Aus dem Inhalt Atntralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Anonahme de» Montag tiigttch früh /, Einzelprei» 70 Heller Redaktion u. Verwaltung: PragXll., FochovaöS- Telephon 88077- Herausgeber: Siegfried Taub-Fverantw. Redakteur i.V.: Zdenko Neuwirth, Prag Kardinal-Legat gegen den „Gdtiendienst der Rasse" Deutsche Batterien bedrohen Gibraltar »Volksgemeinschaft** In der Praxis Ein Mord nach 20 Jahren aufgeklärt 17. Jahrgang Dienstag, iH Juli 1937 Nr. 162 OsiMWWWDWU„ | der Reglorungstruppen 16 km GelSndesewInn westlich von.Madrid'- B a leb ei a.■' Amtlich wird gemeldet:'Die'republikanischen Truppen,. die- im Abschnitt Sierra de Gnadarama operieren, haben Sonntag früh bad. Dors Billa Rueva del Vardill», westlich von Madrid, besetzt. Svv Aufständische, dastMter sieben Offizier», wurden gesangenge- »ommen und viel Kriegsmaterial erbeutet. Darunter befinden sich«. a. eine Antitankkanone, Weit' Maschinengewehres eine Radios«ndestaCi»n,i ein Munitionsdepot und-zahlreiche'Gewehre. Die'^Trrtppen, welche daS Dorf einnahmen, zehörenzum 18., Armeekorps. kaum! tdgoirnen, als sich die Garnison von'Villa ’■ Am Aam» t a g abends hatten Trup. pen der ersten Brigade derlü. Divifion Stellun» vardillo besetzt und die Vorbereitungen für den bet.'.'Gin Bataillon.marschierte in nordwestlicher Richtung und zwei andere südöstlich' auf' Billa MSMSWSLAL «8^!«» testtztund die.Vorbereitungen für den säumt,bdgitwnm. al« sich d r Garnison v,» Villa Angriff auf Villa Rueva um Mitternacht been« Rueva zür Uebergabe entschloß. '■■-!-'D'•''' '.'\' wahrend der letzten Ms Tage habe» die in de»-' Sierra de- Guadarama operierenden ^ReHiernn'gStruppen inSgesanit mehr alS 1000 Gtsangene gemacht,'darunter zahlreiche Offiziere. Mit der'EinnahMe Bardillos sind die Rcaicrungstruppeu seit Dienstag 10 K i l o m e t r r W'ei t a u f e i n e r IS Kilo m» ter b r rite nF r o n t v o».gerückt. Deutsch-österreichischer Presseffriede? Wien. Bei den vom S. bis 10. d. M. durchgeführten österreichisch-deutschen Besprechungen im Sinne deS Abkommens vom 11. Juli wurden auch die Fragen der gegenseitigen P r'e s scb e z i e h u n g e n örürtert. Künftighin sollen im Nachrichtendienst und in der Presse keinerlei Nachrichten,' die. im anderen Lande An- sto'fj erregen und eine Polemik entfesseln könnten/ ungeprüft' veröffentlicht werden. Ferner.- soll sich, die- Berichterstattung, auch mit den . p o,s i t i v e n Leistungen in den beiden Län-' der« befassen. Insbesondere sollen persönliche Angriffe unterbleiben und Fragen der Weltanschauung und. SiaatSauffassung auch dort, wo Meinungsverschiedenheiten bestehen, sachlich und nichts» b e l e i'd:i g e n d e r Form behandelt'werden. Die Presse soll sich jeder Unterstützung oder Ermutigung einer gegen den anderen Staat und dessen Regierung gerichteten Betätigung enthalten und sich der Verantwortung bewußt sein, die der-Publizistik beider Staaten durch'deren.Zug«hörigkeit zum deutschen Bolk auferlegt ist.'■ Französischer Protest gegen die Fälschermethoden des DNB ■-E Berlin. Der. französische Botschafter Poncet ■ hatte Montag«ine Unterredung mit ReichSaußen- mipistervon Neurath, in deren Verlauf der Botschafter, di«'.Aufmerksamkeit des Außenministers darauf lenkte, welche n ach teiligen Folgen'unter den gegenwärtigen Umständen eine' unvollständige oder unrichtige Wiedergabe von ' Kommuniques nach sich ziehen könne. Der französisches Botschafter hatte dabei das durch. die Agentur Havas verbreitete offizielle Kommunique Über' die' Suspendierung der'Erleichterung für'die internationalen.Kontrolleure an der französisch-spanischen Grenze im Auge, das von dem'offiziellen" deutschen Nachrichtenbüro fehle rhaft und verstümm.elt veröffentlicht worden sei... knaiand baut schnellste 7orpedod0ote ..!. London. Der erste Lord der Admiralität Duff' Cooper gab im Unterhaus, folgende Erklärung. ah:. Die britische Regierung hat den Bau von,drei Flottsten zu je sechs schnellen M o t o r- torpedobooten angeordnet. Die.erste Flotille. befindet, sich, bereits auf dM Weg« nach Malta,.. di« zweit«: Flotille. ist fast vollständig fertig und. die-dritte Flotille wird in der nächsten Feit in den britischen Werften auf Kiel''.gelegt werden. Diese ganz modernen'Einheiten halten einen. Vergleich mit den modernsten Schissen dieses ThPuS-yller großen..Weltflotten aus.(Den Bast solcher-Boote hat bisher-vor allem Italien stark forciert! D. Red:)..; Pyrengen-Kontrolle endet Dienstag mittags London.^Renier.) Der Vorsltzsstde des Nichteinmischungsausschusses Lord Plymouth empfing Montag um halb 4 Ahr nachmittags im Außenministerium den französischen Botschafter fiprbin, der ihm die Rot« überreichte, in der Frankreich seinen bekannten Beschluß mittelst, wonach die französische Regierung sich ab Dienstag nicht mehr, in der Lage sieht, de« internationalen Funktionären die ihnen bisher zwecks fiontrollierung der Durchführung deS Nichteinmischungsabkommens zuerkaputen Rechte zuzugestehen. An französischen politischen Stellen von der Linken bis zur Rechten wird dieser Beschluss derj französischen Regierung durchwegs als logischer! und gleichzeitig entschiedener Entschluß gebilligt. ES wird betont, dass niemand den guten Willen' der französischen Regierung bezweifeln könne, die «ährend der zwölf Monat« der Feindseligkeiten In Spanien alle Bemühungen an de» Tag gelegt hat, damit die Grundsätze der Neutralität und der Nichteinmischung in die spanischen Angelegenheiten realisiert werden. Di« französische Negierung stand den ganze« Tag mit der. britischen Regierung in Beriin» düng. Neber die Einzelheiten und die Aussichten einer britischen Kompromißlösung ist in PariS vorläufig nichts Bestimmtes bekannt. ES wird nur gesagt, daß die französische Regierung bereit ist, jede Lösung zu akzeptieren, welche ihrem bekannte» Standpunkt Rechnung trägt, daß sie aber nicht weniger entschlossen sei,, die Aufhebung der inter- natjynastn Kontrolle, an der. Ptzrenäengrenz« DienSlag mittags durchzufllhren. Reuerlich wird daran rrinnert, daß Frankreich auch weiterhin die Grundsätze' der Richteinmifchuns in die spanischen Angelegenheiten vollauf respektieren wird/',' London.(Reuter.) Außenminister Eden wurde im Unterhaus gefragt,, ob-di« britisch« Re- gierung die französische Entscheidung-betreffend dir Ptzrenäen'-Greiize voll billige. Eden erinnerte -iw seiner Antwort daran, daß bereits Lord Pltz» month im Nichtinterventionsausschuß dargelegt ckabe, dass nach Ansicht der britischen Negierung Pas französische Vorgehen ganz erklärlich schon nm Hinblick aus daS fei, was sich an der portugiesischen Grenze zugetragen habe. Der Minister fügte noch Hinz», dass die Pyrenäen-Grenze geschlossen bleibt. Frankreich hebe nur die Vorteile für die Beobachter aufs ich glaube, so fügte Redner Hinz», daß die französische Regierung'festgestellt hat, dass sie daS Recht besitze, ähnliche Massnahmen wie die portugiesische Regierung zu treffen. England billigt den französischen Schritt I - Die„Aorkshirr Post". schreibt u. a., dir .französische Entscheidung Aber die ausländischen veqbachter.aq der. Pyrenäen- Grenze sei«in« An, gelegenheil des nationalen Prestiges, ES sei völlig ausgeschlossen, dass eine so große Macht wie Frankreich die Glaubwürdigkeit-ihrer Neutralität durch eine fremde Kontrolle überwachen läßt, wenn»ine kleine Macht wie P o r tugal unter dem Einfluß Deutschlands und Italiens diese Kontrolle für.sich ablehnt.-. Weekend-Konferenz in Deauville . London.(Tsch. P.-B.) Das britische Außenamt war über das Wochenende eifrig mit' der Ausarbeitung deS britischen VermittelungSpor- schlages zur Aufrechterhaltung der Nichtein» .ckrischung beschäftigt. Eden hatte in Deauville eine eingehende Aussprache mit dem britischen Botschafter in Paris PHipps, der bekanntlich erst kürzlich von Berlin nach Paris versetzt worden ist, und behandelt« mit ihm den ganzen Ftagenbereich. Namentlich ließ sich Eden, wie „Daily Telegraph"' berichtet, durch Botschafter Phipps eingehend über die'HältüNg Frankreichs införmieren.. Die Unterredung'soll sich, wie „Daily Mail" hiezu berichtet, nicht nur aus Spanien,sondern auch auf Mitteleuropa bezogen haben.. Rach der Rückkehr EdenS aus Deauville sind di» Verhandlungen über den britischen Richt- »inmischungSplan mit großem Nachdruck fortgesetzt worden. ES sinden sowohl Besprechungen-innerhalb der englischen'Neuerung,, wie auch mit den Vertretern der fremden Mächte statt. Auch, mit den europäischen Kabinetten wird eine ständige Verbindung aufrechterhalten. Neber die Besprechungen wird strengstes Stillschweigen-bewahrt, da ein» frühzeitige Diskussion, der in Frage.kommenden Details in der Oesfentlichkeit sowohl mit Rücksicht auf die verschiedenen Standpunkte der Mächte wie auch auf di« in England herrschende' starke Opposition' gegen etwaige Iugeständniss« Großbritanniens vermiede« werden soll.. „News Chronirle" schreibt, daß England mit-Frankreich eng zusammenarbeit«. In London und. Paris-glaube, man vielfach,-daß Hitler mehr I«teresse an Oesterreich als an'S Pa Nie«habe. ------„Morning Post"- schreibt, der britische Ber» mittlüngsvorschlag sei ans solgende drei Möglichkeiten aufgebaut:- ‘^-^li.Änternationalisierung der Seekontrofle durch Zuziehung neutraler Mächte,- »- 8.- Neutrale Beobachter ick die- spanischen Häfen zu entsendens -i' 8. die Gewährung von Kriegsrechten in be» grgnzter.Form und Einigung, über den Beginn -der Abberufung der Freiwilligen. Der Nichtein» .istifchungSauSschuß dürfte kaum vor Donnerstag züsammentreten, ’ franco entlast die Freiwilligen nicht l S ala m!a n r a.' lReuter.) Der Sprecher der Franeoarnie« erklärte dem Reuterkorrespondenten gegenüber,-'General- Fräcke«-habe- beschlossen, über di« Abberufung der Freiwillige« aus Spanien nicht. z u v e r h a n dein,' da»r dieses. Problem als unlösbar betrachte. ' MUIIardenanlelhe für Franco? ' Rach Informationen auS der Londoner Eit« wurde Montag rinr auf-äü Millionen: Pfund Sterling lautende Anleihe für Frgn« vvn einer privaten Finanz s r>u p p'^e-bewilligt. Diese' Operattonrn wurden unabhängig vvn dem Kredit'-von HÜ- Millionen Pfund Sterling ge» führt, der den BurgoS-Behörden vor kürzer-Zeit hauptsächlich^Shalb bewilligt worden-war,. um vdr allem Br» z.i« beschaffen zukönnecc«.. Das trojanische Pferd DaS Bild ist nicht neu, aber der Vergleich drängt sich auf, und da Hubert R i p k a in einem viel beachteten Aussatz, über die Rolle der SdP, der am Sonntag in den„Lidovä Novinh" erschien, ihn gebraucht hckt, kann'man, ivenn man auf die Bedeutung dieses Aufsatzes verweist, ohne weiteres diesen Vergleich mit übernehmen. Daß er zutreffend ist, wissen gerade die- Leute von der' SdP besonders gut. Ripla sah sich zu seinen Betrachtungen offenbar veranlaßt durch den auch in unserem Blatte bereits erwähnten Berlin-Bericht des „Benkov" und die in letzter-Zeit in reichsdeutschen Blättern, besonders-in der„Frankfurier Zeitung", erschienenen Aufsätze über das Ber» hältnis zwischen Deutschland und der Tschechoslowakischen Republik. Darum handelt eS sich ungefähr: ihre Bündnisse mit Frankreich und der Sowjet-Union müsse die Tschechoslowakei nicht gerade ausgeben, es müßte nur der Vertrag mit Sowjet-Rußland modisiziert- werden, und es müßte einem Ausgleich mit den Sudetendeutschen die Mehrheit der Sudetendeutschen, also die Sudetendeutsche Partei zustimmen. Womit ange- deutet wurde, daß.dies« Partei mitregieren müßte. Dann würde das Verhältnis zwischen dem Deutschen Reich- und der Tschechoslowakei«in befriedigendes werden. Nichts ist selbstverständlicher, als daß sich vor allem d i e Tschechen mit diesen Fragen beschäftigen. Ja, mit der Sudetendeutschen Partei und mit Henleins Politik haben sich die aktivistischen Parteien ununterbrochen auSeinan- derzusetzen. Ja, den, Versuch, die Arbeiter auf dem Weg« über die un^: Henleins Kommando stehend«„BollsgemeinschUt" wieder ihres politischen Selbstbestimmungsrechtes und ihrer Gewerkschaftsfreiheit zu berauben, bekämpft die Sozialdemokratie seit dem Entstehen der SdP. Aber die Frage, welche Politik die SdP macht und gar erst' die, ob sich die Tschechoslowakische Republik die Gnade deS Dritten Reiches erkaufen soll durch Unterwerfung unter die von der SdP ausgestellten Bedingungen, diese Fragen sind wahrhaftig nicht nur solche der. sudetendeutschen Politik, sondern auch und inn erster Linie Fragen, welche die tschechoslowakische Bevölkerung bewegen müssen. Denn es handelt sich nicht zuletzt darum, ob jener Staat, für den die Tschechoslowaken als seine Begründer und als Mehrheitsnation die größer«, die entscheidende Verantwortung tragen, seine Innenpolitik, seine Regierung und sein ganzes.Gefüge nach dem.Willen eines anderen Staates gestalten und als Organ dieses Nachbarstaates ein« bestimmte Partei- in- entscheidende Machtpositionen setzen will. Das ist ein Problem, das mehr und mehr di« tschechoslowakisch« politische Oesfentlichkeit beschäftigt, in steigendem Matze,- je mehr und je deutlicher von jenseits der Grenze her. zu verstehen gegeben wird, daß.bestimmt« einschneidende iunerpolitische Aenderungen Voraussetzung der Anbahnung wirklich stiedlicher Beziehungen zwischen den beiden Süraten sind. Mik. jener Klarheit und Offenheit,.'die diesen bekannten tschechischen Publizisten. aüszeichnet, hat nun Ripka in den.,«Ltdobö Novinh" Stellung genommen.' - Ripkastellt fest, daß es der SdP nicht gelungen sei,..das.Vertrauen der-Tschechoslowaken zu gewinnen. Sehr bald habe.sich erkennen'lasse«, daß die SdP: keine unabhängige Partei,.sondern ein Werkzeug. in. den Händen- pangermantstischer nazistischer Elemente, sti.-Als.die SdP merkte, daß der Versuch, die Tschechoslowaken mit leeren Lohalitätsversicheruygen.hineinzulegen, mißlang, begann man-zu-drohen.. Aber die Tschechoflowaken haben ihre Nerven in Ordnung'gehalten, auch die lärmendste Kampagne-bringe- sie- nicht aus.dem Gleichgewicht..'„Es g ibt kein Mittel, das uns i« S ch.r e ck e n Vie r» s-e-tz e n könnte, d a'm,i t: w i r n-a ch- g e b e n.'<— Man sei sich;der.F olg-e n klar bewußt, die aus: einem: Nachgehen entstehen würden..Di« Anträge der SdP lassen'den Preis einer Einigung: mit. ihr-erkennen! die Tschechen sollten der Zweiteilung des Landes zustimmen.die.sie erfolgreich: abgewehrt-haben-, als sie. noch nicht selbständig waren. DaS sei d a s eigentliche Ziel des StrebestS.de« SdP:i,-,, Engenio Pacelli Kardinal, Staatssekretär des Hl. Stuhls thollschen Kirche zerstört. Frankreich war früher „die älteste und gelieitefte Tochter der Kirche", Napoleon Nötigte den Papst, die KrönungSmeff« in Notre-Dam« zu zelebrieren, aber die Beziehungen der Kirche zum Kaiserreich bliebm auch nach der triumphalen Krönung gespannt. Sie besserten sich für eine geraume Zeit mit der Restauration, verschlimmerten sich jedoch später wieder. Die DrehfuS- Affaire untergrub den Einfluß der Kirche in der Dritten Republik gänzlich und führte zur Trennung der Kirche vom Staat. Die folgenden fünfzig Jahre der Geschichte zeigten, daß selbst ein Land, das vollkommen katholisch ist— 97 Prozent der Fron- zofrn sind Katholiken— eine Entwicklung zur völligen Durchsetzung deS Faschismus durchmachen kann. ES scheint ein besonderes Paradoxon zu sein, daß der Besuch des päpstlichen Legaten, des Kardinal-Staatssekretär Pacelli, in einem Moment erfolgt, wo in Frankreich eine der linksten und radikalsten Regierungen der Republik an der Macht ist. Weder Clemenceau noch Poincark, Tardieu, Dou- mergue»der. Laval wurdet»- durch einen.Besuch- aus dem Vattkan beehrt. Dieser findet gerade vielmehr in einem Moment statt, wo das Schicksal Frankreich» in den Händm der Volksfront liegt. Der päpstliche Legat wird in Frankreich,.in einem, wie man e» so oft im Auslande behauptet, fast atheistischen Lande, mit den größten Ehren empfangen. Der Außenminister Avon Delbo» hat ihn bei seiner Ankunft begrüßt, und sogar die linkSradkkale Prelle sieht in ihm einen Freund Frankreichs und versäumt nicht, Worte de» tiefsten BerftändnilleS für seine geistliche Mssion zu finden. Die» geschieht in einem Lande, da» link» gewählt hat, und in dem die Sozialisten in der Regierung sitzen. E» geschieht in eine« Moment, in dem in einem anderen Lande die kathofischen Priester in Gefäng- nillen sitzen und die katholische Kirche verfolgt wird. Pacelli wird In Frankreich al» ein B o t s ch a f. ter des Frieden» empfange«. Die Franzosen, deren Wunsch und Hoffnung dem Frieden gilt, glauben, daß sein Besuch in Frankreich dem bedrohten Frieden dienen kann. E» ist vielleicht kein Zufall, daß am Tage seiner Ankunft auf der Weltausstellung die Einweihung von zwei Pavillon» gleichzeitig erfolgte: da» Palai» de» Frieden» und de» Böllerbunde» und die feierliche Eröffnung de» Pavillon» de» Vatikan», eine» herrlichen Bafillla» Baue» in Gold. Wie weit die polittschm Verhandlungen, die Kardinal-Staatssekretär Pacelli in Paris bei seine» Begegnungen mit den führenden Persönlichkeiten de» Kabinett» hat, geführt Halen, ist noch nicht zu übersehen, aber" e» gilt al» sicher, daß sie nicht nur den Fragen und Sorgen der Kirche, sondern auch allgemeinen polittschm Probleme» gewidmet waren. Wieder spricht«an von einer Bermittlerrolle de» Vatikan»!« Spanien-Konflikt, und e» ist sehr wahrscheinlich, daß die französische Regie- rung eine solche Vermittlung gem sehen würde. In der näheren Umgebung de» Kardinallegaten wird bestimmt versichert, daß sich da» Staatssekretariat de» Heiligen Stuhle» gegenwärtig besonder» lebhaft mit dm deutschen Angelagen-, heilen befaßt. Die erste Sorge de» Kardinallegaten, al» er in Pari» am Quai d'Orsah mit Außenminister Delbo» zusammentraf, galt der Frage nach den letzten Nachrichten über Oesterreich. Lisieux.(HavaS.) Al» Kardinalstaats- stkretär Pacelli Samstag nach seiner Ankunst au» dem Bahnhof trat, wurde er auf dem Platz mit der päpstlichen Hymne und der Marseillaise begrüßt.- Andauern der Spannung in Ortarien Japan sucht die chinesische Zentralreglerung auszuschalten Die Nachrichten über den jüngsten chinesischjapanischen Konflikt lauten noch immer ziemlich widersprechend. Sicher ist» daß auch am Sonntag und Montag die Kriegshandlungen mit Waffenstillstandsverhandlungen wiederholt abgewechselt haben. In Tokio tagte ein außerordentlicher Mi- nisterrat, der beschloß, weitereTr u.ppen nach"Nordchina jü entsenden. Dw japanische Ministerpräsident-erklärte nach einer Audienz beim Kaiser:„Wir begeben uns noch nicht sämtlicher" Hoffnungen auf eine freundschaftliche Lösung der Lage in Nordchina. Japan wünscht, daß China sich aller antijapanischen Handlungen enthalt«. Di« Grundbedingung für die Austechterhaltung des Frieden» in Ostasien ist, daß die japanischen Bedingungen angenommen werden."' Die Japaner suchen die Zwischensälle durch Verhandlungen mit den l o k a l e it chinesischen Behörden» mit denen sie natürlich nach Belieben umspringen können, da» heißt im Wege eine» Diktates, zu besettigm, während die chinesische Zenstalregierung sich nicht auSschalten lassen will und der japanischen Botschaft in Nanking offiziell bekanntgab, daß sie jene Abkommen für ntchtexi st irrend betrachten werde, welch« von den japanischen Militärstellen direkt mit den lokalen Behörden in Nordchina abgeschlossen werden sollten, fall- sie nicht vorher von der Nanking-Regierung gebilligt werden. ;.. Die 20.-chinesische. Arme«, die in..die Zwischenfälle verwickelt ist, ist nach ziemlich über«, einstimmenden Meldungen zu. ernsten Kämpfen nicht gerüstet; sie verfügt über leine Flugzeuge und keine Tanks und ihre Artillerie ist vollkommen veraltet. Die nächsten modern orga» nisierten Einheiten der chinesischen Armee befin« den sich 200 bi» 800 Kilometer von Peiping entfernt in Nord-Honan und in der Provinz Schansi. * Montag um 22 Uhr Ortszeit hatm dir Feindseligkeiten zwischen dm japanischen und dm chinesischen Truppm neuerlich begonnen. Di« Schlacht dauert noch an. ehrlichen Doktor tzefly bewußt, der sich vielmehr auf die Kapitel, die aus der Hand des begabten BuchhandlungSgehilfen und letzten Redakteurs mit einem findigen Schmiß herauskamen, allerhand zugute tat und auf das Ganze so stolz war, daß er sich für«inen wohlbernfenen Autor hielt, der es getrost mit den windigen Dichtern aufnehmen mochte. Gerade daß er sich aus seinem Werk gar nicht wiedererkannte, schien ihm der Hauptvorzug und die eigentliche Würde der Darstellung, denn wie alle Laien, die von sich erzählen sollen, bewahrte er immer eine Art demütiger Scham, sich vor den Leuten zu zeigen. Nicht sich selber wieder zu finden, sondern um Gotteswillen nur endlich von sich loszukommen und sich in einer erhöhten Figur und Stattlichkeit vorteilhaft darzustellen, schien ihm als einem einfältigen Erzähler das Um und Auf seiner Arbeit. - Hesky hatte aber noch einen dritten stillen Mitarbeiter, und das war der kleine Loses Dieter, der aufmerksam in der Wohnstube saß, wenn der Vater mit dem großen. Manne an der Reisebeschreibung arbeitete. ES kgm nämlich oft vor, da beide Über ein Wort, über einen. Sprachgebrauch ober^über die Rechtschreibung uneins waren und eines Schiedsspruches bedurften, der die Sache ins reine brachte. Ln solchem Falle wandte sich der alte Dieter mit strenger. Miene, wie um. zu prüfen, nach, seinem Sohne.. »Josef, wie schreibt man Gebirge? Mit einfachem i oder mit einem ie", und wieder,»wie schreibt man gibt, mit oder ahne e". Josef entschied sich für Gebirge ahne," für gibr'niit e, und nun waren für ihn Gebirge und gibt zwei urweltliche! Gegensätze für alle Zeit. Derlei Auskünfte erteilte er mit allem Anschein gehorsamer Bescheidenheit, nicht ohne- im stillen, die Wichtigkeit seiner Aussage nach Gebühr einzuschätzen und ihr einen wesentlichen-Anteil an dem Zustandekommen des Werkes beizumeffen. Bella aber spielte in der kleinen Wirtschaft des Dieners eine große Rolle-nnd brachte Bewegung, Lärm und Eifer in das ruhige Hauswesen. ES war nur gerecht, daß sie tüchtig bei der Ar- bcit helfen und ihren Anteil am gemeinsamen Essen, Trinken, an Kleidung und Wohnung ge» treulich miwerdienen mußte, denn in einem solchen bescheidenen, reinlichen, aber engsten Stande gibt es keinen müßigen Zuschauer und Kostgänger, und das astikanische Königskind gilt auch nicht mehr als der kleine Bub, der in diesen vier Wänden aufgewachsen. Da sie in recht schwere Zeiten gekommen war, wo Dieter» Frau sich nur .mühselig auf den Beinen halten konnte und unter der gewohnten Tageslast schier zusammenbrach, mußte sie mtt ihrer wilden Kraft gründlich zufassen und angreifen, wo«S etwas zu tun gab. Daher verhielt sie.sich aber durchaus-willig, freundlich und vergnügt, und weil man sie mit Wohlwollen behandelte, zeigte sie jedem grjnsmd. ihre weißen Zähne, und konnte wirklich alS ein' zweites Kind im Hanse gelten, da» nur zufällig schwarz geraten war, Besonder» da» Scheuem und Waschen schien ihr zu gefallen, und sie hantiert« überaus eifrig mit der grüben Seist Und dem Reibsand, wobei sie wie ein bewegliche», schwärzt» Tier- singend, brüllend, lachend, zischend aus dem Bretterboden mit Eimer'und Fetzen hin- und herfnhr und fegte, daß es eine Art hatst. War die Arbeit getan, so sprang sie mit einem wahren Triumphgesang auf Frau Dieter los, daß diese immer wieder erschrak, stotzdem sie daran schon hätte gewöhnt sein sollen und wie» ihre Hände vor, die an den Innenflächen zusehends blasser und" zugleich röter geworden waren. Bella hielt nämlich gerade das Reiben und Scheuem fist die große versprochene. Kur, ihrer Umwandlung in eine Weiß». Und allmählich strnte sie auch in der deutschen Sprache, diesen ihren einzigen Wunsch ständig zu wiederholen. Da pflegst Frau Dieter freundlich-zu lächeln, besah die dargebo- tenen Handflächen, nickte freundlich und. sägst: »Ja, ja, sie sind schon beinahe ganz wejß." Wenn der Wend gekommen war, stellte Frau Dieter ein Wafferschaff in die Küche, um ihren Buben von Grund aus zu waschen."Jetzt hatst auch Billa an dieser Sorgfalt ihr Teil. Und da war e» recht wunderlich anzusehen, wie'sie diesen.guten Brauch über sich ergehtn ließ. Da» Waschen und insbesondere mit kaltem Wasser war nämlich in der afrikanischen Heimat nicht Sitte gewesen, wo die heiße Sonne und der Sand,"den man über den ganzen Körper reibt,«Nein Schmutz und Schweiß und Ungeziefer wegzubringen bestimmt sind. Aber jetzt wußte sie: di« Sonne macht schwarz, und das Wasser macht weiß. Die Menschen hierzulande hatten, vom Wasser ihre schöne bleiche Farbe. Damm stieg' sie jedesmal zitternd, bebend, angstvoll und zähneklappernd in den Bottich und lachte heulend, wenn sst nist dem kalten Guß überschüttet wurde und konnte'nicht genug, davon bestmmm,. obgleich- e» ihrer. armen heißen Haut reiht säuer wu«e. Und welche Freude hätte sie gar, wenn sie über und über eiygestist, leider nur kurze Zeit weiß wie ein Schneekind dastand 1 Wst schade/'daß-diese Herrlichkeit mtt dem Schwamm" weggewischt"wurde" und immer wieder thre verfluchst Schwärze. herauskqmI Sie bestand ochex wle'äuf" ihicem' höchsten" Recht-därauf, daß Frau Dieter bei der Kurden eftrrobten Reibsand reichlich anwendet«, obgleich er sehr schmerzhaft über alle Glieder fuhr. Der übrige Körper mochte weniger wlchttg sein und dunkel bstiben, aber das Gesicht mußte doch zumindest auf die Farbe ihrer Hände gebracht werden.-So rieb sst es denn mtt zomiaep» Eifer selbst! eine gut» Viertelstunde läng, bis man sie endlich mit sanfter Gewalt wegbrachst. Dann trat sie ernsthaft vor den Spiegel, besah ihr Werk und grinsst ihrem Ebenbilde zu. Ihr Antlitz War jetzt freilich nicht schwarz, sondem blutunterlaufen und sowohl bleicher als röter, wie die HiNstnstist eine» Pavians violett,. was ihr jedoch nur al».der erfreuliche Uebergang zur künftigen Weiße erschien. .(Fortsetzung folgt.), Nr. 162 Dienstag, IS. Juli 1937 Seite S So sieht die Volksgemeinschaft aus! Sonntag: mehr Lohn! Wochentags: Lohnabbau! Am Tage aller Deutschen— lies: aller Henleinfaschisten— in Hohenelbe, wurde unter ungeheuerer Begeisterung und lauter Zustimmung der Arbeiter und Fabrikanten, ihrer Direktoren und der Untcrnehmersekretäre eine Ent- schließung angenommen, in der es u. a. am Schlüsse heißt: Der Bund der Deutschen als iiberpartei- lichc Organisation des SndctendentschtumS, erfüllt von tiefster Sorge um unsere völkische Zukunft, weil durch die wirtschaftliche Not«»- sere lebten Geburtenreserven, die lebenstüchtigen sudetendeutschen Arbeitsmenschen, zn versagen beginnen, wendet sich deshalb an die verantwortungsbewußte deutsche Unternehmerschaft, ihre Arbeiter und Angestellten in einer Zeit steigender Lebenshaltungskosten aus freien Stücken heraus durch d i e Gewährung von angemessenen Lohn- und Gehaltserhöhungen, insbesondere aber durch ausreichende und gestaffelte Kinderzulagen die Gründung und Erhaltung kinderreicher Bollfamilirn zn ermöglichen usw." So heißt es in der Entschließung, die, wie bemerk, unter dem Jubel und der Leget- sterten Zustimmung, der Fabrikanten und ihrer Sekretäre einstimmig angenommen wurde. , Aber am Donnerstag schon wurde die Arbefter- schäft und' die Oeffentlichkeit davon überzeugt, daß die Entschließung nur ein'Festfeuerwerk war, das schon am Montag erloschen ist. An diesem Donnerstag fanden die Lohnverhandlungen zwischen den Vertretern der FlachSveredelungS- industrie und den Vertretern der Arbeiterschaft statt. Die Ver- edelungSindusttie will die vor einigen Wochen — unter dem Drucke aufständischer Arbeiter— erhöhten Löhne wieder abbauen und bei den Verhandlungen zeigte sich der furcht- bare Ernst der Situation. Trotz der„steigenden LebenSerhaltungSkosten", wie cS in der Resolu- tion der Volksgemeinschaft heißt,- fordern°dle Unternehmer, ihnen voran der Herr Dr, Stade, daß die Löhne abgebaut werden. Unter den Vertretern der Industrie bemühte sich be- sonders der Direktor der Firma E h i n g e r in Hohenelbe— jener Firma Ehinger, die sich um dasZustandekommen des Tages allerDeutschen außer- ordentlich bemüht hatte.(Die Firma Ehinger stellte Verkehrsmittel, Arbetter und Material für die Borarbetten zum Feste aller Deutschen bei und hat sicher auch den Dank der Festleitung für die Arbeit und die Opfer entgegengenommen.) Just aber der Direktor dieses Unternehmens, das an dem Tage aller Deutschen so hervorragend tättg war, ist der Wortführer jener gewesen, die den Lohnabbau u.nter allen Umstünden forderten. Der Herr Direktor geriet beim Kampfe um die Lohnherabsetzung so in Auf- regung, daß ihm sein Kollege, Dr. Stade, zuflüstern mußte,«aber Herr Direktor, mäßigen Sie sich doch". Als ihm aber ein Vertreter der Arbeiterschaft— cs war dies kein Sozialdemokrat— entgegenhielt:„Herr Direktor, Ihre Forderung nach Lohnabbau steht doch im Widerspruch mit den Erklärungen vom Sonntag", da schrie der Herr Direttor:„Sonntag war ebm Sonntag, heute ist nicht Sonntag, heut« ist Donnerstag!" Nun wußten wohl alle, wieviel es ge- schlagen hat und welchen Werl die Resoluüon der Volksgemeinschaft vom Tage aller Deutschen hat. Am Sonntag da redet man der Masse nach dem Munde, damtt sie eine Freude habe und den Führern zujubelt, am Werktag aber da handelt man nach den Grundsätzen— nicht des Volkes und der Volksgemeinschaft—, sondern der profithungrigen Unter- n e h m e r. Wer daS nicht einsehen will und wer bereit ist, um diesen Preis des VolksbetrugeS seinen Lebenskampf aufzugeben, um am Sonn- tag ein Paar steundliche Worte von den Fabri- kanten und ihren Helfern zu hören, dem kann nicht mehr geholfen werden. Der muß eben mit seinem Volke zugrunde gehen, wenn er sich nicht,xsycS Besseren besinnt und iN„de)iD,xj- ,he,n.hH^Sozialdemokr'qtie gegen die demagogische Arbetter- und Bolksfreundlich- kett Stellung nimmt. Sudetendeutscher Arbeiter durch Denunziation Im Konzentrationslager! Drei seiner Kameraden verhaftet! Aus Klein-Hoschütz im Hultschi- nerLändchen wird uns berichtet: Im April dieses Jahres fuhren von hier vier Maurer nach Deutschland, weil man ihnen Arbeit versprochen hatte. Sie wurden verhaftet, obwohl ihre Papiere in Ordnung waren. Einer von ihnen, der Maurer M. K., hatte von einem reichsdeutschen Unternehmer«in Schreiben erhalten, in dem er aufgefordert worden war, hsnüberzukommen und auch andere Arbeiter mitzubringen, weil Arbeit genug vorhanden sei. M. K„ ein B a t e r von vier Kindern und übrigens Angehöriger keiner Partei, lediglich Mitglied des unpolitischen deutschen Handwerkervereins in Klein-Hoschütz, wurde gleich hinter Ratibor verhaftet und ins Konzentrationslager nach Breslau gebracht. Es besteht kein Zweifel darüber, daß ein paar Henleinleute in Klein-Hoschütz sowohl M. K. als auch die Übrigen Maurer denunzierten und durch unrichtige Angaben also in Gefahr und Ustglück brachten. In der Gemeinde ist nun durch diese Borfälle begreifliche Unruhe entstanden, die Aitgst, vor Denunzierung auch; anderer Menschen greift um sich. Auf solche Weise sorgen die Henle insfürden Ausstieg und das Gedeihen der „Volksgemeinschaft" l, Bezirkskonferenz In Brüx 400 neue Mitglieder, Am Sonntag, den 11, Jstli> sand unter dem Vorsitz de» Genoffen,H ä ck l im Bergarbeiterheim in Brüx eine sehr gut beschickt« Bezirkskonferenz statt,, in der Genosse Falb Wer, die Entwicklung der Orgamsatiost und Wer die kommenden Arbeiten referiert«. Der Referent konnte«inenssebr erfreulichen BerichtWerdieorganisatPrische Ent- wistlüng vorlegen. Der Bezirk Brüx verzeichnet iM! ersten Halhjahr des Jahres 1687 4 0 0 N e u- b eitrttte. Die gleiche aufwärtsweisende Tendenz ist auch beim.Markenumsatz festzustellen. Gsnoffe Ernst Paul aus Prag sprach im Anschluß daran Wer die internattonal« Lage und'di« innerpolitische Situation. An. seinen Überzeugenden Ausführungen, die mit lebhastem Beifall auf« genommen wurden, schloß sich eine Debatte, in der nicht weniger al» neun BerttauenSmänner zu Worte kamen. klne Denkmalsenthüllung Aus Kulturverbandskreisen wird unS geschrieben:'- Sonntag wurde inHochofenbei Tachau ein D e n k m ä l zu Ehren des verstorbenen Obmannes des KulturverbandeS Dr. Funke ent- hüllt. Dieses Denkmal haben Arbetter in ihren fteien Stunden errichtet, was der Kulturverband zu betonen nicht für wesentlich hält. Für uns aber ist es sympwmattsch, daß es deutsche Steinarbeiter waren, di« als erste daran dachten, einem Manne, dessen hervorragende Eigenschaften dem Kulturverbande sein Gepräge gaben und ihm di« Ausbaumöglichkeiten sicherten, ein Ehrenmal zu setzen. Die Herren, die heute im Kultur- verbande am Ruder sind, vergessen, daß sie nur ein Werk fortsetzen/ zu dessen Aufbau sie so gut wie gab nichts beigetragen haben, daß sie nur die Nutznießer jener sind, die lange vor ihnen alle» darangesetzt haben,.den Sudetendeutschen ein« große, unpolitische Organisation zu geben. Wir haben nie gehört, daß die jetzige Leitung des Kulturverbandes Veranlassung gefunden hätte, da» Andenken Dr. Funke» in so großzügiger Weise zu ehren, wie es die Steinarbeiter von Hochofen tun. Prof. Geßner hat seinen Vorgänger, der sich dessen nicht wehren kann, in einer Gedenkrede gefeiert,' obwohl er sehr genau weiß, daß er alle» getan hat, was die letzten Spuren Funkeschen Geiste» verwischen muß... Die letz- ten Vorgänge ist» Kulturverbande haben schlagartig erwiesen, daß; iet Verband seine unpolitische Linie bewußt auszugeben bereit ist. Aber vielleicht Wird e» gar nicht, lange dauern und Prof. Geßner wird eindeutig zu spüren bekommen, daß seine. Mitglieder den Geist Funke» weit mehr gehütet wissen Wollen, al» in sonntägigen IReden, die zwar dir unpolitische Linie de» Ver-, bände» überlaut betonen, aber keinen Menschen mehr darüber hinwegtäuschen können)' daß der DKv ejn Gefangener der SDP und ihre» Vertrauensmannes Heger. Auch die Rede in Hochofen wird niemand recht glauben können, der die Tätigkeit.de» Kul- türverbande» verfolgt. Prof. Geßner hat vielleicht einmal die Absicht gehabt, den von Fume eingeschlagenen. Weg zu gehen. Er ! k o n n t« und d u r f t e es aber nicht, Professor fudetendcutsdier Xcifepicgcf Geßner glaubt,. den Kulturverband dadurch sichern zu können, daß er ihn, wie es der Turnverband wenigstens offen getan hat, unter den Ehrenschutz Henlein» stellt. Weiter reicht seine Auffassung von Schuharbeit nicht, als daß er sie für«ine Tageserscheinung hält, die man unter die Patronanz der jeweiligen„Führungen" stellt. Die Bevölkerung hat aber auch heute noch von Schutzarbeit eine höhere Auffassung. Vielleicht hat Prof. Geßner bei der Denkmalenthül- lung in Hochofen darüber nachgedacht, ob es nicht besser gewesen wäre, sich den kameradschaftlichen Einflüsterungen gewisser Sekretäre rechtzeitig zu entziehen und den Weg weiterzugehen, der seinem Vorgänger die Verehrung aller gesichert hat. 20.000 beim kost des Aufbaues In Chodau Trotz dem strömenden Regen hatten sich in den Bormittagsstunden de» Sonntag in Chodau zum„Fest de» Aufbaues" mehr als 20.000 Personen eingefunden. Unter ihnen waren besonders viele Radfahrer zu bemerken; auch die Frauen stellten einen wesentlichen Teil der Besucher. Bei einem einigermaßen günstigen Wetter hätte sich die Stadt sicher als zu klein erwiesen, um all die Festgäst« zu fassen. So aber mußte bedauerlicherweise der Großteil der Veranstaltungen, die für den Nachmittag geplaist waren, ausfallen. Unvetter Im Erzgebirge ' Sonntag nachmittags ging Wer dem Erzgebirge«in ungewöhnlich heftiges Unwetter nieder, wie es seit langem nicht festzustellen war. Gewaltige Regenfälle und ein rasender Sturm legten stellenweise den Verkehr lahm. Riesige Fichten wurden umgelegt, von den Obstbäumen Aeste und Zweige abgebrochen. Der Obswestand ist Werhaupt stark betroffen worden, denn der Sturm hat die Aeste von Früchten leergeschüttelt. Tausende Ausflügler wurden von dem Unwetter Werrascht. Züge und Autobusse waren überfüllt, ebenso die Gaststätten, in denen die Menschen Schutz vor den tobenden Elementen suchten. An einigen Stellen ist es auch zu Hochwaffcr- schäden gekommen, die Gebirgsbäche wälzten ge- Ivalttge Wassermassen zu Tal. Das Regenwetter setzte sich auch den ganzen Montag über fort, der verheerende Sturm jedoch hat nachgelassen. ■ Josef Erlacher ein Siebziger Heute überschreitet unser alter Freund und Kampfgenosse I. Erlacher in Weiskirch- l i tz das siebente Jahrzehnt des Lebens; Jahrzehnte davon«bettete Crlacher im Bergbau, vor her als Ziegclbrcnner. Wer die Mühen und Sorgen, des Arbeiterleben» kennt, der weiß ein solches Leben auch zu würdigen. Erlacher war nicht bloß ein fürsorgender Vater, er lebte uiü> wirkte auch für feine Klaffe. Seit Jahrzehnten gehört er der Partei an, der er in verschiedenen Funktionen diente. Durch viele Jahre war er der getreue Kaffawalter der Lvkalorganisation WeiSkirchlih. Das Bekenntnis zum Sozialismus erfüllte sein ganzes Wesen; er übertrug cs auch auf seine Familie. Der Name Erlacher hat in der Partei einen guten Klang, sind doch alle seine Nachkommen tätige Sozialdemokraten. Wir freuen uns mit seinen Angehörigen, daß er seinen 70,., Geburtstag rüstig begeht und geben der Hoffnung Ausdruck, daß er noch recht lange in diesem Zustande in unserer Mitte weilen möge. Seine Majestät der Stammesführer. Wenn ein gewöhnliches Volksgemeinschaftsmitglied ein Fest besuchen will, muß es sich«ine Karte kaufen, bildet sich aber dabei gewiß nicht ein, damit jemandem eine Gnade zu erweisen. Der„Führer" der Volksgemeinschaft aberl Er sagt sein„Erscheinen" nur zu, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt werden. Das Fest der sudetendeutschen Sängerschaft in Reichenberg hat, Ivie der»Montag" meldet, Herr Henlein deshalb nicht besucht, weil er nicht für sich und seinen Kreis eine eigene Loge zugesichert bekam und weil die Vorbedingung, die deutschen Minister nicht einzuladen, nicht erfüllt wurde. Das wäre wirklich eine zu arge Zumutung gewesen: der StmnmeSfürst soll kommen, wenn Minister einer unbeliebten fremden Macht eingeladen werden I Gegen die BrotpreiSerhöhung durch die Saazer Bückermeister schritt die Saazer Bezirksbehörde energisch ein. Gegen 23 Bäckermeister wurde mit der Verhängung von OrdnungSsträfen vorgegangen; die vorgeschriebene Straffumme. beträgt bereits 80.000 KC. Die Meister haben gegen diese Strafvorschreibungen Berufungen eingebracht und begründen diese damit, daß durch die Getreidepreissteigerungen die Erhöhung des Brotpreises begründet sei. Damit hat die Saazer Bezirksbehörde an den Bäckermeistern, die ohne Einholung einer behördlichen Zustimmung die Brotpreise erhöhten,ein Exempel statuiert, das für die nächste Zeit wohl genügen wird, andere abzuschreckcn. Deutscher Gtimnasinm-Neubau!(t Eger? Nachdem der Minifterrat den Bau eines neuen Gebäudes für das tschechische Gymnasium in Eger bewilligt«; wird die Egerer Stadtvcrtretung nun bei den Behörden vorstellig werden, um auch s ie Ausführung eines Neubaues für das deutsche Gymnasium in Eger durchzufetzen, das in einem alten Gebäude völlig, unzulänglich.untergebracht wird'. Man hofft, daß diese Forderung rasch und günstig erledigt wird. Die blauen Weriekarten der Deutschen Jugendfürsorge brauchen erst am 16. September 1837 nach Reichenberg gesandt zu werden. Die Werbung geht weiter! Sichere Parteitagsmehrheit für das zweite Volksfront-Kabinett Marseille. Der sozialistische Parteikongreß behandelte am Sonntag die Frage der Laiener- zichung, der Wahltaktik, die. Politik in Algier u. a. Die eigentliche Aussprache über die Gesa m t p o l i t i l d« r Part« i un d das P t ogramm der B o lk s f r o n t wurde erst abends eröffnet und in der Nachffihung fortgesetzt. Diese Aussprache wurde mit einer breitangelegten Rede des ehemaligen Finanzministers im Blüm-Kabinett, Vincent A u r i o l, eingeleitet, der seine Politik in der früheren Regierung erläuterte. Er verwies auf die von ihm ein- gefichrten Reformen und die Hindernisse,' die sich ihm in den Weg stellten. Zum Schluß erflärte Auriol, daß die vom Kabinett Chautemps in der letzten Zeit getroffenen Finanzmaßnah- men die Elastizität der wirtschaftlichen und finanziellen Situation sichern müßten. Die Ausführungen Auriol» wurden mit Beffall ausgenommen. In fortgesetzter Debatte kritisierten am Mvntag zahlreiche Redner» vor allem die Delegierten der Landkreise, zwar die Politik der Partei, empfahlen aber doch in der'Mehrzahl, daß die S o z i ali st en in der BolkSfrantike gi e r n n g verbleiben sollen» solange diese Regierung da» Bolksfrontprogramm loyal durchführen werde. Biele Redner stellten die auSdtückliche Bedingung» daß die Sozialisten die Fortsetzung der«nterbrochenen Tätigkeit der Regierung auf dem Gebiete der Sozialpolitik und die weitere Durchführung deS erweiterten Bolksfrontprogramm«» fordern sollen. Namens der äußersten Linken sprach auch deren Führer Zyromski aus Pari», welcher die Ansicht des linken Flügels der Partei zum Ausdruck brachte, daß der den Sozialisten gebührende Platz keineswegs die Botmäßigkeit unter die Radikalen sei, sondern daß die Sozialisten vielmehr mit den Kommunisten und mit dem allgewerkschaftlichen Arbeitsverbkind eine Volks- regierungdeSProletariateS bilden sollten. Ans die Ausführungen ZyromfliS erwiderte namens des gemäßigten Flügel» der Partei Deputierter G r u m b a ch, der daran erinnerte, daß sich der sogenannte Kleine Kongreß der sozialistischen Partei kürzlich neuerdingS mit großer Mehrheit für die Teilnahme dev Sozialisten an der Regierung EhautempS ausgesprochen hat. Er erklärte, taktisch und praktisch sei eS für dir Sozialisten und für daS Proletariat von viel größerer Wichtigkeit» wenn Vie Sozialisten i.n der Regierung bleiben und allmählich die geplanten Reformen verwirklichen werden. Zum Schluß sprach Grumbach seine feste Ueberzeugung au», daß diese Ansicht und die Resolution Lson Blum» und Päul Faures, die da» Verbleiben in der Regierung fordern, die Billigüng der großen Mehrheit der Kongreßdele- gierten finden werden. Deutsche Batterien bedrohen Gibraltar Eden gibt den Sachverhalt Im Unterhaus zu London. Im Unterhaus« fragte der oppositionelle Latour-Abgeordnete Kennedy Eden, ob er davon wisse, daß dir Befestigung der an Gibraltar anschließenden KüsteNlinien von D e u ts ch l a n d v o^g e n» mm en wurde und' daß dse Kanonen nach Ansicht, der Fachleute mm hier aus den gesamten Hafen von Gib« al- t a r bestreichen könne». Diese Kanonen sollet» nur down entfernt«erden, wenn Franco den spanische« Krieg gewinne. Eden antwortete, sein»» Informationen nach hat« Franco Batterien an der Küste zwischen Algeeira» und Tarif« aufgestellt. Die Presseberichte, denen zufolge d«utsch e Fächle»t e bet der Aufstellung dieser Batterien behilflich warm, würdm durch seine Informationen „nichtausg,schlosse n". Die Lage werde im Auge behalten, doch könne der Staatssekretär im Augenblick keine wetteren Ausführungen dgr- Wer machest. Seife 4 DienStag, iß. Juli 198- Nr: ISS: vis Mordchronik der Zigeunerfamilie RuzKka Die Eltern zweier Mörder nach neunzehn Jahren selbst des Raubmordes überführt.— Späte Aufklärung elftes Mordes In Mies Von der Reinheit des Blutstroms bcn das Volk darstellt, sprach am Sonntag ans der Aussiger Tagung des Henlcinschen Turnverbandes Konrad Henlein. Ans Urzeiten komme dieser Blutstrom, der heute durch unsere Adern pulst und noch in den fernsten Geschlechtern, die nach uns kommen werden, strömen wird. Diesen Blutstrom gelte cs rein zu erhalten, ihm Lebeiis- raüm und Zukunft zu sichern.— Also der bc- kannte nazistische Blut-MythoS; Seine Verkündung wirkt ziemlich grotesk in einem Lande, ili. dem seit alterSher die Völker sich. mischten. Henlein hat das Volk aus dem Blut erklärt. Wie kläglich ist eS dann um das sudetendeutsche Volk bestellt,, wenn die Reinheit des Blutes das entscheidende istl In den Adern wie vieler Deutscher,. die wilde Nationalisten sind, rollt slawisches Blut! Nicht wir halten sie deshalb für zweit- oder noch minderrangigc Deutsche. Wir halten das Bekenntnis zum deutschen Volk und die Verbundenheit mit. deutscher Kultur entscheidend, wir fragen also nicht darnach, ob eines Deutschen Mutter Tschechin, eines Deutschen Großvater Tscheche war. Wer aber von der Reinheit des BluteS als dem Wesentlichen spricht, verdammt unzählige„Blutmischlinge" zu minderer„Deutschwertigkeit".— Ob nicht mancher aus Henleins nächster Nähe von einem unangenehmen Schauer gepackt wurde, als er diese Lobpreisung der'Blutreinhcit hörte? Ach nein, inan jubelt solchen Worten zu, eben weil sie nach etwas klingen, ohne wirklich etwas zu sagen! Blut— Reinheit— soldatisch— das Worte deS nationalistischen Kults, und der Gläubige hört sie und betet sie nach, ohne dabei etwas zu denken, ja gerade weil er nichts dabei zu denken braucht... - Vorher hatte der Verbandsturnwart Brand, »er den Frauen zugerufcn:„Weniger Kleider und mehr Kinder!" Welchen Appell, sich die Damen der oberen Schichten der Volksgemeinschaft so sehr zu Herzen nahmen, daß sie sofort die Bestellung der Urlaubstoiletten rückgängig machten. Die Dolksgenossinnen Arbeiterfrauen haben meistens nur ein Kleid. Sie hätten mehr Freude gehabt über die Losung: Weniger Kinder und mehr Kleider! Vor den dcutschnationalcn Turnern hatte auch der tschechische Scktionsrat Occnasek einet» Vortrag über die Sokol-Erziehung gehalten. Die Sokolgemeinde teilt mit, daß sie niemanden als Vertreter des Sokols nach Aussig geschickt hat. Der Herr SektionSrat hat also einen privaten Ehrgeiz befriedigt, als er sich den Beifall der Henlein-Turner holte. Weitzer Löwen-Orden für den Physiker TeSla. Sonntag fand zu Ehren des 81. Geburtstages des berühmten jugoslawischen Erfinders Nikola Tesla ein feierliches Dejeuner statt. Der tschechoslowakische Gesandte H.urban Überreichte dem Jubilar den Weihen Löwenorden und der jugoslawische Gesandte F o t i i den Orden des Weihen AdlerS. I». seiner Dankansprache erklärte Nikola Tesla, dah die Anerkennung des. Tschechoslowakischen Staates für ihn die höchste Auszeichnung in seinem ganzen Leben bedeute. Nikola Tesla sprach bei diesem Anlaß über seine neuesten Erfindungen. - Die Hebamme verkauft ohne Wissen der Mutter ein bleu geborenes. In einer kleinen Stadt des karpathorussischen Bezirkes Jrsava wurde ein aufsehenerregender Kriminalfall aufgedeckt. Eine gewisse Marie Kovaö hatte vor einigen Wochen geboren. Bei der Geburt, die einen ziemlich schweren Verlauf nahm, fiel die Kindesmutter aus Erschöpfung in Ohnmacht.. Bei der Gebürt assistierte die Hebamme Eernijikovä. Als sich dann später Komplikationen einstellten, muhte ein Arzt zu Rate gezogen werden, dem gegenüber. die Hebamme behauptete, daß die Kovaö nur-ein Kind zur Welt gebracht habe, während der ärztliche Befund mit Sicherheit feststellte, daß es sich um eine ZwMngSgeburt handeln müsse. Am Lause der Untersuchung gestand schließlich'die Hebamme ein, dah sie ohne- Wissen der Kindesmutter, die tatsächlich Zwillinge gehabt hatte, eines der Kinder beiseite geschafft und an die 42jährige Julie Zvonar für 600 K£ verkauft habe. Diese war kinderlos und ihr, Gatte drohte ständig mit Scheidung, wenn sie ihm nicht.ein Kind schenken würde.. Tatsächlich wurde sestge- stellt, daß in der kritischen Zeit ein Kind auf den Namen Zbonar in die Geburtsmatrik eingetragen,wurde. Das Geständnis der Hebamme wurde durch die Käuferin des Kindes bestätigt, wobei sich weiter ergab, dah.diese schon drei Kjnder hätte, die aber.mach.der Gebürt'gestorben sind. Dieser Fall erregt natürlich in der ganzen Gegend'außerordentliches'Aussehens /, Liebling. des BolkeS.(bz.) Vor einigen Tagen fuhr ein mit" Ausflügler«»' besetzter Dampfer über einen der Berlin ünigebenden Seen. Da begegnete man einigen Mptoxböoten. In einem dieser Boote sah der Generaloberst Göring, die übrigen führen zür Bedeckung vorn, hinten und an der Seite. ,Im ganze!»'waren'es Erst kürzlich wurden vor dem Prager Schwurgericht zwei Zigeuner verurteilt, die v o r e I f Jahren den Ortsvorsteher der Ortschaft Oleska im Sazawagehiet erschossen hatten. Kurz vorher hatte diePilsner Fahndungsstation bei einer Zigeunerrrazzia ein wahres Mördernest aufgedeckt, das sich zum Großteil aus Mitgliedern der berüchtigten Zigeunersamilie Rüjiöka zusam- mensetzt. Nebst anderen Verbrechen— die verschiedenen Zigeunerhorden, waren zu einer wahren Landplage geworden— wurden die Zigeuner Robert und Eduard Rüjiäka der Ermordung des Nachtwächters Koller in Promenhof überführt und legten auch ein Geständnis ab. Im Zuge der weitläufigen Untersuchung sttehen die Gendarmen auf Spuren alter Verbrechen. In den letzten Tagen wurde auf diese Weise der in der Nacht vom 22. Feber 1918 begangene Raubmord an der 40jährige» Landwirtin Franziska Baumgartlin Mies nach mehr als neunzehn Iahten ausgellärt, die auf grausamste Art erschlagen und erwürgt worden war, worauf die Mörder ihre Wohnung aüsplünderten. Die Täter fünf Bootet Sie waren mit Maschinengewehren beseht. Auf dem AuSslugSdampfer sagte plötzlich ein holländischer Gast, der sich die Umgebung Berlins anschauen wollte:„Sieh, da fährt der Liebling des Bvlkes." Betretenes Schweigen folgte seinen,Worten. Niemand rührte'sich, man sah einander still an. 45 Stünden zwischen Himmel und Erde hängend. Der Student Ratsgeb, der bei der Besteigung des KoSutnik-Turms— 2815 Meter— an dem Seil hängen blieb, an dessen anderem Ende die Leiche seines abgestürzteil Kameraden hing, wurde gerettet und' vollkommen entkräftet zu Tal gebracht: Es hatte volle 45 Stünden hilflos am Seil gehangen. AuwbuS' überschlägt sich. In der Nähe von Gmünden(Franken) überschlug sich in der Nacht zum Montag ein mit Arbeitern besetzter Autobus in einer scharfen Kurve. Sämtliche 82 Insassen tvurden verletzt, darunter zwei so schwer, daß an ihrem Aufkommen gezweifelt ivird. Im Schneeswrm umgekommen. Professor Heinrich Günther und der 19jährige Student Kurt Gruber aus Linz unternahmen am Samstag einen Ausflug in die Gofauer Berge. Sie wurden von einem Schneesturm überrascht, irrten ab und erfroren. Ihre Leichen wurden geborgen. Flug MoSkau—Nordpol—Frisco. Montag !um 8.21 Uhd startete auf dem Moskauer Fjiüg» platz, in Schtschelkow der Flieger' Gromow zu einem Flug über den.Nordpol hinweg nach. San Francisco. Ihr begleiten Major Jumaschew und Ingenieur Danilin.' Die beabsichtigte Flugroute führt über Franz-Josefs-Land, den Nordpol und .das-Eismeer nach Nordamerika. Das Flugzeug .gehört dem Typ„Ant 25" an: Nach einer aus Alaska ausgefangenen Meldu»»g befanden sich die sowjetrussischen Flieger um 18.80 Uhr mitteleuropäischer Zeit 800 Kilometer vom Nordpol entfernt. An Bord ist alles in Ordnung. /Eisenbahnunglück in Frankreich. Unweit des Bahnhofes von Le ManS stießen aufder Strecke Le Mans—Rennes zwei Züge zusammen. Zwei Waggons wurden zertrümmert. Bei dem Zusammenstoß wurden neun Personen getötet und 25 verletzt. Bei einem nächtlichen Brande in einem Dorfe bei Tzenstochau wurden drei Personen im Schlafe voi» den Flammen überrascht und verbrannten bei lebendigem Leibe. Explosion auf einem Kriegsfahrzeug. In dem peruanischen Hafen Callao kam es aüf dem Torpedobootzerstörer„Villar" zu einer Explosion, wobei drei Offiziere getötet- und mehrere Matrosen verletzt würden. Die letzte' Hoffnung für Miß Earhardt. Marinesachverständige sind der Ansicht, die einzige Hoffnung für die Auffindung der Fliegerin Earhardt beruhe auf der Voraussetzung, daß die Fliegerin nach dem Niedergehen. auf das Meer auf die Insel Gilbert abgetrieben wurde. Ein Flugzeug von Bord,des Schiffes„Lexington" hat in diesen Gegenden die Nachforschungen aufge- noinmen.■ Elf Schwerverbrecher entflohen, Aus dem Gefängnis in Rzeszow(Polen) sind in der Nacht auf.Montag elf Schwerverbrecherj lvelche meistenteils zü lebenslänglichen Kerker verurteilt.find, entflohen, Die Verfolgung der Flüchtigen hat bisher kein Resultat zegeigt.. ' Weil'die. Eltern dagegen waren.,«'Montag, nachmittag kam es in Karwin zu'einer Liebes-' trägödie, die zwei Menschenleben forderte. Der 24jährige Bergärbetter. Rudolf! Km'b a l a,'.det mit der Tochter'eineS änderen Bergarbeiters, der 17jichrigen.' Andila Swnavskä» durch Jahre hiü- dmch. ein Liebesverhältnis unterhalten, hatte, er- schoß seine Gesiebte" in der Wohnung'ihrer'Eltern,, weil'diese das VerhättüiS der.Leiden'jüngei» Leute nicht'dülden'wollten,. Nachdem Kubglä das Mädchen." durch' einen ReMberschuß niedexgestreckt hqtte,^richtete, er die Waffe' gegen si^h fMst.'* Sechs, Todesopfer eines Autounglücks, In der:Nähe von Mareilla en Bilette bei Orleans stießen zwei',Autos züsamMen und verbrännjen vollständig.' Sechs-Personen kamen ümsLehen, 'eine Person wurde schwer verletzt:" konnten zunächst nicht auSgesorscht werden. Es wurden mehrfach.verdächtige' Personen,., messt Zigeuner festgenommen, mnhsen aber stets wieder freigelassen werden, da' ein Schuldbeweis nicht zu erbringen war. . Erst jetzt wurde das alte Zigeunerehepaar J o s e s und A mä l i e R ü Z i L k a dieser Bluttat überführt mid verhaftet. Als Dritter betei- litzte sich an der Ermordung der Baümgartl noch der Zigeuner W enzel Rüjiöka. Das Ehepaar> lebt, allerdings nicht mehr: zusammen und jeder der beiden Gatten,'wurde' aus Grund der durch den. Sicherheitssünk verbreiteten' Aufforderung, zür Festnahme der Mörder an einem änderen Ort festgenotnmen; Josef RüZiöka in Pii- bram, stine Frau Amalie in B l e istad t bei Falkenau. Der dritte Mörder, Wenzel Rüjsiö» ka war gleich' zur Hand, denn' er befand sich in der Haft des Pilsner Kreisgerichtes. Wie, sich dann herausstellte: find' die' Söhne des Mörderehepaares Robe t'i. und Edu a r d RüZiöka identisch mit den Mördern des Nachtwächters Koller in Promenhof., , Der Befehl des Führers,.(bz.) Der Chefarzt einer Hamburger Krankenhauses kau» zum Bett einer Kranken, Na, Kleine, wie gehtS?" war die freundliche Frage.„Ich verbitte mir das, ich bin eine deutsche Mutter", war die Antwort des schwerbeleidigten lull:jährigen Rädchens. Am nächsten Tage stand am Bette dieses„Mädchens" ein 17jähriger SA-Mann. Der Arzt trat hinzu und. wurde, sofort zur Rechenschaft gezogen.„Wie konunen Sie dazu, meine Frau zu beleidigen. Wie können Sie..Kleine' zu ihr sagen! Ich verbitte mir das." Obzwar der Junge. nicht mit dem Mädchen. verheiratet war, lenkte der Arzt lieber ein:.„Aber so, war das doch nicht, gemeint, ich meinte es nett mit.ihr. Wenn Sie darauf bestehen, will ich mich aber dafür entschuldigen." Und was war die Antwort?„Ich muß darauf bestehen, denn ich handelte nach dem Befehl meines Führers I" Di« Hitzewelle in den Bereinigte» Staate» hat bisher 230 Menschenleben gefordert. Beim Baden sii»d zum Wochenende 98 Personen ertrunken, Sonntag abends ging in der Nähe von New York ein Gewitter nieder, das eine teilweise Abkühlung brachte. In New 0erf allein sind Sonntag 29 Personen an Hitzschlag gestorben. Blaues Gold. Auf der Pariser Weltausstellung führt.eine Frankfurter Firma, zum ersten Mal eine hochkarätige Goldlegierung vor, die eine aus dem Blauen ins Ultramarinfarbene- spielende.Tönung zeigt. Die neu«-.Legierung führt d^n Namen c.Ämethyftgold"; sie hat ihren metallischen Charakter vollkommen verloren und wirkt wie ein Edelstein." ’ Die AuSflugjüge der Staatsbahne» vermitteln auch p a u s ch al i e r t e Ku r a u s.e n thalte in einer Reihe von Bädern. Die Abfahrt kann: an jedem-beliebigen Tage erfolgen.' Der Pauschalpreis für einen 21tägigen Kuraufenthalt beträgt in Karlsbad 1680 KC, in Marienbad 1220 K5, in Fran- zensbad 1080 Kc, in Sliaö 1780 und in Lubochna 1240 K£. Anmeldungen.. und Informationen im Basar neben dem Präger Wilson-Bahnhof(Telephon Nr. 88885). Schwedische Stipendien für tschechoslowakische Staatsangehörige. Die schwedische Regierung hat für das Studienjahr 1987/88 zwei Stipendien für tschechoslowakische Hochschullehrer oder Absolventen errichtet, die: an irgendeiner Hochschule Schwedens schwedische- Sprache, Literatur' oder' Geschichte stU- dieren wollen. Um dar Stipendium können- auch Ge» suchfteller.einreichen, die in Schweden, andere wis» senschaftliche Disziplinen-studieren wollen, wen», sie in chren-Studien ausgezeichneten Erfolg auftvelsen. - Wichtig'für österreichische Staatsbürger. Nach einer Mitteilung der.'Prager öfter,reichischeü. Ge- sandschaft können. in, der Tschechoslowakischen Republik-lebende österreichische BunbeSangehörige, die Jichaber einer Aufenthaltsbescheinigung, nach. Parq- graph 2'deS Gesetzes Nr. 79/28 sind, in Hinkunft auf Grund der Gegenseitigkeit ohne besondere B e w i l l i g u n g da- tschechoslowakische'Staatsgebiet für einen Zeitraum bis zu sechs Wochen im Laufe einer Jahre» verlassen, Durch sine solche Unterbrechung verliert die Aufenthaltsbeschei- nigung ihre Gültigkeit nicht: cs entfällt auch-die Einbringung eine» Gesuches,um Nachsicht der Folgen einer solchen Unterbrechung de» ständigen Aufenthalte» in der Tschechoslowakischen Republik. Eine Kälte wie Mitte Oktober! Bei nordwest- lichem Winde wird, dem Binnenlande weiterhin kühle Luft zugeführt. Relativ'am kühlsten, war es iii Böhme», wo am' Montag nachmittags bei regnerischem Wetter durchschnittlich nur 12 Grad Celsius.verzeichnet wurde», war den normalen Verhältnisse» um Mitte Oktober entspricht.-.Die Wetterbesserung dürste nur sehr l äng s am,Fortschritte Machen.— Wahrscheinliches Wetter von h eu t e: In bei» böhmischen Ländern- unbeständig, im ganzen jedoch verringerte Regenneigung und tagsLber elln wenig wärmer.^ Im Karpathengebiet, vorwiegend'umzogen, regnerisch, kühl. Wind überall aus westlichen Richtungen.— Wetteraussichten für Mi t.t w o ch: Noch stellenweise Schauer, rnäßig kühl. Vie Kellnerin In der„Erteugungsschlacht“ „Das Arbeitsamt Magdeburg und die Gäu« Verwaltung der Fachgruppe„Deutsches Gaststätten».und B.e her b.e.r g u n g s g e w e r b e" (— dieses Wort eignet sich besonders zu Schnellsprechübungen—) der Deutsche» Arbeitsfront wenden sich in einem gemeinsamen Aufruf an die Betriebsführer des Gastwirtegewerbes und sprechen darin die Mahnung aus, bei der Einstellüng von Arbeitskräften Rücksicht aüf den Krästebedärf der Lmwwirtschaft zu nehmen. Insbesondere in» Gastwirtegewerbe feien Einstellungen von weih- lichen landwirtschaftlichen Arbeitskräften borge-, nominell worden, die dringend auf dem Lande zur' Fortführung der Erz e u g u ng s schlachtbe-• nötigt würden..'.Es könne nicht ausschlaggebend sein, wenn die-Arbeitskräfte behaupteten, sie würden ohnehin nicht mehr aüf dem Lande verbleiben(.— denn' die Leibeigenschaft wurde ja längst wieder eingeführt—). ES würden von» Arbeitsamt von jetzt an ständige Kontrollen, aller Gastwirtebetriebe durchgeführt werden, bei denen durch Einsichtnahme in die Arbeitsbücher>ie Befolgung dieses Ausrufes nachgeprüst werde." (Frankfurter Zeitung.) Europäer haben nur Gesetze zu.befolge»;: die. geschlageüen Insassen des deutschen Sklavenstalles aber auch„Aufrufe": Mehr denn je behält die Fraü im Dritten Reich' das' Menschenrecht und die völkische Pflicht, sich'zu-prostituieren.: Diei-Bestlmmuüg' der-Taxe- »letzt jedoch^ in den bewährten Händen der-Deut«.' scheu Arbeitsfront und der Osthilfe.die das alle.- JuS prinme- noctis bedeutend verbessert.und-er»- weitert hat. Vom Rundfunk tmpfahlMswartM am den Programm«»» Mittwoch Prag, Sender l: 10.05:- Deutsche Preße. 18.40: Deutscher Arbeitsmarkt.-14.40: Operetteii- tnusik. 17.40: Geigenkonzert Kitth ikervenkä.' 18.05: Deutsche Sendung: Dr. Moucha: Neve Bücher au» der englischen Literatur.-18.20: Deutsche. Arbeiter- fendung: Abg. Franz Kresisi, Trantenau:„Die Technik mid das Volk";.'18.40: Sozialinsormationen. 18:45: Deutsche Presse. 20.25: Zur Feier'de» französischen Nationalfeiertags: 22,20: Schallplattenkonzert.—' Prag, Sender H: 15.00: Schallplatten.. 15.15:. Deutsche Sendung:-Klnderswnder/.Irma Stößinger liest,Märchen. 15.50: DeuischePcesse,,— Brünn: 17.40: Deutsche Senk üng:„Der See unser dem Fenster",' Rundfunkspiel: ,18.15:: Spanische Musik.— Pretzbürg: li;05: Militärmüsik. 14:15: Populäre Schallplatten.. 22:85: Tanzmusik.' ,'— Kascha»; 12.05: Opernarien. 16.10: Rundfunk- orchefterkonzert.— Mähr. Ostrau: 12.85: Mittags-' konzert.'' ’ Vorführung von. Reiterkämpfen in Mittelalterli chen Ritterrüstungen besonderen Beisall fanden.' \ 1 1 1, 2 1111! ■;i h|’l MU»'' 1 Ä ih»JLJM; DicnStag, 13. Jult 1937 Gelte 8 umt äo2iaLpoLltiä, Um die Wahlen In die Handelskammern Die Argumente, welche gegen die Durch» führung der Wahlen in die Handelskammern im heurigen Jahr vorgebracht werden, saht die„Nä- rodni Politika" in einem Artikel zusammen, in dem sie auch auf den Widerstand hinweist, der von der Industrie geleistet wird. MS Beispiel für die rein technische Unmöglichkeit der Wahl wird der Sprengel der Prager Handelskammer ange» führt, in welche di« letzten Wahlen im Jahre 1912, also vor einem Bierteljahrhundert, durchgeführt wurden. Abgesehen davon, daß«S bis heute noch keine Wahlordnung gibt, sondern bloh einen Entwurf, und eS auch noch strittig ist, ob nicht auch«in neues Handelskammergesetz Wer die Funktion und Organisation dieser Körperschaften erlassen werden soll, fehlt auch noch die wichtigste Voraussetzung des eigentlichen Wahlvorgangs, ein Verzeichnis der Wahlberechtigten. „N. P." berechnet, daß im Jahre 1912 nur 89.999 Wahlberechtigte waren, während jetzt die Zahl bei allgemeinem Wahlrecht auf mehr. als 189.999! geschätzt werden muh. Aehnlich wie im Prager Kammersprengel verhält es sich in den anderen. Die Anlegung eines WuhlkatasterS, seine öffentliche Auflegung(wie bei"den Wählerlisten in die Nationalversammlung usw.), sowie die Gliederung nach Wahlgruppen und schließlich die Durchführung von Korrekturen bezeichnet daS Blatt als unmöglich, wenn mit einem nahen Wahltermin gerechnet werden sollte. Das entscheidende Moment dürfte bei diesen Erwägungen aber die Unlust zur Durchführung der allgemeinen Wahlen in die Kammern sein, die schon im Titel„Unfreundlicher Standpunkt der Industrie" zum Ausdruck kommt. Hoher Zinssatz— niedrige Löhne Dem„Prävo Lidu" entnehmen wir: WLH« rend der letzten Jahrzehnte lernten die demokratischen Regierungen genauer den Zusammenhang zwischen hohem Zinsfuß und niedrigen Löhnen kennen. Und deswegen wurde di« Sorg« um einen niedrigen Zinsfuß eine der Hauptaufgaben in jenen Ländern, wo die wirtschaftlichen Einrichtun- gm am fortgeschrittensten sind: in Amerika, in England, Australien und Skandinavien. Dagegen hoben die Staaten des europäischen FestbrndS einen verhältnismäßig hohen Zinsfuß. Je weiter vom Westen nach Osten, desto höher der Zinsfuß. Bei un» pflegte man zu sagen, die Balkanländer seien rückständiger als di« unseren und deswegen lieh manc.ihflen gegxfl^höheren. Zinsfuß, flimnm, werden also in der Tschechoslowakei so balkanmäßig hohe Zinsen gezahlt? Ist vielleicht unser Gerichtswesen korrupt? Waren-vielleicht unsere Industriellen so unverantwortlich, daS ihnen geliehene Geld den Banken schuldig zu bleiben? Keineswegs. Wamm also so hohe Zinsen? Wenn sie bei UNS Nicht mit„Balkangründen" motiviert werden-können,-fo. werden zwei andere Gründe angefWrt: man spricht vom„Goldmangel" auf dem europäischen Festland und von den„kapi- talarmen" Ländern. Frankreich liegt jedoch auf dem europäischen Festland, hatte während der ganzen Nachkriegszeit sehr viel Gold und hat den noch«inen sehr hohen Zinsfuß, Die Fabel von der KapitalSarmut Haven wir sodann oft genug widerlegt. Neuerlich müssen wir feststellen, daß trotz allem Guten, was im Vorjahr zwecks Herabsetzung des ZinSftlßeS unternommen wurde, sind unsere hohen Zinssätze darauf zurückzuführen, daß dem Bankkapital bei uns zu viel Freiheit gewährt wird. Indem unsere Nationalbank- und Finanzpolitik kein einziges der Mittel versuchen, welche in-den fortschrittlichen Ländern zu einer Sättigung des Marktes mit billigerem und nicht Inflationsgeld führten, reihen wir uns freiwillig den Ländern des europäischen OstenS an. Auf die Dauer ist dieser Zustand unhaltbar. Wenn sich unser« Wirtschaftspolitik nicht schon vor 8 Jahren entschloß, die Kreditexpansion aus sozialen Gründen zu benützen, d. h. zur Linderung der Arbeitslosigkeit und zum Kampfe gegen di« Wirtschaftskrise und sich zu einigen der von uns empfohlenen Maßnahmen erst im Vorjahr aus Gründen der militärischen Sicherheit entschloß, so bleibt das ganze Problem ungelöst. ES wird sich unS früher oder später in Frageform präsentieren: Wer bezahlt die militärischen Investitionen? Das Volk durch niedrige Löhne Und Hohe Verbrauchssteuern oder die Kapitalisten durch ZinSfußherabsetzung? Handelspolitische Verhandlungen In der nächsten Zeit werden mit einigen Staaten Verhandlungen Wer die Revision der bestehenden Handelsabkommen bzw. Verträge geführt werden, welche die gegenseitigen Wünsche berücksichtigen sollen. Mit Oesterreich werden die Verhandlungen im Herbst ausgenommen werden, die Verhandlungen mit Ungarn sollen anfangs August in Prag beginnen. Die tschechoslowakische Handelsdelegation, die in Berlin weilt«, hat sich nach Beendigung der dortigen Beratungen nach dem Haag begeben. Kn Prag werden derzeit Verhandlungen mit Griechenland geführt. Bon besonderer Wichtigkeit für unsere Exportindustrien sind die für die nächsten Tage zu erwartenden Beratungen über einige Fragen deS tschechoslowakisch-französischen Vertrags. Ole polnischen Bergarbeiter lehnen die Regierungavoradildge ab In Kattowitz fanden Beratungen aller Bergarbeiterverbände mit dem Vertreter der Regierung Wer die Frage der Avbeitszeiwerküzung statt. Die Konferenz lehnt« di« Vorschläge der Regierung, über die wir berichtet haben, ab, da fle’rHe- Forderungen der■ Arbeiter Nicht■ berücksichtigen. Vor allem forderten die Arbelter den Sechs'-' stundentag, der in den Regierungsanträgen Nicht berücksichtigt ist. Ferner lehnen die Arbeiter die Zweiteilung der Belegschaft ab, während die Regierung die Arbeitszeitverkürzung nur für die untertags Arbeitenden vorsicht. Ole Finanzen Sowjetrußlands Nach dem Finanzplan für 1937 sollen die Einnahmen des Sowjetstaates 185 Milliarden Rubel betragen. Nach den Angaben der MonatSDeutsche Rüstungen und die spanischen Eisenerzlager •(Dr. W. EL) Leber den außerordentlichen Umfang der deutschen Ausrüstung legt der soeben bekannt gewordene HalbjahreLbericht des schwedischen Eisenerzkonzerns GraengeSberg Zeugnis ab. Im Juni. d. I. stellte sich der schwedische Eisenerzexport auf 1.1 Millionen Tonen(i B. 989.999 Tonnen) und erreichte mit dieser Menge einen neuen Rekord. Im Mai d. I. wurden nur 888.999: Tonnen exportiert. Für das erste Halbjahr ergibt sich eine Gesamtausfuhr von 8.88(i. V. 4.84).'. Millionen Tonnen» was somit einer Steigerung um 19 Prozent«ntspricht. Der heu- rige Export ist fünfmal größer als der des Jahres 1982-ustd dieVerschiffungen im Juni d. I. allein sindgrößel: glS.jeste.im ersten Halbjahr 1982. . Daß diese außerordentliche Steigerung der Eisenerzausfuhr fast vollkommen auf di« steigende Nachfrage der deutschejt.,NüstungSin- d u st r i e zurückzufühccn ist,: geht daraus hervor, daß- stach" Angaben des GraengeSberg-Konzern» nicht, weniger als 78 Prozent, der gesamten Ber- schifsungen.nach.Deutschland gingen.^,'Außerdem wird zugleich mttgeteilt. daß DeutschllMd mit diesen^ riesigen Eisenerzimpört aus Schweden seinen Bedarf, nicht.decken könnte und daher in letzter Zeit w«;.f't/! t e A n k ä ulf e s ch w e d t.s ch.e r E i s e n e rz g r u b e n gelätigt hat. Die Eisen« erzlieferungen Schweden» an Deutschland basieren auf- einem Vtzrirstg/den-seinerzeit'das Kabinett Brüning? mit- der schwedischen Negierung Wge« schloffen hstt^und der 4iS zum Iah« 1947 laust. Dieser'Vertrag ist bi» dahin uykündbar,' Diese- Käufe. schwedischer Eiseuerzgrüben in letzter Zeit zeigen' zugleich)' daß die deutsche Schwerindustrie Nicht unbedingt damit rechnet, größer«'Mengen spanischer.(Bilbao«) Eisenerze zu erhalten. In der.Tat hat ja Franco sofort nach Eroberung der Eisenerzgruben bei Bilbao die eng» lischen Inhaber in-ihre Rechte eingesetzt. Interessant ist ferner noch, daß England nur ÜL Kipzent de» gesamten schwedischen Erzimport» im ersten Halbjahr aufgenommen hat und die Be» mühungen der englischen Regierung nach einer Erhöhung der Erzverschiffungen bislang ergebnislos geblieben sind. Diese Tatsache ist darauf zu- rückzuführen, daß der GraengeSherg-Konzern gesetzlich verpflichtet ist, jährlich nicht mehr als höchstens 9.99 Millionen-Tonnen Eisenerz zu exportieren und ein« Erhöhung dieser Menge nur mit Bewilligung des Parlaments möglich ist. Dieser Umstand läßt es wiederum als wahrscheinlich erscheinen, daß England keineswegs in ein« willkürliche Zurverfügungstellung der nordspanischen Eisenerzgtuben ohne weiteres einwillizen dürfte, England hat vielmehr das größte Interesse daran, seinen Einfluß auf die Eisenerzlagerstatten bei Bilbao zu verstärken. Die sofortige Einsetzung der englischen Interessenten im Bilbao-Revier in ihre Rechte durch Frapco und die fast zugleich bekannt gewordene Note an,England zwecks Anerkennung al»»kriegführende.Macht", scheinen«in Angebot Franco» an England zu sein,- gegen die Anerkennung-größer« Rechte in. Bilbao einräumen zu wollen. Dch' dlese Vermutung nicht unbegründet ist, geht auch daraus- hervor, daß Franco unter Umstanden bereit ist,'di« Freiwilligen nach Hause zu schicken, wa» somit bedeuten würde,' daß eS mit den deutschen Träumest von großen Eisen'erzkön- tingenten an-' spanischem Eisenerz' aus ist/ Sicher scheint indes) daß Bikbgo-Eisenerze in mäßigen Umfange ass»Kompensation" än Deutschland abgegeben werden, Im GraestgeSberg-Bericht heißt eS noch, daß dke T f ch e ch o s l o w a k e t der d r' i'r t g. r'ö ß t e. Abn«hmer von Eisenerzen ist. Da Deutsch» lapd> 78 Prozents-England 14 Prozent der ge« samten Verschiffungen im ersten HaHjähr ausgenommen hat und außerdem'noch andere Importeure genannt werden, kännder tsch'echofldwaktsche Eisenetzimpvrt au» Schweden trotzdem stur einen Bruchteil der von Deutschland importierten Menge betragen. schrift„Problem! Ekonomiki" sehen sich die Einnahmen deS Sowjetstaates au» folgenden Quellen zusammen! '(in Milliarden Rubel) Umsatzsteuer 76.8 Gewinne der Unternehmungen.. 29.8 Sonstige Steuern....... 11.2 Einnahmen aus dem Budget der Sozialversicherung...... 19.9 AmortifationSabschreibungen.... 5.7 Sonstige Einnahmen,,,». 19.5 Insgesamt,. 185,9 Wie man sieht, deckt der Sowjetstaat zirka 76 Prozent seiner Einnahmen durch die Umsatzsteuer. Die Erklärung hlefür ist die, daß in der Sowjetunion die Einkommensteuer eine geringe Rolle spielt.- Ole Arbeitsleistung In der Kohlenindustrie Einen interessanten Vergleich zwischen der Arbeitsleistung in der Kohlenindustrie der Sowjetunion und anderen Staaten bringt di«„Sa Jndustrialisaziju", Demzufolge beträgt die Förderung pro Arbeiter in einer Schicht:(in Tonnen): Vereinigte Staaten 4.4, Deutschland 1.7, England 1.2, Frankreich 9.8 und Rußland 1.2, darunter im Donbas 1.9 und in Kusbaß lSibi- rien) 2.9. Die Sowjetregierung hatte bekanntlich im Zusammenhang mit den Erfolgen der Stachonow-Bewegung die Leistungen erhöht. Hach den irischen (AP.)' Der irische Wahlkampf ist nicht zur Zufriedenheit de ValeraS ausgefallen. Die Regierungspartei hat die absolute ,Mehrheit nicht erreicht, sondern hat, während im alten Dail di« Mehrheit vier Sitze betrug, genau so viel Stimmen wie die Opposition. Das bedeutet, praktische genommen, sogar, daß de Valera um eine Stimme hinter der Mehrheit zurückbleibt, da der Sprecher des Parlaments nur in Sonderfällen seine Stimme abgeben darf. Die Partei des Ministerpräsidenten, die F i a n n a F a i l, erhielt 69 Sitze, ebenso wie die Opposition. Diese 69 oppositionellen Sitze verteilen sich wie folgt auf drei Parteien: die„F i n e G a e l"(Vereinigte» Irland) des früheren Ministerpräsidenten Cosgrave erlangte 48, die Unabhängigen acht und die Za» bour Party, die das letztemal nur acht Mandate hatte erkämpfen können, diesmal 18. Insgesamt gibt es nur noch 188 Sitze im Parlament, statt, wie bisher, 188, da die Wahlkreise neuverteilt und zusammengelegt wurden und außerdem die sechs den Universitäten zufallenden Sitze abgeschasft worden sind. Der Zug nach links ist also unverkennbar, und die Labour Party ist das Zünglein an der Waage geworden, De ValeraS Lage ist nicht rosig. Di« Widerstände gegen seine Politik haben sich nicht verringert. Eosgra- veS Anhänger fordern vor allem eine Beilegung des durch die Zahlungseinstellung der Landes- Annuitäten begonnenen Handelskrieges gegen England. Besonders die Landwirtschaft ist unzufrieden und Wt heftige Krittk. Auf der anderen Seite wird de Valera wiederum vorgeworfen, daß er sich England gegenüber zu nachgiebig verhalten habe und daß die Verfassung, in der die größtmöglich« Unabhängigkeit von Großbritannien und die Schaffung eines republikanischen Staates in. 63 Artikeln festgelegt worden sind jmb deren Perkoppelung.mit der Wybl. de.Vale- raS fraglos geschadet" hak, ihm viel"zu groß« Böllmachten" gebe. Dennoch wird jetzt" die R e- publik E i r e, in der eS keinen Treueid für den englischen König mehr gibt, in der die gälische Sprache die erste Rolle spielt und in der die auswärtigen Beziehungen im Rahmen des Commonwealth nach eigenem Ermessen geregelt werden, nunmehr Wirklichkeit. De Valera bleibt der erste Mann im Staate, aber er wird«s schwerer haben als bisher. ES bleibt ihm nichts anderes Wrig, als sich die-Hilfe der Labour Party zu sichern, die seine Verfassung bekämpft hat. Das wird nur um den Preis von Zugeständnissen möglich sein. Die Gegenlei- stun g« n werden vor allem auf dem Gebiet der Gewerkschaften liegen. Außerdem wird 'die LP darauf bestehen, daß die neue Verfassung nicht zur Inanspruchnahme dtttatorischer Vollmachten benutzt wird. Man nimmt an, daß de Valera, der sich auf das Lavieren versteht, angesichts seiner parlamentarischen Schwäche sein Tempo wird verlangsamen müssen. DaS dürfte einigen Einfluß auf die schwebenden Fragen haben. Dazu gehören vor allem drei Dinge: 1. Der schon erwähnt« irisch-englische Hande l s k r i e g, der der irischen Viehzucht und überhaupt der irischen Ausfuhr, die ja auf den englischen Markt angewiesen ist, schweren Schaden zufügt. Beide Parteien treten für die Anrufung eines Schiedsgerichts ein. England will jedoch ein Empire-Gericht, während Irland auf einem internationalen Gerichtshof besteht. Der 2. Streitpunkt sind dieBesatzun- g e n, die England noch in den irischen Häfen Queenstown und Bearhaven unterhält. Diese Frage erscheint nicht als unlösbar. Am schwierigsten ist dagegen 3. der Streit- punkt um die Beziehungen zwischen Nord« und Süd-Irland. De Valera fordert di« Anerkennung eines geschloffenen Ganzen und bezeichnet die Grenze zwischen dem Freistaat und Ulster als unnatürlich. Ihre Beseitigung betrachtet«r als das Hauptziel der irischen Politik., Ulster aber will unter allen Umständen, nicht zumindest aus konfessionellen Gründen» an England festhalten, und England ist genötigt, dieser Einstellung Rechnung zu tragen. De Baler« jedoch will Wer die endgültige Stellung Irland» zum englischen Empire nicht verhandeln, solange«r die» nur für den' irischen Freistaat, nicht' Wer für die gesamte irische Insel tun kanst. Obwohl dies« Fragen noch alle schweben, kann man aber bereits hevte sagen, daß di« Selb- ständigkeit Irland» größer ist al» di« von Kanada od?r Australien. Im Gegensatz, zu diesen Dominions ist in Dublin der Posten de» Gene« xalgouverneur», der anderwärts di« Krone der- Wahlen sinnbildlicht, abgeschasft. Irland ist trotz seiner losen Zugehörigkeit zum Empire faktisch selbständig. Cs besteht also ein eigenartiger Zustand der Halbheiten, der auf di« Dauer beiden Parteien unerträglich erscheint. Doch ist man auf einem toten Punkt angelangt. Jedenfalls will de Valera die Fäden, die Irland noch mit England verknüpfen, nicht ganz zerreißen, was ihm von der'Irischen Republikanischen Armee und den radikalen Sinnfciner-Elementen zum Vorwurf gemacht wird. Der Schtvebezustand führt eS mit sich, daß von Fall zu Fall Irland so handelt, als ob es eine selbständige Republik oder ein Mitglied des Empire sei. Es beteiligte sich sticht an der Königskrönung und nicht an der Reichskonferenz. Gleichzeitig aber wandern irische Arbeiter nach England aus, ohne dort etwa als Ans- länder angesehen zu werden. Auf die Dauer ist dies Verhältnis natürlich abnormal, doch zeigt sich nirgends am Horizont eine Möglichkeit, wie dem abzuhelfen wäre. Mer de Valera wird sich hüten, Oel ins Feuer zu gießen, und so rechnet man damit, daß sich in absehbarer Zeit in innen- und außenpolitischer Hinsicht nicht allzuviel ändern wird. Um dar Schicksal der Flüchtlinge Genf. Im Hinblick darauf, daß das Nansen» amt für Flüchtlinge auf Grund des ursprünglichen Planes im nächsten Jahre liquidiert werden soll, haben sich verschiedene Organisationen russischer, armenischer und Saar-Emigrant e n mit einer gemeinsamen Adresse an den Vorsitzenden deS NansenamteS gewendet. In der Adresse wird die feste Hoffnung geäußert, daß die 18. Session deS Völkerbundes, die heuer im Herbst ab 13. September statsindet. Maßnahmen ergreifen werde,, um die FlüchtlingSfürsorge auch weiterhin.-.in- irgend, einer Form ausrecht zu er-. MM«. In. dem Memorandum wird der. Wunsch ausgesprochen," baß durch eine Resolution in diesem Sinne der Unsicherheit ein Ende. bereitet lverde. Da» Memorandum erwartet auch ein Einschreiten der brittschen Regierung zugunsten der weiteren Aufrechterhaltung der internationalen Flüchtlingsfürsorge,- namentlich im Hinblick auf den günstigen Standpunkt des britischen Außenministers Eden, den dieser im Unterhaus als Antwort auf die Anfragen einiger Abgeord» neten in dieser Angelegenheit formuliert hat. Eine„Richtigstellung". In der aufsehenerregenden Rede des Propagandaministers Doktor Goebbels gegen die katholische Kirche war als Beweis für die moralische Verderbtheit des Klerus auch ein von einem Ordensmann in Belgien begangener Lustmord erwähnt worden. Aber: der Lustmörder war weder Ordensgeistlicher, noch Laienbruder und stand mit dem Kloster in keinerlei Beziehung. Die belgische Regierung hatte— durch das Außenministerium— um Richtig st ellungim deutschen Rundfunk und in der Presse gebeten. Die Richtigstellung ist auch wirklich erfolgt: der deutsche Rundfunk hat sie einmal zwischen— sechs und sieben llhr morgens gebracht. Ehrenmänner, diese Propagandaleute des Dritten Reiches I Sie haben getan, was von ihnen, erbeten wurde. Was könneit sie dafür, daß die Verleumdung zu einer Zeit und in einer Form erfolgten, die eine Millionenzuhörerschaft sicherten, und daß bei der Richtigstellung niemand zuhörte? Italiens Devisennot. Nach, einer amtlichen Mitteilung dürfen die italienischen Zeitungen von Mitte Juli ab auf weitere» mit höchsten» acht Seiten erscheinen. Die einschränkende Maßnahme wird mit der„Weltknappheit an Zellulose" und mit deren hohen Preisen begründet. Man erhalt für Ke 100 Reichsmark.. 758.— Markmünzen... 815.— 100 österreichische Schilling 533.50 100 rumänische Lei.. 16,47 100 polnisch, Zloty... 543:50 100 ungarische Pengö.. 568.50 100 Schweizer Franken. 657.50 100 französische Franc» 111.20 1 englisches Pfund.. 141.50 1 amerikanischer Dollar 28.60 100 itaftenifche Lire.. 144.40 100 holländische Gulden. e 1577.— 100 jugoslawische Dinare. 65.30 100 Belga»..... 483.— 100 dänische Kronen.. 632.— 100 schwedische Kronen. 731.— •f Seite ft „Sozinldemokrat" Sraqer jeUuftfl . Schwerr» Autounglück— um einen Hund. In der elften Abendstunde ereignete sich in der CcSko- moravskä nl. in Prag VIII. ein schwere» Unglück. In der Richtnng gegen da» Stadtgentruin fuhr ein von der 27jährigen Medizinerin Anna Eckhardt gelenkte» Personenauto, in welchem ausserdem noch deren 59jährige Mutter Anna Eckhardt, Gattin eine» Gasmaskenfabrikanten und der 88jährige Arzt Dr. Otto Lederer au» Prag IV. sahen. Infolge de» starken Regen» war die Sicht schlecht. Die Lenkerin bemerkte plötzlich, wie eine große Dogge knapp vor dem Wagen gemächlich über die Straße lief. Um da» Tier nicht zu überfahren, bog sie scharf nach recht» und fuhr mit voller Wucht auf einen Sira« fsenbabuzng der Fünferlinie auf. Durch den Anprall wurde der Wagen völlig zerirümmert, alle drei, Insassen Mver verlebt- Die Mutter der unglücklichen Lenkerin starb auf dem Transport in» Spital. Die Studentin Anna Eckhardt muhte sosort operiert werden. Sie hat nebst einer schweren Gehirnerschütterung und Schnittwunden im Gesicht beiderseitige Beinbrüche erlitten. Auch Dr. Lederer trug eine Gehirnerschütterung und Schnittwunden davon. Der Instand beider Verlebter ist ernst, doch hoffen die Aerzte, sie am Leben erhalten zu können. Riesendiebstahl in der Wohnung eine» Strasch- niver Arjte». Der Arzt Dr. Georg Schenk in Straschnib, Vinohradskä ul. 591, war vergangene» Donnerstag auf einige Tage verreist. Al» er Sonntag zurückkehrte, muhte er scststellen, dah unbekannte Einbrecher seiner Wohnung einen Besuch abgestattet hatten. Die Art. wie sie in die Wohnung gelangten, zeugt davon, dah e» sich um erfahrene lind verwegene Verbrecher handelt. Sie gelangten pon der Mauer, die da» Hau» von dem Nachbargrundstück trennt, auf. den Balkon de» ersten Stockwerke», von dort In da» Stiegenhau» und dann über die Treppe in den zweiten Stock, wo sich die Wohnung de» Dr. Schenk befindet. Hier drückten sie ein Gangfenster ein und stiegen in die Wohnung, wo sie dann ungestört hausten. Offenbar haben sie die Gelegenheit auherordentlich sorgfältig auSgekund- schaftet und gingen sicher. Die Beute der Einbrecher dürfte 199.999 Kä übersteigen. U. a. fielen ihnen in die Hände: Eine goldene„Omega"-Herremihr und eine goldene„Schaffhausen"-Armbanduhr, eine goldene Damenarmbanduhr, mit Brillanten besetzt, vier goldene Armbänder, einige Brillantringe und, Brillantohrringe, zwei Pelze, ein Photograph- und ein Kinoapparat, ein Trieder, verschiedene» Silbergeschirr, nebst Wäsche- und Kleidungsstücke. Bereits nn Frühjahr hatte Dr. Schenk einmal in der Nacht einen Mann, der sich in die Wohnung eiugeschlichen batte, durch Schüsse au» seinem Jagdgewehr verscheucht.— Ein weiterer Einbruchs- d i e b st a h l ereignete sich in Holleschowib. Osadni ul., wo. gleichfalls Sonntags eine ganze Wohnung äuSgevlündert wurde. In diesem Fall beläuft sich der Scheiden auf etwa 15.999 Kd. .• Zechgelage auf dem W. E. Mit zwei angenehmen Gästen wusde Sonntag abends ein Prager Gastwirt beglückt. In dar WirtShäii» kamen der 25jährige Handelsgehilfe Wenzel ikkfak und der gleichaltrige Tischlergeselle Jaroslav Planickh, beide au» Krisch. In einem unbewachten Moment drangen sie in den Keller, wo sie einige Flaschen Bier entwendeten. Mit ihrer Beute wuhten sie nichts Beffe- re» anzufangen, als sich gemeinsam auf die Toilette zurückzuziehen, wo sie„im engsten Kreise" einen gemütlichen Wend zu veranstalten gedachten. Der Wirt kqm indessen in dq» unappetitliche Kneiplokal und machte Miene/ die Ertappte» an die Luft zu setzen. Sie wollten aber nicht, gutwillig gehen und konnten' erst nach längerer Balgerei aus dem Lokal in den Garten gedrängt werden. Hier rächten sich die Burschen,, die natürlich betrunken waren, dadurch,- dah sie mehrere,Bäumchen knickten und durch Steinivürfe hier Fensterscheiben der Gaststube einschlugen, wodurch die ist der Nähe fitzenden Gäste in Gefahr gerieten, da die Splitter weit umherflogen: Verlebt wurde zum Glück nimand. Das Verfahren wurde eingeleitet. Nmst wul Mssen. Sommerspielzeit Kleine Bühne. Die Gastspieldirektion der Kleinen Bühne bringt als üächsteS Gestspiel ein Ensemble von Mitgliedern des Wiener Burgtheaters. Jur Aufführung werden die Stücke „Die Fee", Lustspiel in 8 Akten von Franz Molnar und.Das Mädel im Schatten", Komödie in 8 Akten von Walter Ellis, gelangen. Ausweisung Admiras aus Italien Die Wiener Admira, welche von dem Mussolini- Verbot— von dem wir schon berichtetem-— vor ihrer Abreise nach Genna keine Kenntnis mehr erhielt und erst auf italienischem Boden verständigt wurde, lvollte in Venedig die Entscheidung der Mit- ropa-Eup-Konferenz abwarten. Die Wiener erhielten aber am Samstag vom italienischen Innenministerium die Weisung, I» t a l i e n innerhalb 2t Stunden zu verlassen. Mit dem nächsten Zug sind daraufhin die Admira-Leute abgereist. Das sind die nüchternen Tatsachen, welche die bürgerliche Preste ohne eine eigene Meinung hiezu den Lesern serviert. Ma» denkt sich wohl, das Mit« ropa-Cup-Komitee wird die Sache schon wieder einrenken. Weit gefehlt, dieses Komitee wird letzt nur bestrebt sein, den Krach in dieser, allem anderen als Sport dienenden Konkurrenz notdürftig zu verkleistern, denn ihre Macher entstammen ja zum gröhten Teil aus autoritären Staaten und. find der italienischen Politik verbunden. Da» faschistische Sportspstem glaubt eben auch ihre Zeit für gekommen, um sich Weltgeltung zu verschaffen und da dies gerade mst den italienischen. Sportlern nicht dazu führte, benützt man eine sich bietende Gelegenheit, um den„Freunden" die Peitsche fühlen zu lassen. Das provokative Auftreten nüd die„Spiel"- Methode» der italienischen Faschisten— denen dann jene der Nazi folgen— find ja zur Genüg» bekannt, als dah man über sie noch schreibest brauchte. Eines hat die Admira-Genua-Affäre wieder' aufgezeigt: Dah die Politik, die so oft und gern im Sport der Bürgerliche» geleugnet wird/ stärker wirkt und keine Mittel scheut, um ihr Geltung zu verschaffen. Und die„Freundschaft". Oesterreich-Italien erweist sich in diesem Falle als„schönes Wort" auf dem Papier, was ja gerade in Wien sinnfällig durch die Bevölkerung immer wieder bestätigt wird. Die Wiener Zeitungen? dürfen merkwürdiger Weise nur an unauffälliger Stiele und in kleiner Notiz über^diese.Affäre berichten, Der Vertreter des österreichischen Fuhballvevbande» hat erklärt, dah der Verband voll und ganz hinter Admira stehe und ihr- Ansehen wahren wolle., Da zur. Stunde das Ergebnis der Sitzung des Mitropa-Cup-Komitees in Venedig- noch nicht bekannt ist, weist man allerdings nicht, welche Maus da? geboren wurde. ES ist aber möglich, dast die ganze Konkurrenz für diese Saison vorzeitig ihr Ende findet. 1 Mitropa-Cup Am Sonntag gelangten in diesem Bewerb Nur drei Rückspiele zum Austrag. Bezüglich Admira— Genua ist"die Entscheidung, was nun zu geschehen habe, noch nicht bekannt. . In Budapest siegte A u st r i a als die taktisch beffere-Elf über U j p e st mit 2:1(1:9). Die Budapester versuchten es mit dem W-Shstem. und. versagten hiebei. Die. Wiener, welche verdient gewannen. hatten unter dem scharfen Spiel der Heimischen und unter dem italienischen Schiedsrichter zu leiden: z. B. wurde Sindelar"zweimal niedergetre- ten, ehe eingeschritten. wurde.— Vienna blieb im Wiener Stadion über F e r e n e v a.r o» nur mit 1:9.(1:9) erfolgreich, so dast hier ein drittes Spiel notwendig und das Mittwoch stattfinden wird. Beide Klubs einigten sich auf Budapest als Austragungsort, da sich für Prag infolge der tschechoslowakischen Devisenvorschriften Schwierigkeiten ergaben.— Die Züricher Gra» hovper» gewannen daheim gegen Lazto Rom 8:2(2:1), scheiden aber au», da sie im" ersten Spiel mit" 1:6 verloren hatten.— Für die nächste Runde stehen daher erst Austria und Lazio als Aufsteigende fest. DFC Prag— kein Ligakandidat ' Im OualisikationSturnier war am Sonntag der. Entscheidungstag sür den P r a g e r DFC und er brachte eine neuerliche Niederlage und damit auch die Zerstörung jeder Hoffnung auf eine Wendung zum Befielen. Die DFC-Mannschaft besitzt derzeit keinen innerlichen Halt, manche Spieler haben auch anscheinend kein Interesse und so-kommt es, dast ein"Team, das große Fähigkeiten in sich hat, auf der Strecke bleibt. Das sonntägige Match gegen FTC Filakovo aus dessen Platz endete mit 9:8 (9:2). Eine halbe Stunde spielte der DFC. ohne etwas zu erreichen, da die Stürmer die alte.Krank- heit" des Nichtschiestenkönnen vorführten und dann gab es Berlusttore, die von der Verteidigung verursacht wurden. Die Filakovöer nützten die Gelegenheit aus und"errangen einen sicheren-Sieg...— In Pardubitz spielten SK. S ch l e s.-O st r a u und der dortige HK 2:2(1:9).. Sonstige Fuhballergeinisse. GraSlitz: DFE gegen DSK Neudek 4:8(DFB.-Meisterschaft.)—- Eger: Karlsbader FK gegen DSB 8:9.— Mari e n b a d.: DTP Saaz gegen DSB 8:1, abgebrochen,— B r ü r: Sportbrüder gegen SpVg. Bodenbach 2:9.— S ch r e ck e n st e i n: Teplitzer FK gegen Sportbrüder 4:9(Samstag).-—Mach o d: SK gegen Rotkosteletz 9:1.— Pilsen: SK.gggv, DSP Mje».19:9, Viktoria gegen. SK Klattau 8:1.—Od e rv erg: DSV gegen Polonjo Kavwin 8:8»—P restbu rg: CSK gegen Mäka- bea 7:1,— Wien: Helfort gegen Sturm Graz 5:1.— Ziderholm(Schweden): Rapid Wien gegen Stadtteam 7:9. Dee Schwimmerkampf Ungarn— Deutschland in Berlin wurde von den Nazi mit 28:21 Punkten gewonnen. Im Wafferball gewann Ungarn gegen Berlin 5:9. Rationalisierte Literatur Von Manfred Amon ,;ES ist mir ein Vergnügen, Ihnen unseren Betrieb zeigen zu dürfen", sagte der Sekretär de» Generaldirektors der Ersten Amerikanischen Literaturverwertungs A.-G. zu George Brown, dem bekannten Jndustriereporter.George Brown war durch die Schilderung von Füllfeder-, Reist« nggel-, Zement-, Schuh-, Puderdosen- und Nagellackfabriken bekannt geworden. Keiner verstand es so wie er,, ein laufendes Band oder eine Preßmaschine zu beschreiben. Natürlich durste man den Leser nicht langtveilen. Brown wußte da», darum suchte er ununterbrochen nach neuen und verblüffenden Dingen. Und er Ivußte sie im Reiche der Industrie zu finden. ..„Sie werden", erklärte ihm der gefällige Sekretär,„auf Ihre Rechnung kommen." Zuerst wurde der Reporter in einen mehrere Meier breiten Und sehr langen Saal geführt. Da saßen etwa zwanzig Frauen und Männer vor kleinen Tischen, in sehr bequemen Stühlen. Alle hatten lautlose Schreibmaschinen vor sich stehen. Manchmal schrieb jemand einen Satz nieder. Das Papier, auf das er schrieb, war in regelmäßigen Abständen perforiert. War ein Satz geschrieben, dann wurde das Papierstück, aus dem er stand, abgetrennt und in-einen Drahtkorb gelegt, dessen Boden den Anfang eines Laufbandes bildete. Dieses führte den Zettel sofort davon. In dem ganzen Raume herrschte absolute Stille. Dicke Teppiche verschluckten das Geräusch eines jeden Schrittes. Die, Leute- in diesem Saale beachteten einander nicht, sie sprachen lein Wort miteinander, sie sahen einander nicht an, sie kümmerten sich auch nicht um Brown und den Sekretär, als diesx an ihren Schreibtischen vorübcrgingen. Neben sich hatten sie kleine Tischchen, auf denen Behälter mit Zigarren oder Zigaretten standen, man sah auch Pfeisen- und Kautabak, Bonbons, Kaffeeschalen, Weingläser, Mokkatassen und Obstschalen. Ein Mann hatte.auf seinem Teller faulende Aepfel und roch von Zeit zu Zeit daran.. Brown wollte eine Frage stellen. Der Sekretär schüttelte Heu Kopf und legte den Finger aus den Mund. Erst nachdem sie wieder auf dem Korridor Ivaren, gab er Aufklärung.„Das war", referierte er,„das Zimmer der Ideen. Die Leute, die Sie dort sitzen sähen, liefern die Ideen, nach denen dann je nach dem Bedarf»kurzgeschichten,. Novellen oder auch Gedichte produziert werden. Nun kommen Sie weiter." Die nächste Station des Rundganges bildete eine Galerie mit Einzelkabinen. In jeder Kabine saß ein Mensch, der eifrig schrieb. Während die Leute in der Jdeenabteilung ihre. Zeit hauptsächlich mit Jn»die-Luft-schauen ausfüllten, arbeiteten die in den Einzelkabinen mit Feuereifer.„Das sind", erklärte der Cieerone,„die- Ausarbeiter. Zwischen ihnen und den Ideengräbern, gibt es noch eine Etappe, die Konstrukteure. Die Konstrukteure erhalten die Ideen und entwerfen die Dispositionen. Jeder Konstrukteur" hat Hilfskräfte, deren Aufgabe die Bestimmung der Details ist. Die Helfer erfinden die Rainen der Figuren,'bestimmen den Ort und die Zeit der Handlung. Unter den Ausarbeitern gibt es besondere Spezialisten für die Anfänge und für die Schlüsse. Denn der Anfang und der.Schluß einer jeden Geschichte sind ja vvn besonderer Wichtigkeit. Haben die Konstrukteure mit ihren Hilfskräften die Dispositioneiner Geschichte ausgearbeitet, dann liefern besonders trainierte Pointeure einige Pointenvorschläge. Welche Pointe, verwendet wird, hängt von dem Mann ab, der den Anfang und den Schluß zu verfertigen-hat? Die-Mittelteile der Geschichte liefern wieder untergeordnetere Kräfte."- George Brown notierte"so fleißig, als wäre er einer der Ausarbeiter der Literaturverwertungs A.-G. „Und nun zeige ich Ihnen", sagte der Sekretär, /die letzte Station, die ejn jedes Werl zn passieren hat,.bevor es dem Publikum vorgelegt wird." Sie fuhren mit einem List mehrere Stockwerke durch und landeten im vorletzten. Hier sah der Reporter hinter Glastüren,- in geräumigen und elegant auSsehenden Kojen,- Männer sitzen, deren Gesichter, einen hohen. Grad von Bergelsti- gung zeigten.„Die Feiler". erklärte der Sekretär und seine Miene drückte.Hochachtung, aus,„sie geben unseren. Erzeugnissen den letzten, feinen Schliff."'Die Feiler hatten auf ihren Tischen Manuskripte liegen, die sie mit dicken Füllfedern unbarmherzig behandelten. Brown legte dem jungen Manne die Hand auf die Schulter:„Was Sie mir bis jetzt gezeigt haben, mein lieber Freunde ist fabelhaft. Aber", fragte er zweifelnd,„rentiert sich Ihr" Unternehmen?"—„Und ob es sich rentiert", antwortete der junge Mann,„wir beherrschen heute schon fast di» ganze Produktton an Kurzgeschichten-und liefern sechzig Prozent aller Gedichre, die-in den Leitungen New Nocks und vierunddreißig anderer Städte der Union erscheinen. Die Honorare für Kurzgeschichten und Gedichte sind in den letzten Jahren so gefunken, daß der einzelne Schriftsteller Ünd-Dichter nicht mehr existieren kann. Wir sind durch Anwendung des Prinzips der Arbeitsteilung in der Lage, ausgezeichnete Ware zu liefern und so"große Massen auf den Markt zu werfen, daß jedermann genug Lektüre, die seinem Geschmack entspricht, finden kann. Wir liefern zu konkurrenzlos niedrigen Preisen, bezahlen aber unsere Leute recht anständig."" „Ich danke Ihnen",.sagte der Reporter,„ich bin schon davon übeyseugt,, dqß Ihr Betrieb Vorzügliches leistet. Wenn es möglich wäre, möchte, ich nun noch gerne Ihre lyrische Abteilung sehen. Ich kanÜ mir:-wenn ich ehrlich sein will,- nach dem Taylorsystem" produzierte Lyrik kaum vorstellen." /O",. antwortete der Sekretär mit gewinnendem Lächeln:„Six unterschätzen unsere Leistungsfähigkeit. Es ist schade, daß unsere, dramatische Abtei- luyg. noch nicht arbeitet und daß auch, die Erzeugung von Romanen erst in einem Vierteljahr-ausgenommen werden wird.?„Das tut mir wirklich leid": versicherte der Reporter,„doch wenn Sie die Liebenswürdigkeit-hätten.„Selbstverständlich", versicherte der Sekretär,.chehen wir in die Werkstätten'der Dichter." Diese. Werkstätten ivaren nach demselben-Prinzip" gebaut,-, wie die Arbeitsstätten der Feiler. Es gab aber auch be- medkenSwerte Unterschiede, Die-Dichter-saßen-isi ZiMniern, deren Längswände mit Tonsilm-Pro- ' jektionsflächen Versehen-Waren. Wenn? einer. der Dichter eS verlangte, rollte ein StimmungSbild- BezugSbedingnfig-n: Bei Zustellung in» Haus oder bei. Bezug durch die Post monatlich XL: 16.—, vierteljährlich Xi 48.—, halbjährig Xi 98.- Tarif billigst berechnet. Bel öfteren Einschaltungen Preisnachlaß Rückstellung von Mamfikrivten erföMAür bei.Einsendung der Rekoutnmrken.-- Die - graphendirektion mit- Erlaß- Nr. 18.8üü/VII/1980 bewilligt.—- Dcuck'rei:..OrbiS", Druck». Verlas»» und ZeitUni Dienstag, 13. Juli 1937. Nr. ISS Pur gesunde Verdauung sorgt das natürliche Abführ-Er weichungs mittel, Verursacht«einen uurcman Für Diabetiker in gleicher Zusammensetzung ohne Zucker. Mit der Bezeichnung D In jeder Apotheke Palastrevolution Im Deutschen Tennisverband der Tschechoslowakei Infolge einer Sperre wegen„ungebührlicher Schreibweise" waren die Provinzvereine im Deutschen Latvn-Tennis-Verband auf den Plan getreten, um deren Aufhebung zu erzwingen. Daraufhin ist der gesamte Vorstand zurückgetreten. Interessant ist u. a. hiebei, daß die P rovinzvereine, die nun so„aktiv tätig" geworden find— man spricht davon, daß diese„Tätigkeit" von fettpt- des DTP äüsgehen solle— über 22.999 Ki dem Verband an Mitgliedsbeiträgen schulden! Der zurückgetretene Obmann Zed- witz sagte n. a. auf der Tagung, daß von z w ölf VorstandSnuindaten der P r o v i n z v e r e-i U e nur e I n Mandat regelmäßig, drei bis vier nur hie und da und achtüberhaupt nicht äuSge» übt wurden im Laufe von 14 I a h r e n. Fürwahr ein recht tdtzllischer Zustand I Und als Zedwid am Schlüsse ausführte, daß z. B. Menzel den sudetendeutschen Sport, in der ganzen Welt bekapntgemacht habe, und sagte, da» sei„wahre Volkstumsarbeit" — haben wir auch die Erklärung, weshalb dieSberre znm Anlaß der„Palastrevolution" genommen wurde.— Bei den Neuwahlen hat. nun die Provinz 17 Mandate und damit die, Majorität. Als neuer Vorsitzender erscheint„P r i n z" R ud o l f Hohenlohe(RothenhauS bei Gürkan), der yls reich SdeutscherStaatSbürge r wohl nicht geeignet erscheint,"einem tschechoslowakischen Sportverband nach den Grundsätzen der Stääwhe- dürfnifie Vorzustehen. Aber es hat den Anschein, al» ob der gesamte "bürgerliche Sport unserer Republik seine„Lohali- tät" nun von der reaktionären Seite unter Beweis stellen möchte..' Da» Davis-Cupspiel Tschechoslowake!—Deutschland wurde am Sonntag in Berlin beendet. Hecht verlor, leicht gegen Eramm mit 8:6, 5:7, 2:6. Den einen Punkt erzielte Cejnar, welcher Denker- in einem damenhaften Tennis 4:6, 8:6, 6:4, 6:4, 6:4 schlug. Schuppenflechte (Psoriasis) kann man jetzt erfolgreich behandeln "mit Salbe nach Prof. Dr. Finger. Einige Tage Behandlung genügt,"um sämtliche"Krankheitserscheinungen znm Verschwinden zu bringest, Kurpackung K£ 89.—(Dreißig Uö),-PH.Mr. F. Rupka, M.-Ostropg, Ghmnasiumgasse 4. . 4252 Verlanget überall Volkszünder streifen ab. Wer ein Weihnachtsgedicht zu verfertigen hatte, wurde durch ein verschneites Dorf und Glockenklänge angeregt.. Neben ihm konnte zur gleichen Zeit ein Kollege der Meeresbrandung.oder dein Sausen des Wüstensturmes lauschen.„Fabelhaft", sagte Brown anerkennend.„Wir-haben", rühmte der Cicerone seine Firma,'„die Lyrik wieder zur Blüte gebracht. Die Gedichte, die wir Herstellen, werden-wirklich.gekauft." Die Besichtigung war beendet..„Nur eines, möchte ich noch gerne wissen", bemerkte-der Reporter, bevor er sich verabschiedete, zu seinem Führer. „Wie wirkt die Arbeit in Ihrem Betriebe, eigentlich auf die Dichter und Schriftsteller?" EiMSchatten flog über das Gesicht des jungen ManNes.s.Esist nicht zu leugnen", gab. er zu,„daß die Wirkyng nicht nur günstig ist.' Zwar"sind die Leute, ihrer Existenzsörgen enthoben ,und blühest wenigstens körperlich meist auf, Der" Geist leidet, allerdings leider oft sehr bald." So wie öS, ist allen Bernsen''■ Betriebsunfälle und Berufskrankheiten gibt, so. auch bei,uns. Zu den Betriebsunfällen zählen, wir es, wenn einer plötzlich-tobsüchtig wird. DäSIH aber glücklicherweise selten der Fall. Der Bktrieb wird, durch, diese an und für sich sehr bedauerlichen Erscheinungen eigentlich wenig geschädigt)'Denn’ sowohl dieTohsüchtigen, wie auch die ganz und halb Verblödeten hissen sich noch verwenden. Genauso, wie. in. einer unserer großen Autosabriken die Kranken im Werkspital noch arbeiten, so können auch unsere Betriebsbeschädigten noch"Leistmtgen setzen.: Sehen Sie, früher mußte sich ein Autor, der einen besonders" blutrünstigen Schauerkrimlnal- roman oder ein-Jungmädchenbuch'oder, ein durch», schnittlicheS Filnunanuskript schreiben wollte, sehr anstrengen. Die- Produktion eines Lustspielfilmes war noch vor" wenigen Jahren ein wirkliches Problem. Heute-ist' daS alles'sehr, leicht, blütjge: Geschichten und Gedichte— aus welchem- Grunde da» Blut vergossen wird,., ist ganz gleichgÜM— schaffen«unsere Tobsüchtigen ohne-jede.Schwierig- leit." Und Wer wArg berufener')- ein Iungmädchen- -buch:>zu: verfassens als- dep'M HNsMNd.-Betried^ Halbverblödete? Und die ganz blöd gewordenen,. die r,schreiben(natürlich die. MchmsuMripfe^M-j destsFilmproduzenten am--bestensgefallen.• v ZeitungSfrankattw wurde von der Post« Unv Tetz« IS-A.-G. Prag,,. L!