Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Auouahme de» Montag tSglich früh/ Einzeiprei» 70 Heiler Rfdaüion u. Verwaltung: Prag XII., Fochova 62- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub— Derantw. Redakteur i.V.: Zdenko Neuwirth, Prag Aus dem Inhalt: Melniker Sender ab Weihnachten Acht Tote in einem deutschen Bergwerk Britische Schlachtkreuzer ins Mittelmeer Kompromiß gesucht Was in Oesterreich eine Amnestie bedeutet Die Deutschen im baskenland 17. Jahrgang Sonntag, 4. Juli 1937 Nr. 156 DSMWWWsWM Volk Der erfte Reichtaufmarsch der Republikanischen Wehr in Aussig Aussig. Seit Freitag wehen in den Straßen von Aussig von den hohen Fahnenmasten neben ter'Trikolore der Republik die roten Fahnen d«r sozigldeiiiokralischenBewegungund,die Zusammengch-rigkeit mit Partei und Republikanischer Wehr betonend, auch die Regenbogen? F a h u e n der Genossenschaft. Di« sudetendeutsch e Industrie-Metropole wird zwei Tage lang der Schauplatz eines historisch bedeutsamen Ereignisse» sein, eines Ereignisses, daS nicht nur in der Geschichte der Arbeiterbewegung des Landes einen Einschnitt kennzeichnet, sondern ebenso bedeutungsvoll für die Geschichte des Staates ist. Die'Kundgebung unserer Wehrorganifation beweist, daß der tschechoslowakische, der demokratische StaatSgedanke im deutschen Volk der Republik nicht nur ein platonisches Bekenntnis al» Echo anSgelöst hat, sondern daß. sich die Arbeiterschast dem Staate und der dinwkratischm Idee diese» Staate», die seine soziale Mission in sich schließt, zutiesft verbunden ssihlt. Mit Stoll tragen die Arbeiter das BerbandSkleid der RW, das kein Zeichen einer erzwungenen Gleichschaltung»der gedankenloser Freude an der Uniform ist, sonder« daS äußere Bekenntnis zu jenen Prinzipien, auf denen die demokratische Republik aufgerichtet ist, das Bekenntnis auch zur Opferbereitschaft, zur /Kampfbereitschaft im Dienste der.Demokratie, zur Verteidigung der StaasSidee und der ÄtaatS-JntegritSt... Im Laufe des SamStag trafen ans allen Teilen des Lande» die starken Delegationen der Republikanischen Wehr in Aussig«!». Man hörtsömtliche sudetendentschen Mundarten, vom krsiftigen Fränkisch der Egerländer b!S zu den schlesischen Dialekten de».Riesengebirge» und des Gesenke» oder zum gemütlichen„Oestexreichisch" der Südmährer, man erkennt in den Gestalten und Gesichtern der harten Arbeitsmänner und der sportgeftäblten Jugend alle Tvpen des sudetendeutschen Arbeiter». Die »estbühmischen„Purzliner", die notgehärteten Arbeiter des Erzgebirge», die Glasbläser, Schleifte mid Glasmaler RordböhmenS, Bergarbeiter aus dem Falkenauer,' dem Duz-Brüzer, dem ostbShmischen Revier, Textsler. auS dem Niederland, dem Jsergau, aus dem Anpatal, dem Braunauer Ländchen und a»S Schlesien und. die stählernen Gestalten der Metallarbeiter von Komotä«, von Bodenbach und au» Schlesien tragen die Kleidung der RW, hären auf die gleichen Kommandoworte, folge« den gleichen Fahnen«nd Vierden'sich in edlem Wettstreit messen, um ihre wehrsportlichen Leistungen«nd Tugen. .Jp« erweisen.^ Am frühen Nachmittag begannen i« Stadion, däS' fa nichtzUmersteft-MalSchauplatz großer Arieitcrfeste und vielen Genossen schou te^ßunt ist, die ersten Wettkämpf^, deneasich dann IMLäusedcS Nachmittag» die neu eintriftenden Trupp»' anschlossen"' ES wär bewundernswert, wie RW-Abteilnngen, die nach langer Bahnfahrt in Aussigqnkgnien, sogleich den Marsch-inS Stadion, antrate» und ohne Zögern an ihre Aufgabe heran gingen!' Die' Beranstaltvngen des SamStag-Nach- mlttag schlossen um 18 Uhr mit eiitem A p p e l I, Um.Ist Uhr.begann die, hauptsächlich vom AtuS bestrittene, Abendfeier im Warmbad Kleische. ' Eröffniingtappell Im Stadion , Um halb sieben Uhr traten zweieinhalb- tansend Man» der RW zum Appell im Stadion an. Nachdem Genosse S ch i ti s e i d e r dem ReichSsührer Genossen No haL die Meldung»r- stattet chatte,- gebot dieser zunächst eine Minute Schweigen zur Ehrung-der Opfer deS Faschismus Hnd unserer kämpfendeu Brüder in Spanien.. In den Eröffnnngswortcn betonte Genosse RohaL die'Treue'der RW gegenüber der Parti! und versicherte dem Parteivöksiand, daß in Gutem«nd Bösem zu allen Zeiten die Männer der. Republi- knnischen Wehr treu zur Partei stehen wüiden. Insbesondere dankte er noch den Frauen- die um der Sache der RW willen so manche Opfer brin» gen, deren Schutz aber auch zuvorderst der Kampf der RW gilt- denn sie bewahrt daS.Bolk, vor allem die Fvant'n- vor den Schrecken deS Faschismus.' nie. so aufgefaßt Vierden, als ob Ihr den Ereignissen der Umwelt teilnahmslos gegeniiberstehen würdet. Keineswegs wollt Jhx und werdet Ihr in die Machtsphäre irgendeiner staatlichen Funktion eingreifrn.. Wie wir alle,, so werdet auch Ihr unserer Armee, der die Aufgabe zufällt, den Staat -« schütze«,"stets- Liebe und- Achtung gegrnüber- bringen und bchnüht sein,, die Wehrfähigkeit deS Volkes z« stärken. Ihr.seht Euere Aufgabe darin, die Tätigkeit unserer.Armer zu fördern, in weitesten Kreisen Verständnis für'die wertvollen Güter zu.wecken, die wir. hier verteidigen und'für dir zu kämpfen niemals so' aktuell«nd notwendig' war, wie gerade heüte.^' Wir- sind Augen-«nd. Ohrenzrugen dessen, waS der- Faschismus der Menschheit-angetan-hat. Wenn«S nicht zu einem Weltbrand kommen soll, sompß die Menschheit gesunden von einem Irr- wahn, der das Schicksal der Völker in dir Hand einzelner Machthaber legt. Die Worte, di« einer der Repräsentanten deS GewaltstzstemS in den jüngsten Tagen geprägt hat, wonach die Kanonen das letzte Wort haben werden, diese Worte beweisen der Menschheit, daß der FstschisniuS Krieg bedeutet. Diesem Prinzip setzest! wir die Idee der Demokratie und deS Friedens entgegen, für diese Ide« zu kämpfen ist vor allem. die Mission der Republikanischen Wehr. Euerer beispiellosen Disziplin ist rS zu danken, daß Ihr auf«ine so erfolgreiche Tätigkeit znrückblicken könnt. Wir zweifeln nicht, daß Aussig, daß dies« machtvolle Kundgebung der Ausgangspunkt eines neuen Ausstieges sein wird. Di« demokratische« Kräfte dieses Landes und jeder, dem Demokratie nicht nur«in leere» Wort bedeutet, werden Euere Tätigkeit zu werte» wissen und sie unterstützen. Wir wollen»ns geloben, im Sinn« unserer verehrten Präsidenten Masartzk und Bene» als treue Staatsbürger jederzeit.bereit zu sein, für die' demokratisch« Republik U«ftr Leben zu opfern: Wir stehe«-hinter der SatSfahne als dem Sinnbild unserer Selbstän» eit und- Freiheit, hinter der-roten Fahne als dhfnj Wahrzeichen der Völker«erbundenheit.-Dies« Fahnen mögen uns voranwehen im Kampf gegen de« Faschismus, im Kampf für'Deniokratir und Frieden!, FahnenÜbergabe durch die Frauen Nach der mit großem Beifall aufgenommenen Ansprache.des. Genossen! T a u b ergriff Genossin detz RW Mit- anßerordentlichkin Unverständnis begegnet worden, gerade von Kreisen, von denen man häWannehmen fMN'udatz sie alseS tun. würde«, mstldie Tätigkeit. deriRW zu fördern- Ihr habt mtt bewundernswertem Idealismus an-der, Id«, festgehalten und von Anfang an Euere- Orgänifativn z» einem ausgezeichneten Instrument der Disziplin und. dek ÜftrssttprSten,Kampfes für. dje-Demokratie getztachs.-'.- ..'Die RWistineM'rPetiodesichüberstUrzen- der Ereignisse, in einer'Periode größter Brrwir- rung entstanden. EutzL^elbsttosrSHsiitrete^ für hip Demokratie hat schließlich Euerer Bewegung NrrundeundÄNhKnger-inassrnKreisen.grworben! denen daö Wohl deS Staates und der.Bestand der ^PM«t^'-tmt--t8kröM:.iM.'ÄM! seid eine neu- -, Der Verbandstag der I Ans s ig.(Eig. Ber.) SamStag vormit- tngS versammelteN sich die Delegierten' der' Republikanischen Wehr' im- BöNSHaus in Aussig za ihrem zweiten'ordentlichen Verbandstag. Genoss« llllm a n n eröffnet«-die zahlreich'beschickte Tagung mit Worten der Sympathie für die Kämpfer deS demokrätischen Spänirn und des Gedenkens für'die-toten-Genössest.- Er'-begrüßte dann- unter ftärkem Beifall der Brrsatnmrlten die Gästrr Genossen Tanb für die DSAP, Roscher und W t i g e l für die ZG», Müller, F e i st a«. er--' Fi st er. und Breuer für die AtuS- Union, K rei n e r für die SF und Dr. F ran-. z«l für die Presse, i'" , Dry Bericht erstattete'-'der.' Geschäftsführer Genosse Pa«l,',drrMejr de», stete« Ausstieg«nd di« innere Festigung des BerbandeS, den guten Fopftchritt. der organisatorischen Ustd erzieherischen Arbrit'EjMnAanjit^. Äestifse. Paul, befaßte sich dall^ nift.-den Leistungen stnd Problemen der einzelnen Kreise, hob die.mst^ergaliistr' Arbeit gewisser.Sitzen-vMstisatidnüt/hedüor und' erörterte«inMendDie. Bedingungen unter denen sich dir'.' Arbeit der MW in den so verschiedenartigen Gebieten deS deutschen Sprachbereichs im Staate j abspielt. So. vieDanch bisher erreicht wurde'und Aufstiegs gliedpr sind- bleibt doch angesichts der schweren Aufgaben,, insbesondere für sten Fall von Wahlen, noch viel-zu tun. Daher beantragt der Borstano die' Durchführung einer Werbe-AkttoN'unmittelbar-nach dem Reichsaufmarsch. DaS. Ziel- der AkttoN»-daS für die einzelnen Gruppen vomBer- bandSvorstand atgesteckt werde» soll, ist eine Erhöhung.der.Mitgliederzahl auf.insgesamt nahezu daS DöPprlteidrS bisherigen.Standes. Außerordentlich günstig war nach dem Bericht- d'rS Genosse» P a«l der Marken-Umsan. Dip AufwärtS-Entwicklung hält an und die Sas- sierung nähert sich- dem Jdealznstand- einer hundertprozentigen Kassierung. Weiter berichtet Paul über dir Tätigkeit des Vorstandes, der technischen ReichSleitnng-und über dir zentrale- SchUlnngS» arbrit.- Der Kontakt zwischen Reichslritung und Ortsgruppen wär-güt-..Vie Beziehungen zu dm übrigen föziälistischen Organisationen wären herzlich und dMmentierttn sich'in der' Teilnahme an den großenKundgebungen der Arbritertrwe- g«ng.'-Besonders-erfreulich ist«S, daß' eS gelnn- ge»- ist,' durch unsere Teilnahme'an dm wrhr» sportlichm Ski-Uebungm deS-BerbandeS der tschechofl. Offiziere in Banskä Bystrieü die verbin- dung zu den tschechischen Kreisen anfzunrhmen. kinsncknse und Sorlslisten B. B. Paris. Ein konzentrischer Angriff hat gegen die französischen Sozialisten eingesetzt. Die Presse der Trusts und des Großkapitals will aus der Bilanz des neuen Finanzministers eine Waffe gegen die Volksfront schmieden. Nicht auf die Rettung der Staatsfinanzen ist man bedacht, nickt nm das Schicksal der Nation ist man besorgt, das man bei den täglichen Handlangerdiensten für Hitler, Mussolini und Franco mihachiet, nur ein Ziel hat man im Auge: Vernichtung der Sozialpolitik des ersten Volkssrontkabinetts und Zurückdrängung der Ratio ualisie- r u n g s p l ä n e, die mit deni Fortbestand der gegenwärtigen Mehrheit»nd der Kampfbereitschaft der Blassen eine innner aktuellere Bedeutung erlangen. Herr Gaston Jeze, einer der bekanntesten französischen Finanzsachverständigen, läßt die Katze aus dem Sack, wenn er erklärt, die finanzpolitische Entspannung könnte nur erreicht Werden, wenn man auf die V i e r z i(j ft u n» denwoche, diese„demagogische Wahnsinnstat" (I), verzichtet. Eine reaktionäre Pariser Zeitung sagt nicht minder deutlich: Die Regierung Blum wurde nicht des Ermächtigungsgesetzes lvegen im Parlament gestürzt, sondern in den besetzten Betrieben. Die grossen Demokraten deS Senates haben nicht aus prinzipiellen Gründen die Finanzvollmachten abgelehnt, die sie später Chmiteinps «nd vorher Laval wie Ddumcrgue gewährten, sondern weil sie eS bedauerten, dass sie sich tn einer Zeitz sozialpolitischer Hochspannung gewisse Reformen«bringen liessen, die sie in ihrex Cigen-,. schäft- al» Berwaltnngsrätsmitglieder der Eisenbahn- und- Versicherungsgesellschaften doch hätten verweigem müssen. So steht es mit der Legende,, welche besagt, Äon Blum habe das Feld geräumt, weil ihm-die finanzielle Situation ausweglos erschien! Geben Wir aber der nüchternen Sprache der Zahlen den Vorzug: 20 Millionen Francs waren nach Georges Bonnet.der Effektivbestand der französischen Staatskasse. Zehn Millionen- waren es am 4. Juni 1986, als Vincent Auriol das Finanzministerium übernahm und sie sanken im Laufe deS ersten Amtstages noch auf sechs Millionen herab. Diese Erbschaft wurde der VollSfrontregie- rung mitgegeben. Nur indem die verfchiedensten Reserven angegriffen, die Postverwaltung und die Pariser Gemeindefasse nicht geschont wurde, kann-, ten. die Schwierigkeiten der ersten Stunden überbrückt werden. Stets hat die Regierung in der Folgezeit j>ie geeigneten Mittel gefunden, die Staatsfinanzen über verworrene Situationen, hinwegzurette»; erinnern wir an die Auriol- Kassenscheine, an die englische Kreditgewährung- und an den-alles überbietenden Erfolg der Ber» teidignngSanleihe vom März 1937! Dies waren gewiss nur Hilfsmassnahmen, zu einer entscheidenden, auf lange Sicht berechneten Aktion wollte man auf Grund des Ermächtigungsgesetzes aus- holen. Mit Recht konnte Lkon Blum erklären, dass am Vorgbend der Parlamentsdebattc der Zustanv der öffemlichen Finanzen keineswegs, die Erfüllung der dringenden Staatsausgaben unmöglich gemacht hätte. Die Bestände der Staatskasse bezifferten sich, am 15. Juni auf 2459 Millionen Francs. Am 21. Juni, am Tage, da der Senat in der letzten entscheidenden Abstimmung das Ermächtigungsgesetz ablehyte, waren sie'auf 1400 Millionen Francs gesunken. Bis zum Regierung»-' antritt EhautempS blieben sie ungefähr auf glei-, cher.Höhe, auf 1483 Millionen, Hätte der Senat, der Kammer des allgemeinen Stimmrechtes Folge, geleistet und die Boriage angenommen, statt durch' endlose Reden den. öffentlichen'Kredit zu gefährden, fo wäre kein neues Kabinett gekommen, das. am Tage seiner Regierungserklärung gestehenmusste, leere Kassen vor sich zu haben. Di« zweite'. Tevalvatton» der Vincent Auriol au» dem Weg«' gegangen war, ist«»vermeidlich geworden, da in einer allzu langen Zwischenzeit durch Zeitung— artikel, Birsentratsch und Gerüchte daS Vertrauen zur Währung ungestraft untergraben wer--' den konnte. Die Regierung Blum hatte, die Äe-' fahren der Spekulation und'der drohenden Kapitalsflucht—7- am 28. Juni hat' eine Milliarde Gold'Frankreich Verlässen— voll erkannt. Darum ihr Drängen nach beschleunigter' Berabschie-! düng de» Ermächtigungsgesetzes, darum auch ihre Weigerung, die Plqne des Kabinetts vor der ein-' scheidenden Abstimmung preiSzugebeyl Wiewohl Stile 2 Sonntag, 4. Auli 1V37 Rr. ISS konnte, duft es eine drohende Katastrophe zu ver- binbcrn«alt, liefe man fic in den schicksalsschipe- re» Lagen vom.15. bis. zum.30. Juni ohne Be- denkeii heranreiftn," lediglich‘ilrtt. eine Lösung zu verhindern, die zwar nicht d i e,sozialistische wirr, aber doch voii sozialistischen Gedänlengängeit getragen gewesen Ist. AuriolS Vorschläge brachten auf der eine» Seite allerdings unpopuläre Maßnahmen, eine zivanzigprozcntige Erhöhung der "Eisenbahn- und Posttarife sowie der Tabakpreise. Damit war jedoch die Kontrollierung der Banken und Versicherungsgesellschaften durch deN" Staat und eine Aenderung des Statuts der privaten Eisenbahngescllschasten verknüpft. Die"Tabak- Preiserhöhung sollte übrigens nicht bildgetären Zwecken, sondern der Errichtung eines Pensionsfonds für alte Arbeiter zugute kommen. GeorgesBonnet ist sicher eine energische, fähige Persönlichkeit, er ist aber auch ein hundertprozentiger Wirischaftslive« ra ll st, Er wird die von Auriol vorgesehenen. Erhöhungen durchführen, öhne sie mit irgcndwel- chen..Eingriffen" in die private Wirtschaft zu verknüpfen. Vincent Ayriol hat in dfm Jahre seiner Tätigkeit als Finanzminister entscheidende Schritt« im Interesse der Demokratisierung des französischen Steuerwesens unternommen. Auf diesem Wege wäre er fortgcfahren und hätte auf Eirund deS Ermächtigungsgesetzes eine Vermögensabgabe dekretiert. Diese wird kaum nach dem Geschmack seines Nachfolgers sein, aber schon mutz" Bonnet von der andern Seite des Kanals,' tvo man mit grober Spannung die französischekt Ereignisse verfolgt, eine Mahnung- vernehmen. Nicht von der Währungsseite her kann die Budgetsanierung kommen, so erklärten die„Financial News", das grotze Börsenorgan der City, am 1. Juli, soudern i n d e m F ra n k r« i ch O r d- n u n g in se i n S te u ersy stem bringt, womit Vincent Auriol bezüglich der indirekten Steuern bereits begonnen hat. Damit ist das Kernproblem angeschnitten worden. Frankreich ist nicht nur ein Paradies für Kapitalsdeserteure, sondern auch für Steuerdefraudanten. Die Duldung des Steuerbetrugs gehörte bisher zu heimlichen programmatischen Grundsätzen der meisten französischen Regierungen. Ihm ein Ende zu machen bedeutet die Gesundung der französischen Staatsfinanzen vorzubereiten. Dies Ipar das Programm der Sozialisten, ein Programm voll von Nachteilen für die Vertreter der alten Ordnung, welche einer Regierung, die bereit war, ihre Pflicht gegenüber der Nation zu erfüllen, aber nur im Rahmen verfassungsmäßiger Gegebenheiten handeln konnte, die unerläßliche Unterstützung verweigerten und lieber das Chaos heraufbeschworen, für das sie jetzt die Verantwortung tragen..< Valenciaverwendet keinGasI^ Energisches Dementi deutscher Tendenzmeldungen Valencia. Das Ministerium für Nationalverteidigung veröffentlichte eine Mitteilung," in welcher es heisst: Einige deutsche Agenturen brachten die Nachricht, daß die spanischen Regierungstruppen Geschosse mit Stickgasen verwenden. Das Ministerium für Nationalverteidi- gung stellt fest, dah diese Nachrichten absolut unrichtig sind. Die spanische Regierung hat die feierliche Verpflichtung übernommen, solche grausame Kriegsmittel n i ch t zu verwende» und sie wird dieser Verpflichtung Ice» vleibeu- Der Verbandstag der RW (Fortsetzung von Sette, 1.1 Ausführlich berichtet Paul übet die FräKt der VcriandSkleidung, in der endlich rin abschließender Erfolg erzielt wurde. In diesem Zusammenhang dankt Genösse Paul unter. grosjcmBcifall der Delegierten dem Genossen Taut für seine erfolgreiche Unterstützung der RW.- Der Bericht des Genossen Paul wurde mit Beifall zur Kenntnis genommen, worauf Genosse Löwe(Teplitz) den Kassabericht erstattete. Auch dieser Bericht wurde beifällig aufgenommen. Im Namen der Kontrolle beantragte Wank« die Entlastung deS Vorstandes. In der Debatte sprachen die Genossen R o» Hai, Müller(Warnsdorf), Sohn(Bodenbach)., Die' Entlastung wurde e I n st i m M i g erteilt. Der BeriandStag beschloß bei der Abendfeier in Kleische die Absendung von Begrüßungstelegrammen an den Präsident^Befreier T. G- M a s a r i> k und an Präsidenten Dr. Benes vorzuschlagen. Für die Antragikommisston berichtete O n< d r e i k n. Die Wahlen hatten folgendes einstimmig erzielte Ergebnis: ", 1. Bors.: Ernst Pauk, 2. Bors, imd Reichsführer": Edmund R» h-a i, Richard Schön l- dcr, Josef Ülo»tz, Max Schröpfer, Aa- kob, Josef Ullman.p, Edgar Hegenbar t h, S ch w a n d e r li ch,"' H a n tns.ch, Weißbach, AlvIS Ullman»/ Alex Kaiser, Ernst RambauSke, Fran» Schober, Mar O n d r e j k a, Paul P c s ch a; Referent für Gasschutz: Klaus," ReichS-Samariter: Doktor E. S p i e g l(Franzensbad). Ferber je ein Vertreter der SS- deS AtuS, des Arnk und der Pädtei, wobei der Wunsch ausgesprochen wurde, dies möchte Genosse T an t sein. Dem zurüiktretenden bisherigen£ Vorsitzenden Aloi» Ullmann sprach Genoffe Paul den Dank der. RW auS.' ES wurden weiter beschlossen; dir W erbe- Aktion, die Empfehlung der Teilnahme an der Wehr-Erziehung und einige organisa- torsch-technische Maßnahmen. Empfohlen wurde, die Frage der Sitzverlegung von Aussig nach Prag zu erwägen.• Mit einem soldatisch Nüchternen,.aber kräftigen Appell schloß Mmann dir Tagung, worauf die Delegierten die»Internationale^ sangen. Die Abendfeier Am Abend fand im Warmbad Kleische eine Feier unter dem Motto„Freiheit, Friede, Freude" statt. Die Mannschaften der RW marschierten in geschlossenem Zuge vom Stadion in das Warmbad. Schon lange vorher hatten sich tausende Arbeiter aus allen Teilen der Republik in dem idyllisch gelegene» Warmbade eingefunden, dessen grüne Hänge überall dicht besetzt waren. Auf der großen SprnngtribUne wehte die Staatsflagge. Zu beiden Seiten derselben hatten Ehrcnkompagnien der Republikanischen Wehr Aufstellung genommen. Nach dem Vortrage der Staatshymne ergriff als erster Redner der Organisationsleiter der Veranstaltung Ullmann im Namen des Festausschusses das Wort zur Begrüßung der Volksversammlung. Unter, den Gästen begrüßte er insbesondere Gesundheitsminister Dr. Ludwig C z e ch, dest Vertreter der politischen Bezirksbehörde Aussig Rat S u b r t, den vollzählig", erschienenen Parteivorstand der Deutschen.sozialdemokratischen Arbeiterpartei, sowie die ührigen Vertreter der Parteigliederimgen. Mit stürmischen Beifall nahm die Volks- vctzsginnilunn die Mitteilung.,vön,dec Abscndyug der BegrÜtzüngStelegrammc" an den..Nräsidens- Befreier T. G. Masaryk und äst wen" Präsidenten der Republik Dr. Benes auf. Hierauf sprach der Biirgermeisterstellverkreier der Stadt Aussig Heinrich I e n t s ch, der die Versammlung im Namen der Stützt"Aussig willkommen hieß, Von.brausendem Beifall der Volksversammlung begrüßt, ergriff sodann" der Hauptredner der Abendfcier im Warmbad Kleische. Genosse Jaksch im Namen des Parteivorstandcs" das Wort. Jalsch sagte u. a.r Vor dem eigenen Volke erheben wir den Geltungsanspruch des freien selbstbewußten Arbeiters. Vor der europäischen Gemeinschaft erheben wir die Stimm« des besseren, des humanistischen Deutsch tums. Keine Macht der Welt ist imstande, unseren geistig hochstehenden und politisch gereisten Arbeitern und Angestellten, den mit ihnen verbündeten Geistesarbeitern und Kleinbauern, die Liebe zur Freiheit und die tief« Sehnsucht nach sozialer Gerechtigkeit au» dem Herzen reißen. Di« sturmerprobte- sudetendeutsche Arbeiterbewegung darf-' angesichts dieser Massenschau stolz von sich sagen:"„Ich war," ich bin, ich werde fein 1" Die Totalitätsansprüche der SdP sind auf Sand gebaut. Wir werden dar unglüdliche Ergebnis der Hurrahwahlen vom 10. Mai durch systematische Aufbauarbeit liquidieren. Alle» muß vermieden werden, was da» Werk de» deutschen AktiviSmuS diskreditiert. Wir verlangen die restlose Einlösung des 18. Feber. Die erfreuliche WirtschaftSbelebung, für die wir die entscheidende Voraussetzung demokratischer Stabilität im Staate geschaffen haben, muß eine neue Periode sozialen Fortschrittes auch bei un» cinleiten. Zur Erfüllung aller dieser Aufgaben brauchen wir mehr Vernunft im Volk, mehr aufrechte Gesinnung und mehr brüderliche Solidarität in der Arbeiterschaft selber.. ... Sodann formierten sich um die große Sprungtribüne nach dem Abmarsch der Ehrenkompagnien.-der RW Hunderte von, Jungsalken, die mit dem, Sprechchov.Freiheit, Frieder-Freud«." dlcsF^ievcheschloffen,""■; /? Wie die RW In Aussig quartiert Unterbringung und Verpflegung sind.ganz .militärisch geregelt. Es gibt keine bequemen Ein- zelqunrtiere und Privat-Unterbringungen diesmal,-Die tausende RW-Leute- sind- in-den Aussiger Schulen in M a s s c n q u a r t i e r e n untergöbracht. Diese Maffenlager sind allerdings in peinlicher"Ordnung, sie"sind sauber und hygienisch. Die RW seht ihren Stolz darein, zu crwei- sen, daß sie.eine disz i plinierteTruppe ist und daß sie zu ernster Ausgabe in Aussig ver- sammclt" wurde." Es wird.also keine Unordnung, leine„Tollheiten" geben, Die Quartiere der RW COPYRIGHT BY SATURN-VERLAG, WIEN Im Prater stehen die einfältigen Schaubuden, bei denen sich der Pöbel belustigt, aber hier tragen auch die reichen- Leute ihre Vergnügungssucht zu Markt, mitten in den tiefen Auen sind die Rennplätze, wo die Pferde nach dem Ziele gepeitscht tverden, tvo das Publikum atemlos die Farben der Jockeis durch das Feld jagen sieht, Ivcttet, auf die"Bänke steigt, brüllt und dem Sieger.zujubelt, wie immer und immer, seitdem die Weit zwischen Arbeit.und Spiel die kurzen Tage des menschlichen Lebens teilt.' So war auch der Doktor Hesky, der Afrikaforscher nicht ohne tiefere Weisheit des Zufalles just in den Prater geraten und fand In den Bewohner» der Leopoldstadt die eifrigsten, Schätzer seiner Taten und seines Ruhmes. Wie«S nun geht, hqtten sich bald auch Be- tvunderer, Neugierige, Gönner um ihn gesammelt, und es galt manchem als standesgemäß,"mit ihm bekannt" zu sein, ihm gar freundschaftlich auf dir Schulter klopfen und etwa im Kafseehause sage» zu können:„Mein Freund, der Doktor Hesky, Str haben ja gewiß schon von dem berühmten Afrika-"- reisenden gehört I" Gutmütig und vielleicht auch vom"unerwarteten Erfolg ein wenig geschmeichelt, lietz sich dieser die Huldigungen gefallen, sind sie doch die einzige Art, der eigenen. Bedeutung inne zu werden, die sich In der- Torheit der Mitwelt wunderlich verzerrt.abspielt. So".kam es, daß manches Mal am Abend nach Schluß"der Ausstellung allerhand Gäste zurückblieben und sich' um den Forscher scharten,"der"nun als freundlicher"Und geduldiger Wirt seine Abenteuer in.Afrika zum besten gab. Am nächsten hatten sich drei Urein- tvohner der Leopoldstadt angeschlossen: Herr S:I« berstern, seine Gattin und Tochter. Herr Silberstern" war ein,"wie eS hieß,- wohlhabender-Händler mit Pferden und Fahrzeugen. Er wußte zumindest diesen"Ruf des Vermögens durch eine zuvorkommende und zugleich leutselige Manier zu behaupten, indem er dem Doktor Hesky allemal Geschenke mitbrachte,. die an sich keinen großen Wert hätten: aber immerhin Zeugnis ablegten, daß er fein, zu leben verstand: bald.ein Fäßchen Sliwoivitz, bald, eine-,Büchse Astrachankaviar oder eine"Flasche"Kognak' von angeblich besonderer "Marke oder ein Taschenmesser, welches" fünsund- !zwanzig Werkzeuge enthielt,, die ein Asrikaforscher auf.Reisen durchaus nicht entbehren kann." Seine Gattin segelte mit größerem Prunk als eine breite Gallion zu seiner Linken und erzählte-von ihren» Salon, wo-sich allwöchentlich eine gleichgesinnte .und beleibte Damenschast"zum Tee und-Packerspiel"einfand. Die Tochter aber war der Glanzpunkt seines Hauses und das gediegenste zweifelloseste Erzeugnis, da» er auszuweisen hätte, eine stippige Jungfrau-in den zwanziger Jahren der. Blüte, mit weißer Haut, starken, gesunden,.leuchtenden Zähnen, lüsternen Augen, mst glänzenden Brillantboutons und einer,"stark geschwungenen" Nase. Die drei bezeugten dem. Doktor Hesky. die -stärkst« Teilnahme. Die Jungfrau,"weil, ihr der, Gedanke schmeichelte, ihr. Schicksal an den Namen eines zur Zeit'-.ist aller Mund lebenden-Helden- zu-knüpfen.und derart-von allen Freundinnen beneidet und bewundert zu werden,. Bedeutet für" den Mann eine große Tat, eine angesehene! Stel-i lung,-reichlicher Erwerb, das Endziel,'so-,ist.es für-,die. Frau-doch.schließlich, immer die Eroberung deS-bestmöglichen Gemahls, und-eine gute Ehe, gilt stets als die höchste und- beste weibliche Laüfbähn.-Die"Eltern wieder hielten iistl! ihrem heimlichen-Rate-, den- interessanten"Mänst" zweifellos für- eine gute Partie. Mellich mochten, seine Reisest üeschwerjich und gefahrvoll sein," aber eine hohe Lebensversicherung konnte diese Drohung ausgleichen und ein anvertrautes Gut, wie die heiratsfähige Tochter, mochte doch reichliche Zinsest tragen, wenn der künftige Gatte es verstand oder lernte, die großen Schätze richtig zu heben, die in dem fremden Erdteil zweifellos auf dem -Boden lagen und nur des Finders warteten. Welche Möglichkeit bot eine-solche Verbindung kommerziellen Geistes mit wissenschaftlicher Führung! Freilich" mutzte man in den Kauf nehmen, daß der kleine Mann ein hartnäckiger Böhme war, der durchaus nur dem Entdeckungsdrange leben zu wollen schien, aber"eben darum-war er ja be» ,rühmt geworden, ein solcher Name galt als Kapital an sich," mit welchem"" Rosa"in'der ganzen Welt Stapt, der künftige Herr Schwiegersohn aber Geld, und. Glück machen konnte..-. Diese drei blieben am häufigsten im"Amateurpavillon- zurück, und nach Schluß der Ausstellung ergab sich ein" ungezwungenes Abendessen im weiten Saale. steuer den Tisch Mrd«, ein rotgeblümtes, grobes Tischtuch ausgebreitet, Hesky hatte, kalten Aufschnitt in erheblichen, Mengen-«ingekqust und auf einer Schüssel Pinladend ausgelegt. --Vom benachbarten Pratergasthaitse, das Teller, Messer) Gabeln und Gläser-herlieh, Holle der kleine Josef Dieter mtt.Bella in mehreren Krügen eine gehörige Tracht Bier, und die Gesellschaft setzte, sich, auf.ein p.qac alte Rohrsessel» auf Bretter, die Über Fässer Megt worden, behaglich zum Schmause." Da tyarest'"versammelt: Doktor Hefty ast her" Spitze"der'Tafel al» Gastherr,"ihm zur Rechten Rösa SilbWern^ d.ie heiratsfähige, zurLinkenihre. Mutter, die hochwogende, Pracht- gallion, weiter dann Tesat, der ZÄimermäitn, Dieter, der GkÜH'tz«-, legene und stilleFrari/äm.unterenEstde der .kleine/Josef Dieter.upo Bella, Pie/ bald Spielkameraden geworden waren und sich recht güt! MttMyd,e,EWMnM/,-M^oeist/kHöh^"tMtem! Raume war die Dämmerung angebrochen)"." die Die RW an Masaryk und BeneS Die Absendung folgender Tclegrani« nie wurde"von den Teilnehmern an der Abendfeier der RW in Kleische stürmisch akklamiert: Herrn Präsident-Befreier T. G. Masaryk, L ä n Y. Tausende, beim RrichSaufmarsch der Re- publikanischen Wehr in Aussig versammelte deutsche Demokraten, übermitteln Ihnen innige Grüße und den Ausdruck ihrer Üiebö und Verehrung. In Ihrem Geiste wahrer Humanität zu handeln und Ihr große» Werk zu. bewahren, ist uns ehrenvolle Pflicht." I. * Herrn -Staatspräsidenten Dr. Eduard Beueä,<. Praha.’ f Fünftausend bei ihrem ersten Reichsanf- marsch in Aussig verfammette Mitglieder der Republikanischen Wehr und viele Tausende demokrattschr Deutsche au» allen Tellen-unseres Staate» entbieten Ihnen, dem Vorkämpfer für Frieden und Demokratie treue Grüße und geloben, unsere Republik jederzell mit ganzer Kraft zu verteidigen. sind von denen einer Truppe im Manöver nach Disziplin und Haltung nicht zu unterscheiden. Die neue Verbandskleidung der RW In der letzten Woche ist endlich die definitive. Bewilligung der Verbandskleidung der RW durchgeseht worden. Diese späte Erledigung einer für eine Wehrorganisation immerhin wichtigen Frage hat es verschuldet, dah zum" Aufmarsch nur ein Bruchteil der ÜiW in den neuen-Uniformen erschienen ist. Die große Mehrzahl trägt noch die Windjacke und die Kappe auS graugrünem Segeltuch, die solange das provisorische Kleid der RW geiocsen ist. Diese Genossen blicken nicht ganz ohne Neid "auf daS schmucke Kleid der„Neu-Uniformierten". Zu einem seht ivohlseilen Preis vertreibt die Be- kleidungsstelle der RW die neue Uniform, die aus dunllem lodenartigem Tuch besteht, auS dem Rock, Reithose und Kappe angefertigt sind. Der Rock ist sportlich geschnitten,.'-mit Umlegekragen"und ofse- nem, das Blauhemd Und die" rote Binde.aussparendem.Halsausschnitt, Achselklappen, äufgenäh- ten Taschen. Die Rangabzeichen werden auf rotem Spiegel am Acrmel getragen. Wir lassen sie uns erklären— denn es wird auch unsere Leser istter» essiercn, Ivie man die„FUHrergrade" in der-RW erkennt. Nun es ist ganz einfach, jedenfalls einfacher als beim Militär mit seinen vielen Distiük- tionen:«in schmaler, in zwei"Sch«nkeln gebrochener Streifen(also einem sehr flachen v ähnlicher) Streifen bedeutet Zehner schaftsfüh r er, zwei solche Streifen Gruppens ü h r.e r, drei Bezirksführer". Ein breiter silberncp Streifen kennzeichnet den K r e i s.fü h r.e r, ein gleichartiger in Gold denRetchsführer und derselbe goldene mit einem goldenen Querbalken darüber den obersten Reichsleiter. rauschenden Bäume standen draußen mtt ihren starken'Schatten und verdunkelten den Saal.""Da das Gebäude, für eine Wohnung nicht even.eingerichtet, keine Lampen hattet behalf Man sich utid stellte zwei Windlichter auf den Tisch, die zwar die Tafel, selbst ziemlich beleuchteten« aber den übrigen Raum nur um so'finsterer und größer erscheinen ließen, so daß die unruhige!) kleinen Flämmchen die hängenden Gehörne,. ragenden Tiergestalten, den runden Hügel des Negerhütt« leins ängstlich umfingen und drohende Schatten von allen Wänden her über die Diele»..zittern -ließen, was dem kleinen Josef Dieter einen wunderbaren Schrecken durch die Glieder jagte, so. ost bei der lustigen Bewegung der Tafelnden der wackelige Tisch auch die Windlichter ins Flackern brachte, und dies wieder die ungeheuerlichen dün- keln Umrisse in schwankende,"gefährliche Bewegung versetzte. Dann dünkte es ihn, die-Affen kämen in» Klettern» der Rachen de» Krokodil» klappe zu, die Schlange ringle sich empor, bst Hörner stießen los, die Gläser mit den Lurche» klirrten, und die ganze eingesperrte., auSgestöpfte afrikanische Wett fange leise zu murren und zu drohen"ast. Indessen bediente man sich fleißig und verspeiste das Eßbare, trank da» gute Bier und.sprach. Jeder redete auf-seine Weise und was ihn anging- und indem einer dem anderen antwortete, gab e» das merkwürdige Durcheinander.des Gespräche» von verschiedenartigen,«istander innerlich freist-' den Leuten." Hefty, wav ziemlich verschwffen und Wortkarg-mußt« aber al» Wirt immerhin Sine gewisse Liebenswürdigkeit entwickeln uftd den freund, lichen,.zuvorkommenden Gastgeber spielen. An- der weltmännischen Konversation nicht erfahren, beschränkte er sich darauf,, stach, recht» und links die. Schüssel anzubieten und zum reichlicheren Genuß aüfzufordern.".... '.(Jorisctzuna.folgt.)? ■ Vir. 156 Sonnt«», 4. Sittt.1937 Seite 3 fudctendeuiscfter SteitspiegeS Der neue Vorsitzende der BW E r n st Paul Die ersten wehrsportlichen Veranstaltungen A u s s ig.(Eigenbericht.) Der SamStag- nachmittag war mit de» erste» wehrsportliche«« V e r a n st a l t» ng e n auSgefüllt. M traten eine große Reihe von Mannschaften zi« den verschiedenen WehrkSmpfen an und man konnte die gute Schulung und hohe Leistungsfähigkeit unserer RW-Miinner beobachten. Die leichteste Probe,.dyr. die Mannschaften sich mlter- werfei« mußten, war der 100-Meter-Lauf, der zwar ohne Gepäck, aber sonst in voller Ausrüstung zu leisten war. Bei der glühenden Sommerhitze, die in den frühen Nachmittagsstunden über dem weiträumigen Stadion lag, war daö für die RW- Leute keine Kleinigkeit. Eine schwierigere Nebmig und ein weit interessanteres Schauspiel bot der HInderniSlauf der Mannschaften. Da heißt es zunächst, eine hohe Plankenwand so rasch als mliglich zu übersteigen, dann über die Atrappe eines Drahtverhaus zu turnen, über Hürden zn springen und ein hohrS Gerüst zu ersteigen, über daS der Mann auf einem schmaleit Brett hinweglaufe» muss. Alle Mannschaften träte«« in guter Form an und die Wehrmänner verloren bei den schweren Uebungen,.keineswegs ihre gute.. Laune, mochte auch Hemd und Bluse durchschwitzt sein«nid manchmal', eine Hose zum Teufel gehen» Da die eigentlichen AuSscheidungskämpfe erst Sonntag früh stattfinden, wären die Wehrkämpfe vom SamStag gewissermaßen nach ein■ leichteres Bprspiel. Erfolg der Keramarbelter Karlsbad.(E.-B.) Am Sv. Juni waren die Dreher, Dreherinnen und Gießerinnen der Por« zellansarbik HaaS und CZjZek in Chodau ist deir Streik getreten, weil die Firma die Abmachungen zwischen dem Glas- und Kerainarbeiterverband und dein Jndustriellenverband«richt eingehalten hatte. Bei bett Samstag durchgeführten Verhandlungen ist eS zi« einer Einigung gekommen, nach der die kollektivdertragsmäßlg vorgesehenen Mindestlöhne ausbezahlt werden. Die errechneten »Lohndisferenzen für die in Frage kommenden Arbeiter'werden vom 26. April, ab nachgezahlt, werden. Streik bei Altschul In Kratzau Die nngesähr 400 Mann starke Lelegschast legte die. Arbeit nieder«Nd befindet sich seit den« 2; Juli int Betrieb. Die Ursache zu diesen« Konflikt ist die Haltung der Firma, die trotz sehr guter Beschäftigung nur einein Bruchteil der Arbeiter- schast den bezahlten Urlaub einräumt. Im Betriebe wurde trotz bestehender UrtaubSgesetze bezahlter Urlaub an die Arbeiterschaft seit dem Jahre 1033 nicht mehr gewährt. Die Firma lehnte Verhandlungen mit dem gewählten BertrauenS- männeräuSschuß der Arbeiterschaft ab und verfügte die Einstellrrng des Betriebes. Die.Arbeiterschaft befindet sich noch im Betriebe. Die.Union der. Textilarbeiter bemüht fich nm die Beilegung deS Konfliktes. SdP-Hauptschulunsslelter Dr. Suchy verhaftet Wie dem DND aus Eger berichtet" wird, wurde dort der Hauptschulungsleiter der SdP, Dr. Suchtz,' verhaftet, gegen den eine Borunter- suchung auf Grund des Schuhgesehes eingeleitet wurde. Dr. Suchy ist Mitglied der Hauptleitung und gehört zu dem engsten Kreise um Konrad Henlein.'(DND.) Beabsichtigte. Vollnazlslerung der Muslkakademle Fidelio Finke— unten durch? Dem Rektor der Prager Deutschen Musikakademie, Fidelio Finke, wurde kürzlich in der Henleinpresse vorgeworsen, daß er sich an der heurigen FrühjahrS-AuLstellung des Avant- iheatcrS D 37 beteiligte und"„sogar" als einziger Deutscher den. Ehrenschutz dieser Veranstaltung übernahm. Nun greift die„Rundschau" diesen schrecklichen Sachverhalt auf, nennt den deutschen Rektor einen.Kommunisten", hält ihm unter die Nase, daß er.„noch.1986 mit Begeisterung Bele n n t n i S l i e d e r über Texte der V o l k S- g e m eins chaft geschrieben hat", aber anscheinend glaubt,„alle Weltanschauungen straflos miteinander verbinden zu-können". Dagegen fährt die''„Rundschau" mit scharfem Geschütz auf:. „Die vielgepriesene„Eymbose"" aber, i> mit allem und jedem auch auf dem Gebiete von Kunst und Kultur, Ist da» Zeichen einer anderen Welt- aisschaüung, nicht der unseren." In.unseren R e i h e n l ft k e i n P l a tz f ü r e i u en K ii n st l c r, der in einer gewollt oder naiv„unpolitischen" Haltung für seine Kunst den Anspruch weltanschaulicher Freizügigkeit erhebt, während er seinerseits in.seinem Schaffen und Wirken von der Volksgemeinschaft als vollbürtiges Mitglied gewürdigt sein will." Und dann folgt ein langgedehnter Ausdruck der Besorgnis dariiber, wohin denn unter solcher Führung' der Musiker-Nachwuchs geraten müffel Kurzum: die„Rundschau" ist empört darüber, daß, wenn Herr Finke so weitermache, nicht alle sudetendeutschen M u sik a k ademiker hu>n d e r-tp r.o z ent i-g.e»Henlein- Anhänger würden— wozu sie zu erziehen wahrscheinlich als Hauptaufgabe und Pflicht des Rektors und des Lehrkörpers angesehen wirdl Wir haben, offen gestanden, kein allzu großes Bedürfnis, Herrn Fidelio Finke ins Herz zu schauen, zumal die demokratische sudetendeutsche Oeffentlichkeit bisher wahrhaftig nicht den Eindruck hatte, als ob die Deutsche Musikakademie ihre Schüler zu„Kommunisten" zu erziehen bestrebt war. Biel eher spürte man dort, etwas vom Geiste der„Bekenntnislieder über Texte der Volksgemeinschaft". Aber daß die SdP nunmehr dem Rektor Finke vorschreiben zu dürfen glaubt, wo und wie er sich betätigen oder nicht be- rätigen solle und daß auf solche Weise die hitleri- stischc Totalität unseres Musiklebens nun schon öffentlich gefordert und gepredigt wird, ist denn doch eine Dreistigkeit, die hoffentlich nicht nur wir beim wahren Namen zu nennen uns berechtigt und verpflichtet fühlen. Denn hier handelt es sich nicht nur um Charakter und Stellung eines Rektors, sondern rnn Weg und"Ziel einer bedeutenden Bildungsanstalt, die deN« totalitären Zugriff der Henleins zu entziehen eine unerläßliche Aufgabe der sudetendeutschen wie der gesamttschechoslowakischen Demokratie istl Venuchnendunsen inMölnlk bereits zu Weihnachten Wie ii« der Schlußsitzung der Sommerkonferenz des tschechoslowakischen Rundsunls in Ln- hatschowitz festgestellt Ivurdc, ist im Hinblick auf die sich nähernde Feier des 20jährigen Bestandes unserer Republik in der nächsten Zeit eine Konkurrenz für ein Musikwerk(großer Preis des RadiojonmalS), für ein dramatisches, für ein Vortragswerk und für ein Unterhaltungsprogramm beabsichtigt. An der Konkurrenz können alle Bürger der Republik teilnehmen. Die Entwürfe können bei der Konkurrenz nicht nur in der Staatssprache, sondern auch In der M i n d e r» heitensprache vorgelegt werden. Vor allem ist auf die Rundsunksähigkeit der entsprechenden Arbeiten Rücksicht zu nehmen. Der Vorsitzende des Radiojournals Dr. Ladislav Sourek teilte in seiner Schlußansprache mit, daß für die Sendestation UZHorod bereits ein Grundstück angekauft lvurde und daß mit dem Bau im nächsten Frühjahr begonnen werden wird. Ebenso wurde über die Plaeierung der große» neuen BrünnerScndestation vo» 100 KW Beschluß gefaßt, die Ende 1938 den Betrieb aufnehmen soll. Die Versuchssendungen der neuen Sendestation in Milnik sollen bereits zu Weihnächten äufgeiiöininen werden."" Die Mörder des kleinen Watzke A u s s i g. Zu der Ermordung des Knaben Herbert Watzke in Königswald teilt die Gen- darmeriestatioir in Telsche» mit: DeS Mordes ver- dächrig st»d die 26jährige MariaRenner, WohnungSdiebin. und ehemalige Kellnerin anS "Angern in« Bezirk Kaplitz, und derer« Gefährte, der 33jährige HerbertErwin Heide, der wahrscheinlich reichSdeutfcher Staatsbürgerschaft ist» ES wurde festgestellt, daß der Kuabe sich den Dieben zur Wehr setzte«nd daß er nr i t ei»er Hacke erschlagen worden ist. DaS Berbrecherpaar entwendete sodann auS der Wohnung einen Rock, zwei Paar Schuhe«nd Kleider. Die Gendarmerie ist den Tätern auf der Spur. Aufsehenerregende SdP-Verhaftungen in Bensen Warenverschleppungen aus dem Bezirkssiechenhause Vor einige» Tagen«vurden in Bensen drei Frauen von der Gendarmerie in Haft, genonnnen. Bei der Gendarmerie waren«viedcrholt Anzeigen eingelanfen,. daß aus dem Sicchcnhausc Waren verschleppt wurden. Es gelang der Gendarincrie, in einer Nacht gegen 11 Uhr zwei Frauen auf der Straße«rach Niederebersdorf zi« überraschen, die schwer bepackte Einlanssta- schen mit verschiedenen Lebensmittel«« trugen. Eine Untersuchung ergab, daß die Waren n»S dem Siechenhause hcrrührten und für die Verpflegung der Insassen bestimmt«varen. Die Sensation bestand aber darin, daß die Frauen d i e Schlüssel zum S i e ch e n h a u s c bei sich trugen und die Ueberraschung«vnrde noch größer, als in den beiden die Mutter und die Schwester der Frau deS BerwalterS W e b e r iin Siechenhause sichergestellt wurden. Beide Frauen wurden sofort in Haft genommen. Am nächsten Tag erfolgte die Verhaftung der Frau deS Verwalters und ihres Vaters. Der Wert der verschleppten Waren soll einige T a u- sendKronen betragen. Die Verhafteten lvurden am Donnerstag der abgelaufenen Woche zwar auf freien Fuß gesetzt, doch wurde das Strafverfahren gegen sie eingeleitet. Damit im Zusammenhang wurden" einige recht interessante Einzelheiten bekannt, die auch die„VolkSgeineinschaft" und„Kaineradschast" in einem einzigartigen Lichte erscheinen lassen. Der Berwalter und seine Fra« sind stramme Mitglieder der„BvlkSgeineinschast", die anderen Verhafteten stehen ihr zumindest nahe. Der Anzeiger gehört ihr ebenfalls an. Nun sollte mal« meinen, daß die liebe„Volksgemeinschaft" von dein schtver kompromittierte» Ehepaar , Weber abrückt. Davon hat man jedoch bis zur Stunde noch nichts gehört. Hingegen aber richtet sich"die Wüt verschiedener„Kameraden" mid „Kameradinnen" gegeltden Airzetger.und dessen Frau undwir zweifeln nicht daran, daß die Bei- de>« noch besondere Beweise echter„Kameradschaft" erhalten werden. Die ganze Geschichte hat begreiflicher Weise in Bensen und Umgebung größtes Aufsehen erregt, nm so mehr, als die Warenvcrschleppungen ja nicht nur eine schwere Schädigung des Sic- chenhanses, bztv. des Bezirkes, bedeuten, sondern auch einen abscheulichen D r e b st a h I an der Verpflegung der armen, a l t e n L e u t e, die im Siechenhause ihren Le- bensabend verbringen. Referent des der BezirfSvcrtretnng Tetfchei« unterstehenden Siechenhauses ist der SdP-Mann W u r in aus Bensen. Die Oeffentlichkeit erwartet nun von ihin, daß. er gründlich In« Siechenhauie durchgreist und demnächst in der BczirkSvertre- tung aussührtich Uber den klargestelltei« Fall berichten wird.,.,... Zur Präser deutschen .Sendung im Juni " Wie sinister es niit den AuSsichtei« des Fernsehens stoben mag,— vorläufig ist der Rundfunk ein Instrument fürs Ohr des Hörers, und das Pro- blein, eine Rundfunksendung wirkungsvoll zu machest,-ist vor allem" ein akustisches.' Für die musikalische» Sendungen ist es im wesentlichen gelöst, fÜvVoriräge und besonders für.Hörspiele muß es noch von Fall zu Fäll bewältigt werden. ES gib« noch iyimer. viele Sprecher im Rundfunk,. die sich dcchProbleinS nicht bewußt'sind, die glauben, daß ein. vorHelesener Aufsatz schon ein Rundfunkvortrag ist, daß man durch» Mikrophon" entweder überdeutlich jede Silbe telephonieren oder aber— tvaS-nicht minder falsch ist— undeutlich Mstern müsse. Man' wünschte als Hörer der Prager deüsschen Sendung, daß die Seudeleitung hier mehr beratend, belehrend utib" kontrollierend eingrcssen möge. Man wünschte, daß nicht,usir der Jsthält,. sondern auch die Form der Vorträge" mehr-in Betracht gezogen würden. Besondere schwierig gestaltet sich»das akustische Probien«,, wie gesagt, bei den Hörspielen, die erste Akt'unsichtbares Theater sind/ bei- dem deshalb alle». auf.Stimme und Wort änkonunsi, Bon dem in/ der Prager deutschen Sendung beschäftigtest Schauspieler-Ensemble scheinen Willst Volker und Mgriön Wünsche sprachlichund, stimm sich am besten getzignef, lveil'"sic klangpolle,-.klar akzen«niercnde Sprecher sind.^Nicht jeder,. der aus der Bühne Ein? dkijck.macht,«muht ihn auchimFünk.und nur wenig Voss, dem sm Theater Sichtbaren.läßt sich im Radio dprchfandeutende" Geräusche.ersetzen,' die aüßerdesN vdii.oer Real« sehr überlegt und sparsam verwendet' werden müssen, wenn sie nicht lästig werden sollen. Sch-.wie eS'zum Beispiel jn der Mündfunkwöchen- Übersicht" geinacht wird, mit.der'man offenbar eine töpende Filmwochenschau»achahmen will und des halb eine Erwähnung von allerhand. Zeitereignissen mit Tierstimmen. Lärmszenen, Propellerbrausen und BlaSistusil illustriert, wirkt die Sache aufdringlich und ost ungewollt komisch, um so mehr, da auch inhaltlich diese Wochenschauen kaum der Ankündigung entsprechen, haß sie„das Neueste und Aktuellste aus allen Gäue» unserer Hssistat" enthalten. Arthur Schnitzlers„Große Szenen" lau» der„Komödie der Worte" 1 war als Hörspiel(mit Marion Wünkche-und, Leo Siedler ist den Hauptrollen) eiste güte Wähl, weil hier alles auf den .Dialog gestellt ist. Aber die Regie lDr. Marek) hatte nicht, genügend asigestuft, so daß die Schnitz» Icrschen Elemente, 7— das Feine, da» Geistreiche und dar-Reißerische— nicht klar genug hervortraten. Ein' Hörspiel der heimischen Dichter» Josef Mühl- b e r g e r„Die Ustbekannte aus der Seine", in.dem die unglückliche Liebe eine» nach Paris gekonmicnen Mädchens aus""der Bretagne. gestaltet wird,' batte Niveau,.soziale und psychologische Nachdenklichkeiten "und wurde finit Klippel, Han» Götz und abermals Marion'" Wünsche) anständig aufgeführt. Im weitere» Verlaufe de» Monat» gcrskten die" Hörspiele dann immer mebr in die Richtung Somstierspleizeir, so daß man sich, besorgt,fragt, lpär in- de» nächsten beiden.Monaten noch folgen wirR Bon den-heimischen.Dichtern, die man bei diesen und astderen Gelegestbetten iin'Rundfunk'.kennens lernte,' erbielr man."-keinem erhebenden Eindruck. Die lyrischen Gedichte von; Erstst Kreische,'"'in.denen da»„arme Herz" und der„Mondenschein"einanderablöscn. die" lin. der.larchwsrsschaftlichey""Sendung- voiche- lesenen) Bauernerzählungen von"Hugo Scholz, die aufdringliche.-„Blubo"»Kvinpl!mente. für alle Bör- urteile besitzstolzer. Bayern, sind,"konnten"jedenfalls nicht, befriedigen, Dds lsterarssche Sendung, deren manficham Monatsende noch am liebsten erinnitrt, war die lvon Heinrich Fischet."geleitete) Vortragsfolge^Scherz, Sqssr«,' Jtdstl«^, die zwar" nicht" ganz, mit Recht simter. der, ftplzen Flagge„Europäischer Geist"'"segelte." aber mlt'Ryl Verständnis Und Ge- schmack ausgewählt war,, satirische Gedichte von i Ldgan und Lessing, von Goethe, Schiller, und. Theodor Körner,- die Teufelsszene aus Grabbes„Scherz, Satire, Ironie", Humor von dem zu Unrecht vcrges- senen Jean Paul, von Nestroy und Gottfried Keller brächte lmit Willy Voller. Lux Modenberg Und Han» Fürst als Sprechern). Eine wirklich schöne, nachdenkliche und heitere, literarisch werivolle und dabei aktuelle Sendung. Besser als mit den heimischen deüsschen Dichtern scheint es— nach den Rundsunkdarbietungen zu urteilen— mit den su beten deutsch en. Komponisten zu stehen, die im Monat Juni'kn fast, verwirrender Vielzahl vorgestellt wurden. Bei einem Konzert„Junge Musik anserer Heimat" fielen die Arbeiten von Kurt Seidl und Winter- n i tz auf, und vo» Seidl hörte inan nachher sogar eine stattliche(nwrkwürdigcrwcise„unvollendete") Symphonie— bei einen« Konzert de» Prager Rundfunkorchester», das der Karlsbader Generalmusik- dircktor Manze.r leitete und das Fine Reich- Dörich mit dein Vortrag des Elektra-Monolog» von Richard Strauß und«Nit einc-n Liede des fude- tendeiitjchcn Kantonisten Banuner bereicherte, Fidelio F i n i e wurde alstLiederkonwonist zusammen mit dem tsch. Musiker K.B. I i r ä k-aufgeführt, seine Oper„Die AakobSfairt" wurde al» SonderauffÜb- rung der Prager deüsschen Theaters für de» Rundfunk gesendet, und'Finke zeichnete auch für esst schö- «ie»,. wenn- auch" etwa», akademisch virlaufenes, mir Bächs.Hochzeitskantate"'eingeleitetes. Konzert der Absolventen der Deüsschen Musikakädemie verantwortlich, dessen- Dirjgenjen W- Hübner und Max Pollak-waren.. Daneben gab e» noch ein zweiter akademische» Konzert„Alte, und. neue Vokalmusik", zumeist geistliche Chöre, vom Collegium mustcum der Prager deutschen Universitätyinter Leitung Professor Beding». Auch.eisten heimischen Operettenkoinpo. nisten" stellte man'vor:. Otto Meinl, der.ein nicht sehr origineller Textbuch„Diagnose Herz" lvon Hugo Herz) nicht sehr'originell verwnt hat. Bei der Ausführung dieser„Novität", di« Herbert Popper älS Dirigent kettete, wirkten verdienswoll die Herren Preger, Dudek und Roller und die Sängerin Hella Matschster rnit^ Damit war offenbar ochch in de; I musikalischen Sendung die Sonunerspielzeit eröffne«, die mit der AuMhrung einer komischen Oper„Der belehrte Saufbruder".fortgrietzt wurde, für die-an- geblich kein Geringerer als Gluck, eher aber Ivobl der Bearbeiter H. Haugh verantwortlich ist. Musi» kalischer Leiter dieser„Antiauität" war Dr. Heinrich Swoboda, Spielleiter Bietor Sordan. Bon den Vorträgen sei der von Prof. Hopfner über Aegypten, der inhaltlich einiges Jnter- ejsantes brachte und der von Walter Seidl über Brünn erwähnt, eine flotte Reportage, die aber jedenfalls zuverlässiger wirkte als da», was vo» Seidl seinerzeit über seine» Besuch bei Hamsun' und .jüngst über die Kultur des Dritten bleiches ist« „Prager Tagblatt" erschienen ist. Tiefpunkte wäre» wieder die landwirtschaftlichen Sendungen, in denen man entweder über Erdflöhe und ähnliches-fachsimpelt»der fragwürdige Bauerndichtungen vorträgt oder gar unter dem Stichwort„Altbaiiernelirung" eine Erbhof-Propaganda macht, die von schlechte«« Eltern.ist. Demgegenüber erwle» sich anch im vergangenen Monat wieher die A r b e i t e r s e n d u»'n als ziel- und verantwortungsbewusst und zeigte in. ihren Vor- träaeii eine beachtliche Geschlossenheit. Eine Reihe verschiedener Sprecher behandelte bon|verschiedene«« Gesichtspunkten her Erziehungsfragen, und den Auftakt gab der klar manifessserende Vortrag Rudolf Geitzler» über Äugend-und. Demokratie."«Eine' Reihe anderer Borträge war wirtschaftlichen Problemen der Heimat gcwünnet und gipfelte"iiidcst sachverständigen, analysierenden und erfüllbare-Forderungen zur Krisenüberwindung aufstcllenden AuS-. führustgen Franz Rehwalds über„Essabipdu- strien im sudetendeutschen Gebiet".. Undgörade in einem voi« politischen Ereignissen so. erMten Monat,' wie-dem vergangenen, erwiesen sich'wieder die„Ak-- "tueilen zehn Minuten" als die intcressan«^ teste und nützlichste Vortragsreihe der deutschen Sendung, in der nicht nur Berichte erstattet, sondern Erklärungen gegeben und Wege gewissen werden,.. ">,»—eis—'.ri Seife 4 Sonntag, 4. Suft 1937 Nr. M. Ji Britische Schlachtkreuzer Nach gründlicher Modernisierung Ine AAV In den britischen Docks?■„.-Hl® l^lltldaTieCr London. Die britische Mittelmeerflotte wird in der nächsten Zeit ,um den 31.000 Sonnen-Kreuzer„Warspite" vermehrt.„War- sVit e" ist soeben ne» eilig e't il st e’ 4 worden. Melters befindet sich"der Kreuzer'„Mala h a" nach Malta unterwegs, um die„O u een El.izabet tj", das Admiralschiff der Mittel- meerflotte, zn ersehen, welches anläßlich der Krö- nungsfeierlichkeiten in den Heimathafen eingelau- '• S feit war und zum.Zweck der Aase ü. st u n n mit ii t ji t n Waffen in Portmauth verbleibt. Auch der„R» yal O a k" hat seine Inspektionsreise durch die wälltstschen Häfen-.unterbrochen und wartet in-Plymouth, um gegebenenfalls" nach den spanischen Gewässern auszulaufen. Alle genannten Schiffs sind mit je acht lözölligen Geschützen und Spezialpanzern ausgerüstete k• Kompromiß gesucht ' Morgen brltitcher Kablncttsrat Loudon Der britische KabinettSrat wird Montag vormittags zusammentreten. Außcn- minifter Eden wird bei dieser Sitzung Bericht über die diplomatische Situation erstatten, welche sich daraus ergibt, daß die Berhandlungen des RichtinterventionSauSschusses auf dem toten Punkt angelangt sind. „Daily Telegraph" macht darauf aufmerksam, daß die britische öffentliche Meinung Vie Deutschen Im BsskenlsnP Beginnende Kolonisierung Valencia. Man nimmt hier an, daß das Gesetz Francos, welches die letzten Rechte der Basten beseitigt, ein offenerSchritt zur Ro Ion isierungSpa niens durch Deutschland ist. Die Schnelligkeit, mit der dieser Gesetz in Kraft trat, wird dem Druck der deutschen Regierung zugeschrieben, welche"sich ungeduldig und auf schnellstem Wege eine absolute Kontrolle über dar Land, das über Eisen und Stahl verfügt, zu sichern sucht. Das Gesetz eröffnet Deutschland im Baskenlande den Weg zur Etablierung des Totalitätrsystems, das von ihm schon,in Spanisch-Marokko und in. den Berg« Werksbezirken von Andalusien angewendet wird. In der Tat ist die gesamte industrielle und Han- delsäktivität vom militärischen Oberkommando abhängig, welches das deutsche Totalitätssystem für die Kriegsökonomie anwendet und das Handels- und Jndustrierechte für andere Rationen ausschließt. Bomben auf ein Franco-Kreuzer Valencia. Das Ministerium für- National-, Verteidigung-berichtet:" Bei Rosas'-- sichtete--ein zweimotoriges Flugzeug der Republikaner- das Schiff„C a n a r i a S" und beschoß es, wobei das Schiff von mehreren B o mb eng e- t r of f e n wurde. Boni Schiff aus wurde gegen das Flugzeug ein heftiges Feuer eröffnet. Die. „Canarias" fuhr dann in Richtung der Balearen weiter. Schon 30 lote aus dar brennenden Grube geborgen London. Nach den letzten Meldungen aus Chesterton wurden aus der brennenden Grube bereits 30 Bergleute tot geborgen. In der Grube befinden sich noch 18 Leichen. * Acht Tote In einem deutschen Bergwerk Recklinghausen. Im hiesigen Koh- lenberglverk kam es auf der Zeche„General B l u m e n t h a l" am SamStgg um 20.30 Ilhr int Schacht zu einer Erplosion. Nach den bisher vorliegende» Meldungen wurden a ch t T»t e und 20 Verletzte geborgen. Vermißte befinden sich nicht in der Grube. heue deutsche Zuchthausurtelle gegen Jugendliche in"der Frage der spanischen Kontrolle,.geschlossen Hinter dsr'Haltung Großbritanniens sieht.". Die Lage sei nunmehr die, daß man über das Wochenende auf der Such en ach einer K o m p r o m i ß f o r m e I ist. Die„M o r- »in g P o st" schreibt, wiewohl der Ernst der Situation keineswegs verkannt werden solle! werden die Hoffnungen auf eine Lösung nicht-völlig aufgegeben. Auch„Daily Telegraph" meldet, daß bis zu dem.nächsten Zusammentreffen der Delegierten des Nichteinmischungsausschusses in London"der Beksuch"- gemacht werden-,-, wird, einen neuen Kdntrollplan auszuarbeiten."" 4 Immer neue Anklagen# Paris. Der Londoner Berichterstatter deS HavaSbüroS meldet die-Fortsetzung der Reinigungsaktion in den Moskauer, wissenschaftlichen, literarischen""und" journalistischen Zirkeln. ES wurden der Stellvertreter des Volkskommissärs für innere AngelsgenhtUen und Kommissär, für die Sicherheit des Staates, Agronom, der Stellvertreter deS Kommissärs für Postverkehr Geor- g"ij Prokowjew, der Kommissär für Außenhandel Arkadij Rofenholz. ihrer. Funktionen enthoben. Auch Im Außenkommissariat wurden.die" ehemalige» Mitarbeiter' Krestinskijs plötzlich beseitigt. So wurde z. B. Boris Mironow, stellvertretender Direktor.der Pressesektion,-, seines Postens enthoben. DaS gleiche Schicksal, erlitt der Direktor deö Zweiten Departements, für Westeuropa David Stern. Auch im Sowchozkomytiffariat wurden.die stcllvertrctcndon Kommissäre" Ostrowskij UUd Somse enthoben. In der Staatsbank wurde der stellvertretende Direktor Berezin seine- Amtes enthoben. Beruhigung In Fernost | ft; Tokio. Wie„ioittci" anS Hesingking nies-" det, haben die Sowjettruppen Samstag nachmittags mit der Räumung der besetzten Amurinsesn Sennufa und Bolshoi begonnen. Au"ch?did Soj wjetkanonenboote haben, die, Nachbarschaft dieser beiden Inseln" gentäß der zwischen'deiü japanischen-^ Botschafter Shigemits» und Litwinow geschlossenen Vereinbarung verlassen. Nach einer russischen Darstellung wurde t>er Befehl zur Räumung. t>fr Inseln dji.rch dje-russischen Schiffe uyd Truppen erst dann gegeben, als der japanische Botschafter im Moskauer Autzenamt mitgeteilt hatte, daß die mandschurischen Schiffe von dsn strittsge.it. ZMln, he;eitL abberufen wurden". Sninmehr" werden, die" bdideb»! fettigen Ansprüche, auf das strittige-Territorium geprüft. Frau Tuchatschewskl Irrsinnig?: Moskau. Der Havasberichterstatter- meldet- aus Moskau: daß. dort das unbestätigte Gerücht zirkuliere, die Gattin des Hingerichteten- Marschalls Tuchätschewski sei irrsinnig, geworden und seine 12jäHr. Tochter habe Selbstmord begangen. Die sowjetrussischen Blätter berichteten,, die Gattin Tuchatschewski habe sich von ihrem Gatten losgesagt., i Von der neuen StaMSkiinst Wie WÄt ttst- seltsam gfworden." Die Di- plo>nasie, batW.kn.Rasten Dmtp aufgelöst?"Tie hatffch'-verfeinertstnd vervollkommnet..Früher" sagten die Staatsmänner Dinge, ,die. nicht wahr sind. Man wüßte es und war daran gewöhnt. Sie sagten, was sie nicht taten und sie taten, was sie nicht sagten. Nun,-man glaubte nicht, waS sie-sagten und dachte sich daS, was sie nicht sagten.- So war"alles gut," und die"Welt stand auf ihren-Beinen. Jeder" wußte, daß- der-andere lügt, jeder jpg,"daß er-hem aüderbn glapche/Pie Sache.lag einfach, man fand hindurch. Nicht so im 20. Jahrhundert. Da wird es- komplizierter. Etwas ist man dem Fortschritt" doch-auch. schuldig.. So eine.einfache Lüge ist doch zu plump.; Ein jeder kennt den Schwindel, und niemand glaubt mehr daran. Abschaffen kann man ihn natürlich auch nicht. Dazu ist er ja zu" sehr Konvention geworden. Was sollte man denn-machen- wenn-die Lüge, nicht wäre? Die" ganze Höflichkeit ginge ja>zuin Teufel. Nein, Reiben Mtüß sid. NUr sie.-ist-"iM-Werte gesunken- Sie ist- gewissermaßen, degradierst Sie ist— Gewohnheitssnche gewordpiy so liebe"Gewohnheit, von. d?r man gar nicht mehr weiß. Also sie ist unentbehrlich l-Sie gehört zum guten Ton,. .Aber die. modernen Diplomaten haben ja schlaue Köpfe, und da haben sie sich etwas Neues ausgedacht. Mit bewunderungswertem Geschick haben sie wieder-aller Welt bewiesen, wie notwendig sie sind, tole sehr ihre Weisheit die Völker beglückt. Und waS machen- sie denn, die Tüchtigen? Planen sie etwa einen neuen Krieg? —-Ach: düs ist veraltet, wer- redet von solch dummem Zeug! Nein, die modernen Staats- männer haben etwas ganz Originelles erfunden, etwas Einmaliges und nicht mehr zu Ueber- trefstndeS: Sie haben den gesunden Menschen- verstand abgeschafftl- . Und wie haben.sie da- gemacht, die witzigen Führer ihrex Völker? So einfach.-Sie haben die" gesunde Politik entdeckt, die sich auf das ihnen aufgedrängte Vertrauen ihrer PolkS- - genossen-stützt-und^auf die Reinheit ihres Blutes. DaS.gibt die Kraft:.auf schnöde wirtschaftliche Vorteile zu verzichten, herrliche Reden zu halten," wstndorbäre OMn zu verleihen. DaS ist noch, Staatskunst, die sich beleidigt fiihlt» die anders beleidigt, die„die Ehre wiederherstellt" und dw- d.en.Frieden erhält.........- st:"-- Mtürli^ Erhält ste" Mich den Frieden." ^Spanien ist doch west weg.. Das-hat- ja nichts init Krieg zu"tun,"wenn man"einige Städte mit Bomben belegt- pder, eiiüge 1000.-Menschen erschießest läßt-.^"Mäst betont doch, daß Friede sst, Und seit Monaten glaubt es die ganze Welt. Gewiß, dahintm irgendwo, da ist" eS Nicht ganz geheuer— aber tstrieg? Es worden ja friedliche iNötesti gewechselt^-Man beteuert doch, daß eS die einzige Aufgabe ist, den Frieden zu erhalten.: Diesen Frieden, bei dem man so schön nebenbei einen netten Krieg führen kann. °’*'.'Gab eS".einmal.eine" Zeit",.'in"der."Krieg 'gleich Krieg war?" Und Friede. gleich Friede? Die Menschen müssen-ja ivohl. ganz verrückt-normal-gewesen sein.:-:'- .. In der.Fremde verunglückt. AuS Kiruna in Nordschiveden wird gemeldet: Donnerstag früh ivurde in der Station. Malmbcrget dem. Zirkus Mijares Schreiber,: gehöriges Material ausgeladen. Das Mitglied des Personals, der 23jäch-, rige Tschechoslowake Fanz Pkich a,,berührte dabei der Leitung der. elektrischen. Eisenbahn,, fiel vom-Wagen und war: auf der Stelle töt,- , Bor dem zweiten Senat deS Berliner BolkS» gerlihtShofeS fand, wie die„Union für Recht«nd Freiheit" erfährt, kürzlich ein neuer Hochverratsprozeß statt. I» diesem Prozeß lvurden über eine Reihe von jugendlichen Arbeitern außergewöhnlich schwere ZitchthauSstrafe» verhängt. ES erhielten der 26jährige Antifaschist Brun» Baum 13 Jahre, der 25jährige Erich Honnecker-10 Jahre und das frühere Mitglied der sozialistischen Arbeiterjugend Erwin Lauterbach 254 Jahre Zuchthaus. Die mitangeklagte tschechoslowakisch e Staatsangehörige Fodor, Richte deS hiesigen Frauenarztes Dr. Boris Libon, wurde wegen erwiesener Unschuld freigesprochen. Konflikt Im Gastgewerbe beigelegt Paris. Samstag kurz nach Mitternacht, wurde von den Bertretern der Arbeitgeber und der ArbeitenehMer deS Hotel« und Gastgewerbes ein Nebereinkommen unterzeichnet, durch welches der Konflikt in" diesem Berufszweig' beigelegt wird. Die Gefahr der Schließung der französischen' Hotels und Restaurants ist damit beseitigt, Ministerpräsident Camille Chautetyps gab den Bertretern der französischen und ausländischen Presse gegenüber seiner Vollen Befriedigung W>er die Schlichtung des Streites Ausdruck. Vas Stadien in Aussig An alle Leser, Äbonnenthh lind Verschleißer! Anläßlich des Feiertages am Montag, den 8. Juli, entfSllt unsere Dienstag-Ausgabe. Am M i t t-, woch, den 7. Juli, erscheint unser Blatt zur gewohnten Stunde.< ‘, Die Berwaltun gi Die Sportfllegerin Earhardt Ins Meer gestürzt, aber geborgen San Francisco. Durch Meldungen", der Rundfunkstation Honolulu, die an det amerikanischen Pacisiekiiste aufgefangen wurden, wurde bekannt, daß die berühmte amerikanische Fliegerin Amelie"E arh a r d t ist einer-GntfÄ« nung von ungefähr 100 Meilen von der^Jnsel Howland in den" Stillen Ozean abgestürzt"ist. Donnerstag um 20 Uhr mitteleuropäische,!"Zett befand sich die Fliegerin etwa 160 Kilometer vost der Insel entfernt. Sie gab in ihrem letzten Radlö» granun an, sie habe nurmehv- für eine halbe Flugstunde Betriebsstoff an"Bord und Land" ssel noch nicht in Sicht. Späterfingen Schiffe draht« lose SOS-Rufe, der Fliegerin auf, so daß.es unzweifelhaft wurde, daß. das Flugzeug"ins"Mül! gestürzt war.. Der Kommandant der Kriegsmarine ordnete" sofort an, dah die bei Honolülit befindlichen Kriegsschiffe"die Nachforschungen nach der vermißten Fliegerin aufzunehmen haben. Alle in der Nähe kreuzenden Schiffe wurden dus- gefordert," radioielegraphischen Aufforderungen" ihre Aufmerksamkeit zu widmen. Die Rettungsaktionen hatten Erfolgs Ost»' wohl die Schiffe, mit welchen die SendestattoiM von Anfang an Verbindung gehabt hatten,"vöst der vermutlichen.Unfallsstelle' nicht weniger als 48 Stunden entfernt waren, scheinen einen bischer unbekannten"englischen Dampfer die Hilferufe in unmittelbarer Nähe erregt"zu hästdm, Der Dampfer meldet, daß er Amelie Earhitthn deren Flugzeug auf den Wellen triest, geborgen habe,'"-'■ ..- Seit dem Umstürze 8? Gendarmen getötet Nachdem, auch noch, der in Hovizi bei Pseim schliier verwundete Gendarmeriewachtmeister. Do«. leZal seinen Verletzungen erlegen ist,, bezissext sich die Zahl, der seit. dem Umstürze in Ausübung ihres Dienstes getöteten Gendarmen astf 87. Von.1918 bjs 1627. wurden insgesamt H6. Goicharmen, getötet., von IstS? biS-lÜtzü. 26 und EKegiiiu-disMhrest'^lySsi«>?7* ' Tschechische. Filme in• der Pariser Avsstel^ lung.' Freitag wurden einem engeren-Interessentenkreis in Anwesenheit-des Gesandten Dr. Osu» skh die-tschechoslowakischen Filme„Menschen auf der Eisscholle" und'»Wir lebe,«! 19 3 7" von Dr. Rädl vorgesührt,. Beide Filme werden in der nächsten Woche, wahrscheinlich,Dost«^ nerStag abends, in der. Festvorstellung,im Fllm»! Palais auf dem Ausstellungsgelände anläßlich de», internationalen Kongresses der Filmunternehyter. und Filmkritller vorgeführt, werden.. ,:..- GehaltSverzicht"ohne Reklame. Neuseelmid- Ist der erste Teilstaat des Britischen EyiPire rnit' einer.reinen Arbeitermehrheit im Parlament, ftfit Führer, der 60jährige Michael I". Savage— kurzlveg„Mike"(sprich Maiki) genannt—'stst - Premierminister"und dessen"" Gehalt" beträgt. 2000-, Pfund im Jahr.- Mike hat sofort darauf, verzich- tet, obschon er"weder einen" blsihettdest Berletllkh dungSverlag besitzt, noch"Millionen zwingen kann» dessen Produkte zu kaufen und ebensowenig"die größten Zeitungen der Landes zugunsten-.dieses Unternehmens und der eigenen. Tasche enteignen,- könnte.'- Mike begnügt sich mit seiner Pesolduya-, als Abgeordneter,- das sind 300 Pfund gleich 42.000 llö im Jahr.-Bon den RepräsentationS-. geldern im Betrage von 250 Pfund gleich 26.400 KS jährlich hat Savage noch keinen Penny in'Ast-. spruch genommen,(bn.) Heimsuchung Bulgarien». In den letzten Tagen wurde Bulgarien wieder i in einigen Landstrichen von schwere» Unwettern betroffen, welche viele"' Schäden anrichteten. Die bulgarische Regierung er« wägt die Errichtung eine» Instituts.zum Studium, der. Mittel, wie- solche Elementarkatastrophen der«, mieden werden könnten. Blättermeldungen zufolge-" wurden in. Bulgarien innerhalb eines Jahre» mehr, al» 100 P e rson en vom B l i tz erschlagen,' besonder»- Bayern und-Hirten.- Statistischen- Aufzeichnungen zufolge haWlt e» in Bulgarien durch-,. schNittlich an 90 Tagen jäyylich, wobei Schäden von 500 bi» 600 Millwnen Lewa jährlich. 7 verursacht:' werden..">-"-»st Schonung von Adlern tut Lande Böhmen. Nach" einer Verordnung de» Landespräsidenten"in Prqg vom 14. Juni d. I. dürfen bi» auf Widerruf alle Arten voy Adlern weder betfÄgk, itöch" gest»ngekt-st»K".-" getötit werden." Unter dem Einfluß eine» umfangreichen"Drus^ hoch», dessen Kern Samltag-bei der Ostsee lagerte, hat die Bewölkuitg über dein Binnenland weitet ab« genonimin. In unseren Gegenden stiegen dabeiMss- Temperaturen auf 25 bi» 28 Grad an. Aus Fränk-- reich wurden 28 bi» 81 Grad gemeldet. Man.stmF'' mit einer weiteren Erwärmung rechnen.— Wahrscheinliches Wetter von h ie u t it:-Schön und warm'?' bis sehr warm.— Aussichten für'M 0 n t ägs Noch- ziemlich heiter, heiß..- 4^-, «r. 156 Sonntng, 4: Jnli 1937 Seite s'.!. Mit der Tochter in den Tod. Auf dciy Tem- mering verübte Vie 41jährige Gattin des Mecha« nik«r» Loui», Johanna, Selbstmord durch Einatmen Von Leuchtgas. Sie nahm ihr' 14jährige» Töchterchen mit in den Tod. Alle Umstände weifen darauf hin,- daß sie die Tat in einem plötzlichen Wähnsinnsanfäll verübt hat. Folgenschwere„Irrtümer" eine» Giftexperten. Ganz Belgien verfolgt Mit äußerster Spannung did-sensationelle Entlarvung de» berühmten Ge» r ich t Sche m i k er» und Giftexperten Professor FelixDaels von der Universität Gent. Dael» galt al» einer der ersten europäischen flütoxitgten-auf dem Gebietender Toxikologie und die belgische Regierung hat ihm ein besonderes Institut eingerichtet, in dem er auch in finanzieller Hinsicht völlig frei arbeiten konnte. Bei einer un- angetündigtcn Revision stellte e» sich jedoch heraus, daß die Finanzgebarung der Professors nicht einwandfrei war, und dieser wurde plötzlich abberufen. Dadurch kam der Stein in» Rollen, und man begann nunmehr auch seine Expertisen nächzuptüfen. E» stellte sich zur allgemeinen Ueberraschung heran», daß Professor Dael» regelmäßig Gutachten abgaib, daß sich Gift in den ihm zur Untersuchung übersandten Stoffen befand. Richt ei« einziges Mal hat. er, während seiner langen Amtsdauer einen negativen Befund festgestellt. Schön die» erschien Mehr al» unwahrscheinlich, man wies in einigen Fällen eindeutig einen„Irrtum" nach, Profeffor Daels gab. diese auch sofort zu. Und diese Vernehmung ließ darauf schließen, daß DaelS mindestens einer Geisteskrankheit verdächtig erschien, denn er sprach I« unzusammenhängender und irrer Weise von dem göttlichen Amte eines Rächers der Wiffenschaft. Als dies bekannt wurde, begann man die Prozeßakten aller Giftmorde d sondern lathüzahlen und c» Mitgift nennen,— wohl um e» sei viel unlogischer als da» Chinesische,-besitze eine Unmenge von Synonyme», die dar Chinesische vermeide, und ließe vor allem bei weitem nicht die Entwicklung zu, wie'die'Sprache des Lande» der-Mitte; deren Elastizität sich gerade in den letzten Jahrzehnten in ihrer durchgreifenden Moodernisierung bewiesen und bewährt häbei Der Geist Conan Dohle». Die New Norker Verkehrspolizei kämpft allen Ernste» im Augenblick gegen einen Geist. E» ist freilich der-erleuchtete Geist der berühmten Schöpfer» von Sherlok Holmes, de» Schriftsteller» Conan Doyle, von dem- man er als überzeugten Spiritisten auch gab nicht ander» erwarten durfte, al» daß. er. auch nach seinem-Tode von sich reden machen lassen würde. Sein Geist-hat sich nun,.jedenfalls ihrer Behauptung nach, im Leibe der. bekannten New Norker Okkultistin, Mrs. Elisabeth ihre überreifen Töchter schnell" loszuwerden. Er ging in die europäische Siedlung und bat einen -reichen europäischen Kaufmann um die Hand seiner Tochter. «Ersten» wird meine Tochter-nie- einen' Japaner heiraten", sagte ihm der Kaufmann trocken: „Und wenn sie. es getan hätte, würde ich einem armen Mann keinen gen als- Mitgift anver« trauen."... Der. junge Japaner fühlte sich unglücklich, verließ die Heimat und wanderte nach einer europäischen Metropole au».- Dort, lernte er eine Geischa kennen. Wie merkwürdig sind die europäischen. Gei« sckia»! Seine-Geischa hatte,einen reichen Ehemann, sie empfing den jungen-Japaner nichtim Teehause,- sondern kam ost in"seine kleine Wohnung und sie brachte ihm wieder und wieder die Mitgift in Form von teuren Geschenken in» Hau». ■* Wie bekannt, hat die japanische Sprache drei verschiedene-Arten von. Grarstmatik.Die leichteste ist nur für.die"Schulmädchen bestimmt, die schwerere wird in den höheren Schulen durchgenommen und,die Gelehrten ällein beherrschen die ghnzrich- tige,'aber sehr.kömplizierte japanische Grammatik. Ein Japaner hätte, drei" Züchter.Und ließ sie, je nach" ihrer. Begabung, alle /drei- Arten Gräm», matik-lersierw":;y, . Majä-San, die mittelbegabte, erlernte auch die rnitilere Förm.der Griammäjik.- Sie heiratete dänm. einen jungen Ästrostoyiest.s, Ihr,"Ehelehen gestaltete, sich aber unglücklich..'Aw Tage-versuchte H-.MjMM'KDiftU» ihres Mannes N'WMid,' fen, die sie aber wegen ihrer Gelehrten-Gramma- tik nicht.'vexstan.d,..und ,in der Nächt'b^fabje/er.sich "nichtiEM'.sM^ß.-mit"Htzn"Sterben. Shisi-San.war die begabteste unter den drei Töchtirn des JstpMr».' Al»'sie endlich ere Große ^Grammatik".beherrschte,,. tva,r sie" schön,"' 28 1 Jahre alt. Eine so alte" Jungfer wünscht. sich kein Ja- O'Hare verkörpert und die Verkörperung hat nunmehr zu schweren Berkehrsstprungen geführt, die sich in.-der Fünften- Avenue abgespielt haben. MrS. O'Hare nämlich erschien dort an der Spitze eines Zage»'von etwa- 100 Okkultisten, ein Banner schwingend, auf dem ein' gewisser Joseph Dunninger aufgefordert wurde, zu-einer spiritistischen Sitzung zu kommen und sich, dortselbst mit-dem Geist von Conan Doyle auSeinanderzusetzen, den er öffentlich beleidigt habe. Die Polizei hatte wenig Verständnis für die Streitigkeiten der Spirifisten unter sich, löste den Zug auf. und verhängte"ein. Strafmandat über MrS- O'Hare. Diese jedoch lehnte die Entgegennahme kategorisch mit der. Begründung, ab, sie habe einen ausdrücklichen Auftrag vom Geiste" Conan Doyle» gehabt, die Demonstration zu veranstalten, und die Polizei müsse sich schon an. ihn selbst halten. paner zur Frau, und der Vater war ftoh, als ein Bauer doch seine Tochter heiratete. Der Bauer svannte sie. zusammen mit- dem Pferde in den Pflug und"recht bald vergaß die Arme die 1097 Regeln"der"Grammatik. Poo-San, die am ,wenigsten begabte Tochter de» Japaners, bewältigte, wicht einmal die einfachste Form der.Grammatik. Eine» Tages verschwand sie heimlich aus, dem väterlichen Haufe und der Vaternahm an, daß sie nach Kalifornen auSlvanderte, wie es so viele Japaner machen. Seine-Vermutung war richtig, denn schon nach wenigen Jahren.saNdte ihm Poo-San zehntausend Nen. Au»-Kalifornien, denn aus dem Poststempel stand: Hollywood. -''. i•'#'"\ ‘ Zwei nachbarliche Dörfer lagen seit langem -im"..Streit", wegen ihrer Wiesengrenzen. Endlich einigten sie,sich darüber, wo.d.ie Grenzen der ara»- reichen Wiesen" liegen; Statt die" Grenzen durch Abzeichen,.festzulegen, beschlossen- die, streitenden Papteken,.die-Jfigestd. der beiden Köpfer,an hie Grenzen."der Wiesen" zu-senden, damit sie sich deren PevÜ».üf.".'esnp.räge?'.'."! > i ,-JsnVersten-Dorfe cheördete-"der-Aelkestenrat,', däß die Barschen--jeden; Tag-ein anderer,.sich-aus- die,./Wiestn- begaben, und sich,die- richtige-Grenze eistprägten:, Im",zweiten, Dorfe- brauchte.man aher. die) männliche/Jugend zifr Feldarbeit.".. !--Daher-löste-derAeltestenrat die einzige Geischa de» Dorfes-für. mehrere Tage-au» und befahl ihr, tief, in>die^fremden: Wiesen zu'.wandern. Sie tat es, wie es ihr befohlen-wurde,- und. nahm am Rande de» Wäldchen» Platz,'Wohle Burschen dö» ersten Dorfes auf.ihrefuGang zu den Wiesen- grenzen'vörUber miißten,... .-„j" Seit meiner Generation schwört die. männliche Welt.dkises Dorfes, daß ihre Wiesest mfcht-weiter reichen als bis zum.Rande- jenes-Wäldchens,"wo die Burschen die Geischa getröffen'hatten.. Florence Rice als„Gangsterbrnut". ' Vom Rundfunk Cinplehleniwerte» au» den Programmen» Montag. Prag, Sender I: 7.00: Konzert au» Karlsbad: Fuisik, Nedbal, Suppö eie., 9.80: Polonaise» von Chopin, 14.15: Deutsche Arbcitersendnng: Josef Blau: Waö gehört in Vie Gemeindechrönik'?, 15.45: Französische Märsche auf Schallplatte«. 17.85: Tcnt- sche Sendung: Johann Strautz: Indigo, phantastische Operette, 18.50: Deutsche Presse, 22.25: Tanzmusik. — Prag, Sender II: 14.80: Deutsche Sendung: Jorson: Bolpone, Komödie, bearbeitet von Stefan Zweig.— Brün» 12.20: Rnndfnnkorchesterkonzert: Älaznnov, Chopin eie., 18.40: Schaüplattenrevne, 17.85: Deutsche Sendung: Dr. Kürschner: Biochemischer Kmnpf gegen das Altern.— Jng. Grimm: Anekdoien von Tieren.— Reise ins Bad, Lustsviel. — Preßburg 19.05: Jazzorchester.— Kascha» 20.10: Rnndfnnkorchesterkonzert.— Mähr.»Ostrau 9.15: Geigenkonzert Fritz Kreisler ans Schallplatten: Bach, Tschaikowski etc., 17.50: Deutsche Sendung: Rößner: Friedrich von Spee und feine Kirchenlieder. Dienstag. Prag, Sender I: 7.00: Konzert aus Karlsbad: Liihar. Raöin etc., 10.15: Bakulesänger auf Schallplatte«. 11.00: Militärmufik, 14.14: Deutsche Arbeitersendung: Dr. E. Franzrl: Hu» und unsere Zeit, 18.00: Orchesterkonzert FOK: Weber, Rich. Stranß, MaScagni etc.. 17.85: Deutsche Sendung: Perlenkette von Paula Mantler, 17.50: Franzensbad, Reportage, 18.50: Deutsche Presse, 18.55: An» dem deutschen Kulturleben, 19.05: Militärkonzert, 20.25: Smetana: Mein Vaterland, symphonische Gedichte. 22.25: Tanzmusik.— Prag, Sender II; 14.30: Deutsche.Sendung: Fröhliche Musik aus. den Werken großer Meister: Bach, Searlatti etc.— Preßburg, 10.15: Geigenkonzert. 14.00: Overnarien, 22.85: Tanzmusik.— Mähr.-Ostrau: 10.00: Schallplattenkonzert: Furtwängler dirigiert: Debussy, Bach ete., 12.20: Mittagskonzert: Smetana, Dvokäk. Mittwoch: Prag, Sender I: 10.05: Deutsche Presse, 11.05: Salonorchester: Hasler, Äotek, Suppe etc., 12.10: Schallplattenkonzert: Mozart, Weber ete. 18.40: Deutscher ArbeitSmarlt, 14: Deutsche Sendung: „Das Mädchen spricht", Lieder von Brahms, 17.85: Suk: Klavierquarteit, 18.05: Deutsche Sendung: Seidl: Das Antlitz unserer Städte, 18.20: Deutsche Arbeitersendung: Franz Kirchhof, Retchenberg: Berufswahl und Berufsausbildung, 18.40: Sozialinformationen, 18.45: Deutsche Presse, 22.20: Tanzmusik.— Prag, Sender II: 15: Operettengesänge, 15.15: Deutsche Sendnng: Kinderstnnde, 15.85: Dr. Maras: Ans dem tschechoslowakischen Kulturleben.— Brünn 17.40: Deutsche Sendung: Bio- loneellokonzert, 18.15: Klavierkonzert.—- Prest- burg 20.05: Mandolinenorchester.— Kascha» 12.05: Opernarien, 18.10: Rnndfnnkorchesterkonzert.— Mähr.-Oftran 18.05: Schallplattenkonzert, 18.80: Tanzmusik, 20.05: Dvokäk: Humoresken. Vas naus Kleid Sie trafen sich draußen an der Peripherie der Stadt- „Schön siehst Du heute aus, Annil" Sie lächelte und wurde etwas rot. „Beinahe wie eine richtige Dame." Jetzt lächelte Anni ihr Helles Silberlächen, da» er" so gerne hörte. „Wie eine Dame?— Wegen des Kleides? — Das ist doch von Dir, Fritz." „Von mir? Mach' doch keine Scherze, Anni, Ich weiß doch noch, was für Geschenke ich Dir mache, und das Kleid von vorigem Jahr war blau, denk' ich. Und dieses hier.'.." „Und trotzdem ist es von. Dir." „Das verstehe-ich nicht-" „Nein, wirklich nicht?" Fritz wurde jetzt beinahe böse. Aber erst nachdem er mit wütendem Gesicht neben Anni herging, klärte sie ihn-auf. Und dann mutzte er doch lachen und zugeben, datz, wenn auch das Kleid selbst nicht von ihm stammtet so doch zu -einem wesentlichen Teil. Er hatte mämliäftam Donnerstag die neueste„Frauonwilt" mitge- btacht. Und darin wär ein-Schnittmuster"für ein entzückende» Kleid enthalten. Da Anni" gerade einen leichten Sommerstoff liegen hatte, machten ihre, flinken Hände das Kleidchen gleich bis zum Sonntag fertig. „Da habe ich Dir also für sechzig Heller zu einem- Kfeid verhalfen?"- „FÜr sechzig Heller?" ..„Nu ja,.'-das ist doch der Preis für die „Frauenwelt", die, ich übrigens jetzt für Dich abonnieren werde." Der Beitritt zur ist jedermann möglich und kann jederzeit erfolgen Durch den Einkauf im eigenen Laden erwachsen den Mitgliedern wirtschaftliche Vorteile. Genossenschaftliche Selbsthilfe ist die beste Hilfe I Sie macht die. wirtschaftlich Schwachen unabhängig und sichert die bestmögliche Bedarfsdeckung. Die genossenschaftliche Warenvermittlung und Warenerzeugung gibt den Verbrauchern das Mitbestimmungsrecht in der Wirtschaft. Im Zusammenschluß der wirtschaftlich schwachen Verbraucherfamilien liegt ihre Macht. Werdet Mitglieder der Konsumgenossenschaften! Seite Sonntag, 4. Sittt 1087 Nr. 156. Burdi Mitbesitz an dcrWirtsdiaN zur Mitbestimmung In Staat und Gesellschaft! Durch den zu Begin» dieser Monates von allen dem Internationalen Genossenschaftsbund in London angeschlossenen Bewegungen gefeierten Internationalen Genossenschaftstag wird die weltuinspannende GeisteSwclt der Genossenschaftswesens allenthalben in dar Blickfeld sozialer und wirtschaftlichen Betrachtungen gerückt. Biele sehen in den Selbsthilfeorganisa- iionen der Verbrauchers den Konsumgenossenschaften, bestenfalls ein Mittel, allfälligen Auswüchsen der privaten Wirtschaft in der Warcnvermittlung entgegen- zuwirken. Viel weniger werden die Möglichkeiten in Betracht gezogen, welche die auf breitester Grundlage sich vollziehende Organisation der Verbrauchers hinsichtlich der Herbeiführung einer auf besseren Grundsagen beruhenden Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung beinhalten. Unsere heutige und schließlich jede WirffchastS- und Gesellschaftsordnung ist auf den jeweiligen Besitzverhältnissen gegründet. In wessen Hände die Führung der Wirtschaft gelegt ist, wie sie sich auf die Betvohner der Landes auswirkt, welcher Art die gesellschaftliche Gesetzgebung, Rechtsordnung und-alle mit dem Leben des Menschen verflochtenen Umstände sind, all dar ist von den jeweiligen Besitzverhältnissen, besser gesagt, von der Verteilung des Besitzes in der Wirtschaft, abhängig. Der heutige Zustand in der Wirtschaft ist durch die Tatsache charakterisiert, daß der private Besitz von Produktionsmittel im weitesten Sinne des Wortes an der Herrschaft ist und diese Herrschaft begreiflicherweise nicht im Interesse der Allgemeinheit, sondern im Interesse der privaten Besitzer auSübt. Es gehört zu den Grundforderungen aller sozial und fortschrittlich gesinnten Menschen, daß die Interessen der Allgemeinheit das Uebergewichi über das private Einzelinieresse erlangen sollen. Die Genossenschaftsbewegung der Verbraucher als eine wirtschaftliche Organisation der breiten Massen der werktätigen Verbraucher zeigt den Weg, in welcher Weise der gesamte Sektor der Verbrauch-Wirtschaft zum Wohle der Allgemeinheit«mgcstaltet werden soll. Von den Gegnern der genossenschaftlichen Selbsthilfe der Verbraucher wird immer wieder darauf hingewiesen, daß die Konsumgenossenschaften in ihrer Gesamtheit bereits über ein Stück Wirtschaft herrschen, dessen Wert auf Millionenbeträge geschätzt wird. Aus der bloßen Tatsache, daß in den Unternehmungen der organisierten Verbraucher Millionenwerte investiert sind, daß die Umsätze der Konsumgenossen- schasten in unserem Lande an die Zwei-Milliarden« Grenze heranreichen, wird die falsche Ansicht geboren, die Konjumgenosseiischafisbewegung sei deswegen ein« „kapitalistische" Wirtschaftsmacht geworden. Die Gegner der Konsumgenossenschaftsbewegung übersehen bei dieser Argumentation den einen Umstand, daß es sich im Falle der Konsumgenossenschaften, ja der Selbsthtlsegenoffenschaften überhaupt, um Wirt» schaitSunternehmungcn handelt, di« sich durch dar Merkmal des sozialen GemeinschaftSbcsttzeS wesentlich von den kapitalistischen Unternehmungen unterscheiden. In den Selbsthilfeunicrnehmungen der Verbraucher, den Konsumgenossenschaften, ist dem Kapital in Wahrheit jene Rolle zuteil geworden, die ihm zukommt: es herrscht nicht, sondern eS dient. Er dient der Gesmniheit der organisierten Verbraucher, ja der Allgemeinheit schlechthin. Die Konsumgenossenschaften und ihre Zentralen sind in ihrer Gesamtheit, an der Zahl der Menschen gemessen, die sie mit täglichen Bedarfsgütern versorgen, ein bedeutender gesellschaftlicher Faüor. Zur Durchsetzung des gemeinwirtschaftlichen Wirtschaft»« Prinzips jedoch Ist cS ungleich wichtiger, welche wirtschaftliche Kraft sie in die Waagschale der wirtschaftspolitischen Entscheidungen in Staat uNd Gesellschaft werfen können. Es muß zugegeben werden, daß ihre wirtschaftliche Kraft zurzeit noch verhältnismäßig gering ist; umso größer aber sind die Aufgaben, welche der Konsumgenossenschaftsbewegung in naher und ferner Zukunft gestellt sind. So Bedeutendes die Konsumgenoffenschaften und ihre Zentralen durch die andauernden Wahrnehmungen der Wirtschaftsinteressen der Verbraucher in allen Bereichen ihrer Tätigkeit leisten, ste könnten noch ungleich viel mehr leisten, wenn ihr Anteil an der Wirtschaft sich, vergrößert. Hierzu bedarf e» jedoch der Besinnung, der Ueber- (P. G.) Amnestie bedeutet in Oesterreich: daß inan aus einem Gefängnis in ein anderes Gefängnis gebracht wird. Im Juli 1086, nachdem Schuschnigg den Palt mit Hitler abgeschlossen- hatte, wUÄe in Oesterreich eine Amnestie erlassen. Schuschnigg hat damals in einer Rundfunkansprache ausdrücklich erklärt, daß die Amnestie den sozialistischen und kommunistischen Gefangenen ebenso gewährt werden werde, wie den Nazi; und daß sich die Amnestie nicht nur auf die von den Gerichten verhängten Strafen erstrecken werde, sondern auch auf die von den Polizeibehörden verhängten„Verwaltungsstrafen". Dieses öffentlich gegebene Vorsprechen ist in der schmählichsten Weise gebrochen worden. Die Amnestie wurde für die sozialistischen und kommunistischen Gefangenen in folgender Weise unwirksam gemacht: Sje wurden zwar aus den Gerichtsgefängnissen und Strafanstalten ent- lasten, aber die über sie verhängten Polizeistrafen mußten sie verbüßen. Diese wurden trotz. dem öffentlichen Versprechen Schuschniggs nicht amnestiert,,Die Folge war, daß sie die Hast, im Gerichtsgefängnis bloß mit der Haft im Poll--' zeigefängnis vertauschten, Aber auch wenn sie die, Polizeihast verbüßt hattest- wurden sie sticht in Freiheit gesetzt,. sondern zur weiteren„A n- haltehaft" im K owz e n iia ti a n 8« lager Wölkersdorf verurteilt. Das Ergebnis ist, daß die im Juli 1086 „amnestierten" Sozialisten und Kommunisten zeugung und der folgerichtigen Handeln» der Verbraucher. Mag die ständige Austotderung der Konsumgenossenschaften an; die Verbraucher»„Schließt euch un» ant Macht die Konsumgenostenschaften durch treuen Einkauf starki" banal klingen, e» ist doch der Weg, um der Maste der Verbraucher durch den Mitbesitz in der Wirtschaft auch die Mitbestimmung in Staat und Gesellschaft zu ermöglichen. Der große Einfluß der Agrarier in der Politik und im Wirtschaftsleben wäre ohne das kraftvolle und finanziell starke landwirtschaftliche Genoffenschaftrwesen nicht oiöglich. Ein Grund mehr, um alle werktätigen schaffenden Verbraucher auf. die■ Notwendigkeit der konsequenten Förderung der Konsumgenossenschaften im täglichen Leien hlnzuweisen. Der Genossenschaftsbewegung der Der« brimcher ist mit einem FeiertagSidealiSmuS wenig gedient, denn, die VerieilungSstellen der Konsumgenossenschaften sind wochentags■ geöffnet. Unsere Konsumgenostenschaften haben in den ver- floffenen Jahren unter Beweis gestellt, daß sie auch die furchtbarste Krise unerschvttert überdauert haben.' Auf. der ganzen Linie geht e» vorwärts. Neue Mitglieder-strömen den Konsumgenostenschaften zu, ihre Umsätze wachsen, die Spareinlagen der Mitglieder mehren sich. Ihre wirtschaftlichen Leistungen sind' jedem Einsichtigen offenbar. . Jede Einkaufskrone aa M Ä< den KonsitmserwffenschFsten! j auch heute noch nicht in Freiheit sind. Wir führen im Folgenden eine Reihe von Beispielen dafür an: Rudolf Friemel, wegen Teilnahme an den Februarkämpfen zu sieben Jahren schweren Kerker» verurteilt, im Juli 1086 amnestiert, aber nicht in Freiheit gesetzt, sondern von der Polizei zur „Anhaltung" für unbestinnnte Zeit im Konzentrationslager WöllerSdorf verurteilt, fft seit Juli 1081 in Haft— trotz der Amnestie. Karl H o l o u b e k, Buchdrucker, in Haft seit Dezember 1088. befand sich als Funktionär der Revolutionären Sozialisten in landesgerichtlicher Untersuchung, im Vorjahr amnestiert, wurde, nach Verbüßung von 14 Moyaten Polizeiarrest,(Eiü>e März dieser Jahre») nicht freigelasten; stand deshalb sechs Tage(bis zur ZwangSernährung) im Hungerstreik, war im Spital, erhielt dort den Bescheid, daß er noch sechs Monate angehalten wird und wurde wieder nach WöllerSdorf' zurückgebracht. Johann Franz, Schneider, in Haft fest Jänner 1086, stand wegen Transportes der„Arbeiter-Zeitung" in gerichtlicher Untersuchung. Im Vorjahr a m n e ft i e ,r t, wurde im Arrest krank; er wog bei Antritt der Haft 64 Kilogramm, am Ende der vierzehnmonatigen Polizeistrase nur mehr 40 Kilogramm I Wurde nach verbüßter Strafhaft am 8. April nicht freigelasten, stand deshalb fünf Tage im Hungerstreik, war im Spital und erhielt dort den Bescheid, daß noch acht Dtonate Anhaltung verfügt worden sind. Theodor Müller, Buchdrucker, in Host seit "Juli 1086, stand wegen Verbreitungvon, Schriften der Revolutionären Sozialisten in aerichtlicher Untersuchung, im. Vorjahre a m.« e ft1,e rft« wurde nach Verbüßung von zehn Monaten Polizeisttafe am 22. April nicht freigelassen: stand deshalb sechs Tage Ms In Oesterreich eine Amnestie Bedeutet Aus dem Wortschatz des Wieners Von A. J. Starker*) Abtetteln gebraucht der Wiener meistens im antiphrasischen Sinne.(Antiphrase nennt man in der Stilistik die Ironie, die sich der gegenteiligen Aussage bedient; sie liegt z. B. vor, tvenn man jemand, dessen Gebaren alles eher denn sauber ist, einen sauberen Herrn nennt, oder wenn man statt„fällt mir nicht ein, es zu tun" sagt:„ich kann mich'beherrschen" oder„ich bin nicht so vergnügungssüchtig".) Wenn der Wiener also sagt, etwas könne ihm ab- geibeitclt werden, so will er gewöhnlich ausdrücken, daß er das Betreffende überaus gerne hergeben oder tun möchte. Die lunnts mir ohbeddln, sagt der„Biez", der Vorstadt-Dandy, zu seinem Begleiter von einem vorübergehenden Mädchen, das ihm gefällt, er darf es nur nicht zu laut sagen, sonst könnte er bei der Dante, wenn sie den lie- benSwürdig gemeinten Ausdruck als zynisch einpsindet, sich selbst„ane ohbeddln", d. h. sich eine Ohrfeige zuziehen. Auf Ohrfeigen bezieht sich auch die gebräuchliche Wendung: wamtst ka Ruah gibst, wirst mir o ane ohbeddln. Aeußerln oder äußerl gehn(Hügel, 1847, schreibt! eiserln gehn)— den Hund ins Freie führen, damit er seine Notdurft verrichte. Die Stunde deS Aeußerln nennt man scherzweise die Zeit vor 10 Uhr abends, in der man gewöhnlich, knapp vor Haustorschluß, die Hunde zum letztenmal.auf die Straße führt. Man sagt auch vereinfacht: der Hund hat geäußerlt(paradoxerweise:„der Hund hak' schon drinnen geäußerlt"). Es gibt auch die Scherzbezeichnung„Ministerium des Aeußerln" für jenen verschwiegenen Ort, in besten mannigfaltiger, euphemistischer Umschreibung alle Sprachen einfallsreich sind. *) Wir entnehmen nachstehende Betrachtungen über das Wienerische dem intereffanten Buche„Im Dickicht der Sprache" von A. J.'Stor- f e r, das im Verlage Dr. Rolf Pass e t, Wien, er- Hhienen ijt. - Gelegentlich gebraucht, man„äußerln" scherzhaft übertragen auch vom Menschen im Sinne von: spazieren gehen. So sagte einmal die berühmte Schauspielerin Gallmeyer, als sie anläßlich eines französischen Gastspiels eine Zeitlang pausieren mußte;,„Da..könnest wir halt äußerln gehen."•••x.■■■",;■ Blaazen bedeutet(mit verächtlichem Beigeschmack) weinen, heftig weinen, plötzlich in Weinen ausbrechen. Der ursprüngliche Sinn in der österreichischen Mundart ist: blöken(vom Rind und vom Schaf). Ein Sprichwort lehrt: hlatzete Küah vergess» am liab- sten eanere Kaibln. Im derb vertragenen Sinne wird blaazen auch für singen gebraucht. So heißt es 1817 in. den Briefen des neuen EipeldauerS: .schon blatzen's d' Wäschertrampeln beim Wäschaufhenken". Aus blaazen gebildet ist das Hauptwort G'blaaze und das Eigenschaftswort blatzed. Ein leicht zum Weinen neigendes Mädchen ist a blatzadi Gredl. »lad bedeutet dick und wird besonders von Menschen gesagt.„A bladi Blunzen" stellt eine doppelte Charakterisierung dar, denn schon Blunzen allein, (eigentlich Wurst, besonders Blutwurst) bedeutet im übertragenen Sinne ein dickes Kind oder eine dicke Frau. Die sprachliche Herkunft des Wortes blad ist nicht ohne weiteres erkenntlich. Keineswegs ist es eine lautliche'Variante von brat(breit), noch ist es eine Abzweigung von blöd, zumal da blöd ursprünglich durchaus nichts„BladeS" bezeichnete, vielmehr die Bedeutung gebrechlich, zaghaft, unbehaglich hatte. Blad fft nichts anderes als das Partizip„g e b l ä h t", das in der Mundart sich zu einem selbständigen Eigenschaftswort verdichtet hat. Für diesen Vorgang gibt es auch in der Schriftsprache reichlich Beispiele, wie etwa dick au» gediehen, dünn aus gedehnt, drall au» gedreht und so weiter. «flickt oder gsteppt bedeutet blatternarbig. In hegt..sein, «sicht steckt an Arbeit, sagt man spöttisch von einem‘ Blatternarbigen. Gfltckter oder Gsteppter kommt häufig als Beiname ist UstterweltSkressen vor(„der gflickte Ferdi"). Eiste Ouell« au» 1008 verzeichnet für ein blatternarbige» Ästcht auch den Ausdruck„jüdischer Friedhof"(„nämlich nur kleine Hügel und Täler, aber,keilte Kreuze"). Ein anderer'wienerischer, der Herkunft nach Wohl ländlicher Ausdruck zur Bezeichnung eines Blatternarbigen: auf den hat der Teufel ArweS droschen.(Erbsen gedroschen), ':■ Die Blgtternkrankheit selbst heißt-übrigens in Wien nicht nur Bladdern,"sondern ,, auch Bockerl(von Pocken). Mir heftig erschrecken sagt man:„die BockerlfraS kriagn"(Fraas von Freisen, althochdeutsch sreisa— Gefahr, Schrecken). Keppeln Daß keppeln in Wien nörgeln, keifen, einen Streit immer wieder neu beginnen, bedeutet, muß man dem„Zug'rasten" aus dem Reiche erst erklären. Und doch ist dieser Ausdruck alte» gemein« deuffches Sprachgut, das der Schriftsprache und den meisten Mundarten alkdrdingS verlorengegangen ist. In der Würzburger LandgerichtS- ordnung von 1618 ist noch zu lesen: Procurato- ren sollen sich vor Gericht alles Schmähens, Zankens oder Kippelns enthaften. Und auch 4m Sim- Pliziffimus des Grimmelshausen: sie fingen an mit uns zu kippeln. Eine niederösterreichsche -Strophe aus der Biedermeierzeit lautet: Mein Weiberl ist g'sund, b'sunders'S Brüste! iS guet, t g'spürS alle Tag, ivanns mi ankepeln tuet. Ein zänkischer Kerl ist ein Keppelmaster. Das Wort keppeln hat nichts mü kappen und kippen== abschneiden(Kapaun— verschnittener Hahn, Kipper— Geldbeschneiderj Münzfälscher) zu tun, wje mitunter vermutet worden ist. Keppeln(mittelhochdeutsch Mel, kwcl) ist vielmehr urverwandt mit der Wortsippe kau en(althoch- deutsch kiuwan) und Kiefer(althochdeutsch kewa).'Wahrscheinlich auch'mit keifen;, entfernt möglicherweise auch.mit Kinn. E» handelt' sich offenbar um eine, von ,der Bewegung, dt» Gebisses selbst. besttyunte. Wortwurzel. Keppeln' scheint die Jnterattvförm,'die das Wiederholen der Tätigkeit.anzeigende Form v'on„kauen"zu sein. Der AusdruckÄ e p P e l S ä h'n e,;womit.der Wiener scherzhaft^ie Schtteidezahne'mchkti.besonders die oberen, wen» sie übermäßig ausgebildet sind, und aus dem Mund herauSragen, scheint die Ableitung von keppeln aiiS kauen zu bestätigen.' ' Im Schveizerischew entsprichf. dem wienerischen keppeln"die Lautform chiben; z. B.:„er het Zur Weltausstellung nach Paris und Arbeiteirolymplade nach Antwerpen im Autobus vom 24. Juli iiS 4. August für KC 1400.— einschl. Fahrt, voller Pension, Rundfahrten, Eintritte, Führungen etc.— Verlangen Sie Prospekte von der URO- Reisekanzlei Bodenbach(Telephon Sb7). im Hungerstreik, lag im Spital, erhielt dort den Bescheid, daß er noch acht Monate angehalten Ivird.. Rudolf H o l o wa t h i. Tischler, Äewerk- schafisvorsitzender, in Haft seit September 1088. wegen Betätigung für die. illegale freie Gewerkschaft zu sech» Jahren Kerker verurteilt, im Vorjahr a m- n e st i e r t, verbüßt zur Zeit noch die Polizeistrafe (ein Jahr Arrest); da» Bunde-kanzleramt droht mit anschließender Anhallung. Ferdinand Steindl, Tischler, in Haft seit August 1088, wegen Besitze» von Flugschriften der Freien Gewerffchaft zu fünf Jahren Kerker verur» teilt, im Vorjahr amnestiert, verbüßt noch die von der Polizei verhängte Arresfftrafe(ein Jahr) in ' WöllerSdorf. San» Ku n ke, Beamter, seit Jänner 1086 in Hast, stand al» Funktionär der Revolutionären Sozialisten in gerichtlicher Untersuchung, im Vorjahr amnestiert, verbüßt gegenwärtig achtzehn Monate Holizeistrafe. Josef Pf all er, Mechaniker, in Haft seit Juni 1086, stand al» Funktionär der Revolutionären Sozialisten in gerichtlicher Untersuchung, im Vorjahr amnestiert, verbüßt noch seine vierzehn Mo- - nate Polizeistrafe, hernach droht ihm Anhaltung. Wilhelm H a i d h, in Hast seit März 1086, ; stand weg«» Transporte» von Schriften der Revolutionären Sozialisten in gerichtlicher Untersuchung, im 1 Vorjahr amnestiert, hat am 10. Mai ein Jahr Polizeistrafe abgebüßt, erhielt den Bescheid, daß er noch weitere drei Monate angehalten wird, Unter den zahlreichen anderen Fällen polizeilicher Willkür und gehässiger^politischer Verfolgung heben wir hervor: Hubert Saschinger, Bäcker, in Haft seit Feber 1088, vom Gericht al» Funktionär der Revolutionären Sozialisten zu fünfzehn Monaten Arrest verurteilt, hat die Straf« vollkommen verbüßt, erhielt dazu SL'Monat« Poli'zeistrafe, die noch bi» März 1088 dauert und von der über ein Jahr verbüßt ist; dennoch wurde er iirher bei jeder Amnestierung übergangen. Willy Jünemann, Graveur, in Hast seit Oktober 1086, wurde nach einer Kinovorstellung mit mehreren Freunden auf der Straße, vor dem Kino aufgegriffen. Trotz ergebnisloser Hausdurchsuchung und obwohl von niemandem belastet, war er«in Monat in landergerichtlicher Untersuchung(ergebnislos). erhielt von der Polizei drei Monate Arrest .und nach Verbüßung noch sechs Monate Anhaltung. Anton Maturek, Mechaniker, in Haft seit September 1086, erhielt wegen Geldsammlung für Spanien im Betrieb von der Polizei drei Monate Arrest und anschließend acht Monate Anhaftuna. Er besindet sich»och in WöllerSdorf. Hermann Lack» er, Tischler, erhielt,im. Jahre 1084, weih, er, sozialdemokratischer Parteisekretär in ' Bruck"a. di' Mur wär, zwei Jahre Kerker: er verbüßte 22 Monate und wurde zu Weihnachten 1088 amnestiert. Wenige Wochen nach der Freilassung schickte ihn die Bezirtthaupwiannschaft nach WöllerSdorf(sech» Monate Strafhaft). Im März 1087 wurde er neuerding» verhaftet und, weil er sich weigerte, in» Ausland a u» zuwand e r n. von der Polizei wegen Verdachte» der politischen Betätigung zu einem Jahre. Anhaltung verurteilt. alibig eppe»(alleweil etwa») z-schiben"; oder .„der MueterS Reden Hilst mehr als de» Vater» Chiben". Eine Nebenform de» wienerischen keppeln ist kifeln— nagen; z. B. am Hungertuch ftfeln, oder an Baan o-kifeln(ein Bein abnagen); bei Abraham a Santa Clara beginnt ein BoftSlied mit den Worten: E» küffelt ein Schneider ein Gaiöfuß ab. ,. Pflanz, gilt dem Wiener als lächerlich. Dieses männliche Hauptwort bedeutet Prahlen oder„großarttges" Austreten, und zwar ohne Rücksicht darauf, ob jener, dem dieses verächtlich machende Wort.gilt, mit Mitteln protzt, Wer die er tatsächlich verfügt, oder ob er durch das„Pflanztreiben" hochstaple- risch Wer seine Verhältnisse hinauSgeht. Daß der Ausdruck.mit„Pflanze" zusammenhängt, empfindet wohl jeder; nicht ohne weiteres durchsichtig ist ober, wie e» zu dieser weitbogig erscheinenden BedeutungsWertragung gekommen ist.' Den Schlüssel bietet uns daS schon abgestorbene afte Zeitwort„sich pflänzeln"— sich mit Pflanzen schmücken, putzen überhaupt. In einer alten, in München bewahrten Handschrift heißt es: auch ire haubter sein gepblentzt, mit kräutern, laub und graS gekreuzt. Bet Sebastian Franck ist zu lesen: „so vil Geschmuck, so.vil Pflanze»." Und Abraham a Santa Clara predigte einmal in Wien zur Türkenzeit: Da» Gotteshaus ist kein Hau», wo die Jesabel sich soll aüfpflänzeln..Zn der Äon» greßzeit spottet„der Eipeldauer"' in einem seiner berühmten Briefe: da sast.s' aufpflanzlt und frisiert, al» wenn s' glei auf o Redutt gehn wollten. Im heuttgen Wienerisch stnd die Formen sich pflänzeln, sich aüfpflänzeln schon abgeswrben, e? 'wird nur noch da» Hauptwort«der Pflanz"^ gebraucht, und zwar mefften», in Verbindung mit machen oder treiben, Daneben gibt', es noch da» Zeitwort jemanden Pflanzen, necken, zum besten halten.(Damit verwandt ist vermutlich schwäbisch Pflounz— Tadel, einem einen Pflanz anhtn- k«n---. ihm einen Wlen, Ruf machenjinder Pfalz: jemand eisten Menzel anhengen— an ihm etwa» aussetzen. Hingegen kommt da» franksur- tertsche—; in a, bei Friedrich Stoltze belegte—> flaanzeln, herumflaanzeln— sich aus.Langeweile faül. herumtreihen^.vermutlich von für« Nieren, Nr. 166 Sonntag, 4. Juli 1937 Sette Tauchkugel..17" AktuteMr In ioOO Meter Meereetiefe Von F. H. Mts»« Ruhig und genau machten Ilm Lansing und sein Assistent ihre Messungen, alt säßen! sie in ihrem Laboratorium und nicht in einer kleinen Stahlkugel, lausend Meter unter dem Meeresspiegel. Durch nichts machte sich der gewaltige .Druck bemerkbar, der auf die Wände der Tauch- lugel wirkte. Tausend Meter von der Welt und jedir Hilfe entfernt und nur durch ein« starke Stahktroffe und ein diinneS Telephonkabel noch mit dem Leben verbunden. Von Zett zu Zeit flirrten am dicken Quarzglas des einzigen Fensters merkwürdig gestattete Lebewesen vorbei." Fische mit Leuchtpunkten, Quallen unbekannter Form. Manchmal hatte Jim Lansing im Strahlenkegel des Scheinwerfer» auch schon die schattenhaften Umrisse«ine» gigantischen Seeungeheuers zu sehen geglaubt, da er«wer seiner Mich« nicht ganz sicher Ivar, hatte er es bisher vorgezogen, noch keine Meldung nach oben weiterzugeben. An Bord der„Umlangha" Rach den ersten Versuchen, die vor mehreren Jahren stattgefunden hatten, arbeiteten nun schon eine ganze Reihe von Tauchkugeln an der Erfor- schung der Tiefste, Jim Lansing mit seiner„T 7" war in den indischen Ozean geschickt worden und von Durban aus nahm sein Stationsschiff, die „Umlangha" ihr« Kreuzfahrten. Absolut ruhige» Meer war die unbedingte Voraussetzung für di« Laucharbeit, da sonst auch di« stärkst« Maschine da» tote Gewicht der Stahlkugel und des Kabels hätte nicht halten und retten können. Wie immer bei der Arbeit befand sich Betty Allison als Wache auf der Kommandobrücke. lieber ihren braunen, kurzgeschnittenen Haaren lag der Bügel«ine» Telephonhörers, deffen an d«r Stahl- troffe der Tiefseekugel befestigte» Lsabel sie mit den beiden in der Tiefe verband, Alle fünf Sekunden hatte Lansing«in Lebenszeichen von sich zu geben; andernfalls würde.«In kurzer Befehl Bettys die Kugel mit höchster Geschwindigkeit aufsteigen lasten. Um nichts in der Welt hätte sie ihren Posten an jemand andern abgetreten. Betty Allison und Jim Lansen waren Jugendgespielen gewesen, hat«" ten gleichzeitig die gleiche Universität besucht und arbeiteten nun auch selbstverständlich gemeinsam. Betty hätte sich«in Leb«n ohn« ihn auch kaum vorzustillen gewußt. Und Jim Lansing? Er lebte nur seiner Arbeit. Für ihn war Betty«in« wertvolle Kraft. Eine fast unentbehrliche sogar. Aber er ahnte nicht, daß ihr Fleiß, ihre Ergebenheit nur ihm, Jim Lansen gatten und keineswegs der internattonalen Gesellschaft für Liefseeforschung, deren Angestellte sie beide waren... „Kabel'«tlva» tiächläffen!" klang«In Befehl Jim Lansen» in ihre Gedanken. Seine Stimme schien ihr«in wenig erregt. Rasch gab sie den Befehl weiter, um seine weiteren Wort«, di« Schilderung«ine» Tiefseeriesen, den das Strahlenbündel de» Scheinwerfer» erfaßt hatte, mitstenographieren zu können. „Wie tief sind wir jetzt?* Betty warf«inen raschen Blick auf die Meßapparate.„Ungefähr 1990 Meter. Der Kapitän erklär» übrigen», höchsten» noch zwanzig Meter bewilligen zu können. Kabelspannung und Last für die Winde werden sonst zu groß. Fast sieben Tonnen...1" „Schon gut. Bitte rasch weiterzuschreiben I* unterbrach Lansing.„Ein grauschwarze» Riesen« tier.. Ungeheure» Maul. Zähne, wenn vorhanden, nicht sichtbar. Könnt« ohne Schwierigkeit«in ganze» Boot, verschlingen, wenn e» an die Oberfläche käme. Leib sieht au» wie ein riesiger, dunkler Sack... Dürfte eine Art Menalocetu» sein... E» kommt näher... Großartig: da» Biest scheint sich für un» zu intereffieren. Es.. Herrgott I*.. Die letzten Wort« schien«« in furchtbarer Erregung hervorgestohen zu sein. Dann nicht». Tiefe, unheimliche Stille... -. Im Magen de» Ungeheuer». .„Was ist geschehen? So antwortet doch!!!" Ihr Herz pochte wie rasend. Sie versuchte, den Befehl zum Aufziehen der Kugel zu geben, aber ihre Stimm« war klanglo» vor, Entsetzen. ,■„Nein! Steinl 11" Ein Schrei, furchtbar in "seiner Hoffnungslosigkeit,-scholl au» der Tiefe Und sagte ihr, daß Lansing noch lebt« und ihren Erstickten Befehl gehört haue. „Stellt, um Himmelswillen nicht aufziehen lassenl" ertönte nun wieder seine Stimme, diesmal lautunh mit einem harten, metallischen Klang. Ist dieser. Sekunde zittert« die Schiff»« brücke unter ihren Füßen. Ein starker Ruck schien durch den Schiffskörper zu gehen, während die erhöhte Spannung da» Kabel aufklingen ließ wie esne.Saite. Die Sttmme Lansings zitterte ein weisig, als er die Erklärung gab:'„Da» Monstrum hat.uns verschlungen... Die Kuget befindet sich in seinem Leib... Wenn Kapitän Gu« narson den versuch macht- dar Kabel anzirhen zu lasten, muh«I reißen... Die einzige Möglichkeit besteht wahrscheinlich darin, langsam nach» zulasten, wenn da» Tier kämpft, um dann wieder aufzuholen und es so. langsam zu ermüden...." ... Gunarson» Gesicht war. bleich,- als er den Auftrag begriffen, hatte,„Schön", sagte er,„ver- ständigen Sie hie beiden,, daß ich sie noch vor Mit» tag heil hrraufzuholen gedenk«. So lang«, muß ^ruch ihr.Vorrat an Sauerstoff reichen." Er bemühte sich,'seine Stimme sorglos klingen zu lassen, um dieser Frau nicht den letzten Hoffmmg»- schimmer zu rauben, aber er selbst erkannte nur zu gut die ganze Hoffnungslosigkeit seiner Bemühungen. Im Vorbeigehen warf er einen besorgten Blick auf die riesige Rolle, die das Kabel hielt; höchstens noch hundert Meter Kabellänge, um dieses furchtbare Tier zu zermürben, wie es Fischer mit einem Hecht tun, deffen Kraft zu groß ist- um ihn gleich, nachdem er angebissen hat, in» Boot zu ziehen... Nur daß hier statt des harmlosen Hechtes ein gewaltiges Tiefsee» Monstrum am Köder hing. AM Köder, den zwei Menschen bilden, die sich nun, eingeschloffen in ihrem stählernen Sarg, im Magen dieses Ungeheuers befanden... Zwei Stunden Kampf Nun folgte der Kampf des Geistes und der Geschicklichkeit gegen die rohe Kraft und Wut der riesigen Bestie. DaS Ungeheuer hatte dem Kybel zu entkommen versucht und Kapitän Gunarson hatte das Schiff seinen Bewegungen folgen lassen, immer bemüht, ein paar Windungen Kabel mehr auf die Winde zu bekommen. Tatsächlich konnte Betty den Eingeschloffenen schon eine Tiefe von nur mehr 920 Metern melden, während früher fast die ganze Länge deS Kabels, etwa 1200 Meter, ausgerollt gewesen wären. Trotzdem schien die Lag« noch immer hoffnungslos genug. Was sollte geschehen, wenn sich daS Untier tatsächlich an die Oberfläche bringen ließ, was ohnehin kaum anzunehmen war. Nur eine starke Dynamitladung wäre vielleicht in der Lage gewesen,«S zu töten, aber würde dieser Versuch nicht unfehlbar auch gleichzeitig das Verderben für die Kugel und deren Insassen bedeu« ten?! Wenn andererseits das Schiff tatsächlich bi» zur restlosen Erschöpfung de» Untiers manövrieren würde, müßten die beiden da unten bi» dahin nicht schon längst erstickt sein? Wieder knirscht« die Winde unter der Kraft deS Untiers, das einen neuen, verzweifelten Fluchtversuch unternommen hatte und wieder begannen sie, Meter um Meter daS Kabel einzurollen, um ihm keine Zeit zur Erholung zu laffen. Die folgende Stunde war endlos und war nichts anderes als eine fortwährende Wiederholung des gleichen Spieles: Wilde Versuche des Untier», auszubrechen, und das in feiner ganzen Hoffnungslosigkeit geniale Manövrieren GunarsonS, der bleich, und ohne«Ine Sekunde auszuspannen,! seinen Kampf weiterführte. Nun war«S endlich/ mit geradezu unmenschlicher Geduld gelungen, da» Kabel bis auf 820 Meter«inzuholen und da» Untier schien sichtlich erschöpft. »Habt ihr noch genug Sauerstoff?" fragte «Noch für eine Stunde." Weder ihr« noch sein« Sttmme klangen fest, aber jeder war bemüht, sein furchtbare» Entsetzen vor dem andern zu verbergen, wa».dir nächst« Stunde bringen würde. Sie sprachen weiter, ohne genau- den Sinn der Worte zu erfaffen, die dazu dienen sollten, ihre innere Unruhe zu verbergen. Plötzlich unterbrach sich Betty. Wieder heulte die schwere Dampswinde auf und es schien, als zittere die Hand GunarsonS«in wenig, al» er den Hebel bediente. Die Entscheidung konnte nun nicht mehr lange auf sich warten laffen. Wieder heust« das Kabel auf wie eine Saite. Immer heller, drohender wurde der Ton und wieder mußte die Winde ein paar kostbare Meter Kabellänge nachlaffen. Dann kam die Winde zum Sttll« stand und ein plötzlicher Ruck ging durch das Schiff. In furchtbarem Schreck blickte Betty wortlos auf Gunarson, der mit vor Aufregung ver« Mo DUMo schwelgt (Nachdruck verboten.) In Hendaye, in der Nähe des Spitals, steht ein Mann, der den Arm in der Binde wägt. Er sieht blaß aus, über er raucht eine Zigarette und scheint mit seinem Schicksal versöhnt. Ich spreche, ihn an, er spricht französisch, wir können uns verständigen. Mein« Einladung zu einem Frühstück nimmt er an, nachdem er mich, als wollte er mich abschätzen, einige Sekunden gemustert hat. Kurz darauf sitzen wir zusammen. Der MaNn kam aus Bilbao, er war bei der Sache dabei, er kann" etwa» erzählen. Ich zeige ihm meine Papiere, um! ihn vertrauensvoll zu stimmen, aber es dauert" lange, ehe er sich entschließt. Auch dann noch! macht er Pausen, in denen er mich prüfend an-' schaut, al» wollte er sich vergewissern, daß ich sei«. neS Vertrauens auch würdig sei. Als wir uns trennen, muß ich ihm versprechen, daß- ich seinen" Namen nicht veröffentlichen und die Sache so weitergeben werde, daß man. ihn nicht daraus erkennt: sein« Mutter lebt noch drüben, die darf nicht gesährdet werden, nicht leiden durch ihn. Ich lass« ihn selbst sprechen, sö- wie ich seinen Bericht in der Erinnerung habe: iß» war loSgegängen, als hätte uns der Teufel, selbst aus heiterem Himmel überfallen.. Daß sie kämen, wußten wir nur zu gut, denn man braucht« nur auf" die. Straße herunterzusehen, dann sah man unsere Leute von vorne kommen wie au» der Hölle. Und wir hatten gerade einen SOS-Spruch von Aguirre gelesen, der sii der nächsten Minute heraussollte, er wurde gerade noch ins Englische übersetzt und der Sprecher wurde geholt, d«r sich mit ünserm Franzosen krampften Händen und Fäusten an der Winde lehnt«. Offenbar kam nun der letzte, verzweifelte Befreiungsversuch de» Untier», den er nun seit Stunden erwartet« und fürchtete... Explodiert Noch einmal erklang daS Kabel, als hätte das Untier einen Sprung nach vorwärts gemacht, dann Stille. Furchtbare, lähmende Stille, während das Kabel senkrecht und regungslos nach unten hing. Jeder auf dem Schiff wußte,"was das allein zu bedeuten haben konnte: Das Untier mußte sich befreit heben und verschwand nun mit dem stählernen Sarg im Rachen für immer im unendlichen Dunkel der Tieffee. Betty fiihlte ein Dröhnen in den Ohren. Mit versagenden Knien klammerte sie sich an die Reling, als plötzlich ein Ton sie wie ein hef« tiger Schlag in die Höhe ritz. Ein Laut, der in den Kopfhörern aufklang, die sie noch immer trug. Ein wildes, rauhes, fast irre» Lachen des Glücks, «in Lebenszeichen an» der Kehle Jim Lansing» i „Du lebst?" stammelte sie.„Du bist noch da..." '„Ja, gereitet I Eine Möglichkeit.. zu wahnwitzig, als daß ich gewagt hätte, sie auSzuspre- chen, obwohl ich daran dachte... Kaum, daß ich zu hoffen wagt«..." „WaS, rasch!— Sag doch!" „Die ungeheure Druckänderung. Das Ungeheuer ist explodiert... einfach geplatzt... Die ganze Zeit fragte ich mich schon, wie eS den veränderten Druck aushalten würde... deshalb habe ich auch so oft nach unserer Kabellänge gefragt... SS gibt Fische, die diese Druckänderung gar nicht stört... Den Wal zum Beispiel. Aber dieser hier... Wir haben zusehen können... Er hat sich einfach in Fetzen von unserer Kugel gelöst. Und nun... wieder Licht. Es ist die Sonne, die endlich wieder bis zu uns herunterdringt... Die Sonne. Und ich hatte schon nicht mehr gehofft, sie wiederzusehen... Die Sonne... und dich, Betty...!" Zischend und heulend rollte die schwere Dampfwinde Meter um Meter des Kabel» auf, um zwei Männer emporzureißen", hinauf ins Leben, ins Glück. Der stählerne Körper der Tauchkugel„T7" erschien schimmernd über den Wellen... (Deutsch von Bert E l i f f) Die toten Ehrendoktoren Sie waren Studenten, und als sie starben, verlieh ihnen die Universität der Stadt Rom den TUel eines Ehrendoktors. Als Aequivalent für das Leben, das sie verloren haben? Profan genommen ist es kein Gegenwert. Ein Diplom ftir ein Leben— was aber soll ein Toter mit einem prunkvollen Diplom beginnen? ffle Dinge haben für den Menschen Nuv einen Wert/solange er lebt, solange er sich rühren, solange er für oder gegen etwas Stellung nehmen oder kämpfen kann. Wenn man tot ist, so ist es mit allem vorbei. Prinzipiell kann man aber«ine solche Ehrung der Toten nicht ablehnen. Es ist ein vieltausendjähriger Kult und reicht in die grauen Urzeiten der Menschheit zurück. Und die, Universität, die allen, greisen Professoren, die den Wien Studenten da» Ehrendoktördiplom verliehen haben, werden triftige Gründe dafür gehabt haben. Diese toten Studenten sind sicherlich im Dienste der Wissenschaft verunglückt, sie sind wohl das Opfer einer wissenschaftlichen Forschung geworden. Wie könnte sonst die Universität sich verpflichtet fühlen, ihnen das Ehrendokwrat zu verleihen? Schon unzählige Studenten sind um» Leben gekommen, aber ihre Alma Mater hat sie nie auf solche Weise geehrt. ES ist daher mit Sybille Schmitz in dem Film„Kronzeugin" Sicherheit anzunehmen, daß diese Studenten im Dienste der Wissenschaft," der Forschung und des Fortschrittes ihr Leben einbüßen mußten. Und so ist e» eine schöne und verständliche Geste von den alten Professoren, daß sie auf diese Weise die Verstorbenen ehrten. Sie sind Märtyrer der Wissenschaft, und dieses Märtyrertum können die Hinterbliebenen mit mehr Fassung ertragen, wenn die Dahingeschiedenen eine Gloriole umgibt. Die Universität, die Prosessoren gaben daher, was sie als Höchste» geben konnten in Anerkennung der Dienste für die Wissenschaft: das Ehrendiplom... Wenn es so wäre, so wäre auch alles in bester Ordnung. Obwohl, wie gesagt, ein Doktordiplom für das Loben kein Aequivalent sein kann. Aber l-ider war und ist es nicht so.— Daß diese Studenten starben, stimmt; sie sind tot; aber sie starben nicht fiir die Wissenschaft, sie fanden ihr so jähes Ende nicht im Dienste der Forschung und des Fortschritts. Sie starben als Soldaten in Abessinien, im Dienste des italienischen imperialistischen Faschismus.— Wie viele unter ihnen wären lieber bei ihren Büchern geblieben, hätten die Vorlesungen angehört, wären Streiter der Wissenschaft geworden, anstatt sich mit einem fast wehrlosen Eingeborenenvolk in Afrika Herumzuschlägen! Jetzt liegen sie dort, weit von der Heimat, in der heißen fremden Erde begraben. Aus ist e» mit den Studien, aus ist es mit den wissenschaftlichen Träumen— aus mit dem Loben. Die Banka di Roma hat sie auf einen weiten Weg geschickt, von dem sie nicht mehr heimkehrten. Dafür bekamen sie aber von der Universität in Rom das Ehrendiplom. Was sonst hätten die alten Professoren in Rom machen können? Sie als lebenserfahrene Menschen wissen es, daß das Leben, auch wenn man nur ein alter Professor in Rom ist, doch mehr Reize hat, als der Tod oder die Gefangenschaft auf den Liparischen Inseln. Das Diplom ist billig, der Ruhm ist teuer und gehört dem Duce; die toten Ehrendoktoren aber schlafen ihren ewigen Schlaf unter der heißen afrikanischen Sonne. Schwer ist es, ein Professor in Rom zu sein! Hans W e g r a t h. abwechseln sollte. Da platzten die ersten Granaten 1 über unserem Viertel und das Donnern von einstürzenden Häusermauern klang uns schaurig in die Stuben. Wir hotten unsere Sachen zusammen und legten alles zurecht, um gehen zu können, wenn sie uns die Bude einschieben sollten und der Sender nicht mehr ging. Zogen uns an und schnallten den Gürtel enger. Und dann ging es los, zehnmal, fünfzigmal, hundertemale hintereinander auf allen Wellen, in die wir hineinkonnte«: Präsident Aguirre an Allel Spanisch, Französisch, Englisch und wieder von vorn.,Und das krachte rings um uns herum, als gehe die Welt unter. Einmal wird«S dunkel, als stürze der Himmel ein, wir rasen über die Dächer, daö Donnern überdönnert sich selbst, aber unsere Bude steht und der Techniker kommt schon und meldet, daß wir noch im Löt sind, weitermachen, weiter... Wie es dann war, als sie uns stellten,— das Bombardement begann am Mittag und wir chatten noch die ganze Nacht durch gesendet, das kann ich gar nicht mehr sagen." Einige von uns waren elngenickt, monoton kam"aus dem Lautsprecher die Stimm« de» Sprecher»: Präsident Aguirre an Alle... Auf den Straßen war«S ruhig, der Morgen dämmerte. Da pfiff ein Schuß grell durch ein Fenster und im nächsten Augen« blick hörte der Sprecher auf. Am Fenster sahen wir in weitem Abstand drei Ungetüme bön Tanks die Straße hereinrollen, Gewehr! im Anschlag ging eine dünne Postenkette" der Francisten vor... In diesem Augenblick, war ich wacher als je in meinem Leben. Ich sah, haß der" Techniker aus dem Maschinenrüum fort wär/ich riß die Glastür auf, erst wollte ich die kleine Spul« verschlucken, die uns der Instruktor einmal als den Lebensnerv de» Senders genannt hatte, dann aber verschwand ich auf und die Spule in der Toilette... Der Offizier, der zehn Minuten später mit einem Trupp Leute den Sender übernahm, war sehr anständig. Wir mußten alle dableiben. In zehn Minuten, sagte er, bekommt ihr Texte, dann habt ihr zu arbeiten, macht euren Apparat unterdessen flott. Und installierte sich mit seinen Leuten, postierte an jede Tür einen, damit wir nicht entwischten oder andere Dummheiten machten und der Techniker ging an seinen Platz. Aber der Rasten ging nicht. Wir sahen uns an, jeder mit fragenden Blicken den andern, aber keiner machte das Maul auf, keiner wußte was. Kaputt, meldete der Techniker dem von Franco. Reparieren, sagte er, in zehn Minuten, sonst setzts was. Wir suchten und suchten, eS waren auch welche dabei, die um ihr Leben bangten und gern den Fehler gefunden hätten. Aber leider... Eine Stunde später stand ein Auto vor der Tür, Offiziere kamen,. Aeneralstab. Verhandlung hin und her. Ich glaube an keine Sabotage, sagte unser erster Besatzungsoffizier zu seinen Freunden, wird irgendein Granatsplitter drin sitzen« Der Oberste schickte eine Ordonnanz nach"hinten, Ingenieur« von Vitoria sollten konsmen. Wir sollten uns marschfertig machen, gefangen, ab nach hinten. Am selben Abend bin ich' entwischt, am nächsten Morgen über die Grenze, dabei dbn kleinen Andenkenschuß bekommen, ist nicht der Rede wert, Herr. Und seitdem am Radio gesessen, Tag um Tag, acht Tage lang, aber— Bilbao schweigt und schweigt. Acht Tage lang, Herr... Das erzählte der blasse Spanier, der den Arm in der Binde trug und er lachte in sich hinein. Seine Augen funkelten, er hatte den Krieg auf seine Art gewonnen, den furchtbaren Bruderkrieg in seiner Heimat. W. B. Seite 8 Sozialdemokrat' Sonntag, 4. Juli 1087. Nr. 15« kin gezündet Herz und starke Nerven Sieden. N«hmtn Sla'rfU kltnltrh.mrf Für Diabetiker in gleicher Zusammensetzung ohne Zucker. Mit der Bezeichnung D in jeder Apotheke Die Zeitung. die Rockefeller las lieber den amerikanischen Milliardär, der kürzlich gestorben ist, hat man zu seinen Lebzelten schon eine Menge wahrer und unwahrer Geschichten erzählt. Jetzt, Ivo er gestorben ist, sind auch noch einige Sachen ans Tageslicht gekommen, die das Bild dieses Mannes wirkungvoll ergänzen. Darunter ist eine Geschichte, die geradezu symbolische Bedeutung hat, es ist die Geschichte von der Zeitung, die Rockefeller las. Bekanntlich—das hat ja In jedem der Nachrufe auf ihn gestanden— hatte Rockefeller in den letzten Jahrzehnten keine» anderen Wunsch mehr, als hundert Jahre alt zu toerdcn. Diesem seinen nicht erreichten Ziel ordnete er sein ganzes Leben unter, er lieg sich daher von einer besonderen ärztlichen Kommission betreuen, die jene Gesetze be- stinlmtc, nach denen sich sein Leben abzuwickeln habe. Hierzu nun gehörte die strenge Borschrist, das; sich Rockefeller von allen Gemütsbewegungen fcrnzuhalten habe, vor allem dürfe der frömmelnde Mann natürlich nicht das geringste von den aufregenden Dingen erfahren, die in der Welt vorgingen. Deshalb war cs von entscheidender Bedeutung, welche Zeitung in sein Haus kam, denn cs hätte ja sein können, das; der Greis neben seiner Baptistenbibel auch einmal eine Zeitung zu lcseir begehrte. Rockefeller hielt.ein bestimmtes New Uorker Blatt. Damit cS nun nicht auffiele — so berichten dse amerikanischen Blätter jetzt nach seinem Tode— wurde diese betreffende Zeitung für Rockefeller in einem einzigen Exemplar täglich ohne erregende Nachrichten gedruckt. Sie unterschied sich nicht im mindesten von der Gesamtausgabe des Blattes, nur waren an Stelle aller von der ärztlichen Konimission als ungeeignet erklärte» Nachrichten andere, liebenswürdigere eingesetzt. So bekam Rockefeller das Bild der Zeit durch eine rosenrote Brille zu Gesicht. Haben etwa die amerikanischen Reporter, die das berichten, gelogen, so ist die Geschichte doch glänzend erfunden. Aber sic sicht ganz nach Wahrheit aus, denn cs sähe jener Gesinnung ähnlich, in der die Großkapitalisten in aller Welt zu leben pflegen.- Sie wissen nichts oder wollen nichts wissen von der Wahrheit, die die svolgc ihres Systems ist. Sie ziehen es vor,, die Augen lieber scheinheilig zum Himmel zu erheben, als sie für die furchtbaren folgen zu öffnen, die ans der Tatsache entstehen, das; der Reichtum der Welt sich in den Händen einiger weniger befindet, für di« Millionen hungern und darben, in den Krieg ziehen und in den Fabriken fronden müssen. Es hat Rockefeller nicht zur Erreichung'eines Lebensjährhundcrt verhalfen, das; für ihn eine eigene Zeitung gedruckt wurde, die alle peinlichen Wahrheiten von ibm fernhielt. Das Gesetz der Natur hat sich seinem Willen als. überlegen gezeigt. Aber: er hat immerhin schön aufregungslos gelebt. Schlafend, wie er gelebt hat, ist er gestorben. Er hat nichts gemerkt... Mitteilungen aus dem Publikum. Heidelbeer-Marmrlade. VA Kg. Heidelbeeren werden gründlich zerdrückt und mit dem Inhalt einer Doppelpackung Opelta Trocken ä Kü 8.50 bestreut und 1 Minute brausend gekocht. Dann gibt man 1^15 Kg. Zucker dazu, kocht' 5. Minuten brausend. durch, rührt'zum Schlich den Saft einer Zitrone ein.und füllt sofort heiß randvoll in■ Gläser, lieber uns der Sandsturm, hinter uäs die White Abenteuer In der mongolischen Steppe Auf einer meiner Reisen kam ich an den großen, herrlich in der Kirgisensteppe gelegenen Balkasch-See- Es war Spätsommer, monatelang hatte ich mich in den Sumpf und Urwaldgegenden des Priamur-Gebietes aufgehalten, und da mich das Fieber schüttelte, war ich gezwungen, andere' Gegenden aufzusuchen. Da ich.für den Winter ohnehin eine Reise durch die westliche urwildeste Ecke der Mongolei vorhatte, entschloß ich mich, amBalkasch-See meine Gesundheit' wiederherzustellen. Die große Kirgisen- und Tatarensteppe hat ein kontinentales, trockenes Klima und ist daher wie geschaffen für einen Fieberkranken. Er findet bei den hier lebenden Naturvölkern alles, was er braucht. Ein heilendes Mittel ist der sogenannte ,^Kumis", gegorene Pferdemilch, die sehr wohlschmeckend ist, Der Landstrich um den See bietet große Reiz« und erinnert bei Sonnenuntergang fast an den Süden. Bei einem der hier lebenden Stämme war ich wochenlang zu Gast. Abends am Lagerfeuer in der unendlichen Steppe hatten wir zusammengesessen, hatten von guten Weideplätzen, von dem Herrn der Steppe, dem„Großen Geist",- von Zauber und Wvaltigkeit der geheimnisvollen Steppe erzählt. Meine Gastgeber hatten erfahren, daß ich zum Winter in das große Gebirge wollte, und ich hatte mich auch schon mit zwei Karawanenleuten, die dem StammeSältesten als zuverlässig bekannt waren, für die nächste Zeit in Kopal, einem fast an der mongolischen Grenze gelegenen Städtchen, verabredet. Ich wollte über das Alätau« und Tarbagatei-Gebirge, weiter durch die Dsungarei nach Kobdo, von da über uralte Karawanenstraßen nach Uljassutai, einem Hauptkarawanenpunkt im Changai-Gebirge. Der Sommer ging zu Ende und es wurde Zeit für mich, mich auf den Weg nach Kobdo zu machen, wollte ich nicht den Anschluß an die Karawane verfehlen- Bon meinen Kirgisen hatte ich drei gute Kamele gemietet, dazu einen Führer, der mich bis Kopal begleiten sollte. Diese kleine Karawane zog eines Morgens im Herbst durch die Steppe nach-Kopal. Doch schon auf diesem kurzen Wege— es waren viereinhalb Tage bis Kopal— sollte ich einen Vorgeschmack von dem bekommen, was meiner harrte. Die Hälfte des Wege- lag hinter uns, es war am Bormittag des dritten Tages, als wir von einem Sandsturm überrascht wurden. Der Himmel hatte schon am Morgen eine rötlichviolette Farbe, und am späten Nachmittag sah das Himmelsgewölbe wie brennende Glut aus. Dazu stehende Ärst, der Schweiß floh in Strömen, die Augen brannten wie Feuer und waren in kurzer Zeit, dick unterlaufen, die Kamele schlichen mit lang heraushängender Zunge dahin. Mein.Begleiter Jljma riet mir,-in einer vor uns liegenden Mulde abzusitzen und uns auf' den oft wie ein Blitz dahinbrausenden Sandsturm vorzubereiten. Schwer wie Blei waren die Glieder, als wir aus dem Sattel stiegen, aber da es von Sekunde zu Sekunde dunkler wurde, war Eile geboten, um uns, so gut wir konnten, gegen den Sturm zu schützen. Schutz'gegen Sandsturm ist ein Wort, das man erst richtig versteht, wenn das Unwetter vorbei ist. Wir waren noch nicht mit den notwendigen Arbeiten fertig, die Kamele lagen, im letzten Augenblick hatten wir noch einen Wasserschlauch bereitgelegt, da— ein Toben, Heulen und Pfeifen um uns, fast stockdunkle Nacht, der heisere Schrei unsere Kamele-' Wir fühlen nur Sand, Sand, Sand. Alles ist voll davon: Augen, Ohren, Mund, Nase, und auch durch die Kleider dringt der feine Sand in die Poren. Wir liegen an die Kamele gedrückt, den Wasscrschlauch unter uns, und lechzen nach einem Schluck Wasser, aber es ist- unmöglich, den Schlauch zu öffnen, denn sofort wäre das kostbare-Naß verloren. In dem furchtbaren Unwetter, das da über uns wütete, war es kaum noch möglich zu atmen. Stundenlang tobte der Sandsturm über uns weg, und immer wieder mußten wir den uns begrabenden. Sand abschütteln. Endlich, am späten Nachmittag, flaute der Sturm ab. Wir krochen aus der um uns entstandenen Sandburg heraus,, und der einzige Gedanke war: Wasser. Trotz des Sandes, der. noch herumflog, öffneten wir den Schlauch, ohne ein WortM, sprechen, da uns Augen und Mund' so geschwollen wären, daß wir nichts sehen, geschweige denn ein Wort hervorbringen Konnten. Aber auch dld Kamille wüßten Wasser haben! und jetzt mußten wir. den letzten Schlauch öpserst, wollten wir'überhaupt'weiterkommen. . Nach und nach hörte das noch- schwache Sandtreiben' auf, und! gegen Abend hatten' wir wieder klaren Himmel, über uns, An ein Äeiter- reiten wär! Nicht zu denken,'wir erdichtetet» das Zelt und waren zufrieden, einige Stünden Rühe zu haben. Ein- klarer-Steppenhimmel ggb uns-in dem Dunkel der Nacht Hoffnung. Unheimliche Stille, üyigab uns, nur ab und zu hörten wir das Gehestle von Wölfen in.der Ferne,. ! Die Nacht war sehr kalt, so daß ich, gegen Morgen nicht mehr schlafen konnte. In. nächster Nähe Hörte.ich. das Gekläff der Stvppenwülse- Auch Jljma war- aufgesprungen, Im Morgens grauen sahen wir, daß die Bestien herankamen. Schnell wurde cs Heller,, die.Sonne, stisg wie eine goldene Glutscheibe Über den Horizönt, und vor uns, über, eine Sanddüne heräbstürmend, kamen Wölfe, Wölfe und immer, mehr Wölfe zum. Borschein. Zähnefletschend, heulend und sich gegenseitig beißend, näherten sich die Bestien. Er. waren mindestens an hundert-Wölfe- Die Kmncle, erschreckt, versuchten davonzulaufen und nur der Geistesgegenwart-'JljmaS— er koppelte den Kamelen schnell die Vorderbeine zusammen— war dS zu verdanken, daß wir nicht im nächsten Augenblick ohne Kamele dastanden, umgeben von blutrünstigen, geifernden Raubtieren. Immer näher kam daS hungrige Wolfspack. Flucht war unmöglich, dem» wir hätten unser ganzes Gepäck zurücklässen müssen. Dazu waren infolge des Sandsturms alle Gewehre bis auf meinen Pistolenstutzcn versandet. Sobald sich nun die Wölfe auf der zunächst vor.uns liegenden Düne-zeigten, schoß ich dazwischen. Der Schliß war noch nicht verraucht, da. schallte uns auch schon das Schmerzensgeheul des getroffenen Wolfes', das wütende Bellen der-übrigen Bestien entgegen^... Jljma hatte fein-altes Schießeisen-'schnell gesäubert und schoß- nun auch auf den uns'.mehr und mehr bestürmenden Wolsswall. ES war-ein Kampf auf Leben und Tod, Im Geiste sah ich schon die Höllenbrut über.- mich herfallen, sich um meinen Körper zankend und Mich in Stücke reißend. Doch nur einen Augenblick durchzuckte dieser Gedanke mein Gehirn. Ich kam nicht mehr dazu, ihn auszuspinnen, denn schon in der nächsten Sekunde jagten die Wölfe auf uns zu. Wir schossen, so schnell es nur möglich war, Ohrenbetäubendes Geheul erhob sich, nachdem-mehrere unter unserem Feuer gefallen waren. In zwanzig Schritt Entfernung stutzten die Bestien,»ind das war für- uns der Rettungsaugenblick. Schnell wurden die Gewehre wieder geladen und ebenso schnell auf die zögernden abgeschossen. Wut- und Schmerzgeheul übertönten fast das Krachen unserer Schüsse, die Tiere zogen sich zurück- Aber kaum waren wir mit dem Neuladen der Gewehre fertig, stürmten etwa zwölf Bestien von der.entgegengesetzten Seite auf uns. zu. Wir sprangen hinter die am Boden kauernden Kamele und schossen-die Gewehrkam- Dölly HaaS, jetzt englisch(,-,Jntriguen") Sieg oder Tod Von Richard Rax Jahrtausend« mag, es her sein, daß'ein. bedrängter Krieger im Getümmel des Kampfes gegen einen barbarischen Feind den-Mut. seiner Gefährten- und-.seinen eigenen durch! diesen Rus aufs höchste...entflammen. wolltet,-Pen Armen trifft fein Bgrw'nrf. Ihn» wär. der.'Ausruf-in größter Lebensgefahr bitterer Ernst-' und..er konnten nicht voraussehcn,>vie Schreckliches er damit, für Me Zukunft-aistwrichiet/hat'.-,' Den»-'cheütc'noch!erschallt dieserl'Ruf'hald das- bald dprt,' ob!-' er paßt öder'-nicht.',--Und'-'-'in Europa paßt!er> fchöst'feit BahrhustdMm!nicht- Denn'Mletzt etwa Md'eütetd-hierein den-Türktn- kriegcn die' Nidderläste den'sicheren-Tod-oder diesem gleichzuhaltende. Schicksal. Hejthqrghät sfch immer häufiger-' und nnchhaltigcr erwiesen,. daß, wer sich gezwungenermaßen ode'r''unklua'erweise aufs'-Kämpfen--schön"'eiiig'elässe'n?^hätte^ /rstit Mer' raschen-Niederlage glinipflicher däbynkom!- ineti' möchte' als'^t.'-lmWithiiKmMe-Djt'-'dtznltüi» äMffM''!Sieg','i4^'Pü-.fichr''hpn!schiWWÄchiiR, damit auch'anderer Feinde Begehrlichkeit- welkend.'■'_•'•('!">_ J,.'J rwt«",■ . ,isi)iese Verleugnung einer äuS der Geschichte nachAnweisendon^^ntwicklüng,.' die. seit' lgygejn annehnchare. Zlvischenstufen/ zwischen/Sieg, ,uyd Tod kennt, wäre-' am' Ustheiigemäßen-des Rufes mern leer. Einige der Tiere wälzten sich' im Blute.- Doch drei alte Führwölfe hatten noch nicht genug und saßen-im nächsten.Augenblick unseren Kamelen in den Flanken. Meiw Begleiter schlug den llhm zunächst hockenden Wolf, zu Boden,, dse anderen beiden waren in der letzten Sekunde geflohen, doch traf mein Gewehrkolben das Kreuz des zuletzt Flüchtenden. Blitzschnell durchschnitten wir die Beinkoppel der Kamele, saßen auf und im'nächsten Augenblick rasten auch schon die Kamele mit uns hinaus in die Steppe, hinter uns her die Wölfe. Mein Gewehr hatte ich wieder geladen, Und während des Reitens schoß ich auf die uns verfolgenden Bestien. Allmählich blieben die hartnäckigen Angreifer zurück, wir waren dem Tode entgangen.- Edgar v. Hartmann..': Zerbrochene Fensterscheiben — ein Sehr Kerker (Strafsenat des GR. Dr. Neureiter) Prag.—rb—- Der Tatbestand dieser vor dem Strafsenat de» GR. Dr. Neu reit er verhandelten Prozesses ist höchst einfach. Angeklagt wär der Glasarbeiter Josef Rejsek aus Nusle-Pankrac de» Verbrechens der öffentlichen Gewalttätigkeit. Nach der Anklage hat Rejsek in der Nacht vöm 2. Mai d. I. seinem Nachbar Josef Provaznik, mit dem er in' Unfrieden lebte, die Fenster eingeschlagen. Diese Beschuldigung stützt sich auf die-Aussage-der Frau de» Josef-Provaznik, die nach ihrer Angabe durch, da» Klirren der durch Steinwürfe zerbrochenen Fensterscheiben au» dem Schlafe geweckt, wurde. Rach Aussage dieser Zeugin stand auf dem jenseitigen'. .Gehsteig ein Mann, in welchem sie den Angeklagten" erkannt haben will.' Auch die übrigen- Nachbarn sagten dahin au», daß e» bestimmt der Angeklagte gewesen fei, der große Ziegelbrocken gegen die Scheiben de» feindlichen Nachbars geschleudert habe. Die Fenster wurden gänzlich zertrümmert und e» ist, nach den. Ausführungen der Anklage, nur-einem Zufall zuzuschreiben, daß die Wohnungrinsäffen keinen körperlichen-Schaden nahmen. Die Polizei fand den Beschuldigten! Josef Rejsek in.seiner Wphnung im Bett liegend. Er versucht««inen Alibibeweis, indem «r behauptete, er habe in dieser Nacht seine Ahoh» nung überhaupt nicht Verlässen. Diese Berteldi« gung erschien allerding» durch die bestimmte Au»- sage der Gegenzeugen widerlegt und so wurde der Angeklagte von dem Gerichtshof schuldig! erkannt. Di« verhängte Strafe bedeutet« allerdings eine Ilcber- raschuug, denn Josef Rejsek würde zu. ein em Jah.r.schw er en Kerker» u nb ed rn.gt verurteilt. In der Urteilsbegründung heißt er, daß dar Gericht auf die.'Verstocktheit der Täters habe Bedacht nähmen, müsseni zumal dieser sich bei seiner Verhaftung änßerst renitent benommen'.und'-Drohungen gegen Josef Provaznik an»gestoß«n habe. Der Angeklagte"bestritt seine Schuld bi»-zum--letzten Augenblick und erklärte sich nach der! Urtetlsverkün- diaung al» Opfer eine» Justizirrtum»- Er meldete Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung-an,'so--daß da» Oberste Gericht sich noch mit diesem Urteil zu befassen haben wird. nicht das Aergste. Das Schreckliche ist, daß die heroischen Ryser damit ganz astdere» meisten als sein-Autor. Er wollte sagen:„Wir müssen siegen, um. den. schrecklichen Tod- zu. vermeiden,/ der uns sonst sicher ereilt." Die Nachposaunerderneueren Zeit behaupten:„Uns ist ein«..Sache so wichtig, daß wir ihren' Sieg erreichen oder! in. den Tod/ gehen wollen." Redet man aber im Kaffeehaus unter vier Augen.' mit ihnen, dann stellt sich, hergüs,' daß sie-Sieg.»der'Tod. gar.'nicht'so ernstnehm'en, sondern vorerst UnbeMigte.durch!.den Ruf'für ihre,^äch'e. ibegtzisterN.,.wollest,'.'was^M".SDe- tausenden immer wieder gelingt. Und dies, obzwar ,sich'.zeigt,•daß, Lj«,heroischen Ächretei: ein äubecst''zShes Leben.habest,'. daS bequem und auskömmlich" zu gestalten.ihsten.auch ohne Sieg oder-ssW/ stach' ,dqe' Niederlage zumeist gelingt, während.- Hekatomben.' Mitgeriffener und Gleich» güW^'ihsttm..GA„eM'kWPe.'-Wy^,'"!•'. .’ Dies« Toten, zum ewigen GchweEen>dtr» urteilt, werden vöistÜberläb«stden Schr«ier, al» Blsttzjeügestfür,-die,Li»stterkest feiner'(h. Anspruch genommen und als werbestdd'MÄttjiie'i: für die.alte und.-ewige Lüge.,„Sjisg wderTod* verwendet. Den über das Mort Lüge EntrÜstrten sei/zugcgeben„dabwohlhierund'dä!einmal/ein Befeffestsr. für sein. Idee wirklich' MM.'-'-,-sbÄd selbst dann bleiht der Nutzen, tzer.igestiftet Werden spll,.jedestM?. geringeb äls//der schadest,- den dqs.ehrliche. Beispiel!, als/tflüsend'jähriger Borwand für Gaukler' anrichtet--- f- 1 «t,;156. Sonntag, 4. Juli 1037 ,Sozialdemokrat' Seite S ZUM WANDERN O MWWW STÄRKEND, NAHRHAFT, GESUND. M NUR. echt mit der prXgüng.Os* WEISEN M NACHAHMUNGEN ZURÜCK 1 Der Tyrann Gordian' ist ein deutscher Mm» schwank» der in den„alten Zeiten" spielt, zu denen die reichsdeutschen Filmdichter ihre Zuflucht nehmen, wenn sie ein paar Witze machen wollen, die sie in der heutigen Zeit nicht riskieren können.. Hier haben sie nicht nur zu den alten Zeiten, sondern auch zu einem alten Stoff ihre Zuflucht genommen: Die VerwcchslungSkomödie, bei der ein Schmierendirektor den Doppelgänger eines Landeshauptmanns spielt, erinnert lebhaft an den Borkriegsschwank von den„beiden Seehunden", in dem.«in Dienstmann der Doppelgänger des Landesfürsten war. ES setzt zahme Hiebe gegen eine verknöcherte Bürokratie, am Ende löst sich alles in Wohlgefallen auf, und der Münchener Komiker Weiß-Ferdl hat Gelegenheit zu einer handfesten Doppelrolle. Warum die(von Fred Sauer sehr gedehnt inszeniert«) Sache in Thüringen, spielte während der Hauptdarsteller bayrisch und. von den übrigen auch keiner sächsisch spricht, bleibt unerklärlich..—eis— Spion« überm Ozean.'Anerkennenswert an diesem amerikanischen Film ist die Tatsache, daß sich hier kein Spion in die Spionin verliebt(der eine, der ei doch tut, wird zur Strafe schnell erschossen), daß.«S hart auf hart geht und Schlag auf Schlag, mit biel Niedertracht und wenig Edelmut, bis dann ganz am Ende angesichts des Todes, dem die Rivalen im Kampfe um die"ahnungslos entwendeten KonstruktionSpläne in„ einem abgesWrzten Ozean-Flugzeug entgegengeseheg, eine Art.resignierter Moral aufkommt: An Unwahrscheinlichkeit läßt die Geschichte dennoch nichts zu-wunschen übrig. Unter den Darstellern Interessiert vor allem Peter L o r r e, der wieder einmal-ein sanftes Scheusal spielt:«inen(vermutlich deutschen)'Spionagechef in Amerika, der sich als kindischer Narr aufspielt, um insgeheim Menschen zu Verrätern und zu Leichen zu machen. Eine interessant dargestellte Figur. Die Regie Malcolm St. C l a i r S hat für Tempo und Spannung gesorgt.—eis— Rauiüierfall in der Altstadt. I» der Beneditskä ul. in. der Altstadt ereignete sich gestern vormtttagS ein räuberisches Attentat, das zum Glück ohne Erfolg blieb) Opfer der UeberfalleS wurde eine ältere Frau. Emettva ZOjähriger Mann, der ihr bereits seit län- gerer Zeit nachgegangen war, folgte ihr beim Betreten ihres Wohnhauses in der Benediktskä und tvarf sich dann im dritten Stockwerk auf sie, indem er versuchte, ihr.daS.rHandtäschchen zu entreißen, in welchem sich riLW XL befanden. Die Uebcrfallcne setzte sich'ckbA«iidrgischezür Wehr-u'no' eS'gelaiiäljhr käk-l sächlich, den Räuber zürückzuschlagen, der dann auf die Hilferufe der Frau die Flucht ergriff. ES gelang ihm, zu'entkommen.- Die völizeilichen Erhebungen wurde»«ingeleitet. , Ertappte WohnnngSdiebe. Die Ferienzeit bedeutet..Hochkonjunktur für die Zunft der Wohnungsdiebe, die. in. der letzten Zeit mehrere verwegene Stückchen geliesert haben. Dieser Tage würden zwei, hervorragende Vertreter dieses verbrecherischen Gewerbes unter besonderen Umständen dingfest gemacht. Der ein« ist der polizeibekannte und vielfach vorbestrafte 47jährige Wohnungsdieb Josef Prägl aus ZiZkov, der Name des anderen Verhafteten wird von der Polizei vorläufig geheim gehalten, um die Erhebungen sicht zu störeü. Die. Diebe wurden in einer Wohnung der Seminargasse betreten, deren Inhaber verreist sind. Die Einbrecher hatten die Gelegenheit offenbar gut ausbaldowert. Nachdem sie sich durch mehrfacher. Läuten, überzeugt hatten, daß sich tatsächlich niemand, in der Wohnung befand, erbrach der eine, von ihnen dar Türschloß und machte sich an die Arbeit; während, der andere Schmier« stand. Durch einen-glückltchen Zufall wurde die WohnungSnach- barin.auf die beiden Verbrecher aufmerksam und verfolgte durch da» Guckloch ihrer WohnungStüre den. lKübruch. Als der Haupttäter in der Wohnung verschwunden war, alarmierte sie unauffällig die. Polizei, 4>ie. die.beiden Einbrecher festnqhm, Sie dürsten allein Anschein nach nicht nur diesen Fall auf.dem Gewissen haben. Defraudationen in der Weinberger Filiale de» Versatzamtes. Dieser Tage wurde ein älterer Ange» stellte! der Weinberger Filiale der staatlichen Leih- und BersatzamteS in der Rubeöova in Haft genommen. ES werden.ihm umfangreiche Defraudationen zur. Last gelegt und er selbst bekennt sich zur Maöver- satkon im Betrage von rund 70.000 XL. Der tatsächliche Schaden dürft« indessen west höher sein. Wie verlautet, haben sich die Veruntreuungen durch vier Iahte, hingezogtn und wurden in der Art durch- gefühtt, daß der überführte Angestellte; dessen Aufgabe- eS war, versetzte Wertsachen' in' das Magazin zu schaffen,.ste beiseit« schaffte und neuerlich versetzte. Wie ÜieS möglich war, ist vorläufig noch nicht-aufgeklärt; Die eingehende Revision ist noch nicht abge- schlosskn. Auf jeden'Fall müssen schwere Mängel der Kontrolle vökliegen. Dieser Fall ist übrigen, nicht der erst«. Aehnliche Defraudasi meil k-micn vor etwa einem Jahre in der Zentrale diese» Amtes zum Vorschein;. Damals, war, es. eine Beamtin, die sich Verfehlungen zitschulden kommen liest und sie mit. einer' längeren Freiheitsstrafe zu büßen hatte, '— Der, Hugweickehr«wegen und übermorgen. Die, TtgatSbahndirektion in Prag teilt mit: Montag, den 6, ds„ berkehren.auf der Strecke Prag— B o h m.» B ü d w i. I S nicht die Personenzüge:. Nr!' Llvö ab Prag Wilfonbahnhof 6.00 Ahr, an. Riiany,'6.41, der Zug. 21L0.ab PragWilsonbahn« hofvi7,80. an RiLany 18.14, der Lüg Nr..2107 ab'Riiany 8,87, an. Prag Wilfonbahnhof. 7.20. Hie übrigen an Arbeitstagen ,verkehrenden Züge bleiben',in- Kraft. Auf der Strecke. Prag Denis», bahnhof—- L y.f a verkehren nicht die Personen-- züge: Nr. 1807 ab Hornt Poöernice 6,48, an Prag DeniSbahnhof 7.12, Nr. 1211 ab Lysa n. L. 8.88,. an Prag DeniSbahnhof 6.88, die übrigen Züge an Wochentagen verkehren. Auf der Strecke Prag —VranL n. Vl.— EerLany— Dobriö Personenverkehr wie an Arbeitstage». Auf den übrigen Strecken verkehren die ap Arbeitstagen fahrenden Züge nicht. Dienstag, den 6. Juli verkehren auf allen Strecken dec Staatsbahndirektion die an Arbeitstagen fahrenden Personenzüge nicht. Nähere Informationen im Informationsbüro deS-Wilson« und MasarykbahnhofeS in Prag. Von der Stefanik-VolkSsternwarte in Prag. Im Juli ist die Sternwarte dem Publikum außer Montag täglich von 0 Uhr abends ab zugänglich. Jeden Sonntag ist die Sternwarte auch vormittags von 10 bis 11 Uhr und nachmittags von 18 bis 16 Uhr geöffnet, wo die Einrichtung besichtigt und die Sonne beobachtet werden kann.— Programm der Beobachtungen im Juli: In der ersten Hälfte des Monates der Mars, Doppelgcstirne und Sternhaufen; in der zweiten Hälfte Mar» und Jupiter; der Mond kann vom 18. bis 28. Juli beobachtet werden. Dozent Dr. med. Paul Mahler ordiniert ab 8. Juli in Prag V., Balentinskä 14,I. Stock(beim Parlament). Tel. 64-4- 88. 4248 .reich und Belgien erhält zum Gegner den Sieger des ^Kampfes Spanien-Polen,. Die Vorschlußrunde(81. Juli) und da»' Endspiel(1. August) werden auf dem Sporwlatz„Stade del'Antwerp" zur Austragung gelangen. Nazi-,,Wehrsport“ Der„Deutsche Radfahrer",«In amtliches Organ des Nazi-Reich»bundeS für Leibesübungen.'gab in einer seiner letzten Nummern unter dem Titel „Wehrsport der deutschen Radfahrerjugend" im Falle von Auslandsreisen nachstehend« Anweisungen: „... Präge Dir Wege und Stege, Dörfer und Städte, charakteristische Kirchtürme und andere Punkte ein, daß Du sie nicht vergißt. Merke Dir die Namen von Orten; Flüssen, Seen. Höhenzügen und Bergen. Vielleicht kannst Du alles einmal zum Wohle Deine» Vaterlandes noch verwerten. Kommst Du an eine Brücke, soll c» Dir Spaß machen, sie auf ihre Bauart und das dazu verwendete Material zu untersuchen. Lerne messen und schätzen die Breite der Flüsse, ob sie in Furten durchwatet werden können und ob Du sie auch bei Dunkelheit finden würdest." Obwohl e» allgemein bekannt ist, unter welchen Bedingungen Nazi-Sportler Sport und Spiel im Auslande nachkommen müssen, finden e» die bürgerlichen Sportverbände in den demokratischen Län- Kreditanstalt der Deutschen reg. Den. m. b. H. Hauptanstalt Prag ll, Ärakauergaffe 11 Verwaltungskapltal 930 Millionen Kc- Haftungskapital 90 Millionen Kc LlluMrilllll aller SeldgeWfte Lie K.d.D. ist die suvetendeutsche Mttgellilmstalt narr Stande ti.Strafe 81 Niederlassungen Fullball auf der III; Internationalen Arbeiter-Olympiade Zum Fußballturnier-auf der III.' JNtetnatio-! nalen Arbeiter-Olympiade in Antwerpen haben in,-' gesamt 14 Staaten ihre Meldung abgegeben, dar-, untdr auch die Tschechoslowakei, vertreten durch die' Arbeiter-Türn- und Sport-Union,.Sitz Aussig. Inder letzten'Sitzunst des Olympischen Komitees wurde da, Hurstjer in. zwei. Gruppen apsge.ost. Der ersten Gruppe gehört.neben Norwegen, Holland, die Schweiz, Finnland'/ Ungarn, Palästina auch, die Tschechoslowakei an. In der zweiten Gruppe befinden sich ebenfaltt sieben Mannschaften, und zwar:' Sowjetrußland, Spanien,. Frankreich, England, Polen, Dänemark und Belgien.. - Die erst«'Runde de» Turniers beginyt am LS.rJüli und bringt in'der" ersten Gruppe nachstehende Paarungen: Norwegen gegen Palästina. Holland. gegen Ungarn. und Schweiz gegen Finnlands die- Tschechoslowakei steigt ohne Immpf- tn die zweite' Runde auf.- Diexz Wei teGru p-p e-.trägt folgende Spiele au»: Sowjetrußland gegen Dänemark, Spanien gegen Polen, Frankreich gegen England; Belgien steigt ohne Spiel in dl« zweite Runde auf, Die zweite Runde geht am 80.' Juli vor sich und stützt in der. ersten Gruppe folgende Begegnungen vor: Sieger Norwegen—Palästina gegen Sieger Schweiz—Finnland, Sieger Holland—Ungarn gegen Tschechoslowakei. In der zweitenGruppe spielt der Sieger Sowjetruß- land—Dänemark mit dem Sieger England—Frank- ! dcrn bei ihrer sogenannt«»„Völkerverständigung durch Sport" als nicht..beschämend,.dies«» Nflzi»och dabei' behilflich zu sein, solche Anweisungen, wie oben zu'erfüllen'.'..«' Dl« sowjetrussische Wasserball«»«ifterschaft wird 'vom 80. Juni bi» 80. Juli unter Teilnahme der 16 besten Mannschaften durchgeführt. Je vier Mannschaften vertreten Moskau(„Dynamo",„Medil", „ZDKA" und„Stalin") und Leningrad(„Spartak",„Dynamo",„Stalin" und„Elektrik"); je ein Team: Minsk, Schwarze-Meer-Flotte und kombinierte Mannschaften Baku, fTifstS, Charkow, Kiew, Gorki und Snchnm. Das Endspiel findet am 80. Juli in-Moskau statt- „Bon Medaillen, Pokalen und silbernen Löffeln kann man nicht leben", erklärte in einem Schreiben an den bürgerlichen Leichtathletik-Verband in Amerika der Zehnkämpfer Glenn Morris, Sieger auf der Berliner Nazi-Olympiade, und trat zum Professionalismus über. Ein Filmmanager hat ihm für die ersten fünf Jahre ein Mindesteinkommen von 280.000 Dollar zugesichert, wenn er seine sportlichen Kenntnisse und Erfahrungen in den Dienst der Filmbranche stell«... Da» ist in Europa noch nicht möglich... Der bekannte Neger-Läufer Jesse Owen», welcher gleich nach seinen Erfolgen auf der letzten bürgerlichen Olympiade Profi wurde, hat nun die ausgefallensten. „Ideen" seiner Manager durchzuführen. Bekanntlich lief, er schon gegen ein Rennpferd und nun wird gemeldet, daß Owens einen„Wettkampf" mit einem Windhund austragen mußte. Er blieb auch hiebei „überlegener" Sieger. Gewiß, es ist Amerika, das Land der ungeahnte» Möglichkeiten— im Leben al» auch im Sport—, aber auch bezeichnend für dm bürgerlichen Sport, der nur Evfolge will, aber nicht imstande ist, seinen Sportlern eine gesicherte Existenz zu geben... Cecilia Parker, Wallace Beery und Ersc Linden im Film»100.000 Dollar." '-Jene Schüler(innen), die wegen Andranges heuer nicht mehr aufgenommm wurden, haben die Möglichkeit; in die tägliche englische Morgenschule(An- fänger auch ohne' Matura) einireten zu können. Illustrierte. Prospekte gratis. Einschreibungen ab 7. d. M. während der ganzen Ferien. 4248 Sozialver$icherung$- Briet kästen 1987. Wenn es die landwirtschaftliche Kranken« Versicherungsanstalt in P. abgelehnt hat, Ihnen das Krankengeld auszuzahlen mit der Begründung, daß für.Sie die Bezirkskrankenversichcrungsanstalt in P. zuständig ist und wenn diese Sie nunmehr an die landwirtschaftliche zurllckverweist, so verlangen Sie In der BczirkSkrankcnkasse eine Bestätigung über die Verweigerung der Leistungen. Auf Grund dieser Bestätigung muß Ihnen dann die landwirtschaftliche die Leistungen gewähren. Weigert Sie sich, so bringen Sie beim Schiedsgericht der Landwirtschaftlichen die Klage«in. Dabei herufen Sie sich auf die Bestimmung de» i 80a des SozlalvcrsicherungSgcsetzeS, wonach zur Gewährung der Leistungen diejenige Anstatt verpflichtet ist, bei der der Anspruch zuerst geltend gemacht wurde. Lteratue Der Prästdmt In Südböhnw» 1937. Verlag Orbis, Prag XII., Fochovä 62. Die kleine Schritt enthält die Reden, welche der Präsident anläßlich seiner Reise durch Südböhmen im Mai gehalten hat, Reden, die wichtige Problcnw der Innen- und Außen« polittk berühren. Besondere» Interesse werden jene Kundgebungen des Präsidenten finden, in denen die nattonale Frage besprochen wird. st. Karl Dolejsel: Gewerbepolitik und Industrie. Verlag Rudolf M. Rohrer, Brünn, Preis XL 10.—. Die fast 70 Seiten starke Broschüre ist dem Kampf gegm die Wirtschattspolittk der Gewerbepartei gerichtet und ist eine Verteidigung de» Großbetriebs in Industrie und Handel. st. Demnächst erscheint im Verlage E. Prager in Bratislava eine zweibändige Auswahl von Studien, Artikeln und Reden de» Vorsitzenden der Negierung Dr. Milan Hodja in ungarischer Uebersetzung von Paul Donner. Dar Vorwort schrieb Josef Radinskh, der auch für die Rcdattion verantwortlich zeichnet. Da» Werk trägt den Titel»Der Weg Mitteleuropa»".— Zum Herbst wird im selben Verlag«ine Auswahl aus den Schriften und Reden des Minister» Dr. Ivan DLrer unter dem Titel „Ration und Geist" und später eine Auswahl von Artikeln und Studien des Ministers Dr. K r o f t a unter dem Titel'„Zeugcnschaft der Jahrhunderte" gleichfalls in der Uebersetzung Donners erscheinen. NIme In Prager Llchtsiilelhäusern Urania-Kino:.Liebesleute." Fröhlich, Renate Müller.— Adria:„Spione über dem Ozean."(El. — P. Loire.)— Alfa:„100.000 Dollar."(A.— Wallace Beery.)-— Apollo:„Der Gefangene de» Königs."(D.— Bohnen.)— Avion:„Die Frau am Scheidewege."(Tsch.)— Fenix:„TexaSreiter." n g4i^ a« n:«ei Lustellun« in, S-mS»der beü Bezug durch die Poft monatlich XL 10.^-, viertelsährlich XL 48.—, halblähri, X« 06.,-. ganzjährig XL 192.—.— Inserate werden lau« Tarif billigst berechnet. Bet öftere» EInschalttliwm-PreiSnachlaß. M Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der R-wurmark-n,—Sie ZeitungSftanLttur wurde von der Post- und gsatzhendwicktto» mit Erlatz Rr. 1S.800/VII/1980 bewilligt,— Druckrrei:.Fdrbis". Druck»; Verlags« und Lettungr-«..G. Pra»- Seite 10 ’SofiinlbentoTritt 1 Sonntag. 4. Nnli 1037. Nr. Ist« GRÖGER SPEISEFETTWERKE G.M.B.H. 3ÄSERMOOHF. Der denkendeArbeiter in Nordmflhren und Westschieslen ist nicht bloß gewerkschaftlich und politisch organisiert,sondern eristauch tatltfes Flimiled der K6S-K0NS1M-. PRODUKTIV- und SPAROENOSSENSCnAFT registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung In NARRISCH SCHONBERG Am Kauft nur bei unseren Inserenten I Arbeiter und Rrhelterlanen dar Glas- und Keraminduslrie sichert Euch: das Anrecht auf den Arbeitsplatz, ' einen gerechten Lohn, geregelte Arbeitsverhältnisse, restlose Erfüllung der sozialen Anrechte, unentgeltlichen Rechtsschutz, 1■<■ Unterstützung bei Streik, Arbeitslosigkeit, außer ordentlichen'Notfällen und im Sterbefalle durch die Mitgliedschaft beim Verband der Glas- und Keram-Rrbelter und-Rrbellerinnen der(SR., Silz TEPLITZ-SCHOHU, Dr.-Ignaz-Hirsch-Strasse 1858 aw Beitragsmarken■ Broschüren Zeitschriften und Zeitungen Plakate Farbendruck Massenauflagen 440 lü Jede gewünschte Druckarbeit liefert schnell und preiswert in bester Ausführung DRUCK- UND VERLAGS ANSTALT UM ft Co., WARNSDORF I 4-10 für das ist. Staatsgebiet/ Sitz Reichenberg 65.000 Mitglieder der Union der Textilarbeiter bieten Euch die Hand für freundschaftliche, solidarische Zusammenarbeit zur Hebung Euerer Lebenshaltung. Die Union der Textilarbeiter ist die grüßte und leistungsfähigste Gewerkschaft der Textilarbeiter in unserem Staate. .Die Union" dec Textilarbeiter hat in den letzten Jahren an die Mitgliedschaft folgende Unterstützungen anSgezablt. Arbeitslosenunterstützung..». Kd 361,132.597.— Streikunterstützung...'.*. Kü 7,346.956.— Andere Unterstützungen..... Ai 4,860.909.— Textilarbeiter! Die Arrian der Textilarbeiter ruft Dich, erfülle Deine Pflicht, werde Mitglied! Textilarbeiter!' Textilarbeiter! Schützt Euere LebcnSinicressen und die Euerer Angehörigen durch den Beitritt zur A«ia«-er Textilarbeiter b. G. Deine Sparkasse.... . W.K.Ä.I Werde Mitglied! W. K. Ä. 4214 Westschlesische Konsum-, Produktiv- und Spargenossenschast in Jägerndorf registr. Genossenschaft m. beschränkter Haftung Gewerkschaft derTabakaraelteriniien n.-Melier In der Tscheclioslowakluiien Republlli Sitz: Sternberg Erfaßt alle aktiven Arbeiterinnen und Arbeiter der tschechoslowakischen Tabakregie sowie auch jene im Ruhestande. Die Gewerkschaft gewährt den Mitgliedern Krankenunterstützung und Beerdlgungskostenbei träge Text illco lÖBIACo. Wirkwarenfabrik IN ASCH Konsum» und SporgenossensM für den Sehflnhenoslgau in Zrolttau 4234 87 Ailialea 7,400.000*. KE 4800 Mitglieder Organisierte Arbeiter und Arbeiterinnen,, deckt euren Bedarf nur im Konsumviresn Vilkniider“ 4247 ROHMANN RUSCHWITZ HÄKEL-, STOPF-, STRICKGARNE OBERGARNE STRUMPF- UND RÜSCHENGUMMI BÖRTEL, UND BORTEN SOCKENHALTER, HOSENTRÄGER. SCHNÜRRIEMEN: 4^g Verlangen Sie überall Haussdorfer naturreinen, unvergorenen Apfelsaft„LebensquelH Diese flüssigen Xpfel von gleichem Duft und Wohlgeschmack wie die(rische Frucht, bringen und erhalten blühende aesundhett für Mann, Frau und Kind SUBmostkelterel der Spiritus- und Likörfabrik HaugsdOrf 42S1 Parteigenoffen und-Geneffinnen werbet bei jeder Gelegenheit für den. Bekleldungtarbeiter-Verband in der CSR.; Sitz Reichenberg Der BekleidungSarbeiier-Berband vereinigt folgende BerufSgrnvpen: Schneider, Hutarbeiter,, Modistinnen, Stickereiarbeiter. Wäsche-'und iKonfekiionSarbeiier, Gerber und Lederarbeiter, Schuhfabrikarbeiter, Taschner, Poctefcuilltr, Sattler und Niemer, Handschuhmacher und Handschuhnäherinnen, ferner" alle anderen hier nicht, genannten BekleidungS- und Lederindustriearbeiter und-Arbeiterinnen. VERBAND DER ÖFFENTLICHEN ANGESTELLTEN Silz ReidienbcrH, NOhlleldslraSe 25 SEKRETARIATE: Reichenberg, Mühlfeldstraße 25 Karlsbad, Haus„Volkswille“, Kantstraße .. Olmütz, Gabelsbergergasse Nr. 4/III rreldewerksdiaillldieOritanlsatlonder Angestellten des öiientiidicn Dienstes Fachgruppen und Sektionen für die einzelnen Berufsgruppen. KrankenunterBtützung, Notfallsunterstützung, Stellenlosenunterstützung sowie' Staatszuschuß. Rechtsschutz in aller Berufsangelegenheiten, 121 Ortsgr. Fachblatt„Der neue Weg Es llctft im Interesse ledes einzelnen, alle noch außerhalb unsere Reihen sichenden öllenllldien Andestellten Ihr dien verband zn werben 376i Niemand sdiützlEudi, wenn nidii die Organisation. Der Allgemeine AHüestellten-Verband Reldienberg,Turner$traSe2I mit seinen 300 Geschäfts-, orts- und Zahlstellen ist der: anerkannte Führer der Privatangestellten 1 aller-Berufe und Branchen Geschäftsstellen: Brünn,Bahnhofstraße 10,Bodenbach,Dresdnerstraße 886, Karlsbad, Haus„Brioni“, InvaUdenstraße 11/HI. Jägerndorf, Masarykplatz 21, 1 Trautenau, Masarykstraße 22, TepUtz- Schönau, Marlengasse 10, 4242'Reichenberg,, Schloßgasse 1. Slähr.-Schönberg, Anzengruberstr. 137 Nr? 150. SoitHtnn, 4. Juli 1037 Sozialdemokrat" Seite 11 Zentralheizung 5 sanitäre Anlagen Gas- und Wasserleitung S. Klein, Briinn Nova 14. Telephon 13578,13583 Frottierwaren* Weberei GROTTflU 4186 Apparatebauanstalt für.chemlacho und Nahrungsmittelindustrie, Kupferschmiede, Verarbeitung von NiroBta-Btahl, Aluminium und Gießerei Franilnclra Kröne 5 Brünn Schale I Lieferant des GEO'-Verbandes 4üt-L--■■■ Vereinigte Emailllerwerke u. Metallwarenfabriken A.-G. PRAHA II., SMent-4 Emailgeschirr. t verzinnte u. verzinkte Geschirre Badewannen Milchtransportkannen, Herde und Oefen gußeiserne Küchengeräte>' Isotierflaschen Einkochtöpfe Gießkannen lackierte Blechware Dezimalwaagen' Gußgewichte Pumpen Jnstallatlonaartikel Holzküchengerfite Zur Wirtschaftslage Die Wirtschaft unseres Landes.hat sich in der ersten Hälfte der laufenden Nähre» in. beschleunigtem Tempo einem neuen Hochsiand genähert. Die Entwicklung ist auf den einzelnen Teilgebieten nicht gleichartig verlaufen. Die größten Fortschritte Hai die industrielle Produktion erreicht und auch die Entwicklung der Gewinne hat außerordentlich große Ausmaße angenommen. Für die industrielle Produktion läßt sich nach den bis zum Mai vorliegenden Ziffern die Feststellung machen, daß mit Beginn des zweiten Halbjahres die Produktionshöhe des letzten Hochkonjunkturjahres überschritten worden ist. Bereits für den Monat April ergab sich nach den Berechnungen der Wirtschaftszeitschrift„Obzor Närodohospodakskh" für die gesamimdustrielle Produktion ein Index von 00.4(1020- 100). Schon damals blieb also die Produktion nur um 8.6 unter dem Stand von 1029 In den seither verflossenen Wochen zeigen eine Reihe wichtiger Industrien weitere Produktionserhöhungen. Obwohl auch einige Industrien im Mai einen saisonmäßigen Rückschlag zu verzeichnen haben, so ist er doch höchst wahrscheinlich, daß der Produktionsaufschwung bis Ende Juni nicht unerheblich überwiegt und damit den Gesamtindex um einige Punkte erhöht haben dürften. Die ProdmtionSerweiternng ist.am stärksten in der Metallindustrie, der chemischen Industrie und der Energieerzeugung.' Dar sind also Industriezweige, die nicht als zur Gruppe der BerbrauchSindnstrie gehörig bezeichnet werden können- Die eigentlichen Berbrauchsindustrien weisen, wenn man die Tcxtil- industrie.einbezieht, ein recht unterschiedliches Tempo des Produktionsaufschwunges auf. So lag der Pro- duktionSindex der Textilindustrie bereit» im April um mehr als zlvölf Prozent über dem des Jahres 1020. Er ist aber im Mai wieder auf 103.4 gefallen. Die weitaus geringste Zunahme verzeichnet die Produktion der GlaS- und der Porzellanindustrie. Fhr AuSsuhrgeschäst hat sich zwar in der letzten Zeit gebessert, aber die Produktion hat infolge des stark eingeschränkten JnländSabsatzeS davon nicht jenen Antrieb erhalten, der erwartet werden konnte. Die weitgehende Belebung der industriellen Produktion hat zu einer entscheidenden Wendung am Arbeitsmarkt geführt. Bereits bis Ende Mai war die ArbeitSlofenziffer bis auf 880.000 zurückgegangen. Sie hatte zu Beginn der Jahres noch 667.400 betragen, so daß in' den ersten fünf Monaten ein Rückgang um 283.000 zu verzeichnen ist. In der gleichen Zeit des Vorjahres sank die Arbeitslosenziffer von 8S0.000 auf 637.000, also nur um 218.000. Der Monat Juni hat zweifellos eine weitere bedeutende Senkung der Arbeitslosigkeit gebracht. Noch drastischer kommt diese Wendung in der Versicherten« Statistik ter Zentralsozialversicherungsanstalt zum 'AN»dkUck.''DIe Zahl der In den 208 Krankestvorsichcj rungSanstalten, die ihr unterstellt sind, versicherten Personen ist vom März bi» Mai d. I. von 2,084.280 auf 2,882.711 gestiegen. Darau» ist'zu schließen, daß im Derlauf von zwei Monaten etwa 480.000 Persocken in Beschäftigung gekonunen sind. Die bedeutende Abnahme der Massenarbeits- losigkeit und da» Anwachsen der Beschäftigtenzisfet würden sich für die gesamte Wirtschaft noch wesentlich günstiger haben auSwirie» können, wenn die Entlohnung unserer,Arbeiterschaft nicht auf einem völlig ungenügenden Niveau gehalten werden würde. Der Minister für soziale Fürsorge, Ingenieur NcLaS, hat in seinem letzten Exposö im Sozialpolitischen Ausschuß des WgeordnetenbauscS den Gesamtverlust der Arbeitseinkommen durch GehaltS- und Lohnsenkungen, auf monatlich 400 Millionen KL beziffert. Diese 400 Millionen KL'monatlich sind unserer Bevölkerung an Kaufkraft verloren gegangen. Wenn sie durch ein weitere» Herabdrücken der Arbeitslosigkeit und durch Wiedererhöhung der Löhne und Gehälter den arbeitenden Bevölke^ungSschichten,wiedergegeben werden, dann ist eS keine Frage, daß der Jnlands- Verbrauch an Massengütern wesentlich gesteigert und die ProduktionSentwicklnng durch neue Antriebskräfte weiter gehoben wird. Durch die Initiative der Gewerkschaften haben große Teile der Arbeiter und Angestellten int ersten Halbjahr Lohnerhöhungen erreichen können. Wenn diese Entwicklung nicht aufgehalten werden kann, dann wird auch der Handel von dem Aufschwung stärkeraerfaßt werden als bisher. Den Außenhandel der Tschechoslolvakischen Republik haben die ersten sechs Monate 1986 ein großes Stück vorwärt» gebracht. Die Gesamtausfuhr ist von 649 Millionen Ki Im Jänner bis auf über eine Milliarde im Mai gestiegen. jOer Juni hat sicher eine weitere Erhöhung der GesamtauSfnhr gebracht. Schon in den ersten fünf Monaten d. I. betrug die ,Ausfuhr insgesamt 4.8 Milliarden, während sie in der gleichen Zeit de» Vorjahres nur knapp drei Milliarde» KL betragen hat. Die Steigerung beträgt demnach mehr als 80 Prozent. Den größten Anteil an dieser Steigerung hat die FertigwarenauS- fnhr. Sie erreicht« in der Zeit vom Jänner bis Mai d. I. die Höhe von 8.2 Milliarden KL, während sie in der gleichen Zeit 1986 erst 2.2 Milliarden betragen hat. Zu den wichtigsten Kriterien der Wirtschaftrentwicklung gehört die Baubewegung, welche ikh laufenden Jähr einen starken Aufschwung genommen hat und damit die schon im Jahre 1986 festzustellende Linie weiter fortsetzt. Die Bautätigkeit ist gewiß nicht in allen Gegenden und Orten, gleich, doch da sie in einem ursächlichen Zusammenhang mit de: Intensität anderer Zweige des wirtschaftlichen und sozialen Lebens ist, kann sie mit Recht als Maßstab für die Gesamtentwicklung benützt werden. Statistisch festgehalten ist die Bautätigkeit in den 88 größten Städten der Republik. Dort wurden im ersten Vierteljahr 1937 zusammen 487 Neubauten bewilligt, gegen 842 im Vorjahr und 321 im Jahre 1988. Größer noch ist der Fortschritt, wenn man der Beobachtung da» Ausmaß des verbauten Raumer zugrundelegt. Dann ergibt sich, daß nicht nur die Zahl der Bauten, sondern vor allem ihre Größe zugenommen hat. 687 Kubikmeter im Jahre 1988 und 817 im Jahre 1036 stehen 1098 im heurigen Jahre gegenüber. Wenn also die Zahl der Bauten im Laufe einer Jahres um 27 Prozent, in zwei Jahren um 36 Prozent zugenommen hat, so.nahm der verbante Raum in einem Jahre um 88, in zwei Jahren um 86 Prozent zu., Bemerkenswert ist das Ergebnis der Aktion zur Förderung des Baues von Armenwohnungen. Dem Fürsorgeministerium wurde bis Eyde AprilMitgeteilt, daß'Heuer 110 Gemeinden an den Dan, von insgesamt 424 Häusern mit 6231 Wohnungen schreite»' werden. Der Bauaufwand beträgt dabei 207 Millionen KL. - Mit dieser günstigen Gesamtentwicklung fügt sich--die tschechoslowakische Wirtschaft in daS wirt- schaftlicheWeltbildein.'DerAvfschwUNghältinder überwiegenden Mehrzahl der Länder weiter an, wenn er nach nicht überall da» scharfe Tempo.beibehalten hat, das noch in den ersten Monaten de» Jahres festzustellen war. Der noch in Durchführung begriffene Ausbau der Verteidigungsbereitschaft de» Staates, die infolge des Fortdauern» der internationalen Aufrüstung bei unserer Industrie' eingehenden Auslandsaufträge sichern allein schon in den bedeutenden Jn- diistriezweigen ein Anhalten der Produktionserhöhung cknd des guten Beschäftigtenstandes. Dazu konunt weiter, daß die Industrie im wachsenden Maße zu Jiwestitionen übergeht. So erhält auch von dieser Seite her die Produktion neue BclebungSkräfte. Ist die Wirtschast unseres Staates auf wichtigen Teilgebieten zu Beginn der Sammers nahe an eine neue Hochkonjunktur herangekommen, so zeigt die soziale Seite unsere» gesellschaftlichen Lebens, daß die Arbeiterklasse durch Stärkung ihrer Gewerkschaften und der Sozialdemokratie dem soziale^ Aufschwung ein kräftigeres Tempo geben muß. WM—WWM Allelnerieugung: Berta Bäumt Jägerndorf, Hohe Seite 4 Telephon 2ö Herrmann* Co. SUdfrilchte en groi EGER 4i8< Bahnhofstraße 14 Bauunternehmung Hoch- und Eisenbetonbau Josef Klarner Architekt und Baumeister Bauboratung, gerlchtl. beeideter SachveraUn« dlgor, Schätzungen Eger Königsberg a.E. Gnbinttr.lr.42 Frtidholstr.lr.6OS Telephon 83 Neuzeit!. Projektierung und Durchführung aller. Arten von Bauten■ 4226 Anton Hart Tonwarenfabrik EGER. Steinzeugrohre, Stallartikel diverse poröse Leichtziegel Josef Zettl Graslltz . GARDINEN-FABRIK ATION 4182 UND INDANTHREN-DRUCKEREI Mrerzeu-ni-H dar Magenlikör für Ihre Gesundheit' Christof Reich. 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Nach zweijähriger Arbeit konnten erst die mannigfachen technischen Probleme gelöst, die Schwierig- keiten überwunden werden, damit dieses neueste Wunder der,'Hygiene, diese prachwolle Stätte des Sports und neuzeitlichen KörperkultS, Wirklichkeit werde. r: Scchzigtausend Kubikmeter Fels-muhten aus dem Berg hcrauSgcsprengt werden, um am steilen Bcrghang die nötigen Bauflächen zu gewinnen; lange Rohrleitungen muhten gelegt werden, damit daS Thermalwasser der berühmten Sina-Quelle auf die Höhe von 400 Meter über dem Meeresspiegel gepumpt werden kann, nm das Wasser des Schwimmbassins bis zu 85 Grad Celsius zu beliebigen Temperaturen. regulieren zu können. ' Nun ist diese fabelhafte Anlage fertig und^ wurde Pfingstsonntag feierlich per Lcffcntlichkcit übergebend Dar Strandbad besitzt anher einem mächtigen Dwrnicr-Bassin, dar am Abend von unten beleuchtet werden kann» auch ein Plantschbecken.sür Kinder, inmitten eines Spielrasens mit Schaukeln und anderem lustigen Zeng, das jedes Kindes Herz freudig pochen läht. Die Mütter können von einer eigenen Terrasse dem lustigen Treiben'ihrer Kleinen zuschen, falls sie sie der Obhdt einer dort angestcllicn diplomierten Kindergärtnerin nicht überlassen wollen...■.•■ Kaskadenartig, in mächtigen Halbbogen, verlauft» die Rasen-Plages. Bei einzigartigem Ausblick auf das unigebende Bcrgpanorama und den unten legende» Kurort, mit seinen schmucken Bauten, son- uen sich hier.die Badenden. Aber auch für dar nichtbadende Publikum ist reichlich für Zerstreuung gesorgt. Bei guter Tanz- musik kann mgn im Kaffeehaus, im-, französischen", Restaurant und' in der Bar de» Strandbades tanzen. Alle diese Etablissements setzen-sich.in^ Interessanten Terrassen fort und bieten einen unvergesslichen Ausblick auf die herrliche Landschaft und auf das bunte Treiben der Badenden. Erst von diesen Terrassen gesehen, entfaltet der Alpengarten seine ganze farbige Blumenpracht. Ein Alpinum, das in ganz Mitteleuropa kaum seinesgleichen findet. Eine Waldarena für den' schönen Sport des BogenschiehenS, eigene Gründe für Wolleh-Bpll und BaSkct-Ball, dann eine ganz moderne Kegelbahn ergänzen die sportlichen Einrichtungen des Strandbades. Am Abend dann wandelt sich die ganze Ablage- in eine feenhaft schöne Märchenwelt. Die Baumkronen, am Rande der.breiten Autostrasse, die sich durch.denj Wald zum'Strandbade windet, leuchten von sinnreich angebrachten Reflektoren erhellt, in schönen Farben. Der Bau selbst ist in Helles Licht gebadet, auf seinen Terrassen leuchten bunt die Reihen der vielen Tischlampen. ' Dar Schwimmbassin: Glitzernde;-leuchtende. Wasserwogen von unten und von den Seiten, mit Reflektoren erhellt... , Und zu all dem Schönen die Klänge einer diskreten Mustk, der würzige Duft der dunklen Tannen und Fichten, die. funkelnden Sterne am Firmament und unten der Kurort'mit seinen'Lampenreihen->.. .... So unglaublich es auch klingen mag: es ist ein Strandbad mit Nachtbetrieb. Nicht nur sehr originell, sondern ganz gewih auch von besonderen. Reizen.,.. Wenn Tie MarSmalz kaufen, achten Sie, bitt«, steir darauf, dah jeder Würfel d>e Prägung,,Mae»", trägt. Nur dann sind eS die echten MarSmalzwürfel, tzj^ Tie haben wollen. 4185 Der Name garantiert Qualität. Obwohl unser Land besonder» reich an hochwertigen, rein natürlichen und' vor allem hygienisch einwandfrei gefaßten und gefüllten Mineralquellen ist, wird eine Unmenge von Wässern angepriesen, die sich unter den verschiedensten Bezeichnungen nicht nur auf ihre„Billigkeit", sondern oft auch noch auf ihre„Heilkraft" berufen. Solche Wässer sind mit den altbekannten rein natürlichen Mineralquellen nicht zu vergleichen; da eS sich meist um Wässer handelt, die mit künstlicher Kohlen, säure imprägniert sind, oder sogar um solche, die mit Mineralwasser überhaupt nichts zu tun haben, son- und Krondorfer sind altbewährte und- erprobte Gesundheitswässer mit werwollon mineralischen Bestandteilen, mit einem groben Gehalt an rein natür- sicher Kohlensäure, von köstlichem Wohlgeschmack und grober Bekömmlichkeit. Markenware garantiert Qualität und wird daher von jedermann bevorzugt und gern gekauft. Sollten Sie nicht diesem Grundsatz auch beim Müieralwasser treu bleiben, wo cs sich anber der Qualität noch um Ihr Wohlbefinden und Ihr« Gesundheit handelt? Für gesunde Verdauung sorg’. cias natürliche Äbführ-Erweichungsmittel, Vorursacm xejnen uurtni,u Für Diabetiker»n gleicher Zusammensetzung ohne Zbcktfr: Mit der Bezeichnung D in;»aer Apotheke MoteI 3fficftel Cafe und Steitauranf JHittAr. fcftdnftettf Beultsert B. Michel Telephon 28G Schöne Fremdenzimmer mit kalt- und warmflieBendem- Wasser, bestbekannte' bürgerliche Küche. Treffpunkt aller Fremden 4333 0 R B IS V B R B AN 0- WA T T B MORAVin RIUNIONE ADRIATICA DI SICURTÄ IN TRIEST Aktienkapital und sonstige Garantiemittel Ende 1935 Lire 1.000,000.000.— Gegründet 1838 Direktion für die Öechoslovakische Republik in Prag II., im eigenen Palais, Ecke NArodnf und Jungmannova tffda Telephon-Nr. r 30751 Serie, 34773, 81090, 81691, 89197 89498 Versicherungen auf Leben, gegen Feuer und Hagelschlag, Versicherung von Transporten gegen Beschädigungen, Diebstahl, Abhandenkommen, Einbruchdiebstahl und Glasbruch-Versicherungen. Versicherungen gegen• Betriebsstillstand infolge Brand, Versicherungen gegen Maschinenbruch, Unfall-, Haftpflicht- und Antoverslchernngen. 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Dieses Ideal der modernen Balneologie wird verwirklicht TRENCIANSKE TEPLICE dab dieselben durch ihre moderne Ouellenfaffung und vorbildlichen Einrichtungen hygienisch einwandfrei in rein natürlichem Zustande, so wie sie dem Urgestein entspringen, auf.Ihren Tisch"kommenI Gietzhübler Besuchen Sie das MiilMnl (Ratbauskeller) in Jägerndorf fiuilung und EMoluny MASARYK- ERHOLUNGSHEIM des Einheltsvet.rbajides der Prlvatansestellten ROtNOV POO ttADHOiTlM Ganzjährig geöffnet. 50"Prozent* Fahr* Preisermäßigung. Informationen und An«'......< meldungen: BRÜNN, L. AZ ANSK Y-PL ATZ 3 In dieses InT^chönsten Teile der Beskiden gelegene Erholungsheim, das mit dem mo»' demsten Komfort ausgestattet ist, entsen- det-xseineilditglieder die.Erste Prager. Erankenversioherungs-Ahstalt der Privatangestellten, Brlihn, Jakobsplatz 5,■■■•:» I-azanskL-Platz 3. Nr. 188. Bonns«!,, I. Aull W3T „Tozlaldeniokrat" Seite 13 MMWlWWttslMi. Die llebcrland-Elektrizitätsversorgung unserer Republik wird bekanntlich.nicht nur von den gemein« uuhig erklärten Elektrizitätswerken durchgeführt, sondern auch von einer groben Anzahl privater und kbmnfinialcr Elektrizitätswerke, Heren Errichtung weithin, die ÄorkriegSzeit zurückreicht.. o'Äie privaten-und kommunalen.ElektrizitätS« Ivcrfh haben auchMute an der systematischen Eltktri« sizierung Unserer Republik.> einen hervorragenden Äirteil und sind als Träger der ElcktrizitätScrzeu- gung und Elektrizitätsverteilung unentbehrlich. Zu den grübt en, privattvirtschastlich geleiteten E lcltrizi- tätSuntcrncbmungcn unserer Republik gehört bekanntlich die Nordböhmische.Elektrizitätswerke, ülkiicngeicllschäft in Bodenbach lkMAk). Ihre"Gründung erfolgte im Jahre 1911. DaS heutige Aktien- kapital beträgt 60 Millionen KL; die Anlagen der j Gesellschaft repräsentierten Ende 1986«inen An« schasfungSwert von rund 800 Millionen KL. Dag StromversorgungSgebtet dieser Gesellschaft umsatzte im Jahre. 1981 die Bezirkt: Auscha, Aussig, Bensen, Bilin, B.-Kainnitz, B.-Leipa, Dauba, D.« Gabel, Dur, Haida, HainSpach, Kakbitz, Leitmeritz, itobojitz, Niemes, OberleutenSdorf, Teplitz-Schönau, Ärschen, Wcgstädtl und Zwickau. In den Jahren 1981 MS 198Ü war es der Gesellschaft möglich, im ifonkurrejÄoege die biSidöchin äuS Deutschland mit elektrisch«-Energie versorgten Bezirke: Rumburg, tqchluckenäu unk> Warnsdorf für! die Stromversorgung auS ihren inländischen Energiequellen zu ge« winnen. Die Elektrifizierung im Versorgungsgebiete dkr NEVV ist soweit durchgeführt, bah fast 98^ der Bevölkerung die Möglichkeit dcS Strombezuges baben, so dah also Praktisch bereits von einer, fast vollständigen Elektrifizierung im gesamten Stromversorgungsgebiete der NEW gesprochen werden kann. Die Stromerzeugung der Gesellschaft betrug im Jahre 1986 rund 142 Millionen Kilowattstunden, der Stromverkauf rund 122 Millionen' Kilowatt« stunden. Die Strompreise ter NEW paffen sich durchwegs densenigen der großen, gemeinnützig trklärten ElektrizitätSunternchmungen unserer Republik an. Rach den amtlichen Jnkizes für'Groß- und Klein« Handelspreise'liegen die Strompreise der MW derzeit 80% unter denselben.■ Durch diese günstigen Preirstellungen wurde e» möglich, einen Konsumentenstand zu erreichen, wel- cher.nutEndc der Jahres 1986 14 meist kommunale Elektrizitätswerke, 298 nach Jndustrietarif angeschloffene Betriebe, 59 staatliche und städtische An« lagen, 271 Gemeinden und'.Ortschaften, die als Grobabnehmer versorgt werdet,, und 492'Gemeinden und Ortschaften, in welchen.auf Grund pon Konzessionsverträgen rund 86.509 Kleinabüehmer direkt aus den eigenen NiedrrspannungSanlageü der'Gesellschaft beliefert werden, umftkffE^"~> Der Verwaltungsrat der Gescllschast-bcstcht äuS Angehörigen tschechoslowakischer gnd. schweizerischer StaatSzugehörigkeit. Die Gesellschaft beschäftigt derzeit rund 290 Angestellte und rund 800 Arbeiter, durchweg! tschechoslotvakifchcr Staaiszugehörigkcit. ...,.4221a FI.K0«0RN°«L Kolonnsde FIARIENVAV, MER Kolonnade FRANZENSBAD«« GcKrün det.1840 Die Mineralil-RaffineriM .Vacuum Oil Company A.G., Prag; Raffinerie Kolin Fanto-Werke Aktiengesell schaft, Prag; Raffinerie. Pär* dubice und Neu-Oderberg Apollo Mineralölraffinerie A.-G., Bratislava; Raffinerie Bratislava und Mähr.-Schönberg Privozer Mineralölwerke ' A.-G., Mähr. Ostrau-PHvoz Kraluper Mineralöl- raftinerie, Prag; Raffinerie Kralupy‘ Südkarpathische Mineralöl raffinerie und Handelsaktien- gesellschaft, Prag;' Raffinerie MükäSevo Weinberger& Ortner, Leginä- Michafany |.: 1 i efern Qualitäts-Betriebsstoffe für Kraftfahrzeuge, Traktorenund Dieselmotoren liefert die bestbekannte Mühle AW W KM < I Volkszünder 4188 Lauft Ioslowttz bei 8 n a I m «90 denJCindera ««‘, Leuchtgas als üutobetriebsstaff! Ersparnis bis 40'/.! Komplette Leuehtgas-Tankstatleeee bestehend aus: einer Hochdruckkompressor-Anlage, einem Gasakkumulator, einer Leuchtgastankstelle, Lelcht-Stahlf laschen, filr Betriebsstoffe von 220 Atm. FUUungsdruok, Haustankstellen, bestehend aus einem Schrank mit gasgefUUten Stahlflaschen’ mittels welchen Häuser, die dem Leiichtgasnetz nicht an- . geschlossen, sind, mit Leuchtgas versorgt werden können Wltkowltzer Bergbau- und Elsenliatteiigewerkschafft ZENTRALDIREKTION U. ZENTRALVERKAUFSBUREAU: MOB. OSTRAVA 10 PRAGER BUREAU: PRAHA If, BREDOVSKA 9(TEL. 208-41) 8943• BLECHWALZWERKE A G. WERKE: KARISHOnE, ROTHAU, NEUDEK G PRÄS II., LAZARSKÄ 7 QU ALITHTS BLI C Hl ALL BR ART ALLEINVERKAUF: WWWA WMM»« o. - PRAG itWAVÜCKÖVO NAM. Nr. 3 Seife 14 ^Sozialdemokrat" ©onntflg. a. Sutt l937. Nr. 166 a 4238 4100 ZEMENT ALLER SORTEN LIEFERN WIR AUS IDEN MITGLIEDSFABRIKEN Zivnostenskä banka 23 Filialen. 2 Zahlstellen. Besorgt sämtliche Bankgeschäfte Im In- u. luslande. 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ZeincnNvarenindustrie: Stufen, Trottoirplatten, /Zementrobre, Zcpo«Platten' , für Mrnumcntälbauten, Terrazzo«, Keramit«, Poforit-Platten, Gußterrazzo,' Ebamotteplatten und Fliese», sämtliche Baumaterialien- ' Abteilung: E. Neuzeitliche Bainnatcrialicn: Gasbeton„Tuffocret", Panzcrbcton„Ditramcnt",, Edelputz, Solenboferplattcn, Asvbaltplatten„Comprime", Schornsteinaufsätze. „Ka