Hentralorga« der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartel in der-Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit«uouahme de» Moutag tdglich frLH^ Einzelpret« 70 Heller Redaktion und Verwaltung: PragXll.,Fochovaü2- Telephon 63077- Herausgeber: Siegfried Taub- Verantwortlicher Redakteur: Karl Kern, Prag 17.. Jahrgang Freitag, 11. Juni 1937 Aus dem Inhalt: Einigung Uber Spanienkontrolle Notruf der Metallarbeiter Erfolge der aktivistischen Politik Palastrevolution Im Külturverband Zuckerpreis Im Parlament Nr. 136 Strelkerfolg in Gablonz Einigung auf Grand der Vorschläge der Gewerkschaften Niederlage der SdP Die SAI und Spanien Ein Telegrammwechsel mit der Kommunistischen Internationale : Nach dem Bombardement von Almeria durch deutsche Kriegsschiffe. haben die Sozialistische Partei Spaniens, die spanische Kommunistische Partei und der spanische Gewerkschaftsbund(U. G. T.) ein gemeinsames Telegramm, an die in« ternationälen Arbeiterorganisationen gerichtet, in dem diese gu entschiedenem gemeinsamen Vorgehen im Kampfe gegen die faschistische Intervention in Spanien aufgefordert wurden. Roch ehe diese Aufforderung bei der SAI eingetroffen war, hatte■ diese ihrerseits durch ein Telegramm an die spanische Sozialistische Partei ihrem Abscheu gegen die verübte Gewalttat und ihrer Entschlossenheit Ausdruck gegeben, alles, war in Ihren Kräften steht, zu tun, um den Protest gegen die faschistische Barbarei in eine ent- schiedene Aktion umzuwandeln. Anderseits hat die Kommunistische International« auf Grund der Aufforderung der drei spanischen Organisationen» di« auch ihr zugegangen war» an den-Borsitzenden der SAN, Louis d e B r o u ck i r«».den Vorschlag gerichtet, einen „Ausschuß zur Fühlungnahme" aus Vertretern der SAI, der. Kommunistischen Internationale und des Internationalen Gewerlschaftsbundes einzusetzen. Diesen Vorschlag hat.- der Generalsekretär der Kommunistischen Internationale, D i» m ihr off,. auch in seiner Antwort an die drei spanischen-Organisationen diesen zur Kenntnis gebracht. pe Broucktzre hat darauf mit folgendem TÄötzvimm an Dimitrosf geantwortet:->■-.... s'-""Haben den gleichen Appell auS Valencia er« , halten. Sind uns völlig der Notwendigkeit einer -' tatkräftigen Aktion bewußt und mehr- als je ent». - schloffen, sie zu führen. Haben diese unsere Absicht unseren spanischen Freunden mitgeteilt, noch ehe . wir ihre Botschaft erhalten hatten.- Unsere • Internationale wird unter ihrer -B er antwortlich k ei t ihre Pflicht . im v ol l en.Umfang erfüllen. W«> . der ihr Präsident noch ihr Sekretär besitzen, wie . Sie wissen, die notwendigen Vollmachten, um in . ihrem Namen dem von Ihnen vorgeschlagenen . Komitee beizutreten. de Brouckdre. Duke an den spanischen Fronten Madrid.(Havas.) Nach dem Konnmr» niqüt des Kriegsministeriums waren die Kampfaktionen'bei der Zentrumsarmee gering. Die Aufständischen versuchten einen Angriff auf die Positionen der RegierungStruppen sei Pena- rusia, wurden jedoch zurückgeschlagen. An der Biskaya-Front nur Geplänkel. An der Leon- Font besetzten die republikanischen Abteilungen neue Stellungen. Englischer Appell an Hitler London,(HavaS.) Eine Anzahl Persönlichkeiten der katholischen und der Universitätswelt Englands, darunter Msgr. Hinfley, katholischer Erzbischof-von Westminster, Sir Arthur Salier, dep Vertreter der. Oxforder. Universität u. a. sandten der deutschen Regierung ein. gemeinsames Schreiben, in welthem sie die deutsche Regierung äusforderst, daß die Oeffentlichkeit des Prozesses gegen, die Führer.der Jungdeutschen Bewegung gesichert werd«, der am'"nächsten' Montag in Essen beginnen soll. In-einer Zeit, wo alle Anstrengungen zur Erreichung eines Einvernehmens zwischen Großbritannien und Deutschland gemacht werdend würde es ein' großer Teil' der öffentliche».' Meinung- Englands-ungern sehen,? eifleÄerfolgung der Jugendbewegung zu betrei- ben, deren Zweck eS ist, den freundschaftlichen Geist'der. deutschen Jugend-gegenüber.der Jugend dtzr iihrigey Länder zu unterstützen., Daher wenden wir uns an. die-putsche' Regierung,, da-- wit der Prozeß-öffentlich'sei üstd daß-den Angeklagte» gestattet werde, sich Verteidiger auszuwählen und daß schließlich die G r ü std e d e.r Astk-latge-?v't-r ö ff'«n t l'i.ch t'-'werden.- Jill- diest-stHt'-erfölgt, würde«S-sehr, schwierig- sistsjM- glastbsst,- däft die Erklärungest der deutschen. Regierung- zugunsten des' Friedens irgend eistest^ Ginn habest". Gablonz.(Eigenbericht.) Am Donnerstag wurde den. ganzen Tag über in einer Sitzung verhandelt, die auf Initiative des Zen» tralgewerbeinspektorats nach Gablonz einberusen worden war. Unter dem Vorsitz des Ministerrial« rotes B r L e k als Vertreter des Fllcsorgemini« steriumS nahmen daran teil: die Vertreter der, Gewerbeinspektorate Reichenberg und Fungbunz» lau, Oberlommissär Paulich der Bezirksbehörde Gablonz,.für die Handels- und Gewerbekammer Reichenberg Dr. Knoll, vom Gremium der Exporteure Dr. Mahler und Dr. K n e i d l, die Vertreter' der Glaserzeugergenoffenschaft Gablonz H e s p e r und Hübl, von der Genossenschaft in Eisenbrod Husek, die Vertreter der sechs am Streik beteiligten Gewerkschaften, darunter vom AläS- und Keramärbeiterverband Friese. Die Kommission untersuchte vor'allem den BerhandlungSständ bei den neun grundlegenden Lohnlisten, die auf Grund der Enquete vom 26. Mai mit der Ebklärung der Handwerksmäßigkeit junktimiert wurden, d. h. eine-Einigung über diese'Lohnlisten bildet-die Voraussetzung--für' eine offizielle Verlautbarung- der Handwerksmäßigkeit der Gablonzer Glaswarenerzeugung. Diese Lohnlisten sind die für die Hüt» tendrucker, GlaSwickler, die GlaSknopsbranche, Fingerschleiferei, Tischdrucker(Scherer,-Säumer und Tafler) Fätzüst und Ouadrantenschleifer bestsNMin' Tlle"KmNimsfioN' steüte-fest,- daß diese^ Lohnlisten samt einigen. Zusätzen(hauptsächlich Korrekturen zu den ersten drei Lohnliste») im wesentlichen perfekt sind. Die GewerkschaftSver» London.(Tsch. P.-B.) Eine neue große Anzahl von verschiedenen führenden Persönlich» keite» des' Sowjet-RegimrS, so berichtet die englische Preffe auS Moskau, soll verhaftet oder ihrer Posten verlustig erklärt worden sein. Unter den Persönlichkeiten befinden sich»nm Beispiel: General G o r b a s ch« w, der frühere Kommandant der Moskauer Garnison, weiterS General Kork, der Shef der Moskauer Militärakademie, General Guekker, der Chef und Borsttzende deS Auswärtigen Ressorts der Heeresleitung der USSR, General Eydeman», Chef der zivilen BerteidigungSgesellschaft, und der stellvertretende Kommissar für Verteidigung und Industrie, Muklewitsch. Ab,efeht wurden weiter- maßgebende Persönlichkeiten der Metall-, der Maschinm-, der Bau-, der SchiffahrtS-, der Gummi-, der Lebensmittel-, der GlaS-, Schuh- und andere«. Industrien. Weiter sind leitende Herren der Baltischen Schiffahrtsgesellschaft, der Murmansk-Eisenbahn und der jetzt als Kirow-Werk« bekannten früheren Putilow-Werke. In Haft bestnden sich ferner die Leiter der' kommüntftischrn Parteisekretariate in ShabarowSk, Kamtschatka und in' der' Mischen Republik von Birobidschan. Reue Militärkommanten sind bisher ernannt worden' in Leningrad, Moskau«nd in Kiew.' Der ehemalige Matrose D y b e n k o, der dir Baltikum-Flott« im Jahr« 1617 de« Bolschewiken zuführte, ist zum Kommandanten von Leningrad ernannt worden, Marschall. vüdjeany, berühmt auS.dem polnischen Kicke»«, wird nunmehr Kommandant von Moskau, General K«j b i s ch r'w: Kommandant von Transkaukasien,' General- S e f r e m'o w.wird Kommandant des Wolga-Distriktes. General S a k i r, der erst unlängst von Kiew nach Leningrad- versetzt worden ist, und General U b o l e- v i s ch, der Nachfolger in Kiew, wurden pensioniert.-'...."-i-/; Zu den Vorgänge« bemertt der sozia- l'i-sii s ch e„D a i ly H t r ald",«S gehen Ge- rächte um', daß auch Kaganow i t-s ch verhäf»' te't. wotdxn sei,' Weiter berichtet das-Blatt'übxe die Festnahme des. ehemaligen Madrider' Bot, schafters. R oskstbrrg und. de» sowjetrussischen Gesandten"ist Ankara, Karachast. Diese Gerüchte würden auch von anderer Seite bestätigt. Auch Jurenew, der frühere Botschafter ist kreier verlangten nun eine bindende.Zu« sich erung Uber den Termin der Inkraftsetzung der übrigen 18 Lohnlisten und der Korrekturen zu den ersten drei Lohnlisten. In der NachmittagSsihung trat diese Frage in den Mittelpunkt der Verhandlungen. Nach sehr schwierigen und zeitweise sehr erregten Auseinandersetzungen kam erst in den späten Abendstunden eine Einigung auf der BasiS der Gewerkschaftsvorschläge zustande. Diese Einigung ist in erster Linie dem zielbewußten Eingreifen deS Ministerial» rateS Briet des Fürsorge Ministeriums zu verdanken. Auf Grund dieser Einigung werden di« Vertreter der Gewerkschaften den Arbeitern die sofortige Wiederaufnahme der Arbeit empfehlen. Der erfolgreiche Ausgang deS Streiks fällt auch das Urteil über den Verrat der SdP an den Gablonzer Glasarbeitern. Die Bezirksorgani- sation Gablonz dieser Partei hat bereits vor mehr als einer Woche den Versuch'gemacht, die Arbeiter zur Aufnahme der Arbeit zu bewegen, bevor die Lohnerhöhungen durchgesetzt waren. Die SdP wollte die Geschäfte der Unternehmer besorgen, an dem einmütigen. Widerstand' der Arbeiter ist- dieser Verrat gescheitert. Die Gablonzer Glasarbeiter haben daraus gelerüt und die sudetendeutschen Arbeiter sehen, daß di« SdP nicht«ine Arbeiterpartei, sondern'- eine Partei gegen die Arbeiter und deren sozialen und menschlichen Ausstieg ist. Tokio, welcher für den Botschaftrrposten in Berlin in Aussicht genommen' war, soll in Ungnade gefallen sein. DaS Blatt meint, die europäischen Kabinette, die ausländischen Botschaften in Moskau und auch die Korrespondenten der großen Weltblätter in Sowjetrußland könne» sich dir Borgänse, nicht erklären,.die niemand verstehe. Paris und London seien be« nr«» higt hinsichtlich der Wirkung dieses Vorgehens ans die militärische Stä.rkeunddaSdiPlomatischrPre» stige der Sowjetunion. Niemand glaub e an die offiziellen Erklä» r u n g e n. Wenn eS stimmt, wie offiziell mitge» teilt wird, daß nach zwanzig Jähren bolschewistischen Regimes zahllose Persönlichkeiten aus den höchste«' Posten der Berwaltung und deS HeereS und der Industrie bezahlte' Saboteure, und Spione ausländischer Staaten waren, dann müsse der Staat korrupter sein als je rin Land in der Weltgeschichte. Wenn diese Entwicklung sich, tatsächlich durch'Monat, und Monate unentdeckt vollziehen konnte, dann zeugt' die» absolut für unglaubliche Unzulänglichkeiten von Regierung und Partei? ES erinnert dies, an das Büch Chesterton»„Der Mann, der Donnerstag war",'in dem alle Polizisten Anarchisten und alle Anarchisten Polizisten-sind. ....»•■ London. Der. Moskauer Korrespondent des R e st t e'r> Büros meldet: Die ausländi» fchrn-Beobacht« in Moskau können sich noch-kein Bild über die Reichweite der Säuberung im Sowjetverband mache», die im' August vorigen Jahre» mit dem Prozeß gegen Sinowjew. und Gestossen begann und dir in der Absetzung'einiger Militärkommandanten'und- der Verhaftung von Jndustriekommissare» im östlichen Teile drS Sowjetverbandes gipfelte, die beschuldigt-würden,. als' trotzkiftische Agenten. stach den' Instruktionen. deS'deutsch-japanischen' Spionagedietzstes die russische Industrie sabotiert zu'haben. ES Wär« verfrüht, heute eine Aufklärung-suchest zu wollen, es ist.jtdoch möglich,' daß die Situation iit Ästigcst Tagen klarer seist wird,'dä int-r.r» es's-a'n t'e Estth ü l l u'n g en erwarte t werden. Trotzdem glaubt mäst, daß die Gerüchte über eiste» möglichen Mtlitärumfturz unwahr sind. Kriegsschiff gegen Flugzeug . Zwei wirksame Angriffe spanischer Flieger gegen feindlich« Kriegsschiffe, der Untergang der „Espana" und die schwere Beschädigung und die Menschenopfer des„Deutschland" lenken neuerdings die Aufmerksamkeit auf die Frage: hat die mit ungeheurem Aufwand geschaffene und weiterhin zu bauende Kriegsflotte noch den entsprechenden Wert? Ist sie nicht durch die modernen Kampfflugzeuge in so hohem Maße bedroht, daß sie im Ernstfälle versagen muß? Schon die Torpedo- und Unterseeboote haben im Weltkrieg die Möglichkeiten der Kriegsmarine stark eingeschränkt und die Diskussion über die Verschlimmerung ihrer Lage durch die Luftwaffe dauert fast während der ganzen Nachkriegszeit an. Diese Frage ist, wie kürzlich ein Betrachter der Sachlage mit Recht bemerkte, von nahezu weltumstürzender Tragweite. Es handelt sich um nicht, weniger als die Möglichkeit der Beherrschung der Meere, also des Schutzes der eigenen Küsten und der überseeischen Besitzungen, sowie der Nahrungsund Materlaizufuhr aus Uebersee. England in erster Linie sieht sich hier vor einer strategischen und auch einer rüstungswirtschaftlichen Frage von höchster Bedeutung. Die englische Regierung Hai im Herbst ein besonderes Komitt mit dem Studium des Problems betraut. Di« Zusammensetzung des Komitks aus den vier zuständigen Ministern und aus den Oberkommandierenden der See- und der Luftflotte entsprach dem Gewicht der Frage. Das. Komite veröffentlichte' sein Gutachten-in Form, «ine» Weißbuches; es sprach sich zugünstender Kriegsflotte aus, jedoch mit stärkest Vorbehalten. ' Eine Skizze des technischen Standes der Frage nach dieser letzten Nachprüfstng möge der Besprechung der beiden jüngsten Luftangriffe aüf Kriegsschiffe vorangehen. Ola technische Seite Di« Waffen der Flugzeug« gegen Schiffe sind hauptsächlich zweierlei: Sprengbomben und Lufttorpedos. Mittels der ersteren sucht der Flieger von oben her die Stahlpanzerung des Decks zu durchschlagen und im Inneren des Schiffs Explosionen von größtmöglicher Wirkung hervorzurufen. Der Torpedo hingegen wird aus geringer Höhe mit genauer Zielrichtung zum Schiffe ins Meer abgeworfen, stelli sich, mittels sehr sinnreicher Einrichtungen aus eine bestimmte Tiefe, ein und schiebt mit Wucht gegen die untere Flank« des Schisses, um sie dürch die Explosion einzureiben und womöglich das Schiff zum Sinken zu bringen. Beide Arten des Angriffs haben ihre großen Schwierigkeiten. Das Bombenflugzeug, durch di-' Abwehrgeschütze des Schiffes zu hohem Flug gezwungen, muß ein vergleichsweise kleines Ziel treffen. In der Regel wird es durch den sehr schwierigen Sturzslug aus mehreren tausend. Metern Höhe die große Ausgabe zu lösen suchen. DaS Schiff antwortet, mit dichtem Sperrfeuer, mit Aenderungen seiner Richtung;-wenn Zeit bleibt, auch mit Jagdfliegern. Noch weit mehr gefährdet ist das Torpedoflugzeug,'da es bis aus zwanzig bis dreißig Meter Höhe herabgehen muh und feine Aufgabe nur.'dann zu leisten vermag, wenn eS durch viele BegleitflUgzeuge geschützt ist oder überraschend auS einem künstlichen Nebel, den andere..Flugzeuge erzeugten, hervorstößt._ Die Flugzeugabwehrgeschütze mit ihren elektrischen Zielvorrichtungen sind auf. einer beträchtlichen technischen Höhe. Sie wirken, auch von'Begleitschiffen her. Flugboote steigen vom Schiff« auf und verfolgen die Angreifer. Wird das Schiff dennoch getroffen, so ist sein Untergang keineswegs als.Regel zu betrachten. Dtzr Jnnenraum jedes modernen Kriegsschiffes ist durch wasserdicht abschließbare„Schottenwände? aus Panzerplatten' in viele Räum« zerlegt, sowohl in-lotrechter als auch in wagrechter Richtung. Nur die Verletzten-Einzelräume lassen Wasser eindringen. Bei den modernsten Schiffen sind Mannschafts«, Maschine»- und Munitionsräume. durch mindestens zwei Panzerdecken-von-der freien.Lust getrennt;, so daß eine Bombeyexplosion sich wahrscheinlich zwischen den beiden Panzern unwirksam entlädt;'------ Mit technischen Tatsachen dieser Art begründet das Komits seist günstiges Urteil. Aber eS ist so vorsichtig-zu sagep,.daß.„mindestens die-N e u« Systemkrise— Staatskrise! •Die Vorgänge In RuBland Seile 2 Freitag, 11. Juni 1037 Nr. 136 bauten mit aussichtsreichen Schutzeinrichtungen versehen werden tonnen." Die»Espana«•■ Im Falle der„Espana" lag allerdings die Sache wesentlich einfacher, Sie war das größte Kriegsschiff FrancoS, war aber schon 1918 gebaut und nicht mehr als modern zu betrachten/Sie Hatto zwar moderne deutsche Flugzeugewwehrge- schiihe, die von Deutschen bedient waren, an Bord, und weitere Geschütze traten von dem Begleitschiss, dem Kreuzer„Velasco", auS in Tätigleit. Bon einem Sperrfeuer konnte indessen nicht die Rede sein und Abwehrflugboote waren nicht vorhanden. Ob wirklich eine Bombe zufällig in einen Schornstein fiel(was unwahrscheinlich ist und kaum festgestellt werden kann), ob durch einen Volltreffer in die Munitionsräume die entscheidende Wirkung eintrat— das Schiff wurde zum Sinken gebracht. Francos Sache erlitt einen schweren materiellen und moralischen Schaden. Neber den Wert moderner Kriegsschiffe ist damit jedoch nicht viel ausgesagt. Dor Kreuzer»Deutschland« ' Dieses Schiff ist erst einige Jahre alt und gehört zu den größeren feiner Art, besitzt jedoch nicht die starke Panzerung moderner Linienschiffe. Es wurde kaum im Sturzflug angegriffen; ein gewöhnlicher Bombentreffer aus nicht allzugroßer Höhe schlug durch das Deck und überraschte di« Mannschaft beim Mahle. Immerhin zeigt der Fäll, dah auch ein Volltreffer mit Bomben das Schiff keineswegs zum Sinken bringt oder auch nur fahrtunfähig macht; der Kreuzer konnte vielmehr mit eigener Kraft den Heimweg antreten. Aber wie auf dem Kriegsschauplatz im Inneren Spaniens, ist auch zur See der Schluß auf die Kräfteverhältnisse in einem etwaigen Zu- kunftSkrieg nicht möglich. Die Beispiele„Espakia" und„Deutschland" sind in technischer Hinsicht weniger aufschlußreich als die Manöver, welche mit modernen Mitteln durchgeführt wurden, ihrerseits aber auch nur ein unvollkommenes Bild des Ernstfalles geben können. Manüvererfahrungen Im Feber vorigen Jahres hüben die Engländer einen entsprechenden Manöverversuch angestellt. An der ägyptischen Küste wurden zwei unbemannte Flugzeuge durch elektrische Wellen so gelenkt, als sollten sie einen Angriff auf die nahen Kriegsschiffe durchführen. Diese konnten mit den Abwehrgeschützen sehr bald die Flugzeuge zum Sturz bringen. Das Experiment hat kaum mehr Beweiskraft, als die seinerzeitige Versenkung des abgelieferten deutschen Kriegsschiffes „Ostsriesland"durch schwere Bomben in einein amerikanischen, Manöver. Das Schiff wurde nicht selbst getroffen und doch durch den Explosionsdruck der nahebei platzenden Bomben zerstört, so daß es scheint, daß mit schweren Bomben sehr genaues Zielen nicht nötig ist. Beide Versuche haben soviel bewiesen, daß jedem Urteil für den Ernstfall große Unsicherheit anhaftct. Die grolle Frage Nun fasse man die Lage der Mitglieder jenes Komitss ins Auge. Sie stehen vor der Möglichkeit, aussprechen zu müssen, daß Englands große Schlachtslotte im Ernstfall durch ihre Unsicherheit entwertet sein kann! Mit ihren fünfzehn großen Linienschiffen, ihren sechs großen Flugzeugmutterschiffen, fünfzehn schweren und vierzig leichten Kreuzern und den anderen Ein- 50 JUNGES WEIB H VERONIKA ROMAN VON MARIA GLEIT Denn«ine Ehe wird ja nicht geschlossen, indem man eine Predigt hört und Ringe tauscht, ein Brautkleid trägt, am Arme des geliebten Mannes die Kirche verläßt, sie wird auch nicht geschlossen, wenn der Standesbeamte die Eintragung in die Akten vollzieht,— nicht einmal in der Umarmung und nicht einmal im lebendigen Zeugnis unserer Liebe, in unserem Kind, liegt ihre Gültigkeit, denn diese Gültigkeit ist ja noch gar nicht zu erkennen! Die Dauer dieses Lebens erst muß sie erweisen. Wenn wir so alt sind wie die altL Frau, die uns die Kerze brachte, das Brot und den Wein/ und wenn wir dann noch beieinander sind und immer noch eines Willens: des Willen» für den anderen, und einer Leidenschaft: der Leidenschaft für den anderen, und einer Bereitschaft: der Bereitschaft für den anderen,— dann ist die Ehe wohl geschloffen, vollzogen, gültig vor dem Schicksal."—„Liebe", sagte er,„meine liebe Fran... Wo du hingohst..." »Es ist nicht nur das, Arnold, du mußt mich verstehen", bat sie. ES mag ja wunderlich mit uns gegangen fein. Daß ich Truckenbrott kennenlernte, als er dich suchte. Daß ich seine Geschichte hörte, ohne zu ahnen, daß du die Hauptrolle in ihr spielst. Daß ich an deine Rückkehr nicht mehr glaubte und daß du trotzdem kamst. Daß ich versprach, sein Leben zu teilen..." „Das versprachst du ihm, Veronika?" „Ja", sagte sie,.„Und ich brach mein Wort. Denn du warst ja gekommen,. Liebster. Das Wun- der hatte sich begeben. Wir Menschen sinh wohl für Pas Wunder nicht gemacht.. ,*• beiten der englischen Seemacht hat sie einen Geldwert; der nach Zehnmilliarden tschechoslowakischer Kronen zu bemessen ist und weit"darüber, hinaus einew Lebensnerv des Imperiums bildet:"Fünfneue Linienschiffe, jedes von Milliardenwert,, sollen gebaut werden. Ist anzünchmen, daß selbst Minister und Oberkommandierende in solchem Falle rein sachlich urteilen können» daß sie nicht gefühlsmäßig beeinflußt find? Das KomitS hat, indem es der Kriegsmarine die LebenSberechtt- gung zusprach, eine wehrtechnische und kriegswirtschaftliche Entscheidung"von größtem Ausmaß im konservativem Sinne gefällt. Ein international anerkannter Fachmann, der jedoch keine amtliche Funktion mehr hat, der General Fuller, hat ein ganz anderes Urteil ausgesprochen, welches die Zweifelhaftigkeit deS obigen deutlich genug zeigt. Fuller hat in seinem neuen Buch über die britische Reichsverteidigung die großen Schlachtschiffe grundsätzlich"abgelehnt, da die entscheidende Waffe daS Flugzeug sei. Von. der Beherrschung deS Ozean» würde in einem künftigen-Krieg für da» Britische Reich .viel,, wahrscheinlich alles abhängen. Zum Bei- spiel sichern ihm die NeutraliiätSgesetze, welche die Bereinigten Staaten kürzlich beschlossen haben, mit-großer Wahrscheinlichkeit die Versorgung für den Kriegsfall zu— falls es sich die Waren selbst holen kann. Die ganze Problematik des gegen- ivärtigen wirtschaftlichen und politischen Machtsystems wird schon aus der Unsicherheit solcher Versorgung augenscheinlich. Alle aufrüstenden Staaten leiden unter Un- sicherheitsfaktoren von ähnlichem Ausmaß. Vielleicht sind sie der Hauptgrund des Zögerns der kriegslustigen faschistischen Staaten. Vielleicht werden sie—- hoffen wir esl— auch weiterhin den Kriegswillen erheblich abschwächen. E. B. chend gesichert. Im Vorjahre hat Prag im Durchschnitt täglich 886.209 Liter Milch konsumiert, das der Hauptstadt.zuäewiesen« Kontingent ist noch.tim rund 78.000 Liter höher. Brünn erhiUt. täglich rund 100,009 Lltek, Prcßburg 62.000 Liter pasteurisierte Mich. Der PasteurisierungSzwang. wurde in lichter Zeit auch auf Karlsbad und seine Vororte ausgedehnt. - DerB ut.ter vr ei» ist fest Oktober 1986 im Durchschnitt bon17.80 auf 16.28 Kt zuriickgcgan- gen. Butterverfälschungen kommen am meisten in den Bezirken Reichenberg. Turnau und Gablonz vor, in Prag nur vereinzelt und in Südböhmen überhaupt nicht. Kartoffel— alte wie neue— sind ausreichend vorhanden, die Produzenten beklagen sich sogar über den sinkenden Konsum. R,« i t ist etwa» im Preis gestiegen, seitdem die alten Vorräte auiverkauft sind. An Hand einer Tabelle über die Preise von Weizen, Roggen, Teebutt« und Eiern stellte der Minister fest, daß diese Produkte bei.unS billiger sind als in Frankreich, Deutschland, OestÄrcich und selbst in Ungarn- Ausführlich beschäftigte sich der Minister sodann mit der Tätigkeit der PreiSbeirät« ukd der Schiedskommission für Baumaterialpreise. Zum Schluß gab er noch Aufschluß Wer die geplant« Regelung der Wucherdienste», bzw. di« Ueberführuna de» Bertrags- personale» in den praginatikalischen Stand. Das Zuckerproblem auf derTagesordnung Zusagen des Ministerpräsidenten der Regierung Prag. In der DonnerStag-Ditzung des ErnährungSausschuffeS berichtete- der Vorsitzende Abgeordneter I a k f ch über feine Aussprache mit dem Ministerpräsidenten Dr. H o d j a, dem er dir Wünsche des Ausschusses hinsichtlich der energische» Inangriffnahme de» Preisproblems übermittelt hatte. Als vorläufige» Ergebnis der Aussprache ist die Zusicherung de» Ministerpräsidenten zu werten, daß sich die Regierung In der allernäch- sten Zeit mit dem Zuckerproblem befassen wird. Bevor sie aber über die Frage des Zuk- kerpreiseS»erhandeln könne, müssen erst einige technische und organisatorische Probleme geklärt sein, die sich auS den Beschlüssen der kürzlich beendeten Londoner Zuckerkonferen» ergaben. Mit den hiezu notwendigen Borarbeiten wurde bereits begonnen. Minister Dr. Cerny Uber die Preisentwicklung Dann erstattete Innenminister Dr. 2 e r n y ein Expost über da» PreiSproblem. Die Debatte darüber soll in der nächsten Woche abgeführt werden. Der Minister stellte fest, daß nach den letzten Preisberichten des Statistische» StaatSamteS der Index der LebenShalwngSkosten auf dem Gebiete der Ernährung gegenWer dem Vorjahr« um 9 bis 11 Punkte gesunken sei; da» zeuge von einer gewissen Stabilisierung der Verhältnisse auf. dem LsbenSmittglMarkt.," U1<, v., Di«M Vld l pr«8-f-t-."Nwiden-sich siedest Grenzen der im Juli 1988 kundgemachten Maximalpreise, der Detailpreis des B r o t e r ist gegenWer dem Oktober 1986 unverändert. Ansuchen der Bäcker um BrotpreiSerhöhung werden hinsichtlich der Kalku- lation sehr genau überprüft. Der Rogg«nvo"r- rat der Äetrridegesellschaft von 6298 Waggons genügt zusammen, mit weiteren 1190 Waggon», die noch aufzukaufen sind, einschließlich der Vorräte in den größeren Mühlen zur Versorgung deS Konsums bis zur neuen Ernte. Die V i e h p r e i s e weisen, wie der Minister im einzelnen anführt, gegenüber dem Oktober 1986 eine sinkende Tendenz auf. Die Differenz beträgt im Großhandel vro Kilo Lebendgewicht 1 bi» fast 2 Kä. Auch im Detailverkauf sind die Fleisch- und Fettpreise sowie di« Preis« von Selchwaren um 1 bis 2 sii pro Kilo zurückgegangen. Diese Feststellungen beziehen sich auf Prag, haben Wer auch für die Provinz Geltung. Zur Regelung deS Viehmarkte» hat da» Bieh- fyndikat für den Monat Juni di« Einfuhr von 10-000 schweren Fettschweinen, 2000 Schafen, 150 Waggon- Fett, 14 Waggon» Butter und 82 Waggon» Eier bewilligt. Für den Winter sind bereit» 86.000 Halb- kisten Eier zu 12 Schock), da» sind ungefähr 480 Waggon», in Kühlhäusern«Ingelagert. Die Ansuchen der Kunstfettfabrikanten um Erhöhung der Richtpreise für Kunstfeit wurden nicht bewilligt. Das Handelsministerium hat diesbezüglich neue Preisabstufungen beantragt, die noch Gegenstand von Verhandlungen sind. Die Milchversorgung jener Städie, in denen PasteurisierungSzwang besteht, ist auSrei- Die Hodja-Reise nach Bukarest. Der Vorsitzende der Regierung Dr. Milan H o d j a wird Dienstag, den 15. Juni, früh in Bukarest eintreffen und bis zum Wend des 16. Juni in der rumänischen Hauptstadt bleiben. Ministerpräsident HodZa stattet damit dem rumänischen Ministerpräsidenten TatareScu seinen Gegenbesuch ab. Der Präsident der Republik empfing am 10. Juni 1987 den außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister in Paris Dr. Stefan Osusktz, dann den Dozenten Dr. A. Basch und schließlich die Delegierten des Rate» de» Verbandes der Böhmischen Brüder in Prag. Lesalisierungssesetz in Vorbereitung Zur Bereinigung der bisherigen ErmUditlgungsmaBnahmen Prag. In einer Beratung der Klubobmän- ner der koalierten Parteien mit dem Ministerpräsidenten Dr. H o d j a stand Donnerstag daS restliche Borferienprogramm der Nationalversammlung zur Verhandlung, vor allem aber die mit dem Ablauf deS bisherigen Ermächtigungsgesetzes zusammenhängenden Fragen, die durch die Anrufung deS Verfassungsgerichtes in Sachen der Richtergehaltskürzungeu noch weiter kompliziert werben. Bekanntlich hat die -.Regierung schon vor einigen Wochen erklären M- ■ stn, daß: sieden bisherigen Umfang dts'Ermäch- "tigungsgesetzes selbst ei n s ch r st« k e n will, doch werden innerhalb der Koalition die Strömungen, die überhaupt gegen jede weitere Verlängerung des Ermächtigungsgesetzes sind, immer stärker. Andererseits laufen in der nächsten Zeit einige terminierte Maßnahme« nach dem Ermächtigungsgesetz ab, darunter die letzten Gehaltsabzüge, für deren rechtzeitig« Verlängerung auf normalem, parlamentarischem Wege nicht mehr die nötige Zeit zur Berfügung stünde. Die Regierung sucht deshalb einen Ausweg auS dieser Situation in der Richtung, daß durch ein sogenanntes LegalifierungSgesetz alle bisher auf Grund deS Ermächtigungsgesetzes er lassenen Regierungsverordnungen ausdrücklich alS Gesetz anerkannt werden sollen, und zwar auch jene Verordnungen, die e r st n» ch b t S zum 30.1« n i, dem Tag deS Ablaufes deS Ermächtigungsgesetzes, erlassen werden sollen. Dafür soll daS Ermächtigungsgesetz dann nicht mehr verlängert werden. Die Klubobmänner der koalierten Parteien gaben grundsätzlich ihrer Bereitwilligkeit Ausdruck, der Regierung in diesen gesetzestechnischen Schwierigkeiten entgegenzukommen, doch behielten sie"sich eine endgülttge Stellungnahme'z» der MM Ministerpräsident vörgefchla'grnrn Lösung vor, bi» der Entwurf im Wortlaut vorliegen wird. DaS soll SamStag oder spätestens in den ersten Tagen der nächsten Woche der Fall fein. Auf der Tagesordnung der-restlichen Parla- mentSsttzungen vor den Ferien sollen insbesondere nöch die Zollerleichterungen, die erste Etappe der karpathorussischen Autonomie und die Wahlkreisänderungen in der Slowakei stehen. Eine Reihe weiterer Vorlagen dürfte auf den Herbst zurückgestellt werden, so daS Bankiergesetz, die vormilitärische Erziehung u. a. I« Koalitionskreisen rechnet man mit Parlamentsschluß am 1. oder 2. Juli. Sie sah ihn an.„DaS war es also?" fragte er. ,,DaS war es", sagte st«.„Run bist du traurig, Arnold, hab' ich recht?" „Gekeimt von dir— warum bin ich geworden— Weil du bist, schuf mich Gott. Er widuvufe oder lerne Geister morden——* Wort für Wort fiel schwer von seinen Lippen, und schwer fiel seine Hand auf ihren Arm, auf dem das Licht in seltsamen Figuren spielte. „Goethe?" fragte sie. „Schiller", lächelte er. „Wie dumm ich bin.* „Broneli..." «Weil du bist, schuf mich Gott?" „Weil du bist.. „Mann, lieber Mann!" sagte sie/„was wissen wir von diesem Leben? Was wissen wir davon, ob unser Dasein jetzt in geraden Bahnen laufen wird? Ich liebe die geraden Wege, doch manchmal braucht man wohl mehr Kraft dazu, auf einer breiten Straße in der Sonne zu gehen, als aus schwierigen Pfaden in Dunkel und Düsternis. Der Weg in den Himmel ist ein Weg, der von Seligkeit leuchtet. Nur darum ist es ja so schwer, ihn auch zu gehen."„Wie klug du bist." „Nein", sagte sie,„nein, nein., Ich habe nur soviel versäumt. Nun nimmt es mir den Atem, mich in der Seligkeit auch zu bewegen, Mir ist, als müffe sie zerspringen wie ein dünner Panzer, wenn ich mich erhebe und zu leben versuche, was mir vom Leben noch einmal verheißen ward.". «Ich bin doch da. Wir sind doch eins.".,-, Sie schüttelte den Kopf, und nun war wirklich Weisheit in ihren Augen, lächelnde Weisheft, schmerzliche: „„Du bist zwar da,---- mit allem für mich. Und sch bin da,— mit allem für dich. Und doch wird, nie aus zweien, eins. Sieh, diese Grenzen fallen nicht, die einen vom anderen trennen,, und wenn wir sie blind überschreiten wollen,— ach, Liebster, das bekommt uns schlecht. Wie glauben Mx.Ms meistens gut.zu kennen! Und wie fragen wir, wenn das Schicksal das Zwielicht unseres Daseins aushellt mit einem blendenden Blitz: das— bist— du? Wir leben Bildern nach. Liebster, weil wir zu schwaK sind, Wirklichkeiten zu ertragen. Der Mensch ist niemals gut. Der Mensch ist zwiespältig von Anfang an. Und Segen dringt es nie, jein Herz an Menschliches zu hängen. Denn.siehst du, wenn du heute auch verzeihst, was ich getan, — so wirst du morgen schon, wenn du mich ansiehst, auch das Mal an meiner Stirne sehen,— die Lüge, Liebster, die du doch niemals vergißt." «Die Lüge, Liebste, die. ich längst vergessen habe...", erwiderte er. „Ich möchte dir etwas von Luzifer erzählen, von dem gestürzten Engel... doch kenn' ich mich in himmlischen Verhältnissen nur wenig aus... Gott sah ihn lieber als die anderen, sein Mut war größer, sein Strahlen heftiger, sein Blick kühner, und seine Taten waren edler als die Taten aller. Und darum fiel er dann so tief..." „Er hatte seine Hände nach dem Höchsten ausgestreckt, Veronika, dem ewig Unerreichbaren, nach der Vollkommenheit! nach Gottes Thron." >-.„Und warum durste er das nicht?"- „Weil er ja nur ein Engel war..." --„Und wir, die wir nur Menschen sind...? Ich werde niemals fassen, Lieber, warum dos höchste Streben mit dem tiefsten Sturze enden muß." „Mein Engel!" rief er aus,"„du redest dir wohl nicht ein, daß du'in meinen Augenstürztest aus dem Glanze in das Dunkel?,Veronika; in meinen Augen schreitest du'kühner als Luzifer in der Zeit seiner hohen Seligkeit durch alle Wirren unseres" Sch'cksalS."—«Wie wunderbar du übertreibst, du wunderbarer Man»-.-, „Wir wollen schlafen gehen, komm, Vero- nika...", bat er, /und er, stand auf und half, ihr auS dem Stuhl, in. dem sie fast versunken war. „Und wenn, du«S irdischer hören willst, Veronika, so laß dir sagen, daß eS meine feste Ueberzeugung ist, daß keiner der Wege umsonst war und keiner der"Umwege vergeblich, die wir gegangen sind, um in daS Herz deö Daseins vorzustoßen." „Auch nicht der Umweg über TruckenbrottTH „Nein, auch nicht der Umweg über Truckenbrott", antwortete der Mann. ÜMsetnd'Frau schritt ivioder höher, aufgerichteter und gläubiger, ein Mensch in der Gewißheit, der die Mitte de» Lebens gefunden hat," «. Am nächsten Morgen wollten sie unbemerkt und zeitig fort. Früher al» sie aber" war die alte Frau bereits auf ihren Beinen. Sie hatte schon Kaffee gemacht, und sie blieb gerne bei den beiden sitzen, die«Ine ftohe Regsamkeit nicht mehr Herbergen konnten. „Was wird das Peterchen nur sagen, wenn wir konuneg?" fragte Veronika immer, wieder, „was wird eS nur für Augen>machest?" „Sie haben eS wohl lange nicht gesehen, Ihr kleines Kind?" wollte die Alte wissen,„Sie waren lange unterwegs?"«Ja, lange", sagte Veronika. «Sie haben ihn sehr gern, den Knaben?" „Ja,sehr." „Wie sind Sie glücklich, liebe Frau.," In einer Art von Andacht, von Erstaunen stellte eS dis Alte fest und sah dem Wagen nach, der auf der Landstraße verschwand. Und der Wagen ratterte, und der Motor summte, und der Wind flog.vor ihnen her. Noch einmal glühte der Sommer, in den Wäldern, der.späte Sommer des verlorenen Jahres. In den Bäumen wirbelte, der Staub, das Haar der Veronika schlug wie eine, wilde FlaMme um ihren Kopf, der Mann saß am Lenkrad, und hin. und wieder flattert«.ein Wort, in den Wind. Alles hatte sie ihm nun gesagt, und alles war aufgegangen im Leben.„Dul" hieß da» einzige Wort, das noch zUjfagen blieb, und imMer.wieder nur. „Du!" Und,war das schwerste,-das furchtbarste und immer wieder da» segenträchtigste Wort de» Daseins. Und al» sie-nach Hause kamen, kachelte da» Kind. Jauchzend streckte es feine Aevstchen aus und, legte sie. der Mutter um den Hals,— der Mutter, die den großen, fremden und doch wunderbar vertrauten Mann im Wagen mit sich brachte, den man Vater hieß. Sk. 136 Freitag, 11. Juni 1937 Seite S fudctendeutscfic r Zeitspiegel Gemeindewahlnovelle angenommen Senatsfassung des Kostenersatzes für durchgefallene Kandidatenlisten durch- gedrungen Das Abgeordnetenhaus nahm am Donnerstatz die Novelle zur Gemeindewahlordnung in der vom.Senat abgeänderten Fassung in beiden Le- süngen an. Belanntlich handelt es sich darum, Splitterlandidaturen durch Borschreibung des Kostenersatzes für durchgefallene Kandidatenlisten zu erschweren. Der Senat hat daran die Äenderung vorgenommen, daß von dem Kostenersah jene Parteien befreit sind, welche wenigstens in einer Kammer der Nationalversammlung vertreten sind. Gegen diese Äenderung bestanden im Abgeordnetenhaus ziemliche Bedenken, doch wurde schließlich die Senatssassung unverändert angenommen. Verschiedene oppositionelle Redner versuchten gestern, daraus eine schwere Beeinträchtigung der Demokratie zu konstruieren. Zu ihnen gehörte auch Herr Birke von der SdP, der sich u. a. dafür einsetzte, daß alle Vorsteher, die der SdP angehören, in ihrem Amte bestätigt werden. Bon Koalitionsseite sprach lediglich der tschechische Sozialdemokrat P i k, der es begrüßte, daß die Gemeinden gegen leichtsinnige Kandidaturen geschützt werden, die in der letzten Zeit bis zur Unerträglichkeit angewachsen sind. Redner urgierte dann eine Reihe von Maßnahmen zugunsten der schwer betroffenen SelbswerwaltungSkörper. Das Haus nahm dann die Regierungsvorlage über die Durchführung von internationalen Abkommen an, welche vermögensrechtliche Auseinandersetzungen bei einer Äenderung der staatsrechtlichen Berhälwisse beinhalten. Auch die Borlage über die obligatorische Eichung ärztlicher Thermometer wurde ohne Debatte angenommen und sodann die Erledigung der weiteren Tagesordnung auf Freitag, den 11. Juni, 10 Uhr vormittags vertagt. Auwnomievorlage genehmigt. Im verfassungsrechtlichen Ausschuß des Abgeordnetenhauses wurde die Borlage über die verfassungsrechtliche Stellung des Gouverneurs von Karpa- thorußland, das ist die erste Etappe der karpatho« russischen Autonomie, nach längerer Debatte mit einigen Aenderungen, meist nur stilistischer Natur, angenommen. Im Paragraph 22 werden die Rechte der Mitglieder des GubernialrateS dahin ergänzt, daß sie nicht nur eigene Anträge einbringen, sondern auch A n f r a g e n an den Borsitzenden stellen können. Der Paragraph 7 wird dahin geändert, daß dem Gouverneur hinsichtlich der Bestellung von Lehrkräften an den nicht- staatliche n.Schpsen jene. Kompetenz, zulom- men soll, die bisher der^Staatsverwaltung-sjü« steht. Dadurch sollen also auch die k i r ch l i ch e n Schulen in die Kompetenz d§S Gouverneurs einbezogen werden. Völkerbundkommlssllr forscht nach Wichmann? Danzig.(HavaS.) Dte Ankunft des SS»Chefs Himmler soll mit dem Ersuchen Prof. Burckhardts, deö Oberkommisiärs des Böl- kerbundes für Danzig, im Zusammenhang stehen, In welchem Burckhairdt den Danziger Senat aufgefordert hat, über daS Berschwhndcn deS sozialistischen Abgeordneten Wichmann, der von der Polizei am 2b. Mai verhaftet worden ist, Aufklärung zu geben. ernste Lage In Ohio und Michigan Aoungstown.(Ohio.) Bor. dem hiesigen Werk der Republik Steel Corporation kam es erneut zu blutigen Zusammenstößen zwischen Streikenden Lewis-Gewerkschaftlern und der Polizei, bei denen 14 Streikende zum Teil schwer verletzt wurden. Die Polizisten hatten Lastwagen mit Lebensmitteln für die noch arbeitende Belegschaft des Betriebes in das Werk geleitet. Als sie das WcrkSgelände verließen, wurden sie von den Streikenden angegriffen. Die Polizisten warfen zunächst Tränengasbomben, machten jedoch dann von der Schußwaffe Gebrauch. . Monroe.(Michigan.) Die Lage hat sich hier weiter zugespitzt. Der Bürgermeister hat seine Absicht, eine Einwohnerwehr zu-bilden, durchgeführt und kündigte die Wiederaufnahme der Arbeit im hiesigen Stahüverk an. Die Gewerkschaften wollen aus Detroit Tausende von Lewis- gewerkschaftlern hieher transportieren, die die Zugänge zum Stahlwerk absperren sollen. Gouverneur Murphy hätte während der ganzen Nacht Besprechüfimmmstder, Heilung der Lewisgcwerk- schafj,^/,D§r„Streik'im Slektrizitätswetl Sagi- nawtal(MiWan)/ durch''den'Met gießen Städten und 192 Dörfern der Strom abgeschnit- ten wurde, ist abgebläsen worden, nachdem den Streikenden,Lohnerhöhung zugebilligt worden War..■.' Appell an Unmenschen London,(Reuter.) 106 Mitglieder des Unterhauses, u. zw. Angehörige der Arbeiter- und der. liberalen Patteti haben, an Reichskanzler Hit l e r ein Telegramm gesandt, in welchem sie ihn ersuchen, im Interesse des Friedens, und der Menschlichkeit das Todesurteil des Berliner Gerichtes gegen zwei Führer der ehemaligen Ge- werlschaftsorganisationcu, St a m m und R o m- b e ck e, zu kassieren. ,.> Erfolge der aktivistischen Politik Neber Einschreiten unseres Abgeordneten Rudolf Z i s ch k a, Sternberg, wurden in der Station Sternberg 17 deutscheArbeiter für denOberbau aufgenommen. Außerdem wurden über Einschreiten des gleichen Abgeordneten auch in der StationBugisdorf zwei deutsche Bewerber in den Eisenbahndienst eingestellt. So führt die beharrliche Arbeit der Aktivisten zu Erfolgen für die Sudetendeutschen, während Henlein nach wie vor nichts anderes als Reisen in seinem Horch-Wagen unternimmt. Notruf der Metallarbeiter Die Einstellung der außerordentlichen Arbeitslosenunterstützung für Metallarbeiter hat in den Krisengebieten Erregung hervorgerufen. Dies ist vollkommen verständlich, denn die arbeitslosen Metallarbeiter, die keine Aussicht, auf dauernde Beschäftigung haben, konnten bisher ihr Leven mit ihren Angehörigen nur fristen, weil sie nach einigen Wochen Arbeit ein halbes Jahr die regn» läre Arbeitslosenunterstützung und ein weiteres Biertüljahr die Krisenunterstützung erhielten. Durch die Einstellung der außerordentlichen Ar- beitsbosenunterstühung ist nun diese bescheidene LebenÄveise der Arbeitslosen gefährdet. Der Vorstand des Internationalen Metallarbeiterverbandes hat ungesäumt eine Eingabe an das Ministerium für soziale Fürsorge gerichtet, in der darauf aufmerksam gemacht wird, daß die Aufhebung der außerordentlichen Arbeitslosenunterstützung für mehrere Gebiete eine unbegründete Härte darstellt. So für die Gürtler in Stein» schönau-Parchcn, di« nur dann arbeiten können, wenn die Glasindustrie dieses Gebietes boll beschäftigt ist, denn ihre Beschäftigung hängt nicht von den Zuständen in der Metallindustrie, sondern eben der Glasindustrie ab. Betroffen sind auch die Arbeitslosen in Neudek-Rotihau, wo durch die Stillegung der Eisenwerke im Jahre 1931 3900 Arbeiter arbeitslos geworden sind, von denen nur ungefähr 500 Arbeit in ihrem früheren Beruf erhalten haben, während die Existenz der anderen noch immer unsicher ist. Schließlich sind es auch die Graslitzer Instrumentenmacher, die der Hilf« bedürftig sind und wo von etwa 8000 dieser Menschen noch immer 1000 arbeitslos sind, darunter manche seit sechs und sieben Jahren. In GraSlitz, Rothau, und Hochgarth fanden drei große Protestversammlungen statt, welche ven den Freien Gewerkschaften und von der deutschen Sozialdemokratie einberufen waren. ES sprachen von auswärtigen Gewerkschaftern Müller und Herdlitschka sowie die führenden Funktionäre der Partei und Gewerkschaften im Bezirke. Die Einstellung der Krisenunterstützung wurde alS«ine völlig ungerechte Maßnahme beurteilt und die Beseitigung dieses Unrechtes verlangt. Die Arbeitslosen sind bereit, keinen Tag länger die Unterstützung in Anspruch zu nehmen, wenn ihnen Arbeit geboten wird. Solange dies nicht der Fall.ist, ist die Gewährung einer entsprechenden Unterstützung«ine zwingende Notwendigkeit. Palastrevolution Im Kulturverband Der mit sieben Parteiwassern gesalbte und nun schon sattsam bekannte Sekretär H e g« r des Deutschen KutturverbandeS wurde, wie ein Mon- tagsblatt meldete, über Antrag des Obmannes Prof. Geßner in Untersuchung gezogen. Hiezu erfahren wir, daß«in«igener Difziplinarsenat eingesetzt wurde, der seit Wochen täglich tagt. ES handelt sich um eine von Heger vor der Hauptversammlung in Zuckmantel«inberufene Beratung der KulturverbandSbeamten aus Mähren und Schlesien, in welcher beschlossen wurde, der SdP Handlangerdienste bei der Wahl der Funktionäre zu leisten. In dieser Besprechung führte ein SdP-Abgeordneter den Borsitz. Diese Besprechung hat sich aber auch mit der Entfernung einiger Hauptleitungsmitglieder befaßt, die der Beamtenschaft mehr als ihr lieb ist, die Zügel anlegen wollten. Der Fall ist deshalb so kompliziert, weil der bei der Beamtenschaft mißliebige Herr auch Mitglied der SdP ist und der Partei schon manchen Dienst geleistet haben soll. Wer vielleicht gehört er der Kasper- oder Aufbruchgruppe an, so daß die dem Kamerädschaftsbund näher stehenden Beamten, in ihrer Freude, eine Palastrevolution anzettcln zu können, etwas zu weit gegangen sind. Die Amtswalter des Kul- turverbandeS in der Provinz werden von diesen Borgängen wahrscheinlich nie etwas erfahren. Sie dürfen arbeiten und sich von den Beamten herauSwähle» lassen, wenn sie der SdP und dem KamecadschastSbunde nicht angehören. Wie lang« wird sich die Organisation der Berbandes diese Beamtenwirtschaft gefallen lassen? Was sagt Professor Geßner zu diesen Vorgängen— oder ist auch er schon ein Gefangener seiner SdP- Beamten? Fürsorgetagung der deutschen TuberkulosenfUrsorge In Tüschen Am 6. Juni fand eine von ungefähr 200 Teilnehmern besuchte, gemeinsam von der Deutschen TuberkulosenfUrsorge, dem Deutschen Zweigverein Prag für Lungenkranke und der. Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Volksgesundheit veranstaltete Tagung im Genesungsheim Löschen statt. Die Tagung wurde durch den Vorsitzenden der Deutschen Tuberkulosensürsorge Univ.-Prof. MUDr. Karl W a l k o eröffnet, der die Teilnehmer auf die eminente Bedeutung der Fürsorgetätigkeit bei der Bekämpfung dieser Bolttseuche aufmerksam machte und alle zur Mitarbeit an der Deutschen Tuberkulosensürsorge, die in letzter Zeit eine besonders erhöhte Tätigkeit entfaltet, aufforderte. Univ.-Prof. MUDr. Berthold Epstein begrüßte die Tagung als Borsitzender des Deutschen Zweigvereines Prag für Lungenkranke, der Eigentümer des Erholungsheimes ist, und MUDr. Adalbert Gattermann im Namen der Zentralsozialversicherungsanstalt. Prof. Epstein behandelte in einem ausführlichen Referat die«rsten Anzeigen der Tuberkelbazil« lcn-Jnfektion, geigte ihre klinischen und röntgenolo- gischen Anzeichen auf und verwies darauf, daß die Erst-Erkrankung durch Tuberkelbazillen sich immer mehr vom frühesten Kindesalter gegen das Puber- iätSalter zu vertieft, ja daß erst die Erstdurchseuchung in manchen Fällen um das 20. Lebensjahr erfolgt. Auf die besondere Anfälligkeit des Patienten bei der ersten Invasion der Tiwerkelbazillen wurde eingehend hingewiesen und besonders vor Schädigungen mit Höhensonnenbestrahlungen in diesen Er» krankungsstadien gewarnt. Primarius MUDr. Adler(Bokau) referiert« übe» die Indikation«-'. stelluNg zur Einweisung in Lungensanätorien, Erholungsheim« und Tuberkulosekrankenhäuser und verwies besonders auf di« Notwendigkeit einer richtigen Auswahl der Patienten und forderte«ine wesentlich längere durchschnittliche AusenthaltSzeit in den Tuberkuloseheilanstalten. - MUDr. Adalbert Gattermann, Prag sprach über Erholungsfürsorge und zeigte di« eminent wichtig« Bedeutung der Fürsorge nicht nur von der sozialen, sondern auch von der volkswirtschaftlichen Seite her auf. Die jährlich aufgewendeten Beträge für Heilfürsorge der Tuberkulosekranken gemeinsam mit dem Verlust an Arbeitstagen erfordern Beträge, die in die Milliarden gehen. Ein« ziel- betuußte präventive Tuberkulosenfürsorge würde zwar im Anfang Ihrer Durchführung höhere Betrüg« fordern, jedoch späterhin wesentliche Ersparnisse ermöglichen. Vortragender forderte die Reihenuntersuchung von drei besonders gefährdeten Jahrgangsklaffen. Die Teilnehmer dieser äußerst gelungenen Tagung hatten Gelegenheit, das nach modernen Gesichtspunkten eingerichtete Genesungsheim Löschen zu besichtigen. Vier Textil-Industrielle verhaftet Ans Wien wird gemeldet: Die Teilhaber der in Konkurs befindlichen Textilfirma Moritz Schur, die auch in der Tschechoslowakei Webereien betreibt(in Märzdorf bei Braunau und in M ä h r i s ch- TrÜb au), di« Herren Moritz Schur, Johann Schur, Friedrich Goldschmied und Anton Schur, wurden unter der Beschuldigung des Verbrechens der betrügerischen Krida und der Schädigung der Firmengläubiger verhaftet und dem Wiener Landesgericht eingeliefert. Sie werden u. a. beschuldigt, von 1929 bis 1935 der Firma 50 M i l l i o» n e n Kö entnommen zu haben, darunter 26 Millionen in einer Zeit, da den leitenden Personen der Firma deren Ueberschuldung bekannt sein mußt«. Zu Beginn des Jahre» hatte die Firma Konkurs angesagt. Di« Gläubiger hatten jedoch nur eine vierprozentige Quote zu erwarten. Protest sudetendentscher Katholiken. Der BolkSbund deutscher Katholiken?nw^n auf seiner letzten Bersammlung in Eger nach einem Referat des Generaldirektors Reichenberger eine Entschließung an, in der gegen di« maßlosen Pauschalverdächtigungen gegen deutsche Priester protestiert wird, die von deutschen Sendern und reichsoeutschen, aber auch suoetendeuischen Zeitungen, verbreitet werden, In der Entschließung heißt«S u. a.: /»Wir bedauern den Rundfunkangriff auf Kirche und Priester nicht zuletzt deshalb, weil dadurch dem Ansehen des deutschen' Namens vor de» anderen Nationen schwerer Schaden zugpfügt wurde." Einigung über Spanienkontrolle Der britische Vorschlag angenommen London. Renter meldet unter drm 10. Juni: Deutschland, Italien und Frankreich nehmen nunmehr den britische» Vorschlag betreffend daS Verfahren an, durch welche»«in Einvernehmen Über die erforderlichen Garantien für den Schutz der Kriegsschiffe erzielt werden soll» welche die Kontrolle in den spanischen Gewässern anSÜSen. Noch heut«»der morgen wird Minister Eden im britischen Außenamte mit den Botschaftern Deutschlands, Italien» und Frankreich» zusammenkommen. An dieser Beratung wird der endgültige Wortlaut der den beiden Parteien in Spanien zu unterbreitenden Vorschläge beschlossen werden. Das Schreiben der Sowjetunion an den Nlchteinmischmmsausschuß wurde, über Ersuchen des Botschafters Maifli an die'Mitglieder des Ausschusses verteilt. Di« Maiski eingehändigte Antwort wurde gleichfalls sämtlichen Ausschußmitgliedern mitgeteilt. In dieser Antwort werden die Umstände angeführt, unter denen über einmütigen Wunsch des Unterausschusses vom 8. Mai beschlossen wurde, es den vier Seemächten anheimzustellen, über die Maßnahmen zur Erlangung von Garantien für die Kriegsschiffe des Kontrolldienstes schlüssig zu werden. Der Botschafter Majfti.wurde informiert, daß nach Ansicht der britischen Regierung diese Garantien die Rechte des Ausschusses nicht einschränken und daß die britische Regierung dem Nichteinmischungsausschuß keineswegs das Studium derjenigen Fragen entziehen will, die in dessen eigene Wirksamkeit fallen. In London glaubt man/ daß der Standpunkt' der Sowjetregierung die^Wiederaufnahme der Zusammenarbeit im Rahmen des Nichteinmischungsausschusses nicht bedrohen und daß der sowjettsche Standpunkt kein ernstes Hindernis für die normale Abwicklung der Zusammenarbeit bilden wird, sobald sie im vollen Umfang wieder ausgenommen sein wird, Var die„Deutschland" Kontrollschiff? Anfrage des Sowjetbotschafters Moskau.(Laß.) Der sowjetrussische Bot» schaster in London sandte am 8. Juni an den interimistischen Vorsitzenden des Nichteinmischungskomitees einen Brief, in dem es u. a. heißt:: „In Uebereinstimmung mit den Instruktionen. Meiner Regierung, hierin der Sitzung vom 81. Mai dem Borsitzenden derUnterkommission bekannt gegeben wurden, habe ich die Ehre, an Sie folgende Anfrage« zu richten:, Hat die deutsche Regierung seit der Verwirklichung des Schema» der Seekontrolle dem Komitee jemals zur Kenntnis gebracht, daß dem Kriegsschiff„Deutschland" die Verpflichtung zur Durchführung der Kontrollfunktionen in den spanischen Gewässern auf- erlegt worden sei? Wenn die deutsche Regierung bisher«ine derartige Meldung nicht gemacht hat — und es besteht aller Grund anzunehmen, daß sie sie n i ch t gemacht hat— womit könnte dann bewiesen werden, daß die„Deutschland" wirklich an der Durchführung der Seekontrolle teilnimmt und sich nicht zu ganz anderen Zwecken in den spanischen Gewässern befindet?... Was die Fragen mehr allgemeinen Charakters betrifft, die in Verbindung mit der Bombardierung der „Deutschland" austauchen, so bin ich beauftragt, Ihre Aufmerksamkeit auf jene Tatsache zu lenken, daß agressive Handlungen der Aufitändischen gegen britische Schiffe, französische Flugzeuge und französisches Territorium bisher nicht ein einzigesmal Gegenstand der Erörterung des Nichteinmischungskomitees bildeten. Ohne im Prinzip gegen Maßnahmen des NichteinmischungS- komitees Einwände zu erheben, die den an der Seekontrolle teilnehmenden Schiffen eine Garantie gegen verschiedene Zwifchensälle geben sollen, die in Verbindung mit den Kriegsoperationen entstehen könnten, muß ich jedoch erklären, daß nach meiner Ansicht Unterhandlungen Über derartige Maßregeln nur nach Erörterung der ganzen Frage im Nichteinmischungskomitee getros- sen werden können und aus alle Fälle unter der Bedingung, daß alle im Komitee vertretenen Länder über diese Frage restlos informiert werden."' Rabiat nach links Schwere Strafen für österreichische Linke Wien. In Wiener-Neustadt sind am Donnerstag der Kommunist Moser und zwei andere Führer einer geheimen kommunistischen Organisation wegen Hochverrates zu 12 bis 15 Monaten schweren Kerkers und fünf weiter« Kommunisten nach dem Staatsschutzgesetz zu vier bi» sechs Monaten schweren Kerkers verurteilt wordem Den Angeklagten war Ge- heimbündelei und Mithilfe bei einer versuchten Flucht auS dem Konzentrationslager in WöllerS- dorf zur Last gelegt svorden. Riesenmehrheit für Blum Parts. Der Senat genehmigte abend» den Gesetzentwurf über die Nachträge zum'Budget für, das Jahr 1936 mit 270 gegen vier Stimmen. Seite 4 Str. 136 Freitag, 11; Juni 1037‘ Die größte Brücke Jer Welt über das Goldene Tor von San Franzisko, wurde vor wenigen Tagen eingeweiht. Diese Aufnahme zeigt die ersten Autos auf der riesigen Brücke. NgkesnEALeiten. ein Volk wird vergiftet Die Basler„N ationalzeitung" schreibt: Vor: uns liegt die erstbeste Nummer eines erstbesten deutschen Blattes, der„Freiburger Zeitung" vom 3. Juni. Davon sind zwei engbedruckte Seiten den Berichten über„Sitt- I i ch k e i tsp roz e s s e" im ganzen Reich einge- räumt. Durchaus glaublich, daß den Redalteuren d e r S t o f f, und besonders dessen Verbreitung ekelhaft ist. Aber sie müssen.' Die amtlich zugestellten GreuelsindPflichtstosf.„Ein Zug des Grauens... Klosterbrüder vergehen sich an Gebrechlichen... Die Irrenanstalt als Unterschlupf... Schleppenden Ganges und mit zitternden Gliedern und'körperlich deformiert standen diese armen Opfer stammelnd und weinend vor dem Richter, um thit entsetzlichen Gesten ihre verzweifelten Anklagen gegen den IlerischeN Verbrecher zu wiederholen,.. alle Phasen der widernatürlichen Unzucht... Lüstling allergrößten Kalibers... scheußlichste homosexuelle Verbrechen... dreizehn arme, körperlich behinderte Menschenkinder in der Klosterzelle auf das schändlichste mißbraucht... das Kind verführt— der Mutter eitlem RosenstraußI... Widerlicher ZhniSmuS eines Verbrechers im Priesterrock..." Und so, ganze große Zeitungsseiten lang, im Freiburger Blatt und in allen 3000 deutschen Zeitungen zu gleich, Tag für Tag, seit Wochen I Dazu ist verfügt, daß die F r e i s p r ü ch e, wozu die Richter immer wieder gezwungen sind,(die National- Zeitung brachte darüber sehr aufschlußreiche Beispiele aus'Westfalen und aus Württemberg), ganz klein gedruckt und fast unauffindbar wiedergegebe» werden. Jede Waffe der Gegentvehr ist der Kirche aus der Hand geschlagen. In Hirtenbriefen, die das Kirchenvolk nieistens nicht erreichen, protestieren die Bischöfe gegen so ungeheuerliche Ausnützung von Einzelfällen. In einem Hirtenbrief stellt Erzbischof Grö- ber-Freiburg die Fragen auf: Warum werden diese Prozesse alle auf einmal verhandelt, obwohl doch manche längst hätten verhandelt werden sollen? Warum werden Sittlichkeitsprozesse gegen führende Parteimänner verschleppt oder ganz niedergeschlagen? In einer Erklärung des deutschen Episkopats(s. Montagabendblatt der National- Zeitung) wird sestgestellt, daß von den 21.461 katholischen Geistlichen„an den zurzeit abrollenden Prozessen 40 beteiligt sind, von denen 21 verurteilt wurden. 26 Verfahren schweben noch. Von den 4174 Ordenspriestern sind neun beteiligt, davon wurde einer verurteilt. ES kommen also auf die Gesamtzahl von 2S.635 insgesamt 68 Priester, d. h. noch nicht ein Viertelprozent der Gesamtsumme." Welche Bo.lk.s-, und.vor allem Jugend vergiftun gl Ans dem Rheinland erreicht UNS ein Bericht, wonach die Schuljugend durch das Lesen der Prozeßberichte von sexualpathologischen Vorstellungen wie beseffen sei. Und die Schule tut meistens nichts gegen die Krankheit, sondern befördert sie nur. In Schwärmen, stehen die Kinder vor den„Stürmer"-Kästen und diskutieren. Die Eltern werden dauernd mit den peinlichsten Fragen bestürmt. Die Sexualpsy- chose ist schon so verbreitet, daß bald jeder jedem mißtraut. Den Schulärzten ist jetzt ohne Kontrolle durch die Lehrerin verboten, Schulmädchen zu untersuchen. Ein w a h r e r I n r u- b u s hat sich breiter Volksteile bemächtigt, der Glaube an die S a t a n s m h st e r i e n, wie sie HnhsmanS in seinen: berühmten„I-ä-dao" gestaltete, wird lebendig. Der Teufel, er wird ganz gegenwärtig empfunden, der Teufel, der besessen macht und selber wieder besessen ist." Selbftinord Dr. Rudolf TraubS. Der auch in politischen Kreisen bekannte Advokat Dr. Rudolf Traub aus Böhmisch Brod hat Mittwoch, den 0. Juni, Selbstmord verübt, indem er sich vor einen vorbeifahrenden Zug lvarf. Traub ivar erst als tschechischer Advokat in Eger tätig, wo er mit großer Energie die Rechte der Tschechen verteidigte. Er wurde bereits als junger Antvalt bekannt, weil er seinerzeit die Verteidigung des Abgeordneten Dr. Sviha übernommen hatte, der beschuldigt worden Ivar, der Prager Polizei Konsidentendienste geleistet zu haben. Später siedelte er sich in Böhmisch Brod an und trat, was für seinen Charakter und die Ehrlichkeit seiner Ueberzeugung spricht, für die Sprachenrechte der Deutschen in der Tschechoslotvakei ebenso auf, wie er für die nationalen Rechte der Tschechen im alten Oesterreich sich eingesetzt hatte. Die Verbitterung über die Ber- ständnislosigkeit, die man ihm entgegenbrachte und materielle Sorgen trieben den erst SechSundsünf- zigjährigen in den Tod. Schulsperrung wegen Kinderlähmung. Die zweite Klasse des tschechischen Mädchenrealgymnasiums in P r a g- H o l I e s ch o w i tz wurde gestern auf Anordnung des zuständigen Amtsarztes bis zum. 16. d. M. gesperrt. Eine der Schülerinnen erkrankte unter Symptomen, die den Verdacht erwecken, daß es sich um einen weiteren Fall der gefürchteten Kinderlähmung handelt, an der im Laufe des Jahres im Bereich des Prager StadtphysikateS fünf Prager Schüler,' meistens solche vom Lande, erkrankt find. Es handelte sich bisher vorwiegend um leichte Fälle, die mit Heilung endeten. Ueberhaupt war die Ausbreitung der Infektionskrankheiten unter der schulpflichtigen Jygend im vergangenen Mai ziemlich hoch. Es mußten nicht weniger, als 62 Schulklaffen wegen Auftretens voit Scharlach-, Diphtherie- und. Ma- fernerkrankungen vorübergehend gesperrt werden. Der Senat für Militärverratsangelegenheiten beim Kreisstrafgerichte in Prag hat unter dem Vorsitz des Gerichtsrates Dr, Noväk am 10., Juni Isolden 64jährigen Franz F'-r ift-stch aus Pilsen wegen des VerbrechenS'des Militärverrates zu einer schweren Kerkerstrafe in der Dauer von 18 Jahren mit' entsprechenden Verschärfungen, und zu der Geldnebenstrase von 6000 Kö verurteilt. Der Angeklagte hat die Strafe angenommen und angetreten. Die.Anklage vertrat Staatsanwalt Dr. Käbrle.(Amtlich.) .' Zwei Soldaten ertrunken. Mittwoch abends badeten einige Soldaten des Eisenbahnregiments in der Chrndimka bei- NimoSice.' Drei Nichtschwimmer gelangten in eincllntiefe und begannen zu sinken.' Während der Soldat Dr. Storka gerettet werdet» konnte, sind-■ der Zugsführer MikySka und der, Soldat SantrüLek ertrunken. Die'Leichen konnten- erst nach'einstündigem Suchen gefunden werden. Rohe Tat eines unbekannten Radfahrers. Mittwoch teilte, die Gästwirtsfrau Ludmila Halä- movä itn Polizeiämte, in Kremsier mit,.daß ihr sechsjähriges Töchterchen Dagmar von. einem.'unbekannten Radfahrer zu, Boden geworfen und überfahren worden ist. Der. herbeigerufene Arzt stellte bei dem Mädchen schwere innere Verletzungen und zahlreiche Abschürfungen fest. Der' Radfahrer,'der bei dem Zusammenstoß gestürzt war,', bestieg sogleich wieder das Rad und. fuhr davon. Nachforschungen.nach ihm wurden eingeleitet. Neuerliches tödliches Bauunglück.' Von einem Neubäügeriist. stürzte gestern,in Prag der 24jäh- rige Franz. Hot e j ö i, ab. und. erlitt so schwere Verletzungen, daß er.-noch vor Einlieferung ins Krankenhaus starb. ES ist in. kurzer Zeit das sechste tödliche Bäuunglück in Prag., Polnisches Dorf. niedergebrannt. In..der Ortschaft Ulesnica' bei Kielee(Polen) entstand aus bisher unbekannten Gründen ein-Feuer, durch welches 60. Wohnhäuser'und'mehr.als 100 Wirischasts- und Ställgebäude.in. Asche gelegt wurden. In den Flammen kamen eine Frau und ein'Kind ums'Leben. Mehrere Personen erlitten schwere Brandverletzüngen,,,.., BahnhofSbrand in Halle.. In der Umladehalle der Güterabfertigung Halle a. d. Saale eyte stand Mittwoch nachtS"ein Brand, ,' der- rasch, große Ausdehnung annähm. Bon..den" in.' der Nachtschicht-arbeitenden zirka 80 Mann, werden. bisher fünf" ass g e.t ö t e t-und eiise Anzahl als verletzt gemeldet.- Neu».'Arbeiter sind vermißt. Mit- 68 Schlauchlinien wurde. das Feuer'be-, kämpft. Trotzdem- wär es nicht, nwglich, den etwa 26.000 Quadratmeter großen Gebäudekomplex:' in dem an sechs Verladerampen etWa300 Güter-' wagen sowie, mehrere..Lqstkrafitpagenziige standen,. zu-retten/ Immer wieder zerknallten Ben-: zinbehälter und-Säureflaschen,- deren Sprengstücke mehrere hundert Meier weit, über dgs Bahugelände flogen.. Die ungeheure Hjtze-Ent- Wicklung; das Zusammenstürzen- von Gebäüdetei- len-machtensjede-Annäherung-unmöglich. Sämt«; liche Lagerhäuser sind daher restlos ausgebrannt. Nur einige BürohäUser. der Güterbahnhofsverwaltung und. des Zöllbahnhofes konnten vor einem Uebergreifen des Feuers gerettet werden. Von den übrigen Gebäuden stehen' nur noch wenige Mauerreste. Ueher die Entstehungsursache.ist bisher nichts- bekannt..- Die-Erhebungen werden, da wer GüteiBähnhjft' eni^einziges'Trüiümerfeld bildet,' noch lange Zeit in' Anspruch^nehmen; DaS rumänische Rokwitz. Bei Crajova ereignete.sich, gelegentlich eines Schulausfluges-ein Unglück, bei dem. zehn Schülerinnen, ertranken. Wie die. Untersuchung ergeben hat,, ist das Unglück auf Unachtsamkeit der Lehrpersonen.zurückzuführen, welche, anstatt s die Kinder' dauernd zu beaufsichtigen, däS Mittagessen getrennt von den Schülern einnahMen. Die Kinder fanden- während dieser. Zeit' ein Boot, welches, mitten auf dem Petrarian-See kenterte, weil ein. Mädchen seine Mütze.ins Wässer fallen ließ.und sich mit änderen Schülerinnen'Wer- den Bootsrand beugte,..um. die.Mütze.- aufzufischen.. Auf"diese Weise erhielt, das Boot, auf.der einen Seite das Uebergewicht-und schlug um. Als Vie.Nachricht vom Unglück bekannt wurde, flüchteten' die Lehrpersonen vor. der Erregung, der hevbe.igerufenen Eltern' in den Wald. Sie würden später wegen ihrer Fahrlässigkeit in Haft genommen. Lkmr Blum Und sein Schneider." Eine nette Episode wird saus Paris berichtet: i Leon Bluin läßt seine Anzüge-bei. dem- Schneidiw'Hep- choz bügeln. Als vor einigen Tagen der Minister- präsident in die Tasche eines frisch' gebügelten Rok- kes griff,. sand. er folgenden Zettel:„Die- Angestellten. der.Firma Henchoz erbitten die Gunst, die Anzüge Euer Exzellenz gratis bügeln, zu dürfen. Sie danken' Ihne», Herr. Ministerpräsident," den bezahlten Urlaub und die 4ü-Stunden--Woche." i Spanischer Historiker gestorben. Der Historiker Professor Antonio Rubio LI u ch ist am 10. Juni im Alter; bon 81 Jahren. in- Barcelona gestorben. Er war: an.: der Universität Barcelona iiber 40 Jahre.als Professor der. spanischen und katalanischen,-Literatur täsig.---' -" Die ganze Familie tot. Iw"einer i Gartenvorstadt' von W i e s b a d e n. wurde der-Gärtner S ch w eg l e r'mit seiner: Frau und drei Kindern tot'inver' Küche aufgefünden.' Das Ehepaar saß »och am Tische, an dem es tags zuvor.das Wend- essen eingenommen hatiei Die Kinder"lägen lot. auf dem Sofa. Der TodderFämilie.wurde" durch giftige.Gase herbeigesührt,. die von-einem-Mittel zur Bekämpfung von' Pflanzenschädlingen herrührten. „Nur" 26 Millionen. Dollar. Jü den Ber« einigten. Staaten-hat. die. Nachricht große Ueber- raschung hervorgerusen, daß der verstorbene Job» Di Rockefeller, der.als der'reichste Mann. der Welt angesehen wurde,„nur"25MillionenDollarhin- terlaffen hat, wovon etwa drei Fünftel die Erb- gebühren verschlingen werden: Diesen.ganzen Be« trag hat er-seiner- Nicht«: der Märqüise'Mar« gareta. de Cuevas: vermacht; JöhnD. Rockefeller hat allerdings- schon bei-Lebzeiten. aufleiNen.Sohn JohnD.-' Rockefeller jUn.^ejn großes- Vermögen übertragen-und-- außerdem- Viel- Geld für-hutna« nitäre-Zweckä gespendet..'..... eheste Stimmung im Slowenlseken Bin Totschlag und seine Folgen Belgrad. Das Banatamt in Laibach hat eine» Bericht über die Borfälle bei der AgitationS» reise des Obmannes der jugoslawische» Rational». Partei, General Zivkovii, durch Slowenien veröffentlicht. I» dem Bericht heißt es, daß am 8. Juni abends unweit Pricnova 16 Angehörige der Jugoflawischen Nationalpartei, zwei Autobusse überfielen, deren Paffagiere größtenteils; Angehörige der jugoflawischen Radikalen Zajedniea waren. Die Angreifer begannen die Passagiere mit Revolvern zu ieschießew Als die Passagiere auS dem Wagen sprangen, überfielen sie die AU-. greiser und verletzten einige mit Messern und Schlagringen. Sie wurden jedoch vertrieben, und die.Autobusse konnten die Fahrt fortsetzen. Nachträglich, wurde jedoch festgestellt, daß der Hörer der Philosophie D o l i» n r fehle. Ma» glaubte, baß ihn die Attentäter aufgehalten hätten. Die Gendarmerie sand jedoch am nächsten Tage Doli'- nars Leichnam in einem Graben in der Nähe des OrteS deS Zusammenstoßes. Er war bei dem Zusammenstoß, getötet worden. Der amtliche Bericht, besagt: Die Untersuchung hat" ergeben, daß der Angriff von Slavko Rej, Redakteur des„Jutro", Maribor) organisiert worden ist und Rej persönlich daran teilnahm. Der„Jutro" ist baS Organ der jugoslawischen Rationalpartei. Unter den Angreifern befand sich auch der Sekretär der Partei, Primer. Rej wurde verhaftet und gegen die geflüchteten Angreifer wurde ein Steckbrief. er> lassrn. Die Demonstrationen gegen General Ziv» koviL fanden in allen slowenischen Städten statt, die er besuchte. Der Blitz tötet zwei Fußballspieler. In der Ortschaft Podlesie bei Kattowitz schlug während eines heftigen Gewitters der Blitz in eine Höch- spannleiiung, die in der Nähe eines Sportplatzes vorüberführt. Der Blitz zerstörte die Leitung, tvobei einzelne Drähte auf den Sportplatz nieder- fielen, auf welchem eine Gruppe Jugendlicher trotz des Gewitters Fußball spielte. Zwei der jugendlichen Fußballspieler wurden getötet. Vier andere erlitten sehr schwere Brandwunden. Erdbeben. Die Instrumente der Budapester Erdbebenwarte verzeichneten Donnerstag ftüh um 2 Uhr 48 Min. ein Nahbeben. Die Erdbewegung in Budapest dauerte sechs Minuten. Nach Meldungen aus der ungarischen Provinz waren hauptsächlich in Nordostungarn heftige Erdbebenftöße zu verspüren. Am heftigsten waren die Erdstöße in Satoralja Ujhely und in den Nachbargemeinden, wo die Bevölkerung, aus dem Schlafe geschreckt, in» Freie flüchtest!. Da» Erdbeben zog dann nach Süden- und' -verlor immer mehr an Heftigkeit;--doch'verursachte er noch in SzerencS und in den umliegenden Dörfern den Einsturz einiger Schornsteine. Ernstere Schäden werden von nirgends gemeldet. Das Erdbeben war von unterirdischem Getöse begleitet.- Rechtzeitige Borsorge für die Unsterblichkeit..In Oradea Mare lGroßwardein) wurde das erste Denkmal König Carols II. enthüllt. Das Denkmal stellt den König in der Uniform der rumänischen Gebirgsjäger dar und-ist-ein Werk der Bukarester Bildhauers Ham. Fest des Tschechoswwakischen.Rote» Kreuzes im Zbraslaver Schloß. Am Donnerstag, den 10'. Juni, veranstaltete die Gesellschaft des Tschechoslowakischen Roten Kreuzes ein FrühlingSfest unter der Bezeichnung„Ausflug deS Roten Kreuzes nach dem Schloß in Zbraslav", zu dem an 2600 Gäste erschienen. Nach 18 Uhr traf der Präsident der Republik Dr. Beneä und sein« Gemahlin mit Begleitung ein. Diese gelungene gesellschaftliche Veranstaltung, deren Regie, immer minimal ist, weil die meisten Sachen die Verän- stalter-unentgeltlich besorgen, wird etwa 30.000 KL"zugunsten des unentgeltlichen Pflegedienstes in armen Familien einbringen. Bis zu 84 Grad im Schatten. Donnerstag hat es sich in Mitteleuropa meist- noch weiter erwärmt -und nahezu überall wurden nachmittags, 80 bis 82 Grad C. im Schatten verzeichnet. Berlin meldete um 14 Uhr sogar 84 Grad C. Nur in Frankreich rreten in der Nähe feuchterer und etwas kühlerer -ozeanischer Lust zahlreiche Gewitter auf. Das Bör- dringen der Druckstörüngen von dort gegen ,dar Binnenland wird jedoch von einer allgemeinen südöstlichen Luftströmung beträchtlich aufgehaltenA a h r- scheinlicheS Wetter heute: Vielleicht etwa» stärkere Neigung zu- Lokalgewittern, sonst"noch ,keine" größere Änderung. WetteräuSsichten- für, morgen: Hfiß, Gewitter., Vom Rundfunk CMpftMtntwartas ass dan Proaraiamaai... BamStag Prag, Sender Ir 10.06: Deutsche- Press«, 10.16: Deutsche Sendung: Für die Frau, 11.26: Salonorchester, 12.10t Operettenlieder," 18.45: Theater für die Jugend,. 17.66:.Deutsche SeNdüng: Schimetschek: Sportvorschau, 18.00: WalterSeidl: Dar Antlitz unserer Städte:- Brünn,'18.-16: Alt» und neue Vokalmusik,' 18.46: Deutsche Presse, 18.66: Deutsche Aktualitäten, 21.00: Volkrkonzert: Beethoven,- Mahler-ete., 22.35: Tanzmusik.— Prag, Sende. Ilr 14.10: Deutsch« Sendülw: Heiz matlieder, gesung. vom Chor der Lehrerbildungranstall. 14.60: Deutsche Presse, 18:16: Salonorchester, 10.40: Schallvlatten..—- Brün» 17.40:'Deutsche Sendung: Proben au» Shakespeare»„Hamlet", — Preßtur, 12.86: Militärkonzert, 10.16-' Zitherkonzert.— Kascha» 12.05: Schallplattenkonzert.—. Mähr..Ostrau. 18.80: Ballettmusik. Freitag, 11. Juni 1937 Seite 8 MUMM WM Englands Arbeitslosenheer: 1,450.000 Die britische Arbeitslosenstatistik für den Monat Mai zeigt die niedrigste Arbeitslosenzahl seit Dezember des Jahres 1929. Insgesamt find 1,461.880 Personen arbeitslos gegen 1,705.042 im Mai des Vorjahres und 1,454.448 im Vormonat. Innerhalb dieser Arbeitslosenzahl find I, 178,802 Personen zur Gänze unbeschäftigt, 207.228 vorübergehend aus dem Arbeitsprozeß ausgeschaltet und 70.800 Gelegenheitsarbeiter. Diese große Zahl der vorübergehenden ArbeitS- einstellungen erklärt sich durch die englische Sitte, eine Reihe von Betrieben während einer Ferial- zeit für"die Belegschaft vorübergehend völlig zu schließen. Dies war diesmal in einem besonders großen Ausmaß der Fall in der Hütten», Moll» und Kammgarnindustrie. Die Gesamtbeschäfti- gung in Großbritannien mit Ausnahme der landwirtschaftlichen' Arbeiter wird im Mai auf II, 887.000 Personen geschätzt, d. i, um 7000 Personen weniger als im Vormonat, dagegen aber-um 460.000 mehr als im Mai 1086, Die wirtschaftliche Abhängigkeit Bulgariens von Deutschland Anläßlich des Sofioter Besuches des Reichsaußenministers von Neurath soll auch über den deutsch-bulgarischen Warenaustausch verhandelt werden. Die bulgarischen Wirtschaftskreise blik- ken mit großer Besorgnis auf die wachsende wirtschaftliche Abhängigkeit Bulgariens von Deutschland. Der bulgarische Export nach Deutschland betrug im April d. I. 182 Millionen Leiva(100 Leiva-- 84.48 KL) gegenüber 68 Millionen Lewa, im.April 19Y6..Während der. ersten vier Monate exportierte Bulgarien Waren im Werte von 1775 Millionen Lewa, wovon nach Deutschland Waren für 814.5 Millionen Lewa flössen. Die entsprechenden Ziffern für die gleiche Periode deS Jahres 1986 find 1096 und 625 Millionen Lewa. Die Einfuhr aus Deutschland betrug in den ersten vier Monaten 686 Millionen Lewa, das heißt nur um elf Millionen Lewa mehr als in der gleichen Periode des Vorjahres. Die bulgarische' Einfuhr beträgt heuer während der ersten vier Monate 1228 Millionen Lewa gegenüber 964 Millionen in der gleichen Zeit des Vorjahres. Das bulgarische AußenhandelSaktivum beträgt bloß.-für die ersten vier Monate 1987: 178.5 Millionen Lewa und wjrd voraussichtlich noch steigen, denn der bulgarische Markt vermag die deutschen Jndustrieprodukte nicht mehr in gleichem Maße aufzunehmen wie in den früheren Jahren, denn der Wert der Einfuhr aus Deutschland ist nur geringfügig gestiegen. Es wird, also wahrscheinlich auch-darüber-verhandelt werdens, welche Waren-Bulgarien zur- Abdeckung- seiner- deutschen Schulden abnehmen könnte.* Der Streik der Angestellten der„Consu-' mers Power"-Gestllschast in Flint, der inzwischen beendet wurde, stellte die Stromerzeugung für das ganze-Flußgebiet des Saginaw und des Michigan ein. Dadurch wurden drei große Städte und 192 Gemeinden mit mehr als 5000 Einwohnern betroffen und es wurde durch die Stromeinstellung die Einstellung aller Arbeit in allen Ertperbszjveigen und in der Industrie sowie die Beleuchtung verursacht. Die Fabriken der General-Motors, welche in diesem Gebiete 57.000 Arbeiter beschäftigen, erlitten einen Verlust, der die Höhe von 450.000 Dollar, erreicht. Der Streik, an dem 80.000 Arbeiter und Angestellte beteiligt, waren, begann Mitttooch um 14.80 Uhr und endete üm 18 Uhr. Die Streikenden besetzten die große Elektrizitätszentrale in Milwaukee, welche den Strom für die Städte Flint und Saginaw liefert. Nach dem Eintreffen der Führer der Gewerkschastsorganisationen, John Lewis und Homer Martins, welche aus Washington im Flugzeug herbeieilten, beschlossen die Streikenden, die Arbeit sofort wieder aufzunehmen. Konsumrückgang in Oesterreich. Die österreichisch« Regierung kann sich nicht genug ihres tvirtschaftlichen„WiederaufbauwerkeS" rühmen. In der RüstungS- und Schwerindustrie herrscht ebenso wie in der Papierindustrie günstige Beschäftigung. Aber die geringe Konjunkturvefferung ist! mit einer weiteren Verschlechterung der Lebenshaltung der Massen erkauft. Die offizielle, unter der.Kontrolle der österreichischen Regierung stehende- Konjunkturforschungsinstitut teilt über den fast allgemeinen Konsumrückgang in seinem letzten- Monatsbericht unter anderem mit:«Der Rückgang der Zahl von den städtischen.Straßenbahnen beförderten Personell, der im vorigen Jahr zum Stillstand gekommen zu sein schien, ManorhHItfUr» 100 Reichsmark•J&u'•* 7B5.50 Markmünzen...... 797.50 100 österreichische Schilling. 584.50 100 rumänische Lei.. 17.00 100. polnisch» Zloty.. 547.50 100 ungarisch« Pengs.. 586— .100 Schweizer Franken... 656.— lOO franzöfisch« Franks.■.. 127.95 1 englische» Pfund........ 140.75 1 amerikanischer Dollar.. 28:60' 100 italienische Lire...\ 144.40 100 holländische Gulden........ 157,9.— 100 iugoslawisch« Dinar«... 65.30 100.v«l«a»-....'.hK. 484.—- 100 dänische Kronen...681.—■ 100 schwedische Kronen- t-. 780.— setzte sich im heurigen Jahre trotz der' Einführung des Zehn-Groschentarises und der Kurzstreckenfahrscheine wieder fort... In den ersten drei Monaten 1987 wurden von den städtischeste Straßenbahnen 115 Millionen Personen befördert gegenüber 119 Millionen., in der gleichen Zeit des Vorjahres... Der Besuch, der städtischen Warmbäder, der im vergangenen Jahr ein« Besserung erfahren-hatte, hat sich ebenfalls in den ersten drei Monaten des Jahre» gegenüber-der gleichen Zett des Vorjahres verringert. Der Rück« gang betrug zehn Prozent... Die Milchanlieferung nach Wien war im April ebenso wie in den Vormonaten hinter dem Stand der entsprechenden Zeit des Vorjahre» zurückgeblieben. Der (Luzfand Wahlbereitschaft der Labour-Party Die britisch» Labour-Party hat eine große Kampagne für ein von ihr aufgestelltes Sofort- Programm eingeleitet, da» st, für den Fall ihrer Machtergreifung zu.«rfüllin beabsichtigt. Wie der Generalsekretär der Partei, Middleton, in einer Londoner Versammlung erklärte, müsse man bereit sein-für den"Fall, daß noch in diesem Jahre in England Parlamentswahlen stattfinden sollten. Da» Sofort-Programm der-Partei, das in einer Reihe öffentlicher Bersammlnngen von den Parteiführern verkündet wird und in mehreren hunderttausend Exemplaren gedruckt worden ist, lehnt stch stark an daS Vorbild der Regierung Blum in Frankreich und der Regierung Savage in Neuseeland-an. Seine Hauptpunkte sind: die V e r- planmäßige Kontrolle des britischen Außenhandels, Regelung der Lohn- und Arbeitszeitfrage in Zusammenarbeit mit den übrigen Ju- zeitfrage in Zusammenarbeit mit den übrigen Industrieländern, bessere Bodenverteilung durch staatliche Maßnahmen, Erhöhung insbesondere der Bergarteiterlöhn« und Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, die wichtiger ist al» Budgetziffern. Die Labour-Party bekennt stch zu einem„konstitutionellen Sozialismus", der gewaltsame Berfas» sungsänderungen ablehnt, und fordert die Demokratisierung der Armee— unter Hinweis auf die Gefahr, di« für die spanische Republik entstanden ist, weil ste diese Demokratisierung der Armee nicht energisch genug durchgeführt hat. Als die Hauptschöpfer diese» Sofort-ProgrammS gelten neben dem Parteiführer Attle« der Vorsitzende deS Londoner GraffchäftSratS Herbert Morrison und di« Abgeordneten Hugh Dalton .und Arthur Greenwood. >,!.Die"von, den britischen. Kommunisten, gegen -die Labour-Parw geführte„Einheitsfront-Kampagne" ist in letzter Zeit völlig zum Stillstand gekommen. Die„Sozialistische Liga" von Stafford Cripps, die zu den Partnern der Einheitsfront- Kampagne gehörte, hat sich aufgelöst, um dem Ausschluß aus der Labour-Parw z» entgehen, und die„Unabhängige Labour-Parw" von Maxton und Fenner Brockway, die der zweite Partner der „Einheitsfront" war, ist infolge der Ereignisse in Spanien in schärfsten Gegensatz zu den Kommunisten geraten, da die Unabhängige Labour-Party sich vorbehaltlos für die Opposition der Anarchisten und der POUM gegen die„Berbürgerlichung" der Baleneia-Regierüng und ihre Unterstützung durch die Kommunisten rinsetzt. Die Eileger, welche die„Deutschland" bombardierten, keine Russen! Valencia.(Agence Espagne.) Das Ministerium für nationale Verteidigung teilt mit: Zweifellos in der Absicht, die internationale Atmosphäre soweit als möglich zu vergiften und die allgemeine Aufmerksamkeit von dem barbarischen Attentat gegen die Zivilbevölkerung von fiel drin Im Böhmerwold Das Lied der Mhmerwaidier Am 25. Juli wird für den Schöpfer de» Böhmer« wäldliedei, den Glasarbeiter Andreas Hartau« r, in Eleonorenhain«in Denkmal enthüllt. Was das Lied für di« Böhmerwäldler bedeutet, wie es entstanden ist, hat Rudolf Kübitfchek in einer kleinen Broschüre:«Bef drin im Böhmerwald" in-treffender Weise festgehalten.(Erschienen im Kommissionsverlag Earl Mansch» Buchhandlung A. H. Bayer in Pilsen.) Rudolf Kübitfchek hat mit wenigen Worten in der Broschüre nicht nur den Sinn des Liedes, sondern dar Wesen der Böhmerwäldler festgehalten, indem er sagt: „Er(der Böhmerwäldler) sehnt sich am meisten au» den Wäldern fort in die Welt. Sehnsucht nach der Welt, in der Welt draußen Heimwch nach dem Wall», rüttelt ja an dem Herzen«ine».jeden rechten Böhmerwäldler»/ und gar erst, wenn er zu den, Glasmacherleuten- gehört." Noch zutreffender. ist die Einleitung, der Broschüre: «Da»-Lied ,Tief drin im Böhmerwald', das sogenannte Böhmerwaldlied, ost auch kurz-der „Böhmerwold" geheißen, ist vielleicht-gar nicht unser Heimatlied/wie man es überall hört,, sondern eigentlich da» Lied- der Böhmerwäldler, die fern . vom Böhmerwald in der Fremde leben upd weben,ss. Kaum ist di« Kunde in die Welt gedrungen,- daß für den-Schöpfer, de» Heimatliede» ein Denkmal gc-, . setztwird,' melden sich schon Böhmerwäldler aus der Ferne, Viehauftrieb in Wien war im April bei den Rindern etwas besser als im April 1986, bei den Schweinen blieb er-etwas hinter dies-em Stand zurück. Die» ist bemerkenswert, weil bis Ende März der Rinderauftrieb wesentlich unter- den- Ziffern des Vorjahres liegt. Die-vom Marttamt ^angegebenen Butter-, Eier-, Gemüsezufuhren iliegcn im April durchwegs unter dem Stand des Borjahres. Nur die Kartosteizufuhren sind etwas igestiegen... Die' vom Institut berechneten Um- sahindcxziffcrn bestätigen das oben Gesagte. Der Index der Konfektionsumsähe(1923 bis 1981 gleich 100) ist zum Beispiel im Bcrichtsmonät (Mai) von 81 auf 63 und der Index der Schuh- ,Umsätze Yon 87. auf 60 zurückgegangen...". Almeria abzulenken, veröffentlichen die Agenturen. und offiziösen Zeitungen Deutschlands falsche. Nachrichten, nach denen die Flugzeuge, deren Bomben im Hafen von Ibiza den Kreuzer „Deutschland" trafen, von russischen Piloten geführt worden seien. Das Ministerium für nationale Verteidigung erklärt— und kann es beweisen—, daß die Besatzung der beiden Schnellbom- benfluggeuge, die den Flug ausführten, Spanier Waren. Es ist der Fliegerstaffel ein schriftlicher Befehl gegeben worden, unseren ZersBrer zu schützen, der am Nachmittag damit beauftragt war, einen Angriff gegen Ibiza durchzuführen. Die Staffel sollte sich auf einen Aufklärungsflug in der Nähe von Ibiza beschränken, wo die In» surgentenschiffe einen Angriff ausführten. Die Flugzeuge sollten nur dann angreifen, wenn die Rebellenschiffe ihr Feuer gegen die RcgierungS- schiffe richten würden, oder auf einen Angriff, ganz gleich von welcher Sette er käme, ob von See oder von Land, der gegen die Flieger selbst gerichtet wäre. Diese Instruktionen sind genau durchgoführt worden. Kreuzer»Blücher« Kiel. In Anwesenheit des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine, Generaladmirals Dr. h. e. Raeder, fand hier der Stapellauf eines neuen Zchntausend-Tonnen-Kreuzcrs statt. Der kommandierende General der Marinestation Ostsee, Admiral Albrecht, gab bekannt, daß der schwere Kreuzer den Namen„Blücher" tragen solle. Genugtuung in Rom. An italienischen Stellen wurde der Schlußbericht über die Besprechungen des Reichsaußenministers Neurath mit dem jugoslawischen Ministerpräsidenten Dr. Stojadi- noviä mit- Bestiedigung ausgenommen. Es heißt, daß es sich um«ine Verständigung zwischen zwei besteundeten Staaten handelt, und daß diese Po- .litik gegeu. keinen anderen,Staat gerichtet ist,,Die italienische Presse hekonk/ffmb dieses Zusammen-. - treffen-denEr-f o l g. do r P o l-i li-1- de r Achs e Rom-Berlin bestätigt, wobei sie sich auf die Sttmmen der stanzösischen Presse, die nicht nur einmal nervös war, beruft. Die Haltung der polnischen Katholiken.(AP) Der Kirchenkampf in Deutschland beginnt auch die Katholiken in Polen aufzurütteln. Diese Erregung erstreckt sich nicht nur.auf das deutsche Lager, wo die Katholische Volkszeitung in Rybnik und der „Deutsche in Polen" einen tapferen Kampf gegen Nationalsozialismus und Gleichschalwng führen, sondern auch auf die polnischen Katholiken. Auch Kreise, dl« bisher aus Innen- oder außenpolitischen Gründen mit dem Nationalsozialismus sympahifier- ten, machen aus ihrer Empörung, die besonders durch die letzt« Goebbels-Rede gesteigert worden ist, kein Hohl.mehr. Ja, man erklärt, man habe viel zu lange Nachsicht gegenüber diesem System gezeigt, da» jetzt sein« Selbstentlarvung mit erstaunlicher Brutalität vollzogen habe. Besonders groß ist die Erbitterung in kirchlichen Kreisen, wo man nicht gewillt ist, die schweren Beleidigungen de» Klerus hinzu- nehmen. Man kann sagen, daß die letzten Ereignisse da» Signal zu einem Erwachen des polnischen Katho- Au» Amerika. Eine Hirschbergerin sendet aus Amerika«in Ge- dichtchen, dessen Sinn wohl mit dem Böhmerwaldlied übereinstimmt. Es lautet: Heimweh. Schick mir einen Gruß herüber Grüner Böhmerwald von Dir, Dein« Bäum« sind mir lieber All der Prunk der Städte hier. Plöckenstein, Du wakdumrauschter - Schöner, himmelblauer See, Rah hör' ich dein« Wellen rauschen Hoch oben auf der BergeShöh. Im Traum ersteig ich ost Dich wieder Dreisesselfelsen hehr und stolz. Jch'lausch wie einst der Vögel Lieder, . Genieß den Duft vom Nadelholz. O heil'ge Stätte meiner Wiege, Spielplatz meiner Kinderjahr, . Wit. welcher Sehnsucht, welcher Liebe ..Gedenk ich Deiner immerdar. Schick mir einen Gruß herüber .: Grüner Böhmerwald von Dir,-. - Deine Wälder sind mir lieber Al» der Prunk der Städte hier. S. F. iSsHÖf 1--'■*-'-- Weit übern groußn Wossa, oba an-Böhmerwold hots^net'vergessn. Au» Nordböhmen. - Wir lassen den Böhmerwäldler au» Nordböhmen selbst zu Worte kommen: »,Das Mädchen au» dem Dschungel"(Dorothy Lamour) hätte man sich eigentlich anders vor- gestelltl liziSnnis gegeben haben. Der Katholizismus aber hat in Polen nach wie vor eine dominierende Stellung, wie vom Präsidenten Mofcicki dieser Tage anläßlich der Ucberreichung des Beglaubigungsschreiben» durch den Nuntius Eornest deutlich zum Ausdruck kam. Man ist allgemein der Ansicht, daß der deutsche Kirchenkampf aufgehört habe, eine Angelegenheit allein des deutschen Katholizismus zu fein, daß er vielmehr die ganze Welt a n g e h e. Dem Weltkatholizismus sei der Fehdehandschuh hingeworsen, und damit auch dem pol- nifchen. Ei» AufklärungSfeldzug über di« wahren Ziele de» Nationalsozialismus wll die erste Antwort auf Goebbels Generalangriff sein. In Oberschlesien wurde von den Kanzeln herab gegen die nationalsozialistische LLgcnkampagne feierlich Protest eingelegt, und anschließend fanden Bittgottesdienste für die bedrängten deutschen Katholiken statt. Herzliche Triuksprüche in Sofia. In Sofia wurden anläßlich des Besuches des deutschen ReichSaußeumüsistcrs von Neurath Trinl- sprüche gewechselt, bei welchem die freundschaftliche Verbundenheit Bulgariens mit Deutschland betont wurde. Es soll zwischen den beiden Län« dcru cige wirtschaftliche und kulturelle Zusammenarbeit entwickelt'werden,Än-politischen Kreisen-wird.behauptet, daß.sich die außenpolitische Haltung Bulgariens auch nach dem Besuch Neuraths nicht ändern werde. Di« Schweiz ai»arkennt das römische Imperium. Der Schweizerische Ständerat billigte den Beschluß des Bundesrates über die Anerkennung der Souveränität Italiens Uber Acthiopien. Die Zusammensetzung des holländischen Par. kament» nach den Wahlen ist folgende: Die katholische Partei hat in der Zweiten Kammer 31 Mandate, in der Ersten Kammer 16, die S o z i a l i- st e n haben in der Zweiten 28, in der Ersten 12, die antirevolutionäre Partei(Colijn) hat in der Zweiten Kammer 17, in der Ersten 7, die christliche historische Union in der Zweiten Kammer 8, in der Ersten 6, die Liberalen haben in der Zweiten Kammer 4, in der Ersten 3, die Radikalen in der Zweiten Kammer 6, in der Ersten 2, die Kommunisten-in der Zweiten Kammer 3, in der Ersten 0, die Kalvinisten in der Zweiten 2, in der Ersten 0, die christlichen Demokraten in der Zweiten Kammer 2, in der Ersten 0, die Nationalsozialisten in der Zweiten Kammer 4, in der Ersten 4. „Zur Denkmälenchüllung am 25. Juli komme ich selbstverständlich nach Eleonorenhain, richttger gesagt, af Lenora. Bin ich doch Böhmerwäldler und war dazu noch Glasarbeiter, so wie Hartauer, der Schöpfer des Heimatsliede».„Tief drin im Böhmerwäld" ist unser aller Lied,«» gibt nicht schnell irgendwo ein Heimatlied, da» so von allen als Heimatlied anerkannt und geliebt wird. Mögen die politischen Leidenschaften oft bewirken, daß eine Gruppe die andere nicht verstehen kann, das Böhmerwaldlied wird von allen als ihr Heimgtlied anerkannt, mag einer Sozialdemokrat oder Kommunist, Nationaler oder Klerikaler oder poli« tisch indifferent sein. Am meisten aber erfaßt e» uns Böhmerwäldler in der Ferne. Ganz einerlei, ob cs dem«inen gut oder schlecht in der Fern« geht, wenn er dqS Böhmerwaldlied hört, so erfaßt ihn«in mäch- tige» Gefühl, da» Wohl am treffendsten mit Heimweh bezeichnet wird. Mir geht es zum Unterschied von manchen Böhmerwäldlern in der Fremde nicht schlecht. Als ich einmal eine Böhmerwald-Reportage am Prager Sender in meinem Radio«instellte und da» Böhmerwaldlied hörte, ich konnte mir nicht- helfen, meine Augen füllten sich mit Wasser. Da kamen mir alle die Schönheiten der Heimat in Erinnerung. Kenne ich doch Yen Böhmerwäld wie ihn nur wenig kennen. Alle Wege bin ich marschiert, in allen Orten wär"ich, Viele tausende Böhmerwäldler kenne ich. persönlich. Mir sind die Leiden und Verlangen der gedrückten Menschen gut bekannt, bin ich doch ein schöne» Stück Weg mit Ihnen gegangen. Deshalb werde.ich bestimmt nicht bei der Denkmalenthülluug für den Schöpfer des Vöhmerwaldliedes fehlem F. K. S-Ite B „Sozialdemokrat" Srcifna, 11. Sinti 1037. Nr. 133 AagerZMmg Xiwist und Mösen in auf der Moldau, jede sommerliche erfordert, sind Motorisierter Rettungsdienst Die zahlreichen Todesopfer,' die Badesaison leider immer noch größteiiteils auf die unzureichende technische Ausstattung deS Rettungsdienstes znrückzuführen. ES ist daher erfreulich, daß ein Anlauf zu der höchst notwendigen Motorisierung des Rettungsdienstes durch Einstellung eines Motorbootes für den Abschnitt Branik—Kaiserwiese(ciiarita loüka) genommen wurde. DaS Motorboot ankert bei der Ersten Podoler(gelben) Badeanstalt und kann im Bedarfsfälle unter Tel. 474—24 oder 422—95 ange» fordert werden. Falls keine Verbindung zu erreichen ist,-wäre unter 422—96(.blaue" Podoler Badeanstalt) oder 452—24(Zlichover Schwimmschulc) anzurufen. Richt abspringen! Die Polizeikorrespondenz meldet: Donnerstag abends vor 20 Uhr sprang in der Bolzauovä das sechzehnjährige Schneider-Lehrmädchen Helena S a m c o v ä aus der fahrenden Elektrischen. Sie fiel aufs Pflaster, wobei sie unter den Anhängcrwagen geriet. Im Allgemeinen Krankenhaus muhte ihr der rechte Fuß amputiert werden. Sie erlitt auch andere schwere Verletzungen. Für die«usrhstung des äghptischen Heeres wurde ein TrcijahrcSpläu aufgcjtcüst Der Pinn sicht eine Verstärkung auf 2Ö.ÖÖ0 Mann vor. Gleichzeitig soll dar Heer die modernste Ausrüstung erhalten und weitgehend motorisiert werde». Stock. Ihre Verteidigung beschränkte sich darauf, sie hätten ihr Kind nicht mehr geprügelt, „als«s vertragen konnte"; die neunzig Narben auf. dem kleinen Körper sprechen allerdings eine allzu deutliche Sprache. Wie vor Gericht festgestellt wurde, war die mitangeklagte Mutter des Kindes in der kritischen Zeit neuerlich schwanger. Dar Gericht verurteilte beide Angeklagte zu j e vier Monaten Kerker, räumte jedoch beiden eine dreijährige Bewährungsfrist«in. Was den Vater betrifft, so gelangte das Gericht mit Nück- sicht auf dessen von allen Leugen und.Behörden bestätigten guten' Leumund' Nicht zn der Ueberzeugüng, daß die nachgewiesenen Mihhandlungen"seiner Initiative zuzuschreiben sind, zumal da dieser Mann erwiesenermassen erheblich unter dem Einfluß feiner despotischen Frau stand. Bei dieser nahm das Gericht die Schwangerschaft als mildernden Umstand an. Run wird das weitere Verfahren vor dem Obervorntundschaftsgericht darüber zu. entscheiden haben, ob der Junge seinen Eltern dauernd entzogen werden soll oder nicht. Inzwischen ist ein zweites Kind zur Welt gekommen. ES wird sich nun zeigen müssen, wie diese Eltern mit dem Zweitgeborenen umgehen werden. Vorläufig sollen sie .dieses zweite Kind mit Zärtlichkeit überschütten. Uranla-KIno, Kllmentxkä 4. Femaprecher 61623. Aus dem braunen Paradies (AP.) Zahlreiche reichsdcutsche Stadtverwaltungen erließen die Bekamttmachung, es sei tiiiederholt bei der Leichenschau die Wahrnehmung gemacht worden, daß die Verstorbenen in wertvoller Kleidung und Ausstattung, teils sogar in neuer Peschafsung, bestattet ivürdcn. Es sei Pflicht eines jeden, bei der Bestattung von Toten jeden unnötigen Aufwand zu unterlassen. Gleichzeitig erging eine Anweisung an alle sich mit der Totenbestaltung befassenden Stellen, die Perl' ch w e n d u n g wertvollen Volks- 'gUteSbeiBecrdiguugen und Verbrennungen zu verhindern.. Dies sei notwendig, um die— Durchführung des VierjahreS- plancs zu sichern. In zahlreichen Städten sind Ausrufe erfolgt, in denen es heißt, Knochen seienWert- o b j e I t e. Bisher seien die Knochen in den Müll gewandert oder verbrannt worden. Nach dem Bierjahrcsplan werde dies nun anders lverden, da Verarbeitungsbetriebe den Knochen das Fett entziehen sollen. Aus 100 Kilogramm ließen sich 12 Kilogramm Fett vertuenden. Wenn die Knochen aus dem Dampfbad kommen, wandern sie in die Leimsabriken. Was nicht zur Leimherstellung gebraucht wird, wandert in die Knochenmühlen und ergibt Knochenmehl. An allen Schulen sollen an ein bis-wci Tagen wöchentlich von den Schillern die K n o ch e n z u r A b l i e f c r u n g mitgebracht werden. Die Mchgerinnungen und die Schlachthöse haben in gleicher Weise zu verfahren.' Neuerdings werden anch die Z i g a r eiten s ch a ch t e l u gesammelt. Mau hat berechnet, daß die in einem Jahre in Deutschland gerauchten 37 Milliarden Zigaretten In 6 Milliarden Pappschachteln zum Verkauf kommen. Diese 6 Milliarden Schachteln wiegen 26 Millio- nen Kilogramm, die bis jetzt, achtlos vertan werden. Nun soll in jede Packung ein" Merkzettel gelegt werden, der den Raucher ermahnt, die Schachteln aufzuheben, um so für die Rohstoff-Freiheit des Reiches mitzuwirken.. Schließlich" fördert man die Sammlung der Küchenabfälle. Mit den bisherigen Resultaten ist »Man kann ule wissen". Map L i e b l dringt . der Kleinen Bühne G. B. Shaws Komödie von Streit und Berfölmnng der Familie Clandon-Mc- Naughtan so stilvoll und sicher als Muster eines liebenswürdigen Kammerspills heraus, daß bei der Premiere selbst das stärkste Hindernis, die drük- kende Schwüle des subtropischen Abends, wirklich spielend Lberivunden wurde und das Publikum sich glänzend unterhielt. Der oft papierene und in Sentenzen und Paroxysmen schwelgende Dialogstil Shaws macht eine Komödie leicht zum Gegenteil dieser Sorte Drama, wenn Regisseur und Darsteller es nicht verstehen, den Gestalten lebendige Wärme aus eigenem zu verleihen. Das ist hier ge» ichchcn. Der Zusammenbruch der verschiedenen Prinzipien, mit denen die Vertreter von Fraucn-Eman- zipatiön, moderner Erziehung, altmodischer Erziehung, Mänuerrccht und was es da noch an Vorurteilen und Grundsätzen geben mag, an daS Leben herantreten, die Ucberwindung, Aufhebung und Selbstauslösung" dieser starren Doktrinen erfolgt nicht so sehr durch die Logik und Dialektik der dramatischen Gedankenarbeit, als durch das Spiel, das sich als Medium des Lobens erweist, in dem.die Doktrinen sich lösen wie das Salz im Wasser.— Die Ausführung war wie gesagt musterhaft, flott, nuancenreich, und cs ist schwer, einzelne Darsteller lobend herauszuheben, ohne anderen Unrecht zu tun. Standen im Vordergrund des Interesses auch di« noble Gloria(in 4 u t e m Zarah-Leander-Stil) der Frau M o n c a s i msd Erna T err el s Dolly (eine übermütige und reizende Jungmädelfigur, die doch alles Süßliche und" jede neckische Schablone sicher vermied), überzengte Herr Götz wieder einmal von seinem überlegenen Können, so bleiben doch die Frau Clandon Lotte Steins, der Fergus McNaughton Martin C o st a s und Dudeks Justizrat Bohun gleich lobenswert und anch die Herren Padlejak, Asritsch und Schmerzenreich waren dnrchans auf dem Niveau der ausgezeichneten Aufführung. Die Szenerie war mit verschwenderischer Eleganz ausgestattet. Nochmals: Eine selbst bei andauernder Sommerglui eindringlich zu empfehlende Auffüh- rnngl- E. F. Nlrdia, der Spitzbube LuMvlel. KlndesmlBhandluns Prag— rb— Vor dem Einzelligster GR. Dr. Waldmann stand gestern das Ehepaar Wenzel und Marie Slavik aus HlouMln un- . ter der Anklage der schweren Körperbe- schädiguug. Wollte man bloß die äußerlichen Merkmale der Verletzung ins. Auge fasset«, so würde, sich scheinbar zunächst nach formaljnristischcn Ge- sichirpuukten nur der Tatbestand einer Uebertretung ergeben, denn diese„sichtbaren Merkmale", um im Wortlaut des Paragraphen zu reden, bestehen„nur" in Blutunterlaufungen und blauen Flecken. Dafür waren ihrer über neunzig und— was die eingeklagte Tat zum Verbrechen machte und unter schwere Kerkerstrafe stellte— diese neunzig Blutunterlaufungen aäQItc bei: Amtsarzt auf dem Körperchen des vierjährigen leiblichen Söhnchens der beiden Angeklagten. Die fortgesetzte. Mißhandlung des bedauernswerten Kindes wurde den SicherheitSbehörden durch die Nachbar» der Angeklagten zur Kenntnis gebracht und die ärztliche Untersuchung bestätigte die Angaben der Anzeige in vollstem Maße. Auf Anordnung der zuständigen Sozialstellen wurde der Junge vorerst der „Obhut" seiner eMarteten Eltern entzog«» und der Pflege seiner Großmutter anvertraut, wo sich das Kind aufs beste erholt hat, wie man bei der gestrigen Verhandlung seststellen konnte, bei welcher es dem Gerichte vorgeführt wurde. Körperlich ist der Junge bei seiner Großmutter aufs beste gediehen und zeigt auch ein munteres und aufgolvccktes Wesen. Nur als er seiner ang'eklagtcn Eltern ansichtig wurde, verstummte er und wandte eingeschüchtert daS Gesicht.ab... DaS Merkwürdigste bei dieser schrecklichen Sache ist, daß diese Eltern nicht etwa sozial herabgekom- mene Menschen sind. Im- Gegenteil— der nicht schlecht situierte 81jährige Anstreicher Wenzel Slavik genießt sogar, nach behördlicher Auskunft, den besten Ruf und auch seine um ein halböd Jahr ältere Gattin ist wohwerhalten, wenn sie auch nach der polizeilichen Leumundsnote offenbar einen Hang zur Tyrannisierung ihrer Angehörigen hat, den sie auch an ihrenr Gatten des öfteren aüsließ. Vor Gericht >»<u,u,>,>.uc.-v,»tuuicii i»| gaben die beiden Angeklagten zu, den Jungen ge malt nämlich nicht zufrieden. Denn die Abfälle' prügelt zu haben— die Mutter mit dem Kochlöffel, "werden Immer noch größtenteils, in" die Müllkästen\ der Vater meist mit dem Leibriemen.oder mst einem .^geworfen, so daß die Nationalsozialistische Volks- Wohlfahrt, die sich auf die Schweinemästerei uyt- gcstcllt Hat, ohne Futtermittel ist..Jetzt sind Aufpasser r rlvcgS, die die Hausfrauen beobachten sollen. Ti:„A b f a l I v e r b r e ch c r",. die dabei betroffen werden, daß sie Küchenaüfälle in den Müllkasten. lverfen, werden znnächst vcrlvarnt. Ganze Stadtteile der Großstädte werden systema- tisch einer Kontrolle nntcrlvorsen. Die schlvarzen Listen der Saboteure füllen sich mit neuen Namen. Spielplan de« Reuen Deutschen Theater». Heute,. Freitag, halb 8 Uhr abend»: Gesellschaftsspiel, D..— Samstag halb 8: FicSko, Gastspiel Ernst Deutsch, Festspiele V, A 2.— Sonntag halb 8: Die schweigsame Frau, C 2.. Spielplan der Kleinen Bühne. Freitag.8. Uhr: Warum lügst du, Cherie? SämStag 8 Uhr: Hofloge, volkstümliche Vorstellung.— Sonntag 8 Uhr: Man kann nie wissen. Der Mm Ola Jungen aui der Hester-Street Abgesehen von den Konzessionen, die dieser amerikanische Film an den sogenannten Puhlikums- geschmack(aber richtiger: an die Schablonengesetze der Filmproduktion) macht, ist er bemerkenswert und ungewöhnlich. Er führt uns zu' einer JUgestd, deren Dasein nicht idhllifch. und unschuldig glücklich ist: in eine New Norker Schule, in der keine jungest Gent- lemen, sondern Söhne von Gangstern und brutalen Kleinbürgern sitzen, und ins Jugendgericht, das sich mit den Eigentumsdelikten dieser Halbwüchsigen zu befassen hat. Der Film vertritt die Tendenz, daß nichts damit getan ist, diese Jugend pharisäisch zu verachten, daß es verbrecherisch ist, sie brutal zu miß- handcln, daß alles darauf ankommt", ihr mit Verständnis und"mit"einem"wagemutigen" Vertrauen, zu .begegnen, daß ihr allein die Kraft, geben kgyn, den für die so schweren Weg ist» Leben zu findest. Auch ein Söhnchen aus gutem Haniis« hat es sticht leicht, wenn es zum Schulkameraden dieser Bursche» wird. Der Film zeigt den Fall an einem jungen Engländer, den sein geschiedener Vater' in jene Volksschule schickt, um ihm LebenskenntniS' und. demokratische Gesinnung zu verschaffen,— ein riskanter, aber sür alle Beteiligten heilsamer Experiment. . Sein Gelingen wäre überzeugender, wenn er mit weniger Zufälligkeiten verbunden. wäre,- wenn der mütterliche Reichtum des jungen Engländers und seine Französisch-Kenntnisse nicht die rettenden Einfälle in den gefährlichsten Augenblicken(bei einem Einbruchsdiebstahl und bei einer Begegnung mit Gangstern) wären— und wenn man auf die Liebes« geschichtc deS Vaters verzichtet hätte, die'.ein gar zu ausführlicher happst end.herbeifllhrt. Solche.Zugeständnisse schwächen den Eindruck" der(von W. S. v a n D st k« mit Sorgfalt und Routtne inszenierten) Film erheblich ab. während die jugendlichen Hauptdarsteller seine Wirkung erhöhen: Jackie T o a« per und Mickey Roon e st als treuherzig verwegene New Nyrker Vorstadtburschen, FreddieB a r- tbolomcw als kleiner englischer Gentleman, der Mühe hat, ihr Freund zu werden,— alle drei meistern ihre Aufgaben mit einer erstaunlichen, sehenr- werten Vollkommenheit.—eir— Veremsaaeknciltea PRAG ▲ Badeausflug nach Bkp» diesen Sonntag. Treffpustft bei der Endstation der 1er»nd 22er Elektrischen beim" Stern"(Hvözda)"'piittktlich-mn 8 Uhr früh, bon dort Fußwanderung nach Bbve. Wer-nicht wandern will, kommt mit der Bahn vom Masarstk- chahnhof oder Smichov. Fahrpreis bis Hostivice und zurück Aä 4.—. Rückmarsch erfolgt so, daß wir spätestens um 8 Uhr wieder bei der Elektrischen.sind. Ortsgruppe Prag. Die für Sonntag, den 18. Juni, angesagte Wanderung entfällt- wegen Erkrankung der Führers. Es wird empfohlen, die Hütte auf dem Hkebenst zu besuchen und von dort eventuell Wan derungen oder BadeauSflug nach Mnisek zu machen. Kurioses Sektierertum in USA Von komischen Religtonsgebrlluchen und seltsamer Klrchenpropaganda In Amerika Vor kurzer Zeit ging durch die amerikanische Presse eine Notiz, die sich mit einem Vortrag der Professors Willy Sterne von der Habard-Univer- sität befaßte. Dieser moderne Gelehrte wandte sich in scharfen Worten gegen die immer stärker aufiretenden EntartungSerscheinungen der kirchlichen Propaganda in USA. Das Beweismate- rial, das er feinen Hörern zur Kenntnis brachte, soll in folgenden Ausführungen auszugsweise verwertet werden, um die höchst eigenartigen Methoden der verschiedenen religiösen Sekten zu charakterisieren. DaS kehle Jahrbuch des Statistischen Amtes in Washington gibt für die Vereinigten Staaten L36 selbständige religiöse Gemeinschaften an, von - denen allerdings nicht wenige nur der Mantel find sür- geschäftstüchtige- Privatunternehmer. Mit den unglaublichsten und unwürdigsten Mitteln ver- ,.suchet« die Manager dieser Sekten die Aufmerksamkeit der Oesfeutlichkeit auf ihre neue Glaubensspezialität zu lenken. Sie rühren die Reklametrommel mit derselben Ausdauer für ihr kirchliches Unternehmen, wie ein Fabrikant, der «ine neue Zahnkreme oder ein Hühneraugenmittel propagiert., Im Staate Kentucky ist kürzlich eine„Kirche*' entstanden, die bereits in einer größeren Anzahl bon Orten über Niederlassungen verfügt. Jeden" S.otmtag-Morgen erscheint vor den Versamm- lmigShäusern dieser„Kirche" eine Gruppe von Männern," die vor der staunenden" Menge den Oberkörper.entblößt. Diese seltsamen Sektenmitglieder haben ihre Haut übersät von Tätowierungen, die.Bilder aus der biblischen Geschichte dar« stellen und mit unzähligen geistlichen Sprüche» sinnvoll umrahmt sind. Während der Predigt fordert der Redner die Anwesenden auf, sich eben» falls zum Zeichen der Bekenntnisses für die neue Glaubensgemeinschaft den Körper entsprechend verzieren zu lassen. Gleichzeitig läßt er unter der Gläubigenschar eine Anzahl paffender Skizzen und farbiger Entwürfe mit einer Preisliste zirkulieren. Auf eine nicht minder originelle Werbemethode ist Georges M. Stockdale, der Pastor der St. James Methodist Episkopal Kirche verfallen. Er veranstaltete in New Nork einen fünftägigen „LuftzirkuS", um auf diese Weise die notwendigen Gelder für die Renovierung seiner„Kirche" zusammenzubringen.' Da wurden im Flughafen" Dutzende von Maschinen in die Lnst geschickt, die Kunstflüge und allerlei akrobatische Leistungen zeigten. Der Geistliche selbst ließ sich an einer Strickleiter hängend, auf tausend Meter Höhe entführen, wobei er über ein Mikrophon gebeugt, eine Propagandarede an die zahlreichen Zuhörer hielt. Währenddessen vollführte der Kirchendiener einen Handstand auf den Flügeln der AeroplanS. Den Hauptanziehungspunkt aber bildeten acht junge hübsche Mädchen, die dem Kirchenchor angehörten und sich erboten hatten, aus zweitausend Meter Höh? mit dem Fallschirm aus dem Flugzeug abzuspringen, wobei sie die Fahnen mit dem Bild ihres Schutzheiligen entfalteten. «Auch eine Predigt kann humorvoll sein..."" verkündigte der. Paster W. A. Frazer aus Bly- mouth im Staate Wisconsin. Er läßt allwöchentlich in seinem Pfarrbezirk ein paar tausend Flugblätter verteilen, in denen er demjenigen einen Preis von zehn Dollar verspricht, der während des Gottesdienstes bet seiner Predigt nicht lachen" wird. Bescheidener ist schon sein Amtsbruder aus Selwick im Staate Kansas, der stur eine Summe von fünf Dollar für jeden Besucher der Kirche aussetzt, der während feiner Predigt«inzuschla- fen vermag. Dass verschieden« Kirchen vor dem Gottesdienst Filmvorführungen, besonders Lustspiele, zeigen, ist schon seit Jahren nichts Neues mehr. Daß aber der Pfarrer M. Slater aus Denver fogar einen Kabarettlünstler anstellt, der der versammelten Gemeinde die neuesten Witze erzählt, dürfte auf dem Gebiete der religiösen Propadanda vorläufig noch einen Höhepunkt bedeuten. Auch mit Sachlieserungen ist man in.verschiedene» amerikanischen Gotteshäusern nicht knauserig. Der Geistliche von Bradford im Staate Maine kam auf den Gedanken,. in der rauhen Jahreszeit allen Besuchern am Kircheneingang«in Päckchen Hustenbonbons überreichen zu lasse». Der Pfarrer von Newport in Maryland hat während seines Gottesdienstes den Gläubigen nicht nur den Tabakgenuß erlaubt, sondern läßt sogar an die männlichen Besucher je fünf Zigaretten kostenfrei verteilen. Aschenbecher und. Zündhölzer sind auf den Gcbetrbänkcn angebracht. Der würdige Pfarrherr der St. StephanSkirche aus, Wheeting im Staate Virginia, Elias I. Knoch, der von seinem Vater die neben dem Gotteshaus gelegene Gastwirtschaft geerbt hat, etlaubt sogar, daß während seiner Predigten die Kellner den andächtigen Besuchern Getränke jeder Art bringen, allerdings nur gegen" sofortige Kaffe. Doch gibt eS auch kirchliche Sekten," die ganz unverhüllt ihr Unternehmen auf Gelderwerb eingestellt haben. Der tüchtjg« Seelsorger von Birmingham in Pennsylvanien hat statt des Känzel- tucher jeden Sonntag ei» anderes Geschäftsplakat an der Kanzel hängen und nie wird er versäumen, äm Ende seiner Predigt mit ein paar paffenden Worten auf die' angepriesenen Artikel der- Reklametafel zu verweisen, ob. es sich nun um«In« neUe. Rasierklinge»der um eiste eben eingeführte Whiskymarke handelt. Im gleichen Staate tritt «in"Prediger John Rideale auf, der bei seinen Astsprachen regelmäßig darauf hinweist, daß er. sejne. klar« Stimme nur dem, Gürgelwaffer der Firma Jefferson& broth., Ohio, verdankt.. Ei«' anderer Kollege macht seine Gemeinde auf seinen reichen Haarschmuck aufmerksam, wobei er auf beredte Weise den Kauf der Haartinktur eine» New Forker Unternehmens empfiehlst Daß man in gewissen amerikanischen Kirchen auch die in Amerika beliebten Rekorde und Wettbewerb« veranstaltet, ergänzt, nur dar Bild dieser kuriosen Kirchenpropaganda. Ein Pfarrer" in Los Angeles entzückte feiste andächtigen Hörer dadurch, daß er vierundzwanzig Stunden Hinterlist«, ander ohne Unterbrechung predigte. In einer Kirche von San Francisco ist- er üblich geworden, daß einmal im Jahre da» ganz« Alte und Neu« Testament verlesen wird, wobei sich allerding» während dieser Dreitagepredigt mehrere stimm» kräftige- Gemeindemitglieder ablösen. In der Stadtkirche von Portland" wurde unter den Anwesenden die SchönheitSkönIgitt- gewählt, wobei der amtierende Geistliche höchst eigen« händig mtt Maßband und Zirkel die klaksüchcn Maße feststellen half— eine immerhin, selbst fiir amerikanische Perhältnisse, ungewöhnliche Art. pes Gottesdienstes. Abschließend sei aus dem bon Prof, Stern«- gesammelten. Material noch, auf da»„kollegial«. Verhältnis" der Geistlichen untereinander hinge« wiescn. Die Methoden, mit denen man in dikseW Kreisen" Meinungsdifferenzen schlichtet," werden durch folgende» Beispiel illustriert: Die" beide» Seelsorger.d«r Gemeinde Jone» in Arlanfad waren in Streit gerattn,' worauf der. eiste Yoh> ihnen, der Pastor Date Erowlex, an einem Sonntag in die Kirche seine» Gegner» drang und dort- die" Predigt durch«Ine wilde Schießerei störte. Der Prediger Jo« J«ffrie»,-der sich inzwischen" die Journalistik ziigewandt hast erzählt-In-seinen-Erinnerungen"^ daß er auf der Kanzel stet» einee geladenen Revolver-neben sich liegen haft«,um nötigenfalls»»»brechend« Streitigkeiten bei de« anwesenden Gläubigen schnell schlicht« Hukömeee." Bezugsbedingungen: Bei Zustellung in» Hau» oder bei Bezug durch die Post monatlich ttit-16.—, vierteljährlich Ai 48.—.halbjährig K£ 96--. ganzjährig AL 192.—.— Inserate werdenlaut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung /der Retourmarkett.— Die Zeitungsfrankatur wurde bonder Poft- und Tele- graphendirektion mtt Erlaß Rr. 18.890/VH,1980 bewilligst—"Drucktet:„Orbis", Druck-, Verlag»« und Zeitung»-A.-G. Prag,...