Sozialdemokrat Aentralorga» der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit«««nähme de«««nta, täglich früh/«in-elpeei» 70-etter Redaktton u.Derwaltung: PragXll.,Fochova62- Telephon 58077- Herausgeber: Siegfried Taub- Derantw. Redakteur i. V.: Zdenko Neuwirth, Prag Aus dem Inhalt: Erfolge des 18. Feber Der Rslchssufmorsch der RW Im Rundfunk Lohnerhöhungen für 3000 Welperter Textilarbeiter Um die Getreidepreise 17. Jahrgang Dienstag, 29. Juni 1937 Nr. 151 Wie wir kurz vor Blattfchluß erfahren, ist in Wien Dr. Mar Adler, der bekannte soziali- stische Theoretiker, gestorben. Da- Leichenbegängnis soll Donnerstag stattfinden. * Diax Adler war einer der bedeutendsten sozialistischen Theoretiker und einer der größten philosophischen Denker der Gegenwart überhaupt. Sein LebenSwerk hat in einer philosophischen Vertiefung de» Marxismus bestanden und sein Tod bedeutet eisten unerhörten Verlust für den wissenschaftlichen Sozialismus. Die Todesnachricht kommt um so überraschender, als Adler noch vor kurzer Zeit in Prag Vorträge gehalten hat. Seine bedeutendsten Werke sind:„Kausalität und Delcologie im Kampf um die Wissenschaft", „Zur Geistesgeschichte. be8 Sozialismus",„Diarx als Denker",-„Die materialistische Geschichtsauffassung",„Das Rätsel der Gesellschaft". Er war auch durch zahlreiche Vorträge in Oesterreich, im Deutschland vor Hitler und in der Tschechoslowakei bekannt. Politisch hat er sich’ wenig betätigt, mit Ausnahme einer kurzen Zeitspanne, wo er niederösterreichischer LandtagSabgeordneter war.. Wo Ist Wlechmann? Ter„Robotnik" teilt mit, dass eine Frau im ' Dorfe Kolibli,- auf der Straße nach Gdingen, ■ ein Futteral gefunden hat, in welchem di« Aus. weiSpapiere deS Danziger Bolkstagsabgeordneten .■■ Genosse» Wiechmnnn lagen. Unglücklicherweise«ab ^^MDWsWGWMMWs^MV'zMk'ltled.' ’ geordnrtenlegitiMatlon,- einen BramteminSweiS >,nd^ö;e'QuiAnng an dir Danziger Polizei. Di« polnischen Bähnbkhörden, deren Beamter Wirch» mann gewesen ist, haben an der Stelle, wo dir . Papiere gefunden wurden, eine Untersuchung ein- gilritet. ES kann nach Meinung Eingeweihter nicht davon die Rede sein, daß Wiechniann nach Polen • geflohen sei. ES ist vielmehr anzunehmen» dass die Danziger Polizei die Papiere auf polnische Seite bringen ließ, um die Suchenden aus eine salsche Spur zu führen, ES wird daran ststgehalten, daß der sozialistische BolkStagsabgeordnete ein Opfer der Gestapo geworden ist. 40 Pastoren In Haft London. Nach den letzten Informationen, welche die„Times" aus Deutschland erhielten, sind zur Zeit 40 Pastoren in Haft. Die Deutsch, evangelische Kirche hat die leitenden Stellen der beiden in Oxford und Edinburg stattfindenden ökumischen Konferenzen davon unterrichtet, daß eine amtliche Delegation der deutschen evangelischen Kirche mitRücksichtaufdic in nerkirchlichen Verhältnisse nach Oxford und Edinburg nicht entsandt werden wird. König Carols Warschauer Besuch Paris. Die Pariser Presse verfolgt äuf- merksam in Meldungen und Kommentaren die Warschauer Reise deS rumänischen Königs Carol, Pertinax fragt im„Echo de Paris'!, welchen tatsächlichen, politischen i Zusammenhang diese Reise hat, und erwartet, daß altfällige Abkommen zwischen Rumänien, und Polen weder• der französisch-polnischen BundeSgenoffenschast noch den Beziehungen RumänienSzu den übrigen Staaten der Kleinen Entente zuwider laufen werden. Auch Frau TabouiS möchte im„L'Ouvpe" gerne wissen, welcher Art. ein Militärabkommen zwischen den beiden. Staaten. geplant wird.. Albert Möusset schreibt im»Journal des Debat»"r Wir wollen glauben,, daß.in den polnischen. Anboten an Rumänien nichts der Solidarität'widersprechen wird, die, Bukarest mit Präg verbündet, -kprz,' gesägt,,wir wollen glauben,,'daß Polen nm eins! Vertiefung und nicht um eine Zertrümme- rung der Ostfront de» Friedensbemüht ist,. ,,. Bukarest. Wie sm Zusammenhang mit"dem. Warschauer Besuch, König EarolS. zuverlässig! HMsttet,soll'..der' /polnische Mädschäll"RW Mlgtft sehr bald nach der Rückkehr König Carols nach.Bukarest, Uso» in dest ersten.Jnlitagist,' zu elneist^ etwa ,dreitägigen Aufenthalt, in Bükattst xintr'esfefsi''''•»•/< Hitler: Wir brauchen Spaniern Absage an weitere PicONOFTO kollektive Maßnahmen LDCIICiAC Nach Mussolini hat nunmehr auch Hitler in einer Red« in Würzburg auf dem Ganwg deS Main-Franken-GaueS der DRSAP mit bemerkenswerter Offenheit seine Pläne in Spanien enthüllt, indem er rundweg erklärte, Deutschland müsse Eisenerze einführen; eS wolle daher ein« Franco-Regierung in Spanien, damit«S spanische Eisenerz« kaufen könne. Die Rede war gleichzeitig eine glatte Absage an kollektive Maßnahmen nicht nur in Spanien, sondern auch in allen anderen Fragen. . Hitler sagte hiezu u. a: Nach den Torpedoangriffen auf die„Leipzig" haben wir erwartet, daß die internationale Solidarität eine kollektive gemeinsame Beschützung des Friedens veranlassen würde., Wir haben nichts anderes verlangt, als daß den Machthabern in Valencia wenigstens durch ein« gemeinsame Kundgebung aller beteiligten Kontrollmächte gezeigt wird, daß sie es nicht mehr mit einer, sondern mit allen Mächten zu tun haben. Aber selbst diese bescheidene Aktion war nicht mehr durchführbar. Daraus geht hervor, was wir Deutschen zu erwarten hätten, wenn wir jemals das Schicksal des Reiches den Händen derartiger Institutionen oder solchen Abmachungen ausliefern würden. Davon aber könne man nun' in London überzeugt fein: Die Erfahrungen, die wir diesmal gemmht haben, sind., für uns ein« Bo», l« h r u n g, die wir niemals- mehr vergessen werden. Wir werden von jetzt ab in solchen Fällen doch lieber die Freiheit,, die Unabhängigkeit,, dis Ehre und die Sicherheit der Nation in unsere .«,i-g..e,n.^n-»H^Liu-L->-.»ehmtn>auch,:UyKM>0'Ho' tzekhäftet;' Beide füllen aüf Grund' der Jnssrüktiüssess eine» gestrtssen aurlättdischen Konsu» M«S gehäntzett haben..» Jarema-Front hält stand Madrid. An der Jarama-Front zwangen die RegierungStruppen die Aufständischen durch- einen Gegenangriff, bis an die Eisenbahnlinie bei Serre und Pingarro zurück» znweichcn. Südlich de» Tajo haben die Franco- Abteilungen' die gegnerischen Stellungen bei Sferra de Alarcon ussd Sierra ArgalaneS angegriffen. Die Vorposten deS republikanischen Heede» hielten jedoch dein Angriff stand und brachten ihn zum Scheitern. In Casa del Campo habest sich die Regierungstruppen der wichtigen Stellung beim.Friedhof nahezu vollständig bemächtigt..Die Aufständischen habest für den Rückzug unterirdische Gänge errichtet, deren Eingänge jedoch unter dem Feuer der gegnerischen Maschinengewehre stehen. « Bilbao. Wie«S scheint, bildet das nächste Ziel der' Franco-Truppen da» Städtchen Bal- m a c« d a, ein sehr wichtiges Industriezentrum und ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt. Durch die'Einnahme dieses Städtchens würden di« Frastco-Truppest an die Straße gelangen, welche Burgos mit Santander verbindet,>' . In Santander find einige britische Dampfer eing-trosien, um an. der Evaluierung der Zivil- bevölkerung teilzunehmen. Zwischen den- Schisfr- kapitänen ustd den baskischen Behörden' wurden äsle. Mssßnähinest. getroffen, um die Verpflegung der. Flüchtlinge während der Dauer der Seefahrt zu-sichern..- Was mit»seren Hindere? Ein Wort zum Schulsdiluß Am Samstag haben die Schulen ihre Pforten geschlossen. Für viele' Kinder— insbesondere, die Kinder der besitzenden Schichten— war die große Frage, wo und wie sie ihren Ferienaufenthalt verbringen werden, für wenigstens einen Teil der proletarischen Schulkinder sorgest. Einrichtungen der sozialen und Jugendfürsorge, damit auch jenen eine Erholung in frischer Luft geboten wird, deren Eltern ihren Kindern auch nicht einmal das bißchen Landaufenthalt biete» können. Leider gibt es noch immer Tausende von erholungsbedürftigen Kindern, die zuschauen müssen, wie die andern Ferienfreuden genießen und selbst auf das bißchen Freude verzichten müssen, die ei» gut auSgeniitzter Urlaub Erwachsenen und Jugendlichen gelvährt. Aber noch eine andere ernste Frage bewegt jene Eüern, deren Buben und Mädl das schulpflichtige Mer überschritten haben, die Frage nämlich: Was fangen lvir mit unseren Kindern an? Allerdings ist die Antwort darauf Heuer»ich: mehr so ängstlich und voll Hoffnungslosigkeit, lvie es ein paar lange, bange Jahre gewesen ist. In den Jahren der Krise war es für die Eltern fürchterlich, dem Schicksal ihrer Kinder ohnmächtig zuschauen zu müssen. Ein Riesenheer von Arbeitslosen, keine Hoffnung für junge Menschen, irgendwo unterzukommen. Alle Freunde der Jugend sahen verzweifelt, wie die jungen Menschen, die keine Arbeit haben, vielfach demoralisiert wurden,7-Was. soll'quS. Menschen werden,.so fragte» wir uns, die in den entscheidenden Jahren, da der Geist sich formt und der Charakter sich bildet, sich unnütz Vorkommen und der Sicherheit ermangeln, die der Beruf einem gibt, waS sollten sich alle die jungen arbeitslosen Menschen für ein Lebensziel erstellen in einer Gesellschaft, die sie erbarmungslos von sich stößt? So hat die Krise der Jugend schwere wirtschaftliche und gr- iundhcitllche Schäden gebracht und sittliche Gefahren für die heranivachsende Generation her- aufbeschivoren, die wir nun bannen müssen. Viele smigc Leute sind wieder in Lehre und Arbeit uns eS gilt auch die im heurigen Jahre schulentwachsene Jugend im Wirtschaftsleben unterzubrmgea, sie in den sichern Hafen von Beruf und Beschäftigung zu fahren. Was aber mit den Kindern anfangeu? Dw sieben mageren Lahre der Krise haben gelehrt, daß die menschliche Arbeitskraft trotz Mechanisierung und Rationalisierung ein hohes Gut ist. In manchen Erwerbszweigen ist bereit« ein fühlbarer Mangel an qualifizierten Arbeitern cingetreten. Es gibt für den Arbeiter in der kapi- talisttschen Gesellschaft keine Sicherung gegen dl« Arbeitslosigkeit. Das ist getoiß. Das heißt aber nicht für die Eltern von Arbeiterkindern Vie Hände in den Schoß zu legen. Wenn die Eltern für die Zukunft der Heranwachsenden proletarischen Generation etwas tun wollen, dann mögen sie diese einen qualifizierten Beruf lernenlassen. Das kostet etwas, aber einige Opfer müssen eben gebracht werden: In'dem furchtbaren Konkurrenzkampf, der auf dem Waren- und Arbeitsmarkt der Welt entbrastnt ist, können sich die Völker der alten Industrieländer nur durch qualitativ hochwertige Waren behaupten, die von tüchtigen, geschickten Arbeitskräften hergestellt werden. Unsere Meister und' Unternehmer, unsere Gesellen müssen alles daransetzen, damit die jungen Menschen etwas lernen: unsere Handels» und Gewerbeschulen müssest dem-Handel und der Industrie erstklassige Arbeitskräfte liefern. Unsere Kinder müssen sprachkundig sein. Unser Ziel muß sein, daß jedes sude.tendcutsckie Kind tschechisch kann.— damit ihm der Lebensweg in diesem Staate geglättet ist, an, den höheren Schulen muß die Jugend auch» einige der Weltsprachen erlernen. Wir brauchest- Pioniere, damit unser Handel in die Welt dringen kann: da winkt dem romantischen Streben der-sudetendeutschen jungen Intelligenz ein reiches Feld der Betätigung und des Erfolges. Es Muß'unser Streben sein, daß der Großteil der südetenveut« scheu Kinder Nicht nur die Volksschule,'sondern auch,'die Bürgerschule' besucht,-das Sprengelbürgetschulgesetz wird nach seiner Verwirklichung, auf die wir dringen, die Möglichkeit Seite 2 Dienstag, 2V. Juni 1987 Nr. 151 dazu bieten, die jünnfte Tchulnovclle, lutldje die Schiiehüng bestehender Klaffen nicht»ichr an die Zahl von 89, sondern von schwerliche Pflichten verbunden sind. Wir sehen z. B„ dah Kollege Volta Benes sein Diandat niedrrgelegt hat, weil die Zahlen der Interventionen, die von ihm verlangt wurden, in die Tausende gingen und er dieser Beanspruchung einfach nicht mehr gewachsen war. Unser„bequemes Wohlleben" ist keineswegs so, wie es sich unsere Herren Wähler verstellen. 8999 Kronen monatlich wären ein schöne» Einkommen, wenn ein jeder von uni dabei zu Haus« bei seiner Familie sitzen bleiben könnt«. Aber wir bekommen diese 8999 Kronen ja gar nicht. Aus eigenem Ent- schluh haben wir uns seit Jahren 14 Prozent davon abgezogen. Wir alle ohne Unterschied müssen ferner die Klubauslagen dicken, wir zahlen jeder unserer Partei, manche mehr, manche weniger. In den Klub», die am freigiebigsten sind, bekommen wir höchsten» 3899 Kronen monatlich ausgezahlt, bei anderen Klubs bekommen die Kollegen noch viel weniger. Wer das macht alles nichts, das Publikum sieht fortwährend die 99,999 Kronen vor sich, die wir jährlich bekommen. Es sieht aber nicht, daß wir uns in Prag im Hotel oder privat eine zweite Wohnung bezahlen müssen, dah wir uns nicht nur, wenn Sitzungen sind, sondern auch wenn wir aus Versammlungen fahren, in der Restauration verpflegen müssen. Dabei können wir natürlich nicht in ein billiges Lokal gehen, denn wa» würde unser demokratische- Publikum dazu sagen, wenn ein Abgeordneter oder Senator in die„Vegetarische" oder zum Selcher ging:„Was soll das heihen, er hat doch 8999 Kronen, der kann doch den Leuten etioas zu verdienen geben I" Jeder von uns hat eine grohe Korrespondenz; manche ziehen ganze Stühe von Zuschriften 7 Negerkönigs Tochter Roman von Otto Sttfssl COPYRIGHT BY SATURN• VERLAG. WIEN Jedes Weib ist schön, Ivie eine Lache dem Verdurstenden gepriesen ist. Mit einer solche» lebte er in seinem Zelt. Er hatte ein Kind mit ihr. Er ernährte sie und erduldete sie. Vor ihm aber dehnte sich die fremde, unermeßliche, wüste Welt, und er dünkte sich weiter von dem Afrika, da» er erforschen wollte, als da er noch in seinem schönen heimatlichen Prag davon träumte. In diesem Elend darbte er sich den Groschen vom Munde ab und legte sich eine Summe zurück, um zu entfliehen. Einerlei wohin i Das Entdecken galt ihm wahrlich weniger als das Entkommen. Weg aus dem Schmutz dieses Erwerbes, dieses Daseins, weg von diesem Weib, weg von diesem Herd, fort aus dieser tobenden Einsamkeit, die ihn verschlang I Und eines Nachts, nach drei Jahren, brannte er durch; eine Flinte um hie Schulter, sein Geld in einer Katze um den Leib gebunden, so machte er sich davon, tagelang durch unwegsame, öde Gebiete, bis er in der freien, fernen Welt aufatmete. Nun ging das Wandern an. Er kaust« in einem Farmerhau» einen Plachen« wagen, sechs Rinder als Zugtiere, mietete drei Neger als Diener und Führer und reiste in das Landinnere, in di« Reiche der schwarzen Eingeborenenstämme"und jagte: er schoß die Steinbockgazellen, welche am Tage blind sind, die behenden Blauböcke, die hurtigen Schakale, er kam zu den grauen Salzseen, an deren Usern der Lärm der mannigfachen Vögel zu der heihen Sonne emporstieg. Er reiste durch die Weiler der dürftigen Hottentotten, deren Hütten ärmlicher und kunstloser sind, als die von den Bäumen herabhängenden und im Winde schaukelnden Nester her Webervögel, Wenn es regnete, wurde seine Straße zu einem Eden bedauert die Sttannune Berlin—Präs A tzM L o tt b a tt. Di« reich-deutsch« Preffekam- Pag« gegen die Tschechoslowakei war Montag Gegenstand einiger UnterhauS-Jnt«rpellntio«n, die an den britischen Außenminister Ed, n gerichtet wurden. Aussenminister Eden beantwortete diest'An- fragen dahin, dass Großbritannien jede Reibung zwischen Deutschland und der Tschechoslowakischen Republik bedauert und den Wunsch nach; Herstellung guter Beziehungen zwischen ihnen hegt. WaS die Frage anbelangt, ob Großbritannien im Falle eine» Besuche» de» deutschen ReichSanßenministerS von Reurath in London feine Auffaffun, von den mitteleuropäischen Angelegenheiten zum Ausdruck bringen würde, ant-, antwortete Eden, daß der Besuch Neuraths a b g e- fa g t worden fei und diese Frag« daher g tge n- wirt i g u n a k t u«l l s»i.-.. M aus der Tasche und erledigen Ke fleißig wie die Ameisen. Uno was macht da» schon au», wenn täglich 10. bi» iS Kronen nur auf dit Marken daraufgehen, wir haben doch...6990 Kronen! Manch« von un» haben«ine solch« Korrespondenz, dah sie sich einen Sekretär halten mühten, aber weil unS daS nicht so viel trägt, müffen wir dir Nächt« opfern, um dl« Korrespondenz unserer unvernünftigen Wähler zu erledigen, di« Interventionen auch in Sachen verlangen, die ganz rtchig der Gemeindevorsteher bei der BezirkSbehärtz« erledigen könnte. Wir müffen auf Versammltmgen fahren, dabei Nachtlager und Autos bezahlen, wir werden zu Unterhaltungen. geladen, müffen unsere Zeit vergeuden und Eintritt bezahlen, natürlich mehr als sonst Irgend jemand. Jeden Augenblick wird ein Parlamentarier In irgendeinen Ehrenausschuh oder ein Präsidium gewählt und bekommt gleich einen Erlagschein mitgeschickt, jeden Augenblick werden Beiträge für Die Errichtung von Denkmälern etc. gefordert. Die Parlamentarier bekommen auch eine Menge von Zeitungen und Büchern, die sie nicht einmal durchlesen können, aber bezahlen müffen sie sie, denn wer sollte die Preffe einer Partei unterstützen, als ein Abgeordneter oder Senator, der 8000 Kronen monatlich bekommt? Wie viele Leut« wenden sich nicht an einen Parlamentarier direkt um finanzielle Hilfe? Die Oeffentlichkeit übersieht, dah dabei der private Beruf jede» Parlamentariers unter dem Mandat sehr leidet. Davon wiffen di« Gewerbetreibenden unter den Parlamentariern«in Sieb zu singen, aber auch wen», sich ein Arzt der Politik widmet, so vernichtet er sich vollkommen sein« Klientel und ähnlich ist e» auch bei den übrigen Berufen. Von den Diäten ist noch kein Parlamentarier reich geworden k Beginn der Zborov-Felern Im Zeichen der offiziellen Zborovfeiern, die sich über diese Woche erstrecken, wurd«- Sonntag der„Erste Zborover D ehr tüchtig- keits-Wettbewerb" eröffnet, der West-, kämpfe junger Leute aus allen Teilen des Staate» umsaht. Diese Veranstaltung soll in Hinkunft einen ständigen Bestandteil der Zborovfeiern bilden. Heuer beteiligen sich 188 Wettkämpfer an dieser sportlichen Feier. Jeder der Teilnehmer, die einheitliche Sportkleidung tragen, wird durch Strome. Er lauerte aufdieiilenden Reiher, aus die bunten Wildenten, auf dis vorüberspazierenden Strandläuscr, Paviane grimäffitrtendon'den Shkomoren auf den armen Menschen nieder, der ihnen wunderlich dünkte, und sie zeigten ihm ihren purpurnen Hintern. Er lebte unter den Negern und lernte ihr« einfache, bilderreiche Sprache, indem er sie etwa nach der nächsten Ouelle fragt« und die Antwort erhielt:-„Wenn Ihr jetzt-dies«' Stelle mit Eurem Wagen verlaffet, so werdet Ihr zur Zeit, wenn sich der Gebieter Sonne zur-Ruhe gelegt, mit der klaren Flut de» Wassers, in dem die Springböcke ihren Durst stillen, auch Eure Ge- sähe füllen können." Er wurde krank, so krank, dah er fiebernd vor seinem Wagen lag und sein« Schwarzen reden hörte:«Wenn er nicht schon tot ist, wird er doch gewiß nicht lange,mehr Mai- essen und da» Zuckerrohr saugen." Er war Gast von Häuptlingen und Königen und genoh ihr« Freund- schast wie ihre Tücke und sah die menschliche Gemeinheit nackt gehen, sie stahlen ihm höchsteigen^ händig aus seinem Zelt, wa» ihnen gefiel und verrieten ihn um ein Pfund Glasperlen. Er litt Durst in der wahnsinnigen afrikanischen Hitze, wo weit und breit keine Spur von Waffer war und glaubte den Himmel offen, als er am glühenden Abend von weitem den erlösenden Gesang der dunklen Mädchen aus dem fernen Dorfe vernahiff. Er nächtigt« bei großen Feuern, umbrüllt von Löwen, bi« nach einem Rinde lechzten, dem sie den Bauch ausbeißen wollten, di« Lebrahengste wieherten, und au» dem trockenen Boden drang ein Geräusch, als wühlten sich die Toten au» den Gräbern hervor; es waren aber Scharrtiere, die-im Sande ihr Futter suchten. An die. Stämme de» Walde» schlug«S wie mit Knüttel», Da» taten die Antilopen, die ihre Hörner an den Stämme» wetzten. Oder bei Tag stampfte ihm ein Nilpferd entgegen, man brauchte nur zur Seite zu. treten, und es hatte schon vergessen, daß«S einem Eindringling drohen gewollt, Welche große, fremde,! reiche, unendliche, wunderbare Welt! Und welcher Lärm der Einsamkeitl Tausende Vögel, tausende Arten einen besonderen Ausschuß des' Bezirketz/^den. er vertritt, erwählt. Sonntag fcmd vyr dem Bertei» üsgu»g»minffterium' die offiziell« Eröffnung des MhrGchtigkzit»-MöttbeworW durch-vertcidi-> MtgMniMFtW Machnik statt, der in seiner Uttspmche WBedeutuW der Wehrtüchtigkeit bW MteManKlrgten dsAeilWmWvasMeDbnM für die bevorstehenden Wettkämpfe ab. Der eigentliche sportliche Wettbewerb begann Montag auf hem Schwimmstadion am Barrandov und umfaßte Ausscheidungskämpfe im Schwimm«» in Kleidern. Dienstag, folg«»- Au»scheidung»kämpfe im Schießen mit Sportluftgewehren auf 18 Meter, Donnerstag der Schlußkamps der 16 besten Schwimmer) Freitag die Endkämpfe im Hinderni»lauf und im Handgranaten-Zielwerfen. Abgeschlossen wird der Wettbewerb durch feierliche Siegerver- lündiauna, Ueberaabe der Wanderpokale und sonstigen Preisett."' * Die„Unabhängige Legiouärgemeinde",,.be- lanntlich eine vom großen Legionarverband ab- gcsplitterte nationalistisch eingestellte Gruppe, hielt Sonistäa eine besondere Feier anläßlich de» Zwanzigjahrtage» der Schlacht bei tzbörov ab. An oemÜmzüg, der- sich aus d«n Weinbergen über den Wenzelsplah auf tzen Altstädter Ring bewegte, nahmen verschiedene Delegationen- befreundeter Korporationen teil, u. a. de» Sokolj der Bauemreiterei, der Nationalgarden und der Schühenge» meinde, nebst verschiedener nationalistischer Verbände aller Art. Di« Wchrerziedungsvorlage Im SenatSauS- schuß. Im WehrauSschuß des Senats wurde am Montag nach einem Expos« des Verteidigungsminister- di« Vorlage über die Wehrerziehung nach kurzer Debatte unverändert angenommen. Die Kommunisten brachten verschiedene Abänderungsanträge ein, stimmten jedoch schließlich für da» Gesetz in der Fassung des Abgeordnetenhauses. Außer der bereit» vom Abgeordnetenhaus angenommenen Resolution, daß bei der Durchführung der Wehrerziehung den Arbeitslosen und Unbemittelten di« Dienstkleidung und Beschuhung kostenlos beigestcllt werde, nahm der SenatsauSschuß noch weitere zwei Resolutionen an, daß nämlich die Regierung in einer Novelle zut Arbeiter-Ufallversich e r u n g die Frage von Unfällen regle, di« versicherte Arbeiter bei der Teilnahme an der Wehrerziehung erleiden, und daß die Regierung ferner auch daS Gesetz»1/38 über di« I n v a l i d e n- fürsorge novelliere. Politische Reden de» Sonntags. In einigen ostböhmischen Orten hielt Fürsorgeminister Neöa» Versammlungen ab, in welchen er über wichtige Fragen der Glasindustrie und der GlaSarbeiter- schast sprach und bei Erörterung politischer Fragen darauf hinwie», daß die Arbeitslosigkeit seit 1933 um die Hälft« zurückgegangen ist, daß aber die Aktionen zur Vermehrmig der Beschäftigung folgerichtig fortgesetzt werden müffen. An Ung. Hradisch sprach auf einer Manifestation der tschechischen Volkspartei Minister Dr. Srämek, welcher den Umbau der Repffblil in einen christlichen demokratischen Staat vtrlangte.'Dcr vorfitzende der tschechischen Agrarpartei Aba, Beran sprach in' Roudnice auf«Itter Kundgebung der Jugendorganisation» Er betont« die Notwendig- keit einer starken Armee zur Sicherung der Jn- tegrität der Staatsgrenzen und. zur Verteidigung der Demokratie. Der Hauptteil seiner Rede war den landwirtschaftlichen Forderungen gewidmet. im Rohr, auf den Bäumen, im Wafferi Herden von Tieren, die ihren Trunk, ihr guter suchten und mit ihren Stimmen, Tritten, Rufen di« Luft-erschütterten, dazwischen da» tausendfältig« Summen der Insekten, langgezogene Schreie der Adler, höhnende Weiberstimmen bunter Sittiche, daschallende Flügelsausen ziehender Wildgänse. Durch diese Welt streift« er mit Flinte und Medizin«»,«li Jäger und Wunderdoktor, von den Eingeborenen bestaunt, gefürchtet, verehrt, als ein fremder und verabscheuter Gottmensch. Er gab Glasperlen und Ketten und'empflngwle kindlichen Werk« ihre- Negerfleißes: Flechtwaren,- Felle, Elfenbeinbüchsen, Armbänder aus trockenen Beerenfrüchten. Er rastete wochenlang In ihren HÜtfen am Flusse'u»d behandelte de» einen kraN« les Bein, des änderen offene Wunde, einer Königs» half er bei der Entbindung und zog ein Negerlein a» das Lichj, das sich beharrlich weigerte, in diese wunherliche Welt einzutreten. Und als er endlich, mit Bellte beladen, den Wagen mit Kisten gefüllt und mit Naturwundern voklgepropft, aber arm an Geld und Iraaik vor Sehnsucht nach weißen Menschen, nach der Heimat uNd Rückkehr/ die Küste wieder' aufsuchen wollte, bekam er noch«in lebendes Andenken an die schwarze Welt mit: Bella, de» Negerkönig» Tochter. Hesktz war nämlich wochenlang Gast einegroßen Fürsten-Lieser Stämme gewesen, zu sein«» Ehren wurde von der eingeborenen MusiBand« auf Kürbisschalen Lärm-geschlagen, gezupft, getrommelt, er hatte unter den Damen de» Monarchen wähle» diwfen und. war'Anter dem Men.her Eingeborenek iwde- König» Barke auf dem Str«n gefahren. Und«i»e der jungen,Töchter de» Herrscher» hatte an ihm ihr Wohlgefallen gesunden,, so dgß,sie bei Tag und Nacht nicht von ihm'weichen mochte. Dort hieß fie Ljapaleng, er nannte sie Bella, und sie bewunderte sein Weiße» Gesicht, seine Kleidung, seine Spräche, sein« Gebärden, seinen Hochmut, alles, wa» sie nicht verstand. Sie folgte ihm wie ein Hundlein, und wär« sie schon alt genug gewesen, daß sie sie in» Dickicht hätte Vie Krise In der_ k internationale beseitigt A, Pari». Wir haben bereit» mitgeteilt, daß deWoMend«. der Sozialistischen Arbeitcr-Jn« temationolc De HtwMiMweWWslttM Dr. Fritz Adler und der Kassier RooSbroeck ihre Demission zurückgezogen haben. Dur'ch den Rücktritt der genanntetr drei Funktionäre war eine Krise hervorgerusen wovden und cs war selbstverständlich, daß unverzüglich ein«, Sitzung der Exekutive einberufen. werden mußte, deren Lagesordnung als wichtigsten Punkt die Neuwahl des Präsidium» eüthielt.'• Die Ursache der Kris« Ivar, daß Broucköre und Adler«ine Einladung des Vorsitzenden der Komintern Dimitrosf zu Besprechungen über Dpanstn Fölge geleistet hatten' und' dieser' 1km- stand den Widerspruch insbesondere der hollän«: discheu Sozigldemolxatw hervorgerusen hatte,,., "Die Sltzüng der Erelutibe sänd An 28. und ?6. Juni in Part» statt, nachdem tags vorher eine gemeinsam« Sitzung de» Büro» der SAA und«des Internationalen Gewerkschastsbund-s gleichfalls in Part» stattgefunden hatte.' In dieser Sitzung war«ine Resolution nach überaus temperamentvoller Befürwortung des englischen Gen, EitriNe unter jubelnder Zustimmung einstimmig angenommen worden, in welcher in entschiedener Weise gegen dit Nichteinmischung in Spanien Stellung genommen und verlangt wurde, daß die spanische Regierung als einzig rechtmäßige anerkannt und ihr da» Recht der freien Einfuhr von Waffen zuerkannt werde. Die Annahme dieser Resolution hatte der Debatte, welch« tag» darauf in der Exekutive abgeführt wurde, schon die Spitze abgebrochen. Brouck-re und Adler schilderten in packenden Ausführungen die Situation, indem sie feststellten, daß es sich nicht um eine persönliche, sondern um eine seit langem bestehende sachliche, au» der verschiedenen Einstellung der Parteien zu wichtigen Fragen hervorgehend« Krise handle. Die Debatte zeigte aber, daß diese Differenzen bei weitem nicht so tiefgehend sind, um den Schritt Brouckire» und Adlers zu begründen. Vor allem besteht voll« Einigkeit in der Stellung zum spanischen Bürgerkriege. Unterschiedslos sind alle Parteien entschlossen, alle Mittel anzuwenden, um der Re« publik in ihrem schweren Kampfe beizustehen. Differenzen bestehen in der Auffassung, ob überhaupt und insbesqnders zur Unterstützung Spa«, ulens gemeinsame Aktionen mit den kommunistt^ scheu Parteien möglich und zweckdienlich sind. Broucktzre und?ldl«r bejahten in Uebereinstim- mung mit der spanischen, sranzöstschen und. einigen anderen Parteien diese Frage, während die englische, schwedische,. dänische, holländische, die beiden tschechoslowakischen und andere. Bar-. Wien das Zusammengehen mit den Kommunisten als nicht nur vom Standpunkte der inneren Poli«. tik ihrer Länder unmöglich, sondern auch als vom internationalen Standpunkte gefährlich ablchnen. Sehr bezeichnend war hier die Haltung de» russischen Sozialisten AbramoviL, der offen erklärte, noch vor einem Jahre Anhänger der Einheitsfront gewesen zu sein, daß er aber angesichts der Vorkommnisse in Rußland seine Ansicht habe ändern müssen. Eine ähnlich« Erklärung gab. auch der Vertreter der palästinensischen Partei ab.. Auf der anderen Sette siel die Rede des Franzosen Llerowfli; auf, der stet» der eifrigste Verfechter der Einheitsfront war, der aber nun führen, salben, scheren ppd eine Woche.saijg vor-, bereiten können/so hätte man sie nach einenfHoch«' zeitstanz von drei Tagen und Nächten ihm sicherlich al» Weib zugeführt. So aber war sie noch ein zehnjährige» Mädchen, dort in dem Lande der srühcn Reife unmittelbar vor der Mannbarkeit, inan überließ sie ihm daher als lebendes Zeichen der Freundschaft. Er konnte sich dieses merkwürdigen Menschengeschenkes nicht erwehren. Denn ob er zu ihr sprach oder schwieg, sie kauerte zu seinen Füßen, wenn er saß oder lag, sie ging drei Schritte hinter ihm, wenn er untevweg» war, sie grinste, wenn er lächelte, sie heulte, wenn er ein« finstere Miene zeigte, war er allein, so warf sie ihr'Fellchen ab und tanzte, um ihn zu erheitern, sie hals feisten Dienern da» Korn mahlen und Brot backen, kochen und Waffer tragen, sie spaltete Holz, sie^schichtet« Reisig, eines hohen König» Tochter., diente sie wie eine erwachsene Magd bei dem wii« hen Doktor. Die» alle», weil sie einmal unter der Schar der Frauen ihm zugesehen hatte, wie er schrieb, wie er Krank« behandelte. Als er ihrem' erlauchten Vater«ine eiternde Wunde gereinigt und den bohrenden Schmerz durch einen duftenden Balsam erleichtert hatte, schrie fie ihm mit bleckenden Zähnen in' ihrer Sprache etwa» zu. Der Fremde sah sie erstaunt'Und lächelnd an, uNd der Dolmetsch gckb ihm bekannt, wa» sie wollte. Sie forderte nämlich den DÄtor auf: ,Du sollst mich weiß machen!" Hefty ging auf den Scherz ein und sagte:„Da mußt du nur lang genug bei mir. bleiben." Seitdem folgt« sie thin und vertraut«' seiner Kunst. Auch ihr königlicher Vater zeigte nicht Übel Lust, diese Kür einmal wirken zu lassen, und al» Hefty endlich Abschied nahm, eröffnete er ihm; Liopaleng sollt« dem Njaka anverträut sperden, er möge.sie in da»größe Dorf mitnehmen, tvo er im Norden zu Hause s«i und sie nach ihrem Wünsche weiß machen, hieraus ober zürüchbringen. Denn er werde wledetckehren, Und dann sollesie, die erste Weiße unter ihren Schweswpn, göttliche Ehren genießen.,Bis dahin sei sie ihm geschenkt. .(Fortsetzung folgt) «r. 151 Dienstag, 29. Juni 1937 Sitte 3 Der wichtigste Mann im Mahlnett Chautemps Finanzminister Bonnet Pari-. Georges Bonnet, ehemaliger Gesandter in den Bereinigten Staaten und nunmehriger Wnanzminister im Kabinett Thautemps, ist Manta« an Bord der«Queen Mary* in Cherbourg und mittags in Paris eingdtroffen. Gleich nach feiner Ankunft hatte er«Ine Unterredung mit dem Generalgouverneur der Bank von Frankreich und mit dem Ministerpräsidenten Thautemps. erklärte, daß die Frage, ob diese miiglich und nützlich ist, von jeder Partei nach den Verhältnissen ihre» Lande- zu beantworten ist, und daß es der französischen Partei nicht einfalle, andere Parteien zur Nachahmung des französischen Beispieles zwingen zu wollen. Schließlich klärte Albarda"(Holland) seine Briefe und seinen im„Het Volk" erschienenen Aufsatz zur vollen Befriedigung auf. ES stellte sich heraus, daß Albarda den Artikel auf Grusd einer von Moskau verbreiteten Meldung geschrieben habe, daß sich aber diese Meldung als eine der gewöhnlichen Moskauer Lügen herausgestellt habe, so daß alle von ihm an diese Meldung geknüpften Erörterungen entfallen. Er versicherte Brouckire und Adler seines und der holländischen Partei vollsten Vertrauens. Die französischen, spanischen, holländischen, schwedischen und dänischen Genossen brachten eine gemeinsame Resolutton ein, in welcher sie auS- sprachen, daß Brouck-re, Adler und RooSbroeck da- uneingeschränkte Vertrauen aller Mitglieder der Internationale genießen, weshalb sie aufgefordert werden, ihre Demission zurückzuziehen. Diese Resolution wurde unter allgemeinem Beifall einstimmig angenommen, worauf Brouckire namens der drei Genossen erklärte, ihre Demission zurückzunehmen. ,,.- Wir glauben, daß di« Diskussion manche irrig« Auffassung geklärt hat, und daß die Internationale au- dieser Krise innerlich gefestigt hervorgegangen ist. Es muß auch hervorgehoben werden, daß die Debatte klar aufwies, daß es i n derStellungzurDemokratie innerhalb der Internationale k e i n c Meinungsverschiedenheiten gibt, daß jetzt— vielleicht war dem nicht immer so— die Demokratie al- die einzig mögliche und für den Sozialismus nützliche Form der Regierung anerkannt wurde. Hier verdient di« Entschiedenheit hervorgehoben zu werden, mit welcher der spanische Genosse Tor- dero feststellte, daß nach dem Siege der spanischen Republik keine andere, als eine demokratische Regierung für Spanien in Frage komme. Alle Hoffnungen der rechten und der linken Reaktion auf«inen Zerfall der sozialistischen Arbeiter-Internationale sind zuschanden geworden; sie steht einiger und geschlossener als je da. Und deshalb erfüllt uns der Ausgang dieser Tagung mit Freude und Zuversicht. Dr. Carl Heller. », DI« gemeinsame Spanien-Aktion überall dort,„wo es möglich ist“ Paris. Der„Populaire" veröffentlicht die, Antwort des Vorsitzenden der Sozialistischen Arbeiter-Internationale De Brouck-re auf da- Telegramm, das der Generalsekretär der Kommunistischen Internationale Dimitrow an Thorez sandte« De Brouck-re erklärt, daß er und der Generalsekretär der SAJ sich entschlossen hätten, auf der Definition zu beharren, für die sie sich in. Annemasse aussprachen, nämlich, daß die Mion zugunsten«Spaniens auf Grund eines gemeinsamen Ueberetnkommen» überall dort und ohne unnütze Verzögerungen durchgeführt wird, wo dies ODPLichPrIn wird.>' Qv ' KongreB der Vdlkerbundunlon In PreSburg eröffnet Preisburg. Montag Bormittag begangen hier, hi« Vorberatungen des Kongresses der Völkerbundunion mit einer Tagung de» Weltexeku- tivaudschüsseS unter Vorsitz de» belgischen. Sena- torS Professor Rollin und in voller, Anwesenheit der Mitglieder, welch«England, Holland, Polen. Ruiniinsen, Türkei» Frankreich, Dänemark, Schweben, dir Schweiz. Imd.dteTschechosivWaket vertreten. Nachmittag» fand eine Sitzung de»«rwei- terten Ausschusses statt, m welchen«,jeder Staat Zertreten ist. fudetcndcutsdicr Zeitspieget Die Hollck-Hetze geht weiter Sogar der Staatspräsident wird von der SdP deshalb behelligt. Die Orisleitung der KarbSbader SdP hat den Privatbesuch der Staatspräsidenten in Karlsbad nicht unbenüht vorllbergehen lassen. Sie hat ihre Bistttart« in Gestalt einer Eingabe beim Staatsoberhaupt abgegeben, in der es heißt, die Ortsleitung bitte im Interesse der Demokratie und im Namen von mehr als 75 Prozent der Karlsbader Bevölkerung den Präsidenten, veranlassen zu wollen,„daß während der Deuer de» in Schwebe befindlichen Strafverfahrens der Herr Vizebürgermeister H o l i ck als Vizebürgermeister der Kurstadt Karlsbad suspendiert'wivd." Der Präsident lernt auf diese Weise wenigstens durch die SdP selbst die Lage kennen, in der sich jene Deutschen befinden, gegen die sich der Haß der SdP richtet. Gegen den sozialdemokratischen Bizebürgermeister Holick sind im Laufe eines wghxxn KeMtreihyys,von der SdP, bzw. unter ihrer tätigen Mitarbeit, mehrere Anzeigen erstattet worden, von denen die erste bereits abgetan ist. Die Staatsanwaltschaft hat keinen Anlaß gefunden, darob ein Verfahren einzuleiten. Die spateren Anzeigen sind noch Gegenstand einer Untersuchung, damit aber noch kange nicht Gegenstand eine» Strafverfahrens, wie di« Eingabe behauptet. Ob e» von der SdP sehr taktvoll war, den Erholungsurlaub de» Präsidenten in die Holick-Hetze einzubeziehen, bleibe dahingestellt. Jedenfalls konnte sich der Präsident einen Begriff davon machen, welche KampfeSweise bei der SdP gebräuchlich ist. Bor allem hat er gesehen, was Haß ist. Dazu mußte er in» deutsche Gebiet kommen— im tschechischen fehlt es dazu an Gelegenheiten! Sudetendeutsche Katholiken gegen Nduheldentum Die deutsche katholische Jugend in der Tschechoslowakischen Republik hielt Sonntag in elf Orten sogenannte Bekenntnistage ab. An der Tagung in Böhm.-Leipa' nahm auch Minister Kroftä teil? Er sägte h,.a!, hqß wohl dec tschechoslowakischenNänon eine besondere Sendung im Staate"Momme und daß der Staat hem tschechoslowakischen Volke die Verwirklichung seiner Nationalidee ermögliche. Der tschechoslowakische Staat. müsse-, aber auch das Muster"einer liKWBte des 18. Fiber Im Gebiet der Olmlltzer Eisenbahndirektion 748 Deutsche ausgenommen Di« planmässig« Erfüllung der Vereinbarungen vom 18. Feber schreitet auch im Gebiete des Landes Mähren-Schlesien in erfreulichem Ausmaße fort. So veröffentlicht« die StaatSiahn- direktion in vlmütz vor einigen Tagen eine Nachricht, aus der sich ergab, daß lei den Bahnerhal- tungSarbetten im Gebitt« dieser Direktion.«ine große Anzahl deutscher Arbeiter neu beschäftigt werden. Wir haben daraufhin Erkundigungen eingezogen, um genaue» Ziffernmaterial zu erhalten. Die un» gegebene Auskunft beweist, daß bei der Bestellung von Arbeitern und Angestellten der Geist de» 18. Feber lebendig« Auswirkung erhält. ES konnte un» nämlich mitgeteilt werden, daß feit dem 18. Feber im Gebiete der Eisenbahndirrktton in Olniütz nicht weniger als 734 Arbeiter deutscher Volkszugehörigkeit ausgeiwmnien wurden. Außerdem sind 6 Maturanten al» Beamtenanwärter und 7 Autoschlosser und Ehauffeur« ausgenommen worden. Zusammen sind demnach 748 Deutsch« neu in den Eisenbahndienst ausgenommen worden. ES wurde un» versichert, daß auch in der nächsten Zeit Aufnahmen erfolgen und Deutsche in größerer Anzahl genommen werden. Wir verzeichnen mit großer Befriedigung diese Entwicklung, die rin Beweis dafür ist, daß die staatlichen Stelle» mit Nachdruck an der Er- fßllung der Vereinbarungen arbeiten. Während wir Hunderten Arbeitslosen Beschäftigung"bringen, warten di« enttäuschten Anhänger der SdP auf die Erfüllung der ihnen gemachte» Versprechungen. Ob sie mit dem neuen Programm dieser Partei, dem von Henlein verkündeten„warten*, zufrieden sein werden? Wir jedenfalls arbeiten weiter und erfüllen unsere» Arbeitslosen gegenüber unsere Pflicht. Aufnahme Deutscher In den Sustlzdlenst In der abgelaufenen Woche wurden im Brünner Obergerichissprengel' 80 neue Richieranwärter ausgenommen, darunter acht I Deutsche.. SdP:„Unser Führer Adolf Hitler Von einem Gesinnungsfreund wird uns aus Westböhmen geschrieben: Ich war am 4. Juni 1837 geschäftlich in W e i p e r t und stieg dort im Hotel»Zahm" ab. Als ich abends nach elf Uhr ins Hotel zurückkehrte, war ich unfreiwillig Ohrenzeuge einer Rede, di« in einem der Räumlichkeiten des Hotels in einer geschloffenen ShP-Bersammlung gehalten wurde. Der Redner verbreitete sich ausführlich über die Taktik, die man bei den kommenden Gemeindewahlen gegenüber den Linksparteien anwenden müsse. Der Hauptfeind sei der Marxismus, verkörpert durch die Sozialdemokratie und die Gewerkschaften. Man müsse vor allem die Führer und die Funktionäre diskreditieren und das„marxistische Bonzenpack" vor der Acheiterschaft bwßstellen. Da dürfe man keinerlei Rücksicht nehmen, sondern man müsse schonungslos in ihr Privatleben hineinleuchten. Nur so könne man di« Arbeiterschaft gegen, ihr« Führer in Bewegung sehen. Den» in diesen Kreisen,, so erklärte oer Redner wörtlich," neide ein jeder"dem anderen seinen besseren Posten und sein besseres Auskommen. Ebenso wichtig aber sei eS, so führte der Red-1 her weiter auS, gegen die ftntünentalen, pazisi- stischen Stimmungen bei den Frauen anzu» kämpfen. DieS sei ein wunder Punkt, der von den Gegnern geschickt auSgenützt werde. Die Frauen hätten Angst vor einem drohenden Krieg und fürchteten für daS Leben ihrer Söhne und Männer. Hier müsse man sagen:„Unftro- großen Führer Adolf Hitler und KonradHen- l e i n haben nicht umsonst im Schützengraben gelegen, sie wissen, waS Krieg ist, und sie werden es niemals zulassen, daß wir in einen Krieg hineingerissen werden. Den Frauen aber mutz man sagen, daß gerade diejenigen di« KriegSangst v«r» breiten, die den Weltkrieg angezettelt haben, um in: Hinterlande Geschäfte zu machen— nämlich die Juden!" Wenn wir so unsere Aufgaben erfüllen, schloß der Redner, so wird bald der Tag kommen, wo wir heimfinden werden zu unserem deutschen Volk wib zu unserer deutschen Heimat. (Stürmischer Bttfall.),. """"In" bi-ser" Weise" wird, wie mir von gütin- sormierten Leuten versichert wurdet in unzähligen geschloffenen„VereinSversammlungen"- da» nazistische Gift in das Volk hineingetragen. guten Nationalitätenpolitik bieten und auf den Frieden zwischen den Böllern in Mitteleuropa hinarbeiten.— Nach dem Minister sprach der Direktor de» katholischen BolkSbundeS Reichenberger. Er stellte fest, daß er bei zahlreichen Versammlungen den Eindruck gewonnen habe, em großer Teil der Sudetendentschen stelle Gott nicht mehr über daö Nationalgefühl und werde sich im Falle einer Entscheidung zwischen Kirch« und Volk zum Austritt aus der Kirche entschließen Er polemisierte mit Dr. Wirth vom Bund der Deutschen und'mit dem Reichenberger Arzt Dr. Gustav RöSler, die in ihrer Tätigkeit dem Neuheidentum Vorschub leisten. In der Kundgebung in Grafendorf in Südmähren sprach Minister Z a j i i e k, der sagte, die Wehrerziehung bestehe nicht nur In einer militärtechnischen Ausbildung, sondern sie mache auch eine staatbürgerliche und moralische Schulung notwendig. Eifersuchtstragödie hei Teplltz Das kleine Dörfchen Suche y bei Teplitz- Schönau verzeichnet« am Montag eine große Aufregung. In der Nacht von Sonntag auf Montag feuerte Franz Kosik auf seine Gattin Mari« vier. Schüsse ab und richtete dann die Waffe gegen sich selbst. Dl« beiden Eheleute lebten seit einiger Zkit getrennt. Der Mann ist Montag mittags Bereits gestorben, die Verletzungen der Frag sind sehr schwerer Natiir. Die Ursache der Tat soll darin liegen, daß Kosik auf Grund seiner Beobachtungen(seine Frau unterhielt«in Liebesverhältnis) maßlos eifersüchtig wurde und di« Tat noch in der gleichen Nacht ausführte. Dan Dilemma der SdP del den Lohnkämpfen Unter diesem Titel stellen die„Demokratischen Stimmen" der DAWÄ, also ein bürgerliches Blatt, folgende Betrachtung an die Spitze «Ines Artikels: .„Die großen Lohnkämpfe, die feit einigen Monaten in den verschiedensten Industriezweigen zum Ausbruche kommen und bi» auf Oitböhmeu und" das Gablonzer Gebiet größtenteils im Wege von, Vereinbarungen bereinigt werden konnten, haben die"SdP vor eine sehr unangenehm« und oft geradezu peinliche Ausgabe gestellt.. In Ostböhmen, beim Streik in den Ctrich-Werken im Trautenauer Industriegebiet, sowie beim G a b- Der Reichsaufmarsch der RW Im Rundfunk Mit dem Radio-Journal wurde die Vereinbarung abgeschlossen, daß die Kundgebung, die anläßlich des RsichSaufmarsches der Republikanischen Wehr in Aussig am 4. Juli»m 11 Uhr vormittags statttindet, im Rundfunk übertragen wird. Die Kundgebung wird auf WachSplat- tcn ausgenommen und bei der normalen d e u t- scheu Abendsendung vom Prager Sender am Sonntag von 18.10 bis 18.80 Uhr gesendet. Jene unserer Freunde, die nicht am Reichsaufmarsch teilnehmen können, mögen tzörgemein- schaften bilden. Photographen werden darauf aufmerksam gemacht, daß da» Photographieren de» Reich»auf- marschcs nur jenen Personen gestattet ist, die sich mit einer vom Hauptausschuß gefertigte» Legiti- mation ausweiscn. Diese Anweisungen werden in der Festkanzlei gegen eine entsprechende Gebühr ausgestellt. • Ermässigungen auf der Straßenbahn. Die Aussiger Straßenbahn hat bewilligt, daß, jene Teilnehmer am Reichsauftnarsch, die eine Dauerkarte besitze», auf allen Strecken für eine Fahrt nur 1 AL zu zahlen haben. Kommet alle nach Aussig! l o n z e r Streik hat das Dilemma der SdP mit einer katastrophalen politischen Niederlage geendet. Die SdP sah sich gezwungen, im Rahmen der von ihr so gerühmten Volksgenieinschaft da» Interesse der SdP-Unter- nehmer gegen da» Interesse dec SdP-Arbeiter in Schutz zu nehmen. Bei den Etrich-Wcrken war es der SdP-Aügeordnete Dr. Kellner, der die Sudetendeutsche Partei in eine unhaltbare Situation brachte, beim Gablonzer Streik blamierte sich die Bezirks, l e i t u n g der SdP, indem sie in einer offiziellen Kundgebung den Abbruch de» Streikes anordnete und am nächsten Tag zu ihrer peinlichen Ueberraschung feststellen mußte, daß die SdP- Avbeiter diese Anordnung nicht befolgten. Die Rücknahme der Streik-Abbruch- Parole konnte die Blamage nicht mehr verschleiern, sie hat sie vielmehr in der sinnfälligsten Weise enthüllt." Di« Bevölkerungsbewegung in den Städten. In Böhmen gibt es 81 Städte, die mehr als 10.000 EiMvohner zählen. Voir diesen Städten sind 24 Lbettviegcnd deutsch und 27 vorwiegend tschechisch. Hinsichtlich der natürlichen Entfaltung der Bevölkerung gibt es aber derzeit keine wesentlichen Unterschiede mehr. ES kann sestgestellt werden, daß di« Rückläufigkeit der Geburtenzahlen nunmehr auch die Bevölkerung der tschechischen Großgcmeinden ersaßt hat. Bon allen 81 Städten iveisen im Lahre 1030 überhaupt nur noch drei, nämlich Eger, KroLehlav und Rakonitz, einen absoluten Geburtenüberschuß auf. Freilid) ist auch dieser schon sehr gering. Ln Eger lvurden 1930 nur noch 18 Menschen mehr geboren als im gleichen Zeiträume gestorben sind, in KroLehlav betrug dieser Ucberschuß noch 10 Seelen und in Rakonitz 24. Alle anderen Städte haben mehr Sterbefälle als Lebendgeburten zu verzeichnen gehabt. Am stärksten Ivar der Geburtenabgang in T e p l i tz- S ch ö n a u, wo er auf das Bevöl- kerungstausend 8.80 ausmackste, an zweiter Stelle folgt die tschechische Stadt Pkibram mit 7.07 Abgang je Tausend und den dritten Platz belegte Kuttenberg mit 7.10. Einen größeren Geburtenabgang verzeichnen auch die Städte Karlsbad und L«i t m e r i tz. Bon den deutschen Städten mit mehr als 10.000 Einwohnern in Mähren-Schlesien konnte nur noch Z w i t t a u einen Geburtenüberschuß ausweisen. Die übrigen Ort« sind, nicht mehr imstande ihre Bewohnerzahl auf nMvliche Weise zu behaupten. Den stärksten Geburtestabgang zeigt dort Sternberg, wo auf das Taufend der Bevölkerung 5.44 Sterbefälle mehr entfielen als Lebendgeburten. Diese wenigen Hinweise zeigen uns klar und deutlich den Weg, den heute unsere Städte gehen. Wenn sie trotzdem ihre Einwohnerzahlen immer nock) erhöhen, dann geschieht dies ausschließlich durch Zuwanderung vom flachen Lande her. Zum 1. Deutschen Arbetter-KreiS-Sängerfeft Karlsbad in Altrohlau vom 81. Juli biz 2. August d. I,, fordert di« Festleitung die. Vereinsfunktionäre auf, die Fragebögen und den Festbeitrag unverzüglich einzusenden, da sonst keine Arbeit geleistet werden kann. Aff alle Leser, Abonnenten und Verschleißen Anläßlich des Feiertages am Montag, den 5. Juli, erscheint unsere Dienstag-Ausgab«, erst am M i t t- w e ch, den 7. Susi, zur geivvhuteu Stunde.. Die Derivaltung. Seite 4 29. Juni 1987" Nr. 15t' AgesneuigLeitm Lied eines Kapitalisten Packt an, packt an! Die Arbeit dringt! Euch fanlem Pack wird nichts geschenkt, Wer leben, will, muß dienen! Packt an, packt an, denn Zeit ist Geld! Mehr nach als fpnst was in der Welt' stnd für mich die Maschinen. Prosit, Profit! das ist der Schrei, das and'r» Ist mir einerlei,, ich will nur ewig raffen. Seid froh, daß man euch überhaupt bei diesen Zeiten noch erlaubt, in der Fabrik zu schaffen. Du kannst nicht mehr? Dann scher Dich fort! Siehst Tu die uielen andern dort, dar dem Fabriktar harren? Die milchten gern an Deinen Platz. Na stehst Du, wie ei geht,«ei« Schatz! Ihr seid«in Volk von Narre»! Ihr seid souiel, Ich bin allein und spann euch doch in» Joch hinein, denn mein find die Maschinen. Well euch aus Erden nicht» gehört, halten wir euch grad dazu wert, für un» Geld zu verdienen. Packt an, packt an! Die Arbeit drüngt! Euch faulem Pack wird nicht» geschenkt, ihr dürft nicht nutzlos rasten. Mir nützt nnr der, der für mich schafft, ich will nur eure Arbeitskraft, wer nicht mehr kann, soll fasten! Franz Kern Militärverrat. Der Senat für Militärver- ratSangelegenheiten beim Kreisstrafgericht in Prag verurteilte am Montag unter Vorsitz des Gerichtsrates Dr. Noväk wegen des Verbrechens des Militärverrates den 80jährigen Johann I a n d a und den 28jährigen August Kluge, beide auS K a i tz bei Görlau, zu je fünf Jahren schweren Kerkers mit entsprechenden Verschärsun- gen und zum Verlust der bürgerlichen. Ehrenrechte sowie zu einer Geldstrafe von je 1000 XL. Die Verurteilten haben die Strafe angenommen und sogleich angetreten. Die Anklage vertrat Staatsanwalt Dr. Stipän.(Amtlicher Bericht.) Verhaftung eines Defürtairs. Am Samstag wurde in E g e r der 86jährige Rudolf Se- w a r s ch aus Jägerndorf verhaftet, der vom 40. Infanterieregiment aus Wall. Meseritsch, bei welchem er seinen Präsenzdienst zu leisten hat, desertiert ist. Sewarsch ist bereits vom Divisionsgericht in Olmütz wegen Desertion bestraft. Nach seiner Verhaftung wurde er dem Garnisonsgefängnis eingeliefert. In Kulsam bei Eger bat Sewarsch einen Einbruch verübt. Ausstellung der tschechischen Erfind«. Der Verband tschechischer Erfinder veranstaltet in Prag vom 28. August bis 28. September eine Ausstellung, auf welcher Erfindungen und Modelle seiner Mitglieder gezeigt werden. Die Ausstellung soll auf die großen Schwierigkeiten, die heute ein Erfinder Überwinden muß, Hinweisen. So braucht man z. B. zur Anmeldung eines Patentes in den wichtigsten Staaten einen Betrag von 30.000 XL; wer diese Summe nicht aufbringen kann, wird in den meisten Fällen um die Früchte seiner langjährigen und entbehrungsreichen Arbeit gebracht.— Das jüngste Mitglied de» Ersinderverbandes ist ein elfjähriger Schuljunge aus Prag-Nusle, der eine ungefährliche Kinderpistole, deren Geschoß erst beim richtigen Aufprall auf das Ziel explodiert, konstruiert hat.(DND) Verkehrs-Katastrophen. Auf der Strecke von Ashford nach London entgleiste Sonntag abends in der Nähe des Bahnhofes Swanley infolge falscher Weichenstellung ein Zug. Sechs Personen tvurden getötet, zehn verletzt.— Aus der eingleisigen Strecke Frankfurt a. M.—Schwan- Rund um die SdP Wieso ist die SdP-Turneruniform, besonder» «er Hut, fast identisch mit der kaiserlich-wilhelminischen Kolonialnniform für„deutsche Reiter in Südwest"? lNämlich Südwestafrika). Der Sndetendeutsche, der der SdP-SA nicht angehört, weiß also jetzt, soweit er es durch die von uns früher abgedruckten Worte deSDr. v. Lorsch nicht schön wußte, als was er betrachtet wird: alS e u r o- päischer Askari. Den man gelegentlich abknallt, wen» er genug Kokosnüsse geliefert hat, inS Ausgedinge gehen und Kosten machen will., * Die Behörde wird auf die sich, häufenden Fälle aufmerksam gemacht, wo in„sudetendeutschen" „VolkSnptküchen" alte Frauen, die dem Proviantfeldwebel nicht zu Gesicht stehen, wiewohl sie mit CfsenSmarken beteilt, sind, wegen„Meckern»" gegen die Art der dort gebotenen Ernährung einfach hin- auSgeworfen werden. Den Feldwebeln ist zu bedeute», daß sie zwar berechtigt sind, in ihrer Privaiwoh- uung oder in einer von ihnen einberufenen 8 2-Ber- sanimlung Leute auch ohne gesetzlichen Grund HIn- auSzuwerfen, und daß sie, gegen sich widersetzende sogar Hausfriedensbruch geltend machen können. Sie sind dagegen, ohne den Verlust ihrer Konzession Im Falle der Anzeige bei« LandeSamt befürchten zu Das ging noch mal gut ab Ein eigenartiger Autounfall an der Pariser Stadtbahn. Ein Auto durchführ das Gelander .. und blieb im-letzten Moment daran hängen. heim ereignete sich am Sonntag nachmittags ein schwerer Straßenbahnunfall. An einer der Ausweichestellen stießen zwei Straßenbahnwagen zusammen. Elf Personen lvurden zum Teil-schwer verletzt. Glück im Unglück., Der Sportflieger Baelav Dödek stieg Sonntag mit einem neuen Flugzeug, fiir welches er sich den Motor selbst gebaut hatte, auf-dem Ostrauer Flugplatz zu einem Probeflug auf, doch stürzte der Apparat unweit des Flugplatzes auf ein Feld ab, wobei der Propeller zerbrach und verschiedene andere Teile des Flugzeuges beschädigt wurden. Pilot Dödek erlitt zum Glück nur eine leichte Kopfwunde.' Die Ursache des Unfalls wird untersucht. BergarieitereTotz. Bei Arbeiten in der Grube „Theresia" in Schlesisch-Ostrau wurden Samstag abends die beiden Bergleute Jan Kraj- z e l und Josef G a r p i e l verschüttet. Der Rettungsmannschaft gelang«S, Garpiel noch lebend zu bergen, während Kräjzel bereits tot war. Seine Leiche wurde erst Sonntag vormittags geborgen. Krajzel war 28 Jahre alt und verheiratet. Fünf schwere Auw-Unfälle am vergangenen Sonntag. Am vergangenen Sonntag ereigneten sich wieder eine Reihe schwerer Auto-Unfälle. Auf der Staatsstraße P r a g—B en« schau stieß der Motorradfahrer Franz Nedila aus Prag II mit einem, Autobus zusammen. Nedila wurde so schwer verletzt, daß er kurz nachher st a r b.. Seine Mitfahrerin Marie Krejza wurde schwer verletzt dem Spital auf der Bulovka eingeliefert.— Bei Libeznice kam es gleichfalls zu einem schweren Straßenunglück. Zwei aus Theresienstadt kommende Militärautos fuhren dicht hintereinander, al» plötzlich der vordere Wagen, der die Straßenkreuzung, wo er nach dem Militärlager Milowitz einbiegen sollte, überfahren hatte, plötzlich anhielt. Der folgende Wagen wollte nach rechts ausweichen. Da aber der Lenker ein entgegen- kommeildes Personenauto erblickte, riß er seinen Wagen wieder nach links, so daß dieser mit voller Geschwindigkeit auf das stehende Militärauto auffuhr. Der Anprall war so heftig, daß der in dem angefahrenen Wagen sitzende Soldat des ersten FliegerregimenteS Josef Kautsch in weitem Bogen au» dem Wagen geschleudert wurde. Er schlug mit dem Kopf auf die Betonstrabendecke auf und blieb mit z ertrümmerterSchädeldecke liegen.— Bei Choren fuhr der. Prager Student Georg Benes, gegen einen Zaun und, wurde aus dem Sattel geschleudert. Er, ebenso wie seine Mitfahrerin Marie Charvät erlitten"schwere Verletzungen und.blieben bewußtlos auf dem Nnfalls- müssen, nicht befugt, in einem öffentlichen Sluskochc- reilokal derart Vorzugehe», solange dieses nicht das Betreten von dem Vorzeigen der SdP-Legifimation abhängig- macht,— also als Konzession-erlischt-und eine kulinarische 8 2-Versammlung wird, worin nur Mitesser der Dritten Reiches zngelassen sind. Dergleichen wäre den Feldwebels zu bedeuten, daß die Aufschrift in diesen Lokalen,„Politische Gespräche verboten!", selbst dann, wenn diese Vorschrift von Antisemiten eingehakten würde,- eine gesetzwidrige Beschränkung der verfaffungSgemäß gewährleisteten freien Meinungsäußerung ist; beruhend auf der alten SdP-Vetwcchslüng von Konzession und Privatwohnung. ,» . Manche Christlichsoziale sind derart, kulturverbunden und geneigt, aiich die linke Wange der lokalen^SA hinzuhalten, daß sie die Geschichte der Zen- trumS-Bruderpärtel lieber-nicht lesen, sondern erleben. So passiert es ihnen öfters, daß, sie Plötzlich mit" derart kulturverbändagiertem Gesicht dastehen, als"ob sie noch im Flügelkleide als krasse Füchse von einer Bestimmungrmensur kämen. Die.eisernen Watschen aber waren- Heplein» Geschoß und„Treue um Treue". Und-die Herren, die stets„universalistisch"" und„orgänisch".bestrebt waren, das Unvereinbare zu vereinen ünd also da» Unzulängliche zum Ereignis, zu machen,-stehen, plötzlich da wie" betrübte Besenbinder, ort.— Bei R ol itz a n havarierte ein Personenwagen, wöbet der Münchener Konsul Dr. Malh und dessen Gattin verletzt, wurden.— Unweit von B.- B u dtveis fuhr das Auto des I. Otava aus B.-Budweis gegen eine Mauer. Der Wagen wurde zertrümmert, der Fahrer erlitt ernste Verletzungen. , Eifersucht und Bienen. Eine Bäuerin aus Clara Kanjiza glaubte,. Grund zur Eifersucht auf. ihren Mann zu h<üben, obwohl dieser hundertfach beteuert hatte, daß er mit der jungen Witwe vom Nachbarhöf in keinerlei Beziehungen stände. Die Bäuerin glaubte das nicht und nahm zu dem alten Trick der französischen Lustspielautoren Zuflucht: sie erklärte, ihrem Mann, daß sie ihre Mutter in Belgrad besuchen wolle. In Wahrheit verbarg sie sich in der Nähe, wartete einige Stunden und hatte dann die bittere Genugtuung, daß die junge Witwe tatsächlich von ihrem Mann eingelassen wurde, Da tat die Bäuerin etwas, was die Lustspielautoren nicht vorgesehen haben: sie eilte"in den Garten, holte zwei gefüllte Bienenkörbe ünd schleuderte sie durch daS Fenster in das Zimmer,, in dem der ungetreue Ehemann mit der. Witwe weilte. Die Wirkung war fürchterlich. Die erregten Bienen stürzten sich auf das.Paar und zerstachen-die beiden derart, daß schleunigst.. ärztliche Hilfe geholt werden mußte. Die- eifersüchtige Bäuerin, die ihre verletzte Frauenehre mit Bienen verteidigt hatte, wurde in da» Untersuchungsgefängnis"eingeliefert, von wo auS sie die Ehescheidungsklage angestrengt hat. HochzeftSfeier mit zwei Toten. In einer ungarischen Gemeinde unweit" von MiSkolcz sand am Sonntag-eine Hochzeit mit tragischem Abschluß statt. Die Brautleute fuhren mit ihren: Wagen in eine Gruppe von Leuten hinein, wobei ei n Greis g e t ö t e t wurde. Die erregte Menge stürzte sich auf den Kutscher, upd lynchte ihn auf der Stelle', so daß er kurz darauf seinen schweren Verletzungen erlag. Einer der Angreifer wurde verhaftet. Neber dem- Flughafen Hamburg-Fuhlbüttel stießen am Montag drei"Spörtslugzeuge bei Kunstflugübungen zusammen und- stürzten ab. Die drei Flugzeugführer fanden hiebei den Tod. Neber den Tod des preußischen Generals-v. Haeften, des bekannten" Präsidenten,, des Reichsarchivs, erhält sich hartnäckig die Nachricht, daß er Selbstmord verübt habe. Es wird berichtet,"daß er zu jener Gruppe von Offizieren— er wurde in den letzten Jahren wiederholt als politischer, Berater des Reichskriegsministeriums zugezogen— denen alle Reiser auseinander fallen, die nicht gerade Löorbeerreiser"sind. .* " Da ist halt der Herr Dr. Wehrenfennig ein-anderer Mann, dem macht man nichts-vör, sondern umgekehrt. wird eine Predigt draus. Unlängst hat er— aber„schnäfite", wie man in Berlin,sggt.—.in JaUernigg der aufhorchenden Menschheit offenbart: da» Geld liegt auf der Straße, bloß Charaktere her, und" alles übrige wird ihnen von selbst zufallen.,Andererseits freilich müsse man. die. Allgemeinheit- betreuen, die.sich nicht beklagen kann"(denn-wer-gehört zu" ihr, iver nicht, und wer ist, außer Herrn Wehren- pfennig, ihr legitimierter„Mundwatt",-wie-man drii-, ben sagt?); deshalb müsse die rein individualistisch« liberalistische Not-noch, ganz-bedeutend ruhiger und „opferfreudiger" werden, und überhaupt-froh- sein, daß sie lebt.. Da er"Hecktaler und Tischleindeckdich bekanntlich nur in- weniger gekauften-Märchenbüchern gibtj'ftä« gen. wir Herrn. Dr. Wehrenfennig,-wie er denn da» meint,"daß dar Gold da sein-wirdj.wenn-der-Charakter.(möglichst jm Plural) da ist. Erstens:,wieso ist-er, nach Wer drei Jghren SdP, noch.imnper nicht da? Zweiten»: seit wann rentiert sich C h a r a k t er und Welcher, auch k a u f m ä n n i s. ch?, , Man muß: schon etwa».deptlicher.reden,' Herr Dr.,Wehrenfennig,„wir-lebend ja nicht.mehr,intten, Zeiten der vom Dfitten, Reich endgUltig^abgeschafsten und'kopierten Patriarchen. /'" gehörte, die, wie"General v. Mctzsch, der Verfass ser des aufsehenerregenden Buche»„Der Schutz vor der Niederlage" voller Pessimismus und Verzweiflung der deutschen Zukunft entgegensahen und fürchteten, daß Deutschland eines Tages von verantwortungsloser Hand in einen Krieg und damit in eine sichere- und diesmal tödliche Niederlage getrieben werden würde.. Amerikanischer Nazi-Konsul als Erpresser gegen Filmschauspieler. Wie die New gorker Volkszeitung"- meldet, hat der deutsche Konsul in Lo» Angeles, Dr. Georg Gyßling, Anfang- April Briefe an ztvülf Filmschauspieler und Schauspielerinnen gerichtet, die an dem(inzwischen fertiggestellten) Film der Ilniversal-Gesellschaft„Der Weg zurück"»nach Remarques gleichnamigem Roman mitwirkten. In diesen gleichlautenden, mit dem AmtSstegel des Konsulat» versehenen Briefen wurden die Filmschaukvleler davor„gewarnt", an dem Remarque-Film mitzuarbeiten, da in Zukunft jeder amerikanische Film,.in dem, sie auftreten, in Deutschland verboten werden könnte. Daraufhin hat sich die Universäl-Gesell- schaft an daS amerikanische Außenministerium gewandt, daS in dieser Angelegenheit auch von der amerikanischen Anti-Nazi-Liga interpelliert wurde. Bom Staatsdepartement; Abteilung für auswärtige- Angelegenheiten, kam nun der Bescheid:„Der deutsche Botschafter in Washington hat den deutschen Konsul in Los Angeles instruiert, dqß er sich der Aussendung von„Warnungen" an amerikanische Bürger im Zusammenhang mit der Produktion von Filmen zu enthalten habe." Da der Konsul in Los Angeles behauptet hatte, im Auftrage.feiner Regierung gehandelt.zu haben, kann der Ausgang de» Konflikts nur als eiy Zurückweichen de» Nazi-Botschafter» Dieckhoff in Washington aufgefaßt werden, der wieder einmal zeigt, daß energische Haltung noch immer den meisten Erfolg gegenüber der Einschüchterungspropaganda der Nazi» im Auslande hat. Legionär-Parade in London. 80.000"ehemalige Kriegsteilnehmer-marschierten Sonntag-im Hydepark in einer großen Parade der britischen Legion, an der sich.auch tschechoslowakische Legionäre beteiligten. Es waren da» Königspaar, die Königin-Mutter und da» Herzogspaar von Glaueester anwesend. Die Angehörigen der Teilnehmer sahen der Parade von einer Tribüne zu. Der Vorbeimarsch der Teilnehmer dauerte 90 Minuten. König Georg VI« begrüßte in einer Ansprache besonders die ausländische Teilnahme als Mittel der Friedenspolitik. Der Austausch der Erfahrungen der ehemaligen Kriegsteilnehmer trage sicher zur Stärkung de» Friedens bei. Bluttat bei einer Prozesston. In Srinagar (Kaschmir) versuchten eine Menge Mohammedaner eine Prozession zu veranstalten, die von den Behörden veöboten worden war. Beim Borgehen gegen die erregte Menge ,machte die Polizei von der Schußwaffe Gebrauch. Eine Person wurde getötet, eine schwer und zahlreiche andere leicht verletzt. 78 Polizisten wurden durch Steinwürfe verletzt. Der Organisator de» Umzuges wurde verhaftet. Holltzvooder Heirat. Die Filmschauspielerin Mary Pickford hat den Filmschauspieler Buddy. Rogers geheiratet. Schlacht um eine Goldgrube. Au» Rio de Janeiro wird berichtet, daß etwa 200 Bewohner de» Hochlande» von Guayana unter der Führung dreier Abenteurer den Versuch unternahmen^ sich der Goldgruben im Gebiete de» oberen Taffchor zu bemächtigen. 60 gut bewaffnete Brasilianer hinderten sie daran. Die. Anführer wurden festgenouunen, die übrigen Mitglieder der Bande entwaffnet. FelSabstuaz auf der Strecke. Die Direftion der Staatsbahnen in Königgrätz. meldet, daß auf der Strecke Eifenbrod—Tannwald—Schumburg ä. D. durch einen abgestürzten Felsen im Ausmaße. von rund 600 Kubikmetern der Verkehr in der Länge von 60 Meiern unterbrochen wurde. Der Verkehr wird durch Umsteigen aufrecht erhalten. Die Unterbrechung de» Verkehrs wird zwei bi» drei Tage dauern.- Hitzwetter. Ein Druckhoch, daS'fich in den letzten Tagen über Mitteleuropa auSgöbildet" hatte, hat sich bereit» fast aufgelöst. Die Luftdruckverteilung über dem Festland ist nunmehr im allgemeinen gleichmäßig. Infolgedessen wird bei un» in'den nächsten Tagen die Neigung zur Bildung vön örtlichen Gewittern zunchmen. Die Temperaturen dürsten vorläufig über dem NormaVvert bleiben-— Wahrscheinliche» Wetter von. heute:,' Wechselnd, teilweise ziemlich bedeckt, vom Düdwesten her Verstärkung der Neigung"zu Lokalgewittern, Temperaturen wenig geändert, Westwind.— Wet» ierauSsichten für M i t t w o ch: Noch"im ganzen heiter, örtliche Gewitter, ziemlich warm, Ostwind. . Mittwoch.;. Prag, Sender T.t 10.06: Deutsche;Presse, 12.10: Populäre» Schallplattenkonzert, 18.40: Deutscher Arbeitsmarkt. 1t: Deutsche Sendung: Koiniw« nisten der Heimat, 11.40: Klunposifionen von Jejek, 17.40: Jugoslawische- Lieder, 18.06:" Deutsche Sendung: Zapp:- Tätigkeit der deutschen Feuerwehrverbände in der TSR.. 18.20: Deutsch» Arteiteesendung: Ullnumu erzählt Anekdoten au» dem Er,,», tirge, 18.46:-Deutsche Presse, 20:40:! Mendel,s-hn-- Bartholdy: Vei«uokiett.E»-dur,-22.20: Tanzmusik. — Prag, Sender Ilt 15.16: Deutsche Sendung: Stunde für die Jugend: Helden"de» Sporte», 16.60: Deutsche Sendung,— Brünn: 16.10:-Rundfünkor« chesterkonzert: Jirovee, Schubert eie., 17.40: Deutsche Sendung: Menicm: Erzählungen äu» Südmäh«! ren.-— Preßturg: 14,15: Klavierkonzert, 22.86t Tanzmusik.;. Nr. 151.. Dienötag, SV. Juni 1037 Seit« 5 1 Goebbels die Märchentante „... und dann wurde Weigel von spanischen Unterseeboten beinahe torpediert.. vss s. Jahr des„Aufstieges** Setzt man de» Umsatz von NahrmigS- und Genußmittel in Deutschland im„Systemjahr" 1928 gleich 100, so betrug der Umsatz im ersten Vierteljahr 1937 nur 81,7, in Hausrat und Wohnbedarf 83,1 und in Textilien und Bellet» düng gar nur 72,11 Dabei hat die Bevölkerung Deutschlands seit 1928 um rund zwei Millionen Menschen zugenommenI.Man kann also ungefähr ahnen, um wieviel schlechter die Lebenshaltung des deutschen Volkes im Dritten Reich im Ber- gleich zur„Systemzeit" ist! * l' Deutschlands Anteil amWelt- Handelsumsatz sinkt weiter! Im Jahre 1981 betrug er 10 Prozent. Im ersten Vierteljahr 1988 war er auf 9,8 Prozent zurück- gegangen. Das Jahr 1937 verzeichnet im ersten Vierteljahr ein weitere- Sinken auf 8,7 Prozent! * DaS Schöffengericht Wesermiinde hat einen Mann, der in seiner Wohnung„abfällige Bemerkungen Über den heutigen Staat" gemacht hatte, zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Im gleichen Haus wohnte ein politischer Leiter der NSDAP, der angestrengt an der Wand gehorcht .hatte.- Die W a n d z w i sch en den bei- fi c n~’2ft olj h ü n g e n sci'„nür e i n e K halben Stein" dick! • Der„ReichSapothekenführer" Schmierer — der Mann heißt so!— rüst seine Berufskameraden und die Aerzte zum Kampf gegen dis „Arzneimittelsucht" auf. Dir Aerzte sollen nur noch rezcpturmäßig hergestellte Arzneien verschreiben, damit sich die Kranken nicht Arzneimittel ohne Rezept verschaffen könnten.— Statt Arzneien hat Deutschland unter Hitler Kanonen nötiger! Der Kongreß der Internationalen Union der Bölkerlundvereinigungen wird vom 28. Juni bis 8. Juli d. I. in Preßburg tagen. Der Protektor des Kongresses, der Vorsitzende der Regierung Dr. Milan H o d Z a, wird Dienstag, den 29. d. M. Nachmittag In der Eröffnungs-Plenarsitzung«ine Kundgebung halten, die im Rundfunk verbreitet werden wird. Ehrenvorsitzender des Kongresses ist Außenminister Dr. Kamil Krofta. Mr den Kongreß zeigt sich im Auslande und bei uns großes Interesse, wofür der beste Beweis die unerwartet große Teilnahme ausländischer Delegierten ist, deren Zahl sich 290 nähert. Ei werden alle Mitgliedstaaten des Völkerbundes und viele große internationale Organisationen vertreten sein, nicht zuletzt auch das Sekretariat des Völkerbundes und das International« Arbeitsamt. Unter den Delegierten finden sich viele bekannte Namen wie z. B. Paul Boneour, Borel Srell«, Clausel, Malaterre-Sellier, Lord Dickin- so n, Senator Rollin, der gleichzeittg Vorsitzender der Internationalen Union ist und den Kongreß- Vorsitz führen wird, u. a. m. WksMrtsckaft und 8oÄahMM Um die Festsetzung der Getreidepreise Bin Wort vom Standpunkt des kleinen Landwirtes . Seiten- der tschechisch-agrarischen Presse wird seit Wochen eine Erhöhung der Getreidepreise verlangt und damit begründet, daß die Preise auch auf dem Weltmarkt eine Erhöhung erfahren hätten. ES ist zweifellos richtig, daß seit etwa einem Jahre die Getreidepreise auf nahezu sämtlichen Wcltmärllrn angezogen haben. Vor einigen Monaten zeigten beispielsweise die Preise auf der Börse in Winniveg(Kanadas«inen Stand, der unseren Preisen nahe kam, was seit vielen Jahren nicht beobachtet wurde. ES mag daher de» Anschein erwecken, daß ein« GetreidepreiSerhöhung auch bei uns eintreten müßte. Dies widerspricht aber ganz und gar den Grundsätzen, von denen man sich bei Errichtung des Gctreidemonopols leiten ließ. Das Monopol sollt« die Landwirte vor großen Preisschwankungen schützen, indem«S einen stabilen Preis festsetzt, der den Landwirten in Zelten niedriger Getreidepreise auf dem Weltmarkt einen festen und höheren Preis für die heimisch« Produktion sichert. Wenn nun dal verlang«» nach Anpassung an die Weltmarktpreise gestellt wird, so verliert daS Monopol jedweden Sinn, denn dies« Anpassung vollzieht sich ja auch im freien Handel, so daß ein« Monopoleinrichtung hierzu völlig überflüssig■ wäre. Wenn aber das Monopol, seine Funktion erfüllen soll, müffen stabile. Preise bleiben, die in Krisenzeiten dem Landwirt mehr einbringen, hingegen dann bei Ansteigen der Preise auf dem Weltmarkt« vorübergehende Konjunkturgewinn« Wegfällen. Der Landwirt weiß.aber selber an- praktischer Erfahrung, wie. schädlich das Hinauf- und Hinabtreiben der Preise für ihn war und wie schlecht er dabei ständig abgeschnitten hat. DaS Verlangen der tschechischen Agrarier bedeutet daher die Beseitigung des eigentlichen Monopolgrundsatzes und eine schwer« Schädigung der Landwirtschaft, weil man damit auch auf die Beseitigung des Monopols hinarbeitet und den.Landwirt wiederum den Gefahren der Preisschwankungen ausseht;.denn es ist undenkbar, hohe Preise beizubehalten, we»n die Weltmarktpreis« wieder sinken. DaS Monopol hat an sich schwere Konstruk- tionSfehler in der PrrlSgestaltung, die einer Beseitigung bedürfen. Der Preisunterschied zwischen Weizen(Grundpreis. 184) einerseits und Roggen, Gerste (Grundpreis.12S) und Hafer(Grundpreis 112) andererseits chat^u-denüblen Ausivirlungeneiner Weizenüberproduktton bei- uns geführt, sc daß dir Vorräte im vergangenen Jahre 70.000 Waggons Welzen betrugen. Dies führte' auch zu einer Schädigung der Kleinlandwirte und Häusler, die meistens Hafer und Roggen, teilweise auch etwas Geiste, anbauen, in den meisten Gegenden aber nur wenig oder gar keinen Weizen und auf den Zukauf von Weizenmehl für die Ernährung oder von Futterweizen für das Vieh angewiesen sind. Die zweite Ungerechtigkeit für die Klrinland- wirte liegt in dm MonatSzuschlägm. Wer im September bis Dezember 1936 Getreide geliefert hat, erhielt pro Meterzentner und Monat «inen Zuschlag von 80 Heller(bei Hafer für November und Dezember 1 KC). Wer aber Roggen und Welzen etwa im April 1937 liefert«, bekam pro Meterzentner und Monat 2 AL mehr (bei Gerste und Hafer 1.80 KC), das beträgt einen Preiszuschlag von insgesamt 10 UL bei Roggen und Welzen, 8 UL bei Gerste, 9 XL bei Hafer per Meterzentner. Nun ist aber allgemein bekannt, daß Klein- landivirte, insoweit sie tatsächlich als Lieferanten für den Markt in Betracht kommen, ihr Getreide schon gleich nach der Ernte verkaufen müssen, weil sie dringend notwendig Geld benNIgen und, außerdem gar keine VlnlagerungSmögllchkelten haben. So bedeutet- auch dies« Bestimmung«inen Gewinn für die größeren Besitzer und eine Schädigung für die Keinen. Freilich sind jene Kleinbauern' hiervon ausgenommen, die kein Getreide verkaufen. Immerhin liefern die gesamten Klein- landwirie bis fünf Hektar ,7.8 Prozent Weizen und 9.8 Prozent Roggen des gesamten markt- i fähigen Getreides.... ■i Insoweit Kleinlandwirte Getreide nur in gelingen Mengen produzieren, wie etwa in den höhe«' ren Lagen und Futtermittel zukaufen müssen, erfahren sie eine schwer« Schädling durch die«rhShtm Futtermittelpreise. DgS hat auch dl« tierische Produktion seit Errichtung des Monopols überaus ungünstig beeinflußt und ste im Kleinhandel unrentabel gemacht. Wenn ein Landwirt Hafer zu 112 KL und Gerste zu 128 KL verkauft,'so muß sie der Nächst«, der sie für Futterzwecke«utauft, mit 140 bzw.. 160 KL bezahlen. Damit aber ja niemand billige Kraft« futtermittel kaufen kann, hat Man Mich 40 Prozent.höhere Monopolpreise für Oelkuchen erreicht, so da« die Kleinlandwirte in der tierischen. Produktion konkurrenzunfähig wurden, während die größeren Besitzer mit selbsterzeugten Futtermitteln billig'füttern könne» und auch hier den Gewist» davontragen. Sine str^se Verwirrung Haven auch die iM Vorjahre zürSanieruna des Monopol»' einge- führte» Abzüge(18 KL. bei Weizen', 8 KL bei Roggen, 11 KL. hei Gerste, 8 KL bei Hafer/ bei den Landwirten verursacht. Auf der einen Sette verschiedenartig gestaffelte Monatszuschläge, auf der anderen Seite diese Abzüge haben einen Zustand geschaffen, der es dem Landwirt fast unmöglich macht, beim Verkauf rasch den Preis zu berechnen, der ihm gebührt». Darob ist großer Unmut, entstanden. Diese Konstruktionsfehler des Getreidemonopols würden, mit einem Schlage beseittgt, wenn man die seit Jahren von den deutschen und tschechischen Derufsverbänden der Kleinbauern und' Häusler erhobenen Forderungen, nach Staffelung der Getreidcpreife»ach Besitzkategorien verwirklichen würden Bis zu einem AuSinatz- von zehn Hektar soll der heutige Grundpreis in Gel-, tun» bleiben, während Landwirte von 10 biS' 60 Hektar einen um zehn Prozent und jene Über 60 Hektar einen um. 20 Prozent niedrigeren Preis erhalt;.» sollen» Nachdem die Besitzer.über zehn Hektar fast, 78 Prozent des Brotgetreides(und. etwa 60 Prozent Hafer und 70 Prozent Gerste)' liefern, würde durch diese Preisabstufung«in Durchschnittspreis zustande kommen, der auch.' eine Preisermäßigung des Futtergetreides und des MchleS verbürgt. Nachdem'die derzeittgen Machiverhältnifse in der Regierung, bedingt durch de» zu Unrecht bestehenden übermäßigen Einfluß der Agrarier, eine..solche Regelung kaum ermöglichen, müßte bei. den'Verhandlungen darauf Wert gelegt werden, dass einmal die Regieveitriige für daS Monopol(Abzüge)' bei den Kleinlandwirten liS zehn Hektar beseitigt, werden, daß weiter die dringend notwendige Verbilligung der Getreide- und Kraftfuttermittel herbeigeführt wird und daß ferner der unverhältnismäßig hohe Preisunterschied zwischen Weizen einerseits und den übrigen Getreidearten andererseits verringert wird. Die übe.raus günstige Weltmarktlage hat auch die Lage, unseres...GetreidcmonopolS veweffert und ihm durch den Absatz der Getreideborräte.ins Ausland bedeutende Gewinne gebracht, so daß der Ausfall der Regiebeiträge bei- den Kleinlandwirten bis zu zehn Hektar kein« wesentliche. Rolle spielt. Eine generelle Preiserhöhung aber würde, wie schon eingangs dargelegt ist, den Sinn des Monopols zerstören und Landwirte und Konsumenten schädigen. A. Sch., 3000 Textilarbeiter im Weiperter Gebiet erreichen Lohnvertras und Lohnerhöhungen (UT) Nach dem Abschluß her Löhnverträye für die Handschuh-, Wirk- und Strickwarenindustrie für das obere Eitzgebirge hat die Union der Textil- arbeiter'gemeinsam mit dem Verband der christlichen Textilarbeiter eS für dringend notwendig erachtet, auch für die Posamenten», Spitzen-, Klöppel- und Schnurindustrie sowie für die Veredelungsindustrie einen Vorstoß zur Verbesserung der Lebenslage der Arbeiterschaft zu unternehme». In diesen Jndu- stricn waren wegen der vertragslosen Jahre die denkbar schlechtesten Lohnvcrhältnissc zu verzeichnen. Der ganze Konkurrenzkampf dieser Branchen wickelte sich auf Kosten der Arbeiter ab, deren Löhne zu Elends- löhnen herabgemindert wurden. Am 29. Mai Überreichte die Union der Textil- aöbelter gemeinsam mtt den anderen Vertragsgewerkschaften die Forderungen nach Erhöhung der Löhne und Abschluß eines LohnvertrageS, der den Arbeitern dieser Branchen gesicherte Lohnverhältniffe bieten soll. Die erst« Verhandlung fand bereits am 12. Juni in Weipert statt, wo die Unternehmer sich bereit erflärten, einen Lohnvertrag auf Grundlage de» Wirkerverttage» abzuschließen. Die Vorschläge der Unternehmer für die Lohngruppeneinteilung mußten abgelehnt werden, da fast alle qualifi- zierten Facharbeiter in die niedrigsten Lohngruppen gekommen wären und die Erhöhungen der Löhne fast nichts oder nur ganz wenig betragen hätten. '.. Leo. Slezäk. D.— Besedar'.Wo di«? Lerche singt." D.— Carltoni,„Ein.ei