Sozialdemokrat Aentxalorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Sescheiut mit Ausnahme de» Montag tSglich früh/ Einzelpreis 70 Heller Redaktion u. Verwaltung: Prag XII., Fochova 62— Telephon 83077— Herausgeber: Siegfried Taub— Verantw. Redakteur i. V.: Zdenko Neuwirth, Prag 17. Jahrgang Sonntag, 27. Juni 1S37 Aus dem Inhalt: Ein Franzose über den Terror unserer Nazis Landskroner Tabakarbeiter wählen freigewerkschaftlich Jesser gegen Gleichschaltungsversuche Phönix-Nachfolger»Star« Nr. 150 Ein groBerErfolg der Sozialdemokraten und der freien Gewerkschaften der Eine Wodie Mussolini deckt die Karten auf aktiven Form, datz England, das Gewicht sei chen wird. Und Mr. Eden hat die Worte des vor nicht durch eine andere Organisation Produktion und«ine Regelung der Arbeitszeit für sie ein Weg in die Betriebe geöffnet wird. Die Ausschaltung der Metallindustrie ans der Krisenunterstühung bedeutete für die Arbeits berufe» diesen Erfolg der sozialdemokratische» Partei und der freien Gewerkschaften mit Genugtuung aufnehmen, denn er bedeutet, dass einem wichtigen Grundsatz zum Durchbruch ver- holfen wurde: Das Schicksal der Arbeitslose» wird nicht von de» Gelüsten der Rechtsparteien abhängen! Der Verpflichtung, sich um die Arbeitslosen zu kümmern, wird der Staat erst dann ledig sein, wenn die ausreichende Vermehrung der Beschäftigung eine natürliche Verminderung oer' Fürsorge bewirken wird!'' geir zum Ausdruck, auf tvelchen der Abbau der Arheitslpsenfürforge atgelrhnt wurde; die Arbeitslosen«erlangen vor allen« Arbeit, aber sie wehren sich mit vollstem Recht dagegen, das; ihnen die Unterstützung entzogen wird, bevor sie einen o r d e n t l i ch e» Erwerb finde» konnten. Die sozialdemokratische Partei und der Jn- teniationale Metallarbeiterverband setzten sofort alles rin, um dei« Schlag von den Arbeitslosen abznwchreir und ihre Arbeitslosenunterstützung wiederherzustellen. Diese Bemühungen waren von volle«» Erfolg gekrönt! Im Amtsblatt vom 27- Inn« erscheint ei» Erlast des Fürsorgeministcriuins, durch de» die Tez.til-, Glas-, Bergbau-, 'Holz-, K.e r a«n- und M e tall i n d n- —Art e für Aiiseniudnstrirn erklärt' werde», Zweige und das Händsetzerfächun „franco muß siegen", Italien keineswegs neutral R o»«. In einem«»«signierten Artikel, dessen Autorschaft Mussolini persönlich zugeschrieben wird, bezeichnet es das Blatt als einen„unhaltbaren Zustand", datz die Valencia- Rtgierung als gesetzmäßige.spanische Regierung anerkannt werde, die„seit den« 3V. Juli 1036 nichts anderes darstellt als eine Bande verbrecherischer und habgieriger Elemente, die auf Befehl Moskaus arbeiten". Wenn Europa nicht ii« die Periode einer noch schärferen Krise getreten fei, so sei dies das Verdien st der autoritären Staaten, welche die Dinge nicht ans des Messers Schneide treiben wollten. Die Krise«vird» n r durch dhnSieg Francos beendet, werden, erklärt das Blatt ain Schluss« und schreibt: In diesem Kampfe, in welchen« um zwei verschiedene Typen der Zivilisation, um zwei verschiedene Weltanschauungen gekämpft wird,blieb da sfas chi- stischeJtalien"nicht nentral. Selbst hat eS sich auch geschlagen und schlägt sich und ihm«vird auch der Sieg zufallen. Au» der Sozialistischen Internationale . De Broocker«, Adler und Roesbrook ziehen ihre Demission' zurück Paris. Bekanntlich haben drei Funktionär« der Sozialistischen Arbeiter-Internationale, und zwar de Bronckäre als Vorsitzender, Fritz Auch Berlin hetzt von neuem Berlin. Die Berliner RegierMngSkreise haben den Borschlag der britischen«mb der fvan- zöfischen Regierung betreffend die Ausfüllung der. Lücke im Kontrollsystem bisher nicht kommentiert. Es scheint, datz Deutschland seine Hal-' tung nach der Italiens einrichten«Verde. Die reichsdeutsche Presse sprach Freitag, pon«inen« Nachlassen der Spamimig, entfesselt abeo ain SamStag wiedcmun eene scharfe Kain» Pag n e. ES verlautet, daß dies nach der B>»- r a tun g. Berlins.mit Rom erfolgt ist. Die deutsche Presse geht sogar so«vrit, dir Ehrsichkeit der Absichten der britische«« und sran» zösischen Regierung in Zweifel zu ziehe» und erklärt, daß es für den Gedanken der RIchtein» Mischung gefährlich wäre,«venu die Sorge tim di« Mariitekontrollc Frankreich und Großbritannien Überlassen würde. Datei, v e r• schweigt jedoch dir veichSheutschc Press- absichtlich den Vorschlag der französischen Regie-, rung, daß sich an Bord der Konlroüschiffe ne utr al e B e o b.a ch ter. befinde««, solle», die voin Londoner RichteinmischungSausschutz zu diesen« Zwecke eingesetzt werden. Für DirnSttzg vormittags.ist nach amtlicher englischer Mitteilung eine Sitzung des Unterausschusses des RichteinmischungsauSschusseS«Inbe- rufen worden, auf der die Schließung der Lücke in der Seekontrolle zur Erörterung stehen wird. Vie rechten Worte zur rechten Leit Zu den Kundgebungen der britischen Staatsmänner Di- Mutier der Parlamente, das englische Unterhaus, hat Freitag der langen, durch drei Jahrhunderte einer nie unterbrochenen Tradition fortgesetzten Reihe historischer Sitzungei« eine Beratung angereiht, die ii« der Geschichte Englands und der Welt sobald nicht vergessen lverden wird. Das britische Parlament hat in seiner Freitag-Sitzung vor allen« wieder oinn«al beivie- sen, daß es die h o h e S ch u l e d e s demokratischen Parlamentarismus ist, es hat aUeir anderen Parlanienteu ein Beispiel dafür gegeben, datz Demokratie«virllich Diskussion sein kann, und es hat überdies Zeugnis abgelegt für die geivaltige Ueberlegenheit der demolratischen Regierungsform über die diktatorische und tyrannische, die sich in einigen Staa- tei« ausgetan hat. Man sprach niit aller Offenheit, aber man. sprach auch mit jener Zurückhaltung in der Form, die der internationale Takt und der Respekt vor anderen Völkern, mit jenen« Beranüvortungsgesühl, das eine sittliche Grundhaltung dem Staatsmann auferlegt. Hier«onrde nicht bramarbasiert, nicht gedroht, niemand beschimpft, herabgesetzt, schwerer Verbrechen bezichtigt, verleumdet, hier wurden keine pathetischen Worte hinausgeschmettert, keine Achsen konstruiert, nicht die Jahrtausende angerufen, nicht a>« wunderte Millionen appelliert. Es fehlt« all das, was mm« aus Nürnberg u««d Mailand, Berlin und Rom so oft hört'was aus den Spalten-des „Völkischen Beobachter", des„Popolo d'Jtalia" und des.„Angriff"(und oft auch aus denen der Pralvda" und der DZZ, vor allem aus deren Gerichtssaalberichten) zu den Völkern der Erde spricht. Aber gerade deshalb hatte das, was in« Unterhaus gesprochen«vurde, so ungeheueres Gewicht. Nicht nur die eindeutigen Bekenntnisse der Opposition, die kühlen Mahnungen AttleeS und die leidenschaftliche«« Worte des wieder zur Demokratie bekehrten und von« Hitlerwahn geheilten Lloyd Georges, sondern vor allen« die Reden Nevil'e Chamberlains und Anthony Edens haben die Welt aufhorchen lassen. So ernst und besorgt wie Chamberlain hat seit dem Weltkrieg kauin ein Staatsmann gesprochen, gewitz kein englischer. Chamberlaii« hat kein Hehl daraus gemacht, datz es a>« einem Haare hing, datz wir dem Kriege auölvichen und datz es noch immer nicht ausgeschlossen ist, dah wir«n einen Krieg gestürzt werden. Wem« der leitende Staatsmann des British Einpire erklärt, datz der Schnee hoch gehäuft, die Lawine aber„n o ch nicht in« Rollen", datz die Lage- ernst„aber nicht hoffnungslos" sei, so signalisiert das eine ungeheure Gefahr. Uns Sozialisten koinmt das nicht überraschend. Wir haben immer gewußt,«vas der Faschismus bedeutet,'«vaS ec will und lvie nahe am Abgrund die europäische Politik konferiert, diniert u»d von Konferenz zu Konferenz spazieren.fährt. Aber eben die.Sorglosigkeit, der Leichtsinn, die Verblendung vieler führenden Staatsmänner und auch der Mangel an Mut, sich und den Völkern die Nähe und Dringlichkeit der Gefahr einzugestehen, hat uns oft noch besorgter gemacht, weil sie grotze Massen in allen Ländern täuschten. Wir begrützen es nm so mehr, datz ein Staatsmann, dem der Ruf der Nüchternheit und eiserner Nerven vorausge- eilt ist, einmal das tut, was Lassalle als erstes Postulat einer ehrlichen>>nd guten Politik formuliert hat: a u s s p r e ch e n, w a s i st. Chamberlain hat eS getan. Er hat dfr Welt die A««gen geöffnet, ihr gezeigt, wie nahe wir in den lichten . Tagen einem Kriege waren, wie groß die Ge- ’ fahr noch immer ist. Aber der englische Premier hat auch keinen ! Zweifel darüber gelassen, dah Grohbritannien ’ alles tun wird, den Frieden zu retten, und zwar nicht in der Weise„alles tun" wird, wie man es sich in Berlin bisher vorgestellt hat, dah Eng- ' Louis de Brouckire A d l e r alü Sekretär und Ban R o e S b r o o k als Kassier ihren Rücktritt erklärt.. Rach Aufklärung ve» Mißverständnissen, di« dusch«ine AüSsprache in der. Exekutive der Sozialistischen Arbeiter- Jnternationale festgestellt wurden und nach An- nahM« eines BertränenSvötu'mS Haden die drei Gmaupte» ihr« Demission■ zurückgezogen und werden ihre Aemter weiter bekleiden. An der Sitzyng der Exekutiv«, über welche noch berichtet werde» wird, nehmen aus der Tschechoslo- «vakei für die-tschechisch«' Sozialdemokratie Doktor Pouknp, Stivin und Dr. Gustav Winter, für die deutsche Sozialdemokratie. Dr. Heller teil. trennt uns noch vom 1. Rclchsnul marsch der Republikanischen Wehr dem großen Erlebnis proletarischer Kraft Nützet die letzten Tage I Kommet alle nach Aussig! •• Am 28. Mai d. I. wurde die außerordentliche'ArbestSlofenrmte'rstÜtznng nach Art. XII füc ein«' Reihe von: Industriezweigen verlängert,, gleichzeitig wurden aber die Metall-, Leber--und' Luchdruckindustrie äusgeschicden. Lene Krcisc, die^„,,.... bestrebt find, die Arbeitslosenfürsorge wenigstens losen ein schweres Unrecht und eine u«t' Schritt für.Schritt-abzubauen und in den Zen- gerechtfertigte Härte. Die Erre «ralstellr» ihr« Förderung durch das Landwirt-| guug, welche diese Maßnahme bei den Bctrosse schastö- und daS Finanzministerium finden, setz-! neu hervorrief, kam ii« große«« Protestkundgebung ten damals mit ihren Bestrebungen« lei der K r i-1 s«nn» t e r st sitz Ung rin und beriefe«« sich< darauf, daß gerade die Metallindustrie eine Kon- jankturperiode. durch mache, so daß die Beschäftigung dieser Arbeitergrnpp« ständig steige und di« Aufrechterhaltung- der- Arbeitslosenunterstützung in dr» dritten dreizehn Wochen— die int Jahre 1930 von dem damaligen Fürsorgeminister Dr. lkzech ringeführt worden war— überflüssig ge- worden sei.. Ans dem unbestreitbare» Umstand, tifst die Metallindustrie sehr gut beschäftigt ist, wurde die Behauptung abgeleitet, daß es für die Metall» r b« ite r"genug Arbeit gebe. In Wirklichkeit liegen auch in der Metallin» dustrie dir Dingesfp,..dast.ein gut Teil der früher vpll Beschäftigten', insolhe von Rationalisierung, BetriebStzeelegyng«ipip. ander» Gründe» auch heut«'uuruufpvpüberged^nbe-Arbeit an- gewiesen sind öder« sog«-mit« d a u e r n d r r. Ar tri ttl o,sigk eit rech»««» müssen, solange nicht Neue Betriebe'»der'Ersatzindustrien eröffnet werden. Sin" drastisches Beispiel gibt Rothau-Neudek, wo. dürch die-Stillegung der Eisenwerke im Jahre 1931 dreitausend Arbeiter ihre» Arbeitsplatz verloren, von welchen nur 500 wiedtr'Beschäftigung fänden, während die übri gen, biS auf geringe Unterbrechungen,»«: b e i t s- l.'o'S bliebe». Mr eine Unzahl dieser Opfer der.Krisr und einer verfehlte» Unternrhmerpoli- tik werden sich dir Verhältnisse, nicht ändern, be- Vie auDerordentliciie Krisenunterstützung für die Metallarbeiter wieder hergestellt Ein vernichtender Schlag für die arbeitslosen Metallarbeiter abgewendet Der Westen glaubt noch an Entspannung London. Ministerpräsident Chamber lain verbringt daS Wochenend« in ChequerS, dem traditionell«« Landsitz des britischen Mini sterpräsident««. Der„Daily Telegraph" schreibt, dir Tatsache, daß'sich Chamberlain aufs Land begeben habe, werd« in politischen Kreise» alS Beweis für die Entspannung der Ater- Nationalen Lage angesehen. Paris. I«« Paris ist.man der'Ansicht, daß die außenpolitisch« Spairnnng seit Beginn der Woche definitiv nachgelassen hat und daß. die beiden Staaten— Deutschland und Italien— bis spätestens Dionstag ihre Zustim mung dazu' geben werden, daß England und Fr.»nkreich die Seekontrolle in den spani schen Gewässern in Gegenwart- neutraler Be obachter all« i.>« auSüben. Einen.guten Eindruck ruft auch der.ener gisch«, Hinweis hervor,-den(Sb.cn.in seiner Rede an. Deutschland adressiert hat,, daß nämlich^Groß- britannic» sich an. den Ereignissen in Mittel europa nt ch t de Stu t r r e f fiert zeigen könne. Dys„Journal deS Debats"'schreibt: Diese Worte'«oaren'U a u ß« r o r d e n t l i ch heilsam für die kürzlich« Kampagne, die Deutschland gegen di« Tschechoslowakei.führt«,«•»» 1'!75'""St ,.i-.. iland nämlich jeden« Verbrechen, jedem Angriff, jeder Provokution zusehen wird,. sondern in der 6$» L dmtschenWch7f.erU°nMbb«Ntr-v vor seiner Abreise nach Deutschland die gleiche Eüaffen ii« die Waagschale werfend ein ge- Warnung in mündlicher Form auf dm Weg bietendes„Bis hierher und nicht weiter!" spre- niitgegeben haben. chen wird. Und Mr. Eden hat die Worte des Buchdruckergewerbe wird die Auszahlung der! außerordentlichen ArbeitSlosenmiterstLtzung, nach Art. Hl weiter bewilligt. Die Verlängerung der Krisenunterstiitzung, die zuletzt nur| für die Dauer von einem Monat erfolgte, gilt diesmal für sechs Monate,- vo«n 1. Juli bis 31. Dezeniber 1037. Die arbeitslosen Metallarbeiter sind damit von einer große» Sorge befreit. Mit ihnen können aiich die Arbeitslose«« in den ander«« Krisen- Seite 2 Sonntag, 27.«mit 1037 Premierministers in erfreulicher Weise verdeutlicht, als er von der. Notwendigkeit sprach, sich der Tragödie Belgiens von 1914 bemüht zu bleiben, Englands Waffen zum Schuhe Frankreichs und Belgiens bcreitznhalten und al« er Englands starkes Interesse für Mitteleuropa und den Donauraum betonte. Damit ist wohl der lehre Zweifel darüber behoben, daß England auch bei einem deutschen Marsch nach Südosten sein„Halt!" sprechen würde. Mit offener Gewalt' wird Hitler auch in Mitteleuropa nichts mehr erzielen. ES wird an den Böllern und Regierungen der Donaustaaten liegen, die Manöver Berlins zu durchkreuzen, die auf eine„friedliche Durchdringung" des Donauraums und auf listige Unterwerfung vor allem Oesterreichs abzielen. Einzelne Blätter lvollten in den Worten ChainberlainS über die„Leipzig"-Affäre eine demonstrativ„deutschfreundliche" Haltung erkennen. Wer diesen Passus der Rede genau liest, wird zu ganz anderer Auffassung kommen. Chamberlain hat für die deutsche Marine Worte des Beileids gefunden, er hat die O f f i z i e r« der „Leipzig" gegen den Vorwurf der Verlogenheit in Schutz genommen und die optische Täuschung, der sic unterlegen zu sein scheinen, als verzeihlich hingestellt. DaS Ist alles. Hier spricht gewiß das Bestreben mit, vor allem die Fäden zur deutschen Heeresleitung nicht abreihen zu lassen und Blombergs Position gegen Goebbels zu stärken. Aber ein Zugeständnis an die deutsche Politik ist das so wenig wie der Passus über die Zurückziehung der Schiffe. Chamberlain lobt die Deutschen, weil sie die Schiffe zurückziehen. Man beachte doch, dah dieses Lob, ausgesprochen in einem Moment, lvo es noch ungewiß ist, ob Deutschland die Schiffe zurückzieht, eher einer Mahnung, um nicht zu sagen, einer freundlichen, aber energischen Aufforderung gleichkommt. So etwa sagt man einem Aufgeregten, der eben randaliert hat:„Er ist ja schon wieder vernünftig, er geht ja schon—(und, seine Gesten höflich übersehend): Sehen Sie, wie er sich beruhigt hat, er tut ganz recht daran, das Lokal zu verlasten." Die Reden Chamberlains und Edens waren keine hitlerfreundliche Kundgebung, sie waren eine letzte, ganz deutliche Warnung an das Hitler-Regime. „Deutschfreundlich" tvaren sie freilich in dem Sinne, als die britischen Staatsmänner gewitz Freunde des deutschen Volkes sind und ihm wie allen Völkern den Krieg ersparen, die Segnungen des Friedens schaffen möchten. Hoffen wir, helfen wir, dah es gelinge. Die „Pax Britannien", der Frieden unter Englands Flagge, ist die letzte Hoffnung eines Kontinents, der vom faschistischen Wahnsinn bedroht ist. Der- Präsident der Republik empfing am SamStag den Minister für auswärtige Angelegenheiten Dr. K r o f t a und nach ihm den Sekretär der Völkerbundliga in Nottingham Ntorimer GrimcS. Professor Tille gestorben. In Prag starb SamStag der Professor der tschechischen Universität Dr. Tille, ein bekannter tschechischer Literaturhistoriker, Im 71. Lebensjahr. Der Verstorbene war in weiten Kreisen durch seine bahnbrechende Forscherarbeit auf dem Gebiete der tschechischen Volkssagen bekannt. Als Universi- tätsprofessoc war er seit 1911 Nachfolger des berühmten Dichters Vrchlickh. Auch mit Fragen des Theaters hat er sich sowohl theoretisch als auch als Kritiker eingehend befaßt. Negerkönigs Tochter Roman von Otto Stösst COPYRIGHT BY SATURN-VERLAG, WIEN Und es war in der Tat für ihn ein feierlicher Augenblick, als er dem gutniütigen und hilfsbereiten Gastherrn in diesem Zimmer sein Vorhaben entdeckte, im Namen der tschechischen Nation nach Afrika reisen und dessen unentdeckt« Gebiete, die Quellen des Zambesi, und was sonst dort noch dunkel war, erforschen zu tvollen. Die zweite, stille Absicht, zunächst einmal Prags heißen Boden und damit seine Brant zu verlassen, ver- schlvieg er ihm freilich. Und dies nicht einmal geflissentlich, sondern in aller Selbstverständlichkeit, denn in der Weihe dieser Stunde hatte er deren treibende Ursache völlig vergessen und nur-sein« hohe Mission vor Augen. Chaloupka, der Vater der Reisenden, war über diese Eröffnung freudig erstaunt. Welche Pläne, welch« Aussichten I Vor seinem Geiste stand schon die Gestalt des heimatlichen Weltrei- senden mit den angenehmen harmlosen Zügen seines bescheidenen Freundes in Bronze gegossen just auf dem Platze vor seinem Hause, da er, der Gastwirt, ihn gefördert. Und tveiter bedachte er auch, daß, wenn der Jüngling einst mit seinen Trophäen heimkehrte, dieser eine Raum stier nicht mehr für das Museum ausreichen werde. Dann müßte er eine Türe durchbrechen lassen und ein Zimmer seiner Wohnung eröffnen, auf daß eS,"mit afrikanischen Dingen ausgefüllt, den Ruhm der Sammlung und seines Namens vermehre. Er sah eine Zukunft vor sich, es war eine Lsist, in solchen Zeiten zu leben! Daher zögerte er nicht, dem Bittenden sein« väterliche Billigung und Hilfe angedeihen zu lassen und versprach, sowohl selbst nach Kräften zu der beabsichtigten Entdeckungsreise beiznfteüern, Vie die Völkischen die Schule Genosse Wellan verlangt POlltiSferen Im Senat strenge Einhaltung des Uniform* und Abzeichenverbotes In seiner ersten Rede im Senat, die sich mit der Novelle zum Kleinen Schulgesetz befasste, geriet Genosse Wellan am Freitag gleich mit der SdP in Konflikt, al« er in temperamentvoller Weise die Politisierung der Schule durch allzu„völkisch" eingestellte Lehrpersonen anfzeigte und energisch Abhilfe verlangte. Genosse Wellan führte zu diesem unerfreulichen Kapitel u. a. auSr Unsere Partei hat immer den Standpunkt vertreten, daß in der Schule jede politische Beeinflussung der Kinder zu unterbleiben hat. Es zeigt sich aber, daß in vielen Orten entgegen dem Erlab des Ministeriums das Tragen von Turnabzeichen zugelaffen wird, vor allem in Mittel- und Handelsschulen. In letzter Zeit sind Kinder in der Turndpess der völkischen Tnrncrschaft, graues Hemd, graue Hose, Stulpen und Gürtel, In der Schule erschienen. Bo» diesen so«niformierten Kindern wurden unsere Arieitciiinder beschimpft und mit Ausdrücken, wie: „rote Schweine" und ähnlichem bedacht!(Zwischenrufe der SdP.) Im Orte B i r n a i, wo die Eltern beim Lehrer gegen diese Beschimpfungen und gegen das Tragen der Uniform Einspruch erhoben, erhielten sie die Antwort:„Ich habe die beiden Schüler strengstens verwarnt".,.(Zwischenrufe),„für die Zukunft lehn« ich es aber ab, mich in Streitigkeiten der Schüler außerhalb der Schule einzumischen, da solche StreitiAeiten von den Eltern der Schüler au-zugleichen sind." Ich glaube, sagte Wellan unter dem Beifall unserer Genossen, wenn der betreffende Lehrer entgegen dem Verbot des Schulministeriums das Tragen von Uniformen zuläßt und dann solche Streitigkeiten unter den Schülern entstehen, so ist er se l b st verpflichtet, diesen Uebelständen abzuhelfen. Genosse Wellan erwähnt einen weiteren, für die Einstellung de- Lehrers so recht bezeichnenden Fall, obwohl er bereits einige Zeit zurückliegt: Der Oberlehrer Franz Lantzberg aus Znaim, der Tnrnwart deS südmährischen GaucS der völkischen Turnvereine war, rief«Inen von Geburt au« verkrüi pelten Knaben auf daS Katheder und erklärte den Schülern: So sehen die Kinder au», welche in dem sozialdemokratischen Turnverein turnen, während die Kinder, welche im völkischen Turnverein turnen, gesund sind und gerade Glieder haben.", Eine derartige Propaganda gegen unser« Turnvereine seitens eines Lehrers in der Schule musssicher als verwerflich bezeichnet werden. Ich glaube, hierin auch die Zustimmung der SdP zu haben.(Zwischenrufe.) Dieser Znstand kann nicht länger geduldet werden, die Uniformen müssen wieder an- den Schulen verschwinden. Stellen Sie sich vor, wenn in den tschechischen Schulen die Kinder in Uniformen erscheinen würden! Derartige Mißstände herrschen in den tschechischen Schulen denn doch nicht. Wir verlangen daher, daß das Schulministerium unverzüglich die untergeordneten Schulbehörden anweist, auf strenge Handhabung der gesetzlichen Bestimmungen über das Verbot des Tragens von Abzeichen oder Uniformen in- den Schulen zu achten und so die erwähnten Uebclstände schnellstens abzustellen.(Zustimmung.) Vie Novelle— ein begrUOenswerter Fortschritt Einleitend hatte Genosse Wellan die Novelle begrüßt, welche eine wesentliche Verbesserung unserer Schulgesetzgebung bedeutet, und festgestellt, dah sie im wesentlichen auf.die Initiative unserer Partei znrück- zuführen ist. In deren Namen Genossin Kirpal im Abgeordnetenhaus einen allerdings weiiergehenden Antrag eingebracht hat. Gerade die Volksschulen werden von den Kindern der ärmsten Bevölkerungsschichten besucht,.sie sind in den ländlichen Gemeinden die einzigen Bildungsstätten. Gerade hier müssen oft bei einer Zahl von 80 Kindern mehrere Altersklassen in ein« und demselben Zimmer unterrichtet werden. Dabei würden gerade diese Kinder eine individuelle Behandlung benötigen, da ihre Auffassungsfähigkeit durch die mangelnde Beireuung und die nicht entsprechende Ernährung ost vermindert ist. Eine weitere Herabsetzung der Schülerzahl in allen Klassen wär« als» sehr notwendig. DaS Gesetz müßte sinngemäß auch auf die Hilfsschulen Anwendung finde», war leider nicht der Fall ist. Klassen dieser Kategorie dürften überhaupt erst dann ausgelassen werden, wenn durch drei auseinander folgende Schuljahre nicht einmal acht Kinder sie besuchen. Die geistig zurückgebliebenen Kinder, die die Hilfsschule besuchen, benötigen ja eine besonders intensive Betreuung und ein Eingehen auf ihre Eigenart, um noch zu brauchbaren Menschen herangebildet zu werden. DaS liegt vor allem auch imJnteresse deS Staates. Schon im abgelaufenen Schuljahre mußten Infolge des Rückganges dcr-Schlllerzahl in Böhmen 200, in Mähren 100 Schulklassen aufgelassen werden. Für die nächsten vier Jahre rechnet man mit einem Ausfall von 160.000 Schulkindern. Wen»' diese Berechnungen zutreffen, so müßte noch eine weit höhere Anzahl von Schulklassen gesperrt werden. Wir hoffen deshalb, daß die Handhabung dieses Gesetzes eine lo y ale sein wird, und dies um so mehr, als in einer großen Zahl von tschechischen Schulen die SchUIcrzahl ja bedeutend geringer ist als das zulässige Maximum. Wir begrüßen die Vorlage weiters auch deshalb, weil durch sie eine große Zahl von Lehrern ihrem Berufe erhalten bleiben kann. Auch das Gesetz über die Sprangelbür- gerschulen bedeutet. eine wesentliche Verbesse- rimg unseres Schulwesens:, Die ländliche arbeitende Bevölkerung'konnte vielfach' die finanziellen Mittel nicht äüfbringen, um ihre Kinder in eine Bürgerschule zu schicken. Diesem Uebelstand soll nun abgeholfen werden. Ein großer Teil der ärnieren Kinder wird freilich auch dann kaum diese Schulen besuchen können. Die Zurücklegung eines Schulweges von fünf Kilometern und mehr wird für alle schwächlichen Kinder eine zu große Strapaze sein. Die Eltern werden auch vielfach ihren Kindern nicht für den ganzen Tag eine entsprechende Nahrung mitgeben können. Soll sich das Sprengel- bürgerschulgesetz richtig auswirken, dann wird man daher auch an die Errichtung von Schulküche« schreiten müsse», in welchen den unbemittelten Kindern, die mittags nicht nach Hause gehen können, ein warmes Esse» verabfolgt wird. Redner wiederholt unsere Forderung auf obligatorische Einführung der vierten Bürger- als mich von anderen einflußreichen und geldkräftigen Landsleuten Beiträge zu erwirken. So kam nach kurzer Zeit eine Reisesumme zuwege, die frei- lilch nicht überwältigend zu nennen war, aber Heskys kühnste Hoffnungen übertraf. Er konnte mit dem Geld« die Ueberfahrt bis Kapstadt bestreiten und ein ansehnliches für die weiteren Unternehmungen erübrigen. So war ihm mit dem goldenen Schlüssel das Tor der Welt aufgetan. Sein Abschied von der Braut vollzog sich überaus rührend, er hatte ihr nämlich— die Wahrheit zu gestehen— keineswegs seine ernsten Absichten, sie zu verlassen, enthüllt, sondern sie an diejenige Absicht weiter glauben lassen, welche einem Frauenzimnier stets als di« einzig ernste gilt: sie nach wie vor heiraten zu wollen. Und wie di« Weiber einmal sind, schmeichelte es ihr, keinen gewöhnlichen Arzt, sondern einen Afrikareisenden zum Manne zu erhalten.' Er setzie ihr seinen Plan auseinander, sich in Kapstadt nur einmal noch gerade umzusehen, wie es in Afrika stehe, dann solle sie Nachkommen, oder er werde seine Entdeckungen in aller Geschwindigkeit machen und wieder heimkehren. Kurz, sie war jedenfalls gefaßt, da sie schon so lange auf ihn gewartet, noch eine Iveitere kurze Zeit der Trennung zu überdauern, bis er ihr endgültig und für immer angehören müsse. Er reiste denn guter Dinge fort und fand Übers Meer nach Kapstadt. Da sah es nnn freilich anders aus, als er er sich borgestellt hatte. Feder Tag zehrte an seinem Beutel, Kleider, Wohnung, Essen und Trinken verschlangen sein Bargeld wie die Pfanne daS Fett, und er mußte sehr bald von dieser Stadt, welche bereits mehrere Aerzte besaß, wegziehen und in den Diamantengruben seine Praxis beginnen. Denn nur von seinem Einkommen als Arzt durfte er di« Mittel zur ersehnten Reise ins Innere zu erwerben hoffen, waren doch sein« HilfSguellen bereits gänzlich versiegt. Arg enttäuscht siedelte-er; sich- in den Dianiantengruben bei Kimberley an. Welch eine trübe, schmutzige, hilflose, verderbte Gegend! ES gab keine ordentlichen Häuser, nur eine Art von Zelten aus Eisenstäben mit Blechdächern, für die eine Miete begehrt wurde, als seien- es völlig« Paläste. Wie in einem Jahrmarkt standen die Buden auf einem lehmigen und steinige», tveglosen Boden da, von jedem Sturm und Regen bedroht, so daß gar oft das Dach über seinem Haupte weggerissen wurde und die kalten Wettergüsse auf ihn niederprasselten. Er hatte einen Schlafraum und eine ärztliche Werkstätte. Unter welchem Gesindel übte er seine Tätigkeit miSl Schmutz und AuSschwei» fungen waren die Nährväter der Krankheiten, selbst reines Trinkwasser fehlte, alle Elemente menschlicher Gesitttmg schienen hier zerrüttet und von Grund aus verdorben. Es gäb keine Familie, keine geordneten gesellschaftlichen Zustände, nur Abenteurer, die überall auf der Welt" sich als zu schlecht erwiesen hatten, glmibten sich hier gut genug, reich zu werden. DaS alles grich nach Diamanten. Lumpen aus aller Herren Gebiet, Holländer, Engländer, Deutsche, die vom Glück begünstigt, in den Feierstunden die wüstesten, lär- mendsten Gelage abhielten, tvozü bei allem sonstigen Mangel doch sogar hier sich Gelegenheit bot. Wenn keine andere Errungenschaft des Zusammenlebens von Menschen gedeihen will, die niedrigste Vergeudung von Kraft und Geld gelingt überall. Branntivein und Champagner, internationale Tingeltangel, Operettenmüstk und Negertänze, verkommene Dirnen, Zuhälter, Hasardspiele finden sich ohneweiters zusammen. Dazwischen betrunkene Koranas öder Hottentotten, die eine Woche lang als mißhandelte Sklaven in die Gruben gejagt, am Sonnabend ihre Herren an Wüsthejt Übertrafen, auf dem Platz ein unaufhörliches Schreien, Feilschen, Tiere brüllend und in offenen Hürden stampfend, Pferde, Rinder, dazwischen Buden i mit Jahrmarktwundern-und Akrobaten, dann eine/Straußenhexde durchgejagt, hier wieder Farmer, und Zeltivagen auf Besuch, den Wirtschaftsbedarf einzuholen, Flintengeknall, Nr. 150 ■, schulklasse, also nach Ausdehnung der Schulpflicht auf n e u n I a h r c.. 1 Zum Schluß'^ erklärteMclla« Wir setzen VM- auS, daß der, vorliegende Gesetzentwurf in absehbarer Zett dahiftt-ergämMvIA, daß dtF Schülerzahl von 48 auch sürdie bestehenden und neu zu erachtenden Schulklassen zur Grundlage sjWommeyMtd. Erft dann werden-: wivWittllich an der Spitze der Staaten stehen, welche das. höchstentwickelt« Schulwesen habenl(Lebhafter Beifall.) Schulnovelle einstimmig genehmigt Das Abgeordnetenhaus schließt die Session Mit dem Wunsche, daß sich die Abgeordneten und ihre Mitarbeiter in den Ferien ordentlich kräftigen mögen,„um.für die wett^n gaben gerüstet zu sein!' schloß der Vorsttzende kurz nach elf Uhr die Sitzung. DaS Abgeordnetenhaus beendete,am,Lanw- tng in seiner letzten Sitzung vor den Ferien die bereits bekannte Novelle zum Kleinen Schulgesetz, die eine angesichts des KinderriÄggngS zu bM fürchtende Sperrung einer»roßen 1 Zahl- von Schulklassen nach Möglichkeit, verhindern will» Die Vorlage wurde von allen Parteien-etnschliei» lich der Kommunisten undver Henlekttpärteü int» genommen. Eine gleichfalls angenommene Resolution des KülturauSschusseS fordert, daß das Schulministerium beschleunigt darangöhe, die Schülerzahl in den" einzelnen Klassen der Mittelschulen heabzusetzen, und»war mit Mcksicht auf die erhöhten Anforderungen, die an Vie Mittelschuljugend gestellt werden. Ebenso setzte sich der Kulturausschuß für die— auch von unseren Sprechern in beiden Häusern nachdrück-, lichst geforderte— Herabsetzung der Schülerzahl in den Hilfsklassen«In. Um die Bildung zu großer Schulkomplexe zu verhindern, soll ferner bei der Vergrößerung der Schulen infolge Vermehrung von Klassen der Errichtung neuer Schulen, bezw. neuer Schulsprengel der Vorzug gegeben werden.- Wohin mit den Kindern? Jin Laufe der Debatte hielt Dr. Mae«k lisch. Soz.»Dem.) eine viel bemerkte Rede, in der er di« Frage erörterte, war die Ellern nach Schulschlub mit den Kindern anfangen sollen. Die Möglichkeiten, sich ein« höhere Bildung, namentlich eine Fachbildung, anzueignen, müssen erweitert werden und es dürfe nicht Vorkommen, daß Kinder aus Platzmangel von der Aufnahme tn höhere Schulgattungen ausgeschlossen werden, auch wenn sie die Aufnahmsprüfungen gut bestanden haben/ Redner verlangt, daß überall dort, wo es nötig ist, die entsprechend« Zahl von Parallelklassen eröffnet werde. Wenn nötig, müsse dies aus Kosten der vermögenden Eltern gehen, die eben ein höheres Schulgeld zahlen müßten. ES se! paradox, daß in einer Zeit, wo Mangel an quallflzlerien Leuten herrscht, die Eltern nicht wissen, war sie mit den Kindern anfangen sollen:' Sehr scharf krittsierte-Dr- Macek auch die Welt«' fremden Lehrpläne der Mittelschulen-und setzte sich' für die Einführung der Vollswirtschaftslchre ein. Der Senat genehmigte am SamStag ohne Debatte die beiden Vorlagen über die Diäten der Parlamentarier und befaßte sich dann in län«' derer Debatte mit der Vorlage Über die Rechtsstellung des Gouverneurs von Karpathorußland. Zu der Vorlage sprach u; a. auch der auf der tschechischen Liste gewählte ungarische Sozialdemokrat Batla, der die positiven Seiten der Vorlage entsprechend würdigte und die Sünden^ des alten ungarischen Systems anprangerte. Mit den Stimmen der Koqlition wutde die Borlngt I schließlich In beiden Lesungen" angenommen. Peitschengeklatsch, über allem aber«in trostloser Himmel, öde Landschaft ohne Hügel, ohne Wald, ein Wüstenbodcn ohne Einsamkeit, in der Ferne das Gebell der Schakale, über dem Haupte Geierflüge, die irgendwo in den» Treiben ein AaS wittern. Hier begann er seine ärztliche Praxis und erfreute sich großen Zuspruches, denn kein anderer hatte es hier noch ausgehalten,/ Äs;,’■ Wie ost schlief er, zum Schutzj-vör der afrikanischen Nachtkälte in seine Kotzen eingetpickelr. und wurde morgens durch ein Zischen zu seinU Füßen- aufgeweckt und sprang in wahnfiNNlMMWreck auf, denn eine Kobraschlänge hatten ins seinen Decken Schutz gesucht und fauchte jetzt-dtsspor. Wie hatte er von der Einsamkeit deilremden Landes geträumt und wie trostlos war diese Einsamkeit ohne Ruhe, dieses, wüste Kauderwelsch von bösen oder verlorenen Menschen"ringsum, /diese Abgeschiedenheit eines geistigen Mannes von-jedem würdigen Verkehr, Post jeder Atmmt deSzUm- gangesl Als er jetzf-nach Jahren davon erzählte,siver- lief ihn ein SchaueriÄnder bedeckte seitt,',Gesicht mit den Händen,ünd schämtesich, Aber idq eRschon im Beichtm war. verschwieg er nicht, daß er auch hier seinem Schicksale nicht, entggngxn. Hatte er in Prag eine liebende Braut gefunden, so geriet, «r hier leider an ein nicht minder drinsiliches Weib/ Ihr habt leicht reden, ihr ordentlichen Männeritn' Europa, die ihr' wijhlen könnt und Genossinnen s nach freiem Ermessen findet! Aber ivaS gilt indem. Diamantenfeldern ein Weibl Die schlechteste weiße Frau ist dort et» Schätz des Himmels! Man laue«" auf sie, man jagt sie einander ab, sie steht-hoch'' im Preis, wie die Diamanten.-And wer kommt in diese Gotwerlassenheit! Sind das noch Frauen?' Schön oder häßlich!' Er lachte bitterlich. Die Aergste ist noch ein Wunder Gottes. Wenn eine«- dort«in Weib hat, starren" ihn die anderen an"/ wie hungrige Wölfe den satten. (Fortsetzung folgt.)• Sk. 150 Sonntag, 27. Juni 1937 Seite 8 tfudetendcutscficT ieitepie^ef Sozialistischer Vormarsch im sudetendeutschen Gebiet Erfolgreiche BetrlebsausschuBwahlen In der Tabakfabrik In Landskron Donnerstag, den 24. Juni, fanden in der Tabatfabcik in Landskron Wahlen in den Be- triebSauSschuß statt, die für die deutsche freie Ge- werkschaft äußerst gstnstig verliefen. Im Jahre 1985 waren in der Tabakfabrik 486, im Jahre 1987 zur Zeit der BetriebSauS« schußwahlen 878 Personen beschäftigt. Stimmen wurden abgegeben im Jahre 1985: 422(davon gültig 897), im Jahre 1987: 861(davon gültig 816). , Stimmen erhielten: Deutsche steigewerkschastliche Liste 1985: 201 Stimmen(8 Mandate), 1937: 201 Stimmen(4 Mandate). Deutsche«hriftlichsoziale 1935: 83 Stim- men(IMand.), 1937:60 Stimmen(IMand.). Tschechische Liste 1935: 113 Stimmen(2 Mandate), 1937: 55 Stimmen(1 Mandat). Obwohl die Zahl der Beschäftigten durch Erfolg! Erfolgreiche Lohnbewegung bei Gebr. Grohmann, Wlsterschan Die von der Union der Textilarbeiter eingeleitete Lohnbewegung hatte den Erfolg, daß am Freitag bei der geführten Verhandlung eine Erhöhung der Stunden« und Akkordlöhne bei Männex mn 11 Poozrnt und bei den Frauen nm 9 Prozent rückwirkend mit 7. Juni k. I. eintreten wird. Außerdem wurden im bestehenden Lohnvertrag einige Ergänzungen borgenommen, di« manchem Arbeiter und mancher Arbeiterin Erhöhungen bringen Ein Franzose über den Nazi-Terror im sudetendeutschen Gebiet Louis L6vy über seine Eindrücke im Rothau*Graslitzer Grenzgebiet Pensionierungen von Arbeiterinnen und Arbeitern um 58 zurückgegangen und die Zahl der abgegebenen Stimmen ebenfalls um 61 niedriger Ivar, konnte unsere Liste die gleiche Stimmenzahl auf sich vereinigen, wse im Jahre 1985 und damit um ein Mandat im Betriebsausschuß mehr besehen. Unseren Genossen ist zu diesem Erfolg zu gratulieren. Das beweist, daß das Vertrauen der Arbeiterschaft zu unserer Arbeit wächst. Gerade die Tabakarbeiter haben alle Ursache, zur freigewerk« schaftlichen Organisation und zur sozialdemokratischen Partei zu stehen, denn diese war es, die ihnen das erkämpft hat, was sie besitzen, und der sic vor allem ihre PenfionSansprüche verdanken. Sic sind heute besser gestellt, als die Arbeiter in Privatbetrieben. Wir beglückwünschen unsere LandSkroner Freunde auf das herzlichste zu diesem schönen Wird, da sie bisher In die Lohngruppe der Hilfsarbeiter eingerciht waren. Die DAG-Bertreter spielten wie immer, auch bei dieser Verhandlung eine sehr traurige Rolle. DaS B.-A.-Mitglied der DAG wußte nur sein« Interessen in den Vordergrund zu stellen. Die Arbeiter mögen daraus erkennen, wer ihre Interessen wahrt, daß cS nur die Union der Textilarbeiter und ihre Vertrauensleute sein können. Dieser schöne gewerkschaftliche Erfolg muh den Arbeitern aufs neue zum Bewußtsein bringen, daß nur die freie Gewerkschaft, die Union der Textilarbeiter, den Kampf um eine Besserung der Lebensinteressen für die Arbeiter führen kann. Zwd Bergleute tödlich verunglückt Auf dem Elly-Tiefbau in Seestadll bei Ko- motau ereignete sich Freitag nachmittags, etwa gegen 5 Uhr, ein gräßliches Unglück, dem zwei Bergarbeiter zum Opfer gefallen sind. Die Bergleute, Emil R o th au» Seestadt!, 81 Jahre alt, Vater zweier Kinder, und der 85 Jahre alte Josef K o z l e r, ebenfalls aus Seestadtl, verheiratet und Vater von drei Kindern, waren in der Streck« beschäftigt. Durch den Radau, den die Schüttelrutschen verursachten, konnten sie da» drohende Geknister in der Decke nicht vernehmen, so daß sie von den hereinbrechenden Kohlenmassen erschlagen wurden. In Anbetracht dieses neuerlichen Unglückrfalle» kommt uns wieder di« Forderung der Union der Bergarbeiter nach Beseitigung der mechanischen Kohlenförderung in Erinnerung. Wird hier nicht bald Ernst gemacht werden?! Auch Pamlllenhüuser steuerbegünstigt Ein Erfolg der Linksparteien In der Regierungsvorlage über die Abänderung gewisser Gcbührengesetze gelang es dem entschiedenen Eingreifen der Linksparteien, wertvolle Verbesserungen durchzusetzen. So wird im Paragraph 1 die Herabsetzung der Uebcr- tragungsgebühren und der BereicheruugSsteuer bei kleineren landwirtschaftlichen Anwesen auch auf Familienhäuser ausgedehnt, d. h. auf Häuser, deren Wert 120.060 Kä nicht übersteigt und die vom Besitzer ganz oder vorwiegend selbst bewohnt werden. Dabei ist es nicht entscheidend, ob sich in dem Hau» auch«ine Betriebsstätte befindet. Nach Paragraph 8, der von der Bereicherungssteuer handelt, wird künftig eine Mitgift bis zu 80.000 K6 von der Bereicherungssteuer befreit sein; für«ine höhere Mitgift bis zu 50.000 KC wird die BereicherungSsteuor nur in der halben Höhe vorgeschrieben. Die übrigen Paragraphen bleiben unverändert.. In dieser Fassung wurde die Vorlage dann vom Abgeordnetenhause nach kurzer Debatte angenommen. Zwist nm die Zborow-Feiern. Zur Erinnerung an die Kämpfe der russischen tschechischen Legionen bei Zborow, die vor genau 20 Jahren stattgefunden haben, werden anfangs Juli in Prag große Festlichkeiten veranstaltet. Die sozialistische Presse der tschechischen Parteien wendet sich nun dagegen, daß die sog.„Unabhängige Vereinigung", die sich vor mehreren Jahren von dem unter sozialistischer Leitung stehenden allgemeinen Lcgionärverband abgesplittert hat, bereit» diesen Sonntag in Prag eine Manifestation unter dem Motto„Tag der Kämpfer für die Freiheit" durchführt und erklärt diese Veranstaltung als parteipolitisches Manöver, das die Bedeutung der großen Zborow-Feiern ernstlich bedrohen könne. Die bürgerliche Presse verteidigt die„Unabhängigen" damit, daß deren Manifestation gewissermaßen ein Auftakt für die allgemeinen Zborow-Feiern, bei denen sich auch die„Unabhängigen" beteiligen werden, sei.(DND) Nunmehr Staatspolizei im slowakischen Grenzgebiet. Nachdem die Verstaatlichung der Polizei im Grenzgebiet der historischen Länder im ganzen und großen abgeschlossen ist, wird die Aktion nunmehr in der Slowakei fortgesetzt. Im Lause des kommenden Jahres sollen in der Slowakei 82 neue staatliche Polizeibehörden errichtet werden, zwei davon als Polizeidirektionen. Angriffe an der Jarama-Front abgewiesen Madrid.(Havas.) An der Jarama- Front unternahmen Samstag morgens die Aufständischen neue Angriffe gegen die republikanischen Stellungen. ES ist ihnen jedoch nicht geklungen, dir befestigten Linien, der Regirrungs- 'abteilungen zu durchbrechen. Gegenbesuch Carols In Warschau Warschau. Samstag nachmittags traf König Carol von Rumänien mit dem Kronprinzen Michal zu einem offiziellen Besuche in der polnischen Hauptstadt ein. Der König ist vom Außenminister AntoneSeu begleitet. Der Empfang in der Hauptstadt war überaus herzlich. Auf dem Bahnhof erwarteten den Gast der Präsident der Republik Moseieki, Marschall Rydz- Smigly, Ministerpräsident Skladkowski und Außenminister Beck. Der Vatikan deckt den Krakauer Erzbischof? Wien. Die„ReichSpost" meldet, daß der Polnische Geschäftsträger beim Vatikan im vatikanischen Staatssekretariat vorgesprochen und in höflicher, aber bestimmter Form.in dem Kon- flikt zwischen der polnischen Regierung und dem Krakauer Erzbischof S a p i e h a«ine I n t e r«. v« n t i o n des Vatikans gefordert habe. Im- Falle einer neuerlichen Weigerung des Erzbischofs, dem rumänischen König Carol den Besuch der Grabstätte Pilsudskis zu gestatten, würde di« kirchlich« Suspendierung des Erzbischofs vorgeschlagen werden. Die Antwort de» Vatikans ist bisher no'ch nicht bekannt geworden, man nitttmt lckeck tn informierten Kreisen an, daß es dem Vatikan aus Gründen des kanonischen Rechtes nichtmöglich sein wird,, in dieser An- aelegepbeit jg entscheidender Weis« einzugreifen. LouiS Ltvh setzt im„P o p u l a i r e" sei« Roportage über die kurz« Reif« fort, di« er, grlrgeutlich seines Besuche» des tschechoslowakischen sozialdemokratischen Parteitages, Im sudetendaut- schsn Gebiet imtemahm und berichtet nun über di« Eindrücke und Erfahrmulen, die er in Ge- . sprächen mit Genoffen in Graslitz sammelte. „Bor allem", erzähll Livy,„sprechen sie mir von der Partei, von der DDAP, auf die sie mit Recht so stolz sind... Sie erzählen mir von der alten sozialistischen Erziehungsarbeit und von der Rolle, die die Deutschen innerhalb der Sozialdemokratie in der Habsburger Monarchie gespielt haben." Lövy kommt sodann neuerdings auf Rothau und auf Graslitz zu sprechen, auf die tote Jndnstri« und auf die bewunderungswürdige Treue, die die Arbeiter dort, trotz der jahrelangen Kris«, der Partei hielten. „Stellt Euch vor", sagt Ltvh,„denMut, den da» vorauSsetzt. Denn es ist nicht leicht, Sozialist— und kämpferischer Sozialist!— zu bleiben in«dwr Gegend, in der die Anhänger Henleins ununterbrochen und mit allen Mittel» ihre Agitation betreiben." „Sprechen wir nun von den Methoden der Sudetendeutschen Partei, dem getarnten Tochterunternehmen der Nazis... Hitler hat sich angeschickt, die Industrie an der tschechischen Grenze zu aktivieren. Fünf Kilometer von Rothau und Graslitz entfernt gibt e» Textilindustrien, die Frauen dort erzeugen Wäsche und Tüll. Außerdem gibt es auf der reichsdeutschen Seite(ebenso wie in Graslitz) Erzeugungsstätten von Musikinstrumenten, besonders von Harmonikas. Infolge der Arbeitslosigkeit sind viele Arbeiter bereit, in den Fabriken des Reiches zu arbeiten.' Und nichts leichter als das, allerdings unter einer Bedingung: Sie müssen Nazis sein oder so tun, als ob st« es wären. Man verlangt von den Arbeitern, die in Deutschland arbeiten, daß sie die sozialistischen Organisationen verlassen und sich denen Henleins anschliehen. Nur der- oder diejenige erhält Arbeit, die dem reichsdeutschen Unternehmer eine Mitgliedskarte der Henlsinpartei vorweisen. Doch dieser persönliche Parteibeitrltt genügt nicht, man verlangt auch von den Verwandten de» Arbeiters oder der Arbeiterin— von seinen Brüdern und Schwestern— daß sie der henleinistischen Organisation ordnungsmäßig zugehören., Darüber hinaus ist ein wahres Netz von Svionag« gewoben. Man überwacht die Arbeiter, Vertrauenspersonen beobachten sie, um zu wissen, ob die Arbeiter, wenn sie auf da» Gebiet der Republik zurückgekommen sind, sich als gute Nationalsozialisten aufführen und. ob fieibemüht find, berpflich- tungSgemäß'günstig Mer das Dritte Reich zu sprechen. Will maw ein Beispiel von der nazistischen Spionage im judetendeutschen Gebiet? Hier ist eines: Die Henleinpartei hat schloarze Listen ausgestellt, die die Namen der sozialistischen Parteifunktionäre mit ihren" Phoiographien'enihalten. Diese' Listen wurden mach Deutschland geschickt. Auf solche Weise wüßten also Hitlers Leute im Falle eines Gewaltstrelches, wen sie zu treffen haben. Uebrigens wartet man nicht einmal auf den Gewaltstreich(der hoffentlich niemals kommen wird); schon jetzt steckt man, wo man kann, tschechoslowakische Arbeiter, di« so unklug waren, die Grenze zu Werschreiten, in Deutschland ins Gefängnis. Und in gewissen Gemeinden genügt dazu, daß man nur über die Straße geht. Ein Genosse erzählt mir einen Fall, der ihn selber hart anging:Sein Schwiegervater, ei» Parteifunktionär, hatte das Gebiet seine» Dorfe» verlassen, um in der benachbarten reichsdeutschen Gemeinde Einkäufe zu besorgen; er wurde verhaftet und ins Gefängnis geworfen. Die illegale Aktion der Nazis spielt sich unter hundert verschiedenen Formen ab. Und sie wird, das muß man zugeben, mit viel Intelligenz besorgt. D«S unter der Nafe einer Gendarmerie, deren Scharfblick anscheinend ihr geringster Fehler ist. Uebrigens sind die Gendarmen größtenteils Tschechen und man wirst ihnen vor, daß sie nicht immer„die deutsche Mentalität" verstehen und die Tragweite des Kampfes unserer Genossen nicht begreifen... Nicht vergessen sei der Industriellen in den sudetendeutschen Gebieten. Da sie ihre Konkurrenten auf der andern Seite der Grenze haben und mit dem Siege des Nationalsozialismus rechnen, marschiert ein großer Teil von ihnen hinter Henlein. Etliche treiben ihren Eifer so weit, daß sie von ihren Arbestern eine Mitgliedskarte der SdR verlangen. Sie hoffen, so sagt mir ein Gewerkschaftsführer, daß sie auf solch« Weis« nicht an die Wand gestellt ivürden, wenn Hitler in die Tschechoslowakei eindringt. Das sind, kurz zusammengefaßt, die Angaben, die mir in Graslitz gemacht wurden. Sie werden Euch gestatten zu begreifen, daß ich leine», weg» Wertrieb, als ich schrieb, duff die Arbeiter, die da unten jeden Tag den Kampf gegen den FafchiSmuS Gewehr beim Fuß führen, drin Sozialismus und der Humanität allergrösste Ehre machen." Lävi; stellt eine weitere Fortsetzung seine» Berichtes in Aussicht. Vie ATS-Unlon beim Reichsaufmarsch der Republikanischen Wehr vom 3. bis S. Juli in Aussig Die ATS-Union bereitet die größtmögliche Teiluahme, besonders aus den Kreisen 2— Elbetal, Niederland, 5— Nordwestböhmen und 6— Westböhmen, an bcm, 1. Reichsaufmarsch der RW vor. 500 Mitglieder übernehmen den O r d- n e r- und V e r b i n d u n g s d i e n st unter Führung des Gen. Grasse. Für den Begrüß»ngsabend am S a m s t a g, den 8. Juli, im Warmbad in Kleische sind alle Vorbereitungen getroffen und die besten Kräfte der„Union" werden den größten Teil des Programmes bestreiten. Sonntag Nachmittag treten die Kreisbesten im Kunstgeräteturnen zum Weitkampfe an, bei dem erniittelt wird, welche Verbandsmannschaft in Antwerpen die„Union" gegen so gute Kimstgeräteturnniannschaften, lvie sie die Schweiz, Finnland und DTJ stellen, zu vertreten haben wird. Die Radfahrer stellen Mannschaften zum wehrsportlichen Mannschafts- Dreikampf und treten am Sonntag Nachmittag mit 200 Mann zu ihrer Sondervorführung „Radiurnen" an. Daneben sind die besten Radrennfahrer für Montag früh nach Aussig bestellt. Auf der Rundstrecke Aussig—linkes Elbeufer—Bodenbach—Eulau— Königswald— Aussig, Stadion, welche zweimal zu durchfahren ist, werden sie um die Berufung in die Oltzmpiademannschaft kämpfen, welche in Anftoerpen bei dem 150-Kilometer- Einzelstraßenrennen und dem 50-Kilometer- MannschaftSrennen fahren wird."Der Start de» Olympiade-AusschcidungSrennens erfolgt am Montag, den 5. Juli, um 5 Uhr stütz beim Stadion. Es ist selbstverständlich, daß die ATS- Union bei dem Festmarsch und der großen Uebung am Montag, den 5. Juli In stattlicher Zahl an der Seit« der RW anfmarschieren wird. Benützet die noch zur Verfügung stehende Zeit und werbet für den ersten ReichSausmarsch der Republikanischen Wehr In Aussig! An die Adresse der SdP Franz Jesser gegen Gleichschaltungs- Versuche In der„Deutschen Landpost" widmet Dr. Franz Jesser der sudetendeutschen Kulturpolitik einen bemerkenswerten Aufsatz, dem wir folgenden Passus entnehmen: „Die Kultur jedes Völle» ist ein nie unterbrochener Kampf der Geister. Kulturgemeinschast bedeutet daher nicht bedingungslose Anerkennung einer zeitlich herrschenden Richtung, so wenig wie Volksgemeinschaft gleichbedeutend Ist mit Gleichheit der politischen Meinungen- Jede neue geistige Strömung hinterläßt mindesten» Spuren Ihres Einfluffes auf die gesamte kulturelle Entwicklung, die Größe dieses Einfluffes kann die Gegenwart nicht Voraussagen. Man soll daher in der Kulturpolitik keine Glaubenssätze anfstellen, die einer geistigen Gleichschaltung dienen sollen, noch weniger sollte man für diesen Zweck die Methoden und Mittel der Tagespoliiik anwenden. Die deutsche Kulturgemeinschaft wird bestehen, solange die gemeinsame Schriftsprache besteht..-. Die sudetendeutsche Kulturpolitik kämpft gegen eingebildete Gefahren, wenn sie eine Abtrennung der Sudeten- deutschen von der gesamtdeutschen Kulturgemeinschaft fürchtet. Eine Abtrennung ist imr möglich, wenn wir um starker Gegenwartsströmungen willen un» selbst au» dem gewaltigen Strom einer tausendjährigen Kultur ausschalten." Das läßt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Umso hartnäckiger werden es also tvohl die Nazi-Führer bei uns zu Wersehen trachten. Wie Franco die Basken behandelt London. Der Vertreter der baskischen Reiterung in London veröffentlicht ein« Erklärung folgenden Inhaltes: Trotzdem Bilbao von der baskischen Arm« ohne Blutvergießen geräumt wurde und auch di« baskische Regierung ein Beispiel für ihre Menschlichkeit gab, als sie a l l r G e f a n g e n r n I n Freiheit setzt e, wurden bereits mehr als 40 außerordentliche Gerichte in Bilbao errichtet und die faschistische„Justiz" hat bereit- In der Stadt Opfer gefordert. Dasselbe geschah bereits vorher in der Provinz G u i P u s c o a, wo mehr als 1500 Basken, hievon in der Mehrzahl A n- gehörige des Prigstgrstanl!,!, hingerichtet worden sind. Durch, seine letzten Dekret» hat General Franeo den Basken deren fiskalische Autonomie genommen,»I» Vorrecht, dessen sie sich seit Jahrhunderten erfreuten. Zu diesen drastischen Maßnahmen komnit weiter» rin Dekret, durch daSdieBenützung der VaSkischen Sprache bei strengster Strafe untersagt wird. Ich berufe mich auf die Zeugenschaft der demokratischen Staaten, daß diese planmäßige Zerschlagung der ältesten Demokratie der^ Welt eine Katastrophe darstellt, die Zeugnis davon avlegt, warum das baskische Volk den Eindringlinge» so hartnäckigen Widerstand leistet. Seite 4 Sonnt«!,, 27. Ann! 1987■ Nr. ISO Die Arbeit der Deutschen Jugendfürsorge in Böhmen Der Arbeitsbericht 1986 der Deutschen Jugendfürsorge in Böhmen, den die Deutsche LandeSkom- Mission tnReichenberg als Zentralstelle hcrauSgibt, bringt unter anderem eine Bildtafel, die. von den groben"Leistungen der M u t t« r b« r"a t u n g, der Mutterschulung und der S ä u g< l" i n gS f ür s o r g e erzählt. Die SäuglingSsterb» lichleit ist seit dem Bestehen der Jügendschutzarbeit von 21% auf 11% gesunken. Andere gleich fesselnde Abbildungen finden tvir im Jahresberichte. Neber das BelleidungS- und Er- nährungShilfSwerk, die ErholungSfürsorge, die RechtSfürsorge und Pflegeaufsicht, über Heimstätten und Arbeitsgemeinschaften für erwerbslose Jugendliche, über Berufsberatung und die vielen andere» Zweige unserer Jugendschuharbeit. Zwei abschlie- tzende Tafeln, die vom ständigen Steigen der Erträgnisse im Rinderschutzmonate Oktober und bei der Schulsammlung in bildlicher Darstellwig berichten, geben beredtes Zeugnis von dem stetigen Umsichgreifen des Jugendschuhgedankens. Bon den 100 Deutsch,» BezirkSjugendsürsorgen Böhmens wurden 1836 betreut: In 607 Mütterberatungsstellen 36.600 Kinder, in Fach- und Heilanstalten 008, in der ErholungSfürsorge 4416, durch BckleidungSfürsorge 88.661, durch Schulzahnpflege 0108, durch die Generälvormundschaften 20.077, durch UntcrstühuugSfUrsorge in der eigenen Familie 14.030,' durch UnterstützungSfürsorge in fremden Familien 8087, durch Aufnahme in Waisenhäuser 062, durch Aufnahme in Fürsorgcheime 470, durch Aufnahme in Erziehungsanstalten 268, durch Berufsberatung und Lehrlingsfürsorge 8877, durch die gesetzliche Pflegeanssicht 42.008 Kinder. Tie Deutsche Landeskommission hat 1836 geholfen; In ihren eigenen Jürsorgeanstalte» durch ErzichungSfürsorge 606 Kindern, in fremder Familienfürsorge lKolonien) 247, in fremder Anstaltspflege 28, durch laufende ErzichuugSbciiräge 156, durch einmalige Unterstützungen 811, durch Krüppelfürsorge 116, durch Fahrtbegünstigungen 2808 Kindern. Zentrale und Zweigvereine halfen gemeinsam: Durch ErnähningSfürsorge 88.398 Kindern, in Er- holungSkolonicn 48, durch BekleidungSfürsorge 2058, durch Berufsberatung und BerufSfvrsorge 2160 Kindern, in Heimstätten und Arbeitsgemeinschaften 2818 Jugendlichen- JnSgcsomt wurde 278.087 fudetendentschen Kindern mit K 17,028.437.16 geholfen. 4 Jahre Kerker für den ehemaligen Bankier Suchanek Wir haben berichtet, dab vor einem Strafsenat der Brünner KreiSgerichteS die Berhandlung gegen den ehemaligen Bankier Alexander Suchanek stattfand, der wegen Beruntreuung, Betruges tind fahrlässiger Krida angeklagt war. Die Historie der Angelegenheit ist ja bekannt. Suchanek Übernahm nach dem Tode seiner Baiers das Bankhaus, dar er durch verunglückte Spekulationen in eine immer schlechtere Position brachte. Schieblich standen 300.000 Ki Aktiven mehr als 10 Millionen Ki Passiven gegenüber. Suchanek veruntreute die Gelder der Einleger und brachte auch viele kleine Leute um ihr Geld. Bei der Berhandlung leugnete Suchanek die Betrugsabsicht und verteidigte sich mit der Behauptung, datz ihm ein großer Teil der Einlagen zur freien Dispojitioi, zur Bersügung gestellt wurde. Die Buchsachverständigen erklärten, daß die Bücher des Bankhauses unordentlich und nachlässig geführt wnr- den und daß man sich ans ihnen kein rechtes Bild der ganzen WirtschaftSgebarung machen konnte. Gestern vormittags wurde das Ilricil verkündet. Suchanek wurde des Betruges, der Beruntreuung und der fahrlässigen Krida für schuldig erkannt und zu 4 Jahren schweren Kerkers und Aerlust des Wahlrechtes verurteilt. Die Kosten wurden als uneinbringlich bezeichnet. Die Geschädigten wurden auf den ZivilrechtLweg verwiesen. Die 17monatige Untersuchungshaft wurde in die Strafe eingerechnet. Wo war Hilda T „Verdammt, ist das heiß!" „Gehen wir ins Wasser!" schreien alle und einer wirft den Ball auf den Lagerplatz. „Wo ist die Hilde eigentlich?" fragt einer plötzlich. Sic blicken sich erschrocken an. Tatsächlich, die Hilde ist nicht mehr unter ihnen. „Wer hat sie zuletzt gesehen?" Keiner kann eine Antwort geben. Es muh schon mindestens zwei Stunden her sein. „Ist sie ettva allein ins Wasser gegangen?" lieber ein Dutzend Augen fliegen über den Fluh. Nirgends ist was zu sehen. „Vielleicht ist sie irgendwo eingeschlasen?" „Bei der Sonne?"„ „Da? Gelände absuchen I" sagt Fritz und teilt die Gruppen zu drei Mann ein. Wo war Hilde?—? Hilde wollte heute nicht mitspielen, denn sie hatte sich etwas mitgebracht, wovon sie niemanden: ettvas gesagt hatte: Und damit ist sie still und heimlich weggeschlichen, um im Schatten eines Busches zu lesen.: Was zu lesen?" Die;,Frauentvelt" natürlich," di« sie am letzten Donnerstag für sechzig Heller gekauft hat. Sonst verschlang sie sie immer, gleich, wenn sie herauskommt, aber in der letzten Woche kam sie nicht dazu. Alsdie Freunde sie finden, ist sie gerade mit der letzten Seite fertsg und will«S gar nicht glauben, dah ztvei Stunden in solchem Fluge vergehen können. Das neue Horst-Wessel-Lted Für die Stimmung in weiten Teilen der deutschen SA Ist folgend« Fassung de» Horst-Wefsel-LIedeS bezeichnend, die von der SA allgemein gesungen wird. Die Preise hoch, Kartell« fest geschlossen Das Kapital marschiert mit ruhig festem Schritt Die Börsenschieber sind Parteigenoffen Und Sozialismus machen Schacht und Schmitt. Die 25 Punkte sind vergeffen. Ein Dummkopf, wer an sie noch glauben kann. Das Bolk,«s hungert und hat nichts zu fressen, doch unser Führer ist ein großer Mann. Die Göring— Goebbels sind ihm treu ergeben. Ministersessel sind«in schöner Lohn- Doch ach, wie kur» ist«in Ministerleben. Ernst illoehm, der merkte e» alb erster schon. R. S. B. O. und Arbeitsfront sind Sachen der Dr. Lev erzählt's uns jeden Tag. Derweil die Thhffen-Krupp ins Fäustchen lachen Und bauen immer mehr die Löhne ab. Die Preise hoch, Kartelle fest geschloffen, DaS Kapital marschiert mst ruhig festem Schritt. Die Börsenschieber find Parteigenossen Und SozialsbmuS machen Schacht und Schmitt. „Kultur-Austausch" unter Stiefbrüdern Unter dem Titel„Der Stiefbrnderzwist" wendet sich in dem Wochenblatt„Der Oesterreicher" der Dichter JosephRoth, Autor des Romans„Radetzkymarsch" gegen das Gerede von dem deutschen„Bruderzwist", der in Wahrheit ein Stiefbruderzwist sei. Roth schreibt u. Gewiß könnten„grundsätzlich" auch Stiefbrüder in Eintracht miteinander leben. Allein, in unserem'Falle ist es nicht so. Es ist ein durch, aus entartetes Sticfbruder-VerhältniS. Keine Protokolle, keine sommerlichen Abkommen, keine„Achsen" werden die historischen Tatsachen aus der Welt schassen, daß uns unsere lieben Stiefbrüder Schlesien genommen haben, den geheiligten Vorrang innerhalb der deutschen Bundesstaaten und— was leider sehr wenig beachtet wird— sogar unsere Volkshymne von Haydn.(Also auch noch ein P la gi at als Zugabe.) Großzügig und nobel, wie Oesterreich nun einmal ist, schenkte es dem als„Drittes Reich" verkleideten Preußen auch noch einen Gott, dessen Verdienste zu kritisieren wir uns keineswegs er- laubcn. Das Gesetz, daS da verbietet, fremde Staatsoberhäupter onzugreifen, ist doppelt be- rcchtigt in einem Falle, wo das Staatsoberhaupt der Abgott eines anderen Volkes wird. Wir achten dieses Gesetz und sagen nichts Abtrag- liches über fremde Staatsoberhäupter.. - Die Großmut Oesterreichs hat wahrhaftig keine Grenzen: sie schenkt die Wojtscheks weg. Mehr kann man, selbst wenn man Preuße ist, von Oesterreich nicht verlangen. Es sei denn, den bekannten Kultur- AuStaus ch". Wenn es je einen„blühenden" Unsinn gegeben hat, so ist es dieser. Jone„verantwort, lichen Stellen", die den famosen„Kultur-AuS- tausch" propagieren, behaupten ja offiziell, wir Oesterreicher und die Deutschen hätten eine„ge- meinsame Kultur"! Was ist hier also noch an Kultur„auszutauschen"? Was sollen wir austauschen? Den Grillparzer gegen Baldur von Schirach? Den Metternich gegen Goebbels? Europäische, christliche, abendländische Kultur gegen die Kultur des wahnwitzig gewordenen Piefke? Unser Deutschtum gegen den Usurpator des Deutschtums? WaS hätten wir bei solch einem Austausch zu gewinnen? Wir können auch ohne Paula Wessely leben und ohne die gewiß nicht„reinarischen" Makler der Filmbranche, die da zwischen einem"selbst- berrätcrischcn Levysohn und Goebbels hin- und. hcrvermitteln. Es gibt für Oesterreicher, die das alte k.». k. Oesterreich gesehen haben, kein anderes Gefühl und keinen anderen Ausdruck für dieses Gefühl als: widerlich. Entweder man steht auf dem Standpunkt. Oesterreich und Deutschland hätten die gleiche Kultur: dann brauchte man absolut nichts„ans- zutauschen"; oder aber, man glaubt, Oesterreich und Deutschland hätten verschiedene .„Kulturen"./ Dann brauchen, wir keinen„Austausch". Wir können auch ohne Baldur von Schiräch leben und ohne das Work:„Mein Kampf". Uns genügen ü.Klopstock, Lossing, Herder,' Goethe, Schiller, Grillparzer, Adalbert Stifter, Hugo von HoffniannLthal und viele andere.• Wir brauchen und wir wollen keinen Baldur von Schirach. Wir wollen nicht, wir wollen niemals den Nürnberger modernisierten Goebbelstrichter gegen die Glocken der StePhanSkirche eintauschen I Taubstnmmer Knabe vom Zuge erfaßt. Auf dem Bahnhof in Schallan bei Teplitz kroch Samstag vormittags der achtjährige taubstumme Knabe Georg Tnhääek unter die Bahnschranken und lief quer Über das Geleise, als gerade ein Personenzug die Stelle passierte. Der Knabe wurde vom Dienstwagen ersaßt und 16 Meter weit weggeschleudert. Er erlitt einen Schädelbruch und erlag der Verletzung. Feuersbrunst In einem slowakischen Dorfe. Aus Zempltn wird ein neues Großfeuer gemeldet, das die von bedürftigen Bewohnern besiedelte Gemeinde StakLin betroffen hat. Dort wurden 28 Bauernhäuser mit den dazugehörigen Gebäuden in Asche gelegt. 178 Personen sind obdachlos. Bier Personen erlitten schwer« Brandwunden. Verbrannt ist zahlreiches Geflügel und viel Borstenvieh. DaS Feuer war Freitag nachmittags dadurch entstanden, daß der 70 Jahre alte Landwirt Basil Bodnär auf einer. Wiese ein Gestrüpp anzündete, worauf die Funken durch den starken Wind das unweit davon liegende Anwesen des Bauern Nikolaus Glotta in Brand setzten. Im Nü stand eine ganze Reihe von Bauernhöfen in Hellen Flammen. StakLin zählt 2000 Bewohner. Erst nach großen Anstrengungen der Brandwehren aus der Umgebung konnte das Feuer lokalisiert werden. Das Bezirksamt in Smina leistet« den Einwohnern die erste Hilfe. Bodnär wurde verhaftet. 60 Heller bann sicher die Mehrzahl derer, die dies lesen, mühelos aufwenden, um einem notleidenden Kinde Nahrung zu verschaffen. Sie können die Gewißheit haben, daß Ihre 60 Heller ungekürzt und nur in Überprüften und bedürftigsten Fällen zur Sättigung der ärmsten Kinder unserer Repichlib verwendet werden. Deshalb kaufen und propagieren Sie die tschechoslowakischen Wohlfahrtsbriefmarken, deren Reinertrag unter der Kontrolle der Ministerien für Post- und Fürsorgewescn den ErnährnngS- und Bellei, dungSkommissionen im Gesamtgebiete unseres Staates zugeteilt wird. Verlangen Sie die WohlfährtSbriefmarken in allen Postämtern und Trafiken, cs ist dies die zweckmäßigste und verläßlichste Art, den ärmsten Kindern zu helfen und dadurch beizutraqen, daß daS zukünftige Geschlecht gesund hcranwächft. Madrider Kurzwellen-Sender deutsch und tschechisch. Gestern wurden regelmäßige Rund- . sunksendungcn des. Madrider Kurzwellensenders EAO in deutscher uno tschechischer Sprache eröffnet. Diese Sendungen erfolgen ab Montag, den 28. Juni, täglich um 18.46 Uhr Madrider Sommerzeit auf Sender EAQ, Welle 80.43. Heuschreckenplage in Aegypten. Der ägyptische LandwirtschastSminister hat energische Maßnahmen zur B«kämpfung der Heuschrecken angeordnet, an der auch Flugzeuge teilnehmen werden. Die Vorkehrungen der Regierung wurden zwar sehr schnell getroffen, trotzdem fielen jedoch ganze Wolke», von Heuschrecken, die von den westlichen Wüstengebieten kamen, in weite Landstriche ein und flogen in großer Zahl bis nach Kairo. Großstadtkinder am gesündesten! Der Direktor des Departements für öffentliche Kinderfürsorge der Stadt New Aork, Dr. Charles Conclyne, hat eine Denkschrift über den Gesundheitszustand der Kinder der Millionenstadt veröffentlicht, deren Schlußfolgerungen unertvartct sind und allen landläufigen Meinungen widersprechen. Auf Grund sehr genauer Statistiken kommt der Hygieneforscher zu der Ueberzeugung, daß die Großstadtkinder wesentlich gesünder und jedenfalls wesentlich widerstandsfähiger sind als Bauernkinder. Die Widerstandskraft des jugendlichen Körpers steigt proportional zu seiner Gefährdung— das ist die Grundthese dieser neuen Theorie. Die Kinder, die ohne Sonne In den Hinterhöfen von Manhattan Hausen und rußige, bakterienverseuchte Luft von früher Kindheit an einatmen, entwickeln auch frühzeitig die Fähigkeit, Antitoxine zübilden. Sie sind in einer Reihe von Fällen geradezu immun zum Beispiel gegen Tuberkulose zu nennen. Sehr merkwürdig sind die Beobachtungen, daß solche Kinder, wenn sie in Er- holungs» und Ferienheime aufs Land geschickt werden, nach der Rückkehr zwar braungebrannt, aber auch anfälliger sind." Kinder, die etwa im Alter von vier Jahren aus einer Kleinstadt oder vom Dorf nach New Nork kommen, erkranken unter gleichen Lebensbedingungen sehr viel häufiger als ihre gleichaltrigen Großstadt-Genossen. Ein alter Baum stirbt. Ein« unter dem Schutze des Staatlichen Denkmalamtes stehende uralt« Lind« in der Nähe von Starü KestkanY(bei Pisek) entzündete sich in den letzten Tagen von selbst. Trotz allen Bemühungen gelang es nicht, die Linde zu retten, die vielmehr trotz dem herrschenden Regen verbrannt«. Sie wurde dann gefällt. Sie besitzt einen Durchmesser von 1.46 Meter und war 26 Meter hoch. Ausflug»,üg« der tschfl. Staatsvahneu: Lltägi- ger Aufenthalt in Karlsbad für 1680 Kö, 21tägiger Aufenthalten Marlenbad" für."1220 Kä, Lltägiger Aufenthalten FranzenSbqd für 1680 Ki," Lltägiger Aufenthalt in Sliaö für 1780 Kt und«in'Lltägiger Aufenthalt in Lubochniä für 1240 Kö. Abreise an eedpm. beliebigen Tage». Anmeldungen und Jnforma- Pilsudskis Sarg umgebettet Gegen den Willen des polnischen Staatspräsidenten hat der Erzbischof von Krakau dch: Sarg Pil» sudskis aus der alten KönigSgruft im, Krakauer Dom entfernt und in eine andere Gruft überführen lassen, weil sich die fremdländischen Bc- fucher der Gruft(wahrscheinlich zum Großteil Preußen) während des Gottesdienstes im Dom oft ungebührlich und taktlos benahmen. Auf unserem Bilde sieht man den Krakauer Dom, in dem der Marschall zur letzten Ruhe gebettet war iionen im Basar neben dem Wilsonbahnhof, und bei der Närodnt cestnovni slujba informaöni in Prag, Nämisti republiky. Briefmarkenausstellung des Deutschen Phila- tclistenverbandeS auf, der Ersten tschechoslowakisch«» Briefmarkenmesse und-Ausstellung in Reicheiwerg, 15. bis 22. August 1087. Durch Beschluß der Ber- bandSausschusseS vom 0. Mai 1087 wurde di« Durchführung der anläßlich der heurigen Rcichenberger Messe statffindcnden BricfmarkenauSstellung den nordböhmische» Vereine» Gablo:^ a. R-, Groitau, Reichenberg, Schönlinde und Warnsdorf unter Führung der letzteren Wcrtragen. Die Ausstellungsräumlichkeiten sind bereits sichergestellt. Der Termin zur Anmeldung der Ausstellungsobjekte wurde mit 80. Juni 1037 befristet, da, der, Arbeitsausschuß dann die Entscheiduug über die benötigte AuSstel- lungSfläche treffen muß. Die Ausstellung"kann von Mitgliedern des Verbandes und des Ustrcdi öfl. filabelistickhch spolkü beschickt werden. Die Auswahl der Objekte bleibt dem Arbeitsausschuß Vorbehalten. Die Teilnahn« ist spesenfrei, der Aussteller hat lediglich das Porw für Zu- und Rücksendung der Objekte zu tragen. Die Objekte werden mustergültig aufgemacht und selbswerständlich versichert werden. Eine Bewertung durch ein Preisgericht ist vorgesehen, auch wird jeder Aussteller ein Diplom erhalten. Nähere Jnfonnationen erteilt dec Arbeitsausschuß, an den auch die TeilnahmSmcldungen zu Händen des Herrn Alfred Tafchke, Warnsdorf, Goethestraße, zu richten sind. Wieder Hochdruck". Gegen Mitteleuropa breitet sich vom Westen her ein Hochdruckgebiet"aus. In-Böhmen nimmt infolgedessen die Bewölkung ab und auch in den mittleren Teilen der Staates hören die Regenschauer bereits auf.— Wahrscheinliches Wetter heute: Im Westen weitere Abnahme der Bewölkung und allmähliche Erwärmung, in den Karpathenländern noch ziemlich bedeckt, Neigung zu Gewitter, mäßig warn:.— Wetteraussichten für morgen: Wechselnd bewölkt, bis vorwiegend heiter, weiter« Erwärmung.-.- Vom Rundfunk CmpteMentwertM aus du Proarammeni Montag . Prag, Salbet 1:10.06: Deutsche Presse, 12.10: Schallplattenkonzert, 18.05: Deutsche. Sendung:" „Bon der^ Sommerwohnung", 18.16: Toni Kollmer singt, 18.80: Anni Bruch: Ich will di« Freundin'• meiner Kinder sein, 18.45: Deutsche Presse, 10.65: Smetana: Polkas, 22.60: Deutsche Presse.— Prag, Dender Ur 15: Schallplattenkonzert, 15.20: Deitjsche Sendung:. Schallplattenkonzert, 16.50: Deutsche Presse, 10.10: Populäres Konzert, 20: Aus dem Neuen Deutschen Theater: Di« Jakobsfahrt, Oper von Fidelio F. Finke.— Brünn: 17:40: Deutsche Sendung: Dr. Steinermeyer: Bücherneuheiten.— Preßburg: 16.10: Rundfunkorchesterkonzert. 17.06: Leicht« Musik, 10.10: Orchesterkonzert."'—Kaschan: 18.80: Bioloncellokonzert.— Mähr. Ostrau: 12.85: Rundfünkorchesterkonzert, 18.10:. Deutsche Arbeiter-" fendung: Kreutz: Internationaler Genoffcnschafti- Dienstag Prag, Bauder lr 7: Konzert aus Karlsbad,. 14.15: Deutsch» Arbeitersondung, 17: Jazökönzert," 17.86: Deutsche Sendung: Im"Flug durch die Tschk« choslowakische Republik, 18.60:"Deutsche Prttfe, 18.55: Aus den: deutschen Kulturleben,^ 10.05:. i Populäre» Konzert: Dvokäk, Fibjch«t.^.,> 82.80::^ .Galakonzert aus Warschau.— Prag, Tender II:, 14.80: Deutsche Sendung: Kleine Sommermusik.— Brünn: 17.85: Deutsche Sendung:. Dr. Langer: Am Frieden wachsam shm,—. Rundfuykspiel aus" dem alten Rußland, Sascha«: 18.80: Klavierkonzert.— Mähr. Ostrau: 16: Rundfunkorchester» konzert: Liszt, Gounod etc., 17.50; Deutsche Sen«' düng: Liederkonzert.'::.....;.■># >•. . Nr. 150 Sonntag, 27. Juni 1937 Seite 8 Josef Dlner-Dines achtzig Jahre ■ Der hervorragende ungarische Sozialist und Theoretiker, Josef Diner-Dtne» wird heute achtzig Jahre alt. Der Jubilarchat bereit» Jahrzehnte vor'dem Weltkrieg in seiner ungarischen Heimat sowohl im literarischen und künstlerischen als auch im politischen Leben«ine hervorragende Nolle gespielt. Er war einer jener, welche in der Literatur in den neunziger Jahren dem Realismus zum Siege verhalfen und hat sich al» literarischer und Kunstkritiker der„Nepszawa", de» Organe» der ungarischen Sozialdemokratie, einen geachteten Namen, geschaffen. Der Name drang auch bald iiber die Grenzen seine» Vaterlandes, Diner-Dt- ne» hat insbesondere in deutscher Sprache Vorträge gehalten und in deutschen Zeitungen, namentlich, in der„Arbeiter-Zeitung"' und im „Kampf"'geschrieben, Er war nicht nur auf dem Gebiete, der Literatur, sondern auch auf jenem der Saziälwissenschaften außerordentlich kenntnisreich Und man kann ihn al» einen der hervor« ragendsten Marxisten der ungarischen Nation bezeichnen. Nach dem Weltkrieg wurde er Minister in den Regierungen Karolyi und Kun und mußtet wie allo anderen sozialistischen Führer jener Zeit, emigrieren. Er ließ sich in Paris nieder und arbeitet seither an französischen sozialistischen Zeitschriften mit. In seinem Pariser Exil hat er zwei bedeutende Werke verfaßt, von denen das eine die ungarische Frage behandelt, das andere eine Biographie Marxens ist. Im Vorjahre sind in der Zeitschrift„Le monde slavc" seine Erinnerungen erschienen. Di« zahlreichen Freunde, die sich Diner» Dönes in der sozialistischen Internationale erworben hat, gedenken heute de» tapferen Kämpfer»' und bedeutenden Sozialisten und senden ihm ihre herzlichsten Glückwünsche. .. Dir Schwierigkeiten der holländischen Regierungsbildung.(AP) Die Schwierigkeiten der holländischen Regierungsbildung sind größer, als man ursprünglich angenommen hatte. Bon einer katholisch-sozialdemokratischen Koalition ist kaum noch die Rede. Im Gegenteil regt sich bei den Katholiken heute gerade der Flügel, der darauf hinweist, daß. die drei rechts gerichteten christ- lichen Parteien, Katholiken, Antirevolutwnäre und Christlich-Historische, zusammen über eine genügende Mehrheit, nämlich öS von ISS Sitzen, verfügen, daß also eine Zusammenfassung der christlich-konservativen und der freisinnigen Kräfte, wie sie, Ministerpräsident Colijns beizubehalten wünscht, nlchtlatehr nötig.sei. Zumindest sollet so. wird verlangt,, der-Ejnsluß der liberalen und-der freisinnigen Kreise im Kabinett, die bisher über vier Berrreter verfügten, vermindert, die wichtigen Positionen, wie daS Außemninisterium, durch Vertreter der Rechtsparteien besetzt und die linksbürgerlichen Kreise auf die minder wichtigen Ressorts beschränkt werden. Die Lage ist noch dadurch kompliziert worden, daß im Gegensatz hierzu der zu den Freisinnigen Demokraten zählende Finanzminister Oud in einer Rede erklärte, seine: Partei werde sich nicht als Anhängsel einer MechtSkoalitiou gebrauchen lassen. Colijn zögert jedoch, eine Regierung ohne die linksbürgerlichen Gruppen zu bilden, denn ihm schwebt ein all« bürgerlichen Richtungen mit Ausnahme der Flügelgruppen zusammenfassendes nationales Kabinett vor,.und er möchte auch die Liberalen nicht einmal missen, da er mit ihnen in allen wirtschaftlichen Fragen übereinstimmt, im Gegensatz zur antiliberalen, planwirtschaftlichen Einstellung der Katholiken, die diese wiederum mit den Sozialdemokraten zusammenführen könnte, wenn nicht. daS kulturpolitische Moment dazwischenstände.* Der Papst über dir sozial« Frag«. In seiner Enzyklika über die' Verhältnisse in Mexiko, di« in Europa wenig bekannt geworden ist) äußert stch Papst Piu» XI. wieder mit großer Deutlichkeit über die Notwendigkeit sozialen Gefühl» bei den Machthabern. E» heißt In diesem Rundschreiben u. a. „So werdet ihr, immer daS Wesen der primären und fundamentalen Rechte schützend wie z. B. das Eigentumsrecht, euch erinnern, daß da» G e- ni e i n hi o h t manchmal Einschrän- küng.en dieser Rechte auserlegt und fordert, daß man mehr al» in dir Vergangen- heit.aus die An Wendung der sozialen Gerechtigkeit achtet. Zur Wahrung der Würde der menschlichen Persönlichkeit kann e» manchmal nötig sein, ungerecht« und unwürdige'Lebendbe- dinguugen' zu tadeln und a n z u zeigen. Wenn-ihr den Arbeiter wirklich liebt— und ihr I müßt.,Ihn lieben, weil seine Lebenrbedtngungen diel grüßte Aehnlichleit mit denen de» göttlichen Meisterhaben—so müßt ihr ihm i n m a t erieller, «In d in religiöser Hinsicht bei-, säehen. Materiell, indem ihr danach trachtet, daß zu seinen Gunsten nicht nur die Verkehr»«, sondern aüch ldi« ,s o z i ale G,e r« chtigte i t äug'e.w'e.n d e t werdend, h. alle jene Vorsorge, di« darauf zielt, di« Lage des Proletariates zu«leich- lern,'.,... Es, sind Millionen von Seelen, die auch von.Chr>stu»«kW sind) Von ihm eurer Sorge anvertraut, und Üb«r die« einst Rechenschaft von euch fordern wird:«»'sind Millionen von Wesen, die unter so traurigen und erb ärmlichen L eben»bedingungen stech en,,dje nicht einmal jene» Mindestmaß an Wohlergehen' kennen, das für die Mensche»- würde»Uer läßlich ist." Erfolgreiche Wendung Ih der Lohnbewegung der Ascher Webereien, Spinnereien und Veredlungslndustrle Die Unternehmer bewilligen während der Urabstimmung in den Betrieben die Forderungen der Gewerkschaften fast zur Gänze (11. T.) Wir haben bereit» kurz über den Stand der Lohnbewegung in der Ascher Textilindustrie berichtet und mitgeteilt, daß die Unternehmer Vorschläge machten, zu welchen die Vertreter der Gewerkschaften erklärten,' daß die Arbeiterschaft sie kaum annehme« dürft«. Die Union der Textilarbeiter, die sich sofort an die Spitze dieser Lohnbewegung gestellt hat, hat mit den übrigen an der Lohnbewegung beteiligten Gewerkschaften beschlossen, die Arbeiterschaft zu einer Urabstimmung über da» Ergebnis der Lohnverhandlung aufzurufen. Bor dieser Urabstimmung, die am 28. Juni durchgeführt werden sollte, haben zehn große Texstlarbeiterversammlungen im ganzen VertragSgrbiet stattgefunden, in welchen die Arbeiterschaft informiert wurde. Die Berichte in diesen Versammlungen erstattete nach gemeinsamer Uebereinkunft der Verbandssekretär Mayer von der Union der Textilarbeiter Zum besseren Verständnis für di« Ocffcntltchkcit «mH hervorgehobcn werden, daß dl« Lohnbewegungen in der gesamten Textilindustrie in den deutschen Gebieten.unsere» Staate» in einem gewissen Zusam- menhimg stehen, der dadurch hervorgerufen wurde, dah die stärkste Organisation der Textilarbeiter die Union, schon im Jänner diese» Jahre» in einer Tagung de» Vorstände» mit den Hmiptsiinktlonären aus den Gebieten, dl« Richtlinien für die Lohnbewegung für di« Textilindustrie heaauSarbeitete und al» Ziel all« Lohnbewegungen In der Textilindustrie die Wiedergutmachung der Lohnvnlust« in der Krisenzelt aufstestte. Im März beginnend, setzten die Vertrags- und Lohnbewegungen in. den bedeutendsten Textilgebirten «in und heute kann festgestellt werden, daß es fast überall gelungen ist, bedeutende Teil« der aufgestellte« Forderungen zu verwirklichen. Im allgemeinen sind Lohnerhöhungen von l0 Prozent im Durchschnitt kurchgesetzt worden, wobei gesagt werden muß, daß die Widerstände einzelner Unternehemer und Unternehmergruppen mehrmals durch einen Streik gebrochen werden mußten, wie dies insbesondere in Jungbuch, in Trautenau und in Warnsdorf der Fall war. Eine der letzten Lohnbewegungen ist di« vor längerer Zeit schon durch dir koalierten Vertragsgewerkschaften für die Asch« Industrie eingeleitet». Versicherungsgesellschaft „Star“ Die Nachfolgerin des„Phönix“. < I Zwei Regierungsverordnungen'''’ r): J;.!‘ Die Regierung hat In Durchführung der definitiven Regelung der Liquidation der Versicherungsgesellschaft„Phönix" in den Sitzungen vom 18. und 24. Juni den Text zweier Regierungsverordnungen beschlossen. Diese Verordnungen ergänzen und regeln die bisherigen Ber- ordungen Nr. 101 vom 21. April 1986 und Nr. 86 voin 21. Aupril 1987, die sich mit dem die Versicherungsgesellschaft„Phönix" betreffenden Maßnahmen befaßten. Der Text der ersten Verordnung regelt einige Einzelheiten zum Paragraph 8 Absatz 1 der Regierungverordnung vom 21. April 1986, Nr. 101 Slg. d. G. u. B„ beg renzt den Umfang de» tsche- choslovakischen Versicherungsstockes dieser Versicherungsgesellschaft und verkürzt teilweise die für die Unterbrechung der Streitfälle festgesetzte Frist. Diese Verordnung hat insgesamt vier Artikel und der Ar- tikel 4 setzt fest, daß seine Wirksamkeit nist dem Tage der Verlautbarung beginnt. Arttkel 2 begrenzt den Umfang de» tschechoslovakischen Versicherungsstockes deS Phönix. Die zweite Regierungsverordnung über einige weiter« Regelungen der BerWtnisse der„Phönix", Lebensversicherungsgesellschaft in.Wien, Direktwn für die Tschechoslotoalische Republik, ergänzt und ändert die Regierungsverordnung Nr. 86/1987 Slg. d. G. u. B., durch welche da» hiesige Vermögen der Phönix und der tschechoslowakische Versicherungsstock der Phönix detaillierter festgesetzt werden. Bei der Durchführung dieser RegiirungSverordnung erwiesen sich einig« ihrer Bestimmungen über die Herabsetzung der Ansprüche der Versicherungsnehmer für diese drückender, als ursprünglich vorhergesehen werde» konnte. Die sich auf die Bestimmungen der Paragraphen 8 und 9 der Regierungsverordnung Nr. 86/87 beziehende. materill« Aenderung beruht darin, daß der Schutz' der kleinen Versicherungsnehmer mit Polizzen auf 10.000 Xi und weniger Wester auch auf di« Versicherten ausgedehnt wird, für welche «ine Einmalprämie beählt wurde oder bei denen die Prämienzahlung bi» zum 22. April 1986 beendet war. Der Artikel H der neuen Regierungsverordnung bestimmt, daß da» inländische Vermögen der „Phönix"«in« neue juristtsche Person bildet, die nach, außenbin von dem Verwalter vertreten wird. Diese neuerrichtet« juristische Person tritt in all« Rechte und Verbindlichkeiten der Phönix, und zwar der Di- rektion für die Tschechoslowakische Republik ein, die sich auf diese» Verniögen beziehen', und ist berechtigt, VersicherungSgeschäft« im Zweig« der Lebensversicherung und der Unfallversicherung zu betreiben und abzuschließen. Ins Handelsregister wird diese neue juristisch« Person unter dem Ftrmanamen„Versicherungsgesellschaft Star" mst dem Sitz« in Prag ein- getragen. Di« Novelle regelt Wester die Verhältnisse der A n g«st e.l.l)t'«>n■ der Phönix, Direktion für di« Tschechoslowakische Republik, und der Versicherungsgesellschaft„Star". Schon im März 1986 wurden dt« Dienstbezüge, die ausschließlich, durch Jndlvidualverträg« geregelt waren, durch Verfügung des Verwalter» herabgesetzt. Nunmehr werden diese BerWtnisse der Ängestellten, die in bezug auf E» ist begreiflich, daß die Arbeiterschaft in Asch, die Kenntnis von der Höhe der erzielten Lohnerhöhung i» den anderen Gebieten hatte, ihren Unwillen darüber zum Ausdruck brachte, daß gerade in Asch die Unternehmer nicht einmal die Hälfte von dem, loaS in anderen Gebieten gegeben wurde, anboten. ES war kein Zweifel, dass die Urabstimmung die Ablchmmg de» Zugestibultnisse» dar Unternehmer und die Erklärung der Bereitschaft zum Streik bringen werde. Am Tage nach der letzten der zehn Versammlungen wurde die Union der Textilarbeiter telephonisch und später schriftlich verständigt, dass die Industriellen von iheem Standpunkte abgehen und bereit sind, auf der Grundlage der GewerlschastSforderimgen eine Erhöhung der Löhn« In den Spinnereien und Webereien um 10 Prozent wld in den FärbeHeiou, bzw. in bet VcrcdlungLieidustrie eine solche von 7 Prozent zuzugestehen. Die Erhöhung der Tarifstundenlöhne soll unter der Bedingung, daß ein einÄriger Vertrag, beginnend mit 1. Juli dieses Jahres, abgeschlossen wird, wobei die Industriellen bereit sind, die Garantie zu geben, daß bestehende höhere Löhne(AuSnahmSfälle) aufrecht bleiben. Die Industriellen erklären sich weiter bereit, einen bereits bei den Verhandlungen dorgebrachten Wunsch der Getverkschafien zu entsprechen, indem sie eine Erklärung abgcbe». die die Zustimmung zu der Beantragung der Rechtsverbind- lichkeit deS neuabzuschließenden Vertrages beinhaltet. Dieses neue Angebot der Unternehmer schafft ohne alle Zweifel eine neue Situation in der Vertragsbewegung in Asch. Mit Ausnahme der Färbereien sind die Forderungen der Arbeiterschaft und der Gewerkschaften erfüllt, so daß es höchstwahrscheinlich in den nächsten Tagen zum Abschluß des neuen Vertrages kommen dürfte. Die Arbeiterschaft dieser drei Industriezweige und die Gewerkschaften, an deren Spitze die Union der Textilarbeiter steht, haben offensichtlich durch ihr energische» Eintreten für die Interessen der Arbeiterschaft einen in Anbetracht der besonders schwierigen Verhältnisse vollen Erfolg errungen. da» Gehalt ausschließlich auf Jndividualvcrträgen beruhen, so g«egett, daß sie— mit Ausnahme des AkquisitionSpersonalS— mit dem Tage de» Inkrafttreten» der Verordnung aufgehoben werde». Der Verwalter wird das Dienstverhältnis nur dort er- üeuern /können,:.wo-es fick» als notwendig, erweist, Di« übrigen Individual- und weiter di« Kollektivverträge werden weiter in Geltung belassen, doch ist dem Verwalter hier die Möglichkeit gegeben, sie auf Grund der vom Innenministerium im Einverneehmen mit dem Ministerium für soziale Fürsorge ausgegebenen Richtlinien zu regeln, so daß derart soivohl der Schutz der Interessen der Angestellten gesichert, als auch die Berücksichtigung der wirtschaftlichen Tragfähigkeit der Bezüge der Angestellten für die neugebildete Versicherungsgesellschaft„Star" gewährleistet ist. Analoge Bestimmungen gelten auch für die Ruhe- und BersorgunaSgenllffe bezüglich der Angestellten der inländischen Phönix. ver Vertrag der«opkenpklvclcer Vom LandeSzenttalarbeitSamt In Prag wird amtlich verlautbart:„Der Landesbeirat für Angelegenheiten der landwirtschaftlichen Arbeiterschaft für Böhmen" hat den Kollektivarbeitsvertrag für die heurige Hopfeupflücke genehmigt. Die Üohnakkordsätze wird der Landesbeirat, wie alljährlich, erst Anfang August, also noch immer rechtzeitig vor dem Beginne der Pflücke kundmachen. Mit der Zusammenstellung und Anwerbung der Partien muß jedoch sofort begonnen werden, weil«S sich wieder um den Bedarf von mehr als zirka 4000 Partien mit rund 78.000 bis 80.000 Pflückern handelt. Alle Parsteführer und Partieführerinnen werden deshalb aufgefordert, ihre Parsten in der nächsten Bezirksanstalt für Arbeitsvermittlung unverzüglich anzumelden. An den Anstalten erhalten dieselben«inen Abdruck der Vertragsbedingungen, als auch die iwt- wendigen Informationen. Ueberall, wo beide Vertragsparteien im Vorjahr« zufrieden waren, wird das obige Arbeitsamt bestrebt sein, solche Partie» wieder in ühre asten Arbeitsstellen zu vermitteln. Anmeldungen der Unternehmer übernimmt das Landerzentralarbeitsamt bis längstens 20. Juli 1987. Die diesbezügliche» Prospekte, Bedingungen und Anmeldungsdrucksorten sind beim obigen Arbeitsamtc in Prag als auch bei den Be- zirksarbeitsvermistlungsanstaltcn der Hopfenbauge- biete und in den Vcrbandskanzleien der Hopfen- bauerorganisationen in Saaz, Roudniee n. L., Auscha und Dauba unentgeltlich eichältlich. Der obig« Termin für die Eiichringung der Anmeldung muß unbedingt,«ingehalten werden, damit die Pflückerpartien sobald als möglich erfahren, woran sie sind, und damit auch die mit der Sicherstellung und Abfertigung einer so großen Anzahl von Pfliickerpartien verbundenen Arbeiten rechtzeitig beivälstgt werden können. Die JugendfUrsorgeorganlsatlonen im Fürsorgeministerium Am 26. Juni fandsim Ministerium für soziale Fürsorge eine Beratung pon Vertretern der freüoil- ligen Organisationen statt, welche sich mit der In• gend für sorg« beschäftigen. Zur Beratung stand die GesetzeSnovell« über die öffentliche Jugendfürsorge. Zweck der Beratung war) eine Verständigung/Wer«inen gemeinsamen Standpunkt zur Gesetzesnovelle Über die öffentliche Jugendfürsorge zu erlangen. Die Beratung eröffnet« d«r Fürsorg«- EmbkaI Ein' getuhdes/M&rz.und'starke''Ne?ven Sieben. Nohniah Sie jfl« klinisch und y Ärztlich ompfohlencrt Pastillen. /^TaT>V V Für D i ab o t|k c" r in gleicher Zusammensetzung ‘ ohne Zucl$er Mit der*B6ielchnun< O/fn.jeder. Apotheke- Minister, der als Hauptpunkt, über welche ein Uebev- einkommen zwischen den Organisationen getroffen werden müßte, jene Fragen festlegte, die besonder» aktuell sind, nämlich: auf welche Weise die Zersplitterung der freiwilligen Fürsorge um die Jugend beseitigt werden könnte, wie das Verhältnis zwischen der Tättigkcit der öffentlichen Behörden und jener der freiwilligen Organisationen beschaffen sein soll, und auf welche Weise und durch welche Mittel dies« beiden Gruppen ihr Ziel erreichen sollen. Sodann äußerten die Vertreter der beteiligten Korporationen ihren Standpunkt. ES wurde schließlich festgesetzt, daß die BeratungSergcbnisse in einer gemein« samen Kundgebung zusammengefaßt werden, welch« die Grundlage aller weiteren Verhandlungen bilden wird. Generalversammlung der Fanto*Werke In der am 20. Juni 1087 unter Vorsitz des Präsidenten Dr. JanTkebicky im Sitzungi- saale der Zivnostenskä banka abgchaltencn Gcncral- versnmmlung der Fanto-Werke Attien-Gcsellschaft wurde die Bilanz für da» Jahr 1086 genehmigt und beschlossen, eine öprozenstge Dividende auszuzahlcn. In der konstituierenden VerlvaltungSratSsitzung wurden zum Vorsitzenden Herr Präsident Dr. Jan T k e b i c k y, zu seinen Stellvertretern die Herren Direktor Oscar Pollak und Dr. Eduard Schtvarz wiedergcwählt. Streik Im Pariser Gastgewerbe? Paris. Der Konflikt zwischen der französischen Negierung und den Hotelbesitzern, der durch das Dekret über die 40-Stundenwoche ausgelöst, wurde, hat sich in unerwarteter Weise verschärst- Der Zcntralvcvband der Hotelier», Restaura-! t-ure und Lasttiers erklärte, daß da» Regie» rungsdckrct über die Inkraftsetzung der 40-Stun-- denwoche in der Form von fünf Arbeitstagen und einer zweitägigen Ruhepause für die Angestellten, für die Betriebe unannehmbär sei. Sie küdigteir an, daß die Hotels, Restaurants und Kaffeehäuser am 8. Juli geschlossen würden, fall» da» Negierungsdekret bis zu dieser Zeit nicht eine' solche Regelung erfahre, daß sie e» annehmen, können.. Die Situation war Samstag ziemlich gespannt,' doch erwartet man, daß Camille Chau-, tcmps, der selbst die VergleichSverhaMungen führen wird, bi» zum 8. Juli eine für beide Par» feien annehmbare Lösung finden werde. Mittellungen ans dem Publikum Der Name garantiert Dualität. Obwohl unser Land besonders reich an hochwertigen, rein natürlichen und vor allem hygienisch einwandfrei gefaßten und gefüllten Mineralquellen ist, wird eine Unmenge von Wässern angepriesen, die sich unter den verschiedensten Bezeichnungen nicht nur auf ihre„Billigkeit", sondern oft auch noch auf ihre„Heilkraft" berufen. Solche Wässer sind mit den altbekannten rein natürlichen Mineralquellen nicht zu vergleichen, da e» sich meist um Wässer handelt, die mit künstlicher Kohlen- säurc imprägniert sind, oder sogar um solche, die mit Mineralwasser überhaupt nichts zu tun haben, sondern aus gewöhnlichem Brunnenwasser mit Zusatz künstlicher Kohlensäure hevgestellt werden. Ist«r daher nicht in Ihrem eigenen Interesse gelegen, statt einfach„Mineralwasser" zu bestellen, ausdrücklich eine Qualitätsmarke zu verlangen wie z. B.„G i e tz- h ü b l e r" oder„K r o n d o r f e r"? B«i diesen OualitätSmarken haben Sie die absolute Gewähr, daß dieselben durch ihre moderne Ouellenfaffung und vorbildlichen.Einrichtungen hygienisch einwandfrei in rein natürlichem Zustande, so wie sie dem Urgestein entspringen, auf Ihren Tisch kommen! GießhÜbler und Krondorfer sind altbcivährte und erprobte, Ge- sundheitswässcr mit werwollen mineralischen Bestandteilen, mit einem großen Gehalt an rein natürlicher Kohlensäure, von köstlichem Wohlgeschmack und großer Bekömmlichkeit. Markenware garantiert Qualität und wird daher von jedermann bevorzugt und' gern gekauft. Sollten Sie nicht diesem Grundsatz auch beim Mineralwasser treu bleiben, wo e» sich außer? der Qualität noch um Ihr Wohlbefinden und Ihr« Gesundheit handelt? Itutfth» JugtnDfutforgt. Seile S ’SiMtalbciiivfcnf Sonntag, 27. Juni 1937. I Aerlciltssaai Das Mfloetod BohdüMt üus cler Jactei Die JCunst und Wissen 8 8 Strassenbahnverkchr auf der Einser-Strecke wurde den ganzen Nachmittag über unterbrochen; es mutzte statt dessen die 22cr-Linie benützt werden. Heute dürfte der Schaden wieder behoben sein. Unfälle anf dem Wenzelsplatz. Gestern bormitt. arbeiteten an der Ecke Washingtongasse und Wen- zelSplatz der 82jährige Klempnergehilfe Adalbert Redner aus Nusle und der 28jährige Franz Äopeelü aus Spokilov auf ztvei Leitern, die durch ein Brett verbunden waren, an der Vorderseite eines Hauses. Plötzlich verschob sich das Brett, so datz Kopeelis 8 Meter tief auf die Strotze stürzte. Redner stürzte ebenfalls herab, erwischte aber im Fallen das Ge- Kdnderfrrunde Prag. Lagerabreise: Teilnehmer am Zeltlager in Wegstädtl und an der Nestfalkengemcinschast in Sandau, versammeln sich Montag, den 28. Juni, um 7 Uhr früh, beim Haupteingang des Denisbahnhofs. DaS Promenade-Konzert lm Wrftenberggarten war vom Wettergott kühl, empfangen. wordyn, und hatte infolgedessen nur schwachen Besuch aufzuweisen, was künstlerisch und kaffamäßig(zugunsten des Ferialfonds!) zu bedauem ist. Die dünne Schar derer, die dennoch gekommen waren, erfreute sich an her reizend dargebotenen Musik des deutschen Theater-Orchester» Und an dessen zwei jungen begab- BezirkSorganisatio» Prag. Montag, den 28. Juni, 20 Uhr. im Parteiheim, Tmeckh 22, wichtige Sitzung der Bezirksvertretung. MOORBAD KUNERSDORF IW Oschitz, Station(rlestforf, Telephon OschlU 0 hallt Rbmaa, Gicht, Ischias, FrauealeMen ZeitxemlUJo Preise. vorzUsl. Unterkünfte und Ver- DfleKunsr. THjcI. Konzerte. Neue StnndbadanlSKe. Kurhausgarten. Tennisplatz. Kegelbahn. Waldreiche Um geb uns? für kurze Wanderungen. Pro- spekte und Aufragen durch die Kurverwaltung. Tätlichkeiten ausartete, so datz die Polizei eingreifen mutzte. Als die beiten vorgeführt und durchsucht wurden, wuvde bei Koeour eine goldene Herrenuhr im Werte von Xi 2100.— gesunden, die kurz vorher einem gewissen Karl Rczek in einem Zijjkover Gasthaus abhanden gekommen war. Koeour wurde in Haft belassen. Ei» Rosen-Sadist. Freitag nachmittags wurde in den Rosenanlagen auf dem Laurenziberg der 27- jährige arbeitS- und wohnungslose Josef Kopäiel aus Drachkov verhaftet, der mit einem Stock und einem Messer 200 Rosensträucher vernichtet hatte. Kopäkek wurde in Haft behalten. Auf dem Polizeikommissariat gab er an, datz er die Tat begangen habe, um auf sich aufmerksam zu machen. Bom Schnellzug überfahren— unversehrt. Gestern sprang um 1 Uhr mittags der 81jährige Beamte Jaroslav Polaiek aus Prag-Weinberge in der Nähe de» Oberen Bahnhofs in Lieben von einem uygesähr zwei Meter hohen Sandhaufen vor einen fahrenden Schnellzug. Er fiel zwischen die Geleise und der Zug brauste über ihn hinweg, ohne ihn zu verletzen. Nach der Untersuchung durch den Polizeiarzt wurde er in die Landesanstalt für Geisteskranke gebracht. Der Grund seiner Tat ist unbekannt. Rohrbruch stört den Siratzenbahnverkehr. Gestern mittags um 1 Uhr barst in der Gasse„U ka- sären" in Prag-lV..«in Wasserrohr, so datz das Wasser au» 2. Meter Höhe an die Oberfläche schätz. Dec 1V0.0V0 Dollar ist ein amerikanischer Film mit einer Hauptrolle für Wallace B e e r h, den groben Uneleganten, der hier einen Faulpelz zu spielen hat, der seine Familie fast verkommen laßt, bis er eines Tages ein« Kassette mit gestohlenen 108.880 Dollar findet, in deren Genutzter sich.-durch vorübergehende Arbeit-setzen zu können hofft. ÄuS einem Zusammentreffen von Enttäuschungen, Glücksfällen und Abenteuern ergibt sich schliesslich eine glückliche Lösung für die brave Familie und für den liederlichen Familienvater, der sich, als er die bösen Kassenräuber zu Fall gebracht hat, dem gelitten Müssiggang mit bestem Gewissen hingeben kann. ES ist ein beinahe unmoralischer und beinahe rührender, ein beinahe realistischer und beinahe kitschiger Film, der ohne Wallace Beery gar nicht zu denken wäre. Mit seiner schon nicht mehr von Uebertreibuilgen freien, aber noch immer von Leben strotzenden Gestaltung macht er die täppisch konüsche und treuherzig verluderte Figur de» faulen Glückspilzes so plastisch, datz sie alle Flachheiten der Handlung und das blasse Spiel der übrigen Mitwirkenden(unter denen nur Elisabeth Patterson als geplagte Ehesrau lobend zu nennen ist) fast ganz verdeckt.—eis— simse, an dem er sich— obwohl er eine innere Verletzung erlitten hatte— weiterschob, bi» er die Leiter zu fassen bekam, an der er sich dann herunier- schob. Kopeckh hat mehrere Rippenbrüche und Abschürfungen erlitten und wurde auf die Klinik Ji- rasek gebracht.— Ebenfalls an der Ecke Washing- tongasse-WenzelSplatz wurde gestern vormittag» der 38jährige Handlungsgehilfe Franz Certvenka au» NuSle vom Auto P-80.818 des Mechanikers Josef Michälek aus Dejwitz vom Rade gestotzen, fiel zu Boden und schlug sich sämtliche Borderzähne im Oberkiefer aus. Er wurde auf die Klinik Jiräsek und von dort in» staatliche zahnärztliche Ambulatorium gebracht. DaS Rad wuWe stark beschädigt, das Auto blieb unversehrt., Intrigen. Von Napoleon III. liesse sich auch im Film heute viel Interessanter berichten, da die Geschichte diese» kaiserlichen Diktators viele Aehnlich- keiten mit der Geschichte heutiger Diktatoren auf« tveist. In diesem englischen Film freilich, wird— nach einer Erzählung der Baronesse Orczy, die den „roten Pimpernell" verfasste— nur eine merkwürdige Hintertreppengeschichte 6oiv der unehelichen Tochter des Kaiser» erzählt, die einen adligen Attentäter, liebte und dann von ihrem Baier al» Spionin benützt wird;!.Warum sie zu diesem Zwecke einen Verschwörer heiraten muss, den man, statt ihn hin- zuklchten, nur ins. Exil schickt, wird ebensowenig klar Wie' andere Einzelheiten der unwahrscheinlichen Handlung, in. der sogar Bismarck und Moltke persönlich erscheinen und die mit der Kapitulatton Napoleons bei Sedan endet. Die plumpe Regie Maurice Elveys hat da» ihrige dazu beigetragen, diesen Film wie. eine Geschichtskarikatur erscheinen zu lassen, und auch Dolly H a a S, die einst so Muntere, kann ihm. in einer fast düsteren Rolle, behindert durch eine ihr noch recht fremde Sprache, wenig Leben geben.—eis— Annabell». Der Namen Annabella ist heute ein internationaler Begriff geworden. Seine Trägerin ist heute die anerkannt repräsentative Vertreterin europäischer Filmkunst. Wir sagen europäischer, nicht französischer, denn gleich ihrem grossen Landsmann Renk Ctair hat Annabellas Wirkungskreis die Grenzen ihrer Heimat längst überschritten. Renk Clair hat Annabella entdeckt. Ihre erste grössere Rolle war in„Million", dem fröhlichsten, pari- serischsten Film de» genialen Regisseur». Abel Gance war ihr zweiter„Entdecker". Nun wurde Annabella auf fünf Jahre nach Amerika verpflichtet. Der Erfolg ihrer beiden letzten Filme,„Flügel des Morgen»" und„Unter der Roten Robe"(mit'Eonrad Veidt) war. für. diese» Engagement entscheidend. Nach ihrem neuen Vertrag wird Annabella abiMf- selnd einen Film in Hollywood und einen iw Denham drohen.. Der nächste. Filin trägt den Titel „Follow the Sun"— Paris, Tanne», Monte Carlo, der Lido, Deauville sind, sein Schauplatz. Im Oktober beginnt dann die Arbeit an ihrem ersten' Film in Hollywood. Der Schlosspark in Lkny wird Sonntag, den 4. und Montag, den ö. Juli dem Publikum zugänglich sein. Am Sonntag während de» Konzerts beträgt die Eintrittsgebühr für Erwachsene Xi 2.— und Kinder Ki 1.—, Montag Xk 1.— für Erwachsene und ssö—.50 für Kinder. Der Ertrag wird vom Vereist tschcchosl. Rotes Kreuz in Länv zur Ausbildung von freiwilligen Schtvestern und Samaritern' verwendet werden. L fceunde Verfanget überall Volkszünder ■.für gesunde.Verdauung sorgt das natürlich» Abfiihr-Erweichungsmittel, der Leckerbissen chen in die Frische der dunklen Nacht. Szöke Szakall, Ungarn» grösster spieler, wurde von der Kleinen Bühne Ensemble für ein fünftägige» Gastspiel Es ist die» da» erste Auftreten des beliebten und bekannten Schauspieler» in Prag. Die erste Vorstellung ist für Donnerstag, den 1. Juli, 8 Uhr. angc- seht. Karten bei: Deutsche» Hau», Truhläk, Wetzler, Neue» Deutsche» Theater. Wochenspielplan de» Neuen Deutschen Theater». Sonntag halb 8: Czardasfürstin, Bl.— Montag: Geschlossen.— Dienstag halb 8: Die Cznrdasfiirsttn, A 2.—(Schluss der Spielzeit.) Wochenspielplan der Kleinen Bühne- Sonntag Uhr: Nina.— Montag: Geschlossen.— Dienstag Uhr: Nina.—(Schluss der Spielzeit.) ten Dirigenten H. G. Schick und Fritz Rieger, die, einmal in„Lebensgrösse" sichtbar, al» künstlerisch hochernste Mittler auch leichter Musik den günstigsten Eindruck erweckten- Gespielt ward unter anderem Weber, Johann Straub, Bizet und Rossini. UebrigenS schmetterte auch Herr P r e g e r, herzlich applaudiert, und jeder Vevkühlungsgcfahr in schöner Solidarität und Gewissenhaftigkeit trotzend, ein Lied» '“■■T“ VMS. mit seinem verpflichtet. Hecblalstsa|s*DralMMa Fräsmaschinen, Radlalbohrmaschlasn, Bohrwerks, Shaplni- u. Hahelmaschlaan Spannfutter in modernster Ausführung erzeugt: Werkzeugmaschlnenfabrlk Arno Plauert .< Warnsdorf, hü■<■;■ Sozialversicherungf- Brielkasten L. S. Ihr Sohn, der Kaufmannslehrling'■ ist/ hat während seiner Krankheit«in tägliche» Krankengeld von 1-40 liö bekommen, obwohl er nach Ihrer Meinung während der ersten bierzehn Tage 2.50 Ai und dann 2.70 Xi hätte bekommen'muffen.■ Die -von Ihnen angeführten Krankengeldsätze gelten nach dem SozialversicherungSgcseh, während die Ansprüche Ihre» Sohne», der pensionsversichert ist, nach dost früheren KrankeiwevstcherungSgesetz zu beurteilen sind. Danach gebührt ihm aber,ein tägliche» Krankengeld von 6 Xi au», folgenden Gründen:. Da er keinen Geldlohn erhält, sondern nur die ganze Verpflegung, hat ihn die Krankenkasse irrtümlich in' die erste Klasse eingereiht. Der Wert der Verpflegung übersteigt aber nach der Kundmachung der Landesbehörde für Pensionsversicherte 8000 lii im Jahr und aus den Bestimmungen de» ff 7a de» Kranken» versicherungssetzes und ff 4 des PensiostSversiche« rungSgesetze» ergibt sich, dass ein Jahreseinkommen von 8000 XL einrechenbar ist, welche» die Einreihung in die vierte Klasse bedingt. Ihr Sohn-soll daher mit dieser Begründung die Nachzahlung de» Krankengelde» verlangen.' Lehnt die Krankenkasse sio ab, so soll er die Herausgabe eines Bescheide» verlangen, gegen den eine Klage beim Schiedsgericht zulässig ist. filme In Prager Lichtspielhäusern Urania-Kino:„Blumen aus Nizza." Etna Sack. — Adria:„Intrigen-" Dolly Haas. Engl.— Alfa: „108.000 Dollar." Wallace Beery. A.— Apollo: „Millionen-Dank." A.— Avion:„Es gab einmal zwei Schelme." Laurel und Hardy. A.— Beranek: „Der Hund von Baskerville." D.— Fenirr„Texas- reitet." A.— Flora:„Alibi." A.— Hollywood: „Der Sträfling Volkmann." D.—.Hvizdar„Intrigen." Dolly Haas. Etygl-— Julii:„Die Unbekannte." Sibylle Schmitz. D.— Kinrma: Journale, Grotesken. Reportagen.— Koruna: Aktualitäten, Journale, Grotesken.— Kotva:„Mitternachtswalzer." A.— Lncerna:„TexaSreiter." A.— Metro: „Die Kameliendame." Greta Garbo. A.— Passage:„Die Unbekannte." Sibylle Schmitz. D.— Praha:„Die Kopfjäger von Borneo." A-— Staat: .Schicksalsweg." Conrad Veidt. Engl.— Sditozor: „Millionen-DaNk." A.— Alma:„Der letzte Mohikaner." Nach Cooper. A.— Belvedere:„Wiener Fiakerlied." Leo Slezak. D.— Befeda:„Wo die Lerche singt." D.— Carlton:„Ein entzückende» Ereignis." Tfch.— Illusion:„Ein außergewöhnliches Ereignis." Cooper.- A-.— Lido II.:„Wiener Fiakerlied." Leo Slezak. D.— Louvre:„Alibi." A.— Maceöka:„Sein bester Freund." Harry Piel. D.-— Olympie:„Wiener, Fiakerlied." D.— Perityn:„Lojziöka.^ Tfch. V~ Rozy:„Wiener Fiakerlied." D.— Tatrar„Wiener Fiakerlied." D.—U Bejvodur„Ich kenst' Dich-nicht| und liebe Dich." D.— Baldek:„Gegen den; Befeh l." Fr.— Bcletrhy:„Die Frauen des Rar- auis." Fr- ,,,■,.-, tti PotdulHt hellt mit erfolg Rheumatismus, Sicht, Ischias und Frauen* krankhaften 41G1 Prospekt versendet die Badedirektion gratis! Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins Hau» oder bei Bezug durch die Post monatlich fiä 16.—, vierteljährlich KC 48.— halbjährig Ki 96.—. ganzjährig Ki-192.—.— Inserate werden stmt■ Tarif billigst berechnet) Bel öfteren Einschaltungen Preisnachlass.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken.-? Die Zeitungsfrankatur hnicbe von der Post« und Tele« graphendirektlon mit Erlass Nr. 18.800/VII/1980 bewilligt.— Druckarei:..Orbis". Druck«. Verlag», und ZeitungS-A.-G. Prag. Eifersucht suk die Lewerde- konzesslon der Gattin Prag,(rb) Der fünfid und letzte Prozess dieser kurze» Schwurgerichtsperiode, in deren Verlauf nur fünf Fälle zur Verhandlung gelangten, betraf«ine Anklage wegen Mordversuches. Vor dem Schwurgericht, dem GR. Dr. M a r e ö e I präsidierie, stand der 48jährige AntonBurian au» Wrschowitz. der am 12. April d. I. seine Gattin durch vier. Schüsse schwer verletzt Hai. ES ist tatsächlich nur i einem ungewöhnlich glücklichen Zufall zu danken, dass\ die Verwundete dem Tode entrann. Der Angeklagte betrieb ein Autotransportunter-, nehmen, aber die Konzession lautete auf den Namen keiner Frau. I» der Familie gab e» öfter Streitigkeiten und AuSeinanderfetzungen, die ihren Grund darin hatten, daß der Angeklagte, obwohl er mit seiner Frau vier Kinder hat, intime Beziehungen mit einem gewissen Fräulein Pkibyl anknllpfte. zu der er mehrfach übersiedelte, um mit ihr für eine gewisse Zeit zusammenznleben. Er kehrte allerdings stet» wieder zu seiner Frau zurück, aber— wie die Anklage Wohl mit Recht feststellt— einzig und allein au» dem Grunde, weil feine Gattin Inhaberin der Konzession war, von der seine Existenz abhing. Er versuchte auch immer wieder, seine Frau zur Scheidung zu überreden, in der Hoffnung, dass er dann eine eigene Konzession anstreben könne. AIS seine Frau diese Vorschläge mit Rücksicht auf die vier Kinder, die dieser Ehe entsprossen waren, ablehnte, begann er sie der Untreue zu bezichtigen und verdächtigte sie eine» ehebrecherischen Verkehr» mit dem Chauffeur Otis, der in den Diensten der Firma stand. Am 12. April kam der Angeklagte in die Wohnung seiner Frau und begann zunächst über geschäftliche Angelegenheiten zu reden. Bald ging er aber auf die angebliche Untreue feiner Gattin über, worüber eS zu einem hesttgen Streit kam. der damit endete, dass Bunan den Revolver zog und vier Schüsse auf seine Frau abfeuerte. Der erste Schuss streifte bloss ihr Haar, der zweite traf sie von der Seit« in die Wange und durchschlug die Mundhöhle, aber so glücklich, dass keine ichtvere Verletzung enfitand. Die beiden wetteren Schüsse trafen die Frau in den Unterleib und hatten sehr schwere Verletzungen zur Folge.(Die Verwundete geht bis heute auf Stöcken). Dann kehrte der Angeklagte„die Waffe gegen sich", das heißt, er feuerte au» ziemlicher Entfernung zwei Schüsse gegen sich ab, von denen aber keiner traf. Die Anklage betrachtet diesen angeblichen Selbstmordversuch al» ganz gewöhnliche M y st i f i k a« t i o n und alles deutet darauf hin, dass diese Annahme richtig ist. Vor dem Schwurgericht konnte der Angeklagte sich nicht genug in der Schilderung feiner Eifersuchts- gualen tun und behauptete u. a., dass er einmal in die Wohnung feiner Frau gekommen sei und dabei habe feststelle» müssen, dass im Schlafzimmer seiner Frau der Chauffeur Otis war, der au» dem Fenster sprang, als er heftig an die Schlafzimmertüre pochte. Seit dieser Zeit habe von ihm mörderische Eifersucht Besitz ergriffe» und die Folge sei der Anschlag gewesen, der Gegenstand dieser Anklage bildete. Dabei ist freilich der Umstand in Betracht zu ziehen) dass in der gleichen Zeit der eifersüchtige Mann mit jenem Fräulein Pkibyl zusammenwohnte.... Seine Verteidigung machte keine» besonder» glaubwürdigen Eindruck. Die Anklage, die von Staatsanwalt Dr. G e m r i ch vertreten wurde, stand der Veranttvortnng Burian» auch äusserst skeptisch gegenüber und wollte EifersuchtSmottv, auf das sich der Angeklagte berief, nicht gelten lassen. Als viel glaiibwürdigeres Motiv erscheint der Aerger darüber, dass seine Frau nicht bereit war, die Konzession auf seinen Namen überschreiben oder sich scheiden zu lassen. Die als Kronzeugin auftretende Frau de» Angeklagten widerlegte unter Zeugeneid die von ihrem Gatten gegen sie erhobenen Anschuldigungen und die Aussage dieser 42jährigen Frau, die keineswegs den Eindruck einer verführerischen und leichtfertigen Person macht, wirkte schlechtweg überzeugend. Dass Burian noch behauptete, er sei im Augenblick der Tckt so aufgeregt gewesen, dassersichan nichts mehr erinnere, braucht kaum erwähnt zu werden.' Es gibt kaum einen Mordprozess, in der der Angeklagte nicht mit dieser- Behauptung herauSrückte. Die Verhandlung dauerte bis in die Abendstunden. Dts Verdikt der Geschworenen lautet einstimmig verurteilend. Der Schwurgerichtshof erkannte hierauf auf eine Strafe von sechs Jahren schweren Kerkers. Wir empfehlen allen Parteigenossen und Freunden in Treni. Teplire die Restaurattou„International" (Parteilokal), Billiger Mittagstisch, ff. Biere und Weine. 4204 Josef Ehn, Restaurateur. Billige huren■ an den heißen, hochrad. Thermen, Badlcplttz-Sdiönau bei OHM, Niem, IHN« Auskunft: Mm Sfödflsdie KurdireMion oder Clarqsdie Kurdirehflon Jchmozen I verfliegen bei Rheuma, Gicht« Ischias, wenn der Kranke direkt in den urkräftigen, unpräparier* ten Schwefelquellen badet« Dieses Ideal der modernen Hl Balneologie wird verwirklicht TRENCIÄNSKE TEPLICE Messerstecher und Raufbolde. In der Nacht auf gestern gerieren vor dem Hause Nr. 205 In Hloubittn der 18jahrige arbeitslose Bergmann Josef Marek, der 80jährige beschäftigungslose Arbeiter Josef Je- .sek und der 18jährige beschäftigungslose Arbeiter Josef Fiala, sämtlich au» Hloubitin, in Streit, wobei sie" die Messer zogen und so lange aufeinander einstachen, bis alle drei ins allgemeine Krankenhaus geschafft werden mußten. Marek hatte eine grosse Rißwunde im Gesicht, Fiala zwei Stichwunden am Kopf und Jejek eine Stichwunde auf der Stirn erhalten. Alle waren betrunken gewesen. Sie wurde» in Pflege belassen.— Zur gleichen Zeit gerieten in einer Ziegelei in Dejwitz der 48jährige Wenzel MaSek und der 67jährige Josef Holekck, beide arbeitS- und wob- NungSloS, aber gewöhnlich in- der genannten Ziegelei übernachtend, miteinander in Streit. Hiebei versetzte Majek dem Holeiek einen Faustschlag ins Gesicht und verursachte ihm eine stark blutende Wunde an der Schläfe. Der Verletzte wurde auf die Klinik Schlaffer gebracht).MaZek verhaftet.— In der Harantgassc in Zijjkov geriet die 88jährige Marie Z. mit dem 89jäh- rigen Händler Josef Kocour in Streit, der bald in lAMAKAjl 24 Past. Xt 6'-\3aCy Verursacht keinen Durchfall t\Für o'labetrk er in gleicher Zusammensetzung '■.ohne Zucker-cMit der Bezeichnung.D In jeder Apoineue