Aeutralorga« der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Annnnhme de« Montag tSglich früh./ Slnzeiprei« 70-etter Redaktion u. Verwaltung: Prag Xll.,Fochova S2- Telephon 83077- Herausgeber: Siegfried Taub-7 Derantw. Redakteur i.B.: ZdenkoNeuwirth,Prag 17. Jahrgang Mittwoch, 7. Juli 1S37 Aus dem Inhalt: Regierungsoffensive ■vor Madrid Amerika wird deutlich Liebeewerben um Rumänien Hodia: Wir stehen vor den Gemeindewahlen Zuckmantel— Bundesfußballmeister Vertragsabschlüsse in der Nlxdorfer Metallindustrie Nr. 157 MWWMMMM Ein groBes Beispiel Der Marsch der Fünftausend' Jo; j.— Wer die Aussiger Tage unserer Republikanischen'Wehr miterlebt hat,' kann die Frage, ob Gesinnung und Bekennermut auch"in diesen bewegten Zeitläuften ,'ein geschichtlicher Faktor geblieben sind, freudig bejahen. Uns hat matt jahrzehntelang Ueberschätzung der Masse vortzeworfen. Nunmehr operieren aber, die Gegner des Sozialismus und der Arbeiterbewegung selber'so gerne mit„gigantischen" Ziffern. Wäre «S eine Henlein-Parade gewesen, so wüchse die Ausstget: Teilnehmerzahl." treibhanSarkig in die Zehntausende. In dem reizenden RiegengebirgS- städtchen H 0 h e n e I b e hat. ja Sonntag der Bund der Deutschen bei einem'„Fest.aller Deutschen"— billiger tüt es der Herr Pfarrer Weh- renfcnuig nicht. völkischen Heeresberichten zufolge nicht weniger als 70.000 peinlich gezählte Teilnehmer versammelt. Wer von früheren Anlässen her weih, welch furchtbares Gepränge 6000 Menschen in den Gähchen von Hohenelbe Hervorrufen können und wer hinzünimmt, dah der von Braunau aus geplante Sonderzug mangelnden. Interesses: halber abgesagt werden muhte, wird-diese: Berichterstattung mit jenem, heiteren Lächeln quittieren, das jede gelungene. Münch- häusieche verdient.'-,*',• -.-.^WivZphauPten nicht, daß in-Aussig-70,000. sozialistische' Republikaner ausmarschiertsmd. A» dem Reichsaufmarsch beteiligten sich 6000 untfor« mierte.Angehörige der.. Republikanischen Wehr. Die-TaUsendzahlen ihrer Freunde hinzuzuzählen, welche an dest Veranstaltungen am Samstag und Sonntag teilnehmen, ist, gär nicht notwendig. Die herrliche Treue, die stahlharte Gesinnung und der grenzenlose Opfermut" der 6000 Uniformierten können sich allein sehen lassen. Die Herren von der, „Volksgemeinschaft" werden das allerdings schwer begreifen.' Dah die RW«Männer zu den leider, vielen und hohen Beiträgen in der Arbeiterbewegung noch Sonderbetträge bezähmen, ihre Blusen und Kappen von elenden Löhnen selber kaufen und dafür der Bewegung noch jede, freie Minute selbstlos"zur Verfügung stellen, das muh für Horchwagen-Besitzer und deren Anbeter schier unperständlich, klingen. Begeisterung,, ohne..Freibier.und" Würstel, ohne gnädiges Auf-dse-Schul- ter-Klopsen durch"den„Kameraden" Unternehmer,' ohne die. Hoffnung auf. einen Nachtwächterposten im Dritten Reich— kann es denn so etwas geben? Jq,"das gibt es Nochl Aussig und nicht nur Aussig allein haben es deutlich bewiesen. Jin Besitze der.Parteikasse der SdP und ihrer ergiebigen ElnyahmSgüellen hätten wir natürlich 60.000 Männer und'Jungens, unserer sozialdemokratischen Elite in Aussig auftyarschieren lassen können.. Wieviel« unserer.Unbeugsamen auS dem Egerland,.auS Nord- und Ostböhmen, aus Mäh-. ren-Oihlesien wären vom"Herzen geme dabei.gewesen"! Sie mühten zu"Hause bleiben, weil da- heim jede? Krone für Brot uüd;" Wohnung und Schuhe notwendig ist.' Tief haben Not und Entbehrung von fünf'Krisenjahren ihre Furchen, in das: Antlitz unserer Arbeitergeneration eingegraben: Bei"ddm Aufmarsch am Sonntag war erschütternd klar zu erkennen, was unsere Menschen im zurückliegenden Zeitabschnitt ertragen haben und welcher Aufopferung sie fähig sind,"■ Und dennoch: ein Bild von Wucht und Kraft, tum unbeugsamen Willen, vo» unzerstörbarer Ge« süinuiigSstärkel Getragen und beschwingt von der magischen? Kraft" pistxr" grohe» Idee" symbolisierten di« Männer bön dej!.'Republikanischen Wehr den'kühnen MekennerMt.' der in" unserer" deutschen sozialdemöktqtischen. Bewegung.' wohnt, D i?s""e/A",r bet t"e r' wollen G e f ch t ch te. m a ch.e.n^ a l S Qts"ä l'i t ä.t.s s a k to.r." EWy>M?M'"EpnsDsp'.Ürlt?:eip".'h»her?EMHt.n hcitSwert geworden. Politisches Spekuläntentum macht sich allenthalben"breit) aber es soll ihn, der, Trlümph'herMotäMätOM gegAint sein.' Dir Geschichte soll einmal aussflgen dürfen, däh auf dem.HöhePüykt der deutschen Schande im sudetendeutschen Gebiet 800.000 aufrechte Männer und/ Frgüen sür die. höchsten'deutschen- und"-tneNsch- lichcn Ideale eingestanden sind. Hat. Gesinnung und.WenschlichkÄt'-erneüt' däS"Wort in Europa, danp üiird'.Litf« Elite dem,Volke wieder mehr zu- tetl Wir„sind entschlossen,, unseren schweren Kampf um der Sache willen durchzukämpfen. Die 600.0 von Aussig und ihre Kampfgenossen im ganzen Lände haben für die Demokratie mehr Opfer gebracht als jene Ueberpatrioten in gewissen Prager Redaktionsstuben, die an jedem Wort eines deutschen' sozialdemokratischen Führers mäkeln. Wohl dem Staate, der zur rechten Zeit begreift, dah seine är m st en Söhne auch, die treue st en s.i n d l sagen haben..Die behenden Konjunkturritter, die Gesinnungswechsler? die Halben und Lauen" uno die Ueberschlaüen werdet»' bei- der historische» Bilanz nicht mitgezählt werden. Aussig war ei» weithit» leuchtendes Beispiel edelsten sozialistische» Idealismus und Bekcnnermuts in europäischer ÜmbruchSzeit.. "Möge auch das tschechische Volk nicht übersehen, was die Einsatzbereitschaft der deutschen sozialistischen Republikaner für die Rettung des Friedens und für die Zukunft des Staates bedeu- MAN ff Ä J r J._ i\ r££ M Staatafahnen und rote Sturmfahnen an der Spitze des Zuges Der Sonntag-Vormittag Im Stadion : Für die RW begann der Sonntag mit, här» !ter Arbeit. In den frühen". Morgenstunden schon wupden die wehrsportlichen Wettkämpfe, im Stadion anSgetragen und fortgesetzt, was Samstag nachmittags begonnen hatte. Ein glühend Heister Tag. stieg, herauf. AIS nach 0 Uhr die Blauhem- den zu den groben Freiübungen äntraten,"schien die.Sonne, prall."aus.das Stadion herab. Das war zwar ein Gewinn, für das. Schauspiel, das »«un anhob, aber es war zugleich, eine neüe Strapaze.für"die liebenden. In Dreierkolonnen marschierten die RW- Männer auf. Bon den Tribünen ertönt. lauter Beifall, als sich. das. weit« Rund' mit, den Blaü- hemden" füllt". Ain Mikrophon.'kommandiert. Ge-. »wsse R 0 h a L.di.e Ucbung, Ein Wink und!die Reihen schliehen äüf. Nun" ist däs"ganze Feld übersät mit den blauen Gestalten,' wie ein dichtes Netz sind diese'blauen Reihe» über den Rasen geworfen. Wieder ein.Wink; und" die Glieder schliehen aneinander. ES ist ein schönes Bild,'wie die Dreierreihen sich da ausklappen'und wieder zusammenfalten, wie der grohe Fächer mit emxm einzigen Schlag, auf ein Kommando sich in der ganzen Farbenpracht zeigt und».dann wieder schmal wird. Zweieinhalbtausend' Männer sind angetreten. Nach dem Takt, den Rohaä mit der Fahne, gibt, beginne» nun" die Uebungen zu den Klängen der Musik. Wieder ändert,.sich das Bild kaleideskopartig. DaS Blau der Hemden ist bald leuchtend hell, wenn eS den volle» Sonncnglanz widerspiegelt, bald ist es schattendunkel. Auf dem Blau leuchten lustig die roten Streifen der Hals- bmden. Die Uebungen. sind aus den einfachsten Elemente» komponiert, aber eS ist der Rhythmus, die. Bewegung, die Disziplin, dieser beseelten Masse/ eS sind die Farbeneffekte, die imnter wieder die Bewunderung, den Beifall und das Helle Entzücken" der Zuschauer'wecken.' Noch ist däS sa ein«:Generalprobe und einmal wird: abgepfiffen: Aber eS klappt.doch schon jetzt und verspricht für denNachMittag bet einer gröberen Zahl von Mitwirkenden,mnd/ einem gröberen- Publikum eine schön«: Vorführung zu werden.. Kundgebung und Festzug Um zehn Uhr beginnt sich in den Strahen, die für den Anmarsch.perkeiiie'Hn.- sälle. Physisch siWdiese.:"Männer. getpist äüfs auhcrste in Ansprychigenämmett."Aber!ihr« Moral ist:so. gut,, ihre: Stimmung so.glänzend, dah sie glle> körperlichen Schwierigkeiten, überwinden» '> An der westlichen Schmalseite" des Platzes ist die. Tribüne mit. dem Mikrophon-aufgestellt, desgleichen die. Apparatur für dieMündfunk-Ueber- traguyg. Eine Musikkapelle. konzertiert,inmitten detz Plgtzes. Laygsafn füllen sich. ringsum die Fenster und- Ballone, mit Zuschauern, Neugierige»,,.Syulpathjsierenden,.wohl", aüch.init neiderfüllten Gegnern,!..>.... i^M.Üfer.!tzeü'.ersten,.!diezaü^deM:Pjahr:ein- tÄffenV MV" der.:,Genosse Dr. C z e ch uiid dic'Ge- ndssin'jst iPI i E- s ch. Genosse!TKUB"erscheint, FrantÜek S 0 ü ru.p. Unter den Pressevertretern bemerkt man neben" den Pertreternsd^er. ETK, des „Montag" und unserer Parieiblätter die Berichterstatter ,der grostsn tschechischen Blatter: I i s e vom„C. Slovo", K l a di v a. von den„Lidovt Noviny" sind da. Besondere Beachtung findeteS, daß auch die„Deutsche Landpost" durch Toni Köhler vertreten ist. Unter den Gästen sieht man die Vertreter der deutschen und der österreichischen Sozialdemokratie, die Genossen S t a m p- fer und Heinz. . ES wird fast halb zioölf, ehe die ersten Züge mit'Musik in den Platz einschwenken. Aber nun vollzieht sich der Aufmarsch in kürzester Frist und mit wahrhaft militärischer Präzision. In wenigen Minuten stehen an 6000 Mann' in dichten Kolonnen in der Mitte des Platzes, auf dem sich insgesamt Wohl 12.000 Menschen in brütender Sonnenglut versammelt haben. . Feierlich erklingen die S t a a t S h Y m n e n. Genosse Paul, der neue Vorsitzende der RW, eröffnet die Kundgebung und begrübt die Gäste. Es ist symbolisch, mit welch frenetischem Jubel die.Wehrmänner und die übrigen Genossen den Vertreter deS Nationalverteidigungs m in i st eriunis Stkpt. V ä.l a begrüben. Dio Verbundenheit zwischen der deutschen Arbeiterschaft und der Armee ist. noch nie. so deutlich, fo herzlich dokumentiert worden. Aber man quittiert auch in den Reihen dec RW daS Erscheinen des Vertreters des MNO als eine Geste der Billigung, der Anerkennung unserer Arbeit und freut sich dieser Anerkennung umsomehr, als man oft unter bürokratischer Engstirnigkeit von ziviler Seite hat leiden müssen. Der Jubel setzt sich fort, als der Vertreter deS Svaz Lsl. düstojnictva(Verbandes der Offiziere) Generalsekretär Jelinek, begrübt wird. . Genosse Paul führt.nun auS: Der erste ReichSaufmarsch der Reputlikäiti- schen Wehr, dcffen wunderbares Bild gesammelter Kraft sich vor nuferen" Augen entrollt, ist uns«in' willkommener Anlatz, vor der Leffentlichkeit die Ziele>md Aufgaben unseres Verbandes zu bekunden. Wir sind ein nichtpolitischer Verein. Wir werden uns niemals selbständig in politische Aktionen mengen. Aber in einem kann es keine Indifferenz geben: In der Stellung zur Demokratie! Deshalb zöger» wir nicht einen Augenblick zn- bekennen, daß wir unserer Gesinnung nach Demokraten"und Sozialisten sind und Wert darauf legen, z»r den besteir Demokraten und Sozialisten gezählt zu werden. Wir sind Demokraten aus innerster Ueberzeugung, Demokraten, weil, wir wissen, daß di« Demokratie das Regime der Menschlichkeit ist. Wir wissen ater auch, daß die Freiheit der Arbeiterschaft mit der Freiheit des deniokratischen Staates identisch ist. Und deshalb sind nnsere Mitglieder in den letzten Jahre», für die. Demokratie, für Frieden und Freiheit iit sausend Kämpfen gestanden. Wir haben die schweren Jahre der jüngsten Vergangenheit als denkende Menschen mitrrlett und auS diesem schmerzlichen Erleben ernste Lehren gezogen. Und darum"wurde, wenn wir im Gedenken au die vielen Opser unserer Brüder und"Freunde"in jenen Ländern, in denen di« Freiheit anS Kreuz gefchlage», wurde, di« Faust emporreckten, dies« Faust zum Schwnr- zeichen dafür, daß wir alles tun»uollen, um uns und unser Land vor dem gleichen Schicksal zu bewahren. Diesen Schwur werde», wir, komme waS kommen mag, auch in Zukunft halten. UnS steht die Freiheit Höher, als das Leben. Wir geloben Treue unserer Republik, Treue unseren Präsidenten Masaryk und Benes, die wir lieben und verehren. Wir geloben unsere Bereitschaft, gemeinsam mit dem tschechoslowakische» Balke an unserem Staate z» tauen und ihn zu verteidigen. Wir erfuchen die Vertreter der Behörden und der tschechoslowakischen. Korporationen, die unsere Gäste sind, von diesen» Versprechen Kenntnis zu nehmen. Wir bitte» insbesondere unseren Freund Sou-"- kup, der tschechoslowakischen Arbeiterschaft oon. diesem Geiste Kunde z«: geben, und ihr unsere. ■ brüderlichen Grütze zu überbringen. In unserer Ueberzeugung vom Triumph der. Demokratie hat unS nichts'zu erschüttern uc::-: macht. Nicht"der.vorübergehende Sieg deS Klei»-: mutS und deS Unverstandes in geisissen Schichten, des sudetendeutschcn Volkes, aber auch nicht bic j Not der Krisenzeit. Ja, gerade in der' Zeit der Krise haben Tausende unserer, arbeitslosen Freunde in.den Grenzgebieten bewies«»», daß der" Republik ärmste Söhiie ihre treuesten sind. Inden» wir dje Republik"schützen, schützens wir. auch.unsere demokratische Arbeiterbewegung,, damit deren,h»it den Waffen deS Geistes geführter^ Kampf nicht, durch Terror,und brutqle Gewalt" . gehindert werde. Für die Republik, das europäische^ «Seile 2 Mittw-», 7. Juli 1837 gt. lB7 j» Die Relchslaltuns der Republikanischen Wehr' »er Welt. Diktaturen l zur Tnle-l- ver Vertreter de» National Verteidigungsministeriums Stkpt. Väla und der Vertreter des Offiziersverbandes Jelinek Weise den Ordnerdienst geleistet haben, ferner unseren Freunden vom Amk und von der BJ, die durch ihre aktive Teil» nähme unseren ersten Reichsaufmarsch eu gutem Gelingen führten> Den staatlichen Behörden, der Stadt Aussig und ihren Angestellten danken •wir für das Entgegenkommen, welches sie unserem Retchsaufmürsch und seinen Teilnehmern bewiesen. Den Genossenschaften und den Samaritern gilt unser'Dank für die Arbeit, welche sie in erprobter Weise auch diesmal geleistet haben. Wir haben von Aussig ein leuchtendes Bild lebendiger Kruft mit nach Hause genommen! daö internationale sozialistische Proletariat, sich angesichts der drohenden Gefahren noch fester als bisher zufanimenzuschließen und zum gemeinsamen Kampf gegen den FaschiSmn» zu rüste». Keine Niederringung ist die Aufgabe aller Kampffolon» nen deS Internationalen Sozialismus, also Such unserer..>.K Die heutige Kundgebung zeigt,, daß sich nn< stee Bewegung dieser Aufgabe doll'bewußt und entschlossen ist, sich mit der größten Hingabe in. ihren Dienst zn stellet«. Dies zeigt uns besonders die lodernde Begeisterung, die uns ans den Siet, heu der Jugend, der Sportler und der Republikanischen Wehr eutgrgenstrbmt, dies zeigt uns aber auch der Kampfgeist und der feste Wille, der alt und jung beseelt, die alle das gleiche Ziel leitet! Unsere große Ide«! Dem gegenüber sehen wir drüben, senseltS der Barrikaden, juie sich, wenn auch noch' langsam, dir Reihen zsi lockern und immer schütterer zu werden beginne«. Denn der Wunderglaube, daß es möglich ist, Brrgr politischer und wirtschaftlicher Schwierigkeiten durch das Trugwort von»er BolkSgemeinschaf« atzutragen, ist ge- fchwundrnt der nazistische Zauber ist dahin, der au»»en nazistische« Schlünden»easchossene Wort- schwall ist in rin leere» Richt» verilnngen. Bolle drdi Jahre haben die hrnleinistischen Berge gekreist und Haden nicht einmal da» kleinste Män»chen geboren. Dir Ideenlosigkeit, Unfruchtbarkeit u«d Ratlosigkeit einer Bewegung, die mehr al» eine Million von Wühlern aus den Leim zu lacken»erstand, ist heute aller Welt assrnbar und ihr Berfinkm in da» Richt», au» dem sie erstanden ist» ist nur eine Frage »er Zeit«nd wird nicht mehr lange aufrsich. wartenlasten. Da» gibt guten Ausblick für dir kämmende« Kümpfe und besonder» für den Gemeindewahlkampf, bei dein unsere Gegner zu spüre« bekommen«erden, wiedirl an elementarer Kraft«nferrr Bewegung lnnew-HNt, die sie hundertfältig totgesagt haben und al» eine» kleinen Splitter,»«»- zugrben»ersuchten, und die auf ihrem Vormarsch alle ihre Gegner«nd auch die SdP hinter sich auf der Strecke lasse» wird. Genossen! Unsere Uhr geht richtig. Sie geht prächtig»orwürt». Der 1v. Mai 1935 ist verwnnde» und vergessen, unsere tapferen Genossen haben da» prächtige Wort Adlers» daß die Niederlage wohl eine gräßliche Unser-erster- Rcichsaufmarseh ist in jeder Hinsicht voll gelungen. Dies danken wir in erster Linie der Aussiger Arbeiterschaft, die sieh in großer Buhl in den Dienst der Veranstaltung stellte and damit aufs neue ihre so oft erprobte Opferbereitschaft bewies. Wir danken den Erfolg aber auch aen hunderten unserer Funktionäre,, die■ in mühevoller Vorarbeit alle technischen und organisatorischen Voraussetzungen dafür geschaffen haben, sowie den vielen tausenden unserer Mitglieder, die Krone, um ■Kronie zusammenlegten, um nach. Aussig kommen zu können. Besonderer Dank gebührt den. Genossen vom Atus, die in opferbereiter Bollwerk der Demokratie, wollen wir wehrhaft sein, für die Arbeiterbewegung stellen wir unsere Kraft. So wollen wir auch fit Zukunft bleiben, «ff» wir In den hinter uns liegenden Jahren waren: Der starke, tatbereite Arm der Demokratie «n». der Arbeiterbewegung im deutschen Gebiete Unsere» Staates! Rach dem stürmisch alllamierten Genossen Paul tritt, von einer Welle der Liebe und Be geisterung empfangen, Genosse Dr. C z e ch ans Mikrophon. Er spricht hier als Borsihender der Partei. Er erklärt! Wir haben hier gestern und heute herrliche Stunden verlebt und nehmen überwältigende Ein drücke mit auf de» Weg. Sie bleiben»ns unvergeßlich. Rehmen Sie alle hierfür tausendfachen Dank entgegen. Er gilt, vor allem unserer herrlichen Republikanischen Wehr, der wir diese grandiose Heerschau verdanken. Begeisterung und unbändiger Kampfes wille, Opfermut und Siegeszuversicht haben sich hier, zn^blendendste» Spmphonie»«einigt. And alle», zusammen ergab, eine gewaltige Kundgebung des Aufstiege». So wurde der Aufmarsch der Republikanischen Wehr zum Marsch einer Armee deS demokratische«« Sozia- ltbmu», die keine Zweifel darüber offen läßt, »aß sie sich bi» zum letzten Atemzuge für ihre Id« zn schlagen entschlossen ist. Die europäische Demokratie steht fetzt in« heftigsten Trommelfeuer deS Faschismus. Europa ist an allen 8cke>« und Ende«« voller Brandherde. Da» ist der richtige Nährboden für de» Faschis mus, der nur auf den Moment lanekk,«in der- europüischen Demokratie eine Schlacht zu liefern und gegen ,ste einen entscheidenden Schlag zu„ führen. Die» aber ist eine, ernst« Warnung für I Sach», ab« eine stolze Aufgabe ist» begriffen sühren überall zur wirtschaftlichen Katastwpho und zum marplischm Berfa« der Nfftwsitzsi UN» de» StaateR^-..., E» muß zum«Misten d°r ganzen demoft»^ ’:.tischW-DbrltMprochrn»»» gerufen. t»«»W,i Die erdräHmde Mehrbeit, aller Maschen ist f«r dch« § rieben, weil»« Friede allem, dir Grundlage NUd. oraueseimaa eines neuen Lebens ist! Und dos- halb rasen Mt huworaa» in miste» riaearn Reihen und ftr.die ganze Welt hinan«.' Wir la»er Tschc- choslowakischen Republik stehen fest«Md fttrchttztz nicht»! Wir wollen«nd werden niemanden-än- greifen! Ab« wir werden vor keiner Gewalt.zü- rückweichen und jeden Angriff abwehzen!. Md in Refdt« unseren KÜnspf wären wie'auch nicht allein anf nn» Mgewiefr«. Jever Ammff'M de« erste» Greyzstein.unserer Rrpullik wäre' da« Signal ewr» neue«- Weltkriege» und wehe denen, die diese» Berbrechen wagen würden! .' Wir danken Vach-»Sn ganzem Herzen' für alle», wa» ihr für Misere gemeinsame Republik, für unsere gemeinsame Freiheit und gcmciusnnie Demokratie bereit» getan habt und leiste«. Ihr Wißt selbst,«na» da» für Euch bedeutet, wknn Ihr ' nist: Freiheit»nd Freundschaft! Wir rufen'.eh mit Euch! Aber desgleichen«nd gleichzeitig rufen wir auch aller Treue«m Treue! Dio furchtbaren faschistischen Stürme haben NN» alle»erelnigt in unserem gemeinsame« repubiikaui- scheu und demokratischen Staat», in«orlchem wir treu«nd ohrtich durch unsere gemeinsame Arbeit rin bessere» und glücklichere» Leden unser aller ansdautu. Und diese treue brüderlich« Gemeinschaft hat un» vereinigt' st» immer! E»lst die»«nhrlich eiste große und edle inkrmttionale«etchang, Welch» im Herze« Europa» der Republik Und«n» allen in ihr zusiel: Wir«erden sie mit Ersolg«Nd mit Ehren erfüllen! . Darum rase«'«irr Treue«m Treue! E» lebst unsere Republik«nd ihre Präsidenten Masariik und Bentz»!. Eurer Republikanischen Wehr, unserer deutschen sozialdemokrailschcu Arbeitstrpartei«bitt! Alle» für den Sieg de» internationalen demokratischen Soziuiirmn» auf der«unzen Welf! Als letzter Redner.kommt Sekretär Jelk« n c k für.den Svaz ist. düstojuictva zu Wort. Seine formvollendete, in ihrem deutschen Teil durch, die reine Sprache brillierende Rede, findet die laute.Zustimmung,.des Publikum» und(der NW,.seine Worte zeugen davon, daß er und sflni Freunde.sich über die Grundfragen demokratischer Wehrpolitik im klaren sind« Er sagt.: . Bisher wurde bet un» stet» eine Wehrpotiitk im Geiste der. Demokratie gepflegt Und e» wird auch in Zukunft nicht«wer» fein.. Die Armee übernahm. ihre Richtlinien für alle' Zukunft vom Staatsbegrü»- der, unserem ersten Präsidenten, und an dem Ofsi- zierskorps liegt es,»lese Richlllnien immerfort.strestts zst befolgen. ES war In erster Linist unser Berband, der fich sitzt»»«mähte, ten breiten BtzlfSschtchteg vor Augen zu halte», daß e» keine spezifische Zivil. UN» Soldatenwelt gibt.' Beide» ist nn»«j» einheitlicher Begriff in Berbundenheit mit dem Staat. Dio tschechisch-deutsche Zusammenarbeit in den Ortsgruppen de» Lerbande» war frühzeitig zur Tai geworden. ES gereicht den Vftizierest der Ar«Ure un» iNSbefondrro den Mitglieder« des Berbande» zur Ehre, Borkämofee der Bestrebungen«ach einer tschechisch-deutschen Ber- stündigung gewesen zu sein. Wir begrüße« deshalb alle«ufrichtia ihren ReichSaufMarsch«nd wünschen, daß die Arbeiten der RW in Zukunft die gleichest Erfolge ausweisen möge wie bisher. Die Republikanische Wehr mbge denselben Weg gehen, dm vorbildlich ter erste vberlesehlshnter vorgezelchnet hat: Dem Frieden diene««, zum Frieden erziehen, den Frieden verteidigen! Die Devise»er tfchechoslowaftschm Armee ist nicht« Wenn du dm Friede« willst, rüste zu« Krieg! sondern«ach Bene»' Ausspruch: willst du. den Friede«, s» rüste zum-Ftirtenl Da» ist auch der Sin« der Geschichte iiuistre» Staate» und unserer Demokratie: HUMbNitSt, Nicht BMialitäll Btesiän- digung,«icht Haß! Demokratie, Nicht Diktstiuk! Für d»» gemeinsame Baterlastd vom Böhmerwold und»ur Wahrheit gemacht. Sie haben die Auf» gäbe herrlich gelüst. So lebt test Geist Biktbt Adlers in««ns weiter fort und so bekennt er sich täglich und stündlich in«nstzster Arbeit. Im Geiste Biktor AdlerS«nd iist. Geiste der grbßten europäischen Demokraten, test Präsiden» trn T. G. Masn«ihkS«nd Eduard Bent», ziehen «vir in die weiteren Kämpfe: Gegen den FaschiSmN» und die Kriegsgefahr, für die Republik«nd de«. Frieden, für die Deniokratie«nd dm sozialiftifchm Aufbau der Gesellschaft! Der stürmische Beifall für die Ansprache der Genossen Czech geht in die freudige Akklamation über, mit derF.ranta Soukup, der symbo« lische Trager des BerbrüderungSgedankenS in der Arbeiterbewegung. des' Landes begrüßt wird» Zwar ist'Genosse Soukup heule des Rulid« funks wegen:—an ein Manuskript gebunden, wa» ihm, den letdensihaftliche» Stegreifredner gar nicht liegt; und manche Hörer haben ihn schon bewegter gesehen, wenn er, der große volksred- ner mit dem Hus-Kopf, sich gang dem Strom der Leidenschaft und der Gefühle' hingeben konnte, wenn seine Internationale Sendung, sich sinnfällig darin ausdrückte, daß er zu tedem, in seintr Muttersprache redete. Aber.auch, die ernsten, gewichtigen Worte Soukup» an diesem 4. Juli sind von einem tiefen Gefühl durchströmt und die deut« schen Arbeiter verstehen ihn, unterbrechen ihn immer wieder durch ihren Beifall. Genosse Soukup sagt u. a.: Ich»in glücklich,»ast ich die Republtkaalfche Webst Namtzn»: der«schtzchestowaNschMssozioltemokra- tischen Aebeiteepartet hezrühen kann. Ai» Mitglied te» Büro» überbringe ich Euch die innigstm Grüße auch unserer ganze« sozialistischm Arbeiterin- ter«atio«ale.. Wir siehe« im Mittelpunft großer Kämpfe. Durch die furchtbaren Rüstungen te» Fnschwmnt soll di« Menschheit in einen nmerlichm Keieg getrieben werden, in ter Meinung, daß der neue Krieg test Raktlon alle» da» zurückgetm wird, wa» ihr te» test« Keieg genommen hat. Aber da» ist ein Wahnsinn, Jeder neue Krieg führt nur zur neuen Revolu- t i o n, und nm» Revolutionen wüevm dauernd.und für Immer jeden vemichten, dir durch selnm Angriff da» Hinmorden neuer Millionen und nm« Katastrophen verlchaldm würde.'Der heutige Tag ist ein feitelichte Protest gegen alle neuen N»iast»phkst< ptäne und gegen alle Diktaturen ter Welt. Diktat»»«» Negerkönigs Tochter Roman von Otto Stösst. COPYRIGHT BY SATURN-VERLAG, WIEN Herr Silberstern brachte das Gespräch am liebsten aus die geschäftliche Bedeutung von Südafrita, erkundigte sich un« dessen Ein« und Ausfuhrwaren, um die Möglichkeiten, dort da» Geld aufzullauben, während seine Frau sich für di« Diamantengruben interessierte in der leisen Erwartung, von dem zurückhaltenden Reisen« den endlich zu erfahren, dass er eine Anzahl beträchtlicher Brillanten irgendwo verwahrt habe, mit denen doch von Rechts wegen eine begeisterte Schätzerin der Erdkunde zu belohnen sei. Rosa, die schöne Heiratsfähige, fragte wieder nach der afrikanischen Weiblichkeit und konnte nicht. genug zn hören bekommen von den aufregenden Tänzen und sonstigen Sitten der Vermählung und Liede In dem heissen Lande, von dem Tausch der Gattinnen zwischen Mulesan-Freunden, von der eigentümlichen Vorbereitung zur The, welch« die mannbaren Afrikanerinnen über sich ergehen lassen müssten. Dabei lächelte sie mit ihren blanken Zähnen zugleich neugierig«Md verschämt, wandte sich bei HeftifS allzu deutlichen Auftlärnngen erröten» ab, nicht ohne zugleich einen, feuchten Blick ans ihren mandelförmigen Augen nach ihm zurUckzuftnden, um da» Weitere doch noch wie mit einer Angelrute einzuholen. Dieter redete Von der Ausstellung und rechnet« Ihre Besucher zusammen, Tefal wars zuweilen ein paar Worte In seiner Muttersprache ein, die Frau Dieter hustete und schaute ängstlich uiN sich, dec kleine Bub und Bella aber verhandelten über ihren besonderen Gewinn. Sie hatten nämlich eine Art Vermögens- und Geschäsisgeindtnschasi begründet. Billa bekam von. den Besuchern allerhand Geschenke^nit denen sie ost nichts anzUfun« gen wusste. Diese gab sie an den kleinen Josef ab. Dafür verwahrte sie in einem Schnupftuch sorg- sältig das Bargeld, konnte es aber nicht zählen und trachtete doch nach einem gewissen Ueberblick Uber den Stand ihres Vermögens, wöbet sie den Knaben zu Hilfe nahm, der ihr mit seinen und Ihren zehn Finger«« ihren Besitz vortechnete, während sie die kleinen Silberzwanziger von den Kupserlreuzern sonderte und gleich zu raufen, Zähne zu fletsche» und ausznfchlagen begann,wenn er.ihr eige höhere Münze herauSzuschwindeln oder gegen eine geringere auszutauschen versuchte. Hatte man gespeist und getrunken, so lehnte Man sich, wie eS eben gehen mochte, zurück und Widmete sich ganz der Unterhaltung. Die Fra«« Dieter begab sich dann in die Ecke, Wo die'Lager ter drei Bewohner des Pavillons standen.. Dort setztest« sich Nieder, vön dtn.bösen Anfällen ihres Hustens geschüttelt,. Der Doktor Hesktz. hüllte sie sogleich,.in,.seine WolltzeckkN eiK und gab ihr^Medizin, da tr Ihre. Behandlung' übernommen hatte. Sie blieb in sich gelehrt und gebückt Und still Und'schlummerte leicht ein, nicht phne jedes lautere Wort im bangen Halbschlafe zu. vernehmen. Frau SilbersketN und Tochter überliessen sich ihren hochslieaevden'Bersorgiings- und Ehestands» träumen, die Wichselrede wurde einsilbiger,und zu gliter Letzt wär der Vorschlag de» Doktors reiht willkommen, ein Spielchen zu machen. Tesat zog die bereitMaltenen Karten her« Vor, und Herx Silberstern, Dieter, der Zimmer«, mann und Hesky vereinigten sich zu einer Partie „Zwicken", einem mässigen Glücksspiel, dessen Zufällen der kleine. Josef. und-Bella mit'Teilnahme zuschauten., Herr Siiberstern Ivar zumeist im' Glücke und nahm seinen Partnern, die'kleine Münze mit lauter, fröhlicher Bicderkeit ab,' Wobei Dieter' richt gleichgültig, Tesak iNgrtmNiig, der Doktor nut wissenschaftlichenr Ernste beteiligt waren. Jeden Schaden, den Tesak der Ungeschicklichkeit Heskys zu verdanken hatte, wenn dieser als sein Partner einen Spitlsehler beging, rügte der Zimmermann, indem er seinen Doktor, Brotherrn und Vetter weidlich auSschalt und jede Rücksicht auf die. höhere Stellung, Gönnerschaft und Würde äusser acht liess. Di« Tschechen unterscheiden sich von den Polen, die mit gtötztir Demut'und Unterwürfigkeit die Unterschiede des Standes wahren und betonen, durch eine natürliche bürgerliche Freiheit und ungezwungene Gleichstellung aller. Der eine ist zwar dir Pani Doktor und gilt so viel, als-er wert ist, aber der andere bleibt, wenn er Nicht augenblickliche im Dienste zu gehorchen hat, auch immer der PaNe Tesat Und braucht er- sich nicht gefallen zu lassen, dass der gelehrte Mann ihn in Geldverlust bringt. Der Eifer des Spieles hindert« aber den Gastgeber nichts sich zuweilen mit ungeschickter Galanterie der DäMen anzUyehmen. In dem ,hohen Raume herrschte eine dutnpfe Kühl«, Und Ftgu Silbtrstern'Muerte zusammen- Sofort zpraitg'Hessy änf, holte' zlvek'-Keößa^denMe Boi« dir.Wand UNd breitete st« den Frauen sorglich un«. 'die Schultern. Sie zierten, sich zuerst und weigerten sich, dann nver taten sit die-wunderliche Hülle willig um rind trugen.nicht ohne heimliches Gruseln die- gescheckten, dichthaärigen,' eigentümlich riechenden und knisternden Ftllei/Von denen die Köpfe mit den.bllnkenditi Mhntzn iwtrdie Schul« itern tzeravhing'en. Dir Heidin, also Gischmükten inid Geschützten sahin-mit lüsternem Granen auf dtt'toten Ltzvpardenschädel hinab, die auf ihren Busen baumelten und einst wahrlich solch« Gelegenheit besser au»zunützen verstanden hätten, in bolles, weiches, weisses Weiberfleisch und Fett zü biisstn. ' So wurde e» Mitternacht,, bis sich hie Gäste, endlich, erhoben, ülisbrachtü. und.als einträchtige kleine Karäwän« durch dtN: stillen Prater heim« zogen, die Familie Siiberstern in die Zirlusgasse, Dieter-mit der kranken Frau und'dem müden Knaben bis in die innere Stadt. Dieser lange Weg die abendlichen Gelage beim Doktor Hesktz waren, ein«.vertraute Gewöhn« heit geworden und durften schon wegen ihreS'tie« seren Zweckes nicht vernachlässigt werden-e-. brachte Herrn Siiberstern auf- den Gedanke««, die tägliche Rückkehr dadurch zu verkürzen, dass man sich eines seiner Fahrzeuge bediente. Run wäre es freilich die einfachste Sache von-dir Welt gewesen, wenn er ein Wägelchen und Pferd beigestellt, die klein« Gesellschaft allabendlich aufgeladen und heimgesührt hätte. Aber als besonnener und ersln- duNgStitcher Geschäftsmann dächte er daran, da» Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden. Gin aNgiseheNer Herr wie Hesktz, hakte doch tagsüber mancherlei Wege-zu machen. Besuche abzustalien, GönNiV zu beehren,' Einkäufe hu besorgen. Da schickte eS sich doch wahrlich nicht- dass"er zü Fuss gehe, bestaubt, beschmutzt iu fremde Wohnungen trete und seinem Ruse durch so dürftig«' Haltung schad«, war e» doch nicht,nur standesgemäss, sondern auch, ganz zweckentsprechend, ja geradezu höchst vorteilhaft, wenn er sich ein solches Heggil« chen znlegte, zumal er es auf billige Art erwerben könnte, denn es hätte'Unter Brüdern sonst mehr gekostet,. als unter zukünftigen Verschwägerten, so dass. Ls!, genau genommen, eigentlich—- die Noir Wendigkeit dir WageilbeNützung vorausgesetzt— mit diesem. Kaufe sogar wahrhaftige Ersparnisse 'erzielte.\* JJ«. Diese Erwäg«lngtn trug Herr Silberstern eines AbelidS dein Düktor bär, stillte ihm di« Aussicht aus ein schönes Fuhrwerk als die«WnenehMstt Verheissung,.'weltniännlscher Würde und Bedeutung, von gkbnsmlschem Ruhe», Zeit« und Geld- ersparnis dar und führte die ganze Schar vor da», Gebäude, um sft das zierliche Kabrwleu Nach St« btihr bewundern hu lassen .lFortsitzung solgt.)s ^Rk/l.17.~.,7...,:,...■;-...... Mittwoch, 7; Juli 1987'--. Seite-3- t ijvb!Tfv>'..' Vor dem Aussiger Volksbaus v Auf dem Aussiger Marktplatz Auf dem Stadion 'Abendfeier Im Warmbad Kleische: Fackel schwingen DgtzDrösiramm btt Kundgebung ckst'erschöpst.' Wieder beginnt in wenigen Minuten' die Räumung des Platzes und der. eigentliche Jestzug seht sich in Bewegung. . vordem vollshaus ist eine rotdrapiertc Tribüne errichtet. Dort nohme^PieMrste Plqtz, unter ihnen auch StabKapitän Bär».' Hier nehmen auch. während, der.Tcsilicrung die Reichslciiung dtt'SiWutw Die-Bahnkntragtr mit' hin StaäiS- und Harteisahnen Ausstellung. Atus.-Ordner eröffnen den Zug, eS folgt eine Gruppe tschechischer Arbeiterturner, dann, kommen di« Delegationen des Atus,. de» Äruk, die SA beschließt den Zug. .' Die, Defilierung der AD,, die zum Teil'in' Windjacken, zum Teil imBlauhemd, zu einem geringen Teil auch' bereit» in' der neuen''Uniform auSgervckk ist, wirft nicht nur durch die große Stärke des Zuge», sondern vor allem durch Mit den sportlichen Wettkämpfen begann da» Rachmittagöprogramm auf.dem Stadion. Die Stafetten de» Atu» und dann jene der RW absolvierten die Läufe Über 400 Meter, die von den Zuschauern'hintxr den Barrieren mit leidenschaftlicher Teilnahme verfolgt wurden.. Reicher Beifall belohnte nicht nur die Sieger, sondern auch' die andern Mannschaften, denn, allen sah man an, daß sie da» Beste du» sichherausholten und die Resultate, die bei den Stafettcnläufen erzielt lvurden, sprechen um'so deutlicher, wenn man bedenkt, dah hier Jugend um den Sieg wetteiferte,'hie anstrengende Tage hinter sich hatte Ugo sich nicht ausschließlich der sportlichen Bärbel rcituug widmen konnte, wie es anderStvo der Mist.. ', Es spricht' für unsere Atu»-Turner und Türnerinnen,' Hatz' sie' bei' ihren Ausscheidungswettkämpfen ebenso die vollste Aufmerksamkeit des Stadion»gewännen wie hie auch'Laien leicht, ver- siändlichen Sportler der a'nMdn Sparten. Die Präzision und Leichtigkeit,' mit,'welcher sie ihre UeoiMen.'am Neck auSführtcn, würden'gespannt verfolgt und'imnier Meder erscholl der Beifall, 'Dsinn^lltfUtM M d)e, Mau'yschgfteck„von Aussig, und Bodenbach einenKarten Kampf' bei der ÖsMM-Htafefft." usid. gkrich daraus fesselten RWMänner,'die Proben,von Jju-Jitsü popsüht-- test,. die Anwesenden, für derest übexwitffende Mehrheit'^eke Art'- der Beüeidihung gattz neu, War?'-' '.,-/Än. stsösierkp Zschl.tratest dje.tzlygphörigen des Arnt auf, die wie so oft atzch, diesmal', durch ihr, UehststgiN yiit.dem Rad große Wirkung aus- Gten, Einfallsreichtum,.Kraftpnd Geschicklichkeit dieser Borführung'ernteten deck' berdientcn' reichen Beifall. Sonderapplau» holten'' sich Mei dle.'Nt'tz'st-e rgü 11t g'e'H a Vt um g,- in-der di« FÜllftäuftstd marschierest. Hier'könnte man endlich tvieder wie in den alten Zeiten vom»Tritt der'Arbeiterbataillone" sprechen. E» war nicht» Weichliche» in-diesen Männern, au» ihnen sprach die,..ganze Enischlosienheit einer kämpferischen Elite, die weiß, worum eS geht. Wer diese Männer marschieren sah,.weiß.erst, was in. der sudetendeutschen Arbeiterbewegung in den letzten Jahren vorgegangen ist,- wie- die Not de» harten Kampfe» im Innern, die Bedrohung von außen diese Männer-geschmiedet, ihnen den unau»lösch- baren Stempel einer erlesenen Kampftruppe ausgeprägt-hat..Hier,wurde deutlich, daß die Jahre der-Prüfung dem sudetendeutschen arbeitenden Volk einen getvaltigen Z uwa chS aninn e rer Kraft gebracht, eS zu-einem-Boll gewandelt hat, da» entschlqffen ist, sein.-Leben für die Freiheit einzusetzen.-- junge Mitglieder des Kostener Aruk für Proben ihres,künstlerischen Können». Den Höhepunkt, de» Nachmittag» bildeten die Massenübungen der RW. Hatte schon die Bormit- tagsprobe da»-Schönste versprochen,, so hielt das Auftreten der Tausenden jetzt, wo die Republikanische Wehr in Poller Zahl antrat. uckd.lausende Geckoffen und Freunde ihre. Uebungen mit Be geisterung-verfolgten, alle», was man von dieser disziplinierten Truppe erwarten durfte.-ES ist für die Republikanische Wehr sicher eine schöne Genugtuung, daß die zahlreichen Gäste lebhaft mst einstimmten, wenn die Zuschauermasseii hingerissen unseren Wehrmännern zujubelten. Ein kurzer Zwischenakt: Der Vorsitzende der RW, Ernst Paul, teilt die Ergebnisse der sportlichen Wettkämpfe mit und. Übergibt der Prager Mannschaft, die Siegerin! im wehrsportlichen Kambs geblieben ist, einen rock den Teplitzer Genossen gestifteten prachtvollen Pokal. Schönselder dankt im Namen der Prager. - Noch einmal vereinigt da» riesige Viereck de» Stadions alle uniformierten Verbände, die am NeichSaufmarsch teilgenommen. habens zum Schlußappell. Abgeordneter Kögler hält die Schlußansprache: Unser Fest» und Demonstrationstag war erfüllt von wahrer- Solidarität und Brüderlichkeit, von der sozialistischen Idee, die uns alle erhebt und zu neuem, Kampfe begeistert. Mit unauslöschlichen Bildern im Herzen»ehe» wir heimwärts.- Aussig hat e» bewiesen: Die Demokratie ist im Vormarsch, sie gewinnt neuen Boden im deutschen Siedlungsgebiete, den dir Henlrlnbelveguns verliert. Henleins politische Wech. 'sel vom 19. Mat 1985 blieben uneingelöst. Große Teile der Arbeiterschaft, Bürger und Bauern kommen zur Einsicht,' sie sind nach 24 Monaten schon henlrtnmüde geworden und orientieren sich demokratisch- Unsere Wehrorganisation ist ein-Jnstrnment der Demokratie und damit der Ordnung und Disziplick- Unsere Wehrorganisation schützt die Freiheit der Arbeiterbewegung und damit dl« Freiheit der Menschen. ' Sir dient keinem fremden Herrn, keinem Diktator im Ausland«, keiner unsichtbaren dunklen Macht Und keinen dunklen, unausgesprochenen oder geslüsterte» Zielen. Unsere Wehrorganifation hat keine.Landsknechte, die sür fremde» Geld»der -ein Paar neu« Stiefel bereit werden, Lakaien- dlenste sür das Kapital zu verrichten. Der Rote» Wehr-Mann opfert sich sür seine eigene» sozialen Rechte, sür die Errungenschaften seiner- eigenen Partei und den Fortschritt seiner Klaffe.- Ich frage Euch, seid Ihr freiwillig und al» frei» Männer in rinem freien Staate rntschloffen, Euro ganze Kraft»Inzusehen für«inen glanzvollen Erfolg der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei? Bieltausendstimmig und begeistert antworten die Anwesenden: Jawohl! Kögler fuhr fort:. Wir können unsere. Kundgebung nicht würdiger schließen al» mit dem Gelöbnis: alle» zu tun, jede- Stunde der kommenden Wochen«nd Monate zu nützen, damit-der kommende politische Kampf für di« deutsch« sozialdemokratisch« Arbeitcrklaffe drS Landes sichtbaren Erfolg bringt. Wir fürchte» uns nicht— waS wir wollen, ist, daß Recht und Freiheit auch für den Aermsten im Land« gelten, wir wollen keine neuen Herren, denn wo es Herren gibt, dort müffen auch Knechte fein. Wir ater wolle» freie Arbeiter bleiben, die mittauen am freien Staat, an der sozialen Demokratie,-am Sozialismus l Einige Worte Ernst Paul», dann-verkündete ein Hornstgnal da» Ende des Tage-, Gasschutzübung Montag vormittag» rückten die Abteilungen der RW von ihren UebungSmärschen im Stadion ein. Die letzte Uebung begann, llnter der Führung des Genossen K l a.u 8 lRöchlitz), des Gasschutz- Experten der Sieichrleitung, führte eine Hundertschaft der RW Uebungen mit. der Gasmaske vor: Anlegen und Abnehmen der Maske, im Stand, im Liegen, im Laufschritt,' Atemübungen leiteten dakleine Manöver ein. Dann wurde der Einschlag von Bomben imitiert und endlich lvurden Reizgase verbreitet und dabei auch die HilfSniaßnahmen de-: Samariter demonstriert. Die Zuschauer auf den- Tribünen nahmen das Schauspiel merkwürdigerweise von der heiteren Seite. Hier fehlt es noch an der nötigen Phantasie,, sich alle Schrecken eines Krieges und die Notwendigkeit ernster Schulung und ernster Arbeit vorzustellen. Dqß es. im Grunde gar nicht spaßhaft ist, zeigte sich, sogleich darin, daß ein Genosse, der die Marke zu früh abgenomwe» hatte, doch dem Lazarett überstellt und behandelt, werden mußte. Nach, der Gasübung endete das offizielle Programm:'RW.suchte zum Teil wieder die Ouar»' Hindernlslauf der Wehrmitaner Der Nachmittag auf dem Stadion Seite 4 Mittwoch, 7. Suli 1VS7 Ar. 187 tiere auf, größere Kolonnen rückten nach dem Warmbad Mlctidic ab, mittags begannen die Transporte wieder den Heiniatorten zuzurollen. Ei» Gewitter zog auf und die ersten Tropfet» sielen— al» habe es gerade nur gewartet, bis die 3IW mit ihrem Aufmarsch zu Ende seil Lebendige Vergangenheit Bon weither sind die Gäste zu dein Reich«- aufmarsch herbeigeströmt. Einer der bemerkenswertesten Besucher war zweifellos unser greiser Genosse Heinz«! au» Halbstadt im Brauuauer Ländchen. Wir entdeckten ihn Sonntag vormittag» auf der Tribüne. Da saß er mit seinen 81 Jahren und blickte glücklich lächelnd auf-das blaue Wogen da unten. Er hat kein großes Arbei- ttrsest versäumt in den letzten Jahren. In Wien ist er noch geivesen und fast bei allen sudetendeut» scheu Bcranstaltungen. Daß er auch heuer wieder kommen konnte,»»ächt'Ibn besonders glücklich. „Ich habe schoi» geglaubt, cS würde nicht niehr gehe»»". Er hat einen Kehlkopfkatarrh und einen Lungenkatarrh hinter sich. Dal Auge will auch nicht mehr so recht mit. Joachim Heinze! ist ja 82 und hat sielt seine» Leben» schiver gearbeitet. „Im Jahre öS bin ich gemaßregelt worden! Die jungen Leute wisse»» ja nicht mehr, was wir durchgcmacht habe», Ivie cs damals war. Was ich hatte, habe ich für die Idee geopfert. Ich könnte ja auch»»ein Häusel habe»» wie manch anderer, ich bin ci» Inwohner geblieben, weil ich Tausende für meine Sache geopfert habe. Aber heut« noch bin ich dabei, wo ich nur kann." Wir wissen es, daß er immer dabei ist, nicht nur in Ostböhmen, überall war er da, wen»» die Bewegung rief. Er ist ein alter Eisenbahner, der Hetnzel, da fällt ihm da» Jahrei» und Reisen nicht so schiver, wie andere»» 81 jährigen.. Ei»» Symbol der Treue, lebendige Geschichte unserer Betvegung ihres Ausstiegs, ihrer unverwüstlichen Kraft, die sich iinmer neu gebärt, sitzt hier der Greis und lächelt glücklich, weil die Jungen da unten es so gut machen, weil er die s»»ngen Hände sieht, die sich nach der Stafette strecken, ste au» welkende»» Händen zu nehme»» und weiterzutragen durch die sielten. Der Samariterdienst während de« Reichraufmarsche» funktionierlc in vorbildlicher Weise. 128 Arbeitersamariter u»»d acht Aerzte wäre»» ii» Be- rcitschast und die Organisation, die Gautsch leitete, hatte alle Borkehrunge»» getroffen, um allen Anforderungen getvachsen zu sein, die an den Samariterdienst auch während der Reizgasübung gestellt»verden konnten. Gliicklicheriveise gab e» leine ernsteren Erlrankungen oder Verletzungen; die leichteren Fälle, deren bi» Sonntag nachmittags nngesähr 20g geineldet waren— zum größten Teil Folgen der außerordentlich großen Hitze— sanden schnelle und erfolgreiche Behandlung. Rur zlvei Teilnehmer wurden zur genaueren Untersuchung in da» Krankenhaus übergeführt, von dort aber sofort»vieder entlassen. Bestleistungen Im Wehr sportlichen Wettkampf: Hluterniölauf: Mannschaft Jägerndorf 73, Aussig 71, Joachimsthal 64, Bodenbach 1 64, Frei- waldau 63, Teplitz 1 63, Prag 62, Grarlitz 61 Punkte. 160 m Laos: Mannschaft Prag 83, Chodm» 40. Jägerndorf 46, Karlsbad 43, Teplitz 42, Grarlitz 41, Jvachimsthal 41, Aussig 41 Punkte. Werfen: Mannschaft Prag 71.3, Karlsbad 68.6, j GraSlitz 61.7, Joachimsthal 61.7, Bodenbach 1 60.3, Dux 36.8, Brüx 59.4, Chodau 38.7 Punkte, Ergebnis des l8esa«t»»ettkampfeS: Mannschaft Prag 188.5, JoachimSthal 166.7, Aussig 165.3, Graslitz 163.7. Karlsbad 162.6, Bodenbach 1 161.5, Jägerndorf 160.5, Chodau 153.7, grciwaldan 151.4, Teplitz 146.7 Punkte. 4X100 m Stafetten der Ordner: Mannschaft Prag l.(54.7) 1. Rang, Jägerndorf<35.8) 2. Rang, Teplitz(58.4) 8. Rang, Neuern(95.2) 4. Nanaa), Sternhera(50,2). 4..Ranab)^, Dur(59,6). 3. Rang, Prag u.(30,8) 6. Rang, Altrohlau (1.901) 7. Rang. Dur ll(1.01.4) 8. Rang, Rei- cheuberg(1.02) 9. Rang, Eger(1.02.2) 10. Stang. — Teilgenoinmcn: 10 Mannschaften. 4X100 m Stafettenlauf der Turner: Verein Atu» Aussig(47.1) 1. Rana, Bezirk«tu» Boden- bach(48.1) 2. Ra»«. Bezirk Teplitz(40.3) 3. Rang. Die Leistung der Äusstger Stafette stellt eine neue B u n d e» b e st l e i st u n g dar. Oltzmpisch» Stafette(800. 200, 200. 400 m): Verein Aussig 8.40.2, Bezirk Bodenbach 8.57. Die Leistung de» Aussiger Vereine» stellt eben« fallt eine neue Bundesbestleistung dar. lperäteauIschridunzSwettklmpfe der Olpmpladeturner • und Turneriunen(GesamNvertung): Männer: 1. Fastner Rudolf-Haida 63st, 2. Wagner Anton-Allrohlau 50, 8. Häuser Florian- Bärringen 58, 4a) ibrisig August-Böhm. Kamnttz 56, 4b) Psob Karl-Bärringen 56, 4c) Beistg Josef- Böhm. Kamnitz 36, 5. Gersin Franz-ÄarnSdorf 541t. 6. Saltz Adolf-Falkenau 50, 7. Demel Adolf- Böhm. Kamnitz 48. 8. Kcilwehrt Willi-Eibenberg 42 Punkte. grauen: 1. Jasuv Marie-Maierhöfen 178, 2. Mach Anna-Dur 167, 8. Richter Marie-Altrohlau 164.5, 4. Pößniker Clerda-Altrohlm» 158, öa) Dür- beck Marie-Eger 145, 5b) Papsch Marie-Maierhö- fcn 145, 6. Rudolf Berta-OberlcutenSdorf 142 Punkte. Die Frmienniannschaft wird zur Gänze die AtuSunion im Gerätewettkampf airf der Arbeiterolympiade in Antwerpen vertreten. , Au»schridnngS»rttkä«pfe der Schwimmer im War«»«» Kleische: Brustschtoimmrn: Männer: 400 m Schuster, Ailssig 6.85.5. 200 m Otto. Bensen 8 06,9, 100 m Otto Bensen 1.27,9, grauen: 100 tzopf Frieda, Karlsbad 1.40.8. Cramlschmimmrn: Männer: 400 m Spitz, Aussig 5.56.4, 200 m Gabor. Aussig 3.08.8, 100 m Landsleiner, Aussig 1.12.08. Jugend: 100 m Richter. Glashütte 1.26.2. Rückenschwimmen: Männer: 200 m Schuster, Aussig 8.08.2,100 m Heise. Asch, 1.80.6, Frauen: 100 n» Hanich, Bodenbach 2.05. Lagruftassel: Männer: 8X100 m(Schuster, Olw, Spitz) 4.18.8. Frauen: 8X100 m(Gam- pc, Hopf, Hanich) 5.41.5. wafferdallsplrl Aussig 1.—5. u. 6. Kreis komb. 8:8. PnrteivuniteMtder Dr. Crech spricht auf der Kundgebung Weltlage- unklar, aber ernst E» hätte wenig Mn«, sich Täuschungen darüber tziningllr», daß Sm|w dato seh« ernste Tage hinter sich und, inmitten rin« billig»tigeklärte« Sitnitir»,«sch immer mn Entscheidungen»nd ernste Tage vorfich hat. Die«rstmiichtr haben in de» letzten Verhandlungen die sogenannte« ,^lomprom»ßvorschlSge" Deutschland««nd Italien», die in Wahrheit Erprcffungsvcrsuche waren, mit einer erfreuliche» Energie»nrückgewiese». Dies« Haltung, die gleichermaßen von Frankreich wir Von Großbritannien eingenommen Matte, ist nicht oh« Erfolg gewesen. Deutschland«nd Italien Hahr» nicht gewagt, ihr Spiel Hi»»« Entscheid»«» weiter,«treiben» sondern haben sich ans rin Lädieren»nd HinanSschiebrn eingelaffr», daß immerhin die Unsicherheit der Politik Rom»«nd Berlin««errät. Bä» Han« ul scheinen dir Deutsche« wenig Lust gezeigt zu haben» setzt n»d«m Tpa«ir«» willen zn einer kriegerischen Entscheid»»« gegen England anzntretrn, während M n s s« l l» i affenb« die Entscheid n n g, sei e« dnrch die Drahnng mit dem Erleg«»ter«llenfall» dnrch den Krieg selbst erzwingen wollt«.Die mangelnde Bereitschaft grwiffer drntscher greise, bi« zum äußersten mit,«gehe», hat der Achsenpolitik ater in de» letzten Tage» den Strwpfl der Unsicherheit nnfgeprägt. Zur Stunde weiß man laut Londoner Meldungen«ter nicht,' Wan« da« Richti«terte>- tionr-Komiter zusammeatrete» und Wan«r« eine Entscheidung fälle« wird. Man nennt zwar de« Freitag al« eine« mögliche« Termin, doch ist tt nicht sicher, daß Ma» tiß dahin einig ist, lezieh«ng«weisc daß sich bi« dahin die döllige Unmöglichkeit einer Einigung Heren» geftellt hat. Die große Mehrheit drei« Ausschuß tzertretene» Staate« neigt alrrdkng« der britischen Anffassnng zu. Nur Ungarn und Albanien scheine«««bedingt mit Rom und Berlin gehen zu wolle«. Die Haltung Portugal««nd Oesterreich» scheint nicht geklärt zu sein. Im englischen Kabinett selbst scheint die letzte Entscheidung auch noch nicht gefalle« zu sein, doch haben die Droh-Artikel Mussolini« die Stimmung der Minister' sehr gegen Italien und fär Fraukreich-nnd Spanien ringen,mme«. Dem Besuch ter spanischen Staatsmänner in Pari«, der E«de poriger Wache stattfand,«ißt man keine besondere Bedeutung bei. E« handelte sich dabei dor,-glich»meineinformatitzrReise,teiderRegri» anscheinend dir französische Regierung-irr die Lage Balenria« und die mögliche» Awlwir» kuugen eine« veränderte» Kontroll- odek RrnIralititSstzstrm« nntrrrichtet hat. Größte Beachtung widmet«an im Weste«ter wachsend«» Partrinahm« Amerika« für dieWestmächtruad gegen die Diktaturen. Mm» kann sä» test Fall eine« Konflikte« heute schon die USA-al««men säst sich««« Bnnteßgktwssrn England« and Frankreich»«»spreche«. Amerika wird deutlich! London. Anläßlich einer Feier de« amerikanischen Unabhängigkeitstage« hielt der aMerika- nische B otschafterin L o n d o n R. W. B i n g h a m eine sensationelle Aussprache über die britisch« Aufrüstung: Er sagte u.«.,/ Englarid«nd Frankreich hätten mit VSkkrm zu Um, di««norrniinftigrr» weise weder hören können noch wollen, tmd dir üter Blut und Ehre wir über»ttoaS sprechen, wa« man Nein»« Kindern»eidrlngen will. England und Frankreich hätten alle« getan, um dem Wettrüsten auSznweichen, seit ste eö aber ausgenommen haben, zeige eS sich, das) sie eS nur giwinnen können. Die Demokratirn seien prosperierende und glückliche Länder,.die Diktaturen«brr srirn unglücklich und unsrer. ES«rüste zugegeben werde«, daß dir Diktaturen die helleren Methoden haben, den Krieg vorznbereiten, aber dir Demokratien Hütten die besseren Aussichten, Kring« ,« gewinn««. Die gegm« wärst« Weltlage sd sehr drehend» ater»« sännt» wendig, den OptimiSmn« nicht«*«erlieren. Bei ter gleichen Feier sprach auch Dr. Murray Butler» ter Präsident ter Eolmnbia» Universität, ter die Diktaturen scharf«chriff. Beide Reben werden in London al« außrrordmt- lich bemerkenswert für die Zusammenarbeit Amerika« mit den westlichen Demokratien für di» Bewahrung und Stärkung dr« demokratischen" Gedanken» erachtet. London.(HavaS.) Minster Eden erklärte in einer in Eoughton gehaltenen politischen Rede u. a.r Da« Hauptziel ter Politik Großbritannien« war. den Bürgerkrieg in Spanien zu lokälisteren. „Dir haben aber noch ein andere« Mel: Die. Erhaltung ter territorialen JntegritätSpa« niens." Niemand möge sich darüber täuschen, wa« dir« für Großbritannien bedeutet. Liebeswerben um Rumänien Rom.(Havas.) Wie e» scheint, herrscht in Italien die Ansicht, daß in ter Freitag-Sitzung der RichteinimschungSausschujse« da« Bestreben Italien«, vom gemeinsamen deutsch-italienische" Plane da« Maximum zu retten, durchdringen wird. Die deutsche Diplomatie übt jetzt in B u l a r e st einen starken Druck au«, um auch die Stimme Rumänien« zu erlangen. Italien und Deutschland können tm Richteiumi- schungsausschuß kaum mit mehr al« fünf Stimmen rechnen, sie hoffen jedoch, daß dies« Opposition die britisch- französische Auffafsmm zu Fall bringen Und ein Kompromiß erzwingen könnte, das auch hie Anschauungen der I autoritären Staaten berücksichtigen würde. Bekenntniskirche hinter Nlemäller Berlin. In der Dahlemer JesuS-Ehristuß- Kirche wurde am Sonntag für ten vor einigen Tagen verhafteten Pastor ter Bekenntnissirch» Niemöller rin Gottesdienst abgehaltrn. Generalsuperintendent DiteliuS verglich in ter Predigt Pastor Niemöller mit dem Apo st« l Pau t u», ter wie jener im Sttdtt weile, doch von ter tröstlichen Gewißheit getragen werte, daß da« Wort Botte» niemals aufzuhalten sei. sium Schluß wurde eine Resolution, in der die Unschuld Niemöller- und der«Seren verhafteten Pastore« hervorgehoben wird, einmütig angrnom- men. Sie soll dem preußischen' Justizminister Dr. Gürtler übergeben werten. Wdluvone Abcndlder Der Begrüßungsabend, den die Republikanische Wehr Samstag Abend ihren Gästen im Warmbad Kleische gab, verdient nach unserer kurzen Meldung über de» Verlauf der Frier doch noch einmal erwähnt zn iverdcn. Das Fest brachte so erhebende, weihevolle Stunden, es bot ein so schönes Bild, daß es wohl allen Teilnehmern unvergeßlich bleiben wird. Immer wieder wirkt ja auf den Besucher und Beschauer die Szenerie des Naturtheaters berückend, das sich da aus Landschaft und Kunst am Rapde der großen Industriestadt ansbant. Steil steigen unmittelbar vom Becke» her die grünen, au den Höhcnsäumcn, von Wald bestandenen Hügel einpor, ein natürliches Amphilheatcr bildend. Hinter dec Rampe und dein Spruugtnrm aber, die gewissermaßen die Buhne des Theaters bilden, dessen Proszenium der nietallene Spiegel des großen Warmtvaster- bcckcus ist, hat wieder die Natur einen großartigen Hintergrund ausgebaut: man blickt über daS Aussiger Tal hinlveg aus das Mittelgebirge und in der dunstigen Lust dcS lvarmcn Sommerabends ist der Tonnersbirg eine inchosante Kulisse. von der sich dann herüber zu den Höhen von Kleische die endlose Kuppel deS nächtigen Himmels spannt. Bestickt von Sternen, ist sie an diesem Abend, der noch immer warm, aber nach dem glühendheißen Tag doch kühlend wirkt, ein freundliches Dach für die fünszehntausend Menschen, die im Festgelände selbst und für die Tausend, die als Zaungäste aus den Wiesen- und Waldhängcn versammelt sind. Was Natur Nicht bereitet hat, wird von der lenkenden Menschenhand, von der Technik besorgt. Schcinlverfer blitzen auf und schneiden lvciße Kegel aus. dem Dunkel, fassen die Akteure auf der Naturbühne, die Turner, Rad-Akrobaten, Schwimmer und Springer, die Tänzerinnen endlich, auf tagheller Szene und in einem" so magischen Schein ausleuchten, daß sie sich manchmal wie Marionetten unwirklich auSnebmcn, wären sie nicht so biegsam, so beweglich, so lcbeusdurchglüht in jedem Muskel. Aus tem Dunkel kommt von irgendwo die.Musik— e» ist einer der Vorteile der technischen Wiedergabe und Verstärkung ter Musik, daß man sie gleichsam au» dem Aether hervorzautem kann, daß sie da ist, überall und von nirgendher, da» festlich Geheimnisvolle solcher Feier verstärkend. Feierlich erklingen die S t a ä t sh y m- n e n, dann trägt ter Lautsprecher Worte der Begrüßung durch da« weite Amphitheater. Die RW grüßte ihre Gäste:/den Minister Dr> C z c ch, den Rat Schubert der politische» Behörde.' den Parteivorftand, di« ZGK, die Kulturorganisationen, durch Telegramme endlich M a s a r y k und Bene«: ater auch die Kämpfer in Spanien, die Kämpftr gegen den Faschismus in allen Ländern. Ein Telegramm aus Schweden wird verlesen. G» beginnt mit. den schicksalsschweren und doch auch wieder verheißungsvollen Worten: „lteber Deutschland hinweg... unsere Grüße". Die Swdt Aussig grüßt nun durch ten Mund ihre« VizcbürgcrmeistcrS, unsere» Genossen I ent sch, die Gäste, macht sie aufmerksam auf die Violen, bleibenden Dokumente sozialistischer Aufbauarbeit sozialen und kulturellen Charakters, die sie in dieser Swdt antrefftn. Und damit dem Abend nicht die ernste Mahnung, ten Feiernden nicht da» Bewußtsein fehle, daß wir „toujours en vedette", daß wir eigentlich immer uNd überall im Kampf sind, ergreift nun Wenzel Jaksch das Wort, stürmisch begrüßt und von Beifall immer wieder unterbrochen. Scharf« Kampfansage an die„Totengräterpar» tci", die SdP. Aber ebenso klare Formulierung testen, wa« wir vom Staate und vom tschechoslowakischen Bolt noch zu fordern habe«4■ 1„B»n ter tschechische« Politik Versen- 8« wir, bntz olle« vermieden werte, ww» da« mühselige Werk te» teotschen AkttoiSmoi ter ter Betelkrüm« ditkedidiert. Wir verton,en di» re st l u fe Slntlf ch« gl el'^18. Feber l Darüber htte»« Wird e« im höchsten.. BmäiSinteirste nötig sein, nach die»ngelb- strn Schul» nnd S p rach in p r•*• blrmr im Geiste tewomsttschrr Gleichberechtigung««»er e l«i« e n k" > Der Ernst ter Botschaft klingt weiter in dem Sprechchor»Freiheit, Fritten, Freute", in den Sängerchören, die nun ertönen. Dann erscheinen im Scheinwerferlicht die Sportler de« A r u k, die für Antwerpen bestimmten, vielmehr um, die Zulassung für Antwerpen kämpfenden Barrenturner« und Turnerinnen de« A t u«., Man steht disziplinierte Bewegung, vorbildKche Körperschulung und daSPnblikum: da» hie» nur,' "die Mühel de» fiebernden Eifers'die Geschicklich-' leit und Kraft der Tutner sieht,/ ist oft erstaunt über dir strengen Wertungen ter Richter, die auch an so festlichem Abend keinem auch nur eigen Punkt schenken. Ost sieht tl lebensgefährlich au« und man hält bang den Atem an. E« ist eine nötige Entspannung, daß nach dem aufregenden Wettbewerb ter ganze M är ch e«zauber' d e S A b e n d S mit dem„Flotten Tanz der Turnerinnen" wiederersteht. Da« ist die reinste Fierie, da» ist ein leichter Lhampagnrrrausch vvn Jugend, strahlender weißer Seite, braunem' Fleisch, von Licht und Ämsü und gelöster Bewegung. Man kann unmöglich alle«, wa« da« reich» Programm noch beacht», Miltern, man kann M Wirkung dir Akrobatenleistungen de« Feutrkeu» lenschwinaenS, dt« Sprunge« duöch einen be»n- nenden Reifen, ater auch ter lttendtn Bitter und ter Tanze nicht beschreiten, denn Watz st», ko schön und unvrraeßlich, machte war eben di» Ei n m a l i g k e it der Sa» n e, d»ö Zu- sammenklanae« von Natur und Kunst» da« Spiel, der Lichter im spiegelnden Taster, die festliche Stimmung det ganzen Gemeinde.(Damit soll da« Verdienst der MWvirkenden'und insbesondere de« Programmleiter» Karl Heißer« nicht verkleinert werden.), In einem R i» senke«« r w t r k von bunten Raketen entlud sich gegen Mitternacht, die,letzt« Spannuntz, verpuffte und verkaallt«, terglühte und zischte ter. Mich» Rausch. Da» Fest war ast«, ater in ter Erinnerung Aster, di» dabei waren, wird e> foMetep al« ein»«, der schönsten, märchenhaftesten, die sie je gesetzt« mid! erlebt haben!‘'..'. /,- «r. 157 Mittwoch, 7.«ult 1957 Seite 5 Oer RekhstUhrer der BW RohM(rechts)' Dr. Hodia: Wir stehen vor den Gemeindewahlen Ministerpräsident Dr. Hodja hielt Montan in Ungarisch-Hradisch bet einer Tagung der tschechischen Agrarpartei eine Rede» in der er ankündigte, daß di« Regierung vor dem Eintritt in die Atrien Getreidepreise.festzusehen beabsichtige, die den allgemeinen Preisverhältnissen entsprechen würden; ei sei ihre Pflicht, besonder- darauf Rücksicht zu nehmen, daß die Landwirtschaft nicht wieder in da- alte Mihverhältiii- zu den Jndusirieerzeugnisfen gerate. Bei einer Reihe von Fragen sei die Lösung auf den Herb st aufgeschoben loordcn. Ich Will Ihnen sehr offen erklären, sagte Dr. LodÜ», warum wir zum Beispiel die Frage der Zuckerpreise oder die Regelung der Epirt- tu»frage lieber auf einen spateren Zeitpunkt ver- ichtrben. Air stehen vordenTemeinde» wah len und vor den Wahlen in die öffentlich- rechtlichen Institutionen und denken, das;«> richtig ist, wirtschaftliche Angelegenheiten nicht in der vor« Wahl- oder Wahkatmosphär« zu regeln. Wir warten auch Mit der znlMltigen Regelung der Entschuldung der-Landwirte bis-,um Kerbst.-Auch die Eaischul« dung der Gewerbetreibenden und öffentlichen Ange- stellten ist eine Ehrenschuld der Demokratie. ,. Dr, Kodssa erklärte weiterhin, damit der Staat start sei, müsse in seinem tznnern gute Ordnung herrschen...Diese Ordnung bedeutet, dass wir unseren Mitbürgern, deren Rationalität von der unseren verschieden ist, in den nationalen Forderungen, soweit sie berechtigt sind, e n t g e g e n k o m m e a. um damit loyale und gute Bürger der Republik zu gewinnen. Deshalb haben wir die Aktion begonnen und werden weitereSchrittein der Richtung t u n. nm unsererdeutschen Minderheit gerecht zu werden. Alt-Prßsident Masaryk beim Anneewg. Sonntag fand in Prag auf dem Stadion rin Armeetag statt, mit dem die Zborov-Feiern ihren Abschluß fanden. Al« im Berlaufe der Borfüh» rangen plötzlich durch Lautsprecher die Meldung au« Länn ausgegeben wurde, daß Alt-Präsident Masärhk kommen werde, brachen die anwesenden Rassen In großen Jubel au«, der sich beim Erscheinen Masaryl» im Stadion zu unbeschreiblichen Ovationen steigerte. Masaryl unternahm in Begleitung des Grneralinspekwr« Syrovh im Auw«ine Rundfahrt durchda» Stadion. Dan» wurde da« Festspiel wiederholt, wobei e- zu neuen grossen Ovationen für Masaryl lam, al« Legionäre ein RIrsrnbild Masaryl« zur Aufstellung beachten, gum Schluß defilierten die au«gerück- ten Truppen vor Masaryl, der sich dann nach zweistündigem Aufenhalt nach Lckny zurückbegab. Sein frische« Aussehen wurde allgemein bewundert. Auf der Suche nach Hra. Barhardt Hon» lnl u.(Reuter.) Der Kutter „Jta-eä", der nach de« Flugzeug der Fliegerin Egrhardt,sucht, hat Pie Stelle« passiert, an denen nych' den Schätzungen die Fliegerin gelandet fein sollte, hat ab« vorderhand krinrrlri Spure« gefunden. klebet da« Schicksal der Fliegerin tauchen Befürchtungen auf,»eil ste Montag mittag« dtr letzte« Nachrichten sandte. Au« Tokio wird^meldet,-daß nach der Insel Kvwland rin Flugzeug» Mutterschiff mit einigen Land- und Wasserflugzeugen an Bor» ausgelaufen ist» um an den Äach» forschungen nach der vermißten Fliegerin tetlzu- netmen. Auch eini««f,panische Krir«»fchiffe habe« Kur«'«ach der Kowland»Insel genommen. E« wurde auch die Ansicht ausgesprochen, daß die Fliegtrist»uch fädlich der Insel und nicht nördlich gelandet fein könnte, wie allgemein angenommen wird. E« chird angenommen, daß sich, di« Sltrgorin'astk der Phönig-Jnfü befinden könnt«. Der Dampfer„JtaSea" meldete in den Dienötag-BormIttaglftnNden.'er habe auf einem, «atfrrntra Kup Feuer bemerkt und Kur« nach jene« Richtung genommen. fudetendeuisdiet Zeitspicgel ff, Ein„vorwiegend“ deutscher Sender? Durch ein«— wie immer— sehr magere Meldung unseres amtlichen Preßbüros und den zusätzlichen Bericht einer Prager Tageszeitung erfährt man einige- darüber, wie sich maßgebende Kreise die endliche Verwirklichung der uralten Notwendigkeit einer deutschen Senders vorstellen. Anläßlich der Sommcrlonserenz de- Radiojournals in Luhatschowih machte dessen Vorsitzender Dr. Ladislav Atlantischen' Ozean» von Fotz»«» in S r l- a n d nach Botwood auf N eu- F u n d l a n d. Da» Flugzeug ist Montag um 19 Uhr.66 Min. gestartet. Gleichzeitig hat«ist ame» rikanischer Hydroavion Bodwood verlassen, um die Uebersliegung de» Atlantik.'in' umgekehrter Richtung nach Foyne» zu persischen.- Beide Flüge bilden die Vorbereitung für ejyen transatlantischen Flugverkehr. Ein Irrer terrorisiert ein Dorf. Die Ortschaft Ondezeele befindet sich seit Wochen„unter dem Terror eine» Gelstcrkranken. Dieser, der Farmer Jmie Trete, beging bereit» vor einigen Iahten Gewalttätigkeiten, er kam vor Gericht, da» ihn jedoch Ml» unzurechnungsfähig erklärte, und wurde'in eine Anstalt überführt..Von dort wurde er vor acht Monaten al»„ungefährlich" entlassen. Seite«ttstgtr Zeit jedoch zeigte er wieder Zeichen von Erregungszuständen, lief bewaffnet durch den Ort und' erklsirte, daß er jeden Uniformierten, der ihm begegnen sollte, niederschicßen würde. Man bedrängte den Bürgermeister, Yen gefährlichen Gcistcskrankcn'wie- dcr in eine Anstalt«Insperren zu lassen^ aber-der Bürgermeister, der di« Langsamkeit fokcher Prozeduren kannte, weigerte sich, den Antrag an die Behörden der nächsten Kreisstadt zu richten, da.Terte unbedingt davon erfahren hätte und der Bürgerwei- ftcr seine Rache fürchtete. Er demissionierte lieben und der Präfekt de» Nord-Departement» nahm die Demission an. Auch sein Stellvertreter tat da» gleiche. Setzt ist der Ort ohne Bürgermeister, die angesetzten Neuwahlen blieben erfolglos, da niemand au» Angst den Posten antreten wollte. Da aber dem Gesetz nach nur der Bürgermeister«inen Antrag auf Internierung stellen kann, läuft Tert« frei herum und regiert praktisch in Ondezeele. Sehnliche» hat man in größerem, weltgeschichtlichem Maße ja schon erlebt! Da» Warenhaus de» Betrüge». In' Pari» existiert, im Quartier Latin ein einzigartige» Unternehmen, da» man treffend al» da»„Warenhaus de». Betrüge»" bezeichnen kann. Da» Unternehmen, har sich auf...Alibis spezialisiert. Natürlich-be-> schafft e» nicht ettva Alibi» für Verbrecher, aber immerhin können sich hier ungetreue Ehegatten put allem versehen, wa» dazu dient, ihre Seiiensprünge zu decken. Während man mit Freund oder Freundin an der Revier« weilt, sorgt da» Unternehmen dafür, daß der zu Hause gebliebene Teil durch regelmäßig«. PostkartengrÜße von den.Erfolgen einer Geschäft»- ccisc»der von dem Gesundheitszustand der Tome Betty unterrichtet wird. Und wenn man zurückkehrt, so bringt man, in diesem Geschäft bezogen, reizende Andenken mit, au» einer Gegend, in der man nur behauptet hat, sich aufgehalten zu Haien. Da» Geschäft arbeitet außerordentlich diskret, und niemand würde hinter dem Vermittlung»büro den wahren Zweck d«» Unternehmen» ahnen. Dir verliebte Asse. Nick, der riesige. Schimpanse- de» Liverpooler Zoo», hat e» fertig gebracht, ein paar Stunden- lang die Bevölkerung von Liverpool zu terrorisieren. Nick ist eigentlich ein recht gut« müttge» Tier und steckt voller Humor, der allerdings von- allen Beteiligten sichtlich mißverstanden wurde. Im allgemeinen darf er an-einer-2 Meter langen Kett« im-Freiest' spazierest gehen. E» ist- bi»- heut« noch ein Rätsel, wie e» ihm gelang, sich zu befreien.-. Jedenfalls machte er sich auf den Weg und bestand die verschiedensten Abenteuer. An- einem Zirku» angekommen, der ihn sehr interessiert«: wollt« er sich die Vorstellung ansehen, wa» recht unangenehm ausgenommen wurde. Er fühlte sich daraufhin berech- ligt, den Zirkurdirektor und den herbeieilenden Dompteur zu beißen. Dann spazierte er, weiter: Nachdem er sich von seinem Erstaunen über die vor-. beiflitzeNden Auto» erholt hatte, trat«r in da», nächste Büro«in und setzte sich an den Schreibtisch de» Direktor». In seinem Eifer kramte er in sämtlichen. Schubladen-und räumte allzu gründlich auf.- Da» langweilte ihn bald, und er schloß sich den auf der Straße'spielenden Kindern an, die sich auch au»ge- zeichnct mit.ihm verstanden, während die Mütter,entsetzt zusahen. Unglücklicherweise versuchte ein Passant,-ihm einen Hieb zu versehen, doch der Affe entpuppte sich al» vorzüglicher Boxer, und sein-Angreifer liegt. bereit» im Krankenhau». Nach.dieser Heldentat bemerkte er«ine junge Frau, die vor Schreck erstarrt auf der Schwelle ihrer Haustür stand» Nun muß wohl in seinem wilden Herzen die Liebe erwacht sein, denn er sah sie lange au» blinzelnden Augen an, dann näherte er sich ihr schüchtern und küßte sie behutsam auf die Wange. Die junge Frau konnte keinen Laut hervorbringen. Der Äffe war ganz hingerissen, nahm sie zärtlich in seine..Arme und wiegte sie sanft hin und her. Dabei merkte er gar nicht, wie ein Schutzmann kam, um die Unglückliche zu befreien. Noch ganz benommen, ließ er sich ruhig abführen, allerding» nicht ohne sich die faszinierende Mühe de» Gesetzeshüter». aufgesetzt, zu haben und,an seinen.blinkenden Knöpfen zu'xeißen» In-dleser Verkleidung führte-man den AffemNickm* sein- Gefängni» zurück. Vom Rundf unk; empfehlenswertes ans den Programme» Donnerstag: Prag, Sender I: 10.06: Deutsch« Picsse, 10.15: Deutsche Sendung: Für die'Frau, 11.05: Salon-' orchester Cech:.Smetana, Redbäl«tc„. 12.15: Schallplattenkonzert, 18.05: Deutsche Sendung:, Heimische Komponisten, Lieder von Pfeiffer, 18.20; Landwirtschaft, 18:45: Deutsche Presse, 18.55: Au» dem deutschen Kulturleben, 19.10: Fröhliche Musik, -und Gesang, 22.86: Englische Klavierkoinpösltiö^ nen.— Prag, Sender Ur 15: Schallplatten, 15.15:“ Deutsche Sendung: Walter: Wie man Zeitung liest.y 15.80: Schallplatten, 16.85: Dr. G-Idschmidt-i, Was soll her Politiker von Massenpsychologie.wissest?,' 15.50: Deutsche Press«.— Besinn 12.8p: Rund- funkorchesterkonzert: Fibich, Dvotäk etc. 17.40: Deutsche Arteltersendung: Zdobniyky: Beobachtungen in der Natur im Suli: 18.16:>Tänjmstsik.''lU-' Preßburg 14.20: Schallplattenkonzert, 17.40: Opernfäntäsien, 22.40: Tanzmusik.—' Kaschen 17.05: Rundfunkorchesterkonzcrt.— Msihr-Ostrtu», 18.10: Deutsche Sendung-.Musik im.-altem Böhmen»: — Vorlesung von Schön mit Musikvorführungen,'. Mr. 167 Mittwoch, 7. Juli 1937 Leite 7 Der Sleeer Von Henri BnrbtuM Endlich tauchte di« schmal« Gilyouette del ersten Reiter« in der sonnigen gerne auf. Einige Rus» erschollen vereinzelt auf den Tribünen, welchen die Unisormen ein lebhaftes Gepränge v«r- liehen. Dann verschmolzen die Aus« in einen einzigen Aubelschrei: Ventil auf LantUrlül... Bravo Lan« türlil- Sie Karen et in der Tat. Da« prächtige Pseid, da» seinen jungen, eleganten Herrn wie eine Verzierung trug, beendete gerade den Raid in einem Trab von wunderbarer Geschmeidigkeit, während seine Konkurrenten erst wie eine Staubwolke am Horizont sichtbar wurden. Vor der Stgaisloge hielt et. mit einem Rück und straffte sein» stahlharten Muskeln in' einem so edlen Schwung, das> man hätte meinen können, et stehe aus einem Piedestal. ■ Die Tribünen rasten, schäumten Uber. Es wär ein auserlesene- Publikum: Kamen in schS« nen, leuchtenden Farben, Offiziere in schönen dunklen Farben, farblose, aber illustrc Zivilisten ~~7 sic alle umringten den Sieger. Die Frauen, sogar die hvchstrangigen, sogar die hübschesten, trampelten mit den stützen und richteten ihre Klicke aus den schmächtigen- Leutnant, der sich lächelnd nach recht» und nach links beugte; ihre behandschuhten Hände aber flatterten dem Tier entgegen, um seinen metallisch glänzenden Hals zu tätscheln. Au» der au« verschiedenen Räten und Senatoren bestehenden Haupigruppe trat der General hervor, der heute in besonderem Glänze strahlte und ergriff das Wort, Gr beglückwünschte den Offizier, dann huldigte er dem Pferde,, indem er sich' an den Reiter, seinem naturgelvollten Repräsentanten wandt«. Als dann da» respektvoll am Zügel gefiihrte Tier vom Marsfeid, wo sein Sieg besiegelt worden war, nach der Ossizierrschnle ging, wo sich sein von nun an historischer Box befand, al» es dähinschritt zwischen zwei mit Menschen dicht besetzten Böschungen, unter den staunenden auf ihn ^gerichteten Augen und dem raschen, aber UNVer» / gänzlichen Zwinkern dir photographischen Apparate, empfingen ihn ungeheure Ovationen. Da schien es als dämmerte ein verstehen in ihm auf und einen Augenblick lauschte e»... Trotz seiner ein wenig zitternden Gelenke, seiner schaumbespritzten Brust, und seiner geblendeten Augen, straffte«s die Muskeln, federte seinen Gang und gab seiner schönen Linie strahlende Geltung. , Jin Dunkel seine« Bretterverschlages, in den ein schmale« Lichtdreieck hineingeschnitten war, aus dem Grund« sein«« verworrenen Denkvermögen»^ dar-in sein Bewußtsein nur unför«' mige Bildbruchstücke und unbestimmbare Klangfragmente aufnahm, bewahrte da«.Tier sich, die vage Erinnerung an eine gewaltige Kraftleistung, vermischt-mit einer unerhörten Belohnung. Während es-mit seinen langen Zähnen da» Heu raufte, fühlte da» Pferd, ja«» füllte, tu dem engen Schraubstock seine» demütigen Schädel» da» Bewutztsein flimmern, datz es geduldig- und heldenhaft den Befehlen gehorcht hatte, daß es seine Kraft und seine Leistung hergegcben hatte, wie es-sich, gehört«, das; e» in übernatürlicher Weis« Recht behalten hatte. Lantürlü hatte trotz der besonder»- harten Bedingungen de» Raid« ohne Schwierigkeiten gesiegt. Man hatte' sogar Einwendungen erhoben gegen die letzt« Etappe; in deren Verlauf der Sieger feine Mitbewerber weit hinter sich verstreut auf den Rennbahnen zurückgelassen hatte. Der. Leutnant, sein Herr, wie auch dessen jungt-Ftau war vollkommen glücklich in diesen Tagen. Und ihrem kleinen Moritz(er war am selben Tage wie Lantürlü drei Fahre vorher geboren). färbten sich di« schmalen, blassen Wangen sogar«in wenig rot. Späterhin errang der Sieger den Grasten Pokal. Diesmal allerdings siel e» ihm etwas schwerer, und er mutzte«inen ungeheure» Aus- wand'an Energie leisten um Kali, di« meiste Stute de» Herrn von Saint-Aulaine um eine Pferdelänge zu schlag«»," .. Zwei Fahre vergingen, Trotzdem e». ein Rasletler war, mutztt-sein Besitzer einsehcn, datz es. bei.-den grotzin Rennen.nicht mehr Mittun konnte» Es war noch immer sehr angesehen wegen sciner zwei Meisterschaften, aber da» Lob galt nur noch seinem Namen» nicht mehr dem Pferde selbst, E» kam zur Truppe und fiel eintm Manne zu, der. infolge seiner.mangelnden Tresseti sich ein nichts von diele» änderen.seinesgleichen unterschied. Es hietz nur noch Ttirkü.„ES ist Press, tragens!, mit diesen Worten stellte.der Feldwebel cs im ersten Fahr den aushorchenoln Rekruten vor,..„Er ,ist Preisträger gewesen", bemerkte zwei Fähre, später,irgendeiner, der sich daran erinnert«, weil das Tier sich bei einem besonder« ermüden« den-Marsch auf lehmigem Boden überaus wacker gehalten hait«. Sein Feuer hatte sich neu entfacht, wie bei einem'' außergewöhnlich( bravourösen Endspnrft,-,'s--,"' Es recht di« Zeit, da e», nachdem.'«» Besichtigungen, vrtsveränderungenund Gefangenschaft über sich hatte ergehen lässt»; vor einen Fiaker gespannt wurde.'Trotz seiner gut gezählten zehn Fahrt' war e« noch kräftig und es trabte frisch draüf lp»! ein Fahr,MM ein zweite»' Aber da» Aster,'diese-trlltldsiste aller Krankheiten, durch unzulängliche Ernährung' noch der«. schlinuntrt, machte ihm bald seine unausgesetzte Arbeit sauer. Hie und da flackerte in dem einstigen Preisträger das unauslöschliche Feuer seiner„edlcin träger das unauslöschliche Feuer seiner»edlen wieder auf, und spornte es zu nichtssagenden, aber bis ans Ende vollführten Leisttingen im Stratzenlabyrinth an. Ilm ein düstere» Einfahrtstor zu erreichen war nun ein zäherer Wille, eine heldenhofterr Beharrlichkeit vonnöten als früher um am Ziel und vor den Ehrentribünen als erster den noch unberührten Sand zu betreten. Bon,seinem Namen, den man sich gleichgültig UNdnurso nebenbei-bei jedem Besitzwcchsal- weitergegeben hatte, war nicht» mehr übrig geblieben. Sein Kutscher hatte ihn nie gehört, so datz Landtürlü und Wahrheit niemand Mehr war. So viele Tage waren auf da» Tier niedergegangen, dcktz jeder einzelne es. schließlich schmerzte, es verletzte, als wären sic Schläge. Sein Körper verlor die Linie, verbog und krümmt« sich, seine Bewegungen Ivurden' lächerlich. Sein Knochengerüst trat immer mehr hervor, wurde immer sichtbarer unter dec stellenivelse bi» aufs Blut gescheuerte» Haut. Er hatte das Galoppieren verlernt. Nur' hie und da, wenn es das Tier packte, verfiel es in Trab: es ivaren belanglose unerwartete Anfälle eines kämpferischen Rausche», einer sportlichen Wut; und tvenn sie vorüber waren, stand es wie betäubt da und tänzelte noch im Stand. Und dann kam di« Zeit, wo cs unter dem Würgen des Zaumzeugs, dem Wippen der Peitsche, im Etrastcugewirr verloren, jene ganze verzweifelte körperliche Halsstarrigkeit brauchte, die-Ihm seine lange vollblütige Ahnenreihe ver- erbt hatte, um nur im gleichen Schritt so lange al» es nötig war, dahinzugehen, und sich Tag für Tag gegen di«.erschreckend« Müdigkeit zu wehre» und Vs» ans Ende, des Tages auszuhalten. -- Eines Morgen» spannt« man cs nicht mehr ein: c» kam«In Mann, der e» kauft«, es mit sich fottnatzm; zu drn grinsenden Siallburschen sagte «tt-„Ich werde schauen, ob e» noch«In wenig dienen-kann» Ich mutz doch auf meine Kosten kommen." Das Pferd wurde vor einen Karren gebunden, der auf Schienen in der Nähe eines Steinbruch» rollte. Ker Karren ging, fast von selbst; und. eigentlich war das gär keine. Arbeit. Und doch, gleich in der zweiten Arbesis- stunde begann da» Tier zu wanken, auf seinen vttchogenen Hinterbeinen zu tänzeln, dies« Bein«, welche di« uNrndliche, die unüberwindlich« Arbeit wie gebrochen erschein«» ließ; e» blieb-wischen den Schienen vor dem kleinen-beweglichen Ge- fährt stehen, wie«In Gefangener vor tiner fest« gezimmerten Mauer. Man feuerte«» an. Bebend straffte e» sich, sein Auge funkelte,-«s strebte nach vorwärts, an die steinige Erde der. Böschung geklammert, gleich einem Ertrinkenden..., ", Und t» g ing vorwärts. Als der Karren einigt Meter Wester ans Loch gekommen war, in da» sein Inhalt gekippt wurde,-hatte da« Pserd ein bewunderungtwürdigere», sportliche» Helden- skück vollbracht, al» je tn jenen historischen,'sonnigen Stunden seine»-schicksalvoNon Lebens. Dies war In-Wahrhtit- sein-unbekannter aber gkänzr»- der Rekord. ■ Und doch war et nicht seine herrlichste Tat. Roch mutiger, noch stärker erwies es sich drei Tage später fi'n; die Dauer von einigen Minuten. Und gerade in jenen Minuten trug cS nichts, zog cs nichts, nein, cs wurde selbst von einem Manne gezogen. Aber es konnte nicht mehr gehen, und die Tatsache allein, datz.es sich bewegte, war ein« Leistung, die seine Kräfte überstieg. Daher kam er datz. In dem Augenblick, als in einem Gäßchen, ein Offizier mit vier Streifen in Begleitung eines heitern, reizenden Burschen zufällig an dem Tier vorbei ging und es ebenso- lvcnig erkannte, als das Pferd ihn hätte erkennen.könne», i», dein Augenblick,. als,dsts« kleine tragische Begebenheit; die keiner je erfuhr,'sich' vollzog, blieb es plötzlich auf dem Pflaster stehen. Sein Kopf neigte sich ruckweise dem schwarzen Bode» entgegen, von dem sein weitausgerissene-, abgründiges Angt in feiner Blindheit nichts als die Schwärze sah. E- sank langsam in sich zusammen. Es wolsie der Schwere gehorche», der entsetzlichen Schwere seines Seins, die zü be- känipfen sein Schicksal aüf Erden gewesen war, und die es Immer mächtiger zur Erde hinab,— in die. Erde, hineinzog. —- Vorwärts!— brummte der Roßhändler. Und bei diesem Zuruf des ewigen Herrn, bei diesem göttlichen Befehl des Menschen geschah etwas ganz Wunderbares. Mit.einem Aufbuämen seine» ganzen kämpferischen Feuers, seines unnachgiebigen Hasses vor dem Hindernis^ jenes schicksat- haften Bedürfnisses, von dem es immer ganz besessen gewesen war, des Bedürfnisses, an» Ziel zu gelangen, ritz das edle Pferd sich aus seiner Erstarrung los, trat einen Schritt hinaus ans dem Nichtsein, dann noch einen und ging lveitec, weiter, weiter....•' Und während es> so dabinwanlte, immer geradeaus, da war cs ihm, als erdröhnte in seinem'armen, wahnsinnigen, im Sarge seines Schädels cingeschlossene» Hirn ein Donner von Beifall und Jubel... Und in überirdischer Erhabenheit, indem es wie durch ein göttliches Wunder seine vollkommen erschöpften Kräfte auss Neue schuf,' am Ende seines Lebens ein neüeS Leben sich gab, anzuschauen wie eine. Statu«, dec ein Mirakel Bewegung verliehen hätte, schritt es durch das Tor des Schlachthauses. -'(Aus d«m Französischen von Irma Nippel.) LMSILSSLMLWSrSSSMSSLMSSWMSM Vertragsabschlüsse In der Nlxdorfer Metallindustrie Nach langwierigen und schweren Verhandlungen ist eS endlich gelungen, für die Nixdorfer Stahlwarenindustrie unter Führung unseres Internationale» Metallarbetterverbandes einen Tarifvertrag für die Montagearbeit der Hcim- arbeitcr.Montierer und für die Industriearbeiter zum Abschluß zu- bringen'. Schwierig gestalteten sich die Arbeiten für die Heimarbeiter, bet denen Zustände vorhanden waren, die anS Unglaubliche grenzen. Es braucht nur heroorgehvben zu werden, daß es keine Seltenheit war, datz in der. Heimindustrie bis zu 00 und mehr Stunden in der Woche gearbeitet wurden und cs war auch kein« Seltenheit, daß Verdienste von Ü0, TO und 80 l<ö erzielt wurden. In zäher Arbeit ist es endlich gelungen, die Heimarbeiter zusammenzufafscn und so den Unternehmern zu beweisen, datz diese Arbeiter mit dem bestehenden Lohne nicht mehr einverstanden, sind. Nach monatelangen Verhandlungen gelang es dann, für die Heimarbeiter einen neuen Lahn- und Akkordvertrag abzuschlietzen, durch welchen eine Vecdiensterhöhung bis zu 88 Prozent erreicht wurde. Jetzt liegt cs an den. Heimarbeiter-Montierern, dafür Sorge zu tragen, datz die tariflichen Bestimmungen auch eingehalten werden. Mit den Unternehmern haben wir eine Vereinbarung getroffen, daß ein eigen» bestümnter Kontrollor eingesetzt wird, der jederzeit das Recht hat zu prüfen, ob die Bcstim- nnmgen auch eingehalten werden. Dieser Ab« schloß bedeutet für die Arbeiterschaft und die Organisation einen schönen Erfolg. Für die Arbeiter, welche in der Siahlwaren- industrie nur in den Betrieben beschäftigt sind, bestand.bereits ein Arbcitsvertrag, der aber durch dir Gleichgültigkeit der Arbeiterschaft.nicht eingehalten Ivurde. Die Verdienst« lägen daher teilweise bis zu 20 Prozent unter den tariflichen Löhnen. Es ist unS gelungen, datz die Arbeitgeber sich verpflichteten, den vereinbarten Tariflohn plus 8 Prozent genau einzuhalten und zu bezahlen. Auch die Akkorde müssen so geregelt werden, daß 15 Prozent über dem Tariflohn verdient werden können. Die. Stundendurch». schnltislöhne betragen filr Bollarbcite'r, rind ztvac für Schleifer und Knlcschleifer 2.05 bis 3.80 Kö, Messerschmiede 2.88 b!S 8,80 XL, Montierer 2.10 bis 8.80 XL usw. Auch für alle übrigen Kategorien ivurden feste Löhne vereinbart. Durch diesen Tarifvertrag haben tvir für die Arbeiter in dieser Gruppe etwas Vorteilhaftes gekchaffen. Wir sind auch bestrebt, die noch bestehenden Mängel auszumerzen. Wenn die Messerschmiede in Nixdorf durch die letzte Bewegung den Wert der Organisation erkannt haben, dann können wir auf dein richtigen Wege vorwärtSschreiteu. Ilm aber für die Arbeiterschaft in der Stahlindustrie noch weitere Erfolge erzielen zn können, mnh eS eine selbstverständliche Pflicht jedes Arbeiters in der Mesiecindustrie sein, mitzuhelfen, mn bessere Verhältnisse zn schaffe». Tas ist aber nnr möglich, wenn auch der letzte Metallarbeiter in dieser Industrie sich endlich cutschileßt, Mitglied zu werden beim Intcrnationalen. Metallarbei- terverband. CUi&fand Setzt verlangt Polen Kolonien Warschau. Der polnische HandclSmiuistcr hat in der freitägigen Sitzung des Pärlaminir- aurschuffeS-für Kolonisierung und Emigration.die Forderung Polens nach Kolonien zum Ausdruck gebracht. Polen müsse, was die Beschaffung von Rohstoffen betrifft, ein neues Programm aufstel« len. Der„Expreß Poramn;" vcröffcuilichi einen Artikel unter der Ileberfchrift„Wir brunchen Kolonien", I» welchem er darauf verweist, daß di« polnische Industrie auf Hemmnisse stoße, da sic keine Rohstoffe erhalte. E» sei Ivohl wahr, daß das Ausland Polen Rohstoffe anbiete, aber nur gegen Devisen, die cS nicht verschleudern lönne. Polen sei übervölkert. Die Bevölkerung Polens wachse in jedem Jahr um 400.000 Köpfe. Dec Zugang z» den Rohstoffen in Kolonien, die Polen gehören würden und in die cö seine Produktionsüberschüsse und sein Menschcnmaterial dirigieren könnte, Ivärc geeignet, das Problem zu lösen. i— „Bon BertragSseffeln" frei wird Oberschlesien, für das sünszchn Jahre lang ein„Schandvertrag" zwischen Polen und Deutschland galt, der sämtlichen Bürgern Oberschlcsiens obnc Unterschied der Geburt, der Volkstums und der Re/ ligion gleiche Behandlung zusichertc. Am 16. Juli läuft die Gültigkeit dieses Vertrages ab und die Nürnberger Nasiegesche können auch in Ober- schlcsieu in Kraft gesetzt lverden. Die jüdischen Beamten lverden hinausgeworsen, die jüdischen Aerztc, Tierärzte, Apotheker, Notare werden ihre Tätigkeit cinstcllcn müssen. Aus Geschäftsgründen werden arische Aerztc, Apotheker usw. sehnsüchtig die endliche Befreiung Oberschlcsiens von diesem Vertrag und ihre Befreiung von der jüdischen Konkurrenz erwartet haben. Die Zahl dec -Juden in Oberschlesicn dürfte etwas über zehntausend betragen. Das Schicksal Palästina-. In London sind von maßgebender jüdischer Seite Einzelheiten über die ethnische Regelung der Palästina-Frage eingetrofscn, wie sie von dec königlichen Palä- stitta-Kommission oorgeschlagcn werden dürste: Palästiua soll diesem Vorschlag zufolge in drei Territorial-Zvncn eingctcilt werden. Die erste Zone würde der jüdische Staat sein, zu dem daganze obere und untere Galiläa-Tal, das Küstengebiet von Esdrclou(JeSreek), ein Teil der SÜd- distrilis und der Stadt Haifa, Safad, Acre und Tiberias gehören würden. Die zweite Palästina- Zone, die unter britischem Mandat stehen soll, ioürdc Jerusalem, Bctlehem, Nazareth Und eine» langen Korridor entlang der Stratze von Jaffa nach Jerusalem cinschlteßcn, der den Arabern den Zutritt zum Hafen von Jaffa gestatten würde. Die dritte Zone iväre der Arabische Staat, der den Rest des Landes umfassen und an TranSjor-. danlen äügeschlosien sein ivürde. Dem„Star" zufolge hat der Verteidigungsrat Bedenken wegen der Auswirkungen einer Teilung Palästinas auf das Sicherhciisproblcm des nahen Ostens. ES wird erklärt. Palästina sei ein Pfeiler der Verteidigung Aeghptenr und der SnczkanalS und eine Teilung müßt« diese Position auf- jeden Fall schwächen. Das Blatt erfährt weiter, daß nicht nur die Araber und die Inden, sondern mich die englische llnterhansopvosition gegen den Bericht Stellung nehmen dürften. Dänische Justizreform. Eine humane Justizreform, durchgcscht vom Justizminisler der dänischen LinkSregicrung, Genossen 2 t e t n ck e, ist soeben in Kraft getreten. Danach wird zunächst die Oefseni- lichkeit der höchstgerichtlichcn Urteilsverkündung erweitert und dabei auch mitgeteilt, ob und welche' ab* weichende Meinungen im Richterkollegium hervor- getrelen sind. Name» werden nicht genannt, ober die Richter kömi»» dann i» der Presse unter ihrem Namen ihre Meinung in dem betreffenden Fäll vertreten. Weiter werden Schöffen, gleichberechtigt mit den Berussrichtern, auch bei jenen Gerichten eingeführt, wo das noch nicht der Fall war. Schließlich aber erhalten die Geschworenen das Recht der Mitbestimmung des Strafmaße». Bei Beginn der Bc-, ratung darüber kann der Vorsitzende Anfragen beantworten und rechtliche Auskünfte erteilen, weiter hat er nicht» mehr zu bestimmt». Neber di« zu»er- hängende Strafe stimmen immer gruppenweise— und geheim— vier Geschworene und ein Mitglied de» Gericht-Hofe» ab. Die drei gelehrten Richter haben also da» gleiche Stimmgewicht wie die zwölf- Geschworenen. Bei Stimmengleichheit gilt die dem Angeklagten günstigere Meinung al» durchgedrungen.-Auherdem wird durch die Reform bestimmt, datz zur Schonung der Angehörigen der Name de» An»- geklagten in' gewissen Fällen öffentlich nicht mehr genannt wird. ibn.) Rumänisch. polnisch« Generulftabs- Ktnferen». Montag fand im Gebäude der rumänischen Generalstabes in Bukarest«ine Konferenz statt, welcher auch der. polnisch« Generalstabschef. General Stä- chiewicz, der rumänische Generalstäbtchef General Sichitiu sowie Mitglieder der polnischen Militärdelegation und rumänische Militär» teilnahmen. Mittag» wurden die beiden GcueralstabschcfS von König Earol in Audienz empfangen, Bern. Bundesrat Mcpcr informierte-den Bun« dcTrät über-die crntnte Abwertung des französischen Franc. E-wurde festgestellt, daß diese Maßnahme ktine-Eintpirkung anf den Schweizer Franken hat.--- Veremsirackncirkn. M»4ji|fefguJ roeröen laut «»MkeNdkrat- Naturfreunde, CtttgniMn Stag: Samstag, den 10. Juli: Treffpunkt um(48 UÜt am Smichover Bahnhof, Fahrt nach Revniee, Wanderung'nur Hütte,. Sonntag Wanderung nach Voznice, Dobkis, Hütte, Skalka, Rev- nice, führt Schaffer.... Der wahre„Gelet“ des Mitropacup - Die zweite Runde beginnt mit Raufereien Im Wiener Stadion wurde amSonn« tag.in Form einer Doppelveranstaltung die zweit« Runde der Mitropa-Cups mit, den Begegnungen A d m i r a—F C G e n n a und Austria—Ujpestbe- gonnen- Das erstere Match war, solange die Italiener im Vorteil.waren, halbwegs, fair. Ader nach einer torloscn ersten Halbzeit," al- ildmira dar erste Tor erzielte, war er mit der Ruhe der Italiener vorbei. Und diese Unruhe steigekte sich"noch mehr, als sie mit 2:1 in Führung lagen und die Wiener' nun ihrerseits-stark auf Ausgleich drängten- Dabei kam es zu Szenen, wie sie, nach den Rundfunkansagers Schmicgcr Worten, n o ch n i e im Stadion sich abgespielt haben. Die Hauptakteure des Krawalls waren Italiener. Funktionäre eilten auf das Feld, um.Ruhe" zu stiften, Polizesimarschierte in grober Zahl auf und'zog einen dichten. Kordon zwischen den-aufgebrachten Zuschauern und dem Spielfeld. Pfeifkonzerte und Johlen, Sprechchöre, die die Verhaftung der Italienischen Raufbolde verlangten, waren die.Höhepunkte".^ Das Spiel-ging weiter und ein später folgender Zusammenstoß vor dem italienischen Tor endet« mit einem Elfmeter und Ausschlub eines-Italieners. Der Elfer bracht« Ad- mira den Ausgleich<2:21- Nach dem kurz darauf ertönend«» Schlußpfiff überfielen italienische Spieler die Admira-Leute und die schönst« Keilerei war'im Gange, bei der esn Admira-Spieler k. o. geschlagen, wurde. Die Zuschauer wollten in den Spielraum, dse Polizeimass e hinderte sie daran und die raufenden Spieler wurden jeder einzeln von Polizisten wegbefördert. — Am gleichen Tsag hatte das Mitropä-Cup-Komi- tce genug. Arbeit,, uni den Skandal, nicht noch"mehr auswachsen zu lassen, denn Admira hatte erklärt, in Genua nicht anzuftetem Schliesslich wurde die»Pein, liche" Sache geflickt und erklärt, daß nicht allein.den JfWcnepn hie gräbt« Schuld.an den Vorfällen, sondern dem. Schiedsrichter beizumessen„sei. Ein«, bequem« Art im bürgerlichen Sport, solche Skandale zu liquidieren-.... Da- nachfolgende.Spiel Austria gegen Nj- p e st endete 8:4(1:2). Im Gegensatz zum vorhergehenden Match war dieser zwar auch aufregend, aber doch ruhiger auf. dem Spielfeld«. Austria kam durch SestaS Nachlässigkeiten zu einer gröberen Anzahl Berlusttoren als notwendig war- Ujpest war ein gleichwertiger Gegner, so daß dar Rückspiel-unter Umständen nicht so glatt für die Wiener verlaufen dürfte-. - In Budapest siegte F erencvaroS- über Vienna mit 2:1(2:1) und in Rom fertigte Lazio die Züricher GraShopper.S" mst-ö:l (3:1) ab, so dab die Schweizer mit Abschluß der Runde ausscheiden. Für die Arbeiter-Olympiade in Antwerpen" StraBenradrennen der taduckiKhei, Arbeiterradfahrer" Auf der Proseker Rundstrecke bei Präg'wurde am Sonntag von den tschechischen Avbeiterradfah- rern um den Souküp-Pokal und uM^dit Teilnahme an der Olympiade in- Antwerpen gekämpft. Im Pokalrennen siegte über"die 29- Kilometer, lang« Strecke Faltus(KDT Jaromii) in 80:12.2-vor Bednar(KDE Rapiak). in 80:12.4 und Balenta (KDC Prosek) tn"50:12.8 Min. In dem anschließenden Ausscheidungsfahren für Antwerpen, dar über zwei Runden(88 Kilometer) ging, blieb Faltus (Jaromik) in 1:87:13 Std. erfolgreich, gefolgt"von Kamurka(Jglau) in 1:40:18.3 und Valenta(Prose!) in 1:42:29 Std. Amerikanieche Leichtathleten nicht ins Dritte Reich ’ Di« Amateür-Athletic-Union, die oberste Be-. Hörde für Leichtathletik in Amerika, hat ein S tartverbot für. De u t s ch l a n d für die amerikanische Mannschaft erlassen, die in diesem Sommer eine Reise durch verschiedene europäische Staaten unternehmen soll! Der betreffende Beschluß wurde von den Mitgliedern des. Exekutiv« und des Auswärtigen Ausschusses einstimmig gefaßt., Der Start,inSchwc-. deg,.Holland und Ungarn wurde göhllligt." Der Prä. sident der Union, Mahoney. erklärte zu.dem. Be».. schluß u. a.:»Ich glaub« nicht, daß amerikanische Athleten ein Land besuchen wollen, wo Rede- und Religionsfreiheit abgeschafft sind.""." 1' m enstötz en.m it dem Obmann-Stellvectretet Friedls dem Obmann des bekannten Westgaues. liegen.' Schon"am Samstag soll es zwischen den beiden Funktionären zu, einer heftigen Auseinandersetzung gekommen sein, die aber keine Weiterungeil nach sich zog. Erst Sonntag bei Schluß der Sitzung stießen, wieder Dr. Fiechtls und Friedls Meinungen hart aufeinander und dar Ergebnis dieser Kontroverse bildete dann" di« Demission Dr. Fiechtls. Za dieser Zeit hatten di« meisten Futrktionärt die Sitzung" schon verlassen, so daß sie das-Ergebnis wohl erst durch die Zeitungen erfahren haben werden. Interessant ist auch, daß der DFB einer Sanierung bedarf und daß mehrere Vorschläge Dr Behebung der finanziellen Krise keine Genehmigung fanden und ein später angenommener Antrag sieht die-Einhebung der Berbandssteuer durch die Gaue vor, welche dann Pauschalbeträge an den Verband abführen, damit die Ausgaben für das kommend«.Jahr.'(30.000 Kö) gedeckt werden können. Haben die Gaue in dieser Hinsicht in früheren Jahren versagt,.sokann man sich schon ungefähr anomalen, welcher. Ende dieses„Sanierungs-System" nehmen, wird«... W, SK. W Krach im DFV-Vorstand Der DFV ist sanlernngsbedUrftigl . Der Vorstand des Deutschen Fußball«Verbandes hielt am Samstag und Sonntag in Prag ein«,Sitzung ab, di« u. a. als Hauptfchlaacr mit der D e- Di« Fra» om Scheideweg«. Ein Versicherungsbeamter macht in diesem tschechischen Film«in« Erb« schäft' und. verläßt— wie Männer nun einmal sind -t-schnurstracks seine Fraul die sich jür. ihn. abge» rackect hat-und-nach Küche"riecht.' Zur Straf«-gerat er an-«ine. wahre Teufclin(von Beruf Filmschauspielerin). die ihn gär vergiften will, da sie—- wie Frauen NUN einmal sind— nur sein Geld liebt. Doch sind nicht alle Frauen und nicht alle Männer so wie dies« beiden,— nein, die verlassene Frau des ungetreuen Beamten verzichtet.auf jede Entschädigung für die Scheidung, und zur Belohnung erscheint rin vornehmer.Unbekannter am'Schnellzugfenster, gerade als" die arme" Frau sich, vor die Räder werft» will, und überreicht ihr— diskret im Umschlag ,— tausend Kronen, und der Anwalt: der die-Scheidung durchführte, engagiert die Gerettete" als Sekretärin, und ein-Generaldirektor bietet ihr di« Ehe an.' So .geht es zu— nicht im Leben, aber.In dem Roman einer Frauenzeitschrift, den der Regisseur Oldkich Kmin ck hier ganz ernsHnst verfilmt.hat. Unter den Darstellern, die großenteils noch„dramatisch" übertreiben, sind Eduard Kohout. und Mila Reymonovä als die düsteren,"Zdenkk Stipa- nek und Zita Kabätovä als die'edlen Haüpt- gestalten beschäftigt.'—eis— ' Der Gefangen« des König» heißt«In deutscher Film) der sich mit dem berühmten Alchimisten Böttcher beschäftigt,"der" für August den Starken Gold machen sollte"und dabei da» Porzellan«rsand. Die Filmautoren haben dazu eine unwahrscheinliche Liebesgeschichte erfunden, und der Regisseur Carl Boese hat getreu seiner Vergangenheit eine mittelmäßige Ausstattungsoperette inszeniert, in der Michael Bohnen(einst ein gefeierter"Opernsänger) den Üppigen König, Paul Kemp den"komischen"Alchimisten und Adel« Sandrock— wie immer— sich selbst spielt.""—eis— Für Diabetiker m gleicher Zusammensetzung ohne Zucker Mit der Bezeichnung D in jeder Apotheke Im OualistkationSturnier gewann am Sonn, tag SK S chles.- O.strau auf eigenem Platze "überraschend hoch Mer ITC Filakovo'.nut 4:1(8:1).."- Dl« wichtigsten Fußiallergebnisse der Feiertage. Karlsbad: KFK gegen Marienbader FK 11:0 —. Neudek: DSK gegen DFC Gradlih,8:1 (DFV-Meisterschaft).— Teplitz: TFK gegen SpVg Bodenbach 4:0 Schreckenstein: TSV Ssiaz gegen Sportbrüder 8:1.— Duy: Slovan gegen DSK 4:0,- DFK Bilin gegen Hvizda Turn 4:2. i- Gablonz: DSV Trauten«» gegen DSK 0:0.—Neuhäusel: SK Kladno gegen ETE 2:1.— Tyrnau: Viktoria Pilsen gegen Rapid 3:3(1:8).— Eadea: SKNachod gegenSTS 7ist. Agram: Haök gegen Hungaria Budapest 8:01.— Lodz: Rumänien gegen Polen 4:2.(8:2).- ä Da» U.shoroder Städtteam verlor Samstag" in y Lemberg gegen die dortig« Auswahlelf 1:2 und Sonntag gegen ein Team von S t u j. 0:8. Die leichtathletischen Btetsterschaften dar Tschechoslowakei wurden Sonntag und Montag im Prager Masarhk-Stadion ausgetragen, ohne aber bemerkens, werte Ergebnisse zu bringen. Die Sokol-Sportler waren diesmal den Meisterschaften ferngeblieben. Zuschauer" waren ungefähr so viel anwesend'wie Aktive. Die deutschen Sportler" waren nicht so erfolgreich wie di« Sportlerinnen. VereinSmeister' wurde in-beiden Kategorien Slavsa Prag. ...Der Schwimm-Wettkampf Frankreich gegen Deutschland in Darmstadt endete mit 180:87 Punkten zugunsten.der Nazi. Der Beschützer der Ei»lanf-„Amateure" gestürzt: Auf-der St- Moritzer Tagung" der Internationalen Eirlaufvereluigung gab es bei- den Wahlen eine kleine„Sensation": Salchow(Schweden)',-der langjährige Vorsitzende, wurde nicht mehr wiedergewählt..Seine Stelle nimmt nun der Holländer Van Laer- ein.—- Salchows Position war durch einen. Brief der bekannten Wiener Eiskunstläufers Schäfer unhaltbar geworden, dem er seinc Amateur- eigenschaft-belassen wollte, falls dieser-der Internationale eine perzentnelle Abgabe von seinen Einnahmen aus Schaulaufen leiste- Schäfer hat darauf den Uebertritt-zum Professionalismus. vorgezogen, dem nun Salchows Sturz folgte. B e z n g r b« d i n g ü lii.n: Bei Zstftrsinnir in» Hau» oder bei Bezug durch die Post, monatlich" Ab ktz—,)vlertelsWlichli(L.VS.- AayzWrta flhlyÜK,^.JiMaWwtrden laür-i Taris billigst berechiwt. Bei'öfteren Einschaltungen Preisnachlaß,—.WWellsiNg von Mannssripten erfplgt nur bei Einsendung der"Retourtnärcken.— Die Zeitungskcänkatur wurde von der Post, und Telei.->.-i' Der enträtselte Sonnenbrand Die Schilddrüse reguliert— Die anhen• Blondinen Wenn eine Blondine mit einer Schwarzhaarigen-—vorausgesetzt, daß diese Farben von der Natur und nicht vom Friseur stammen—- ein Sonnenbad nimmt, so wird die vernünftig« Blondine gleich erklären:„Aber nicht zu lange!" Sie weiß ganz genau, daß ihr" die Sonne nicht so gut bekommt wie ihrer dunklen- Freundin. Vielleicht hat- sie auch gelegentlich etwas von Pigmenten gehört, diesen ihr fehlenden Farbstoffen; ein Mangel, den" sie nicht zu betrauern braucht, weil' er ihr. zum schönen Blond ihrer Haare verhalfen hat. Der.einzige Nachteil ihres Pigmentmangels ist die höhere Lichtempfindlichkeit ihrer Haut— und damit di« Gefahr, schneller als ihre dunkle Freundin einen schmerzhaften Sonnenbrand, zu bekogimen... " Zndiescn oft recht bitteren Erfahrungen de» Lasen, die ihm manchmal den gabzen Urlaub verderben können-liefert dse" neueste lichtbiologische Forschung" dic-Ivissenschaftliche BästS. Nun ecfährt man, daß ein Sonnenbrand durchaus keine so sichple Angelegenheit Ist, sondern recht komplizierte wissenschaftliche Probleme stellt...--.-......-, ES sind näml°Ü nicht die Wärmcstrahlen der Sonne, die jene schmerzhafte Rötung.und Verbrennung erzeugen,. sondem die ultravioletten Strahlen des Lichts, die bekanntlich starke Heilkraft, bei übermäßiger Einwirkunfl aber ejne ebenso, große Zerstörungskraft besitzen. Interessant" Ist, daß" die' verschiedenen"Arten- ultravioletter Wellen sich auch ganz, verschieden"auStyIrken; die stärksten Hautrötungen verursachen die Wellenlängen, die gerade noch im Sonnenspektrum enthalten sind, Aber-auch die Wirkung auf die.einzelnen,Individuen ist völlig verschieden.-," "Zunächst einmal"spielt.-rr wie unsere obenerwähnte.Blondine recht gut weiß—dse Haar, färbe eine, wichtige,Nolle; dazU kommt dgS Alter, däs Geschlecht und"die: Jahreszeit." Blonde sind durchschnittlich,«m 4Y Prozent lichtempfindlicher als Dunkle; bei den Hellblonden zeigt sich sogar eine" Steigerung der Lichiempsintzlichkeft>um 170 Prozent! Nehmen wir die LIchteinpfindlichkeit im-. Alter von 20 bis 80 Jahren alö».normal" an, so ist ein Rind" von,sechs-.bi» ,zibölf Jahren um-die Hälfte, ,ein junger Mensch VYN 18 bis 19 Jahren um.,etwa«in Drittel weniger! ftchtesstpstMich; Im "Alter von mehr als,89 Jahren läßt die Lichtempfindlichkeit erheblich nach, und> zwar-um 85 Prozent.- jsK,'X'"< - Frauen sind-im Durchschnitt" etwa um ein- Fünftel weniger lichtempfindlich als Männer"; dagegen sind Frauen während: her Menstruation, j« nach(hrer Ve-anlggüjig. /ihrpc Haarfarbe und filme In Prager Lichtspielhäusern Urania-Kino:„LiebeSleule." Fröhlich, Renate. Müller."-7- Adria; Spione über den; Ozeaw"(A — P. Loire.)— Alfa:'„100,000 Dollar."?-(«.— Wallace Beery.)— Apollo:„Der Gefangene des Königs."-(D.— Bohnen-)— A»wn: ,Die Fran- am Scheidewege."(Tsch.)—Feniz:„Texasreiter." . M,ra> j,Luxu»kabIn« SB, 50." ,'(«.)—. Hollywood:„H c j r u p p."(Tsch.—. Voikovcc und Werich!) Hvizda:„Spiöne.ÜLep dem Ozean."" ,l A.) Jmlßj'„Torhign, der Tyrann."(D;<— "Weiß Ferdi.) Sinern«: Journale, Grotesken." Reportagen."—" Koruna: Aktualitäten, Journale, Grotesken."^7- Lneema:„Teraireiter."(A.)—", Metro:„Die Frau- am Scheidewege."'(Tsch.-)-—" -Passage;.iEordiast," der, Tyrann."(D.— Weiß Jerdl:)-— Ppaha:„Die Gangsterbraut.":(A.) Skant:„Luxuskabine B 60."(«.,)— Svitozor: Die.Frau, am- Scheidewege.“'(Tsch.)'.—4 Alma: ,„K,- u"..Feldmarschall.",(Tsch,-7—Blaftä Byriän,)., »ttvedM«:'„Alibi."'(«() ,^-«esedat'„Eln-ent- zückendes Ereignis."(Tsch.)— Earltonrö,^,Det' .Hustdi.'öSnsBaSrerv.ille.lÄÄDi).!Illusion:--Mri"■* .n;oisika./f.(Tsch.);-^:Lidtr,Zfr.,-'lliiterchUNklin',L-mi-'i , ü^^Wl',KMdMM^8m(Nhjl. * Mac^öka:-„Das Mädchen aür-dem Marenhast»,.?- - lD,,--7 Oltznipie:.„Abe"-'Maria":" 7D.7^Benj:-> Gigli:),. Swgy: MWgM ltS.«,".(Tsch^.)>. kin geruncles und starke Nerven Siegen. Nehmen Sie d'E hfinlSCh und aizthch crro'oh; npi Pastillen Macher der IAAF über di« Ari-Iter-Olymplad« der- hängten, wird diese nicht stören, eher wird sie Sewei- ist«, wie einfältig»ndvetgreist die Ansichten Und Zumutungen im SürgedNchen Sportlager sind rmd.dass, ihre„Beschlüsse" dem Aufstieg de» Arbeitersports und dessen Olympiaden keinen Abbruch tun- können. eine fr«h«rumutuns l Die Bezeichnung„Olympia”— Privileg der Bürgerlichen! In Köln tagte eine Konferenz der.dürgrr- liche». L'tkk ch t a t h l e t i k-J n t e r n a'tio n al e (IAAF), welche n. a- konstatierte, daß di» Arbei ter-Olympi a d e in Antwrrvm"."die Bezeich nung„Olympia" zu Unrecht führe. Und da di« Sozialistische." Arbeiter-Sport-Internationale al» Veranstalterin mit dem der IAAF angehörenden bel. gische« Verband darüber nicht ist Verhandlung««" gr insten ist, wurde auch die"Sperre über die Ar». beiter.Olympiade von der JAAF verhängt und Zu widerhandelnde mit Au» sch l n tz bedroht. Man muss schon sagen, dass eine solche frech« Zumutung von feiten de« bürgerlich«» Sport»«och nicht dagewesen ist. Als» da» Wort„Olympia" ist nur eine für bürgerliche Sportveranftaltnnge« gül- tige und zu Recht bestehende Bezeichnung. Die Her ren.der"IAAF wie.auch de» JOE(da», internatio nal«"Olympia-lloMitt) werden sich schon daran ge wöhnen müssen, fall» r» ihnen all die, Jahr« her noch nicht gelungen ist, dass auch der internationale Ar beitersport"sein„Olympia" feiert. Der Arbeiter sport hat dem Name«„Olympia" noch«te Schande bereitet, für ihn waren es immer«iMich« Nest« der Völkerverständigung und dr» Frieden».unter den Ra-, tionrn"— wa» die Bürgerlichen von ihre«„Olym-.... t>io»" der Nachkriegszeit nicht behaupte» könne«, mission Dr.Fiechtlr al- Obmann endete. Di«„Sperre", welche di« reaktiinär-saschistischen Die"Gründe dieser Demission, sollen in Zstsam- "'""■aiassBuuBSUBasBUMuassnsaHaaBswi ihrem Älter, mehr oder weniger lichtempfindlich als sonst. Besonders stark, um etwa 90"Prozent, ist-die Steigerung der Lichtempfindlichkeit in der Schwangerschaft vom driften Monat an.-.- ■. Ueberraschend ist die Feststellung der Biologen, daß di« Lichtempfindlichkeit in- den Sommermonaten nicht etwa am"stärksten, sondern' am—• schwächsten ist! Im Verhältnis zu den S.onnen- lichtmengcn, die- uns imnitr Sommer"erreichen, ist dl«, Wirkung, gering-;.ist,den Moliqten März-und April— das sagt schon, der Volksmund-!^- wirten die Lichtstrahlen auf den Menschen-am stärksten.- Das hat aber nichts mit himmlischen Kräften, zu. tun:—die Ursachen dafür liegen in iuns sechst, genauer gesagt: in unserer Schilddrüse, Vftrn-glaubt entdeckt zu-haben,, daß diese»-wichtige Organ auch den Licht- uud RöntgeNstrahlen gegen- über die Rolle«ineS Regulators-spselti- Rach, dem Schien der Lichtempfindlichkeit ," in den-Sommermonaten folgt im Oktober und." November Wiederuch Än Anstieg... ' Schon dieser kleine Ausschnitt aus den Ergebnissen der neuesten Forschung zeigt,„wie.Per-, kyhrt es iit, auch nur zwei Menschen-,da» gleiche Lichtguantum zu„verschreiben":. Der Ehrgeiz, - noch': braungebrannter vöm Urlaub" zuriickzukom- men als alw andern, führt-bei dem. der nichtzum Neger prädestiniert- ist; bestenfalls zu einer roten Rase; wer dagegen überchiißig'lichtempfindlich-ist",( chird- den.gleichensEhrgeiz-mit elnem'swochtstlan-' gen-schmvrzhasten Sonnestbrand beyeuen. E> ü:;' Naturwisscnsdiaftlidier «nrrderlcht Von E. Aldt Eine merkwürdige Fernwlrkuqg. hie von reifen Aepfeln ausgeht, hat man in letzter Zeit zu erklären vermocht. Eine Reihe von" Beobachtungen lagen.vor: lagern Kartoffeln und Aepfel im selben Raum, dann werden die" Kartoffeln am Austreiben gehindert. Lagert man-Winteräpfel neben -friihreifende Sorten", dann werden die Winteräpfel gewissermaßen angesteckt von dem Reifungiprozeß und werden vorzeitig reif, verlieren also ihre Haltbarkeit. Keimen Samen von verschiedenen Pflanzen, wie etwa Kresse, Saubohnen, Sonnenblumen usw. in naher Nachbarschaft reisender Aepfel, dann zeigen sich an den Ken»Pflänzchen merkwürdige Erscheinungen:" sie bleiben im Wachstum zurück, verkrüppeln, werden mißgestaUet. Oder sie verlieren- gar ihre Orientierung im Raum, da» heißt, sie wachsen nicht mehr kerzengerade in die Höhe, sondern krünimen sich am Boden hin. Sollten es Strahlen sein, die von den reifenden Früchten ausgchen? Der Beweis dafür, daß hier ausnahmsweise einmal nicht Strahlen im Spiele sind, war leicht zu erbringen: leitet man Wust, die man zuvor über reife Aepfel streichen ließ, über-solche, die noch nicht nachgcreift waren,-so.konnte, nmn sehen, daß deren Reifung bedeutend beschleunigt wurde. Es mußte sich also um«ine Ausdünstung der Früchte bandeln-, um einen gasförmigen Stoss, und er zeigte sich bald, daß dieses Gas nicht» andere» ist al» da» wohlbekannte Aethylen. - Die Mengen diese» Gases, die hier erzeugt werden, sind nur äußerst gering— ein Aepfel produziert im ganzen höchsten» einen Kubikzentimeter Aethylen, wa» etwa einem Tausendstel Gramm diese» . Stoffes entspricht— aber seine Wirkungen auf Keimpflanzen sind so stark, daß e» sich durch diese Wirkungen noch in millionenfacher Verdünnung in der Luft nachweisen läßt. UebrigenS ist die Erzeugung von Aethylen nicht allein auf reifende Früchte beschränkt. Man fand in der- Folge, daß auch noch eine ganze Reihe anderer Pflogen und Pflanzenteile dieses Ga» in Spuren produziert. . Die praktischen Nutzanwendungen dieser Er- fahrungen sind vielfältig. Bor allem wird man bei Einlagerung von Obst darauf zu sehen habeni daß verschieden reifende Obsssorten streng voneinander getrennt gehalten werden, um ein Verderben der Vorräte zu vermeidest. Dem ReifnngSprozeß folgt nämlich uiiaufhaltsam der Zerfall det überreif gewordenen" Früchte. Handels«S sich doch bei der Wirkung" de» AethylengafeS um eine Beschleunigung der ÄtMiuwsvorgangeS., Die Frucht ist za etwa» Lebendiges ,da» atmet und-einem Höhepunkt entgegenreift, auf den. der Tod al» Ende.diese» Ablaufes folgen muß. Die toten'Zellen" Äer fallen sofort.det Zersetzung anheim, indem Gäruiigs- und Fäulniserreger sich ihrer organischen Substanzen bemächtigen. Bei diesem vtmungSvorgang aber wird eben da» Gas Aethylen gebildet, das die Atniung selbyst wieder beschleunigt. Daraus ergibt sich,, daß Obstkammern immer gut durchgclüftet sein müssen, will man ein allzu rasche», allgemeines und gleichzeitiges Reifen vermeiden. Es muß also dafür gesorgt werden, daß womöglich ein dauernder Luftstrom das Aethylen ständig entfernt. Di« Erfahrung, daß man Abst am besten in luftigen Räumen aufbcwahrt, ist ja alt. Nur die Begründung dafür ist neu. Andererseits kann man, natürlich jetzt auch den Reifungsprozeß. unreif gepflückter Früchte nach Belieben beschleunigen. ES gelingt sogar schon, Früchte, die etwa für den Versand im grünen Zustand abgenommen werden mußten, wie Bananen und andere Südfrüchte, zu einem gewünschten Zeitpunkt zur Reife zu bringen, indem man sie mit Aetplengas behandelt. Selbstverständlich muß dieser Aethylen dann ncht von anderen Früchten herstammen. Man pflegt dieses Gas durch Umsetzung von Alkohol darzustellen.,