Sozialdemokrat Aeutralorgan de« Deutsche» sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh 7 Einzelpreis 70 Heller Redaktion und Verwaltung: PragXII., Fochova 62- Telephon 53077- Herausgeber: Eiegftied Taub- Verantwortlicher Redakteur: Karl Kern,Prag 17. Jahrgang' Sonntag, 20. Juni 1937• Aus dem Inhalt: Die Bergarbeiter tagen Zertrümmerung der Jugendfürsorge Saaz im Zeichen der SJ. Nachspiel der Kelsen-Affäre Wiederaufnahme des Velgo- Prozesses vor den Neu- Titschelner Geschworenen Die Rohstoffnot in Deutschland Nr. 144 4 Berlins neueste Weekend-Ueberraschung: der deutschen Darstellung versucht sei, an deutsche Konzentrationslager zu denken. Nunmehr wolle Berlin solche Borfälle, wie sie sich in reichsdeutschen Konzentrationslagern abspielten, in der Tschechoslowakei entdeckt haben. Niemand in England werde durch die Klagen gegen die Tschechoslowakei beeindruckt sein, ha die Tschechoslowakische Republik kein Land sei, das durch Terror regiert wird. Freibrief für künftige Zelten Mehr als milde Strafen im Wiener NuT-Prozeß Wien. In den Abendstunden des Samstag wurde das Urteil gegen die 31 angeklagten Nationalsozialisten verkündet. Der Hauptangeklagte erhielt. 7 Monate schweren" Kerkers, fünf weitere Haupibeschuldigte je 5 Monate und ein weiterer 4H Monate schweren-Kerkers. Die übrigen 24 Angeklagten wurden zu Arreststrasen von 2 bis 3 Monaten verurteilt. ■ Paris. Die französischen Zeitungen befassen sich neuerlich mit"der wiederaufgenommenen An- grisfSIämPagne der«ichsdeuffchen Presse gegen"die Tschechoslowakei und gelangen übereinstimmend zu dem Schluss, dass diese Kampagne unberechtigt ist und lediglich vor dem Londoner Besuch deS dept« scheu ReichSauhenminister» von Neurach iS England«in« ungünstige Stimmung'gegtn die" Tschechoslowakei schaffen soll." »,- - London. Im Anschluss an dar Prager Dementi, daS-der-reichSdeutschen"Darstellung- über' den Fall Bruno Wejgel eyigegetzgesteljt. wird,-, schreibt. der „D» t l y H e r a l d", dass man beim Lesen 0er Fall Bruno Weisel Gegenstand diplomatischer Verhandlungen P r a g, Amtlich wird gemeldet: Dir Kam» pagne, welche dm» der reichsdeutschen Presse im Zusammenhang mit dem Fall Bruno Weigel gegen di« Tschechoslowakei entfesselt wurde, ist jvegenstand diplomatischer ver- Hand langen-geworden, welche sowohl in Prag, alh auch in Berlin geführt werden, Um dies« diplomatischen Brrhandlungrn nicht zu stö- ren/ enthalten sich die tschechoslowakischen amtlichen Stelle» vorläufig einer Antwort- auf die großen Unrichtigkeiten und off en sicht lichen Erdi ch tu« gen, welch, in de» Aussagen Bruno Weigels enthal- ten find. kurzem auch nicht in den kühnsten Träumen vor- auszuahncn gewagt hätte. Und in diesem. Zusammenhang erfahren wir auch, dass die Gesamt- kohlenaussuhr ununterbrochen ansteigt und daß die Kolöproduktion die Erzeugungshöhe des Monates April 1920 erreicht hat. An dieser Entwicklung partizipiert auch die Braunkohle, deren Förderung im April dieses Jahres 1443 Tausend Tonnen gegen 1250 Tausend. im Vorjahr betrug. Aber.cS wäre verfehlt, bei diesen Feststellungen Halt zu mache«: und nicht auch die anderen damit in engstem Zusammenhang stehenden, auf dem zweiten User unseres Interesses liegenden Erscheinungen nachzuprüfen. Und im Nu stossen wir auf die Tragik der ganzen Situation: Dass sich näinlich bei Gegenüberstellung der Fördcrziffern der Braunkohle in den Monaten April der Jahre 1085 und 1086 ein Förderaufstieg von 15 Prozent ergibt, während in der gleichen Zeitperiode die Erhöhung des Arbeiterstandes lediglich ein Prozent aüSmacht, und dass nämlich iin Bergbau— die Belegschaft einiger weniger glücklicher und privilegierter Gruben ausgenommen— fast durchwegs in Kurzschicht gearbeitet wird, dass eS ferner bei der Mehrzahl der Gruben lediglich 3 bis 4 Schichte«: pro Woche gibt, dass weiter vielfach innerhalb der Gruben desselben Unternehmens und häufig sogar zwischen den unmittelbar benachbarten Betrieben die grössten Divergenzen in der'Schichtzahl bestehen— welch« Divergenzen" jich^ÄM in den' VerdienstverhältnisseN der einzelnen Bergarbeiter ergeben— dass sie aber aste— zusammen von dem Konjunkturaufstieg ganz unberührt geblieben sind und nach wie vor unter den schwierigsten" Verhältnissen leben. "Und"während- der Durchschnittslohn"der Braunkohlenbelegschaft bei Gegenüberstellung der Jahre 1935 und 1936 nach dem von den Grubenbesitzern ausgegebenen Verbandsbericht lediglich einen Aufstieg von 10.587 auf 10.947, also bloss eine ganz minimale Erhöhung aufweist, hat die Brüxer Kohlengesellschaft für das Jahr 1086 einen Reingewinn per 4.3 Millionen ausgewiesen und unter Heranziehung des- Reservefonds eine Dividende in der Höhe von 6.8 Millionen, also Kd 27.— gegen Kd 24.— im Vorjahr, flüssig geinacht. Ebenso hat die Nordböhmische Kohlengesellschaft einen Reingewinn von 4.3 Millionen heimgrbracht und eine Dividende per KL 89.— gegen Kd 80.— im Vorjahre auSgeschüttet,. die Westböhmische Kohlenbau A.-G.«ine Dividende von KL 12.— gegen Kd 10.— im Vorjahr,. die Dux-Bodenbacher Eisenbahngesellschaft eine Dividende von Kd 25.—. Die nackte Gegenüberstellung des Einkommens der Bergarbeiter und Bcrgherren spricht eine beredte Sprache und veranschaulicht den schweren Notstand des im Zeichen des stündlichen tragischen LebensrisikoSstehenden Bergarbeiterdaseins plastisch. Und wenn j der Bericht der Bergbaübesitzer trotzdem«mit Befriedigung feststellt", dass im Jahre 1936 im Bergbau„soziale Rühe" geherrscht hat und wenn er"noch hinzufügt, dass all dies durch die Regierungsverordnung über die Unkündbarkeit der Kollektivverträge, durch das Verbot der Betriebseinstellungen, durch das Verbot von Ar- beiterentlaffungen. ermöglicht wurde, dann, bricht er damit, picht nur über die" soziale Einsicht-der Bergherren den Stcch, sondern zeigt den Arbeitern,-dass,-was zur Abwehr aller kapitalistischen Attacken und zur Sicherung ihres Nährstandes geschehen ist, nicht etwa der edlen Gesinnung der Unternehmer-Kqmeraden und-ihrer" nazistischen Söldlinge zu danken-ist, sondern der opfervollen und zielklaren.Arbeit der DcsnokraU« unseres Staates,-der unermüdlichen und rastlosen Hingabe ihrer parlamentarischen Vertretung und besonders der nicht erlahmenden Zähigkeit und Energie ihrer Gewerkschaftsführung, die über alle verlogenen BolkSgemeinschaftsphrasen hinweg,- alles, was sich unter. den so schwierigen Verhältnisse«: erzielen liess, unter Aufgebot aller Kräfte für sie herausgeholt hat.. Alles muss dar« angefeht werden, damit endlich in den zerfahre- nen Verhältnissen des Bergbaue» Ordnung gemacht"wird. Die Herren vom Verbände der Bergbaude- fitzer machen.sich diese Aufgahe allerdings sehr leicht, denn sie verlangen"in ihrem letzten Der- Gefährlicher Konflikt Blums Senat deckt die Kapitalsflucht Nachtsitzung der Kammer P a.r i S. Der- Konflikt zwischc«: der Regie- ruug Blum und dem französischen Seimt wegen der von Blut» geförderten" und von"der" Kämmer' betekts genehmigten Fiüaüzvollvmcht' hat" sich Samstag"abend-"gefährlich zugespitzt. ' Das Wesen des Konfliktes besteht darin- dass der Finanzausschuss des Senates beantragte, dass die Finänzvollmächt der Regierung auf den Kampf gegen die Spekulationen und gegen die Steüer- betrügereien beschränkt werde. Die Regierung .fordert jedoch, dass sie auch Vollmacht zur V er- Hütung der K^apitalsflucht"er halte und dass ihre Vollmacht auch das Recht ein schliesse, bestimmte, direkte und indirekte Steuern zu erhöhen. Der Finanzausschuss des Senates»ahn: jedoch einen ganz neue» Text der R« gierungsvollmacht an, den die Regierung al» durchaus unzureichend be zeichnete. Dieser Entwurf wurde vom Senat trotz Nur noch bis zum Dienstag liegen zur öffentlichen Einsichtnahme in allen Gemeinden die Wählerverzeichnisse auf. In diese» müssen alle eingetragen fein, die am'15. Juni 1037 das 21. Lebensjahr erreicht hatten, an diesen: Tag in der Gemeinde ununterbrochen wenigstrns seit drei Dwnaten wohnen und die nicht ausdrücklich durch das Gesetz von der Eintragmig in dip Wäblerliste ausgeschlossen find. ES ist Pflicht eines jeden, sich davon zu überzeugen, daß er in die Wählerliste eingetragen ist! Die Berliner Presse" bringt diese Meldungen tp"großer Aufmachung und betont insbesondere auch die plötzliche R ü ckke h rH itler» nach Berlin. - Reuter meldet aus London, daß die Beratungen der vier Seemächte augenblicklich aufgenom» men wurden und auf diplomatischen: Wege geführt werden" sollen. Zunächst werde man di« Z«»» en- auSsagen-prüfen, müssen- Eden hat bereit», denftanzösischen Botschafter E o r b i n »Nd.denitalienischen Botschafter G r a n d i- für SamStag nachmittags zu einer Besprechung im Foreign Office zusammenterufen. Valencia: Nur ein VorwandI Die Nachricht von der Torpedierung »durchaus lächerlich« Valencia. Wie das spanische.Presse- Büro- meldet, halte«: die kompetente». Kreise Valencia» die Berliner Behauptung, daß der. Kreuzer„Leipzig" torpediert worden sei," für-d»r ch- aus lächerlich und fügen hinzu,"dass es der Zweck dieses. Manöver»- sei,-'- sich einen Bor- w a nd für"«in!« n eu e f eindlich e Handlung Deutschland» gegenüber. Spanien zu verschaffen. Den spanische« Regierungspiloten sowie den Kapitänen der Unterseeboote undande» rer.'Kriegsschiffe wurde die-strenge Weisung-erteilt, Schiffe mit ausländischer Flägge zu respek- ■"-:«««:. und sich unter keine»! Umständen zu Zwi- ' henfällen herausfordern zu'lassen, Ä Angeblicher Torpedo-Ueberfall auf den Kreuzer„Leipzig" Ordnung im Bergbau! Dr. Czech auf dem Unlonstas der Bergarbeiter Am Namen der Deutschen sozialdemokra tischen Arbeiterpartei begrüßte den SamStag in Brüx eröffneten LerbandStag der Union der Bergarbeiter der Parteivorsitzende Gesund- heitSminifter Dr. Ludwig Ezech. In seiner An sprache ging er auf die wesentlichen, die Berg arbeiter vor allem interessierenden Fragen»In, Wir zitieren: Ihre Beratung««: stehen diesmal im guten Zeichen. Nach viele«: Jahren schwerster Sorge erlebe«:«vir endlich einen Aufschwung unserer Wirtschaft, der sich naturgenmss auch iin Berg bau günstig auswirkt. Dies bestätigt auch die Mai-Nummer des Berichtes der Tschechoslowa kischen Nationalbank, welchem wir die«stradezu phantastische Meldung entnehmen, dass die Stein kohlenförderung im April d. I. sogar das höchste Niveau feit dem Bestände der Republik erreicht« und damit eine Entwicklung, die man noch vor In Bilbao elngedrungen Bayonne.(HavaS.) SamStag um 16 Uhr traf an der Grenze auS dem Hauptquartier der Franco-Armee die Meldung ein, daß Bilbaobesetzt worden ist. Die Militärbehörden in de» spanische«: Orten längS der Grenze, in Be- hobia, Fontarabia und in Iran ließen unverzüg- sich in allen Kirchen di« Glocken kästen. Auch ein« Radiodepesche der italienischen Presseagentur Stefan! meldet, daß die ersten Bor- hnten der Aufständischen um 12 Uhr 30 in Bilb-o eingedrungen sind. Die Regierungstruppen hätten all« über den Fluß Nervion führenden«rücken ge- sprengt. Die Aufständischen sind von San Do- mingaund vom Archande-Hügel her in die Stadt eingezogen.,, Der HavaSberichtrrstattrr meldet, daß Bilbao schon»irr Tage ohne Wasser und seit Donnerstag ohne elektrische» Licht ist.. Der Korrespondent des HavaS-BureauS meldet, dass Bilbao Freitag abends von der Eüd- und Südostseite her vollkommen eingeschloffen war. Die Basken haben alle Höhenzüge, welche dis Stadt beherrschen, geräumt. Die Ausftändisch-.n- Abteilungen waren an einigen Stellen nur noch einig«-hundert Meter von den Häusern Bilbaos entfernt Die von den Franco-Truppe«: im Archando- Gebirge eroberten Stellungen, waren. von. den Basken-unterminiert.oorden und wurden gleich nach"ihrer Besetzung durch die Angreifer in die Luft.gesprengt. Die Sturmtruppen der Franco- Armee erlitten hiebei.ziemlich hohe Verluste,.. M a d r i d. Der HssbäSkerlchterstatter meldet erfolgiÄchö Operativnen der republikanischen Abteilungen iy der Sierr a A r g alla»es. Die Aufständischen ließen auf dem Schlachtfelde 206 Tote zurück. » Corthageua. In Cartagena fand- die Beerdigung von 50. Opfern der Explosion auf dem Regierungskreuzer„Jaime I" statt. Die Ehrenwache stellten 400 Mann der Besatzung des erwähnten Kreuzers, welche die Katastrophe überlebten, sowie Matrosen des Schiffes„Almirante Cervera". Berlin: Die deuffche Regierung wartet I zum Wochenende mit einer neue» Ueberrafchung auf, nämlich mit einen« mehr als"mysteriösen Torpedo-Angriff auf den Kreuze r.«,L e i P z i g", der überdies schon, vier Tage znrückliegt und"natürlich spanischen RegierungS- U-Booten z«:r Last gelegt wird, obwohl nicht einmal der deutsche Vericht behauptet, daß«in solche» N-Boot auch, stur gesichtet worden sei. Die deuffche Regierung will offenbar aus 'Grund diese»„neuen Angriffes auf rin Kontrollschiff" den gstnzen Apparat in Bewegung setzen, der erst vor einer Woche für diesen"Fall von de» vier Seekontrollmächten ustter der Aegide de» englische» AußenministerSwtreinlartworden ist. Der deuffche Botschafter in Löndon hat ast: Samstag bereit» im britischen AUßenamt die vorgesrheUe Beratung der virp Seemächte beantragt. - Der vonaintlicherdeuffcher Seite mitgeteilte Tatbestand ist anße,r.ord«nt.l-i ch dürftig:. Am 15. d. M.-gegen 10 Uhr früh habe die „Leipzig" nördlich von Oran lediglich m t tt r-l S H o r ch gerä t en^l) frstgeftellt, daß sie dreimal pyst-jt einem Dqrped, beschossen wurde. Am 18. d. M. nach,nittag» sei.znm viertenmaleinU-Boot- Angriff auf die„Leipzig" einwandfrei(!> festgestellt worden- Bon„mehrere» sicheren Beob. achter»''.-!sei der:„S ch«»l l d e» Au», stoße f." deutlich gesehen und einer der vor dem" Bug 1»fi Schiffes luftig vorbeiziehenden Torpedos, 'durch Horch gerät«„sicher" beobachtet ward::" mit dem Senat Intervention Blums Samstag abend» mit 238 ghze» 52 Stimmen angenommen. Vorher hatte oefSenikl nsik'IM gegen 7K Stimmen emest'Abt ändervngSanträg der'Linken abgelehnt, die erwei- terte Vollmacht für di« Regierung in der von der Kammer beschlossene» Fassung zu genehmigen.-- Nach der Abstimmung im Senat trat die Kammer um 22 Uhr zu einer Rachtsitzung zn- sammen. Der Hauptberichtrrstatter des Finanzausschusses gab bekannt daß der Finanzausschuß, der am Abend zusamnjengetreten war, mit 26 gegen-16 Stimmen bei zwei Stimmenthaltungen beschlossen habe, auf dem ursprünglich von der Kammer angenommenen Text zu beharre». Die Kommunisten, die sich.bei der. erste« Lesung deS RegierungSentwurfes im Finanzausschuß der Stimmen enthalten hatten, stimmten diesmal für di« Regierung. Die Sitzung dauert bei Blattschluß noch an. Seilt 2 Suttufnn, 20. Sun? 1037 Nr. 144 bandrbcricht nicht- mehr und nichts-weniger, als daß zu den bereits aus dem Bergbau vertriebe« nen vielen zehntausenden von Häuern und sonstigen Arbeitern nunmehr auch noch weitere 12.800 Bergarbeiter al»„überzählig" aus dem Wege geräumt werden, nachdem die Bergherren vorher vielen tausenden und abertausenden bergfremden faschistischen und nazistischen Elementen den Weg in den Bergbau freigemacht hatten. So wollen denn die Grubenbesitzer, die die Arbeiter durch ihre überspitzten Nationalisierungsmaß« nahmen„überzählig" gemacht und in» Unglück gestürzt haben, den Bergbau wieder einmal auf Kosten der Bergarbeiter sanieren. In welch' herrlichem Licht stehen demgegenüber die Bergarbeiter da, die mitten in der größten Krisennot ihren von ArbeitSlosigleit und Elend heimgesuchten Brüdern eine geradezu bravouröse Solidarität bekundeten, indem sie mit weniger Arbeitsschichten und verlürztem B«r- dienst sich zufriedengaben, um auch die„Ueber- zähligen" nicht zugrundegehen zu lassen. Und wenn die Unternehmer sagen, daß e» unmöglich sei, die— gerade durch ihr bisheriges unsozia le» Borgehen notwendiggemächten— Rcgic- rungSmatznahmen aufrechtzuerhalten und wenn sie in diesem Zusammenhang erklären, daß das Reorganisationsproblem gerade jetzt in der Zeit der Wirtschaftlkonjuttltur gelöst Iwerden müß, dann antworten wir ihnen, daß die Bergaichei- ter unmöglich auch weiter noch so schwere Opfer wie bisher auf sich zu nehmen vermögen, haß sie nunmehr mit aller Entschiedenheit eine planvolle Reorganisation der Kohlendtstributidn, die planmäßige Herstellung des Ausgleiches in den Betriebsverhältnissen des Bergbaues, die Stellung der planlosen Rationalisierung de» Bergbaues unter die Kontrolle de» Staate»,, die Erhöhung ihres Lebensniveaus, die Verkürzung der Arbeitszeit,' kurzum eine Neuregelung der gesamten Verhältnisse im Bergbau fordern, die auf leinen Fall zu Lasten der Bergarbeiter gehen und schon gar nicht über die wirtschaftlichen Leichen von Bergarbeitern führen kann. Nur so tvird es möglich sein, nach so vielen Jahren endlich geordnete Verhältnisse im Bergbau herzustellen und auch für die„überzähligen" Bergarbeiter Raum zu schaffen. arbeiten wollen, etwas von den Dingen verstehen, Massen hinter sich haben und Garaniendaiür sind, daß auch die deutsche Jugendfürsorge in die'Reihe" . der.Schutzverbände eingereihtwird, die da» ■ völkischeSu d eten deutsch tuM nie au» seiner Hand geben wird". Der SdP handelt es sich also nicht darum, daß die Jugendfürsorge auch■ fernerhin ihre eigentlichen Aufgaben erfüllt, sondern daß sie vom „völkischen Sudetendeutschtum",' nämlich von der SdP, beherrscht wird. Es ist aber klar: ent« weder bleibt die Jugendfürsorge ihrer Aufgabe gerecht, dann kann sie nicht von der NP beherrscht werden. Oder sie wird von der SdP erobert: dann höbt sie"auf, ein» Jugendfürsorge-Einrichtung zu sein. Die SdP, die mit dem Schicksal des gesamten Sudetendeutschtums spielt, wird sicherlich auch nicht zögern, mit der notleidenden Jugend politische» Schindluder zu treiben. Aber e» ist dafür gesorgt, daß die Bäume der SdP nicht in den Himmel wachsen. Auch in den B ez i rks- kommissionenl'Die Herrschaften wollen den politischen Kampf? Sie sollen ihn haben I Da sie diesen Kampf nicht gewinnen werden, wird die Jugendfürsorge bleiben, wa» sie ist. Gesundheltsmlnlster Dr. Czech an dleJoachlmslalerBeniarbeNer Unser neuer Riemen Wir beginnen am Dienstag mit dem Abdruck deS Romans Neieriliimg! Todiler Mm Otto Slifesst' dem vor wenige» Monaten verstorbenen österreichischen Dichter. Negerkönig» Tochter ist die Erzählung von einem«mgebündigten Urweibchen, da» von einem gelehrt-versponnenc» Afrika-Reisenden mitten in di« zivilisierte Welt versetzt, hier von niemand begriffen wird und am Ende tn eine imgewiste Welt wieder««»-richt"als da» Freibestskind, da» sie bleibt..Zugleich aber läuft auch die Erzählung von einem naiven, unbändigen Forschergemüt, das im fremden Afrika seine Hoffnung, sein Paradies«blickt, wie di« kleine Negerin das ihrige in der fremden ungeheuren Großstadt Wien. Der Roman spielt im vorigen Jahrhundert, in ein« Zeit als«,, die«ns heut» unendlich fern, scheint,— im alten Oesterreich deS Kaisers Franz Josef, in Böhmen, in Wim und in Afrika. Kein Sensationsroman, ab« einer, der iutereffant« Mmschm und ihr nicht alltägliche» Schicksal darstellt. Zertrümmerung der Jugendfürsorge* SdP trifft Maßnahmen zur„Eroberung** Soll die Jugendfürsorge dem Kulturverband folgen? Heute wird in Prag da» Disziplinarverfahren gegen den KulturverbandSbeamten Heger durchgeführt. Der Fall Heger ist ein schlagendes Beispiel für die Methoden, die von der SdP bei dem Versuch angewandt werden, die Schutzverbände in Untergliederungen der SdP umzugestalten. Wenn noch jemand einen Zweifel hatte, ob die SdP die gleichen Absichten auch in der Jugendfürsorge verfolgt, dem sind diese Zweifel durch die neue Ausgabe der„Rundschau" genommen worden. In diesem parteiamtlichen Organ Henleins wird ganz offen da» Programm entwickelt, da» die SdP zur Eroberung der Jugendfürsorge parat hält. Die Stellungnahme der „Rundschau" wurde ausgelöst durch die Fürsorgetagung in Leitmerih. „Vom Standpunkte unserer Gesamtausgabe her wurden n i ch t die Voraussetzungen geschaffen, die eine noch bessere Arbeit und Zusammenarbeit in der Zukunft gewährleisten sollten"— die» ist die Meinung der„Rundschau", die mit dieser Bemerkung zum Ausdruck bringt, daß sie mit den Ergänz ungs Wahlen unzufrieden ist. Die Henleinleute waren nämlich in dem Glauben nach Leitmeritz gegangen, daß dort der ganze Hauptausschuß neu gewählt würde, und sie waren sehr enttäuscht, als sich heraus» stellte, daß die Satzungen der Jugendfürsorge lediglich die jährliche Neuwahl eines Zehntels der Hauptleltungsmttglieder vorsehen. So fiel der fein ausgeklügelte Feldzugsplan, der mit der Gleichschaltung der Hauptleitung enden sollte, gleich zu Anfang in- Master. Au- diesem Grunde verlangt die SdP nunmehr eine Aenderung der Wahlordnung, und die oben zitierten Zeilen enthalten die Drohung, daß die SdP bir dahin aus eine Zusammenarbeit mit der Jugendfürsorge leinen Wert legt. An Schutzvereinen, die nicht Instrumente der SdP sind, hat Herr Henlein eben kein Interesse. Die„Rundschau" zitiert„eine sudetendeutsche Zeitschrift"— den Namen dürft ihr nie erfahren, e» ist eine SdP-Zeitschrist—, in der Uber die Zusammensetzung des Hauptausschusses Klage geführt wird.„Das politisch interesfierte Sudetendeutschtum allerdings", so heißt es dort, „findet unter den Ausschußmitgliedern zwar die Namen seiner Gegner, aber seine E x p o- ^‘SB’SeSBgSKSSBSBBSSBSgSSBgSSSBSS’aS nenten vermißt es, auch wenn sie Fachleute oder doch Freunde der Sache sind".— Da» dürfte doch wohl damit zusammenhängen, daß sich das völkische Sudetendeutschtum— das poli- tisch interessierte ist ja nicht bei d e r S d PI— erst zu einer Zeit um die Jugendfürsorge zu kümmern begann, da Herr Konrad Henlein die Eroberung dieser Institution für seine Zwecke als erstrebenswert erachtete. Dabei ist die Jugrndsürforgr ohne das völkische Sudetendeutschtum recht gut gediehe» und seine Leistungen waren in der Vergangenheit imponierend. Ob sie eS bleiben könnten, wenn der Herr Turnlehrer in der Jugendfürsorge kommandierte, darf man bezweifeln. Schliesslich bekommt sie die öffentlichen Mittel als«»politische, rein charitative Einrichtung. Der Weg, den die SdP zur Eroberung der Hauptleitung gewählt hat, führt über die Durchsetzung der Bezirkskommissionen mit dem Geiste und den Leuten der SdP. Die Politisierung der Bezirkskommissionen ist zwar nicht minder gefährlich als es jene der Hauptleitung wäre, aber sie ist einfacher. Und wenn sie durchgeführt sein würde, könnten die SdP-Leute in den Bezirkskonunissionen die Arbeit der Hauptleitung sabotieren, unter Berufung darauf, daß die Hauptleitung einen von den BezirkSkommistio« nen ,,nicht;verstarü>enen Weg" gebt,..-Diese Absicht kommt auch in. der„Rundschau" züm Ausdruck.' Man lese: „Wenn die deutsche LandeSkommisiion für Kinderschutz und Jugendfürsorge, beziehungsweise deren Hauptausschuß nicht Gefahr laufen will, einen von den Zweigvereinen verschiedenen und von diesen nicht verstandenen Weg zu gehen und damit zwischen sich und den Zweigvereinen eine Wand aufzurichten, dann muß sie sich ernsthaft darüber Gedanken machen, wie der Gleichklang zwischen oben und unten, zwischen der Leitung und der Mitgliedschaft hergestellt werden kann." Die Bemühungen. um die Eroberung der Bezirkskommissionen sollen fortgesetzt werden, zugleich die Bemühungen, die auf eine der SdP genehme Aenderung der Wahlordnung bei der Vertretertagung gerichtet sind. Zum Schluß schreibt die„Rundschau": „Baut die Menschen au» den Zweigvereinen in die Leitung ein, die bewiesen haben, daß sie Einen besonderen Abschnitt seiner Rede auf dem UnionStag der Bergarbeiter widmete Minister Dr. Czech den Bergarbeitern von Joachim»« thal, an die folgende Worte gerichtet waren: Aus meiner Wirksamkeit in den früheren und erst recht in dem jetzigen Ressort kenne ich da» große Leid unserer Joachimsthaler Bergarbeiter und den blutigen Tribut, den sie jahrau» jahrein in so erschreckender Weise zollen müssen. Nehmen Sie bitte meine Versicherung entgegen, daß da» Gesundheitsministerium, besten Grüße ich Ihnen überbringe, sich der großen Schuld, die an sie abzutragen ist, voll bewußt ist. Gemeinsam mit der Union und ihrem Obmann Zinner, den ich in ihrer Vertretung zum Mitglied der unter dem Schuh unseres Präsidenten Masaryk stehenden Kommission bestellt habe, sind wir bemüht, da» fürchterliche Leid der Joachimsthaler Bergarbeiter durch eine Reihe von Maßnahmen abzubürden. Wir rechnen dabei auf die Unterstützung jener Zentralstellen, in deren Aufgabenkreis da» Gebiet der Berufskrankheiten und die Bruderladenversicherung' fällt. Das Gesundheitsministerium aiber wird selbstverständlich mit Hand anlegen und wird schon in der allernächsten Zeit die von ihm geplante Joachimsthaler Hilfsstelle ihren hohen sozialgesundheitlichen Aufgaben übergeben, um auch von dieser Stelle aus den Kampf gegen den Lungenkrebs und die Staublunge der Bergarbeiter Mit dem ganzen Arsenal, der ihm zur Verfügung stehenden Mittel führen zu können. Nehmen Sie die Versicherung entgegen, daß wir im Kampfe«egen diese fürchterliche Krankheit keines der uns zur Verfügung stehenden Mittel ungenützt lasten werden. Prager Gemeindewahlen ent Im Mira 1938? Die ursprüngliche Absicht, die Gemeinde-" Wahlen in Prag vorzeitig, d. i. mit den im Spätherbst geplanten Gemeindewahlen in einigen größeren Städten NordböhmenS stattfinden zu lasten, wurde fallen gekästen. Die Prager Stadtvertretung wird ihre FunktionSperiode holl au»« I schöpfen, so daß die Gemeindewahlen in Prag erst I im März 1038 stattsinden werden. 4 D/j. lajwf«»»£ tifm SüMiauI Von Jaok London (Schluß.) Es gab nämlich weder Futter noch Master in der Nähe, und so konnte er die Belagerung nicht durchführen. Er blieb stundenlang vor dem Eingang stehen, behielt mich im Auge und verscheuchte die Moskitos mit seinen ungeheuren Hängeohren. Dann konnte es geschehen, daß er durstig wurde, woraus er einen Höllenlärm machte und brüllte, daß die Felswände zitterten und mir die häßlichsten Namen gab, die er. sich auSdenken konnte. Da» tat er natürlich, um mich einzuschüchtern. Und wenn er dann Eindruck genug auf mich gemacht zu haben glaubte, zog er sich leise zurück und versuchte sich nach dem Bach zu schleichen. Zuweilen lieh ich ihn fast hinkommen— e» handelte sich nur um ein paar hundert Meter— und sprang dann plötzlich heraus, worauf er sofort in seiner schwerfälligen Gangart wie ein Erdbeben umkehrte. Nachdem ich da» einige Male getan hatte, und er hinter meine Schliche gekommen war, änderte er seine Taktik. Er ergriff den richtigen Zeitpunkt, sehen Siel Ohne Warnung stürzte er davon, lief wie ein Wahnsinniger nach dem Master, in der Absicht, hinzugelangen und wieder da zu sein, bevor ich weglaufen könnte. Schließlich hob er die Belagerung auf, verfluchte mich nach allen Regeln der Kunst und trottete ohne weiteres nach dem Wasterloch. Dai war aber auch das einzig»-Mal, daß e» ihm gelang, mich zu erwischen— drei Tage dauerte der Spatz im ganzen— aber nach diesem Versuch gab er keine Pause mehr im Hippodrom.. Immer herum, immer im Kreis herum, wie ein Sechstagerennen, wo es nur auf mich ankam, denn er hätte nie«inen Entschlutz gefaßt. Meine Kleider wurden zu Fetzen und Lumpen, aber ich machte niemals halt, um sie auszubestern, so dah ich schließlich nackt wie ein Sohn der Erde, nur mit einem Beil in der einen und einen Stein in der andern Hand herumlief. Tatsächlich bliÄ ich, nie stehen, mit Ausnahme von kleinen Ruhestunden, in denen ich in Risten und Spalten der Felswände schlief. Und der Bulle wurde dabei sichtlich magerer und magerer. Zum Schluß"mutz er viele Tonnen an Gewicht verloren haben— und war. so nervös wie eine alte Lehrerin, die die richtig- geit zum Heiraten verpaßt hat. Wenn ich ihm nahekam und brüllte oder ihn au» der Ferne mit einem Stein traf, sprang er wie ein Fohlen und zitterte am ganzen Leibe. Und dann begann, er zu laufen, Rüffel und Schwanz steif von sich gestreckt, den Kopf über die Schulter gewandt und mit den boshaften Augen spähend. Und die Art, wie er mich verfluchte, war einfach schauderhaft, ES war ein ganz unsittliches altes Biest, ei» Mörder und Gotteslästerer. Aber am Ende ließ er alle diese Dummheiten und verlegt« sich auf» Winseln und Heulen wie ein Säugling. Sein Geist'brach zusammen, und er wurde zu einem zitternden Fleischgebirge vor Elend. Er bekam Anfälle von Herzklopfen, stolperte wie ein Besoffener, fiel hin und schürfte sich die Haut ab. Und dann heulte er, aber immer im Laufen. Oh, Mann, die Götter selbst würden mit ihm geheult- haben, und Sie und jeder andere Mensch auch. E» wat! ein jämmerlicher Anblick, eine Füll« von Elend, aber ich verhärtete mein Herz und ließ ihn weiterlaufen. Schließ« lich hatte ich ihn" völlig-besiegt, und er lag da, I atemlos, mit kaputtemHerz, hungrig und. durstig. I Als ich merkte, daß er sich nicht mehr rühren konnte, schnitt ich ihn die" Kniekehlen durch und verbrachte den grötzten Teil eine» ganzen Tages damit, das Beil in der Hand, um ihn herum- zMvaten, während er dälag, schnüffelte- und schluchzte, bis ich ihm endlich nahe genug auf"den Leib gerückt, war, um Schluß zu machen. Er lvar dreißig Fuß lang und zwanzig hoch, und man konnte«ine Hängematte zwischen feinen Stoßzähnen aufhängen und bequem darin schlafen. Abgesehen von der Tatsache, daß er sich dank" meinet Hetze die meisten seiner Säfte aus dem Leibe gelaufen hatte,.schmeckte«r sehr gut, und die Füße allein würden, im Ganzen geröstet, für.einen Mann zwölf Monate ausgereicht haben. Ich selbst verbrachte den ganzen Winter dort!"" „Und wo liegt diese, Tal eigentlich?" fragte ich. Er wies mit der Hand" nach Nordosten und sagte:'„Ihr Tabak ist wirklich? sehr gut, Ich nehm« eine tüchtige Portion davon in meinem Tabaksbeutel mtt, aber die Erinnerung daran wetde ich mit. mir.tragen, bis tch sterbe. Al- Zeichen meine« Anerkennung und- im Austausch gegen die Mokassin-, die Sie da tragen, will ich Ihnen diese Muelues Überlasten. Sie sind Er- inneruägen an Klooch und die" sieben kleinen Strolche. Aber sie werden sie auch an ein« Begebenheit erinnern, zu"der es kein Settenstück" in der Geschichte gibt, nämlich andie Vernichtung der ältesten Tierraffe auf. Erden und äst die der jüngsten. Ustd ihr größter Vorteil" liegt darin," daß sie nie aufgetragen werden Annen:""' Nachdem wir"den- Tausch vollzögen hatten, klopfte er die Asche au» seiner, Pfeife,-Mittelte mir-die Hand zUm vbschiedund verschwand im Schneegestöber.' Kongreß der Nationalen Vereinigung bereit» ohne Stttbrnh. SamStag begann in Prag der erste konstituierende Kongreß der kurz vor den Wahlen des Jahre» 1085 durch Zusammenschluß der Nationaldemokraten mtt den Gruppen" Stttbrnh und Dr. Mare» gebildeten „Nationalen Bereinigung", die sich sofort bet den Wahlen al» arger Fehlschlag erwiesen hat. Auf dem konstituierenden(I) Kongreß der Partei war die Sttibrnh-Gruppe, deren parlamentarische Vertreter aus dem gemeinsamen Klub bereit» ausgeschieden sind, schon nicht mehr vertrewn, so daß also im wesentlichen nur die alte national- demokratische Partei in Erscheinung trat. Die Frage der Nachfolgeschaft im Vorsitz nach dem verstorbenen Dr. Kramäk wurde so gelöst, daß ,,au» Pietät" sür Dr. Kramäk überhaupt kein Parteivorsthender, sondern lediglich vier Stellvertreter gewählt wurden, und zwar. Dr. Fische r-Olmütz, dem Kramäk selbst noch die Leitung der Partei übertragen hatte, Prof. Dr. H o d ä i, der seinerzeit einer der Hauptakteure der neuen Parteigründung war,, ferner Senator Trnobransky, der von Stttbrnh wbgesallen ist, und Senator Dr. Retz a k au» Pretzburg. ■ Ehrenpromotion Ätuleseu» in Preßburg. Jn-Prehburg-fandam Samstag dieftieclichePro- motion des früheren rumänischen Autzenminijters TituleScu zum Chrendokwr der Komenskh» Universität statt. TituleScu war persönlich erschienen. Er versicherte in einer Ansprache, daß die Kleine Entente nichts von dem Ziel»Wringen könnte, das sie sich gesteckt habe, und feierte den Völkerbund als höchstes internationale» Forum, bei dem da» Prinzip de» Rechte» und der Gerechtigkeit geltend gemacht werden könne. Kein« Stipendien für Hochschulstudien in Deutschland. Das„Pr. Tagbl." berichtet: Regel- niähig werden zwischen der Tschechoslowakei einerseits und Deutschland, Frankreich und Italien andererseits NeziprozijätS-Stipendien für.Stu-, dierende ausgeschrieben;'durch sie werde» Studie«' «ende aus der Tschechoslowakei in die.Lage verseht, an einer ausländischen Universität zu studieren. Umgekehrt besuchen ausländische Studierende hiesige Hochschulen. Studierende aus dem Deutschen Reich haben insbesondere die. technischen Hochschulen ausgesucht. Die Stipendien werden am schwarzen Brett der Universität angeschlagen. Gegenwärtig sind dort nur die Stipendien für französische und italienische Hochschulen zu finden. Die Reziprozität mit Deutschland funktioniert nicht, da die Bedingungen insoferne verletzt wurden, als hier im letzten Jahre die reichsdeutschen Studiere»»«» eine politische Tätigtest.entfalteten. Danzig Du Kamerad, der Wleohmann beschwert sieh nicht mehr beim Völkerbund, Nr. 144 Sonntag, 20. Sunt 193? Seite 3 tfudetendeutsifier Zeitepicgcf des für historischen Marktplatz tvnrde eine Abend» feier abgehalten, die massenhaft besucht Ivar. Der riesige Platz ivar mit tausenden Menschen beseht. Die Eröffnungsansprache hielt KreiSver» tra'uenSmann Genosse Stieber, für die Start und die sozialdemokratischen Organisationen sprach BIzebürgermelster Cerny. Die eigentliche Ansprache hielt der Verbandssekretär der SJ. Genosse Rudolf Geißler, der die Grüße des Verbandsvorstandes und seines Vorsitzenden Karl Kern überbrachte und mit kurzen Worten die Forderungen der Sozialistischen Jugend umriß. Immer wieder klang begeisterter Beifall auf. Ein von Genoffen Martin Grill verfaßtes Feierspiel, bei dem außer den Jugendlichen auch der Saazer Arbeitergesangverein mitwirkte, schloß die ein- dcuckÄvolle Abendkundgebung ab. Dann formierte sich ein gewaltiger Facketzug. Herrliche, zukunstsgläu- bige Jugend trug hunderte kleine Lichter durch die nächtlichen Straßen der alten Hopfen.metropole, die zu einem einzigen Feuermeer zusammen- floffon. Eine Flut von Licht und jugendlicher Begeisterung ergoß sich durch die nachtdnnkle Stadt, die tausende Zuschauer, die als lebendige Mauer die Straßen umsäumten, in ihren Bann ziehend. Freiheitl Freiheitl— immer wieder klang es jubelnd auf, stürmisches Echo in den Zuschauermassen auslösend. Saaz hat eine solche eindrucksvolle, von Jubel und Begeisterung getragene Veranstaltung seit langem nicht mehr erlebt.• s ch r i t t'möglich gewesen wäre, der umso höher. Verhandlung stattgesunden hat. Die von Pokorny, Strafaufschub wurde Erlbeck, obwohl er nicht vor- bewertet werden müffe, weil wir d i e s ch w e r- geführten Zeugeni kein Bruder Dr. Pokorny und I bestraft ist, nicht gewährt, da das Gericht Samstag nahm in Saaz der Jugendtag der Kreisorganisation Teplitz der Sozialistischen In» . gend, der gemeinsam mit dem Bezirksarbeiter- an' ihren Kämpfen schon unter Beweis öefteüt.tag avgehalten wurde, seinen Anfang. Auf dem erhob, verkündete der Richter den Beschluß, daß auf diesen Beweis verzichtet wird, da Professor Schranil nicht Augenzeuge des. Vorfalles gewesen ist. Der Angeklagte wurde zu einer Freiheitsstrafe von acht Tagen unbedingt und zum Ersätze der Kosten des Strafverfahrens ber- urteilt, da das Gericht als erwiesen angenommen die Ehrenbeleidigungsklage gegen Erlbeck über-! hat, daß der Angeklagte sich der Uebertretung der reicht, Über welche gestern beiyr Strafbezirksge- tätlichen Ehrenbeleidigung gemäß 8 1 des Ehrenricht in Prag(GR. Dr. U d r j a l). die Haupt- schuhgesetzeS schuldig gemacht hat. Der bedingte wurde.?!’ Dann sprachen Jng. Eantroch(Ministerium für öffentliche Arbeiten und Revierbergamt), Abgeordneter Brossik(Svaz horuikü), der die gemeinsame Aufgabe betonte und das Ziel heraus- stellte, welches in der Bereinigung aller Bergarbeiter in den beiden koalierten Verbänden gipfelt, Abgeordneter Macoun(ZGK, Internationaler Metallarbeiterverband, Graphische Union und KrelSgewerlschastSkommission Teplitz-Schö- nau), von dem wir erfahren, daß die deutschen Freien Gewerkschaften seit 1932 etwa 189 Millionen KJ und aus den Staatszuschüffen in der Höhe vön 888 Millionen Ui an Arbeitslosen» Unterstützung antzgezahlt haben, Krejsky(Gee, Vorsorge und Druck» und Verlagsanstalt-Teplltz) mtd Tichy(Revierräte von Prag und Revierrat Brüx). Außerdem nehmen an den Verhandlungen eine große Anzahl von Gästen der verschiedensten Körperschaften, teil, die wir nicht alle zu nennen vermögen."Ihre Anwesenheit bekundet die Verbundenheit ter Gesämtbewegung mtd der öffentlichen Korporationen des demokratischen Staates an den Arbeiten der Union der Bergarbeiter. Dee Vorsitzende verliest dann ein Begrüßungsschreiben deS holländischen BergqcbeiterverbandeS und eine erschütternde Darstellung'der.oberschlesischen Ärubenproleten, Worauf der UnionStag begeistert zustimmti den schwer ringenden Bergarbeitern in den'faschistischen'Ländern brüderliche Grüße zu übermittelt^ s vskHOMt«ter Unlonsvorstandes UnionSobmann Josef Z,fn n e r. verweist einleitend darauf, daß nicht gleich ein Verbands« tag der Union der Bergarbeiter stattgefunden hat, aüf'welchem eine so erfreuliche Berichterstattung über den s o z i a l p o l i t i s ch e»Fort- ' wachs von 707 Mitgliedern. Die Rechtsschutzkosten erforderten in den vier letzten Jahren den ansehnlichen Betrag von Uä 671.987.—. Schaffarsch berichtete dann über das Kalenderkonto, die Hausbilanz und die Siwation des Arbeitslosenfonds. Seit dem Jahre 1920 zahlte die Union US 2,485.818 ans eigenem tmd ferner dm Staatszuschuß von rund US 7 Million« an ihr« arbeitslosen Mitglieder auS. Die Zahl der Unterstützungstage betrug 649.464. Der Berichterstatter erläuterte nun die Finanzberichte und den Kaffaanswell und schloß seine erschöpfenden Betrachtungen mit folgenden Worten; Da« Erde, da« un» vom 10. Unionstag über- tragen wurde, hab« wir treu verwaltet. Der fundamental« Bau unsere« Berbande« blieb uuerschüt- tert, trotz der wog«, di« ihn umirwndeten. Galt 0 doch,«In« Epoche zu durchkreuzen, die für die Arbetterllaffe ungeheuckr schwor gewesen ist und von »er vielleicht einmal di« Historiker kommender Gene- ratiou« schreib« Word«, daß es die schwerste war, dt» ie eine Gewerkschaftsbewegung zu bestehen hatte. (Lebhafter Beifall.». Nach dem Bericht des Fachblattredakteurs, Karl Schmidt, der auf die Bedeutung der Zei- tiing verwies und darauf aufmerksam, machte, daß der„Glück auf" in drei Jahren seinen fünfzigjährigen Bestand feiert, und des Obmannes der Kontrollkommission W ö l f I t ck, wurde eine Entschließung angenommen, in der der Unionstag zum Ausdruck bringt, daß ihn die erfolgte Einstellung, des Staatszuschusses zur außerordentlichen Arbeitslosenunterstützung nach Artikel 3 des Gesetzes über die Unterstützung Arbeitsloser nach dem Genter System an die Arbeiter in der Metall» und Lederindustrie und im graphischen Gewerbe aufdasäußerstebefremdete, und worin er an die zuständigen Ministerien den eindringlichen Appell richtet, die Regierungsverordnung Nr. 79 vom 1. April 1986 zu verlängern und die Arbeitslosenunterstützung unverändert aufrecht zu erhalten. Die Verhandlungen wurden um 18 Uhr auf Sonntag vertagt. BegrilBungsabend Am Wend veranstalteten die Brüxer Organisationen zu Ehren des Unionstages einen Be- griißungsabend, der von rund 1000 Personen besucht war und dessen Programm die Arbeitersänger, Turner und Turnerinnen und ein Salonorchester bestritten. Im Mittelpunkt der Kundgebung standen die vom Zentralsekretär Emil Haase vorgestellten Delegationen der in- und ausländischen Gäste, die in kurzen Ansprachen zu den Teilnehmern Worte des Dankes richteten. Durch die Teilnahme dieser Vertreter der Berg- arbeiter-Jnternationale und der angeschlossenen Verbände aus einigen europäischen Staaten gestaltete sich die Manifestation zu einer internattonalen Kundgebung. Die Reden der ausländischen Vertreter wurden von Ehr t-Prag, der auch am UnionStag als Uebersetzer gewirkt hatte, ins Deutsche Überseht. ste K r i s e n p e r i o d,x unerschütterl über st and en haben.- Das, was geschaffen wurde, ist das Produkt unseres gemeinsamen Kampfes gegen die grausame Härte der Grubenbesitzer. Zinner gliedert seinen Bericht in drei Hauptgruppen und bemerkt, daß die Prager Berein« barungen vor allem eine wesentliche Sicherung des Arbeitsplätze« bedeuten; Dann beschäftigt er sich mit der Kartell Politik, den R a t i o n ali» sieruugSmethoden und den Bemühung«, die Ausfuhrquote an Kohle nicht zu verlieren. Die Union der Bergarbeiter darf ferner da« Verdienst für sich in Anspruch nehmen, Pionierarbeit zum Gesetz über die UnkLndbarke.it der Kollektivverträge geleistet zu haben. Die Staats- bahnkohlenlieferungen bedürfen unbedingt einer Regelung und das L o h n- Problem erfordert für die eine Hebung de» Lebensniveaus der Bergarbeiter beinhaltenden Kämpfe der Zukunft vollen Einsatz aller'Kräfte. Wir verbuchten in der Berichtszeit eine gewerkschaftliche Großtat, dar Gesetz über die Sanierung der Bruderladenversiche- r u n g, mehrere sozialpolitische Errungenschaften und die Bergwerksinfpektion, deren Erfüllung nur möglich war, weil unser Freund Dr. Czech als Minister für öffentliche Arbeiten mit großer Zähigkeit darum gekämpft hat. Zinner beschäftigte sich dann mit dem Kampf der Gegner, zeigte auf, wie die meisten Beamten auf den Schächten als SdP-Kameraden gegen die Union vorgehen, war besonders bei den Wahlen sichtbar wurde, und bewnte, daß im Hinblick auf die Beschlüsse der Regierung vom 18. Feber alle verantwortlichen Faktoren volle« Verständnis für die berechtigten Forderungen der Bergarbeiter ausbringen Müssen. Unsere Union— so schloß der Berichterstatter — hat allen Anstürmen standgehalten, viel geschaffen und viü erreicht. Da« gute Verhältnis zu unserem ttchechischen Bruderverband, die einwandfreie Unterstützung feiten« unserer Partei und die Treue der Mitglieder sichern un« für die Zukunft den Aufstieg zum Wohle der Grubenarbeiterschaftl(Lebhafter Beifall.) Nun folgte die herrliche Kundgebung Delegierten der französischen Bergarbeiter unsere Union, worauf der Haushalt des Verbandes vom Kassier Franz Schaffarsch erläutert >wnrt>e;" u-n-. äi.u u.e-.... ,, Ei ist ein alter Grundsatz einer Gewerkschaft«- bewegung, daß nicht die Organisation die-Kämpfe für die Arbeiterschaft Mit, sondern daß die Arbeiter mit ihr al« Waffe ihre Kämpfe schlagen. Unser Haushalt stützt sich auf jene Einnahmen, die ihm von den Mitgliedern durch die Beiträge zur Verfügung gestellt werden. Heuer verzeichnen wir-einen ZuSaaz im Zeichen*^••***• der Sozialistischen Jugend Nachtniel zur Ifelten-Affüre Dr. Schulz haben einwandfrei bestätigt, daß Po- iwaMi»p«Ci Mir kornh von dem Angeklagten Erlbeck durch Schläge Unbidlngt« Arreststrafe für den Täter in den Kopf tätlich beleidigt worden ist. Die von '''„';■, bet Gegenseite geführten Zeugen, Freunde und Die Rechtshörer Emil Erlbeck und Goebel, gewesene Zimmerkollegen de» Angeklagten, konn- welche sich an den Demonstrationen am 22. Otto- ten die Aussagen der Belastungszeugen nicht ent- ber 1986 an der juridischen Fakultät der deut- lräften, da sie während der Schlägerei nicht an- schen Universität beteiligt hatten, waren— wie lesend waren. Die Gegenseite hatte auch den neuwirseinerzeitberichtet hMn—von der Staats-^wählten Rekwr der deutschen Universität in anwaltschaft wegen der Uebertretung der leichten Prag, Prof. Dr. S ch r a n i l, den seinerzeitigen Körperverletzung,, begangen am Rechtshörer MC. Untersuchungskommiffär, als Zeugen geführt. Rudolf Pokorny, angeklagt tvorden. Das Straf-'Herr Prof. Dr. Schranil ist bei Gericht erschie- verfahren gegen Goebel mußte unterbrochen wer-„en. Während seiner informativen Einvernahme, den, da er sich im Auslande aufhätt. Erlbeck gegen welche der Bertteter des Klägers Einspruch Wurde von der Anklage der leichten Rörperver-■—-»* letzung freigesprochen, da nicht nachgewiesen wer den konnte, daß von der Verletzung, die er Po- kornh zugefügt hat, sichtbare Merkmale geblieben sind. Pokorny hat hierauf gemäß 81? des Ehren- schutzgesetzeS durch seinen Vertreter Dr.»Schwelb Unionstag der Bergarbeiter Erster Verhandlungstag— Begrüßungsansprache der GEste Eine bedeutsame Rede des Ministers Dr. Czech Brüx.(E.-B.) Samstag nm 10 Uhr Vormittag wurde hier im festlich geschmückten Heim der Bergarbeiter der Elfte UnionStag er öffnet. 78 Delegiert« und 88 Gäste an« allen Revieren des Landes und einigen Staaten Euro pa« hab« sich in Brüx eingefunden, um in einer ereignisreichen Zeit die für das Leb« der Berg arbeiter notwendigen Beschlüsse zu fassen. Auf der rot auSgeschlag«« Tribüne sieht man die Bilder der Präsident« M a s a r y'k und Benes und der Bergarbeitersührer Pohl und Caroli m. Kurz vor Beginn der Tagung er scheint Minister Dr. L z« ch und wird von den Kongreßteilnehmern herzlich begrüßt. Obmann Zinner widmet in seiner Eröff nungsansprache der Bedeutung deS Kampfes der Bergarbeiter auf Brüxer Boden eine geschichtliche Erinnerung und begriißt unter lebhafter Teil nahme des ganzen Vcrbandstages die große An zahl der Gäste aus dem In- und Auslande. Der Vorstand gedenkt aller Opfer des Bergbaues, de: verstorbenen Mitglieder(618) und Funktionäre und hält den gefaUenen Kämpfern gegen den Faschismus, vor allem den asturischen Bergarbei tern, einen herzlichen Nachruf. Diese Trauer kundgebung wurde ein eindrucksvolles Bekennt nis zu den hohen Zielen der dahingeschiedenen Helden. Der UnionStag beschloß bann, am Denkmal der Nelson-Opfer von Ossel und auf den Grübern von Pohl und I a r ol i m Kränz« niederzulegen.— Unter große« Bei fall wird beschlossen, an den Staatspräsidenten Dr. B e n e s ein BegrüßimgStekegramm zu s«dm. Die nun folgenden Begrüßungsansprachen, zeigen die große Wertschätzung, deren sich unsere Union der Bergarbeiter erfreut. Als.Bertteter der Stadtgemeinde.Brüx entbot Dr. Slemr der Tagung seinen Gruß, dessen AuSklang:»Starke Demokratie, starke Gewerkschaften, Glück aufI" lebhaften Widerhall fanden. Dethier spricht für die Internationale der Bergarbeiter und den bel gischen Bergarbeiterverband, alle Delegierten der solidarischen Sympathie des belgischen Pro letariats versichernd. Ghermonn,(Rumänien) findet prächtige. Worte der Mahnung, denn die. Freiheit, wertvoller, als. Brot, müsse immer ver» tetdigt werden. Matts«(Schweden) übermittelt die Grüße des.roten Nomens und Bürd Rens spricht im Namen von 899.060 organisierten Bergarbeitern ans dem Frankreich Lkon Blums. Alle die intereffanttn Darlegungen der auslän dischen Gäste werden von den Delegierten mit stürmischem Beifall ausgenommen. Nun erhält, besonders freundlich begrüßt, der Vorsitzende unserer Partei Dr. Ezech, das Wort(dessen wertvolle Betrachtungen Über die soziale Lage der Bergarbeiter wir an anderer Stelle abdrucken). Der UnionStag fühlt es bei den Grüßen Dr. Czechs, daß die DSAP als allei nige polittsch interessierte Vertreterin der Gru benarbeiter in Betracht kommt, wissen doch gerade unsere Bergarbeiter, wie oft diese Anteilnahme Eegen die klnstellung der KrlsenunterstUtzung Protestkundgebung der Arbeitslosen von Rothau und Neudek Samstag versammelten sich ans dem Marktplatz in Neudek die arbeitslosen Metallarbeiter, um in einer Kundgebung der Partei und Gewerk- schast gegen die Einstellung der Krisennnter- stiitzung in aller Oessentlichleit Protest zu erheben. Aus dem Gerichtsbezirk Neudek kamen die Opfer der Betriebsstillegungen in Rothau und Neudek zu vielen Hunderten und gaben laut und deutlich kund, daß sie nicht getvillt sind, die Einstellung der K r i ts e n» n t erst U h n n g ruhig h i n z u n e h m e n. Zur Tagesordnung sprach Abgeordneter Katz und Metallarbeitersekretär Werner. Genosse Katz wies darauf hi», daß die Arbeitslosen nicht dauernd Unterstützungsempfänger bleiben tvollen, aber solange die stillgelegten Eisenwerke nicht wieder in Betrieb sind, solange keine entsprechende Ersatzindustrie geschaffen ist, solange müssen wir verlangen, daß der Staat diesen Arbeitslosen auch eine ausreichende Unterstiihnng gewährt. .In einer Entschließung, die einstimmig angenommen wurde, wird die große Notlage des Bezirkes Neudek, vor allem aber der seit sieben Jahren arbeitslosen Metallarbeiter besonders unterstrichen und an die Regierung entsprechende Forderungen gestellt. Die Entschließung wurde an das Ministerratspräsidium abgeschickt. der Ansicht ist, daß der Vollzug der Strafe im öffentlichen Interesse gelegen ist, weil derartige Gewalttätigkeiten, wie sie sich Erlbeck hat zuschulden kommen laffen, weder unter de» Studenten, noch sonst unter der Bevölkerung Nachahmung finden sollen. Dec Verteidiger deS Verurteilten behielt seinem Mandanten Bedenkzeit vor. Besuch Dr.(sechs bei Kranken und Kindern Gesundheitsminister Dr. Czech besuchte anläßlich des Unionstages der Bergarbeiter in Brüx am Samstag einige Einrichtungen der öffentlichen Gesundheitsfürsorge. Zunächst begab er sich, begleitet von Sekttonsrat des Gesundheitsministeriums Dr. S v ö r a k, in das Brüxer Äezirkskrankenhaus, wo er vom Bezirkshaupt» nmnn und den Aerzten sowie den übrigen leitenden Funktionären des Krankenhauses begrüßt wurde. Der Minister dankte in tschechischer und deutscher Sprache und wies auf das neue Krankenhausgesetz hin, welches dar beste derartige Gesetz in. Europa werden wird. Der Minister unterzog dann das Krankenhaus einer eingehenden Besichtigung und nahm die Wünsche der Krankenhausverwaltung entgegen.. Nachmittag begab sich der Minister in das Kinderheim in Johnsdorf,-lvo Kinder von Arbeitslosen soeben sechs Wochen verbracht haben. Er ivnrde von den versammelten Buben und Mädchen stürmisch begrüßt und unterhielt sich mit den Kindern längere Zeit. Der Minister besichtigte alle Einrichtungen des Heimes und nahm mit Freuden wahr, wie gut es den Kindern während ihrer Erholungszeit gegangen ist. Von dort suhr Dr. Czech nach O b e r l e n- t e n s d o r f, wo er den im Kinderheim des Revierrates Brüx untergebrachten Kindern einen Besuch abstattete. Auch hier wurde der Minister herzlich begrüßt und es gab da ebenso wie in Pohnsdorf rührende Szenen, die davon zeugten, wie wohl sich die Kinder während ihres Aufenthaltes gefühlt haben, wie schwer es ihnen fällt, wieder von dort zu scheiden, und welch großes soziales und gesundheitliches Werk die Aktionen des Gesundheitsministeriums für die Kinder Arbeitsloser bedeuten. Nachdem der Minister noch den in Oberlen- tenSdorf untergebrachten Bergarbeiterpensionisten einen Besuch abgestattet hatte, fuhr er nach Brüx zurück. Die„reit" und ein Prlisldentenbesuch I» welcher Weise die„Zeit" gehässig fälscht, kann man wieder einmal in ihrer letzten SamS- tag-Ausgabe lesen. Das Henleinblatt bringt eine Nachricht über den Aufenthalt des Staatspräsidenten in Karlsbad. II. a. schreibt es:„Das Präsidentenpaar tvnrde allenthalben mit Tücher- winken und Nazdar-Rufen begrüßt". Die„Äaz- dar"-Rnfe sind in der„Zeit" gesperrt vermerkt. Sie will dadurch den Anschein erwek- ken, als habe sich die deutsche Bevölkerung von, der Begrüßung des Staatspräsidenten demonstrativ serngehalten. Dies ist nun unwahr. Der Präsident tvnrde vielmehr auch von den deutschen Betvohnern Karlsbads herzlichst begrüßt, weil sie in ihm auch den Mann ihres Vertrauens und einen Hort der Gerechtigkeit erblicken. Die Deutschen unseres Landes werden sich gerade durch die„Zeit" nicht abhalten laffen, den Repräsentanten der demokratischen Republik zu ehren. Uvbvleer und haßerfüllt ist di« Welt von heute. Der Sozialismus von morgen bringt Freude und Freundschaft.— Zeigt es deu Arbeiterkindern zum Kindertag! Seite 4 Sonntag, 20. Juni 1037 Nr. 144 Von den Kämpfen um Bilbao Dle-Heltzümstrittene Höhe del Dato mit den Befestigungsanlagen der Regierungstruppen. ' Ain'Nächmittag des ersten VerhändlüngS. tages der Union der Bergarbeiter in B r ii x kam eS zu einer eindrucksvollen Sympathickund- gcbung der französischen Bergarbeiter für die deutschen Bergarbeiter der Tschechoslowakischen Republik. Der französische Delegierte Bärd R cnö überreichte dem VcrbandStag eine Wid- mung des französischen Verbandes, eine allegorische Figur in Bronze kunstvoll darstellend und einen Bergarbeiter niit hoch erhobener Gruben- lümpc symbolisierend. Auf dem Sockel ist eine Widmung mit solgendcNl Wortlaut:„Lafide- ration des mineurs fran^ais en hommage de vive Sympathie ä la centrale des mineurs tchÄchoslovaques“(Die Föderation der französ. Bergarbeiter zum Zeichen der lebhaften Sympathie an die Union der Bergarbeiter in der Tschechoslowakischen Republik). Der Obmann des Verbandes, Zinne r, dankte in bewegten Wor- ten dem Sprecher der französische» Bergarbeiter siir das sinnvolle Geschenk und versicherte ihn der tiefsten Verehrung für das kämpfende Pro- lctariat Frankreichs, das unter Führung Löon Blums eine wertvolle Sicherung der Demokratie und'Menschlichkeit in Europa schasst. Die De'- legierten des Verbandstages begleiteten diesen schlichten Akt proletarischen Mitgefühls mit stürmischem, lang anhaltendem Beifall und bekundeten damit ihre lebhafte Verbundenheit mit den auf vorgeschobenen Posten kämpfenden Brüdern in Frankreich.■ Selbstmord im Präger Krcisgcricht. Beim Kreisstrafgericht in Prag findet"seit dem 15. Juni die Verhandlung gegen elf Angeklagte wegen deS VeibcechcnS des Militärvcr- rates statt. Einer der Angeklagten nanienS Anton Stäuber, für den sich bei der Verhandlung am 17. Juni eine sehr ungünstige Lage ergab, verübte am Abend des gleichen Tages in seiner Zelle in der Pause Mischen Mei Jnspektionsgängen Sclbstmond. lA m t I i ch.) - Enthoben« Notar«schießt de» Bonus- Stellvertreter. Freitag nachmittags verübte in Neusatz Paul Pavlovii, früherer Notar in Petrovo Selo in der Baranja, ein Revolverattentat auf den Stellvertreter des Banus des Donau- banats Bkctislav R a j i t. PavloviL war vor 'etwa Wochcnfrist von seiner Stelle., als-Notar enthoben worden, da er die Qualifikation-hiezu nicht besah. Freitag nachmittirg erschien er beim BanuSstellverireter RajiL und feuerte zivci Re- bolverschiisse aus ihn" itb,' die ihn" tödlich"trafen. Er verübte dann durch einen Schuh in den Mund Selbstmord. Der Vorfall hat grohe Erregung bervorgerufen. Briinn—rb— Samstag um halb 9 Uhr vormittags wurde vor dem Obersten Gericht unter Vorsitz. des SenatSpräsidcntcn Dr. Rudolf Prochäzka die Verhandlung Uber die gegen die Urteile im Belgo-Prozeh eingelegten Rechtsmittel eröffnet. Der Sachverhalt ist bekannt. Nach viertägiger Verhandlung wurde am 18. Feber vor dem Brünner Schwurgericht die 84jährige Marie Belgo von der Anklage derNnstiftungzumMeu- chelmord an ihren« Gatten, dem Obergerichtrat Velgo, freigesprochen, während der unmittelbare Mörder Wenzel Üermi des Meuchelmordes schuldig erkannt und zu dreißig Jahren schweren Kerkerverurteilt wurde. Der Freispruch der Marie Delgo erregte stärkstes Aufsehen, da nach der Anklage die kaltblütigen Vorbereitungshaudlungen, besiegelt durch ein ratenweise abzahlbares Blutgeld von 20.000 UL an den Mörder durch ihr ursprüngliches Geständnis erwiesen erschienen. Während der Verhandlung wurden Dinge angedeutet, die die Einstellung dieser jungen(sicherlich nicht makellosen) Frau zu dem um mehr als 80 Jahre älteren, körperlich mitzgestal- leie» und angeblich in seinem Geschlechtsleben nicht normalen Gatten in ein besonderes Licht rückten. Die Prozehleitung lieh aber die vom Verteidiger der Marie Velgo angebotenen Beweise in dieser Richtung nicht zu. Der Prozeß endete damit, dah die Geschworenen den Mörder Eernh schuldig sprachen. Was aber Marie Velgo betristt, so bejah- ten siez war die ihnen vorgelegte Schuld« f r a g e a n f A n st i f t u n g z u m M euch e l m o r a m i t» e u n S t i m m e n, bejahten aber gleichzeitig auch die Zusatzfrage auf unwiderstehlichen st,wann mit steten Stimm«, so dah das Schwurgericht mit Rücksicht auf diesen Schuld- aurschliehungSgrund Marie Velgo fr ei sprach. Der Staatsanwalt lieh die angemeldete Berufung gegen dar Urteil gegen Cernh, für welchen er die Todes- oder wenigstens lebenslängliche Kerkerstrafe verlangen wollte, fallen, dagegen verfolgte er seine Nichtiakeisbcschwerde gegen Marie Velgo mij.allem Nachdruck. Zimt Verständnis der Sachlage sdi'bemerkt, dah sich Nichtigkeitsbeschwerden gegen" Im Eisenbahnzug«trunken! Einen eigenartigen neuen Rekord, den der Champion selbst zwar nicht mehr geniehen kann, da er dabei den Tod fand, der aber immerhin erwähnenswert und höchst eigenartig ist, hat ein Mann aufgestellt, dessen Name aus verständlichen Gründen von der Cisenibahngesellschast verschwiegen wird. Er. ist nämlich im Eisenbahnzug ertrunken. Die Pacific Railways haben seit kurzem auher den Dancing- und Kinotheater-Wagen auch ein Schwimmbassin aus der Strecke New Uork—San Francisco eingesetzt. Das Bassin ist 22 Meter lang und dreieinhalb Meter breit und anderthalb Meter tief. Wenn der Wagen-schaukelt etnstehen die schönsten Wellen und für Nichtschwimmer" ist das Baden, wie besagter Vorfall zeigt, keineswegs. ungefährlich. Feueralarm im Unterhaus. Zu einem unbeschreiblichen Tumult kam es während der Sitzung des englischen Unterhauses am 18. Juni. Der Tumult hatte keine politischen Gründe, sondern man hörte plötzlich die- schrillen-Sirenen der Feuerwehr, die mit zehn Motorzügen donnernd in den Hof von Westminster einsuhren. Während die Abgeordneten von den"Sitzen sprangen" und an Türen und Fenster eilten, sahen sie bereits die hohen Feuerwehrleitern in Aktion, die Schläuche wurden schleunigst ausgerollt, so daß alles flüchtete, um keine kalte Dusche zu bekommen. Einen'Mömcnt lang schwirrte manchem der.Gedanke an- einen unblutigen- Staatsstreich-durch den Kopf, da Flammen oder Rauch nirgendswo zu sehen ivaren und man sich die Anwesenheit der Feuerwehr überhaupt nicht erklären konnte.-Dann stellte es sich heraus, dah die Feuerwehr durch einen Tclcphonanrus alarmiert worden war,- der von einer öffentlichen Fernsprechzelle erfolgte. Schwurgerichtsurteile ni em als- gegen(formell korrekte) E nts ch e.i düng e n. der Geschworenen selbst richten können,. sondern-stets nur gegen, vermeintliche Fehler des Beweis v erfahrens. - Im Fall der Marie Belgo konzentrierte sich der Angriff der." den Freispruch anfechtenden Anklagebehörde auf-den einen Punkt, daß der Schwurgerichtshof eine«n zulässige Zusatzfrage auf„unwiderstehlichen Zwang" gestellt, habe..- Alle Gründe, die die Angeklagte für ihren Widerwillen gegen, den Gatten angeführt,habe, hätten nach Ansicht des StaatSanwalteS, auf" gesetzlichem Wege(durch Ehescheidung upd AlimentationSan- sp'ruch) beseitigt werden können..Einem vernichteten Menschenleben stehe lediglich der Anspruch der Angeklagten" auf gesteigerter Wohlwollen gegenüber, die nur.durch den.Tod ihres Gatten in den Bezug einer W i twenpenlio nv o n 2240, K ö und in. den Besitz des großen Privatvermögenr ihres Gatte» kommen konnte. Dieser Zusammenhang wäre, nach Ansicht der. Nichtigkeitsbeschwerde, dien Geschworenen zweifellos klar- geworden," wenn da» Brünner Schwurgericht nicht,«ine Anzahl beantragter Zengen avgelchnt hätte.,, Ole Entscheidung des Obersten Gerichtes . Der Senat des obersten Tribunals wies zunächst in öffentlicher Verhandlung die Nichtig-- keitsbeschwerde des Wenzel Cernh a b. lieber die von diesem- eingebrachteB e r u f.u ng wird- in nichtöffentlicher Sitzung entschieden, Was dse Nichtigkeitsbeschwerde der Staatsanlvältschaft hinsichtlich des- Freispruches der. Marie..Velgo betrifft, so-sprach, das Oberste Gericht, indem es-sich in den wesentlichsten-Punkte» den Ausführungen der Nichtigkeitsbeschwerde der-'Brünner-StaqtS- anivaltschaft anschloh,-die- Aushebung des freisprechenden Urteils aus-und otdnete eine n- e-u"e-r.-l-i ch-e'-';P c r». h-a ndll ü.st g" d e s P-r'o z e-s.s-e S an. Zur/ Durchführung des"neuerlichen"P-rpzessed gegen -Marie Velgo würde das S chw u-r g e Mch t-i'ti N e u- T i t s ch e i» delegiert. Wer-sich diesen Scherz geleistet hat, wird wohl nie aufgeklärt, werden." Frontbriefe von Tschechoslowaken aus Spanien bringt die eben erschienene Nr. 8 der Bilderzeitschrift ABC. Der reiche Inhalt enthält ferner herrliche Aufnahmen aus Ibiza, eine. groß« Reportage von E. E. Kisch„Gablonz oder Glanz und Elend der Kinkerlitzchen" mit schönen Bildern von Gablonzer Arbeitern, einen Aufsatz über den„Götterbäcker von Saaz", ein Preisausschreiben, Kurzgeschichten, Berichte, Humor und zahlreiche Bilder und di« Fortsetzung des spannenden und aufregenden Kriminalromans„Schutz ins Kaffeehaus". ABC ist bei allen Kolporteuren und Zeitungsständen und in allen Trafiken erhältlich und kostet trotz seines reichen Inhalts und der überaus zahlreichen Bilder nur KL 1.80. D« Warenschmuggel aus der Tschechoslowakei, nach Sachsen und Schlesien, nahm während der letzten Monate einen ungewöhnlichen Umfang an. Da einige tschechische Staatsbürger wegen des Schmuggelns schwer bestraft wurden, ist die Zahl der Schmuggler in der CSR zurückgegangen. Aber die Not in Deutschland hat doch dafür gesorgt, dah- sich- jetzt Deutsche in grotzer Menge finden, die trotz dev. zu erwartenden hohen Strafen über die Grenze gehen, um Fett,-Butter, Gewürze, Mehl, Textilien und vieles andere in das „teuere" Vaterland zu holen. Der.Schmuggel geht nscht mehr kiloweise, sondern" fytzweise vor sich. Die aus der SS hervorgegangenen Hilfszöllner geben" sich zwar die grötzte Mühe, durch Schneidigkeit das„Dritte Reich" zu retten, aber ihnen fehlt- glücklicherweise- die- Erfahrung" der alten Zollbeamten. Und"diese sehen die Dinge vernünftiger an und drücken ost. die Augen zu. Heute. ist es jedenfalls so, dah auf der deutsche» Seit« für die Eingeweihten, die gut zahlen können,-so ziemlich alles zu haben ist, was es in vernünftigen Länder» noch gibt. Es. kam auf Schmug- -gelwegen herüber. Die Kehrseite: inRum- b irr g kostet ein Kilogramm Butter infolge der großen Nachfrage um 2 KL mehr als anderswo. Daktyloskopische" Sicherstellung eine»-Deserteurs.. Im Gebiete von Cäslau hielt die Gendarmerie ein Zigeunerpaar an,- das sich als Ehepaar auSgab. Zigeunerlegitimationen legten die-beiden nicht vor, weil sie sie angeblich in ihrem Wohnwagen vergessen hatten, den sie nun nicht finden konnten. Die-Zigeuner wurden in» Gefängnis eingeliefert und die Erhebungen zur" Feststellung ihrer Identität wurden«ingeleitet. Auf daktyloskopischem Wege wurde nun.sichergestellt,-daß-der angehaltene Mann d« von den Militärbehörden gesuchte Deserteur Wenzel Ku n e-und seine Begleiterin die Zigeunerin Bojena Janeikovä ist. Die..Gendarmerie sucht, nunmehr nach dem Wohnwagen des Paares. Vom Blitz getötet. Während des. Gewittersturmes,..der- über Cerny Ardov im Bezirke Eevljus(Karpathoruhland) wütet«, schlug der Blitz in das Anwesen des Arbeiters Tali ein und traf,die auf dem Bett sitzende Frau des Tali, die getötet-wuxde., Ihr-sechsjähriges Töchterchen er«, litt- Verbrennungen.- Das- Anwesen-brannte nieder.-...>,, Der älteste Mann Kanadas gestorben. In dem Städtchen". North"Bay-(Kanada) starb im Alter von.114-Jahren John Birch, der älteste Mann Kanadas..- Birch ist in Rußland geboren und: hat- an dem Krim-Krieg teilgenommen,' 100 Jahre Donau-Dampfschiffahrt. Die Feierlichkeiten-aus Anlab des 100jährigen Jubiläums der Dünäu-DaitipffchiffährtSgesellschaft"nähmen" SamStag morgens in Linz ihren" Anfang. Der Dampfer„Johayn Sträub", an-dessen"Bord sich die Festgäste-befinde»,'und das/ Dampfioot„Maria Anna", das denr ersten Schiff nachgebildet wurde, welches" die Donaustrecke-" Wien—Linz befahren hat, tsaten um"'S Uhr chie Reffe- nach- Melk- an."-- - In Füwland" wärnwr alS bei unS. Während in. West».und inMitteleuropa veränderliches" und" ver» ihältniSmäßig kühlere»'Wetters"vorherrscht, ist-- die wärme Lüft von Süd ruß land weiter gegen Norden und zwar bi» nach g i»-»I.a n d voige» drungen. Samstag um 14- Ahr" meldeten'- zum Beispiel die Stätiönen-sü. Deutschland"Und."in der West- hälfte-der Republik nur 17 il» 19 Grad, dagegen kion-Ltop-flug Noslceu-Uordpol-Lanffranclsco Moskau. Am Freitag, startete, das Sowjet« flugzcug„Änt-25" zu einem Nön-Stop-Flügi von Moskau über den Nordpol näch Nordamerika. Nach-Möglichkeit soll San Arnncisco angesteuert werden. Die Besatzung besteht, aus.den drei„Helden der Sowjetunion" Tschkalotv, Baidukow und Beljakow. Der Flug wurde" won" einer .eigenen Regicrungskommission sehr sorgfältig vorbereitet, - BIS zum 72. Breitengrad flog das Flugzeug in einer Höhe von etwa 2800 Meter längs des 88. Meridians, östlicher Länge, später, flog es. bei leichter Bereisung blind in einer Höhe von 4000 Meter. Um 22 Uhr 10 Min. befand.es.sich im Bereich von Franz-Jofefsland.-Die Funkvorbin« düng mit dem Festland funktionierte einwandfrei. Nach Ueberfliegung des Nordpols befand sich das Flugzeug am Samstag um 10.25 Uhr Moskauer Zeit aüf 84 Grad nördlicher Breite, die. Geschwindigkeit. der Maschine betrug 200 Stundenkilometer. Die WittcrungSbcdingungen in Nordkanada scheinen für die Sowjetflieger di« günstigsten zu sein. Nichtsdestoweniger wird erklärt, daß die Flieger dort den schwierigsten Teil ihres Fluges absolvieren müssen, da sich, zwischen dem großen Bärensee und Edmonton auf tausend Meilen keine geeignete Landungsstelle befindet. Da» Flugzeug ist ein Eindecker mit Klappflügeln und einem 12zylindrigen Motor von 050 HP. Da» Flugzeug führt 8000 Liter Benzingemisch mit und kann sich damit hundert Stunden in der Luft erhalten. An Bord befindet sich ein Kurzwellensender. Verbindung reift plötzlich ab Aashinston. Schon seit Samstag 10 Uhr hat keine einzige Militär-Funkstation im amerikanischen Rprdwesten ein« Nachricht von den sowjetrussischen Fliege»» aufgesangen, die eine» Flug über da» Polargebiet unternehmen. wurde» in. Finnland gleichzeitig ,24 bi» sogar 27 Grad verzeichnet. Infolge dieser Temperaturunterschiede bleibt dse Weit«entwicklung des Weiter» bei uns ziemlich unsicher. Wahrscheinliche» Wetter von heute: Noch unbeständig, zeitweise Schauer, in den böhmischen Ländern etwa» wärmer,- Westwind.— WetterauSsichte» für Montag: Die kommende Entwicklung de« Wetter» bleibt ziemlich unsicher, im ganzen jedoch weitere BewöllungSabnahme und Erwärmung möglich. Ziehung der Klassenlotterie ■(Ohne Gckwähr.)'-- Prag."Bei der'SamStag« Ziehung der 1. Klaffe der 87. tschechoslowakischen Klassenlotterie Wurden nachstehende Gewinste gezogen: 120.00» Kö Los Nr. 16.358. 50.000 Kö Los Nr. 116.418. 20.000 K5 die Lose Nr. 11.791, 21.952, 113:496. 10.000 K5 die Lose Nr. 7835, 35,716, 44.236, 45.586, 62.285. 5000 K5 die Lose Nr. 11.598, 11.879, 14.829, 33.561, 40.258, 60.751, 62.819, 64.829, 67.552, 100.870, 102.018, 110.905, 98.538, 82,474. 2000 K6 die Lose Nr. 2621, 7805,10.948,18.793, 14.942, 21.767, 28.929, 31.788, 45.729, 47.105, 49.412, 58.579, 61.795, 63.758, 66.914, 72.967, 76.078, 86.983, 89.866, 891405, 90.590, 92.508, 95.906, 99.499, 100.498, 102.144, 106.010, 106.797, 110.725, 111.829 usw. Vom Rundfunk Empfehlenswertes aus den Prosrammtai Montag Prag I: 7.00 Morgenmusik. 10.05 Deutsche Presse. 11.85 Bakulesänger.auf Schallplatte». 12.10 Slowakischer Tanz von Dvoiäk.-14.40 Schallplattenkonzert. l".4O Französische Lieder. 18.05 Deutsche Sendung: Schäffer: 800-Jahrfeier de» Markte» Adamsfreiheit. 18:15„Auf der Sommerfrische", Lustspiel von Multerer. 18.85 Die dänischen Vorfällen der Frau Charlotte Masarhk. 18.45 Deutsche Presse. 22.20 Litauische Lieder.— klrag II: 15-00 Schallplattenkonzert. 15.20 Deutsche Sendung: Fritta Brod: Balladen und Chansons. 15.50 Deutsche Presse.— Brünn: 14.20 Walzer auf Schallplatte». 17.40 Deutsche Sendung: Jurdsffch: Da» Wissen Wer den Menschen und sein künstlerisches Bild. 18.25 Arbeitsmarkt und Sozlalinformativnen. — Preßbura: 12.85 Rundfunkorchesterkonzert. 17.40 Altitalienische Lieder und Arien.- 22.85 Tanzmusik. — Kascha«: 12.05 Zigeunerkapelle. 16.10 Rundfunkorchesterkonzert.— Mähr-Oftrau: 17-40 Tanzmusik. 18.10 Deuffche Sendung: ArtAterfänlkr Karnlerr Eugenische Gesellschaft. 20.25 Rundfunkorchester« konzert-'. DienStag Prag I-r 10.05 Deutsche Presse. 10-15 Deutsche Sendung: Für- die Frau^10.80 Tonfilmlieder. 12.10 Au»„Meistersinger". 14.00 Deutsche Sendung: Dr. Eisner:- Gemeinsame» Heim.-18-05-Deutsche.Sendung: Horner: Wirtschaftsrelief. 18.15 Ouoika: Pas- stonrmusik. 18.45 Deuffche.Press«. 18.55 Au» dem deuffche» Kulturleben. 22-20 Kompositionen- von Krawee-Sender II: 15.00 SchaÄlatten. 15.15 Deutsche Sendung: Münnich: Im Faltboot im Polzenthal«. 15.25 Alte und neue Schlager. 15.50-Deutsche Presse.— Brünn: 17.40 Deuffche Sendung: Arbritersendung: Sozialinformattone»—«amler: Demokratie«nb«»»«erziehung. 18.20 Operetten- lieder. 21.05 Rundfunkorchesterkonzert.—PreßSargr 10.25 Ballettmusik. 22.85 Tanzmusik.—. Kascheur 11.05 Schallplattenkonzert: Rossini, Grieg, Johann Strauß usw. 12.85 Militärmusik.— Mähr.-Ofiräur 16.10 Populäres Rundfunkorchesterkonzert.•'' 1 Der Freispruch der Merle Velgo vom Obersten Gericht kassiert Neuerliche Verhandlung vor dem Schwurgericht Neu-Tltschein . Str. 144 Sonntag. 20. Juni 1037 Seite 8 Jchmerzen verfliegen bei Rheuma, Giebt, bchiu, wenn der Kranke direkt in p den uxkrlftlgan, nnprlparler« len Schwefelquellen badet. Dleaee Ideal der modernen Balneologie wird' verwirklleht TRENCIANSKE TEPLICE NOM»« WM Handwerksm&BIgkelt der Gablonzer Glaswarenerzeugung ' Unter Zahl 105 erschien in der Sammlung der Gesetze vom 18. Juni eine Verordnung Wer die Verhältnisse in der Erzeugung von Gablonzer ÄlaSwaren, welche diese Erzeugung als Hand- Werkgewerbe(mit"der Einschränkung nach 8 1, AKs, 5 der Gewerbeordnung)- erklärt. Damit wird allgemein der Befähigungsnachweis für die Ausübung des Gewerbes eingeführt, wobei die Verordnung' gleichzeitig festsetzt, wer von der Erbringung dieses Nachweises befreit ist. In einer zweiten Verordnung wird genau aufgezählt, waS Unter Gablonzer Erzeugung zu verstehen ist. Der Dividendenregen 'Die' Generalversammlung der C a r b o- ru ndum-Werke-A.-G. nahm Kenntnis, daß der'Bruttogewinn von 20.8 auf 27.2' Mil» liouen Kronen gestiegen ist. Der Reingewinn erhöhte sich, von,.2.5 auf 8.1 Millionen Kronen. Es wird eine Dividende von acht. Prozent gegenüber sechSProze.nt sm Vorjahre verteilt. Die Tantieme würde'tzon 81.888 Kronen auf 115.251 Kronen erhöht. Die ErsteDöhmische Glasin- dustrieA.-G. in Bleistadt bringt sechs Prozent gegen vier Prozent Dividende im Vorjahre zur Auszahlung. Di«' N o r d b öhmische Kohlenwerks- Gesellschaft lieh ihrer Generalversammlung die Auszahlung von- SV Kronen Dividende pro Aktie.(im Vorjahr 30 Kronen) beschliehen.> Die'^Sa N ä-'M'a rg-a ni tt«- A.-G. gewährt 4.8 ProKNt-DiSIdende,^nachdem sie in den letzten Vahren leine Dividende ausgeschüttet hatte. Die Entwicklung unseres Exportes seit 1029 ; Insolvenzen ta den HmidelSgekneben ün Mai. Hach der amtlichen Statsstit.wurden in der Tsche» chbslewakei im verflossenen Monat LI Konkurse übet das Vermögen von WarengeschäftSinhabern lim April ebenfalls 21)' verhSvgt und' da»'Ausgleich«» Verfahren in 45 Wien(im April st6) eröffnet.' Verursacht keinei Für D l.a b eil k or in.gleicher 2usarnM?>' Abfiihr>Er Weichungsmittel^ der Leckerbissen nimmt, immer nachteilig. Im Gegenteil: die Umstellung aus Ersatzprodulle schafft neuen Bedarf verschiedenster Art. So braucht man z. B. zur Verarbeitung.von Buna zwei» bis zweieinhalbfach mal mehr Kraft als.zur Verarbeitung von Kautschuk. Infolgedessen benötigt die Gummt-Jndu- ftrie neue Rohkautschukpressrn, neue Motor«, neue Schalter, Leitungen usw. So geht es auch in anderen Industrien, und auf diese Weise trägt die Rohstoffnot dazu bei, der ganzen Wirtschaft den Charakter fieberhafter Tätigkeit zu verleihen. Allerdings wird auch diese Art Konjunktur jetzt durch den Eisenmangel gefähttwt, weil die Ma- schincnindustrie nicht mehr di« neuen Maschinen liefern kann, die für die Umstellung gebraucht werden. !. Die hauptsächlichste Wirkung aber sind Be- trsebseinschränkungen,'wie sie aus den verschiedensten Gegenden uiw zahlreichen Betrieben, geweidet werden. So fällt bet Daünler-Benz in Berlin in der Abteilung Kurbelwellenbau seit Mille März die dritte Schicht aus. In einer anderen Berliner Maschinenfabrik hat man schon im Mai 500 Arbeiter auf Urlaub geschickt, um Kurzarbeit zu vermeiden. In hannoverschen RüstungS- betrieben kommt es vor, daß die Arbeiter am Morgen wieder nach Hause geschickt werden, weil nicht weitergearbettet werden kann. An Sachsen haben die DKW-Werke ihre Arbeiter in Scharen zu den 8-Wochenübungen der Reichswehr einziehen lassen und mußten dann doch in einzelnen Abteilungen zur Biertagewoche übergehen. In einer sächsischen Bleiwarenfabrik mußten von 800 Man» 480 feiern, weil es an Rohstoff fehlte. Das sind nur einzelne Beispiele, aus einer Unzahl von Fällen herausgegriffen. Polizeiminister eine Macht ausüblen, die loeit in das Reich Hinausstrahlte, führte Hellmann den Vorsitz in der Landtagssraktion und räumte seinen Freunden die parlamentarischen Schwierigkeiten aus dem Wege. Die ungewöhnliche Langlebigkeit des sozialdemokratisch geführten Preu- ßenkabinetts war in nicht geringem Maße sein Verdienst, Jahrelang war Heilmann einer der mächtigsten Männer Preußens, aber auch einer der bestgehaßten. So war eS kein Wunder, dah sich nach der Machtergreifung Hitlers die Wut der Verfolger auf Heiünann istttrzw.,Erstaunlicher ist die Zähigkeit, mit der. die heutigen.Machthaber.'diesen Mann durch jahrelang« Qualen zu vernichten bestrebt sind. Warum wird Heilmann nicht aus dem Konzentrationslager entlassen? In den vier Jahren seit seiner Gefangennahme haben die Nazi ihre Terrormacht so ausgebaut, daß ein Entrinnen ins Ausland so gut wie unmöglich ist. 2>n Inland aber könnte Heilmann keine gegen das Regime gerichtete Tätigkeit entwickeln, er würde, ständig hewacht, hier nur selber bei dem- ersten Versuch wieder sestgenonuncn iverden, sondern auch seine Heiser mit ins Verderben reißen. Heute kann keine sogenannte illegale Arbeit In Deutschland von Personen geleistet werden, die politisch bekannt sind', und auch die Unbekapntcn riskieren, von gefügigen Richtern zum Tode oder zum lebendigen Verfaulen im Zuchthaus verurteilt zu werde::. Welche Gefahren hat das Dritte Reich von Heilinann noch zu befürchten? Welcher Grund besteht noch, den jetzt 57jährigen seine» vier Kindern, die er seit vier Jahren nicht mehr gesehen hat, und seiner tapferen Frau vorzuent- halten? Heilmanns Schicksal teilen neben zahllosen Unbekannten auch mehrere bekannte Führer der Sozialdemokratischen Partei, so der ehemalige Ministerpräsident von Braunschweig, Dr. Jasper, und die' ReichStagSabgeordncten Doktor Mierendorff, Dr. Leber und Dr. S ch u- macher. Bon ihnen gilt— abgesehen davon, daß sie reinblütige„Arier" sind— dasselbe wie von Heilmann. Sie sind Kriegsteilnehmer, Kriegsfreiwillige und Kriegsbeschädigte. Schumacher hat nur noch einen Arm. Leber,'«in geborener Elsässer, hat für Deutschland optiert und für Deutschland gekämpft— hätte er sich anders entschieden, wäre er heute vielleicht Minister der Volksfront in Paris. Einst riefen, die deutschen Generale den ausziehenden Soldaten zu:„Der Dank des Vaterlandes, ist euch getvißl" Daß eiüer von ihnen sich der ehemalige» Soldaten angenom- men hätte, die jetzt die Konzentrationslager füllen, ist nicht bekannt geworden.' .M und zu dringen Gerüchte Ins Ausland, daß einer oder der andere dieser Märtyrer in die deutsch« Freiheit entlassen worden sei. Leider haben sich bisher alle als unbegründet erwiesen. Soll die furchtbare Drohung des Polizeigewol- tigen Himmler, man werde die„Unverbesserlichen" bis zu ihrem Lebensende, in Haft halten, zur Wahrheit gemacht werden? Wird die Welt sich mit dem Gedanken abfinden, daß Männer» gegen die nicht einmal ein Staatsanwalt des Dritten.Reiches eine Anklageschrist zustandebringt, auf-jeden Rest von Freiheit, Menschenglück und Menschenwürde verzichten müssen, bis man sie endlich auf irgendeinem Gefangenenfriedhof einscharrt? 1 Die Rohstoffnot in Deutschland Auch die Rüstungsindustrie In Bedrängnis Ter BirrauSftoh im April war mit 564.400 Hektoliter gegen 514.700 Hektoliter im März saisonmäßig stärker, aber um 2.1 Prozent kleiner als in derselben Zeit des Vorjahres. Der Weinausschank ist im April gegenüber dem März zurückgegangen(von 46.100 auf 41.400 Hektoliter), hingegen ist der Verbrauch von Sodawasser, Mineralwasser und Limonaden größer gewesen. Die Regierungsverordnung gegen unbegründet« Verteuerungen, die im Oktober 1036 erlassen wurde und ein Jahr lang gelten sollte, wurde durch eine Freitag publizierte neue Regierungsverordnung auf unbestimmte Zeit verlängert. Rückgang der landwirtschaftlichen Ausgleiche. Aus der letzten amtlichen Statistik geht hervor, daß im Mai die Anzahl der landwirtschaftlichen Ausgleiche gemäß der Regierungsverordnung 76/1086 zurückgegangen ist, und zwar von 86g lApril 1937) auf 208, wobei auch die gesamte Ucberschuldung abgenommen hat(12,516.427 Kc im Mai, gegen 80,706.841 flö im April). LebeniUngllch eingekerkert? Die Schutzhaftgefangenen des Dritten Reiches Laien und selbst Techniker, die nicht mitten im deutschen Wirtschaftsleben stehen, können sich von dem.Umfang und den Auswirkungen des Roh» swffmangels in Deutschland kaum eine. Vorstel lung machen. Auf allen Gebieten..fehlt es' am nötigsten: an Eisen, Stahl und anderen Metal len, an Wolle und Leder, an- Holz Und Papier- Auch die.Rüstungs-Industrie kann sich den Folgen der Röhstoffnot nicht mehr entzjehen. Unter ihnen leidet.die Qualität der hergestellten Waffen, insbesondere der Geschütze, der Tanks, der Torgedos usw. Wolfram- und Ehromnickel» stahl dürfen nur noch zu HeereSzwecken verwett» bet werden, aber die notwendigen Legierungen sind in der. alten- Güte nicht mehr herzustcllen. Der Ersatz von Chromnickelstahl durch Molhb» dän-Stahl erhöht, die Kosten um 30 Prozent, liefert aber schlechtere Produkte. So wird in der Berliner Lokomotivfabrik Borsig, die jetzt Kano-- nen fabriziert, darüber geklagt, daß die Rohr« der Langrohrgeschütze häufig springen. Auch bei der Lankfabrikation«nfftehen große Schwierigkeiten. Ein« würüembergische Fabrik schätzt die Haftbar» leit ihrer stählernen Produlle auf 50 Prozent der früheren, E» fehlt sogar an gewöhnlichem Gußeisen. Die Herstellung von Maschinen, die zur Ausfüh rung des Bierjahresplanes benötigt werden, ver zögert sich um viele Monate, weil es an Eisen fehlt. Bleche, die früher dreimal gewalzt wurden, müssen jetzt fünfzehnmal durch die Walze geschickt werden. Bei den Autobahnen soll in Zukunft die Verwendung von Eisen- und Eisenbeton-Kon struktionen nach Möglichkeit eingeschränkt werden. Man will wieder zu den alten Steingewölbebau» ten zurückkehren. Der Eisenmangel hat dazu ge führt, daß auf dem Lande jetzt viel Fachwerkbau ten errichtet werden. Die Genehmigung für pri vate Bauvorhaben ist zurzeit überhaupt nicht zu erlangen. In Siedlungen werden nur noch ge meinsame Bäder für mehrere Wohnungen ge baut, weil eS an Material zu Rohrleitungen fehlt. Baupolizeiliche Sicherheitsvorschriften wer den eingeschränkt, weil der Rohstoffmangel ihre Durchführung unmöglich macht. Groß ist auch der Mangel an Kupfer, Mes sing, Zink und Blei. Für elektrisch« Leitungen gibt es statt Kupfer Aluminiumlegierungen. Er satzstoffe wie Slellron oder Selonin sind bei de» Arbeitern äußerst unbeliebt, weil sie bei den kleinsten Verletzungen esternde, schwerheilende Wunden verursachen. Kupfer wird im allgemei nen nur abgegeben, wenn«in entsprechendes Quantum Alttupfer geliefert wird. Löt-Zinn.ist llscht'.zu Hkonchien..• Für, DachxipzM veriveyhtt man v-rzinll-S.Eiscnblcch. Äse,rohre in Bieraus schänken werden durch' Porzellanröhre ersetzt, Musikinstrumente werben, aus den Fabriflagern äbgeholt und«ingeschmolzen und die Messingbe standteile werden durch unbrauchbare Legie rungen, manchmal durch Eisen ersetzt. Hoch im Presse gestiegen sind alte Auws und Schisse, weil sie Materialien enthaüen, die meist kaum noch zu bekommen sind. Dian hat nach den übrigen Metallen nun auch das Eisen kontingen- tiert und dabei das Ausfuhrgeschäft besonders be günstigt. Die für den Export nötigen Sisenmen- gen werden für da» ganze Jahr bewilligt..Für MS sonstige Geschäft dürfen in den Monaten Mai bi» Juni nur 75 Prozent des Verbrauchs vom Vorjahre verwendet werden und für Juli/August ist die Quote vorläufig sogar auf nur 55 Pro- zent des vorjährigen Verbrauchs festgesetzt. Nicht minder drückend liegt die Rohstosfnot auf der Textilindustrie. Baumwolle ist knapp und von schlechter Qualität, besonders über die tür kische wird sehr geklagt. Die aus wollenen Lum pen hergestellte Kunstwolle ist kontingenllert. Ein Problem bleibt die Verwendung von Vistta, der....EM,. au» Holz hergestellten Faser, die die Wolle er«- von den hundert Geschichten, die man über sein setzen soll. Vistra ist für Damenkleider, Hemden-! Schicksal erzählt, Wahrheit, was Dichtung ist. stoss, Möbelstoff usw. aut zu verwenden, bewährt Heute weiß man mit Sicherheit nur soviel, dah sich aber nicht in Verbindung mit echter Wolle, er eine» 3Äges. bis zur Unkenntlichkeit entstellt, Aus Bistra und Wolle hergestellte Garne lösen eine blutige Masse, im Lazarett lag und mit dem sich leicht auf, die Gewebe halten nicht warm und Tode rang. Auch sein Wesen hatte sich vollstän- ~• dig geändert. Der einst aufrechte und stolze Mann schien damals einem gehetzten, verängstigten Tier ähnlicher al» einem Menschen. Seitdem hat er, wie man erfährt, seine seelische Gesundheit und einen Teil seiner körperlichen Kraft zurückgewonnen. Nur auf dem linken Bein hinkt er noch— eine Zugabe zu der Kopfverletzung, die er im Krieg erlitten und di« ihm ein Auge gekostet hatte. Al» junger Redakteur der«Chemnitzer Volksstimme", Kollege des späteren Reichswehrministers Güstav NoSke, war Heilmann freiwillig ins Feld gegangen. Man erinnert sich bei dieser' Gelegenheit, daß es in Deutschland früher zwar keinen„Nationalsozialismus", wohl aber einen natwnal betonten Sozialismus gegeben hat. Der.Jude Ferdinand Lassalle war sein Begründer. Der Jude Ludwig Frank fiel für ihn zu Beginn des Wevkriege» bei Baccarat. Der Jutde Ernst Hellmann war sein leidenschaftlicher Apostel. Das Denkmal Ludwig Franks in Mannheim ist von den Nazi zerstört worden. Heilmann, sitzt seit mehr als vier Jahren, in Konzentrationslagern. ' Nach, dem Kriege wurde Heilmann in den Preußischen Landtag, gewählt. Ein« glänzende Rednergabe und ein außerordentliches Perhand- lungStalent förderten seinen'Ausstieg. Während Braun ussh Severing als Ministerpräsident und Sci’t 0 ~o;,tntticiiioTrnf Sonntag, 20. Juni 1037. ein NEUER MENSCH 4127 i2525252525E5252525252 Direkt!» Illr die(SR In Prag V nach erfindlicher Renovierung am Montag, den 21.AunlL wieder eröffnet JSZ5ES252S25HSHEaS25HS MOORBAD KUNNERSDORF Soxlalvenkherungf Briefkasten HOHE TATRA Dr. SZONTAGH-SANATORIUM Tiotntcit Sprache hörtl Dreiste' Aelratsanträgc, übertriebene LicbeSschlvUre, Eifersuchtsszenen. Alles lauft auf dem Schnürt eines an den Haaren herbei» gezogenen Zufalles; eine Mischung von Kirchengesang und Film-„Orgien" mit Zigeunennusik, von sogenanntem- Patriotismus und LiebcSkitsch. Die männliche Hauptrolle spielt Alexander Sved. ein guter Sänger, aber kein Schauspieler und die wunderschöne Kamilla Horn, die, wenn man so sagen darf, verständnislos auf der Leinwand herumsteht. Ein Film, den man zur Abschreckung vorführen sollte..— Ferner läuft noch ein Bauern« schwank„W er zuletzt, l a ch t",- ein• heiterharmloses Spiel, in dem man Lucie■ Englisch in einer lustigen Nolle sieht und neben ihr Oskar Sima und Harald Paulsen. Anspruchslose Unter- haltungsware für die Zeit, da'jeder schon gerne aus dem Lande sein möchte. fk Post Oschitz, Station Kriesdorf.Teleplion Oschitz I hellt Rheuma, Gicht, Ischias, Frauenleiden ZcitgemUßo Preise, vorzüg). Unterkünfte und Ver- oflcgung. Tlixl, Konzerte. Nene Strandbadanlage.■ Kurhausgarten.’ Tennisplatz, Kegelbahn. Waldreiche Umgebung für kurze Wanderungen. Pro» anekte und Anfragen durch die Kurverwaltung, CAPt POST. Reichenberg . Karl Lienhard A Ce Figaro, am meisten hervor. In dem zuletztgcnannten Künstler, lernte man einen Figaro kennen, dessen schauspielerische Gewandtheit nicht minder überrascht tute die Qualität und routinierte Behandlung seiner ansehnlichen Stimmittel.»Nur werden diese in der Höhe noch freier werden müssen, ebenso wie die Darstellung noch an persönlicher Eigenart gewinne» must. Einige kleinere Nollen waren—- keineswegs Vorteil« . haft— neu besetzt. Es hätte eigentlich ein gutes Borzeichen zu sein, daß die Opernspielzeit just mit einer Mozart-Neueinstudierung abschließt. Denn vermutlich und hoffentlich wird auch, die kommende Herbstsaison der Oper ihre Arbeiten im Zeichen Mozarts wieder äufnehmen, da. der 125. Urausführungstag der Oper„Don Juan" am 20. Oktober hinlängliche verpflichtende Beranlaffung dazu tvärc. E. I. Shakespeares„Wie es Euch gefällt" wurde als ' letzte Neueinstudierung für die Sommermonate vom Ständetheater herausgebracht. Das Stück erfuhr ganz bedeutende Striche und eine ganz modern« Ausstattung. Die-Tragödie der vom Onkel lund Usurpator der väterlichen Landes) vertriebenen Rosalinde, die sich nach dem Ardcnner Walde wendet, um mit dem dort in Verbannung lebenden Vater zusammeuzukonunen, und der sich die Tochter des Herzogs und sein Lieblingsnarr anschliesteu. verwandelt sich bald in ei» Lustspiel voll überfchäumcndcr Lebenslust. Der Adenncr Wald bietet einen märchenhaften Hintergrund für die Menschen, die hier naturverbunden und Nur dem GenUste hingegcbcn leben, wobei selbstverständlich die Liebe eine graste Rolle spielt. Diese zwei Motive- unterstrich Firi Frejka in seiner Regie, indem er die AuS- stattnng- auf das Minimum beschränkte, um die Handlung schärfer hervortreten zu lasten. Um die Zentralgestalt der Rosalind«, die von Jikina Sej» balovä hauptsächlich mit Uebermut und lustiger Ucbertrribuug gespielt wurde, von der sich die zarte Fröhlichkeit der Eelia lRcn.'Libertinovä a. G.) vorteilhaft abhob, gruppierte sich eine Anzahl gut charakterisierter Gestalten. ES sei nur der ländlich primitive Schäfer der H. Roland und der höfische Narr der H. Stipänek hcrvorgchoben. Wenn auch die allzustilisierte Natur wenig von der mvstischcn Kraft des Waldes verraten konnte(die zwei graSbcdeckten Drehscheiben weckten wohl dir Neugier, weniger aber Illusion), unterlagen doch die Zuschauer dem ewigen Zauberer Shakespeare und belohnten die Miiwir- kendcii mit lebhaftem Beifall. Nene niodcrn anmutend« Kostüme schuf Nell» Arnstein, die sich hiebei der Ausfassung der Regisseurs gut anzupassen wustte. m. i. Zwei Vorstellungen I« Wölbstein- Garten.' Heute„I e d e r m a n n". Beginn 8 44 Uhr abends. Sitzplätze Ai 25.— bis 50.—. Ermässigung für Abonnenten 20 Prozent, Stehplätze Ai 8.— Vorverkauf vormittags an der Theaterkasse; restliche Karten ab 8 llhr im Waldstein-Palair. Bei un- giinstiger Witterung wird die Veranstaltung auf Montag, den 21. Juni, verschoben. Eventuelle Berlautbaning durch den Rundfunk! Wochenspielplan de» Reuen Deutschen Theaters. Sonntag halb 8: Axel an der Himmelstür, volkstümliche Vorstellung, Abonnement aufgehoben.— Montag: geschlossen.— Dienstag halb 8: Aida, A1. — Mittwoch halb 8: FigaroS Hochzeit, B 2.— Donnerstag halb 8: Die EsardaSfürstin, E 2.— Freitag: geschlossen.— Samstag halb 8: Die Fledermaus, volkstümliche Vorstellung, Abonnement aufgehoben.— Sonntag halb 8: Die Esar- dasfürftin. Wochenspielplan ter Kleinen Bühne. Sonntag: geschlossen wegen Freilichtaufführung.— Montag: geschloffen.— Dienstag 8: Unentschuldigte Stunde, volkstümliche Vorstellung.— Mittwoch: geschlossen wegen Freilichtaufführung.— Donnerstag 8: Leuchtbrunncn, Bankbeamte 2 und freier Verkauf. — Samstag 8: Phgmalion.— Sonntag 8 Uhr: Menschen auf der Eisscholle, volkstümliche Vorstellung. Wer inseriert vedaust! Novli Smokovec, 1010 Meter. Indikationen: Erkrankungen der Lunge, Heilung-Prozesse, Erkrankungen des Kehlkopfes, tuberkulöse Erkrankungen der. Gedärme, Knochen, Gelenke und anderer Organe. Die. Lungenheilanftalt steht im Ner- tragsverhälinisse mit dem Hellfonds der StaatSangestelltcn, mit der Zentralver- fichcrungSanftalt u. allen'Krankenkassen. 4205 werden sie In den-." Schrothschen Kuranstalten Nieder* LIndewlese- CSR AMMRlWM in guten tschechischen Familien U. Pcnsionatcn vermittelt'' Jugenddienft, Prag H, PorSilskä 2: 4162 r Jugendabteilung des Allgemeinen Angestekltin»' Verbandes. Wttwoch. den 28..Juni, spricht,.Happt- jugenbleiter H. Müller aus Reichenberg." Themar „Was ist die freie Gewerkschaft und warum organisieren wir«n» im Allgemeinen.Angestillten-Ner- band." Beginn: 8 Mr abend» im Heim, Prag- II-,' Smeökagaffe 22, 3. Stock. Iümst und Mösen, Figaro» Hochzeit. Mit dieser recht stiunnungS- armcn und musilalifch bedenklich unsauberen und wackligen Neueinstudierung hat das Opcrncnsemble des Prager Deutschen Theater» seine künstlerischen Arbeiten vor den Sommerferien beendet. Kapellmeister Fritz Z w ess g lpar musikalisch für sic vcranttvortlich. Er reicht kcineslvcgs an die gerade Mozart so zugute konnneude rhythmische Straffheit Pros. Georg Sztll» heran, von dem er die Oper übernommen hat, und ist auch als Dhnamiker für Mozart nicht uüanzenrcich genug in den Klaugschat- ticrnngcn. Diesmal vcrmistte man auch Sorgfalt und Gviauigkeit, so dast nicht alles. reibungslos glückte und namentlich die Ensembles ohne den notwendigen festen Zusammenhalt waren. So blieb auch die stilistisch einheitliche. Wirkung, des Werkes aus und der Hörer lpar auf dieEinzcllesstungen angewiesen.'Unter diesen ragten dieGaftsängcrinFrl.Hilde Konetzni als tonedle und ausdrucksvolle Gräfin, Frl. Harriet H e» d e r s als entzückend lebendige, charmevolle und gesanglich austerordentlich kultivlerte Susanne, Fr. Nah» als stimmlich und darstellerisch auSge- zcichnetcr Ehcrubi», Hagen als repräsentativer Graf und der verpflichtete Hans Paweletz«IS Ringkamps mit einem Einbrecher. In der Nacht .auf gestern wurde in mehreren Prager Vierteln«ine liiazzla abgchalicn, bei der uichrcre von den Gerichten gesuchte Personen angebalten werden konnten. Einer der hieran beteiligte» Detektive begegnete, als er durch die Fochstraste nach Haust« ging, au der Ecke der Pölrostgasse den polizeibekannten und gefährlichen 80jährigen Einbrecher Rudolf V rann aus KobhliS und stellte ihn. sofort. Vräua setzte sich jedoch zur Wehr, schlcilderte den Detektiv zu Boden und verletzte ibn leicht; dennoch gelang cs diesem schliestlich,. ihn zu überwältigen. Bräna ging sichtlich auf«inen Einbruch aus, da sieben Nachschlüssel sowie ein Brecheisen und verschiedene andere EinbruchSwcrkzcuge bei ihm gefunden wurden; ferner hatte er einen-in Papier eingewickclten stein bei sich, dessen er sich zum Einschlagen von Auslagscheiben zu bedienen pflegt. Beim Kleiderpuven verbrannt. Vorgestern abends putzte das 27jährige Dienstmädchen Beatrix Zima in der Wobnung ihres Dicnstgebcrs in Ko- schirsch Kleider mit Benzin, wobei sie durch Ungeschicklichkeit ein brennender Zündhölzchen in die Nähe brachte. Ihre Kleider fingen sofort Feuer; die Hausmeisterin konnte die Flammen ersticke», ' doch hatte die Zima bereits lebensgefährliche Verbrennungen 2.- und 8. Grades erlitten. Die Rettungsgesellschaft brachte sie auf die Klinik Sam- berger. Bon den Prager deutschen Volksschulen.. Ter Verein deutscher Schulfreunde in Prag XIX macht alifmtrksam, dast mit dem kommenden Schuljahr INN7/38. in der deutsche» Privatvolksschftle mit Oesfentlichkeitsrccht in Prag XIX, Aintrova 22. die vierte aufstcigende Klasse eröffnet wird. Ein- schrcibbugen in die erste bis vierte Klasse finde» am 28. und 80. Juni von 8 bis 12 llhr vormittag» statt. Anskünfte bcrcittllilligst bei der Schulleitung oder telephonisch unter Nr. 76808. filme In Prager Lichtspielhäusern Urania-Kino- Jugo und GriindgenS in„Phg- maliou".— Adria:„Die Prinzessin aus der Vorstadt."n gleiche« Zuianin’eniotzii''^ ohne Zucker Mit der Bezeichnung D in jeder Apotheke