Sozialdemokrat 8ettttalotgttn^ kwr Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint atit de» Montag täglich srilh/ Einzelprei» 70 Heller Redaktion und Verwaltung: Prag Xll., Fochova 62- Telephon 88077- Herausgeber: Siegfried Taub- Verantwortlicher Redakteur: Karl Kern, Prag 17. Jahrgang Sonntag, 13. Juni 1987 Aus dem Inhalt: Die Verbraucherorgani sationen manifestieren Landwirtschaftsministerium gegen Arbeitslosenunterstützung Fortführung der ErnShrungsaktlonen Gegen den Geist des 18. Feber Flugverbindung Reichenberg—Prag Nr. 138 Pie Todesurteile vollstreckt Amtliche Meldung:„Vollkommen geständig..." Da« Urteil, wodurch Marschall T u ch a t s ch e w s k i und alle sieben Mitangeklagten Generale schuldig gesprochen und zum Tode durch Erschießen verurteilt werden, erging nach mitteleuropäischer Zeit um Mittemacht auf Samstag. S 9iod’ ein,t Rruter-Meldun» aus Mölkau wurde dort bereit» amilich bekannt,egeben, daß Marschall Tuchatschewski und die übrigen sieben»um Tode Verurteilten am Samstag hinge- rt chtet wurden. Di,«rt und der Ort der Hinrichtung sowie sonstige Einzelheiten sind noch nicht bekannt. Der offizielle Tah-Bcricht sagt über den Verlauf der geheimen Verhandlung folgendes: Rach Verlesung der Anklageschrift stellte de» Vorsitzende Ulrich an die Angeklagten die Frage, ob' sie sich der angeführten Verbreche« für schuldig fühle». Alle Angeklagten erklär- tensichsür vollkommen s ch u l« big. Vom Gerichte wurde festgestellt, daß die Angeklagten sich im Dienste der Militärspionage eine» ausländischen Staates befanden, welcher gegenüber der SSSR eine feindselige Politik betreibt, daß sie den-MIlitärkreisen diese» Staa- te» systematisch Spionagenachrdchten übermittelten, SchädlingSakte zweck» Anterwühlung der Roten Arbeiter-«nd Bauernarmee auSführten und für den Fall eine» militärischen Ueierfalle» auf dfe SSSR«ine Niederlage der Roten Armee «Nd die Wiederherstellung der Macht der GutS- bpsitzer und Kapitalisten in SSSR vorbereiteten. Beseitigung Stalins war geplant? Der Warschauer Berichterstatter der„Dai- l d Mwt>l"'b«ichlkt,' dass Tuchatschewski Undselne Komplicen anscheinend wirklich die.V e s e i t i- gu» g Stalin» mit Hilf« der Ärmer vorbe- reiteten. Ei», der Freundinnen Tuchatschewski», di« in««»ländischem Spionagediensten gestanden höbe, soll do» der GPU gefaßt worden /ein und di« ganze militärische Verschwärung verraten habest. Wie der gleiche Berichterstatter erfahren hat, wurde dir Verhandlung gegen die acht Angeklagte» mit der Zeugeneinvernahme der Frauen Tucha- tschewski»«nd Putna» abgefchloffrn. Beide Frauen hätten au» Angst um ihre Kinder ihre Männer de» Verrat» bezichtigt. Offizielle Stimmungsmache .„Hunden gebührt Hundetod 1* - Die offizielle Presse der Sowjetagentur feiert/ au» diesem Anlaß natürlich wieder Schimpforgien wüstester Art gegen die Verurteilung, die noch vor wenigen Wochen al» die Helden der. Sowjetrepublik galten. So schreibt die „Prawda": „Großer und heiliger Zorn erfaßte Millionen Werktätiger, als sie von der schändlichen Tätigkeit der Bande der Militärspione erfuhren. Da» scharfe Auge der Diktatur der Arbeiterklasse ent- Bllhaos Verteidigungsring durchbrochen? Bilbao. Der Sonderberichterstatter der Agenee Hava» meldet: Abteilungon der' erste» Navarra-Brigade durchbrachen SamStag nachmit. tt»S auch dir zweite und letzte Verteidigungslinie, den sogenannten„Eistwnen Ring" um Bilbao. Dar Durchbruch erfolgt« in einer Breite von drei Kilometern.. Die Franto-Armee habe fetzt keine Hindernisse mehr vm: sich. Rach den Meldungen der Kommandanten der AngrissSfront steh«»st erwarten, daß die ersten Abteilungen der Franco- Armee in dir Vorstädte von Bilbao eindringen Wochen. Reuter meldet aus Bilbao: Die Aufständischen eröffneten Freitag mit Unterstützung der Artillerie und der. Flugzeug« einen heftigen An- grisf. Die Barken waren gezwungen,- sich vom Kamm des.Gebirges Urcüla in das Tal nordöstlich von Larrabezua zurückzuziehen, wo bi» in di« späten Abendstunden der Kampf.fortgesetzt wurde. Der Korrespondent der Ägence HavaS teilt mit, ldaß, Franco-Abteilungen'am.Samstag die baskischen Positionen hei Cordiliera angriffen. Der Angriff fand. pach! gründlicher, Artillerie-: Vorbereitung, statt, der, durch,«in Bombardement von Flugzeugen aus unterstützt wurde. Am Nachmittag.bemächtigten. sich.die Franca-Abteilungen CoÄilierqS'.' deckte dieses letzte Militärspionagenest eines ausländischen. Staates und di« feste Hand der Diktatur der Arbeiterklasse zerstörte und zertrümmerte diese» Nest und tilgte es vom Antlitz der Erde. Die Arbeiter des Sowjetverbandes werden ihre Wachsamkeit verzehnfachen. Acht Militärspione sind im Namen de» viele Millionen zählenden Bolles vernichtet. Hunde« gebührt Hundetod." Weiters wird offiziell gemeldet, daß am Freitag in der ganzen Sowjetunion öffentliche Versammlungen stattfanden, bei denen Resolutionen gegen„die Bande der Spione und Verräter", die bei ihren Umtrieben ertappt wurden," zur Annahme gelangten. Spät nachts hätten die Werktätigen tn den Fabriken das Urteil des Son- dergerichieS erfahren und es auf den Versammlungen der Nachtschichten einstimmig begrüßt.. Paris. Die'Polizei ist bisher auf feine bc- stimmte Spür bei" dem Morde der Brüder Roselli gekommen. Bei dein älteren von ihnen, Carlo, wurden 28.000 Francs in bar gefunden(die Familie Roselli ist eine reiche Jndustriellenfamc- lie), so daß es ausgeschlossen ist, daß cs sich'um einen Raubmord handelt. Die Polizei neigt der Ansicht zu, daß es um einen politischen Mord geht. Es scheint, daß die beiden Brüder in eine Falle gelockt wurden, was auch der Polizeibericht bestätigt. Man nimmt an. daß d i e Täter, deren vier waren und die in zwei Autos fuhren, an einem entlegenen Orte im Walde anhielten und den Brüdern Roselli, die ein Stückchen hinter ihnen fuhren, ein Zeichen gaben, sie- mögen gleichfalls halten. Die Mörder schützten vielleicht eine Panne vor und baten um Hilfe. So lockten sie die Brüder Roselli in die Falle. Sie schossen dann wahrscheinlich gegen Carlo Roselli, an dessen Körper die Spuren von zivei Schüssen und zivei Dolchverletzungen gefuu- den wurden. Der jüngere Bruder eilte ihm zu Hilfe und wurde mit einer Stichwaffe überfallen. Sein Körper weist sieben Stiche auf. Carlo Roselli war, wie die antifaschistischen Emigranten in Paris einstimmig erklären, einer der zähesten Widersacher des Faschismus, die er in seinen: Wochenblatt„Giustizia c Liberia", das in Paris erscheint und ihn auch in zahlreichen Borträgen bekämpfte. In Parts soll er einigemal von faschi- Beide Parteien in Spanien werden ersucht werden,, die Sicherheitszone in den spanischen Häfen für die die Kontrolle ausführenden Kriegsschiff» zu erweitem,.sowie»«.versprechen, daß sie alles tun«erden, wa» in ihrer Macht steht, um in Hinkunft allen Zwischestsälle» vorzubeugen, Sollte sich aber doch'irgendein Zwischenfall ereignen, welcher'Art erauchimmersei, wird eine, Kosts u.f.t at.i'o n der vier Kontrollmächte veranstaltet werde::, ob rin» Aktion und weichst unternommen werden.soll, Neber da» Recht der, Vie Wählerverzeichnisse liegen auf I Sn der Zeit vom IS. bis 22. Juni liegen die Wählerver»«ichniffe in alle« Gemeinden zur öffentlichen Einsichtnahme stuf. Im Interesse der Sicherung des Wahlrechtes für die kommenden Gemeindewahlen ist eS notwendig, daß alle proletarischen Wähler in dieselben Einsicht neh- men, um sestzustelken, ob sie darin enthalten sind. Sn da» Wählerverzeichnis gehören alle, die 1. am IS. Suni 1937 da» 21. Lebensjahr überschritten haben, 2. an diesem Tage in der Gemeinde ununterbrochen wenigstens seit drei Monaten wohnen und 3. nicht ausdrücklich durch daS Gesetz von der Eintragung in dir Wählerliste ausgeschlossen sind. Eingebrachte Reklamationen dürfen immer nur einen Wähler oder eine Wählerin betreffen; auf andere Eingaben wird keine Rücksicht genommen. Im Wählerverzeichnis angesührte Personen, die nicht den obigen Bedingungen für die Eintragung entsprechen, können auf analog« Weise auS den: Wählerverzeichnis heraus- reklamiert werden. ^stiHmÄgenfewverWIÄitzKbrohkWrdÄr'seim Sein Bruder, der zu Beginn des faschistischen Regimes gleichfalls in Opposition war, wandte sich in der letzten Zett, wie bereits gemeldet, der regierenden Partei in Italien zu und lebte dauernd in Florenz. Er kam nach Frankreich zum Besuch seines Bruders Carlo, der in einem Bad in der Normandie von seiner an der spanischen Front erlittenen Verwundung Heilung suchte. DaS Blatt„Giustijsia e Liberia", das eben am Tag der Ermordung der Brüder Roselli erschien,.bringt an leitender Stelle in schwarzem Rahmen einen Artikel zur Erinnerung an den am 1ü. Juni ermordeten Matteotti. Die Pariser Linksblätter weisen auf den Umstand hin, daß Carlo Roselli ebenfalls am 10. Juni ermordet wurde. Die Blätter glauben, daß der jüngere Roselli nicht ermordet werden sollte und daß ihm sein zufälliges Beisammensein mit seinem Bruder verhängnisvoll wurde, um ihn als Zeugen ebenfalls zu beseitigen. Die untersuchenden Polizeiorgane neigen der Ansicht zu, daß di« Brüder Roselli a u S^> o l i t i- schenGründenin eine Fall« gelockt und ermordet wurden. Die französische Linkspresse spricht offen von einem politischen Mord. DaS Abendblatt„Le Soir" meldet, daß sämtliche politischen Dokumente, die Carl» Roselli bei sich trug, bei seiner Ermordung verschwunden sind. au»lündischen Kriegsschiffe auf«ine sofortige Verteidigung falls ei» Angriff auf sie«stter- nommen werden sollte, bestand niemals«in Zweifel. Die Konttoslmächte hab«: jedoch nicht d n» Recht zur Re v st n ch e, solange ihnen da» Ergebnis der Konsultation cher vier Großmächte nicht bekanstt ist. Diese Konsultation >»piÄ den Charakter einer Beratung, bet' Dipl o m a t e n haben und' keine Konferenz der Admirale sein. Quo vadis Stalin? Der bis vor kurzem zweite Führer der Roten Armee Maschall Tuchatschewski und sieben andere Generale sind nach amtliche» Meldungen bereits hingerichtct. Zu den hohen zivilen Funktionären der Sowjetunion, Sinowjew, Kamenew, Rhkow, Radek, Pjatakow treten nun noch die hervorragendsten Militärs, die der scheußlichsten Berbrcchen, des Militärverrats und der Spionage beschuldigt werden. Man stelle sich nur vor, was es heißt, wenn vom künftigen Führer der russischen Westarmee behauptet wird, sein Vaterland und seine Armee verraten zu haben. Man hat bisher geglaubt, daß ein ehrgeiziger Feldherr siege» will, um die Macht zu erringen— bei Tuchatschewski soll man annehmen, er wolle die Niederlage des von ihm geführten Heeres, um an die Macht zu gelangen, was ungefähr dasselbe wäre, als ob Napoleon seine eigene Niederlage gewünscht hätte, um das Direktorium zu stürzen I Man stellt an die Leichtgläubigkeit der außerrussischen Welt ein starkes Ansinnen, wenn solcher Widersinn geglaubt werden soll. Hat da?'etwa das Gerichisverfahren erwiesen, das gehe:»: durchgeführt wurde und in welchem die Angeklagten nicht einmal einen Verteidiger hatten? Aber nehmen wir an, daß der eine oder der andere Angeklagte ein politischer Freund Deutschlands gewesen ist und eine Aenderung der russischen Politik angcstrebt hat: davon haben ja Stalin und Litwinow wahrscheinlich schon früher Kenntnis gehabt, ohne etwas dagegen zu tun. Ist es denkbar, daß der nunmehr verhaftete ehemalige Stellvertreter Litlvinows eine deutschfreundliche Polittk angestrebt hat, ohne daß es sein Chef wußte? Wenn Tuchatschewski, der jahrelange .Stellvertreter, de»' Kriegsministers Woroscknlofs ein Spion und Verräter war, wer kann, denn behaupten, daß sich auf dieselbe Anklagebank morgen nicht die Richter von heute setzen werden? Stalin hat die Kommandanten der großen Heeresgruppen mitsamt dem Chef des Generalstabes zu Richtern bestimmt, um sie mitschuldig werden zu lassen an seinem grausamen Werk und sie so an sich"und sein Schicksal zu ketten. Ob er aber morgen nicht einen von ihnen den Weg der Sinowjew, Kamenew und Tuchatscheloski wird gehen lassen, wer wagt dies mit Sicherheit zu bestreiten? Welcher Mensch, sür den Sittlichkeit und Menschlichkeit. Idealismus und Treue noch etwas bedeuten, schaudert nicht vor dem Abgrund, in den man hineinblickt, daß führende Staatsmänner, einer Nach dem andern, diese» Staat verraten, den sie den proletarischen Massen der ganzen Welt als Vorbild hingestellt haben I Diese moralische Seite der Angelegenheit interessiert gerade uns, die wir iin Sozialismus unser Ideal und die Lösung all der fnrchtbarcn Uebel unserer Zeit sehen. Könne» wir zu diesem restlosen Niedertrampeln aller Freiheit, aller Errungenschaften des Gerichtsverfahrens, die wir zu den wertvollsten Errungenschaften neuzeitlicher Kultur zählen, schweigen? Empfindet ein Sozialist Freude über eine Akademie der Wissenschaften, die nach Bluturteilcn ruft? Kann cs ein Weg in die bessere Zukunft sein, wenn Frauen ihre Männer des Verrates bezichtigen, nur un: wenigstens ihre Kinder zu retten. Es gibt Neunmalweise, die glauben, daß der Zweck die Mittel heiligt, wie es die Jesuiten gelehrt haben. Wir bedanken uns für die Anwendung dieses jesuitischen'Grundsatzes auf den Besreiungskainps der Arbeiterklasse. Wir'glauben vielmehr, daß diese Mittel den Zweck korrumpieren und den Sozialismus' heillos diskreditieren. Man sehe sich nur die Wirkungen von Stalins Politik auf die diversen„Führer" der Kommunistischen Parteien Westeuropas an, die alles glauben, was ihnen anbefohlen wird, die im Schweiße ihres Angesichtes überall Trotzkisten suchen und sie erfinden, um ihrem Auftrag, die Trotzkisten zu bekämvfen, nachzukommen. Wie die Gebotmühlen oeS Lama geht das Geplapper der„Roten Fahne" von den Trotzkisten, die da und dort sitzen: kommen wird einst der Tag, wo sich die Redakteure der„Roten Fahne" gegenseitig des Trotzkismus beschuldigen werden. So wie seinerzeit die zaristische Ochrana Attentate erfunden hat, um ihre Existenzberechtigung zu beweisen, so beweisen die kommunistischen Journalisten ihr Daseinsrecht, indem sie Trotzkisten erfinden. Und' wenn ihnen Stalin morgen befehlen wird, i» jedem, der seine Auffassungen nicht nach dem Moskauer Lineal ausrichtet, eine» vom Teufel Besessenen zu. sehen, sie werden auch das tun. Am Tage des Matteotti-Mordes Dis Abschlachtung dsr Brüder Roselli— ein Werk der Faschisten Das Londoner Vierer-Abkommen Almeria-Zwischenfall darf sich nicht wiederholen I London. Da» Reuterbür» bestätigt, daß S a m»ta g nachmittag» Ist Besprechungen Eden» mtt den Botschaftern der anderen'drei K°ntt»llmächt« ein vollkommene» Einvernehmen über de». Wortlaut der Rote er»i«lt wurde, welche an die beiden kämpfenden. Parteien in Spanien gesendet werden soll. Sn der Rote werdest G strant i e n»um Schutz der die Seekontrolle durchführende» Schiffe verlangt. .^Hie Rote wird wahrscheinliche amDieyhtägim Wrgp deS britischen diplpmatischen Dienstes den. Regieruugen in Valenciaundin Salamanca»»gesendet«erden, j, ' Deutschland.und.Italien werdenvorauSsichtlichnicht^ früher st» den RichteinmischungS- ausschuß zurücktehren, al» bis die^Antwort po». beide» Parteien in Spanien eintrifft. Eine Ta- gung de»'Richtint«rVesttion»ausschusses.wird daher vorläufig nicht einherufen wetden. j(’ Sette 2 Sonntag, 13. Jnnk 1937 Nr. 138 Er ist ein unerhörter moralischer verfall, der UNS in der loinmunistischen Bewegung ent» gcgentritt. Wir sagen das nicht, weil wir Gegner des gigantischen Versuches sind, /den man in der Sowjetunion unternommen hat, um eine sozialistische Wirtschaft aufzubauen. Wir sprechen das alles aus, weil wir Sozialisten sind, weil wir die Enttoicklung in dem Riesenreich dcS Ostens seit Jahren mit Aufmerksamkeit und leidenschaftlichem Interesse verfolgen, weil wir die russische Revolution als eines der größten weltgeschichtlichen Ereignisse der letzten hundert Jahre betrachten und mit banger Sorge sehen, wohin das von Stalin gesteuerte Staatsschiff treibt. Und die Sozialdemokraten allüberall müssen den Mut haben auszusprechen, daß ihr Kampf um die Demokratie, ihr Glaube an die Freiheit recht behalten hat und recht behalten wird. Trotz der Mängel, welche manche demokratische Regierungen In der Welt an den Tag legeni trotz mancher Fehler, welche die Demokratie der Tschechoslowakei seit 1918 begangen hat, trotz schlechter Er- snhrungcn, die man allzüoft in demokratischen Staäteii mit der Verwaltung macht," trotz detz täglichen Kleinkrieges, den wir für die Rechtis'der arbeitenden Menschen gegen Rückständigkeit/ENg- stirnigkeit, bürgerlichen Klassengeist führen müssen— turmhoch überragt die Demokratie alle anderen RegierungSformen an sittlichem Gehalt, Menschlichkeit, Freiheit, Gerechtigkeit und Anständigkeit. Gerade aitgesichiS des Schreckens, den die Diktaturen verbreiten müssen, um sich zu erhalten, erkennen wir den tiefen Sinn der Ausspruches des weisesten Mannes dieses Landes, daß die Demokratie die politische Form der Menschlichkeit ist. Manifestation der Verbraacherorganisationen Die Sprecher von 3,6 Millionen Verbrauchern protestieren gegen die Angriffe auf die Genossenschaften und auf die Lebenshaltung der Bevölkerung Die Jntereffenzentrale der Genoffenschaftsverbände, deren fünf Mitgliedsverbände eine Million Lerbraucherfamilien mit mehr als dreieinhalb Millionen Angehörigen vereinigen, veranstalteten am Samstag im Gebäude der Allgemeine» PmfionSanftalt in Prag ein« ManifeftationSkundgebung, welche zu den Aktionen der Gewerbepartei Stellung nahm. ES handelt sich derzeit insbesondere um die Re- aierungSverordnung 182 aus dem Jahr« 1985, welche eine Handels- und Gewerbesperre beinhaltet und um deren Verlängerung sich die Gcweriepartei bemüht, ferner um die Regierungsverordnung 116 a»S demselben Jahre, welche einige Fragen der Genossenschaften betrifft und die von der Gewerbepartei bekämpft wird, und weiter um die Herabsetzung des Zuckerpreises, die Kartellpolitik und die Frag« der Einführung von Minimalpreisen im Gewerbe, mit deren Hilfe die Hinaufsetzung der Preise auch den Genossenschaften aufgezwungen werden soll. Der Kundgebung wohnten außer den Dele- . gierten aus dem ganzen Staatsgebiet, darunter 52 Vertretern des Verbandes deutscher Wirt- schaftrgenossenschaften, Vertreter der zentralen Staatsämter, verschiedener Korporationen und politischer Parteien bei. Für die deutsche sozialdemokratische Arbeiterpartei war Senator Hak- k e n b e r g anwesend. Fürforgeminister Jng. NeLaS, welcher der Kundgebung mit großem Interesse folgte, ergriff sofort nach der Eröffnung dar Wort und erklärte, daß cö jetzt darum ginge, daß der Uetergang aus der Krise nicht auf Kosten der Konsumenten erfolge. Das Wirtschaftsleben«äffe von solch«» Grundsätze» gekettet werden, welche di« Lebenshaltung der Bevölkerung steigern. Nur I« den Staaten, in welchen diese Prinzipien beachtet wurden, konnte^ die Kris» wirklich überwunden werden. Auf den unmittelbaren Anlaß der Kundgebung eingehend, teilte der Minister mit, daß das Fürsorgeministerium in der Frage der Verordnung 162/85(Handels- und Giwerbesperre) darauf gedrängt hat. daß durch eine Neuregelung die Entwicklung der Genossenschaftsbewegung nicht gehemmt werde und daß mit großer Wahrscheinlichkeit erwartet werden kann, daß diese Bestrebungen nicht erfolglos sein werden. Auch den Preisfragen widmet das Ministerium große Aufmerksamkeit. Die Zuckerpreise sind angesichts der geringe» Ver- dienste immer noch unverhältnismäßig hoch und haben zu einer Zuckerverbrauchbsmkung geführt. ES ist nicht daran zu zweifeln, daß eine Anpäs- sung de» Zuckerpreis«» an die Kaufirast de« Bevölkerung den JnlandSkonsum vergrößern würde. Di« Popularisierung der Zuckerfrag« gehört zu den Verdiensten der Genoffenschaften. In bezug auf die Novellierung des KartellgesetzeS erklärte der Minister, daß der vom Justizministerium auegcarbciiete Ennvurs, welcher jetzt den WjrtschaftSminIstern vorliegt,«Ine Erweiterung der staatlichen Kontrolle auf die Produk» tionS-, Absatz- und VersorgungSbeschränkungen vorsieht, welche«ine Folge der unkontrollierten Kartellwirtschaft sind. Erweitert werden soll auch die Kompetenz der Kartellkommission, zu deren Beschlüffen nicht mehr wie bisher Stimmeneinhelligkeit notwendig sein soll. Dadurch würde erzielt werden, daß die Arbeit der Kommission schneller und elastischer werden würde. Den Spitzenorganisation en der Ber- brauchcr und Arbeitnehmer soll im Berfahren nach dem Kartellgesetz eine Beteiligung zuerkannt werden. Da» Fürsorgcminifterium hat in der Kartellfrage seine Forderungen im Jntereffe der.Verbraucher und Arbeitnehmer geltend gemacht. Die Besserung unserer Wirtschaft kann'nur dann dauernd sein, wenn an ihr auch diebreiten Massen der Arbeitnehmer dadurch beteiligt sein werden, daß ihre Löhne und Behälter anständig geregelt werden. Nur so kann die Kaufkraft gehoben werden, deren Voraussetzungen auf'der andern Seite angemessene Preise der LebenSbedarfSartikel sind. ES Ist daher außerordentlich dringend, daß dl« Arbeit». und Lerdienftbedlngunge» de« Arbeitnehmer gesichert und alle Maßnahmen getroffen werden, um unbegründete Verteuerungen und die Tendenzen mancher Kartelle abzuwrhren. Nach der mit wiederholten Beifallskundgebungen aufgcnommcnen Rede des Fürsorgeministers restrierten F. V e s e l h über den„Kampf für die ungestörte und freie Entfaltung der Genoffcn- schaftsbewcgung", Rudolf Fischer über die „Minimalpreise im Gewerbe" und R. P ä n e I Uber„Die Senkung des Zuckerpreises und die Politik der Kartelle". Die Delegierten nahmen dann einstimmig zwei Entschließungen an. in deren erster Protest einge legt wird gegen die Bestrebung«»^ der'Gegner der GenoffenschaftSbowegung und betont wird',, daß der GenoffenschaftSbewwung die vollkommene Freiheit» belasst» werden mutz. In der zweiten Resolution wird die Revision der Kartelle und ihr« Liquidation sowie die Beschleunigung der Zuck«rprei»herabsetzüng verlangt und die Einführung von Minimalpreisen abgelehnt. Dleforderuhsen der Genossenschaften Die Genossenschaften protestieren, beißt eS in der Entschließung, gegen alle Aktionen, die ein« Belebung der Wirtschaft in einer künstlichen Erhöhung der Preise aus Kosten der Verbraucher erblicken. Die Genossenschaften fordern vor allem, daß die Tätigkeit aller bisher geschaffenen Kartelle einer Revision unterzogen wird und daß künftighin einer- seit» dl« Bildung neuer Kartelle verhindert wird und anderseits die bestehenden Kartelle liquidiert werden. Da» winfchästlich zerstörende und ohne Rücksicht auf die Lerbraucherintereffen vor sich gehende Treiben der Kartell« erfordert die unverzügliche Novellierung deS Kartellgesetzes. ES Ist notwendig, daß die Tätig, kett' der Kartelle» der> Aufficht i der Oeffentlichk«« unterstellt wird und daß über die mit dieser Tätigkeit zusaminentängenden lebenswichtigen Fragen die Verbraucher mttentscheide».. Das Hinausschieben der Lösung der Frage - des ZuckerpreiseS erweckt bei breiten Massen der Verbraucher Erbitterung'. Soll das vertrauen der Bürger zu dem ehrlichen Bestreben der ' maßgebenden Faktoren Nicht völlig untergraben werden, dann muß an die Senkung» de» Zucker- ' Preises sofott'geschristen werden und daS Diktat der Zuckerbarone beseitigt werden. . Die Verbraucher sprechen sich mit aller Entschiedenheit gegen verbindliche Mlnimalprelse au», die eine weitere Verteuerung zur Folg« hätten. ES geht nicht an, die Gewinne der Erzeuger und der Warenvermlttler durch Staatsgarantie zu sichern, ohne daß da» Existenzminimum aller übrigen Schichten der Bevölkerung in ausreichendem Maße gewährleistet wird. Auf die Angriffe der Gegner antwortet die Kundgebung der Genossenschastsverbände mit folgenden Worten: Die Genoffenschaften verfolgen kein andere» Ziel, al» ihren Mitgliedern durch wirtschaftlich« Dienstleistung ohne jegliche» Streben nach Profit zu helfen. Damit diese» Ziel erreicht werden könne, mutz der Genossenschaftrbewegung die vollständige Freiheit erhalten bleiben, diejihc'durch di« Berfas- sungSurkunde gewährleistet,wurde.' Die Regierungsverordnung Nr. 162/1935 beschneidet diese Freihett, und die sich herauSbil- dende Praxis macht der Genossenschaftsbewegung diese. Freiheit überhaupt streifig- Die Genoffen- schastcn protestiere» gegen dies« RegierungSverord- nung und fordern, daß ihr« Gültigkeit am 39- Juni 1937 erlischt. Die Bestrebungen auf Außerkraftsetzung der Regierungsverordnung Riss, 116/1065, mit welcher einige Verhältnisse bei den Genossenschaften geregelt wurden, sind al» äußerst ungerecht und feindselig zu bezeichnen und werden deshalb von den Genossenschaften auf da» entschiedenste abgelehnt. Die Behauptung,.daß diese Verordnung, den Genossen« schäften Vorteile biete. Ist nicht wahr. Sie sichert ihnen lediglich die Nköglichkeit einer ruhigen und ungestörten Arbeit im Jntereffe der Verbraucher/, Die Regierung»verordnung. Nr. 116/1035 hat den Feinden der Genossenschaften'die Waffen au» der Hand geschlagen, mit denen die Genoffenschaften entgegen den guten Sitten materiell»mW moralisch geschädigt wurden. Ihr« Aufgabe» will und wird die Genossen, schaftsbewegung überall Und ohne Unterschied der Einwohnerzahl der Gemeinden erfüllen. Und auch in Gemeinden»fit weniger al» 2009 Einwohner« leben Verbraucher, denen im Interesse ihrer wirt- fchaftlichrn Existenz und im Interesse der Berbet. srrung ihre» Lebensstandard» nicht da» Recht genommen werden darf, sich durch SclbfthUfeorgantsa- tion auf genossenschaftlicher Grundlage ein bessere» Leim zu schaffen. Die Möglichkeit,«in« genossenschaftliche Tätigkeit wo immer zu enfialten, muß um so eher gewahrt sein, al» die Genoffenschasten tagtäglich ihr Verständnis für die sozial fchivachen Bevölkerungsschichten, für Humanität und Demokratie al» die Grundpfeiler der Tschechoslowakischen Republik bekunden und alle ihre Kräfte stet» für den tschechoslowakischen Staat einsetzen. Eine starke Zumutung Das Landwlrtschaftsmlnlsterlum will die Arbeitslosenunterstützung „reformieren I" Wie die„Lidovc Noviny" melden, hat das! Landwirtschafts Ministerium! zwei Entwürfe ausgearbeitet, von denen der eine die Unterstützung der Saisonarbeiter regeln, der andere dasGenterStzstem selbst reformieren will. Die„L. N." bringen über den Inhalt beider. Entwürfe begreiflicherweise nur lückenhafte Andeutungen, die aber hinreichen, um festzustellen, daß es sich in beiden Fällen,'wie astch gär nicht anders' zu" erwarten wär, um IvesentlicheVerschlechterungen handelt. Die Saisonarbeiter solkn nurwährend der Saison Unterstützungen erhalten, wobei die Saisondauer in ganz mechanischer Weise kalendermäßig festgesetzt wird. Außerhalb der Saison wird ein Unterstützungsanspruch nur anerkannt, wenn weder der Arbeitslose noch ein Mitglied seiner Haushaltung irgendwie ein Einkomme n h a t, also unter einer Bedingung, die kaum ein Arbeitsloser erfüllen kann. Beweist das Landwirtschastsministerium mit diesen Vorschlägen,■ daß sich seine Referenten über die in den letzten Jahren eingetretenen Aenderungen im Charakter der Saisunarbet» ter nicht einen Augenblick lang den Kopf zerbrochen haben, so Ist eS einfach nur mit unver-' hüllter Arbetterspindlichkett zu erklären, daß der arbeitslose Saisonarbeiter nach diesen„sozialpolitischen" Anträgen nicht nur durch wesentlich kürzere Zeit unterstützt werden, •■ sondern während dieser kürzere» Zeit auch noch«ine» empfindlich verkürzte» StaatSzu» schuß beziehen soll. Der zweite Antrag ist neben der auch hier verfolgten, mit dem Wesen des Genter Sy st em» i»Widerspruch stehenden Tendenz, alle Arbeitslosen, die noch irgendeine dürftige Unterhaltsquelle besitzen, vom Unterstützungsanspruch vollkommen auszuschließen, vor allem von dem Bestreben geleitet, die arbeitslosen Gewerkschaftsmitglieder und die Ortsgruppen der Gewerkschaften einemförmliche»Diktat der Bczirksbehörden zu unterwerfen. Dagegen müssen, sich nicht nur die Gewerkschaften Seemannssam Zwei Abenteuer auf See Von Arnold Heilbut (Schluß.) Martin Quast verstummt und stopft sich eine neue Pfeife. Durch die lastende, glucksende Stille kommt von vorn das gedämpfte Rauschen der Bugwelle. Leise knarrt das Tauwerk. „Den haben die Ratten gefressen", sagt Tim Kröger leise und zerreißt damit die lastende Svannung. Die Köpfe der Matrosen drehen sich entrüstet nach dem Jungen um.„Du Klugschnacker!" Der Koch gibt dem verlegen Errötenden einen gutmütigen Klaps.„Schwimm du man erst so lang auf» Salzwaffer'rum wie ich, mein Jung, denn schnackst anners." Timm Kröger verzieht etwas spöttisch das Gesicht. Da nimmt Olaf Tirkkonen, der Schiffs« zimmermann, die kurze Pfeife aus dem Mund. Eine merkwürdige Erscheinung, dieser schweigsame Finne. Eine lange hagere Gestalt, braun wie ein Südseeneger, mit schwarzem Haar, das ihm tief in die Stirn wächst. Tiefe Falten ziehen sich von der Nase zu den Mundwinkeln. Sein linker Arm ist eine Prothese, die statt der Holzhand einen eisernen Haken trägt. Am seltsamsten aber ist der Nacken des Mannes. Er ist bis zum Haaransatz mit dichten Narben überzogen, die sich in der Erregung blutrot färben. Ein unheimlicher Anblick. Seine hagere Gestalt reckt sich. Er streift mit dem eisernen Haken der Holzhand das grobe Unterhemd von den Schultern und weist mit der Rechten auf die blutroten Narbe», die sich im Haaransatz verlieren. „Da", sagt er. Sein ernster Blick trifft den jungen Leichtmatrosen,„ich spreche nicht gern darüber. Aber wenn man euch Milchgesichter so reden hört, geht einem da» Maul schon mal über Stag." Tirkkonen wirft einen Blick auf di« floppenden Leinen des Fockmastes, streicht sich mit der Hand über das hager« Gesicht und beginnt: „Jede Landratte lacht, wenn ihr was von der Seeschlange erzählt wird. Vielleicht haben die Leute recht. Vielleicht gibt cs so'n Untier wirklich nicht. Aber wenn einer solch eine Begegnung gehabt hat wie ich, denkt er doch Wohl anders, darüber. Hat so'ne Landratte schon mal was von Kraken gehört? Natürlich. Er liest in seinen Büchern— ich hab da» auch mal nachgeschlagen— das sind riesige Weichtiere, gehören zur Familie der„tephaloden". Und dann liest.man ganz gruselige Sachen über diese merkwürdigen Geschöpf«. Ich hab mal mit s'n Biest zu tun gehabt. Hab' zeiüebens genug davon. Zeitlebens,, ja.", Der Schissszimmermann. deutet auf seine Prothese und seine Narben. „War in juNgen Jahren ein ganz famoser Schwimmer und Taucher. Kein Mast zu hoch, kein Wasser zu tief. Fuhr damals auf'nen Touristendampfer auf großer Fahrt. Die Ladies— wir hatten'ne international« Gesellschaft an Bord— wie toll hinter mir her. War damals auch ein forscher Kerl, nicht so'n abgetakeltes Wrack wie heute. Lagen in den Gewässern von Borneo in einer scheußlichen Flaute. Die See so glatt wie'» Spiegel und das Wasser glasklar. Ich gab. in meiner Freiwache allerhand Taucherkunststücke zum besten; die Passagiere standen an der Reeling und sahen mir zu. Die spleenigen Gentlemen schloffen Wetten ab, wielange ich unter Waffer bleiben könnte. Ein Mädel— so'ne Schlanke, Blonde, mit großen hellblauen Augen, ist seh« sie »och heute vor mir— feuerte mich an. Sie zeigte mir einen Sovereign*), den sie mir geben,wollte,, wenn sie Siegerin in der Wette bleiben würde." Tirkkonen holte tief Atem.. „Ich pumpe also die Lungen voller Lüft und tauch«. Plötzlich fühle ich«inen heftigen Ruck an meinem linken Fuß. Das Waffer ist klar. So sehe ich, wie zwei Arme mein Bein umschlingen-' *). Ein englische» Goldstück. wie'» Lasso, so dünn und beweglich. Sofort versuche ich, mit zwei Stößen an die Oberfläche zu kommen. Geht nicht. Ich drehe mich blitzschnell im Waffer rum, versuche durch heftiges Beinschlenkern die ekelhafte weiche Masse abzuschütteln. Geht nicht. Ich reiß mein Messer aus dem Gürtel, hau mtt aller Wucht in die klebrigen Arm«. Ich fühle auch, wie die haarscharfe Schneide in die Masse dringt. Zwei Stütze— und ich bin oben. Schrei laut um Hilfe und kraule mit aller Kraft zum Schiff. Die Leut« an der Reling verstehe» nicht, was los ist, aber die Jungens haben es schon erkannt. Ein Rettungsring fliegt über Bord. Klatsch. Neben mir treibt er aus'm Wasser. Ich will gerade darnach greifen— da verspüre ich wieder so«inen furchtbaren Ruck am Bein. Wie ein Magnet zieht es mich nach unten. Und jetzt seh ich auch, mit wem ich es zu tun habe. Eine Krake, ein OktopuS— das fürchterlichste Geschöpf der Tiefsee, hat mich gepackt!" Tirkkonen legt den Kopf zurück, und schließt für einen' Augenblick die Augen. Die Matrosen verharren schweigend. Nur der Vollmatrose sagt ganz leise und beklommen: ,FHa!" Tirkkonen fährt fort:„Es gibt nichts Schrecklicheres als so ei» Vieh, so ein Ungetüm, Augen wie'n Teufel, voller Bosheit und Grausamkeit. Der widerliche Leib und da» entsetzliche Maul— ein Höffenschlund. Ich fühle, wie die. schleimigen Kangärme sich, eng um Meinen Leib pressen. Noch sind meine Arme frei. Ich haue und, steche wie wahnsinnig, um mich, aberdas Blut dringt mir.zpm, Kopf, Ich bist schon zu lange unter Wasser. Plötzlich sehe sch einen dunklen Schatten über meinen Kopf gleiten, Ich weiß, was das bedeutet: sie. haben däS Boot.llar.gemacht; neben mir saust eine Leisse in,die Tiefe,', mit Blei beschwert. Ich, will danach greifen, Da wird da» klare Wasser um mich trWe— die Bestie hat ihren Tintensack entleert/ Mir wird ganz schwarz vor den Augen. In' Todesangst greise» mein« Hände durch das Wassern- ich faß dieLeine!" „Gott sei Dankt" entringt sich«in gepreßt« Seufzer dem atemlos zuhörenden Schiffsjungen. Tirkkonen setzt langsam di« Pfeife wieder in Brand.„Sie ziehen oben, mit aller Kraft ziehen sie. Aber ich fübl, wie mich die fürchterlichen Arme nach unten zerren. Es saust wie Donner in meinen Ohren. Meine Hand wird schwächer, ich kann kaum mehr das Messer halten. In diesem Augenblick hebt mich ein« Welle hoch. Lust kommt wieder in die Lungen. Die Jungens ziehen mit aller Macht an der Leine; schon glaub ich mich gerettet. Da— ein Fangarm des Polypen schlingt sich plötzlich um meinen Hals. Ehe noch die Saugnäpfe sich ganz festsäugeni streif ich die widerliche Masse ab. Wer schon preßt sich ein anderes Glied än meinen linken Arm.- Zerrt," reißt, das Waffer schlägt wieder über mir zusammen. Du bist verloren, schießt es mir durch den Kopf. Man denkt schnell in solchen letzten fürchterlichen Augenblicke^ In einer letzten klaren Sekunde hau ich blindlings mtt dem Messer zu, Ein schrecklicher Schmerz, durchzuckt mich: ich habe meinen eigenen AriU abgeschlagen! Ich brülle auf, lasse daS Messer fallen.-. dann war ich weg, Der Finne legt die Hand über die Augeni Sein Kopf ist gegen den Mast gelehnt. Schwer geht sein Atem. Die Erinnerung an,da» furcht«, bare Erlebnis scheint ihn überwältigt zu haben;, keiner der Matrosen tvägt ein Wort zu sprechen, Als Tirkkonen die Hand sinken läßt, haben seine Augen einen starren Ausdruck. «Man hat mich mehr tot ÄS lebendig nach oben geholt. Blutüberströmt, Nacken, Arme und Beine von den Saugern zerfleischt. Lag für tot än Deck. Keiner glaubte, daß ich mit dem Leben davonkommen würde. Lag wochenlang- im Delirium; Sie haben mich wieder zusammengeflickt, dl« Aerzte."— ... Tirkkonen hebt die Prothese—»„es'geht ja zür. Not! Wer da» Grauen—das Grauen, das werde ich nie wieder los... nie!" In die Stille tönen' dl«-hellen Schläge der SchiffSglocke. Die Matrosen erheben-sich schwerfällig, nachdenklich. Die Ablösung stapft über Deck. «t. 138 Sonntag, 13. Sunt 1937 «Stile 3 Sudetendeutscher Zeitspiegel Gegen den Geist des 18. Feber Ein sonderbarer Erleb der Karlsbader Bezirksbehörde rind ihre Mitglieder verwahren, das darf sich vor allem das Fürsorgemini st e< rium nicht gefallen lassen, in dessen Kompetenz hier in unglaublicher Weise elngegrissen werden soll, ja das sollte schließlich auch das Innenministerium Entschieden ablehnen, das doch nicht wollen kann, daß die Tätigkeit des'politischen Behörden auf den Gebieten, zu derer Betreuung sie be-, stimmt sind, durch Belastung mit Aufgaben lahmgelegt wird,.mit denen sie nichts ßu schaffen haben. Aber dieser konkrete Inhalt der Entivürfe ist'nicht einmal da» Entscheidende. Entscheidend ist, daß da- Landwirtschafisininisteriumnach den Grundsätzen des legislatorischen Verfahrens absolut nicht d azuberufenist, soz iMp oli t i sch e Gesetzentwürfe auSzuarbeiten. Di« Agrarier sind«S doch, die immer am lautesten nach„Berfachlichung" rufen. Was würde wohl Herr Dr. 8 ad ina dazu sagen, wenn das FUr- sorgeministerium oder das Gesunicheitsministcrnnn es sich etnfallen ließe, dem Ministerrat die agrarpolitischen Entwürfe zu unterbreiten I Die „Lidovt Noviny" vermuten daher auch wohl mit Recht, daß die Anträge bloß'demonstrativen Thar'alter haben und einen Beisuch darstellen,> Unser Abgeordneter Eugen de Witte« Karlsbad hat am Freitag an den Innenminister und an den böhmischen Landespräsidenten Telegramme folgenden Inhalts geschickt: BezirkSbehörde Karlsbad hat heute dem Stadtamte Fischern die Ersetzung, eines zu pensionierenden städtische» Beamte» durch eine»Bürger tschechischer Nationalität«nd ausserdem dir Reservierung vondreiweiteren st ädtische n Beamten st eilen für Angehörige der tschechischen Rationalität anfgetrage». Ich erhebe gegen diese in' de» bevölkerungspolitischen Tatsachen unbegründete und die politisch». Atmosphäre vergiftende Maßnahme Protest«nd bitte um entsprechende und dem Geiste deS 18. Feber Rechnung tra gende Weisungen an di« Karlsbader BezirkS» tehürde. Tatsächlich sprechen diese Aufträge der Karlsbader BezirkSbehörde den nationalpolitischen Vereinbarungen vom 18. Feber Hohn. Wir haben erst kürzlich darauf hingewiesen, daß deren Sinn und Ziel ins Gegenteil verkehrt würde, wenn solche Methoden zur Geltung kämen. Mit Recht fragen auch diAFischerner, ob etwa entsprechende Maßnahmen auch zugunsten der Deutschen beispielsweise in der Stadtgemeinde Prag und in.anderen überwiegend tschechischen Städten vorgesehen sind. Man darf wohl erwarten, daß die Herren der Karlsbader BezirkSbehörde bald und nachdrücklichst eines Besseren belehrt werden! Kc der der arbeitenden Klasse nur mehr allein in Sozialdemokratie. die den Agrarier» unliebsamen Bestrebungen zur. Regelung der Zucker- und Spiritulwirt- schaft unter dem Druck einer Attacke auf die Arbeitslose» zum Stillstand zu bringe». Aber damit sind die Agrarier auf sehr f a l- s ch em Wege! Die Arbeitslose» dürfen kein Schacherobjekt für politische Kompensationen sein! Eine vorausschauende Sozialpolitik müßte im Gegenteil die durch den Rückgang der Arbeitslosigkeit verminderte finanzielle Belastung des Staates durch die Arbeitslosenfürsorge zur qualitativen Verb esse ru n g dieser Fürsorge ausnützen und' vor allem dafür Sorge tragen, dah wir bei Wiederkehr der Krise nicht neuerlich vor der Situation stehen, wie in den vergangenen Jahren, in denen z w e i D r i t»• tel der Arbeitglosenüb er Haupt keine Unterstützungen erhalten hätten, wenn nicht die Tatkraft eines sozial, demokratischen Fürsorgeministers die E r n ä h- rungSaktion aus dem Boden gestampft hätte. Dieser versuch des Landwirtschaftsministeriums muß also zurückgewiesen werden, denn es gehört zu den elementarenvoraus- setzungen der demokratischen Zusammen- «cheit, K- daß dir Sozialpolitik nach sozialpolitische» Grundsätze» geleitet wird! geschwader in der Stärke von Ü7 FlWiÄKtl/tzöirt deneji einer—Än Bomber—^ganztiefniederging und Blumen abwarf. Zur Verhaftung der Wien*TrObauerTextil*lndustrlellen Zu unserer freitägigen Notiz wird uns er- gänzend berichtet: verhaftet wurden Johann Schur, Siegfried(nicht Friedrichs Gold- schmid und Anton Schur, Moritz Schur, der Seniorchef der Firma, welcher den Johann Schur zum Universalerben eingesetzt hatte, ist bereits einige Jahre tot. Mit den Jntereffen der Arbeiter und Angestellten dieser Firma und der Betriebe wurde vor allem in den letzten Jahren direkt Hasard gespielt. ES wurden nicht nur Riesensummen dem Betriebskapital entnommen, sondern man hat bei den Arbeitern und Angestellten, viel mehr als nötig, bei jeder einzelnen Krone geknausert. Auf diesen«' Gebiet war jede Krone Regiepost zu hoch und während man den Angestellten unter allerhand Drohungen vor vier Jahren die ReujahrS- remuneration nahm, wurden kurze Zeit daraus zwei Direktoren mit 180.01)0 und 120.000 Ki JahreSgehalt ausgenommen. . Derzeit werden die Schur-Betriebe von einem Gläubigerkonsortium geleitet.' ES ist verständlich,, daß der' Großteil der Mähr.-Trübauer Bevölkerung wegen dieser Alarmnachricht der letz- deuten vornahm, fand ein« Ehrung der MAWw Der Präsident der Republik hat am SamS- tag an der feierlichen Eröffnung der Ausstellung »Alte Kunst in der Slowake!" in der Galerie der Prager Burg teilgenommen, vorher hatte der Präsident bereits in Begleitung der Vorsitzenden der Regierung Dr. M. Hodja die Ausstellung im Wladiffaw-Saale besichtigt. Die deutsche» Kurorte gegen das neue Freur- denverkehr-gefetz. Donnerstag wurden die Bürgermeister der westböhinischen Kurorte vom Ministerpräsidenten empfangen; sie legten ihm an Hand eine» Memorandum» die Gründe dar, warum sie gegen den geplanten Gesehentwürf über den Fremdenverkehr entschieden Stellung nehmen müssen. Die Kurstädte Karlsbad, Marienbad, Franzensbad und Teplih-Schönan verlangen, daß die Angelegenheiten de» Fremdenverkehr» in den Kurorten überhaupt au» dem Eniwurf ausgeschieden werden, weil der Fremdenverkehr in den Kurorten sich nach Zahl, Zweck, Umfang und finanzieller Bedeutung gänzsich von dem sonstigen. Fremdenverkehr unterscheidet. Da» Memorandum hält e» für untragbar, die Weltkurorte in dieser Hinsicht einfach deH Sommerfrischen und Touristenorten gleichzusetzen.- In den genannten vier Kurorten sind durch Lan» deSgesetz vom Jahre 1888 die Kurangelegenheiten ausdrücklich den Gemeinden übertragen. Es wäre.verfehlt, diese Kompetenz neuen unbrauchbaren OrtSvereinen zu übertragen, die Unzweck» mäig zusammengesetzt und schwer beweglich wären. Auch eine neuerliche finanzielle Belastung der Kur» octc, wie sie der Entwurf vorsieht, wäre unerträglich. Ministerpräsident Dr. Hodja sicherte zu, daß er die Einwendungen der Kurorte dem Han« dettministerium zur Aeußerung bekanntgeben werde und daß der Entwurf de» Gesetzes über den. Fremdpicherkehr nur mit seiner miSdrücklichenSu«. stimmung zur• parlamentarischen. Verhandlung kommen werde. Prager Flugaulftellun« erSffnet. Samstag mittags wurde auf dem alten'AusstellungSgelände in Prag VII tti feierlicher Wetse die gimzstaatliche Ausstellung für Flugwesen eröffnet. Da» letztemal hatteeiireähnliche veranstqltmPvorzehnMhren stattgefunden. vor dem EröffnungSMtzenWnl- Fleberphantaslen Wer die Samstag-Nummer der»Sloten Fahne" zur Hand nimmt, sieht die ganze Kleingeisterei, in der sich die kommunistische Presse befindet. Während sich in Rußland bedeutungsvolle, geschichtliche Ereignisse abspielen, nach den höchsten zivilen nun auch die höchsten militärischen Staatsführer wegen Spionage und Landesverrat hingerichtet werden oder auf Jahrzehnte in den Kerker wandern, widmet das Hauptblatt jener Partei, welche durch die Vorgänge in der Sowjetunion am tiefsten berührt wird, diesen Ereignissen, welche die Welt in Atem halten, wenige Zeilen, während es sich auf mehr als einer Seit«, mit der größten Titelschrist versehen, welche die Druckerei hat, mit— der Trotzkistenzelle im »Sozialdemokrat" beschäftigt. Die vom Fieber einer inner» Umwandlung ihrer politischen Anschauungen geschüttelten Kommunisten sehen an jeder Straßenecke einen Trotzkisten, wie der vom delirimn tremens Befallene weiße Mäuse sieht. Mit derartigen Fieberphantasie» sich auaeinan- derzusetzen hat wenig Sinn— unter normalen Menschen. Daß sich die Kommunisten in einem hochgradigen Fieber befinden, dafür liefert jedem, der sich noch seine fünf Sinne bewahrt hat, die exta- tische Anschuldigung: der„Sozialdemokrat" leiste „Wühlarbeit für Hitler" und stehe»im Dienste FraneoS". Jedes Wort, dies zu widerlegen, ist überflüssig. Wer unser Blatt täglich liest, weiß, daß wir die leidenschaftlichsten, entschiedendsten und unbeugsamsten Bekämpfte Hitlers und Fran« cos sind— allein die Artikel und Vorttäge Ernst Paul», des Leiters Unserer BildunsiSzentraft, der 'gleich der Redqktton de» /.Sozialdemokrat" in den Fieberphantasten der kommunistischen Schreiber eine Rolle spielt, Machen, die Behauptungen der „Roten Fahne" so lächerlich, daß sich das Blatt damit am heUichten' Tage nicht zeigen sollte. Bon den Einzelheiten, mit welcher der Verfasser— Ludwig Freund, der Name sei ange- prangert— seinen verdorbenen, Welriechenden Braten spickt, sei nur«ine erwähnt, um die geistige Trostlosigkeit der kommunistischen Presse aufzuzeigen. Es-wird da eine Bemerkung SchlaülmS zittert, die besagt, daß wir Sozialisten geworden feiert;„weil wir die Verödung und Vernichtung der flienschlichen Kultur nicht zuertra- gen vermögen", eist Ayfschrei, den jeder Sozia- list verstehen mühft. Daneben stellt nun der Herr Freund— Freund der verdrichung— ein Zitat qu» Hitler»»Mein Kampf", wo der Führer des Mitten,"Reiche» behauptet, daß. der Marxismus zur„Verödung der Wett" führe. Da» sei angeblich dasselbe tz— Schlämm» Empörung gegen die Unkultur de» Kapitalismus und Hitler» Angriff mjstden Marxismus— und damit sei die Iden« tttät der Auffassung der. beiden Autoren erwie- außerordentlichen Arbeitslosenunterstützung eingestellt wurde, innerhalb der Berpflegungsaktion beteilt werden können. Diese Arbeitslosen können in der angeführten Periode, sofern sie den Bedingungen der Richtlinien entsprechen, ausnahmsweise in die staatliche Berpflegungsaktion eingereiht werden, auch wenn sie nicht innerhalb der vorgeschriebenen Zeit zur staatlichen Ber- pflegsaktion angemeldet wurden. Gleichzeitig Witt) die B r o t a k t i o n für Arbeitslose unter den bisherigen Bedingungen fortgesetzt. Der Aufwand für diese Aktion in der angegebenen Periode wird etwa 2,800.000 Ueber Antrag des Ministerium» für soziale Fürsorge wird die staatliche ErnährungSaktion für Arbeitslose oder nur beschränkt' beschäftigte Personen fortgesetzt werden. Für eine weitere fünfwöchige Periode vom 14. Juni bis 18. Juli wurden von der Regierung 10,084.700 AL bewilligt. Zur Durchführung der M il cha k t i o n für die Kinder arbeitsloser oder beschräntt beschäftigter Familienerhalter wurden für den gleichen Zeitraum 1:808.000 KC bewilligt. Gleichzeitig wurde der Antrag genehmigt, daß in diesem Zeittaum arbeitslose Berg«, Hütten«, Metall-, Leder- und graphische Arbeiter,, denen vom 1. Juni 1937 die Auszahlung der i betragen. mmMMi mtt einem bedauerlichen und mstleidi- siet^fM^uckm tMTWeSordming Überstehen. ,-/ /«enn-tzie«Rote,Kähne" derartigen Fieber- Shmptom dafür, ,W. WWWWWW.. i au» dem wirklichen politischen Leben, wo e» sich um Tatsachen .iln» nicht um Wähnvotftellüngen handelt, au»« schattet. In den sozialen und politischen Kämpfen unseres LandeSsiegt dieHoffnung und die Kraft Fortführung der Ernährungiaktionen 13*8 Millionen KC für fünf Wochen übum/MreS.eütst»/jMnS istettHrWM Flieger statt. In diesem AugesibW kreMeilillber delirien Raum gibt, ist dies ein G dem' ÄuSsftllung-steläM', SreEMgzeug-' SEffSzÄ Ich Konrad, von Hitlers Gnaden... Di«„Rundschau" veröffentlicht folgende „parteiamtliche" Mitteilung: Der bisherige Leiter meiner Kanzlei in Asch, Kam. Dr. Rudolf Jahn, muß, um seiner Militärdienstpflicht nachzukommen, sein Amt niederlegen... Zur Leitung meiner Kanzlei in Asch berufe ich gleichzeittg meinen bewährten Mitarbeiter Kamerad Jng. Wilhelm Rümmler." Konrad Henlein e. h. Ich, Konrad k„ von Hitlers Gnaden sudetendeutscher Stammesführer...ich dekretiere, das Parteibüro ist m e i n e Kanzlei, jeder Funkttonär ist m e i n Mitarbeiter, i ch berufe... Der Magen dreht sich einem um, wenn man diesen preußischen Kommandoton au» der sudetendeutschen Turnlehrer-Stube zu spüren bekommt! Glaubt der Henlein wirklich, daß die Sudetendeutschen dftse Mischung von liebem Gott und Feldwebel lange. hinnehmen werden? Und glauben die „Marschälle" des Turnlehrers, freigeborene Menschen würden sich auf die Dauer dem Polizei- BürokratiSmu» anbequemen, der au» folgendem wetteren parteiamtlichen Ilka» der SdP spricht: Meldung lei tkeberfietkung Bei Aenderung de» Wohnorte- sind alle Mit« glieder verpflichtet, sich innerhalb von acht Tagen bei der neuen Ortsleitung zu melden und sich Wer die erfolgte Meldung eine schriftlich« Bestätigung ausstellen zu lassen. Die Herren scheinen den sudeiendeutschen Raum mit einem Kasernenhof und ihre Parteimitglieder mit Rekruten zu verwechseln. ES wäre entsetzlich, wenn sich di« Menschen das lange gefallen ließen! Denn bald kämen die„Kameraden" sonst wohl noch so weit, auch stramm zu melden, was sie essen, wann sie essen und warum sie essen! Beachtet den Spielplan der tsl. Klassenlotterie! Er weist eine neue Erweiterung der mittleren Gewinne au». 50% der Loft gewinnt. Die Auszahlung der Gewinne erfolgt ohne Abzug. 1,000.000, 1,000.000, 300.000, 200 000, 180.000, 140.000, 130.000, 120.000, 90.000, 90.000, 80.000, 80.000, 70.000, 70.000, 60.000, 60.000, 80.000, 80.000 «sw., usw., Im ganzen zahlt die 37. Cfl- Klassenlotterie, die am 18. Juni 1937 beginnt, den glücklichen Gewinnern 46,884.920 Kä aus. Die Lose müssen beizeiten behoben und bezahlt werden. In den letzten Tagen ist regelmäßig ein Mangel an Losen. Bielen Wünschen kann dann nicht entsprochen werden. teil Tage sich in nervöser Spannung befindet— handelt eS sich doch um die Existenz der A r b e i- ter schäft von drei großen Betrieben samt deren Familienangehörigen sowie um den Betrieb in Märzdorf in Böhmen.(Der Bezirk Mähr.-Trübau gehört zu den Elendsgebieten des Staates, wo die Arbeitslosigkeit nur um weniges zurückgegangen ist.) Eröffnung der Flugverbindung ftelchenberg—Prag Der Flugverkehr vom Flugplätze Rei- chenberg-Gablonz nach Prag wird am 18 Juni 1937 eröffnet. Aus diesem Anlasse wird vom Stadtrate Reichenberg eine Feier abgehalten. Die Festgäste versammeln sich am 18. Juni um 9.48 Uhr in dem Empfangssaale des Reichenberger Rathauses, von wo auf den Flugplatz gefahren wird. Bon dort werden mit dem ersten flugplanmäßigen Flugzeuge je ein Mitglied des Reichenberger und des Gablonzer Stadt, rateS nach Prag fliegen, wo die beiden Herren vom Staatspräsidenten Dr. Bene» empfangen werden. Gegen 11 Uhr trifft am Flugplatz in Reichenberg ein Sonderflugzeug mit einigen Herren vom Arbeitsministerium und von der staatlichen Aero-Linie ein, worauf der Flugplatz feierlich dem allgemeinen Verkehr übergeben wird. Im Anschluß daran begeben sich die Festgäste zur Besichtigung des Plakatwettbewerbes „Reichenberg-Gablonz im Weltlustverkehre" ins Reichenberger Rathaus. Dar Preisgericht Wer den Plakaiwettbewerb „Reichenberg-Gablonz im Weltflugverkehr" hat folgende Entscheidung getroffen: Der erste und zweite Preis fällt an Maler Erwin Mülle r-Reichenberg, der dritte an Weichert-R e i ß-Reichenberg. Sämtliche Plakate sind in der Kunsthalle der Metzner-Bundeß, Reichenberg, Schlicker-Straße 21, össentltch ausgestellt. Besuchszeit v bis 12, 2 bis 6.Uhl,. Eintritt .frei. Die Prager Deutsche Arbeitersendung bringt in dieser Woche: Sonntag, 13. Juni, 14.20 bi» 14.30 Uhr: Kind und Eltem(Fritz Frehberg); 14.80 bis 14.38 Uhr(Straänice): Für Volk und Frieden. Mittwoch, 16. Juni, 18.40 bi» 18-80 Uhr: Arbeitsmarkt— 18.20 bi« 18.40 Uhr: Au» der Selbstverwaltung der Gemeinde(Franz Schön- Saaz)— 18-40 bis 18.50 Uhr: Soziale Informationen. Freitag, 18. Juni, 18.88 bi, 18.48 Uhr: Aktuelle zehn Minuten. Sonntag, 20. Juni, 14.20 bis 14.80 Uhr: Witz al» Mittel der Erziehung(Dr. Gerhard Schulz)— 14.80 bi» 14.85 Uhr(Strasnice): Für Volk und Frieden. Pflichtfortbildungskurs für die deutsche» hauptamtlichen Buchwarte. In der Zeit vom 14. bi» 16. Juni d. I. findet im Schloß Schwojka bei Böhmisch Leipa ein Pflichtfortbildungskur» für die deutschen hauptamtlichen Buchwarte statt, mit dessen Durchfüh- rung vom Ministerium für Schulwesen und Bolkr- kultur da» In st i tut für deutscheBolkr- bildung in der Tschcchoflowakischen Republik betraut worden sst. Die Leitung de» Kurse» hat der staatliche BUchereiinstruktor Rat Dr. Moucha inne, der auch da» programmatische Referat über da» Thema:„Die Büchereien und die Probleme der Zeit" erstattet. An dem Lehrgang nehmen auch Vertreter des Ministeriums für Schulwesen und Volkr- kultur sowie tschechische Buchwatte als Gäste teil. SdP-Betriebsausschuss wegen völliger Untätigkeit aufgelöst. Durch einige Wahlperioden hatte die völkische Gewerkschaft bei den Weinmannwerken in Schwaz die Majorität im Bc- triebsauSschuß inne und stellte inftlgedeffen auch den Betriebsausschußvorsitzenden. Infolge gänzlicher Untätigkeit des Ausschusses wurde dieser nun auf Grund einer Eingabe der freien Gewerkschaften von der Schiedskommission in Dux aufgelöst. Der BetrieksauSschußobmann ist zugleich der Arbeiterstandesvertreter der Henleinpartei im Biliner Bezirk.(DND.) Zur Oltzmpiade in Antwerpen. Die Anion-Leitung teilt mit: Die Teilnehmerprospekte sind an alle Atu»- und Aruk-Bereine und an jede Orts-, gruppe unsere» Eisenbahnerverbande» gesandt woc- den. Genossen und Genossinnen, die mitfahren wollen, wenden sich an die Obmänner dieser Vereine oder an die Obmänner der Eisenbahnerortsgruppen. Wo diese Genossen schwer zu erreichen sind— beispielsweise in den größeren Städten—, kann man auch die Meldung bei den Bezirksleitungen de» Atu» oder Aruk, oder wo bereit» konstituiert, der Belte 4 Sonnt»», 1g. Juul 1837' Nr. 138 „Union", vornehmen.' Ebenso. Ist e- möglich, Prospekte direkt von der Zentrale der„Union", Aussig, Bähnhofplatz 1, zu verlangen. Feder Teilnehmer muß eine» Prospekt ausfüllen.. Reichenberger Briefmarke».Messe- Die Reichenberger Messe hat sich als erste Messe dazu entschlossen, das Gebiet„Briefmarken" offiziell in das Programm; ihrer alljährlich stattfindenden Sonderveranstaltungen«inzubcziehen. Sie veranstaltet demzufolge unter Mitwirkung des tschechoslowakischen Post- ministeriumS, der„Deutschen Philatclistcnverbande» in der Tschechoslowakei" und der„Verbandes deutscher Bcicfmarkenhändler in der Tschechoslowakischen Republik" im Rahmen ihrer diesjährigen Messe, 18- bis 22. August, die erste tschechoslowakisch e B r i c f m a r k c n- M e s s c u n d-A u s st c l- l u n g. Der tschechische Briefinarken-Saminlcrver- band und auch der Händlerverband wurden zur Mitwirkung eingeladen. Fiir die Unterbringung steht ein grosser und modernes Schulgebäude innerhalb des Messegeländer zur Verfügung. Diese Brief- marken-Mcsse und»Ausstellung soll der Philatelie neue Freunde zuführen, neben hervorragenden Ergebnissen allgemeiner Sammeltätigkeit verschiedene Spezialgebiete des Sammelns aufzeigen, die zunehmende wirtschaftliche Bedeutung des Gebietes „Briefmarken" zum Ausdruck bringen, Internationale Verbindungen sowohl zwischen Sammlern als auch Händlern Herstellen und fördern, die Bedeutung der Fachorganisationen und der Fachpresse veranschaulichen, Gelegenheit' zu Ankäufe» auf Grund einer unlfasscnde» Angebotes vermitteln usw. Zum ReichSaufmarsch der„Republikanischen Wehr" teilt die RcichSleitung mit: Wir haben nun endlich, den Erlass des Eisenbahnministeriums, betreffend die Fahrpreisermässigung, erhalten und führen an: Erlass-Nr. 68.126—111/8-— 1887.— Die Fahrpreisermässigung beträgt 60 Prozent auf allen Linien der Staatsbahn für Personenzüge. Bei einer Entfernung von 150 Kilometer auch auf beschleunigten oder Schnellzügen. Notwendig dazu ist: eine Fahrtmarke zu 1 KU, eine Fahrtlegitimation zu 1 Xi und ein Stempel zu 60 Hellern. Diese Beträge sind neben dem Eintrittspreis noch gesondert einzusenden. Als Ausweis gilt die Dauerkarte für den ReichSaufmarsch. Dadurch wird das Organisieren von Sonderzügen hinfällig. Alle Reiseleiter melden rechtzeitig bei der Abgangsstation den Tag, Stunde und Anzahl der Teilnehmer. Politischer Mord In Madrid Madrid. Der Präsident der Jugendorganisation der Linksrepnblikanischen Partei, Carlos a Lauielo, ist Samstag ermordet worden. Reglerungs*U*Boote eingesetzt Bilbao.(Reuter.) Nach einer halbamtlichen Meldung ans Baleneia hat di« Valencia- Regierung eine eigen« Unterseeboot- Abwehr flotte errichtet.-, Valencia. Das NationalverteidigungSmini- sterium meldet: Bei der letzten Bombardierung Parma di Mallorca beschädigten die Regierungsflieger stack den Ausständischen-Kreuzer„B a- l c a r c s". Der Kreuzer ist zur Reparatur nach Cadix ausgelaufen. Er fuhr in Begleitung des Kreuzers„Canarias" und eines reichsdcutfchcn Kriegsschiffes entlang der Küste und alle Schiffe beschossen die kleinen Hafenorte. Aussprache mit den Verbündeten Belgrad. Ministerpräsident Dr. SlojadinoviL empfing Samstag den tschechoslowakischen Gesandten Dr. Girsa in einer längere» Besprechung und nahm mit ihm die aktuellen politischen Ereignisse durch. Neurath In Budapest Budapest. Samstag um 11 Uhr stattete Reichsauhcnminister von Neurath dem Minister des Acussern K a n y a einen Besuch ab. Unr 11 Uhr 80 begannen beiin Ministerpräsidenten D a- r a ii y i die ersten Verhandlungen. Stalin konsultiert einen Wiener Arzt London. Die„Times" melden aus Wien, dass der Wiener Kliniker Professor Eppinger zu einer Konsultation Stalins nach Moskau berufen tourdc, von Ivo er zu einem Konsiliiiin bei der rumänischen-Königin-Mutter Maria nach Bukarest geflogen sei. Secks Jahr« Kerkers wegen Vertriebs der»Arbeiter-Zeitung« Einige Sozialdemokraten in Wien-Floridsdorf wurden wegen angeblichen Vertriebes der „Arbeiter-Zeitung" verhaftet und-standen jetzt, nachdem sie schwere Polizeistrasen erhalten hatten, vor Gericht; drei Uyn ihnen, Spevak, Do- bretsch und Rotenkel erhielten se ein Jahr, Kri- stalli und Mayer acht Monate, Schächteri Rischer und Leber je sechs Monate, zwei musste», mangels jeglichen Beweises sreigesprochcn werden. Rom. Die Ion der Agenzia Stcsanr veröffentlichte dritte amtliche Verlustliste weist die Namen von 175 italienischen Spanien-Freiwillige» auf, die vom 8. bis 18. März bei de» bekannten Kämpfen um Guadelajara gefallen sind. London. Wie von massgebender Seite erklärt wird, behält der Herzog von Windsor seinen Rang als Admiral, Feldmarschall und Luftmarschall weiter bei. Er rangiert neben den anderen Offizieren dieses Ranges. 3aAesneuigLeiheA Aus einem Kulturstaat Cin uns persönlich bekannter, aus Deutschland emigrierter Arbeiter übergibt uni folgenden Bericht: Es ist unglaublich, wie tief die Menschen in einem„Kulturstaat" sinken können. Wenn ich die nachstehenden Dinge nicht selbst im Dritten Reich erlebt hätte, würde ich sie für unmöglich halten. Bis zum August 1934 war das Konzentra. tionSlagcr Sachsenburg gegenüber den anderen Konzentrationslagern direkt eine ErholungS» statte. Da wurde die SA, die die Bewachung aus- "übte, von einem Zug SS ersetzt.'Die„schöne Zeit" war vorüber. Auch die Arbeitsunfähigen mussten jetzt arbeiten. Für viele war das der Tod. Noch schlimmer wurden die Zustände, als im Oktober 1934 weitere zwei Züge SS nach Sach- senburg kamen. Standartenführer Koch übernahm die Lagerleitung anstelle des Truppführers Simon. Er führte diverse Verschlechterungen ein, von denen ich nur eine, das„Spiessrutenlaufen" schildern will. Häftlinge, die eine kleine Verfehlung be» gangen hatten, kanien nicht unter 21 Tagen in den Bunker. Zur Strafverschärfung mussten sie Spiessrutenlaufen. Dabei stellte sich die SS in zwei Kreisen, einem inneren und einem äusseren auf. Zwischen diesen beiden musste der zu Bestrafende nackend Herumlaufen, wäh. rcnd die Hitlerleute mit Gummiknüppeln, Peit- scheu, Gcwehrriemcn und Koppeln aus ihn einschlugen. Warf sich der Unglückliche nieder, so wurde er solange mit Stiefeln bearbeitet, bis er sich aufraffte und wefteÄannte. War er eydgül- tig zusammengebrochen, so packten ihn zwei SS-- Leutc bei den„Hinterbeinen" und schleiften ihn quer über den Hof, die Treppen hinauf zur Re- vicrstube. Um den Genuss zu erhöhen, war es dabei Ehrensache, möglichst schnell zu rennen. In der ReviersMbewurden dieWundeninVie- len Fällen m i t S a l z bestreut. Als ein gefan- gener jüdischer Arzt dagegen protestierte, wurde sein Gesicht so bearbeitet, dass es anschwoll. Wäh. reud der ganzen Prozedur pflegte die S S- K a- pelle zu spielen, und die SS-Leute be- schimpften die Misshandelten auf das gemeinste. Als im Noveniber 1934 wieder einige Häftlinge zum Spiessrutenlaufen gezwungen wurden, liess der verhaftete und in das K.-L. ge. .brachte SA-Führer Waner aus Neugersdorf die Worte fallen:„Nein, so etwas will unser Führer nicht." Er wurde sofortin den Bunker abgeführt. Ain nächsten Tage lief er Spiessruten— ein Kämpfer Hitlers. Als Wäuer nach seiner Gesundung entlassen wurde, sagte ich ihm zum Abschied:„Tue deine Pflicht und gib deinem Adolf, deinem Führer bekannt, was du gesehen und durchgcmacht hast." Ob er das getan hat, weiss ich nicht. Fiir die volle Wahrheit des Geschilderten trete ich ein. Bom Rückgang des deutschen Spracheinflusses in Amerika geben Zahlen, die von der „New Iorker Staatszeitung" veröffentlicht wer- den, einen anschaulichen Begriff. An den Mittelschulen von New Jork, den sogenannten„Junior High Schools", enipsangen rund 57.090 Schüler und Schülerinnen fremdsprachlichen Unterricht; davon nahnien nicht ganz 3000 an den Deutsch- kurscn teil. Dagegen wurden in den französischen Abteilungen 42.000, den spanischen 5000, den- italienischen 4000 Schüler unterrichtet. Noch vor ein Paar Jahren war das anders: das-Deutsche hatte einen ordentlichen'Borsprung vor dem Jta- lienischcn und blieb nur wenig hinter dem Spanischen zurück. An dieser Tatsache ändert alle Kulturpropaganda nichts: die nationalsoziglisti- sche Umwälzung hat die Auslandsgeltung deutscher Kultur und damit auch'der- deiüschen Sprache absinken lassen— ein Prozess, der durch die in den Bereinigten Staaten veröffentlichten Zahlen deutlich illustriert wird. Di« Rakwitzer Lehver bedingt verurteilt. Der Befundsenat des Krcisstrasgerichtcs in Brünn hatte Samstag über'die Bedingtheit der Urteile zu entscheiden, mit welchen die drei Rakwitzer Lehrer vom Obersten Gerichtshof zu fünf bis sechs MoNaten schweren Kerkers verurteilt worden waren. Der Senat sprach sich für die Bedingtheit der Strafe mit einer dreijährigen Belväh» rungssrist aus. Kain und Abel. I» der Nähe der Gemeinde Sirokh Lüh im Bezirk Taöcvo wurde der 18jäh» rige Basil Tanöinec mit einem Schuss in der Brust aufgesundeii. Die Gendarmerie stellte, fest, dass zwischen dem Erschossenen Und seinem Halbbruder Jura Maskat Familieichcsitz-Zwistigkeiten bestanden, Maskat wurde verhaftet und gestand de» Mord, ein,..... Wiistentragödie. Unweit von Basra- im Irak fanden Flugzeuge der britischen Luftwaffe die Leichen von s e ch s B e r d u r sie t e n.Es handelt sich um eine Gesellschaft, die von einigen Tagen von Basra au»-ein-Dorf am Euphrasibe- suchen wollte und anscheinend- den Weg verloren hat,'..’ - Wem gehört'der Nordpol? Durch die neue Arktis-Expedition von- Professor- Schmidt und' seine Landung am Nordpol ist, dje Frage wieder aktuell geworden, unter wessen Souveränität dieses Gebiet der Erde eigentlich'steht. Die Rüssen haben es kurzerhand„beschlagnahmt", und sie haben auch, tatsächlich ein gewisses Anrecht darauf, insofern, als sie die' ausgedehnteste Küste im Nordpolargebiet besitzen,- und ausserdem in den letzten Jahren die Erforschung dieses ,Gebiete» nahezu vollkommen allein-durchgeführt haben. Trotzdem gehört der-Nordpol streng genommen den USA, weil' der Amerikaner Peary ihn als erster erreicht hat. Jedoch hat man sich bi« vor kurzem mit dieser Frage überhaupt nicht' abgegeben; weil man nach wie vor die Meinung vertritt, dass sich am Nordpol lein'fester Grund und Boden befindet..Da».Meer aber würde selbst in dem Falle keinem Staate gehören! wenn e» durch ewiges Ei» zum Beispiel die Anlage einer ständigen Station erlauben würde. 'Dir Rot würgt Menschen. An Weidlingau- Hadersdors bei Wien, versuchten SamStäg früh drei Frauen,-und-zwar- die 65jährige Barbara Gotzlich und deren zwei Töchter im Alter von 80 und,41 Jahren Selbstmord-durch Leuchtgas. Die jüngere Tochter. Margarete wurde von- Nachbarn bereits tot aufgefunden, während die ältere Hilda und die. Mutter noch Lebenszeichen von sich gaben und in» Krankenhaus Lbergeführt wurden. Die Tat haben sie aus N o t begangen. Der Ehegatte der Barbara, der 72jähr. arbeitslose Goldarbeiter verübte im September-1985 auf die gl eiche Ar t Selb st m o r d, während seine Frau-und di« beiden Töchter d a mal s gerettet wurden. Auch damals geschah die Tat aus Rot. Zehn Mädchen von den Wellen verschlungen. Eine Fluüvelle, die einem Wolkenbruch« folgte, der im Modenbacher Tal niedergegangen war, forderte im Hainfelder-Tal, soweit bisher festgestellt-werden konnte, zehn Todesopfer. Etwa 40 junge Mädchen würden' im Schwimiiwad' Von Edesheim von der heranstürmenden Flutwelle überrascht. Die Mädchen, die sich nicht mehr im Schwimmbecken befanden, versuchten vor den tosenden Wassermasien zu, fliehen, wurden jedoch von den Fluten erfasst und fortgeriffen. Obgleich sofort SA, Wehrmacht, Feuerwehr sowie Sanitätskolonnen an der Unglücksstelle- eintrasen, konnten zehn Mädchen nurmehr al» Leichen geborgen werden. Rekord d«r Vergeßlichkeit. Dieser. Tage war in der BelgraderPolitika" folgende Anzeige zu lesen:„Ich bitte meinen neuen Hauswirt, dem ich die Miete für einen.Monat'vorausbezahlt habe, mir mitzüteilen, wo ich wohne, da ich leider Strasse und Hausnummer- meiner. neuen Wohnung vergessen habe. Die Haus» und Wohnungs- schlüsicl sind in meinem Besitz. Milan.Bukicevic, Gymnastalprofeffor." Hierzu meldet die Zeitung, dass der zerstreute Professor erst dann mexkte, dass er seine Adresse vergessen hatte, als die Möbelpacker ihre Arbeit beendet hatten und fragten, wohin die Fahrt denn.eigentlich gehen sollte. Es ist wenig wahrscheinlich, dass der Vergesslichkeits- Rekord de» Professors noch überboten werden kann. LiebeSmord. In der Nähe von Reschnitz Im Burgenland erschoss der Webereiarbeiter Lorenz Jokl seine'28jährige Geliebt« Elisabeth Schulz unter den Fenstern ihre» Vaterhauses durch fünf Revolverschüsse und wandte dann di« Waste gegen sich, Da» Mädchen, erlag bald,'ihrer Verwundung,, während Jokl im Krankenhau» mit dem Tode ringt'. vorübergehend Rege». Au» Westeuropa strömt gegen unsere Gebiete etwa» kühlere, Lust, welche sich über dem. Binnenland rasch- erwärmt, und, namentlich in den Böhmischen Ländern, Anlass zu zählrei- Deutschland und die. Kleinen. Staaten „Wenn ihr mir Immer wieder Geld borgt, habe-ich euch in der Hand l 1.*'- chen Gewittern gibt. Mit Rücksicht darauf, dass sich aus Frankreich gleichzeitig' höherer Druck ostwärts ausbreitet, kann damit gerechnet werden, dass sich da» Wetter bald wieder bessern wird.- Wahrscheinliche» Wetter heute: In. den westböhmischen. Ländern vöm Westen her erneut Bewölkungsabnahme» vorwiegend trocken. Etwas kühler.- In der Osthälfte der Republik wechselnd bewölkt Gewitter, schwül. Wetteraussichten fiir morgen-, im ganzen.schön, ziemlich warm. Vom Rundfunk ■MSfelileMwerte* aus den Prosraminui Montag - Prag Ir 10.05 Deutsche Presse. 11-86 Populäre» Konzert. 12.10 Schallplatte». 16-00 Französische Musik. 18.10 Deutsche Sendung: Im Tale der Miesa. 18.20 Pohl: Die geistige Betreuung, der Kinder in den Ferien. 18.80 Fritz-Neuern: Böhmerwalddichtung. 18.45 Deutsche Presse. 22.20 Finnische. Lieder. — Prag II* 14.20 Deutsche Sendung: Dr. Zilchert: Ewigkeitswerte in der vergänglichen Welt., 14-50 Deutsche Presse. 18.10 Salonorchefter Balsan-10.10 Lieder und Arien.— Brünn: 17.26 Bücherneuheiten aus der französischen Lsteratur. 17.20-Deutsche Sendung: Tänzer: Wie können wir un» vgr.Pilzvergiftung schützen? 20.66 Rundfunkorchefterkonzert. — Preßburg: 16.45 Geigensolo. 22.85 Tanzmusik. — Kaschau: 12.85 Militärmusik.—- Mäbr-Oftrau: 18.10 Deutsche Sendung: Arbeitersendung: Dr. Walt: Etwa» über BererbungSwiffenschaft. 10.25 Tonfilmlieder. DIenStag Prag I: 7.00 Morgenmusik. 10.05 Deutsche Presse. 10.16 Deutsche Sendung: Für die Frau- 11.05 Rundfunk für. Höhere deutsche Schulen. 12.10 Schallplattenkonzert. 15.00 Orchestcrkonzert IOK: Tartin«, Mozart usw. 17.25 Mozart: Geigeiiquar- tett. 18.10 Deutsche Sendung: Dr. Just, Bürgermeister aus Troppau: Selbsthilfematznahmcn der Wirtschaft. 48-20, Slowakische. Komponisten, 18.45 Deutsche'Presse. 18.65 Aii» dem deutschen Kulturleben. 10.86 Mjlitärkonzert aus dem Baumgarten. 20.55 ,RUndfuntörchesterkoNzert.— Prag" II: 14.15 Deutsche Sendung: Ernst: Nordböhmische. Sagen. 14.80 . Schallplatte». 14.50 Deutsche Presse. 18.00 Schram- melkonzert.— Brünn; 17.40 Deutsche Sendung: Arbeitersendung: Dr. Trjessv: Der Mensch in Ziffern—' Sozialinformationcn.—. Prcbburg: 12.85 Rundfunkorchefterkonzert: Kkiöka, Nedbal' usw.—, Kaschau: 11.05 Populäre» Konzert. 12,05 Schall-! platten. 16.10 Rundfunkorchefterkonzert.-— Mähr.-! Ostrau: 17.20 Südslawische Lieder.. 18.10 Deutsche Sendung:! Landwirtschaft. GroDfeuer zerstört den GUterbahnhof vqn HWe Am frühen Morgen des Donnerstag brach,in< dem.Güterbahnhof von Halle- It. d'. S. ein Grotzseuer. aus, durch das di« Güterabfertigungsanlagen und eine grosse Anzahl von Güterwagen vollständig zerstört wurden. Unser Bild zeigt einen Blick auf dK'WWWE'- Nr. 138 «Sonntag, 13. Juni 1837 Seift B Fürchterliche Untat eines Arbeitslosen Ein Vater wirft sein dreijähriges Töditerthen in die Moldau Jchmerzen verfUßqen bei Rhennu, Gicht, Iichias, wenn der unke direkt in den urkrlftigen, unprlperier» ten Schwefelquellen badet Diese* Ide»! der modernen Balneologie wird verwirklieht TRENCIANSKE TEPLICE Massenverhaftung von Emigranten In der Sowjet-Union Tier Mo-kaiier. Korrespondent de- Londoner „Daily Herald". meldet, das! im Lug« der Reini- gungSaktion gegen„Spttne, Saboteure«nd Bolk-fetnde" in der Sowjetunion in den letzten Wochen 22 kommunistische Emigranten verhaftet wordm sind. Die Sowjetbehörden lehnen ein« Bestätigung ebenso wir ein Dementi dieser Nachricht ab. Unter den verhafteten befindet sich Hein- Neumann, der.von 1323 bis 1933 Führer der reichsdeutschen Kommunisten war, im Jahre 1331 in Zürich verhaftet wurde und dann, da da- Au-ltefernng-begehrrn der Hitler-Regie- rung abgelehnt wurde, nach Mo-kau reiste. Ebenfalls verhaftet ist Hermann*R e m m e l r, der frühere kommunistische Reich-tag-aigeordnete. Auch Willi Loew, der frühere Borsitzende der deutschen kommunistischen Jugendliga, soll im Wolgägebiet, wo er sich auf einer Propagandareise befand, verhaftet und wegen Spionage zu acht Jahren Gefängnis verurteilt worden sein. Weiter befinden sich unter den Berhaftetrn der frühere Reichstagsabgeordnete Hermann Schubert, der in Mo-kau unter dem Nomen Richter lebte, und der üsterreichische Emigrant Fritz Stammberger, der zuletzt Leiter de- Photo, graphischen Sowjet.Trusts war. Wie der Korrespondent de-„Daily Herold" weiter berichtet, befinden sich alle Ausländer in der Sowjetunion zur Zeit unter verdacht, ohne Rücksicht auf ihre frühere poltttschd Gesinnung oder Tätigkeit. Man müsse damit rechnen, dost man alle An-länder, die sich in der Sowjetunion niedergelassen haben, mit der Zeit wieder abschieben werde. Da- Fiasko KarachanS.(wh) Wenn man nicht darauf verzichten will, hinter den Moskauer Geschehnissen einen politischen Sinn zu suchen, daun ist«s notwendig, jeden neuen Verhaftungsfall nach Möglichkeit zu beachten und zu. deuten. Unter den kürzlich Einnckerlcrten befindet.sich der Armenier Karachan, ehemaliger Mellverire- ter Litwinow- und bjs vor wenigen Wochen Botschafter in Ankara. Karachan galt als der Orientspezialist der russischen Diplomatie. Seine Qua- lifikation hatte er in China bewiesen, wo er mit Borodin und Joffe zusammen die Revolution organisierte. Joffe erschoß sich, Borodin trat von dei: Bühne, als die Bewegung an Tschangkaischek ausgeliefert wurde und die Gegensätze zwischen Stalinismus und Trotzki-muS i» ihr erste- gefährliches Stadium traten. Karachan aber blieb bei der Stange, will sagen: bei der„Linie". Bier Jahre lang arbeitete er in Ankara, wenig sichtbar, aber mit größter Intensität. Er vertiefte die russisch-türkische Freundschaft, er wurde zum' intimen Berater Kemal Atatürks, der heute noch von Karachan sagt, daß er ihn „politisch klug und geschickt" beraten habe. Parällel zu der, Herstellung der. türkischen Unabhängigkeit von den fremden Mächten, die mit der WIederbesestigung der Dardanellen ihren Abschluß fand und,die ohne den. freundschaftlichen Beistand Rußlands so schnell nicht möglich gewesess wäre, vollzog sich, aber auch eine Distan- zierung. VON/ dem• Botschafter Moskaus— mgy schätzt^ zwar weiter, die geleisteten Dienste/ abex da man'.sie.nicht mehr brauchte, fühlt«, man sich zunichts.^erpflichtet als zu einer freundlichen HösiMeit.', AnatoIidn entzog sich Immer mehr der Bestimmung, die Wan ihm in Moskau geben wositc!.-ein/.russisches„Glacis" zu werden; Ka- rachgn konnte das'nicht verhindern— das war seinFighlo. Blcm holte ihn nach Moskau zurück,. — ES gibt heute viel« Anzeichen dafür, daß Ayka^ä.eipr,. große., außenpolitische Wendung vochereitet mtd'.sich, vielleicht. der Ach.se Sf:Lin^B e rlsi w anschließen Könnte./ Es'.gibt fcejsiU auch Fakten,, die äirf.'eine Jnkenstvitrnng. dev'Bezixhunggn zu den Westmächten, deuten• jedenfalls ist die Türkei augenblicklich die große ilnbekännte im Spiel: der" Mächte.' Der Kreml brauchte«inen Schuldigen underhat sich'.seinen Katachäil'geholti'' .. Brsiffeii lHäväSi) Der belgische Semlt Hai mit Sss gfgen 64- Stimmen die Amnesilevorlgge.geneh« mwt.- Dem Ministerpräsidenten Bau Zceland wurden, groß«.Ovationen bereitet.., vlefsschlstlschen Staaten ,, haben die Freiheit und Freude der Arbeiter und der Arbeiterkinder, ,unter> ’> drückt. Der Kindertag fn unsererRepu- blik soll ein Tag würdiger Freiheit und edler Freude für alle Arbeiterkinder und Arbeiter werden!., Eine entsetzliche Tragödie spielt« sich in den frühen Morgenstunden- des Samstag- auf dem rechten Moldauufer unterhalb Prags bei der Trojabrück« ab. Der Arbeiter Josef K n i z e k, der in der dritten Morgenstunde in die Arbeit ging,, bemerkte im-Morgengrauen auf größere Entfernung einen Mann, der, ein in ein Tuch gewickeltes Paket im Arm, vom Weg zum Flußufer herabstieg. Das Berhalten des Unbekannten war Knisjek irgendwie auffällig. Er begann zu laufen und sah, wie der Mann das Paket in den Fluß warf. Zu seinem Entsetzen bemerkte er, daß daS vermeintliche Bündel ein kleines Kind war, das verzweifelt mit den Wellen kämpfte. Knijek sprang ins Wasser und zog das Kind— es war ein etwa dreijähriges Mädchen— ans Ufer, wobei ihm der Unbekannte behilflich war. Als sich ihn Knijek scharf bornahm, erklärt« er, das Kind sei durch unglücklichen Zufall ins Wasser gefallen. KniZek war zwar mißtrauisch, glaubte aber schließlich doch,, daß er in dem Dämmerlicht vielleicht die Einzelheiten nicht richtig wahrgenommen habe. Er hielt daher den Unbekannten nicht weiter an, sondern folgte ihm nur in einiger Entfernung, als dieser mit dem weinenden Kind auf dem Arm den Weg zur Trojabrvcke nahm, auf -die. er dann einbog. Nun hatte vom Brückengeländer ein anderer Arbeiter,«in gewisser Franz ikurda, die Schreckensszene verfolgt und dieser war nicht gewillt, den Täter so ohne weiteres laufen zu baffen. Curda packte den Unhekannten am Arm und hielt ihn mit heftigen Worten an, um ihn sicherstellen zu laffen. Das war bereits auf der Brücke, gerade oberhalb der gepflasterten Uferböschung.'Nun ereignete sich etwas Schreckliches. Der Unbekannte riß sich los, sprang zu der Brüstung und warf daS kleine Mädchen in die Tiefe. Das Kind fiel fünfzehnMetertiefauf di« Steine der„Navigation" auf und rollte in den Fluß. Während nun KniZek dem kleinen Opfer zu Hilfe eilte, entspann sich auf der Brücke ein Kampfzwische-nEurda und demUnbekannten. Da dieser in die rücktvärtige Tasche griff, glaubte sich Curda bedroht und betäubte ihn durch einen Kopfhieb mit einer Latte, die er in der Hand trug. Knizel hatte inzwischen das kleine Mädchen geborgen. Das arme Kind war bereits tot.. Bei der polizeilichen Feststellung des Täters ergab sich, daß es sich um den 42jährigen seit lang er Zeit arbeitslosenSchnei» dcrge Hilfen Albert Beselh handle und das getötete Kind deffen dreijähriges Töchterchen Pera ist. Beim Polizeiverhör sagte Be- selh, von Weinlrämpfen geschüttelt, aus, daß die Not der Arbeitslosigkeit fein Familienleben zerstört habe und er deshalb gemeinsam mit seinem Kind in den Tod gehen wollte. Das Polizeiverhör ist noch nicht abgeschlossen. Nach seiner Beendigung wird Beselh der Untersuchungshaft des Kreisgerichtes in Pankraz überstellt werden. Das unselige kleine Opfer wurde dem pathologischen Institut zur Obduktion übergeben. Lohnbewegung in der Uscher Textilindustrie Unternehmerultimatum und Betriebsversammlungen (UT.) Am Donnerstag haben in Asch beim Jndustriellenverein neuerlich Berhandlungen über den Abschluß eines Kollektivvertrages stattgefun- den. Wie bekannt ist, haben die koalierten Ber- tragsgewerkschaften, daS sind die Union der Tex- tilarbeitcr und der Ehrlsiliche Verband, die Forderungen nach Wiedergutmachung des Lohnabbaues, der in der Krisenzeit vorgenommen wurde, aufgestellt. Bei der letzten Verhandlung haben die Gewerkschaften in Anbetracht der Er« gebniffe der Lohnverhandlungen in den änderen Vertragsgebieten ihre Forderungen dahingehend konkretisiert, daß sie auher.-dem-neuzuschasfenden Kollektivvertragc, der Mik' einigen Aenderungen auf der Grundlage des früheren BertrageS vom Jahre 1332 aufgebaut werden soll, eine zehnprozentige Heller-, bzw, Stundenzulage forderten. Während ter Verhandlungen haben'die Unternehmer auf Beschlüsse hingewiesen, die sie in einer Bollversammlung gefaßt haben und erllärt, daß sie außerstande sind, über eine laufende Zulage zu verhandeln, auch dann nicht, wenn diese nur für eine bestimmte Zeit gewährt werden sollte. Im Laufe der weiteren Berhandlungen sind, die Unternehmer mit einem letzten ultimativen Bor« Die Glasarbeiter haben die Arbeit wieder aufgenommen Die streikenden Glasarbeiter haben in Gablonz am Freitag, im Jsergebirge am Samstag wieder die Arbeit ausgenommen, Es wird dort, wo die-Einigung bereits perfekt ist,"schon .nach, den neuen, wesentlich höheren Lohnsätzen ^gearbeitet.' Es ist begreiflich, daß'dieses Ergebnis Les-schweren.Kampfes mit Befriedigung ausgenommen wird, um'so mehr, als die Arbeiter nicht nur die Unternehmer gegen sich.hatten, sondern auch noch den Dolchstoß der SdP und der tschechischen agrarischen Organisationen abweh'ren mußten. So wie die Henleinlente im Gablonzer, so versuchten die Argrarier im tschechischen Gckiet den Streik zu brechen. Es ist charakteristisch, daß die reichsdeutsche Propaganda, deren Ueberein- .stimmung mit der Henleinpropaganda an unzähligen. Beispielen erwiesen ist» auch in den Glas- .'äWeiterstreiF ganz so eingrisf, wie.die Unternehmer es sich nur NÄnschen konnten.- Sie verbreitete - die unsinnigsten Märchen über die.angeblich bol- schewistische Bewegung der Glasarbeiter..Jetzt, mach dem Sieg dfr Arbeiter,'- berichtet auch die ,i3eif"-Alpenn auch sehr kleinlaut— von„erfolgreichen Lohnverhandlüngen in Gablonz". Es ist'ein Wundsr,'j daß sie nicht auch noch das Ber- dienst 0N) dem. Erfolg für di«'. SdP in Anspruch 'nimmt!--' Lohnbewegung der Metallarbeiter In Nordmlhren und Schlesien, t', Freitag, wurden Berhandlungen zwischen dein Nordmährisch--Schlesischen Industrielle»« -verband undi den- Vertretern der- Metallarbeiter Wer.Lohnerhöhungen begonnen.; Dio Arbeiterschaft fordert daß die Löhne bis zu 25 XL um 23 Prozent, die höheren Löhne um 5 bis 15 Prozent-erhöht werden üyd weiter, daß die Arbeits- zesi'aüf 43 Stunden pro Woche gekürzt werde. schlage hervorgetrcten, der das Angebot von 83 Stundenlöhnen aus der vorhergegangenen Verhandlung verdoppelt. Die Unternehmer bieten als äußerstes den Arbeitern in den Spinnereien, Färbereien und Webereien Teuerungsaushilfen in der Höhe'von 123 Stundenlöhnen, auszahlbar in vier Raten,' und zwar so: daß die erste Rate am 15. Juni, die zweite am 15. September, die dritte am 15. Dezember 1387 und die vierte Rate am 15. Marz 1838 ausgezahlt werden soll. Nach der Auszahlung dieser TeuerungsauShilse bleiben lediglich-ie Löhne, die in dem ncuabzu- schliehcnden Vertrage festgelegt worden. .ILoS..Angebot.der..Unternehmer.beinhaltet, wenn man von einigen Betrieben absieht, die seit einigen Jahren mehr als die Wrigen den Lohn abgebaut haben, ein Zugeständnis von rund 5 Prozent. Die Berireter der Gewerkschaften haben sofort bei den Verhandlungen aufmerffam gemacht, daß dieses Zugeständnis, sowohl in der Höhe als auch in der Form die Arbeiterschaft kaum befriedigen wird. In den nächsten Tagen werden die Lohnzugeständniffe der Unternehmer großen Betriebsversammlungen zur Entscheidung vorgelegt werden. Diese Versammlungen werden zum Teil betriebSweise, zum Teil gemeinsam mit anderen Betrieben derselben Branche stattfinden. Freitag kam es zu einer allgemeinen Aussprache, worauf die Berhandlungen auf die nächste Woche vertagt wurden. Großhandelspreise mäßig gesunken Der Index der Großhandelspreise, nach dem Stand-vom 1. Juni 1387, weist«ine Abnahme um 3.4 Prozent von 755 Punkten im Mai auf 752 aus. Der Nahrungsund Genußmittelindex sinkt von 714 auf 713, desgleichen der Futtcrmittelindex von 376 auf 373, so daß der gesamte NahrungS», Genußmit- iel--und Futtermittelindex bloß 601 Punkte gegenüber 686 Punkten int Mai beträgt. Der Index der Jndustriestofse und-Erzeugniffe sinkt von 813 auf 817 Punkte, d. i. um 3.2 Prozent. JnderGruppederpflanzlichen Nahrungsmittel verteuerte sich bloß Hafer(um ein Prozent); Kartoffeln verbilligten sich um 18.3 Prozent. . In der Gruppe der tterischen Nahrungsmittel kam es zu einer Preiserhöhung bei inländischem Schweinefett um 2.6 Prozent und bei ausländischem um 1.1 Prozent. Einen Preisrückgang verzeichnen Schweinefleisch um 4.8 Prozent, Kalbfleisch um 5.3 Prozent und Schöpsenfleisch!um 12 Prozent. Jn der GruppederMetalle sanken die Preise von Gießereiedsen um 2.3 Prozent und Zink um 2.3 Prozent. Dagegen stieg der Preis von Kupfer üm 1.7 Prozente - In der Gruppe derTextilten weisen eigen Preisrückgang aus: Rohbaumwolle um 0.3 Prozent und Baumwollgarn um 4.3 Prozent. Es besteuerten sich Rohseide um 8.1 Prozent uns Jute tun- 3.5 Prozent, i Bon den s onsti gen I n d u st r i e st o f« f e n u n d- E r z e ug n ts s en verbilligten sich sowohl. Rohleder sum-12.2 Prozent), als auch gegerbte- Leder.(um 6:2 Prozent)., Es der«. -in gesundet Herz und- Clarke Nerven cioHanl ei. Ji.’üt'cu.k £ür D I. a b q t i k c r. in gleicher Zusammensetzung ohne?ucker Mit der Bezeichnung 0 kn jeder Apotheko teuerten sich Leinöl tun 5.3 Prozent, weiches Schnittholz um 6.8 Prozent und Papier um 6.2 Prozent. Streiirunruhsn in dar amerikanischen Stahlindustrie In Monroe verwehrten Streikende arbeitswilligen Angehörigen der Newton-Stahlwerke den Zutritt zum Bctriebsgelände. Nachdem eine zweistündige Verhandlung zwischen dem Gouverneur, dem Polizeichef und den Streikführeru über ein« friedliche Räumung der Straßen vor dem New- ion-Stahlwerk von Streikposten ergebnislos abgebrochen worden war und die Werkleitung ein« Verschiebung der Werkserössnung auf Montag abgelehnt hatte, kam es zwischen Polizei und Streikposten zu einem blutigen Handgemenge. Zahlreiche Personen wurden verletzt. Unter Aufsicht der Polizei, die auch die Zufahrtsstraßen zum Werk bewacht, um auswärtige Verstärkungen für die Streikenden zu verhindern, konnten dann 833 Arbeitswillige mit der Arbeit beginnen. Der Gouverneur hat für die Nationalgarde Einsatzbereitschaft angeordnet. Die Krelbltzer Famlllentragödle vor dem Schwurgericht (—rb—) Ein weiterer auflehenerregender Fall der gegenwärtigen Schwurgerichtsperiode des Kreis- zzerichteS B ö h m-L e t p a war die Verhandlung gegen HeinrichKindermann ausKrei- bitz-Neudörfl, der seine Frau und seine zwei Jungen mit dem Rasiermesser getötet hat. Wie seinerzeit ausführlich berichtet, gab den unmittelbaren Anlaß zu der Verzweiflungstat, in deren Hintergrund die schweren Existenzsorgen der Familie standen, ein schwerer Unfall eines der beiden Söhne deS Angeklagten, der sich beim Spiel ein Auge auSstach. Unter dem Eindruck dieser neuerlichen Unglücks entschlossen sich die Ehegatten, gemeinsam aus dem Leben zu gehen und ihre Kinder mitzunehmen. Auch die beiden Jungen sollen sich einverstanden erklärt haben. Nachdem ein gemeinsamer Selbstmordversuch durch Karbid mißglückt war, griff Heinrich Kindermann zum Rasiermesser und tötete seine Gattin und feine zwei Söhne durch Durchschneiden der Halsschlagadern. Dann brachte er skch selbst schwer« Schnittwunden amDeKft bei, die bis heute nicht geheilt sind, wie der Verband bewies, den Kindermann bei der Verhandlung trug. Die Geschworenen verneinten einstimmig die auf das Verbrechen des dreifachen Mordes lautenden Schuldfragen, worauf Heinrich Kindermann freigesprochen wurde- Dle blaue Ziege Prag.(—rb—) In der Koliner Gegend waren seit längerer Zeit Diebe am Werke, die er vor allem auf Geflügel und kleinere Haustiere, Butter, Speck, Eier und andere Naturalien abgesehen hatten. Der Schaden war beträchtlich und für die Bestohlenen umso fühlbarer, als es sich meist üm Heine Häusler handelte, denen bald der Hühnerstall oder Taubenschlag, bald der Ziegenstall oder der Keller aur- gcpliindert wurde. Die Gendarmerie verfolgte verschiedene Spuren, nahm hier und dort Haussuchungen vor, paßte scharf auf Vagabunden und Zigeuner, aber ohne Erfolg. Auf eine neuerliche Anzeige hin lenkte sich der Verdacht mif die 56jährige Marie Broii im Dorf Ziblohlavv, der die Gendarmen auch alsbald einen Besuch abstatteten. Als sie bei der. Haussuchung den Ziegenstall betraten, sahen sie zur Ueberraschung eine schön blau gefärbte Ziege an der Raufe stehen. Auf ihre Frage meinte Marie Drojs, die natürlich über den Verdacht sehr empört war. die Ziege habe sie schon längere Zeit und sie sei mit dieser wunderlichen Färbung auf die Welt gekommen. Mißtrauisch, wie Gendarmen schon einmal sind, unterzogen sie das seltsame Tier einer Waschung. Als diese beendet war. stand eine ganz gewöhnliche grauweiß gefleckte Ziege vor ihnen, deren Aussehen vollkommen mit der Beschreibung übereinstimmte, die ein stand die Brojs schließlich ein, daß sie di« Ziege gestoh- nen Tier gemacht hatte. Beim folgenden Verhör ge- stand die Brojs schließlich«in, daß sie die iZege gestohlen und dann mit Waschblau gefärbt habe, in der naiven Hoffnung, das Tier atrf solche primitive Art unkenntlich machen zu können. Bei der weiteren Haussuchung fand sich nebst 25 gestohlenen Hühnern ein ganzes Magazin der verschiedensten gestohlenen Artikel,' wie Mehl, Butter, Eier, Speck, Lederwaren u. a. m. Marie Brojs und ihr Sohn Josef wurden wegen Diebstahls angeklagt und zu je vier Monaten verurteilt. Mitteilungen aus dem Publikum. Kein« Beschwerden nach dem Essen stellen sich «in, wenn Sie zu Ihren Mahlzeiten das richtige Getränk wählen! Der„Krondorfer" Sauerbrunn sorgt für gut« Verdauung, ist dabei bekömmlich und seine natürliche Kohlensäure belästigt den Magen nicht. Künstliche, leicht flüchtige Kohlensäure wird nicht von jedem Organismus vertragen, da sie oft .Magen und Darm aufbläht und Herzbeschwerden verursacht. Trinken Sie daher zu jeder Mahlzeit den rein natürlichen Krondorfer Sauecbcunnk Seite S Sozialdemokrat' Sonntag, 13. JE1V87. Nr. 138 rost Oschitz, Station KriesSort. Telephon Oschitz 6 Kunst und Mssen Zwei deutsche Pfarrer. Vor kurzem ging/ durch die Presse die Meldung, daß in einem würt- tcmbergischen Dorf ein belcnniniSireuer Pfarrer von der Gestapo an der Predigt gehindert wurde. Die Bauern bewaffneten sich mit Dreschflegeln und prügelten die Gestapo-Leute aus dem Dorf, strömten in die Kirche und baten ihren Pfarrer, eine Extrapredigt.zu halten.. Der deutsche evan» qelische Psarrer P i e t s ch in Prag würde von der Gestapo nicht an seiner Predigt gehindert werden. Dafür würden ihn aber die deutschen Bauern so MOORBAD KUXNERSDORF Lese» und Rcdeverband christlich deutscher Hochschü» ler— Deutsche Hochschülerschaft— Deutsche Hoch. schulgewerkschast— Freie Vereinigung sozialistischer Akademiker— Freiheitsbund deutscher Hochschüler— Kommunistische Studenten an den Deutsche» Hochschulen— Lese- und Rcdchallc der deutschen Studenten. der rechten Schläfe blutend aufgefunden. Er wurde die Polizei und die RettungSgesellschaft verständigt. Der Selbstmörder wurde Ins Allgemeine Krankenhaus gebracht, wo der Tod scstgcstellt wurde. Dokumente, die eine genaue Sicherstellung' ermöglicht hätten, wurden bei ihm nicht gefunden;, nut ein Brief läßt darmif schlichen, daß es sich wahrscheinlich um den 80jährigen tschechoslowakischen Staatsbürger deutscher Nationalität. Josef Hane l aus einem Dorf bei Käaden stammend/ handelt. Nach den in diesem Brief gemachten Angaben, haben ihn finanzielle Schwierigkeiten zu dieser Tat veranlaßt. Neunjähriges Kind überfahren. Samstag nachmittags gegen 5 Uhr passierte der Prager Malzfabrikant Reiser mit seinem Kraftwagen die Ortschaft EngelhauS bei Karlsbad. In dem OrtSteil „am Schödl" wurde der neunsährige Landwirtssohn Eduard Hoyer, der beim Ballspielen über die Straße lief, von dem Auto erfaßt und etwa 25 Meter mitgeschleift. Er erlitt hiebei so schwere Berletzungen, daß er innerhalb weniger Augenblick« starb. Reiser, welcher den Wagen selbst lenkt«, wurde gegen Gelöbnis auf freiem Fuß belassen. behandeln, wie sie ihre Gestapo behandelt haben. Zum Psarrer Pietsch kam der reichsdeutsche Genosse Seeger und bat um Arbeit. Er muhte seine Papiere zeigen und wurde einem Verhör unterzogen, wie es nur im Dritten' Reich üblich ist. Der Herr Pfarrer riet ihm dann, schleunigst nach Deutschland zurückzukehren, da es in jedem Arbeitslager für junge Deutsche besser sei als in Prag. Da das Verhör"nicht eimvandfrei ergab, dah Seeger kein Emigrant sei, konnte er auch keine Arbeit bekommen. Wer das ist nur ein Fall. Der Herr Pfarrer Pietsch hat ja vielleicht auch keine Arbeit. Aber warum fragt er dann mit kriminalistischem Spürsinn die Menschen erst aus, ob sie auch hitlertreü sind?"Er kann doch gleich sagen, dah er nicht zu helfen in der Lage ist. Und wie war das.doch mit der Wcihnachtsbcscherung hellt Rheuma, Gicht, Ischias,Frauenleiden Zeitgemäße Preise, vorzügl. Unterkünfte und Verpflegung. Tägl. Konzerte. Neue Strandbadanlage. Kurhausgarten. Tennisplatz. Kegelbahn. Waldreiche Umgebung für kurze Wanderungen. Pro« spekte und Anfragen durch die Kurverwaltung. für arme Kinder? Suchte der Pfarrer und seine Gemeindeschwester nicht noch arme Kinder? Haben sie.nicht von vornherein erklärt, dah aber keine. Emigrantenkinder in Frage kommen? Nun, wir zweifeln, ob auch Jesus Christus die Emigranten von seiner Nächstenliebe ausgenommen hätte. Oder würde e r auch sie geliebt und bei sich ausgenommen haben, Herr Pfarrer? An alle deutschm Hochschiller PragSk Die unterzeichneten studentischen Verbände fordern Euch im eigen st en.Int« resse dringend auf, am Dienstag, den 15. Juni, um 20 llhr, im großen Saale des deutschen Handwerkervereins Prag II., Smeiky 22, für die Verwirklichung der deutschen studentischen Forderungen im. Sinne der nationalen Gleichberechtigung zu manifestieren: Akademia, Wir empfehlen allen Parteigenossen und Freunden in Treue. Tepliee die Restauration„International" (Parteilokal). Billiger Mittagstisch, ff. Biere und Weine. 4204 Josef Ehn, Restaurateur. tti Pfffdufffff heil* mit Erfolg Rheumatismus, Gicht, Ischias und Frauenkrankheiten 4M i Prospekt versendet die Badedirektion gratis! „Die Verschwörung des Flesco zu Genua“ Als fünften Abend der Festspiele brachte Julius G elln er eine Aufführung von Schillers„republi- kanischeni Trauerspiel", einem der aktuellsten Zeitstücke, die man sich nur wünschen und denken mag. ES ist schtver festzustellen, woran es lag, daß diese, von allen Anliegen, die auch unsere Zeit bedrängen, so lebendig übersließende Tragödie doch nicht jene zündende Durchschlagskraft in der Aufführung erwies. die man von ihr erwartet hätte. Dabei sind die Einzelleistungen und das durchschnittliche Niveau beachtlich, der Stil der Gesamtaufsührung hat Noblesse, die Bühnenbilder von Frank Schultes werden wirklich allen Ansprüchen einer festlichen Wie- . Vergabe des klassischen Dramas gerecht. Er mag an der groben Aeußerlichkelt der sommerlichen Atmosphäre des Hauses, vielleicht auch an ,dem Publikum liegen, das hier in Pra» noch weniger als anderswo einheitlich und einer republikanischen Tragödie gegenüber um so mehr geteilter Meinung > sein dürfte, als man bei den Genuenser Vorgängen bald an Berlin, bald an Moskau zu denken versucht ist. Aber auch das Spiel von E r n st D e u t s ch trägt wohl dazu bei, daß man innerlich nicht recht warm Wird, so heiß es im Saale ist. Deutsch ist ein virtuoser Heldenspieler, der Worte und Gesten mit kühler Ueberlegung an den wohlberechneten. Platz setzt und noch jedes Bibrieren der Stimme, jede verschluckte Silbe dirigiert, ohne daß ihm ein eruptiver Wort auskommt. Aber die lange Gewohnheit solcher Virtuosität, die Leichtigkeit, mit der manche» absolviert wird, gelegentlich auch die Lässigkeit, mit der ein großer Gefühl markiert erscheint, befremden selbst in einer Rolle, die doch, wie der Graf von Ladagna, einen großen Komödianten meint, dem man manchmal das Spiel und die Verstellung amnsr- ken darf. Ohne den Verehrern der Kunst Ernst Deutschs nahetreten zu wollen, die ihn unter die ganz großen Heldendarsteller der Epoche zählen und denen das Raffinement und dar Finaffieren des Virtuosen das Feuer eines weniger geschulten Temve- raments ersetzen, möchte ich für jene Minderheit das Wort ergreifen, die bei solchem Spiel nun einmal kalt bleibt und sich dadurch die ganze Szenerie stören läßt. Sehr würdig, waren der aufgeklärte Despot Andrea Doria mit Herrn B oller und der republikanische Doktrinär Verrinn mit V a l k besetzt und so zugleich die Gewichte auf der Waage des moralisch richtenden Dichters sinngemäß verteilt: achtet man an Verrina das Prinzip, so freut einem an dem Dogen der Mensch von Herz. Klippels Mianettino Doria hatte dagegen zu wenig vom großen Renaissancever- brecher, zuviel von einem wilden Kerl mit gutem Kern. Eindrucksvolle Dämonie brachte Taub mit seinem Muley Hassan auf die Bühne. Dar realisftsche Spiel Taubs verstand den Mohren aus einer bloßen Charge des Bösen zu einem Stück Wildnis und Urtrieb zu machen, dar in einer dekadenten Gesellschaft als Sprengstoff wirkt. Dar trug dem Darsteller nach Abgang von der Monolog-Szene stürmischen Beifall ein. Dolor eSMoncasi als Julia Jmperiali sah. wie ein echtes Bild des Cinauecento aus, Engelsantlitz von dem Leuchten LueiferS gefährlich überstrahlt. MarionWünschealS Leonore FieSco hätte nicht nur als Erscheinung die ganze Weihe einer adeligen Frau, sondern auch In Spiel und Wort den echten Ton beleidigter Frauenwürde, versöhnter Liebe s und bangender Sorge. Der Beifall war nach manchen i Szenen stark, insgesamt blieb die Wirkung, wie gesagt, hinter den Erwartungen der Publikums selbst zurück.■■, E. F. Pas UlMttad BakdoMt Die Freguenz der Prager öffentlichen Verkehrsmittel steht nach wie vor hauptsächlich im Zeichen der S'r-r aßenbahn, deren Umsatz eine ständige Steigerung zeigt. Im vergangene» Mai d. I. hatte die Straßenbahn 17,438.168 Passagiere die eine Einnahme von 18,856.348.80 Kd brachten. (Im Mai des Vorjahres gab es 15,383.018 Fahrgäste und eine Einnahme von 10,050.851.60 KJ.) I» weitem Abstand folgt der Autobus mit 3,368.330. Fahrgästen und einer Einnahme von 1,886,338,30.(im Mai d-S Vorjahres. 3,018.840 Passagiere.und 1,504.860.10 Kü). Dec Trolleybus endlich konnte seine Frequenz gegenüber.dem Vorjahr mehr als Üerdoppcln, denn im Mat d. I. wurden mit diesem neuen Verkehrsmittel 73.400 Personen befördert gegenüber 37.750 im Mai 1036, Die Einnahmen stiegen von 30,370.50 KJ auf 65.404.60 Ke. Selbstmord im Automatenbusfet. Freitag, abend," kurz»ach 10 Uhr, erschien im„Fönix"-Automat am WenzelSplab ein unbekannter junger Mann, der um den Klosettschlüssel bat. Wenige Minuten später vernahmen die Angestellten des Büfetts einen Schuß, und kurz darauf wurde der junge. Mann in. der. Toilette liegend in.bewußtlosem Zustand und aus Wochenspielplan des Neuen Deutschen Theater-, Heute, Sonntag, abends halb 8 Uhr: Die schweigsame Frau, C 2.— Montag halb 7 Uhr: FieSko, Theatergcmcinde der Jugend(1. Serie, rote Karten) und freier Berkaus, Abonnement aufgehoben..— Dienstag halb 8: Der Bettelstudent, volkstümliche Vorstellung, Abonnement anfgehoben.— Mittwoch. W: Fiesko, Theatergemeinde der Jugend(3. Serie, grüne Karten) und freier Berkaus, Abonnement aufgehoben.— Donnerstag halb 8: Liebe eines Fremden, Abschiedsvorstellung Ernst Deutsch, C 3.— Freitag halb 8: FigaroS Hochzeit, D.— Samstag halb 8: Das Land der Lächelns, volkstümlich« Borstellung, Abonnement aufgehoben.— Sonntag halb 8 Uhr: Axel an der Himmelstür, volkstümliche Bor-' stellung, Abonnement aufgehoben.. Äochenspielplan der Kleinen Bühne. Sonntag 8: Man kann nie wissen.— Montag: geschlossen.— Dienstag 8: Man kann nie wissen.— Mittwoch 8: Nina, volkstümliche Vorstellung.— Donnerstag 8: Man kann nie wissen, Theatergemeinde der Kulturverbandes und freier Verkauf,— Freitag: Geschlossen.— SamStag 8: Nina, volkstümliche Vorstellung.— Sonntag: Geschlossen wegen Freilichtaufführung.. Dee Din» . Drei Sommerpremieren Drei reichsdeutsche"Lustspiele!„Der Hoch, zeitsträum", nach NielsenS„Kontuschovla" gedreht, ist eine reichlich alkoholische Angelegenheit und in Anbetracht dec Hitze in den Kino» lechzt man nach den vielen Geträntem die die Darsteller zu sich nehmen. Eine Schankwirtin an der polnisch-russischen Grenze heiratet einen vermeintlichen russischen Ärotz- HOHE TATRA Dr. SZONTAGH-SANATORIUM Novh Smokovec, 1010 Meter. Indikationen: Erkrankungen der Lunge. Heilungsprozesse, Erkrankungen des Kehlkopfes, tuberkulöse Erkrankungen der Gedärme, Knochen, Gelenke und anderer Organe. Die Lungenheilanstalt steht Im Ber- tragsverhälinissc mit dem He>lfondS der StaatSangestellten» mit der Zentralversicherungsanstalt u. allen Krankenkassen. 4305 fürsten und will ihre Tochter an einen Prinzen verheiraten. Der Fürst ist kein Fürst, aber die Tochter kriegt dennoch einen Fürsten. Mit dieser Wiedergabe der Handlung ist nicht zu viel verraten für'jene, die sich auch bei schönem Wetter das Kino nickt entgehen lassen. Ida W ü st spielt eine wüste Kupplerin, Inge L i st, ihre nette, frische Tochter. Man sieht Theo Lingen und das übrig« Standardpersonal, mit dem reichSdentscher„Humor" gemacht wird. Außerdem sieht man viel südliche Landschaft. Meer und ein herrliches Schwimmbad, in das man flüchten möchte. Aber dies ist noch der beste der drei Filme, die uns diese Woche beschert.„DieMännervor d c r E h e". die„einzufangen" solche Schwierigkeiten bereitet, bringen eine selbjtkritUlose Berfilmuna von „Gartenlaube" und„Fliegenden Blättern", Jahrgang 1010. Wenig originell ist auch der Film mit Lucie Englisch ,Lch suche einen Mann", in dem aber wenigstens die Hauptdarstellerin unS ein Lächeln abringt. Neben ihr die hübsche Marie P a u d- ler und Joe Stöckl, der in Bauernfiwien vortrefflich, aber hier nicht ganz am Platze ist. Uebrj- genS spielten sich die Premieren vor fast leeren Kino» ab. Ik, Kreis Prag. Woche npro- g r a m m: Dienstag, 15. Juni: Funktionärbesprechung für das Sommerlager.— Mittwoch, 16. Juni, 8 Uhr, FVSA-Heim, Spälenä 46: Gruppe Prag Vll: .Revolutionen in Ungarn und Oesterreich". 8 Uhr, DSAP-Heim, Be Smeäkäch Nr.' 23: Gruppe Prag XII: Diskussion mit der MSD.— Donnerstag, 17. Juni,. Gruppe I und II gemeinsam mit der MSD I—V: Sozialpolitische Kundgebung um 8 Uhr in Prag III., Nerudovä.'Rentovm düm.— Freitag, 18. Juni, 7 Uhr. FVSA-Heim: Gruppe Prag II:„Die Familie— Grundlage der Staates?"— Samstag, 10. Juni, Abfahrt der Delegation zum Saazer Kreisfcst.— S onntag. 30. Juni, Beteiligung am Kindertag auf dem Pohokclec.— Voranzeige: Donnerstag, den 24. Juni, Schlußapvelll Pflichtbeteiligung! Im Davis-Cup Tschechoslowakei—Jugoslawien wurde an> SamStag das Doppel, bestritten von Menzel—Hecht und chuniec—Palada, beim Stande 3:6, 6:1, 6:0, 7:6(0:80) wegen Regen abgebrochen- Die Jugoslawen zeigten sich schon in besserer Verfassung und boten em gleichwertiger Spiel, besonders Puniec gefiel durch sein ausgezeichnetes Netzspiel. Aller Anfang ist schwer— auch beim Prager DFC. Am SamStag trug der DFC sein erstes Spiel im Turnier um den Ausstieg in die Liga aus und hatte als Partner SK Pardubitz. Doch, wie schon angedeutet, versagte die Mannschaft und die Gäste gewannen mit 3:1, ohne aber bessere Leistungen gezeigt zu haben als die Prager. Film« In Prager Lichtspielhäusern Adria:„Alibi." A.— Alfa:„Witternachtswalzer." A.— Apollo:„Menschen auf der Eisscholle." Tsch.— Avion:„DaS Gassenmädel." Tsch. — Beranek:„Der Bubenkrie g." Fr.— Ftnizr„Die Jungens aus der Hefter-Street." A.— Flora:„Die Kinder der Kapitäns Grant." A.— Hollywood:„Männer vor der Ehe." D.— Hvizdar „Alibi." A.— JuliS:„Ich suche einen Mann." D. — Rinema: Journale, Grotesken,.Reportagen.— Koruna: Aktualitäten, Journale, Grotesken.— Kotva:„Ein außergewöhnlich'.s Ereignis." Cooper. A.— Lucerna:„Die Jungen» aus der Hefter-Street." A.— Metro:„Ein Hochzeitstraum" D.— Passage:„Ein Hochzeitstraum." D. — Praha:„Sein bester- Freund.* Harry Piel. D. — Radio:„Ge aend e n Befehl." Fr.— Skaut: „80 Stufen." A.— Svktozor:„Die Abenteuer des Bulldögg Drummond." A.—' Alma:„Ben Hur." Ramon Navarro. A.— Baikal:„Im Weißen Röffl." D.— Belvedere:„lsnterheißem Himmel." Han» Albers. D.— Beseda:„Stürmische Jugend." S. Sjmon, P. Aumont. Fr.— Carlton:„Blinde Passagiere." Pat und Patachon. D. pür gesunde Verdauung sorgt das natürliche Abfuhr-Erweichungs mittel, Verursacni Keinen uurcmsu Für Diabolik er in gleicher Zusammensetzung ohne Zucker- Mit der Bezeichnung D'n jeder Apotheke Sozialver$icherung$- Briefkasten E. L., Landskrim. Das Gesetze bestimmt«Ine sechswöchige Frist für die Anmeldung zur freiwilligen Fortsetzung der Versicherung, ohne Rücksicht auf die Dauer der Schutzfristdaher kann sich der Versicherte auch am 40. Tage zur freiwilligen Fortsetzung der Versicherung melden, mag auch die Schutzfrist schon abgelaufen sein, und zwar auch dann, wenn er schon vorher erkrankte. Es ist selbstverständlich,-ab er in diesem Falle vom Tag« der. Erkrankung als ein die Versicherung freiwillig fort- setzender Mitglied Anspruch auf Leistungen hat. Die freiwillige Fortsetzung der Versicherung erlischt, wenn der Versicherungsbeitrag binnen 15 Tagen vom Tage der Fälliqkckt nicht bezahlt wurde(§ 250, Abs. 4, lit. d). Nach 8 12 der Musterstatuten der Krankenversicherungsanstalten ist der Versicherungsbeitrag stet» monatlich im vorhinein am ersten Tage de» Kalendermonates zu bezahlen. Der Versicherte hat also in dem von. Ihnen angeführten Fall«' die Möglichkeit, die Beiträge bi» 16. Mai zu bezahlen. Wenn die Bezahlung nach diesem Tag« anaeboten wird, kann die KBAGdie Annahme der Beitrage» verweigern. Erkrankte der Versicherte bi» zum 16. Mai, so. ist die KVA zur Gewährung der Leistlingen verpflichtet, tvcnn der Versicherte den Mai-Veitrag rechtzeitig— auch nach der Erkrankung— noch erlegt. I Zweiganstalt: Hauptanstalt: Zweiganstalt: Zweiganstalt: WHnn ftoMe in guten tschechischen Familien■ u. Pensionat«» vermittelt Jugenddienst, Prag H., Vorsilskä 3. 4162 Radiumbad St. Joachimstal (Tschechoslowakische Republik.) Siilrkste Radiumquellen der Welt Idyllische Lage inmitten deS waldreichen Erzgebirges, am Nutze des Keilberges.> Bäder«., Trink- und InvalationSkuren, sowie Beitrab- lung mit Radiuntpräparaten:-- Ausgezeichnete Heilersolge- bei: GelenkSrheumatiSmuS, Neuralgien, Neuritis, Tabes dorsaliS,. Nerbosität. Neurasthenie, Arteriosklerose, chronischen Entzündun» gen des Herzmuskels und. der Blutgefäße, chronischen Eiterungen, Belenks«. und Höhlenersudaten. Auskunft und Prospekts durch die Kurkömmiffion 4095 Reichenberger Sparkasse Gemeinde- und Bezirkssparkasse Gegründet Im Jahre 1854 Postsparkassen-Konto Prag Nr, 9823, 25085 und 38591 Fernsprecher Reichenberg 8941, Reichenberg, Schloßgasse 9 Reichenberg, Altstädter Pl.2 Reichenberg,„Am Kranich* 4 Hanlchener Straße 12 Georgswalde, ramavr. Nr. 13 Postsparkaszen-Konto Nr. 89.020 Unbeschränkte Haftung, der.Stadtgemeinde und des Bezirkes Reichenberg 8899 anutti begießt Du die Blumen auch mit MrtMuilß oon der„Frauenwelt", ßragXIl., Fochova tk. 62 t Pakdt Aä 5.60 mit Post, mfendung. öMMlWk MW Resselkleck>« Adlergebirge Bahnstationen GeierSberg und Lichtenau, in waldreicher, romantischer Gegend: Gute bürgerliche Küche. Volle Tagesverpflegung einschließlich Wohnung K 22.— täglich nebst 50 Heller Baudeugebühr.' Günstige AutobuSverbindung zu den Bahnhöfen. Verlangen Sie Prospekte. 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