Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei! In der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mtt Anonahme de» Montag tSgltch früh Einzelprek« 70 Heller Redaktion u. Verwaltung: Prag XII., Fochova62— Telephon 53077— Herausgeber: Siegfried Taub— Derantw. Redakteur i.V.: Zdenko Neuwirth, Prag 17. Jahrgang Samstag, 3.JuU 1937 Aus dein Inhalt: Grubenkatastrophe In England Die Entwicklung der Volkswirtschaft weiter günstig Unmenschlldikeiten aus dem Dritten Reich Nr. 155 Wehr Grenz-Ueberfall auf Heinrich Grunov SS-Attacke auf tschechoslowakischem Boden Auf den Sekretär der Schwarzen Front, Heinrich G r u n o v, wurde gestern nachmittags ein M ordüb erfall verübt, der sich„würdig" den Gestapo-TateN gegen Prof. Lessing, Lug. Formis usw. anreiht.. Herr Grunov wär an der Grenze Wit Gesinnungsfreunden aus dem Reich verabredet. Getrennt davon hatte, er in Zinnwald auch eine Z u- sammenkunfi mit dem SS-Führer Hans N e stier aus Dresden, der sich' vor einem halben Jahr bei der Zentrale der S.F- z u r M i t- arbeit a n g e b o t e n hatte. Gewarnt durch die nur allzu bekannten Methoden. der Gestapo hatte Grunov ausdrücklich ein T r e f. f e n im Walde ab gelehnt, sondern, das im'Dorf. liegende Gasthaus„Zur Linde" zum Ort der Aussprache gewählt. ' Nach Beendigung der fast zwei Stunden währenden Unterhaltung! verabschiedete, sich Grunov auf der Straße von Nestler, wurde aber nach wenigen Schritten von dem SS-Führer von rück w.-ä r t s ü h.e.r f a 11 e n und mit einem gewaltigen Schlag.(fnlt einer Eisenstange) auf den Kopf- zu Boden gestreckt...Auf den fast Bewußtlosen schlug der entmenschte Gestapo-Agent dann noch weiter ein, bis ein junger Mann aus Zinnwald, der den Vorgang beobachtet hatte, her- beieilte—worauf der A t t e n t ä t,e r Mer die Grenze nach Deutschland flüchtete,, .... Dem erheblich verletzten Perm. Grunov wurde, sofort ärztliche Hilfe züteil, DiePoWi VonZinnwald upd Teplitz nahm sofort die notwendigen Ermittlungen vor. und stellte die Grenzverletzung des Attentäters einwandfrei fest.. Dr. Maria Lazarsfeld elngekerkert! Wie». Die bekannte sozialistische Schriftstellerin und bedeutende Jndividualpspchologin Dr. Mari» LazarSfeld, dir vor einiger Zeit verhaftet worden war, weil sie zwischen den Funk- tioniirrn der„revolutionären Sozialisten" die Korrespondenz«ermittelt und in ihrem Bür» illegale Zeitschriften und Drucksortrn ausbewahrt hatti:, würde am Freitag aus Grund des Gesetzes zum Schutze des Staates zu drei Monate« Kerker, ihre Genoflin Maria Schnet- d e r zu z w e i Mo« a t e»verurteilt. keglerunssdekrek gegen Preiserhöhungen Paris. Am Freitag ist im Amtsblatt«in Negierungsdekret über die Ahndung unberechtigter Preiserhöhungen im Gefolge der neuen Franr-Abwrrtung erschienen. Die Regierung te- rcitet weitere Dekrete vor. Die wichtigsten Regie- rungSdekrete, namentlich betreffend die Erhöhung der direkten und insbesondere der indirekten Steuern,, dürsten erst nach Schließung der ParlamentSseflion erlassen werden.' f Paris. Die Verhandlungen Über.die Forderungen der Hoteliers und Restaurateure, die. SawSing ihre Betriebe schließenwollen, sällSdaS Gesetz- über die-Arbeitszeit des Personals keine tlastischere Regelung erfährt, nehmest jveiterhin einen gespannten Verlauf,'' wenngleich Freitag stachntittagS an RegierüngSstellen die Möglichkeit eines S ch i e d s a b k o m m e n S angedeutet würde. Die Vcrmittlungsverhandlungcn: führte Ministerpräsident ChaütempS selbst unter Teil» nahme des-Arbeitenministers. Der Angestellten-- verband hat zwär de.n voii der Negierung ausgearbeiteten SchiedSvorschlag angenommen,-der .Arbeitgeberverband lehnte ihn jedoch ab.- Die Per-' . Handlungen' würden nachmittags fortgesetzt,-- Neuer USA Gesandter? für Prag ernannt< Washington. Präsident Roosevelt-hat den Assistenten des SiaaiSsekretärsi C a r r, zum bevollmächtigten Minister''Md- außerordentlichen Gesgndtey in der Tschechoslowakei ernannt, wo er! -an Sselle Butler Wrights- treten svird/i der jsW Botschafter-.in Kuba ernannt würde'.*■ Cs ist die jüngste Organisation-'der sudetendeutschen Arbeiterbewegung!.'die heute mit dem Reichsausmarsch in Aussig zum erstenmal'als geschlossenes Ganzes undmiteiner gesamtstaatlichen Veranstaltung vor die Oeffentlichkeit tritt. Unsere-jüngste/ aber doch, eine unserer, wichtigsten Organisationen ist die Republikanisch« Wehr. Ahr organisatorischer Ursprung'liegt in den freiwilligen OrdnertruPPS,'die sich im'Rahmen der Partei und des Atus gebildet haben, als der Versamm- lungsterror/ zunächst der-Kommunisten und später der Nazisten,- einen besonderen Schutz, unserer Veranstaltungen'Nötig machte. BalderwieS eS sich euch als dringend: den Ordnerdienst>uuch aus die Straße st'üszudehnest, weil politische Gegner wiederholt versüchke»,"Unsere-Aufmärsche durch- freche Provokationen' zu stjiren oder auch'einzelne Arbeiter zu überfallen. So nahstr der tördnungSdieUst mit" wachsenden Ausgaben bald den Charakter einer! eigenen- Fürination an, wurde eine Sammlung der'' verläßlichsten, mütigsten, diszipliniertesten Genossene der Bewegung.-' Dieb ist-die eineWurzoiderRepublikänischenWehr.- Die B,e d r.sth u n g d'erD.em,ökratie durch den Faschismus, die Erfahrungen der Arbeiterklasse in Deutschland, in'Oesterreich,'.in Spanien,, in Italien, aber. auch,,' in: einer Reihe anderer Staat^i,, wo eS gelungen- ist,., sich deS Faschismus mit Erfosg zü erwehren,.haben'ig^den Jahren nach dem Kriege die'HstchihMMPchwIe- H^'^8^^li«k.'itzehrhaMMWr-miWei- scheu Bildung und. Erziehung ein größeres AÜgencheÄ z^wW^n,ÜlS.-'Mheh, Die"ungo- heure Bedeutung des militärischen Apparates im ,eWseWt«,'M.K'H«t.'.fi».tpdiriHDyi.Wchd» lution upd dem ihr folgenden Bürgerkriege erwiesen. ES hatte sich gezeigt, daß die Aufgabe der Revolution. sich, nicht nut-rtii. der Zerstörung'des alten Heeresapparates erschöpft, sondern daß es noch wichtiger ist, zum Schutze der neuen Ordnung f ein VoUSheer aufzubauen. Auch. in.Mitteleuropa hat man diese: Erfahrung gemacht.. Die S t.ä r k e d er t s ch e ch o.s.l.o w a k i s ch e N-D.em o« 11 at i e lag und liegt nichtzuletzt-darin,.daß sie, zum. Unterschied von den. Nachbarstaaten,,-gleich bei, der- Gründung deS.jungen, Staatesüber-. ein d emo k r a t i s ch.e s H e e r mit-einem eigenen-Offizierskorps verfügte,-über die Legio« n eu,., die den- organisatorischen,- aber auch' den ideellen Kern der demokratischen Armee bildeten upd die Republik-der-leidigen.Notwendigkeit überhöhen,- ihren. Schutz einer Armee anzuvertrauen, die von ganz änderen Ideen erfüllt wär.— wie eS. in Deutschland 1919 geschehen ist, Die-Tech« nisierung der modernen Armxen läßt auch die alte Methode zur Bildung-- demokratischer BolkSheere, die',-.einfache.Levke e» mässe, die Massengus- hebung und, unmittelbare Bewasfnung der Nation, als überholt erscheinen. S pani en. hat- ja aufs nhue mit.bsutiger Lehre, bewiesen, daß es nicht genügt/.kampswillige und.- mutige Mänyxr in das Heer einzureihen, sondern, daß man Spezialisten, Änftruktorest,..Offiziere,-Ingenieure/ Wnisch bewanderte,- taktisch geschulte Soldaten-NM jeder Truppe braucht,So ist der,Gedanke der.W ehr« e r z i e h u. n g zum Äemeiygut. demokratischer Politik' geworden, upd die- Arbeiterschaft. hat eingesehen, daß eine Politik der Abstinenz von allem MÜtarischen, ein. illtsfionärer. Pazifismus, der hyikonkretest Aufgaben.ausweicht, der Demokratie zum' Pertzerben,wird nndzugleich den Frieden- bedpoht,'weil'eh den Fäschismüs!,dev totalitären' Militärstaaten zMAngriffheraüSfordert,,. .'Cs tag'nähe,die Aufgabe der Wehrerziehung, kowM der,,chehrsportlimen, Schulung' und Ertüchtigung, ,j»ls, auch der HeoretsschenSchulung, der ^Epziehuiiq zu-militärischem Denken bei uns der' Ordnertruppe:Mzuverkxastest,:7dte/iWebstc.die jÜWanM Mesttestte,chfr/.Bewegung-, in'stehIM- Änigte. DieS,istf,d!e' zweite Wurzes-derandere Hsprünst.ünsererN.ePüblikanischenHehr..,' Die RW hatte es nicht leicht, sich durchzusehen. Während sich die Angriffe der politischen Gegner auf sie konzentrierten und zeitweise— so im Wahlkampf 1936— die Funktionäre der NW dauernd am Leben bedroht waren, behinderte dec Unverstand und manchmal wohl auch der böse Willen bürokratischer Elemente die Entwicklung und Betätigung jener Menschen, die in schwerster Zeit nicht nur die sudetendeutsche Arbeiterbewegung gegen den faschistischen Terror schützten, sondern auch die verläßlichste Stühe der demokratischen Republik im bedrohten Grenzgebiet waren. Lange bevor gewisse Geschästspatrioten und Erbpächter„staatserhaltendcr" Gesinnung in den zentralen Aemiern sich in Bewegung setzten, um die unerläßlichen Maßnahmen zum Schutz der Grenzen zu treffen, lagen Unsere RW-Leute, Freiwillige der Demokratie, unbezahlt und ost auch unbedankt, so manche Nacht an der Grenze, auf der Wacht gegen den faschistischen Landesverrat. Aber auch in der Arbeiterbewegung gab.es Widerstände gegen die RW. Manchen Genossen schien es eine- überflüssige Soldatenspielerei zu fein, wenn die RW sich der militärischen Erziehung widmete, andere hatten pazifistische Bedenken gegen die„Militarisierung" der Bewegung, und- wieder anderen erschien es nach den Crfah- rungen in Oesterreich gefährlich,«ine Organisa- tioir zu haben," die vielleicht zum Radikalismus neigen und die Illusion hegen könnte, durch bewaffnete Aktionen mehr zu erreichen als durch gewaltlosen Kampf. Die Besorgnisse waren grundlos. Die RW ist niemals irgendwelcher Bürgerkriegsromantik erlegen, sie kannte und kennt den Kreis ihrer Aufgaben und weiß, daß sie im demokratischen Staat nie die Armee ersehen kann, geschweige denn, daß sie gegen die Armee wirken wollte. Die RW fühlt sich der demokratischen Armee und der demokratischen Re- publik verbunden, sie sucht ihre Aufgaben dorr, wo es die Armee zu unterstützen gilt oder wo der Aufgabenbereich des Heeres endet. In Aussig wird die RW zum erstenmal vor der vollen Oeffentlichkeit ihre Leistungsfähigkeit zu zeigen haben. Sie geht der Probe ihres Kön» nens mit der ruhigen Gewißheit entgegen, oah .sie in der Zeit ihres jungen Bestandes gearbeitet, ihre. Pflichd erfüllt Und der Sache der Republik, der Demokratie-, de«,Arbeiterbewegung mit Hili- gabe und Begeisterung gedient hat. Sie wird in Aussig nicht Nür ihre Stärke und Disziplin, sie wird auch ihre wehrsportliche Leistung erweisen und ihre ideelle Verbundenheit mit dem demokratischen Staatsgedanken, ihre Zugehörigkeit zur sozialistischen Bewegung dokumentieren. . Die deutschen Arbeiter sind stolz darauf, daß sie unter schwierigsten Verhältnissen-eine Organisation wie die RW zu schaffen vermöchten. Lm Herzen unseres Industrielandes, zugleich an der Pforte der Republik wird die RW durch, ihren Reichsaufmarsch machtvoll für die brüderliche Zusammenarbeit von deutschen und tschechischen Demokraten zum Schutze der Republik, wird sie für die Gedanken der Demokratie und deS Sozialismus demonstrieren.' Die gesamte Arbeiterschaft des Landes grstßtdirRW; auch jene, die nicht dabei sein können, marschieren piit, stolzen Herzens grüßens wir alle die Republikanische Wehr und würdigen die.geschicht- liche Bedeutung der Stunde, da der Gleichtritt ihrer Hundertschaften in den Straßen von Aussig wiederhallt und die Fahnen dieser demokratisch e n A v a n t g.a r d e so nahe der Grenze flattern, werden, an der heute die Scheidewandzweier Ideen aufgerichtet ist." V Die Ueberzeugung, daß mstn auch drüben erfahren wird, daß hierzulande Kämpfer'für dar demokratische Ideal bereitstehen,-macht uns doppelt stolz. Für die reichsdeutschen Arbeiter,' die unter der Thcannenherrschaft schmachten, wird eS E r.MMN..t e r'u.n g»Md Erhebung-be, deuten, zu sehen und zu Hören,,daß wir uns behauptet.haben,.und der. Faschismus, der Europa mit Krieg/bedroht,, möge die Kraft der Ueberzeugung, der.Begeisterung, des Opfermutes erken« jien! dle/sich in/ustserer Republikanischen Wehr manifestiert! Seite 2 Samötag, 3- Juli 1037 Nr. 18» Unmenschlichkeiten aus dem Dritten Reich Wie Tschechoslowaken In Deutschland gefoltert werden Selk einigen Sonett führt die nationalsozialistische Presse eine neue Kampagne gegen die§SR. Die Zeitungen brinnen einen angeb- lich„protokollarischen" Bericht des reichsdeutschen Bruno Weinel über angebliche Mißhandlungen durch tschechoflotvakische Beamte. Demgegen- über ist es wohl an'der Zeit, auch einmal darauf lstnzuweiscn, Ivie es tschechoslowakischen Staats« bürnern ernanaen ist, die in die Hände reich-« deutscher Behörden gefallen sind. Die„Union für Recht und Freiheit" gibt hierüber folgende, durch Zeugenaussagen erhärtete Fälle bekannt. „Im Juli 1986 wurde in GerSdorf i. Sa. ein Sudetendeutscher, der zu einem Sportfest Uber die nahe Grenze gekommen war, auf Grund einer ' Denunziation eines Henlein-Anhänger? verhaftet. Er wurde zuerst in GerSdorf im Arrest nntergebracht. Dort wurden ihm mit einer Kette die Hände auf dem Rücken zusammengebunden und die Kette deart an einen Ring an der Mauer» . zelle, befestigt, daß er die ganze Nacht stehen mutzte. Später wurde er von dem Gestapobeamten Beierle aus Dresden in das Dresdner Gefängnis übergeführt. Ueber feine dortige Behandlung erzählt er folgender: Bolle 8 Tage hin« . durch wurde ich von diesem Beierle ieden Tag bis 4 Ilhr früh verhört. Dann wurde ich abgeführt und einer unglaublichen Folter mit Ttahlruten unterzogen. Man schlug mir dermaßen.mit dies« Ruten über das Gesicht, daß ich mir noch nachträglich zu Hause vom Arzt die zersplittertm Zähne ziehen kaffen mußte. Durch einen Schlag wäre ich fast um dar Augenlicht gekommen. Die Narbe, die von diesem Schlag zurückgeblieben ist, wird für mich immer ein Andenken an diese SchreckenSzeit bleiben. Eine andere Art der Folter war, daß man nur auf der Brust herumtrat.." Noch ärger erging es einem anderen Tsche« choftowakcn, dec als Korrespondent bei der Finna „Sormos" in Dresden angestellt war. Er war ein völlig unpolitischer Mensch und. wurde direkt aus dem Büro heraus verhaftet, in das Konzentrationslager eingeliefert. Ec gab folgende- zu Protokoll: „Gleich nach meiner Verhaftung wurde ich in dem Braunen Hau? in Dresden mit einem Gummiknüppel schwer geschlagen. Die Schläge wurden unter Boschintpfungon, von denen„böhmisches Schwein" noch die mildeste war, begleitet. Auf meinen Protest hin, datz es sich um einen Irrtum handeln müßte, da ich mich um politische Dinge niemals gekümmert habe, wurde ich. rr- . neut eulfehlich goschlag«: und mit Füßen...gerieten. Diese Behandlung wiederholte sich noch dreimal. Später wurde ich ohne die geringste Aufklärung in ein Auto geladen und in dar Konzentrationslager Hohnstein gebracht. Dort wurde , ich nach mehrstündigem Warten in die Aufnahmekanzlei gerufen, wo ein Ausnahmeprotökoll geschrieben wurde. Hier wurde ich erneut beschimpft und geschlagen. Darauf müßte ich mit zwei SA- Dlännern um Decken laufen. Wie der Empfang , in Wirklichkeit anSsah, kann sich keiner, selbst wenn er Soldat ist, verstellen. Der Lagerraum war in der Mitte, in zwei Räume geteilt, In ‘'der'Querwand war eine Oeffnung, durch die ich • die Hände um Decken durchstrecken mutzte, Al» ich die- tat," wurde ich ah den Händen gepackt und nach innen'gezogen. Auf einem langen Tisch; ter wohl zu> diesem Zweck dort aufgastellt war, erhielt ich,'wie"ich später erfuhr,.'die Taufe von Hohnstein: Um diesen Tisch standen eine Menge Männer mit Gummiknüppeln und" anderen Schlagwerkzeugen, die zur Umschulung auf.die Idee der NSDAP dienten." An seinem Bericht, in dem noch weitere Torturen geschildert. werden,. heißt e» dang weiter:' „Nutzer mir waren noch drei Tschechen im Lager, die den gleichen Qualen und Mitzhand- lüngen wie ich ausgesetzt waren: Weitz au» der Slowakei, der nach einem mir unbekannt gebliebenen Bestimmungsort veoschleppt wurde; König an» Brüz, der totgeschlagm wurde und van dem die Gestapo behauptete, er sei an Lungenentzündung gestörte«; Pulkrabek au» Böhmen, von dem ich nicht weiß, wa» aus ihm nach seinen schweren Mißhandlungen geworden ist."- Ein anderer Fall: „Erich Jakobi, zuständig nach-Teplitz, früher in Deutschland, zirka 80 Jahre alt, verlieb Deutschland.1988, weil er Jude ist. Er kehrte im April 1986 nach Deutschland zurück, wurde sofort verhaftet und in da» Konzentrationslager Sachsenburg zur„Umschulung" gebracht. In diesem Lager wurde seinerzeit der ehemalige sozialdemokratische Redakteur Sachs zu Tode gefoltert. Die Schwester von Sachs fuhr mit einem Rechtsanwalt in dar Lager, um Auf- London. In der mit Spannung erwar-1 teten Sitzung des RichtinterventionSauSschuffe» gaben am Freitag der deutsche und italienische Bertreter die Erklärung ab, daß der letzte Vorschlag dar britischen imd französischen Regierung, baß diese allein die Teekontrolle übernehmen, n i ch t als befriedigende Lösung dieser Fräße angesehen werden könne. Deutschland und Italien legte« gleichzeitig Gegenvorschläge vor, die darauf hinauSlaufen» beiden Parteien in Spanien die Rechte einer kriegführenden Macht zuzugestehen. Da» System der Flotten-Patrouille durch di« vier Mächte habe sich als«gänzlich»«. Fehlschlag" herauS- gestellt und könne daher nicht fortgesetzt werden. Dagegen solle sowohl die Ueterwachung der Laudesgrenze Spanien»., al», auch da» System der lleterwluhung sowohl in denHäfenakS'auchdurch Brotachter, die sich an Bord der RichteinmischungS- Schiffe befinden, aufrrchtrrhaltr««erden.. Die Sitzmtg verlief ziemlich bewegt. Eine Einigung konnte nicht erzielt werden. Die deutsch-italienischen Vorschläge sind nach Londoner und Pariser Auffassungen um a n n e h m- bar, weil'sie eine ungerechtfertigt« Besserstellung de» General» Franco bedeuten würden. Am Nachmittag fand»ine»weite Sitzung statt, in der«ine kurzfristige Vertagung beschlossen wurde.- Die einzelnen Delegierten sollen ihre» Regierungen den französisch-englischen,' wie dm deutsch-italienisch«« Plan zusenden.und deren Antworten, dann, nächste Woche dem Ausschuß vorlegen.<■' klarung Uber den, Tob ihre» Bruder» zu erhalten. Bei dieser Gelegenheit machte Jakobi dem Recht?» anwalt der Wahrheit entsprechende Angaben über, den Tod von Sach»,'., Seitdem wird nun Jakobi in einems Felsenbunker, einer finsteren, ast den Felsen ange» mauerten Zelle, angrenzend>an die Torwache, gefangen gehalten. Warme» Essen bekommt er nur alle drciTage, pst.'ist er gefesselt. Alle 6 bi» 8 Wochen darf er baden. Er hat absolutes Sprechverbot und ist ganz der Willkür de» jeweiligen Wachthabende» ausgeliefert. Rur selten wurde im Winter Feuer in der Zelle gemacht. An die frische Lüft kommt er wöchentlich nur einmal. Durch die Dunkelheit in der Zelle hat er schwere Sehstörungen erlitten. Die Mitgefangenen de» Lager» glauben, daß er völlig erblindet. Früher hat Jakobi regelmäßig an seine Braut geschrieben. Jetzt hat.sie über drei Monate, keine Post mehr erhalten." Dieser Bericht ist von Anfang Mai 1937 und stammt von einem Mitgefangenen, der inzwischen entlassen und emigriert' Ist, dessen Name aber wegen Gefährdung seiner Angehörigen-nicht genannt werden kann. Mast kann die Schilderung dieser Fälle wohl mit Fug und Recht'mit den Warfen' schließen, mit desten der„Angriff" die Schilderung des Falles Weigel, die im Gegensatz zu den oben genannten Angaben durch keinerlei Zeugenaussagen erhärtet werden konnte, beendet hat:»Es I schreit zum Himmel, daß derartige Vorgänge | heut noch in einem Lande möglich, sind, daS mit- i ten in Europa liegt".. Lord Plymouth erneuerte den bekannten franzvsisch-britischen Vorschlag und erklärte wei- terS, daß der' Vorschlag, den beiden spanischen Parteien das Recht kriegführender Mächte zuzuer- kennen, unannehmbar fei: Dey tschechoslowakische Delegierte erklärte kni Subkomitee, daß seine Regierung die französischbritischen Vorschläge akzeptiere und der Ansicht ist, daß die Plenarsitzung des Ausschüsse» so bald als möglich elnberufen werden sollte: damit sie die neue Lage prüfe. Er versicherte, daß er alle neuen Vorschläge loyal und eingehend prüfen Werde, deren Zweck die Gewährleistung einer wirksamen Nichteinmischung wäre. Der französisch« Vertreter erklärte insieson- dere,'datz'dle Zuerkennung de» Rechte», kriegfüh- renderMächte'uniVie spanischen Kampfpärtrirn zu dem Ergebnt»'führest würde, daß die-Aufständf- schen der legalen spanischen Regierung gleichgestellt würden.'Corbin erklärte, datz die französische Regierung« i ch t gewillt sei, diesen Weg zu beschreite». Auch der russische Bertreter.erklärte, daß seine Rrgirrung für die britisch-französischen Vorschläge eintrete. Franc» habe z« rS« r starke Verbündete und wenn ihm daS Recht einer kriegführenden Macht zugestanden würde, dann würde die» praktisch bedeuten, daß sich Franc» mit Hilfe seiner Verbündeten eine wirksame Blok- kade de» republikanischen Spanien» schaffen könnte- Der Zweck de» deutsch-italienischen Vorschläge» fei» das Gleichgewicht zugunsten Franro» vollkommen zu verschieben."'• Entscheidung nochmals vertagt Deutsdbltallenlsch^ Gegenvorschläge unannehmbar Negerkönigs Tocktir Roman von Otto StOssl COPYRIGHT BY B ATURN- VERLAG. WIEN Sonst führte sie sich auf ihre Weise ziemlich artig, halb sittsam, halb ungebärdig, von heiter ausgelassener, nicht unliebenSwür- diger Wildheit, so daß sie als die interessanteste Sehenswürdigkeit unter dem ganzen sonstigen Kram geschätzt lvar. Wie es nun einmal die Art der Wiener ist, zu ernsten und fremden Dingen ein gemütliches und lustiges Verhältnis herzustel- len, freundeten sich die Besucher bald gerade mit ihr'an, kamen ihr zuliebe wieder, brachten ihr Süßigkeiten, Backwerk, Schokolade, Obst mit, oder billige Schmuckstückchen, blaue Ringlein Vergiß- nieinnicht, blinkende Ketten aus Katzengold, Lebzeltherzen oder bunte kleine Bilder mit Heiligen und frommen Sprüchen Und ließen sich mit ihr in Gespräche ein, fragten sie um allerhand, wobei sie die Worte durch eine unbeholfene Gebärdensprache verdeutlichten, die Bella entweder mit Urlauten ihrer heimatlichen Rede oder mit Zeichen beantwortete, oder wenn ihr die Sache zu bunt wurde; mit'einem"tschechischen Fluch;-oder indem sie mit der Hand zu einer Ohrfeige äusholte. Diese Ausstellung, namentlich aber Bella,, die Negerkönigswchter machten Doktor Hesky' in Wien bald volkstümlich und zu einer halb interessanten, halb lächerlichen Figur, wie es immer der berühmte Mann'in der gemeinen Welt ist, die an allem Ungewöhnlichen nur den Spaß sucht und tvürdigt. Den Hauptteil der Besucher stellten die Einwohner der Leopoldstadt. Dieser merkwürdige Bezirk hat vor asten übrigen seine besondere Eigenart und Geschichte. Er streckt sich bclanntlich aus der großen, von zwei umfassen den Donauarmen gebildeten Inseln aus, die mit -der inneren Stadt durch Brücken verbunden, ihr eigenes Leben, ihr« wunderliche Bevölkerung, ihre besonderen Sitten wahrt. Hier hatten die Juden, nachdem das Ghetto gefallen war, sich aus- freien Stücken, wie sie es nun einmal gewohnt sind,-ein neues errichtet, wo sie vom Strome, wie ehemals von Schuhmauern umfriedet, ihre natürliche Gemeinschaft aufs lebhafteste erhielten und recht eigentlich genossen. Hier blieben sie unter sich und gingen ihren Geschäften und Geselligkeiten nach; in den alten und neuen Gassen des Bezirkes stehen ihre verschiedenen Läden, lebt der eigentümliche Schmutz der untergeordneten Wirtschaften, erschallen die ursprünglichen, südlich lebhaften Laute ihres Gesprächs, da sieht man noch heute ihre schwungvollen Gebärden, die Frauen erfreuen sich hier der auffallenden,: Prunkhasten Kleider und grellen Schmucksachen, an Festtagen bestegt sich die ganze Menge, arm und reich, zu Wägen oder zu Fuß in den-nahegelegenen Prater,, wühin auch die Leute der übrigen Stadt, nach ErholungÄmd Lustbarkeit gierig'; zusammenströmen. Am» Ptäter vollzieht'sich dann, die ungezwungene.Sammlung aller Stände' der Bevölkerung, indem' die' prächtige Hauptalle mit thren- hohen, üppigen Kastanien voy Fußgehern wimmelt, die mehr oder'minder läut, je nachdem sie in der Leopoldstadt zu Hause, sind, oder von weiter Herkommen, die' Wagen bestaunest und'bekritteln, in denen die Reichsten spazieren fahrest: die Angehörigen des österreichischen' Hochadels, die Damen der guten bürgerlichen Gesellschaft oder reich gewordener ehrsüchtiger Emporkömmlinge, törichte Schwindler.mit- ehelichen öder unehelichen schöneren Hälften, Schauspielerinnen oder Halbweltdamen, von großartigem Ansehen; kurz, was immer in Wien Geld hat oder borgt..5h« „Wurstelprater" aber vereinigt sich das harmlosere niedrige Volk' beim'Vergniifttn an Speise und Trank, an Lärm,' Musik,und Tanz, ay,-dürftiger Liebesleidenschaft,. än.Phantastisch-ärmlichen Sehenswürdigkeiten. In der ganzen beweglichen, vielgestaltigen Masse, bleibt aber die Leopoldstadt der zähe unvermeidliche Bodensatz, ihre Stimme und Art bildet den Grundton des mannigfachen Lärms, und sie istwom grünen Lustgarten bis zu den Brücken, die nach der inneren Stadt, führen, die Heimat und Herrin des-ganzen, abenteuerlichen, wogenden Lebens, das sich auf ihrem-Boden abspielt.. Jede Stadt hat ihren Sammelbezirk der Wunderlichkeiten, wo alles Abenteuer aus allen Weiten-seinen Eingang sucht und wi« in einem Staubecken zurückgehalten wird, damit es die.übrigen Gebiete nicht.überflute.und.zerstöre. In Wien bleibt die Leopoldstadt ohne Zweifel diese Herberge alles Fremden, das von der Residenz aus allen Gegenden herbeigelockt,-irgendwo ansliegt und hastet. Nach nmnchen Sprichwörtern und volkstümlichen Gassenhauern kommt in Wien jegliches Absonderliche hei der„Taborlinie" hereingezogen in-die östlichste Großstadt. Tag um Tag wasthext der Osten'in allen seinen Gestalten immer ne« dprch die offene Gaffe in dies« Stadt, und was die. nähere-und ferne Welt draußen an- merkwürdigen Erscheinungen und Kenten, erzeugt/.spaziert kn der Tracht.des Märchens durch die Taborlinie. Da kämmen dieflo« svaktschen Bauern/ mit den Schafpelzen,' ihre Frauen mit' den bunten.Kitteln, und. Kopftüchern, ha kommest die Viehwagen, auf denen dse großen Kälber wehmütig chrüllen. Bierstagen rollest, von schwarzhäutigeN; krummhörnigen Ochsen gezogen, Wit schweren Fässern herein,, betadeste kfarren und ländliche Fuhrwerke,-choN'Bastem und beleibten Wirten gelenkt, rässeln aUf/hen Markt, aus den Äahnzügen, welche die..Röhstoffe herbeischleppen, die zu vselen bunten Schätzen Verarbeiter werden, führt man di.?' Ware Weg,. Da kommen'Über auch ditzfremden Juden herein, mit ihre« langen sHvarzen Röcken, mit'-ihren grauen Patriarchen« härtest W,'mMben,.''ipdWe^'»MM''-M-''tzju»- Schläfets,!n'tit chen-schweren Bffndeln auf i bem- Rücken, worin ihre ganze Habe und' vielleicht der' Vie küssen räumen die AmuHnseln? Tokio. Dai Blatt„Nischi-Nischi" meldet aus Eharbin, daß sich die sowjetruffischen Abteilungen allmählich von der Insel Bolschoi und Sennufa in die Dörfer Konstantinowska und Novopetrovskij zurückziehen, wo sie Verstärkungen erhalten. Au» Anlaß de» 80. Jahrestage» der Schlacht von Zborov fand Freitag vormittags auf dem Prager Stadion eine Parade der Prager Garnison statt, die der Präsident der Republik; begleitet vom Verteidigungsminister und der Hohen Generaliät, abnahm. Nach der Parade wurde ein großes Festspiel aufgeführt, das den Sieg bei Zborov und die Entstehung des neuen Staates davstellte und in- ein begeistert aufgenommenes Bekenntnis zur demokratischen Republik und zur Staatsverteidigung ausklang. ' Aufnahme neuee Schüler in die Bata-Arbeitsschule in Zlln. Im Juli wird in den größeren Städten der Republik mit den Aufnahmsprüfungen der Beiverber in die Bata-Arbeitsschule begonnen. Bi» jetzt erhielt die Schule fast 18.900-Gesuche. E» wird deshalb wegen der große» Anzahl der Bewerber unmöglich sein, allen zu entsprechen, Die Schule sucht sich solche junge Leute heraus, die für- Ge». schäfts», Industrie« und Unternehmerarbeit' das größte Verständnis aufweisen, Damit die Bewerber da» Geld für den' Weg Nach Zltn«sparen, werden Heuer die Aufnahmsprüfungen in folgenden Stadien staftfinden.,'-JtN' Juli: 7.'' Kremsier,.8. Prerau,- 9. un8.-Vradlsth,'-iü;/BMrf,''i2.' TtenÄir Und" Ztlst, 18. Bratislava, 14. Novä Zämky, 15. BoSanh, lß. Brütky, 17. Batisovce, 19. Königgrätz und Zltn, 20. Trautenau, 21. Reichenberg und Ttebii, 22. Aussig а. Elbe, 28.-Prag, 24. Karlsbad, 28. Pilsens Zltn und Ilng.-Brod, 27. Böhm.-BudweiS und Acsclh i,M., 28. Tabor, 29. Deutsch-Brod und Wälachisch- Meseritsch, 31. Olmütz und Kaschau. Im August: 2. Jasina und Zltn, 8. Chust, 4. Mukarevo, 5. Ujhorod, б. Luöcncc, 7. Zvoleü, 11. Lundenburg, 12. Znaim, 18. Freiwaldau, 17. Schönberg, 18. und 19. Mähr.» Ostrau. Nach dem Boranschlag der Personalabteilung der Bakawerke läßt sich schließen, daß der heurige Jahrgang.Hunger Männer" und„Junger Frauen" der zahlreichste der bisherigen 12'Jahrgänge' der Schule sein wird. Marschallstab künftiger kaufmännischer Herrlichkeit verborgen sein mag, manch einer führt etwa einen kleinen Knaben an der Hand, der über sei- ne» Kaftan stolpert und mit großen, wehmütigen Augen die grausame, unendliche Welt betrachtet, dix sich, austut, um. ihn zu verschlingen und zu verwandeln, Denn irgendwo findet er hier, in der Leopoldstadt ein Quartier und- lernt, sich Unter den Leuten umzutun und zu behaupten. Und das ist wahrlich kein« gering« Sache, denn.mehr als jeder andere Fremdling bleibt er einer in jedem Lande, dem der Fluch seines Volkes, das Los her Fremdheit bitterlich ins Gesicht gezeichnet ist und nie- verschwindet. Aber ein' paar' Lahre vergehest; und er hat seine alt« Tracht abgetan, seins östlichen Sitten, so gut eö geht,, zu, verheimlichest,'zu vergessest'gesucht und-den Europäer, den Einheimischen-spielen gelernt,, wenn er es vielleicht auch noch nicht geworden ist.-Er heiratet, er treibt seine. Geschäfte,-und Frau und Kinder stolzieren schon in der übermäßigen Herrlichkeit, der westlichen Mode; Seiden aus Paris, leuchtende Hüte».wallende Federn, lebhafte Brillanten und durchschlagender Naturlaut der heftigen Rede verraten dir Herkunft- aus- einer fernen kremden Zeit und elftem fernen fremden Land. Gerade indem sich einer demütig und ehrgeizig angleichen will,, tut er um eins zu viel und bleibt, was ergewefen: der ungebetene Gast. Aber eine tiefe,- eingeborene unverlierbare Lust fesselt ihn an alles Abenteuerliche, das irgendwo austaucht und.ihmbrü» derlich nahe-tritt. Bo bietet gerade-dieser Bezirk die willkommene Zuflucht für alles, was ün.er«'- hört, Wunderbar,.besonders iund lebhaft erscheint/; AlleSittenund Bräüche;-'die' in der- strengeNAr» beitschelt^er-Großstadt an die Ur trieb« der spielerischen, leidenschaftlichen-Menschheit, mahnen;, enifälten sich hier und finden ihre Stätte» Dev Geschäftseifer kommt, dem- innersten DränW de»; Gemütes entgegen, '(Fortsetzung folgt.)- -. Nr. 155 «ambtag, 3- J«N 103? Seite 3 fudetendeutscfie r Xcifepicgcf Das Programm s , des Aussiger Reichsaufmarsches der Republikanischen Wehr Arbeitslosen demonstration in Saaz Bezeichnendes Verhalten des SdP-Sehators Bock Gestern früh fand in S a a z eine Demonstration von etwa 300 Arbeitslosen statt. Die Stadtgemeinde Saaz hatte aus der staatlichen ErstährungSaktion 87-150 KL angefordert, aber nur 48 Prozent, d. f. 15.074.50 Kd erhalten. Di« Arbeitslosen konnten nun nicht beteilt werden und demonstrierte» spontan auf der Bezirksbehörde und Stadtgcmeinde. Unsere Genossen Reichel, R i edel, Cern I), S ch ö n und Rits ch intervenierten sofort bei der BezsrkSbehörde und bei der Stadtgemeinde und erreichten dadurch, daß die Bezirksbehörde Saaz vorläufig 8000, KL kreditiert, damit die Arbeitslosen beteilt werden können. »Der Bezirk hat für die Periode vom 14. Juni bis 18. Juli 55.000 KL angefordert, aber erhalten hat er einschließlich der NachtragSzuweisung nur 22-000 KL. Neber Intervention unserer Partei hat die Stadtgemcinde im Einvernehmen mit den politischen Parteien ein-Telegramm an das. Ministerratspräsidium gerichtet,- in dem-sie auf die Verhältnisse aufmerksam macht und eine NachtragSzuweisung fordert. Unser« Genosten haben auch die Zentralstellen unserer Partei sofort informiert und um Intervention ersucht. Bezeichnend ist, daß die Arbeitslosen den Senator der SdP, Bock, einzugreisen ersuchten, daß dieser aber eine Intervention ablehnte. Erst als er sah, daß unsere Genosten sich der Arbeitslosen annahmen, wollte er eingreifen. Der„soziale" Senator kam aber zu spät, denn unsere Genossen hatten bereits Abhilfe geschossen. -;- Dieser Vorfall In Saaz beweist wiederum eindeutig, wie sich die Vertreter der SdP um die Arbeiter und Arbeitslosen kümmern l Der Mord In Königswald -Der arme Junge seinen Verletzungen erlegen ’; Der zehneinhalbjährige Herbert Matzke aus Königswald bei Bodenbach, der, wie wir gestern berichteten, in der Wohnung seiner Ellern in schwerverletztem Zustand aufgefunden' wurde und dem^sschner ikranksnhäüse eingeliefert werden"mußtet ist»och am selben Tage in den Abendstunden seinen schweren Verletzungen. erlegen. Zu dem grauenhaften Verbrechen erfahren wir noch folgende Einzelheiten: . Die Landwirtin Eva W a tz k« ging am 1. Juli wie gewöhnlich zur Feldarbeit. Zu Hause blieb nur ihr zehneinhalbjähriger Sohn, welcher noch schlief, aber den Auftrag hatte, das Frühstück auf. die Arbeitsstätte zu bringen. Als der Junge lange' nach der festgesetzten Zeit nicht kam, ging die- Frau in die Wohnung, um die llrsache- seines Nichtkommens- sestzustellen, Sie fand die innere Stalltür aufgebrochen und- in der Küche ihren Jpngen blutüberströmt mit schrecklichen Kopfwunden in hockender Stelluyg. Nach den Spuren zu schließen, war einge- brochen worden. Der Junge wurde wahrscheinlich Überrascht und man nimmt an, daß die Täter von ihm. den Aufbewahrungsort des Geldes Wiste» wollten, lder Junge dürfte sich, geweigert haben, worauf ihm di« Täter das Hemd vom Leibe rissen. Er wollte dann wahrscheinlich entfliehen, wurde von den Verbrechern verfolgt und im Vorhaus blutig geschlagen. In der Küche erhielt er dann die. mit einem Beil geführten, fürchterlichen Schläge auf den Kopf. Den unglücklichen Eltern tveudetsich die allgemeine Teilnahme zu. Die Gendarmerie u»d Polizei arbeiten, fieberhaft, um den oder die Mörder zu ermitteln. I MUtterferlen der„Arbeiterfürsorge** Eine Genossin schreibt UNS namens der „Aktionsleitung": 4' j, Nun ging auch die dritte Mütter« E r h o In ng» ak ti o n, welche-auf Initiative und Kosten der VerbmcheS der Arbeit e r f. ü r« so rge in H lisch berg ajit See stattfand, ihrem Ende.entgegen: 45 Urbeitermütter verbrachten hier zum ersten Male in ihrem sorge« und kummervollen Lebe»- frohe und- herrliche Tage. Als wir Arbeitermütter aus allen Gebieten hier ziisammentraten, wurde nn» vor allem ei» überaus herzlicher Empfang zuteil., Genvffinnen, w^che einander nie im Leben gesehen, standen-in freudiger Erregung/ einander gegenüber und.schon in-, wenigen Stünden herrschte schönster Gemein«^ schäftrgeist, Wohl Mutzten wir. UNS erst daran, ge- wöhnen, datz. wir wirklich eintnal'-sorglos. leben i kön-'■ nen.Dnn-unter un» ist keine einzige Mutter, die dq» harte LoS des Proletarier» verschobt hätte. Besonder»-'die letzten. Jahre der Wsttschafi»krise haben diesen, Müttern jede- LebeNSfreüdh. genommen:'Nun aber blühte neue» Leben auf,' ein Märchcn wurde Wirklichkeit/ Wir'' Arbeitermütter wären nün: im herrsichsten Heim der„Arbeiterfürsorge" zur Erhg- lungs-konnten unS-einmal richtig auzschlgfen-und ohne abgesetzt zu seWan jdeir gedeckten Tisch zür Als Täter kommt vermutlich'ein dunkel gekleideter Mann in Betracht, her zur Zeit des Verbrechens mit einer Landstreicherin aus dem Haufe kam., PreBberlchtlgung\ „Die in der Nr. 140 vom 20. Juni 1037 des„Bolksrecht" unter der Ueberschrist„SdP« Mitglieder im Aussiger Bezirk rebellieren. Sämtlich« Funktionäre demissionsbereit", enthaltenen Behauptungen, dass der Ortsleiter Fiedler und sämtliche AmtSlvakter der Ortsgruppe Predlih der Sudetendeutschen Partei ihre Aemter der Aussiger Bezirksleitung zur Verfügung stellten und daß in einer Paragraph.-2-Versammlung der Amts«- walter und des WerbedienstcS daS Vorgehen der Amtswalter gebilligt und befchloffen wurde, von den Differenzen nichts in die Oeffentlichkeit drin» gen zu lasten, ist unwahr. Weder der Ortsleiter noch einer der Amtswalter der Ortsgruppe Predlid der Sudetendeutschen Partei haben der Aussiger Bezirksleitung ihr« Aemter zur Verfügung gestellt und es wurde auch niemals in einer Paragraph-2-Bcrfamm- lung der Amtswalter und des Werbedienstes da» Vorgehe» der Amtswalter gebilligt und beschlossen, von den Differenzen nichts in die Oeffentlichkeit dringen zu lasten, weil niemals«ine derartige Paragraph-2-BersammluNg der Amtswalter uNd des Werbedienstes der Ortsgruppe Pred- litz stattgefundcn hat.. Johann Fiedler, Franz Bummel,'. Wenzel Denk, Heinrich Max, Heinrich Michel, Alfred Wächternitzer, Andreas Gober." . Da» Wesen einer Presteberichtigung besteht bekanntlich darin, datz man eine Meldung bestreitet und. ihr eine Behauptung ohne Beweis enf« gegenstcllt.. Tatsache.ist, datz»nscreGetvährS- männer die Richtigkeit unseres Berichtes jetzt erneut bestätigten.. Die Prager Deutsche Arbeitersendung bringt in dieser Woche: Sonntag, 4. Juli, 14.20—14.80: Aberglmibe «id Zukunft-glanbe(Dr. Gerhard G l e i»- berg).— 14.80—14.85(StraSnice):«Für Volk und Frieden". Montag,,5, Juli, 14.20—14.80: Wo» gehört in .. die Aemeiudechronik?»(Josef.B l a u-Reuern.) Dienstag/ 5. Juli, 14.20—14.80:- Hu» und unsere Zeit(Dr. Emil Fran,el). Mittwoch, 7. Juli, 18.40—18.45: ArieUSmarkt. — 18.20—18.40: Berufswahl und Berufsausbildung(Franz Kirchhof-Reichenberg):— 18.40—18.50: Soziale Informationen. Freitag, 0. Juli, 18,85—18.45: Aktuell« zehn Minuten. Sonntag, 11. Juli, 14.20—14.80: Di« Oltzw- plad« in Antwerpen(Alois Ullmann- Austig). Da» Denkmal für dm unbekannten Arbeiter ziert da» Titelblatt der Nr. 7 der illustrierten Wochenschrift ABE. Da» Heft bringt ferner zum 70. Geburtstag der Zeichnerin Küche Kollwitz die. Wiedergabe einiger ihrer Werke, dan» ein neue» Abenteuer de» amerikanischen Geheimagenten Wheele, einen Bericht über ein- Pfahlbauerndorf in Südamerika, die Fortsetzung de» Kriminalroman» „Schuh In» Kaffeehaus",«ine Seite schöner Bilder au» Auffig a. E., neben vielen Bildern von Jugend- feicrn und Kindertagen,' die an verschiedenen' Orten der Republik abgehalten worden. sind und äußer reichlichem Lesestoff, Rätsel, Handarbeitsanleitungen, aktueller Bilderberichte und Bildern au» aller Welt auch eine Ausschreibung mit einer 100 KL-Prämie. ABE. kostet trotz-seiner überaus reichen Inhalt» nur I KL 1.80 und ist überall erhältlich. bereiteten Mahlzeit setzen. Immer gut und reichlich wär diese» Essest zubereitet und freundlich wurden, wir bewirtet und die» alle» im schönsten Fürsorgeheim, da» sich die" Arbeiter au» eigener Kraft geschaffen.' Hier fühlten wir liris zu Hause. Freude und Uebermut wechselte UKd unsere Seele war von diesem herrlichen Ersebniffe ganz erfüllt. Die Tage vergingen viel zu rasch. Wandern,'Singen,' Kahnfahren, Gemeinschaftrspiele fülltest die schönen Tage au». Eine gemeinsame Fahrt'im- Motorboot wird un» unvergeßlich bleiben- Aber auch die Agitation wurde gepflegt. Erich Ernst referiert« über Frauen und-Jugend, Klier über'-die Frau al» Funktionärin;- außerdem. fand- ein DIrkuffivnrabcnd statt, an welche»! die. Frauen-lebhaften-Anwil. nahmen...,An einigen Borträgen der Fürsorgeschüler hatten wir ebenfalls teilgenommen, ohne-zu-ermüden, denn-hjer waren- wir-«»»geruhte- Mütter,. denen die Agitation für Partei, und Arbeitersürsorge LcbenSaüfabe ist,'.,' . Durch diese Atfion-de» Verbandes-der„Arbei- terfürforge" wurde eiste Tat gesetzt, welche alle Angriffe unserer Gegner widerlegt. Im Herz«», ün- serer Arbeiternsütt«, ist- die^Hripnerung. ,an diesen Aufenthalt für, alle.8eit. derankert.. Frohcn Mute» kehren wir'zurM'(ßMrkt-!m Glauben an/unser« gerechte.' Sache.' Wir'danken auf, diesem Wege dem 'Verein-„Arbtiterfürsorge"'.und allen seinen Ange» 'stellten., 1750 Arbeiter In Oberleutensdorf entlassen Wegen einiger Lohndifferenzen trat, wie wir schon berichteten, die Belegschaft der Firma E. G. P i ck in Oberleutensdorf in den Sitzstreik, obwohl die GewcrkschaftSorganiktioncn bereits Verhandlungen über die strittigen Fragen angeseht hatten. Der besetzt gehaltene Betrieb wurde Freitag- vormittags freiwillig wieder geräumt, die Firmaleitung benützte jedoch diesen Anlatz, um auf den bereits abgebrochenen Streik mit der Entlassung der g e s-amte nB e le g sch aft der Betriebe II und III in der Gesamtzahl von 1750 Personen zu antworten. - Der Unimr der Textilarbeiter gelang cS zu erzielen, datz der Arbeiterschaft der Lohn für die letzte Arbeitswoche noch ausbezahlt wurde, obwohl ihn die Firma für den vorausbezahlten Urlaub in Abzug bringen wollte. Gleichzeitig mit der Entlassung hat die Finna auch erklärt, datz nuninchc auch der Vertrag, nicht mehr gelte. Dank dem geschickten Eingreifen der Union der Textilarbeiter und de» BctriebSausschusscS Ivar es möglich, auch diesen Anschlag zn verhindern. Wegen der Zurücknahme der Kündigungen, bzto. der Wiedcrcinstel- lung der Arbeiterinnen und Arbeiter führt die Gewerkschaftsorganisation. mit. der Firma weitere 'Verhandlungen. Ehrung Masaryks lind BeneS* In Seestadtl In Seestadtl wurde- vor kurzem ein aus Deutschen und Tschechen zusammengesetzter Ausschuß zur Ehrung der beiden Staatspräsidenten Masaryk und BeneS gegründet. Ursprünglich war beabsichtigt, den beiden Staatsmännern ein Denkmal zu errichten. Statt dessen wird aber eine An st alt für soziale Fürsorge errichtet, in der die Masarykliga für Tuberkulosebekämpfung, da» Rote Kreuz, eine Sektion für Jugendfürsorge u. ä. untergeibracht werden wird. Auf diese Weise soll das Lebenswerk der. beiden Staatspräsidenten in Seestadtl die würdigste Ehrung erfahren. Um die Errichtung einer deutschen Handelsakademie.in der ZipS. Nach der Auslösung der beiden' deutschen Mittelschulen in der'ZipS'find Bestrebungen im' Gange, beim Schstlministekium als Ersatz für jene die Errichtung einer deutschen Handelsakademie in KäSmark zu erwirken. Diese Anstalt Ivürde besonders jetzt, zur Zeit der Industrialisierung in derSlowakei und infolge der hiedurch bedingten regeren Nachfrage nach fachlich geschultem Nachwuchs, einem wirklichen Bedürfnis entsprechen. Um den Voriprachen bei den Prager Zentralämtern entsprechenden Nachdruck zu verleihen,- sollen die deutschen. Parteien der ZipS gemeinsame Schritte unternehmen.(DND.) Samstag, den 3. Juli: Vormittags 0.00 Uhr:' Vcrbandstag der RW im Volkshaus in Aussig N ach mittags 14.00 Uhr: Antreten der Kampfmannschaften zum Wehrkampf 18.00 Uhr: Appell aller VerbandSmitglicdec und der beteiligten Verbände 10.00 Uhr: Abendfeier im Warmbad Kleische:, ,„Freiheit, Friede, Freude I" 23.00 Uhr: Führerbesprechung. VolkShauS, kleiner Saal. Sonntag, den 4. Ault: Vormittags 5.00 Uhr: Tagwacht 6.00 Uhr: Wehrsportliche Wettkämpfe und Hauptprobe im Stadion 10.15 Uhr: Abmarsch zur Kundgebung 11.00 Uhr: Kundgebung auf dem Marktplatz 11.45 Uhr: DcnionstrationSzug durch-die Stratzen der Stadt zum Stadion Mittagspause Nachmittags 13.00 Uhr: Wehrsportliche Wettkämpfe 14.00 Uhr: 4X100-Meter-Stasettenlauf 15.00 Uhr: Jiu-Jitsu-Vorführung der RW 15.30 Uhr: Atus-Sondervorführung 16.00 Uhr: Vorführungen des Aruk 16.40 Uhr: RW-Massenübungen(8000 Mitwirkende). 17.30 Uhr: Schlutzappell(RW, Aruk, SJ)' Freizeit bis 28.00 Uhr Montag, den 8. Zulir Früh 8.80 Uhr: Tagwacht 4.10 Uhr: Abmarsch der Abteilungen zum Geländespiel 10.00 Uhr: Einrücken— Mittag. Abfahrt in die Heimatbezirke Eintrittspreis: AL 25.— für alle RW-Genoffcn. Dabei ist-inbegriffen: Verpsle- guckg' bon'.SamLtag abendSbi^Montag mittags, also 6 Mahlzeiten, Mastenquartier, Be- grühungSabcnd, Festabzeichen. Dauerkarte für Gäste KL 10.—(berechtigt zum Zutritt zu allen Veranstaltungen und zur Benützung des MaffenquartierS). Tageskarten für Samstagnachmittag im Stadion. KL 2.—. Karten zum Begriihungsabend im Warmbad Kleische KL 8.50. Tageskarten für Sonntag, den 4. Juli, im Stadion KL 4.—. Grubenkatastrophe in England 22 Bergleute tot z Neun Schwerverletzte In Lebensgefahr London. Freitag nachmittags kam eS in den Kohlengruben B r N ni e o kn Chesterton zu einer schweren Explosion. I» den« Augenblicke, als die RettungSarbeiten ausgenommen wurden, erfolgte in einem Stollen, in den die Rettungsmannschaft eingedrnngen war, um die »erunglückten zu retten, ein» zweite Explosion. Bei der zweite» Explosion sollen auch die meisten Mitglieder der Rettungsrxpedition den Tod gefunden habe», darunter der Direktor und der Stellvertreter, des Direktors des Bergwerkes, sowie zwei Bergwerksinspektoren des Londoner BergbauminifteriumS. Siebzig Mann hatten sich in der Grube befunden, als die erste Explosion erfolgte. Die Zahl der Toten und Vermissten beträgt 22. Bis zum späten Nachmittag war eS der Rettungsmannschaft nicht gelungen, daS Feuer im Stollen zu löschen. ES besteht somit iuenig Hoffnung, die im Schachte Verschollene» noch- lebend zu retten. Die SlettnngSarbeiten mussten wegen der ungeheueren Hisse zeitweilig ein.» gestellt werden. Sämtliche neun Berlrtztr, die- sich im Krankenhaus befinden, schivebe» in Lebensgefahr. Vom Kriegsschauplatz Madrid. An den M a d r i d e r Fronten herrscht« Im allgemeinen Ruhe. Zn Kämpfen kam eS nur an der Strasse nach La Corona, wo die Regierungsabteilungen die ain Freitag eroberten -Stellungen befestigten und grosse Mengen Kriegsmaterials erbeutete«. An der Ja ram«front griffen die Franko- Abteilungen die Eisenbahnstrecke an, lindem sie versuchten, de» Ring um Morata de Tajuna zu sprenge»,' sie wurden aber -z u r ü ck g e s ch l a g e n. Bilbao. Der Berichterstatter der Ägenee Ha- vaS-meldet: Der-nördliche Flügel der Aufständischen stellte Donnerstag seinen Vormarsch ein, um anf diese Weise dem Zentrum! einen Ausgleich der Frontljnie zn ermöglichen. Der Vormarsch der Franeö-Armee begann bei San Pedro und entwickelt sich in nordwestlicher-Richtung. Zweck dieser Operationen ist hie Besetzung aller südlich der Straße bon Bilbao nach Santander gelegenen Höhenzüge. Q^ben auf Sevilla Sevilla. Der HavaS-Korröspondent meldet: Donnerstag vorinittqgs erschienest über Sevilla zwölf Bombenflugzeuge der Negierung, die aus der Richtung von Cordoba kamen. Die Maschinen unternahmen zunächst Crkundungsslüge. und warfen dann aus niedriger Höhe mehrere Bomben ab, von denen acht auf die Caste he Panama und die übrigen auf das Viertel HeliogoliS nieder- sielen. Bei'dem Bombardement wurden vier Personen getötet und 15 verletzt. Solidarisch mit dem republikanischen Spanien Warschau. Der ZentralauSschuß der I n- ternationalen G e Werks ch a ft Sb er- e i n i g un g, die seit 30; Juni in Warschau tagte, befaßte' sich mit der spanischen Frage. Der Ausschuß nahm eine Resolution an, in der er den Beschluß der Z w e i t o n I n t e r n a t i o n a l e billigt und seine unbedingte Solidarität mit dem republikanischen Spanien, das„heldenhaft gegen den''Angriff Deutschlands und Italiens kämpft", erklärt. In'der Resolution wird'die Anwendung des internationalen Rechtes zugunsten' Spaniens sowie ein«', für Spanien günstige Regelung des Handels gefordert. «tite 4 SamStag, 3- Juli 1937 Nr. 155 DM schwarze Loch Wie das Indische Proletariat wohnt IM Verlag der Büchergilde Gutenberg, Zürich-Prag, ist soeben ein Buch„Fiebernde» Indien". von Muth Körner erschienen. In ungemein spannender und interessanter Weise entwirft die begabte Journalistin ein Bild der heutigen Indien, insbesondere der sozialen Verhältnisse dieser groben, an Rätseln reichen Lander. Der iiberauS lebendige und anschaulich geschriebene Text wird durch Photographien ergänzt, die von der Verfasserin selbst ausgenommen wurden. Nachstehend bringen wir eine kleine Probe aur dem empfehlenswerten Werke: Der. Weg, den wir zuriickgelegt haben, Ist läng. Er führt und durch die Eit», dar Eingc- borencnviertel und auf die andere Seite der sonderbaren, kleinen Halbinsel. Dort endet die Asphaltierung und die grauen Schornsteine der Mill-') ragen hoch in den rcgcnschlvcren Tropenhimmel. Ein Stückchen hinter den Fabrikmauern treffen wir Derrick. Und gehen zu den Ehawls, den Mietskasernen von Bombay, die trostlos eng und schmutzig sind. In jeder Gruppe stehen 25 Häuser. Jedes Haus hat vier Stockwerke. In jeden! Stockwert gibt es einen Gang. In jedem Gang ist eine Wasserleitung und ein Klosett. Jedes Klosett und jede Wasserleitung ist für rund 29 Zimmer. Und in jedem Zünmer wohnen vier bis 19 Personen, Miete: zwischen drei und 13 RupieS, d. i. bis zu SO Prozent des Lohnes eines Fabrikarbeiters. Wenn in diesen Häusergruppen eine Epidemie auSbricht, sterben rund 15,000 Menschen. Wir sind In einem finsteren Korridor. Kinder spielen. Einige Frauen hocken vor den Türen und drehen BidiS, grüne indische Zigaretten; für die Herstellung von IliOO Stück— acht bis zehn Stunden Arbeit— bekommen sie 1% oder 2 Ru- pieS als Lohn. Andere Frauen zerquetschen Korn auf dem Boden. Links, an di« Wand gedrängt, schläft ein jüngerer Mensch. Eine Ziege, die mitten int Gang liegt, versperrt uns für einen Augenblick den Durchgang. Dann klopft Derrick an«Ine Tür,„Hereinl" Im Raum herrscht Zwielicht. Der schmale Spalt, der als Fenster dienen soll, ist wegen der Hitze und dem furchtbaren Gestank, der von den Ab- wassergräben zwischen den ChawlS') aufsteigt, zugenagelt. Die Luft,, wenn man das Wort noch sagen kann; wäre sonst unerträglich. Nun bewegt sich im Dämmer eine Gestalt. Irgendwo weint ein Baby. Bon den auf einen Stdick gehängten Kleiderfetzen tropft Wasser. In der rechten Eck«— durch eine mittplhohe Mauer von kahlen Zimmern äbgetrennt— befindet sich der Feuerplatz. An der Wand gegenüber, sie zeigt deutlich Spuren des darauf gespuckten roten Betelsaftes'), liegen eng zusammengerollt und ordentlich aufgeschichtet die GhongadiS, die Schlafmatten. „Meine Frau wohnt hier, meine Mutter, zwei große Söhne und die Tochter", übersetzt Derrick die Rede des Arbeiters, der aus dem dunklen Winkel gekrochen und aufgestanden ist. Er hat das umständlich und langsam an seinen Fingern abgezählt. Dann fällt ihm ein:„Ja, und die Kinder. Drei. Und oft haben wir Besuch von Verwandten und Kastenangehörigen." Unter solchen Bedingungen wohnten, noch 1021, allein in Bombay 884.000 Menschen, d. i. über 88 Prozent der StadtbevMerung. Zehn Jahre später waren eS nur 258.000. Nicht, weil sich die Unterkunftsverhältnisse bis dahin so gebessert hatten. Der Jmprovement Trust baute zwar 21.000 neue Räume, doch Ivurden 24,000 alte zur gleichen Zeit zerstört. Und das Development Departement errichtete zlvar eine Reihe von Ehawls, aber sie werden nicht belvohnt. Die Wirtschaftskrise hat einen Teil des Bombayer Proletariats in seine kleinen Heimatdörfer zurückgetrieben und die Seuche» haben cS dezimiert. Doch immer vegetieren noch 80.133 Menschen in Räumen, die von 10 bis 19 Personen bewohnt werden und 15.490 in solchen, die mit Mehr als 20 Personen belegt sind. Eine vom Gouvernement ernannte Aerztin gab in ihrem Report sogar einige Zimmer mit dem Flächeninhalt von ') Fabriken. ') Mietskasernen. ') Betelnuß—Frucht der Betelpalme. Vom Rundfunk Empfahlen«werte* eil* den Progremmeni Sonntag. Prag, Sender I: 7.00: Konzert aus Karlsbad: Wagner, Leo Fall etc., 9.80: MustkS Salonquartett: Mendelssohn-Bartholdy, Weber etc., 11.00: Konzert aus Marienbad. 12.20: Orchesterkonzert FOK, 14,15: Deutsche Arbeitersendung: Dr. GleiSberg; Aberglauben und Glauben an di« Zukunft, 16.00: Konzert Italien. Legionäre, 17.35: Deutsche Sendung: Reportage über Marienbad, von Tetzner und Seetnann, 18.10: Aus Anfftg: Vom ersten ganzstaatlichen Retchtansmarsch der Republikanischen Wehr, 18.50: Deutsche Presse, 19.05: Slowakische Volkslieder. 20.55: Konzert zu Ehren des amerikanischen Nationalfeiertages: tschechische Philharmonie spielt. ■— Prag, Sender H: 14.80: Deutsche Arbeitersen- dung: Für Volk und Frieden. 14.85: Prager Kirchen find Kapellen von Hans Multerer.— Brünn 17.85: Deutsche Sendung: Dr. Hädina: BolkSepos— Aai- herzka: Neue Bücher.— Kascha» 10.15: Kompositio- pen von Smetana, 12 mal 15 Fuß an, in denen sechs Familien hausten. Das waren mehr als 30 Menschen! Auch die offiziellen Berichte nennen dies ,ärger als das black hole". Jenes berühmte„schwarze Loch", in das di« Engländer, nach der Eroberung Kalkuttas durch den Rabob, geworfen wurden; von 148 Eingekerkerten erlebten nur 28 den folgenden Tag. Und so oft.man den Briten Grausamkeiten gegen die Eingeborenen vorwirft, rechtfertigen sie sich.mit einem Hinweis auf diesen Mord im JaW 1758. Aber ganz ähnlich groß ist heute die Sterblichkeit— die Permanentei— in den„black holes" von Bombay und Kalkutta. Bei den Kindern schwankt sie zwischen 50 und 80 Prozent. „Hoben Sie Arbeit?" wendet sich Derrick wieder an den Mann./ Agesneuiskelten- Wehe, wenn Ihr mich ernst nehmt I In der letzten, hier in Prag erhältlichen Nummer der reichsdeutschen„Zeitschrift für Politik" besaht sich ein Anonymus, der unter dem Wappen von drei bedeutungsvollen Sternchen sein literar-PolitischeS Streitrotz tummelt, mit der tschechischen Bearbeitung von Hitlers„Mein Kampf", wie sic vor einiger Zeit Dr. F. Bauer im OrbiS-Berlag besorgte. Hier braucht nicht gesagt zu werden, warUm es sich von vorneherein um eine„Bearbeitung" und nicht eine wortgetreue Ucbcrsehung bei diesem dankenswerten und erfolgreichen Versuch handeln konnte; die Grunde liegen durchaus nicht beim Bearbeiter und Herr Hitler Weitz darum ebenso Bescheid, wie sein Eher-Verlag. Auf jeden Fall hat eS ihnen die Bearbeitung gründ- lich angetan! Die„Zeitschrift für Politik" ist eine weittragende Kanone oder soll eS doch wenigstens— im Gegensatz etwa zum„Völkischen Beobachter" oder„Schwarzen Korps"— sein. Und wenn nun gar schon da einer unter drei Sterben vom Leder zieht, rin brauner Ritter ohne Furcht und Tadel, dann heißt es:„Aufgepaßt! Hier könnte der Herr ReichSminister für Propaganda und Volksaufklärung doch vielleicht in persona— usw., usw. An einer, und gerade der sachlich wichtigsten Stelle wird besonders heftig loS- gezetert: „Ebenso unbekannt bleibt dem tschechischen Leser Hitlers scharfe Unterscheidung zwischen Idealität(politisches Programm) und Realität lfaktische Möglichkeit seiner Verwirklichung). Ohne diese Unterscheidung aber ist die Lektüre der autzen- politischen Darlegungen des zweiten Bänder— namentlich des Kapitels über Ostorientierung und Ostpolitik— irreführend und sinnlos. Rur dann, wenn man das geflissentlich außer Acht läßt, ist eS möglich, zu den jedem Unbefangenen phantastisch anmutcndcn Ueberlegungep über die vermeintlichen„Pläne und Vorbereitungen der neudeutschen Imperialismus" zu gelangen, die von einer gewisten und nicht blotz der marxistischen Presse in Umlauf gesetzt werden." Wir können uns nicht helfen: Herr Goebbels hat da mit dem Schmiedehammer nach der bösen Fliege geschlagen, die sich frech auf der Nase dcS„Führers" niedergelassen'hatte! Herr Hitler läßt also verbinden, laut und deutlich, datz er zwar ein Möchte-Gern-Fmpetialist, aber ein leider wegen widriger Umstände verhinder- 'ter ist. Wie soll es der Mitmensch zwischen „Idealität" und„Realität" anders interpretie- reu, ganz abgesehen davon, daß auch noch nicht einmal der schwache Versuch gewacht wird, zu be- weisen, datz Hitler tatsächlich diese Theorie vom „JdcalitätS.Rcalitäts".Politiker— also einem solchen, der sich aus Prinzip weigert, ernst, ge- nommen zu werden— in seinem vollständigen „Werk" vertritt?! WaS aber die leider immer noch nicht glcichgeschaltete Welt anbelangt, so mag sie jetzt jenen Dolus getrost in Rechnung stellen, der da hinsichtlich des hohen Delinquenten von der eigenen Familie bestätigt wird. ES ist halt ein Kreuz, sozusagen eine dumme„Idealität" gen Ostland zu reiten, wenn die englischen Kanonen leider da zuwider find, und die tschechischen Flugzeuge auch... F. E. Roth. Spende. Der Präsident, der Republik hat den Abbrändlern in.der Gemeinde M o d r ä einen Betrag von 10.000 K£ gewidmet. Hodsia auf dein Feuerwehr-Kongretz. Der Vorsitzende der Regierung Dr. Milan HodZa wird Sonntag: den 4. Juli, dem gesamtstaatlichen Festkongretz der tschechoslowakischen Feuerwehr in Bratislava, deren Ehrenvorsitzender er ist, beiwohnen und hiebei den Protektor des Kongresses, den Präsidenten der Republik, Dr. BeneS, vertreten. Eine verhinderte Zola-Gedenkfeier. Die französischen Schriftsteller und die literarischen Kreise von Paris haben aus Anlaß des 50jährigen Jubiläums seit Erscheinen, der berühmten Werke» •„Nein. Denn idiBiit aus Kurin. Wurde gematzregelt. Bei uttsereM letzten groben Streik. Acht Monate hat er gedauert- Fünftausend Arbeitet!'habest gefeiert, dreihunoertfünfziqtausend' wurden dlmn.entlassen, obwohl die Direktion— als wir noch streikten— da» Gegenteil versprochen hat. Ich war Selftmorspinner und dachte: in Bombay wird sich schon was finden. Doch das war falsch. Es hat sich nichts gefunden." „Und wovon leben Sie?" H «Ich gehe zumLicldverlciher."'' «Das ist nur eine momentane Hilfe. Der Bansa wird ihnen sticht immer leihen. Was werden sie später tun?" „O, ich Weitz, was man später tun wird. Aber dazu fehlen uns vorläufig die Mittel. Wir gehen. Auf dem Wege besuchen wir noch andere Wohnungen! ES ist immer das gleiche Bild. In Varel, in Dadar, in Naigaon. In den WoÄi-DhaWl», in den Development» Department-Ehawls, in den Zcment-Ehawls.\ von Emile Zola„Erde"«Ine Wallfahrt in die Gegend veranstaltet, wo der Roman spielt und wo Zola die Studien zu seinem Werk« gemacht hat. Dort, in der Nähe von DeaUee, liegt auch die Farm Villeloup, wo die wichtigsten Szenen de» Romani spielen,.und selbstverständlich stand der Besuch von Villeloup im Zentrum der ganzen Reise. Als aber die Gesellschaft vor der Farm anlangt«, fand sie die Tore des Gutshofes geschloffen. Der Besitzer Hknault weigerte sich kategorisch, die Farm besichtigen zu lassen; im Gegenteil, er habe nicht den geringsten Grund, diesen Gedenktag mitzufeiern, denn Zola hat in seinem Roman seinem Vater alles andere als ein schmeichelhaftes Denkmal gesetzt. Monsieur Hknault war nicht umzustimmen, und so zog die Festgesellschaft unverrichteter: Dinge vondannen. Ein Farienfilm der Tschechoslowakei wird von der Metro-Goldwyn-Mayer nach dem System Technicolor gedreht. Er wird Aufnahmen aus Prag und von den herrlichen farbenreichen Trachten der mährischen Slowakei enthalten.(DFD) Der tschechoslowakische Rundfunk lm Bormarsch. Di« Sommerkonserenz des tschechoslowakischen Rundfunks in Luhats chowih beschäftigte sich mit dem Entwurf eines literarischen Programms, durch das die kulturelle und geistigeAnnäherung zwischen dem Osten und dem Westen der Republik und zwischen den einzelnen Nationalkulturen, auf dem Boden unseres Staate» vertieft werden soll. Es wird einregelmähigerAuStausch auch zwischen der tschechoslowakischen und der einheimischen deutschen und ungarischen Literatur in Betracht gezogen. Auch zwischen dem tschechischen, slowakischen und karpathorus« fischen Programm einerseits und der deutschen und ungarischen Sendung andererseits wird ein Austausch der dramatischen Arbeiten in Uebersetzungen'durchgeführt werden. Di« tschechoslowakischen Rundfunkspiele und.die für die Rund- funk-Uebertragung geeigneten Theaterstücke werden bei den ausländischen Rundfunkgesellschaften propagiert werden. Die Bortrags-Sektion hat ein kritisches Verzeichnis hervorragender kultureller Persönlichkeiten der Tschechoslowakei fertiggestellt, die im Lauf« der Zeit vor das Mikrophon eingeladen werden und, deren Kundgebungen auf Platten für das Archiv übertragen werden. Auf diese Weise werden die Stimmen fast aller hervorragender tschechoslowakischer Kultur-Faktoren für die künftigen Generationen festgehakien werde». Ferner wurde u. a. vorgeschlagen, datz Heuer am Weihnachtsabend Friedens- und Glückwunschgrütze zwischen der Tschechoslowakei und Persönlichkeiten auf den entferntesten Plätzen der Erd- lugel, ausgetauscht werden sollen. Schlietzlich wurde über weiter« Sprachenkurse und über Relationen für Maffenempfang diskutiert. Eine Fabrik fliegt in die Luft. In Wiesbaden ereignete sich Freitag mittags in einer Oel- fabrik eine furchtbare Explosion. Das Dach eines neuen 80 Meter langen Gebäudes der Fabrik flog infolge der Explosion plötzlich in die Luft, die Mauern stürzten ein und die Eisenkonstruktionen wurden buchstäblich aus ihren Fundamenten gerissen. In'wenigen Minuten stand das Gebäude' in Hellen Flammen. Vier Arbeiter wurden schtver, 17 leicht verletzt. 34V Silben in der Minute. Bei dem Preiswettschreiben. des deutschösterreichischen Stenographenverbandes, bei dem fast 1900 Arbeiten abgegeben wurden, haben zwei Redakteur« mit 340 Silben in der Minute einen neqen österreichischen Rekord aufgestellt. Die beiden Journalisten haben die bisherige Höchstgeschwindigkeit bei einer Diktatdauer von 8 Minuten um 20 Silben je Minute übertroffen. Der erst« Versuch des HandelsluftverkehrS über den Atlantischen Ozean wurde gestern unternommen. Zwei Wasserflugzeug« starteten in New Nork und gleichzeitig ein Wasserflugzeug in Southampton zum Fluge über dep Ozean. DI« Strecke geht über New-Foundland und Irland nach Southampton, bzw- umgekehrt nach New Aork, Roosevelt-Attentäter verhaftet.' In Boston wurde der ehemalige Offizier Morton Waintvright verhaftet, der verdächtig ist, ein Attentat auf Präsident Roosevelt organisiert zu haben.' Die Arbeit ter russischen Polarforscher, Professor SaMoilowitsch, der Direktor des russischen Instituts für da» Studium der Arktis,, veröffentlicht folgenden Bericht über die Aorschustsrergebnlsst der'vier Forscher, die bereits einen Monat am Nordpol arbeiten: Trotz der kurzen Zeit ihres Aufenthalte» aut dem Nordpol haben die kühnen Forscher zahlreiche bedeutende Entdeckungen gemacht. Bisher war über, die Polargegend beinahe überhaupt nichts bekannt. Nunmehr wurde die Meerestiefe gemessen, wöbet festgestellt wurde, daß da» Meer gerade beim Nordpol seine grötzt« Tiefe erreicht. Die Forscher untersuchten ferner die Stärke und die Wirkungen des G o l f st r.o m e s, das P o l a r e i s und die WitterungSerscheinungen. Im Sommer ist die Lufttemperatur verhältnismäßig hoch: Maximmn 0 Gvad, Minimum—12 Grad. Einen weiteren Gegenstand des SMdiumS bildet ferner das Leien in den Polargegenden. Urberfahren. Donnerstag nachts wurde in der Gemeinde Eivice der Arbeiter Kratochvll von einem Kraftwagen, welchen der Sohn des Samenhändler» Jlöinfkh aus Pardubitz lenkte, überfahren und so schwer verletzt, daß er auf dem Transport ins Kran« kenshau» starb. Jlöinfky wurde bei dem- Unfall auck dem Auto geschleudert, erlitt aber blotz leichtere Verletzungen. Die Seeschlange kriegt Junge! In der Sau« ren-Gurken-Zelt im Hochsommer pflegt alljährlich die Seeschlange wiederzukehren, und das Monstrum von Loch Netz hat auch dieses Jahr nicht versäumt. In Erscheinung zu treten. Dabei ist da» neueste Zeugnis seine» Vorhandenseins viel ernster zu nehmen'al» die früheren. Denn niemand ander», al» der bekannte Naturforscher Basil Wedge behauptet, sie mit eigenen Augen gesehen zu haben, ja, mehr als das: er sah neben Ihr zwei junge Seeschlangen von je zwei Meter Länge. Professor Wedge ist überzeugt datz sie au» dem diesjährig«» Wurf herstammen, und er hat sogar die Geburtsstätte der SeeschlangenbabieS wenigstens theoretisch festgestellt:, der See von Loch Netz ist von Bergen umrahmt, deren Kalkstein vom Wasser au-gehöhlt ist, und diese prähistorischen Höhlen bieten geradezu«Inen idealen Schlupfwinkel für das„Liebesspiel" von Seeschlangen. Professor Wedge fordert, datz man mit Tauchern den Grund und Boden von Loch Netz und die Höhlen untersucht und verspricht sich sensationelle Entdeckungen von einer solchen Expedition- Er ist nur schade, daß Professor Wedge nicht in der Lag« .ist, zu präzisieren, ob sich der Seeschlangenpapa oder die Secschlangenmama In Loch Neß mit den Kindern getummelt hat! Dreifacher Mädchen-Mörder. Die Polizei von Jnglewood(Kalifornien) verhaftete den Matrose» James Sumita wegen des Morde» an den drei Mädchen, welche unlängst in der Nähe eine» Walde» erdrosselt aufgefunden wurden. Den Anstrengungen der Polizei gelang e» nur schwer, den Verhafteten vor einer Lynchjustiz zu bewahren.'„ r El» Löwe sucht seinen Herrn, Ein Bäckermei». ster von Vqucresson, einem. Villenvorort von Pari», begegnete um. 5 Uhr mokgen» esnem großen gelben,. Hund, der ihn anknurrt«. Er warf mit einem Stein nach ihm: worauf das Tier ihm nachspvang und dpr entsetzte Bäcker erkannte, datz e» sich um einen jün« gen Löwen handelte. Er flüchtete in ein Hau», während der Löwe seelenruhig seinen Spaziergang' fortsetzte. Bald war ganz Baucreffon In Panikstim- mung, die Polizei wurde alarmiert, aber per Löwe, benahm sich den bewaffneten. Beamten gegenüber i höchst mayierlich. Erregte sich nämlich hin und.' wedelte mit dem Schweif.' Worauf ihn eist Gendarm nach allen'.Regeln auf» Kommissariat abführte.' Dort sperrte man ihn in«ine Zelle und gab durch Anschlag bekannt, datz der Löwe seinen Herrn suche. Aber dieser meldet sich nicht, und seit drei Tagen mutz die Polizei da» Tier füttern. Da mast Fundgegenstände sech» Wochen aufbewahren muß, sind Beamten über ihren Privatzoo nicht gerade glücklich.. Wieder Schönwetter. Im Bereich«ine» umfangreichen Druckhoch» über Mittelcnropa nimmt die Bewölkung nunmehr allmählich ab und die Tempera«' tur beginnt wieder zu steigen. In der Slowakei^üntz in Karpathorußland, wo e» halbheiter ist, wurden Freitag an einigen Orten nachmittags 25 Grad per-, zeichnet. ES kann'eine weitere: fortschreitende Be^«»,. ruyg deS Wetter».'erwartet'werhest,— Wahrscheinliches Wetter S a m s t a g: Allmählich abiiehmestde- BewölküUg, vorwiegend trocken,- tagsüber.«twaSls wärmer,—® o n» t a g: Schön, weiterer Temperaturanstieg., «r. 15S SamStag, 8- Juli 1037 (Seite 5 W W Viel länger Freude an den Strümpfen haben! Weich zarte Strümpfe bringt die Mode dieses fahr, welch schöne Farben) Wie gerne möchte man sie recht lange smonen und wie neu. erhalten... Das ist viel leichter, als man denkt. Man muß sie nur nach jedem Tragen waschen— am besten kalt in Lux. Das milde Lux entwickelt auch in kaltem Wasser reichen Schaum. Es hilft, daß Ihre Strümpfe stets den guten Sitz und ihre Schmiegsamkeit behalten I Niemals leie, echt In dieser Packung IMtewirteduift und Soaiolpolttife Die Entwicklung der Produktion weiter günstig Dem Monatsbericht der Tschechoslowakischen Nationalbank entnehmen wir über die. Situation in den wichtigsten Produktionszweigen: Kohlen« und KolSförderung.. Die Stcinkoh- lenförderuug im Mai ist die höchste seit 1829, die Braunkohlenförderung seit 1939, Die Kokserzeugung ist die höchste Meisterzcugung.überhaupt und gibt ein Bild der intensiven Beschäftigung der Hüttenindustrie. Metallindustrie. Wenn auch der Zufluß an Bestellungen etwas schlvächer ist, dauert in der Eisenindustrie die BollauSnühung der Kapazität weiter. Die Maidaten über die Erzeugung von Eisen und Stahl sind die überhaupt höchsten Ziffern, die jemals die tschechoslowakische Industrie zu verzeichnen hatte. In der Emailindustrie hat der Stand der Bestellungen etwas.nachgelassen, da die Einkaufspsychose"wieder vergangen ist. In den Unternehmungen wird jedoch weiter voll gearbeitet, da die Beschäftigung durch vorliegende Aufträge gesichert ist. Der Absatz von Kupfer- und Messingsabrikaten hat sich vorübergehend etwas abgeschwächt. Maschinenindustrie. Die Großindustrie arbeitet aufs intensivste, der Absatz für die nächsten Monate ist gesichert. Auch in der Elektrotechnik ist die Beschäftigung befriedigend. Die. Nachfrage nach Werkzeug- und Textilmaschinen vergrößert sich- Die Beschäftigung auf dem Gebiete der Fein» Mechanik ist ständig güt. Stein- und Keramindustrie. In der Steinindustrie ist eine'starke Belebung zu konstatieren, besonders die Nachfrage nach Öualitätsmaterial ' für Straßenbau hält an. Auch die Schotterbrüche arbeiten intensiv. In der Erdindüstrie. ist insbesondere durch die Erhöhung des Kaolin-Kontin- gentes nach Deutschland eine Belebung der Kaolingewinnung, zu konstatieren. Der Verkauf von Baukeramik ins In« und Ausland ist lebhaft. Auch der Porzellanabsatz hat sich wieder gebessert, insbesondere in den westlichen Gebieten der Republik. Der Zementabsatz steigt ständig. Auch die anderen BaumMen zeigen" lebhafte Beschäftigung. Glasindustrie. Der Export hält sich auf einer ansteigenden Entwicklung- An den ersten fünf Monaten sind- die Ausfuhrziffern um 34 Millionen Ke höher, daran haben alle drei- Gebiete.-gleichen perzentuellen Anteil. Nur in Fla- schenglaS hat.sich.der Ausfuhrwert vermindert. Di; Aussichten sind nicht schlecht, vorausgesetzt, daß sich der Export nach Frankreich nicht vermindert. Holzindustrie. Auf dem Holzmarkte ist eine Beruhigung und PrciSstabilisiernng cingctretcn. Der Holzverbranch hält sich ständig auf erhöhtem Niveau und auch der Export ist befriedigend. Die holzverarbeitende Industrie ist gut beschäftigt. Textilindustrie. Die Baumwollspinnereien verzeichnen eine gewisse Abschwächung der Beschäftigung, auch bei den Webereien hat daS Äaussnteresse nachgelassen, dagegen ist die Beschäf- tiguiig der Wollindustrie ständig befriedigend, aber der Export stößt auf starke Preiskonkurrenz. Hingegen arbeitet wieder die Leinenindustrie lebhaft an Exportaufträgen. Mit voller Beschäftigung arbeitet die Kunstseidenindustrie- In der Wirk- warcnindustrie wird in Ueberstunden gearbeitet, eS werden neue Artikel eingeführt. Im ganzen ist die Gesamtbeschäftigung der Textilindustrie befriedigend, an vielen Stellen wird in mehreren Schichten gearbeitet. Zum Abschluß der Lohnbewegung In der Flakon- und Kristallglasbranche Reichenberg. In einer. Versammlung der .Flakonglasschleifer wurde vom Vertreter des Glasarbeiterverbandes Ullmann und den übrigen Gewerkschaftsvertretern nochmals über den Verlauf der Verhandlungen.berichtet. Die von den Arbeitgebern gemachten Vorschläge wurden dann nach einer sachlich geführten Debatte angenommen. Die Glasarbeiter werden ntmmehr darauf achten müssen, daß nicht der Versuch unternommen Wird, an Stelle der Auszahlung von fünf Prozent ab 28. Juni und fünfzehn Prozent ab 2. August 'auf die bestehenden Verdienste die Arbeiter auf Grund' des Durchschnittsstundenlohnes zu schädigest. Bedeutend schwieriger war der Abschluß der Lohnbewegung in der KristallglaSbranche, wo seit fast zwei Jahren über den Abschluß einer Lohn- liste verhandelt wurde. Nun haben die Arbeitober während der Verhandlungen und unter dem Druck der Arbeiterschaft Zugeständnisse gemacht. Nach dem Abschluß der Lohnliste sollen die noch offen gebliebenen Fragen erledigt werden, und zwar die Zuschläge für Arbeiter, die Spezialartike! Herstellen, der Zuschlag für die Poliererinnen, die GEDENKET bei«Ilan AkIIimb der Arbeiter!drsorge/ Die neue hollätVisch« Regierung.(AP.) Die neue holländische Regierungsbildung endete mit einer Ueberraschung.' Colijn hat entgegen allen Erwartungen und im Gegensatz zu seiner eigenen Konzeption einer umfassenden nationalen Negierung, wie sie das vorige Kabinett unter Einschluß der Liberalen und Freisinnigen darstellte, unter dem Druck der Katholiken, die nicht nur die Koalition, mjt der Sozialdemokratie, sondern sogar^ die Zusammenarbeit mit den Liberalen ablehnten,. ein. Rechtskabinett gebildet. Die Liberalen, die bei den Wahlen-Verluste erlitten, und ijife Freisinnigen Demokraten gehen in die Opposition. Die neue Regierung stützt sich also lediglich auf die,drei, christlichen Parteien, die Katholische Staatsparteil die Antirevolutionäre, denen der Ministerpräsident, Colijns angehört, und*die Christlich-Historische Partei. Sie stellen vier, bzw. drei, ibzw. zwei Minister, wozu noch zwei Parteilose treten, Die Rechtsivendung, die höchstens aus der'Tatsache, daß zahlreiche frühere Liberale für die Antirevolutionären.-stimmten, herauSgelesen werden kann,-entspricht natürlich nid&t dem Votum der Wählerschaft,. .„Sport".-Der Boxkampf Schmeling^—Farr ist aufgehoben worden,. Der-Grund liegt, der „Daily Mail" zufolge'darin,- daß Farr, der Schwergewichtlerchampion 7833 Pfund Sterling, Schmeling jedoch dagegen 18.333 Pfund Sterling erhalten, sollte. Farr erklärte nicht zu kämpfen, wenn Schmeling das Doppelte erhalte- Stapel in Ungnade gefallen,(AP.) Nunmehr ist auch der bekannte Publizist Wilhelm Stapel in Ungnade gefallen. Die tiefere Ursache liegt darin, daß der Eher-Verlag in. Stapels Zeitschrift„Deutsches Volkstum" eine Konkurrenz für seine„Nationalsozialistischen Monatshefte" erblickte. Deshalb Wurde»ein gewisser Ziegler.vorgeschickt, der ganz plötzlich die Entdeckung■- machte, daß Staffel ein „liberalistischer instinktloser Literat" sei. Wie rin Bumerang fällt also dies Schlagwort auf den Mann zurück, der«r selbst gegen Thomas und Heinrich Mann und soviele andere anwandte. Ziegler wirft Stapel vor, daß er in unbekümmerter Weise der Politik der Nationalsozialisten Vorschriften zu machen wage. Er hatte— 1928 geäußert, daß die Lösung der Judenfrage allein durch den rechten Takt gefunden, werden könne. Daß er sich später hinter Streicher pellte, hat ihm nichts mehr genützt. Ihm wird„dringend nahcgelegt, auf,den Ruhm eines Wissenschaftlers im Staate Adolf Hitlers, zu verzichten"! Das vorderasiatische Paktsyftem.(AP.) Angesichts der außerordentlichen diplomatischen Tätigkeit im Nahen Orient und-der Verwirrung^ die über die vorhandenen Pakte herrscht, geben wir nachstehend eine Ueberstcht: Pakt Türkei-Persien(Verzicht der Türkei auf Jrredenta In Persisch-Asserbeidschan, Entgegenkommen Irans in der Kurpenfrage, Vermittlung Ankaras zlvischen Teheran und Kabul, Vermittlung Ankaras zwischen Teheran und Bagdad). De- fensivbündni» Türkei-Afghanistan 1921(erneuert .1928). Pakt Tvrkei-Jrak(1923)..' Pakt Persien. Irak(Abkommen über den Schatt el Arab). Pakt Persien-Afghanistan-(Liquidation der Grenzkon- flikte). Vicrerpalt Türkei-Jran-Jrak-Afghanistan (Dezember 1988). Freundschaftsvertrag- Jrak-Sy- rsest(1987).— Vermittlung Iraks im Sandschak« Konflikt).'Abkommen Türkei-Frankreich(Aprill987) — Sandschak-Frage).' Freundschaftsvertrag Irak« Saudi-Arabien(Jänner 1987). Freundschaftsvertrag Jrak-Aemen(März 1987). Vertrag Irak« Transjordanien. Vertrag Türkei-Transjordanien. Freundschaftsverirag Türkei-Aegypten(April 1987). »cürWuml in Japas, Von Josef- tVechsberg(Tokio) (Nachdrpck verboten.)! L Wenn Japan von vielen Reisenden, die es nuv flüchtig kennest, als eist-Paradies geschildert wird, dann ist es-bestimmt nicht- leicht, in dieses Paradies zu konusten. Zumindest für«inen Tschechoslowaken nicht. Das Drama beginnt schön in Möji, dem ersten japanischen Hafen. Die»Wasser» Polizei" kommt an Bord und dis Passagiere de» kleinen'DäistpferS stehen'im Oüeüe, um die Pässe vorzUweifen. Alles geht glatt, bi» Vie. Beamtin meinen Paß in die Hände bekoqtmt. Aintlich mit Jameiss.zu tun zu hüben, ist niemals angenehm. Auch diese hieb ist keine Ausnahme.-Eiji- tschechoslowakischer Paß? Unbehagen ringsum. Ich werde höflich und bestimmt.ersucht, zu warten.. Zu wartend Worauf zu warten? Hat man nicht, allen änderest Passagieren de» Dampfer» ohne lange Red« den obligaten Stempel in den Paß gegeben? Ja, aber'diese anderen gehören^bevorzugten" Nationalitäten an. Sind Amerikäster- Engländern zwei gardie Augen der Beamtin strahl«»— Deutsche. Aber„the tschecoslovak gentleman" muß warten. Und erst stach langes jüiigdn' Wnuten) bis auch die Passagiere■ aus der zweiten Klasse alle vorgenommen wordest'sindi wird man.gerü» jcn. Warum fahren Sie. nach Japan? Wa» wer den Sie schreiben? Meine Antwort, daß ich natürlich noch nicht-weiß, was ich schreiben werde, macht keinen Eindruck. Wiederum sorgfältiges Prüfen de» Passes, lärme Beratung der drei Beamten untereinander. Erst da ich meine Bisitkarte herausziehe und sie mit einer höflichen Verbeugung überreiche, ist der Bann gebrochen. Die Beamtin macht sich«ine Reihe genauer Aufzeichnungen— ich.-frage mich, nur, was sie eigentlich so viel Wer mich zu schreiben hat-— und dann wird auch mir, mit verlegenem Lächeln, der Paß zurückgegeben. Einest Tag später, ist Kobe. Hier sollen wir ast Land gehen, daher nochmalige Paßkontrolle, natürlich.bedeutend strenger, Diesmal bist ich. schon-vorbereitet und wundere mich nicht Wer die sichtlich« Betroffenheit de» Beamten, vermeinen Paß in die Hände-bekommt. Der Paß wird herumgereicht, all«! vier Beamten suchest darin...' ja,'wa» suchen sie eigentlich? »Sie müssen warten",-sagt der eine.-»Es kömmt ein spezieller Kommissar für Siel" Der amerikanische Kaufmann.hinter mir gibt mir einen Stoß. Genau so hat er es mir yorausgesagt. Er lebt seit siebzehn Jahren' ist Tokio Und kennt- di«. Methoden. Sie werden von einem' Spezial»! kommissar interviewt werden, sagte er. Ich stelle mich, als wüßte'ich nichts. Warum' ein spezieller' Kommissar?". Der Beamte ist! verlegen.„Wir-sind hier.nur!für europäische und.- amerikanische Passagiere."^ Jetzt verliert.man- langsam.die Geduld.„Gehört die Tschechoslowakei, die man immer das-,Herz von Europa' nennt, vielleicht nicht zu Europa?" Das Lächeln ist um eine Nuance härter geworden.„Tschechoslowakei wie Rußland", sagt der Beamte,„sehr nahe Rußland. Für tschechoslowakische Passagiere spezieller Kommissär." Da nützt nichts, Man muß sich auf eine» bereitgestellten Stuhl- setzen, unter dem ironischen Lächelst der japanischen Stewards und den halblauten Bemerkungen der zwei englischen Damen, die interessiert herüberschauen. Wahrscheinlich ist man jetzt eine»interessante" Persönlichkeit geworden, so etwas wie ein Nihilist oder Anarchist, vielleicht ist dort' dieser junge Mann, der sagte, er sei aus Czechoslovakia, gar einer, der etwas auf dem Kerbholz hat.' Nach einer halben Stunde erscheint der spezielle Kommissar. Er zieht ein Büchlein aus der -Tasche,, in dein seitenlange Beschreibungen sind, und darüber mein Nanie,.tvie ich lesen kann. Woher hat er alle diese Details bereit»? Wieder das Fragenironnnelfeucr. Alles will er wissen, was ich bereits getan habe, und zu tun gedenke. Es dauert, eine weitere halbe Stund«, bis man mir den Paß übergibt und'mich entläßt: Die Passagiere sind längst alle in.der Stadt und die Matrosen Wäschen das Deck, da ich au»'der„Gefangenschaft" entlassen werde. Ich darf die.Koffer nehmen und an Land gehen. Da» Paradies Japan steht-Mr offen. Kreditanstalt der Deutschen reg.««.».».-»Prasst Durchführung aller Geldgeschäfte. Borwaltungs-Kapitol 1 Milliarde Ke. Haftungs-Kapital 95 Millionen K6. 81 Niederlassungen. Behandlung der Kontrolle, das Inkrafttreten der Lohnliste am 5. Juli und ihre Drucklegung. Lohnvertrag für die Nixdorfer Metallindustrie Nach langen Verhandlungen wurde ein Lohnvertrag für die Heimarbeiter-Montierer uns für die Industriearbeiter der Nixdorfer Metallindustrie abgeschlossen. Der Lohn- und Alkordver- trag für die Heimarbeiter setzt Berdiensterhöhun- gen bis zu 88 Prozent fest. Für Vollarbeiier, und zwar für Schleifer und Knieschleiser, wurden Stundendurchschnittslöhne von 2.98 bis 8.83 Ke festgesetzt, für Messerschmiede 2.88 bis 8.33 X für Montierer 2.13 bis 8.83 KC. Auch für alle übrigen Kategorien wurden feste Löhne vereinbart. Leichte Besserung des Zementabsatzes Im ersten Halbjahr 1937 Zement noch nicht in voller Konjunktur Prag, 2. Juli. Im Monate Juni betrug der Zementabsatz der vereinigten tschechoslowakischen Zementsabrikc» 13.287 Waggons gegenüber 14.883 Waggons im Mai dieses Jahres. In der Zeit vom 1. Jänner bis zum 83. Juni 1987 lourdcn 88.289 Waggons Zement gegen 84.338 Waggons im gleichen Zeitraum des Vorjahres ge- licsert, somit hat sich der Absatz im ersten Halbjahr dieses Jahres lm 7398 Waggons oder etwa 18.7 Prozent erhöht. Diese Erhöhung ist haupt- iächlich auf die Belebung der Baubelvegung in den größeren Städten zurückzuführcn. In der Provinz bleibt die Enstvicklung der Bautätigkeit auch iveiterhin hinter der Entwicklung in den grüßereit Konsumzentren zurück. Bei der Beurteilung der Gesamtabsatzbilanz für das erste Halbjahr dieses Jahres kann gesagt werden, daß die Hoffnungen, die in die diesjährige Bausaison gesetzt wurden, zum großen Teile unerfüllt blieben, denn die Absatzbesserung ist bei Zement und bei den verwandten Baumaterialien bei weitem nicht so durchgreifend wie auf anderen Geieten, die bereits eine Periode voller Konjunktur durchmachen, während unsere Zementfabriken derzeit. mit nur etwa öllprozentiger Ausnützung der Kapazität arbeiten. Aussiger Sparkasse belehnt Einlagen der Centralbank.Mltale. Der Ausschuß der Aussiger Sparkasse beschloß im Einvernehmen mit der Centralbank, die unter Moratorium stehenden Spareinlagen der ehemaligen Aussiger Ccntral- bank-Filiale zu belehnen, soweit sie nicht, schon mit Darlehen anderer Geldanstalten belastet sind, Die Belehnung wird 83 bis 88 Prozent des Einlagenstandes zum 13. März 1938 betragest, was einer 48- bis 63prozentigen Belehnung des.annähernden Endtvcrtes der Einlagen zum Stichtag entspricht. Das Darlehen soll zu einem begünstigten Zinsfuß bei halbjährlicher Verrechnung gewährt werden.(DRD) Vorstandssifeung des JGB Unter dem Vorsitz von Walter M. Citrin« tagte am 29. Juni in Warschau der Vorstand des Internationalen Gewerkschaftsbundes. Anwesend waren Jacobsen(Dänemark), Jouhaux(Frankreich), Kupers(Niederlande), Tayerle(Tfchecho- sloivalei), der Generalsekretär Schevenels und Untersekretär Stolz. Als Gast nahm Stanczyk von der polnischen Landeszentrale an- den Beratungen teil., Mertens(Belgien) war wegen dringender Arbeiten verhindert, an der Sitzung teilzunehmen. Die Beratungen des Vorstandes betrafen Ubeviviegend vorbereitende Arbeitest für die Durchführung der Warschauer Ausschußsitzung des JGB. Außerdem nahm der Vorstand einen, ausführlichen-Bericht über die kürzlich abgehaltene Wirtschasts-Experten-Konferenz des JGB entgegen. Der Vorstand beschloß, die Wirtschaftsabteilung des JGB auszubauen, besonders im Hinblick auf die Planbewegung in den verschiedenen Ländern. Außerdem sollen der Kontakt mjt den WirtschastSabteilungen der Gewerkschaften in den einzelnen Ländern ausgcbaut^.md ds« Landeszentralen, die solche Abteilungen noch nicht habens zu ihrer Schaffung ermutigt werden. Der Vorstand, nahm ferner den Bericht Wer die Tagung des Jugend« und Bildungskomitees des JGB entgegen. Es wurde beschlossen, jährlich ein Studien-Wochenende durchzuführen, das die Mitglieder des Komitees mit den Lestern der Bildungsorganisationen der verschiedenen Länder zu- sammensührt. Als Datum der nächsten Borstandssitzung in Paris ivurde der 15. und 18, September festgelegt.< Seite 8 Sozialdemokrat" SamStag, 3. Süll 1937. Nr. 155 ffiwr fetturm Konstituierung der Bezirksstelle Prag der deutschen aktivistischen Parteien An Prag Hat sich die Bezirksstelle der deutschen aktivistischen Parteien konstituiert. Sie besteht aus Vertrauensmännern der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei, der Deutschen christlichsozialen Voltspartei, des Bundes der Landwirte und der Deutsch-demokratischen FreiheitSpartei. Zum Vorsitzenden der Bezirksstelle wurde der Stadtverordnete Dr. S ch w c I b(deutscher Sozialdemokrat) gewählt. Dem Präsidium gehören ferner an: Als Vertreter der Deutschen christlichsozialen Volkspartei Wilhelm P a tz e l t, al- Vertreter des Bundes der Landwirte Aosef FIedler, als Vertreter der Deutsch-demokratischen FreiheitSpartei Sekretär Dr. Karl Lemberger. Es wird gebeten, Zuschriften,.die an die Be- zirkssteste gerichtet sind, an sie'durch Vermittlung der Prager Organisationen der vier Parteien gelangen zu lassen, und zwar: Durch die Bezirksorganisation der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei, Prag II, Smekky 22, oder Prag XII, Slezskä 18, durch die BezirkSorganisation der Deutschen, christlichsozialen VolkSpartei, Prag II., Na Pkiköpy 28, durch die BczirkSorganisatton des Bundes der Landwirte, Prag II., Lützowova 40. durch den Kreis Prag der'Deutschdemokratischen Freiheitspartei, Prag II., Pkikopy 26, Zimmer 16. .Die Amtsstunden her. Bezirksstelle finden seden Montag zwischen 6 und 7 Uhr abends im Zimmer Nr. 86, 2. Stock der Neubaues des„Deutschen Hauses" in Prag statt. . Tziike Szakall erfreut im Film mit feiner Tie» bcuswiirdigeu Komik so viele. Menschen, daß man ihm Dank schuldet. Ich ergreife die. Gelegenheit, ihn abzustatten, indem ich über dar ungarische Lustspiel, mit dein Szakall sein Gastspiel in der Kleinen Bühne bestreitet,"zur Tagesordnung übergehe und indem ich mich weiter mit. der Feststellung begnüge, daß ein Teil der Publikums der diesmal sehr bescheidenen Leistung der bekannten Komikers sich herzlich freute. An dein Ensemble, das um Herrn Szakall gruppiert Barbara Stanwyck und Robert Taylor in dem MGM-Film„Tas Weih seines Bruders" ist, gibt es gute Schauspieler, die schlechte Rollen haben,^und sehr mäßige Darsteller, die mit erträglichen Aufgaben nichts Richtiges anznfangen wissen. Wenn ein Rat gestattet und seine Befolgung'möglich sein sollte, dann sei den Gästen empfohlen, für die letzten Tage ihres Prager Aufenthalte» dem Publikum ein anderes, bessere» Stück zu bieten, da» gleichzeitig Gelegenheit geben müßte, die Sympathien für Szakall auch feinem Können im Sprechstück darzubringen, l. g. Fritz Grünbaum und Karl Farka» beginnen am 7. Juli Ihr Ensmrblegastspiel in der Kleinen Bühne. Zur Aufführung gelangen:„Gangster über Wien" und„Ali Farka» und die 40 Grünbäume".., Wir empfehlen das Hotel„DAX" Bratislava, Stefanikstraße 31 3 Minuten vom Bahnhof Bürgerliches Haus, Menu KS 6*— Fremdenzimmer von K6 16— an 4175 Sport- Sput- XörpLrpjkegL Wieder Schiedsrichter-Spiel gegen DFC Ceclile Karlin„gewinnt“.-2:1(2:0) Am Freitag gab«» auf dem DFC-Plah nach dem Pardubitz-Spiel, da» damals nicht die Provinzler, sondern der Schiedsrichter ZeniSck-Pilsen„gee wann", wiederum so ein Schiedsrichter-Spiel. Die Karliner ebenso wie der DFC haben in dem Turnier um den Liga-Aufstieg bisher je einen.Punkt erzielt. Die Punkte hätte der DFE gewinnen müssen, denn die Karliner sind Fußballer ohne Technik, aber mit Wald-Sanatorium Dr. Scfautinfrurg, Judmontel Schlesien Erstklassige, physikalisch-diätetische Heilanstalt für innere, Nerven- u. Stoffwechsel-Krankheiten Mäßige Fauschalkuren Sviwzor: „Die Fran am'Scheidewege."'.(Tsch.)-h'Alma: „K. u. k. Feldmarschall." lTsch.—Vlasta Bnrian.) — Belvedere:„Mihi,"(St.)— Bcseda,„Ein entzückendes Ereignis."(Tsch.)— Carlton:„Der Hund von BaSkerville."(D.)— Jlluston:„Harmonika."(Tsch.)— Lid» Nr„Untep dunkshw Ton nen."(D-)— Louvre:„Piccadillv-Jim."-(A.) — Maccöka:„DaS Mädchen au» dem Warenhaus." Sied- lUNg,. Glaubensfreiheit ermöglichte das Gedeihen des Böhmischen Dorfes. In einem amtlichen Bericht von vor über 100 Jahren hieß es: Die ganze i Gemeinde Böhmisch-Rixdorf, ohne.Ausnahme, gehört zu den ruhigsten,, gehorsamsten,, in Eni- richtung ihrer Abgflben.prompetesten(—-. darauf kam es.den preußischenKönigssn besonders an Überhaupt, zu-den besten Nnterthanen". ,'Die Gemeinde errichtete sich.einen Betsaal, um nach einigen Jahren miften im. Böhmischen Dorf jenes Haus zu errichten, in dem sie, heute noch ihren Gottesdienst'abhglten.— Gin Teil der in»,Berlin(angesiedelten- Tschechen.schloß sich, der lutherischen, ein anderer Teil der-'reformierten Kirche an, nur die Böh'misch-Rixdorfer bewahrten ihre eigene Note, indem sie Anhänger, der Herrn- huter wurden. Die Bethlehemlirche in der Mau» rerstraße-gmff-in-die-Hände'der lutherischen-Böhmen des Südens über, Böhmisch-Rixdorf, aber pflegt«-Wester seine-Eigenexistenz. Bis Ende des fMiWWWmM» häbön' die- Äschechend Im Böhmischen Dorf sogar,Sprache.erhaltest, bis dann die völlige Germänlsterung sie umklm.n- mcrte. Sie haben eine Reihe schöner Gebräuche entwickelt,-.so die Feier am- Ostermorgen„Dr.St..,Äz^,--,' Bezug« b e d i n g u-n-g-e'n:-Be: stiiitellnnä in» Hau»»her bei Bezug diM.du Post' niogaflich llö 16,-, mertelsäbrUch Xi 48.---, halbjährig Ai 96.- ganzjährig fli ll)2.—.— ZmgS-A.«G. Prag,.