furcht vor einer neuen Beschießung verlaffen. Die Stadt lag vollkommen im Dunkel, da die GaS- und Stromzufuhr durch die Beschiehung vernichtet Worden sind, desgleichen auch die Wasserleitung und das Telephonnetz. Die Gesamtzahl der Opfer konnte bisher noch nicht festgestellt werden, man hofft aber, datz man die Bewohner einiger in Trümmer geschaffener Häuser wird lebend bergen »können. Bor dem Hafen von Almeripjhält,jetzt,der britische Torpedobootzerstörer„tzosttle" Wache. Dienstag früh fand das Begväbni» der Opfer der Bombardier»»»» statt. linier den beschädigten Gebäude» befinde! sich auch die, hl. Sebastians-Kathedrale,'. ferner die Rettungsstation, das amerlkänische Konsulat, die spanische Kreditbank, die Kunstgewerbeschule und das imnitten der Stadt befindliche Rathaus. Der Verkehr auf den Strahen ist lahmgelegt, da die Strahen mit Trümmern übersät sind. MoSka». lTatz.) Einer Genfer Meldung zufolge trifft der schwedische Außenminister Sandler am 8. Juni zu einem offiziellen Besuch in Morkau ein. Vorher besucht Sandler auch Warschau. JUNGES WEIB d VERONIKA ROMAN VON MARIA GLEIT „Nun, immerhin von Ihrem Mann." So sehr Alexander sich beinüht hatte, eine Erwähnung dieses Manner zu vermeiden, so folgerichtig und so peinlich für ihn selbst kam diese Antwort, die er gern zurückgeno»n»ne»r hätte, als er ihre Wirkung auf Veronika geivahrte. Sie wurde noch blässer, die Hand, die a»»f dem Tisch lag, zitterte, die andere machte eine hilflose Bewegung nach der Stirn. „Wir wollen Tee trinken", sagte sie völlig zusammenhanglos,„und dann erzählen Sie mir, wieso es Ihnen gut geht, Alexander." Ganz ruhig sah sie ihm nun gegenüber, und eS gelang ihr auch, ohne Zittern die Tasse zum Munde zu sühren.„Also?" fragte sie noch einmal. „Wenn Sie doch nur nicht täten, als ob Sie das auch nur im mindesten interessierte, Veronika I" „Es interessiert mich aber", verwies sie ihn und hatte eine steile Falte in der Stirn.„Sie haben sicher eine wunderbare Rolle oder etwas Aehnliches."' „Etwas Aehnliches", brummte er, immer noch gekränkt und beunruhigt.„Einen wunderbaren Vertrag näinlich." „Das ist ja herrlich, Alexander." „ES ist gar nicht herrlich." „So?" fragte sie nur,„gar nicht,.und schien dem Worte nachzndenken und verlor sich in diese»» Sinnen und fragte nicht weiter und überlieh es ihn», eine Erklärung darüber abzugehen, warum es ihn gar nicht mehr freute, Hatz ihm in diesen Tagen alles gelang. Ach, was gelang ihin schon? Er war sehr verwirrt. Da sah sie nun und sagte nicht einmal, warum sie hergekommen war. „Glauben Sie immer noch, dah einmal etwas Vernünftige» aus mir werden könnte, Veronika?" fragte er plötzlich. „Ja", sagte sie,„das glaube ich." „Aber ich nicht, ich glaube es nicht!" rief er aufgeregt,„und Sie, Sie sagen da» auch nur so daher, damit ich Ruhe gebe, Veronika! Damit Sie mich los sind. Damit ich keine Fragen mehr stelle, die Ihnen unbequem sind. Sie haben nie etwas von mir gehalten, Veronika, denn was liegt Ihnen schon an mir?" Er ereiferte sich, redete und redete, und konnte dieses leblose Gesicht doch zu keinem Leben bewegen. Bald wutzte er nicht mehr, wo er angefangen hakte und wo er aufhören sollte. Er sah nur Veronika, die ihi» aufmerksam betrachtete und seinen Worten nur mit Mühe zu folgen schien, wie den Worten eines völlig unverständlichen Wesens. Wenn Sie'bei mir geblieben wären, Veronika...", schloh er etwa» überstürzt,§dann... oh, dann hätte ich»» längst zu einem grotzen Namen gebracht... dann..." «Dann..?" fragte sie. Dann sähen Sie auch nicht in diesem Zustand hier, Veronika." „In diesem Zustand?" Sie verstand ihn immer weniger.„Alexander", sie nahm hastig einen Schluck Tee, e» spannte in der Kehle, und der Gaumen war wie wilnd:„Haben Sie— meinen Mann— einmal gesehen in der letzten Zeit?"' '„Ihren Mann?" Er begriff nicht ganz und Wurde sehr förmlich.„Ihr Mann hat mir nur ein' einziges Mal die Ehre feige» Besuche» gegeben", sagte er geschraubt und machte ein Gesicht wie ein gekränkter kleiner Junge,„seitdem vermied er'e»,. mich aufzusuchen, Veronika." „Ich dachte nur... eS hätte ja sein können ,,, daß Sie ihn zufällig einmal,,, aus der Stratze... oder.... im Theater..." Sie schwieg, mutlos, müde. „Zufällig?" fragte er, denn jetzt erst spürte er, worum es ging.„Ja, ist Ihr Mann denn... hier... denn... in der Stadt?" «Ich nehme es an", sagte sie nun wieder mit jener Stimme, die ihr Elend verbergen sollte und die doch einen Ton zu scharf und zu zerbrochen war, um das zu vermögen. „Sie nehmen es an? Sie wissen nicht, wo Ihr Mann ist, Veronika?" fragte er fassungslos. „Nein, denken Sie, ich weih es nicht genau ..." Und wieder stand sie auf und ging im Zimmer umher, ein wenig schlendernd, hser und da einen Gegenstand berührend, Alexander ab und zu ermutigend zulächelnd, als wolle ste ihm bereichern, wie sehr e» in der Ordnung sei, dah sie twn» Aufenthalte ihre» Manne» augenblicklich keine Ahnung habe. Der Schauspieler sprang auf. DaS war e» als». Durchgegängen war ex ihr, der Herr!„Verlassen hat er Six I Verlassen i Böswillig verlasst», nicht Wahr, Veronika?" rief er' in wütendem Triumphe aus,„und Si?,. Sie. laufen ihm noch nach, das tun Sie doch, nicht wghr, Veronika? Ste laufen ihm noch nach, und Wenn Sie ihn gefunden haben, dann werden Sie ihn kniefällig um Verzeihung bitten, für alle Sünden, die'er an Ihnen.begangen hat! Ja,, er an' Ihnen, Si? habest völlig richtig gehört,.Veronikas Er an Ihnen, bött allem Anfang an i Und wenn ich Ihnen jetzt sqge, Veronika, eS ist Ihnen eine letzte Möglichkeit gegeben, sich von ihm zu befreien, ,?r. hat Sie ja verlassen, böswillig,'ja, ja,'^al.,Kommen Sie Pst mir, Veronika, Si? lieben das Dhtat?r.^doch, kom- men.Sie, mit, eh er.Sie restlos zügrunde richtet, westy ich Ihnen das sqge. wenn ich Sie anflehe: köchstien Sie mit!, dann lachen Sie niichija nur auch.wie Sie.mich Hiner auSgelacht haben, wenn ich.hpn uns, beidens/spräch.' Aber ich„-schipö>!? Jhpen, Veronika, tch schwöre eS Ihnen: ich spreche nur von Ihnen jetzt, nur von Ihnen! Alles oder Finanzpolitik im Dienste dpr Arbeitsbeschaffung M In her Sitzung der böhmischen LandeSber« tretuiig am Dienstag sprach in der DebattDum Rcchaungrabschlub für den Klub der deutschen iL sozialdemokratischen Landesvertreter Dr. Emil Sirautzi Er führte im wesentlichen äuS: Angesicht» der Besserung der wirtschaftlichen Verhältnisse, die sich seit einiger Zeit ergeben haben, ist e» an der Zeit sowohl über di« Finanzpolitik zu. reden, welche das Land Böhme»» in der Krise betrieben hat als auch sich zu fragen, welche Finanzpolitik da» Land in Zukunst betreibeir soll. Was zunächst die Vergangenheit betrifft, ist e» dem Land in den abgelaufenen Jahren gelungen, seine ordentlichen Ausgaben durch ordentliche Einnahmen zu bestreiten und so den Haushalt im Gleichgewicht zu erhalten.. Da» Land war sich auch dessen bewutzt, daß eine so außerordentliche Zeit, wie e» diejenige der Krise wär,, außer- ordentliche Ausgaben notwendig gemacht hat. Jahr Nr Jahr hat daher das Land in der Zeit der Krise Anleihen ausgenommen und öffentliche Arbeiten durchgeNhrt, wodurch wirksam der AiweitSlostgkeU gesteuert wurde. E» fragt sich nun, was das Land in den nächsten Jahren zu tun hat. Die Grundsätze des Gleichgewichte» im Haushalt» müssen weiter auftechterhatten werden, aber die Investitionstätigkeit durch Aufnahme«euer Darlehen kann noch nicht aufhören. Wohl befindet sich eine Reihe von Wirtschaftszweigen in einer offenen Konjunktur, in einigen Branchen hat die Produktion bereits den Stand von 1020 erreicht. Dagegen ist aber die Zahl der Arbeitslosen weit größer al» im letzten Jahr der Hochkonjunktur. Um diese Arbeitslosen zu beschäftigen, bedarf e» der Schaffung neuer Industrien» der BerNrzung der Arbeitszeit und,der Ausführung weiterer öffentlicher Arbeiten, an denen auch das Land Böhmen teilhaben mutz. Di» Selbstverwaltung hat sich in der Krise al» ein Element der Ordnung und de» Ausbaues erwiesen und sie mutz auch weiter dem Staat und der Demokratie helfen, die sozialen Aufgaben der Zeit zu ersitllen. Die Arbeit der Selbswerwaltung war«ine Stärkung der Demokratie in der Krise, d i e S e l b st• Verwaltung wird ihre Wirtschaftlichen, sozialen und Kulturaufgaben auch weiter erfüllen und so auch in. Zukunft die Stütze einersozialenDemokrati«bleiben. In der Heuflgen Sitzung wird der Finanzreferent da» Schlußwort der umfangreichen Debatte halten, worauf die übrige Tagesordnung in Angriff genommen werden kann. Einheitsfront Die„Rundschau Nachrichten- Agentur" (Zürich) bringt unter dem 26. April Auszüge aü» einem Leitartikel der„Prawda", betitelt: „Der Marxismus, die Epoche de» JmperialiSmut und die proletarische Revolution". Darin heißt es: „Die leninfche Theorie de» Imperialismus wurde geschmiedet in rücksichtslose» Kampfe gegen Ne Goztalschust« qu» dem Lager der 2. Internationale, di« da» Banner de» internationalen Sozialismus in Blut und Kot zog««." Das soll wohl eine Einladung des Zentralorgan» der Kommunistischen Partei Rußlands an die europäische Sozialdemokratt« sein, mit ihr eine Einheitsfront zu bilden. nichts, hat er damals gesagt, in jener Nacht, Ihr Mann. Ich wollte einmal alles, ja, ja, ich wollt« alles, wenn ich e» auch niemals eingestanden hab«, Veronika, wenn ich e» auch erst gemerkt hab', al» es längst zu spät war, alle» wollte ich, aber ich will nichts mehr, nicht», nicht»,«» ist. meine heilig« Wahrheit! Wie Sie e» wollen, so soll alle» sein, Veronika i Nur loSreitzen müssen Sie sich, loSreihen aus dieser fürchterlichen Atmosphäre! Sie haben doch die Muster bei dem Kind.., Ihre Mutter, Veronika, versteht es ganz bestimmt, datz Sie einmal heraus müssen au» diesem schrecklichen Dorf, ist ein« andere Umgebung. Und Sie, Veronika, begreifen Sie doch«Mich, datz Sie diesen Menschen fallen lassen müssen, jetzt, in diesem Augenblick, der niemals wiederkommt!" Er stand nun vor ihr, er schrie e» ihr wie einer Tauben in»'Gesicht:„Fallen— lassen— müssen! Fallen — lassen— müssen— diesen Menschen!!" Die Arm« hingen ihr zu beiden Seiten krpftlo» herab, In ihrem Gesicht, da», pon der Heftigkeit''der'Vökstellüngen' des SchäüsPielerS kaum getroffen war, zucktest, pur. di«. Brauen, so datz sie sich, als Veronika densüngenMann nun ansah, Wie dreieckige Dächer über der Trauer ihrer Augen erhoben., „«Alle.seih,'ihr. gegen, ihn", sagte sie,, schwer vom Dunkel, das nun immer Höher uns sie aufstieg,„was hat er euch getan?" Und dann, weil Alexander, schwieg.und West ja mehr, apch nicht zu sagen war:., „Ich soll ihn fallen lassen?-Ja, Wissen Sie denn, was da» ist: ein Mensch?" Ex. starrte sie an. DaS wär nicht die Veronika, von der er gesägt hatte, sie habe pist erbär- mungrloses Herz, Eine LIebendewardaS, nicht mehr und nicht weniger. Eine Liebende. Sie' gab ihm di'e Hanb.„Leben Sie Wohl, Alerastderj und -ilses Glück.—.' ^Fortsetzung folgt): 1 Nr. 128 Mittwoch, 2. Juni 1937 Seite 3 fudetendeu tstfier Wettspieles Ein Sieg der Komotauer Hutarbeiter Die Lohndifferenzen belgelegt Die dritten VertragSverhandlungen zur Beilegung der Lohndifferenzen wurden in Anwesenheit der Herren Rat Zuckriegl vom Teplitzer Geivcrbeinspeltorat und. Oberkommissär Polifka von der BezirkSbehörde Komotau am 81. Mai weitergesührt und beendet. DaS Ergebnis ist ein Kompromiß: An der Frage der feftzufetzenden Vertragslöhne blieben untiberbrückbare Differenzen bis zum Schluffe bestehen. Ueber Vorschlag der der, mittelnden Behörden, ergänzt durch Anträge der Organisation und der Firma, wurde eine Art UeibergangSstabium bis zur vertraglichen Regelung geschaffen. Zu der schon bewilligten generellen Lohnerhöhung von 5 Prozent werden ab 4. Juni d. I. wettere 3 Prozent gelvährt, der alle Arbeiter teilhaftig werden. Die größere Hälfte der mehr als 899 Personen umfassenden Belegschaft erhält bei niedrigsten Lohnsätzen außerdem, ebenfalls vom gleichen Zeitpunkt an gerechnet, weitere 2, bzw. 4 Prozent Lohnerhöhung, so daß im Durchschnitt eine zehnprozentige Lohnerhöhung bewilligt wurde. Diese Vereinbarung gilt bis 31. Mai 1938, ist erstmalig zu diesem Termin kündbar und mit der Verpflichtung verbunden, daß ein neuer VertragSenttvurf ausgearbeitet und vorgelegt werden muß, über den spätestens im KUn« digungSmonat Verbindliche Verhandlungen mit dem Bekleidungsarbeiterverband zu führen find. Außerdem wurde die Verdoppelung des bisherigen UeberstundenzuschlageS schriftlich niedergelegt. An einer BelegschaftSvcrsamm- l u n g wurde nach einem Berichte des Verbands- sekretärS Köller-Reichenberg dieses Verhandlungsergebnis einstimmig angenommen. Damit hat die Komotauer Hutarbeiterschaft einen schönen Sieg errung en, aber auch ausS neue gezeigt, daß es ihr nicht um die Auslösung kleinlicher Differenzen, sondern ausschließlich um die Verfechtung ihrer berechtigten Forderungen und deren vertragliche Festlegung geht. Den Vertrag wird die Belegschyft zum gegebenen Zeitpunkte rechzeitig einfordern. Versammlung der streikenden Gablonzer Glasarbeiter Gablonz.(Eigenbericht.) Tausende streikende Glasarbeiter und Arbeiterinnen aus dem ganzen Gablonzer Bezirk versammelten sich Dienstag nachmittags apf dem hochgelegenes Basteiplatz in Gablonz. Sie waren zum Teil in geschloffenen Zügen heranmarschiert, in denen auf roten Transparenten di« Forderungen der Glasarbeiter verkündet wurden. DI« Kundgebung war von den Gewerkschaften veranstaltet, wodurch der Plan der Henleinisten vereitelt wurde, die andersdenkenden Arbeiter durch«ine Demonstration für sich«inzufangen. Für die stärkste der beteiligten Gewerkschaften, nämlich für die freien, sprach der GlaSarbei- tersekretär Friese. Er und die anderen Redner betonten, daß di« Unternehmerforderung nach Festlegung der HandtverkSmäßigkeit eigentlich dis Lohnforderungen der Arbeiter in den Hintergrund drängen sollten, obgleich die Löhne in den langen Hungerjahren unglaublich heruntergedrückt worden sind und sogar jetzt noch weiter sinken. Die Redner, natürlich mit Ausnahme des henleinisti- schen. betonten, daß der Ministerrat dieses Manöver durchkreuzt hat, indem er die Inkraftsetzung der Handwerksmäßigkeit von dem gleichzeitigen Inkrafttreten der Lohnlisten abhängig gemacht hat. Die Aufforderung, im Streik auSzicharren, bis die Forderungen durchgeseht sind, fand begel- stcrte Zustimmung.— Der tschechische Sozialdemokrat V i d t m verkündete di« bolle Solidarität der gleichfalls streikenden Glasarbeiter im benachbarten tschechischen Gebiet. In einer«instimmig angenommenen Entschließung werden die Forderungen der Streikenden zusammengefaßt. Kundt: Kritik an der SdP verboten 1 Gin interessanter Zwischenfall wird uns aus einer öffentlichen SdP-Versammlung in Lisch- wih bei Podersam berichtet. Dort sprach am 89. Mai der SdP-Abgeordnete Kundt. Rach ihm meldete sich ein kommunistischer Gegenredner zu Wort, der von den anioesenden Henlcinleuten und auch von Abg. Kundt vollkommen ruhig angchört wurde. Nach dem Konimunisten sprach das SdP- Mitglied S ch w e r t n e r. Schweriner übte an der Politik der SdP und an den Zuständen innerhalb der SdP Kritik. Während Abg. Kundt den Kommunisten nicht ein einziges Mal gestört hatte, unterbrach er Schtvertner ununterbrochen durch Zwischenrufe. Schließlich ließ er seinem Parteigenoffen durch den Vorsitzenden das Wort entziehen. Auf die Bemerkung Schweriners, daß dies ein BoiveiS dafür sei, wie wenig in der SdP die Wahrheit geliebt wird und wie man die eigenen Parteimitglieder behandelt, erklärte Kundt, er werde dafür Sorge tragen, daß Schweriner aus der SdP ausgeschloffen wird. Kundt erklärte in seinem Schlußwort, daß der Kommunist nicht so gefährlich sei wie der Kamerad Schweriner. Den Reim, auf diesen Vorfall können sich alle politisch Interessierten selber machen. Eine Eifersuchtstragödie 1 In Seestadtl™ Dienstag nachmittags W halb 3 Uhr dir»' ließen die Eheleute Rudi aus Seestadtl ihr auf dem Seligerplatz stehendes Haus, um sich Feld-, arbeiten zu widmen. In der Wohnung verblieb nur die 19jährige Tochter des Hauses. Kurz nach dem Weggang der Eltern drang in. die Wohnung der 21jährige Malergehilfe Wilhelm Zimmer, überfiel die Tochter und stach mit einem Küchen- mcffer auf sie.ein. Das Mädchen floh auf die Straße und lief zu einem Arzt. Bald darauf ging das Haus der Eheleute Rudi in Flammen auf. Der Brand ist wahrscheinlich von Zimmer gelegt worden, der ebenfalls floh, in ein gegenüberstehendes Haus rannte und auf das Dach kletterte, von wo er a b st ü r z t e. Er wurde schwerverletzt, in bewußtlosem Zustande in das Konwtauer Krankenhaus eingeliefert, wohin man auch das Mädchen brachte, dessen Verletzungen ebenfalls ernster Natur sind. Vom Regierungskommissär der Stadt Seestadtl wurde den obdachlos gewordenen, unglücklichen Eltern sogleich eine Wohnung zur Verfügung gestellt. In dem kleinen Bergarbeiterstädtchen herrscht ob dieses Geschehnis natürlich gewaltige Aufregung. Das Motiv zu der unsachlichen Tat soll Eifersucht sein. Die Vorbereitungen zum Reichsaufmarsch der Republikanischen Wehr, welcher in der Zeit vom 3. bis 5. Juli 1987 in Aussig stattfindct, sind im vollen Gange. Die einzelnen Ausschüffe, unter denen der Finanz-, Wirtschafts-, Quartier- und BerkehrsauSschuß zu nennen sind, haben bereits eine Reihe von Borarbeiicn abgeschlossen. Die Arbeiterschaft Aussigs hat sich daS Ziel gesteckt, den RW-Genoffen und lieben Gästen befreundeter Organisationen ein paar angenehme Tage in Aussig zu schaffen. Der„unpolitische" Bund der Landjugend. Die Heuchelei, mit der sich der Bund der deutschen Landjugend unpolitisch gibt, ioucdc auf dem Mieser KwciSjugendtag wieder einmal offenbar, den dieser Bund am vergangenen Sonntag abhielt. Dio Veranstalter hatten sich als Ehrengast Herrn Konrad Henlein verschrieben, den sie gebührend bejubelten. Auch der aus der Saalschlacht im Karlsbader SchiihcnhaiiS bekannte Dr. K r a Utzberg e r produzierte sich. Die Jugendlichen waren in nichterlaubtcn Uniformen erschienen und niuß- ten auf das Geheiß der Behörden die Stiefel auS- ziehen. Die Schule ehrt das BSHmerwakdkied und «inen deutschen Arbeiter. Auf Weisung des Ministeriums für Schulwesen und Vollskultur werden anläßlich der Enthüllung des Böhmerwaldlied- Dcntmals in Elconorenhain die deutschen Schüler des Staates an einem der letzten Tage des Schuljahres auf das Iveltbekannte Volkslied und seinen Schöpfer, den Böhmerwäldler Glasmacher Andreas Hartauer, aufmerksam gemacht und können anschließend das Lied singen. Wie der Erlaß weiter bekannt gibt, wird der Schulfunk in der letzten Juni-Woche das Böhmerwaldlied senden. Wohlfahrtsbriefmarken der Deutschen Jugendfürsorge. Auch Heuer wurden wieder drei Markenwerte zu 89 Heller, 1 Xä und 2 Xi herauSgegcben, die mit einem Zuschlag zu ihrem Nominalwerte zum Verkaufe gelangen. Der Zuschlag kommt den Kindern unseres Staates zugute. Die Deutsche Jugendfürsorge erhielt aus den Erträgnissen der Wohl- sahrtSbrlcfmarkeuaktion im Jahre 1938 folgende Beträge: Böhmen.172.990 Xi, Mähren.41.999 Xi, "Schlesien 191789 Xi, Stowakei 12.880'Xö,außerdem 29.999 Xi mitder besonderen Bestimmung: Für nordböhmische Notstandrbezirke. Die Deutsche Lan- deSkommiffion für Kinderschuh und Jugchidfürsorge in Böhmen hat den so erhaltenen Betrag auf 299.999 Xi ergänzt und an ihre Zweigstellen, die BezirkSjugendfürsorgen, weitergeleitet. Diese haben wieder die erhaltenen Sumjncn aus eigenen Mitteln abgerundet und inSgesaint 7584 leidende sudetendeutsche Kinder mit Kleidungsstücken im Gesamtwerte von 248.498.79 Xi beteilt. Bon der Deutschen Akademie sür Musik und darstellende Kunst in Prag II, Vladislavova 28. Meisterschule sür Komposition, Klavier und Violine. Konzertklasse für Cembalo. Komposition- und Kapellmeisterschule. Ausbildungsklassen: Klavier, Orgel, alle Orchcsterinstrumente, Gesang, Opernschule, Schauspiel, Regie, Gymnastik. Vorgeschriebene Vorbildung: Bürgerschule oder Untermittel- schule. Aufnahmsprüfung am 21. Juni. Gesuche um Zulassung zur Aufnahmsprüfung, belegt mit Heimatschrin und letztem Schulzeugnis, sowie Xi 8.— in Marken bis zum 18. Juni an die Direktion. Appell der Gewerkschafts- Internationale Paris. Die Gewerkschafts-Internationale hat einen Protest gegen das deutsche Bombardc- nient Almerias veröffentlicht, welches sie als „eine offensichtliche Kriegöhandlnug, durch welche Deutschland das internationale Recht getvaltsain verletzt und den Frieden geradezu bedroht hat", bezeichnet. Die Geiverkschaftsintcruationale appelliert an das Gewissen des werktätigen Volkes in Men Staaten und fordert, die werktätige Bevölkerung inöge auf die Regicrungcu der demokratischen Staaten dahin ciiuvirke», Maßnahmen zur Wahrung des internationalen Rechtes und damit gleichzeitig zum Schuhe der Unabhängigkeit Spaniens und dos Weltfriedens zu treffen. 5o„versöhnt" man die Sozialisten? Wien. Im Frühling dieses Jahres wurden in Wien sieben Personen wegen Beteiligung an der Agitation der Revolutionären Sozialisten verhaftet. Im Laufe der Untersuchung ergab sich, daß mehrere der Verhafteten im Jahre 1933 und 1984 terroristische Akte(?) begangen, insbesondere in: Prater beim Schtvcizcrhaus Petarden gc- worfen und Telephonzellen zerstört hatten. Die Hauptschuldigen Siegfried Demel und Wilhelm Steinbach Ivurden nach dem Sprcngstoffgesetz zu je 6 Jahren schweren Ke rkerS, 3 ihrer Komplizen zu 2% bis 4 Jahren schweren Kerker verurteilt. Vor einem anderen Gericht in Wien hatten sich 14 revolutionäre Sozialisten lvcgcn Verbreitung der Arbeiterzeitung und ähnlicher Druckschriften zu voranilvortcn. Sic wurden nach dem Staatsschuhgcsctz zu 2 bis 4 Monaten Gefängnis verurteilt. Neue Kommandoregelung Valencia. Der Präsident der Republik unterzeichnete ein Dekret, durch das die Nordarmee reorganisiert wurde. Sie wird künftighin aus der baskischen Aruiee unter dem Konunando des Generals Gani ir Uriburri und ans der asturischen Armee unter dem Kommando des Generals Llano de la Coniienda bestehen. Beide Generale haben das Oberkonimando nicht nur über die Land-, sondern auch die See- und Luftstreitkräfte in den ihnen zugewiesenen Bezirken. 80 macht es die Schweiz: Bern.(SDK) Der Bundesrat hat eine Verfassungsänderung vorgeschlagen, wonach neben der deutschen, französischen und italienischen auch die R a o t o r o m a n i sch e S p r a ch e als N a t i o n a l s p r a ch e der Schweiz an- crkannt wird. Bombay.(Reuter.) In Bombay sind neue Unruhen zwischen Hindus und Moslems ausgebrochen, die schnell auf alle Stadtteile Übergriffen. Die Polizei machte an mehreren Stellen der Stadt von der Schußwaffe Gebrauch. Bei den Zusammenstößen wurden drei Personen getötet und mehr als hundert verletzt. Die Menge überschüttete Automobile und Straßenbahnwagen mit einem Steinhagel, so daß die Polizei Verstärkungen herbeirufen mußte. London. Der König von England empfing Dienstag morgens den gewesenen Premierminister Baldwin mit Genmhlin und überreichte ihm das Abzeichen des Ritters des Hosenbandordens. ' Der Präsident der Republik emfing am 1. Juni den Außenminister Dr. Kamil Krofta. Ferner emp- fing der Präsident eine Deputation der reichsdcut- lchen wasserwirtschaftlichen Organisationen für das I Oder-Flußgebiet. Zur Präser deutschen Sendung Im Mal Zwei Verpflichtungen müßten die Verantwortlichen der Ptager deutschen Rundfunffendung vor allem empfinden: di« knappe Zeit, die dieser Sendung zugemessen ist, bis an den Rand mit hörenswerte» und interessanten Darbietungen zu füllen, upi zunächst einmal die Hörer de» engeren Sendebereiche» zu fesseln, und nie zu vergessen, daß heute einer deutschen Rundfunksendung außerhalb Deutschland» und Oesterreich»«ine mehr al» lokale Bedeu- tung zukommt, da ihr. di« große, Aufgabe gestellt ist, dem nicht unterdrückten, nicht gleichgeschalteten, nicht Wahrheit»- und menschheit»feindlichen deutschen Geist so weit wie möglich Gehör»u verschaffen. Wer im Monat Mai die deutschen Sendungen au» Prag(nicht all« Natürlich, aber wenigsten» all« die, die etwa» versprachen) mttgehört hat, hat-nicht, die Ueberzedgung gewonnen, daß die genannten Verpflichtungen genügend erkannt und erfüllt worden sind.- Unverständlich, warum', man'alle paar Tage fünf kostbare Minuten mit einem„Kulturbericht vom Tag«" füllt, der(von anonymen Verfassern zusammenstillt) wahllo»' zusammengewürfelte. Meldungen über manchmal tschechjsche, manchmal deutsche, manchmal auch einfach prhhjnzfe^sche „Kultur-Ereignisse" bringt,'die Wer,- der sich dafür interessiert, zuvor schon au» der Zeitung hat««fahren köni>en' l«tnmäl'geschah es sogar, daß ein-.HKlhe» Dutzend Glückwünsche, die etst gewiß schäyenrwerter Schriftsteller zum 69. Geburtstage erhielt, wörtlich verlesen wurden). Nicht viel besser steht'es mit de» Vortragsreihe ,Klassisch« Zeugen", die al- Idee ausgezeichnet, in der Ausführung aber meist kläglich sind. Unverständlich auch, warum man 48 Minuten einer auf die Dauer langweiligen(vom größten Teil der Hörer ohnehin Mutt zu verstehenden) „Egerländer Stunde" widmete. Eine Woche später bewies man mit- der Sendung„D e r To l I e r- h a n»-T o n l" zum Gedenken de» verstorbenen Erzgebirg»dicht«rs Anton Günther, daß so etwa» in einer Viertelstunde würdig, schlicht und hinreichend zu machen ist. Nahezu, eine Stunde hat man zwei aufeinanderfolgenden„Hörfolgen" gewidmet, deren erst«(von Prof. Birk verfaßt)„Die Straße im Wandel der Zelten" hieß und deren zweite(von Jng. Fischer) den„Tag de» Heimarbeiter»" al» Idylle au» Armut, Gesang und Dialekt, aber ohne den Ansatz zu sozialer Untersuchung den Hörern nahebringen wollte,— aber«in Vortrag von Hartmann über den„Fernen Osten" war auf zehn, Minuten beschränkt, so daß' der Ostasien- Reisend« kaum soviel erzähkn konnte, wie in einem KonservationSlexjkon über die Mandschurei, die Große Mauer und Peking zu lesen steht. Hier macht sich ein Mangel an System und Lekonomi« bemerkbar, der höchst unerfreulich Ist,., .’ Liebevoller betreut sind offenbar di« musikali schen S«nd»ng«n, wenn auch wohl zu. sehr im musikhistorischen Sinne., Immerhin gab e»(unter Viktor Sokdan»' Regie)' eine hören-wert« Uraufführung: de» begabten heimischen Komponisten Walter Süßkind komische.Oper„Der Bären rit t e r", die ihren Teilt' Ludwig Nhland verdankt,- wurde musikalisch-und sprachlich gelungen^ ausgeführt. W a g- ner-Arien, von Fine Reich-Dörich dramatisch ausdrucksvoll gesungen, von Georg Schick trefflich begleitet, ergaben eine wirkungsvolle Sendung(zu der Dr. Paul Netti» einleitender Vortrag„Wagner in Böhmen" allerdings nur in recht loser Beziehung stand). Besonder» gepflegt wurde, wie gesagt, die ältere Musik. Eine Sendung„Alte Kammer- m u s i k" bracht« Werke von Bach und Telemann in Originäl-Jnstrumentierung, wa» ein interessante» Hörbild im Rundfunk ergab, zumal sich Hede und Josef Langer al» Spieler der Blockflöte und des Cembalos sehr bewährten. Und mit großer Liebe zum Thema war die Hörfolge über Leopold M o z art, den umstrittenen Vater des großen Wolfgang Amadeus, von Paul Nettl eingerichtet worden,— eine musikalisch und historisch genußreiche und belehrende Sendung.> > Die literarische Sendung. nahm nicht alle Gelegenheiten.zu Gedenkfeiern wahr. Man ließ den N e st r o y- und den Fichte-Gedenktag v o r- übergehen, widmet« aber(zum ersten Jahrestage seines Tode») Karl Kraus eine stattliche Feier, die Heinrich Fischer leitete und die von Verehrung diktiert war, so daß von den problematischen Wirkungen de» Gefeierten und von seiner letzten peinlichen poffffschen Wendung nicht die Rede war.. Aber die Feier galt vor allem dem Dichter Karl-Krau», dessen„Träumtheater?(mit Marion Wünsche,'' Willy Voller,) Ewald Schindler und Schmerzeureich al» Sprechern), für eine Rundfunksendung.'allerdings kaum geeignet schien, während die Gedichte fich auch durchs Mikrophon al» bedeutend,erwi«sen„ Die Borträge über neue Bücher sind, bei Dr. Moucha, der auch durch lebendig« Vortragsweise angenehm auffällt, in gute» Händen,— aber ob e» richtig ist, ein so weite» Gebiet wie die Neuerscheinungen der Literatur jeder Art einem Einzigen zu überlassen, ist doch die Frage. Der Wille, aktuell und der besondere» Verpflichtung einer nicht gleichgeschalteten deutschen Sendung eingedenk zu sein, war tatsächlich fast nur in den Darbietungen der Arbeitersendung zu bemerken(während di« Landwirtschaftliche Sendung ein schlimmes Beispiel der Jnhalt- losigkeit und technischen Ungeschicklichkeit war). Die „aktuellen zehn Minuten", in denen die politische Situation knapp und deutlich umrissen und erläutert wird, der lehrreiche und mahnende Vortrag Karl Kerns über die holländischen Wahlen (dessen Hoffnungen sich inzwischen erfüllt haben), der Vortrag Ruth Körners über die neue demokratische Verfassung Indien», ihre Schwierigkeiten und ihre Zukunftsbedeutung,— das waren Musterbeispiele aktueller, an Zeitereignisse anknüpsender, aber über sie hinauStveisender Sendungen. Von den zahlreichen anderen Vorträgen der Arbeiter» sendung sei noch der von Johann Storch über„Ert- kundc im Dienst der Bürgcrkunde" erwähnt; weil er es verstand, Beispiele zu geben, wie auch der Geographie-Unterricht zu einem humane», sittlichen und lebensbejahenden Weltbild beitragen kann. Außerhalb der Arbciterscndung geschah e» nur zweimal, daß Zeitgemäße» mit werbender Wirkung gestaltet wurde: einmal, als die aktivistischen Abgeordneten-Jak sch, Schütz und Hacker über „Unsere heutigen Aufgaben" sprachen, und da» zweite Mal,/als die Deutsche Sendung die Ehrenpflicht erfüllte, den Geburtstag de» Präsidenten Dr- Benes zu feiern(mit Ansprache» von Paul Eisner, Dr. Maras und Prof. Oskar Frankl) s —cis— 4 m!'pn77^ä*.Mnhi^^8?<,'*%ntk Mutter darstellt, hat eine Geschichte für sich, die für! Kreische liest eigene Gedschte, 18.10: Landwirtschaft, eine Episode auS dem Leben der Künstlers charäk- j 18.46: Deutsche Presse, 18.65: Deutscher Kultur- teristisch ist. Als Goya seine Mutter malt«, war.er t bericht vom Tage.— Prag, Sender II: 14.16: sehr arm. Er konnte noch nicht einmal seine-Miet-sD-utsche^Sendung-: Fachlehrer Hoffmann: Da» bezahlen und mutzte das Bild an seine Wirtin ver-:*“ pfänden. Als er später Maler am Hofe Karl» IV. j wurde, erinnerte er sich an das Porträt. Er schrieb cincni Freund und bat ihn:.es anSznlöscn.— Das zweite Bild stellt eine Skizze der Infantin del PaS- qual dar. . Ei» issriebwagen-Eklzng stiess zwischen Lohbrück und Breslau mit einem beladenen Lastkraftwagen zug zusammen. Drei RcichSbahnbcdicnstete/wurden getötet, mehrere Reisende leichter verletzt.; Der Krastwagcnführcr blieb unverletzt. Ein GemütSmensch schlachtet neun Angehörige ab. In Miltvaukce ermordete ein Farmer seine Frau und acht Kinder, indem er daS ganze Farmergcbäudc mit Dynamit in die Luft sprengte. Der Mörder, ein getvissec John Waszak, erklärte, er habe die Tat im Zustande einer Depression begangen, als er nach mehrstündiger und ermüdender Arbeit nach Hause zurückkehrte und sehen musste, wie seine Familie sich vergnüglich unterhielt und zur Radiomusik tanzte. Totenopfer... Die Bereinigten Staaten begingen gestern ihren alljährlichen Toten-Gedenk- tag durch Feiern vor den Gräbern und Denkmälern der KricgSgefallenen. DaS durch den Feiertag verlängerte Wochenende hatte einen riesigen Verkehr mit unzähligen Vcrkehrsunfällen zur Folge. Bis Montag nachmittags wurden bereits über 200 Todesfälle gemeldet. Warum kauft man«in Buch? Eine grosse' schwedische-Zeitung hat, eine-besonders sinter-' cssantc Umfrage unter ihren Lesern veranstaltet, inn festzustellen, aus welchen Gründen man ein bestimmtes Buch kaufe. Die Antworten haben ergeben, dah tatsächlich, jedenfalls in Schtveden, die Pressekritik eine sehr grosse Roll« spielt, denn 38 Prozent erklärten, dass ein« gute Kritik sie veranlasst habe, das betreffende Buch zu taufen. 16 Prozent wurden durch die Reklame zum Kauf bc- tvogen, ztvölf Prozent verlockte der- Titel und v Prozent wurde das Buch durch Bekannte empfohlen. Am erstaunlichsten aber ist die Tatsache, dass nicht mehr als vier Prozent ein Buch kaufen, weil sie den Autor kennen oder lieben. Der Rest von 21 Prozent erklärte ganz offen, die Wähl der Bücher zufällig zn treffen. Kampf deS Dritte» Reichs gegen„üble Rach- rede".(AP) Gegen das„dumme Geschwätz", dass beträchtliche Teile der Spenden zum Winter» hilsswerk für RüstungSztveckc verbraucht tverdeu, sollen sich in der nächsten Zeis alle Gruppen der NS-Volkswohlfahrt wenden. Den Ortsgruppen wurden„Abrechnungen" des letzten Winterhilfs- IverkS übermittelt, die ztvar kein Mensch nachprü- fcn kann, von denen man sich aber einbildet, dass i sie Glauben finden. Diese Abrechnungen tverden ausdrücklich mit dem Hintveis ans die„dummen Gerüchte", die gegen das Wintcrhilsswerl im Umlauf seien, übermittelt. Die örtlichen Leiter seien verpflichtet, solchen Gerüchten, die nur aus bewusster Feindschaft gegen de» Staat ausge- streut würden, energisch entgcgenzütreten und die Verbreiter der Gerüchte der Polizei namhaft zu machen, besonders tvenn der böse Wille erkennbar sei. Die Massnahme ist bezeichnend für den Massendruck und das-Ausmass des Misstrauens, das soweit geht, dah die Leute auf die Flugzeuge deuten und dabei sagen:„Dort fliegt die— Winterhilfe". 7— Zugleich mit dieser Aufforderung tverden die Ortsgruppen angehalten, sich der Sammlung der Küchenabfälle anzunchmen. Es dürfe keinen Ort mehr geben, in dem nicht eine oder mehrere Schtvcinemästereien durch die Kiichenab- fälle unterhalten tverden. Ende des Jahres wolle die NSB dem Führer, melden können, dah die Sammlungen eine Million Schtveinc ernähren.. Ein Bauchredner heiratet ein« Leich«. In Biga in Ost-Anatolien erschien ein jünger Italiener beim Standesamt und'.bat den Beamten,- mitzukommen, um die Trauung zwischen ihm und einer angeblich leidenden bereit» 60jährigen Dame' vorzunehmen. Da es stadtbekannt war, dass der erst 80jährige junge Mann im Hause dieser Dame lebte und ihr Freund war, fand der Beamte nicht» dabei, dem Ruf Folge zu leisten. Die Braut lag zu. Bett, da» Gesicht tief in die Kissen gedrückt, e» brannte nur eine ver- Wirder«ine Tragödie In» wilden Berg bau.. In einem wilden Schacht bei Bruch hat wieder ein Bergmann den Tod gefunden. Der. 63jährige Bergbaupensionist Josef Dvokäk aus Bruch, der mit seinen drei arbeitslosen Söhnen einen Schacht gegraben hatte, wurde, als er allein unten arbeitete, von Gasen betäubt. Ein Berg mann von einem benachbarten wilden Schacht na mens Franz Chlat, der von den Söhnen Dvokäks hcrbeigeholt wurde, brachte, ohne der eigenen Le bensgefahr zu achten, den verunglückten Dvokäk bis zur Schachtsohle, wo er ihm das bereithängcndc Seil nm den Körper schlang, so dah ihn die Söhne bergen konnten. Als dann Chlat selbst hcrauSge- zogeu tvnrdc, verlor er ebenfalls das Bewusstsein. Während er sich rasch erholte, blieben bei Dvokäk alle Wiederbelebungsversuche ohne Erfolg. Zweikampf im Hotelzimmer— zwei Tote. In einem Pardubitzer Hotel ereignete sich Diens tag nachts ein rätselhafter Mordfall. Montag abends logierte sich in dem Hotel der 38jährige le dige Fleischer Josef Koit aus Smrät bei Somtl mit einer Frau ein, von der er behauptete, dah sie seine Frau sei. Gegen 6 llhr früh war aus dem Zimmer ein heftiger Wortwechsel zu vernehmen und eine halbe Stunde später wurden die beiden tot aufgefunden. Koöi wies eine Schusstvuude' aus eineni Browning in der rechten Schläfe auf, wäh rend die Frau durch einen Schuh aus einem Trommclrcvolver getötet worden war, der vom Mundo aus in das Gehirn gedrungen war. Der Brotvning lag auf einem Tischchen, der Trommel revolver zu Fühen der erschossenen Frau, deren Identität bisher noch nicht festgcstellt werden konnte. Es tvurden bei ihr zwei Rciiclogitimatio- ncn gefunden, non denen die eine auf den Namen der 43jährigen Agnes Stkälkovä aus Ostravice bei Mistel und der zweite auf den Namen der 89jcih- rigen Helene Lyczkovä aus Biala in Schlesien lau tete. Bei dem erschossenen Koit fand man mehrere tausend Kronen. Dor rätselhafte Fall konnte bis her nicht geklärt werden. Da in der Zimmerecko ztvei weitere Einschussöffnungen gefunden wurden, nimmt man an, dass zwischen den beiden ein mehr-..... maliger Feuerwechsel erfolgte. Die'Untersuchung hangen« kleine Lampe. Der Beamte schritt irohdetn wird fortgesetzt.* zur Trauung, nachdem er auf seine Frage, ob sie Kr. 128 Mittwoch, 2. Juni 1937 Seite S Das Niveau der Arbeitslosigkeit, gemessen an der Zahl der nichtuntergebrachten Bewerber, ist Ende April unter den Stand vom Jahre 1982/ d. i. auf eine halbe Million nichtuntergebrachte Bewerber gesunken. Noch vor einem Jahre betrug die Zahl der Arbeitslosen 719.999, d. i. um 44 Prozent mehr als Heuer; in der gleichen Zeit des Jahres 1933, als die Arbeitslosigkeit ihren Höhenpunkt erreicht hatte, bedeutet dies um 69 Prozent mehr als Heuer. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit schreitet seht dank der günstigen Wirtschastsbedingungen in beschleunigtem Tempo fort. Japan— grösster Kunstseiden-Produzent. Japan hofft in diesem Jahre der grösste Produzent der Welt in Kunstseide zu werden und selbst die Bereinigten Staaten zu schlagen. Seine Produktion soll 1937 339 MiNIonen englische Pfund betragen und damit 69 Millionen über der von 1936 liegen. Die japanische Produktion entwik- kelt sich in einem stärkeren Matze als die Amerikas. Grohbritannien ist mit 139 Millionen der drittgrösste Produzent der Welt, dann folgen Deutschland mit 119 Millionen und Italien mit 99 Millionen. Di« Weltproduktion für 1986 wird von Soita Hisanuma auf 1989 Millionen geschäht. Vie Berufskraftfahrer tagen Im Ausstger„BolkShauS" hielt der„Verband Deutscher Berufskraftfahrer,. Sitz Aussig", seinen dritten ordentlichen BerbandStag ab. Die Tagung war sehr, arbeitsreich. Eingangs der Verhandlungen befreite sich der BerbandStag mit überwältigender Stimmenmehrheit von drei Delegierten, die- sich dazu hergegeben hatten, Untergrabungsarbeit an der eigenen Organisation zu leisten. Der Borsitzende Fr. Hampl konnte eine Anzahl Gäste begrüben, darunter den Abg. Franz M a c o u n, vom Deutschen GewerkschastSbund und den Mmann des Berbandes der Transport- und Lebensmittelarbeiter Wenzel Stuchly. Den Situations- und Tätigkeitsbericht erstattete Sekretär Max Münzberg, jenen über die Verbandsfinanzen Berbandskasster Wilhelm B i a ch. Aus beiden Berichten ging hervor, dass der Berband Unschätzbares in schwerster Krikenzttt auf gewerkschaftlichem sowie auf fürsorglichem Gebiete geleistet hat. Ueber die erfolgreiche Tätigkeit auf dem Gebiete Rechtsschutz berichtete BerbandS- anwalt JUDr. Eugen Mahler. Di« Berichte sind mit sehr viel Beifall und ohne Debatte zur Kenntnis genommen worden. Dann ist zur Abänderung der Statuten, des Unterstützungsregulativ» und der Beitragsordnung geschritten worden. In solidarischer Verbundenheit zum Berband und seinen Einrichtungen beschlossen die Delegierten im Sinne der Anträge des Berbandsvor- standes die beantragten Abänderungen. Damit wurde der entscheidende Schritt zur materiellen Aufrüstung deS BetbandeS getan.— In der Nachmittagstagung behandelte Abg. Franz M a- eoun in einem gross angelegten Referate die gewerkschaftlichen Zeitsragen. Als die grösste Zeitfrage bezeichnet er, an dem Umbau der Wirtschaft in unserem Staate mitzuwirken, damit mit der beginnenden Wirtschaftsbelebung nicht wieder anarchistisch darauflos produziert werde und beim Nachlassen der Konjunktur brutal die Betriebe pillgelegt und wieder hunderttausende Arbeitsmenschen der würgenden Arbeitslosigkeit überantwortet werden. In der Wirtschaft muss Planmässigkeit und kollektive Regelung hinsichtlich der Produktion und der Einkommensverteilung, als Borbau für eine dirigierte Wirtschaft ehestens geschaffen werden. Im lebhaften Beifall kam di« Zustimmung der Delegierten zu den Ausführungen Macouns zum Ausdruck.— Hierauf wurden die Anträge der Ortsgruppen behandelt und nachher die Neuwahlen in den BerbandSvorstond durchgeführt. Zum Berbandsvorsitzenden ist Franz H a m p l, Warnsdorf, wiedergewählt, zu dessen Stellvertreter R ö s l e r, Aussig, gewählt worden. Die Wahlen'erfolgten e i nst imm i g.”~‘ n,' r Zusammenfassend kann gesagt"werden, dass' der BerbandStag schlussfolgernd auS den Erfahrungen und der Tätigkeit während der Krisenjahre die notwendige Ausrüstung de» verbände» beschlossen hat, damit er, in jeder Hinsicht gefestigter, neuen Anstürmen standhaften kann und den Mitgliedern im gewerkschaftlichen Kampfe ein brauchbare»' Bollwerk sei. Die Genossenschaften In gemeinsamer Abwehr Die Kampagne der Gegner gegen die Genossenschaftsbewegung strebt derzeit wieder einmal einem Höhepunkt zu. Die Bemühungen, den Belbraucherorganisationcn zu schaden, gehen, in verschiedenen Richtungen. Neben dem offenen Berlangen der Gewerbepartei, dass die Errichtung neuer Konfumgenossenschaften und neuer Bertei- lungrstellen gesetzlich verboten werde, plant man, diese Errichtung demselben BewilligungSmodu» zu unterwerfen, der für die Filialgeschäfte in verschiedenen Branchen gilt. DaS heisst, dass man sie von de«p Gutachten der Handels« und Gewerbekammern und der Gremien abhängig machen Will. Dasselbe Ziel, die Genossenschaften zu hemmen, streben die unbelehrbaren Händlerkreise an, wenn sie die Einhaltung von Mitiimalprcisen durch die Genossenschaften fordern, und zlvar von Preisen, die wiederum sie bestimmen würden. Gleichzeitig soll die Rückvergütung in ein Ra- battsisstem gepresst werden, wobei die„übliche Höhe" de» Rabatts selbstverständlich den Genossenschaften vorgeschricben werden würde. Diese knapp« Aufzählung der Wünsche genügt, dass die Konsumenten erkennen, was ihnen zugedacht ist. Gegen alle diese Absichten der Gegner der Kon- swngenosscnschaften werden sich die in der Jntere- essenzentrale der Genoffenschastsverbände vereinigten konsumgenoffcnschaftlichen Verbände in einer gemeinsamen Kondgebung am 12. Juni zur Wehr setzen, die von den Funktionären der Verbände und der Kreisverbände beschickt werden wird. Ueber die beiden Regierungsverordnungen spricht Genosse Beselh(Ustfedni svaz£sl. druistev), über die Minimalpreise im Handelsgewerbe Gen. R. Fischer(Verband deutscher Wirtschaftsgenossenschaften) und über die Senkung des Zuckerprcises und die Politik der Kartelle Gen. Pänek(Unie Lsl. druistev). E. F. Die Steigerung der Beschäftigung, die auf Gmnd der bei der Krankenversicherung der Zenwal-SozlalversicherungSanstalt versicherten Personen, ermittelt wird, schreitet günstig 'fort. Im April wurden insgesamt 2,192.168 ganzjährig beschäftigte Bersicherungsnehmer gezählt, d. i. um 192.999 mehr als im Vormonate. Gegenüber April des Bovjahres hat sich der Beschäftigungsgrad um 198.990 Personen und gegenüber April 1935, al» der Beschäftigungsgrad im Verlauf« der Wirtschaftskrise am-schwächsten- war, um insgesamt 359.990 Personen gebessert. Das Diagramm zeigt deutlich, wie sich der Beschäftigungsgrad wieder dem Stande vom Jahre 1931 nähert. Mail erhält für Kc 100 Reichsmark,,». . 733.— Markmünzen«.. . 785.— 100 östereichifche Schilling» . 538.50 100 rumänische Lei'• -17.85 100 polnische Zloty;... V 549.50- 100 ungarische Pengö;». *. 591.50 100 Schweizer Franken",. . 658.50 100 französische Francs.. . 128.20 “' 1 englische» Pfund. j.» . 140.75 1 amerikanischer Dollar-. . 28.60 100 italienische Lire.!.. . 145.40 - 100 holländische Gulden.. . 1576.— 100 jugoslawische Dinare . 65.30 100 Belga»...... . 484.— 100 dänische Kronen... . 630.— 100 schwedische Kronen.. . 728.— Bin Mensch wird unsichtbar Von Kurt Dotiere» Immer wieder gehen in letzter Zeitsensatio- ncllc Meldungen durch die Presse, dass«» irgendwelchen Erfindern gelungen sei, einen alten Wunschtraum der Menschen zu erfüllen, dass die den Menschen unsichtbar machende Tarnkappe nun Wirklichkeit geworden sei. Neuerdings ist in Oesterreich, in Graz, einem grösseren PMikum da» Wunder de» Unsichtbarwerden» von Gegenständen vorgeführt worden, Wenn man nun abe» an den Wissenschaftler die Frage richten"würde, wie er sich da» Geheimnis de» unsichtbarmachenden Strahlen theoretisch erklärt, so würde man von ihm mehr verlangen, al» von den' berschiehenen so erfolgreichen Erfindern der Tarnkappe. Diese brauchen sie nämlich nur vorzuführen. AN« Zuschauer find erfreut, wenn bet summenden Apparaten di« Dinge wirklich verschwinden, die. sie eben selbst an den Platz gestellt haben."Da kann-man sich mit seinen wenn und aber nur noch Unbeliebt machen. Wollen wir also besser zurrst schildern; wie di« geheimnisvollen-Dinge in Graz vor den Zuschauern abgelaufen sind. Dann sagen wir-ein», fach; das können wir auch und" erzählen, wie wir" da» machen Würden/'" In Graz setzte mast die Zuschauer-vo»«ine hell erleuchtet« Bühne, etwa in der Grösse«ine» Marionettentheaters.- Diese Bühn«, hatte-«ist« grellgelb« Rückwand, auf der noch grüne und rote Buchstaben aufgemalt waren. Auf, diese Bühne stellte man mm eine Base öder auch ander« Gegenstände^.j.' Run begann ein Apparat geheimnisvoll zu summen. Nach einiger Zeit wurden die Farben der Rückwand leuchtender. Dann begannen allmählich die auf der Bühne" stehenden Gegenstände zu verschwtndm und schliesslich sah man nicht»! mehr al» die in ihrer gelben Farbe leuchtend« Rückwand mit den aufgemalten roten und grünen Buchstaben. Man gab dann auch bei einem weiteren Experiment einem Mann aus dem'Publikum Gelegenheit, die Base—.natürlich von der Seite her, von vorne würde eS ja die freie Sicht stören und leicht wie Schwindel ausschauen,— während des Verschwindens mit der Hand zu halten. Zuletzt kam dann in Graz der Haupteftekt der Erfindung. Gin Mann stellte sich vor den farbigen Hintergrund— man sah. ihn etwa im Brustbildausschnitt— und siehe, er verschwand und tauchte wieder vor den Blicken auf, wie eben die Erfinder'den Apparat schalteten. So, und nun. erzählen wir, wie wir cs machen würden, nicht etwa wie«S in Graz gemacht wprde, denn das ist uns ganL unbekannt. Wir haben also unsere Bühne, etwa von der Grösse eines Marionettentheater»,.mit dem-schon erwähnten grellgelben Hintergrund und den.auf- gemalten roten und grünen Buchstaben. Da» Ganze.beleuchten wir mit einer Lichtguelle aus unserem Apparat, der halb wie ein Theaterschein- werfer und halb wie«in Projektionsapparat aus- fieht. Wenn wir nun vor die Bühne ein« Glasscheibe geben; kann die» keinem der Beobachter aüffällen, da durch die senkrecht von vorne kommende Beleuchtung jede Spiegelungwegfällt. Die Wirkung ist hier ungefähr die gleiche, wie bei den modernsten gttvölbten Schaufenstern, bei denen durch den.Wegfall jeder Spiegelung der Beschauer den Eindruck hat, dürch^ leere Lust auf die ausgestellten Gegenstände zu blicken. Eine Glasscheibe vor. den unsichtbar' zu machenden Gegenständen wird,"überdies der"Beobachter, selbst/wenn der" Experimentator so unvorsichtig.sein/ sollte, sie durch zufällige Berührung«nwdcken zui,lassen, für so-unerheblich' haften;- dass er nicht, daran denkt, sie in seinen nachfolgenden Berichten zu erwähnen. Eine solche"harmlose Scheibe, wenn sie aus dem erst seit kurzem in Amerika erzeugten Pola- I roidglas h-rg-stellt ist, ist aber der Schlüssel zu den ganzen nachfolgenden Wundern. Polaroid- glaS hat die Eigenschaft, auS dem in allen Richtungen auf seiner Fortpflanzungsebcne schwingenden Licht nur einen ganz bestimmten Teil, also, pur alle wagrecht schwingenden Lichtquellen passieren zu lassen. Das so gesiebte Licht ist nun polarisiert, aber fiir das menschliche Auge durchaus unverändert geblieben. Wenn das Polaroid« sieb vor dem Lichtwerfer ebenso wagrecht gerichtet ist, wie die Polaroidglasscheibe vor der Borführbühne, ist weder mit dem Auge, noch etwa mit einem Photoapparat irgendetwas UngeivöhnlicheS festzustellen. Der Erfinder stellt eine Base oder einen an, deren beliebigen Gegenstand auf die Bühne. Wir können auch jetzt erst die passend im Raum ange- ovdneten gewöhnlichen Glühlampen ausdrehen und dafür die Lichtquelle des Projektionsapparates einschalten. Jetzt beginnt es also geheimnisvoll zu summen.' Es ist ein gewöhnlicher Transformator, der da summt und dieses Geräusch können wir bei vielen anderen Gelegenheiten auch hören,, ohne dass uns deshalb eine mystische Gänsehaut über den Rücken läuft. Der Erfinder schaltet nun in den Strahlengang der weissen Lichtquelle zusätzlich"jein farbiges Laterna-magica« Bild, das als eine Nachbildung des farbigen Hintergrundes mit den Buchstaben, haarscharf auf diesen eingestellt ist und auch mit der Farbe genau überesnstimmt. Auf der Bühne passiert dadurch, weil die zugleich eingeschaltete weihe Lichtquelle die auf der Bühne stehenden Gegenstände immer noch beleuchtet, nicht das geringste. Die Zuschauer merken nur, wie auch aus dem Grazer Bericht hervorgeht, daß die Farben des. Bühnenhintergründe»zn leuchten beginnen. Aber jetzt erfolgt deb Haupttrkck. Das geschilderte Polaroidsieb ist so,mit der Weissen Licht- quelse gekuppelt, dass durch eine Viertelsdrehung der-Poläroidglaslinse zugleich-die Lichtquelle ab- geschaltet wird. Wir drehen also! Die Weisse Lichtquelle" ist auSgeschaltet. Wir mühten aber immer noch«im farbigen Licht des ProjekÜonSbildeS die Clusland Deutsche Pastoren dürfen nicht Ins Ausland London. Den vier führenden Faktoren der deutschen BekenntniSlirche, N i e m U l l e r, Eibe l i u 3, Sommer und Hesse ivurdcn voll der Gestapo die Pässe entzogen. Die beiden ersten wollten sich zum Oxforder Kongreß begeben, Hesse sollte in den nächsten Tagen gleichfalls eine Auslandsreise antretcn.„Manchester Guardian"' meldet hiezu, gegen Niemöller sei ein Predigtverbot erlassen worden. Die Abnahme der Pässe sei erfolgt, um eine persönliche Verbindung der führenden deutschen Pastoren mit ausländische» Pastoren" zu verhindern. Der VcrwaltmigSrnt deS Internationalen Arbeitsamtes, der unter dem Vorsitz des tschccho- slowalischen Ministers für soziale Fürsorge Jng. Neins soeben in Genf tagt, hat beschlossen, sür den Monat April 1988 eine internationale Koh« lcnkonferenz von Vertretern der Negierungen, der Angestellten und der Kohlcngrubenbcsitzcr nach Art der Tcxtillonfercnz cinzuberufon, die im April d. I. in Washington getagt hat. Der VerwaltungS- rat des Internationalen Arbeitsamtes hat. außerdem die Einladung der tschechoslowakischen Regierung angenommen und wird seine 81. Tagung in Prag abhaltcn. Sie wird am 7. Oktober d. I. eröffnet werden. Die Internationale Arbeitskonse- renz in Genf wird Minister Jng. Nekas in seiner Funktion deS Vorsitzenden deS Vcrwaltungsrates am 3. Juni d. I. vormittags eröffnen. Neue Todesurteile in Sicht. Wie die„Union für Recht und Freiheit" erfährt, ist in den nächsten Tagen mit dem Beginn eines Hochverrats-Prozesses vor dem Berliner Volksgerichtshof gegen die Antifaschisten Max Maddalena, Adolf R e m b t e, Robert Stamm, Käthe Lübeck und G r i s b a ch zu rechnen. Die vier Erstgenannten befinden sich bereits seit 25 Monaten in schivc- rer Haft. Besonders hat man es auf Max Ma a- lena abgesehen, den Sohn eines italienischen Arbeiters und einer deutschen Arbeiterfrau, der im 43. Lebensjahr steht und vom Jahre 1928 ab Mitglied des Reichstages war. Max Maddalena musste als junger Mensch am Kriege teilnehmen und wurde durch einen Stahlsplitter schwer verwundet. Reste dieses Splitters trägt er bis heute in der Lunge und die lange Hast hat seinen Körper gegen diese immer noch nachwirkende Verletzung empfindlicher gemacht. Unter anderen Umständen wäre längst bei ihm auf Haftunfähigkeit erkannt worden. Aber dieser Dtann, den man im Kriege mit dem eisernen Kreuz auszeichnete, der damals schon die ganze Tragik des europäischen BruderkampfcS auskosten muhte, als er erfuhr, dass- sein Bruder auf d?r^»ird.eren Seite her Front-kämpfte,-ist ebenso" wie'die änderen Angeklagten vor. dem Henker- beil kaum zu"retten. Man wirft ihm, der bis zum Jahre 1935 im Auslande lebte, vor, dort gegen das Dritte Reich konspiriert zn haben, und ohne einen SchuldbcwciS beibringen zu können, sagt man ihm eine hochverräterische Tätigkeit nach seiner Rückkehr nach Deutschland nach. Das tiefe Schweigen, das über der Vorbereitung des Prozesses gegen ihn und die anderen Angeklagten bisher lastet, lässt das Schlimmste vermuten und cs wird der ganzen Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit bedürfen, um zu verhindern, dass die Serie der Justizmorde, die jetzt wieder mit aller Macht eingesetzt hat, auch das Leben dieser tapferen Kämpfer sür Frieden und Menschlichkeit vernichtet. Gegenstände auf"der Bühne stehen sehen, wenn — ja wenn das Licht überhaupt noch durch die Glasscheibe vor der Bühne dringen könnte. Wir haben unseren Lichtfilter vor dem Lichtwcrfer gedreht. Es lässt nur noch senkrecht schwingende Lichtwellen hindurch, während die Scheibe vor der Bühne immer noch nur wagrecht schwingendes Licht passieren lässt. Der Effekt ist also, dass die eigentliche Bühne finster wird, während die Beobachter die auf den Bühnenvordergrund projizierte Nachbildung der Bühnenrückwand für Wirklichkeit. nehmen. Dadurch ist cs verständlich, daß die Vase, wenn sie von einem Beobachter gehalten lvird, der seinen Arm durch ein Loch auf die Bühne streckt, während des ganzen Vorgangs natürlich immer noch gefühlt wird. In diesem Falle verschwindet eben für die vorne sitzenden Beobachter die Hand mit der Vase und wenn etlva ein Mann seinen Kopf in den Bühnenraum steckt, so verschwindet auch dieser. Durch einfaches Zurückdrehen des Polaroidfilters wird der ganze Vorgang rückgängig gemacht. Zuvor kann man aber noch«inen besonders wirksamen Trick vorführen. Eine gewöhnliche Stablampe, die einen dünnen Lichtstrahl aussendet, wird über den Projektionsapparat montiert. Da diese Stablampe ein nach allen Seiten schwingendes Licht ausschickt, enthält sie natürlich auch wagrecht schwingende Lichtwellen. Man kann deshalb mit, ihr runde Löcher durch die vordere Lichtwand scheinen. Ist der Strahl auf eine leere Stelle der> Bühne gerichtet, so hat das lediglich zur Folge, dass die Beobachter an dieser Stelle in. der Lichtillusion, die nun hier fehlt, genau passend das richtige Stück des Hintergrundes zu sehen bekommen, also auch nicht" den geringsten Unterschied merken. Haben wir aber vorher, unter dem Schutz- der Lichtillusion einen Gegenstand projiziert, so taucht er nun geheimnisvoll"aus dem Nichts. Für einen geschickten Auch-Erfinder sind dadurch Möglichkeiten zum'Bauklötze staune» gegeben und wer Wert auf billigen Ruhm legt, kann sich auf diese Art«ine ziemliche Menge davon zulegen. Keile 6 Sojlnlbcmofcnt' Mittw-ch, 2. An»! 1937. Nr. 128 AMmg nct unterhält, hoffentlich ist das kleine Hans bei den Wiederholminen heiser besucht als dies bei her Operette und Politik „JaequesOffcnb ach und dasPariS feiner Zeit"— unter diesem Titel ist letzt aus der' Feder S. Krakauers im Amsterdamer Perlon Allert de Lonne ein Buch erschienen, das wahrhaftig nicht für einen cnneu Kreis von Liebhaber» der Musik und des Theaters oder gar nur 1 der leichtesten Muse bestimmt ist; j beflissene und selbst der Freund dessen. doch an die Spitze der aufständischen Bauern. Sie bewaffnen sich, dringen in das Schloß ein, werden aber vom herbeiaerufenen Militär bezwungen. Jan Vhrava soll als Rädelsführer Spießruten laufen, fällt aber infolge dieser ihm angetanenen Schmach tot zu Boden. Die Robot wird aufgehoben.— Fr. Ad. Sichert (1849—1916), Direktor des Nationaltheaters, war. Alttscheche, also Anhänger einer konservativen Partei: Trotzdem haben, seine Dramen eine demokratische und: freiheitliche Tendenz. Er hatte auch volle- Verständnis für die Arbeiterbewegung, was er neben einem sozialen„Drama der vier Wände" auch dadurch bewies, daß er ungeachtet der patriotischen Hetze den Sozialdemokraten dar Nationaltheater für Maifeiervorstel- lungen zur Verfügung stellte. Sein Drama„Jan Vh- rava" wurde zum erstenmal«, vor 80 Jahren im Na- tionaltheatcr aufgefühki. ES übte aber auch jetzt noch seine Wirkung auf daS. Publikum aus, welche», seine Beifallskundgebungen besonders der freiheitlichen und revolutionären Tendenz des Stückes zollte. Sowohl die Ausstattung als auch dar Spiel und hauptsächlich die Massenszenen frischten das alte Stück auf. Vor Premier« der Fall'war. I. kl. Bom Brünner deutschen Theater, dessen Schick« sal für die konnnende Spielzeit noch völlig ungewiß ist, wird gemeldet, daß sein langjähriger Organisa- lions- und kommerzieller Direktor Gustav Bondi jetzt von seinem Posten geschieden ist. Bondi, ein 78jähriger, in der.Theatcrwelt eine bekannte Figup, gehörte dem Brünner deutschen Theater durch vier Jahrzehnte an,' mehrmals auch' al» erster Direktor. Bauernrebellion. AlS Kaiser Josef II. im Jahre 1781 die Robot milderte und teilweise aufhob, versuchte cs der Adel an einigen Orten, das kaiserliche Patent den Bauern vorzuenthalten, um sie noch eine Zeitlang zu Frondiensten zu zwingen. So geschah es auch in dem ostböhmischen Schloß, in welchem die Handlung des im Rationalthcatcr am 29. Mai neu anfgcführten Dramas„Jan Vhrava" von Fr. Ad. S u b e r t spielt. Ma» ahnte, daß ein solches Patent in Vorbereitung ist und wollte plötzlich den Dauern— durch Beteiligung am Erntefest— das herrschaftliche Wohlwollen beweisen. Im Dorf erscheint ein. Emigrant, dessen Vater bei der Protesta»» tcnpcrsctution nach Preußen auSgcwandert war. Er sordert die Bauern zur Auflehnung gegen den Grasen und seinen allmächtigen Direktor auf,. welcher das Volk quält. Die Gärung wächst, als die Bauern von einem betrunkenen. Soldaten erfahre»,, daß sein Hauptmann das kaiserliche Patent in daS Schloß ge-- bracht hat. Der Direktor bewegt den Grafen, es den: Bauern nicht zu verlesen, da die Herrschaft zehntau- send Baumstämme für den Bau der Festung Josefstadt ja der Musil- liefern soll. Der reiche und angesehene Bauer Jan uvuuckf uuu ieiu,.„Et deeuuv„eii„.i. was man Vhrava. dessen Sohn in gräflichen Diensten steht, hält unter Biographien sich vorzustcllen pslegt. werden in' erst zu den^hohen Herren, stellt sich^aber schließlich diesem Buch nicht auf ihre Rechnung kommen; doch'"' dies nach.dem erklärten Wille» des Autors, der eine Gesellschaftsbiographie schaffen wollte. Dieses Vorhaben aber ist dem Verfasser in aüßerorivintlich rühmenswerter Weise geglückt. Auf die Gefahr hi», der Uobertreibung geliehen zu wer den, darf man sagen, daß kaum eine rein historische Darstellung bisher imstande war, das Bild Frank- reichs und seiner Hauptstadt i» den Jahrzehnten des BürgcrfönigtumS und des zweiten Kaiserreiches so anschaulich Wiedererstehen zu lassen wie dieses Buch, dem' Jacques Offenbach als einzig- und großartige' Spiegelung dieser Epoche dient, llebcrzeugend ist da dargctan, wie die Heiterkeit und Lauterkeit deS Ofscnbachschen Wesens, seine Abkehr von allem hohlen Schein, und da» Vermögen, gerade durch die Zauberwclt der Töne und der Bühne falschen Zauber mit-wunderbar leichter Hand zu enthüllen— wie all daS gerade nur in der Zeit der Diktatur zur genialen Entfaltung gelangen konnte und wie das von Offenbach geschaffene Genre, eben die Operette, einerseits dem kultivierten NnterhaltungSbedürniS des Publikums■ jener Zeit entsprach, anderseits sie zu überwinden selber entscheidend mithals. Die-„Phan- tasmagoric" Frankreich unter Napoleon lll. läßt in vielem an den allerdings unvergleichlich grauenhafte» Spuk des Dritten Reiches, denken und Kra- caner versteht cS ausgezeichnet,,diese Parallele.auf«, scheinen zu machen/ ohne daß ihrer ausdrücklich mit mehr als einem einzigen flüchtigen Wort gedacht wird. Auch in dieser Hinsicht ist die Lektüre seines, Buche.' wertvoll und lehrreich. Natürlich wird auch Offenbachs Leben und besonders sein Werk getreulich behandelt, wobei es für den Bewunderen dieses Genies von besondcreni Interesse ist, manche bisher entbehrte Erklärung über die politischen und gesell- kchgftlichen Hintergründe fast jeder einzelnen seiner Operetten. ihrer Situationen und Figuren zu.erhalten. Nicht nur kulturgeschichtlich, sondern auch schriftstellerisch nimmt die Arbeit KracauerS hohen Rang ein— der Versuch dieser Würdigung würde zu weitschweifig, wollte man das durch Hervorhebung verschiedcntlicher Einzelheiten nachlveisen; nur das sei darum noch erwähnt, daß dem. Nerlasser die Schilderung der inneren Arbeit OfscubachS an seiner einzigen großen Oper, den nachgelassene» ...HofsmanuS Erzählungen" besonders geglückt ist. Schließlich muß aber»och berichtet werden, daß Kra- caucrs Buch durchaus-in demokratisch-sozialem^ Sinne geschrieben ist, al.' Bekenntnis zum.Revolu- tionärcn in der Welt der Macht wie der des Geistes. Hundert Gründe sprechen dafür, daß keine öffentliche' Bücherei die Anschaffung dieses Werkes versäume. l. g. A n n l> C o t n. in einer hübsch gespielten Epifrde, singt wirklich. Dafür ist'Liesl Macheiner.charmant, Ruth K u t h a n drastisch, Emm» Car- p e t i.e r keß, P a d l e s a k, wieder einmal mit einer größeren Rolle bedacht, bringt eine glaubhafte und liebenswürdige. Mischung, von ZNniSmu» Frechheit, BersjibrimgSkimst,unt> echter Empfindung auf die Bühne, Dudek einen zum Lachen reizenden Advokaten.' S'ch i p p e r einen nicht minder komischen unehelichen Vater, Stabiler'.und W i is n e r lehr, gut nelgjchth Ehgrgtif. Wtk Jtt einfallsreichen Regie W a s fix T a u b s spielt sich alles in hühschem Rahmen und flotiein Tempo ab, so,daß man sich zwei-Stunden laug aUSgezeich- Tie Goldenkroner Madonna aus dem Domschatz von St. Leit. In der Gcitiäldcgalcrie der Gesellschaft patriotischer jtunstfrcunde, dec jetzige» Staatlichen Sammlung alter Kunst, ist seil mehreren Jahren ein dem ersten Viertel des lö. Jahrhunderts zuge- fchriebcnrr geschnitzter figuraler Rahmen ausgestellt, eine Leihgabe des Museums der Stadt Prag. In der genauen Zeiibcstinunung waren sich die Sachverständigen bislang nicht einig. Dieser sllahmc», als plastische Variante der bei uns üblichen bemalten figuralen Rahmen ist einzig und ertvccktc durch sci- ncg hohen KitnsNvcrt immer verführerische Vocslcl- lung von dem Kunst- und KnltuSlvcrt des dazugehörige» unbekainiten Bildes. Dem Direktor der Staatlichen Sammlung, alter Kunst, Dr. Vincenc Kramiik, gelang nun der cimvandfreie Nachweis, daß dieses Bild die berühmte sogenannte Goldenkroner Madonna ans dein Domschatz von St. Beit war...Eine gründliche llntcrsuchung des Rahmens ergab auch, daß er nicht das Werk einer Epoche ist, und die stilistisch reiferen Engel mitsamt den Medaillons aus eineni Stück geschnitzt sind, während die übrigen, stilistisch älteren Figuren lzirkä 1410). außer dem knicenden Erzbischof, in die zeitlich sichtlich späteren Medaillone hincingektcbt wurden. Damit sind nun freilich die Schwierigkeiten, welche sich der Zeitbestimmung bisher in den Weg stellten, wesentlich behoben und die Bedeutung der Rahmens für die Geschichte der bölnniichcn Plastik der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts zweifellos gestiegen. Zn de» bisherige» EMdecknngrn des Direktors Dr. V. Kramäk das chcnialige Inventar de» t St. Beiisdomeö betreffend lAliar von Lukas Cta» Ein Kuß und sonst gar nicht». Die Kleine Bühne . e., scheint mit diesem musikatischcii Schwant(Autoren- Verzeichnis: Ern. Bard, van der Straaten, Am- berg, Eiscmann) einen gute» Griff getan zu haben. Um Liebe, Jungfernschaft, Ehe, Impotenz, Scheidung sind da amüsante vier Akte geschrieben, in der Situation und Explikation zuweilen recht gewagt, schlüpsrig, pikant, sozusagen fast sittenlos, aber doch irgendwie menschlich fundiert und im Komödiantischen manchmal sogar durch unbeschwerte Heiterkeit und einen Schuß Satire— oit venia verbo— lllebrigenS scheinen die nach dem Weltkrieg ging er nach Holltzwood, wo er Im Film als Kaiser Franz Joseph aufirat. Eröffnung de» Postamte» In Prag XVIII- Malh Bkevnov. Am 8. Juni 1997'wird in Prag 1 XVIII, Malis Dkevnov, Bklohorskä itlda Nr. 901.1 ein Ausgabcpost», Telegraphen- und Tclephonamt eröffnet werden. Tas Postamt wird die Bezeichnung i „Prgha 89" führen. Die AmtSstundcn für den Par» teielwerkehr werden an Wochentagen für den Bries-, Paket-, Telegraphen- und Tclephonvcrkehr von 8.09 bis 12.90. und von 14,01) bis 18.00 Uhr, für he» Geldverkchr von 8.00 bi» 12.00 üiib von 14.00 bis 17.Q0 Uhr; an Feiertagen für den Briefpost-, Paket- iuid' Gcldveckehr sowie sjir den Telegraphen- und Tclcphondienst von 8.00 bi» 11.00 Ubr; an Sonn-1 tage» von 9.00 bis 10.00 Uhr festgesetzt. A. I. Tovnbee, Professor für interiiationale Geschichte an der Londoner Universität und Direktor, der Studicnabteilnnng des Ropal Institute of International Afsairs. wird Mittivoch, den 2. Juni 1997, um 18 Uhr an der Freie» Schule der politische» Wissenschaften ll., Ovocnis trh 8, 2. Stock) einen Vortrag über da» Thema„Ziel und Werk des Königlichen Institutes für internationale Angelegenheiten In London" halten. Deutsche Kunst au» der Zip». Die Führungen in der voni Kunstverein für Böhmen<11.. Pötrosova 12) veranstalteten Ausstellung erfreuen sich steigender Beliebtheit, da sic sachlich in die Erkenntnis dieser. s bedeutenden Denkmale mittelalterlicher Kunst in der 9 Slowakei entführen. Die Führungen finden jeden Mittwoch und Samstag um sh6 Uhr statt. ES können aber auch eigene Führungen zu anderen Zeiten Unter Telephonruf 48087 bestellt werden. iinchi, ist dies ein bedeutsamer Zuwachs, welcher j gerade durch/ seinen ungewöhnlichen Werl die Au- sogenännte» Goldenkroner ThpnS eine verehrte Jköne des Tt. VeitSdomeS war. E„ ist jedoch nicht das Bild an» dem Domschatz, welche», wie ein eingehender Studium desselben erwies, sondern nur. eine wohl der alten Vorlage im großen ganzen entsprechende Kopie anS der Zeit ungefähr um 1800 ist. ’ Schwerer Unfall deS Franz-Joseph.Darstellers Vaverka. Gestern würbe. der bekannte ischcchische lllw H1=iU|I11J Schauspieler Anion Vaverka Leim Ueb-rschrcite» der: Offenbach erinnernd. stl,bi- Fahrbahn m Ziskov von der Olcktrischen ersaßt. und i mcrfaffcr mit dem Lateinischen auf Kriegsfuß zu schwer verlebt. Er wurde in das Krankenhaus über- swhcn). Die. Musik ist von einer netten Bedeutung»- flcfiibrt und m ohnmächtigem Ausland fofori die man. einem sich einbürgernden System operiert. Vaverka, dec mi 72 lebcnsiahr steht, war 1 folgend, sorgfältig durch Stimmlosigkeit fast aller vor dem Umsturz al» Schauspieler i» Prag tätig; zikitwirkcndcn zu uuterstreichen bemüht ist. Lediglich dem Beginn hielt Tchulminister Franke eine Rede über das Schriststellermaiiifelt im Jahre 1917, zu dessen Erinnerung diesesStück gegeben lmirde. r. i. Spielplan de» Deutschen Theater». Mittwoch W: Di« schweigsame Frau, Festspiele III, Erstaufführung. B 2.— Donnerstag halb 8: Dar Spitzentuch der Königin, CI.— Freitag halb 8: Gesellschaftsspiel, D.— SamStag 7:■ Der Rosenkavalier, Gastspiel Erich Kleiber, Festspiele IV. A 1.— Sonntag halb 8: Leuchtbrunnen. Bl. Spielplan der Kleinen Bühne. Mittivoch 8: Ein Kußund sonst gar nichts. Bankbeamte I I und freier Verkauf,— Donnerstag 814: X.?) 3.— Freitag 8: Warum lügst Du, Cherie? Theatergemeinde de» Kulturverbandcs und freier Verkauf,— Samstag 8 Uhr: Ein Kuß, und sonst gar nichts.— Sonntag 8 Uhr: Ein Kuß, und sonst gar nichts. Der Dim. Segen den Befehl „La Porte du large", also„Das Tor InS Weite" heißt diesqr französische Filin, dem man hier einen, militärischen Titel gab, nicht mit Unrecht, da der Film bei der Kriegsmarine spielt und am Ende eine Disziplinarnntersuchung vorführt, aber auch nicht mit Recht, dä der ursprüngliche Titel bester ist: denn der Film spielt in einer Scekadettcn-Schnlc, deren Mi- licu und deren ErziehungSschtvicrigkeite» er in heiteren und ernsten Evisoden veranschaulicht, und der LicbcSkonflikr zwischen Vater und Sohn, Kommandanten und Kadetten, löst sich auf eine gar nicht kitschige und gar nicht unvernünftige Art dadurch, daß der Sohn den Weg»iS Weite, in die Welt und in die Zukunft seines Offjziersbcrufs findet, während der Vater als Leiter der Schule an der Seite der Frau zurückbleibt, um die der Konflikt entbrannte. Der Filin erinnert in Vielen Situationen a» seinen uüvcrgcffcnen Vöögäuacr„Klar zum Gefecht", aber der Mannskriptversaster Charles 2paak(der Autor der„Frauen von Boom" und übrigens der Bruder des belgischen Außenministers) hat die Konflikte zwischen männlicher Pflicht und weiblicher Hcr- zensnot, zwischen militärischer und privater Ehre, nicht sorcjßerisch verschärft und verschlungen wie damals der Autor Claude Farrärc. Spaak hat alles schlichter, behutsamer, weniger spannend, aber dafür menschlich begreiflicher gemacht, lind es ist ein Film entstanden, der zwar beim Militär spielt, aber gar nicht militaristisch wirkt. Der Fehler ist nur, daß die einzige weiblich« Rolle, auf die hier soviel ankommr, von Marcelle Chantal viel zu theatralisch gespielt wird,Unvergleichbar mit der Erscheinung und Leistung AnnäbcllaS in jenem Film„Klar zum Gefecht". Dtr.Regisseur ist' auch diesmal wieder Marcel L'H e r b i e r. Er zeigt wiederum Sinn für Wirkung, piit Geschmack, verbunden, er hat einem Börd-Ball, einer Flugübung, den Szenen in der Schule, Krankenzimmer und Gerichtssaal bildhaften und lebendigen Charakter gegeben und'nirgends um der Effekte willen auf anstäjibsgcn Stil der Darstellung verzichtet. Die beiden männlichen Darsteller halten diesen Stil bis ans Enbe durch: Viktor F r a n c e n als Vater und Konunaßdant vor allem, der streng ohne Grobheit,"MMsch'M Liebhaber und von einer schönen,' verborgenen Zartheit als Vater ist, der ohne Heldenpose' scin Lebe» aufr Spiel setzt,— und auch Jean Pietre Au-M'o n t als Sohn ist ohne Ueber- treibuug und Pose liebenswürdig, leidenschaftlich.und ehtcnhaft,-eis- Ter Senat für Angelegenheiten de» Kriegsverrate» de» Kreisstrafgerichtes in Prag hat unter dem Vorsitz des Gerichtsrates Dr. Noväk nach zweitägiger Verhandlung den 40jährigen tschechoslowakischen Staatsangehörigen Franz V N l e t a. Bergarbeiter aus. BcrgeSgrün, wegen des Verbrechens des Mili- tärverrätes nach Paragraph 8 Art. 2 deb Gesetzes zum Schube der Republik zu zwölf Jahren schweren Kerkers, einer Geldstrafe, im Betrage von 8000 Xi und zuni Verlust der bürgerliche» Ehrenrechte verurteilt. Die Klage vertrat. Dr. Zipei. Spart• Spiel• Körperpflege ' Die Malwanderung der Sport*Un!on In Westböhmen Wie tief der Gedanke der Maiwanderung der Aicheitersportler in Westböhmcn Platz gegriffen hat, btwcist die' sonntägige Wanderung' aufs, neu«. Allein vier, westböhmische Union-Bezirke brachten 10.0 0 0 M e n s ch e n auf die Beine., Nach Iden Weisungen wurden die Zumärsche vereitiSweis« durchgeführt, Hunderte Dörfer wurden'an. diesem Sonntag von lustigen, sonnengcbrännten Arbeitersportlern durchwandert unb stille.Täler hallten unter »»ter den Klängqn der schönen: Freiheitslieder. Die Maiwanderung wär sehr, verschieden gestaltet. So hatte der 1. Union-Bezirk(Karlsbad) .seine'Maiwqnderung"mit deinem Gründungsfest der Lökalorganisation in R odisfort verbünden. Dadurch gelang e» auch, aus dem Bezirke Karlsbad weit über: 8800 iMeüsch'en in das schöne Egertal vi bringeni' Ein. lehr gelungener Versuch war das Freibühnenturnen von elf AtuS-Vereinep. mit 18 Abteilungen am Jestplatze. Der 2. Union-Bezirk hatte,seine Maiwgnde- ritng geteilt. Die Vereine der, Gruppe Eger trafen sich,in De«berg bei FranzenSbad. Zeltlager und Lagerfeuer zauberten der zahlreichen AtuSjugend eine eigene Romantik,' lebhafter Turn-,'Spiel- und Spörtbetricb ließen: keine Langeweile aufkommen. Die Bireine der Gruppe Asch hatten Werner»- reuth als Wanderziel..Fast 2000'Menschen beteiligten sich an den Wanderungen deS 2. Bezirkes. ..Die Vereine deS,Erzgebirge» wanderten nach S ch i n dlw ald, wo'bis Partei. ein Gründungsfest veranstaltete.' Der' 8.' Union-Bezirk hatjeseine Maiwaudcruug gilt dem Besuch dieser Veranstaltung verbunden. An» dem Neudckcr Bezirk kamt» die Atus-Vcreine der zweiten Gruppe(außer Bärringen und Platten, welche in Rodisfort waren), mitllhren.Parteiorganisationen anmarschiert.' Ein Feftchils durch din Ort umfaßte uiiisonnlerte Turner, Falken und Jugendliche mit den Scharen der Parteimitgliedschaft. Vor 8000 Besuchern sprach am Nachmittag Abg. Katz und ein Festkonzert sorgte für Unterhaltung. Das Kennzeichen dieses Treffens war vor allem die starke Anteilnahme der Jugend. Soweit die Meldungen aus dem 4. und 6. Bezirke vorliegen, waren auch dort gute Maiwande- rungen zu verzeichnen. So wanderten die Vereine des unteren Böhm er Waldes nach dem schönen Rosenberg und jene des mittleren Böhmerwal- des nach Rchberg Die erste, ztveite und dritte Gruppe des 4. Union-Bezirkes trafen sich bei der Hobelmühle in der Mieser Gegend mit über 600 Personen. Die vierte Gruppe versammelte sich bei H o l e i s ch c n mit 460 Personen. Beide Gruppen probten die Kinderfrciübungen' sowie jene der Turner und Turnerinnen für den„Tag der Arbeit". Im 8. Union-Bezirk nahmen ebenfalls 2000 Menschen an der Maiwandcrnng teil. Die Gruppe Elbogen wanderte nach Pechgrün, die Gruppe Falkenqu nach Schönlind im Kaiserwaldgebiet. Freie» Lagerleben, Spiel und Tanz waren.eine gelungene Werbetätigkeit für den Aweltersport. Zum ersten Mal gelang es, durch die Kaiserwalddörfcr einen starken geschloffenen Zug zu führen. Geplante Anfeindungen der Henleinbäuern wurden' im Ke ime erstickt. IM ganzen KreiSgobiet marschierten demnach am Sonntag weit über 10.000 Menschen weit durch da» Land. Vielerorts nahm auch die ganze Partei« mltoliedschaft an der Maiwanderung teil. Kinderfreunde Präs Freita g, den 4. Juni, im'Deutschen Hand- werkewcrein, Smeökl), dritter Stock, Elternabend' in welchem die Sommeraktionen besprochen werden. Die Anwesenheit aller Eltern ist sehr notwendig.. ..»' Voranzeige! Sonntag, den 20. Juni, Kindertag am Pohokelec. * Mitgliederversammlung de» Prager Atu» heule, Mittwoch, um halb 8 Uhr abends im Saale auf der Hctzinsel. dOt* Es sind wichtige Fragen zu besprä- dWMMUWhchen.— Diesen Sonntag Ausflug PRAG nach Reporpje zur Beteiligung an einer Veranstaltung des dortigen DTJ-VcreincS. Alle Genostinnen und Gcnosten sowie Jugendliche und Falken sind zur Beteiligung eingc- ladcn. ES wird in der. heutigen Mitgliederversammlung näheres wegen der Fahrt oder Wanderung dutch da» Protopptal besprochen und Freitag-verlautbart werde». Führt'die AtuS-Holzkassen ob l' Allgemeiner Angestellten-Äerband, Ortsgruppe Prag. Amtsstunden Mittwoch von 6 bis halb 8 Uhr abends Smeökh 22, 8. Stock.— Mitgliederversammlung Mittivoch, den 2. Juni, halb 8 Uhr abends im Bercinsheim.— Zur Urlaubszeit haben wir billige Urlaubsorte in Venneri: Berbandsheime Karlsbad,- Licbiverda, Naturfreundehäuser im Erzgebirge, Jsergebirge, Alwatcrgebirge. Slowakei, Privattvohnungcn Bcrgreichenstein, Kubohüttcn, Neu. bistritz, Neuern, Kinderheim Äestelfleck, Adlergebirge. 81. 17275/87—I. AussiHretvung. Bei der Stadtgemeinde Austig wird zum 1'. Juli,.1987 der in der 1—b Dicnstklassc, 2. Besoldungsgruppe, pragmatisch sisttemisierte Dienstposte» eine» GladtpyyfikuS für die Leitung de» städtischen Gesundheitsamtes und de» Laboratoriums besetzt. Das Dieiistvcrhältnis beruht auf dem Gesetz, L. G. Bl. 88/1908 Mi Wortlaut de» Gesetzes Slg. Nr. 448/19; die Dienstbezüge werden nach den Grundsätzen der Ges. 108/26 bemessen. Die Anstcllung-er« folgt probeweise auf ein Jähr, nach besten zufriedenstellendem Ablauf di« endgültige Regelung nach den vorangeführten Grundsätzen erfolgt. AnstellunnSbodingungen: Tschsl. Staatsbürgerschaft, Eigenberechtigung, Alter nicht über 85 Jahre, KennMi» der deutschen Sprache als Geschäftssprache der Stadt in Wort und Schrift, der Staatssprache zum Dienstgebrauch, vollkommene kärperliche und' sittliche Eignunq, erfolgreiche Zurücklegung der Stu» dien'an der medizinischen Fakultät einer inländischen Hochschule, die Ablegung der PhhsjkatSprü- fung; der Bewerber hat sich'gleichzeitig um die Äer« leihung der freien Stell« eine» leitenden staatl. Stadtarztes zu. bewerben. Ausübung der Privatpraxis ist nicht gestattet,, wohl aber die Durchftihrung von'Privatuntersuchungen im. Laboratorium, wofür Entschädigung, nach besoikderem Uebereinkommen mit der Stadt gewährt wird.. Bewerbungen find schriftlich unter Anschluß eine» kurzen LebenSabriste». weiter der Belege über di« Erfüllung der. vorstehenden Bedingungen(in Abschriften). endlich unter Bekanntgabe der Ge- haltSansprüche bis 80. Juni 1987, 12 Uhr mittags, heim Stadtamt Aussig, geschlqffe» unter Merstvort „StadtphysikuS" einzubringen. Unvollständig belegt« oder verspätete Gesuche, bleiben unbcrUcksichtigf.—■ Vorstellung nur über Aufforderung.— Dje Stadt behält sich sreie Wähl unter den Bewerbern sowie Ablehnung aller Gesuche ohne Angabe von Gründen. vor/ - Ätadtamt Austlg, aM 29. Mai l987:' i Der Dürgermeisterstellv.: ,Dr. Arnold''m/' p.. V B-, u g s b e d i n g u n g E n: Bei Zustellung tn» Hau» oder bei Bezug durch die Post monatlich AS 16.—» vierteljährlich AS 48.—, halbjährig AS VS-—, ganzjährig AS 192.—c;— Inserate.werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren-Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einfendung,der Retourmarken.—'Die Zeitungsfrankatur wurdevonder Post- und Tele» graphendirektwn mit Erlaß Nr. 1S.S0V/VII/19SV bewilligt,— Druckerei:..Orbis". Druck», Verlag»-' und ZeitungS-A.-G.'Prag,.