Aus dem Inhalt Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint»tt de» Mo«tag titglich früh/ Gtnzelprei« 70 Heller Redaktion u.Der«altung: Prag Xll., Fochova SS- Telephon 58077- Herausgeber: Siegfried Taub'- Derantw. Redakteur i. B.: Zdenko Neuwirth, Prag k^ressestimmen rum^W-/ italienisch-deutschen Borschlägen. Der Plan macht die Gewährung der Krirssmachtrecht«, welche General Franco in seiner Not« an die Mächte unter Androhung stör- lerer wirtschaftlicher Benachteiligungen verlangt hat, von der R ü ck l«i tu n g d e»Freiwillig en abhängig. Ansonsten will-der Plan«ine K o n-t r»l l.« d e r Luftwege in die Neberwachung der Mächte einschließen und anstelle der,- Flottenüberwachung.neutrale- Kontrollkommissionen in den spanischen Häfen stationieren. Zur: endgültige« Ausarbeitung dieser'Borschläge spll. eventuell in der Freitagsitzung ein engerer A« S-s'ch u tz aller Mächte gebildet werden. Rei^NürMirillliinibberiiluiig kann die Situation Undern Der diplomatische Mitarbeiter der Reuter-- Agentur-erfährt zu-der Situation in der Spanien-Krise:' . Es ist natürlich»k ch t a u S g« s ch lasse«, daß in der Freitagsitzung' des Nichteinmischungsausschusses neu« Gedanken zutage treten, werden, immerhin müssen jedoch älke Nachrichten über'ein Kompromiß'mit grüß t r r Reserve ausgenommen werde),. Die'britische und die fran- zösische Regierung Prüfen, aufs, pe'inlWe das, Sontrollproblem. und erwägen im diplomäsischen- Meinungsaustausch gewisse Möglichkeiten. Eß er- scheint jedoch UN w a h r s ch ei u l'i'ch, dpß sie .ihr«'»iGherigrU Widerstand getzen die Zuerkennung des örecht^ kriegführender Mächte an beide Kampfpartelen Spaniens mäßigen würden, äußer w«nn du r ch d'ir A b b e r u f u n g d er F r e i w i l li g e»ei n« v ö l l ig nrue L a g.«.-, e n t st ü n d e. Letztere Frage wird nunmehr geprüft^ und ein solches Einvernehmen wird bereits heute'als«ine-der, LösungSmöglichkeiten der gegenwärtigrn schwierigen Situation angesehen. , Paris bewahrt Reserve D'arj's. Bisher wirb an'den offiziellen 'französischen, Stellen- über den in Vorbereitung befindlichen, englische» Kompromißplan- völliges SWfVA'mei'i't'n bewahrt, und zwar so- wohl.MstMsch'der Frage der Äeekoiutrolle. alS aäch'üb'er"dse' allfällise^Zuörk«st«uns deSStechteS einer kriegführenden Kartei' an FiMeo gegen tzrßz'ife: Gegsnvrritflichtungm desselben, insbesondere betreffend den Abschuh sämtlicher^ Freiwilligen.' ES wird bloß erklärt, daß der diplomatische Meinungsaustausch über diese'Angelegenheit äbrn- in»ollem-Zuge ist. Hinter den Kulissen der Diplomatie Was bereitet der Faschismus In Spanien vor? Di« Londoner Verhandlungen der Mächte, die sich zum Teil im Rahmen des grotesken „NichtinterventionS-Ausschusses", zum Teil in, Forcign Office und zwischen den Botschaften der Mächte abspielen, werden von England zu dem Zweck geführt, den Weltfrieden durch möglichste Abdichtung des spanischen Lecks zu sicher» und in Spanien endlich doch zu dem Ziele zu kommen, dem England seit Jahresfrist zustrebt, zur Ausschaltung der fremden Mächte aus dem Bürgerkrieg. Von italienischerund deutscher Seite verfolgt man, wie es scheint mit diesen Verhandlungen ein ganz anderes Ziel. Man will zunächst Zeit gewinnen, inzwi- schen die faktische. Kontrolle entsprechend durchlöchern und man hofft wahrscheinlich, genau zu dem Zeitpunkt, da man durch ein halbes Zugeständnis mit vielen Hintertürln den Engländern die Genugtuung eines„diplomatischen Sieges" geivähren wird, so weit zu sein, ihnen mit gleicher Post einen militärischen Sieg' Francos liefern zu können. Es verdient schon heute die bolle Beachtung der europäischen Oefsentlichleit, daß Mr. Eden in der letzten UnterhauSdcbatte auf eine Anfrage zugegeben hat, daß derzeitdie Ko n trolle nur an den spanischen Landgrenzen und im atlantischen Ozean, nicht aber im Mir- tslmeer durchgefiihrt wird. DaS heißt, daß derzeit die sübspanischen Häfen, vor allem Malaga, von von englisch-französischen Schiffen nicht überwacht werden. Man wird einwenden, daß de» gleichen Vorteil auch Valencia und Barcelona haben. Gelvih, aber diese werden ja doch von den Schiffen der Italiener und den unter ihrem Schutz operierenden Fahrzeugen Francos überwacht, ihr freier Schiffsverkehr ist auch durch die feindliche Besetzung der Balearen gehemmt. Den Vorteil von der Unterbrechung der Kontrolle hat also zweifellos doch Franco und der Zwischenfall mit der Torpedierung der„Leipzig", ob er nun erfunden war, ob die Italiener — wie manche Presscstimmcn behaupten— die Torpedos abgeschossen haben, ist den Rebellen zum Erfolg ausgeschlagen, da die Kontrolle der Verbindung zwischen Italien und Franco auf eine genügend lange Zeit unterbrochen ivurde, um die Kriegsvorräte und Truppenreserven Francos, zu ergänzen. Meldungen aus den letzten Tagen wollen von der Einschiffung- beträchtlicher italienis ch e r Streitkräfte in Genua wissen, von wo täglich Tausende „Freiwillige" nach Spanien abgehen sollen. Man kann sicher sein, daß sie demnächst an irgendeiner Stelle der Front austauchen worden. Da Franco auch im Baskenland Truppen frei bekommen wird, kann man mit einer unmittelbar bevorstehenden Off e n s i v e rechnen. An der Front vor Madrid hat.General M i aj a wieder wie schon einmal zu Jahresbeginn mit einem raschenGegenzug geantwortet. Er hat selbst angegriffen, bevor Franco noch seine Reserven konzentriert hatte, und er zwingt den Feind auf diese Weise nicht nur, feine Reserven vorzeitig und'„tropfenweise" einzusetzen, sondern er reißt überhaupt die Initiative an sich, er verbessert seine Front, und wählt selbst das Feld der nächsten Kämpfe. Es fragt sich aber, ob der Angriff überhaupt gegen Madrid erfolgen soll, oder ob er nicht an dec Küste auf Almeria oder von der Seeseite gegen Valencia oder Barcelona gerichtet sein wird. Dia Balearen bieten ja eine gute Aufmarschbasis gegen die beiden Hauptstädte an der Mittelmeerküste. Wen« der nächste Angriff Francos, der nicht wie daS Unternehmen gegen Bilhao auf eine isolierte Truppe swßen wird, sondern, wo immer er erfolgt, mitten in die feindliche Hauptmacht führt, nicht wieder im ersten Anlauf stecken bleiben soll, . so müssen diesmal noch stärkere Kräf te, - aber auch noch stärkere Waffen eingesetzt werden. Eine Meldung, die in den letzten Tagen von' den deutschen. Propagandastellen in die Welt : gesetzt wurde,.gibt, einen beachtlichen Fingerzeig, . Ms. Goebbelsblätter^behaupten plötzlich, Valencia verwende Giftgas. Die Regierung von Valencia hat dies lebhaft und mit glaubwürdigen -Argumenten bestritten. Bisher. waren derartige Goebbels-Lügen immer das sicherste Anzeichen dafür, daß die Nazi das, was sie dem Gegner Seite S Donnerstag, 8. Juli 1987 Nr- ISS fälschlich nachsagen, demnächst selbst wirklich auS« führen wollen. Ein Gerücht, das bereits vor vielen Wochen einmal aufgetaucht war, gewinnt so neue Bedeutung: auf den Balearen werde ein Munitionslager für einen gewaltigen GasangriffaufdiespanischeKÜste angelegt. Die Sache würde sich, wenn eS soweit kommt, vermutlich wohl so abspielen, daß die faschistische Presse zunächst wieder einen„Angriff" auf deutsche oder italienische Schiffe und zwar unter angeblicher Verwendung von Gasbomben melden und zugleich die entsprechenden Berge!« tungsmaßnahnie» ankündigen würde. Ein großer Gasangriff auf Valencia oder Barcelona könnte aber, wenn er überraschend kommt, tatsächlich Franco einen gewaltigen militärischen Gewinn einbringen. Die Drehungen der Italiener in den letzten Tagen, Mussolinis„Die Kanonen haben das lehte Wort" und seine höhnische Feststellung, daß er die ersten beiden Runden gewonnen habe, Farinaccis Feststellung, daß der Krieg ja doch komme und Italien besser jetzt al».später losschlage, die Ankündigung des italienischen Rundfunk-Ansagers, die beste JahreSfeier dec Revolte in Spanien wäre der Sturms auf das— britische Gibraltar, dies alles zeigt an,. daß Mussolini zu einem Gew altstretch entschlossen ist. Wie er im abessinischen Krieg der ganzen Sanktionskampagne ein Ende machte, indem er den Gewaltstoß auf Addis Abeba ansetzte, so hofft er diesmal wohl auch, die Westmute vor eine fertige Tatsache zu stellen. Wenn die Welt sich überrumpeln läßt, so könnte es-ihm wohl wieder glücken. Wenn sie vorbereitet und aller Tücken und Lügen gewärtig ist, so muß es möglich sein, Mussolini den Sieg in der dritten Runde, zu entreißen!. leitungen aus dem Irak, seinem immer wichtiger werdenden Hafen Jaffa, ist einer der wichtigsten ugd gleichzeitig auch empfindlichsten Punkte im Gefüge der britische« Pielthedrschast, nämlich bie; Zugangspforte nach>JndIkn.^ Au» diesem Grunde darf Man annehmen, daß die britische Regierung! wohl gewisse'Modifikationen'.AdeS Platter, vornehmen wird, aber grundsätzlich darauf, bestehen wird, baß eine neue Regelung in Palästina nicht nur auf dem Papiere stehen bleibt, sondern auch durchgeführt wird. I. A. « Oer Kommissionsbericht erschienen London. Der Bericht der Palästinakom- mifston ist ein 401 Seiten umfassendes umfangreiches Dokument, daS sich in, drei Hauptteile gliedert.-Der erste Abschnitt behandelt bas Problem Palästina u. zw. dessen historische Hintergründe und die gegenwärtige Lage zusammen mit dm arabischen und jüdischen Vorschlägen.— Der zweite Teil handelt von der Wirksamkeit deS Mandats. Hier wird untersnchtr DaS Berwal- tnngSprobkem,- die öffentliche Sicherheit, finanzielle und fiskalische Fragen, daS LandprobÜem, öffentliches Gesundheitswesen und öffentliche Ar- besten, außerdem daS Problem der' Christen in Palästina, das Naturalisationsrecht und der Erwerb der palästinmsifchen Bürgerschaft, Erzie- yungöfragen, die kulturelle Berwaltung, und schließlich eine Zusammenfassung mit Borschlägen.— Der dritte Teil enthält die Borschläge, welche die Kommission zu machm hat. Hier wird die Möglichkeit estter besonderen Regelung kraft der Umstände sowie der Plan einer Teilung und die Folgerungen daraus erörtert.— Zahlreiche Beilagen geben eine Uebersicht über die Entwicklung der Finanz- und Wirtschaftsverwaltung, BevöllerungSiewegung, Landbewegung und ko weiter. 0er Jullfonds herausgegeben Wien. In, Jahre 1927, nach de« bekannten Unruhen anläßlich des Brandes deS Justiz- PalasteS in Wien, wurde von der fozialdemokrati- fchen Arbeiterpartei Oesterreich» ein Fonds unter dem Titel„UnterstühnngSfondS für die Juli- Opfer 1927" errichtet, der im Jahre 1934 anläßlich deS BerboteS der sozialdemokratischen Arbeiterpartei der Konfiskation verfiel. Dieser Fonds wnrde nun aus der LiguidattonSmaffe deS Parteivermögens losgelöst und nunmehr über An- ordnnng des Bundeskanzlers Dr. von Schuschnigg, restituiert. Der neue Fonds, der mit Bescheid deS BundcSkanzleratntcS vom!^4., Juni d.IefcS Jahres als„ÜnierstühungSfondS Jüli 1927ss. genehmigt wordm ist, wurde einem Kuratorium zur Berwaltung übergeben, dem Staatssekretär a. D. Karwinsty vorsteht. Den Jnteutione» des Bundeskanzlers entsprechend wird die charitative Tätigkeit deS Fonds dm gleichen Wirkungskreis umfassen, dm er anläßlich feiner Begründung verfolgen sollte. England erhöht Währungsausgleichsfonds London. Das Unterhaus nahm heute in dritter Lesung den Gesetzmtwurf an, durch wel- chcn der Währungsausgleichsfonds um 290 Millionen Pfund Sterling erhöht wird. Pariser Presse HegHn Kompromisse . P-Äih eti i.Pariflest"''Hreibt: Der französische Botschafter in London' erhielt dWHnstoiktiö«^ sich in der Nächsten Sitzung,deS RichtinterventionSauSschusseS am Freitag für, die Beibehaltung? der internationalen Kontrolle an der französisch-spanischen Grenze nur für den Fall zu erklären» daß auch die Seekontrolle, entweder in der bisherigen oder einer gleichwertigen Form sowie weiters die Kontrolle an der spanisch-portugiesischen Grenze beibehaltm werden. In entgegengesetztem Falle würde Frankreich nicht zögern, die Kontrolle in den Pyrenäen aufzuheben und die freie Einfuhr von Waffen und Munition für die spanische Regierung ju gestatten/ i/Gcho de Paris" führt aus, daß durch die Zuerkennung des Rechtes einer kriegfiihren« den Partei an Franco diesem auch die Erlaubnis erteilt werden würde, auf offener See'Handelsschiffe zu durchsuchen oder zu beschlagnahmen uno sich so in die Verbindungen zwischen Frankreich und Nordafrika einzumischen. „Populaire" meint, daß die einzige Art, wie. die Seekontrolle tatsächlich erneuert werden könnte, die wäre, s ie zu v erstärke n. Es ist notwendig, sagt das Blatt, daß die Kontrolle eine volllommene wäre, da» ist. zu Land, zu Wasser und in der Luft, und weiter» daß die fremden Freiwilligen Spanien so bald als möglich verlassen. Erst bi» die» geschehen sein werde, werde e» möglich sein, von einem„Kompromiß" zu sprechen. Diskontherabsetzung In Paris Paris. Die Bank von Frankreich hat den Diskontsatz von sechs auf fünf Prozent, den Satz für Vorschüsse auf Wertpapiere von sieben auf sechs Prozent und von auf. 89 Tage gewährten Vorschüssen von sechs auf fünf Prozent ermäßigt. Frankreich verbietet Ueberzeltarbeit Paris. Die Kammer nahm.durch Handaufheben den Artikel eines Gesetzentwurfes an, mit welchem die sogenannte Schwarzarbeit, da» ist Arbeit, welche Arbeiter, Angestellte aller Art über die gesetzlich festgelegte Arbeitszeit hinaus leisten, verboten wird. Der Präsident der Republik empfing am Msitwoch den Minister Erwin ZajiLek. Nene Schulordnung für Bolls- und Bürgerschulen. Der neue Schul- und Lehrplan für Volk»- und Bürgerschulen wurde im Unterrichtsministerium eben fertiggestellt'und wild dem« nächst kundgemacht werden, Damit wird der alte, österreichische Plan vom Jahre 1998, der nach dem Umsturz vielfach umgearbeitet worden ist, ungültig und gleichzeitig werden die bisher üblichen, von einander abweichenden Auslegungen der alten Bestimmungen abgeschafft. Flugabkommen mit Frankreich rafifiziert. Der Minister für Auswärtige Angelegenheiten Dr. Krofta und der ftanzösische Gesandte Delacroix tauschten Mittwoch mittag» in Anwesenheit der Sektion-chef» Jng. Syro vntka und der Legationsrate».Dr, Bochoö die Ratifikationsurkunden de» Zusatzabkommen» zu dem zwischen Frankreich und der Tschechoslowakei am 7. Dezember' 1988 abgeschlossenen Flugübereinkommen» au», welche» die weitere Zitsammenavbeit beider Staaten auf dem Gebiete des Zivilflugwesenr gewährleistet. Vie Neuteilung Palästinas MDP London, 5. Juli, Mitten hinein In die Konflikte um Spanien, die noch immer sehr ungeklärte Situation in Ost» asien, die langwierigen und verlustreichen Kämpfe mit den Eingeborenen in Nordwestindien— alles schwere Sorgen des Empire— kommt nun noch die Sorge um die Bereinigung der Palästina- Frage hinzu. Am Donnerstag wird da» Gutachten der königlichen UntersuchungSkommission veröffentlicht werden, das das britische Kabinett mit ganz geringfügigen Aenderungen akzeptiert hat— aber wenn man gehofft hatte, daß nun endlich der innere Friede in diesem historisch ältesten Lande der Menschheit hergestellt werden würde, so fühlt man sich bitter enttäuscht. Die englischen Militärgarnisonen in Jerusalem und Haifa sind bereits verstärkt, und der Panzerkreuzer„Repulse" wurde beauftragt, mit Volldampf von Malta nach Haifa zu fahren, um eventuellen Unruhen vorzubeugen. In der Tat befiirchtet man bei Bekanntgabe der Entscheidung der Kommission, die auch die der Regierung ist, Ausbrüche mehr oder minder heftiger Enttäuschung sowohl auf feiten der jüdischen Bevölkerung wie auch der arabischen, und das alte Sprichwort scheint sich wieder einmal zu bewahrheiten, daß derjenige, der es jedem recht machen will, es keinem recht macht. Die Lösung, die von der Kommission vorgeschlagen ist, stellt eine theoretisch fast genial zu nennede Kompromißlösung vor, die versucht, die Interessen Englands, des Empire, der Araber, der Juden miteinander zu vereinigen. Run, wenn dies so leicht möglich wäre, so hätte sich diese Lösung schon vor Jahren durchführen lassen. Palästina hätte gewiß nicht daS Bürgerkriegsjahr'1986 erlebt, geschweige denn, daß'eine Kommission nötig gewesen wäre, die monatelang« Untersuchungen zu führen gehabt hätte. Die theorettsch glatte Lösung, die sich auf dem Papier trefflich auSnimmt, stößt sich an den harten Tatsachen und auch an den Leidenschaften, die auf dem heißen, heiligen Boden besonderhochzugehen pflegen. Die Araber wollen von der jetzt vorgeschlazenen Dreiteilung Palästinas in einen selbständigen jüdischen, einen selbständigen arabischen Staat und ein englisches Mandatsgebiet nichts wissen, weil durch diese Zerteilung de» Lande» sowohl das arabische Landgebiet, wie die kulturelle Einflußsphäre erheblich verkleinert werden. Es kommt hinzu, daß der neu zu schaffende jüdische Staat, obwohl auch er sehr gering an Territorium ist und nickt größer sein wird als ein Drittel von Wale», innerhalb seine» Gebieterund 225.999 Araber behalten wird,. von denen man nicht weiß, wa» mit ihnen geschehen soll: die Kommisswn hofft, daß der größte Teil von ihnen in absehbarer Zeit in den neuen arabischen Staat hinüberwandert. Auf diese Weise würde dann neu' ankommenden Juden Raum geschaffen werde».■• Die Hauptschwierigleit liegt darin, daß auf dem gesamten Territorium Juden und Araber so dicht nebeneinander wohnen, daß eine Teilung des Landes in rein arabisches und rein jüdisches Gebiet einfach nicht möglich fft, zumindest würden Jahre vergehen, bis durch gegenseitige Auswanderung und Zuwanderung die Nationalitäten- VerhMnisse einigermaßen geklärt werden. Der KommiffionSplan kommt dieser Tatsache nur unvollkommen entgegen. Er sieht zum Beispiel vor, daß Städte wie Jerusalem, Bethlehem und Nazareth sowohl außerhalb des jüdischen wie des arabischen Staates von England verwaltet werden, und zwar als Völkerbundsmandat. Auf diese Weise will man in den Zentren der jüdischarabischen Gegnerschaft durch die Mandatsverwaltung Ruhe schaffen und ein überparteiliches Regime durchführen. Aber was für diese drei Städte gilt, wüßte auch für sehr viele Land- distrikte Geltung haben. Da der Plan dies nicht vorsieht, bleBt als einzige Möglichkeit die Forcierung des Umschichtungsprozesses der Bevölkerung in Palästina. Aber selbst dann bleibt noch ter Streit darüber bestehen, ob die Teilung des Territoriums nicht den Arabern fruchtbarere Gebiete überlassen hat al» den Juden oder umgekehrt: beide Gruppen behaupten, nämlich,'die Teilung sei auch.in dieser Beziehung zu ihrem Nachteil ausgefallen. Der Hiurm der Entrüstung, den man befürchtet, wird bei den Beratungen der Mandatskommission des Völkerbundes, die sich bereits Ende Juli mit dem Palästinaplan befassen wird, ihre« Höhepunkt erreichen: man wird dort Kommissionen sowohl der jüdischen Bevölkerung sowie der arabischen hören, und niemand kann heute Lber- sehen, was dabei herauskommen wird. Wird der Plan so bleiben wie er ist? Wird er vollkommen umgewandelr werden, oder wird man angesichts der sich auftürmenden Schwierigkeiten die ganze Angelegenheit ad calendaS graecas vertagen? Das ist kaum möglich, vor allem nicht im Interesse des British Empire: Palästina mit seinen Oel- COPYRIGHT BY SATURN- VERLAG, WIEN Dieses stand nun freilich wohlgeraten, wenn auch mit deutlichen Spuren langen Gebrauches auf hohen Rädern mit zwei Vorderplätzen da, während ein erhöhter gepolsterter Hintersitz zur Aufnahme eines Dieners bestimmt war, der entweder mit gekreuzten Armen aufrecht daS Gleichgewicht halten oder, wenn ihm der Herr das Kutschieren überließ, über dessen Köpf hinweg die Zügel regieren sollte. Bor dem Wägelchen war ein ausgefahrenes, bejahrtes Pferd geschirrt, das recht gottergeben de« Kopf hängen ließ, aber eine prächtige Mähnx und einen wallenden Schweif besaß. Heskky betrachtete das Dargeboiene von allen Seite«, und da ihm den ganzen Abend eine inständige Neigung für diese Fahrgelegenheit eingerodet worden, schwankte er, wie er sich zu äußern habe, weil er zwar weder im allgemeinen noch im besonderen, vom Fuhrivesen etwas verstand, es sei denn von den afrikanischen ochsenbespanüten Farmerwagen mit Plachen, aber sich doch ein vornehmes Zeug immerhin anders borstellte. Er schüttelte daher nur höflich anerkennend mit kühlem Entzücken den Kopf und sagte, vorsichtig und bedächtig nicht ja noch neink sondern blickte bald auf die Familie Silberstern, die in einmütiger, bewundernder Fassungslosigkeit dastand, bald auf seinen Berater und. Freund Dieter, welcher ziemlich ungerührt schien, bald auf Tesak, den Zimmermann, der ohnedies eine grimmige Miene hatte. Diese war aber nicht etwa auf besondere Mißstimmung zurückzuführen, sondern auf seine eigentümliche GesichtSbildüng, deren breite vorstehende Backenknochen und'tiefliegende Augen, deren herabgezogener, schmaler, zusammengeknif- sener Mund im Verein mit einem allgemeinen Gefühl unabwendbarer Weltvemchtung und Geringschätzung sein Schweigen immer als bösartige Verstocktheit erscheinen ließen. Wenn es nun einem derart verzückten Anpreisen, daS sich selbst auf den höchsten Grad der Bewunderung hinäuf- gehiht hat, nicht gelingt, die übrigen mitzureißen, wird deren einsilbiges und abwehrendes Verhalten beim fortdauernden müßigen Beisammenstehen leicht peinlich, ja feindselig. Darum schwang sich Herr Gilberstern endlich elegant auf den Vordersitz, lud Gattin und Tochter ein, nachzufolgen, bat die kranke Frau Dieter herablassend,' auf dem Hintersitze Platz zu nehmen, da er sie nach Hause bringen wolüe, schnalzte verlockend mit der Peitsche, trick den braunen Gaul an und da» stark beladene Kabriolett kam in Bewegung. Unbemerkt hatten sich Josef.und Bella auf die Hinterachse gesetzt und beschwerte« den Gang deS Fahrzeuges, welche» knirschend uiid unwillig durch die Allee rollte, während der Doktbr Hefly, Dieted und Tefal ihm gedankenvoll nachsahen, dann schweigsam in den verlassenen Ausstellungssaal zurückkehrte« und schließlich ihre Eindrücke' auszutauschen begannen. Hesky fragte de« Diener, wie er über daS angebotene Geschäft denle. Der schüttelte den. Kopf und nickte ja, ja und nein, nein und äußerte sich nicht allzu deutlich Wer die Angelegenheit, mm den Entschlüssen des Doktor» nicht vorzugreifen. Unvermerkt geriet dieser.auf die zweite, größere, im Hintergründe emporragende Angelegenheit der, möglichen Heirat, die ihm von den, Eltern Silberstern mit. zarter Bestimmtheit angedeutet und, ähnlich verlockend nahegelegt zu werde« pflegte, wie der Ankauf des Wagens. Wunderlich verschmolzen bei dieser Beratung beide Geschäfte in eins, so daß man nicht immer wußte, welches ge«! rade gemeint war, wenn der, eine die Elastizität und Wohlerhaltenheit, das vornehme Aussehen pries und an das Kabriolett dachte, während der andere Rosa, die Heiratsfähige, vor Augen hatte, oder wenn Tefal wieder versicherte, die Stute habe recht breite Hüffe« und.eine solide Kruppe, während' Hesky von seiner in Aussicht stehenden Ge- inahlin sprach, oder, wenn Dieter bcrechyete/daß solche Passionen ein hWschcs Geld kosteten,, nm alles instandzuhalten und zu befriedigen, indessen der Doktor die Möglichkeiten einer Lebensgemeinschaft erwog. Schließlich fragte Hesky geradeaus:„War halten Sie. von der Familie?" Dieter schüttelte den Kopf und sagte nur: „Ja, ja und nesn,..nein und hm, hm,". dann brummte er:„Na, es werden.ja ganz anständige Leute sein."' «Und solid?" fragte Heflij in unbestimmtem' Tone. „Weiß' man'S?" antwortete Dieter. „Penizel" bedeutete Tefal und machte dlt' Ge« bürde de» Geldzählens.»Das war ein wichtiger Punkt, und Männer durfte'« sich schon auftichtig auseinandersehen, ohne sentimentale Bedenken. Dieter meinfe:,„Da». erMrtEWan.. „Sie ist doch eine Jüdin I" Dieter schüttelte bedächtig de« Kopf:„Freilich freilich I Aber das ist, gewiß nicht das Aergsie. Haben Sie sich mit den Weibern. genug herumgeschlagen und sogar mit wilden. Negerinnen zusammengetan, so wird das auch nicht so schwer halten. Wenn nur sonst alles stimmt.. Aber das weiß man, wie gesagt, immer erst nachher, wenn cs zu spät ist." . Im stillen schwur sich Dieter zu, genaue Erkundigungen über Familie, Geschäft, Kapitalien und Glaubwürdigkeit der Silbersterne tinzuziehen und den.Doktor vor nachträglichen Enttäuschungen, wenn's irgend anging, zu schützen. Nur durste dieser nicht in einen begeisterten Ver« lobungs- und Liebschaftstaumel hineingerissen werden, der einen unerfahrenen Mann blind, und i sinnlos in den verzweifelten Entschluß.treibt,, ehe! die Ueberlegung auch i nur, ei«. Wörtlein.,, drein-§ geredet._ Seine Nachforschungen lieferten leider kein' deutliches, Ergebnis, man sprach die» und da», der Vater Silberstern galt alsgetiebener Handelsmann, da» würde allgemein unter augenzwinkernden Berichten von ganz auserlesenen Roßtäuscher-' Heldentaten zugegeben, stand aber nicht in Frage, denn fiir einen geschickten Kunden hieven ihn unsere. Herrschaften ohnedies. Wa» jedoch diever- fützbaren Mittel anlangt. so müßte, er eben ein rechter Pfuscher gewesen sein, wenn er gerade dar- über nicht das dichteste Dunkel' zu veckreiten gewußt hätte. So gab es nur zweierlei: Vertrauen und bann die. Möglichkeit,,.aründtich hineingelegt zu werden,.oder Vorsicht,und geschickten. Riickzug, fall» sich Herr Gilberstern nicht zu ganz,bestimmten Zusagen und beruhigenden Nachweisen per-, mögen.ließ. Glücklicherweise entschloß sich Hesky nicht zur. lickenden Arglosigkeit, sondern zur Vorsicht: und Dieter konnte ihn daher vorläufig für geschützt halten. " Wortsetzung-folgte, Nr. ISS Donnerstag, 8. Juli 1937 Seit« S fudetendeutsrfier äteifepiegef Nachklänge des Reichsaüfmarsches der Republikanischen Wehr Das Echo, das der Reichsaufmarsch der Republikanischen Wehr gefunden hat, ist ein überaus großes. Fast die gesamte Presse, vor allem auch 1 die maßgebenden tschechischen Blätter, hat ausführliche Berichte/ vielfach sogar Leitartikel, veröffentlicht, in denen der Freude" über die eindeutig positive Einstellung der wehrhaften deutschen Arbeiterschaft zum Staate Ausdruck verliehen wird. Daß die deütschbürgerlichen Provinzblätter, bei der die gehässige Einstellung gegenüber allen LebenSäußerungen der Arbeiter- bewegung zum guten Ton gehört, weniger erbaut sind und die Besucherzahl reduzierten, nimmt weiter nicht wunder. Wir wissen ja, daß jene Blätter, die jede Kundgebung der SdP mit einer zehnfachen VergrößerungSbrille betrachten, Mer den Reichsaufmarsch unserer Republikanischen Wehr sehr verärgert waren. Das wird uns und unseren RW-GenoffeN die Freude über den prächtigen Erfolg des Äussiger Aufmarsches nicht zu schmälern vermögen. Mit aufrichtiger Befriedigung stellen wir aber fest, daß es auch nicht an positiven Stimmen im deutschen Lager fehlt. Wer es mit der Bewahrung der Demokratie in unserem Lande ernst meint, muhte über unseren Reichsaufmarsch begeistert sein. Ganz offensichtlich sind es auch bie- Jungdemokraten, die unserer Republikanischen Wehr nach Aussig folgendes Telegramm sandten: »Den Kämpfern für Wahrheit und Recht, den Verteidigern der Demokratie, beste Wünsche zur Tagung. Jungdemokratrn Prag." » Zahlreich waren auch die Zuschriften, die der Leitung der Republikanischen Wehr von ihren Freunden übermittelt wurden, die in der tschechoslowakischen Armee dienen. Trotz der Urlaube konnten. manche unserer Freunde wegen der großen Entfernung nicht am Reichsaufmarsch teilnehmen. Sie HÄen brieflich ihre Verbundenheit mit uns und dem demokratischen Gedanken zum Ausdruck gebracht. Ihnen sei dieses Gedenken besonders herzlich erwidert. * Die Organisierung deS Aufmarsches klappte ausgezeichnet,. Obwohl.,über, 8000 Massenquar» tiere bereitgestellt wurden, gab es bei der Quartierkanzlei mir mäßiges Gedränge. Der Ouae- tierausfchuß hatte allen Teilnehmern, die gemeldet waren, vorher die Quartierkarten zugestellt, so daß sie ohne Zeitverlust in Aussig sofort die Quartiere aussuchen konnten. Ebenso klaglos klappte di« Massenverpflegung, di« von allen als reichlich und ausgezeichnet beurteilt wurde.(Rur Aus den Berichten und Kommentaren der tschechischen Blätter können wir nur kurze Auszüge herauSheben: Prövo lidu schreibt in einem sehr ausführlichen Bericht über die„Manifestation der Wehrhaftigkeit der deusschen Sozialdemokratie", daß die sonntägige Kundgebung einzigartig war und viel über den republikanischen und demokratischen Geist der deutschen sozialdemokratischen Arbeiterschaft aursagte. Sie „leidet unter dem Henleinterror, aber sie hält mit geballten.Fäusten und zusammengebissenen Zähnen stand und verteidigt die Positionen der demokratischen Sozialismus und des staatsbildenden Republi- kanirmu» mit Mut und Entschlossenheit." Lidovt novinhr Die Republikanische Wehr, die von den Henleinleuten ebenso gehaßt wie gefürchtet wird, erweist der Partei ausgezeichnete Dienste gegen die henleinistischen BersammlungSstörer. Ihr Fest wurde zu einer gewaltigen und begeisterten Manifestation für die Repiwlik und ihre Ideale. Hier manifestierten dke^ einfachen deutschen' Arbeiter,'"die in der Arbeit ihre» Leben» hart, geworden sind und unter den Entbehrungen der letzten Ihar« arg gelitten haben, aber durch viele schwer« Kämpfe gefestigt wurden zum entschlossenen Ringen mst‘ der antidemokratischen Psychose ihrer Landsleute. In den Kundgebungen für die Republik, ihr« Präsidenten, di« Demokratie, den Frieden, den Sozialismus und die Arme« war so viel aufrichtige Begeisterung, daß. die Hinterhältigen Berleumdungen der.feindlichen, Propaganda am. besten widerlegt, wurden.. Die deutsche Sozialdemokratie hat ihre starke. Lebenskraft und ihren Offensivgeist.mit, allen Merkmalen.teh.ßeuen Aufstiegs bewiesen.^'", *„Eeskt Slovo" schreibt: Wir bekennen, daß wir überrascht waren, von der Kampfkraft der demokratischen Geister, den wir bei vielen Massenkundgebungen beobachten könmen.,.. Es sind junge Menschen, welche alle die schlinstnft« ÄrbeitSlofigcit in den deutschen Gebieten durchgemacht haben, die alle dem sozialen Terror der'Henleinleute ausgesetzt warenämd die trotzdem nicht unterlagen, sondern ihrer- demokrati- schen Ueberzeugung treu blieben.- Er sind arm« Men-' scheu. Ihre Gesichter zeigen, daß es tue Ide« und der Älench« ist,, der sie führt. ,Der Staat sollte diese Men« scheu wirtschaftlich stützen und ihnen durch dje»Unterdrückung der HenseiisterrorS,, Arbeitsmöglichkeiten geben.' s j"'. ir- ' Närodni osvobozwi analysiert di«, zivei großen Wstigen Strömungen-innerhalb des deusschen Volkes diesseits und jenseits der Är'enztn. nutz zieht di« Grenze zwischen dem von der hakenkreuzlertschen Jrr- am Sonntag Mittag nach dem Einmarsch des gewaltigen Zuges auf dem Festplatze gab es eine kleine Stockung.) Um die Organisation des Ber- pflcgsdicnstes hat sich der Äussiger BczirkSkon- sumverein sehr verdient gemacht, der mit mehr als hundert freiwilligen Hilfskräften, zumeist seinem geschulten Personal entnommen, die große Aufgabe zu bewältigen hatte, die hungrigen Mägen der Festteilnehmer zu befriedigen. Das Zusammenarbeiten vieler hundert treuer Genossen hat das gute Gelingen der Veranstaltung ermöglicht. Die Leistungen der einzelnen reihten sich wie die Glieder einer Kette aneinander zum großen Werk. * So wenig dieses Werk möglich Ivar, ohne die Leistung des Einzelnen, ebensowenig aber auch ohne die sachgemäße Führung und Anleitung. Der Hauptausschuß für den Reichsaufmarsch, dem ein Dutzend Sonderausschüsse zur Seile stand, hat gute Arbeit geleistet. Borsitzender dieses Ausschusses war der hilfsbereite Äussiger Vizebürgermeister Genosse I e n t s ch. Seine Seele aber war der Organisationsleiter Genosse U l kn a n n, der in den Wochen vor dem Reichsaufmarsch feine unmittelbaren Aufgaben in der Arbciter-Turn- und Sportunion zurückstellie und sich ganz der Äussiger Veranstaltung widmete. Gestützt auf seine vielcrprobte Fcstersahrung, traf er mit überlegener Ruhe iouner die richtige Entscheidung. -» Wertvolle Hilfsarbeit leisteten auch unsere im Touristenverein»Die Naturfreunde" vereinigten Photographen, die schon an: frühen Sonntagnachmittag mit einer großen Anzahl von Aufnahmen aufwarten konnten. Sie haben wieder von der erfreulichen Entwicklung dieser jungen Sparte proletarischer Kulturarbeit Zeugnis gegeben. ». Bildberichte über den Aufmarsch im ABC. Die am Freitag, den 9. Juli, erscheinende Nummer des ABC bringt auf drei Seiten eine gelungen« Photoreportage vom Reichsaufmarsch. Alle Interessenten, vor allem die Ortsgruppen der RW, werden darauf austnerksam gemacht und gebeten,- rechtzeitig Mehvbestllungen zu ver- atüasstn.''-i«un,,y,,!»:>„ ui., v An die Photoamateur«! Die vielen Amateurphotographen, denen die Festleitting Photoausweise ausgestellt hatte,, worden gebeten, von gelungenen Aufnahmen sofort je einen Abzug an die Reichslelung der Republikanischen Wehr, Prag XII., Slezslä 18, einzusenden. lehre ergriffenen und dem demokratischen Teil, Beide haben nationalen Stolz. Aber„die demokratischen Deutschen sehen um ein Stück Wester." Sie sehen, daß ein Boll, dem jemand in den Kopf gesetzt hat, daß er dazu da ist, um über die anderen zu herrschen, die eigene Niederlage vorbereitet, denn es gibt in Europa kein Volk, welches darauf wartet, daß jemand es zu beherrschen komme. Die demokratischen Deutschen bemühen sich, die Welt nicht vergessen zu lassen, daß nicht alle Deusschen den Berstand verloren haben.,. Sic-sind sich dessen bewußt, daß ihr Wissen heute nur der Minderheit der Menschen in ihrem Volk sympathisch ist. Die anderen nehmen im ganzen leichtsinnig den Weg zum Selbstmord, den ihnen die nationalistischen Maximalisten zeigen.,. Doch umso härter sind die Demokraten in ihrem Kampf. Für sie ist es ein Kampf vor allen: um die Ehre ihres eigenen Volkes. Ilm.feine Zukunft... Sie sind die einzigen anständigen deusschen Patrioten-,./ Die europäische Demokratie besitzt in ihnen ein besonders schwer geprüftes und daher besonders wertvolles Glied. Und das deussche Volk besitzt in ihnen seine besten Menschen. » kln Wutschrei 6er tschechischen Faschistenfreunde In einem Artikel, den wir nicht erst klassifizieren wollen, fallen die„Närodni Listy" in ihrer Montagausgabe den Gesundheitsminister Dr. Czech wegen seiner auf dem Reichsaufmarsch der RW gehaltenen Rede aq. Den Anfall der Leute, di« lang genug bemüht haben,«Ine tschechische faschistische Bewegung grobzuziehen und die nach dem Mißlingen dieses Versuches um so eifriger wenigstens, den Faschismus im Ausland verteidigend perursachten jene Stellen der Ansprache, in welchen der Vorsitzende der deutschen Sozialdemokratie dem, internationalen Faschismus und der Kriegsgefahr'die Losung«Für die Republik, de» Frieden, die Demokratie und. den sozialistischen Aufbau l" entgegenstellte. Es gehört schon«in« gehörige Portion An- mgßung dazu, wenn ausgerechnet das Blatt, welches fast ständig nicht nur das mit der Tschechoslo-' wakei verbündete Sowjetrußland, nicht nur das seine demokratischen Freiheiten verteidigende Spanien/ sondern auch da» demokratische Frankreich, der Tschechoslowakei sichersten Freund, in ungeheuerlicher Weise herabsetzt/etwa» daran auszusetzen wagt, daß so unbestreitbare Wahrheit ausgesprochen tverde, wie es in dieser Rode geschehen ist. Wir glauben schon, daß ein wahres und offenes Wort etwas ist, was die Herren in den faschistischen Redaktionen nicht hören können, ohne es als Peitschenschlag zu empfinden. Sie werden sich aber sagen lassen müssen, daß sie, die von jeden: deutschen sozialdemokratischen Arbeiter lernen könnten, was im Interesse des Staates liegt, die Letzten sind, um sich zu Richtern aufzuwerfen. Und wir werden uns um so weniger etwas von diesen Leuten vorschreiben lassen, als wir wissen, daß von den klar und anständig denkenden Menschen rm tschechischen Volke ihre Methoden'mit Abscheu verurteilt werden. » Auch der„Poledni list" StktbrnhS ist empört. Die Rede Dr. CzechS sei nicht die Rede eines Ministers, sondern eine».kämpferischen soziälistsschen Agitators gewesen. Sehr gekränkt ist der„P. L." über die offizielle Vertretung des Ministeriums für nationale Verteidigung und des OffizierS- verbandes. Verödete Grembergs Wer in frühere» Jahren öfters wandernd durch unsere herrlichen weiten Grenzwälder zog und zu den Höhen aufstieg, um von dort in wonniger freier Luft den Blick Uber Berge und Täler schweifen zu lassen, der erinnert sich gewiß der vielen freudigen Menschen, die ihm da begegneten und mit denen sich da freundliche Worte wechseln ließen. Im Böhmerwald etwa konnte man .an schönen Oster- oder Pfingsttagen kaum fünf Minuten marschieren, ohne daß man da auf kleinere oder größere Gruppen traf, und auf den Höhen gab es ein lustiges volkreiches Leben. Das istjetztanders geworden. Wer beispielsweise an den freien Tagen, die nun hinter uns liegen, im Gebiete des Osser wanderte, der mußte überrascht sein, wie geradezu verödet Wald und Weg daliegen. Stundenlang kann man nun dort wandern, ehe man nur auf eine einzige Menschenseele stößt. Der Wirt in der Sandhütte, die auf tausend Meter Höhe letzte Rast unterm Osser bedeutet, konnte an diesem Montag erzählen, daß bis Mittag nur insgesamt drei Wanderer dort vorbeikamen. Warum? Nun etwa eine halbe Wegstunde weiter droben.beginnt die Grenze des Dritten Nest ch e s. Von dörtbis hinauf zum Osser-Gipfel, den die Grenze durchschneidet und der von Bahern bewirtschaftet ist, führt der Kammweg ständig an Grenzsteinen vorbei. Wer sich in der CSR zu Hause fühlt, geht da nicht gern hin; wer sich frei fllhll, erachtet es nicht für angenehm, auch nur den Hauch der Unfreiheit, der von drüben weht, in der Nähe. zu fühlen. Um so mehr aber, so müßte man doch eigentlich meinen, dürften sich unsere„Bolksgemeinschaftler" da hinauf und hinüber gezogen fühlen I Die von der SdP, so könnte mm: doch vermuten, mühten glücklich sein, an Ferientagen die Grenzberge zu ersteigen, um wenigstens einen Blick hinüber zu tun ins gelobte Landl Mit Nichtenl Auch von ihnen ist dort keine Spur anzutressen. Und wenn man es auch bedauern mag, daß die genußreichen Höhen des Böhmerwaldes nun gemieden werden und wenn auch durch diese Verödung doch der Druck so sinnfällig gemacht wird, den die Totalität förmlich durch Fluidum auf das andere, auf unser Grenzgebiet ausübt, so nimmt man doch auch diese Wirkung als lehrreichen Anschauungsunterricht nicht ohne eine gewisse Befriedigung zur Kenntnis. Und nicht ganz ohne Beflügelung der Hoffnung, daß das ja doch bald einmal und in nicht allzu ferner Zeit wieder anders werden wird. Aber charakteristtscher Weise eben erst dann, §bis man hinüber und herüber ohne Beklemmung wiederum wird»Berg frei!" rufen dürfen! Höchste Selbstmordzlffffern Im deutschen Gebiet Nach den vorläufigen Erhebungen des Statistischen Staatsamtes verzeichnete im abgelaufenen Jahre 1988 die Zahl der Selbstmorde in der Tschechoslowakei einen- unbeträchtlichen Rückgang auf 4229, d. i. um neun weniger als im Jahre 1988.- Die Selbstmorde stellen nur zwei Prozent aller Sterbefälle dar. Die steigende Tendenz der Selbstmorde ist vorläufig zum Stillstand gekommen, in Böhmen im Jahre 1988, in Mähren und Karpathorußland ein Jahr früher, -und in der Slowakei schon 1988.- Die meisten' Selbstmorde verzeichnet Böhmen(im Jahre 1986 durchschnittlich 87-von. 199.999 Einwohnern) und die Ziffer! nimmt, in der Richtung nach dem Osten in dem Maße ab, als auch, die Intensität der städtisch-industriellen Zivilisation! kleiner wird. In KarpatHorußland stst die Zahl der Selbstmorde sechsmal geringer-als, in Bichmem Die höchsten Selbstmordziffern weisen nahezu durchwegs die deutschen Gebiete,, namentlich Böhmens,, auf: An der Spitze dieser Statistik.stcht Rochlitz a. Jser mit 118 Selbstmorden pro 109.999 Einwohnern, an- zweiter Stelle steht der Bezirk L.a u n mit bec Verhältnisziffer 76, Arnau mtt 78, Jech.nitz mit 72 und Hof in Mähren Brief an den Zeitsnienel Ein Genosse schreibt uns.* Montag Abend sah ich auf einem westböhmischen Bahnhof einen RW-Mann, sichtlich auf der Rüokkehr. von Aussig. Da ich schon selber auch dorthin zu fahren verhindert gewesen war, sprach ich den mir fremden RW-Mann an. Und nachdem ich mir seins mit Begeisterung vorgetragenen Eindrücke vom RW-Aufmarsoh hatte schildern lassen, erkundigte ich mich nach seinem persönlichen Leben. Und was ich da erfuhr, wiU ich dem„Zeitspieget' mitteilen. Mein RW-Mann ist Ziegelarbeiter, nach zweijähriger Beschäftigungslosigkeit seit ein paar Monaten wieder in Arbeit, mit einem Wochenverdienst von nicht viel mehr als hundert Kronen. Zwei lange Jahre hatte er für Weib, Kinder und sich selbst nichts; nicht einmal die Arbeitslosenunterstützung, weil er— wie leid tat und tut ihm das— vorher keine Beiträge gezahlt hatte.„Wovon lebtest Du in dieser Zeit"—„Wenn ich ehrlich sein soll, hauptsächlich vom Betteln. Ich hätte ja die Unterstützung von der Sudetendeutschen Volkshilfe haben können— aber die nahm ich nicht. Ich habe nie vergessen, wohin ich gehöre. Heute bin ich doppelt froh, daß ich mit denen nie was zu sohaffen hatte... Und jetzt gibt es doch wieder Arbeit und auch sonst wird es auch bei uns nach und nach besser"—- „Was sagte denn", so frage ich noch, „Deine Frau dazu, daß Du nach Aussig fuhrst1"—„Was die sagtet Nun, die hat sich mit mir gefreut und das war für sie so selbstverständlich wie für mich."— Ich brauche wohl nicht hinzuzufügen, welche Empfindungen ich bei diesem kurzen Gespräch hatte; die Genossen, die den.Zeitspiegel" lesen, werden meine Gefühle jedenfalls teilen. Können wir nicht stolz sein auf solche MenschenT Und muß die Partei nicht weiter vorwärtsschreiten, die Zehntausende solcher Menschen zu den ihren zählt f mit 70. Verhältnismäßig gering ist die Zahl der Selbstmorde in Prag(89 pro 199.099 Einwohner) und Brünn(36 pro 199.999 Einwohner.(DND), Oss Böhmerwaldlied Das Lied„Tief drin im Böhmertvald" gehört zu den deutschen Volksliedern, die überall bekannt sind; aber eigentlich gilt das nur für die Weise. Von dem Schöpfer des Liedes wußte man nichts; erst durch eine kleine Schrift Dr, Rudolf Kubstscheks wurde vor einigen Jahren bekannt» daß das Lied und die alte Weise auf dpn Glasmacher Andreas Hartauer znrückgchen, der cs zu Anfang der siebziger Jahre in Johan» neSdorf bei Bürgstein in Nordböhmen zum ersten Mal« gesungen hatte. Hartauer war ein Böh- mcrwäldler, geboren 1839 aus den Gefilden bei Winterberg, gestorben 1918 zu St. Pölten in Oesterreich. Die jüngere, bekannte Weise der Liedes stammt von dem Steirer Jakob Eduard Schmölzer. Am 28. Juli wird in dem Glashüttenorte Eleonorenhain im Böhmerwalde unter Betessigung aller Schichten der Bevölkerung da» Böhmer- tvaldlied-Denkmal enthüllt, dos die Erinnerung an den Glasmacher Hartauer festhalten soll. Staatliche Schulungswoche für Schulwrnen und Wehrerziehung in Nixdorf. In Nixdorf wurde am 4. d. M. unter Teilnahme der Spitzen der staatlichen Bezirks- und kommunalen Behörden, Körperschaften, Schulen und Vertreter der Garnison in Numburg eine staatliche Schulungswoche für Schulturnen und Wehrer-iehuim eröffnet, die vom Gesundheitsministerium veranstaltet wird. Kursleiter ist der Beauftragte der staatlichen Kursdirektion der staatlichen Lehrgänge für Leibesübungen, Professor Funck vom Deutschen StaatSrealghmimsium in Numburg, der da» Hauptziel des Kurses in der gleichmäßigen Schulung aller Uebungsleiter auf dem Gebiete des Jugendturyens und der Lehrer sieht, damit alle nach einer Linie die Körpererziehung mit Einschluß der Wehrerziehung durchführen. An dem Kurse nehmen 88 Personen der verschiedenen Turn» und Sportverbände(darunter 22 Frauen) aus gmrz Nordböhmen teil. Etn Arbeiter-BereinstzauS in Dachau. Bor wenigen Tagen hat der Verein Arbeiterheim in Tachau das VereinShauS in der Schillergasse von seinem Besitzer käuflich erworben. Damit ist, nach jahrzehntelangem Streben, ein inniger Wunsch der Dachauer Arbeiterschaft endlich in ErWung gegangen. Der 11. Juli reparaturbedürftig Wien. Montag traf in WM unter Führung des Staatssekretärs im Außenamte Drj Meißner und des Gesandten Dr. Weißaecker eine reichsdeutsche Delegation ein, die gemeinsam mit einer österreichischen Delegation die Auswirkungen der österreichisch-deutschen Vereinbarungen vom Juli des Jahres 1986 überprüfen und eventuell Vorschläge für ihre B e r b e s s e r u n a ausarbeiten wird. Mit der Delegation ist auch der deussche.Botschafter von Papen nach Wien zurückgekehrt,- Die Beratungen wurden bereits auf- genommen« Die tschechische Presse Uber den Reichsaufmarch Seite 4 Donnerstag, 8. IM' 1937 «r IKV Auf dem Miliiärsporiplah bei'Watschau wurde der neue Zigeünerlönig von Palen, der einstimmig durch die 80„Senatoren" gewählt worden- war, feierlich gekrönt. Krone und Krö- nungsmäntel waren für diesen Zweck vom Polnischen Nationaltheater geliehen worden./ Die, Krönung wurde durch, den Griechisch-Katholischen Bischof vorgenommen. Schon hat/mänaber. ernsthafte B e sio r g n i s s e für.sein Leben. Denn bereits bei'den-B0rwahlen'hat.esMn'iüeh-. re'ren Orten Zusammenstöße und.Schlägereien gegeben, in deren Verlauf fünf Anhänger' von, Kwiek getötet und 20 verletzt wurden. Denn es gibt, nämlich nicht nur einen Kwiek,-sondern ganze sechs Mitglieder der Familie,, die alle die gleiche Anwartschaft auf den Thron'erheben.- Sie.sind unter sich uneinig, und auch der letzte König Matthias Kwiek ist einem Dolchstoß zum Opfer gefallen. Der neue König wird sich von einer Leibgarde' schützen lassen müssen, aber', ob das einen Zweck hat, steht noch dahiw HAesneuMeite«. Nationalität Volkstum und Sprache sind da» Jugendland, Darin die Völker wachsest und gedeihe«, Das AiutterhauS, nach dem sie sehnend schreien, Wenn sie verschlagen sind auf fremden Straetd. Doch manchmal werden sie zum Gängelband, Sogar zur Kette um de» Hal» der Freie«; Dann treiben Langfterwachs'ne Spielereien» Genarrt von der Tyrannen schlauer Hand. Hier trennte sich d« langvereinte Strom! Versiegend schwinde der im alten Stande, Der andre breche sich ein neue» Bettel Tenn ein« Pontifex nur saht der Dom,' Ta» ist die Freiheit, der poltt'sche Glaube, Der löst und bindet jede Deelenkette! Gottfried Kelle». Wo die Wissenschaft aushört. Am Mai erschien. das erste Heft einer neuen„Zeit- schr ist fü r. s u d e t e n d e u t s ch e G e• f ch ich te", die im Auftrag der Bereines für Geschichte der Deutschen in Böhmen von Univ.- Prof. Dr. Wilhelm Wostry herauSgegeben wird.(Verlag R. M. Rohrer, Brünn). Das 80 Seiten umfassende Heft enthält eine Reihe interessanter und solider Aussätze, von denen der Leitartikel„Die Heimatländer der Sudetendeutschen zwischen.Ost und West", aus der Feder Prof. Wostrys wohl der beachtens- und lesenswerteste ist. Wostry, ein äußerst gewissenhafter Historiker, belegt seine Arbeit mit reichem Material und bringt kaum eine Behauptung vor, ohne sie durch den Hinweis auf die Vorarbeiten und Quellen.zu bekräftigen. Um so sonderbarer wirkt es, wenn man an„einer Stelle liest: ,,... trotzdem glaubte der damalige so zialdemokratischeAbgeord- neteRudolfSpringer lmitdem Pseudonym Karl Renner) an die Diogkichkeit der Lösung de» Völkerstreites.,." Gemeint ist natürlich der damalige sozialdemokratische Abgeordnete Und spätere erste Staatskanzler der Republik Deutsch-Oesterreich, Dr. Karl Renner, der einige seiner Schriften unter dem P s e u d o n y m RudolfSprin- g e r herauSgegeben hat. Ein kleiner, verzeihlicher Irrtum? Mag sein. Aber er ist doch bezeichnend, weil er einem zünftigen Gelehrten passiert, der gewißlich zu denen gehört, die eS einem Schriftsteller schwer verübeln, wenn er nicht jede obskure Quelle.aufspürt und nennt, und' die aus den Apparat der wissenschaftlichen Anmerkungen mehr, achten als., auf den Inhalt und die Form' einer Arbeit. Nur wenn es sich um einen Sozialdemokraten handelt, wird das unwichtig. Da spielt es keine Rolle, daß ein. Mann— übrigens s u d e t e n d e u t s ch e r Abkunft— der nicht nur als StaatSivissenschästler einen Namen hat und der eigentliche Begründer der modernen Nätionalitäten-Lehre ist, sondern auch Weltgeschichte gem ach t hat, plötzlich unter einem anderen Namen auftaucht und seinen, Geschichte gewordenen Namen nur. als Pseudonym führt. Nochmals sei betont: bei Wostry ist es kein böser Wille, vielleicht nicht viel mehr als ein Schreibfehler. Von Dutzenden seiner Kollegen aber wird in dieser Weise über den Marxismus geschrieben und zu Gericht gesessen, indem man über Dinge redet, und schreibt, die man nur vom Hörensagen kennt. Und weil es. nm'„Marxisten" geht, fällt es dann keinem der swnst so. gestrengen Herren Fachkollegen auf. Jagd nach Hrna.' Etwa 800 Gendarmen von 31 Stationen fahnden nach den Gendarmenmördern Hrna.. Die Gendarmerie hat nunmehr ihre Fahndungen in dem.Dreieck zwischen Göding in Mähren, Skaliea und Kopcany in der Slowakei konzentriert. Das Gendarmeriekommando von Skaliea hat Bereitschaft angeordnet. Gegenwärtig durchstreifen etwa 200 Gendarmen die Wälder und Hügel dieser Gegend. Am Zuge der Fahndungen nach den Gendarmenmördern Hrna wurde der 34jährige Friedrich P e t r u, ein, lang, gesuchter Räuber, bei Hröznä Lhota verhaftet. In der Nähe von Saitz sand man auf den Schienen die Leiche eines unbekannten Mannes, den man zuerst für den jüngeren■ der Brüder Hrna hielt, erst später kam man darauf, daß es sich ipn einen anderen Mann handelt. Die Leiche wurde bereits identifiziert. Eine zweite Kolonne von Gendarmen sucht in der Gegend von Ober« bekvä, wo. mittags zwei angehaltene Landstreicher Schüsse. auf die GendarmeNpatroüille abgäben und entflohen. Man nimmt ani daß es sich um die Brüder Hrna handelt.'. AutöbnS und Auto. Dienstag, nachmittag» kam'es auf der Karlsbader Straße unweit der Ortschaft Püdau.zu einem folgenschweren Zusammenstoß zwischen einem französischen UWer- kandautobirs, der nach, einem Besuch Karlsbads auf der Fährt nach.Prag.begriffen.war, und einem'reichsdeutschen Personenauto, das— offenbar aus der fälschen Straßenseite—^.direkt in den Autobus hineinsuhr. Die vier Insassen des reichSdeytschen Autos wurden auS dem Wagen geschleudert. Ein. Insasse, ein Berliner, erlag im Podevsamer. Krankenhaus., seinen Bet« letzungen, zwei Damen müßten^ ins Krankenhaus nach Märienbad geschafft werden'. Der. Chauffeur, der mit leichten Verletzungen davonkain. wurde verhaftet. Bon den Insassen des Autobus trugen einige Verletzungen durch- Glässplitter davon.' Sie konnten aber sämtlich einige Stunden später in Privatautos die Fahrt nach Prag sortsetzen. Den Militärpas! verpfändet— zwei Monate. Der Senat für Angelegenheiten des Militärverrates beim Kreisstrafgericht in Prag verurteilte am 7. Juli unter dem Vorsitz des Gerichtsrates Ptäinik den 27jährigen Geschäftsreisenden Josef Glaser aus Reichenberg wegen Vergehens nach 8 6 Nr. 4 des Gesetzes zum Schutze der Republik zu einer Arreststrafe von 2 Monaten unbedingt. Der Verurteilte hat die Tat dadurch begangen, daß er in einem Gasthause im Grenzgebiete fein Militärbuch der Besitzerin des Gasthauses als Pfand für feine Bierschuld übergab. D.er Angeklagte hat die^.Strafe. angenommen, und^ang?tretey„ Dip. Klage vertrat Staatsanwalt Dr. Stipäü,' Aus Uebermut in den Tod.' In Wiener-Neu-' stadt kletterte der' neunjährige Schüler Johann Schiedet in Nebcrmut auf einem Mast der elektrischen Hochspannungsleitung, wobei er einen Lei», tungdraht berührte. Er wurde vom elektrischen Strom erfaßt und stürzte als lehende Fackel auf das Pflaster, Der Knabe verschied auf der Stelle. . Vom Blitz erschlagen. Bei einem, schweren Gewitter über der Gegend von Regen in der bayerischen OstMark schlug der Blitz, in' ein Holz- haueränwesen sowie'in eine Hütte ein, in der 14 Personen. Unterschlupf, vor dem Unweter gesucht hatten. D r e i- P e r s o n c n wurden' vom B l ich• e r sch lag e n.—. Schwere Gewitter gingen auch über die Grafschaft Glah nieder. V i e r Per s o n e n, darunter drei aus einer Familie, fänden durch B l i tz s ch l a g den Tod. Weiteres Touristenunsälle werden aus den Alpen'.gemeldet. Auf. der Zugspitze stürzte der 28jäHr!ge Kaplan Dr. Karl E b e r t in eine tiefe. Schlucht, und. wurde.mit zerschlagenen Gliedern, tot' äufgefünden. Auf der Nordwänd des Plankenstein wurden z,w. e i T o u r i st e n von einer .Steinlawine ersaßt. Einer konnte sich dadurch retten, daß-er. unter-einen Felsvorsprung sprang, während der zweite, der Tourist Weigel aus München, in die Tiefe gerissen tvurde und den Tod fand. In den Vorarlberger Alpen-in ter Nähe Feldkirchs stürzte der polnische Student Marian S t arg e n ski-.von einem Felsvorsprung 20 Meter tief'ab und erlag den dabei' erlittenen Ver- letzüngen. „Gemeinnutz geht vor'Eigennutz." In der Wiener-—.illegal, aber doch recht stadtbekannt existierenden— SA ist eine Revolte ausgebrochen. Eine der-Ursachen-ist die-Unzufriedenheit mit dem Bezirksleiter' des'Bezirkes Brigittenau, der selbstverständlich-auf den- germanischen. Namen Z a» d i n a hört.-Ihm-wird nachgesagt, daß er die Bestellung von' 800/ Paar SA-Stiefeln-(man sieht,- der-il leg alie;Betrieb ist,.im-Zeichen-der Persöhnungsaktion des.Herrn Seifz-Jnquart, nichtklein') Nicht an!arische Meister,'sondern au die galizisch-jüdische Firma S z i üb e r gern. Lehejcek, Wi'enlll, Novaragasse 29, vergeben habe; Außerdem«ibiir habe!erlich P r o v i s i on zahlenlassen', obwohl er au» den ille galen Mitgliedsbeiträgeni einen illegalen, aber iegülären- Gehalt von 180 Schilling(fast 1000. llä) monatlich bezieht.'- Endlich-habe- er die Stiefel, die pro Paar einen Wert'von höchstens 20 Schilling repräsentieren,- den Pgs mit 40 Schilling pro Paar(über'200 ,l(L)- aufgezwungen. Zur Rede gestellt, soll er nun seinen. SA-Kameraden mit'teutscher Offenheit erklärt haben:„Ja, waSglaüdt'S denn,' was-meine P>orge« s e tz te n-e-rstz ft e h l' nl Die stecken im Monat jeder- ein paar Tausender(Schillinge). ein I" Wozu man nur sagen kann: Wo er recht hat,, hat er recht, der Pg und SA-BezirkSfÜhrer.' Zadinal Kesselexploston fordert 18 Todesopfer. In der Nähe der mexikanischen Stadt Q u e r e t a r o explodierte auf einer Farm. ein. Kessels, wobei. 18 Personen getötet wurden. Ihre Leichen/sind gräßlich verstümmelt. Die abgetrennten-Gliedmaßen wurden weit weggeschleudert. Seitenstück-zu dem Fall Grunov. Wie dem „Daily Herald" aus Amsterdam gemeldet- wird, ist ein Nazianschlag auf Pater S t o ck.m-a n n, den Herausgeber- des- katholischen Emigrantenblattes„Der deutsche Weg" in Oldenzaal, Holland, im letzten Augenblick gescheitert.-Der-.Geist- .liche. wurde zu einem, angeblich Schw.erkranken gerufen,' dör in meinem Bauernh'äüs, nüv-18- Meter von-der deutschen Grenze entfernt; liege. Pater Stockmann wollte sich erst noch telephonisch erkundigen, aber der Bauernhof hatte kein'Telephon. Immerhin ging er zunächst zur Polizei und diese ließ dem Taxi de» Paters ein zweites mit einem bewaffneten Polizeibeamten folgen, Als P; Stockmann an Ort und Stelle angelangt aus dem Wagen-stieg, sah er ungefähr-20 Männer aus dem fo nahen Dritten-Reich, auf sich zueilen. In diesem'Augenblick aber näherte sich rasch, auch der holländische Polizeibeamte, was die.2.0 Nazis veranlaßte, sich ebenso' schnell wieder 4n.ihr Heimatland zurückzuziehen.(bn.)... GiftgaS alS Ordnungsstrafe! Zu-einer- Meldung, wonach 30'britischen Teilnehmern der jüngst, in Berlin abgehältenen internationalen Handelskammertagung.... ein St.ä n d ch>e n. v'o n einem Chor.K o n z.e ntr.ä-t i o'n'S- g e f a n g e n e r dargebrächt'wordefl- fei'(>.);',gibt der'xDaly Herald" folgenden-Bericht- wieder, den ihm fein- Amsterdamer-Korrespondent Wer' sein Gespräch mit einem ehemaligen Insassen-des KZ Dachau geschickt- hat.- Danach wird alS-neueste Disziplinarstrafe— und man weiß,.'daß sie'rein nach Willkür verhängt werden—gegen Gefangene die G a s prob e«»gesetzt. Er wird.stn.eine Kammer gesteckt, die'mit dem. neuesten' GiftgaS „O t t 2 0" gefüllt wird. Zwar hat der Gefangene eine Gasmaske.um, aber die Eigenart von „Ott 20" besteht darin, daß es a: u dj-, d, u r ch die Maske dringt. Infolgedessen bedeutet'die Antvendung dieser„Strafe" hohe Lebensgefahr. — In Dachau. hat-sich-letzthin-der Lagerkonnnav» dant Mutzbauer erschössen, als die Beraubung'von Lebensmittelpaketen für'die Gefangenen durch die SS— 1800 dieser Lebewesen bewachen. 2200 Gefangene— nicht-mehr vertuscht'werden,-konnte« so daß sogar dem Pg. Konunändänten'.llehletz.'zu drohen.schien.!(Wl)'■■■'"...- '. FortpslanzungSrekord. Der türkische Bauer Achmed Hälätsch' äu's' dem kleinasiätischen Dorfe Märäsch!st..mit..67.Bahren shichhij,znm;-oritten Male.-Urgroßväter', geworden;,. Sdsne': Rächkjöist« menschaft zäM.48'Personen:'.''S Söhsie'- und 8 Töchter, 2S',E>M.uNd 8 yre;ikes.!'Hchmxd'Pat bereits das dkiftemalPehfiratök und seine jetzige- Frgü"ist',' 37,.Bähte.'alt;.'^eine.'/Meste.^Dochter steht im,41'.' Lebetisjähr-und'-'sejn'!jUpgsttzS'iKtäd ist' ein sieben Mosiäte.«Ater.Tömtevchen;'-? Ruhrepidemie. In dem■bulgarischen‘ Städtchen Swischtow. an• der Donau, ist,' eine' Ruhr-Epidemie ausgebrochen, die- wahrscheinlich aus. RurNänienein- geschleppt. wurde. In da» OrtSkrankenhgu» würden über 100- Personen, größtenteils Kinder,.eingeliefert, von denen bereit» 12 gestorben sind.,*:.•, 17-000 neue Mitglieder brächte der Weöbe- mopät-- Aprilder, D e ü.M'ch e.n^ I u!g?e;n!dW.r- f o r g-e. Dfe Werbung geht weiterI•' Eine Biertelmillion Dollar täglich-für) die Rettung von Miß Earhardt. Alle bisherigen Nachforschungen nach...der'vermißten Fliegerm Miß Earhardt fiüd ergebnislos verlaufen.'Dir Regierung- der'- Vereinigten Staaten,-gibt schätzungsweise täglich 280,000 Dollar für dir zur. Auffindung-der verschollenen Wektfliegebin Earhardt eingeleiteten- Rettungsaktionen- au». Ein halbe» Dutzend Kriegsschiffe,, zahlreiche FlügzeUge und tausende- von Angehörigen Ger amerikanischen Marine sind für die Suche eingesetzt' tvorden. UeberdieS sind von der. Marineleitung alle Funsstationen, die im Sendebereich des Flugzeuges liegen» aufgefordert- worden, 24 Stunden Dienst zu. machen, damit aste Funksprüche derFliegerin zu jeder Tages-. und Nachtzeit ausgenommen werden können. Der Dampfer „Jtasca", der das Flugzeug der Earhardt ettva 800 Meilen nördlich der Insel Howland sucht, gab bekannt, daß seine Brennstoffe-zur Neige gehen; Da» Panzerschiff„Colorado" fährt, in der Richtung gegen Bauch Winslow und"stellt, auch bei der Phönix-Inselgruppe mit Hilfe,,der an Byrd befindlichen Flugzeuge.Nachforschungen an. Das HavaSbüro teilt mit,'daß der Danipfer „BtaSca" neue Signale aüfgefangen hat,, die nach Ansicht de» Kapitäns d.ie Stelle.angeben, wo das Flugzeug niedergegangen ist. Man nimmt an, haß diese Stelle auf einer die Insel Howland von SüdostLN nach Nordwesten durchschneidenden Linie liegt. Diese Angaben stimmen auch mit den Mitteilungen überein, die die Fliegerin vor ihrem Verschwinden, drahtlos, gesendet hat.. Beliebte» Reiseziel. Nach- einer. Meldung- aus Aälssund ist der bekannte.Polarforscher Sir Hube« Wilkins dort eingetroffen, um,den. Dampfer„Wyatt Carp". für eine Arktirexpedition zu chartern. Wilkins will Enderby-Land erforschen.' Der bekannte Flieger Eielsön will-einen Langstreckettflutz Wer den attischen Kontinent zur Walfischbah duröMhren. Ein katastrophale» Hagelwettermit Wolkenbruch ging Dienstag abend» über der Gegend Von Piekoüi nieder. Die angestauten Waffermassen zerstörten zahlreiche Wege und machten stellenweise den. Verkehr unmöglich. Die Elementarkatastrophe, die die. Kul« turen kurz vor der Ernte-vernichtete, hat in-der Gegend große Erregung Herborgerufen.-—.Mittwoch ging zu Mittag Wer Tu rnau ein Gewitter, verbunden mit einem Wolkenbruch,-nieder,- Die Straßen waren bi» zu einem halben Meter Höhe überschwemmt. Als da» Gewitter vorWer-zu-sein schien, wurde'gegen halb 1 Uhr die Turnäuer Feuerwehr in die nahegelegene Gemeinde Räkoüsy gerufen, wo. ein- Kugelblitz da» Hau»- de»--Landwirte» Anton Kvapil in Brand gesetzt hafte,- der binnen kurzem auch auf-die Wirtschaftsgebäude' de» Lohusläv Bararda Wergriff, Außer,den Wirt« schaftsobjekten wurden- auch die WohngefÄude' der beiden Landwirte vom Feuer heimgesucht. Da» Feuer wütete mit unvenninderter Heftigkeit weiter und griff auf dfe unmittelbar.benachbarten Ban» lichkeiten Wer. An der Brandstelle- trafen- zehn- Feuerwehrkovp» ein. Die Gehöfte-der-Landwirte Kvapil und Baearda. brannten bi» auf-die Grundmauern nieder. Ihre Familien konnten...an'den Löscharbeiten nicht teilnehmen, da ihre Mitglieder vom Blitz.betäubt waren.und eist wieder-in» Leben zurllckgerufen- werden müßten. Der-Feuerschäden ist sehr bedeutend.-' E» wird kühler. Der gesamte Witterungscharak- ter ist m unseren Gegenden in-den Häüptzllgen unverändert geblieben. An vielen Orlen treten wieder Gewitter auf. Trotzdem wurden um 14 Uhr-in der Republik nahezu Werall mehr, al»-28- Grad- Celsius, in der Slowakei bi» zu 80 Grad Celsius verzeichnet. Kühlere Luft, welche vom Nordwesten her gegen da» Binnenland swömt, dürfte bei un» eine forsschreiiende Verschlechterung h'erbeiführen..— Wahrscheinliche» Wetter h'e u t.e: In den. böhmischen, Ländern unsicher, im Westen her verstärkie Bewölkung, etwa» kühler, zeitweise Regen. Im Wrigen Gebiet noch-sehr warm,, mit Lokalgewittern.— Wetieraussichfen,für morgen: Unbeständig,.strichweise Schauer, auch im Osten ein wenig kühler.. Vom Rundfunk ■aaMNMMNiMa. mm d«n Pwimmi Frei tag: Prag, Leud»r Ir'-.7: Morgenmusik,-10.0.5: Deutsche Prtsse, 11.05: Populäre» Konzert: Mussi. ni,- Richard- Straub usw. 12ll0: Schallplattenkonzert, 14: Deussche Sendung:Musik' im Freien, Hörfolge mit Schallplätten: Händel,' Pchel,. 13.08: Deussche. Sendung: Hlawisschka: Deutsche Siedlungen in Karpathorubland^ lS.LO: Horner: Elia» Dollhopf, Barockmaler Weftböhmen»,' 18;85^.Deutsch«,' Srbeitersentntr,: Aktuelle zehn Minuten, ISlSsi: Deutsche Ppeffe,. 13.55: Au» dem deusschen Kulturleben, 20.05: Geigenkonzert Sroubek„-20.40: Beethoven: Schottische Lieber, L2i25: Jranz. Mchst- bert: Geigenguartett D-Moll.— Prag, Senket II: 15: Schallplattenkonzert, j:16.1Si; Deutsche Sendung: Bitwer: Ist. Brauchwm noch, zeitgemäßr 15.35: Dr. Slouk: Die tschechosiowakische Expedition zur Beobachwng der Sonnenftnsterni», 15,50: Deutschs Presse.— Best«». 17.40:' Deutsche Sen- dung: Sportnachrichten,'—'Selmer:'^tiänttst>ts'ckn Uhland, 21.05: Rundfunkorchesterkonzert.— Prktz- tur» 14.15: Violoncellokonzert, 19:55: Sok» stfn Fagott, 2.35: Tanzmusik.— Kasch« 12.35: Münd- funkoichefterkonzert.'—' Mührisch-Ostr»», 13,10: Occhefte'rkonzert: D.eIibe»;. Grieg'etr., il8.10: Den.» !che.Sendung:,shrwjnHeine-kiest'au»e>genen.Wer- keii,!-l-„ejflige-Mder^;'.' Rr. 158 Donnerstag, 8rJulil937 Seite 5 Volkswirtschaft und Sozia Willi Ole Sozialversicherung Im Jahre 1936 Nach einer Aufstellung de» Zentralverban« des der KrankeNverstchtrungSanstalten betrug die Zahl der der Aufsicht der Zentral-Sozialversiche- rüngSanstalt(ohne die Versicherten der Beamten- kranken-BersicherungSanstalten) unterliegenden Versicherten bei den Krankenversicherungsanstal« ten im Jahre 1036 zirka 2.24 Millionen Personen gegen 2.11 Millionen im Jahre 1285 und 2.68 Millionen im Jahre 1922. Die Borschreibungen der Krankenversicherung betrugen im Borjckhr etwa 784 Millionen Xi gegen 718.61 im Jähre 1985 und 987.22 Millionen im Jahre 1980.(Höchstvorschreibung in den Jahren 1929 bis 1936.)' Dies« Borschreibung zeigte eine aufsteigende Tendenz, die bei weitem nicht dem Lohn« rü'ckgang'entspricht, da dieser durch Erhöhung der VersicherüngSsätze ausgeglichen werden muhte. Bei w'eitem angemessener kommt dec Lohnrückgang- durch die Prämieneinnahmen der AlftrS- und Invalidenversicherung zum Ausdruck, deren Sätze unverändert blicken. Diese BorschreWung betrug.1986 etwa 441.24'Millionen Ki, gegen 408.55 im Jahre 1985 und 689.18 Millionen XL irrt Jahre 1929. 'Die Gesamtausgaben der Krankenversiche« run'gsanstalten kämen in der sinkenden Tendenz erst 1985 zum Stillstand. Sie betrugen tm Vorjahr zirka 792>27 Millionen XL, gegen 776 im Jahre 1985, 770.22 Millionen XL im Jahre 1984, 852.11 im Raffte 1933 und 1103 Millio- neu XL im Jahre 1980. Der Rückgang der Reservefonds kam 1938 zum Stillstand. Seither ist Wicker«Ine Steigerung zu verzeichnen. Di« Reservefonds betrugen Ende 1985 zirka 480 Millionen- XL gegen 865 Millionen Ende 1985, 814 Millionen Ende 1984, 259 Mllionen Ende 1988, 266 Millionen Ende 1982 und 802 Millionen Ende 1981. Der Stand-Ende 1986 ist dadurch charakteristisch, dah di« Krankenversicherung ohne wesentliche Einschränkung der Heilfürsorge, mit Hilfe administrativer und personeller Ersparungen sowie unter bedeutenden Opfern der versicherten an geldlichen Leistungen, zum finanziellen Gleichgewicht zurückkehrt.- Die Äusfuhrstelgerung nach den Ueberseestaaten .. Seit einiger Zeit schon ist die Beobachtung zu machen, dah der Außenhandel der Tschcchoslo- wakei mit. den Ueberseestaaten eine fortschreitende Intensivierung erfWrt. Diese-Entwicklung geht zgm Teil aus dem stärkeren Bezug von Rohstoffen au^Uckerstze uiüs>..tzen-iaVerbindung-damit g«-> pflegten Arwba'ü der Handelsbeziehungen zurück? Auch: im Vergleich zum Vorjahre ist dcr^ Fortschritt, der in den ersten fünf Monaten 1987 erzielt worden ist, unverkennbar. Es betrug die Warenausfuhr der Tschechoslowakei nach.(in Millionen XL)r Jänner bis Mal 1987 1936 Bereinigte Staaten 482 259 Kanada 26 20 Argentinien 59 32 Brasilien. 81 . 15 Britisch-Jndien 68 29 Holländisch-Jndien 17 6 'Japan 26 13 China' 78 16 Palästina 28 20 Iran-'.. 107 42 Südafrilanische Union 50 28 Aegypten 88 21 Australien 20. 16 Am stärksten konnte nach dieser Uebersicht die Ausfuhr nach den Bereinigten Staaten erhöht werden. Die. Steigerung der Ausfuhr beträgt 178 Millionen XL. Iran, das frühere Persiens-ist mit einem Ausfuhrwert von 107 Millionen-XL der weitbefte Warenabnehmer unter den Ueberseestaaten. Ganz-beträchtlich ist die Erhöhung der' Ausfuhr nach China, die sich gegenüber der gleichen Zeit des Vorjahres nahezu verfünffacht hat,■ In einigen der Ueberseestaaten hat dse tschechoslowakische Ausfuhr überhaupt zum ersten Mal festen Fuß gefaßt. Da ihr in Europa wichtige -frühere Absatzmärkte immer mehr, streitig gemacht werden, ist-sie. in wachsendem Maße auf. die Erschließung neuer Exportmärkte angewiesen. Die Entwicklung der letzten Zeit zeigt,, daß dies« Aufgabe in einem gewissen Ilmfang zu erfüllen ist, vor.- allem dann,-wenn- die Industriellen- selbst auch di« entsprechende Initiative entfalten/ Man erhält für XL 100 Reichsmark...'. 758.— Markmünzen.»•... 812.— lOü östUreichische Schilling... 533.50 100 rumänische Lei« 16!Ä) . 100 polnische Zloty.. 544.50 100 ungarische Penzö... 573.50 10Ü! Schweizer Frank««:.. 658<—!' 100.französische Franck. ,'...110.95 '-.'1 englisches Pfund.'.. 141,25 1 amerikanischer Dollar 28.60 100 italienische Lire.... 144.40 lOO Holländische Gulden.....-- 1577.— 100 jugoslawische Dinar» l-'.-.<. 65.30 100 Belga»;. 484.50 100 dänische Krone».;;..*635.— 100 schwedische Kronen,.. 783-— Das Chaos in der deutschen Außenpolitik Dr- Otto Strasser läßt seine Halbmonat»« schrtst, AI« deutsche Revolution" seit 1. Juli in 1 neuem Format und auch tnhaltllch nicht mehr al» ' reintS Organ der Schwarzen Front, sondern al» Zeitschrift mit dem Untertitel»Europäische Blätter der Dritten Front" erscheinen. Die Zeitschrift'trägt da» Motto„Weder JaschiS« mu»— noch Bolschewismus I"..Das Heft vom 1. Juli bringt neben einem grundsätzlichen Artikel Strasser» über die.Dritte Front" und einem lesenswerten Aufsatz von Fr. Klein.Kampf um. das'Mittelmeer", sowie Aufsätzen von Kurt Hiller, von katholischer und evangelischer Seite, einleitend In der.Politischen Kamera"«ine inter- effante Anal Nieder deutschen Außen« poltti k der letzten Wochen aus der Fcker Otto Strasser». Wir entnehmen diesem Aufsatz dar. folgende:- ■ Im In- und Ausland hat eS sich allmählich herumgesprochen, daß die Richtung»« I ämp f'e im Hitlersystem heut« nicht: weniger'heftig sind als vor drei Jahren, wo.sie in der schaurigen„Deutschen Bartholomäusnacht" zum erstenmal-sichtbar zutage traten. Richt zuletzt di« Außenpolitik- de» Hitler« system» wird— wie in„Wvhin treöbt Hitler?" durch eingehende Analyse dargelegt ist— von dem Kampf der beiden Hauptgruppen des Regimes bestimmt: vom Kampf der»traditionellen Mächte" gegen die Partei. Gemäß den wkrischaftlichen Interessen, der preußischen Gesamtkonzeption und der soldatischen Ueberlegung dieser traditionellen Mächte würden sie sich brennend gern mit der„wirtschaftlichen Durchdringung" Mitteleuropas, der Ausdehnung -der deutschen Rohswffbasis und der(durch«in Arrangement mit Rußland jederzeit zu«rreichen- dens»Rückversicherung" der deutschen Militärmacht in Europa zufricken geben— ohne auf dem Glanz dieser Macht und ihrer äußerlichen Anerkennung durch territoriale und völkische Eroberungen zu bestehen.— ES ist mehr als wahrscheinlich, daß England nichts lieber fähe, als di« endgültige Festlegung einer solchen Politik Deutschlands und es hätte gar nicht erst des offi- gikllen SchluhkommuniqutS der Empire-Konferenz und der ausdrücklichen Erklärung des neuen englischen Premierministers am 25. Juni bedurft, um dies« Einstellung der englischen Politik zum Problem Deutschland(und nicht nur hinsichtlich der Außenpolitik I) sichtbar zu machen. Zweifellos entsprang aus dieser Schützenhilfe Englands für die traditionellen Mächte auch die Einladung Chamberlains an Meura t h, die den Abschluß der großen, außenpolitischen Offensive bilden sollte, die die traditionellen Mächte In den letzten Wochen durchgeführt hatten; .nach, einheitlichen Plan und unter enger Zusam« . Minarbc.it'.w.jptschasilichcr,... diplomatischer und militärisch»»,Kräfte war man in diesem Lager vorgegangen: Schacht nach Pari», Blom-, berg nach London, Neurath'erst nach Wien und dann nach Budapest, hierauf nach Belgrad und Sofia, Beck nach Paris, Schacht nachgreifxnd in Wien— und als Abschluß Neurath in London, so gedachten die„traditionellen Mächte" picht nur den verfahrenen- Karrm deutscher Außenpolitik Wicker flott zu machen, sondern zugleich die Position ihrer Gruppe im Hitlersystem erneut und entscheidend zu stärken.(Wobei zur Vervollständigung de» Bildes hinzugefügt sei, daß sicherer Kunde nach sogar ein Ministeckesuch in Prag geplant wqr, dessen Ankündigung die HItlerpolifik in Wien schon zielbewußt auszuschlachten sich be- Müht hatte!) Aber die klugen Herren der„traditionellen Mächte" hatten sich wieder eimNal verrechnet, soi wie sich ihre Vorgänger, die Hugenberg, Seldte, Papen und Hindenburg hinsichtlich der Hitlerpar« tei so oft verckchnet hatten!— Die Außenpolitik der Hitlerpartei begnügt sich nicht mit„halben" Lösungen, mit wirtschaftlichen Interessen, kleindeutschen Zielsetzungen usw., sondern sie muß ihrer Natur nach die sichtbare Herrschaft, den territorialen Erfolg anstreben(zugleich als geschichtliche Entlastung ihrer. Missetaten!!) und fetzt daher dem Idol der wirtschaftlichen Expan- sio» das Idol des kontinentalen Imperiums entgegen, Ungeschick der Tatsache, daß hier nicht nur Frankreich, sondern auch England' zum unbcking-. tcn Gegner, werden muß.- ,' Merkwürdigerweise ist der Führer dieser Politik der. Packei weder. Herr Hiller noch selbst Herr Göring(obwohl«r'.si« bei Hitler eifrig ber- tritt), sondern— Mussolini! Der italienische Diktator ist es, der in direkt bewundernswerter Weise«S verstanden hat, die großen und kleinen Köpfe der Hitlerpartei mit'seinem Geist zu erfüllen und die Dynamik, des Nationalsozialismus auf die Mühlen-der italienischen Mittelmeer« Politik zu lenken—> fast, ohne daß di« Männer dck HitkersystemS merken, wie. sehr ihre Politik dabei den wahren nationalen Interessen Deutsch- 'landS zuwiderläuft. Erst auf der Grundlage dieser inneren Zu- -sammcNhänge wird das Chaos der deut« .schen Außenpolitik dieser letzten Tage verständlich: die von Goebbels inszenierte Weigel- Hetze war weniger gegen Prag als gegen den von Neurath(auf englischen Rat!) beabsichtigten Ausgleich mit Prag gemünzt; der von niemand gesehene, aber nach vier Tagen in Berlin gehörte „Schuß gegen die Leipzig" sollte gar nicht das deutsche Kriegsschiff torpedieren, sondern die von Schacht—Blomberg elngeleitetc Reife Neuraths nach London, wobei die maßlose Preffehetze gegen Eden und Chamberlain alle weiteren Berständi- gungsversuche der neuen englischen Regierung möglichst erschweren soll. Und so wie England den„traditionellen Mächten" des Regimes Schützeichikfe leistet« und leistet, so beeilte sich Mussolini in einem sensationellen Leitartikel zur Spanienfrage seinen Freunden von der Hitlerpartei tatkräftige Unterstützung zukommen zu lassen, nm nicht nur in Spanien, sondern auch in Deutschland jede„englische" Lösung.auszuschalten. Im Augenblick steht die Partie noch al pari, aber die Aussichten für die„Lösung" im SinnederPartei sind für den Kenner des HitlersystemS ungleich größer als für den Sieg der„traditionellen Mächte". Acht Milliarden Francs ■ollen die neuen Steuern bringen Pari». Die Kammer und der Senat beenden hie letzten Weiten hes. A^rhandluyjispk^gr^tMs, und werden.nach, einer Nachtfitzung Donnerstag früh in die Ferien gehen. Donnerstag tritt unter dem Vorsitze Chautemps der Käbinettsrat zusammen, nm die Finanzdekrete der Regierung, insbesondere über die Stenererhöhungen durchzuberaten. Die Regierung verspricht sich von diesen Dekreten neue Einnahmen in der Höhe von sieben vir acht Milliarden Franck. Lum erstenmal seit 1801 ein päpstlicher Legat In Paris Paris. Freitag früh trifft in Paris der Staatssekretär des Hl. Stuhles, Kardinal Pare l l i, in der Mücke eines päpstlichen Legaten zu einem offiziellen Besuch ein. ES ist feit dem Jahre 1801 wieder das erstemal, daß ein päpstlicher Legat nach Paris kommt. Kardinal Pacelli hat zwar Frankreich bereits vor zwei Jahren einen Besuch abgestattet, und zwar dem Wallfahrtsort KSthe Rollwitz zum siebzigsten Geburtstage Am 8. Juli des Jahres 1867 wurde in Königsberg«ine Frau geboren, die für uns der Inbegriff aller mütterlich-menschlichen Kunst ge- wockenist: Käth e K ollw i tz. Hatte dcrPhi- kosoph, an, den.'man sich erinnert, wenn von Ki« nigSberg gesprochen wird, hatte Kant gesagt, daß MN so handeln solle, daß die. Maxime des Wollens zugleich al» Prinzip der allgemeinen Gesetz gebung gelten könne, so hat Käthe Kollwitz durch ihr Wesen und Werk ein Wollen vertreten, das zwar heute noch immer weit davon entfernt ist, Prinzip der allgemeinen Gesetzgebung zu sein, das aber identisch ist mit dem Wollen aller derer, die sich ein echtes Gefühl für Menschlichkeit bewahrt haben. ES gibt mehrere Selvstbildniffe von Küthe Kollwitz. Da sieht man sie, die Hand an der Stim oder am Gesicht: nachdenklich sieht sie in die Welt hinein, ernst ist ihr Gesicht über all dem Leid, das sie, sieht, warmherzig ist ihr Blick und voller Mit-Leiden. Oftmals und immer wieder ist Mutter und Kind, sind schutzlose Nein« Wesen, Hungernde'und Verlassene auf ihren Zeichnungen: das ist der Ort, wo ihre Seel«, die Seele des Menschen Käthe Kolüvitz, mit der Seele der Künst- lerin eins wird. Käthe Kollwitz hat nicht nur selbst Kinder großzezogen, sie war nicht nur selbst leidende und sorgend« Mutter, sondern als Frau eine» Kassenarztes in einer Berliner Ackeiteckor- stadt hat sie jahrzehntelang auch mitangesehen, wa» ihren Willen formte- ihrer Kunst die Richtung gab: die heute über allen Parteiungen, anerkannte Kunst der Käthe Kollwitz, die man selbst in Deutschland nicht anzutasten wagte, ist die mütterliche Kunst schlechchin; mit dieser Frau, deren Lebenswerk wir ihr an der Schwell« des Greisenalteck heute danken, ist: di« Mutter al» Ausdruck de» tiefsten Menfchlichkcitsgefühls in di« Kunst elngetzängen. -- Befragt, aus welchen Bezirken sie di« innere, geistige Richtung ihres Werke» empfangen habe, hat, Käthe Kolüvitz einmal Zola»„Terminal", Hauptmann»,„Weber", Gorkis»Nachtasyl" und Blücher begibt sich an den Amur Der Oberbefehlshaber der sowjctrussischen Fern- ostarmee, Marschall Blücher, hat sich mit seinem engeren Stabe an den Schauplatz des russischjapanischen Zwischenfalls am Anmr begeben. Lourdes. Damals weilte er jedoch nicht in Paris. In Paris wird der päpstliche Legat mit den höchsten königlichen Ehren empfangen werden. Bon Paris aus begibt er sich in die Stadt Lisieux in der Normandie, wo er als päpstlicher Legat bei den dortigen Feiern zu Ehren der Hl. Theresia, die kürzlich heilig gesprochen wucke, den Vorsitz führen und eine neue Basilika dieser Heiligen weihen wird. „Puzzy" tzanfstarngl gegen Hitler. Mit einiger Spannung wird in Londoner politischen Kreisen das kommende Erscheinen des bisher sensationellsten Buches über das Dritte Reich erwartet. Als vorläufiger Titel Wick genannt:„Wie ich zu den Nazis kam, und Wie ich von den Nazis ging." Das Buch ist in englischer Sprache verfaßt, das vereinbarte Honorar soll ein Vermögen wert sein, und sein Autor ist kein anderer als Adolf Hitlers vordem bester Freund, der ehemalige Auslandpressechef der NSDAP, Mitglied der bekannten Münchener Kunsthändlecfamilie« APartei« jreisH, Agmieljl xPljzzi^ ,'genäiill't,/'' 8>k.''Hank«, ftäengl, der'seiner Enttäuschung und liefen Abneigung gegen di« Entwicklung des Dritten Reiches mehrfach offenen Ausdruck gegeben hatte, war bei Hitler schon seit längerer Zeit in Ungnade gefallen. und verließ-Deutschland letztes Frühjochr eines Tages bekanntlich fluchtartig. Nach einem kurzen Aufenthalt in Zürich tauchte der melancholische Ries« mit dem absonderlichen Kopf in London auf,' wo ihm«in großer Verleger das Abfassen eines Enthüllungvuches über den Nationalsozialismus suggerierte. Die Erwartung ist den Be-. Herrschern Deutschlands offenbar sehr p,e,i n l i ch. So schickte Göring seinen-Adjutanten Major Bo- denschatz persönlich nach London, um mit Hans«. staengl zu verhandeln.„Puzzy" wurde einge- iladen, zu einer Aussprache in der Londoner deutschen Botschaft zu erscheinen, lehnte jedoch, eingedenk des alten Spruches„Be- stigia terrent", ab: die Botschaft biete ihm keine genügende Garantie für persönliche Sicherheit. Tolstoi genannt. Es ist die Welt, in der das Leid der unterdrückten Kreatur literarische Gestalt angenommen hat, auf die sie in ihrer Antwort verwies. Diese Welt hat sie in unzähligen Zeichnungen, graphischen Blättern, Radierungen und Kupferstichen, zulekt auch in unvergeßlichen Holzschnitten zur erschütternden Darstellung gebracht, der Krieg gab ihr den letzten Anstoß, den Schrei der vergewaltigten Menschheit in ihren Blättern zu formen. Die höchsten Ehren wucken ihr zuteil: sie wurde zum Professor ernannt und in die neugegründete Akademie der Künste als erste Frau ausgenommen. Käthe Kollwitz, die heute in voller Zurückgezogenheit lebt und wie wir hoffen und ihr wün- schm wollen: bei bester Gesundheit, ist nie Mitglied einer politischen Partei gewesen. Aber sie hat in jungen Jahren August Bebel sprechen gehöck, der über di« Frau und die Gesellschaft einiges zu sagen wußte, und es ist natürlich kein Zufall, daß immer dort, wo die großen Kämpfeausgefochtenwurd« ngegen die Bedrängung des Menschen, besonders der Mütter und Kinder, durch Zeilerscheinungen, an den Plakatsäulm jene ins Herz brennenden Rufe auftauchten, die ihre Zeichnungen bildete». Die Rufe der Mütter aus aller Welt»ach Menschlichkeit, nach Frieden, nach tättger Liebe klingen heute lauter als je. Hat jemals Kunst zu bewirken vermocht, daß diese Rufe vom Schmerzensschrei zum Protest, vom BerzweiflungsauSbruch zur Kampfeslosung wurden, so hat Käthe Kollwitz das meiste-dazu getan. Das danken wir ihr heute zu ihrem 70. Geburtstag, daS werden wir ihr nie vergessen.' W. B, I Seite 6 in Betrieb sind. Herr Mrebern iunior hat alle' men ließ. JCunst und Wfeaea VerewwodkidUea Donnerstag, 8. Juli 1937. Nr. 188 „Sozialdemokrat" geregnet, daß wir habiü bermelnl, wir Müßtest gleich zugrunde gehen. Denn der Wind hat da? Boot in die Höhe gelehnet, und wann eilt Pferd nur mit eitlem Fuße zurückgetreten, so wär das Boot gleich gesunken. Denn das Boot lag mit einer Seiten im Wasser, daß kaum noch ein Messerrücken übrig war. Darnach kehrte der Wind das Boot und trieb uns an den Strand, da liehen wir die Pferde ansspringen und reisten an dem Seestrand zu Land bis Königsberg. Von dorten nach Danzig und über Thor» und Graudenz nach Hause, aber unterwegs sind wir krank worden und haben die Pferd wiederum verkaufen müssen und sind auf Fnhrwagen bis Breslau und heim." Die dritte Reise führte Kreibich wieder gegen Norden. In Königsberg fiel er unter die Werber, kam jedoch wieder los. In Mitau verkauftet» sie viel Glas; dann zöget» die Händler nach Livland und Ingermanland..Dann ging es wieder über Wilna, Grodno, Warschau, Lowttsch und Schlesien nach Hause. Die vierte Reise ging wieder in diese Ostseeländer. Die nächste wurde schon mit einem Wagen voll Ware unternommen. Sie führte durch Sachsen und Lüneburg nach Hamburg, wo Kreibich f t Naturfreunde, Ortsgruppe Prag: S» Samstag, den 10. Juli: Treffpunkt W um 148 Uhr am Smichover Bahnhof, M Fahrt nach Revniee, Wanderung, znr ' Hütte, Sonntag Wanderung nach ' Äoznice, Tobris, Hütte, Skalka, Rev- niee, führt Schaffer. Ensemblegastspiel Grünbaum-Farkas.„Gange ster über Wien", eine Biwfolge, die die beide» .Hauptdarsteller zu Autoren hat, ist das erste Stück; das die Wiener Komiker Fritz Grünbaum und Kars Farkas morgen mit ihrem Ensemble in' der Kleinen Bühne' zur Prager Erstaufführung bringen.'—' Preise' Ui 5.— bis 86.—. Vorverkauf: Deutsches Haus, Truhläk, Wetzler,. Deutsches Theater/ Hände voll Arbeit, um Ordnung in das Pflanzen» labyriitth zu bringen.'!»,'. „860 Pflanzen gedeihest heilte bei uns in Freibeeten und Treibhäusern",, berichtet er. Die meisten, hat er erst' nach jahrelangen Versuchen züchten können. Die dabei herausgearbeiteten Methoden sind, recht interessant. So muh, noch ehe der Schnee geschmolzen ist, die Arbeiten den Freibeeten beginnen,»in» die allzu kurze Sommerzeit aitSzunützen. Die Treibhäuser sindjtnge- heuere Hallen, so groß/ daß sie'mit Pferdeise-, spannen bestellt werten' müssen. Während des ganzen Winters leuchten hier Tausende von elektrischen Lampen Tag end Nachr, damit die Blu» men Farbe bekommen; liehe man sie im Dunkel und Dämmerlicht wachsen, so würden siegram iverden. Dafür gedeihen aber die Blumen wqh- rend des Sommers noch viel schöner als bei uns — sie haben ja Tag und Nacht Sonnenlicht.. Die Freibeete bieten, einen Unwahrschein» lichek» Anblick. Da wachsen Chrysanthemen und Dahlien, Nelken und Stiefmütterchen, Lupinen und Begonien, Astern und Anemonen, und daneben die Nutzpflanzen Kartoffeln üüd. Radieschen, Rhabarber und Salat, Tomaten und'Erbsen— unendlich wichtige Gemüse für den Fischer, den der Vitaminntangel ständig mit Skorbut bedroht. Heute versorgt Atreberg Abertausende von Menschen mit Lebensmitteln, die fie einst kaum vom Hörensagen kannten. Für ivelche Lieblingsülumen haben sich die Nordnoriveger aus der Kollektion Utrebergs entschieden? Seltsamerweise für... Alpenveilchen. Das genügsame Alpenveilchen hat sich seit ein paar Jahren, seit Herr Mreberg es hier heimisch gemacht hat, die Herzen der Tromsöer Frauen erobert. An allen Fenstern stehen die Töpfe mit den blahrosa Blüten, im Winter sorgsam von ivärmendem Zeitungspapier umhüllt. Die „Alpenvioler" sind die bevorzugten Zierblumen der Arktis geworden... „Aber wir haben auch Rosen", sagt Herr fltreberg. Und wahrhaftig, unter dem strengen Polarhimmel wachsen in Freibeeten die schönsten Rosen— Rosen aus den» Norden. Es»st wirklich ein Wunder. Und der seltsamste Anblick ist es, wenn ettva im Inn», die Rosenbeete von einem plötzlichen Schneefall in dichtes Weih gehüllt, werden... Rosen im Schnee, Alpenveilchen in der Mitternachtssonne, Tomaten am Rande der Arktis. Alles Dinge, von denen sich die Schstl- weisheit der Gartenbaukunst bisher nichts träu- Für gesund? Vordauung sorgt das natürliche Abführ-Erweichungsmittel, der Leckerbissen 24 Pas’ Kt 6- Verursacht keinen Durchfall Für Diabetiker in gleiche? Zusammensetzung ohne Zucker. Mit dor.Bezeichnung D In jeder Apothoko Tromsö. Nachts zwölf Uhr geht in Trotnsö die Sonne auf, ohne untergegangen zu sein. Kurz vor Mitternacht umtanzt sie die Bergspitzen, verschwindet sür ein Weilchen hinter den Felsen des Tromsö-Fjords, und Ivenn es dann auf der übrigen Welt stockdunkle Nacht ist, wenn für uns „Südländer" die Geisterstunde schlägt, hebt sie sich in Nordnorwegen ivieder rotglühend am blaugrünen Polarhimmel empor... Was für ein seltsames Land: Die Menschen hier haben sich nach ihrer Umgebung eingerichtet. In der endlosen Winternacht schlafen sie viel, vom Frühling bis zum Herbst aber dafür fast gar nicht. Die Strahen von Tromsö und Ham- merfest sind in» Sommer um Mitternacht am belebtesten: man geht spazieren, tanzt im Freien und genießt das nächtliche Schauspiel der Natur. Soweit die Menschen. Aber die Pflanzen? Wie finden sie sich n»it den eigenartigen Lebensbedingungen ab— liefern sie, was der Mensch auch hier braucht? Nein, sie denken gar nicht daran, hier a»if dem 70. Breitengrad, in einer nördlichen Höhe, die in Sibirien und Grönland bestenfalls kümnierliche Moose gedeihen läßt. Nur die warmen Südwinde und der geheimnisvolle Golfstrom bringen im Norden Norwegens eine etlvas reichere Fauna hervor. Mer es hat dennoch der einzigartigen Gärtnerkunst, des beispiellosen Fleißes der Herren Mreberg bedurft, um aus dem kargen Boden Tromsös Blumenwunder hervorzuzaübern. Die„Björkaas-Gartnerei"— Berghang- Gärtnerei— ttt Tromsö ist die nördlichste der Welt.. Sie besteht nun genau vierzig Jahre. Man machte sich über Herrn Mrebern senior lustig, als er mit drei winzigen Pflänzchen seine Versuche hier oben begann, hier, wo Tomaten ein kostbarer Importartikel und Blumen nur von Bil- dern her bekannt waren, ja selbst Kartoffeln einen Seltenheitstoert besaßen. Damals lachte n»an über den alten Mrebern, heute aber bewun- dert man seine» Sohn, der den Besucher gern und stolz durch sein Reich führt. Die Björkaas-Gartneri besitzt heute ein Riesengelände, und sie kann nicht über Beschäf- tigungslosigleit klagen. In der Expedition ist Hochbetrieb. Die Blumenmädchen der Arktis haben zu tun, uni ganz Nordnortvegen einschließlich der einsamen Fischerinseln mit Bliunen und Gemüse zu versorgen. Sie sehen allerdings anders ans als bei uns, mit ihren Skihosen und den kleinen Schlitten, die Dreiviertel des Jahres die nächsten drei Reisen führten Kreibich wieder nach Siebenbürgen; ans der letzten kam er sogar bis nach Konstantinopel— unter vielen AM» teuer»,> Im Jahre 1700 unternahm er noch sm Herbste eine Pilgerfahrt nach Rom, A»»ch auf die- .ser Reise vergaß er nicht seines GlaShandels: Sie führte ihn„von Haus auf Präg, von Präg auf Winterburg auf die Glashütten zum Herrn Michel Müller, da hab ich mir Glas bestellt und sein Svhn Valentin, der war auch nach Rom gereiset." Im Jahre 1701- reiste Kreibich wieder nach Siebenbürgen; er wollte dann weiter bis-Konstantinopel, verkaufte aber schon in.Adrianvpel die ganze Ware an einen andern Glashändler, worauf er wieder heimkehrte.' Kreibich unternahm in den folgenden' Jähret» noch zwölf Geschäftsreisen nach Siebenbürgen und in die Türkei, der ständigen Kriege halber jedoch mit recht wechselndem Erfolge. Die letzte dieser Reisen währte anderthalb Jahre und Kreibich kam erst im Mai 1721 heim. Er widmete sich fortan seiner Hauswirtschaft und starb nach einem überaus tätigen und bewegten Leben im Jahre 1730, im Alter von. 74 Jahren, Kreibichs Handelstätigkeit hatte zu, jener Zeit, starken Einfluh, auf die Hebung der Heimat» lichen Erzeugung und dieser Einsluh wirkte noch zu dieses' Bahnbrechers Lebzeiten durch dessen gutes Beispiel auf die weitere Ausbreitung der Absatz» gebiete für das böhmische Glas. Kein- Erzeugnis hatBöhmen so berühmt gemacht in aller Welt. wie sein Glas, und Kreibich ist einer derjenigen Männer, die diesen Ruhm verbreiten halfen. Anmerkung: Die vorstehenden Zeilen sind,ein kurzer Auszug aus Kreybichs ausführlicher Chro» »tik. Diese ist im 8. Jahrgange(1862) per Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Deutsche.» in Böhmen(Prag) vollständig abgedruckt'. Josef Blau. *.. Die Reisebeschreibung des GlaShändlerS Georg Franz Kreibich(1662—1736) au- Stein» schön»» wird man 1987 nicht ohne Nutz?,» lesen; Der Wagemut dieses Mannes- hat den Ruf/deS böhmischen Glases.weit über die.Grenzen-hinauS verbreitet. Unserem Export und damit dem Lebe» unserer sudetendeutschen Arheijer...würden solche Pioäiere unserer Industrie von großem Nutzere sein.'.... Es würde alles kesser gehen, wenn man mehr ginge Dieses gute Wort des großen Wanderers S e u m e drängt sich uns in die Erinnerung, wenn wir von den Reisen des uttternehmenden Glashändlers Georg Franz Kreibich aus Steinschönau lesen. Kreibich Ivar im Jahre 1662 geboren; er lernte zuerst bei seinem Schwager Christoph Heyder die Glasmalerei, dann bei Georg Heyder das Schneiden des Glases. In jugendlichem Alter reiste er mit seinem Schwager, dem Glaö- händler Christoph Piltz quer durch Böhme» nach Seewiesen(bei Neuern), wo er bei Hans Preißler (f 1682), wie er erzählt,„ein Schubkarren schlecht Glas aufgeladen, und sein darnach durch Bapernlaud, Salzburgerland, Krainerland und in Kärnten gereiset". In Laibach blieb Kreibich ein volles Jahr; hier schnitt und verkaufte er das Glas, wanderte dann nach Cilli und weiter nackt Graz, wo er ein halbes Jahr lang in Arbeit stand. Von da reiste er Uber Mariazell, wo er„seine Andacht verrichtet" nach Krems, von wo er auf der Donau bis Wien fuhr. Hier trat er bei einem Nürnberger, der für den kaiserlichen Hof Glas schnitt für ein halbes Jahr in Arbeit. Beim Her- annahen dec Türken, man schrieb das Jahr 1688, flüchtete er ans der Stadt. Er wanderte über Zuaim und Jglau auf die mährische Hütte zu Rybney, wo er sich ein Jahr und zwanzig Wochen aufhielt, woraus er heimreiste und das Meisterrecht erwarb.: War diese erste Reise eigentlich bloß seine Gesellenwanderschaft gewesen, so dienten die folgenden Wanderungen ausschließlich dem Glashandel. Nach einem Jahre zog er mit feiltet» Schwägern Kaspar Heinsch und David Hehder mit Glasware, die sie auf Schubkarren verladen hatten, durch die Lausitz, Brandenburg, Berlin, Küstrin und Pommern nach Stettin, Wolgast, Greifswalde, Stralsund und von da.zur See bis Riga und weiter nach Reval, Narwa und zurück über Dor» pnt und Riga durch Kurland, Mitau, Galdingen, Libau und Memel, durch Preußen. Im. klinischen Haff„wären wir. bald zugrunde' gegangen und es hing unser Leben nur an einem Haar. Denn wir hatten, uns Pferd gekauft zum Reiten und wir gingen bei gutem stillen Wetter zwei Stunden vor abends in das Schiff.. Es war nur ein offen Boot und der Schiffer gab uns ein alt Mannl und ei»» kleinen Jungen'mit, die uns führen sollten. Als wir aber etliche Stunden gefahren waren» so sieht halt ein Sturm auf und kommt ein Donneewetter >un Mitternacht, und»hat schrecklich geblihet und Karan aus dem Norden Gärtnerei unter der Mitternachtssonne— Blumen in der Skihose Die nördlichste Gärtnerei der Welt Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Poft, monatlich XL 16;—. vierteljährlich Ui/ 48.—.halbjährig K6 96.-. ganzjährig XL 192.—.— Inserate Iverden laiit.-' Tarif billigst berechnet: Bei öfteren Einschaltungen PreiSnachlah.— Rückstellung, von Mamlskripten erfolgt nur bet Einsendung, der Metöurmarken.— Die ZeitungsfranMtui! wurde von der Poft, und Tele-i ■•' gräphejidirdktioft mit Erlaß Nr. lSÄ00/vrvl9S0'bewilligt.— Druck-rei-.F)rblS"; Druck», Verlags» und'SeitwÄs-A^M'Ppa«•• 7;...^, Wage» und Pferde verkaufte und^übers Meer nach England fuhr. Die lieberfahrt war stürmisch iü»d währte.sechs.Tage. In London, machte er anfangs kein Geschäft, denn da gab es nicht, weniger, als sechs Glashütten und die erzeugten besseres Glas als er ins Land bracht?. Weil aber seine Ware ge- schnitten und gemalt war, ging es zuletzt doch noch 'reißend weg'.'>' i'. Dann reiste er mit einem Wagen voll Ware näch.Lübeck,'. wo. er wieder das Fuhrwerk verkaufte Und zu Schiff nach Kopenhagen. fuhr, von. da nach Schweden und.über Stockholm.nach Nöckäping, dann über Stockholm zu Master»»ach Riga und über.Wilna, Grodno, 7 Warschau und Breslau heim.•■'■",:. •' Auf Per sechsten Reise wagte sich'Kreibich bis Moskau. Er führ mit zwei Wagen ans, über Kö- nigsberg und Litauen, Wilna, Minsk und Smolensk nach Moskau. Hier wurde er sehr gut ausge- nommen und machte auch' gute' Geschäfte. Wie kurz'vorher, in London,! so machte Kreibich auch hier eine Revolution samt deren schrecklichen Be- gleiterscheinüngen mit; Zuletzt kam er aber den» »koch zu schwerem Schaden, da ihm die Zöllner viel Geld abzwackten. Es mußte Kreibich aber dennoch genug gewönnen haben,..' da er nachher seinem Vater den Famikienbesitz abkaufte und das Haus neu. erbaute. Zwei kürzere Reisen nach Livland und Hamburg führten den nun schon gut eingesührten Kaufmann bald wieder heiy». ' Die achte Reise nahm nun eine andere Richtung: sie fiihrte. Kreibich mit drei Genossen nach Ungarn; hier wurde er zu Total; von Soldaten in den einen Arn» geschoffen, und die Heilung währte säst ein halbes Jahr.„Bei Großwardein stund der General Heißler mit 16 Regimentern und mach sechswöchiger Bombardierung hat sichs mit Aeeord ergeben, Nach diesem sein wir n»it vier Regimentern in Siebenbürgen marschiert bie Hermannstädi und Kronstadt und haben guten Markt gehabt. A»>f der Rückreise hätten wir in einem Potthause schier sollen erschlagen werden, wenn wir nicht so wachsam, gewesen und noch ein Oberstleutnant wäre auf die Post kommen. Denn sie hatten denselben Tag schon zwei Wagen ausgeplündert und der Postmeister war selbst ein Schelme und hielt die Räuber. Sie Pasteten uns auch auf den Morgen auf und schossen auf uns und gaben einen» zwei Stich mit dein Mester; indem kamen uns ein paar ungarische Edelleute entgegen, darnach gingen sie durch." Von da reisten die Gesellschafter heim. Die neunte Reise ging wieder durch Schlesien nach Ungarn. In Kascha» trennte sich Piltz von Kreibich und reiste nach Belgrad zur Armee, Kreibich aber nach Siebenbürgen und wieder heim, Piltz jedoch hatte Unglück gehabt; er war bei der Armee krank, gewartet» und samt seinen, zwei Knechten auf der Heiinreise gestorben. ...D.ie^ zehijst! RKjse,.untertiahm.,.Kce>biik.im nächsten Frühjahr; da holte er zstOfen die' Ware, dje Piltz hätte liegt» lüste» müssen, üb, und reiste dann über Erlau, Tokay, Kascha», EperieS, Leutschau, Neusohl unr Kremnih heimzu. Die elfte Reise unternahm Kreibich ganz allein. Er.begab sich über Breslau, Beleg, Oppeln und Kraka»» nach Bartfeld und von da über Ka- schau und Klausenburg nach Hermannstadt.; Er nahm dann von Kronstadt fünf'Studenten und einen Feldscher bis Breslau»njt, von wo diese „mit der Ländkntschen" nach Leipzig fuhren. Unterwegs war Kreibich mit den Studenten Gast auf einer vornehmen Hochzeit in Polen gewesen.'«Wir haben große Ehre gehabt, aber wir haben auch sechs Kremniher Dukaten der Braut geschenkt." Die zwölfte Reise fiel unglücklich aus, da Kreibich st» Hermannstadt, das von flüchtigen Soldaten überschwemmt wurde,' kein Bleiben hatte. Aus Furcht vor dem Anrücken der Türken verbarg er die zwei Wagen voll Glas in ein tief unter der Erde liegendes Gewölbe.„Ich hab Mich sogleich auf die Reis nach Haus, begeben." Auf der nächsten Reise verkaufte Kreibich wenig, da die Furcht vor den Türken noch zu arg war. Erst die 14. Reise im Jahre 1697 wachte es dem-mutigen Manne-möglich, die in Kronstadt eingelegte Ware an den Mann zu. bringen. Auch filme In Prager UchtsDielhäusern Urania-Kino:„LiebeSleuie." Fröhlich, Renate- Müller.— Adria:„Spione über dem Ozean."'Be'pi.--, Giäli.')'> Rotzyt,'Mfttordedo.'48i7'(ÄchZ- ä--- LoSvse;„Alibi."- A.— MaceSka.:'Selubester>) Freünd;" Harry-Piel.-D.'>^- OurMNest".Wiener h. Fiakerlied." D.— Perityn:„LoiziLka." Tsch.- Roxy:„Wiener giakerlted." M>-,CiU: