Erfolge im Lohnkampf Freitag, 25.Zuni 1937 Nr. 148 17. Jahrgang Dat Geheimnil det nächten Akte» neutraler Berbände zu schließen, ist es fragsiän^ wb^ntcht die Kontkllle"überhaupt-preiSgegebM« Beeilt n n der der Aus dem Inhalt: Dr. Czech über das geplante Krankenanstalten-Gesetz Subkomite zum Arbeitszeit- Problem(Antrag Taub) werde» mutz oder ob ihre Anfrechterboltnng neue Konflikte beraufbeschwört. I» Frankreich und nun nuchiii London, mehre» sich die Stimme», die für eine alleinige Fortsührnng der K fit trolle durch die Westmächte sind und eS bedauern, daß man Deutschland als nicht a» daS Mittelmeer grenzende Macht überhaupt zugezogen hat. 2. Werde» Deutschland und Italien, wenn die Kontrolle überhaupt aufhört»der nur liilkenhaft Beiibt wird, nicht ihre alte I n> terventionSpolitik fortsetzen? Wird Deutschland nicht doch»och Bewalttütig gegen Spanien vorBehen und damit die Bahn für eine»rotze Offenstde Francos, Italien- und Verschleierte Situation/ Entspannung und neue Befürchtungen Schiffskonzentration Im Mittelmeer Minister NeSas verteidigt die Arbeitslosen die Amnestie ausgeschrieben werde. Der König versprach, die Forderungen der Frontkümpfer zu prüfen und seine Maßnahmen in Uebereinftim- mung mit der Berfaffnng zu treffen. Um 23 Uhr herrschte in den Brüsseler Straßen Ruhe. Etwa 2000 Gendarmen haben Bereitschaft.'.'> SAI und IGB beraten Uber Spanien Paris. Am Sitze der GewerkschastS-Snter- nationale in Paris trat die gemeinsame Konferenz brr Präsidien der Sozialistischen Arbeiter- Internationale und des IGB zusammen, um über verschiedene Fragen zu beraten, vor allem betreffend eine eventuelle gemeinsame Aktion deS internationalen Proletariates zweck- Hilfeleistung für das republikanische Spanien. Spanien vertrete» fünf Delegierte.— An den Verhandlungen beteiligt sich auch der zurückgetretrne Borsitzende der H. Internationale de Broucksre und Sekretär Dr. Adler. Die Tschechoslowakische Republik vertreten Senat-Vorsitzender Dr. S» u- k u p, Atg. S t i v i n und der Stellvertreter drS Generalsekretär- der H. Internationale in der tschechoslowakischen Republik Stolz.' Deutschland freimachen? Die allgemeine Ansicht ist, daß ein solches Borgehen eine aktive Gegenwehr der Westmächte auslösen müßte, die weder das Bordringen Deutschlands und Italiens in Spanien noch die dauernde Berhöhnnngihrer Friedensbemühungen durch die faschistischen Mächte länger dulden können. 3. Werden die radikalen Kreise in D e»t s ch l a n d, die man nunmehr ziemlich allgemein(auch im:,TempS") für den Umfchwimg der deutsche» Politik verantwortlich macht(was wir schon in unserem Artikel vom Mittwoch tan haben), nicht umsomehr bestrebt sein, Ventil zu finde» und ihre Rachegelüste anderer Stelle auSzutoben? Sowohl ,,Manchester Guardian". als auch französische Publizist Pierre BernnS weise» in diesem Zusammenhang auf Mitteleuropa hin. Es käme dabei entweder eine neue Bedrohung der Tschechoslowakei oder ein Stoß gegen Oesterreich in Frage, dessen Lage la besonders ezponiert ist,' da eS von Italien seit dem Februar d. I. so gut wie preisgegeben, mit den Westmächten nicht direkt verbündet und mit einzelne» Nachbarstaaten wie Jugoslawien nicht eben befreundet ist, Interessant ist eine offiziöse amerikanische Aeutzerung, daß Amerika bei einer offenen Intervention Italien- und Deutschlands in Spanien beide Staaten ebenso behandeln würde wie die fetzigen kriegführenden Parteien(das heitzt, daß eS ihnen die Anfuhr aller kriegswichtigen Stoffe sperren würde). Für den immer.noch bedrohliche» lkharäkter der ganzen Lage ist es am bezeichnendsten, daß D ents chl ai» d fast seine ganze K r e n z e r f l o t te in den spanischen Gewässern konzentriert und daß Frankreich bereits mit Gegenmaßnahmen geantwortet hat, indem es seinerseits in Nordafrika leichte Seestreitkräfte zusammenzieht. Man hat allgemein den Eindruck, daß nur ei» Akt geschlossen ist, und man wartet mit Sorge und Spannung, welche Szene sich darbieteu wird, ivenn der Vorhang sich vor dem näch» st e n Akt hebt. und aus» Dr. Die •>-^LaMochelle.'(HqpaS.)>. Das englische.Schiff .„Mxion Möller" hrqchte- nach La Rochelle'>1670 Flüchtlinge aich, Bilbao> und- Gijon.,' Ihr Gesund. - hsitSzustand ist-sehr Mecht, viele.'derselbe^',.hatten b,reit»..drei- Tage.nichts gegessen.»/M erhielten'. Nahrung und wurden sodän» in' Re'verschiedenen «lädie de» flacheii Lande» gebracht. -■. jbÜta.(AP) Die kommunistische Schriftstel- : lerin He-dda Zinner würde verhaftet.' Die am Dienstag so bedrohliche internatip» »ale Lage ist zwar Donnerstag durch das entschiedene Auftreten der Westmächte in Berlin, inS- besondere durch die ultimativen Forderungen Englands einigermaßen entspannt worden, aber man hat keineswegs den Eindruck, daß der Frieden nun gerettet sei. Sn Westeuropa beurteilt man die Lage noch immer recht skeptisch, wenn auch Eden im Unterhaus auf verschiedene«nfra- gr», insbesondere drS Labouristen Roel Baker beruhigend und mit der Versicherung geantwortet hat, daß über neue JnterventionSmaßnahmtn Deutschlands keine offiziellen Berichte vorliege» und daß er an keinen neuen Gewaltakt Deutschlands glaube. Die Sprache der englischen — wie auch der französischen— Presse grgrn- iibrr Deutschland ist aber schärfer als jemals seit dem 7. Mär» 103«. DaS Interesse, beziehungsweise die Befiirch- tunge» der westeuropäischen Diplomatie konzentriere» sich, grob skizziert, auf folgende Fragen: 1. Wie soll sich die weitere Kontrolle der Nichteinmischung gestalte»? Da man im NichtinterventionsauSschnß, den London und PariS noch immer als.zuständig ansehen, mit der Opposition Deutschlands und Italiens rechnen mutz, wenn man versuchen wird, die „Lücke" in der Seekontrolle durch Einschieben Faschismus und nationale Minderheiten Vernichtung der baskischen Autonomie _.' n„ a-.r.nkian 83077- Herausgeber: Siegfried Taub- Derantw. Redakteur i.B.: Zdenko Nruwirth, Prag «.»„man».Verwaltung: PragXll.,F°ch°°°62- Telephon Flamensturm auf Brüssel Brüssel. Au den Zwischenfällen, die sich i sio» einreichen möge, daß das Parlament anfge- in Brüssel am Mittwoch ereigneten, wird ge- löst und eine allgemeine Bolksabstimmnng über meldet:- An der Frontkämpfer-Manifestation nahmen etwa 18.000 Personen teil. Nachdem die Mani festanten daS Andenken der Gefallenen beim Grabe des Unbekannten Soldaten geehrt hatten, bewegten sich gegen 18 Uhr die Menschenmassen zur Rue de la Loi, die jedoch von Gendarmerie zu Fuß und zu Pferd besetzt war, da sie in der sogenannten neutralen Zahne liegt, in welcher sich die Gebäude der Ministerien befinden und die lei Demonstrationen durch Wachen gesperrt wird. Die Manifestanten wollten zum KönigSpalaiS gelan gen und in dasselbe eine Deputation entsendeu. Die Gendarmen wollten sie am weiteren Bor marsch.hindern, doch durchbrach die Menge den Kordon. Die Gendarmen gingen hierauf mit ge zogenem' Säbel und Gewehrkolben gegen die Menge vor. Die Zusammenstöße dauerten etwa: dreiviertel Stunden und insgesamt wurden über 30 Demonstranten sowie 22 Gendarmen verletzt. Zahlreiche Pferde der Gendarmen stürzten aus dem glatten Pflaster. Mehrere Gruppen von Demonstranten gelangte» zum AönigSpalaiS. Als' sie die Gendarmerie von dort vertreiben wollte,..> legten sich mehrere', hundert Demonstranten auf die Erde. Der König, welcher in einem Badeort. E Meere weilte und dem über die Demonstra- Frontkämpfer-. Deputation' vom Hosmarschatl! London.(Havas.) In London ist die Nachricht eingetroffen, daß General Franco ein wichtige- Dekret unterzeichnet habe, welches sich auf das bisher geltende Wirtschaftsübereinkom- men mit der spanischen Zentralregierung bezieht, nach welchem die baSNschrn Provinzen verwaltet wurde». Diesem Uebereinlommen gemäß wur- den die baSkischen Provinzen durch eigene auto- »oute Provinzialräte vermaltet, wobei-sie gewisse Privilegien besaßen. Die Provinzen von Gut- poscoa und BiSkaha verloren wegen ihres Ab- wehrkanipfes gegen die Rebellion des Generals Franco diese Privilegien. Aus diesen: Grunde werden sie ab 1. Juli jenen B-rfchriften unter- liegen, die für die übrigen besetzten Gebiete Spa- nienS Geltung haben, insbesondere was die Einhebung von Stenern anbetrifft. Kundgebung des Pen-Club Paris.. In der Schlußsitzung des internationalen' Penklub-Kongrcsses hielt der tschechoslowakische Schriftsteller KarelEapek eine englische und eine französische Rede. Er lud die Konferenz der Penklubs ein, ihren nächstjährigen internationalen Kongrest in Prag während der Zeit des Sokolkongresses abzuhalten. Der Borschlag wurde van allen Anwesenden mit lebhafter Genugtuung ausgenommen. .In einer an ganz Spanien adressierten unpolitischen Botschaft spricht die Penklub-Konfe- renz ihren tiefen Schmerz Über das in Spanien vergossene Blut und Über die so zahlreichen Opfer des Bürgerkrieges aus. Die Konferenz protestierte ferner gegen die Hinrichtung des spanischen Dichters Garcia Lorca und ehrte sein Andenken, wobei sie betonte, dass Lorca jeder »E» berichtet wurde, gab Weisung, daß dir..wlilischcnBctätignng.ferngestanden habe. Frontkämpfer-. Deputation vom Hosmarschatl'. An weiteren Resolutionen' protestiert die empfangen werde. Die Deputation lehnte es jedoch' Konferenz der Pcnklubs gegen die Persekutio« aa, miturm Marschgll ,» verhandeln und»er-- nsn.welchcn die intellektuclleni insbesondere'die König, empfangen zu werden. Der' jüdischen, iy cinigen Staatcn ausgesetzt sind. ' abend-, mst hem Flugzeug in Brüffel.Jnsvesondere. werden, die an' den^Schriftstellern f"* n w.rmpftnghierauf im KönigSpalasS eiue' i|i Diütschland.. verübten. Gewalttaten an den «ronikämpferdelegntion. Diese er-! Pranger gestellt sind auf'den Fall des deutschen INchteiMMenS.der, Frontkämpfer-den König, daß i.Schriftstellers-Osfietzli sowie auf daS Schicksal v>e-gegenwärtige ielgisch» Regierung-thre Demis-' des*. ihm' verliehenen Nobelpreises verwiesen. Hu modernste Krankenhaiisgesetz Europas Das Gesundheitsministerium hat den Ent- ivurf eines neuen Gesetzes über die Heil- Pflegeanstalten der Gesundheitsfürsorge gearbeitet, den der Gesundheitsminister Czech gestern den Journalisten erläuterte. Verwirklichung dieses Entwurfes wird einen außerordentlichen Fortschritt für die Gesund- heitsverhältnisse dieses Landes bedeuten-und der Tschechoslowakei das modernste Krankenhaiis- gcsetz Europas geben, ein Gesetz, wie es nur einmal in vielen Jahrzehnten gcniacht wird. Das Gesetz beschränkt sich, wie unsere Leser der im Innern des Blattes befindlichen kur- zen Inhaltsangabe des Entwurfes entnehmen, nicht allein auf Krankenhäuser, sondern auf alle Anstalten dos Gesundheitswesens sowie auf die Anstalten der vorbeugenden Fürsorge, ferner aber auch auf Spezialkrankenhäuser, Jrrcnau- stalten, Erholungsheime, Alters- und Siechen- Häuser. Das Krankenhaus selbst soll der Mittel- punkt der Hoilsürsorgo im Bereiche seiner Wirk- famkeit werden. Die soziale Gesundhcitssiirsorge fall mit deut Krankenhaus auf das innigste verbunden werden. Es soll z. B. nicht nur für die Mutter gesorgt werden, die sich einer Operation unterziehen muß, sondern auch die Kinder,'die für. diese Zeit ihrer Mutter beraubt sind, sollen der Betreuung,.einer Fürsorgeschwester.-, üüeiL.. antwortet werden. Das neue Gesetz soll geradezu einer Planwirtschaft im Bereiche der Gesund- heitsfnrsorgc dienen. In systematischer Weise soll für die gesundheitlichen Belange aller Staatsbürger gcforgt werden. Das Ministcriuin aber begnügt sich nicht nur damit, ein neues Krankenanstaltsgesctz zu schaffen, cs ist auch mit den Vorarbeiten für ein modernes Sanitätsgeseh beschäftigt, es wird ein neues Epidemiengcsetz und LebenSmittelgeictz vorbereitet, der Entwurf für ein Schulärztegc- setz ist bereits fcrtiggestellt. Alles das zusannncn soll die legislative und organisatorische Grund- läge der öffentlichen Gesundheitsfürsorge in der Tschechoslowakei bilden. Wie man sicht, hat sich das von Dr. Czcch geleitete Gesundheitsministerium große Ausga- ben gestellt und wir können mit einigem Stolz und Selbstbcwußtscin darauf Hinweisen, daß der Vertreter der deutschen Sozialdemokratie in der Regierung in allen Ressorts, die er bisher verwaltet hat, sich als Pionier besserer Verhält- nisse und als Bahnbrecher des sozialen Fort- schrittes erwiesen hat. Der Minister hat im übrigen seiner demokratischen Ucbcrzeugung auch in der Ansprache an die Journalisten insofern Ausdruck gegeben, als er betonte, daß das Gesundheitsministerium nur niit Hilfe der öffentlichen Meinung imstande sein wird, das große Werk der völligen Neuordnung unseres Gesundheitswesens durchzusührcn, um so für das Wohlergehen der heutigen Generation'sowie der kommenden. Geschlechter zu sorgen. Mzialüemokrat _ knriolbemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik «entralorgan der Deutschen—— Nachhutkämpfe der Batken Wieder Mordflleger an der Arbeit Batzon n e.(Havas.) Das Nachrichten- biiro der baskischen Regierung veröffentlicht folgende Rote: Unsere Abteilungen leisten im baskischen Bergwerksrevier, wo der Feind mit Anter- stittzung zahlreicher Bombenflugzeuge einen star- ' leit' Druck anSübt, immer noch Widerstand. Die Aufständischen versuchten tagelang, bis La Ar- bolida vorzüdringen;- im ganzen Gebiet fanden heftige Kämpfe statt. Der ganze gestrige Tag ..verliek^sür die^etuLlichen.Flieger,, die.von.nn-. seren Tnippen vertrieben wurden, ungünstig. '..Unsere Truppen bemächtigten sich neuerlich einer wichtigen Stellung bei Adubelea. unweit der Sttaße von Arciniagä nach Gordejuela. Bei ' diesen Kämpfen bewiesen die aufständischen Flieger neuerdings ihre Unmenfchlichkeit, denn sie beschossen aus Maschinengewehre» Wege, auf Veite» die Zivilbevölkerung flüchtete. Auf Seite der Hnfftändischen wurde die Anwesenheit von .Deutschen und Italienern festgestellt. Santander.(Havas.) Alle Abteilungen der republikanischen Nordarmee bei Santander und in Asturien wnrden zu einer einzigen Armee unter, dem Kommando des Generals G a m i z e Uribarri vereinigt.. Vatikan interveniert für die Basken! StadtveS'Vatikan. Kardinalstaatssekretär Pacellt richtete im Raumn des Hl. Bater Pius XI. Nil bett tkardinal-Erzbischof von Toledo die telegraphische Aufforderung, er solle SeiGenaral Franco zu g'uufte« einer Hmuanisiernng und gemäßigten Durchführung der Kauipfoperationen im Gebiete der Basken v o rftelli« werde n» wo nicht nur Vie Geistlichkeit, sondern auch die gesamte Einwohnerschaft der katholische» Kirche treu ergaben ist..Dieser Schritt deS Kardinalstaats- sekrvtärS ist»ns Ersuchen einer Gruppe katho- i lischer Persönlichkeiten in Frankreich erfolgt. ! Für dis Volksfront PariS: Donnerstag abends fand im Osten >vbn Paris auf. her Place he la Nation und den Anliegenden' Straße»', eine große Manifestation -der Parteien und Organe der Volksfront'statt.' Die Bertreter der sozialistischen, der kommünisti- schen und der radikalen Partei, sowie des Allge« werkschastlichen Arbeitsverbandes- und'andere .Komponenten,-der BolkSfront sprachen sich sämtlich, für die Notwendigkeit der Erhaltung der Volksfrontregierung"und der Durchführung des Programms und der Politik der BolkSfront aus. .Die, Volksversammlung nahm einen ruhigen Ber- muf, ,11m 21 Uhr ging über Paris ein heftiger Myen nieder?-. 1 Seite 2 Freitag, 25. Juni 1937. Freitag, 25. Juni 1937. Nr. 149 Lin bahnbrechender Fortschritt; Ein neues Krankenanstalten-Gesetz Der Muster für öffentliches Gesundheitswesen und Körpererziehung' Dr. Ludwig Czech hatte für Mittwoch, deu 23. Juni, die Pressevertreter zu sich geladen, um ihnen Erklärungen zu der GeseheSvorlage über die RechtSverhültnisie der Heil-(Pflege-)Anstalten und der Anstalten für soziale Gesundheitspflege zu geben. Diese Gesetzesvorlage hat das Ministerium für öffentliches Gesundheitswesen und körperliche Erziehung nach längerem gründlichen Studium und sorgsamer Borbereitung ausgearbeitrt. Der Minstcr erklärte, durch diese Gesetzesvorlage Iviirden fast 100 Jahre legislativer Kran« lcnhaussllrsorge überbrückt. Ein Gesetz von dieser Art besaß die Republik bisher nicht und auch das alte Oesterreich hat ein solches niemals besessen. Von dieser neuen Gesetzesvorlage könne gesagt werden, daß man sie als Stolz der TSR. bezeichnen könne, denn sie überbiete in bedeutendem Matze auch die Gesetzgebung anderer Staaten. Die Bedeutung der Gesetzesvorlage liege nicht bloß darin, daß sie die bisherigen Borschriften unifiziere. sondern sie vor allem reformiere. Gegenüber dem bisherigen Stande soll durch die neue Gesetzesvorlage eine Zusammenfassung und Zentralisierung aller sanitären Einrichtungen erreicht iverden; derart gelangt das Gesetz zu einer neuen Auffassung nicht bloß des Krankenhauswesens, sondern des Anstaltswesens, denn es schließt nicht bloß Krankenhäuser, sondern auch spezielle Heilanstalten in sich ein, wie z. B. Erholungsheime, Altersheime, Genesungsheime u. a. DaS bedeutsamste Merkmal des neuen Gesetzes ist, daß eS bestrebt ist, aus den Spitälern Zentren der gesamten Heilfürsorgc in deren Nationen zu machen, und zwar sowohl nach der organisatorischen Seite hin, als auch im Hinblick auf deren Ausgestaltung mit ärztlichen Einrichtungen. Der Minister erinnerte weiters daran, daß durch die Zuleitung des KrankenhauSgesetzeS ins interministerielle Verfahren die legislativen Arbeiten deS Ministeriums nicht erschöpft seien. Man müßte ein großes, mo dernes SanitätSgesetz vorbereiten, das die Grundlagen legen soll zu der Organisierung der gesamten öffentlichen sanitären Verwaltung, dem sich systtmatisch nicht bloß die soeben ausgearbeitete Gesetzesvorlage hinzugeselle, sondern auch weitere KodisizierungSwerke, wie das Lebensmittelgesetz, das Gesetz über da» Schulärztewesen, da» Epede- miegesetz u. a. Erst dadurch würden wir zur Bildung einer planmäßigen öffentlichen Gesundheitsfürsorge gelangen. DaS Ministerium müsse sich neben diesen legislativen Asbesten noch mit zahlreichen anderen Problemen befassen. Wenn man auch bei un» einen Rückgang der Sterblichkeit an Tuberkulose verzeichnen konnte, so wächst auf der anderen Seite die Sterblichkeit infolge von Herzkrankheiten; auch die rheumatischen Erkrankungen nehmen zu: sie sind zwar im Großteil der Fälle nicht von tödlichem Ausgange, doch sie treffen besonders schwer die arbeitenden Schichten. DaS Ministerium bereitet in dieser Angelegenheit«Ine Aktion für die Bekämpfung der Herzkrankheiten, verbunden mit einer solchen für die Bekämpfung der rheumatischen Erkrankungen, vor. Aufmerksamkeit müßte man auch den Krebskrankheiten widmen. Weiters verwies der Minister auf den dauernden Rückgang der Geburtenziffer, die von 4,4 Promille im Jahre 1935 auf 4 Promille im Jahre 1986 sank. Der Minister teilt mit, in der allernächsten Leit werde eine Sonderkommission einberufen werden, die sich mit dem Populationsproblem beschäftigen soll. Wir lassen nachstehend das Wesentliche der Vorlage über die Rechtsverhältnisse der Krankenanstalten folgen: Der Inhalt der Vorlage Die Vorlage bezweckt vor allem die Unifizierung, aber auch die Reformierung der bestehenden GeseveSvorschristen. Ihre Normen sollen also im ganzen Staate gelten, wobei die ietzigen veralteten Vorschriften durch neue erlebt werden, die dem neuen Geist der Zeit entsprechen. Das neue Gesetz soll sümtliche gesundheitliche Einrichtungen Heil-(Pflege-lAnstalte» erfassen, die di« Gewährung von Heilung, Pflege und notwendiger Fürsorge zur Ausgabe haben und weiters alle Gesundheits-Einrichtungen, deren Tätigkeit darauf gerichtet ist, den Kmnkheite» und ihren ungünstigen Folgen vorzubeu- aen und die menschliche Gesundheit zu heben(Anstalten für soziale Gesundheitsfürsorge etc.). In die Sphäre diese» Gesetzes fallen also sowohl die Krankenhäuser. als auch die Svezial-Heil-(Pflege-) Anstalten, lute JnfektionsvavillonS, Heilanstalten für Tuberkulöse, Geschlechtskranke, für bösartige Geschwülste uiw., ferner Heil-lPflege-)Anstalten für Mütter, Säuglinge und Kinder, für Krüppel, Epileptiker. Trinker und ähnl. Anstalten. Hierher gehören auch die Genesungsheime, die für Personen bestimmt sind, deren Gesundheit bedroht ist, sowie für solche Personen, die zwar gewisse Anfangsmerknml« einer Krankheit ausweisen, welche aber doch nicht solcher Art sind, daß eine Heilbehandlung und Pflege im Krankenhaus oder in einer Spezial-Heil»(Pflege-) Anstalt notwendig wäre, ferner die Erholungsheime, Siechenhäuser, Gebäranstaltcn und Anstalten für Kinderfürsorge, Anstalten für Neryen- und Geisteskranke und schließlich die selbständigen Ambulatorien und Anstalten für bestimmte ärztliche Lellmethoden jeder Art. Bon den Anstalten sür soziale Gesundheitspflege sind die BeramngSftellen aller Art. Dis- pensare, SanitätSstationcn usw. besonder» anzuführen Aber nicht nur die organisatorische Seite der Heil-(Pflege-)Anstalten bildet den Kernpunkt des neuen. Gesetzes, sondern.auch die neue Auffassung von den Aufgaben der Heil- (Pflege-) Anstalten, die jetzt im Mittelpunkte der öffentlichen Gesund- heitssürsorge stehen und damit auch in den Dienst der sozialen Gesundheitsfürsorge gestellt werden sollen. Bon den allgemeinen Bestimmungen der Vorlage(erste» HauvtstÜck 88 1 und 8) ist besonder» der 8 5(Schub der Anstalten) zu erwähnen. Rach dieser Bestimmung, zu' der gewisse Beschwerden und auch ein Beschluß des sozialpolitischen Ausschüsse» de» Senate» den Anlaß gab, ist die zuständige Behörde bei Begutachtung von Lageplänen, bei Parzellierung, bei Festsetzung der Baulinie, bei Bewilligung von Bau«, Gewerbe-, Industrie-, Verkehr»-, Wasser- und ähnlichen Einrichtungen, die in der Nachbarschaft oder in nächster Nähe einer Anstalt liegen, verpflichtet, darauf zu achten, daß durch die zu«teilend« Bewilli- COPYRIGHT BY SATURN-VERLAG. WIEN Die stille Frau, deren sanfte, hektisch gerötete Züge ein zehrendes Blustleidon verrieten, räumte unterdes das Geschirr ab und wusch cS in einem Schass, ohne weiter die Anwesenden zu stören, indem sie ihre Arbeit so ruhig und gleichmäßig verrichtete, daß da» leichte-Plätschern des Wassers, das sachte Klirren der Teller, Gläser und Schüsseln wie eine melodische Begleitung des Berichtes klang; der Knabe aber sah unverwandt mit großen Augen auf den Fremdling und prägte dessen Worte tief dem keuschen Gedächtnis seiner jungen Jahre ein, so daß ihm auch das Unverstanden« nicht entging und erst in weiter Zukunft recht deutlich wurde. Wie wird einer Afrikareisender? Wie wird überhaupt ein Mensch, was er ist? Bleibt nicht jedes Schicksal, das sich im Dunkel der Kindheit vorbereitet, ein volles Rätsel? In jedem lebendigen Wesen, im univissenden Tier, in der wachsenden Pflanze, wie im schauenden Menschen sind zwei Urmächte ineinander wunderbar verwirkt: Bewegung und Gebundenheit. Die erste streckt sich zum Licht und erobert den Raum, die Pflanzen senden ihren Samen mit wehenden Flügeln weit über Land, doch zugleich harrt in ihm die zweite Kraft der Gebundenheit und läßt ihn irgendwo wurzeln, um in seiner Vernichtung wieder seine Art sortzuevben. Beim Menschen heißt die Freiheit: Wille, die Gebundenheit: Schicksal..Einem ist eS gesagt, wer weiß von wem, wer weiß warum: Auf mit dir und fortl Das Kind greift nach dem Monde, der Mann ist weiser und greift nach den Sternen. Nun wandert,«inex, und irgendwo ist ihm schließlich ein Boden bereit, zu wurzeln und zu ruhen, und seien e» vier letzte enge Wände, nach deren Decke man sich streckt. Das ist des Menschen Freiheit und des Menschen Schicksal! Mit gebundenen Gliedern fliegen ohne Fittich und mit geflügelter Seele ruhen ohne'Wahl: wunderliches Dasein der Menschen! Der Doktor Hesky stammt« aus einem kleinen böhmischen Dors« mitten im fruchtbaren Land draußen, wo die Weiber in brennendroten Kitteln, gelben Kopftüchern und blauen Jankem gehen. Vater und Mutter waren Kleinbauern, die nicht lesen und schreiben, nnr beten und arbeiten konnten. Beten war ihnen eine Lust, arbeiten weniger. Darum hatten sie, wie viele ihresgleichen den einzigen Wunsch, ihr Kind möchte dereinst im Leben nur beten, nicht arbeiten müssen wie sie. Der Pfarrer war freilich der größte Mann ihrer Welt, der mit Gebet den Himmel und irdisches Wohlsein erwarb. Es gab nur ein Glück für«inen Burschen, und das war, wenn er geistlich wurde. Die Pfarrer da draußen haben acht auf den Menschenwuchs, denn von dem Bestehen der Pfarrer hängt wieder ihre Welt ab, die von Rechts wegen und nach dem Willen Gotte» au» Kirchen und Bauernhäusern besteht, wenn man von den großen Herren absieht, di« auß«rhallb der gemeinen Ordnuäg al» etwas Besonderes gelten, da» nicht in Betracht zu ziehen ist. Gibt's irgendwo einen Buben, dem ein helleres Licht aus den Äugen blitzt, so ziehen sie ihn an sich und lassen ihn dem Herrn dienen. Zunächst freilich ihnen selbst, als des Herrn Stellvertretern. Der Knabe darf ministrieren, das Räucherfäßchen schwingen, die Glocken läuten, chorstngen, Schuhe Pützen, Stühle wischen, der Köchin helfen, kurz allerhand gottgefällige Werke verrichten. Und wennes auch vorderhand mehr zu arbeiten als zu beten gibt, mag er doch hbsfen, einmal' al» Student in die Lateinschule zu kommen, zu demcherrlichen Mütterchen Prag. Die hundecttürmige Stadt steht vor den Augen de» Knaben. Dort sind die Häuser von Gold. gungnicht-der Zweck der Anstalt irgendwie geschädigt öder erschwert wird. E» Ist selbstverständlich, daß die Gesetzesvorlage da» hauptsächlichste Augenmerk den öffentlichen Heil» (Pflege«-Anstalten und unter ihnen insbesondere den allgemeinen öffentlichen Krankenhäusern widmet, in- dein sie deren Rechtsverhältnisse, Organisation und Verwaltung in den Grundzllgen regelt, wobei sie die Einzelheiten den Durchführungsverordnungen und den einzelnen Hausordnungen Überläßt. Besondere Betonung verdient der Umstand, daß die allgemeinen öffentliche« Krankenhäuser«In durchzuführendr» Hilfsorgan aller Zweige der - sozialgcsundheitlichen Fürsorge (Organisationen und Institutionen) bilden soll, die in ihrem Wirkungsbereich tätig sind. Wichtig sind auch die Normen betreffeiü» die Regelung der Rechtsverhältnisse der A n a e st e l l t e n der allgemeinen öffentlichen Krankenanstalten. Sie sollen im Wege einer Regierungsverordnung und unter Berücksichtigung de» besonderen Charakter» der allgemeinen öffentlichen Krankenanstalien erlassen werden. Das Gesundheitsministerium ist überzeugt, daß nur dadurch die ordentlich« und zweckmäßige Durchführung de» ganzen Gesetze» gesichert werden kann. Reu find die Bestimmungen über die allgemeinen öffentlichen Svrengetkrankenhäuser, sowie über die Verpflichtung zur Errichtung»der Erweiterung allgemeiner öfsantsicher Krankenhäuser, welch« Verpflichtung unter gewissen Bedingungen dem Land oder.den Bezirken oder mehreren von ihnen gemeinsam auferlegt werden kann, wobei in Aussicht genommen ist, daß ein Teil de» Errichtung»- und ErhaltungSaufwandc» au» dem Erträgnis der Sani- tätrumlage gedeckt wird. Die Bestimmungen über die Entlassung von Personen, die an unheilbaren Krankheiten leiden, sind in dem Entwurf durchwegs durch Normen ergänzt, die von sozialem Geist getragen sind. Sieher gehört insbesondere die Bestimmung de» 8.26, Abs. 8, daß ein unheilbar Kranker nur dann entlassen»der der Gemeinde übergehen werden kann, wenn seine ordentliche Unterbringung ohne Beeinträchtigung seiner Gesundheit und Sicherheit, aber auch ohne Gefährdung der Gesundheit und Sicherheit der Personen, mit denen der Kranke im gemeinsamen Haushalt lebt, gesichert Ist. Besondere Bedeutung für die Aufgaben der allgemeinen öffentlichen Krankenhäuser hat die Bestimmung über die Vereinigung von Heil«(PfIege-)Än- stalten und der Anstalten für soziale Gesundheitsfürsorge mit den allgemeinen öffentlichen Krankenhäusern, welche Bestimmung ermöglichen soll, daß die Krankenhäuser der Zrntralpunkt der gesamten Fürsorge, und zwar sowohl zur Gesundung de» einzelnen, al» auch der ganzen Volksgesundheit sein sollen. Eine neue Bestimmung enthält weiter» der zweite Teil des ersten Hauptstücke»(8 46 und 82), die unter gewissen Bedingungen die Erteilung de» Oesfentlichkeit»« rechte» auch an Svezial-Hell-lPfleae-)Anftalten und öffentlichen Genesungsheimen ermöglicht. Eine ganz« jN-fhevon Bestimmungen über die allgemeinen öffentlichen Krankenhäuser gilt analog auch für.diese öffentlichen Anstalten» Bezüglich der öffentlichen Anstalten für Nerven- und Geisteskranke ist insbesondere auf die den ge- Ivonnenen Erfahrungen und verschärften Vorschriften über die Ausgabe von Reversen bei Entlassung nngeheilter Kranker zu verweisen, weiter» auf die Normen über die Entlassung unheilbar Kranker, die aus der Anstalt nur dann entlassen werden können, wenn dafür gesorgt ist, daß sie ohne Beeinträchtigung ihrer Gesundheit und Sicherheit und ohne Beeinträchtigung der Gesundheit und Sicherheit ihrer Umgebung(Personen und Sachen) entsprechend untergebracht und versorgt sind. Für hie Privatanstalten lohne Oeffentlichkeit»- recht) bringt die neue Gesetzervorlage die entsprechende Kodifizierung aller einschlägigen Vorschriften, wobei natürlich für den Betrieb der Anstalten vor So wurde auch dieser Kleine ausersehen, zu studieren, damit seine Mutter ihm einst al» einem Geistlichen die Hand küssen dürfe und vor den übrigen Weibern des Dorfes Ehren genieße. Darum studiert doch ihr Sohn! Sein Vater starb- noch bevor der Knabe die erste Stufe dec gelehrten Laufbahn erreicht hatte. Die Mutter arbeitete als Kleinhäuslerin weiter, während der Pfarrer dem Jungen ein Stipendium erwirkte, so daß er in der Tat das Gymnasium in Prag beziehen konnte. Dort erwies er sich als fleißig und begabt, wuchs aber, schier ohne es zu wollen und zu wissen, über die engen Grenzen der heimatlichen Gläubigkeit hiitaus, gab nach Beendigung der Lateinschule den Plan, Geistlicher zu werden auf und gedachte, Medizin zu studieren. Da versiegten freilich die göttlichen Hilfsquellen. Er war auf sich allein gestellt und mußte trachten, ohne den Segen und die führende Hand der Kirche, weiterzukommen. Aber in der großen Stadt bewährte sich zu seinem Glück die weitere menschliche Gemeinschaft, die jedes Glied einer Klaffe eng in ihre» Kett« fügt und es beschützt, weil sein Gedeihen ihren eigenen Bestand auSmacht. Das Bürgertum bildet,' wie die anderen wirtschaftlichen Mächte, einen geschlossenen Kreis und erhält sich durch die Kräfte aller seiner Angehörigen) deren jeder eine Zeitlang auf Kosten der übrigen leben darf, bi» er selbst wieder fähig ist, für sich und seine Brüder aufzukommen. Ja mancher Untaugliche oder Faule mag getrost rechnen, sogar von den andern mitgeschleppt zu werden, wie etwa die Sträflinge, die nach Sibirien in einer langen Kette ziehen müssen, ost meilenweit einen toten Gefährten mttzerren. Der junge Heskh. blieb nun einmal in die bürgerliche' Gemeinschaft einbezogen, und ste nahm ihn willig mit, mochte er nur sehen, wie er ihr später entkam) Diese Gemeinschaft war gerade zu seiner Jugendzeit doppelt«ßg und stark aaeinanderge« schlossen durch ein der Frömmigkeit verwandte» Seelenband: durch das erwachte tschechische Ra- allem der Wortlaut der.Statuten maßgebend.sei« wird. Der Wirkungsbeginn de» Gesetze», respektip« einzelner seiner Teile oder einzelner Bestimmungen wird durch Regierungsverordnung festgesetzt. Gleichfalls wird auch durch Regierungsverordnung bestimmt. welche und in welchem Zeitpunkte jene Vorschriften außer Kraft treten, die den Bestimmungen de» neuen Gesetze» widersprechen oder. Fragen betreffen, die durch diese» Gesetz und die zu seiner Durchführung erlassenen Vorschriften geregelt sind. ' Da» Gesundheitsministerium wird in den weiteren Kodifizierungsarbeiten energisch sortfahren, wobei in erster Linie an da» Gesetz über die Organisation der öffentlichen Gesundheitsverwaltung, an da» Lebensmittelgcsctz, an da» Epidemiegesetz u. a. gedacht ist. Dabei sei besonder» betont, daß da» nene Gesetz über di« Rechtsverhältnisse der Heil-(Pflege-) Anstalten die Grundlage für«ine p l an volle und zweckmäßige Organisation de» gesamten A n st a l t» w e s e n» bilden soll, do» der wichtigst« und zentrale Sektor der öffentlichen Gesundheitsfürsorge Ist. Da» Gesund, beltöministerinm wird alle» daransetzen, daß diese» Gesetz so rasch al» möglich seine verfassungsmäßige ' Erledigung findet. Machnlk-Expose zur Wehrerziehung Heute Abschluß der Session Da» Abgeordnetenhaus, das diesmal die kritische Borferienzeit Ahne die sonst üblichen Krisenerscheinungen überwunden hat, ging am Donnerstag beveits in die Debatte über die Wehrerziehung«In, nachdem vorher die beiden Vorlagen über bi« Milderung der Diätenabzüge der Parlamentarier und Über die ob 1. Jänner 1988 vorgesehenen Zuschläge für die außerhalb Prag» wohnenden Parlamentarier ohne Debatte genehmigt wordm waren. Nach den bisherigen Dispositionen wird di« Wehr- crziehungsdebatte am Freitag beendet und damit di« Session geschloffen werden. Der Senat wird dann Ende der nächsten Woche in die Ferien gehen,«ine Woche früher, als man bestenfalls erwartet hatte. Ueber die Wehrerziehung referierte im Parlament für den Wehrausschutz Abgeordneter B i L a n e k. Er wie» darauf hin, daß die Geschehnisse in Europa keine große Hoffnung wecken, daß man In absehbarer Zeit nur an die friedliche Arbeit werde denken können. DI« bisher getroffenen Maßnahmen für die Verteidigung de» Staates werden nun durch den letzten Pfeiler, die Wehrerziehung, ergänzt. Wir sind dazu gezwungen, wenn wir nicht Hasardeure werden wollen. Im modernen Krieg wird e» keinen Unterschied zwischen Front und Hinterland geben. Schon da» nötigt un». die Zivilbevölkerung entsprechend vorzubereiten,' wie sie sich zu schützen hat. I a ö a behandelt die Vorlage vom Standpunkt der Schule au». Er erklärt«, bloße Begeisterung genüge nicht, dazu müsse die Entschlossenheit treten, sich zu verieidigen und die Kenntnisse, die nur eine gute Wehrausbildung bieten kann.. Ein Angriff auf die Tschechoslowakei dürfte niemandem ein billige» Abenteuer werden, unser Staat für niemand eine leichte Beule sein. Referent B r d l i k erklärte, daß von den acht. Millionen Personen, die der Wehrerziehung unterliegen, etwa 2.5 Millionen auf die Erziehung in den Schulen, 1.5 Millionen auf die Vereine und vier Millionen auf die Zentren der Wehrerziehung enffallen dürften. Der Staat wird den SelbstverwaltungSkörpern entsprechende Subventionen gewähren, auch mit der Wehrerziehung tionalgefühl. Dieses litt ebensowenig' wie der Glaubenseifer des Pfarrers, daß ein LandeSkind, fähig seinem Stamme Ehre zu machen und dessen Geltung zu mehren, verloren gehe. Ein begabter tschechischer Student durste nicht Hunger leiden, nicht der heimatlichen Wissenschaft enttiffen werden und nicht zurücksinken in die gemeine Not. Die junge tschechische Wissenschaft konnte keinen Sohn entbehren und aufopfern. Jeder galt als köstlicher Besitz, als größere Hoffnung,' sollte doch jeder einmal mit Zinseszinsen vergiften, was er empfangen hatte. Diese teils bewußt« und schon deutlich gegliederte, teils unbewußte, aber desto inständigere Gemeinschaft nahm sich auch des armen HeSktz an und zwar in der Weife, wie ebm unter den Menschen zumeist Göttliches und Gemeines, Mitleid und Selbstsucht verschwistert wirken. Er fand nämlich in einer ärmlichen Studentenbude, bei einem Schneidermeister, Kost und Quartier, dessen Toch- ter, ein paar.Jahre älter als der Mietbursche, damals.noch frisch und wenn auch nicht besonders schön, so doch durch ihre Jugend immerhin erfreulich, für das unwissende Herz eines weftunge- wohnten.Jüngling» nicht ichne Reiz und begeh- renStvert genug war. Ein« rasch angesponnene begünstigt« Neigung führte zu einem förmlichen Verlöbnis, und da«in mittelloser Student nicht heiraten konnte, mußte man ihn ehen so lange Über Wasser haften, bis er als fertiger Doktor genug verdienen mochte, um ein«" Fimilie zu gründen und zu-erhalten.- ' Der Vater Schneider quartierte' und beköstigte daher um Gotte» und feiner Tochter Berta willen den Mietburschen weiter und beschaffte».so gut es ging, auch die sonstigen Mittel zu seinem. Studium, so daß sich Hesky der Medizin ergeben konnte.'• r’ (Fortsetzung folgt.)■ Nr. 148 gttlinfl, 35.»uni 1987 Seite 3 fudetcndcufsdicr Zciispie^ef 1. Reichsaufmarsch der Republikanischen Wehr vom 3. bis 5. Juli 1937 In Aussig a. E. Betraute Vereine werden Unterstützung«Hallen müssen- Nach den Referenten gab Verteidigungs» Minister M a ch n t r eine kurze Erklärung ab, in der er dem Haufe seinen Dank aursprach für alles daß, was«S für die Verteidigung der Staates bereits getan habe. BIS vor kurzem fei die Leit für die gründlich« Lösung der Wehrerziehung pshchologisch noch nicht reif gewesen. Erst da» Staat»verteidigung»gesetz habe die Frage aktuell gemacht. DI« heutige Bor« läge bedeutet lein«weg» di« Militarisierung de» Staate», denn dabei kann dgK.Lauptziel unserer Bestrebungen der Friede bleiben. E» sei nicht Nötig zu erörtern, was auf dem Gebiet der militärischen Borbereitung der fest« Wille de» ganzen Bolte», der ganzen Einwohnerschaft des Staate» bedeute, unter allen Umständen in der Verteidigung der Freiheit und der Staatsform auszuharren. An unserem Fall«, der d« Stellung Belgien» und Serbiens im Wrlttrheg« so ähnlich ist, ging««» um»ich» Wikinger«» al» um unsere Egt« st«nz. Die Verteidigung dieser Existenz kann nicht ohne die Mitarbeit und ohne di« Opfer eines irden von uns vor sich gehen. Da» Gesetz soll unserer jungen Generation den Willen zur Abwehr und die Begeisterung für all« notwendigen Opfer geben. Der Charakter unser«« Demokratie, die auf der breiten Zusammenarbeit aller Bevölkerungsschichten beruht, nötigte zu sorgfältigen Erwägungen Über die Konstruktion de» Gesetzes, bei dessen Durchführung nicht Zwangsmassnahmen, sondern das Bewusstsein seiner Notwendigkeit und Zweckmässigkeit bei jenen Millionen von Staatsbürgern «ntscheidend sein wird, die unter da» Gesetz fallen. DI« Durchführung de» Gesetze» soll au» der gesamten Bevölkerung«ine einheitliche Arm« aufbauen, für un» und die Freunde de» Friedens al» Friedensgarantie, für all«, die den Frieden und unser« Selbständigkeit untergraben wollten, jedoch al» eine nachdrückliche Warnungl Da» Haus ging dann in die Debatte ein, die schliesslich auf Freitag halb 11 Uhr vormittag» vertagt wurde. Starker Widerstand gegen die Gebührenvorlage Die Regierungsvorlage über die Herabsetzung gewisser UebertragungSgcbühren und die Regelung der Gebühren von Schenkungen stiess im Budgetausschutz von allen Seiten auf heftigen Widerstand, so dass ihre Verabschiedung noch vor den Parlament»f«rien einigermassen ungewiss ist. Der Berichterstatter Dr. B r d I t k lAgr.) bemängelte, dass die mittleren Bauernhöfe von der Er» mässigung der U«bertragung»geibühren ausgeschlossen seien. Di« Einschätzung müsse nach dem Ertragswert erfolgen, wobei man auch die auf dem betreffenden Besitz lastenden Hypotheken berücksichtigen müsse- E» gehe auch nicht an, dass der kapitalisierte Aert Hel Ausgedinge» nach dessen Erlöschen al» Bereicherung bcB Besitzer» angesehen werde von der er Steuer zahlen soll. Wenn diese Einwande nicht berücksichtigt werden, könne die Agrarpartei nicht für die Vorlage stimmen. Lhalupa(Sozialdemokrat) ist dagegen, dass man nicht auch die Familienhäuschen von Aicheitcrn und kleinen Angestellten in die Begünstigungen der Vorlage einbezieiht. Der Paragraph 4 über die Versteuerung von Schenkungen, über di« keine Urkunde auSgefertigt wurde, ist für die Sogialdtmo» kraten unannehmbar. Die Bestimmung, dass solche Schenkungen binnen acht Tagen(!) dem Steueramt zu melden sind, würde mindHten» 80 Prozent aller in Betracht kommenden Personen straffällig machen. . Kunz(BdL) verlangt, dass Ausgedinge bi» zu 6000 Ai jährlich von der SchenkungSgeibühr zu befreien find. Ausgedinge seien«Ine freiwillige Alters« Versicherung und die Altersrenten der nicht selbständig Erwerbstätigen unterliegen ja ebenfalls keiner Gebühr. Ostrif(Gewerbepartei) verlangt die Novellierung der gesamten Gebührenrechte» und lehnt die meisten Bestimmungen der Vorlage entschieden ab- Die Verhandlungen wurden schliesslich auf Freitag vormittag» vertagt. -/ Wchterzsliagr» von 1800 iii jährlich. Im verfassungsrechtlichen Ausschuss berichtete der Referent Dr. SU ar ei über seine neuerlichen Verhandlungen mit dem Justizministerium und den Richterorganisationen bezüglich der Gehaltabzüge der-Richter. Die Vorlage wurde gegenüber dem RegterungSentwurf beträchtlich erweitert, um di« ganze Frage eindtlüig zu regeln und vor allem klar auSzudrUcken, datz die Abzüge auch Dr die, RÜHM bleiben, aber auf eine gesetzliche Gründ- lag^aesteltt werden. Mit Rücksicht auf die besondere verfassungsmässige Stellung der Richter sowie,darauf,".dass" die besonderen Entlohnungen, die den Richtern seid 1981 gewährt,wurden, im Laufender Zeit von O astf st.ü Millionen fährlich herabgesetzt wurden, soll den Richtern— auch al» Entschädigung für die aP-ustgesetzlich erklärten Gehaltsbezüge seit 1984— nunmehr eine b e• sandere Zulage.vqn 1800 KO jährlich gewährt werden, die in di« PensionSgrundlag« ,«n« rcchenbar sind. Da HIefür im Budget leine Bedeckung vorgesehen ist, soll die Zulage für Heuer . nur zur Hälfte auSgezahlt werden, und.»war hinnen sechs Wochen nach Äesetziverdun« der Vorlage. DieiVdrlag« würde genehmigt und ddr Vorsitzende autzerdem beauftragt, mit dem Minitzrvräsldest- ten zu verhandeln! damit auch feite Richwr, die nach'llM'JähK'lOllS IN Pension gegangen Md! eventuell im administrativen Wege dieser Zulage teilhaftig werden.. Srnmaunn« ta Erporttnsittut. Der Minister, rat ernannte zu Stellvertretern de» Sener-ldirek- tor» des Export-Institutes ObersektlonSrat Dr. Jaroslav Kotz und Direktor Th. Ptstortu». (Endgültige» Programm) Samstag, den 8. Juli: 14 Uhr: Antreten der Kampfmannschaften zum Wöhrkampf.— 18 Uhr: Appell aller Verbandsmitglieder und der beteiligten Verbände.— 10 Uhr: Abendfeier Im Warmbad Kldische. Ueber 1000 Mitwirkende. D o n n t a g, den 4. Juli: 6 Uhr: Wehrsportliche Wettkämpfe, Proben im Stadion.—10.16 Uhr: Abmarsch zur Kundgebung.— 11 Uhr: Kundgebung Seit Jahren klagen die Waldarbeiter der Staatsforst« im Bezirk Tachau, datz sie unter politischem Druck ihrer Vorgesetzten stehen. Man verlangt von diesen deutschen Waldarbeitern, dass ie, die kein Wort tschechisch können, dertsche» ch i s ch e n Agrarpartei al» Mitglieder beitreten. Diesem Verlangen wird auch der erforderliche wirtschaftliche Nachdruck verliehen. Wer nicht offen zum Verräter an seiner bisherigen polittschen Und nationalen Einstellung werden will, soll von der Arbeit ausgeschieden werden. Wir haben gegen diesen nationalistischen FanattSmu» tschechischer Forstbeamter wiederholt Beschwerde geführt. So-wurde bereits vor zwei, Jahren unser Gcbieisselretär Müller bei der Forstverwaltung in Tachau vorstellig und legte Protest gegen diese politische Bedrückungsmethoden ein. Der Erfolg war, dass auch wieder deutsche Arbeiter eistgestellt wurden, welche nicht der tschechischen Agrarpartei angehörten. Längere Zeit herrschte im Staatsforst polittsche Ruhe. In den letzten Wochen kamen aber aus den verschiedenen Revieren Beschwerden, datz auf die Arbeiter wieder Druck auSgeübt wird. So wurde Beschwerde au» Neulosimthal geführt. An Pur» schau handelt es sich um einen altbekannten Fall. Au» Schönwald laufen ebenfalls Beschwerden ein und nach der letzten Meldung wurde in Hölldroth eine Ortsgruppe der tschechischen Agrarpartei mit 21 deutsche» Waldarbeitern gegründet. Ein Deutscher wurde zum Obmann dieser Gruppe gewählt. Diese staatlichen Forstbeamten können also ausrufen: Es ist vollbrachtl Ob sie sich auch Gedanken machen, w a s sie vollbracht haben? Zugeständnisse - dar Ascher Industriellen Die Unternehmer in den Ascher Spinnereien, der Veredelungsindustrie und den Webereien haben den Gewerkschaften«in« neuen vertrag angeboten, wobei die bisherigen Verträge verlän- gert und ein«, einmalige Aushilfe in der Höhe von 120 Stundenlöhnen, auszahlbar ist vier Raten gewährt werden sollten. Diese» Zugeständnis war ulttmatw gegeben worden. Di« Gewerkschaften haben e» in zehn Massenversammlung« den Arbeitern unterbreitet und über die Verhandlungen berichtet. Donnerstag sollte in den Betrieben abgestimmt werdest. Kurz vor der Abstimmung, zum Peil während ste^im Gange war, liessen di« Unternehme« di« Gewerkschaften wissen, dass sie bereit seiest» ihr Zugeständni» zu erweitern und eine allgemeine, z e h n p r o z e n t t g e Lohn e r h ö h u n g zu gewährest- Erfolg der Glasarbeiter In Kriegern Wir haben seinerzeit berichtet, wie hartnäckig sich der^Kampf der Glasarbeiter in Krie- gem entwickelt hatte und wie schwer e» wurde, fiir diese-Adbeiterschiist tinigeS zu erzielen. Am 22. Juli fanden bei der Bezirksbehörde in Poder- sam Verhandlungen statt, die endlich ein annehmbare» Ergebnis zeitigten. In dem Prowkoll über di«. Vereinbarungen ist festgelegt, dass die allge« meinest Lohn» und Arbeitsbedingungen wie bisher erhalten bleibest und dass alle Arbeiter wieder aufgenönUstest werden; keinem Arbeiter darf aus auf dr« Marktplatz.— 18 Uhr: Wehrsportliche Wettkämpfe.— 14 Uhr: 4X100 Meter-Stafctten- lauf.— 16 Uhr: Jiu-JItsu-Borführung der NW. — 15.80 Uhr: AtuS-Sondervorführung.— 16 Uhr: Avuk-Sondervorführung.— 16.40 Uhr: RW- Mass en freiüb ungen(8000 Mitwirkend«). — 17.80 Uhr: Schlussappell(RW, Aruk, Atu», SJ). Montag, den 6. Juli: 4.10 Uhr: Abmarsch der Abteilungen zum Geländespiel. Anschliessend im Stadion BaSschutzÜbung.— 10 Uhr: Einlücken. Wenn deutsche Forstarbeiter um dcS lieben täglichen Brotes willen sich zu»tschechischen Agrariern" machen liessen, so sollten gerade die Tschechen wissen, was«ine solche„Bekehrung" wert ist. Kein Vernünftiger glaubt, datz diese tschechischen Mussagrarier ein tatsächlicher Gewinn für di« Tschechen sind. Im Gegenteil, es wird bei vielen nur die Staatsgesinnung untergraben. Was hier Organe des Staatsforstes tun, ist politische ArbeitgegendenStaat. Wenn cS diese Herrschaften nicht wissen, so sollen e» ihnen vernünftigere Vorgesetzte begreiflich machen. Die SdP hat den Fall Schönwald bereits zu einer Interpellation verwendet. Tschechische agrarische.Forstbeamte litserten ihr also das. Material! Wir aber fragen: Dürfen solche Beamte noch weiter demonstrieren, dass sie auf den 18. Feber pfeifen? Merken die matzgebcnden Stellen der Republik nicht, wie sehr es ihrem Ansehen schaden muss, wenn das, was die höchsten Funk- tionärc an politischen Abmachungen getroffen haben, von Förstern und Waldhegern glatt missachtet werden kann? Hier ist das Augreifen einer starken Hand dringendst geboten. Remedur wird da nur geschaffen, wenn ein paar solcher Förster und Heger einmal im weiten Bogen aus ihrem Revier hinausfliegen. Ein Wort aber auch an diese deutschen Ar- beiter: Man muss den Mut haben, um seine Menschenwürde zu kämpfen. Tut man da» nicht, so geht sie verloren und man verfällt der Verachtung vor allem bei dem, unter dem man sich kampflos gebeugt hat. Steht einmal aufrecht für euer Recht ein, mich vor Gericht. Wir wollen sehen, ob solcher Terror nicht die entsprechende Ahndung durch staatliche Richter findetl der Teilnahme am Streik ein Nachteil erwachsen, der lohnpolitische Erfolg ist neben einer allgemeinen GrhöhungderTarife vor allem darin zu erblicken, dass den länger beschäftigten qualifizierten Arbeitern«ine zehnprozentige Erhöhung gewährt wird. ES ergibt sich eine durchschnittliche Erhöhung der Stundenlöhne um 12 Prozent. Auf Grund der Vereinbarung ist am 22. Juni die Arbeit wieder ausgenommen worden. Optische Werke, Neuern Für die Belegschaft der Optischen Werke in Neuern hat der Int. Metallarbeiterverband durch den Genossen Kaufmann Verhandlungen geführt, die ab 1. Juli d. I. für die Arbeiter eine Gesamt- Lohnerhöhung von 60.000 KC für das zweite Halbjahr 1987 bringt. Der Erfolg ist umso bemerkenswerter, als er ohne Streik und Lohnverlust erzielt wurde, während die DAG im Betrieb Bernt bei einem vierzehntägigen Streik nur knappe 7800 AL Lohnerhöhung bet 60.000 KC Lohnentgang erzielen konnte. * Was geht Im südmlhrlschen Arbeitslager. In Klentnits vor? r Am 1. und 2. Mai wurde in Klentnttz das erste südmährische Arbeitslager ins Leiben gerufen, dar den Zweck haben soll, die dem verfall nahe Rosenburg wieder zu restaurieren. Für. hitzse Arbeiten wurde vom Staate ein täglicher Beitrag von 7 KL pro Mann auf die.Dauer von 2osek Aron(Aussig) ein Siebziger Schon, als er als junger Schuhinachergcselle nach B ö h m t s ch- K a in n i tz kam, war Josef Aron, der heute seinen 70. Geburtstag begeht, ein begeisterter Sozialist. Im Jahre 1807 gründete er mit anderen gleichgesinnten Menschen den ersten„Arbeiter-Lese- und BildungSvcrein", im selben Jahre die erste Gruppe der Papicrarbciter in Böhmen und den Arbeiter-Konsumverein Böhmisch-Kmuuitz. Später siedelte Genosse Aron nach Rnmburg Uber, wo er als Lagerhalter tätig war. In dieser Eigenschaft war Genosse Aron aussergewöhnlich intensiv für die Genossenschaftsbewegung tätig, seiner zielsicheren Arbeit ist die Gründung einer grossen Anzahl Konsumvereine zu danken. Selbswerständllch betätigte sich Genosse Aron auch aktiv in der Partcibelvegung. Bei der Wahlbewogung im Jahre 1807 stand er in der Wahlagitation an erster Stelle, und auch sonst erfüllte er in jeder Hinsicht seine parteigenössi- schen Pflichten und war ein fleissiger Werber für die Idee des Sozialismus. Im Jahre 1008 kam Genosse Aron nach Aussig und wurde bei der damalige» Gross-Einkauss- gescllschaft österreichischer Konsuiiivcreiue Reisevertreter, zwei Jahre später Prokurist der Gesellschaft. IN den Kriegsjahren lvirkte er als Geschäftsführer der Abteilung Karlsbad der Gross- EinkmlfSgesellschaft und nach dem Umsturz war der vorbildliche und eifrige Genossenschaftler bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1033 Prokurist des nach dem Kriege gegründeten GEE- Verbandes. Mit seiner sozialistischen Betätigung in der Parteibewegung beginnend, hat Genosse Aron den grötzten Teil seines Lebens der Genossenschaftsarbeit gewidmet. Nach seiner Pensionierung war und ist er noch eifrig in der Parteibewcgung tätig, unter anderem war er einige Jahre Leiter der Sektion 7 der Aussiger Lokalorganisation. Seit dem Jahre 1934 ist Genosse Aron Obmann des Aussiger Armcnrates, und hier und in seiner Betätigung in der Arbeitersürsorge kann er so recht seine soziale Gesinnung betätigen. Mit jugendlicher Begeisterung nimmt der Jubilar, zu dessen Ehrentag ihm alle seine Freunde und Mitkämpfer beglückwünschen und ihm Dank und Anerkennung für seine unermüdliche erspriehlsche Arbeit zollen, noch heute an allen Geschehnissen der Arbeiterbewegung teil. 6 bis 8 Wochen als produktive Arbeitslosenfür- sorge zur Verfügung gestellt. Es sind also auch Staatsmittel für diese Zwecke aufgolvcndct worden und die Ocfscntlichkcit hat ein Recht darauf, zu erfahren, wa» dort vorgegangen ist. Am 18. Juni wurde nämlich der Arbeitslagerleiter dem Kreisgericht nach Znaim ein geliefert, während die anderen Macher einem Verhör unterzogen wurden, aber dann auf freiem Fuss verblieben. Es ist daher die Frage angebracht, was in diesem Arbeitslager vorgcgan- gen ist. Man möge sich nicht in Schweigen hüllen! Eine neu« Ortsgruppe der Partei und des Atu» gegründet. In dem Bergarbeitevdorf Kun- neschhäy, dessen Bevölkerung zum grössten Teile vom Handlovaer Kohlenrevier lebt und zum Sprachinsel-Deutschtum des Kremnitz-Deutsch- probener Bezirkes.gehört, fand am letzten Sonntag eine gut besuchte öffentliche Versammlung der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei statt, i» der LandeSsclretär Tejessy über„Die kommenden Gemeindewahlen" referierte. In einer Sitzung ivurde nachher die Gründung einer Ortsgruppe der Partei und des Atus beschlossen. 24 neue Mitglieder bilden den Grundstock der neuen Ortsgruppe, die sofort an die iveitere Mitgliederwerbung gehen und den Organisationsgedanken auch in den benachbarten deutschen Gemeinde» verbreiten will. Vom Rundfunk empfehlenswerte« aus dsn Programmen) BamStag: Prag, Sender I: 10.05: Deutsche Presse, 10.80: Lieder au» Tonfilmen,, 1210: Schallplattenkonzert, 12.85: Musik» Salonauartett: Suk, Dvorök etc. 14: Deutsche Sendung: Fröhliche» Wochenende, Bauernkomödie von PLche, 14.40: Schallplattenkonzert, Fuöik, Suppe etc., 17.55: Deutsche Sendung: ,,Der bekehrte Saufbruder, Komische Oper von Gluck, 18.45: Deutsche Presse, 18.55: Deutsche Aktualitäten, 21.80: Dvokäk: Drei romantische Stücke, 22.20: Märsche auf Schallplatten.— Prag, Sender II: 15.10: Deutsch« Sendung: Alte Musik unserer Heimat, 15.50: Deutsche ' Presse.—Brünn 17.40: Deutsche Sendung: Humor im deutschen Lied; Lieder von Hahdn, Mozart, Brahms, etc., 22,85: Tanzmusik.— Prehiurg 14,15:Schallplattenkonzert.— Mährisch.Ostrau 18.00: Dedussh: Suite bergamasque, 18.80: Tanzmusik.■ (Bei verschiedenen Anlässen sprechen: Minister Ezech, die Abg. Taub, Jaksch und Kögler und Funktionär«, der Republikanischen Wehr.) Eintritt: Xi 25.— für alle RW-Genossen.(Dabei ist ütbegriffen: Verpflegung von SamStag abend» bis Montag mittags, also sechs Mahlzeiten, Maffcnquartier, BcgrüssungSabend, Jestabzeichen.) Dauerkarten für Gäste tiö 10.—'(6crcchtigt zum Zutritt zu allen Veranstaltungen und zur Benützung de» MaffenquartterS). Tageskarten für EamStag-Nachmittag lm Stadion XL 2.—; Karten zum Begrüssungsabend im Warmbad Kleische Xi 8.50; Tageskarten für Sonntag im Stadion Xö 4.—. Fahrpreisermäßigung 50 Prozent auf den Bahnen der Tschechoslowakischen Republik. * Alle Genossinnen, die zum Reichsaufmarsch der RW vom 8. bi» 5. Juli nach Aussig kommen, und im Besitz einer blauen Bluse sind, tragen di« blaue Bluse bei den Veranstaltungen.— Frauen- ReichSkomitee., Wollen des die tschechischen Agrarier? Tschechischer Gesinnungs-Terror gegen deutsche Waldarbeiter Erfolgreiche Lohnkämpfe in Wertböhmen Seife 4 Freiing, 25. Suhl 1937 Ne. 148 Ardeitsreitverkiinung«irrt aktuell 5orlslpo»«sclie7 Au«rhu» bestellt suk Antrag Taub ein SubkomKee Auf der Tagesordnung des sozialpolitischen Ausschusses standen am Donnerstag Initiativanträge der Linksparteien auf V crk ürz u n g d er Arbeitszeit. Das Referat erstattete Ge- nosse Taub. Er wies darauf hin, das; die Anträge T a y e 11 e und Tu c n tj die Novellierung des Gesetzes vom 19. Dezember 1k>t8 betreffen, während der Antrag KroS,- niii diese Frage gesondert von der bisherigen Gesetzgebung lösen will. TaUb wies darauf hin, das; die Verkürzung der Arbeitszeit im allgemeinen Interesse liegt und schon aus sozialpolitischen Gründen durchgeführt werden sollte, um eS zu ermöglichen, die Arbeitslosen wieder in die Betriebe zu bekommen, Trotzdem in einigen Industriezweigen die Konjunktur heute besser ist als 1929, ist die Arbeitslosigkeit noch immer genug hochl Taub zeigt an Hand von Ziffern über die Volkszählung von 1Ü89, das; z. B. damals im Bergbau 98.463 Personen beschäftigt waren; heute sind davon 7919 arbeitslos. An der Metallindustrie waren 1930 227.208 Personen beschäftigt, davon sind beute 27.141 arbeitslos. In der Textilindustrie betragen die entsprechenden Ziffern 308.121 und 88.761. Der Referent behielt sich die Erstattung eines ausführlicheren Referates für de» Zeitpunkt vor, bis daS S n b k o m i t e e, dessen Einsetzung er zwecks detaillierter Beratung der Vorlagen beantragte, dem Plenum des Hanfes seine» Bericht erstatten wird. Der Ausschuss setzte dem Antrag des Refrr«»- len gemäss ein Tubkomitee ein, zu dessen Mitglieder» gewählt wurden: Cavojskh, Knarre, Langer, Petr, Tedläkek, Dr. Tuchtz, Ted», Schütz, Taub, Tatzerle und Zapotorkh. Für umfassende Regelung der Arbeitsvermittlung Der Abgeordnete Petr erstattete dann einen Bericht über die Regierungsverordnung betreffend die Arbeitsvermittlung. Er beschwerte sich darüber, daß die Verordnung das Problem keineswegs so vollständig löse, wie es die Zeit erfordert und die Arbeiterorganisationen Vorschlag gen. Er beantragte daher, die Regierungsvorlage zur Kenntnis zu nehmen, gleichzeitig aber ein Subkomitee mit der Ausarbeitung eines neuen Gesetzentwurfes über die Arbeitsvermittlung zu betrauen, der den Bedürfnissen der Zeit und den Forderungen der Arbeiterschaft besser entspricht als die bisherige karge Verordnung. Zur Einsetzung dieses Suhkpmitees kam es noch nicht, da die Verhandlungen vertagt wurden. « Auch für die Behandlung des Antrages Klein auf Erlassung eines Gesetzes über die Hand» lungSreisenden nndVertreter wurde ein Subkomitee eingesetzt. Lin Filmstreifen macht Politik .(MLP),iJst-ganzAm^itäih^sAt;'gl2bte Aufregung über' einen Wochenschausilm der Pa- ramount, der chie^Zusammonstöbe>, ztvMen der Polizei von EHicago ünd.'dety.ströikenden-Arbei- tern der Republic Steel CörpvMidn" zeigt,"die am SP. Mai stattfanden und bei denen neun Arbeiter getötet wuriden. Die Polizei hatte seft nerzeit bekanntgegeben, daß sie; von den Strei- lenden angegriffen' worden; sei und"daßste-in höchster Not von ihrer Schußwaffe' hätte Ge- brauch machen" müssen. Diese" ErAarüNL hätte damals.den Erfolg, daß" weife'"Kreisf der Bevöli lerung, die bisher den Gewerkschaftskämpfen von Lewis im Grunde sympathisch- gegenüberstanden, sich von. ihm abwandten und erklärten, mit Leuten; die derartige" Schlachten provozierten, dürfe man nichts gemeinsam, haben. Nun, der"Filmstreifen von"einem, der^fähigsten Reporter der Parämvunt-Gesellschast ausgenommen, zeigt"in wahrhafte erschütternden Szenen die" objektive Wahrheit: Man' sieht, wie die Arbeiter ruhig an dem bestreikten Werk vori beimarschieren.' Ihnen stellt- sich"ein Polizei- "osfizier entgegen, mit dem Anführer" der Arbeiter verhandelt. Der Offizier macht"eine ablehnende Bewegung, rüst den hinter-ihm stehenden Polizisten irgend etwas' zu, und uniNittelbar darauf greift" die Polizei'an: Nach'den"ersten Schüssen wälzen sich einige Leute am Boden, die anderen laufen davon." Aber.jetzt" beginnt der T r'ä-n e n g a-S'a ngri fff der Polizei, Die nächsten Szenen sind noch furchtbarer, denn man sieht, wie einzeln^"Polizisten^ auf"die Ar- bester, vor allem auf die, die bereits am Boden liegen, in der brutalsten Weise- mit-Gummiknüppeln einschlagen. Ein junges Mädchen, das mit einer Zeitüng in der Hand spazieren geht: wird von hinterrücks zu" Boden geworfen und dann"völlig blutüberströmt- in"-einen Polizeiwagen geschoben. Bei der Vorführung dieser entsetzlichen Bilder kam eS in allen amerikanischen Kiuothea- tern zu P r-o.t e st k-un-d.g eb u.ng em- der Z usch t u e r, Frauen bekamen Weinkrämpfe und wurden ohnmächtig:."Die-"Paramöunt- Gesellschaft hat sich entschlossen, den.Filmstreifen wenigstens für Amerika zurückzuziehen. Das Senatskomitee zur Ueberwachung- der bürger- lichbn Rechte hat sich- ddn Fjlmstreisön bereits dreimal privat- vorführen"lassen;'um' an'Hand dieses" Dokumentes die Bestrafung--der-schuldigen Polizeiinstanzen zu: verlangen.. Jedenfalls hat-die Chicagoer. Polizei eine schwere. Nieder- läge erlitten, während die"Lewis-Bewegung deutlich an Sympathie gewinnt. Teuere Reinigung. Donnerstag vormiitags ging der Landwirt Herejk durch dieEngelsgassein, Pilsen. Dort gesellte sich ein fremder Mann-zu- ihm und machte ihn austnerksam, daß er auf dem Rücken schmutzig sei.. Er-hegapn den Landwirt auch sofort zu" säubern. Als, cd sich-aber-entfernthatte, stellte Herejk fest, daß ihm" der Unbekannte aus der Brusttasche 8st00 KL"entwendet.hatte.". . Rach dem Unglück her Himalaja-Erpedition. Wie die-Deutsche. Himalaja-Stiftung mitteilt; werden drei Mitglieder der Stiftiititz, darunter: der bekannte Forscher Paul Bauer, nach: Indien: fliegen. Sie werden versuchen," die.Ursachen des Unglücks der- Nanza-Parbat-.Expedition. sestzu- stellen., t.. Entfesseltes Element. Dieser Tage gingen in mehreren jugoslawischen Bezirken- katastrophale ! Hord In MUslltz aufgeklärt Die Mordtat in Mitglitz hat eine /.rasche Aufklärung gefunden.- Die Kellnerin Trude Sandner, welche«Inige Monate bei dert Witim beschäftigt war und die Geldgeharüpg. der.Fpät» kannte', hat bei der Gendarmerie elpgestanden, lass sie dir" WirlSfrau aus dem Restliürant7,M» gerheim" erschlagen hat, um sich in den Pesitzi.dks Geldr« zu. setze». AuS ihrem Geständnis,»iurde 'entnommen, dass" noch ein?Beteiligterft» Frage kommt. Es soll.sich um dm Liebhaber der'Kill- netin handeln.""- Wolkenbrüche, nieher." Der Schäden'-in-her. Ägs- geb»ngl,von. Sffa w o.ü i s ch»B ro d"lv"ftbHnf 4 0 M i l l ionen Dinta r gdschätz^'.Är^ße Schäden wurden aüch-in Ost-Serbien. inch'er-Mi- gebung von- Knajebac angerichtet. In-der:Äe- meinde Äldinci trugen; die Waffermassen^ine Frau- Mit" einem. Kind-, fort,: die. später Äide tot aufgefunden wurden, Die E r il-te'-istziim ganzen" Gebiete- v ernt ch t e t wordeit"..'^-- Jeldherren-Stalnen. Um das" Stand,b'il^,deö Feldmarschälls Haig, das.als.Natiönaldtznlinäl ausgestellt werden soll,:ist ein Skattt>a'l-"eiuhMni.t. Lady Haig, die Witwe des Marschalls,-hatsysim- lich kategorisch-"erklärt," daß siet,zu der^EtftWl» lung" des Denkmals; nicht kommen:'lverde'.'Mun d.Ie Siättie sei geradezu-lächerlich,'Nienjgls'- hMe der. Märschglliin einer..so.:.unMilst.ärischen-Hälstmg auf seinem Pferd, gesessen,-ftUd-nienMlh.lMhde er-überhaupt'ein Tier" bestiegen haben,-Wi'e-Mn Gäus, den: der Bildhauer auf diesem;StÄWlld- dargestellt habe.— General Mtajäi st.djnMstesn- Standbild in Valencia für-seine heldenhafte Verteidigung von Madrid in Valencia- errichtet'loer« den sollte, hat. sich auf" das schärfste" geweigert, dem. Bildhauer zu sitzen." Erstens habe.er!:"tisijh- tigeres zu tun, zweitens sei er übeichaupt.der Meinung, daß Standbilder- nur; Lazu, gsit.shid, von- den Tauben beschmutzt zu Werden.- Der-Pjlh« Häuer, der den.Aufträg von der Regieru.ng-'er« halten hat, wird- das Standbild? nur-nach-Phbto- graphie» meißeln könnens, Das Halsband der Königin. Am 1. Jiüiiwsrd in London ein Dtanmntenlollier-versteigert werden, das Marie Antoinette gehörte, das aber nicht mit-dem berühmten-»Halsband der Königin" verwechselt."^werden darf, dessen Affäre eine so große- Rolle in-'d er französischen Revolution gespielt hat. Mer..auch dieser Halsband hat seine Geschichte.. Mäsie^An- toinette gelang es, den Schmuck bei ihrer Psrhäf« tung ihrer Tochter Maria Theresia..Charlotte,"",^er späteren Herzogin-von Angoülöme, um i>en,"Hs>lS-u legen und das. Halsband" auf diese. Weise-zu.retten- Er kam dann" in den Besitz, der.Grafen-von"Ehambord. und Ende des 19. Jahrhunderts-, in" den- der Königin-von"Spanien." Heute gehött eh" dhr-Erzherzogin,.Blanche, von Habsburg ündder.Prnuessjn< Massino gemetnsqm, die auch-geuieiissani. heschlössen höben, es zu veräußern-. Es besteht au-.,20, Diamanten und einem Anhänger.". In den^ZWMin-- gliedern sind-18 große.Brillanten, eingeärhöiket.-r..- Baldige Abkühlung? In Westeuropa, wobin von: Norden"her" kühlere: Luft- vordringt,- herrscht bedecktes Wetter mit Regenschauern vor- Bei zmS',ist dagegen der Himmel-vorwiegend- heiter:-undAdle Temperaturen erreichten in deN Niederiüigen"27--bir 80 Grad,Celsius. Eine starke und andauernde Ab- nahme des Luftdruckes: deutet jedöch'darauf hin,'daß sich.die.Wetterverschlechterung vom. Westen-her.por- au-sichtlich bereits morgen auch auf.dgs.Gebiet, der RepMik.ausbreiten- wird,— Wäh r s.ch.e.knlil« cheS W e tter Fre i tag: IN Böhmen und später auch in-Mähren vom Westen her sortschreitendeZu- "nähme der- Bewölkung, Neigung zu. Gewittern, iM- kühlungl Wiuddrehung gegen Nordwesten.":Jn,den übrsgen Ländsrn: Heiter und sehr" warm.^"Südostwind.'— W etteräu S s ichte n für'-SepmiS- tag: Jn-ddn böhmischen Ländern und in.derlWest- slowakei: Veränderlich, zeitweise Schauer" öder'-Be- : Witter, nur mäßig warm, Westwind. Im" Osten de» Staates: Zunahme der Gewitterneigung,.leichte Ab- kühlung. psurdisIverdSchtisunssn-ter /^kdeitrloren sind unmoralisch und demagogisch I» seiner Rede im sozialpolitischen Ausschuss des Abgeordnetenhauses sprach Fürsorgeminister Neins auch über die Regelung der Ar- bettslofenfürsorge. Er erwiderte dabei in«»missverständlicher Weise auf die Angriffe, welchen die Arbeitslosen insbesondere in der agrarischen Presse ausgesetzt sind. Minister Reias sagte: Das Ministerium setzt alles daran, an Stelle der bisherigen ungenügenden Nnterstützungsaktio- »en Ordnung zu schaffen und hat eine Reihe diesbezüglicher Anträge ansgearbeitet. Es ist im gesamtstaatlichen Interesse gelegen, dass das Ar- beitslosennnterstützungSsystem nicht nur momentan mit Rücksicht auf rein fiskalische Gesichtspunkte geregelt werde, sondern vor allem im vitalen Interesse der Erhaltung deS Lebensniveaus der Bevölkerung, im Interesse einer gesunden Zicknnft des Staates. ES genügt auf den Populationsrückgang, den vor allem die Arbeitslosigkeit verschuldet hat, auf den Gesundheitszustand der Jugend, auf Vie Bedrohung der Qualifikation unserer weltberühmten Facharbeiter, auf die Konsequenzen für die Verteidigung deS Staates hinzuweifen. Die gegenwärtigen Anzeichen einer Belebung der Produktion dürfen unS nicht zn übertriebenem Optimismus verleiten. Die Unterstützungen nach dem Genter Shstem haben keine» charitativen Charakter, sondern sind Lei» stungen von versicherungSähnlichem Charakter? die Unterstützung der Arbeitslose» ist ein« der wichtigsten Voraussetzungen deS sozialen Friedens. Wenn von gewissen Seiten behauptet wird, daß di« Unterstützungen missbraucht werden, dass eS sich um eine Demoralisierung handelt, so müssen immer konkrete Beweis« verlangt werden. Sooft Unregelmäßigkeiten festgestellt werden, wird sofort Ordnung geschaffen werden, aber eS wäre unmoralisch und hart, zu generalisieren. Demagogie ist es, zu behaupten, daß Faulenzer massenhaft unterstützt werden. Jeder, der eine Unterstützung in der ErnährungSaktion in Anspruch nimmt, muß sich bei der Arbeitsvermittlung melden. Wenn er eine angebotene Arbeit ablehnt, verliert er deiiUnterstützungsanspruch. In den letzten zwei Jahren werden die UnterstütznngSkon- trollen in erhöhtem Masse durchgeführt.- AuS der Unterstütznng nach dem Genter Shstem wie anS der ErnährimgSaktion werden augenblicklich alle ausgeschlossen, die die Arbeit verweigern. Der Finanzminifter antwortet auf BataS Steuerbeschwerden. Im BudgetauSschuß richtete der Vorsitzende Teplanskh an den Finanzminister eine Anfrage wegen der Beschwerden, die Baka auf der Tagung des JndustriellenverbandeS gegen die Finanzveaoaliung vorgebracht hatte. Minister Doktor KalfuS antwortete, daß gegen einige Vertreter und Beamte der Firma ein Steuerstrafverfahren eröffnet wurde. Bei Haussuchungen, die vollkommen gesetzmäßig durchgeführt worden seien, sei belastendes. Material gefunden worden. Ueber das Ergebnis könne er noch nichts mitteilen, da auch der Firma noch keine Mitteilungen gemacht worden seien. Der Revisionskommission, die bei der Firma arbeitete, feie» keine besonderen Aufträge gegeben worden und auch von politischen Faktoren sei auf der Finanzverwaltung kein Druck auSgeübt worden. Ein Ablaßverfahren komme erst nach Abschluß der Untersuchung in Betracht. Das Verfahren werde wie bis» her mit aller Beschleunigung und den geltenden Normen gemäß durchgeführt werden. Artur Dlnters Glück und Ende Berlin.tzie4ünge,'Frauu'.... -, DPch' Ätte. uist' Esttschuldigüllg, jLiebling,! ,mänWt''Mich'aüfgehalt«ll-• •'*„ Ich pfeife darauf, ob, man dich aufgehasten ilcht mcht, Petz-dich ünd itzl Du kannst mit 7mWÄ.MwnWS'!jetzt'.ch»?d«..A«M ist,"-. .^„Äperi Liibstel. Sch. habe heute sehr viel' zu tunUhabt, Es war keiye Minute stir da«. Früh» stück-^ichhabe.'Huftg-rI". ).->,iDu wirft mitr mir das essen« was. jetzt an 'dop., Reihe, ist. Erstens-,'weil ich es gesagt hab«. Und zweitens: du fängst an, fett zu Wehden, da« degoiitiertmich^"/ ''^Mie, käünst du,. „Schweigel Ich habe überhaupt nicht Luft, gesprächig zu.seist." Das Mahl geht stumm zuende. Der Herr, über seinen Teller geneigt, nimmt dreimal vom Salat, verschlingt den Käse, bemächtigt sich einiger Bananen und'ißt alles Brot, was er errei»' chpn känn.'' tt Nach dem Kafste.'tritt«spektvoll der Empfangschef-,'an den Tisch:„Liqueure?"...... '„Nein",' schneidet die'junge Frau atz,„keifte Liqueure!'Uno vor allem: keine Zigarren! Das verpestet, die Lüft." Der Empfangschef zieht, sich zürü'ck,^/''/'J’’'.<■. .Der: stattliche Herr, mit- bekümmertem Gesicht,'.steht ihm nach, dann neigt er sich zärtlich zu feffter Freundin: Liebling, dg stehst, ich füe alles waS:du Wlllst.-Jch hoffe, du wirst ein wenig dankbar sein".. .„Wie Meinst du das, dankbar?, Ach sol Du stellst dir also vor, daß ich e» mir so einrichten werde: daß' ich' jeden Abend..... aber nein, heüte gehen wtr. inS'Kino, schlimm genüg,, daß wir.den Anfäng versäusstest. f ,. so beeile dich doch! Kannst dst.sticht hier etftias'rascher aufbrechen?" Als das Paar verschwunden War, fragte Mer meinest.'Freunde den' Empfangschef:„Wer war der große Hervf" Der Empfangschef verneigte, sich etwas und sagt«) indem er seifte Stimm« dämpfte:„Der Diktator",:>. .'.Dar war 1927 in Spanien. Primo de Rivera.'regierte v damals unumschränkt. UebrigenS starb er 1936 in Paris, im Exil. in der Metall- und chemischen Industrie erfaßt die Rüstungskonjunktur nicht diese ganzen Industriezweige,. Die Senkung der Arbeitslosigkeit ist vor allem die Folge der wirksamen RegierungSaktton im Export, in der Baubelvcgung, in den ösientlichen Arbeiten und in der Wirtschaft«- u»d Finanzpolitik des Staates. Wenn die Notwendigkeit der allgemeinen RiistungrbestcebUngen entfällt— war wir alle aufrichtig wünschen— wird ein lebhafterer Güteraustausch und ein erhöhter Außenhandel eintrctcn. Wenn wir Heuer ein Sinken der Arbeitslosenzisfer in den Sommermonaten auf 866.666 erwarten dürfen(obwohl in den Herbstmonaten wieder mit einem saisonmäßigen Ansteigen zu rechnen ist), so ist kein Grund vorhanden, warm» sich die Arbeitslosigkeit auf dieser Höhe stabilisieren sollte. Man muß nicht befürchten, daß wir mit einer dauernd hohen Arbeitslosenzisfer für die Zukunft rechnen müßten, wenn wir hie Gründe vermeiden, die die Arbeitslosigkeit Hervorrufen und erhalten, Iven» wir alle Kräfte und Mittel aufwenden, die gegen sie wirksam sind. Man wird die öffentlichen Arbeiten und die Baubewegung intensiv fördern müssen. Besserstellung der breiten Massen— Voraussetzung einer Wirtschaftsbelebung Der Ruf nach Anteil der Arbeiterschaft an der Prosperität wird zu einem Weltschlagwort Ivcrdcn, zumal die katastrophale Krise die Lohnkräste völlig erschöpft hat. Da» Fürsorgeministcrium ist bemüht, durch seine Vermittlung gerechte Ergebnisse bei den Lohnkänipfen herbeizuführen. Die Zahl der Lohnkämpfe wächst. Der günstige Effekt der wiederkchren- den Konjunktur erfaßt nicht gleichmäßig alle Schichten der Bevölkerung und betrifft besonder« viel schwächer die Arbeiterkategorien. Der Gesamtverlust der. Arbeitseinkommen infolge der Gehalts« und Lohnsenkungen kann auf 466 Millionen Kt monatlich ge schätzt werden. Die Staate» mit freiem Markte, in die u»ser Export einzudringen versuch!, ebenso tvie die Staaten, die unfere Konkurrenten sind, haben ein wesentlich höhere« Lohnniveau al« wir. Die all- gcnicine Besserling unserer Wirtschaft kann also nur dann dauernden Charakter annehnien, tvcnn an ihren! Ertrag die breiten Schichten der Angestellten dadurch beteiligt werden, daß ihnen die Gehälter und Löhne anständig reguliert werden. Niedrige Löhne und Gchäitcr sind ein Hinderni« der Ivirtschastiichcn Gesundniig und ein Henimschuh der wirtfchafilichcn Enifaltung. Zuversichtlicher Bericht des Bankrates Dor Bankrat der Nationalbank hielt am 24. I. M. seine ordentliche Monatssitzung unter dem Vorsitze de» Gouverneurs JUDr. Karel EngIiöab. Dem vorgebrachten Geschäftsbericht entnehmen wir folgendes: Die Aktivität der WelÜvirtschaft ist noch ständig im Ansteigen begriffen, obgleich sich das Tempo des Auftriebes stellenweise mäßigt. Die Belebung greift auch mehr in den internationalen Warenaustausch, insbesondere auf dem Gebiet der Rohstoffe und Halbfabrikate, ein. In der Tschechoslowakei verzeichnet die Erzeugung und Beschäftigung«ine beschleunigte Steigerung. Auf dem Geldmarkt zeigt sich im ganzen nur ein mäßiger Kreditbedarf der Privatwirtschaft. Die Bildung kleiner Sparrücklagen hält, besonders in Gebieten lebhafter Jndustrietätigkeit, weiterhin an. DaS Preisniveau des Warenmarktes ändert sich im Laufe der letzten Wochen entsprechend den Bewegungen auf den Weltbörsen für Roh- stofse nur mäßig. Der Index der Großhandelspreise erfuhr Anfang Juni in beiden Hauptgruppen eine geringfügige Senkung, wohingegen das Niveau des Indexes der.Kleinhandelspreise sowie des Lebensstandards zum Maimedio im Durchschnitt eine unbedeutende Befestigung aufwies., >—„ Di«. Entwicklung„ der gesamten.Vegetation wurde-während..des-warmen und sonnigen.Mai lvetters beschleunigt, wobei sich der Stand des Winiergetreides allgemein beträchtlich gebessert hat. Einzelne Gebiete weisen hier jedoch verhältnismäßig erhebliche Unterschiede in der Entwicklung und ini Kulturenstand auf, die durch den uneinheitlichen Charakter der WitterungSvcrhält- nisse auf dem gesamten Staatsgebiet bedingt sind. Die Aktivität der Jndustriebeschäftigung war beim überwiegenden Großteil der Branchen wieder lebhafter und übersteigt merkbar das Vorjahrsniveau. Die Kapazität wird besser als früher auSgenützt, die Lieferfristen iverden verlängert, bei einigen Betrieben kommt es zu nachträglichen Ersahinvcstitionen. Der Verbrauch an Jndustrietreibstoffen steigt beträchtlich. Die Bautätigkeit ist lebhaft. Der Arbeitsmarkt verzeichnet ein beschleunigtes Sinken der Arbeitslosenziffer namentlich in den Industriegebieten des GrenzlandeS; hiebei wird oft Mangel an fachmännisch geschulten Arbeitskräften gemeldet. Die besseren Verhältnisse in der Produktion setzen sich in den Löhnen durch. Die Intensität der Streiks erfährt eine Belebung. Sm Außenhandel überstieg der Gcsamtuni- satz des Mai zum ersten Male seit dem Jahre 1981 den Betrag von zwei Milliarden. Das Exportgeschäft weitet sich ständig aus, wobei der Umschichtuugsprozest.auf. Msatzgeüiri'e..des. freien. Auslandes andauert.. Ctualond Weitere 12 Milliarden Lire für Abessinien Rom. Der Ministerrat hat Montag den Scchsjahresplan für die Erschließung und den Aufbau von Jtalienssch-Ostafrika, der für diese Zwecke 12 Milliarden Lire bereitstellt, genehmigt. Die Zukunft Palästinas. Der„Evening Standard" bringt Einzelheiten über den neuesten Bericht des Palästina-Komitees. Dasselbe empfiehlt in diesem an die Londoner Stellen gerichteten Berichte, daß Jerusalem, Bet- lehem und Nazareth unter den dauernden Schutz der britischen Regierung gestellt werdest. Man glaube, daß die Führer der Luden in Palästina sich mit diesem Vorschläge zufrieden geben werden und ihm zustimmen dürften. Diese Neuregelung würde allerdings vorsehcn, daß das jüdische Dominion nicht volle Dominionsrechte besäße, und daß alle Entscheidungen über Verteidigung und Außenpolitik einzig und allein von London getroffen werden würden, wo eben diese Entscheidungsdispositionen auch weiterhin verbleiben würden. Dieses jüdische Dominion würde, wie es in dem Berichte heißt, nicht selbständiges Mitglied de» Völkerbundes sein. Es hätte vielleicht die gleiche Stellung,-wie sie heute z. B. Rhodesien einnimmt. Ist der Nazi noch so AM...(be) In der vergangenen Sonntagnacht explodierte unmittelbar vor hpm Wohnhaus des dänischen Verteidigungsministers Genossen Alv ing Andersen in einem Vorork Kopenhagens eine Sprengladung, wodurch eine ganze Menge Fensterscheiben zertrümmert wurden. Die polizeiliche Untersuchung erstreckt sich auf das ganze Land. In der Hauptstadt selbst wurden zunächst der ehemalige Leutnant Bilfred Petersen, Führer einer der 14— vierzehn — Naziparteien Dänemark« samt einigen seiner Pg» festgenommen. Zivei von ihnen wurden in Gericht-Haft genommen, weil in ihren Wohnungen Sprengstoff— Astralit— gefunden wurde oder sonstige erhebliche Verdachtsmomente sich ergeben haben. Dieser Herr Petersen ist vom richtigen Holz. Er befehligt innerhalb seiner 166 Mann-Partei «ine SA von 26 Pgr, alle laut Tanglichkeitsbedin- Lungen, mindestens 1.86 Meter lang, über 22 Jahre >alt Und an Körperkraft erstklassig. Diese Truppe kommandiert der Führer, wie„Socialdemokraten" berichtet, in einer Weise, daß im Vergleich dazu di« deutsche Weltkriegsarmee an der Marne 1914 nur ein Vortrupp gewesen sein mutz. Bor einiger Zeit mutzte er 46 Tage im Kasten sitzen, iveil der verdammte demokratische Staat nicht einsehen wollte, datz Nazi« doch auch Sprengstoff von Erdarbeiten zur Herstellung eine« Sporiplahe« entnehmen und auf die Schienen der Straßenbahn legen dürfen. Einige Mitglieder seiner Garde leisteten ihm danials im Kittchen Gesellschaft. Dagegen wurden sie für die Veriviistnng und Verdreckung der jüdischen Synagoge nicht verantwortlich gemacht. Am Vortag des Anschlages auf die Villa Andersen hatten jene Frei- willigcnvcrbände, denen man letzthin dt« Waffen entzogen hat und die laut Gesetz nicht mehr lange bestehen werden, eine Parade abgehalten, bei der stark gegen die Regierung gehetzt wurde. Die„Deutsche FrciheitSpartei" lebt. Wie dem„D a i I y H e r a l d" a us Berlin berichtet ivird, haben letzthin die Berliner Korrespondenten ausländischer Blätter durch die Post die Manifeste Nr. 12 und 14 der„Deutschen Freiheitspartei" zugestcllt bekommen. Die Sendungen sind in Deutschland aufgegeben. Das eine Flugblatt richtet peinliche Fragen an die Reichsrcgierung Hitler- Goebbels-Blomberg, z. B. diese: „Warum ist die Untersuchung gegen die Brandstifter am Reichstagsgebäude nach dem Leipziger Prozeß nicht fortgeführt worden? Warum wird die Hilfeleistung für Franco geheimgehalten?" «Warum stnd ausländische Zeitungen verboten?" DaS andere Flugblatt stellt fest,.daß bisher für Rüstungen 81 Milliarden RM. ausgegeben worden sind. Man erhBlt für KC 100 Reichsmark.,» . 748.— Markmiinzen... . 795.— 100 österreichische Schilling' . 581.— 100 rumänische Lei.. i . 16.85 100 polnische Zlot».. . 543.50 100 ungarische Nengö . 573.50 100 Schweizer Frank«». . 656.50 100 ftanzösische Francs. . 128.45 1 englisches Pfund.. . 140.75 1 amerikanischer Dollar . 28.60 100 italienische Lire.. . 136.40 100 holländische Gulden.- . 1577.— 100 jugoflawische Dinare. . 65.30 100 BelgaS ... 484.50 100 dänische Kronen..; . 633.— 100 schwedische Kronen. . 731.— Seife 6 „Sozialdemokrat" «k. M /lussls-kskrer,^ektungl Zum Reichsaufmarsch der Republikanischen Wehr in Aussig vom 8. bis 8. Juli Alle Genoffen lind Genossinnen welche znm Reichsaufmarsch nach Aussig fahren«ollen, müssen sich sofort bei Genossen Bartosch im Parteisekretariat (Tel. 581)19) zwecks Beschaffung der Fahrtlegitimation melden. Da zum Reichsaufmarsch eine 59droz. Fahr- Preisermässigung(Personenzüge) bewilligt wurde, erwarten wir zahlreiche Beteiligung der Prager Genossen und Genossinnen. FahrPreiS inklusive Legitimation XL S9.5O, Dauerkarte zum Eintritt zu allen Beranstaltungen inklusive einem Maffenlager Xi 10.—.‘ Auto gegen Leitungsmast. Auf der Svatopluk« Sech-Brücke stiess gestern vormittags der 28jährige Jng. Ferdinand Kroczak aus Lieben mit seinem Auto P 29.275 gegen einen elektrischen Leitungsmast. Der hinter ihm fahrende Wagenlenker Ludwig Chlu- paty aus Wrschowitz wollte einem Zusammenstoss Vorbeugen, ritz seinen Wagen zur Seite, wurde aber trotzdem vom Auto KroezakS, daS sich überschlug, erfasst und aus dem Wagen geschleudert. Doch wurden beide Wagenlenker nur leicht verletzt; die Autor wurden zertrümmert. Bier Selbstmörderinnen in einer Nacht,(ob) In der Nacht auf gestern ereigneten sich in Prag wieder vier Selbstmorde bzw. Selbstmordversuche, die durchwegs von Frauen begangen wurden. In Dejwitz sprang die 20jährige BlaZena Smetana aus Prag-Hodkoviiky vor einen Eisenbahnzug und wurde auf der Stelle getötet. Als Ursache wird schwere Nervenkrankheit angegeben.— Auf die Klinik Nonnenbruch wurde die 16jährige Milada BroZ aus Branik eingeliesert, die in selbstmörderischer Absicht Jodtinktur getrunken hatte. Motiv: Unfrieden in der Familie.— In den Belvedere-Anlagen versuchte sich die 18jährige Mathilde Hornäiek mit Salzsäure zu vergiften. Sie wurde in schwerverletztem Zustand dem Spital eingeliefert. Ursache des Selbstmordversuches: Arbeitslosigkeit.— Im letzten Augenblick gelang es einem Wachmann, vor dem ZiZkabergtunuel eine junge Frau vor dem Sprung vor den herannahenden Zug zurückzuhalten. ES war die 21jährige Verkäuferin Georgine Korynta aus Zifkov. Arbeitslosigkeit und unglückliche Liebe sollen sie zu der Verzweiflungstat getrieben haben. Merkwürdige Verteidigung deS gewissenlosen EhouffeurS. Als Lenker des Autos, das auf der Schwarzkosteletzer Strasse in eine Gruppe junger Leute fuhr, einen 17jährigen, Burschen und ein gleichaltriger Mädchen erfasste und zu Tode schleifte und dann davonfrchr, wurde der russische Emigrant Johann Baran, von Beruf Mietautochauffeur, festgestellt und auf seinem Standplatz in Branik verhgf- tet. Bei seiner Einvernahme verteidigte er sich in sehr unglaubwürdiger Weise. Er behauptete nämlich, er wisse von dem schweren Unglück überhaupt nichts. Nach dieser Behauptung müsste es ihm also vollkommen entgangen sein, dass sein Wagen in eine Menfchengruppe fuhr und zwei Menschen zu Tode schleifte! DaS Auto zeigt deutliche Spuren des Unglücks an der Motorhaube und einem Scheinwerfer und ausserdem fand man bei näherer Untersuchung Knochensplitter an der Hinteren Türe. Nach Abschluss deS Polizeiverhörs wurde Baran gestern der Untersuchungshaft des Pankrazer Kreisgerichtes eingeliefert. Die Untersuchung wird fortgesetzt. Aerlektssaat Schwurgericht In geheimer Verhandlung ." Prag,(ob) Nach de» langwährenden und bewegten Verhandlungen der letzten drei Tage verhandelte das Schlvurgericht gestern unter Ausschluss der Oeffentlichkeit. Angeklagt war der noch nicht ganz 20 Jahre alte Hilfsarbeiter Josef Nen- f u» aus Pyöcly bei Eeriany des Verbrechens der Notzucht. Er hatte sich an ztvei Freundinnen seiner kleinen Schwester, die zu ihr spielen kamen, schwer vergangen. Das eine der missbrauchten Mädchen ist zehn, das zweite elf Jahre alt. Die Verhandlung währte nicht lange und endete damit, dass die Geschworenen den Angeklagten mit elf Stimmen schuldig erkannten. Der Schwurgerichtshof des ÄR Dr. Hruöka verurteilte Josef NeufuS zu dreizehn MonatenfchwerenKerkerS. lümst und Mss-en „Was ihr wollt" im Waldsteingarten. Die(von Julius G e l l n e r geleitete) Aufführung der Shakespeareschen Lustspiels, zweifellos eine der besten unseres Schauspiel-Ensembles in den letzten Heiden Spielzeiten, erlvies sich am Mittwoch abends auch im kostharen Barock-Rahmen der Salla terre- na des Waldstein-Palastes als eine im Sprecherischen und Mimischen, im Ausbau und in der Charakteristik vorzügliche Leistung. Die einzige Neubesetzung(S z n r o v h als Sebastian) fiel nicht in- Gelvicht. Nur der neue Schausplad veränderte ettvas die Perspektive: In der Atmosphäre dieses herrlichen, fast noch aus Shakespeares Zeit stammenden Schlossgartens, der ein Theater für sich, ein wahrer Sommernachtstraum ist tauch wenn Propellergeschwirr und Strassenbahngeräusche eindringen) klingen die gewollten Modernisierungen der Rotheschen Shakespeare-Bearbeitung falscher noch als sonst, und an dieser Stätte sah der Malvolio der Hans G ötz lso virtuos er ist), doch zu sehr wie eine Komödienfigur der Kleinen Bühne, und die Marie von Lotte Stein(so munter sie ist): zu sehr wie die Köchin eines Schwanks von heute aus. Um so bezwingender wurde hier der wahrhaft Sha- kespearesche, schwermütig scherzende,. nachdenklich spielerische Narr Walter Taub», und die üppig barocke Falstaff-Figur Will» Volkers als Ritter Tobbt; gewann ebenso an Stil wie die höfisch herzliche Würde der Olivia Maribn W uns ch e s. Das lvollversammelte) Publikum"freilich zeichnete gerade Herrn Götz und Frau Stein mit Sonderbei-' fall aus, ihnen somit— da die Devise ja„WaS ihr wollt" hiess— recht gebend.—eis— Heute, 9 Uhr abends Nachtserenade im Fürsten. berg-Garten. Programm: Bizct: Arlesienne- Suite; Weber-Berlioz: Aufforderung zum Tanz; Rossini: Ouvertüre, zur Oper„Wilhelm Teil"; JohaNn Strauss: Ballettmusik au». ,„Ritter. Paz» mann"; Suppt: Duett au»„Boccaccio": Smetana:. „Unseren Kindern";.Johann' Strauss: Luver- Pierre Blanchar al» Roskolnikov türe zur Operette„Zigeunerbaron". Dirigentent Schick-Riegers Solisten: Toty-Preger. Nur Prome» nade-Karten: Xi 10.—, für Abonnenten Xi 5.—. lieber Wunsch werden am Abend Sessel gegen eine Gebühr von 5 Xi verliehen. Wegen de» grossen Andranges wird dringend gebeten, die Karten im Vorverkauf ssu lösen. Besucher, die ihre Karten im Vorkauf bezogen haben, werden gebeten, den für sie reservierten, ausdrücklich bezeichneten Eingang zu benützen. Sommerspielzeit Kleine Bühne. Im Rahmen der diesjährigen Sommerspielzeit der Kleinen Bühne, die am 1. Juli beginnt, gastieren mit ihren Ensemble» Szöke Szakal, Ärünbaum- FarkaS sowie ein Ensemble de» Wiener Burgtheater». Spielplan de» Reuen Deutschen Theater». Freitag: geschloffen.— Samstag halb 8: Die Fledermaus, volkstümliche Vorstellung, Abonnement aufgehoben.— Sonntag halb 8: Die Cfar- dasfürftin. Spielplan der Kleinen Bühne. Morgen, Samstag 8 Uhr: Phgmalion.— Sonntag 8 Uhr: Nina,"volkstümliche Vorstellung, Leichtathletische Olympia*Ausscheldungswettklimpfe des 5.Union-Kreises, 26. und 27. Juni im Stadion in Aussig Beginn der Wettkämpfe Samstag, abends 7 Uhr(oberer Platz): Zehnkampf: 400 Meter, Kugel,"Hochspruüg- Sonntag, 8 Uhr früh: Fünfkampf: 200 Meter, Weitsprung, Speer, Diskus, 1500 Meter.— Zehnkampf(Fortsetzung).— Dreikampf (Sportlerinnen): 100 Meter, Hochsprung, Kugel. Ferner die Einzelwettkämpfe der bei der Olympiade ausgeschriebenen Disziplinen. Alle Wettkämpfer melden sich nach ihrem Eintreffen in Aussig beim Genoffen Pawlik. Walter Victor» Engels-Buch, dar nach seinem Erscheinen bei der Wchergilde Gutenberg im Jahre 1982 so vielen Beifall fand, ist nun in neuer Ausgabe im E. st K. Scheuch-Verlag in Zürich aufgelegt worden. Darüber kann man sich, muss man sich aufrichtig freuen. Friedrich Engels ist ja nicht nur al» grosser sozialistischer Theoretiker, als Marxens Freund und Mitarbeiter, als foziali- stischer Politiker interessant, wie jeder Bedeutende. Er ist es auch als Mensch. Dieser Mensch Friedrich Engels, ist er, den Walter Victor in dem Buche „Genoral und die Fragen" uns zeigt. Mehr: er setzt dem prachtvollen; warmblütigen, lebensfrvhe» und gühen Menschen Friedrich Engel» ein Denkmal, ihm und den Frauen, die er liebte und die ihn liebten: Mary Burns, an deren Stelle nach ihrem Tode die.Schwester Lizzi Burns wat, nachmals des„Ge- .erals" in aller Form angetraute Gattin. Ein Rundgang durch eine Fabrik in Manchester führte den Unternehmersohn Engels während seine» ersten Eng- landbesuches an der Maschine vorüber, an der Mary Burn» arbeitete. Die junge Textilarbeiterin wurde später seine Lebensgefährtin. Wie es dazu kam. wie innig sich das Verhältnis zwischen beiden gestaltete, wie" dann fast selbstverständlich Lizzi den verwaisten Platz in seinem Herzen einnahm, das schildert, tief sich einfühlend in Engel» Wesen, sein Leben nacherlebend, mit starker und doch zarter Erzählerkunst Waller Victor, Liebenswert ist da» Buch, und wertvoll" ist er unS, weil e» uns das Leben des grossen Sozialisten so menschlich nahe bringt, dass wir ihn nur noch mehr lieben müssen. I. H. Zu den wertvollsten neueren Schriften Uber das Problem der Nationalsozialismus gehört das im Europa-Verlag in Zürich erschienene 295 Sellen starke Buch von Edgar Alexander: „Der Mythu» Hitler"(Preis kart. Fr. 6.—, in Leinen Fr. 8.—). Eine Auseinqndersetzung mit Hitler und dem Nationalsozialismus vom katholischen Standpunkte aus, aber doch viel mehr als eine katho- 1/ Tekla Ähren» In dem Film„Dar Mädchen au» dem Warenhaus" lische Streitschrift. Alexander sucht nach denVorauS- setzungen für Hitlers Machtantritt, für das. Werde» und Wachsen de» Nationalsozialismus, und" findet sie in der grossen wirtschaftlichen, sozialen und geistig-kulturellen Krise des deutschen Volkes, in den sozialen, nationalen und sonstigen Reffentimentr diese» durch den Krieg mehr als alle änderen Völler niedergeworfenen, ausgebluteten, gedemütigten Volkes, eine» zudem romanttschen unpolitischen Volke». In die Macht eingesetzt aber haben Hitler die deutsche Schwerindustrie und die Reichswehr, und diese ist wieder in vieler Beziehung identisch, mit dem preussischen Junkertum. Ein breiter Teil de» Buches beschäftigt sich mit der Herkunft, mit dem Werden und dem Wesen Hitlers, dem in aller anderen Beziehung al» der des Hasses stet» nur„Habben" Menschen, dem Halbgebildeten, der nur„irgendwie" Künstler und nur„immerhin" Soldat ist und Jchbeseffen. Ihn und seinen ganzen ,,Mittämpfer"-KreiS und-die Möglichkeiten ihres Wirkens erklären vielleicht am treffendsten die Zitate aus de» Marhurger Psychiaters Kretschmar(1929 erschienenen) Buch„Geniale Menschen", daS sich sehr eingehend mit den Psychopathen beschäftigt und zu dem Ergebnis kommt:„Die Psychopathen sind immer da. Aber in den kühlen Zeiten begutachten wir sie, und in"den heissen— beherrschen sie uns".— Alexanders Werk weist ein» deutig nach, dass Katholizismus' und National» wziaiismus-innerlich unvereinbar find, weshalb ihm besonders viele katholische.Leser zu wünschen, sind. Rach sehr ausführlicher Darstellung der verheerenden vierjährigen Wirksamkeit Hitler» und des National» "sozialiSmuS, der Kette von Wortbrüchen und Berrä- tereien, Unduldsamkeiten und Terrortaten und einer allgemeinen Kulturverwüstung, versucht Alexander,' der nebenbei bemerkt, der deutschen Arbeiterbcwe- gung sehr objektiv gegeniiberstcht, auch die Frage nach der Ueberwindung des deutschen Nationalsozialismus zu beantworten. Es glaubt, eine vorüber» gehende Militärdiktatur sei unvermeidlich. Die Reichswehr habe sich mit dem Nationalsozialismus, dem sie sich nie unterordnete, nur au» wehrpolitischen Gründen verbunden, werde ihn nur so lange hallen und stützen, bis ihre Ziele völlig erreicht seien,, aber auch nicht länger. Das ist nun freilich nur Vermutung, Annahme, Hoffnung. Das freilich ist" sicher, dass der Nationalsozialismus nicht gegen den Willen der heute so starken Wehrmacht gestürzt werden kann. Fraglich äber ist, ob sie selber ihn stürzt, wenn sie ihn nicht mehr braucht, ob sie' sich, nicht mit der Rolle de» passiven Zuschauer» begnügt, wenn eine Volksbewegung," mit der sie nicht in Widerspruch geraten möchte, sich gegen die Tyrannei erhebl. I. H. Kaaft mirVolksziinder! Alte Kunst aus der Slowakei Die Ausstellung Im Wladislaw-Saal Wie die Bezeichnung der von der Umileckä Beseda veranstalteten Ausstellung„Alte Kunst aus der Slowakei" im WladiSlav-Saal auf dem Hrad- schin besagt, entstammen die dort zusammengetra- genen Schätze nicht nur dem eigentlichen slowakischen Kunstschaffen, sondern umschliessen auch Kunstwerke, die von auswärts nach der Slowakei gekommene oder gerufene Künstler geschaffen habe». Und da erweisen sich enge'Zusammenhänge der Kunst in der Slowakei mit mährischer, böhmischer und deutscher und weiter im Westen und Süden beheimateter Kunst, Zusammenhänge, die der kunstgeschichtlichen Durchforschung znm Teil noch harren. Jedenfalls bieten die Kunstwerke, Malereien, Plastiken aus Holz und Stein, Schnitzereien. Stickereien, Erzeugnisse' der Goldschynedeknyst und anderen Knnfthandwerks, die da ans Kirchen und Klöstern, Schlössern und Museen, Bürgerhäuser» und Bauernstuben zu einer höchst reprasentablen Ausstellung zn- sammengetragen worden sind, ein ungemein reiches und vielgestaltiges Bild, zu dem sich die romanischen und gotischen Stilepochen, die Renaissance und das Barock mit der slowakischen Volkskunst vereinigen, wobei mn reichsten.die. Gotik vertreten ist. Allein die' Darstellung eines Thema», das der Jungfrau Maria, reicht von der Primivität und Naivität uichekannter frühgotischer Bauernkünstler bi» zur eleganten, weltdamenhaften und schon kaum noch kirchlich anmutenden Marienfigur eines mit allen Wüssten der Welt gewaschenen Barockkünstlers, der vielleicht den Galanteriedegen ebenso weltmännisch zu tragen wusste, wie er den Meissel handhabte. Von Schätzen darf man sprechen auch schon dem materiellen Werte nach,- der sich auf viele Millionen beziffert. Kascha» zum Beispiel hat einen Kelch au» reinem Gold geschickt, der allein auf etwa eine Million Xö geschätzt wird, und eine fast zwei Meter hohe vergoldete Monstranz repräsentiert einen Wert von einer Viertelmillion Xi. Aus Bardejow sind drei vollständige Kirchenaltäre aus dem 14. Jahrhundert nach Prag gebracht worden. Ein besonder» schönes Schaustück der Ausstellung ist der originalgetreue Abguss von Raffael Donners„Heiligen Martin"■ aus dem Pressburger Dom, ein überlebensgrosses, in reicher'Bewegung sich darbietendes Werk des Hochbarock. Wertvolle» Kunstbesitz haben auch die deutschen Städte der Zips, vor allem KeSmark und Leutschau,' geschickt. Rege» Interesse erregten schon"während ihrer Lagerung auf dem Burghofe vor der Unterbringung in der Ausstellung die dämonischen Wasserspeier, die ursprünglich für den Dom zu Kascha» bestimmt waren, dann aber dort nicht angebracht wurden. Sie kamen in Privatbesitz und zierten, seitdem verschiedene Schlossgärten der Slowakei, wo sie Direktor Dr. Poläk vom Museum in Kaschan entdeckt und aus denen er sie wiederzu- sammeiigebrächt hat. In. der Ausstellung sind sie an besonderen Pfeiler», so angebracht, dass sie in der Schau von unten, für. die sie ja geschaffen sind, betrachtet werden können. Noch höher als der materielle ist zweifellos der künstlerische Wert der hier vereinigten Kunstwerke zu'veranschlagen. In dieser Beziehung übertrifft die, Ausstellung die Erwartungen bei weitem, und selbst wer auf Reisen in der Slowakei dies und das schon an Ort und Stelle gesehen hat; dürfte überrascht sein von diesem Reichtum an Kunstbesitz, der hier in der Vereinigung auf engem Raum vielleicht eindrucksvoller,ersichtlich wird, als in der Vereinzelung an Gielen zerstreuten Standorten. Bi» auf wenige Ausnahmen find dse, Kunstwerke.nicht nur in Abbildungen'oder Nachbildungen, sondern im Original herbeigebracht worden. Eine Ausnahme machen, die alten Wandmalereien, die'natürlich nicht herbeigeschafft werden konnten. Aber man ist da sehr geschickt verfahren: die photographffchen Aufnahmen "der alten Fresken sind auf die Masse der Originale vergröbert und von Mnstlern an Ort und Stelle getreu nach den Originalen koloriert worden. Die Architektur der Slowakei Ist in ausgezeichneten Diapositiv-Photographien dargestellt. Die Ausstellung, für die der gesamte Wla- dislaw-Trakt zur Verfügung gestellt worden Ist und die sich somit nicht nur" auf den" WladiSlaw-Saal, isondern noch auf eine Reihe von Nebenräumen erstreckt, ist geschickt arrangiert worden. Der in Press-, bürg wirkende Architekt FrantiSek Tröstr hat den WladiSlaw-Saal durch Einbauten,so gegliedert, dass gleichsam einzelne Kirchenräume i und Sakristeien entstanden sind; in denen die Kunstwerke, ohne gehäuft zu wirken, sowohl als Einzelstück, als auch, zusammen mit ihrer Umgebung zur Geltung kom- men„ Projektionslampen sind so. angebracht, dass besonders schöne Stücke indirekt beleuchtet werden,. Dabei-kommt, auch da»l>wunderv»lle gotische Retzgewölbe, des Saales und der Nebenräume zu scho- ner Wirkung. Diese Beleuchtung ist auch'für,den Abendbesuch vorgesehen; die Ausstellung wird schon in nächster Zeit bis elf Uhr"nachts für de» Besuch geöffnet bleiben und es werden sich da noch besonders intime Wirkungen einstellen. Während der Wladislaw-Saal die- kirchliche Kunst umschliesst, sind. die Rebenräume der slowakischen Volkskunst, zugeteilt. Herrliche'Stickereien, bunte Bauernkeramik, allerlei.geschmückie»" Gerät, Schnitzereien, ergänzt durch Diapositiv-Bilder''von Bauernhäusern, JnNenräunien, Friedhöfen, vereine», sich zu., einem", vollständigen Museum slowakischer Volkskunst. In einem Raume sind aüch jüdische Kultgegenstände ausgestellt. In'einem anderen sind volkstümliche Hinterglasmalereien- zu sehen, chndj'da es unter diesen äusser relsgiösen.Darstellungen- auch eine Anzahl Bilher gibt, die den flowäkischen Räuberhauptmann" JanoSik verherrlichen," ist auch. Aer schwere, metallbeschlygene Ledergürtel" uyd' die mit" Muscheln benähte Mütze JgnoöikS zur Schau',gestellt. In der Vorhalle, bevor' man den Wladislaw-Saal betritt, ziehen Vitrinen: mit.'vorgeschlchtlichen.'Ätpi- schen"und byzantinischen Ansgrabnngssunden, die in der'Slowakei gemacht tvorden sind, das-Jntpr- effe auf sich..•... - Eine Zugabe für die AuSstellungKesüchcr, ist der Zutritt-'zu dem Baffon, der sich a» hör, Südseite deS'Wladislalv-Traktes entlang zieht: und zü Dem der' Zugang, bisher vermauert- wad. E.r.'istebrovi- .sorisch.zugmissllch"g'emacht'"wörd'e'n'und'" bietet-chM einen Ausblick ans Prag, der nur bei dieser-GelMN- heit möglich sein wird, da nach Beendigung der Ausstellung der" Wladislaw-Saal endgültig: für.feine Bestimmung Kl» RepräsentationSraum süv die Präsidentenwahl ein'gerichtei^werden^vird^^/ld^. B e z u g S b ed i n g u n.g- n: Bet Zustellung in»Hau» oder der Bezug durch die Post monatlich Xi 16;—, yierteliähxlich Xi 48—, halbjährig Xi' 96-—.' ganzjährigXi192,—. ,— Jaserqte we'tden lam.' Taris billigst berechnet,. 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