Sozialdemokrat gentralorgan der Deutschen sozialdemokratische» Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit»«««ahme de« Montag täglich früh 7 Ein-elprei» 70 Heller Redaktion und Verwaltung: Prag XII., Fochova 62- Telephon 58077- Herausgeber: Siegfried Taub- Verantwortlicher Redakteur: Karl Kern, Prag 17. Jahrgang Donnerstag,,^4. Juni 1S37 Aus dem Inhalt: Neäas über den Mangel an qualifizierten Stellungen Ständig wachsende Beschäftigung Internationale Arbeitskonferenz für 40-Stundenwoche In der Textilindustrie Streit um Pilsudskls Sarg Nr. 147 Hitler weicht veröden Westmächten Austritt aus der Kontrolle, aber keine weiteren Rache«Akte England schwer verstimmt Die Befürchtungen der Weltöffentlichkeit,: die Nacht zui» Mittwoch werde ein zweites Almeria dringen, sind einen» Gefühl der Erleichternng gewichen, seitdem man weist, daß Deutschland fürs erste keinen neuen Gewaltakt im Mittelmeer plant. 2m Laufe des Mittwoch Haden Italien«nd Deutschland in London Note» überreiche» laßen, in denen sie ziemlich gleichlautend mitteilr», daß sie an der Seekontrolle der spanischen Küsten nicht weiter teilnehmen werden, da ihnen die gefordert« Genugtuung verweigert wurde. Die deutsche Presse begleitet diesen Schritt mit grobschlüchtige» Beschimpfungen der spanischen Regierung und des spanischen Volkes. DaS Entscheidende ist aber, daß nach den, Dienstag und Mittwoch abgehaltenen, Konferenzen Hitlers mit den Oberkommandanten der Wehrmacht Deutschland nur den diplomatischen undvorlänfigkcinei« militärischen Schritt unternommen hat. Es verkantet sogar, daß beide Mächte im sogenannten„Nichtein- , mischnngSausschnß" bleiten wollen. Meldungen auS London lichten den Hintergrund der Berliner Entscheidungen ei» wenig auf. Darnach haben Frankreich«nd England gemeinsam i n B c r l i n erklären lassen, daß man«in weiteres Bordringe» Deutschlands in Spanien nicht dulden und einen Gewaltakt gegen Spanien als einen ,,n n fre n d li ch e» Akt" auch gegen Großbritannien betrachten werde. DaS bedeutet in der Diplomatensprache ein« ausgesprochen ultimativ« Drohung. Unter dem Eindruck der vollkommenen Solidarität der Westmächte und der cntschiedcnon Sprache, vor allem Englands, das diesmal wieder, wie um die Jahreswende in der Marokko-Afföre, plötzlich gm«z eindeutig gegen Berlin Stellung genommen hat, ist Hitler— bzw. seine Ratgeber— augenscheinlich vor den Konsequenzen einer Gewaltaktion zuriickgeschreckt. ES erweist sich wieder, daß Berlin nur die Sprache eindeutiger Drohungen versteht, vor dieser Sprache aber klein ieigilt. Fürs erste ist eine ungeheure Gefahr gebannt. Freilich vermag niemand zu sagen, in wel-. ches Abenteuer die nazistischen Beherrscher Deutschlands das deutsche Bolk nun stürzen werden. Daß die schwere diplomatische Niederlage noch nachwirken wird, ist kaum z« bezweifeln. Vie Basken In neuen Stellungen Madrid. Nach einen« offiziellen Bericht des BerteidigungSministeriumS organisieren sich die Regierungsabteilungen ai« der BIScaya-Front in nenen Stellungen. Air der Santander-Front bombardierte die Regiernngöartillerie mit Erfolg die feiirdlichen Stellungen bei Pibber». Südlich vom Tajo wurde ei» Angriff des Feindes zurück- geschlagen und die Regierungstruppen besetzten den wichtigen strategische«« Ort Eerr» del Madrono. Kapitel„Nichteinmischung“ Ron«. Nunmehr wurde daS fünste Ber- zeichniS der in Spanien gefallener« Legionäre veröffentlicht. Es handelt sich um 43 Man», durchwegs Flieger. An diesen« Berichte wird auSgeführt, daß die italienische Luftwaffe im ganzen 218 Regierung Sm aschiner» abgefchossen h a t. Mussolini habe angeordnet, daß die Name«« dieser gefallene«« italienischen Legionäre am Denk«nal der für die faschistische Revolution und für das italienische Kaiserreich Gefallenen mit- verzeichnet werden. . London. Der'Router-Korrespondent teilt auS Gibraltar mit, daß End« dor vergangenen Woche in M al aga ei» Kontiugout voi«- über ip.000 italienischen Soldat«-« eingetroffei« ist ünd-dast psttt für dir»Schsten Dige weitere Mili- tärabteilungen«wartet werden. Staat und Kapitalisten Warren.(Havas.) Das Einschreiten der -Militärischen Stellen, zu lvelche» es im Auftrage der Gouverneure der Staaten Ohio und Pennshl- vania gekommen ist, verursachte einen zeitweiligen Waffenstillstand im Streik der Stahlarbei- ter. Die Direktion, der Stahlgesellschast in Uoung- stouwn leistete dem Auftrage des' Gouverneurs Davoh« zur Oeffnunst der Fabriken keine Folg«. Die Zahl der Streikwachen wurde vermindert und die Streikenden sollen die Waffen abgelegt haben. Die Direktion der Gesellschaft erklärte weiters, daß die Staaten sich Rechte anejgnen, die ihnen-nicht zustehen und die Freiheit.der Arbeit unterdrücken. Präsident Roosevelt, der die Aktion des Gouverneurs Davoye billigt, sandte an die Direktion der Stahlgesellschast ein Tele- granmi, in welchem er ersucht, daß sie die Fabriken offne. Die Verhandlungen, in der Vermitt- lungsaltion schreiten sott. Der maßgebende Faktor der Arbeiterorganisationen John Lewis forderte seine Anhänger zur Ruhe auf. London.(HavaS) Auf. verschiedene im Unterhaus über die Lage in Spmiicn gestellt« Anfrage«« erklärte Minister Eden u. a., daß die englische Negierung zur Zeit nicht beabstch- rigc,'Franco das Recht einer kriegführenden Partei, z u«z u e r k e n n e n. Stockholm.. Der Chef der schwedischen Flugwaffe, General Friis,.begibt.sich am LS., Juni zu-einem-Bestich nach. E.n g l a n d, um die !britische.:8lugwaff« und Flugzeugindustrie zu besichtigen. Der Besuch wird bis züm 80. Juni dauern, President venei besichtigt die Karlsbader Exportmuster-Lager Eger,. Der Präsident>der Republik' Dr. E. BciieS besuchte Mittwoch daS Karlsbader Export» müsterlager der Handels-'-'und, Gewerbekaiymer in Eg.e'r.. Er befand sich. in Begleitung seiner Gattin Fräu Hana Benesovä und des' Ministerialrates Dr. Cihak. Der Präsident wurde voiuÄräsidenten der Händels- und Getverbe- kannner in Eger Jng. Schcrb und dem Vizepräsidenten^äbrikanten.ssPsetfer soiuie dem Sekretär der-Kginmer begrüsjt. Dem Präsidenten der R«» piiblik wurde weiter dec Vorsitzende des tvestmöh- mischen Regiünalverbändes Generaldirektor Meissel vvrgcstcllt. Präsident Dr. BeneZ äußerte sefne Aneckennünss ü,bor die Einrichtung-des.-Export- mMUagetS uyd-.^ÄMWMprschletztztw,"ias uordtvcstböhnlische Gebiet betreffende wirtschaftliche und soziale Frage«?.'' . Loudon. Die. international« Lage,, die durch, daß Scheitern.der Beratungen. der Kon- trollmächte entstand, steht im Mittelpunkt der Erörterungen. Dabei überwiegt das deutliche B«-' streben, Distanz zu den vergangenen. Ereignissen! zu gewinnen, dir in allen kritische« Augenblicke» unerläßlich ist. Die»Time s" setzen auseinander, warum die Beratung««« der Kontrollmächt« scheiterten. England und Frankreich hätten zumindest dasselbe Interesse wie Deutschland gehabt, daS Neu- tralitätSsnstem wieder aufzurichtrn. Neutralität bedeute aber Unterordnung unter unerläßliche Notwendigkeiten und sie umschließt nicht nur die Kontrolle der spanischen Häfen, sondern es muß vor allem ihr Hauptziel sein, daß Spanier über das Schicksal Spaniens entscheiden und keineswegs ändere Mächte. Ein Erfolg in der Rentralitäts- politik wäre von England als Basis für jede deutsch-englische Berftändigun» erachtet worden. Wenn DeutschlandeSvorgrzogenhat, die auf die Wiederherstellung des Reuträlitäts- ftzstemS gerichteten Bestrebungen um des an sich ungeklärten und im ganzen bedeutungslosen Zwischenfalles der»Leipzig" wegen z u stören, dann sei eS kein Wunder, wenn man dies»nit der inzwischen aktuell gewordenen Regierungsumbildung in Frankreich in Zusammenhang bringt und es ergebe sich die Frage, ob Deutschland seine Feindschaft zu einem Staate zum Preise seiner Freundschaft mit einem anderen Staate machen will. Die Antwort liege bei Deutschland. Bei der jüngsten Einladung-Englands an Deutschland hatte die Regierung Chamberlain die Mehrheit der englischen-Politiker hinter sich? di« Berailtwortnng für die Znrückwei- sung der Einladung hurch Deutschland könne nicht« England angelastet- werden. London.(Havas.) Die Londoner Journalisten unternehme«« in ihren Blättern Pen Versuch, eine Antwort aus hie Frage zu finden, wel« (her Art in den letzten Tagen die wirklichen Pe- wcggriinde der deutsche» Politik sind'. Einige Punkte können bereits als bewiesen angenomme«« werden: 1. Der Zusammenhang zwischen dem aufgeschobenen Besuche des ReichSaußenininisters von Neurath und der llnnachgiebigkeit Deutschlands im Falle des Kreuzers„Leipzig". 2. Sicherlich gibt«fö auch einen Zusammen- hang zwischen tau beiden ersten Tatsachen und dein Siege der Truppen des Generals Franco bei Bilbao. Mit bei« Erfolgen der Franco-Truppen gewinnt neuerlich die Politik der unentwegten Nationalsozialisten die Oberhand. Auch das Verhalten Deutschlands gegenüber der Tschechoslowakei bestätigt die Theorie, daß Deutschland zur Unverträglichkeit zurückkehrt. 8. Möglich ist es auch, daß eil« Znsanunen- hang zwischen der Geste Deutschlands und der französischen Regierungskrise besteht. Die Londoner.Presseleute erklären« jedoch einmütig, daß in einem solchen Falle, wenn Deutschland glaubte, daß nun für seine Pläne eiye günstige Gelegenheit gekommen sei, es sich sehr irre, denn die n e u e R e g i e r u n g in Paris besitze die g l e i ch e M a ch t, wie sie die vorherige besessen hat. 4. Allgemein sind die Journalisten der Ansicht, daß Deutschland aller Wahrscheinlichkeit nach der englisch-französischen Festigkeit weichen werde, die neuerlich, in der Zusammenkunft der Botschafter ihre Bestätigung'fand sowie vor dem zaudernden Verhalten Italiens. Viele bemerken jedoöh,man.könnte- H-i-tl'crs Taten-nie» m a ls v ö ra u S s e h e n.- Slum kommt wieder Unser Pariser Korrespondent, der Gelegenheit. ' hatte, die letzte französische. Regierungskrise ans der Nähe zu beobachte», hat den Nachfolge«,dc«i Artikel geschrieben, bevor die Zusaninicnsctzung der Kabinetts ChautempS feststand, bevor also bekannt war, daß Leon Blum in diese Regierung als Stellvertreter des Ministerpräsidenten berufen werden wird. Dec Inhalt der Darstellung zeigt jedoch, dah unser Korrespondent die Situation richtig beurteilt und den Titel des Artikels n«it Voraussicht gewählt hat. B. V. Paris. Löon Blums erstes Volksfrontkabinett gehört jetzt der Geschichte an, cs erhält eine römische Eins beigefügt, denn jedermann ist sich in Frankreich klar darüber: Blum lonnnt wieder, Blum ist nicht nur der Führer der weitaus stärksten Partei des Landes, die ein natürliches Anrecht auf den Posten des Ministerprä» sidente«« besitzt, sondern er hat sich auch als der erfolgreichste französische Staatsmann erwiesen. An Frankreich ist kein politischer Erdrutsch einge- tretcn, nicht die Vorboten eines Kurswechsels erscheinen am Horizont. Die Unnachgiebigkeit des Senates hat Lton Blum zuin Rücktritt gezivun- gen, aber die Volksfront hat weder an Einigkeit noch an Schlagkraft verloren. Während der Senat die Ablehnung des Ermächtigungsgesetzes beschloß, hat das Volk bei den Nachwahlen sein wahres Gesicht gezeigt. Ueberall siegten di« Vollsfrontkan- didaten oder sie befinden sich in günstiger Position'für die Stichwahl. Der Tag,-an dem Blum zurücktrat, brachte vor allem den Sieg' von-vier einfachen Arbeitern und Kleingewerbetreibenden über den Faschisten Doriot und' dessen' Gefolge.' Dociot war die Hoffnung des Großkapitals uns eines halben Dutzend Zeitungen, die zur Finanzoligarchie im Hörigkeitsverhältnis stehen. Der Zusainmenbruch DoriotS in dessen eigener Hochburg ist ein Schlag, für alle seine Gönner von Laval über die- von der Nationalisierung bedrohten Versicherungsgesellschaften bis zur NSDAP. Lton Blum ist nicht geschlagen, nicht unterlegen. Wer kann von einer Niederlage sprechen nach einem Jahre so fruchtbarer Arbeit, nachdem serienweise Leistungen vollbracht Ivurden, die in der Geschichte der Dritten Republik ihresgleichen suchen müssen, nachdem Frankreich unter L«!on Blums Führung der Welt ein Beispiel gegeben hat. Lton Blums Regierung war ein einziger großer Sieg des Sozialismus und der Werktätigen Frankreichs, daran vermag auch der Ausklang nichts zu ändern. Viele Sozialisten sagen heute, Blum hätte um jeden Preis das Staatsruder weiter halten sollen, aber wäre dies in« § Rahmen des parlamentarischen Apparates möglich gewesen? Die Regierung hatte Vollmachten verlangt, um der Drohung zu begegnen, die infolge des Treibens der Spekulanten und dec Kapitalsdesertionen auf den öffentliche» Finanzen und der Währung lastete. Mit hundert Stim» men Mehrheit nahm di« französische Volksvertretung das Ermächtigungsgesetz an. Der Senat jedoch eilte den Saboteuren des Franc zu Hilfe, er ließ sich von einem Verschwärerzirkel beeinflussen, dem der ehemalige Ministerpräsident Laval, der Generaldirektor der Banque de Paris et des Pays-Bas, Moreau, und einige andere Feinde der ktzolksfront angehören. Der Angriff aus die Regierung begann auf der Börse«nit einer.Mißtrauens- und Gerüchtekampagne, dann käin der demonstrative Rücktritt der Finanzexperten der Regierung Rist, Baudoin und Rueff verbunden mit dem Tratsch über ein Geheimmemorandum, das sehr deprimierende Angaben über Frankreichs Stagtsfinanzen enthalten sollte und der dritte Akt dieses vorüberlegten Feldzuges der 200 Familien gegen die Volksfront spielte sich im Senate ab. Die Mehrheit des Senates, zu der nicht wenig VerwaltungSratSmjtglieder von Aktiengesellschaften gehören, durchkreuzte durch siiste» matische. Opposition die FiNanzpläne der Regierung. Dreimal wurde das Ermächtigungsgesetz dem Senatsplenum vorgelegt, dreimal wurde eS abgelehnt. Die Finanzkommission hatte einen neuen Text ausgearbeitet, der von den Vollmachten soviel abstrich, daß der Regierung jede Freiheit des Handelns genommen worden wäre. Löon Blüm und seine Mitarbeiter sahen, daß auf dieser Basis eine Einigung nicht.zu. erzielen war. Der erste-Ministerpräsident der«Volksfront gehört nicht zu jenen Politikern, die auch den kläglichsten-Kompromissen'zugenejgt sind, wen» sie sich, dadurch an der Macht«halten-.können.»Die Bis hierher und nicht weiter! . Ungewöhnlich scharfe(Demarche der Westmüchte in Berlin London. AuS einer Reutermeldung qeht.hervor. daß das wichtigste Ereignis deS Tages nicht die Ueberretchung der-deutschen Rote in London,"sondern eine-englisch-franzö» s-i sch«.Demarche war» die in« Auftrage vop London mjidPariS die Botschafter H en de r-» s o n und FraneoiS Poncet Mittwoch vormittags.«m halb elf Uhr. in der Wilhelmstraße in Berlin durchgeführt haben. Die vorbereitcndenBeratungenfür diese Demarche erfolgten Mitt, woch«norgenS zwischen Eden und Corbin im Foreig».Office. Die Demarche der beide» Botsthafter stimmte dem Inhalte-nach im wesentlicheirlüberein, wenngleich di e englisch e Fassung an Schärfe di« französische ühertras. Henderson hat den deutsche« Reichsaußenminister v. Neurath s« aller $»r«t darauf aufuterksam. gemacht, daß Großbritannien die deutsche Regie, rung nachdrücklich vor jeder direkten Aktion gegen Spanien tv a r n e, die es als„ph freust d l i ch e H a n d l u n g g«e g e« G r otz- r i t a« n le«" ausfalsch««tüstte. ijj Daraufhin habe von Reurath die bekannte Erklärung abgegeben, daß das Deutsche Reich nicht beabsichtigte, andere Schritte als de« Austritt aus dem Rontrollabkomme« zu unternehme«.- Seite 2 Donnerstag, 24. Juni 1937 Nr. 147 Die neuen Gehaltsabzüge Statt 4 nur 0*8 Prozent/ Bis 9000 KC entfallen auch diese Durch die eben erschienene RegierungSver» ordnung 117/87 werden die Abzüge von den Ge- Haltern der StaatSangestellkn im Sinne der seinerzeitigen Zusicherungen, der Regierung neu geregelt. Die Verordnung ist von einer Unübersichtlichkeit, die ihresgleichen sucht. Sie läuft darauf hinaus, daß die Abzüge nach der Verordnung 252133, die vier Prozeit(bei Gehältern bis zu 7200 K6 und bei Pensionen bis zum 6900 KL nur zwei Prozents betrugen, inzwischen aber schon einmal reduziert wurde», überhaupt aufgehoben werden. Dafür tritt bei den ersten durch daS G e- setz 204/32 an geordnete» Gehaltsabzügen, die 3 bis 10, bei Pensionen 5 iiS 15 Prozent betragen,«ine Erhöhung um 0.8 Prozent ein. lei dm Aktivbezüge» und Pmsionm über 0000 KL. Damit sind bei dm«iederm Bezügen die Abzüge nach der Verordnung 252183 überhaupt te- feitigt, währmd sie bei dm höheren Bezügen«ne mehr 0.8 statt ursprünglich vier Prozent betragen. Die Abzüge nach dem Gesetz 204132 bleiben aufrecht. Die Nachzahlungen für das erste Halbjahr 1087 sollen bereits im Juli ausbezahlt werden; jene Staatsangestellten und Ruheständler, deren Bezüge 9000 KL nicht überschreiten, erhalten die Nachzahlung erst im August. Hier erfolgte die Streichung des Abzuges von 0.8 Prozent offenbar erst im letzten Moment, so daß«ine neue Durchrechnung der Nachzahlungen erforderlich ist, die einige Zeit beansprucht. Aenderungen an der Wehrerziehung Fliegerschutzausbildung nur bis zu 50 Jahren/ Herabsetzung der Stundenzahl Der WchrauSschutz des Abgeordnetenhauses nahm Mittwoch vormittags die Regierungsvorlage Mer die Wehrerziehung mit einigen Aenderungen an. In derselben Fassung wurde die Borlage am Nachmittag auch noch vom Kulturausschuh angenommen, der sich vor allem mit den der Schule, bzw. der Schuljugend neu auserlegten Pflichten befaßte. Die Amderimgm betreffen im wesentlichm«ine Herabsrhung der ober« Altersgrenze für die zivile Fluzabw.ehr von 80 auf 50 Jahr«;„wenn es die Interessen der Natlmuüverteidigmig erfordern", kann jedoch diese G«nze durch Verordnung wieder auf 80 Jahre hinanfgcseht werden. Rach Pernrgraph 10 soll eine Verordnung feft- legcn, auf welche Weis» für die S e l b st v e ir- waltung die Bedeckung der neuen Ausgaben beschafft wird, di« au» der Durchführung de» Gesetze» erwachsen. Die Zahl der AuSiUdimgSftundm wird(ausserhalb der Schul«) für di« 14- bi» 17jährigen von 80 auf 70 und für dir Aeltenm bi» zur Assentierung von 100 auf 90 jährlich herabgesetzt. Aeltere Jahrgänge könnm nach genügender Ausbildung von der weiteren Teilnahme an den Uebungen befreit werden. Zur Elementarausbildung im Schiessen in Ber- einm dürfen nur Luftgewehr« mit der entsprechenden Uebnngömunition verwendet werden. Dadurch will man da» Entsteh»» bewaffneter ziviler Organisation« vermeide». Segen Ueberlastung der Schüler " Der Referent de»-KultmaurschussesJ a»>a erklärte, mit Rücksicht auf-die ohnedies schon bestehende Ueberlastung der Schüler müsse da» Schulministerium die Lehr- und Stundenpläne auf» neue überprüfen und regeln, damit die Wehrerziehung keine weitere unerwünschte Belastung der Schüler bring«. Da» sei möglich, wenn au» den Lehrplänen und Lehrbüchern alle überflüssigen Erkenntnisse gestrichen werden, die für die allgemeine Bildung ent- bchrlich sind. Neue Gegenstände dürfen— namentlich an Mittelschulen— solange nicht eingeführt werden, als sich die Wehrerzitzbung nicht völlig eingelebt hat. Diese Forderung wurde dann auch in einer Resolution niedergelegt. In einer zweiten Resolution wird die Gleichstellung der Turnprofessoren mit den Mrigon Professoren verlangt. Eine dritte Resolution fordert obligatorische ärztliche Untersuchungen an allen Schulen, um so eventuellen Schäden vorzubeugen, die die Schuljugend bei der Durchführung der Wehrerziehung an der Gesundheit nehmen könnte. Am Abend nahm auch der BudgetauS- s ch u h die Borlage an. Ein Antrag R e m e S, dass jene Schulen nickst da» Recht haben sollen, die Wehrerziehung durchzuführen, die nicht mehr als sechs Monat« im Jahr und nicht sechs Tage pro Woche Unterricht haben, wird in den Aus« kchußjbericht aufaenommen.(Damit sollen die Fortbildungsschulen eie. ausgeschlossen werden; in dieser Fassung würden aber auch alle j ü d i« s ch e n Schulen ausgeschlossen, die am Samstag freihaben, was sicher nicht beabsichtigt ist!) Vie Kosten Der Referent Dr. B r d l l k gab eine Heber« sicht über die entstehenden Kosten. Die edulatorische Vorbereitung in der Schule verursacht keine neuen Ausgaben. Da die Ausbildung im Freien erfolgen soll, werden auch kein« neuen Turnsäle nötig sein. Für die Ausbildung der 14- bis 17jährigen wird die Zahl der Turnlehrer erhöht werden müssen. Man rechnet damit, dass etwa 8.000.Zentren der Wehrausbildung" notwendig sein werden; hier entstehen den Gemeinden Auslagen, zu deren Deckung da» VerteidignngSminIsterium beitragen wird. In den ersten zwölf Monaten werden insgesamt etwa 68 Millionen erforderlich sein. Der Wehrausschuß nahm ferner eine Reso- lution. an, in der die Regierung aufgefordert wird,' Maßnahmen M tieften, um den unbemittelten Arbeitslosen den für die Uebungen notwendigen ArbcitSanzug sowie Schuhwerk auf Kosten der Staatsverwaltung zur Verfügung zu stellen. Flelschsteuer fUr Hausier soll ermäßigt werden Ein Antrag Jaksch auf Novellierung des Gesetzes 199/36 Durch das Gesetz 199/86 wurden die Bestimmungen über die Fleisch st euer dahin geändert, daß diese Steuer für Landwirte mit dem Betrag von KL 1.50 pro Hektar landwirtschlinunste Situation würde geschaffen", so sagte der Ministerpräsident,.!,wenn wir dem Lande den Eindruck gebe» würden, daß wir tvirklichc Voll- inachten besitzen, Ivährend wir'doch nur einen trü- gerischcn Schein von ihnen besäßen." In klarer Weise zeigte sich in den Tagen der Krise die Absurdität einer veralteten Bersaffungs- einrichlung. Der Senat, eine auf acht Jahre mit Hilfe eines komplizierten, indirekten Wahlsystems gebildete Körperschaft, trotzte der Regierung, hinter der die Dcputiertenlammer steht, die sich aus wirkliche» Volksvertretern zusammensctzt. Vielleicht hätte Blum den Widerstand des Senates gebrochen, wenn die Zeit nicht gedrängt hätte. Jeder Tag lonnte neue Gefahren für die Staatsfinanzen und die Sparerschast mit sich bringen, wen» die geplanten ÄcsundungSmaßnahmen weiter hinausgeschobeir würden. Vor den Augen des Landes wurde durch den festen Willen der Regierung, auf Halbheiten nicht einzugehe», ein Exempel statuiert. Die realtionäre Senatsmehrheit, die sich schützend vor die Spekulanten stellte, wird die Berantivortung tragen müssen, wenn die Krise,-die Hinterlassenschaft der Herrn Doumer- gue, Flandin, Laval, denen der Senat unumschränkte Finanzvollmachtcn gewährt hatte, sich weiter verschärft. Biele Probleme sind durch die Demission aufgcrollt worden und harren jetzt ihrer Lösung. Die großen Reformen Blums, die Kolleltivver- träge, die Vierzigstundenwoche, das Getreidemonopol sind gewiß unantastbar, aber bezüglich gewisser Dctailfragcn kann man weniger zuversichtlich sein. Lson Blum hatte unter Umgehung des bisherigen bei Regierungsbildungen üblichen Schemas eine große Anzahl junger aktiver sozialistischer Kräfte hcrangezogen, die auf den ihnen anvertrauten Posten eine beachtenswerte Tätigkeit entwickelt hatten. Es ist ziveifelhaft, ob ein unter radikalsozialistischer Führung stehendes Völksfrontkabinett den in dieser Hinsicht beschrittenen Weg fortsehen ivird. Tut es dies nicht, so lvird seine Regierungsdauer und seine Aktionsmöglichkeit sehr begrenzt sein. Von den Sozialisten hängt heute, gleichgültig ob diese an der Regierung direkt teilnehmen oder nicht, das Schicksal eines jeden Linksministeriums ab und im heutigen Frankreich, bei den gegenwärtigen Mehr- heitsverhältniffen in der Kammer, ist nur ein Linksministerium möglich. Es kann sein, daß jetzt wieder eine Serie kurzlebiger Regierung beginnt: Chautemps— Sarraut— Daladier— Sarraut —Daladier—.Chautemps usw. Aber dann wird der Ruf nach einer innerpolitischen Stabilität nur noch stärker werden, der Ruf nach Llon Blum. Darum haben die Sozialisten und Demokraten Europas keinen Grund über die Entwicklung in, Frankreich beunruhigt zu sein. Vie Gestapo und die CSR Die„Deutschland-Berichte" der Sopade verzeichnen folgende Meldung aus Sachsen: Ein t sch ech o s low a k isch er Staatsbürger tvurde vor einiger Zeit auf reichdeut- schcm Gebiet verhaftet und nach X. zur Gestapo transportiert. Als VerhaftungSgrund wurde Spionage angegeben. Von der Gestapo wurde er stundenlang verhört, über Emigranten und deren Tätigkeit sowie auch Wer tschechoslowakische Genossen ausgefragt. Er wurde drei Wochen festgehaltcn und dann wieder auf freien Fuß gesetzt. Während, er vorher gut genährt war, hat er in diesen drei Wochen 16 Pfund abgenoimnen. Negerkönigs Tochter Roman von Otto Stössl COPYRIGHT BY SATURN** VERLAG. WIEN Auch ein paar Freunden des Herrn Dieter an den Nachbartischen wurde der illustre Gast gezeigt: „Haben Sie schon einen Doktor gesehen, der bei den Schwarzen gewesen ist?" Schließlich ließ Dieter die angehende Zelebrität eine Viertelstunde allein, um drüben in der Burg den Besuch des Doktor Hesly anzumelden. Als Diener der hochansehnlichen Gesellschaft hatte er auch in der Hofkanzlei seine Bekannten, so daß er dem Schützling dort die Audienz erwirken tonnte, ohne daß dieser selbst sich erst vorstellcn mußte. Nach kurzer Zeit kam Dieter zurück und verkündigte, alles sei in Ordnung und übermorgen werde ihn Sein« Majestät empfangen, er solle sich nur genau überlegen, was er zu verlange», zu wünschen und zu bitten habe, denn dazu nehme man doch Audienz, nun aber wollten sie sich nach einem passenden Ausstellungsräume umtun. Damit zerrte er sein Opfer aus dem behaglichen Gastzimmer fort, auf den beschwerlichen Weg zur Berühmtheit. Sie besichtigten manchen leerstehenden Saal und kamen in die verschiedensten Gassen der Stadt, aber kein Lokal erschien passend. Der Doktor Hesky, des Gehens auf dem harten Pflaster, des Stiegensteigens, Straßenlärmes, der vielen Wege und Leute überdrüssig, ließ sich immer schwerer von dem starken, unermüdlichen neuen Freunde umherschleppen und verwünschte in seinem Innern bereits die ganze schwierige europäische Lag«, als sich Dieter plötzlich, mitten auf dem Bürgersteige stehen bleibend, vor die Stirne schlug:„Daß mir das nicht schon längst eingefallen ist, wir werden unsere Ausstellung im Prater abhalten." Der Doktor Hesky er- ichcak, denn er wußte bloß, daß es im Prater allerhand Buden gab, wo einem vergnügten Sonntagspublikum Damen ohne Unterleib, Riesen, Zwerge, Wachsfiguren, Lachkabinette, Ringelspiele unter lebhaften Ausrufen dargeboten wurden. Hier schien ihm doch für seine afrikanischen Sammlungen nicht der richtige Platz. Aber Dieter befahl ihm, nur zu folgen, alles weitere werde sich schon sinden. Also ließ.er sich ln die Pferdebahn schaffen. Dieter brachte ihn zu seinem Trost nicht in den Wurstelprater, wo die gefürchteten Sehenswürdigkeiten standen, sondern durch die vornehme Hauptallee bis zur Rotunde, dem leeren, mächtig gewölbte» eisernen Bau, der vor ein paar Jahren noch die Weltausstellung beherbergt hatte'und inmitten von schönen, nach allen Seiten auöstrahlende» Alleen bedeutend dalag. Dort stellte er den erstaunten Mann unter das großartige Kuppelgewölbe und fragte ihn:„Nun, was halten Sie davon?" Doktor Hesky lächelte:„Nein, mein Lieber, hier könnte ich vielleicht ganz Südafrika unterbringen, aber meine paar Habseligkeiten reichen nicht auS." „Nur Geduld!" Damit klopfte. Dieter an eiste Türe, die zur Wohnung des Hausverwesers ging, rief diesen heraus, machte auch ihn mit dem größten Manne Oesterreichs bekannt und befahl ihm, sie In den Amateurpavillon zu führen. Kopfschüttelnd geleitete sie der Verwalter, der als guter Bekannter Dieters die Bitte nicht abschlagen Mochte, zu diesem ein wenig abseits gelegenen, gleichfalls verlassenen Gebäude. Und siehe da, der einfache, mäßig große, helle Saal dieses seinerzeit ebenfalls zu Ausstellungszwecken verwendeten Hauses sagte dem Reisenden zu,, nur mußte der Raum, von Grund aus hergerichtet werden, denn die Dielen klafften weit auseinander, und konnten nur vorsichtig, mit Sprüngen begastgen werden, während unten der Keller gähnte. Ueberall waren Bretter einzusügen. Die seien doch wohl vortätig. Der Hausverwalter bejahte dies, setzte aber hinzu, alles stehe Gunter der Aussicht und im Eigentum des Hofes, ohne dessen Genehmigung kein Ding von feinem Plätz gerückt werden dürfe. „Ich weiß, mein Lieber, aber das soll uns nicht weiter stören, denn der Herr Dokwr Hesky darf hier alles machen, Sie werden schon den Auftrag bekommen, die Hauptsache ist, daß wir den Saal hier brauchen können, bis übermorgen richten Sie die Bretter her, für die Arbeiter werden wir selbst sorgen. Hier wollen wir unsere Ausstellung veranstalten. Es ist ganz gut, daß dieser Kasten da endlich wieder einmal auf der Welt zu etwas nütze wird. Also abgemacht, stellen Sie unr alles bereit, es soll■ Ihr Schaden nicht sein, wenn Sie den Herrn Dokwr Hesky znfriedenstellen. Auf Wiedersehen! Und schon waren sie draußen im großen grünen Gartenland«, Dieter fächelnd, voll Vergnügen über das Gelingen, der Forscher ein wenig betreten Wer die, wie ihm schien, verfrüht« Zuversicht und Draufgängerei seines Begleiters, der Wer das Eigentum des Hofes wie über fein eigenes verfügte» Anordnungen- traf und deren Billigung als.sebbstverständlich vorwcgnahm. In die Stadt zurückgekehrt, bestellte Dieter noch in aller Eile für den Herrn Doktor einen Frack und lud ihn dann zu sich, in seine Amtswohnung, auf ein bescheidenes Mittagessen. Dev Gefangene folgte wehr- und willenlos seinem neuen Herrn und ließ sich ganz erschöpft nach diesem tatenreichen Bormittag■ wieder in das Haus der ethnographischen Gesellschaft zutück- schleppen, wo Dieter wohnte.! Die' ansehnliche Körperschaft genoß die Gastfreundschaft der alten Universität und war in deren oberstem Stock« Werke üntergebdächt, während Dieters Dienst- quartier unter dem Dache lag. Dort hatte sich der findige Mann behaglich eingerichtet. Die Fenster feines reinlich' gehaltenen schrägwandigen, geweihten Wohnzimmers, gingen'auf den alten geschlossenen■ Jesuitenplatz und blickten schräg hinüber auf die feine graue Barycksassade schaftlichen Bodens p a u s ch a l i e r t wird. Da«, durch wurden aber jene landwirtschaftlichen Arbeiter und Häusler unberücksichtigt gelassen» welche keinen landwirtschaftlichen Grund besitzen, aber doch— ost unter großen Opfern—« ein Schwein oder«in anderes Haustier halten» um sich'' für den Winter mit erschwinglicher Fleischnahrung zu versorgen. Sie müssen also weiterhin für eine Hausschlachtung den vollen Betrag, von 12, bzw. 24 KL entrichten. Genosse Jaksch' hat nun, um diese offenkundige Ungerechtigkeit zu beseitigen, einen Gesetzentwurf eingebracht, wornach landwirtschaftliche Arbeiter sowie Kleinhäusler, welche keinen landwirtschaftlichen Boden besitzen, die Fleischsteuer nur in einem ermäßigten Ausmaß zu entrichten haben, und zlvar für Rinder und Schweine im Bettag von 8 KL pro 100 Kilo, für Schafe und Ziegen im Bettag von 2 KL, für Lämmer und Zickel von 1 KL pro Stück. Dieser Begünstigung soll es ferner nicht im Wege stehen, daß Häus- lerLohnarbeit verrichten oder ein Gewerbe (mit Ausnahme des Fleischer-» Selcher» oder Gastgewerbes) beweiben. Der Motivenbericht weist darauf hin, daß die beantragten Bestimmungen durchaus den berechtigten Intentionen der Novelle 199/86 entsprechen. Da eine Pauschalierung nach dem Grundbesitz in diesen Fällen nicht möglich ist» sollen wenigstens die Steuersätze entsprechend ermäßigt werden. Die dadurch verursachte Schmälerung des Ertrages der Fleischsteuer fällt budgetär nicht ins Gewicht. Der Senat nahm Mittwoch die Referate Wer die Novelle zum Kleinen Schulgesetz entgegen. Wie wir schon berichteten, wird der Paragraph 7 des Gesetzes dahin novelliert, daß von der Auflassung bestehender Klaffen Abstand zu nehmen ist, wenn dadurch die Schülerzahl in einer zusammengezogenen Klaffe auf Wer 46(früher 60)|" stiege. Ferner wurde die Bestimmung, daß Ausnahmen von der Höchstschülerzahl von 60 pro Klaffe unter gewissen Voraussetzungen möglich sind, um zehn Lahre verlängert. Durch die Novelle wird bei der sinkenden Schülerzahl die Auflassung vieler schon bestehender Klassen verhindert werden. DaS hat auch für die Lehrerschaft eine große Bedeutung, da jetzt schon nach den Ferien mit etwa 7000 stellenwsen Junglehrern gerechnet werden muß. Hier werden nach Ansicht des Referenten gesetzliche Maßnahmen hinsichtlich der Ausnahme in die Lehrerbildungsanstalten nötig sein.— Nach den Referaten der Berichterstatter wurde die Debatte auf F r«i t a g, den 25. d. M„ um 11 Uhr vormittags vertagt. UebertragungSgebühren für Klrinlandwirte werden ermäßigt. Im BudgetauSschuß kam auch die Regierungsvorlage über die Abänderung gewisser geb ü h r e N r e chit l'i Hlb r B e« st i m m u n g e n zur Verhandlung:- ES handelt. sich, wie der Referent ausführte, um ein Kompromiß zwischen der Finanzverwaltung und den Steuer-cägern, um die größten Härten bei der Bemessung von UebertragungSgebühren und der Bereicherungssteuer bei der Ueberttagung kleinbäuerlichen Besitzes zu mildern. Der Ausfall für die Finanzverwaltung wird etwa 20 Millionen jährlich betragen. Im Budget ist dies bereits berücksichtigt worden. Die weitere Behandlung der Vorlage wurde auf die nächste Sitzung vertagt. Die Milderung,der Abzüge von den Diäten der Parlamentarier wurde vom Budgetausschuß ohne. Debatte angenommen, ebenso die Vorlage, durch welche ab 1988 Zu s chläg e für die der Kirche. Besonders konnte män die Zeiger ihrer' Uhr ganz deutlich verfolgen, deren Glockenspiel alle Stunden mit sanfter Würde schlug. Tauben flogen vor den Simsen oder spazierten auf ihnen kopsnickend umher, und durch eine Türe betrat man unmittelbar«inen schmalen Gang neben dem Dache, der t^it allerlei grünen Topfgewächsen bestellt, ein kleines HauSgärtchen bildete, von welchem man auf das stille Leben des Platzes hinabsehen konnte. In dieser Wohnung lebte Dieter.mit seiner Gattin und einem etwa elfjährigen Jungen. Die Frau hatte gerade daS Mittagessen gekocht, der BW war aus der Schul« gekommen, und kriegte jetzt ebenfalls, den Dottor zu sehen, der bei den Schwarzen gewesen. Die Bier setzten sich nun in der Küche an den einfach und reinlich gedeckten Tisch, und der Doktor Hesky lieh es sich bei den schlichten Leütens recht wohl sein, unter denen er sich gleich wie. daheim fühlte, denn auch er stammte von armen' Eltern ab. Er aß mit Freuden von irdenen Tellern das gute Sauerkraut mit Wurst., und das Leibgericht de» Hausherrn zumNachttfche: ein mächtiges Stück Schmalzbrot uW dazu ein großes Glas„Brünnersträhler", das ist ein lgichter» säuerlicher, niederösterreichischer Landwein. Als sie nun sattsam gegessen lUfb getrunken hallen, holte Dieter seine Pfeife voncher Wand und bot dem Gast eine„kürze" Zigarre an»sin», dem er. die Billigkeit des Krautes mit dessen Wohlgeschmack entschuldigte, eh würde.nämlich für bevorzugte Leute in besserer Qualität hergestellt als für. die Armen, welche sonst; die als „Schusterkuba" berüchtigte.Sorte. nicht ebenzuv rühmen haben. Dan» streckte er sichbehaglschin seinem Stuhle aus uW ließ den Doktor noAein«^ mal von Anfang an erzählen..; (Fortsetzung Mt),° Nr. 147 Donnerstag, 24. Inn! 1937 Seite 3 fudctendeutscfier Zcifepicgcf Die Graslltzer Arbeitslosen gegen die»Instellung der Krisenunterslützung Die ungeheuere Erregung, welche allenthalben d^.urch den Abbau der Krisenuntcrsthtzung i» einigen Industriezweigen verursacht wurde, sand ihren Ausdruck auch In einer großen Demon- strätionsversammlung, die Dienstag abends auf dem Marktplätze in GraSlitz stattfand. Gegen 3809 Arbeitslose waren dem Ruf der freien Gewerkschaften und der sozialdemokratischen Partei gefolgt, um leidenschaftlich Protest zu erheben gegen das an den Arbeitslosen verübte Unrecht. Es sprachen Abgeordneter Katz und Metallarbeitersekretär Rasch. Beide Redner nahmen in schärfster Weise gegen die Einstellung der Krisenunterstühung Stellung und befaßten sich auch mit anderen Tagesfragen. Die Ausführungen waren oft von leidenschaftlicher Zustimmung begleitet und wurden namentlich an» Schluffe mit stürmischem Beifall quittiert. In einer einstimmig angenommenen Entschließung wurde zum Ausdruck gebracht, daß die GraSlitzer Arbeitslosen erwarten, daß die Regierung alles tun werde, um im dortigen Gebiet Notstandsarbeiten zu ermöglichen, die private Produktion zu, beleben, und die Exportiydustrien weiter zu fördern. Ferner sollen für die stillgelegten Betriebe Ersatzindustrien geschaffen werden. Bon den Behörden verlangen die Versammelten mehr sozial« Rückst ch t n ah m« bei der Feststellung der Bedürftigkeit, strenge Maßnahmen gegen die Unternehmer, die die AvbeitSbestimmungen überschreiten, und entsprechende Maßnahmen gegen die Teuerung. außerhalb Prag» wohnenden Parlamentarier eingeführt werden. Auf Antrag des Abg. Reines wurde hier eine Umstilisierung vörgenömmcn, um zu präzisieren, daß der 20proz«ntige Zuschlag für die Mitglieder der Präsidien nur den Vizepräsident e n, nicht aber den Borsitzenden der beiden Kammern gebührt, die ja in ihrem Gehalt(außer den Diäten, wie sie die anderen Parlamentarier beziehen den Ministern gleichgestellt sind. Zum Referenten über daS neue Bürgerliche Gesetzbuch wiirde vom verfaffungSrechtlichen Ausschuß der Abgeordnete Dr. S t r ä n s I h bestimmt. DaS Referat Wer die Zivilprozeßordnung übernimmt Abgeordneter Dr. M i L u r a. Die Richtergehaltsabzüge noch in Schwebe. Am VerfaffungSrechtlichen Ausschuß stand Mittwoch die Vorlage über die RichtevgehaltSabzüge zur Verhandlung. Der Referent Dr. Marcs skizzierte die Vorgeschichte der Vorlage. Wie schon gemeldet, soll nach einem Koalitionsbeschluß die Regicrnngsvorlag« durchgreifend geändert werden, um den Konflikt hinsichtlich der Gesetzmäßigkeit dec iin VcrordnungSwcge dekretierten Abzüge iso zu liquidieren, daß sich mit den Abzügen für die vergancnen Jahre nicht nochmals das Oberste Verwaltungsgericht oder gar der VerfaffungS- gerichtshof beschäftigen müßte. Nach dem Referat wurde die AuSschußsitzung ohne weite» r.e n Beschluß beendet; die nächste Sitzung wird schriftlich cinberusen werden. Die Regelung der Bezüge der BezirkSftraßen- wörter wurde Mittwoch vom VerfaffungSauSschuß des Parlaments in Verhandlung gezogen. Der Referent HIadkh erklärte, daß die Rechtsverhäll« misse der Bezirksstraßenwärter im Jahre 1989 gesetzlich geregelt wurden;«ine ganz« Reihe von Bezirken hat jedoch die Regelung bis heute nicht durchgeführt. Die so entstandene DiSpa- rität auch den staatlichen Straßenwärtern gegenüber soll nun beseitigt werden. ES gibt Bezirke, dir nicht mehr alS 1299 bis 1699 KL jährlich bezahlen. Von den 198 Bezirken in Böhmen haben nur 12 tschechische und 22 deutsche Bezirke die RechtS- verhältnisse der Straßenwärter nach der Regierungsverordnung 143/28 geregelt. Auch in Mähren sind die Bezüge der Straßenwärter sehr niedrig. Der Referent empfahl schließlich die Einsetzung eines Subkomitees, die Schwierigkeiten finan« zielen Charakters auftauchten und gleichzeitig auch eine Regelung für die Straßenwärter in der Slowakei erfolgen soll. Streit um Pilsudskls Sarg Konflikt der polnischen Regierung mH dem Krekeuer Erzbischof Warschau. Ministerpräsident Skladlowski hat Mittwoch nachmittags zur größten Ueberraschung der uneingeweihten politischen Kreise dem Präsidenten der Republik sein Demissionsge« s u ch unterbreitet. Der Präsident der Republik Hai dasselbe nicht zur Kenntnis genommen und Ministerpräsident Skladlowski verbleibt weiterhin an der Spitze des Warschauer Kabinet- tes. Dieses plötzliche Angebot steht in Verbindung mit einem außergewöhnlichen Konflikte'zwischen dem Präsidenten der Republik und dem Metropoliten von' Krakau Fürst Erzbischof Adam Sapicha. Der Bertreter des Tschechoslowakischen Pressebüros in Warschau erfährt hiezu u. a.: Bor einigen Tagen berichtete Erzbischof Sapieha, dem die Verwaltung der Wawel-Kathe- drale obliegt, in einem Schreiben an Warschau, daß er beschlossen habe, den Sarg mit den sterblichen Ueberresten Marschall PilsudfliS, der in der Hl. Leonardus-Krypta untergebracht ist, in die Krypta der Silbernen Glocken überführen zu lassen. DaS Komitee, welches die letzte Ruhestätte PilsudfliS betreut und an dessen Spitze der Präsident der RepWlik steht, ersuchte den Erzbischof um das Belassen des Sarges PilsudfliS in der Hl.-LeonarduS-Krypta bis zu jenem Zeitpunkte, wo die RestaurierungSaÄeiten abgeschlossen sein werden. Tier Erzbischof antwortete, daß er seinen Entschluß nicht mehr ändern könne. DaS Komitee wandte sich nun an den Präsidenten der Republik, er möge bei dem Kirchenfürsten persönlich in dieser Angelegenheit intervenieren. Der Präsident der Republik wandte sich tatsächlich an den ErKischof, worauf dieser abschlägig antwortete, Nach einer kurzen Beratung mit Marschafl Nhdz-Sniigly, welcher der Ministerpräsident, der Vizepremier Kwiatkowski und Außenminister Bock beiwohnten, entschloß sich der Präsident der Republik, das Demissionsgesuch des Ministerpräsidenten nicht zur KepntniS zu nehmen. Affront gegen König Carol? Wie lknited-Preß-Meldungen der Frühblätter besagen, handelt, c* sich bei der Wieig«- rung SapiehaS, den Sarg an der bisherigen Stell,,» belasse«, vor allem um«ine D e m» n- st r a 11 on gegen König Ca r o l H. von Rumänien, der in den nächsten Tagen in Polesteintrifft und dm Sarg PllfudstiS besuchen sollte; Der Erzbischof lehne«S jedoch ach de« nichtkatholischen König in hie Kathedrala etnzu- lpffen. Der Schritt ist ungewöhnlich und das orthad»x«>Glaubensbekenntnis deS rumänischen Herrschers erklärt ich» sicher nicht völlig. Ob Fürst sapieha noch andere Gründe hat oder geltend macht, fiönig tkarol den Zutritt zu dem Dom zu verstidgem, fft schwer sestznstellen und«och schwerer zu erörtern, Bedenkliche Methoden Ein Anhängsel 4er SdP Der Deutsche Kulturverband hat über die am letzten Sonntag abgehaltene HauptauSschuß- Sihung ein Kommunique veröffentlicht, in dem so getan wird, als ob bei ihm alles in bester Ordnung wäre und keine Gefahr besieh«, daß die unpolitische Linie des Verbandes verlassen werde. Der Oeffentlichkeit mußt« aber auffallen, daß in dieser Verlautbarung einiges nicht behandelt wurde, das von allgemeinem Interesse war. Bekanntlich sollte diese Sitzung des Kulturverbandes auch über den.Fall Heger entscheiden. Dieser Beamte wurde beschuldigt, in unzulässiger Weise die Delegierten der letzten Haupwersammlung in Zuckmantel beeinflußt und gemeinsam mit anderen Beamten dieses Verbandes die Neuwahlen von Vorstandsmitgliedern im Sinn« der SdP vorbereitet zu haben. Anstatt der Oeffentlichhett zu sagen, wie diie Hauptleitung des Kulturvorbandes über dir Tätigkeit ihres Angestellten denkt, musst«» wir cs erleben, daß di« der Presse zugesandte Erklärung vonHeirm Heger gefertigt wurde! Daraus geht also hervor, daß der Deutsche Kulturverband sich mit dieser im Dienste einer Partei geleisteten Tätigkeit des Herrn Heger abgefunden hat und daß er anscheinend auch i« Zukunft..bereit ist, sich unter das Diktat einer Anzahl'ehrgeiziger Angestellter, die im Auftrage der Henleinpartei handeln, zu beugen. Wäre es anders und wäre die Leitung des Deutschen Kul- turvcrbandes willens und imstande,«in« unpolitische Linie innezuhalten, dann hätte dieser Beamte in Anbetracht der erwiesenen Berletzung seiner Dienstpflichten sofort und völlig entfernt werden müssen. Die Leitung des Deutschen KulturverbandcS befindet sich in einem schweren Irrtum, wenn sie glaubt, daß die sudetendeutsch« Oeffentlichkeit diese Dinge einfach zur Kenntnis nehmen wird. Wir wissen ganz genau— und die letzte Haupt- leitungSsitzung hat dies neuerdings bewiesen,— daß nur auS OpportunttätSgpünden der Schein vknqr politischen Unabhängigkeit gewahrt wird. Wären kein« anderen Beweise dafür vorhanden, so würde die Tatsache genügen, daß man den dos Kulturverbandes früheren Standpunkt, in die Hauptleitung keine aktiven Politiker aufzunehmen, durchbrochen hat und daß jetzt die Herren Kail, Karmesin, Peters und H o d i n a in ihm das große Wort sichren, während ihr keine Vertreter anderer Parteien angehöre«. Der Kulturverband wird also in Zukunft mit Recht als ein Anhängsel der SdP gelten dürfen. Wie wir hören, ist auch der geplante Austritt einiger Funktionäre, die mit dem Kurs nicht einverstanden sind, nur aufgeschoben worden. Es wurde schon nach der letzten Sitzung im Deuffchen Haus darüber gesprochen, wie der Rücktritt dieser Persönlichkeiten,dennoch zu ersol- .gen haben wird. Die Leitung des Deutschen Kulturverbandes scheint sich nicht dessen bewußt zu sein, wie sehr sie ihre Organisation durch diese Politik gefährdet. Sie scheint zu vergessen, daß der Kulturverband erhebliche Subventionen aus öffentlichen Mitteln erhält,'deren Gewährung nur dann"gerechtfertigt ist, wenn der Verband eine unpolitische Organisation bleibt. Njcht nur die Behörden des Staates haben ein Recht, ein klares BWenntniS zu fordern, fon- dqr» buch die deutsch« Oeffentlichkeit. Wir werden nicht ruhig zufehen,«ns«ich durch verschwommen« Erklärung»»!, dir von einet» schwer beschuldigten Angestellten gezeichnet werden, nicht täuschen kaffen und die Orfbentlichkeit über die wei- türrn Borgänge genau unterrichten. Raubmord in Nüglltz Im Erzgebirge Am Dienstag ereignete sich in Müglitz bei BaitSborf am ErzgetirgSkamm eine furchtbare Bluttat. Die 43jähr. Gastwirtin Mari« K o z a k bewirtschaftete mit einem Mädchen daS Restaurant„Jägerheim". Als der Briefträger kam, war die Tür verschloffen und auch am Nachmittag konnte er keinen Einlaß finden. Da wurde die Zollwache mit der Gendarmerie geholt, welche gewaltsam eindrang und die Wirtin in einer Blutlache tot am Bode» liegend vorsand. ES dürste sich um einen Raubmord handeln. Presseberlchtigung Wir erhielten von der Staatsanwaltschaft in Prag die nachstehende Berichtigung: „Gegen den Geist des 18. Feber. Ein sonderbarer Erlaß der Karlsbader Bezirksbehörde." Der Inhalt des unter diesein Titel in der Nr. 138 der periodische» Druckschrift„Sozialdemokrat" vom 13. Juni 1937 veröffentlichten Artikels entspricht nicht der Wahrheit. ES ist unwahr, daß die Bezirksbehörde Karlsbad der Stadtverwaltung Fischern einen Auftrag zugchen ließ, in welchem letztere aufge- ' fordert lourde, den städtischen Obervcrwalter Stark zu veranlassen, daß er um seine Pensionierung einkomme. Es ist unwahr, daß die Bezirksbehörde Karlsbad der Stadwevlvaltung Fischern eröffnet habe, daß diese Stelle mit einem Staatsbürger tschechischer Nationalität beseht werde. Es ist unwahr, daß die Bczirksbchörde Karlsbad der Stadtverwaltung Fischern aufge- tragen habe, daß weitere drei städtische Beamtenstellen für Angehörige der tschechischen Nation fteigehalten werden sollen. II» Riesen- Feuerwerk beendet den großen R-W-Festabend am Sams tag, den 3. Juli, im Warmbad Kleische in Aussig. Vorher: 5 bis 7 Uhr: Wassersportliche Ausscheidungskämpfe der„Union" für die Olympiade nach Antwerpen. 7 bis 8 Uhr: Stafetten-, Mut- und Kunstsprüngc. Wasserballspiele. Ab 8 Uhr: Aufmarsch der R-W. Sprechchor:„Freiheit, Frieden, Freude!" Kinderchor:„Freude, ja Freude..." Männerchor:„Hymne an die Frei- hcit" von Uthmann. Gemischter Chor:„Morgenrot" von de Nobel. An zwei Barren— Wettbewerb mit öffentlicher Wertung für Antwerpen. Fackel- und Feuerreifensprünge. Flotter Tanz der Turnerinnen. 29 Jähre Geschichte in lebenden Bilder». Massen-Feuerkeulenschwingen. Symbolischer Tanz:„BorwärISl Du . Volk!" Feuerwerk! Eintritt: flä 3.50(Kinder 1.—). Große Scheinwerfer- und Lautfpre- cheranlage. Insgesamt 1999 Mitwirkende. Arbeiter! Arbeiterinnen! Kommt in Massen znm Festabend unserer Republikanischen Wehr nach Aussig l Ostrauer Lohnbewegung erfolgreich Mähr. Ostrau. Die gestrige, dritte Verhandlung Uber die Forderungen der Metallarbeiter und der Arbeiter der chemischen Industrie im Ostrauer Gebiet zog sich bis in die Nachtstunden hin. Die Verhandlungen zwischen den Vertretern der Arbeitgeber und der Angestellten führten zu einem Abkommen, dessen Ergebnis ei» neuer Kollektivvertrag ist. Es wurde wiederum die automatische Vorrückung der Arbeiter in höher« Lohnstufen eingeführt. Den Betriebsleitungen wurde empfohlen, die Löhne der Arbeiter mit TageSILHnung im Rahmen dieses Abkommens zu regeln. Der Arbeiterschaft mit Tageslöhnung wird eine gegenüber dem Vorjahr um 89 Prozent höhere und den Akkordarbeitern eine um zehn Prozent höhere. Nothilse ausgezahlt werden'. Die Teuerungsaushilfe wird in zwei Raten ausgezahlt werden.' Um die Reihenfolge doppelsprachiger Kundmachungen. Die Bezirksbehürden beauftragen in letzter Zeit vielfach Gemeinden, auch solche, die zu doppelsprachigen Kundmachungen- nicht verpflichtet sind, Kundmachungen an Straßen und Wegen, die keine Orientierungsausschriften enthalten, mit dem tschechischen Text än erster Stelle anzubringen. Die deutschen Gemeinden haben sich stun in dieser Angelegenheit an das Oberste BerivaltungSgericht gewendet, das an Hand eines grundsätzlichen Erkenntnisses folgende Entscheidung traf: In Gemeinden, die zu doppelsprachigen Kundmachungen verpflichtet sind, kann die Bezirksbehörde die Reihenfolge, des tschechischen und deutschen Textes nicht bestimmen, auch nicht im Umwege über die Sprachenverordnung. In Gemeinden, die nach der Sprachenverordnung zu doppelsprachigen Kundmachungen nicht verpflichtet sind, ist zwar die Anwendung des Artikels 81, Abs. 4, der Sprachenverordnung möglich, doch berechtigt diese Bestimmung, die Bezirksbehörde nicht zu Anweisungen, daß die Gemeinde doppelsprachige Kundmachungen- und mit dem tschechischen Text an erster Stelle erlassen müsse. Wenn die Bczirksbehörde in einem solchen Falle eine doppclsvrachige Kundmachung wünscht, wüßte sie sie selbst beistellen.^DND.jj Pie Internationale Arbeitskonferenz für die 40-Stunden woche In der Textilindustrie Zweidrittelmehrheit für die Arbeitszeitverkürzung Für die chemische und graphische Industrie nicht erreicht G e n f.(HavaS.) Die Internationale Ar- Seitskonferenz beendete Mittwoch nachmittags nach dreiwöchiger Berhandlung ihre Arbeiten. Auf dem Programm der Verhandlungen standen ficken Fragen, von denen drei außerordentliche Aufmerksamkeit auf sich lenkten: sie betreffen die Herabsetzung der Zahl der Arbeitsstunden in der Textjl» industrie, in der chemischen und der. graphischen Industrie. Angenommen wurde jedoch bloß der Entwurf einer internationale» Abmachung über die 49- Stnnden-Arbeitswoche in der Textilindustrie. Die Anträge, welche sich auf di« chemische und die graphisch« Industrie beziehen, erlangten nicht die notwendig« Zweidrittelmehrheit. Dennoch wurden die Bestrebungen der Internationalen'Organisation der Arbeit betreffend' die Herabsetzung der Arbeitswoche in einer Resolution zufammengefaßt, die über Borschlag Jouhanx und MertenS angenommen wurde,«nd die verlangt, daß der Bert waltungSrat des Internationale». Arbeitsamtes zu dem allgemeinen Abkomme» zurückkehre, welches sich auf alle Jndu str i e zweig ebezieht. Die Konferenz revidierte daS Abkomme» betreffend daS Minimalalter«nd setzte die Altersgrenze für die Aufnahme in die Arbeit von 14 auf 13 Jahre hinauf. DaS Abkommen, welches die Unfälle in der Bauindustrie anbetrisft, wird«In wirtliches internationales Gesetzbuch in Sachen der Sicherheit in der Bauindustrie werden. Zwei Anempfehlungen, die sich aus? die Organisierung der öffentlichen Arbeiten und die Beschäftigung der Arbeiterschaft bei ihnen beziehen, legen fest« Grundlagen zur Organisierung der öffentlichen Arbeiten- im Kampfe»egen die Arbeitslosigkeit.. * Neuwahlen auf der Internationalen Arbeitskonferenz Genf. Die Internationale Arbeitskonferenz hat Dienstag hie Neuwahlen in den Verwaltungsrat Mr die Lahre/1937 bis 1949 vorgenommea. Bors: den, nicht ständig vertretenen' Regierungen '.smp' Argentinien, die Tschechdslowchkei und Finn» lpnd durch Chile, Jugoslawien und Norwegen ersetzt'w'yrden. Die Arbeitergruppe setzt sich zusammen äuS: Jouhaux-Frankreich, MertenS-Belgien, Hallworth-England, Joshi-Indien, Largo Cckbal- lero-Spanien, Anderson-Schweden, Aonckubo- iJapän und Watt-Vereinigte Staaten. Seite 4> Donnerstag, 24. Juni 1037 Nr. 147' Ins vierte Jahr des Hamm-Prozesses! Erfolgreiche Verschleppungstaktik/ Die unzulängliche Kontrolle Frau Hamm diktiert Herrn Machll Kassenrapportei Auf Befragen der Berteldigung berichtet er, daß er manchmal Mit Fran Hamm Kaffenrapporte angefertigt habe, aber nach. Diktat der Fran Hamm! Seine Unterschrift sollte bedeuten, daß die,Verrechnung der Gutscheine dem Rapport Im. Original beigefügt war. Bei Gründung des Theaters waren vom April 1924 bis Juli 1028 1,244.999 118 Defizit zu Per, zeichnen. Dazu bemerkten die Privatbeteiligten, dar, in dieser Summe jedoch.die Anschaffung der Fundus enthalten sei. Auch, sei damals in. der Besetzung,.und in der Höhe, der Gagen aus" dem Vollen gewirtschaftet worden....."...- Es folgt eine Auseinandersetzung zwischen den Privatbeteiligten und dem Buchhalter Kulbrich, die aufs neue bewies, wie leicht er Frau Hamm' gemacht-wurde, in ihrer'Kliffe M'zu schalten, wiei e» ihr. beliebte/ Zum Abschluß erfolgte eine Befragung Kulbrich» durch die Verteidigung;' worauf diese beantragte,.eine entsprechende neue Frist für die Herbeischaffung sämtlicher Bücher und Urkunden aus der Zeit derArbeitSgenieinschäft anzusetzen, eine, große Reihe, neuer Zeugen" zu laden und neue Akten aus dem'.Theater, verlegen zu lassen. ES wäreninS- gesaMt IS,Anträge.............., Nach längerer Beratung, wurde die. teilweise Annahtüe dieser Beweisanträge verkündet; mit der Verpflichtung für" die Sachverständigen, alles Material noch mal» durchzuprüsen-'"Zugleich würde die.B er'tagung der.Proz esse S bis nach den Gerichtsferien verkündet. Damit.tritt-der Prozeß Hamm'nunmehrM seinvierteSJahr..,. Mit Gas gegen.Streikende... Zu einer, regelrechten Schlacht entwickelte sich eine" Auseinandersetzung zwischen.streikende». Metallarbeitern und der Polizei in Monroe(USA)/ Mit Hilfe, der Streikbrecher gelang es . der Polizei,' die Streikenden unter Verwendung von G a s in die Flucht zu. schlagen. Leitmeritz.(Eia-Ber.) Bei allen Vernehmungen; Anträgen und Befragungen geht, wie ein roter Faden durch die Verhandlungen die Frage: Wie waren die Unterschlagungen und Unregelmäßigkeiten überhaupt möglich?.Wie konnte jahraus jahrein mit Defiziten von Hunderttausenden gewirtschaftet werden, ohne daß.einmal eine ganz gründliche Kontrolle'der gesamten Kassagebarung erfolgte? Nach, der Vernehmung des Buchhalter» Kulbrich stellt sich jetzt heraus, daß sogar in der Buchführung Unregelmäßigkeiten festzustellen sind, Fehlbuchungen und Falschbuchungen, Mr die auch der Buchhalter leine Erklärung geben konnte.»War etwas bei Säifonschluß nicht völlig bezahlt, so wurde eben buchhalterisch„ausgeglichen", gestand der Buchhalter als Zeuge. Im Gerichtssaale bildete sich um den Tisch mit den Bergen von Akten, Kassabüchern, Journalen, Belegen und Revisionsberichten eine Gruppe der Prozeßbeteiligten, die den"Darlegungen und Fragen der Sachverständigen mit Interesse folgten. Riesengroß muß die Arbeit gewesen sein, welche die Sachverständigen zu. leisten hatten- Durch die mangelhaften.Unterlägen, die Tausende von Abonnenten« belege, Zetteln, die kleinen und großen Büchel haben sie sich bl» zum Spieljahr 1929 durchgearbeitet und wenn auch nicht eine lückenlose Uebersicht, so doch eine lückenlose Kontrolle deövorliegendcn Materials zuwege gebracht, die es endlich ermöglicht, die Buchführung zu durchleuchten.. Und- bei den Kontroversen über die Richtigkeit dieser, oder jener Eintragung, der Frage, wer mehr verantwortlich war, der Buchhalter Kulbrich oder Frau. Hamm, bemerkte der eine Sachverständige, Professor Gottwald: Die' Kontrolle der Buchhaltung, die Aufgabe, die Unregelmäßigkeiten sestzustellen, füllt in die Obliegenheiten de» Herrn Macht!, de» Oberdirstk- tor» am Rentamt in Teplitz-Schöna», dem die ganze Kontrolle oblag. EL muß sehr windig um die Kontrolle, für die Herrn Oberdirektor Machst monatlich 809 Xi bezahlt wurden, bestellt gewesen sein, wenn nicht einmal die groben Fehler der Buchhaltung, eruiert wurden, die jetzt vor Gerichi da» Erstaunen aller Beteiligten bildeten- Nirgend» befindet sich ein Bericht deS Kontrollors bei den Men,, nirgends eine Mahnung der Kontrollinstanz. In einem solchen Milieu läßt eS sich dann.bequem.manipulieren, zumal ja, wie zur Zeit deS Direktors Kennemann, immer neue Hunderitausende al» Barzuschüsse dem Theater zuflossen. * . Die Bormittagsverhandlung war auSgefülli mit der Befragung de» Buchhalters Kulbrich über die Kassa- und Buchführung. Punkt Mr Punkt nahmen die genau arbeitenden Sachverständigen mit dein.Buchhalter Kulbrich durch. E» wurde die Möglichkeit erwogen, ob Frau Hamm zu den bereit» verwendeten Gutscheinen gelangen konnte, der Buchhalter gab diese Möglichkeit zu. Eine Tageseinnahme von 4430 Kc fehlte überhaupt im Kassckbuch und wa» Frau Hamm immer und immer zu ihrer Entlastung angab, nämlich, daß bei Schluß der Saison auch eine Endabrechnung der Abonnementsgutscheine erfolgt sei und dann aller gestimmt habe, stellt sich als erlogen heraus, denn der Zeuge mutz bestätigen, daß die Abrechnung der Gutscheine niemalsge- st i m m t habe und erst»stimmend gemacht" werden mutzte. Der Sachverständige Poborak bezeichnete daraufhin eine solcher Verfahren'als eine Unmöglichkeit. Wie wurde kontrolliert? In der Nachmittagsverhandlung erfolgte die Vernehmung des Oberdirektors Macht! vom Rentamt Teplih-Schönäu, der nist der Ueberwachung der Kassagcbarung betraut war. Diese Einvernahme gestaltete sich zu der interessantesten Episode des ganzen Prozesse». . Direktor Machst gab an, datz er die laufende Gebarung zu überwachen hatte. Er überprüfte die täglichen Kassaraporte nach den Aufstellungen der Buchhaltung und uiochtc" Stichproben. Die Eintragungen im Journal verglich er mit den Belegen. Der. Rechnungsabschluß bei Ende der Saison ließ allerdings oft Monate auf sich warten. Während der Spielzeit der Arbeitsgemeinschaft kontrollierte Machst die Gebarung nicht, sondern nur die Zuteilung der auSgezahlten Gelder. Ein Beamter des Rentamtes hatte die Gebarung zu überprüfen. Einen Verdacht auf Unterschlagungen habe er, Direktor Machst, nicht gehegt, bis ihn anfangs 1984 der Leiter der Arbeitsgemeinschaft, Herr Nanninger, aufmerksam machte, daß etwas im Betriebe nicht.stimmen könne. Auf Befragen eines Sachverständigen. erklärte Machst, daß er 1989/84 keine Kontrolle auSgeübt, in'der übrigen Zeit die Rapporte geprüft und mii den Belegen verglichen habe. Die Abrechnung z» prüfen, sei keine. Zeit gewesen, da» sei auch keine der mit ihm vereinbarten Berpstichtungen gewesen. Er mußte sich mit Stichproben begnügen. Auch dabei mußte er sich ans Angaben de» Kassier» stützen und kennte nur fallweise ans eigenem Ermessen vergehen. Auf eine«eitere Frage erklärt.Machst, er habe die Endabrechnungen nst geprüft,, erinnere fich aber, eine selche Rechnung gesehen zu haben.' Der Privatbeteiligte Dr; Klein fragt Machst: „Haben Sie die Eintragungen in den Rapporten mit den Abonnements verglichen?"!'- • Zeuge:„Nein." :.. Dr, Klein:;,Höben Sie dafür gesorgt,, daß keine Belege.verschwanden?" Zeuge:„Gutscheine und Masetten wurden solange aufgehoben, bis.die angesammelte Menge"eine fallweise Vernichtung erforderte." Stuf verschiedene Fragen der Privätbeteiligten und Sachverständigen,, warum im Journal.keiüe Kä- pitalswerte auSgewiesen wurden, erklärte der Zeuge, daß kein Direktor brennen wollte, wieviel Geld er in da» Theater ittvestittte, weshalb dar von den Direktoren eingezählte Geld nie im Eingang verzeichnet wurde.. Datz. Korrekturen nachher vorgenonnnen wurden„was sehr ost geschehen ist),-war dem Zeugen picht hekgnnt. 3agesneuigfcdtw Neudedtsches Sittenbild In einer Zahnärzteversammlung hielt ein gewisser Dr. Warnei, der in der zahnärztlichen Standcsorganisation.eine führende Stellung ein-" nimmt, einen Vortrag über die Behandlung von Kassenpatienten. In seiner Rede empfahl er sei- nen Kollegen ziemlich ungeschminkt, sich bei Kas.senpatieuten die zeitraubende Arbeit des Plombierens zu ersparen, indem sie. deren erkrankte Zähne durch einen„Kunstsehler" bewußt noch kränker machen. U. a. sagte dieser Volksbeglücker: „Wenn eine Arseneinlage gemacht werden muß.na, Sie verstehen schon. Ich liebe sehr die Freiheit und lege Wert darauf. Es gibt Zahnärzte, die so viel zu tun haben, daß sie den Patienten'nur alle zehn Tage bestellen können, Hat dann ein Zahn einmal eine Periodontitis, dann wird er zweckmäßig gezogen. Nä, ich nehme an, Sie haben mich verstanden!". Durch das zehn, Tage lange Liegenbleiben der. Arseneinlage soll also"eine Wurzelhautentzündung erzeugt werden. Wir verstehen in der Tat. Aber die Ausführungen dieses Menschenfreundes sind.nicht das einzige, ja nicht einmal das. Entscheidende. Natürlich griff kein Staats- anmalt ein, wie es in den-„Jahren der-Schmach" geschehen"wäre." Aber ein Kollege, Dr. Wieland, der.-in; einer; Schiodsgcrichtsverhandlung den Warnei wegen seiner verbrecherischen-Aufforderung, als-Beisitzer' abgelehnt hatte, erhielt einem strengen iVerwets,'weil, er gegen die Standes: Interessen-verstoßen habe, denn— Entgleisungen eines:BerusSkaNteraden müßten unbedingt der Oefientlichkeit.gc^enübxr-.gedcckt cherden,-zumal wcnn.diescr'einc mn'tlichhMcllüng- büleidc(und „alter" Kämpfer!'"ist).iDas ist Vie" Moräl deS Driti teil, Reiches,">..,. ' Brchlickh-Ueberßcy er gestorben. Im Pardu-. bitzer.Krankenhaus starb Mittwoch um 17 Uhr, im Mer'von;88'.Jähkün„der Schriststester OÄrft. i; R- Jnsti Jöst W ei.'n.b, e rg" e,r,"der verdieNst- 1 volle..Uebersetzer..dep." Spitzenwerte, Jlfroslhv' Vrchlickhs ins Deutsche,und- Propagätor der tschechischen Literatur/j" Mysteriöser Schuß. In der. Großen Vorhalle de» Wiener. J'ystizpälästes. gab" Mittwoch vorwittygs ein,""unbekannter Täter eiiteiv Schuß äh.!Obwohl die.ämtlicheniOrgaiss sufort am Taf- orte erschienen waren, konnte weder der"Schütze festgestellt, noch das Projektil aufgeMnden. werden. Französische Kinder in sudewndeutschr Familien. Durch"Berniitklüng einer Genfer"pädagogischen Anstalt und"mit Zustimmung der tschechoslowakischen Behörden-wird"eine Anzahl"französischer Schüler im Älter von-10 bis.15 Jahren die Ferien ab 15. Julid. I. in den deutschen Gebieten unsere» Staates verbringen.. Sie werden gegen ei» entsprechendes Kostgeld bei deutschen Familien untergebracht, wo ihnen-die Möglich» leit geboten werden soll, ihre deutschen Sprach- tenntnisse zu vervollkommnen. Interessenten mögen sich daher an das Institut für deutsche Volksbildung in der Tschechoslowakischen Republik, Prag II, Närodnl 10, wenden. Reif für Ludendorffs"Heidetikirche!" In Har- lem(USA)-kam er. wieder zu einer..großen Auseinandersetzung um den.„Negergott" Father Divine, aber dieses Mal zwischen seinen.eigenen Anhängern;-denn seit seiner Verhaftung und verschiedener Skandalaffären; an denen-auch die „Erzengel" beteiligt-waren-, ist sein Prestige arg mitgenommen.- Insbesondere hat eine seiner eifer- vollswn Anhängerinnen, die den. nicht mehr gültigen Namen„Loyal Marh" trägt,"ihre, eigene Sekte gegründet, deren Glaubensdogma sehr einfach"ist. Es lautet: ,/Glaubt mich! an Father Divine, er' ist-kein Gott, sondern ein- sündiger Mensch I Glaubt nur an.Loyal Mary, die so heilig wie die Mutter Gottes Maria ist!""Es ist nur selbstverständlich, daß Father."Divine sich eine solche-Konkurrenz-" nicht" ohne weiteres gefallen lassen kann- Er,verdammte ihre' Anhängerals Teufel, während' die"'ihm'Treugebliebenen-"nach wie. vor-als-Engel.gelten und.Engelsnamen,tragen! Diese"Engel nü» bildeten„ist richtiggehendes Rollkommando und überfielen das Hauptquartier . der. Loyal Mary, wobei,'sie sinnigerweise" im Mor dey Schlachtruf anstünNiteN":-„Friede."—.welche Herrlichkeitl""Die.»fTeufel"" vdrtejdigteN" Loypl Mary erbittert...Es"kam-zwtziyer.chveistühdigen ! Schlucht, ,bss".die".Polizei. Teufel und Engel scho- nungslos mit GUmmiknüpp/ln"vertrieb."' Es.gab hier.schwerverletzte Engel und- 20 Teufel;"dis"ge-. radezu teuflisch auSsahen. Die Loyal-Mqry beobachtete-de»-Kampf-aus,-einen;-Fettster".-,-Um sie waren die„Heiligen" ihrer Sekte.versammelt und die gastze-Gruppe betete- ekstatisch-für- dpt; Sieg ihrer. Truppen.;Dä- die.Vefnehmungenergaben, daß der ileberfall planmäßig von den Agenten des FatherDivine..vorbereitet.ivqr>Hsollie-dieserer- neut.-verhaftet.werheni; Wie-Polizei-könnte jedoch seinen„irdischen" Aufenthaltsort nicht sestftellen, da alle seine Anhänger einstimmig versicherten, er befästde.ftch,zür.Zejt.M,Paräi>ie"S.'.i •"> Weltgeschichte unterm Hammer. Der- historische GutSh.of^Kä belle'Alllastce^" der durch die Entre- vue- der! Generale" Wellington--üäd.-Blücher« in-" der ,Schlacht Hei Waterl"oa..ästl,'M.- J«n(',1,8.16. ,bekannt, ist, -würde dieser Tage uyi. 120;00Ü" belgische" Francs Dresdner Bürgermeister - hat Selbstmord verübt? Mlllionen-Defraudation.von Nazi-Größen Im ganzen nordböhmischen Gebiet sind aus Deutschland kommende Nachrichten" Verbreitet» wonach in der Dresdner Stadtkasse und in der Kaffe der Dresdner Gartenschau riesige Defraudationen aufgedeckt wurden, an welchen"der Bürgermeister Zörner und der Stadtkassier beteiligt waren. Die Unterschlagungen sollen drei Millionen Mark weit überschreiten. Nach diesen Nachrichten wurde in Dresden von einem Sonderbeauftragten eine. Untersü» chung durchgeführt, die den ganzen Betrug aufdeckte; Zörner soll Selbstmord verübt haben, doch wird auch vielfach behauptet, daß er einfach beseitigt wurde. Seine Frau soll in die Schweiz geflüchtet sein. Der Kaffier versuchte Selbstmord zu begehen, indem er sich die PulSädem" aufschnitt. In die Affäre verwickelt ist auch Mutsch- mann, der insolgedeffen' aller seiner Aemter"enthoben worden sei. Eine Bestätigung dieser Nachricht'-steht noch auS. Die Tatsache, daß sie von vielen Sei»- ten auf einmal kommen, und das politische Vorleben Zärners geben. ihnen jedoch einen hohen Grad von Wahrscheinlichkeit....... versteigert. Die dazugehörigen Grundstücke wurden um 50.000 belgische Franc» versteigert.; Ein Verkehrsflugzeug der Linie"Korea-Mandschurei. stürzte Dienstag nordöstlich von Änwng ab. Zwei-Fahrgäste wurden getötet, sieben schwer verletzt. Internationaler Stuvienkur« Mr Journalisten und Studierende der Zeitungshochschulen. Dar Weltstudentenwerk in Genf veranstaltet in"der. Zeit-vom 5. bi» 16. Juli 1987 unter Mitwirkung von-leitenden Beamten der Internationalen AvbeitramteS uiid des Bölkerbundinftitute» für geistige Zusammenarbeit Zeinen Kur» für junge Journalisten unds Studierende der Zeitungshochschulen. Im Rahmen de» Kurse» werden Referate über die Preffe der wichtigsten Länder und die Presseagenturen, über- die Strömungen und Probleme, die sich aus-der Tageszeitung al» Faktor in der Formung der öffentlichen Meinung ergeben, sowie über die Beziehungen der Presse zum Völkerbund und Internationalen Arbeitsinstitut gehalten. Für. die Vorträge sind Mh- rende Journalisten und Praktiker de» Jnternatw- nalen"Rechter gewonnen, z. B. Vernon Bartlett („News Chronicla"), Prof. Ruyssen, Prof. Wright von der" Universität Thicago u. a. Anmeldungen- nimmt entgegen der. Sozialstudentische Auslandsdienst der Deutschen Studentensürsorge, Prag- II-, Krakovskä 18.".... Militärverrat. Der Senat für Angelegenheiten de» Militärverrates beim Kreisstrafgerichte in Präg verurteilte unter dem Vorsitze des Gerichtsrate» Dr. Noväk nach einer ani 28. Juni d. J. stattgesundenen Verhandlung Josef und Emil Eberhart au» Joachlmrthäl wegen de» Verbrechen» de» Militärverrate» nach Paragraph"8 Artikel 8 de» Gesetzes zum Schuhe der Republik jeden- zu-einer-Kerket- st'rafe im Ausmaße von acht Monaten. Die Berur« teilten haben sofort die Strafe ängetreten. Die Än- klage vertrat Staatsanwalt Dr. Käbrle. Prager Ausstellungen. Bis Ende-Juni ist die große künstlerische Lichtbilder-AuSstellung- auS der deutschen Zips(Äowakei) geöffnet. Lokal: PStröffo- va 12.—- Sonntag, den 27. Juni,".um 8; Uhr nachmittag» kann auch die berühmt« Bücherei de» Stra- hover Klosters besichtigt werden.— Bis Ende August ist die Ausstellung in dem alten Burgsaal „Die Slowakei" geöffnet. Vereine ermäßigten Einlaß. Weitere Auskünfte erteilt: Ernst Strnad, Prag II-, Fügnerovo näm. 4 lGec-Büro), Wahrscheinliche» Wetter heute. Vorwiegend heiter und warm, bis auf. vereinzelte örtliche Wärmegewitter trocken, ruhig. WetterauSsichten für morgen: Im ganzen heiter und warm, später in, Böhmen von Westen her Zunahme der Bewölkung und Nie- derschlagsneigung, Abkühlung. Vom Rundfunk CmpfnhKniwortoi ans den Prosr■»■■■■ Freitag:. Prag, Sender I: 7: Morgenmusik, 10,05 Deutsche Preffe,.10.15: Deutsche Sendungi.' Fiir die Frau, 11.85: Schallplatten, 12.10: Operettengesänge: Lthar, Jankovee etc., 14: Deutsche'Sendung: Musikstunde Mr die Jugend,-14.40:-Fräst-" zösische Märsche, 17.15: Volkslieder aus Hultschin, 18.05: Deutsche Sendung: Direktor ÄanischilDa» Adlergebirge,, seine Erde und seine Menschen,--18:15: Obergerichtsrat"Dr. Weinhuber: Rechtsperanmg Mr jedermann: 18.85: Arbeitrrsendmtgr Aktuelle zehn Mstmton, 18.45: Deutsche Presse, 18.58:-Aür dem.deutschen Kulturleben. 20.40: Sinfoniekonzert, Beethoven:- Sinfonie; IX. D-Moll:- 22.25:- Tanzmusik.— Prag, Sender Ut 15: Tanzmusik, 15.15: Deutsche Sendung: Adler: Woher stammt denn,diese Redensart?, 15.25:'s Sonntag ani MeereSstraNde, bunte Hörfolge, 15.50: Deutsche Presse,.. ISilO: Schrammelkonzert.— Brünn 17.40: Deutsche:Sen- dung: Frau Dr. Polatschek: Dar Reisenmitd'em Rundfunk,' 18.15: Ehorgesänge,— Preßturg 10.15: Operngesänge, 14.10: ViolonceUosolo».-—'Ka- schau 18.10: Ründfunkorchesterkonzert.—' Mähr.- Oftrau.12,85: Rundfunkorchesterkonzert,,- 18,10:; Deutsche. Sendung: Dr. Nassau: Etwa» äüSrder Hefeindustkie,—-argentinische Lieder. Nr. 147 Donnerstag- 24. Juni 1837 Seite 8 oerllengel sn qualifizierten Kräften '■ Minister für soziale Mrsorge Jng. NeLaS sprach Mittwoch auf der Tagung des Komitees für wissenschaftliche Organisation tn Prag„Ueber den Mangel an qualifizierten Arbeitern und ihre Um» fchulung".' ' Der Minister sagten, a.: Der Mangel qualifizierter Kräfte ist kein speziell tschechoslowakisches Problem. Die Folgen des Mangels qualifizierter Bewerber zeigen sich besonders in der Metall» und Textilindustrie und anderen Zweigen der Industrieerzeugung. Dabei handelt eS sich.nicht nur um Arbeiter, sondern auch um Angestellte in höheren Diensten. Die Hauptursache dieser Erscheinung must in der langänhaltenden Wirtschaftskrise gesucht werden, während welcher einerseits die qualifizierten Arbeiter zu anderen Produktionszweigen übergingen, andererseits ihre fachliche Tüchtigkeit litt und schließlich auch ihre Zahl durch die verringerte Aufnahme von.Lehrling en nur unzureichend ergänzt wurde. In diesem Zusammenhaim führte der Minister an, daß eS sehr schwer ist, eine Evsatzbeschäfti- gung für die arbeitslosen qualifizierten Arbeiter zu finden, weil durch die Zuweisung grober Arbeiten ihre-fachliche Tüchtigkeit leidet. Das nächste Problem ist die Verringerung des drückenden Mangels an qualifizierten Angestellten in der gegenwärtigen Zeit. ES muß gefordert werden, daß die Industrie tracht«, selbst alle Möglichkeiten!'die zur Behebung dieses Mangels führen, zu erschöpfen. Einige Unternehmungen sind selbst bestrebt, sich einen tüchtigen Nachwuchs zu erziehen und durch Um- und Einschulung ihrer Angestellten die Lücken aufzufüllen. Zu dieser Aktion müssen alle Unternehmungen greifen, aber sie müssen gleichzeitig bemüht sein! eine möglichst große Anzahl von Lehrlingen und Angestellten aufzunehmen/ Das Ministerium für soziale Fürsorge kann auch auS diesem Gninde von seiner seit Jahren geübten Praxis in der Bewilligung von Ueber st unden nicht äbgehen, die darauf beruht, daß vom Ansuchenden gefordert wird, er möge zur Bewältigung des größeren Bedarfes«ine entsprechende Anzahl Angestellter einstellen. Der mächtige Aufschwung der Industrie in der Nachkriegszeit, die erschwerte Konkurrenz und die wachsenden Anforderungen an di« Qualität der Erzeugnisse zeigten, daß die Auswahl der Angestellten nicht nur dem Zufall überlassen bleiben könne. Nach ausländischem Muster, wurden auch bei uns wissenschaftliche psych. otechnischeJnstttute errichtet und Berufsberatungsstellen in» Leven gerufen. In diesem Gegenstand bleiben wir ober immer noch hinter, den weiter entwickelten Industriestaaten zurück und eS ist notwendig, die An- fangsbestrckungen zu vertiefen und durch die Errichtung- einer Instituts zur Erforschung der mensch- lichensBobeit'zÄ'ergänzen?^'" ^Der Fächerstehimq deS Arbeiter- und Handwer- kernächwuchsrs Wurde während des Bestehen» der Republik bedeutende Sorgfalt gewidmet und unserem Fach« und FortbildungS schul« wesen muß mit Rücksicht auf die Bedürfnisse der Industrie und der Gewerbes erhöhte Aufmerksamkeit gewidmet werden. Dabei wird man aber noch mehr als bisher auf die fachliche Schulung der Lehrlinge und mich auf die Vertiefung der . Man erhält für KC 100 Reichsmark..«.. . 758.— Markmünzen.... . 795. 100 österreichisch« Schilling. . 531.— 100 rumänische Lei... . 17.22 100 polnische Zloty... . 543.50 100 ungarische Pengö... . 576.50 100 Schweizer Franken.. . 658.50 100 französische Francs.. . 128.20 1 englisches Pfund..'. . 140.75 1 amerikanischer Dollar. . 28.60 100 itaNonische Lire... . 138.40 100' holländische Gulden.. . 1577.— 100 jugoslawische Dinare . 64.80 100 Belgas . 484.50 100 dänisch« Kronen.... . 633.— 100. schwedische Kronen.. . 731.— Allgemeinbildung ter übrigen fügend« lichen.Angestellten achten müssen-,. Mit Rücksicht auf die sogenannte strukturale Arbeitslosigkeit, die mich bei voller Konjunktur nicht verschwinden wird, ist die Frage der Unrschulung nicht nur eine Angelegenheit der einzelnen Betriebe, son dern ein Problem, das unter Mitwirkung der Regierung, der Industrie,,der Angestellten und. wissen« ichaftlichcr FÄtoten allgemein gelüst werden muß. Der Minister zweifelt nicht daran, daß es gelingen -wird, diese wichtige Frage unseres Wirtschaftslebens erfolgreich zu lösen.. Im Mal um 152.000 Arbeiter mehr beschäftigt als Im April und um 225.000 mehr als Im . Die ZentralsozialversicherungSanstalt gibt jeden Monat«inen Ausweis über die Zahl der Beschäftigten auS, die bei den 295 Krankenver- sicherungsanstaltcn, welche der Zentralsozialver» sicherungSaNstalt unterstehen, versichert sind. Im Mai waren darnach versichert: a) nach dem Ges. 221/24(Arbeiter)' Männer'•..... 1,459.280 Frauen>. i'. 885.328 zusammen.»» 2,844.558 gegenüber April 1987 mehr um 152.890 gegenüber Mai 1988 mehr um 225,906. b) nach dem Ges» 117/26,(Ponsionsvcrsicherung)!: Um die Arbeitszeitverkürzung Im oberschleslschen, Bergbau Lodz. Der Hauptarbeitsinspektor hat die VerhaMungen über die Arbeitszeitverkürzung in Kattowitz-wieder ausgenommen. Der Schlesische Sejm nahm-in seiner letzten Sitzung einen Antrag an, wonach das vom Warschauer Sejm und Senat verabschiedete Gesetz über die ArbeitS- zcitverlürzung im polnischen Bergbau auch auf die Woiwodschaft Schlesien Ausdehnung fiirdct. Mit diesem Rahmengesetz ist aber die vielumstrit- tcne Frage der Arbeitszeitverkürzung keinesfalls gelöst. Das Gesetz«nihält nur die Vollmachten für die polnische. Regierung, Ausführungsbestim» mungcn über die Arbeitszeitverkürzung zu erlassen, wobei.der Regierung, die Möglichkeiten offenstehen, die BerkürzUng nicht nur auf den Arbeitstag, sondern'auch auf die Arbeitswoche anzuwenden. Außerdem-kann sie eine Arbeitszeitverkürzung auf bestimmte Bergbaureviere und bestimmte Arbcitergruppcn beschränken. Streikbewiegung in Paris. Montag traten in Paris die Bauarbeiter in den Streik, was von den Unternehmern mit einer Aussperrung beantwortet wurde. Mittwoch früh wurde-die Arbeit wieder ausgenommen; die strittigen Fragen werden im Schiedsverfahren erledigt werden. Das Personal «der PnüstL HhtrlS, Kafftdhöstser"uckV RLstÜUiiiytS. beschloß-, am Samstag in den Streik zu treten,, wenn seine Forderungen(40-Stunden»Woche, Aufhebung des Trinkgeldes und seine Ersetzung durch höhere Löhne) nicht bis dahin erfüllt sein sollten! Es ist anzunehmen, daß es zu diesem Streik nicht kommen wird. Die Amerikafahrt Ban ZeelandS, die mit großer Aufmerksamkeit verfolgt wird, ist durch die letzten Ereignisse in ihren Aussichten getrübt worden. Die„Morning Post" meint, daß heute von der Vorbereitung einer neuen Weltwirtschastskon- ferenz nicht mehr gesprochen werden könne. Angesichts der in Amerika heute vorherrschenden Stimmung ließe sich höchstens erwarten, daß die Vereinigten Staaten sich zu einer Annäherung an die Oslo-Gruppe bereit erklären würden, die sich bei den europäischen Verwicklungen stets nach Möglichkeit neutral verhält. Dir Arbeitslosigkeit in den Bereinigte» Staate» wird nach dem letzten, zweifellos optimistischen Bericht auf 4.9 Millionen gegen 6 Millionen im Vorjahr und 15 Millionen im Jahre 1988 ge- schätzt. Ende März 1987 waren in de» USA 45,8 Millionen Personen beschäftigt, gegen 42,5 im Vorjahr und 85,6 im Jahre 1988. Die Beschäftigung- hat sich dem Rekordstand von 1929, Hal 1036 Männer...... 189.876 Frauen....... 57.277 zusammen 188.158 gegenüber April 1987 mehr um 2.494 gegenüber Mai 1986 mehr um.11.594 Von dem im Jahre 1929 erreichten Beschäftigungsstand sind wir allerdings noch weit entfernt. Im Mai 1929 waren, nach dem Gesetz 221/24 zusammen 2,611.147 Personen! versichert, nach, dem Gesetz 117/26 zusammen 195.330 Personen. Die Differenz beträgt also-rund 270.000, ungeachtet der dem Arbeitsmarkt alljährlich neu zuwachsenden arbeitsfähigen Kräfte. der 47,4 Millionen betrug, also stark genähert. Da seit der Konjunkturzeit ein natürlicher Bevölkerungszuwachs von etiva 5 Millionen Arbeitskräften anzunehmen ist, ergäbe sich eine Arbeits- loseiiziffer von 7,5 Millionen, die durch die staatliche Arbeitsbeschaffung um zweieinhalb Millionen herabgodrückt wurde. Die International« ArbeitSorganisatwn; Wese» und Wirken. lGenf, 1987.194 Seiten. Preis 1.50 schw. Fr.) In diesem fast 200 Seiten starken Werke werden die Entstehung und. die Aufgaben der Internationalen Arbeitsorganisation und des Internationalen Arbeitsamtes in Genf eingehend und gemeinverständlich dargestellt.-Im ersten Teile des Büche» sind in einem kurzen geschichtlichen Rückblick die Vorläufer und die Entwicklung der Idee' einer internationalen Arbeitsorganisation behandelt. Daran .schließt sich eine ebenfalls kürze und. klare Darstellung der Verfassung der jetzigen Internationalen Arbeitsorganisation.- Im' zweiten Teile, der.den größten Umfang de» Werkes in Anspruch nimmt, wird' in shstematischer Gliederung ein Ueberblick über das Werk der Internationalen Arbeitsorganisation in den lebten fünfzehn Jahren gegeben.(Die internationalen Arbeitsübereinkommen; die Arbeitszeit; die anderen Arbeitsbedingungen; Beschäftigung und Arbeitslosigkeit; die Wanderungen; die Sozialversicherung; die Sonderprobleme gewisser Arbeitnehmergruppen; dar Arbeitsrecht; die Lebensbedingungen der Arbeitnehmer; die wirtschaftlichen Probleme und die Internationale ÄrbeiiS- organisation). Dazu sind als Anhänge gege- Wortlaut, der, Verfassung der, Inter-, nationalen Arbeitsorganisation., eine Lists, ihrer Mitglicdstaatcn, die bi» Anfang 1986 erfolgten Ratifikationen internationaler Uebereinkommen, die Ausschüsse des Internationalen Arbeitsamtes sowie ein Schaubild über den jährlichen Fortschritt der Ratifikationen. Bericht des Direktors für die 28. Jntematio- nale Arbeitskonferenz.(Genf, 1987. 94 Seiten. Preis 1.75 fchw. Fr.) Der„Bericht der Direktor»", der alljährlich zur ArbeitSkonfeenz«scheint, ist ein allgemeinverständlich geschriebener Rückblick auf die wirtschaftliche und soziale Entwicklung de» vergangenen Jahre». Er nimmt in freimütiger Weise Stellung zu den wirtschaftlichen und sozialpolitischen Problemen in allen Ländern der Welt und stellt die großen Entwicklungslinien heraus, die zu einer Gesundung der Wirtschaft»- und Sozialpolitik führen werden. Der Bericht behandelt den Umfang der Wirtschaftsbelebung, die steigende Erzeugung und den Rückgang der Arbeitslosigkeit, die Zunahme de» Welthandels, das Bedürfnis nach freieren Handelsbeziehungen sowie die Rückwirkungen von Rüstungen und Politik auf diese wirtschaftliche Entwicklung. Interessant sind auch die im letzten Kapitel des Berichts behandelten Gegenwartsfragen und Gegen- wartsströmungen, in denen die Wirkungen de» StaatSeingrifss in die Wirtschaft verschiedener Länder gezeigr werden. Ein Abschnitt behandelt den Drang zur Autarkie, ein anderer die Krisenverhü- tung sowie die Versuche zu einer sozialen Neuordnung. Seme uns Gentleman Der Staatsmann, Wirtschaftsführer und Schriftsteller Walter Rathengu.wäre ist diesem Lahre 7y..geworden, weny- ihn nicht.schon am 24. Juni 1922, vor 15 Jahren also, das Schicksal erreicht Hätte, An jenem Tage wurde er auf offener Straße von^. Nationalsozialisten ermordet. Da .der Prozeß gegen sie,-soweit sie sich der-irdischen Gerechtigkeit nicht durch Freiwd entzogen hatten, öffentlich üpd gründlich- durchgeführt würde, da das Driite Reich den. Mördern ein-Ehrenmal er« richtet hat, sind, die Tatsachen ebenso bekannt wie unbestritten. Ein Mann, der Deutschland. nur -genützt', der im Kriege Deutschlands Rohstoffversorgung vorbildlich-organisiert, der nach dem Kriege dürch. seine- bezwingende, Persönlichkeit, sein, unermüdliches Wirken als.Diplomat der Republik, sein-deutsches Weltbürgertum und seine ökonvnmchen Kenntnisse Entscheidendes zur Er- leichieruiig der»deutschen Läge vollbracht hat, würde von den Gesinnungsfreunden'derer, die das Land heute beherrschen, meuchlerisch ermordet, '>--^'D'ein.^od Oär nicht^er'erste Fall jener blü« tigeüKaat. aus der da» Dritte Reich wuchs..Aber der. Mord po» vor fünszehn.Aahren war der An«! fang jener mörderischen Pogroms, dqs gegen Ge» sittung und Kultur, gegen Geist und Gesinnung/ gegen Leistung und Bewährung später in so'groß zügiger Weise als-permanenter Exzeß, gemischt aus Rassenwahn und Brutalität, seine Raserei beginnen sollte. Er traf einen Menschen' von nobelster Haltung, von genialer Prägung, einen Mann, der aus idealen Motiven sich für die ihm übertragenen Aufgaben zur Verfügung gestellt hatte.'Am 28.,Juni hatte ihn der Nationalist Helferich im Reichstage in einer Form angegriffen, die nur als Mordhetze gedeutet werden konnte,. In der Nacht zum 24. Juni hat Rathe- nau, der trotz wiederholter Bedrohung jeden persönlichen Schutz-abgelehnt hatte, sich bis 4 Uhr früh im Hause des amerikanischen Botschafters Houghton mit dem Industriellen StinneS über die deutsche Wirtschaftslage unterhalten, um Ret- tung'Swege zu finden-. Morgens fuhr erim offenen'Wagen ohne Begleitung ins Ministerium, dem er Vorstand. In zwei Wagen folgten ihm die Mörder. Sein Körper ward von ihren Geschossen durchsiebt. Die Täter»flöhen. Räthenau war Deutscher und Jude. Beides bewußt. Pon Hvuse aus so wohlhabend, daß er, der. Philosoph und schöngeistige Schriftsteller, dessen Werke hohe Auflagen erreicht haben, eS wahrlich nicht Nötig gehabt hättet sich in die Bezirke einer Politik izu begeben, die ihren herrlichsten »Ausdruck in den auf den Straßen-gesungenen Vexsen'.fandrÄ .„Knallt ab den Walter Rathenau, ,:- die gottverdammte Judensaul", Leiter des größten deutschen Elektrokonzerns, der AEG, als deren genialer Inspirator er genug zu tun gehabt hätte, wenn er neben seinen zahlreichen geistigen Passionen unbedingt arbeiten wollte, zwang ihn das einfache nationale Pflichtgefühl, dem bedrohten Lande, dem er im Kriege genützt, auch im Uebergang zum Frieden seine kAAfte zur Verfügung zu stellen. Demokrat, Por- gänger Stresemanns in der ErfüllungS- und Verständigungspolitik, hat er für die Aufgaben, die ftiner harrten, nicht nur seine Kenntnisse der Materie und seine überragenden Verhandlungsfähigkeiten mitgebracht, sondern er repräsentiert«, bi« europäischen Sprachen fließend schreibend und sprechend, bet allem seinem Patriotismus doch den besten im goetheschen Sinne kosmopolitischen Geist. Der Mann, dessen edle Sprache und Gedankenwelt in seinen Büchern fortlebt, war so ganz und gar der diametrale Gegensatz zu dem Pöbel, der Ihn gemordet und seine Mörder gefeiert hat, daß man' die Tat vor fünfzehn Jahren begreift. Di«.Schüsse, denen Walter Äathenau erlag, waren die Signale der Barbarei, die damals»och 'zu bändigen gewesen wäre, heute aber eine Welt -'n Schrecken sehend regiert und solange regieren wird'-'bis der Geist Walter RathenauS, der Geist der'Kultur und Humanität ausersteht und die blutbefleckten Peiniger de.r Menschheit über- windet.. M. CkislatU Immer wieder Massenverurtellunsen von Sozialdemokraten Den„Deutschland-Berichten" der Sopade entnehmen wir folgende Feststellungen: In Karlsruhe wurden Mitte März 1937 drei Sozialdemokraten vor dem Zweiten Senat des Volksgerichtshofes wegen„eines hochverräterischen Unternehmens" zu zehn, acht und fünf Jahren Zuchthaus und Ehrverlust verurteilt. In einem Prozeß gegen 17 Kommunisten^ und Sozialdemokraten vor dein Landgericht Stuttgart, bei dun insgesamt 28 Jahre Zuchthaus und acht Jahre Gefängnis verhängt wurden, erhielt der Sozialdemokrat Eugen Wick, früherer Unterbezirkslcitcr der Sozialistischen Jugend, ein Jahr drei Monate Gefängnis, sein Bruder Emil neun Motmte Gefängnis, ein wci- teres. früheres Mitglied der Sozialistischen Arbeiter-Jugend, Erwin Ackermann, ebenfalls nenn Monate. Die Genossen hatten Verbindung mit einer kommunistischen Gruppe ausgenommen. Sie waren seit Ende 1934 in Untersuchungshaft. * In Hamburg wunden folgende Sozialdemokraten aus Nord-Barnweck verurteilt: Hansen zu vier Jahren, Oettinger zu drei Jahren, Schumann zu zwei Jahren und neun Monaten, Wiese zu zwei Jahren, Lübstcd zu zwei Jahren iguchthaus, Spangenbcrg erhielt eineinhalb Jahre Gefängnis. Vor dem Hanseatischen Sondergericht wurde der Sozialdemokrat Johann Schröder wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu einer Zuchthausstrafe von zwei Jahren sechs Monaten-und zu drei Jahren Ehrverlust verurteilt. « Der Volksgerichtshof in B e r l l n verurteilte die Berliner Sozialdemokraten Alfred Nowak zu fünf Jahren Zuchthaus und Bauernschäfser zu dier Jahren Zuchthaus. * Im Feber und März dieses Jahres fand in Halle ein Massenprozeß gegen eine Reihe früherer sozialdemokratischer Funktionäre statt, von denen bereits im Herbst vorigen Jahres 150 in Halle verhaftet worden waren. Unter den damals Verhafteten befanden sich der früher«„Volksblatt"-Redakteur Wielepp, ein Mann von nahezu 70 Jahren, sein Kollege Käsparek, -gleichfalls über 60 Jahre alt, und der frühere Leiter der sozialdemokratischen Studentengruppe .Wulf:. Der Fünfte.Senat-des-Kammergerichts. der in Halle- zusammengetreten-war,- verurteilte alle führenden Angeklagten zu Zuchthausstrafen von durchschnittlich drei Jahren wegen angeblicher illegaler Fortführung der Sozialdemokratischen Partei. * In B r c s l a u wurden 21 Sozialdemokraten, SAP-Leute und Kommunisten abgeurtcilt. Es erhielten die Sozialdemokraten: Herbert Klose drei Jahre Zuchthaus,' Hollmann zweieinhalb Jahre Gefängnis, Scharfenberger zivcieinhalb Jahre Gefängnis, Willi Falkner 1% Fghre Gefängnis, Gerhard Weffer 1% Jahre Gefängnis, Paul Wiesner ein Äahr acht Monate Gefängnis, Gerhard Müller eineinhalb Fahre Gefängnis, Braunert eineinhalb Jahre Gefängnis, Walter Braus sechs Monate Gefängnis. „Befriedung." Ueber eine illegale Organisierung der Hitlerjugend, die soeben in Vorarlberg aufgedeckt worden ist, berichtet die W i e- ner Presse, daß in Bregenz, in Feldkirch, Dornbirn und in anderen Ortschaften mehr- als 20 junge Agitatoren verhaftet worden, siiid, die der 16jährige Student Fitzner'befehligte, welche direkte Beziehungen zu den Führern der H.-J. in Friedrichshase n unterhielt. Das bei dem jungen Studenten beschlagnahmte Ma- terial ist zum Großteil reichsdeutsch en Ursprungs.— Markgraf P a l a v i c i n i gibt in Budapester Zeitungen bekannt,' daß in gewissen Gegenden Ungarns zahlreiche. reichsdcutsche Emissäre an der Arbeit seien. AuS ihren verschiedenen Druckschriften, gehe hervor,, daß die nationalsozialistische Partei in Deutsch- land auch Ungarn in ihr. Organisationsnetz«i.y-' bezogen habe, Ungarn wird in dieser Organisa-. tion als„L a n d e s k r e i s U n g a r n, Landesamt Nr. X" angeführt. Bauer« mit Hitler««zufrieden. Der ständig zunehmende Widerstand der Bauern ist in Schleswig-Holstein besonders groß. Der dortige LandeSbauernführer hat einen besonders, schweren Stand und muß buchstäblich von einem Ort zum sicheren rasen,' um nach dem Rechten- zu sehen, die Gemüter zu beschwichtigen und Unruhen im Keime zu ersticken- Bald sind es'die.Anhänger der alten Landvolkbewegungen der West- küstc, und wenn dort wieder vorübergehend die Ruhe hergestellt, ist, machen sich die alten Stahlhelmer an der Ostküste bemerkbar.. An Rendsburg kam eS bei einem Bauerntreffen zu- einem Tumult und zu tätlichen Auseinandersetzungen, i-7 Diese Unrlche macht sich auch in-anderen Landesteilen bemerkar. An- einer Bauernversammlünn in Oldenburg kam es zu Schlägereien, hei denen die Nationalsozialisten den Kürzeren zogen.(AP), Seile S Sozialdemokrat' Donnerstag, 24. Juni 1937. Re. 147 IBBS Naher ZüKurg, fiterotur a Xuast und Mssen Marschallstäbe 8port Zpict-Xörste^legs Verursacht keinen Durchfall Für D I a b e’t3** ,c r ,n 8'®* c^® r Zusammensetzung ohne Zuckef.^WitrdehBfezei^hnyng.D In jeder Apotheke Republikanische Wehr, Prag. Am Donnerstag, den 24. Juni, auf dem Sportplatz Hebinsel ab 17 Uhr Ausscheidungskämpfe und Einte!» lung der Kampfzehnerschaften. Um 19.80 Hauptprobe der Maffenfreiübungen. Ausgabe der Iahet» legifimationen.—Pflichtbeteiligung in kompletter Verbandskleidung. AusslS'Fahrer, Achtung I Zum Reichsaufmarsch der Republikanischen Wehr in Aussig vom 8. bis S. Juli Alle Genossen und Genossinnen welche zum Reichsansmarsch nach Aussig fahren wollen, müssen sich sofort bei Genossen Bartosch im Varteifekretariat (Tel. 53919) zwecks Beschaffung der Fahrllegiti- mation melden. Da zum ReichSausmarsch eine üOproz. Fahrpreisermäßigung(Personenzüge) bewilligt wurde, erwarten'wir zahlreiche Beteiligung der Prager Genossen und Genossinnen. Fahrpreis inklusive Legitimation Kü 29.50, Dauerkarte zum Eintritt zu allen Veranstaltungen itiklufipe einem Massenlager K£ 10.—. Art ihre Einsichtslosigkeit laut Clausewitz vor und nach der Kriegserklärung zu beweisen überreiche Gelegenheit fanden. Mit Recht staunt demnach der Laie, der unversehens in einen Krieg hineingekommen ist oder hineingeraten wird, daß heutzutage noch immer Marschallstäbe ausgeteilt und, wie die inodernen Photoreportagen zeigen, mit sichtlicher Wonne getragen werden: unbegreiflich) sich mit Lust eine bewiesenetmaßen über menschliches Können reichende Veranttvortung aufbürden zu lassen. Die Bereitwilligkeit zur Uebernahme so untragbarer Verantwortung ist nur aus einer den Marschallstäben innewohnenden Fähigkeit zu er» klären, die Denkkraft— auch eine napoleonische — ihrer Träger zu trüben. Diese fühlen sich, ohne den geringsten Beweis■ für'die Richtigkeit ihres Empfindens je erbracht haben zu können, Na» poleon gleich, und zwar merkwüidigerweise stets dem Napoleon nach dem Sieg bei Austerlitz, Jena oder Wagram, nie aber dem Napoleon nach Rußland, Leipzig und Waterloo, auf St. Helena. Solcher Betrachtung kann mit Recht die lleberzeugung entspringen, daß das Tragen der verhängnisschyvangerdn Marschallstäbe- wenig zweckmäßig sei. Der logisch Denkende dürfte noch zu viel weiterer Einsicht betreffs Fukünftsaus» sichten gelangen, wenn er dürfte. Vor allem auch zu der, daß. nicht Maschinengewehre,' Geschütze und Bombenflugzeuge■ iic gefährlichsten Waffen Ein Auto tötet zwei Person«:. Wie die gestrige NachmittagSpresse meldete, fuhr in der Nacht aus gestern gegen 11 Uhr an der Krenzungsstelle der Schlvarzkosteletzer unr Mcholuper Landstraße ein unbekanntes Auto in eine Ansammlung von sieben Personen hinein, von denen zwei— der 17jährige Lehrling Jan Peterka(nicht wie die Rachmittagsblätter meldete», Voöahlik) und die 17jährige Marie Kalousel getötet wurden. Die Petrolviber Gendarmerie wurde mit der Untersuchung des Vorfalls be» ■ auftragt. Tatsächlich gelang es noch am gestrigen Tag, den Lenker des nach dem Unfall in schneller Fahrt versckzvundenen Autos, den 85jährigen Chauffeur Jan Beran, dingfest zu machen. Er war nämlich nach der Tat durch UhiineveS gefahren und hatte hort sei» Auto stehen lassen, da einer seiner Fahrgäste— es Ivar ein Kellner und dessen Zimmerherr— in Uhkineves Verwandte besuchte. Als die Bewohner von Uhkineves nach der Absahrt des Wagens von Vorhergegangemun Kenntnis erhielten, erstatteten sie die Anzeige, auf Grund deren das Auto sichergestellt und der Chauffeur verhaftet werde» konnte. Achtjähriges Mädchen überfahren. In der Nacht auf gestern fuhr die achtjährige Schülerin Jana Aerad auf einem Kinderrad durch die Libuöagasse in Nusle, wobei sie vom Auto P—16707 des 17jähri» gen Monteurlehrlings Jan Svüger ersaßt und verletzt wurde. Das Mädchen wurde in bewußtlosem Zustand von der RettuiigSgesellschaft ins Podoler Sanatorium geschafft. Sie hat eine Gehirnerschütterung und eine Rißwunde am Kopf, sowie einen Bruch des Schlüsselbeins erlitten. Svüger, der keinen Fahrschein hatte, war ohne Erlaubnis mit dem Wagen seiner DienstgeberS auf eine Probefahrt gefahren. Das Verfahren gegen ihn wurde eingeleitet. Unter der Straßenbahn. Vorgestern abends lief in Podol der 26jährige Friseur Franz Jelen aus schossen hatte, sich selbst eine Kugel in ile Brust schoß und sich schwer verlebt». Das Beweisverfahren dauerte bis in die Nach» initiagsstunden. BeachtenAvert waren die Plädohers. StaatSanwaltDr. Äech machte geltend, daß die Geschworenen zu erwägen hätten, daß hier wieder einer jener Fälle vorliege, in denen auf leichtfertige Weise ein Menschenleben vernichtet worden sei und daß auch dieser Prozeß eine Jllustratwn zu der Moral der heutigen Jugend sei, die zur Erledigung ihrer gefühlsmäßigen Krisen unbedenklich zum Revolver greife. ES) handle sich zwar um das tragische Zusammentreffen zweier verschiedenartiger Naturen, das zu schweren Konflikten führen mußte, damit könne aber die Vernichtung eines Menschenlebens nicht gerechtfertigt werden. Der Ankläger bat zum Schlüsse seiner Anklagerede die Geschtvoreneu. die Schuldfrage auf das Verbrechen des Mordes zu bejahen. Die Verteidigerin Dr, Pätkovä hielt eine etwa einitündige Verteidigungsrede, in der sie dip Vorgeschichte dieser Tragödie eingehend zergliederte itnb auch die Persönlichkeit des Angeklagte» analvsierte. den sie al» verspätetes Kriegsopfer bezeichnete, nämlich als den seelisch verkümmerten'Abkömmling eines Mannes, der im Krieg zum Alkoholiker wurde und als solcher das Kind unter Umständen gezeugr habe, die für seine Mutter schtvevstes Leid bedeutete. Dr. Patkovä, deren Plädoyer mit umso größerem Interesse verfolgt tvnrde, als sie die erste Frau Ist, die vor dem Prager Schwurgericht lnnd überhaupt im Gebiet der Tschechoslowakei) als Verteidiger auftrat, skizzierte dann das Verhältnis des Angeklagien zu seiner Freundin und charakterisierte die Situation treffend mit den Worten, daß es nie zu diesem Drama gekommen wäre, wenn der Angeklagte in diesem Mädchen nicht eine Heilige, sondern eine keineswegs fehlerfreie Frau gesehen und sich dementsprechend eingestellt hätte. I» übrigen könne, da eine TötungSabstcht nicht nachgewiesen sei, der Tatbestand des Morde» nicht als gegeben erachtet lverden, abgesehen davon, daß selbst in diesem Fall eine SinneSverwirrung höchst wahrscheinlich sei. Die Verleidigerin. bei deren Plädoyer der Angeklagte einen Weinkramvf erlitt und sich erst nach längerer Zeit beruhigte, appellierte zum Schluß ihrer VerieidigungSrede, die gerade dadurch umso wirksamer war, al» sie auf billige Effekte verzichtete, an daS MenschlichkeitSgesühl der Geschworenen und forderte den Freispruch des Angeklagten. Rach dem ganzen Verlauf der Verhandlung konnte das Verdikt, der Geschworenen. daS in der sechsten Abendstunde erging, nicht überrasche». Die Schuldfrage auf Mord wurde mit acht Stimmen verneint. ,Me.zweite Hauptfrage auf U e b e r t r e t u n.. des Waffe»Patentes wurde einstimmig bejaht. Der Schwurgerichtshof(Vorsitzender OGR. Dr. S v o b o d ä) verurteilte hierauf den Angeklagten.unter Freispruch von der Hauptanklage zu einer WocheArrest. bedingt auf ein Jahr. Die Bor-Weltmeisterschaft im Schwergewicht, nach der bekanntlich der Razi-Schmeling strebte und dessen Komödie mit Braddock, wurde.in Chicago zwischen Braddock.und dem Neger Joe Louis au»- getrag In der achten Rimde wurd; Braddock von Louis.. o. geschlagen und verlor,damit den Titel. ES war ein harter Kampf, bei dem Blut genug floß, so daß die bürgerliche Sportpreise genug Stoff besitzt, um die'Einzelheiten dieses^Kampfes" ihren Lesern in allen-Tönen zu schildern. Braddock hielt als Pflaster für seine Niederlage immerhin 880.000' Doller,'LouiS etwa 260.000.. Für gesunde VeraauunR Abführ-Erweichungsmitte dor Leckeibisse UND DU BLEIBST IHR EWIG TREül Sh ist nicht di» billigste, adel sich»! di» b»»f»| Josef Kozäk freigesprochen Der Abschluß des Prozesses um den tragischen Silvester auf dem Wenzelsplatz Prag,-rb-. Die Schwurgerichtsverhandlung gegen den 22jährigen Elektromonteur Josef'Kozäk, der angeklagt war, in der Silvesternacht seine Geliebte Emilie Schänil erschossen zu haben, erwie» im Verlaufe des Beweisverfabrens, daß die Aussagen, die der Angeklagte bei seiner Einvernahme gemacht hat. auf Wahrheit beruhten. Sämtliche Jengen stellten dem Angeklagten das allerbeste Zeugnis au». Seine Mutter, begreiflicherweise aufs tiefste erschüttert, betonte in schlichten Worten, wie sehr ihr Sohn die Emilie Schänil. liebte. „Er sah in ihr einen. Gott", sagte die Mutter und belegte diese Aeußerung mit einigen nachträglich aufgefundenen Tagebuchnotizen. ihres Sohnes, au» denen hervorgeht, daß er die Enttäuschung der ersten Liebesnacht kaum zu verwinden vermochte und sich mit Selstmordabsichien trug, dis er später auch in die Tat umsetzte. Er hat sich seinerzeit gefährlich angeschossen, weil er die vielfachen Entiäuschnngen, die er an seinem Ideal erleben mußte, nicht überleben zu können vermeinte. Wie sich au» den weiteren Aussagen dieser Zeugin ergab und aus weiteren Zeugenaussagen ist der Angeklagte übermäßig zartfühlend und weich veranlagt. ES ist offenkundig, daß dieser junge Mensch sich von seiner Geliebten, Ivelche die erste Frau war, mit der er näher bekannt wurde, ganz unmögliche Illusionen machte. Emilie Schänil war bestimmt nicht daS Mädchen, das derartige Illusionen hätte erfüllen können. Wie sich beim Zengenverhör ergab, war bereits der vorhergehende Silvesterabend ein kritischer Zeitpunkt. Die Schänil, die als Magd auf dem Gut des Landwirtes Stastnh bedienstet war, Tollte damals von ihrem Freund, dem Angeklagten, zu einer Theatervorstellung abgeholt werden. Sie betrank sich aber in Gesellschaft einiger Mauer, mit denen sie offenbar in intimen Beziehungen. stand, derart(und zwar mit Ruml), daß sie sich kaum mehr rühren konnte. Die wüsten Reden, die sie nach Aussage des Angeklagten kurz vor Verübung der unglückseligen Tat geführt haben soll, paffen ganz in da» Bild, dar die Zeugenaussagen von dem Wesen dieses Mädchens entwerfen.. Wenn sie die verabredete Fmnilienfeier Im Kresse der Familie ihre» Geliebten ablehnte und lieber in ein anrüchiges Tanzlokal gehen wollte, um sich nach ihren eigenen Worten„a n z u f a u f e n und sich einen Burschen an zu schaf- f e n", so erscheint die Katastrophe, die daraufhin erfolgte, immerhin menschlich verständlich. Die Tragik de» Angeklagten liegt darin, daß er, verrannt in unmögliche Illusionen, s i ch mit der Wirkl'ch- keit nichtabzu findender mochte. Die GerichtSpsychiater erkannten Kozäk zwar al» zurechnungsfähig und strafgeseblich verantwortlich, billiaien ihm aber nebst erblicherBelaftung (sein Vater war Alkoholiker) hochgradige Erregung im Augenblick der Tat zu, was freilich nur ein Milderungsarund ist. Der..Schwur», gerichtshof legte.den Geschworenen außer der Hauptfrage aus daS Verbrechen des Mordes noch eine Zu» latzfrage auf Sinnesverwirkunä in, Augenblick der Tüt vor. In die Waagschale fällt noch der Umstand, daß Kozäk, nachdem er seine Geliebte tödlich ange- Moriz Seelerr ,,Dle Flut». Gedichte.(Wie», Verlag Richard Lantz!.) Der frühere Leiter' der/ Berliner„Jungen Bühne", der auch als Filmregisseur einen Name» hatte, legt jetzt eine Auswahl seines lyrischen Schaffen» lauf das män-in Prag schon durch vorgetragene Proben aufmerksam wurde) dec Oeffentlichkeit vor— nicht der breiten Oessentlich- keit, sondern denen, die de» Genuß sprachlicher Formen und Melodien, die Bildkrast der Phantasie und das Wagnis zu schätzen wissen, das heute eine Lyrik bedeutet, die mehr vom Erlebnis als zum Gebrauch bestimmt ist. Viag manchmal die knabenhaft imAben- teuerlichen und Exotische» schwelgende Phantasie zu üppig werden, mag manches befremdend oder bizarr wirken— bemerkenswert ist, daß hier ein Dichter spricht, dem balladeske, kräftig hinströmende, wilde, und. groteske Strophen ebenso gelingen wie zarte Wortnielodien und stille Traumbilder, ein Dichter, deffen Sehnsucht in die Weite der Weltmeere und der Jugendträume schweift und deffen Phantasie vom Leid und vom Dunkel der Katastrophen berührt ist. Seeler verleugnet große lyrische Vorbilder von Heine bis Hofmannsthal, von Plate» bis Rilke' nicht, auch an Zuckmayer und Kla- bund erinnern manche seiner Verse— aber nie wirkt er als Nachahmer, immer als Gestalter, der sich der Verpflichtung des Dichters der sprachlichen Form■ gegenüber bewußt bleibt.—eis— Adalbert Stifter» früheste Dichtungen. Zum ersten Male hermisgegeben von Heinrich M i e k o. Mit zwei Fakstmillen.(Zwölfte Veröffentlichung der Gesellschaft deutscher Bücherfreunde in Böhmen.) In den Jahren 1828 bis 1881, zwischen StisterS'achtzehntem und sechsundzwanzigftem Lebensjahr, sind diese Gedichte entstanden. Vierundsünfzig sind es, von denen nur einige schon bekannt geworden sind, viele veröffentlicht wurden in Zeitschriften mit eng umgrenztem Leserkreis, also keine weite Verbreitung erlangten, manche aber bisher überhaupt noch nicht veröffentlicht worden sind. Sie sind alle vom Dichter schön der Reibe nach niedergeschriebe», numeriert und so einem Freunde als Geschenk überreicht wor- den. Auf Grund dieser Handschrift wurde die vorliegende Ausgabe veranstaltet.—.Wäre Stifter nicht groß geworden als Prosaiker, als Lyriker hätte er wohl kaum besondere Bedeutung erlangt. Die Ausgabe seiner Gedichte, die zugleich seine ersten dichterischen Versuche sind, kann nicht begründet werde»' mit hohem Eigenwerte der lyrischen Versuche Stif- ters, der als Lyriker ngc selten ein paar Zeilen, ein paar Strophen schrieb, die wirklich schöne Ge- säße schöner Gedaicken und Enwfindnngen sind, der' meist über rührend-unbeholfenen Versuch nicht hin- anrkam. Aber Stifters Gesamterscheinung ist so groß, seine Gestalt.so liebenswert, daß Stifter- Freunde dankbar das Buch Mirkos begrüßen werden.^,, da» uns de» Dichter» erste unsichere und irrende Wege als Künstler zeigt und eines reinen und'feinen Menschen Seele ahnen, läßt.. A. I. Storfer:„Im. Dickicht der Sprache". Verlag Dr. Rolf Paffer, Wien... Preis in Leine» RM 6.50, kart. RM 6.—. Das jst ein ebenso»üb-, liches, wie unterhaltsames Buch. Bon der Herkunft vieler deutscher Wörter und vieler Redensarten erzählt eS, die Geschichte häufiger und seltener Worte, und dabei macht her Leser amüsante Streifzüge ins Kulturgeschichtliche, in da» weite' und für den Laien' sehr, urwaldhaft erscheinende Gebiet vergleichender.. Sprachwissenschaft, ins Völkerkundliche, in manche- andere Wissenschaft. Manches Wort, das man ganz selbstverständlich gebraucht, das einem, als ältestes deutsches Worb erscheint, wird uns als junges Lehn-, wort vorgestellt, etwa'als kürzlich erst aus einer. Mundart zugewandert, manches Dialektwort lernen■ wir als direkten.Abkötnmling des Mittelhochdeutschen■ kennen. Von den besonderen Eigenschaften der. deutschen Sprache, wie ihrer Eignung zur Schaffung zu-,. sammengesetzter Worte, wird geplaudert', von'denr. un» bisher gewiß nie'bewußt gewordenen Einfluß de» Schwisszerifchen auf unsere Schriftsprache ltver- wüßte, daß das liebe Wort anheimelnd aus dem Schweizerischen stammt?) und von manchem ändere», was gut zu wisse», ist, wa» auf jeden,Fass die Liebe- zu unserer Sprache zu mehren vermag. Aber auch,, wenn man ay die fremde Herkunft vieler deutscher' Wörter erinnert wird,'■ mithilft, vorjNfltionqlistischer' s Ueberheblichkeit zu bewahren..:.•>. J>, v. Freitag Nachtserenade im Fürftenberg-Garten. Beginn 9 llhrl Programm: Vizet: Arlistenne- Suite; Weber-Berlioz: Aufforderung zum Tanz; Rossini: Ouvertüre zur Oper„Wilhelm Tell"; Johann Strauß: Ballettmustk aus„Ritter Paz- mann"; Suppt: Duett aus„Boccaeeio"; Smetana: „Unseren Kindern"; Johann Strauß: Ouvertüre zur Operette„Zigeunerbaron". Dirigenten: Schick-Rieger, Solisten: Coth-Preger. Nur Promenade-Karten: Ki 10.—, für Abonnenten Ki 5.—. Uebcc Wunsch werden am Abend Sessel gegen eine Gebühr von Ki 5.— verliehen. Spielplan de» Reuen Deutschen Tbeaters. Donnerstag halb 8: Die Csardasfürstin, C 2.— Freitag: geschloffen.— Samstag halb 8: Die Fledermaus, volkstümliche Vorstellung, Abonnement aufgehoben.— Sonntag halb 8: Die Csar- dasfücstin. Spielplan der Kleinen Bühne. Donnerstag 8: Leuchtbrunnen, Bankbeamte 2 und freier Verkauf. — Samstag 8: Pygmalion.— Sonntag 8 Uhr: Menschen auf der Eisscholle, volkstümliche Vorstellung. Nazl-Schmeling»„Weltmeisterschaft". Dieses Tage wurde, wie die Blätter berichten, in London' ein Boz'uiatch zlvischen dem englische» Schwerge- wichtsnieister Farr und Schmeling vereinbart, der. — es ist keine Entel— um die»Schwergewichts- Weltmeisterschaft" gehen soll... Gegen da» rohe Fußballspiel wendet sich der tschechischbürgerliche tvestböhmische Fußballgau durch folgenden Beschluß:„Jeder Spieler, der in einem. Wettspiel einen Gegner verletzt," wird sofort gesperrt. Diese Sperre dauert mindestens so lange, bis der Verletzte geheilt und wieder fpielfähig wird. Die Sperre ist in jedem Fall uichedingt zu verhängen, also auch dami, wenn dem Täter keine Schuld nächgewiösen werden kann." Ferner werden die Sck>!edsrichter aufgefordert, auch das kleinste Vergeben gegen das Fair play mit Änsschlnß zu ahnden' und keine Verwarnungen vorzunehme». Verlanget überall Bezugsbedingungen: Bei.Zustellung ins Hau» oder der Bezug durch die Post monatlich XL 16.—, vierteljährlich Ai S8.—, halbjährig Ki 96-— ganzjährig Ki 192.—.—. Inserate werde»., laut. Taris billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.'— Rückstellung von' Manuskripten erfWtt'nUr, bet' Einseüdnng der Rewurumrken.— Die Zeitungsfrankatur wurde von der Post. ünd Tele«'' graphendirektion Mit Erlaß Nr. 18.800/VI 1/1980'bewilligt,'Druckerei:.Orbis" Druck-. Verlags» usth ZeitungS-A.-G. Prag.' NIMM einmal diele OU ALITÄTS. KLINGE Gehirnerschütterung und eine Rißwunde. Die Ret- tungSgesellschaft brachte ihn auf die Klinik Jirasek. Arbeitsnnfall— Selbstmord de» Vaters. Gestern vormittag» arbeitete der 81jährige Franz To- vara aus Nusle in einem Neubau in Prag XII, wobei er plötzlich von einer herabstürzenden Mörtelschicht ersaßt wurde und in den Keller stürzte. Hier blieb er mit einer schtveren Gehirnerschütterung, einer Verletzung des Rückgrates und nwhreren Abschürfungen und Rißlvunden bewußtlos liegen. Die Rettungsgesellschaft brachte ihn auf die Klinik Jirck- kek; seine Verletzungen sind schwer. aber nicht tödlich. Als sein 76jähriger Vater Josef Tovara, der mit seinem Sohn zusanmienlebt, von dessen Unfall erfuhr, erhängte er sich im Garten seines Hauser. Aerziliche Hilfe kam zu spät. Staatl. deutsche Volksschule Prag VII(Ein, ,-...., schreibuna 28. und 80. Juni, 9 bis 12 Uhr. Vor- Rurle vor einen fahrenden Straßenbahnwagen der anmeldung täglich.(Tauf-, Geburtsschein, Heimats- 17er«Linie, wurde zu Boden geworfen und erlitt eine I dokument, pol. Meldeschein, Jmpfzeugnis.) Von Richard Rax Die vielen Marschallstäbe, die Napoleons Soldaten alle im Tornister trugen, verfaulten mit Mann und Roß und Wagen in russischer Erde. Schuld daran hatte der Marschallstab, den Napoleon im Kriege gegen Rußland anno 1812 in der Hand trug., Ein schreckliches und bedeutsames Menetekel für alle späteren Geschlechter, könnte man meinen. Gilt doch Napoleon unbestritten als der größte Feldherr der Neuzeit und vor 125 Jahren schon hat sich heraüsgestellt, daß auch in solch höchst ge eigneter Hand der Marschallstab lauter Unheil brachte.' Zudem hat Napoleon selbst. wiederholt schriftlich und mündlich das Kciegführen als blöd sinnigen Anachronismus'bezeichnet'Und die Rich tigkeit seines Satzes durch sein Schicksal bewiesen. Mehr kann man von ihm nicht, verlangen, wohl aber von den Militärs'der Nachwelt, die Na poleon ansonsten mit Eifer nachbeten, diesen Ivich- tigste» Ersahrungssah aus seinem Kriegsleben jedoch still unter'den Tisch fallen lassen.' Aus Seite der Gegner Napoleons kommt gleichzeitig der preußische Kriegsphilosoph Clau sewitz zum Schluffe, daß unter Umständen die größte Aufgabe' des einsichtigen' Feldherrn sei, einen Krieg zu verhindern, deffen Einsatz im Ber- hältnis zum möglichen Erfolg zu groß sei. Dieser,„.. Schluß trifft ivbhl auf die Mehrzahl der seither seien, sondern die Marschallstäbe und daß daher geführten Kriege rzu,' in denen Feldherren aller I mit diesen die Abrüstung beginnen müßte.'.'