Sozialdemokrat Aeutralorgan der Deutschen sozialdemokratischenArbeiterpartei Inder Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Ausnahme de« Montag täglich früh/ Et«,elpreto 70-etter R,hMnnnnd P»xmi>stimg: PragXN., Fochooa 62- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- VerantwortlicherRedaüeur: KarlKern,Prag Aus dem Inhalt: Kulturverband vor der Spaltung? Lohnbewegung der Flakonarbeiter im Isergebirge Wie soll unsere Verwaltung beschaffen sein? Blatnifeer Streik erfolgreich beendet Die Arbeitslosigkeit Im deutschen Gebiet 17. Jahrgang Donnerstag, 17. Juni 1987 ' Nr. 141 nach'dramatischem Kampf Finanzvollmachten mit 346 sagen 247 Stlknmen von der Kammer genehmigt Paris. Die Kammer hat am Mittwoch«ach einer die ganze Nacht dauernde« Sitzung, die von 22 Uhr bis« Uhr 15 Minute« früh dauerte, die »ettwelltge Vollmacht der Regierung in Finanzangelegenhetten genehmigt. Die Kammer hatdiese Vollmacht mit 3 4 6 gegen 247 Stimme« angenommen. Die Kommunisten enthielten stch noch im Finanzausschuß der Kammer der Abstimmung. Der Finanzausschuß^ dessen Sitzung über vier Stunden bis Mitternacht dauerte, nahm den Regierungsentwurf mit 22 gegen 16 Stimmen an. Die sechs Kommunisten stimmten"nicht mit. Erst gegen Morgen, im letzten Augenblick, als Ministerpräsident Leon Blum die Rednertribüne betrat," beschlossen die Kommunisten, für die Re- gierung zu stimmen. Der Borfitzende der Regierung sprach vornehmlich über.die politisch« Seite und Bedeutung der Finanzdebatte. Er appellierte dringend an Treue und.Glauben aller Bestandteile der RcgicruiigS-Volksfront und insbesondere an den lauen rechten Flügel der Radikalsozialisten und an di« Kommunisten. In der Nachtsitzung, unterwarfen die Führer der Mitte, Sie. gewesenen Minister' Paul R e y n a n d, F l a n b in und Chappe- d e l a i n e die Finanzpolitik und die Gebarung der Regierung einer scharfen Kritik und lehnten insgesamt ab, für die Bollmacht der Regierung zu stimmen. Der Haupt-Budgetberichterstatter, der Radikale Jammy'S ch m i d t und" nach ihm der Finanzminister Auriol forderten di« Kammer auf, in Gänze der Regierung das vertrauen zu bekunden. Namentlich der.Finanz« Minister betonte, es sei notwendig, daß die Re«, gierung Mittel zur Hand.habe, den Franc schnell und wirksam verteidigen, und die Spekulation bekämpfen zu können: Die. Kammer lehnte so, dann die verschiedenen Abänderungsanträge ab und nahm um 6.15 Uhr den Regierungsentwurf, betreffend die Vollmacht für die Regierung in dem bereits erwähnten Stimmenverhältnis von 846 gegen 247 Stimmen an. Vor der Entscheidung des Senats Paris.. Der Rcgierungscntw.urf über die Erteilung der kurzfristigen Vollmacht an. die Regierung Blum, der Mittwoch früh nach einem dramatischen Verlauf In der französischen Deputiertenkammer angenommen wurde, kommt»unmehr in den Senat. Zahlreiche Senatoren aus den Reihen der Radikalsozialisten" stellten sich gegen die Gewährung der Vollmacht, da sie eine Erhöhung der direkten und indirekten Steuern durch die Regierung nicht zulaffen wollen. Ein beträchtlicher Teil der radikalsozialistischen Senawrcn. verweist jedoch darauf,- daß der Senat, der der Blum-Regierung die Vollmachten ablehnen würde, sie den vorhergehenden Regierungen DöumergueS, Lavals und FlandinS gewährt hat. ES scheint,, daß der Finanzausschuß des Senats sich. Zeit, lassen, will und der Entwurf erst am Freitag ins Plenum gelangen wird. Slums Kammersieg Der französische Ministerpräsident Löon Blum, dessen großes staatsmännisches Können der-Weltöffentlichkeit immer sichtbarer wird, hat einen neuerlichen Sieg erfochten. Der Ansturm der Rechten ist zusammengebrochen, den Kommunisten ist in letzter Minute vor ihrer Opposition bange geworden, die Kammer hat mit großer Mehrheit der Regierung die Ermächtigung zu jenen finanziellen Maßnahmen erteilt, welche Frankreichs Haushalt ins Gleichgewicht bringen sollen. Frankreich ist etwas später als Mitteleuropa In den Wirbel der Krise hineingeratcn, seine Wirtschaft hat dennoch schwer gelitten, seine Staatseinnahmen sind gesunken, das Defizit gestiegen. Die Regierung Laval hat auf staatsfinanziellem Gebiet ebenso versagt wie auf außenpolitischem, die Politik der Deflation ist gescheitert. So hatte Blums Finanzminister Vincent Auriol eine schwere Erbschaft übernommen und muß nun, da ein großer Teil des sozialpolitischen ProgramniS der Negierung Blum erfüllt ist, an die Sanierung der französischen Staatssinanzen. schreiten. Aber gerade dem sozialdemokratischen Verwalter des Staatsschatzes werden die größten Schlvie- rigkeiten bereitet, weil seine Politik jener des Großkapitals entgegengesetzt ist. In den- letzten Monaten hat eine Kapitalflucht aus Frankreich eingesetzt,, welche den Kapitalmarkt und die Währung geschwächt hat und gegen welche die Regierung nunmehr vorgeht, weil dem Lande dadurch an 46 Milliarden Francs entzogen wurden. Ilm. das Defizit zu beseitigen, plant Auriol die Ein»." sührüng indirekter, aber auch die Erhöhung direkter Steuern, insbesondere der: Einkommensteuer, was eine stärkere Belastung der großen Einkom- inenSträger bedeutet. Die Wirkung dieser Steuer«, erhöhungen kann sich naturgemäß nicht sofort in größeren Eingängen der Staatskasse äußern, weswegen zur Deckung der augenblicklichen finanziell leit Bedürfnisse des Staates Schahscheine ausgegeben werden, welche die Bank von Frankreich, wie es schon früher geschah, belehnen wird, so daß der Trtsor sofort in der Lage sein wird, die notwendigen Zahlungen für die Zivilverwaltung und die Staatsverteidigung zu leisten. Die Verfügungen der Regierung vertragen keine langen parlamentarischen Verhandlungen, weil diese gerade von den kapitalistischen Kreisen, die zur Regierung in Opposition stehen, zu Spekulationen auSgenüht werden und so das Werk der Regierung gefährden könnten. Deswegen haben Blum und sein Finanzminister eine Er- niächtigung verlangt,„auf dem Wege von Dekreten die Maßregeln zu treffen, die zur Wiederaufrichtung der öffentlichen Finanzen wie zum Schutz des Sparkapitals, der Währung und des Staatskredits noüvcndig sind". Es handelt sich also um ein finanzpolitisches Ermächtigungsgesetz, durch welches der Regierung ungewöhnliche Boll« machten erteilt werden. Die Annahme eines derartigen Gesetzes bedeutet ein. parlamentarisches Vertrauensvotum par excellence, die Abstimmung war eine, politische Tatsache von großer Tragweite. Die große. Bourgeoisie hätte Blum.bei der Gelegenheit gerne gestürzt, aber dieser- Plan wäre, ganz belanglos gewesen,. wenn nicht die Kommunisten, plötzlich in den Reihen der Blum- Gegner aufgetaucht wären und der Regierung mit Stimmenenthaltung gedroht hätten.. Mer der Ministerpräsident hat sich da. den Kommunisten gegenüber ebenso, würdig benommen,: wie. er seinen. politischen Gegnern von der Rechten tapfer gegenübergetreten, ist. Er. hat sich auf die Demagogie der Kommunisten, die. sich den. Massen gegenüber als die Unentwegten aufspielen wollten, nicht eingelassen und erklärt, er trete zurück, wenn nicht alle. Parteien der Volksfront bei der Abstimmung, für die Regierung stimmen werden. .Unter diesem Druck gaben-die Konpnunistem nach, denn die Sowjetunion kann einen Stürz Blum» gerade jetzt— nach den Hinrichtungen der Generale— nicht brauchen. Der Sieg der Regierung Bl>uns> hat nicht nur für Frankreich Bedeutung,- sondern weit .über seine Grenzen hinaus. Keine französische Regierung seit Versailles hat ein so enges Verhältnis zu England herbeizuWren vermocht wie die deS Führers der französischen-/ Sozialdemokratie. DäS einvernehmliche: politische'Vorgehen Englands und Frankreichs Ist aber eine der stärksten Stützest der Demokratie, des Friedens und der Aufrechterhaltung^unserer Zivilisation.; Louis L6vy über unsere Partei: »Volle Dankbarkeit den deutschen Sozialdemokraten in der CSU" Sani*’ Ltvp, der bekanntlich als Delegierter der französischen sozialistischen Partei an dem. Parteitag der tschechischen Sazialdemakratrn in Prag teilgenommen und nachher auch«Ine. kurz« Reise in» sntetendbntsch« Geltet nnternammen hatte, beschäftigt stch in der Nummer des„Popn- laire" vom-15. Juni in einem sehr ausführlichen Artikel zunächst mit. d«n ausgezeichnete« Ein-' drücken, die er auf lenem Parteitag erhielt und "mit dm" von der tschechischen Sozialdemokratie vorbildlich durchgesührtm Ausgaben In der Verteidigung der Demokratie In der Tschechoslowakei. In diesem Znsammenhang stellt er den tschechischen Sozialdemokraten da* ehrende Zeugnis aus, daß ; ihre leidenschaftliche Gegnerschaft gegen Hitlri> Deutschland sie Nicht etwa zu einer schiefen Stellung. gegenüber"dm"Deutschen in ter - Tschechoslowakischen Republik verführt, deren schwierige Situation die ts ch e ch i s ch enG end s s envielmehrsehr gut brgreisen.„Und da» Band»wischen der tschechische« und deutschen Partei",'! so schreibt Stvh,„wird"jeden -Tag,-enger,"". Sodann widmet,«; da er sich schon in einem frühere» Artikel mft deck tschechisch«-Parteitag beschäftigt, hat, dm Rest diese» " seine*- dieSwüchigm Aussatzes-«in«. Betrachtung der Lqge der Sudetmdeutschm und. unsere» Partei r -„All?s"ist.. allem ist«S die deutsche sozial- demokxä.tische Partei, jn der Tschechoslolvakei,. der liieMufgitve zügefÄsen-vier den demokrMHep Vormarsch gegen den^tzitlerismu* zu Mren. Seitdem stn Fahre"1684" die nationalsozialistischen Orgänis^titnen/auWöst^worden".G. und sich-in der SUdeiendcutschen Partei getarnt haben(unter der Leitung ein:» Beauftragten Hitlers, des ehemaligen Turnlehrer* Konrad Henlein) .find e* die deutschen Sozialdemokraten, die alle Schwere de»-Widerstande* auf sich genommen habm. Ich. habe, sie! an der Arbeit gesehen und ich"bin "davon jetzt noch b e g e i st e r t." Zwei-Tage lang habe ich. mit einigen von ihnen die"grünen Täler de*. Erzgebirges, durchstreift.. Ich habe mich in ihren Organisationen und Arbeiterheimen umge- sehen. Und, ich habe da Mmschm angetroffen, die durch ihre Kaltblütigkeit, durch ihren besonnene» Mut und durch ihre Verachtung jeder Ruhmredigkeit dem Sozialismu* und der Mmschlichkelt größte Ehre -.machen,-".1"->.•"•> i.-.-- . Gewiß, da» sind große Worte, di« sich sonst" in-meinem Wortschatz kaum finden. Tatsächlich lieb« ich e» nicht, solche Worte zu-mißbrauchen," und wende sie nur äuf Leute'an, die ihrer würdig sind. Und wahrhaftig, diejenigen," denen es da "an den Grenzen Preußen», Sachsens" und Bayerns^, trotz unglücklicher" wirtschaftlicher Bedingungen, gelungen-ist/ den Sozialismus hvchzuhälten, sind' diese* Lobes, würdig) um so-mehr," al»"es ihnen- fogar glückt," v o r w ä r t s z u f ch.r e iten. ■ E*? siibt- in dir-Tschechoslowakei» nur drei-! einhalb Millionen Deutsche." Di« DSAP umfaßt JOiststü'i-Mitglieder;. die: Freien.Gewerbsch^ten etwa- 256.006." Bei den-Maiwahlen"1065.-er» hielt"Henlein ,1,256.066 Stimmen(66 Prozent) ,- (Fortsetzung auf.Seit« 2). AWDWWWUWWWWWW ' Die Basken bereiten den Kampf In den Strafen vor Di«. Äufstänbischen beschießen- derzeit die Wohnviertel und" der"allem die Arbeiterviertel mit 30.5-Zentimeter.-Dttirsern. Die Wirkung" dieser Bombardierung",«st so" stärk, daß drei» und vierstöckige Häuser von einem Volltreffer vollkommen gespalten"und zerstört werden..Gleichzeitig liegt Bilbao unter einem schweren Lüftbombardement, welches von" HeinkelS» und Junkers-Flugzeugen durchgeführt wird. Die Zähl der Täten unter der Zivilbevölkerung. ist überhaupr nicht abzuschätzen. Trotz dieser schweren Leschie- ßung wird die Räumung der Stadt von den Nicht- kombattäntm in größter Ordnung und beschleunigt borgenommen. Die wehrfähige männliche Be- völkernng, mit ihr aber" eine große Anzahl von waren-Dienstag"abend* noch im: Besitz, der Basken. Auf die beide» Berge wftd das Artilleriefeüer der Aufständischen. konzentriert. Die Pofitionen der baskischen Truppen dort find auch deshalb sehr wichtig, weil sie die Straße nach Santander beherrschen. Reglerungsoffenslve an der Aragonfront . Madri d. Nach der Mitteilung de* vtr- teidlgiui,»Ministeriums hat die Offensive an der Aragon-Front am- Mittwoch eingesetzt. Die-16.- Division hat nach- einem heftigen" Trommrlfeuer um 4 Uhr morgen* mit nwwrisierten Abteilungen im Stutm die feindlichen- Stellungen in der Eremitage von Santa"Lenz'ilnd äm Monte" Eal- varto in der Sierra Aleutierre'- erobert. Der Kampf war außerordentlich heftig. Der" Feind hat sein« Stellungen schließlich vor dem" Sturmangriff räumen müssen und sehr schwere Verluste erlitten. Die* ist um so auffälliger, al* die feindlichen Stellungen von einem Tankregiment verteidigt wurden. Unter den Toten wurden auch-die Kommandanten, dieser- Tankabteilung gefunden. Di« Regierungbtruppen machten viele Gefangene und erbeuteten" große Mengen von Kriegsmaterial. Sofort«ach der-Eroberung der Stellungen hat die Regierungsartillerie mit dem Feuer auf die rückwärtigen Pofitionen des Feinde- eingesetzt. Dir Offensive"geht weiter. Frauen,, die zurückblieben, sind damit beschäftigt, jede Straße" und jeden Häuserblock durch- Barrikaden und FeftungSbautrn verteidigung-fähig zu machen. Liu ausländisches Urteil über die sudetendeutsche Sozialdemokratie Der Angriff der Rebellen stockt. Sie haben wiederholt versucht, den Fluß Rervion, an dessen linkem Ufer Bilbao liegt, zu überqueren» ihre Angriff« brachen aber im Feuer der Verteidiger zusammen. Ebenso ist e* unrichtig, daß sie den Borort von Bilbao Begona genommen, hätten.' Be- gona.wurde zwar schwer umkämpft» war aber Mittwoch poch restlos in der Hand der baskischen Truppen. Es steht fest, daß die Regierung und die Armee--entschlossen! find,-jede* Hau* und jede Straß« zN verteidige». Dieser Entschluß war auch durch die-Flugblätter, nicht wankend zu"machen", die Franko über Bilbao abwerfen ließ und die den kurzen Hert, tragen:„Kapituliert oder euch droht Tod und Zerstörung!" Die Vernichtung der Stadt hat durch di« Beschießung mit schweren Mörsern eingesetzt.",",. ," " P lenc i a. Der Havas-Berichterstatter teilt mit, daß italienische Trüppe»Pleneiä besetzt haben undgegen den Fluß Rexvion vorgedrunge» sind. Die Basken hätten,«» dieser Stells keinen Wider- stand.geleistet. Die Italiener rücken gegen Lä* AranaSvbr/was ihnen dadurch erleichtert wird, daß di, baskischen Truppen wöge» der Gefahr, von Bilbao abgeschnitten zu werden," über den Rervion zurück,müsset».'-", An den Abhängen der! Berge San Domingo und- Arachanda leiste« die- baskische« Truppe»"' rt» iitterten, Widerstand)- Sie haben sich in diesem Ge. biet eingegraben und die Angriff« Franko* äbge- wehrt.-Det Havas-Berichtttrstatter konnte vem San- Domingo.au* feststellen, dast dir Aufständischen von den älten Vierteln Bilbaos und der Lehr, äüftalt in Deust», bi« etwa* nördlicher liegt, etwa zwei Kilometer entfernt sind. Begcküa und Dcusto Seite 2 Donnerstag, 17. Juni 1037 Nr. 141 Wie soll unsere Verwaltung Genosse Dr. Heller"M«'kaei'k aff An gaIm? zur Verwiltungsserlchtsnovelle M MFWsUlIEIkl«DH 9dll l In der DicnStagsttzuug des EßmathHefaßte sich Genosse Dr. Heller mit der zur Ber- handsuntz stehenden DerwaltungSgerichtSnovelle. Er brnützth-dies«^Gelegenheit,. Nm eindringlich darauf hinzuweisen, das, alle GerichtSemlastungSnovellen nur untergeordneter Art sind gegenüber dem Hauptproblem, daS der Staat im Interesse aller feiner Bewohner ehestens lösen mühte: Der Schaffung einer guten, unparteilichen und sachlichen Verwaltung, die sich auf gut vorgebildete, sozial denkende und wahrhaft demokratische Beamte stützt! aber ist unter dem Einfluß unserer Behörden aus dieser LrnührungSaltwn geworden'? Ist da» nicht einSchulbeisPiel dafür, was die Behörde» au» einer gut gemeinten Verfügung der Negierung mache« könne«? Unsere Verwaltung, so führte der Redner au», begleitet den Menschen von der.Wiege bi» zum Grabe. In seinem gesamten privaten und beruflichen Leben. Daraus geht die Wichtigkeit der Organisation und der Tätigkeit der Verwaltung für jeden einzelnen Staatsbürger hervor. Wie soll mtser« Verwaltung beschaffen sein? Sie soll gerecht und sozial eingestellt sein; wir brauchen auch eine rasch» Administrative, di» dem- demokratischen EH»rakter''Nns«r«S Staate» entspricht. Wenn mehr als 8000 Berwal- tungSteschwerden jährlich an da» Oberste Berwal- tungSgericht komme««nd davon rin»«gemein großer Prozent Erfolg hat, so sehen wir schon daraus, daß da» Erfordernis einer gu t e n Verwaltung bei un» nicht erfüllt ist. Deshalb ist.wichtiger al» di« Reform de» Oberste« verwaltungSg«. richte» eine Reform unsere«Verwaltung. Der vorliegende Gesebentwurf ist. nicht» andere» al» ein Versuch, die Judikatur de» OBG zu beschleunigen, bei dem mehr al» 17.000 unerledigte.Beschwerden liegen. DaS heißt man aber. daS Haus vom Dach au» bauen. Solange nicht die unteren Glieder der Verwaltung klaglos funktionieren, wird alle» Herumdoktern am OVG nicht viel helfen, wird der VerwaltuNgSgerichtShof mit Beschwerden überhäuft bleiben und Erleichterungen wie di« vorliegende, werden auf die Dauer keine Abhilfe schaffen können. Der BerfassungSausfchuß de» Abgeordnetenhäuser hat die Bestimmungen de» Regierungientwur» scs. Womit die Judikatur der OBG in Bagatellsachen und in Sachen de» freien Ermessens ausge- schloiien werden sollte, mit Recht beseitigt. Die Entlastung für da» OBG besteht nach der vorliegenden Novelle im wesentlichen darin, daß in gewissen Fällen leine mündliche Verhandlung stattfindet und nicht mehr in Fünferscnaten, sondern in Dreiersenaten entschieden wird. Ferner ist die EIn- fiihrung der Hilf»referenten zu begrüßen. In gewissen Fällen werden die Mutwillenstrafen erhöht, endlich werden für die Beschwerden auch höhere Gebühren al» bisher«ingehoben werden. Darin besteht im wesentlichen die Entlastung de» OBG. Darau» wird vielleicht eine lleine Abnahme der Zahl der Beschwerden und andererseit»«ine raschere und leichtere Erledigung resultieren, aber eine Lösung ist da» s e I bst v e r stündlich nicht! Mit vollem Recht sagte daher unser Referent, daß e» vor allem notwendig ist. da» Vertrauen der Bevöllenmg zur Unparteilichkeit und Sachlichkeit der behördlichen Entscheidungen zu heben.......-- Die Administrative versagt... Woran liegt t», daß unser« Bevölkerung zu den Entscheidungen unserer Adminiftratwbehörde« so wenig Vertrauen hat? Die Adminiftratw« ist dazu da, um di« Gesetz« a u» z u f ii h r e n,»nd wir alle wissen, daß oft der Inhalt de» Gesetze». saft nicht so wichtig ist wie die Art seiner Durchführung. Zahllos«»lagen au» all«« Schichte« der Bevölkerung sind darüber laut»«worden, daß auch sehr gut gemeinte, mit sozialem Geist erfüllt« Gesetz« für dir Bevölkerung fast wertlo» werde«, w«ll sie tn der A u» f ü h r u n g versagen. So war unsere Ernährung»aktion sehr gut gemeint, sie war terusen, den Arbeitslosen, soweit sie nicht dem Genter System unterstehen, wenigsten» ein« kleine Aushilfe z» gewähren. Wa» ,Die Beamten her Administrativ«.sind nicht u rCa b'h 8 n st i g, ihre Karriere ist abhängig von ihrer Oualisikation feiten» der Vorgesetzten. Daß sie' in dem Bestreben vovwärtSzukommen, nicht immer ihr« eigene• Meinung vertreten^''sondern sehr oft a» ch u n g e z w u n g e n sich der Meinung Ihrer Vorgesetzten unterwerfen, ist menschlich vollständig begreiflich, aber für unsere Administrative «In ungeheurer Schaden. And ganz. bcsMder» in finanziellen Fraßen I Da ist die Finanzbehörde gleichzeitig Richter und Boriei. Ich glaube, haß.mit der Einführung,von BerwaltungSgerlchten und Finanzgerichten,' die über Beschwerden' oder Rekurse gegen Entscheidungen der ersten Instanz zu entscheiden hätten, eine Abhilfe geschaffen werden könnt«, wenn sieauSunabhängi gen, unabsetzbaren.Rich tcrn, zusammen gesetztwären. Dann würde auch die Zahl der Beschwerden an da» OBG bedeutend abnehmen. Sehr begrüßenswert ist di« Bestimmung der Novelle, wonach die Entscheidungen des OBG. die In einer gewissen vorgeschriebenen Form gefaßt werden, für die Aemier verbindlich erklärt werden. Bei der Erwerbsteuerpflicht der Kranken- fassen-Äerzte und hei den SchenkungSgebllhren für die Mitgift hat da» OBG wiederholt entschieden, daß diese Aerzte nicht erwerbssteuerpflichtig sind und daß die Mitgift der Schenkungsgebühr nicht unterliegt. Trotzdem haben di« Unterbehörden immer wieder entgegengesetzt entschieden und dadurch herbeigeführt, daß Hunderte, sa taufende solcher Beschwerden an daS OBG gekommen sind. Parlamentarische Interventionen Durch die Nachlässigkeit, die Langsamkeit unserer Administrative sind dann die Parlamentarier zu Interventionen direkt gezwungen, solange unsere Verwaltung nicht den.Forderungen der Bevölkerung' entspricht, solange da» Ain« und Herschieben der Akten von einer Abteilung und von Buktirest.' Am Dienstag verhandelte'MtNi- sterpräsidcnt Dr. HodZa ckit Außenminister An- tönescu und Ministerpräsident TatareScin Während der Rezeption, di««in«m zu Ehren Dr. HodjaS gegebenen Festbankett folgte, hatte Dr. Hodja Gelegenheit zu ausführlichen Aussprachen mit der Mehrzahl der Mitglieder de» diplomatischen Korp». Aus diesen Aussprachen ergaben sich weitere, im Verlause des Mittwoch erfolgte Besprechungen. Nach 13 Uhr erschien der Ministerpräsident auf der, tschechoslowakischen Gesandtschaft. Im Laüfe'des Nachmittags setzte er die Verhandlungen mit dem rumänischen Ministerpräsidenten fort. Mittwoch abends um 22 Uhr reiste Mini- einem Amt in» andere wichtiger ist al» die Erledigung,’ solange mit einem Wort unsere Aemier in den vorliegenden Schriften nur den Akt, aber nie den Menschen sehen, ter hinter dem Akt ftehtl Die Reform unserer Verwaltung stelle ich wk nach, folgenden Richtlinien vor: t 1. Unabhängige Verwaltung»,«nd Finanz- »«richte 2. Haftung der Beamten in»«wissen Fälle«, 8. eine Vereinfachung«nd Beschleunigung de» Verfahren», w«it«r» die Beseitigung der Kampe- pctenzkonfliktc«nd di« Beseitigung de» Eingreifen» vorgesetzter Instanz« in di« Entsch«idungeN der niederen Instanzen. Schließlich ist e» notwendig, daß unsere Beamtenschaft mit de« Geist der Demokratie erfüllt werd«. Wir können nicht behaupte«, daß die» Überall»nd immer der Fall ist. Abgeordnete oder Henlein-Mamelucken? SBie wenig demokratisch unsere Bevöllerung erzogen ist, werden Eie auch au» folgendem ersehen: E» konnte vor kurzem ein Redner der suoetendeut- schen Partei sagen:„Wir mußten notgedrun- genli) die Spielregeln der Demokratie befolgen und ein« Partei werden, aber wir sind«ine Bewegung,«in Volk." Die Hörer bestleiteten diese Verhöhnung der Demokratie mit begeistertem Beifall Und der Führer der SdP kann e» wagen zu sagen:„Wenn man schon nicht mit mir verhandeln will, dann soll man mit meinen(I) Abgeordneten verhandeln." Sind Sie(zur SdP gewendet) die Abgeordneten derer, die Sie gewählt haben, oder sind Sie die Abgeordneten de» Herrn Henlein?(Unruhe.) Daß Herr Henlein so spricht, ist für mich keine Ueberrafchung, aber dasteS möglich ist, daß all«, die ihm zuhörten, zu einer solchen durchaus undemokratischen Bemerkung Beifall klatschen, da» ist daS Bedenkliche, das zeigt, welch weite Möglichkeiten unsere Verwaltung noch hätte, um unserer Bevölkerung den Besst wahrer Demokratie zu vermitteln! Ein sozialer Erfolg Wir haben vor kurzem ein Beispiel einer wirklichsoztalen Verwaltung gesehen in den Bemühungen unserer Mrsorgeministerium» in dem großen Streik in Gablonz. Dort ist e» dem Eingreifen eine» Beamten zu danken, daß dieser Streik schließlich in gerechter Weise beigelegt wurde — trotz der Streilbruchparole der SdP. Wie würden un» sehr freuen, wenn dieser demokratische, sozial gerechte Geist, wie er sich hier gezeigt hat, auf unsere gesamte Verwaltung Übergreifen würde. Wenn unsere ganze Verwaltung von diesem Geist erfüllt wäre, dann brauchten wir keine Ge» richirentlastungS-Novelle für daS Oberste Berwal« tungSgertchtl(Lebhafter Beifall bei den deutschen und tschechischen Sozialdemokraten.), sterprästdentStöjadinöviö in Begleitung des Chefs des Protokolls sowie seine» Kabinettschefs und einer größeren Anzahl von Journalisten mit dem Dampfer„Vojvoda Mibib" flußabwärts nach Kladovo, wo Donnerstag früh da» Schiff, auf dem sich Ministerpräsident Dr. Hodja, Ministerpräsident Tatarescu und Außenminister Anto- ncscu befinden, anlegen wird. Die Staatsmänner fahren dann mit dem rumänischen Schiff donau- austvärt» nach Baziaä, wo sie nachmittags ankommen. Hier verlassen sie das Schiff und fahren mit einem Motorzug nach dem Städtchen BrSac, da» an der rumänisch-jugoslawischen Grenze liegt. Nach einem Abendessen, da» hier Stojädi- noviä gibt, trennen sich di« Staatsmänner. Sto- jadinoviö fährt nach Belgrad zurück, Hodja und TatareScu nach Rumänien. Dr. Hodzas Bukarester Beratungen Ein ausländisches Urteil über unsere Partei (Fortsetzung von Seite 1) die DSAP 800.000. Unter der Intensivierung der hitleristischen Propaganda und unter der Verschärfung der Wirtschaftskrise konnte man fiirch- icn, daß Henlein noch weitere Fortschritte erzielen und in zwei bis drei Jahren vielleicht 80 Prozent der Stimmen erreichen wird. Aber unsere deutschen Genossen haben so bra- . vouröö gearbeitet, daß der Bormarsch der Nazisten nicht nur nicht andauerte, sondern daß sie sogar eine rückläufige Bewegung durchmachrn. Ueber diesen Punkt ist alle Welt einer Meinung. Was das aber an täglicher Energie voraussetzt, könnt Ihr Euch.kaum vorftellen. Ich will Euch lediglich eine Tatsache nennen, die Euch den Wert der geleifteten Arbeit beweisen soll. In einer der Gegenden, in der der HitleriSmu» seinen Druck mit allen Mitteln ausübt— fünf Kilometer von der sächsischen Grenze—, inRothau, einer Jndustriegemeinde, in der kein Schlot mehr raucht, gehören nach wie vor 88 Prozent der Arbeiter der sozialdemokratischen Gewerkschaft an; und SS Prozent von den freien Gewerkschaftern sind Mitglieder der Partei I Welche» sind dieGefahren, denen unsere Genossen dort sich gegenübersehen, welche» sind die Mi ttel ihre» Wider st ande», welche Art Hilfe ertvarten sie rechten» von der Regierung der Republik? Ich werde Euch da» in einem nächstenArtikel auSeinandersetzen. Zunächst konnte ich nur nicht zögern, Euch die Tragiveite eines Bemühens aufzuzeigen, für da» wir den deutschen Sozialdemokraten in der Tschechoslowakei unsere volle Dankbarkeit schulden." Äoui» Lövy beschäftigt sich dann am Schluß seine» dienstägigen Aufsatzes mit dem Kampf der tschechischen Sozialdemokraten gegen den Faschismus in der Tschechoslowakei und kommt schon jetzt zu folgendem Ergebnis: „Die tschechische und deutsche Sozialdemokratie in der Tschechoslowakei spielen in Europa im Kampfe der Demokratie gegen den Faschismus eine Rolle erster Ordnung. Die Internationale kann auf ihr« zwei tschechoslowakischen Sektionen stolz sein." Aus dem Senat Nach Erledigung einiger zweiter Lesungen genehmigte der Senat am Mittwoch den Handelsvertrag mit dem Australischen Staatenbund vom August 1988. ■ Wie der Berichterstatter Ina. Winter ausführte, beziehen wir vou Australien hauptsächlich, Wolle al»,"Rohstoff für, die Textilindustrie, und zwar etwa'89.000 Zentner jährlich. Mft Rücksicht auf diesen großen Passivposten ist e» schwer, die Handelsbilanz auch nur annähernd auszugleichen. Im Jahre 1988 betrug unsere Einfuhr aus Australien 10» Millionen Xi, während unsere Ausfuhr wieder die Borkrisenhöhe von 86 Millionen Xi! erreichte. Auf Drängen der Tschechoslowakei bot die australische Regierung gewisse Zollbegünstigungen an, die unserer Industrie zugute kommen(für Mar, Textilien, Galanteriewaren, Hüte, Möbel aus gebogenem Holz usw.). Die Tschechoslowakei setzte ihrerseits die Zölle für Tafeläpfel und Rohhäute herab; Wolle , und Perlmutter sind zollfrei. Nächste Sitzung Dienstag, den 22. d. M. um 18 Uhr. Auf der Tagesordnung steht das neue Opiumgesetz und der Handelsvertrag mit Bolivien. 1 Ml IaaJ hAlL tlfHi Von Jack London Die Geschichte, die mir Thomas Stevens erzählt hat, werde ich nicht kritisiere», und ich will mich ferner jedes Urteils enthalten. Wenn man mir die Frage stellen würde, warum ich da» tue, so könnte ich nur antworten, daß ich nicht urteilen möchte. Ich habe mir die Sache lange über- legt, habe gegrübelt und erwogen, aber nie war da» Ergebnis meiner Ueberlegungen zweimal dasselbe und wahrhaftig nur deshalb, weil Thomas Stevens ein soviel größerer Mensch war al» Ich. Wenn er sich an die Wahrheit gehalten hat, Ist cs gut. Wenn er es nicht getan hat, ist eS auch gut. Denn wer kann hier Beweis« erbringen? Oder hier widerlegen? Ich schalte mich selbst dabei vollkommen auS, und wer zweifelt, mag tun, wa» Ich getan habe: hinausgehen, diesen Thoma» Stevens suchen und Angesicht zu Angesicht mit ihm daS zu besprechen: was ich hier berichten werde. Wo er zu finden sein wird? Irgendwo zwischen dem 88, Grad nördlicher Breite und dem Nordpol einerseits und andererseits höchstwahrscheinlich in den Jagdgebieten, die zwischen der Ostküste Sibiriens und dem äußersten Teil von Labrador liegen. Daß er sich wirklich irgendwo innerhalb dieser deutlich bezeichneten Grenzen befinden muß— dafür verpfände ich das Wort eines anständigen Menschen, dessen aufrechte Rede und einwaiidfreies Leben für ihn bürgen. Thomas Stevens mag sehr frei mit der Wahrheit umgegangen sein,;ol8 wir uns aber zum erstenmal trafen, es wäre gut, sich das zu merken, kam er in mein Lager gewandert, als mich Tausend« von Meilen bon aller. Zivilisation trennten. Al» ich sein Gesicht sah, daS erst« menschliche Gesicht seit langen Monaten, hätte ich auf ihn zueilen und. ihn umarmen können. Upd ich bin sonst durchaus kein Mensch von groß ßcn Gesten, aber für ihn schien der.Besuch in meinem Lager die gleichgültigste Sache von der. Welt zu sein. Er kam einfach in de» Lichtschein meines Lagerfeuers geschlendert, grüßte, wie^Hästnec sich auf gebahnten Wegest grüßen:' warf meine Schneeschuhe nach der einen und ein paar Hunde nach der anderen Seit« undmiächt« sich, auf diese Weise einen Platz am Feuer frei. Er erklärte, daß er hier hereinguckte, um ein bißchen Soda zu leihen. und um nachzusehen, ob ich etwas anständigen Tabak hätte. Er holte eine alte Pfeife hervor, stopfte sie mit der peinlichsten Sorgfalt und schüttete, ohne mich auch nur im geringsten ümEr- laubnis zu bitten, die Hälfte meines Tabaksbeutels in den seinen. Ja, das Zeug sei verdammt gut! Er seufzte mit der Zufriedenheit des Gerechten und vetschlang buchstäblich den Rauch. Und es tat meinem alten Raucherherzen wohl, ihn zu betrachten. Jäger? Trapper? Goldsucher? Er Duckte die Achseln, Nein. Er spazierte nur so«in bißchen«in der Weltgeschichte herum. Kam eben vom Grüßen Sklavensee und wollte sich mal da» Fukon- land ansehen. Der Faktoreileiter von Koshim hätte ihm von den Goldfunden in Klondike erzählt, und da habe er sich gedacht, hinzugehen, um sich die Geschichte anzusehen. Ich bemerkte, daß er den'Klondike mit dem altertümlichen Namen „Renntierfluß" nannte— eine etwas arrogante Gewohnheit der„Alten", di« sich gegen Sir quos und alle Grünschnäbel überhaupt, ri Aber er tat es so naiv und so selbstverständ...... daß es mich gar nicht kränkte und ich ihm gern verzieh. Er hätte auch, sagte er, die Absicht, einen kleinen.Ausflug nach dem Fort der Guten Hoffnung zu machen, bevor er die Wasserscheide nach dem Fukonland überschritt. Run liegt das Fort der Guten Hoffnung ein« ganz hübsche Strecke weiter nördlich, jenseits des Polarkreise», und zwar'in einer Gegend: die noch sehr weitigeweiße. Männex,betreten haben. Und wenn ein unbekannter"Vagabund au» der Nacht, und dem Nichts austaucht, sich an» Lagerfeuer setzt und. von solchen Fahrten und„Ausflügen" und.„Spaziergäpgen" spricht, dann ist .cs Zeit,, sich aufzurafsen und den Traum abzuschütteln. Deshalb sah ich mich um» sah die Fich- ienzweigc, die als Unterlage für di« Schlgssäcke dienest someni sah die Säcke mit Lebensmitteln, die. Kamera, den Atem der Hunde, die im Kreise am Rande des Lichtscheines lagen, und darüber eisten großen Streifen des Nordlichts,. das von Südosten über den Zestith nach Nordwest- ging. Ich erschauerte. In der Nacht des Nordlandes liegt ein. eigener Zaubxp. Dann warf ich einen Blick auf die Schneeschuhes die mit den Sohlen nach oben, einer über dem andern dopt lagen, wo er sie hingeschleudert.hatte.' Endlich.sah.ich mir auch.meinen Tabaksbeutel an. Mindestens die..Hälfte War dahini ,i Halbverrückt von Entbehrungen, dachte ich, itzährend ich den Mann forschend betrachtete« Einer von diesen Wanderern, die sich weit.von.der Heimat verirrt haben und jetzt wie verlorene Seelen i durch unendliche Einöden.. und unbekannte Tiefen wandeln. Man muß ihn seinen Stimmungen.überlassen, bis/er seine verirrten Gedanken Wieder züsammennehmen kann. Wer weiß?: Durch den bloßen Klang von der Stimme’ eines Mitmenschen kann er vielleicht wieder, ins Gleichgeivicht kommen--..> i ,,'>. i i ii So brachte ich ihn denn zum Reden, und bald mußt« ich staunen, denn er. sprach'von der Jagd: er hatte dem sibirischen Wolf Im fernen Westen'Alaska»: die Gemse in rmbekannten Ge- bieten der Rockte» erlegt.' Er erklärte,'die Zufluchtsstellen zu kennen: wo der letzte Bison noch umherschweifte und behauptete, daß er an den Flanken des Renntier» gehangen,, während e» in Scharen bon Hunderttausenden wanderte, und daß er in den Great BarrestS auf der Winterfährtc des Moschusochsen gtschläfen hätte. Und.ich änderte,.mistne Auffassung über ihn und betrachtete ihn alS ein Monumentalbild der Wahrheit. Ich weiß nicht, wieso, aber mir kam der Gedanke, etwas auszukramen, das mir einmal von einem Mann berichtet worden war, der lange schon im Lande gelebt hatte, um es besser zu wissen. Es handelte von dem mächtigen Bären, der auf den schroffen Hängen de» St. Elias haust und nie in sanftere Gefilde herabsteigt. Nun soll Gott diese» Geschöpf der Bergwand, die eS bewohnt, angepaßt haben, so daß die Beine auf der einen Seite einen Fuß länger als auf der andern find. Das ist natürlich äußerst praktisch, wie jedermann einsehen wird. Ich legte mir deshalb selbst die Jagd aus dieses Wundertier bei, erzählte di« Geschichte in der Ichform, schilderte daS örtliche Milieu, verlieh ihr Ornamente und Pinselstriche, die sie wahrscheinlich machten,, und erwartete, daß der Mann über diese Räiwergeschichte ohnmächtig werden würde.. ' Aber nicht» lag ihm ferster. Wenn er gezweifelt hätte/würde ich ihm verziehest haben,' Wenn er Einwände erhoben und erklärt hätte, daß es ganz-ungefährlich sei, ein solches Tier zu' jagen, jvcjl es ja..sticht imstande wäre,.sich zu drehest upd dßst astdern Weg zu gehen.... wenn er daS getan hätte,' sagte ich, würde Ich'ihn« als echten SportSmann die Hand gedrückt haben. Aber er tat nichts dergleichen. Er schnüffelte, sah mich an und schnüffelte wieder,' Dann lobt« er meinen'Tabak nach Berdiestst,, legte einen Fuß auf meine Knie stnd bstt mich, da» Leder genau zu untersuchen.. Ts war ein Muclüd dost tstnüiti«. scher Herkunft, mit Sehnen zusämmengenäht und> ganz ohnePerlenstickerei.oder sonstigen Schmuck. Aber e» war da» Leder sebbst, da» Aufmerksamkeit verdient«. Durch seine Stärke von einem halben Zoll erinnerte es mich an Walroßledev, aber damit hörte i die Aehnlichkeit auch auf, denn kein Walroß hat je ein so seltsame» Haarkleid getragen., (Fortsetzung folgt.) Nr. Ul Donnerstag, 17. Juni 1937 Seite 3 Minister Machnlk über die Wehrerziehung Annahme der Vorlage noch vor den Ferien 7 Im Wehrausschuß des Abgeordnetenhauses wurde am Mittwoch der Gesetzentwurf über die Wehrerziehung dem Volksparteiler B i i a n e I ins Referat zugeteilt, worauf BerteidigungSmi- nister M a ch ri t l die Borlage mit einer kurzen Kundgebung einbegleitete. Der Minister betonte, daß Parlament und Regierung unter dem Druck der BerhAtnifle namentlich in der letzten Zeit alles, war möglich war, für die BerteidigUng des Staates getan haben. Di« Armee wunde technisch nach besten Kräften ausgerüstet und vervollkommnet, die zweijährige Dienstzeit «ingefübrt, das Staatsnerteidigungsgesetz angenommen und damit all« Mittel der Staates für die Verteidigung mobilisiert. Diese Maßnahmen werden noch durch die Durchführung bedeutsamer Befestigungsarbeiten an den wichtigsten Punkten der Republik" ergänzt. Diese Verteidigung müsse jetzt noch'durch die moralische und körperliche Vorbereitung aller Einwobner, Männer wie Frauen, ergänzt werden, die dem Militärdienst nicht unterliegen. Die Mehrzahl der Nachbarstaaten habe ähnliche Einrichtungen bereits längst. Wir sind wenig, sagte der Minister, und deshalb müflcn a l l e kn den Kamps zur Verteidigung der Heimat, Männer und Frauen, di« einen ins Feld in di« erste Linie, die andern zur Verteidigung des Hinterlandes. Die Gefahr wird bei den heutigen Kampfmitteln hier nicht geringer fein als d o r t. An der sorgfältigen, soliden Vorbereitung, an dem festen Willen und der einmütigen Ent- fchloffenheit non uns allen mutz jede Macht der Welt scheitern. Der Minister bat weiters um Entschuldigung, daß der Entwurf erst kurz vor den Ferien vorgelegt werde; das sei lediglich aus sachlichen Gründen geschehen. ES, sei. aber im Interesse der StaatSvertei» dlgung gelegen, daß die Vorlage'ne ch v o r d e n Ferien verwirklicht werd«. Sonst drohe der Verlust eines weiteren Jahres, denn die Vorlage solle schon mit Beginn des nächsten. Schuljahres an den Schulen in Wirksamkeit treten. Das könne nur geschehen, wenn alle VorbereitungSarbeiten noch jetzt, bzw. während der'Ferien getroffen würden. Zuchthaus fUr Mllltlrverrat Kaschalt.(Amtlicher Bericht.) Bom Kreisgericht In Kaschau sind wegen des Verbrechens des Militärverrates der Arbeiter Ladislav Langer zu fünf Jahren Zuchthaus und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte, ferner Johann EröS und Elek Värady zu vier bzw. drei Jahren Zuchthaus verurteilt worden. Die neue Notariatsordnung würde im verfassungsrechtlichen Ausschuß des Senat» in vielen Punktest"abgeändert. Bor allem" wurde die Vorlage" durch Bestimmungen über die Altersgrenze der"'-tare ergänzt, die aus 68 Jahre festgelegt wurde. Hilfe bei Elementarschäden. In den letzten Tagen haben Gewitter in verschiedenen Gegenden der Republik schtvere Verheerungen an den landwirtschaftlichen Kulturen angerichtet. Di« Koalitionsabgeordneten der betroffenen Gebiete lenken in gemeinsamen Interpellationen die Aufmerksamkeit der Re- gierung auf diese schweren Schäden und verlangen entsprechende Hilfsmaßnahmen, wie Steuerabschrei- bungen; kostenlose Beistellung von Saatgut und Zuteilung verbilligter Futtermittel. Ein« dieser Interpellationen, die von der Genositn K i r p a l mit unterschrieben ist, betrifft di« Bezirk« A u s ch a und L« t t m« r i h, wo am 11. Juni nachmittag» ein Hagel die Gemeinde Kuttendorf" und«in« Reih« umliegender Ortschaften schwer betraf,«ine andere, di« Genosse Zischka zeichnet, den Bezirk Ol» m ü h, wo am 28. Mai di« Gemeinden der dortigen Sprachinsel von einem Hagelwetter heimgesucht wurden. Deutschland und Italien wieder Im Komitee Die"„Nichteinmischung" wird fortgesetat Berlin. Da» Deutsche Nachrichtenbüro meldet: Der deutsche ustd der italienische Botschafter ist London Haven am Mittwoch den Vorsitzenden, des NichtcinmischnngSausschusseS davon unterrichtet,"Hatz die deutsche und die italienische Regierung als Ergebnis de» UebereinlommenS, das am 12. Juni unter den vier für den Kontrottdienst deS SeeüberwachungSplanes»erant- wortliche» Mächten erzielt wurde, beschlossen haben; ihre Mitarbeit in dem Richteinmischungs- auSschuß sowie ihre aktive Beteiligung an dem Kontrottdienft in den spanischen Gewässern wieder äufzunehnie».■ Wieder Offiziere w der Roten A>mM'vor Gericht London. Wie„Times" melde», hat kn Odessa eist neuer Prozrtz»e»m neun hervorragende militärische Führer begonnen. Dir- jährlichen Sommermanävrr der Roten-Arm« seien Heuer Nu» Gründen d« Desorganisation der Ar- mrelettung abgesagt worben. Sir hätten Heuer, umfangreicher sein sotten, al» im Vorjaht.„Daily Matt"■ erfährt dazu, die Absage der Manöver" bedeute,, datz-die Rote Armee diesmal keine Munition bekomme. I« der. Sowjetunion kontrolliere nicht dieHwreSleltung,di«,Zuteilung der Munition, sondern, die geheime Staatspolizei. n: Moskau..«i Woroschilow ernannte den Chef der politischen Abteilung der Roten Arme« P. A. Emir- j "now zum Armetlommissstrll. Klasse. Sniirnoß ist' der, Nachfolger GaMarnikS," der," wie bekannt, durch Selbstmord endete,',-", fadetendeufsdicr Zeitspie&et Kulturverband vor der Spaltung? Herr Heger und die Umtriebe der SdP Wir haben vor einigen Lagen berichtet, daß gegen den Kulturverbandsbeamten Heger eine -Untersuchung eingeleitet wurde, weil Heger, der ein eifriger Anhänger Konrad Henleins ist, die lauf der Haupttagung des KulturverbandeS in > Zuckmantel borgenaminenen Neuwahlen in unge» ' höriger Weise gemeinsam mit der SdP vorbereitet I und beeinflußt hat. Da» Disziplinarverfahren gegen Heger wird am kommenden Sonntag durch« geführt werden. In der„Bohemia" hat sich der Obmann de» Deutschen KulturverbandeS, Prof. Getzner, über den Fall Heger und über die Bestrebungen der SdP geäußert, den Kulturverband unter ihre Botmäßigkeit zu bringen. Gr führte au», daß er dem Disziplinarverfahren nicht vorgreifen wolle und daß er wünsch«, es möge dem Verfahren„a u ch von anderer Seite" nicht vorgegriffen werden. Solange e r an der Spitze de» Kul- turverbande» stehe, werde«» zu keiner Aenderung der überparteilichen Stellung des Kulturverban» de» kommen, im übrigenmiisse da» Ergebnis der bevorstehenden Hauptleitungssitzung abgewartet werden. Obwohl Prof. Geßner in Abrede stellt, daß der Fall Heger mit den Politisierungsbestrebungen der SdP zusammenhängt, ist dieser Zusammenhang gegeben. Denn e» ist damit zu rechnen, daß das Disziplinarverfahren gegen Heger nach den 'politischen Wünschen der SdP entschieden werden wird, keineswegs aber nach den Bedürfnissen des KulturverbandeS. Jedenfalls gehen in der Provinz Flugblätter von Hand zu Hand, in denen von einem Geheimprotokoll die Rede ist und in denen hochgestellte-, Funktionäre des KulturverbandeS beschuldigt werden, die Umtriebe Nach dein großen Streik der Arbeiter in der Bla»schmuckindustrie fanden Samstag, den 12. Juni, die Verhandlungen über di« Forderung der Glasschleifer in der Flawnindustri« für das Kam« nitzthäl stätt.^Die Arbeiter stellten diesFötderung auf Erhöhung um 2V Prozent. Bei den Verhandlungen boten di« Unternehmer einmal zehn Prozent Erhöhung de» Stundenlohnes, da» an- deremal acht Prozent auf sämtliche Artikel. Die Arbeiterverireter lehnten diese Angebote ab und erklärten sich die Unternehmer schließlich bereit, ab 80. Juli die Attordsätze für sämtliche Artikel um 18 Prozent zu erhöhen. Falls die Arbeiter diese» Angebot nicht akzeptieren würden, wollen die Unternehmer dieses Angebot zurückziehen. Für Montag, den 14. Juni, vormittag», war in Seidels Gasthaus inJosefsthal eine Versammlung der Glasarbeiter der Flalonerie einberufen. Tw» Lokal aber konnte die Erschienenen nicht fassen, fo daß schließlich die Versammlung im Kinosaal im Hotel„Krone" abgehalten wurde. Nach Erstattung eines Berichte» über die Verhandlungen durch Genossen U l l m a n n gab«»'eine lebhaft« Debatte. Das Angebot der Unternehmer auf 18 Prozent Erhöhung fand insbesondere deswegen keine Zustimmung, weil diese Erhöhung erst am 86. Juli in Kraft treten soll. Beschlossen wurde, die ikiprozentige Lohnerhöhung anzunehmen, jedoch von den Unternehmern zu verlangen, der Beamtenschaft gefördert zu haben. So ist denn damit zu rechnen, daß die Sitzung, die da» Disziplinarverfahren durchzusühren hat, keine Ueber- raschung bringen wird. Heger wird wieder in sein Amt eingesetzt werden und darf weiterhin die Aufträge" der SdP ausführen.(Dabei war Heger bis vor kurzem bei der SdP in„Bierverfchtß", jetzt hat sie offenbar den Wert diese» Manne» erkannt und da» Vertrauen, da» sie ihm entgegenbringt, ist groß).. von den 88 Mitgliedern der Hauptleitung de»KulturverbandeSsind sünfundzwan- z i g Mitglieder der SdP oder stehen sie ihr nahe. E» wär« sehr verwunderlich, wenn diese Herren einer der SdP nicht genehme Entscheidung fällten. Die vom Obmann Geßner geäußerten Befürchtungen hinsichtlich der Folge" einer Politisierung des KulturverbandeS durch die SdP müssen fteilich lächerlich wirken angesichts der Tatfache, daß der Herr Geßner zwar Sonntags immer erklärt, der Kulturverband müsse unpolitisch blechen, während der Woche" jedoch keinen Wert darauf legt, von der Hauptleitung der SdP in der Hybernflä unabhängig zu fein. Man hält e» in eingeweihten Kreisen nicht für ausgeschlossen, daß am Sonntag Herr Konrad Henlein zum„unpolitischen" Ehrenobmann de» Deutschen KulturverbandeS gewählt werden wird. Auch da» wäre leine Ueberraschung. Allerdings ist die Schaffung eine» unpolitischen Verbände» in» Auge gefaßt. Die SdP und ihre Helfershelfer im Kulturverband könnten also da» Verdienst für sich buchen, die Spaltung dieser großen Organisation in die Wege geleitet zu haben, indem sie sie zu einem Anhängsel der Sudetendeutschen Partei machten. daß dies« Erhöhung schon am 28. Juni in Kraft tritt. Zur Erhärtung dieser Forderung wurde beschlossen, die Arbeit erst am nächsten Tage aufzunehmen. Auch in der Kri st aller i e ist eine Lohnbewegung im Gange. Am Montag fand in Tannwald eine sttirmische Versammlung der Arbeiter dieser Branche statt. Wir werden in der nächsten Nummer über diese Lohnbewegung berichten. Dio Glasarbeiter aller Branchen de» Jser- gebirge» befinden sich in Bewegung. Nach dem jahrelangen Abbau in der Zeit der Wirtschaftskrise melden die Glasarbeiter bei der Einsetzung der Konjunktur ihre Forderungen an, wollen sie das Verloren« aufholcn. Streik In Blatnltz erfolgreich beendet Pilsen. Der Montag in den Gruben „Concordia" und„Marie" in Blawitz auSgetro- "chenr Streik, über den wir berichteten, wurde Dienstag abend» beendet. Die untertags streuenden Arbeiter sind wieder ausgefahren. Der Streik endet mit Erfolg, da die zum Arbeitsminister Jng. Dosttlek entsandte Delegation di« Zusicherung erhielt, daß da» Ministerium sich dafür«infetzen werde, datz" die Grubenmatze entweder von den benachbarten Besitzern, den Skoda-Werken, weitergeführt oder den Besitzern der beiden erschöpften Schächte zum Wei- wrabbau abgetreten««den. Isz des Kindes Nach einem vor Jahren gefaßten Beschlüsse findet der Kindertag alljährlich am vorletzten Sonntag im Juni statt. Der 20. Juni ist also diese» Mal der Tag de» Kindes und in allen Bezirken soll ein Kindertag stattfinden. Noch gibt e» viele Bezirke, wo sich die Genossen und Genossinnen der Wichtigkeit dieser Tage» noch nicht voll bewußt geworden sind und wo der Kindertag nicht durchgefUhrt wird. Wer es gibt auch schon sehr viele Bezirke, in denen seit Jahren der Kindertag gefeiert wird,.wo er bereits zu einer selbstverständlichen Einrichtung im Festkalender der organisierten Arbeiterschaft geworden ist und wo schon vor diesem Tage in allen Orten fleißige Hände am Werke sind, um diesen Tag für unsere Arbeiterkinder zu einem freudigen Tag zu gestalten. Der Tag de» Kinde» wird auch in einer Reihe anderer Länder gefeiert und entwickelt sich mehr und mehr zu einem internationalen Festtag der Arbeiterkinder. Ein Freuden-Tag soll der Kindertag sein. Wohl gibt es große Feste, wie den 1. Mai, den Frauentag, die Jugendtage usw.,.die unsere Arbeiterkinder miterleben. Mer alle diese Fest« sind au» dem Gesamtleben der Arbeiterklasse entstanden, sind Erwachsenenfest«, die wir in der Sprache und das Gefühl unserer Kinder übersetzen. Beim Tag de» Kindes handelt es sich um ein Fest, da» ausschließlich de» Kindern gehören soll. Unsere Kinder sollen wissen, daß das Leben der sozialistischen Bewegung reich genug ist, um auch ihnen das Recht auf ihren Tag zu lassen. Dieser Tag soll gleichzeitig ein Tag der Freude und de» hoffnungsvollen Vertrauens sein. Wir hchben oft zu viel Ernst und Schwere in unserer Erziehungsbewegung. Das ist aus der Sitstation der Arbei- terklaffe heraus verständlich. Der Kampf unferer Klasse ist hart und erfordert unsere ganze Kraft und Zeit. Und dennoch brauchen wir alle einen großen Fonds an lebensbejahender Freud«. Selbst das ärmste Kind iri elendsten Lebensverhältnissen braucht Lebensfreude und hat«in Recht darauf. Unsere Kinderbewegung ist der organisierte Anspruch auf diese Lebensfreude. Und unser Kindertag soll diesen Anspruch vor aller Welt kundtun. Nicht» ist eindruckvoller und überzeugender, als wenn unsere Kinder selbst durch ihren Umzug, durch freudige» Spiel, durch ihre Feststimmung der lebendige Ausdruck dieser Rechtes de» Arbeiterkindes an Sonne und Freude sind. Darum, liebe Genossen und Genossinnen, laßt diesen Tag nicht ungenützt. Helft alle mit, um einer guten Idee Lebenskraft und Wirklichkeit zu sichern. Biel« Blumen, Kränze und Fahnen sollen den Tag schmücken, Gesang und frohe» Spiel sollen alle Kinder Herbeirusen und aller soll so schön und so ftoh den Kindertag erleben, daß der Tag selbst die erfolgreichste Propaganda bei den Arbeiterkindern und ihren Eltern sein und das Gefühl siegreicher junger Kraft nachhaltig in unserer gesamten. Bewegung auslösen wird. /tu« Zweige der Glasindustrie im Isergebirge in Bewegung Die Nakonschlelfer Im Kamnltzthal erreichen 15 Prozent Erhöhung der Akkordsätze Wilder Bergbau Da» Kohlenland De eisernen Gerippe kahler Fördcriürme ragen empor, stählerne Seile laufen vibrierend über gewaltige Räder in entgegengesetzter Richtung. Bon hohen Schloten wehen mächtige grauschwarze Rauchfahnen. Den Schächten sind riesige Halden vorgelagert, auf denen Feuer qualmen und glimmen. Beißender Rauch lagert sich über die"Umgebung, die ganze Luft verpestend. . Der Boden ist zerrissen und zerklüftet, der Bergbau hat ihm weithin sichtbare Narben zuge- sügt. Wie oftenr Wunden liegen die Tagbaue da. Bagger schürfen in nimmermüdem gleiße, kleine Kohlenhunte laufe» auf einem Gewirr schmaler Schienenstränge dahin, von Seilen gezogen oder von Menschenkraft bewegt. In der kohlengasvergiftcten, Sufi welken alle Pflanzen dahin. Die Blätter der Bäume und Sträucher sind gelb verfärbt, da» Gras aus den Wiesen verkümmert und die spärlichen Blumen find ohne Färbe und Glanz." . Traurig stimmt' der Anblick stillgelegter Schächte und Tagbäue. Verfassen und öde liegen", sie hier, die ehemaligen Betriebsgebäude verfallest^ oder sistd von aristest Proleten bewohnt,., die keinen" Zin» mehr zahlen konnten. Trotz bestehender. Einsturzgefahr räumen sie die Wohnungen aber, erst" dann,.'wenn? sie von den Behörden dazu gezwungen werden. Weite Gelände sind„zu Bruch" gegangen". Erdlvch liegt, neben Erdloch. Manche von ihnen" sind mit Wasser gefüllt, bilden sogenannte Pingen. In Niedergeorgenthal zieht sich ein solche» Gewässer Hunderte Meter weit dahin, gleicht einem riesigen See und wird im BolkSmunde auch „Hmnboldtsee" genannt Seine Tiefe soll enorm sein, genaue Angaben darüber fehlen jedoch. " Die kleinen Industriestädte und Dörfer sind öde wie die ganze Umgebung. Die Häuschen sind von Ruß und Kohlenstaub angeschwärzt und da» trostlose Strahenbild wird nur erhellt durch die Sauberkeiti die aus den Wohnungen der Bewohner leuchtet. Blütenweiße Vorhänge und wohl- "tuende Ordnung geben dem Ganzen einest etwas freundlicheren Anblick. Biele Wohnhäuser stehen auf unterschürftem Grund, tragen infolge Bodensenkungen wohl auch Mauerrisse, die mühsame mit Mörtel zugeschmiert sind und fügen sich so dem Tharatter der Landschaft«in. So zeigt sich da» Land, das so reiche Schätze birgt, in grauer Trostlosigkeit, die nur durch den dunkelgrünen Höhenzug de» waldigen Erzgebirge» gemildert wird. Typisches Industrieland, das durch den Braunkohlenbevgbau geformt wurde. Die Bewohne« So wie da» Land sind auch feine Bewohner. Härtes" schwerblütig« Naturen", riskieren im Kampfs um dar Stückchen Brot täglich ihr Leben." Ick lebendiger Erinnerung steht noch der 8. Jän- ner 1984, jener NnglUckStäg. an dem im Nelson» schacht bei Ossegg 144 Menschenleben vernichtet würden. . Die Krise" hat den Bergbau gewaltig mit- genommen. Seit mehr al» einem Jahrzehnt ver fahren die Bergleute nur drei, bestenfalls vier Schichten die Woche. Die Zahl der beschäftigten Bergarbeiter ist seit 1929 von 81.884 auf 22.679 Mann zurückgegangen, im gleiche» Zeitraum sank die Zahl der verfahrenen Schichten von ! 8,999.924 auf 6,025.487. Dadurch hat sich natürlich die soziale Lage dieser Menschen bedeutend verfchlechtert und war da» Leben schon bisher nicht rosig, so herrscht jetzt arge Not in den Stuben der Armen. Der BergmannSberuf vererbte sich in den Familien von Generation zu Generation. Seit dem Eintritt der Krise und den damit verbundenen Belegschaftsverminderungen können jedoch jugendliche Arbeiter im Bergbau fast überhaupt nicht mehr Unterkommen. An dem Gesamtrück- gang der Belegschaften ist di« Jugend mit etwa 99 Prozent beteiligt. Die Renten der pensionierten Bergleute"reichen nicht au» zur Befriedigung der primitivsten Lebensbedürfnisse. Nun sind aber in nahezu jeder Familse einige Arbeitslose vorhanden,! die nur ganz karge Unterstützungen beziehen. Früher haben viele pensionierte Bergleute eben deshalb, weil sie mit ihren Renten nicht auszukommen vermochten, noch Unterschlupf im Baugewerbe oder anderen Industriezweigen gesucht. Da» hat gänzlich aufgehört, weil e» genug jugendlich« Arbeitslose gibt, die für.gleiche Entlohnung bessere Leistungen'vollbringen können. Notierufe Jn^ ihrer verzweifelten Notlage greifen die Menschen zu jeder sich bietenden Verdienstmöglichkeit. Es ist ein harter Kampf um das täglich» Seite 4 Donnerstag, 17. 3iini.lQ37> Nr. 141 Agesneuigkelkw Ein Stamperl Schnaps . Henlein liebt, cs, sich bei seinen Prunkfahrten durch das.sudetendeutsche Gebiet von alten Leutchen„begeistert" begrüßen zu lassen. Die Henleinzeitungen berichten immer voller. Rührung, daß da und dort dieser oder jener Greis herbeigeeilt sei, um dem geliebten Führer vor dem Sterben noch einmal in die treuen, wasserblauen Augen sehen zu können. In Wirklich, keit werden die alten Leute unter, allerlei Ber- sprcchungen genötigt, sich für die SdP-Propa- ganda mißbrauchen zu lassen. ' Ein solcher Fall wird unS aus W i n t e r- berg berichtet. Dort tauchte bei der Henlein- Parade der hunderteinjährige'„Tondl" aus. DaS ist Amton Neubauer aus Kaltenbach, ein witziges und noch rüstiges altes Männlein, dem jede. politische Betätigung fernliegt. Der „Tondl", der iin ganzen Böhmerwald bekannt ist, lebt in den kümmerlichsten Verhältnissen., Die SdP«Leuto habein den'Tondl'nurmtt Mühe überreden können, nach.Winterberg zu kommen. Sie sagten, daß sich Äonräd Henlein freuen werde, ihn zu sehen, und daß ihn der „Führer" auch gut beschenken werde. Also lieft' sich der Tondl doch ins Auto setzen,- und In Winterberg drückte ihm Konrad Henlein auch leutselig die Hand.' Die Szene wurde photographiert und die SdP macht mit dem Vertrieb dieser Photographie ein gutes Geschäft. Und selbswerständlich hat der-„Führer" den alten Tondl auch beschenkt: e«spendierte ihm 'ein Glaser! Schnaps.zu einer Krone und ging dann federnden Schrittes wieder, zu.seinem Horch-Wagen, um andere Böhmerwäldler mit seiner Anwesenheit zu be- glücken. Den alten Tondl schickte man dann wieder nach Hause. Er hatte seine Schuldigkeit getan. ; Nun hat sich Tondl geäußert. In einem Brief'an einen sozialdemokratischen Funktionär, Schwere Strelkkämpfe in Amerika .. NewAork. Der Ausstand von ÜÜ.OOGStahl» arbeitern m sieben BündeSstäaten des Gebietes umdiegroßenSeen droht auf weitere Industrie* gebiete überzugreifen. Der Präsident der Autoarbeiter-Gewerkschaft, Mä rtin,- telegraphierte Dienstag an L e w i s, daß seine Gewerkschaft entschlossen sei, die Verwendung von Stahl zu verhindern, der von den-bestreikten Stahlwerken geliefert worden sei. Außerdem sind 10.000 Bergleute in den Kohlengruben der Stahlwerke in den Ausstand getreten. Ein Vertreter der Lewis-Gewerkschaft erklärte, daß gegebenenfalls 000.000 Bergarbeiter den Streikbefehl erhalten würden, um jede Kohlenzusuhr nach den bestreikten Stahlwerken abzuschneiden. In Ambiddge fPenststzlvanien) kam es zwischen Arbeitern deS amerikanischen Gewerkschaftsverbandes und Strei-. kenden der Lewis-Gewerkschaft zu schweren. Zu« sammenstößen. Die Polizei mutzte mit' Tränen- gaSbomben einschreiten. Der Bürgermeister von Aoungstown(Pennsylvanien) erkürte, er werde 8000 Mitglieder des-amerikanischen Beterasten- verbandes bewaffnen, um da» Eigentum der Bürger zu schützen. Der GUterzugSverkehr aus dem Gelände des bestreikten Stahlwerke» in Marren lOhw) mutzte eingestellt werden, da durch einen D tz n a m i t an schlag die Geleise aufge» rissen wurden. Der Vorstand des General-Motor- AutowerkS in Eleveland gab bekannt, daß er den Betrieb bis auf weiteres einstellen müsse, 65.600 Arbeiter sind damit zum Feiern gezwungen. Im Ncw-Forker Hafengebiet traten am Dienstag 9000 Lewis-Gewerkschafter auf den Werften in den. Ausstand. Durch diesen Streik sind.Schiffsbauarbeiten im Werte von 80 Millionen Dollar lahmgelegt worden. Militärauto von einem^Zug überfahren. Mittwoch früh gegen halb zwei-Uhr ereignete sich auf. der Eisenbahnübersetzung bei der- Fliegerkaserne. in Pieökany ein Unglück, dem zwei Menschenleben' zum Opfer fielen. Als die Maschinen» gowehrkolopne des Artillerieregimentes von der Nachtübung>in-die Kaserne zurückkehrte und die Bahnlinie überquerte, deren Schranken nicht. Herabgelaffen, waren, fuhr der nach Zilina fahrende Personenzug gegen ein Militärfahrzeug, wobei der Soldat. Adalbert Holiöka auf der Stelle getötet wurde. Weiter» wurde der Soldat Johann Sulz und der Soldat Leonhard Havränek verletzt. Der Soldat Sulc erlag beim Transport ins Krankenhaus seinen Verletzungen. Das Unglück wird von der Gendarmerie und einer Militärkommission untersucht. Elf Scheuern abgebrannt. Dienstag nach» mittag brach in der Scheuer des Landwirtes Uli Madovöik in der Gemeinde Koritüany im Bezirk Ujhorod ein Brand aus, der. sich auch auf die benachbarten Scheuern ausdehnte und elf davon vernichtete. Bei dem Brand erlitt eine Person leichte Brandwunden.'.' Explosion. In einer Spregstoffäbrik in Ar- deer in der. schottischen Grafschaft Ayrshire. ereignete sich Mittwoch früh.'schwere Explosionen. Soweit.bisher bekannt, wurden' drei Personen getötet.und zwei schwer verletzt.'-. der ihm schon viel Gutes getan hat, schreibt er, daß ihm die SdP ganz schnuppe, ist und daß er sich überhaupt nicht um Politik kümmere.- Er bedauere, daß er sich habe zur Fahrt nach Win- terberg. überreden lassen und gräme-sich sehr darüber,, daß man ihn auf solche Weise zur Schau-gestellt hat..Dann. schreibt- der alle Tondl noch mit zittriger Hand: „Ich bin kein Henlein, ich zahle nichts«in. Mich haben» soviel geredet,-mein Kops wirfli (schwindlig), habe mich-überreden kaffen zu den Henlein".-. ' Der alte Tondl hungert in Kallenbach wei- ter. Keinem Menschen von der SdP fällt eS ein, für ihn etwas zu tun,-am allerwenigsten-dem Herrn Stammesführer, der seine.Schuld anden alten Volksgenossen mit' einem'Stamperl Schnaps abgestattet-hat. . Hunnenzuzug nach Danzig. Der Stabschef der<Äl, Lutze, ist Mittwoch mittag», hier einge» troffen, desgleichen auch der Führer des Arbeitsdienstes Dr. Ley. Deutscher Turnvertand illegal.'Die Zweigstelle des Turnverbandes in Gmund en (Oesterreich).wurde wegen illegaler nationalsozialistischer Tätigkeit behördlich aufgelöst. Prinzessin Juliana wird Mutter. Am holländischen Königshofe erwartet man ein freudiges Ereignis. Prinzessin Juliana teilte dies selbst in einer Rundfunkansprache mit, in welcher sie der Bevöllerung von Amsterdam für die Aufnahme in den vergangenen Wochen dankte.' Geburt eine» Thronfolger» in Bulgarien. Die bulgarische Königin hat am Mittwoch einem Thronfolger das Leben gegeben. Jahre», und Haltjahr-Bsenbahnkartrn. Die Staatsbahndirektion in Prag macht aufmerksam, daß die ab 1. Juli 1987 gültigen. Jahres- und Halb- jahr'cskartcn auf dem Prager Masarykbahnhose zur' Ausgabe gelangen, mid zwar' vom 24. Juni bis 9. Juli in der Zeit von 8 bi» 18 und von 14 bis 16 Uhr, Samstag nur bi» 12 Uhr. Die Karten können gleich in Empfang genommen oder- durch Vermittlung der Stationen dem Inhaber zugest'ellt werden. Wieder große Sonnenflecken. In letzter Zeit kann wieder eine starke Aktivität der Sonney»' tätigkeit beobachtet werden. Am Montag, den 14, Juni 1987, wurden auf der Stefänik-Volksstern- warte in Prag 190 Sonnenflecken beobachtet, von denen sieben mit einem Trieder sichtbar waren. Am Dienstag, den. 16. d.M., erregte ein Fleck von besonders großen Dimensionen Aufmerksamkeit, der auf dem. westlichen roten Sonnenrand mit freiem Auge sichtbar war. Dieser'Fleck wird noch einige Tage sichtbar sein. Mit dem Trieder sind zehn Flecken sichtbar,, von. denen einige bemerkenswerte Größe besitzen. I« Ministerium für isfentlichr» Gesundheitswesen werden zwei Dienstposten im Person'alstande der Sanitätsbeamten(Dienstklaffe H>), und zwar in der 6. und 4, Besoldungsstufe besetzt werden. Eigenhändig unterfertigte. Gesuche sinh bi» zum 80. Juni. 1987 im Präsidium deSMinffteriuM» für öffentliche» Gesundheitswesen- und körperliche. Erziehung in Prag H., VySerahskä 10, einzubringen- Vorzug haben 'Gesuchsteller, welche theoretisch und praktisch di« Agenda der Gewerbchygiene, der Gewerbeinspektion, der Berufskrankheiten und des sozialen Aerztetum» einschließlich aller.damit zusammenhängenden Fächer beherrschen, sowie Gefuchsteller mit größerer sprachlichen Befähigung^ Wahrscheinliche» Wetter am DennerStag! In den' böhmischen Ländern:-Unbeständig, Schauer, mäßig' kühl.—' WctterauSsichten für Fr e ita g: - Bei nordwestlichem Winde-nochunbeständig, mit zeit» - weisen Schauern und-kelativ kühl.'---' Tanz unter: dem Eiffelturm.- Im. Rahmen der Pariser Weltausstellung. zeigten die verschiedenen Provinzen Frankreich»-ihre - Volkstänze,— Ein baskischer Tanz. < Vom Rundfunk . Feettag Prag, Send« 1:10.06: Deutsche Presse. 10:15t Deutsche Sendung:,Lür die'Frau,. 11'.85:'Volkslieder, 12.10:.SchaWlatten,.16.80:- Militärmusik, 18.10: Deutsche Sendung: Sekretär Erben:-Wö liegt dit wirtschaftliche' Bedeutung der-Frau?,-18.20: Dr. Frankl: uReue Wege der Bildung»pflege, 18.86: Arteitmsmdung: Aktuelle zchn MÜmten» 18.45: Deutsche Preff«, 18.55: Au» dein-deutschm-Kultur« leben, 22.25: Konzert de» tschechischen,Nonett».—» Prag, Send« N: 14.15: Deutsche Sendung:„Glückliche Reise": Rundfunffpiel,'14.50: Deutsche Presse, 18.20:-Blechmusik.'»t#nn: 17.40: Deutsche Sendung: Dr. Koeaurek: Aerzte und Medizin in-der Entwicklung der Zeit, 22.25: Tanzmuftt.— Preßburg: 15.00: Rundfunkorchesterkonzert.— Kaschanr 19.80: Rundfunkorchesterkonzert.'—Rühr. Ostrau:. 12.85: Rundfunkorchefterkonzert:^vffönLach, Fri»ck^ etc., 18:10: Deutsche Sendung: Dr. Steiner: lieber die-Gefahr dediplötzlichen Abbrennen».... Oie Gesellschaft für Musikerziehung in Prag hielt anfangs Juni ihre diesjährige Hauptversammlung ab, der die Berichte der einzelnen Arbeitssektionen über ihre Tätigkeit im vergangenen Geschäftsjahr zur Genehmigung Vorlagen. Au» diesen Berichten ging hervor, daß die Bemühungen der Gesellschaft im In- und Auslande immer mehr Beachtung und Aufnrerksamkeit finden. So wird der Gesellschaft auch bei der diesjährigen Pariser Weltausstellung Gelegenheit geboten werden, durch Abhaltung einer internationalen Konferenz und durch Vorträge über musikalische Jugenderziehung für ihre Ideen' vor einem großen internationalen Forum zu werben. Hinsichtlich der so. notwendigen Reform des Musikunterrichts an den öffentlichen Volks-, Bürger- und Mittelschulen hat die Gesellschaft Aktionen von weittragender Bedeutung eingeleitet, durch die eine shstcmatische Ausnützung der Musik als Bildung»- und Erziehungsmittel erreicht werden soll. Besondere Beachtung verdienen auch die zlvei Gesetzentwürfe, die von der Gesellschaft vorbereitet wurden; der eine, betreffend die Abgabepflicht und Kontrolle der Schallplatten, der andere, betreffend den musikalischen Privatunterricht. Die Arbeiten der deutschen Sektion, deren Leiter Archivrat Dr. Moucha ist, erstreckten sich nicht nur auf die Mitarbeit bei allen gemeinsamen Arbeiten der Gesamtgesellschast, sondern auch auf besondere Arbeitsgebiete.. Eines dieser Hauptarbeitsgebiete ift die Volkslultur, in deren Interesse Dr. Moucha ein« Sondernummer der Zeitschrift„Bolt und Kultur" herausgeben wird, die sich mit wichtigen Fragen der musikalischen Volks- und Jugenderziehung befassen soll. Auch eine Zusammenarbeit der deutschen Sektion mit den Gemeindcbüchereien und deren musikliterarischen Abteilungen zum Lwecke der musikalischen Volksaufklärung wurde in die Wege geleitet. Zu dem gleichen Zwecke soll auch ein besondere- Verzeichnis der schönen Literatur ausgestellt werden, das jene Bücher angibt, die sich mit der. Musil in erzählender oder biographischer Form befassen. Ferner soll ein Arbeiter- Liederbuch vorbereitet, die Pflege der Kirchenmusik im Rahmen der christlichsozialen Parteiarbeit berücksichtigt und auf eine Erweiterung der deutschen Rundfunksendungen für musikalische Vollsund, JugendbildungSzwccke. hingearbeitet werden. Schließlich hat die deutsche Sektion für den Herbst eine Reihe von Vorträgen über Musikerziehung in den sudetendeutschen Provinzstädten in Aussicht genommen, mit deren Durchführung der Prager deutsche Tonsetzer und Kapellmeister Viktor Ullman» betraut wurde. UerhanPlunsen im Brilxer Revieramt V r ü x. Ueber die zwischen dem Bereist für b«glauliche Interessen und den Vertretern d« Bergarbeiter geführten B«hastdknngen wurde folgendes Kommuniquet ausgegeben: Am 16. Juni 1987 fanden unter dem Vorsitz beS Negierungsrates Ins. Sandroch«ine vom Revierbcrgamt in Brüx einberufene Beratung der Vertreter deS Vereins für bergbauliche Interessen und der Vertreter der Bergarbeiter-Bertrags- organisatiönen in Anwesenheit des Vertreters des Revierrates»um Zweck« der Behandlung von im Revier bestehenden akuten Fragen wie Reduzierung der sogenannten Hmidevorlage, Vereinheit- lichnng der gesetzlichen Arbeitszeit und Verbesserung deS Beschäftigungsgrades im Reviere statt. Bezüglich der ersten von den Vertretern der Berg- arbeiterorganisationest vSrgetragenen Beschwerde versprochen die Vertreter deS Vereins für bergbaulich, Interessen sofortige zweckdienliche Maßnahmen. Zur Behandlung der Frag« der Hebung der Beschäftigung wurde eist engerer paritätischer Ausschuß eingasetzt, welcher sich schon in den nächsten Tagen mit den konkreten Anträgen der Berg- arbeitervertreter beschäftigen wird. Stückchen Brot, der allerorts geführt wird. Diei einen werden StraßenmusikaNten oder Hausierer, andere gehen paschen oder betteln. Die meisten jedoch ernähren sich in ihrer Arbeitslosigkeit kümmerlich— durch den Bergbau. Auf die mächtigen Halden wird Letten aufgefahren, zwischen dem sich brennbare Kohle be- - findet. Hunderte Menschen sammeln nun diese Klaubkohle, um sie in den Industriestädten an den Mann zu bringen. Auch diese Tätigkeit hat ihre Gefahren und mancher der Kohlenkläuber ist schon in die Haldenglut geraten, wobei er sich schwere Verbrennungen zuzog. Wilder Bergbau Die Kohlenhalden sind übervölkert und nicht alle, die mit ihren Wagerln dahin fahren, kehren erfolgreich nach Hause zurück. Viele Schächte habe» Umzäunungen angebracht, um sich die ungebetenen Besucher vom Leibe zu halten. So sind denn die jungen arbeitslosen Bergleute,, manchesmal mit ihren längst pensionieren Vätern, zu einem neuen und für die Väter eigentlich: doch schon alten Berufe gekommen. Sie.sind wilde Kopien gröber geworden. 'In den verlassenen Tagbauen.täuseN sie «inen Schacht, der einige Meter tief ist. Vom Schachtgrunde aus treiben sie Querstollen, in denen sie Kohlen brechen. Erlaubt? Rein, erlaubt ist eS nicht,. sondern ausdrücklich verboten, aber der Hunger ist stärker als alle Gesetz«. und so widmen sie sich denn trotz Verbot ihrer zwar sehr gefährlichen, trotzdem jedoch wenig, erträglichen Tätigkeit. Wenn auch die Schachttäufung und Kohlengewinnung fachmännisch erfolgt, der Ge- -■■-■ ui Weise der 68 Jahre alte pensionierte Bergmann Josef Dvorak. Drei arbeitslose Söhne-hatte er zu Hause,' die-von seiner MönatStente in der Höhe von 120 ttä mit erhalten werden sollten. Auch, sie.betrieben wilden.Bergbau,^Obschon der alte Mann Kenntnis, von» Gäövorkotnmen in „seinem Schacht"-haste', stieg er'ein, dönn die kostbaren Werkzeug« mußten ja geborgen werden. Aber er kam nicht wieder. Mer Anstrengungen der-Söhne, den Vater zu'retten; blieben erfolglos. Das. tückische Stickgas hatte einem Leben voll Arbeit, Mühe und Not^esn. schreckliches Ende gefetzt. Auch hier betätigte sich ein arbeitsloser Kamerad des Verunglückten als Held. Fucchtlo» stieg er in die gasgesüllte Grube ein; uni den allen Mann zu' retten, doch sein Heldenmut war ver- geblich^ er kam zu.spätl'„i''1 'Wenn cs nicht gelingt,'die'..arbeitslosen Menschen wieder in den Prödüktiö'nSprozeß'einzü- glicdern,.'werden.' die Tragödien kein Ende nehmen. Mit Verböten kann nmn derwoicherrschenden Not'nicht steuern. Die Menschen wollen ja arbeiten, sic dürfen nur nicht, w'eil.'.der-Kapitalismus, sie-nicht-.brauchen-kann., i Erst'.'tv.enn.'-'.durch' den Kampf der-.Sozialdemokratie.' eine-neue".Gesellschaftsordnung aufg'erichtet.' sein."-tvird,' dann werden- sich. die Menschen".- unbeschwertvon' der Sorge um die Erhaltung ihres"näckt«N' Leb«nS, des'Daseins, freuen.dstrfem. Dann.' Wirbt«».'keinen wilden'. Bergbau und.keine, anderencisisgesichlichen ,Ertvet:hrarken''m'ehr geben,' bei'denen'idle.'Menschen Leben und Gesundheit cinbüßen, müssen. - Franz-K-e-r-n.- fahrest sind recht viele, denn den. armen Leuten fehlt das Material, um die entsprechenden Sicherungen der Stollen vornehmen, zu können.- Zahllos sind die Tragödien, die. sich im wilden Bergbau, ereignet' haben. Immer wieder gehen' durch, die Zeitungen Berichte, die die Menschen erschreckt aufhörchen lassen. Hereinbrechende Kohlenmaffcn und giftige Gase haben schon manches Menschenleben ausgelöscht. . Aber wovon sollen die Leute, di« aus dem Produktionsprozeß, ausgestoßen wurden, denn leben? Niemand riskiert leichtfertig sein Leben, niemand setztes ein,.wenn ihn nicht hartes Proletarierschicksal dazu.zwingt.- Auch die Arbeitslosen-lieben.ihr Leben. Drqgödien— Helden der Kameradschaft" Vor wenigen Tagen ereigneten sich in Bruch bei Brüx- zwei.Tragödien,' die je ein Todesopfer forderten.. Das oinemal waren die Brüder Kvitus und^ Werner- C a's.i m o u r-mit der- wilden Koh- leufördcruug beschäftigt. Der- Jüngere stand oben an der Wjn.de,..- als-.plötzlich der-Schreckensruf „Gas" aus der Grube ertönte, Daun-svlgte kein Lebenszeichen mehr.'Bedenkenlos stieg der Jüngere. ein,, um, seinen. Bruder.zu- retten. Mit' dem ?lufgebot. der-^letzten. Kraft'schleppte er. ihn zur Schachtöfsnung, dann brach- er zusammen. Kameraden," die beiden zur-Hilfe eilten,,.vermochten zwar den älteren Cäsimoür zu. reiten, der Retter jedoch hat. seine Tat-mit- dem Leben bezahlt. Ein ztv'eiündzivanzigjähriger junger Mensch' starb'.auf dem Aainpffeld. um-das-tägliche- Brot.. , Wenige Tage später verunglückte apf dieselbe j 9hf. 141 Donnerstag' 17. Tun! 1937 Seite 8 Anarchie In dcar Schreibung , Einige Blätter fangen an. den ehemaligen spanischen Außenminister del Bayo prinzipiell „del Vajo" zu nennen und statt„Biscayä" nun „BiSkaja" zu sagen. Der Spanier, der die ihm in der Originälsorm so wohl vertrauten Worte liest, kann natürlich mit diesen aparten«Schöpfungen, die er„del.Bacho" und„BiScacha" lesen muß, nichts anfangen; aber auch der Nichtspanier kann,die Sache nicht ohne Kummer mit ansehen; denn jüenn das einreißt, gerät die ganze Orthographie, wenigstens solange es sich um ausländische Eigennamen handelt, in Unordnung; aus der Rechtschreibung wird grundsätzliche Falsch- schreibung.- ' Wir schreiben mit Recht slawische Namen um.wenn uns für bestimmte Laute im Deutschen ein eigenes Schriftzeichen fehlt. Paschitsch, Sto- jadinowitsch, Luchatschewski sind völlig legitime Bemühüngen, den fremden Namen gerecht zu werden, Weit» wir den Lautwert der Zeichen, die uns itn Deutschen fehlen, so exalt wie möglich mit den ünS zur Verfügung stehenden Buchstaben wiedergeben. Aber schon daS englische„th" versuchen,wir weislich nicht zu umschreiben:„s" wäre ebenso falsch wie„t"; wir bissen also daS „th" stehen n»d merken uns die richtige englische Aussprache. DaS ist das einzig. Richtige in allen Fällen, in denen unsere Schriftzeichen, ohne daß sie den gleichen Laütwext besqen, übereinstiminen. ■ Wohin die mit„HÄ Väjö" gestartete Mode führens müßte, wenn sie herrschend würde, mögen einige'Beispiele, zeigen. Wir müßten. Churchill „Tschörtschill" schreiben,.'den' Grafen Ctano etwa iiTschiano";»Eden würde zu„Aden"(und die Engländer würden lesen„Aiden"), Sha- lespeare würde zu„Schäkspiev"-oder„Scheil« NTstvirtsMst mul 5oÄaLp»üM Vie Arbeitslosigkeit int den deutschen Gebieten des Staates tet werden), sagt deutlich genug. daß ivir durchaus iiicht am Ende der.Krise sind. ES muß, allerdings gleichzeitig gesagt werden, daß.die Beseitigung' dieser Zustandes nicht vom Staate allein verlangt und erwartet werden kann, der in seinem Wirkungskreis durch tiefeinschneidende Maßnahmen besonders,jn den letzten Monaten außerordentlich viel geleistet hat. Daß auchän Zukunft mit einem Arbeitslosenheer von zehntaufenden gerechnet werden muß, ist heute vor. allem Schuld derjenigen, die sich mit aller, Gewalt, gegen eine gerechte Regelung der Arbeitszeit wehren.. Nach dem Bericht der Reichenberger Landeszentrale für Arbeitsvermittlung, welcher 45 Be- zirlSanstalten für Arbeitsvermittlung unterstehen lund deren Sprengel sich nicht mit dem deutschsprachigen Gebiet Nord- und Nordostböh- mens'deckt) ist die Arbeitslosigkeit in ihrem Bereich im Lause des Monats Mai um 9545 auf 80.478 gesunken, also um 10.6 Prozent. Sie hat damit den niedrigsten Stand seit 1982 erreicht und übersteigt bei» Mai 1931 um 9479 oder 13.8 Prozent,, nach dem Bericht der Landeszentrale vornehmlich infolge der genaueren Statistik. Gegenüber den Jahren 198,2 bis 1986 ist der Rückgang beträchtlich, und zwar: gegenüber 1932 um 46.984»der 36.8 Prozent gegenüber 1983 um 77.240»der 48.9 Prozent gegenüber 1934 nm 38.971 oder 32.6 Prozent gegenüter 1935 nm 44.385 oder 35.5 Prozent gegenüber 1936 nm 41.680»der 34.1 Prozent. Der Bericht weist für den Mai 21.859 Ver- mittlungen bei 26.719 gemeldeten freien Ar- beits- und Dienststellen aus, an welchen in erster Reche die Saisonberufe beteiligt sind: 6774 Bäu-, 2927 Tag-, 2107 Hilfs-, 1748 landwirtschaftliche Arbeiter. Aber auch die Industrie hat in nennenswertem Maße Arbeitskräfte eingestellt: 1594 in der Textil-, 1163 in der Metall-und 600 in der Glasindustrie.'Eine genaue Uebersicht der tatsächlich-neu beschäftigten Personen^ ist auch jetzt, acht Monate nach dem Inkrafttreten der Arbeitsvermittlungsverordnung, noch nicht zu erzielen gewesen, da ständig Stellen unter Umgehung der bestehenden Vorschriften besetzt werden. Auf die Entwicklung des Arbeitsmarktes in Nordböhmen hat. nach den Beobachtungen der Arbeitsvermittlung die Heranziehung von Bauarbeitern aus anderen Gegenden des Landes einen gewissen Einfluß, ,so daß Nordböhmen, wie man. auch im vergangenen'Monat bereits'sagen konnte, auch zur Besserung in diesen Gebieten beiträgt. Ein teilweises Bild der Entwicklung in den Hauptberufsklasscn geben die nachstehenden Daten über, die Arbeitslosenzahl:' Mai Mal Mai April Landwirtschaft ' 198« 1986 1987 1987 8.999 8.486 2.620 8.165 Bergbau 4.465 8.909 2.846 2.421 ToniNdustrja,„....' ->«!Q53. 7.1.900, ',1.260 ,» Glasindustrie, c.' 24.579 13.585 8.585 9.680 Metallindustrie 12.517 8.484 5.292 5.884 Maschinenindustrie 8.441 2.441 1.245 1.870 Holzbearbeitung 6.026 5.281 8.694 4.182 Textilindustrie 29.776 19.664 12.895 18.054 Bekleidungsindustrie 4.512 8.726 2.680 2.889 Bauarbeiter- 18.098 12.188 7.959 10.856 Hilfsarbeiter 24.082 20.271 0.687 11.019 Handels, ü. Industrie- angestellte 4.221 4.755 4.447 4.458 Tagarbeiter 12.788 10.272 6.915 7.742 HauShaltungSper- sonal 3.250 8.292 8.276 8.588 Lehrlinge und Lehr, mädche», 851 882 852 918 Bis Ende Mai 1987 bewilligte das Für» sorgemintsteriüm heuer 16 Millionen Kronen an Beiträgen für 284 Arbeiten im Rahmen der produktiven Arbeitslosenfürsorge, wobei mit der Beschäftigung von mehr als 13.000 Arbeitslosen gerechnet wird. Bisher wurden 147 Not- stäNdsarbeiten in Angriff genommen, bei welchen"3540" Personen Beschäftigung' fanden, sowie ,51 Jnvestitionsarbeiten, die 1422 Personen beschäftigen. » Um 90.000 Arbeitslose weniger als vor einem, Jahr . In den deutschen Bezirken Böhmens und Mäh,. ren-SchlesienS, das sind in jenen Bezirken, in welchen der deutsche BevöllermigSanteil nach der letzte»» Volkszählung mehr als 50% betagt, wurden am lebten Mal des Vorjahres 247.237 Arbeitslose gezählt, Heuer am letzten Mai 159.229. Der Rückgang beträgt,daher fast 90.000. In den 41 deutschen Bezirken in'Böhmen ging die Arbeitslosenzisscr von 196.000 aüf 188.000, iy den zehn deutschen Bezirken in Mähren-Schlesien von 51.000' auf 26.000 zurück. Bon April 1987, bis.Wiy Mai beträgt der Rück- gang der erwähnten böhmischin Bezirke 18,478,' das Man erhält für Ke- 100 Reichsmark-.,.. 748.— Markmünze».... . 78S.— 100 österreichische Schilling. . 533.50 100 rümänische Lei■.. 16.97 100 polnische Zloty...; .. 545.50 100 ungarische Pengö . 878.50 "00 Schweizer Franken.. . 656.— 100. französische Francö.. . 127.70 1 englisches Pfund.,'4;,,. . 140.75 ■ 1 amerikanischer Dollar. . 28.60 100 italienische Lire:.. . 130.40 100 holländische Gulden.. . 1577.— 100 jugoslawische Dinare", . 65.80 100«esgaS.. l. . 484— 100 dänische Kronen.!'«.'. 631.— 100 schwedische Kronen. . 730.— sind 12,2%(in ganz Böhmen 13.6%). In absoluten Zahlen auSgcdrückt ging di« ArbeitSlofenziffer von 151.875 auf 183.402 zurück. In Mähren-Schlesien beträgt der Rückgang, in dieser Zeit 7920 oder 28.5. Prozent(im gäitzeiü Lande 28.0%); die Arbeitslosenzahl ist von 88.747 auf 25.827 gesunken. In beiden, Ländern.ist also in den deutschen Bezirken ein etwas schwächeres Stäken-zu verzeichn«» als im Landesdurchschnitt, so wie» dies auch der obciistehende Bericht der Reichenberger ArbeitSvcrmittlnngszentrale bestätigt. Im Lapse, der letzten zwölf Monckte ist die Arbeitslosigkeit,'gemessen an den Meldungen der Ar-, beitSvermittluitgSämter, im deutschen Gebiet' Böhmens um 81.9,-in tvtährci,-Schlesien um 49.5 Prozent zurückgegangen. LbwW diese Besserung in manchen Monaten stärker war. als stn Landes« oder Staats» durchschnitt, kann noch kein« Rede davon sein, daß das früher so kralle Mißverhältnis im Vergleich zu den anderen Gebieten schon beseitigt ist. Daß, trotz der unzweifelhaften WirtschaftSbelcbimg und Prödiik- tionSsteigeruna immer noch rund 160.000 Arbeitslose angewiesen sind'(wobei zi» berücksichtigen ist, daß auch vorübergehend Beschäftigte und dauernd Kurarbeit Leistende neben den früher aus den Liften Gestrichenen als nicht mehr als Arbeitslose betrach» Das tieferstehende, der Preffe eingeschickie Diagramm gibt an. die Entwicklung in den mehr als 80 Prozent deutscher'Bevölkerung zählenden politischen Bezirke Böhmens zu veranschaulichen. Der Wert des Diagramms leidet allerdings unter seiner Ungenauigkeit, denn abgesehen davon, daß auch die Bezirke mit 50 bis 80% deutscher Bevölkerung, und schließlich auch alle anderen, nicht leicht übersehen werden können, sind unter den mehr als 80% zählenden Bezirken nicht angeführt, Gablonz(82%), Komotau(86.5%), während Trautenau(70.7%) und sogar Senftenberg(48.8%) dort figurieren. Große und wichtige'Bezirke, die weniger-als 80% deutscher Einwohner, aber immerhin mehr als 50%, zählen, sind, wie schon erwähnt, nicht berüiksichtigt. So fallen Aussig(79.7%) Tcplitz-Schönau.(75.4%). Saaz, Bilin, Dux, Brüx, Krumm», Bischofteinib, Leitmeritz und Mies aus. Auch die Einteilung in landwirtschaftliche und industrielle nach diesem Dia- gramm kann diskutiert werden. Es ist zweifelhaft, ob Dauba und Deutsch-Gabel industrielle Bezirke sind, ebenso wie es Widerspruch erregen wird, wenn Elbogcn und Tachau zu den landwirtschaftlichen gezählt werden. Immerhin zeigt da« Diagramm, daß di« Arbeitslosigkeit überall kleiner ist als vor einem Jahr. Tagung des Industriellenverbändes" Am Rahmen der Jahreshauptversammlung des ZentralverbandeS der tschechoslowakischen Industriellen fand am Mittwoch nachmittags eine Manifefta- ttonsversammlung statt. Zunächst sprach Minister Najman über aktuelle Wirtschaftsfragen. DaS Handelsministerium sei von dem Bestreben geleitet, durch die Eingriffe der Staatsverwaltung in die ProduktwnS» und Absatzverhältnisse die private Jnittattve möglichst wenig einzuschränken. Der Minister verwies sodaän auf einzelne Gesetzentwürfe, welche vom Ministerium auf gewerblichem GSbiete vorbereitet werden. Auch eine intensive Fürsorge um eine Befferung der Exportbedingungen steht auf dem. Programm des Handelsministeriums uiid der ganzen Regierung. Nach der Kundgebung des HandelSminifterS befaßte sich LPerdirektor Dr. Prciß mit ter Wirtschaftslage und ging zuerst auf die Frage über, ob es sich bet der gegenwärtigen Produktionssteigerung uiti ein« Konjunktur im eigentlichen Sinn« d«S Wortes handelt. Aus allen Begleiterscheinungen kommt er zu dem Schluffe, daß der gegenwärtige Zustand keine eigentliche Konjunktur lei, wenngleich er eine unbestreitbar« aufstrebende Befferung der industriellen Beschäftigung bringt, dir gewiß während de» ganzen laufenden Jahre» andauern werde und sich vielleicht auch in ihrer vollen Ausdehnung in da» kommend« Jähr hiniibertragen dürfte. Um unsere bisherigen Positionen behaupten, sie allmählich ver- beffern und stärken zu können, sei e» notwendig, daß die tschechoslowakische Industrie di« alleibesten Waren erzeugt und liefert, und zwar zu günstigsten und zulänglichsten Preisen. Dr. Preiß unternahm dann einen Ausflug in di« Politik, bekannte sich zur Demokratie, wa» gut und schön, ist, sagte aber dann ganz schief, e» stünden einander in Europa der diktatorische Sozialismus, wozu' er Rußland ebenso zählt wie Deutschland und Italien,-und die Demokratie. Daß eS einen d emo kratische ii Soz ialismus gibt, davon scheint Herr Dr. Preiß nicht viel zu wissen, obzwar«r sich nur in der Tschechoslowakei'selbst oder' in Frankreich mnsehcn müßt«.■ ' Ein Staat mit einer Lage wie die Tschechoslo- wakische Republik, so führt« Preiß- weiter au» und da können wir ihm schon eher folgen, könne ich ne rege und durchdringende Verbindungen mit der Welt, und ohn^ mte. Beziehungen zu allen Völkern und Staaten nicht' leben. Uns bleibe nicht» andere» übrig, als-Wege für unsere.Erzeugniffe nach allen Ländern zu suchen und durch.die,Qualität und den Preis unserer Waren Geschäftsfreunde zu gewinnen. Zur Wiederherstellung' geordneter Bechaltiilffffe unter den .Böllern sei' auch,«ine'stifte Währungsregelung not- wendig. Auch' die-Industrie Änne sich nur dort ruhig-und.ungestört,enttalten,--wo ihr die,Sicherheit ihrer. Arbeit und,.ihrer..Ergebnisse, die Sicherheit ihrer Pechte.gMitt'iert'iviro.'.Die Industrie habe sich.niemals..MHn RMitm'en gestellt/ die auf«ine Hebung de» moralischen, WündheftllchenuW Lebensniveaus der arbeitenden Klaffen abzielte; sie' habe vielmehr, dieseh Bestreben.eigen» angeregt. Auf der. änderest Seite lege der Arbeiterschaft ihre wachsend« Macht und Kraft eine erhöhte Verantwortlichkeit für da» nationale Werk auf. Hierauf ergriff der Vorsitzende des Deutschen HaupwerbaiideS der Industrie Dr. Jng. M ü h l i g daS Wort Er führte aus. daß da» heutige Wirt» schastSbild günstiger sei als jenes der vergangenen. Jahre. Dabei swhe die Tschechoslowakei in der Ent- wicklung noch immer hinter der übrigen Welt zurück. Redner' ging dann eingehend' auf die verschiedenen Fragen über und verwies namentlich darauf, daß die Arbeitslosigkeit in den vorwiegend deutschen Bezirken noch immer hoch sei, weshalb bei der Vergebung öffentlicher Lieferungen und Arbeiten diese Gebiete berücksichtigt werden sollen. Di« vornehmste Aufgabe Müffe in einer weiteren Vergrößerung der tschechoslowakischen Ausfuhr bestehen. Die Bildung ausgedehnter Wirtschaftsräume, welcher Frage Ministerpräsident Dr- HodZa sein« Aufmerksamkeit durch Ausarbeitung eines bestimmten. VlaneS widmet, ist zu begrüßen. Es sei höchste Zeit, daß wieder die Praxis von Verhandlungen des Avbeitgeberverban- des mit der Arbeiterorganisation«ingeführt und-auf diesem Wege eine allmähliche geistige Annäherung zwischen Unternehmer und Arbeiter erzielt werde. Erst dann werde die Industrie zu einer materiellen, aber auch zu einer ideellen Gesundung und dadurch zu sozialer Rühe im Staate gelangen. Di« Forderungen der Industrie sind niemals einseitige ständische Forderungen. Der Vorsitzende des ZentralverbandeS der slowakischen Industrie Jng. Milan Zusfa führte im Namen der siowakischen Industrie aus, daß der Eingliederungsprozeß, welchen die slowakische Industrie nach dem Umsturz durchwachen mußte, beendet ist und daß gegenwärtig die normale Entwicklung einsetzt. In den letzten Jahren gelangte die industrielle Entwicklung der Slolvakei in eine neue günstige Phase, vöir einer indllstriellen Entfaltung größeren Stils kann jedoch nicht gesprochen werden. Ange» sichtS der slowakischen PopulationSverhältniffe sei vielmehr eine Unterstützung der slfftematischen Jndu-.- strialisationsvolitik notwendig. Als letzter Redner vetonte I. A. Bata di« Forderung nach Rechtssicherheit. Man sagt, wir befänden uns in der Konjunktur; für eine Aiempause liegt jedoch kein Grund vor, denn wir haben 880.000 Arbeitslose. Die Industrie müffe sich im Staate Ein- flilß und Bedeutung sichern, die ihr auf Grund ihrer Besteuerimg mit Recht zickommen. Der Staat werde ohne lOOprozentige Leistung aus der Krise nicht ber- auSkommen und diese Leistung werde es nicht geben, solang« der industrielle Unternehmer in der Republik ein Paria ist. vor Streik in Dallwlft erfolgreich beendet Die zur Beilegung des Streikes im Betriebe Dallwitz der Epiag-AG vom Gewerbeinspeltorat am 14. Juni cingeleiteten Verhandlungen haben 3u einer Einigung in Form einer Vereinbarung zwischen dem Betriebsausschuß und der Firmaleitung geführt. In der am Dienstag abgehaltenen Betriebsversammlung hat die gesamte Arbeiterschaft einstimmig die Vereinbarungen angenommen, welche eine Erhöhung der Löhne der Pak- kerimien um zwanzig Heller per Stunde vorsieht, und beschlossen, die Arbeit am 16, Juni wieder auPunehmen. Oeffentiikhe Investitionsarbeiten für weitere 40.6 Millionen K6 Das Fürsorgeministerium genehmigte abermals 60 Subventionsgesuche öffentlich-rechtlicher Bauherren und bewilligte für einen budgetterten Gesamtaufwand von 40.6 Millionen Aö Subventionen im Betrage von 3.6 Millionen Kö. Es handelt sich durchwegs um wasserwirtschaftliche bzw. um Straßenarbeften, bei denen 4180 Arbeiter Beschäftigung finden. Seit Beginn der JahrcS wurden an Subventionen'für Juvestiiions- apbeftcn von Bezirken und Gemeinden insgesamt 47.2 Millionen bewilligt, während der Gesamtaufwand dieser Arbeiten' 450.4 Millionen beträgt. Der Bericht der Gewerbeinspektoren über das Jahr 1935(in tschechischer Sprache erschienen) ist zum Regiepreis von 15 KL bei der„Verwaltung der Hilssämter des Fürsorgeministeriums" in Prag II., Palaclöho näm. 4, erhältlich. Verhandlungen mit Oesterreich. Donnerstag beginnen in Wien die Beratungen der österreichisch-tschechoslowakischen gemischten handelspolitischen Kommission. Es handelt sich nicht um neue allgemeine handelspolitische Verhandlungen, sondern um Beratungen der auf Grund.des Hai»-, delspolitischen Vertrages eingesetzten Kommissionspier", Voltaire zu„Woltähr",. der italienische Dichter Boccaccio ungefähr z>:„Bokkatscho", Marschall Badoglio zu„Badoljo", der französische Politiker Daladier zu„Daladjeh", Herriot- zir „Errio" und aus der Bretagne würde eine„Bre- tanje", . In den zur Zeit dvch Immerhin recht zahlreichen und wichtigen Berichten über Spanien würde sich niemand mehr auskennen, am wenigsten ein Spanier, der auf die Lektüre deutschsprachiger Blätter angewiesen wäre. Er würde da lesen:„Falanche espanjola" statt„Falange espanola" und sich wundern, was wohl eine„Fa- lantsche" und was„espanchola" ist. General „Miacha", Largo„Kawaljero", der Fluß„Chä» rama"(Jarama), die Schlacht bei„Guadala- chara", der General„Sanchurcho"(Sanjurjo), die Stadt„UeSca"(Hucsca), die Hauptstadt „Madrieh", die von den Rebellen besetzte Stadt „Waljadolieh"(Valladolid) usw.»tsw.— das wären die Produkte dieser neuen Orthographie. Und was fängt man mit dem„z" an und dem„c", wenn eS vor„c" oder„i" steht, also denselben Lauttvert hat wie das englische„th"? Schreibt man„Barselona" und„Walensia"? Nein, diese Reform der Schreibung taugt absolut nichts. Ähre Propagandisten haben ja auch ein schlechtes Gewissen bei der Sache, sonst wären sie wirklich konsequent und schrieben alles um, was an Eigennamen aus irgendeiner fremden, Sprache Anlaß dazu gibt. Selbst bei ihrem ersten Experiment, dem Namen del BayoS, haben sie nicht den Mut, hundertprozentig zu phonetisie- ren. Sie mühten sonst nicht,Kajo". sondern „Waio" schreiben; wenn schon, dynn schon. Aber daS kommt ihnen denn doch zu ungeheuerlich vor; und so ist zu hoffen, daß sie über kurz oder lang auch in den anderen Pünkten.reuig'wieder Vernunft und Gesetz in ihre, alten Rechte eiissetzcn werden,,.. M. B. Sette 6 „Sozialdemokrat" Donnerstag, 17. Juni 1087. Nr. 141 Na-er Zütmr- H°rz°atum lief eingeivurzelt, ist, ergaben sich bcE,LU der kritischen Zeit nicht mehr in den Iümst ueul Mssea Claa der Partei Vereumacftrkfttea Für Diabetiker in gleicher Zusammensetzung ohne Zucker Mit der Bezeichnung D in jeder Apotheke bauscht und für den inneren Gebrauch die Nutz- anwendung gezogen. Luxemburg hat sich von diesem Spuk nicht blenden lassen, es will Selbständigkeit nud Demolratie bewähren und es will noch einmal die Brücke zwischen dem Deutschland" von morgen und Frankreich sein. Prapoecmda-AkUoii blt 20 Juni 1937 in allen Fachgeschäften Sieg der deutschen sozialdemokratischen Arbeiterbewegung kann diese'Lebensrechte sicherst«!!«. In einem Antrag, wurde der Parteivorstand beauftragt, alle notwendigen Schritte zu unternehmen, um die durch eine Verordnung aus der autzcr- ordeutlichcn Krisenunterstübung"ausgeschlossenen Metall- und Lederarbeiter wieder in den Genuß der Krisenmiterstüdung zu bringen und vor allen Dingen die Gewerkschaften im Singe dieser Antrages ans dar beste im Kampfe um die Rechte ihrer arbeitslosen Mitglieder zu unterstützen." In die Bezirk-exekutive wurden gewählt: Richard Reitzner, Willibald Fürtig, Rudolf Hantusch- Bodenbach. Karl FIstcr-Tetschen, Hermann Rudi« Eukau, Else Klemmer-Krochwitz. Bezirkskonferenz Bodenbach ' Sichtlich im Zeichen des Ausstieges der Partei tagte am vergangenen Sonntag in der Volksholle in Bodenbach die Jahreskonferenz unseres Organi- fationSbezirkr» Bodenbach. 147 Delegierte, darunter LS. Frauen, nahmen an der Tagung teil. R e i tz n t r-Bodcnbach eröffnete sie mit einer Ana» lgse der.außen- und der innenpolitischen Situation. Die durchaus erfreulichen Berichte der Funktionäre wurden einstimmig mit Befriedigung, zur Kenntnis genommen und der bisherigen Bezifkskeitung wurde ebenso einmütig.das Vertrauen ausgesprochen und die Entlastung erteilt. Sehr beifällig wurde die Begrüßungsrede des tschechischen Genoffen-St oz ak auf» genommen. Nach einem Referat des Bürgermeisters Keßler über die bevorstehenden Gemeindewahlen und einer kurzen Debatte wurde, wiederum einstimmig, folgende Entschließung"angenommen: DI« politisch« Wichtigkeit der Aemeindewah- len" verpslichtet alle Gliederungen der Partei und ihre Mitglieder zur Anspannung und Zusammen» kaffung aller Kräfte, um in diesem Kampfe ehrenvoll zn bestehen. Ein 10- Mai 1085 wird sich im Sudetendeutschtum nicht mehr wiederholen» Durch die aufopfernde und erfolgreich«,Artest, der Partei in wirtschaftlichen und nationalpolitischen Fra»"" gen find di« Voraussetzung« für nüchternes Denke» Wiede«««schass« worden. Pie grau« HoffnungSlofigkelt, die w«it« Kreise der Sudeten» deutschen ersaht hatte, ist gewichen. Dl« sozialen Kämpf« im Aupatal und im. Gablonzer Gebiet haben den Arteitern di« Ang« über die absolut .Unsozial« Haltung" unserer faschistischen Gegner geöffnet- Di« von den faschistisch« Mächt« drohende Kriegsgefahr ist zwar. Noch nicht endgültig beseitigt, doch werden dl« Drohungen Infolge der internationalen Entwicklung ständig unwirksamer.. .Im.Kampfe um die sozialen! und national« . LebenS-echte her Sudetendeutschen hat Henlein nnd seine Partei vollständig versagt,,• Nur der Freddie Bartholomew wir- in' zwei, neuen MGM-Film« auftreten Die Prinzessin ans der Vorstadt ist ein Shirlev Temple»Film, der das Wunderkind von Hollywood wieder einmal alles vorführen läßt, was es(nach dem Vorbild erwachsener Filmdamen) gelernt hat: «in bißchen Tanz, ein bißchen Gesang, etwas Wein« und Lachen und sehr viele neckische Posen fürs Py- blikiim. Shirley Tempi«, die hier als Straßen- mufikantin erscheint und dann den diebischen Großvater bessert und ihn mit einer reichen Gönnerin verheiratet, deren Neffen sie gleichzeitig mit seiner Braut versöhnt, zeigt sich am Ende als Schauspielerin in einer Aufführung von»Onkel Toms Hütte". Dabei hat sie eine Stcrbeszene zu spielen, di« auch Ihren Verehrern die Augen darüber öffnen könnte, war für«In Produkt aus Kitsch und Dressur die .Kunst" dieser blondgelockten Kindes ist. Gerade in letzter Zeit haben wir Kinderfilme(wie den»Krieg der Knaben" und.. die»Jungen, aus der Hester- Street") gesehen, die etwas von echter Jugend zeigte». Ihn so empfindlicher ist man gegen die rührselige Mache eines solchen Shirley Temple-Film geworden.—eis— WnieU'SMlldW, das MteMMek Blumen an allen Fenstern! Welche Freude für den Besitzer wie für den Beschaueri Wenn Sie Ihre grünen Lieblinge kräftigen und zu reichem Blühen bring« wollen, verwend^ Sie„Blumen- Zauberdung", ein erprobter, billiger Düngemittel, ein wahrer Wundertrank für Ihre Blumen, müssen Sie mit Dnngguß beginnen! stellen Sie sofort Paket bei der nachstehend angegebenen Ad.resse und legen Sie den Betrag von Kä 8.60 In Briefmarken bei. Alle Bestellungen richten Sie an die Verwaltung„Die Frauenwelt«, Prag XH„ Fochova tr. 62. crn ini Norden Luxemburgs sagten sich, daß die luxemburgischen Kommunisten, die heute nicht ein einziges Abgcordnetcnmandat besitzen, erst durch eine eventuelle Verfolgung zu einiger Bedeutung gelangen können und sic schleuderten darum der, Regierung ihr„Nein" entgegen. Nur so ist eS zu erklären, daß bei der Abstimmung auch treue Wähler der Rechtspartei zur Opposition übergingen. Der luxemburgische Ministerpräsident Bech hat übrigens recht deutlich gezeigt, wo das durch lchncrlci Militär geschützte Ländle gesichert werden muß. Erst vor wenigen Wochen hat er sich zu Del- bos und Eden begeben und die beiden Staatsmänner bebetcn, bei den kommenden Wcstpaktvcrhand- Inngen auch an Luxemburg nicht zu vergessen und seine territoriale Integrität gleichfalls zu garantieren.■ Es ist nicht bekannt, daß Herr Bech auch nach.Berlin gefahren wäre....Der Widerspruch zwischen der Innen- und der Außenpolitik der luxemburgischen Regierung hat die Wähler gleichfalls zum Nachdenken veranlaßt und das Resultat vom 6., Juni mitbestimmt. In Paris wurde die Entscheidung der Luxemburger, die nur wenige Tage nach Musserts Niederlage in Holland kommt, mit großer Genugtuung ausgenommen, nicht nur Iveil sich das Land gegen einen ungeheuren Druck von außen immun zeigte, sondern weil, mit der Luxemburger Demokratie nach"die französische" siegte.-Die reaktionär« Presse des Großherzogtuyis hatte ihre ganze Kampagne mit dem Hinweis auf. eine angebliche innerpMische Verwirrung geführt, die in Frankreich durch M.ySkgus Agenten angezettelt, ivorden sei." Nach.--Art-!der- Nazizeitungen wurden-die -kleinsten Begebenheiten- ins.- Wesenhafte.aufge- so ml einer Klinge Gibbs nur KL 7- Mit HQke KL 12- Republikanische Wehr Prag Zum l. Reichsaufmursch in Aussig 3. bis 5. Juli 1937 Der Brand bei tedok und seine Folgen Prag.(rf>.) Am 2. August v- I. brach bekanntlich in der Kanzlei der Verkehrskanzlei Eedok auf dem" Graben ein Brand aus, der glücklicherweise rechtzeitig gelöscht werden konntet«b««in großer Schaden ungerichtet worden war. ES war bereits nach den Dienststunden und der Großteil der Personales bereits nach Haufe gegangen.- Lediglich die und machte lleberftünden. Die Brandursache-konnte nicht einwandfrei festgestellt werden. Am wahrscheinlichsten erscheint die Vermutung, daß dar Jener durch einen unvorsichtig weggeworfenen Zigarettenrest aiirbräch. Im Anfang würden allerdings-auch verschiedene andere Mutmaßungen, laut und" gegen die Beamtin, wurden di« Borerhobungen eingeleitet. Nun ließ sich allerdings nicht Nachweisen, daß der Brand durch ihr Zutun ausbrach, dagegen-ergaben sich verschiedene Verdachtsmomente, die darauf schl.ie» ßen-ließen, daß Martha N. sich Defraudationen habe zuschulden. kommen lassen. Schließlich wurde gegen sie die. Anklage wegen des Verbrechens des Betruges imd der Aebertreiimg der Veruntreuung erhoben, wobei sich die Anklage darauf beruft, daß Martha pi. durch Faliihbuchimgen von allerlei Zahlungen, namentlich Gchältery. verschiedene größere und kleinere Beträge unterschlagen und für fick verwendet habe. Der höchste"der angeblich veruntreuten Beträge beträgt 2449 Kä und wurde ausgewiesen als Her zweimonatige Gehalt eines gewissen Beamt«, ...“dH r..i Diensten des Ledok stand. Verschiedene Mankos ergaben sich bei der Portokasie, bei der Verrechnung der Sozialbeiträge u, a. Bor dem Strafsenat des GR Dr. S o l n ä k" bestritt die Angeklagte lebe Schuld und behauptete, er handle sich um Irrtümer, hie dadurch entstanden seien, daß ihr Mann ihr bei her zn Smisc verkitteten Ucberstimdenarbeit behilflich war und sich bei den erwähnten Posten eben geirrt habe. J-br Gatte als Zeuge bestätigte dies« Verteidigung. Der SchuldbewciS ließ sich jedenfalls nickt eindeutig erbringen und so fällte dar Gericht sschlicßlich- einen Freispruch. Donnerstag, den 17. U«bnngSab«d. DTJ.» Sportplav, Himer dein Baumgarten." Pflicht füd alle RW.-Mitglie- der. Donnerstag, den 24. Juni, AiüS-Svort- platz auf der Hetzinsel, Generalprobe der Massenfreiübungen und Jiu Jitfu-Vor- fühnlngen."— Webr- fportwettkämpfe. Einteilung der Kamvf.- - Zfch. Verbands-Kleidung.— An den Proben, müssen alle Mitglieder teilnehmen.-^- Achtung! Zum ReichSaufmarfch wurde Wine" 50%ine, Fahrpreisermäßigung bewilligt,-— 'Fahrpreis Prag—Aussig" und zurück(nur Personenzug) Kä 28.—.' Anmeldungen sofort bei Bärtosch i(Sekretariat, Tel." 88919)/ - Ortsgruppe Prag: Sonntag;-den 20.-Juni, Treffpunkt- um halb- 7^Uhr, Weinberger' Bahnhof, F a h r t n a ch R i-i a-n y, Wanderung Mnichovice— ! Mnkakov—-JevaNy,-führt K o.r. n;,, x I S*’**" Anzeigen hulBt dar Inserierenden Konkurrenzhelfen I Luxemburgs Sieg über Hitler B. B-, Paris. Die Bevölkerung des Groß»! Herzogtum Luxemburg hat sich mit 70.000 gegen 67.000 Stimmen gegen das Verbot der komm»-. »ist!scheu Partei und aller politischen Gruppen ausgesprochen, ivclchc die Acnderung der Berfas-, simg oder von Gesetzen auf„gewaltsamem Wege" i.-1.... «"streben. Bei den gleichzeitig stattfindenden Teil.^"'Ä^A^^^Hielt sich^dn.Kanzlei^anf tvahlen zum Parlaments gewann die Arbeiter partei drei, die oppositionellen Nationaldcmokra- tcn zwei Mandate. - Dieses Ergebnis bedarf einer Erklärung. Die latholisch-liberale Regierung Luxemburgs hatte vor einigen Monaten dem Parlamente ein Gesetz unterbreitet, in welchem sich sowohl der Einfluß des reaktionären Flügels der Koalition, aber auch die Furcht vor dem Dritten Reiche widerspiegelte. Achnlich wie in einigen Schlveizcr Kantonen sollte unter dem Deckmantel der„öffentlichen Ordnung" eine fast nicht existierende kommunistische Partei ausgelöst werden, nicht ohne daß gleichzeitig Maulkorbbestimmnngen erlassen wurdcn, welche im Bedarfsfälle-eine Waffe gegen die gesamte Übrige Opposition darzustellen geeignet waren. Ta der Wille unter Mißachtung ausländischer Vorbilder, als freies Volk zu leben in dem kleincir" Sonntag„Jedermann" im Waldslein.Gart«. Beginn 891 Uhr abends. In dem alten Spiel von »Jedermann", bearbeitet von HofmannSthal, spielt die Titelrolle Fritz Klippel. Regie: Licbl. Sitzplätze 23 bis 60 Kä(Ermäßigung für Abonnent« 20 Prozent), Stehplätze 8 Ak. Rechtzeitige Kartenbestellung erbeten. Bei ungünstiger Witterung fin- dct die Veranstaltung au einem der folgenden Tag« statt, und es wird gebeten, die Verlautbarungen in den TageSblättern und im Rundfunk zu beachten. . Spieplan des Neuen Deutschen Theater». Heute, Donnerstag, halb 8 Ahr: Liebe eine» Fremden. Abschiedsvorstellung Emst Deutsch, T 2.— Freitgg halb 8: FiggsoS Lochzeit. D.— Samstag halb 8: Dar Land der Lächelns. volkstümliche Bor- -fteA-img, Abomntmrnt«ufgthoben.— Sonntag halb 8 Ahr: Axel an der Himmelstür, volkstümliche Vorstellung, Monnement aufgehoben. Spielpla» der Kleinen Bühne.. Heute, Donnerstag 8: Man kann nie wissen, Theatergemeinde des Kulturverbandes und freier Verkauf.— Freitag: Geschlossen.— Samstag 8: Nina. volkstüm- liche Vorstellung.— Sonntag: Geschlossen wegen Freilichtaufführung. Die Auszahlung der Juni-Rat« der staatlichen Stndienunterstüyungrn findet in der Zeit vom 17. bis 29. Juni in der Kanzlei der Deutschen Stn- dentenfürsorge, Prag II., Krakovskä 16. statt. ES wird darauf hingcwiesen, daß die ZahlunaSanwei- snnacn nur persönlich gegen BorweiS der Hochschul- legilimation behoben werden können. Eine Zusendung durch die Post kaust. yfcht erfolgen. Die im Juni sticht behobenen Stip-ndwmatgn steHng« dgrsy, "noch in der Zeit vom 26. Scpemver bis 10. Oktober zur.Auszahlung. Berkaus von Heimarbeiten. Auf vielfach geäußerten Wunsch wird der Verkauf der geschmackvollen und migemein billigen Heimarbeiten des Hilfswerks»Milch für» Kind" der DBL bis Ende Juni wcitergesührt und findet seden Dienstag, Donnerstag und Samstag von 10 bis 18 Uhr im Waldstein- Palais statt.. Die Hauptversammlung der Deutsch« Hauptstelle für Kinderschutz und Jugendfürsorge findet am Ein gesundes Merz und starke Nerven UlLALkH« Nehmen Sic die klinisch ärztlich empfohlenen Pastille rcits in der Regierung selbst Meinungsverschie denheiten, die zur. Folge hatten, daß das„Ord nungsgesetz" vom Parlamente nur in einer abge- schwächten Form mit 84 gegen 10 Stimmen an- gcnomincn Ivurde. Die öffentliche Meinung Lu xemburgs gab sich jedoch nicht zufrieden. Soziali sten, Liberale, Katholiken standen in. einer Front im Kampfe um die drohende Freiheitsberaubung, eine.„Liga zur Verteidigung der"Demokratie" wurde spontan gebildet. Die Luxemburger tvissen sehr Ivohl, daß die Unabhängigkeit ihres Ländchens nicht von Ruß land bedroht ist, auch nicht von seinen Nachbar staat« Belgien und Frankreich, nur eine tvahre Gefahr gibt cs, die an der Ostgrenze lauert: der xcichsdcutsche Nationalsozialismus. In verschiede ne» parteiamtlichen Broschüren kommt in klarer Weise znm Ausdruck, daß auch Luxemburg, wie-. wohl es. seit Jahrhunderten ein politisches sind kulturelle« Sonde rieben-führt, in einen groß deutschen Phantasicstaat inkorporiert werden soll. In Luxemburg selbst leben 20.000 Reichsdeutsche, eine sehr hohe Zahl in Anbetracht des Umstandes, daß das ganze Land nur 300.000 Einwohner hat. Diese Reichsdeutschen, die teils Gewerbe treibende, teils Facharbeiter sind, Iverdcn gezwun gen, in die nationalsozialistischen Anslandsorga- nisation cinzutreten, der gegenüber die Regierung rat- und machtlos ist. Mit der Auslandsorganisa tion komnit auch das Zubehör. Braune Häuser,.......«,.»»,» KiuovorsteUuttgeu und eine Zeitung, cs kommt vor Freitag, den 25. Juni, um 17 Ahr im Dachgartenallem auch die Einmischung in die innere Politik!^ J c! Deutschen Hauses mPrag statt. Nach .-! a>!» dem formalen Teil lGeschäftsbericht, Kaffabericht, ^"Gastlandes. D.e Arbeiterpartei, welche der> Ersatzwahlen l wird Prof. Dr. Karl.Säuvl, Bor^ lozialistrschcn Internationale angeschloßen ist, har der Deutschen zahnärztlichen Klinik, Prag, darum den Antrag nach Auslosung von Hitlers ein« Vortrag iibcr»Die Zähne und ihre gesnnd- Fremdenlegion gestellt. Die Regierung lehnte dies heitliche Bedeutung" halten. nicht nur"ab, sondern verlangte das Verbot der AuSftngSzÜge der Staatsbahnen: Vom 19. bis Kommunisten. Auch die frommen katholischen Ban-" gg. I,mi in die Hohe Tatra für 650 Kä; vom 19. "'*" bis zum 80. Juni»ach Karpathornßland für 560 Kä; am 20. Jmii nach Hlubokä für 79 Kä(diese Ausflüge find gesichert): vom 26. bis 29. Juni.Südböhmen 210 Kä. Anmeldungen und Informationen im Basar neben dem Wilsonbahnhof, Telephon 88885. B e z n ar beding u na- n: Bei ZusteNnng'tnS Han» oder b« Bezug durch die Post monatlich Kä 16.—) vierteljährlich Kä 48.—, halbjährig Kt' goß,Mia Kä 192' ist^7 Tarif billigst- berechnet.. Bei- öfteren Einschaltungen Preisnachlaß. Rückstellung von Manuskripten erfolgt Npr bei Einsendung der Retourmarken.— Die ZeitungSfrankatur" würde von der Bost- und Tete« gxaphendirektion mit Erlaß Nr. 18.800/VII/1980 bewilligt.— Drucku:ei:..Orbis". Druck-. Verlag»- und Zeittmgr-A.-G. Prag;--- »» isr«Arn wie stacheldraht.. ... und Sie haben schon alles Mögliche probiert.. Geben Sie doch unnütze Versuchs aull Es «rtbl doch eine Rasierseile, die keinen'harten Bart kennt und mit der das lasieren zum Vergnügen wird«