Aentralorga« der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit««»«ahme de» Montag tSglich früh/ Einzelprei« 70 Heiler Redaktion u. Verwaltung: Prag XII., Fochova62- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub— Derantw. Redakteur i.V.: Zdenko Neuwirth, Prag Aus dem Inhalt: Der„Pressefrieden* 1— ein bedeutsamer Erfolg des Nazismus Vor dem Abschluß des Marseiller Kongresses Die Sommerarbeit der braunen Blut-Justiz Gestapo-Spitzel und Erpresser KUhne Projekte um die Prager Ausstellung 1942 17. Jahrgang Mittwoch, 14; Juli 1937 Nr. 163 Ein neuer britischer Plan Die Seekontrolle wird den kleinen Nächten anvertraut 7 London. Im Foreign Office herrschte Dienstag im Zusammenhang mit der Fcrtigstel- lmig des, englische» Richtintervcutionsplnurs bedeutende diplomatische Aktivität. Der neue englische Plan, der beinahe fertig ist, wird, wie der Außenminister Eden den Botschaftern der interessierten Mächte mitteilte, diesen am Mittwoch früh überreicht werden. Eden ersuchte die Botschaster, de» Plan ihren Negierungen unverzüglich zur Kenntnis zu bringen, damit bereit Stellungnahme am Freitag bekannt sei. Eine.Sitzung de- NichteinmischungSauSschuffrS wurde für Freitag einberusen. I Max Winter| . Aus Wien wird unS berichtet, daß in Holly- wood Genosse Mar Winter im Alter von 07 Jähren gestorben ist/,Mit ihm"geht wieder einer der besten Köpfe der österreichischen Arbeiterbewegung'dahin, zugleich ein gütiger Mensch, dem der Sozialismus zeit seines Leben- stet- auch, «ine Herzenssache wär. Winter b'cgaün als Reporter Wiener Boulevardblätter, iu die. seine sozial gesehenen und von einem tiefen Mitleid mit den Armen und Unterdrückte» kündenden Reportagen eigentlich nicht paßten. Viktor Adler, der große Menschensncher' und Menschenforscher, entdeckte Winter? Begabung und holte de» jungen Journalisten zur„Arbeiter-Zeitung". Hier waren feine sozialen Reportage» erst am Platze, hier fanden sic den würdige» Rahmen und ein großes Echo. Bekannt sind seine Berschte über das Leben der „Purzlincr"', der, westböhmischen Porzellanarbeiter, seine Reportagen aus dem Böhmerwald und seine ergreifenden, in ihrer ruhigen Sachlichkeit überzeugenden, Berschte über Hunderte anderer sozialer Erscheinungen.. '''Nach dech Umsturz bcklcidctc Max Winter «ine Zeitlang' das Amtein'csB iz«bürg e't- M c i st c r d v o n Wien. Vor allem wid- inetc er sich aber der Kinderfreunde- B c w c g u n g. Neben Asritsch. gehörte er zu deren bedeutendsten' Führern,.Daneben, wirkte er . in. zahlreichen Zweigest der Arbeiter-Kuliurbewe- gvng,. Auch schriftstellerisch ist'er herbp'rgetreten. Seine Utopie:„Die lebende Munüe" zeigte, allerdings. Nicht den großen Wurf.und di« glücklich« Hand seiner sozialen Reportage». . Auch Winter, der.'für Wien und Oesterreich so viel getan, wirklich ein tüchtiges Stück bester Nationaler Kulturarbeit geleistet hätte, mußte nach dem Feber außer Landes gehen. Er wandt« sich, vielleicht einer alten Sehnsucht seines wanderlustigen. Herzens, seiner, allem Neuen mit Interesse zugewandten.Augen folgend, nach'dem aussteigenden Kontinent. Er ging nach Amerika Und versuchte als alter Mann, sich dort eine neue Existenz zu schaffen..In Hollywood gab er eine deutsche Korrespondenz. heraus und arbeitete an einer von ihm ins Lebe». gerufenen amerikanischen Zeitung mit,, bis ihm der Tod im Exil ereilte...Sein Werk wird unvergessen bleiben. Erfolglose Gegenangriffe bei Vlllanueva Madrid. Die Aufständisch«» unternahmen DienStag früh mit neuen Verstärkungen einen erfolglosen Gegenangriff auf die republikanischen Positionen bei Billa- uueva. Die Franroabtcilungen bestehen auS regulären Truppen, Phalangisten, Fremdenlegionärcn und Las PanderaS. Luftangriff auf Valencia abgewiesen Valencia. Dienstag um 5 Uhr 18 morgens versuchten drei wahrscheinlich von Palma di Mallorca'gekommene Aufständischen-Flieger die Stadt Valencia zu überfHegen, wurde» jedoch durch das Feuer der Flugzeugabwehrgeschlltze gezwungen, sich zu entfernest. Die Flugzeuge warfen bloß über einer Vorstadt zwanzig Bomben ab. Opfer' werden nicht gemeldet. Vermittlung in.Spanien? Brüssel. Die katholische Zeitung„Libre B'e l,'g isq'm e". btzrm.erlt das Gerücht, daß Kardi- nalstaatssckretär Pacelli vom Heiligen Vater damit beauftragt wtzrden sei, mit'der französischen Regierung iibereinzukommcn, wie der spanische Bürgerkrieg schnell zu beendest wäre, Teilkrise Im.belgischen Kabinett . Brüssel. Nach der am Montag erfolgten Demission des Justizministers de Labe l e y begab, sich vormittag'Ministerpräsident van Zeoland am DienStaa^zunt König'und,tiberrelchte ihm die Ge- samidMissiok'. des Kabinetts.' Der. König'eMtte daß er unter de» gegebenen'.Umständen emisfiost nicht annehmen fönne. Es wird also iiiut:.die Demission des FustigmististerS astge- .ssömisten-werden, der durch, ein.neues Mitglied, wahrscheinlich«inen'Aiigehürigen) der liberalen Partei, ersetzt werden wird. Rach Meldungen, die in Pari- verbreitet werden, beruht der englische Kompromiß-Plan darin, daß die vier Sce-Grostmächte, daS ist England, Frankreich, Italien und Deutschland, auf die Durchführung der Seekontroll« Spaniens verzichten, diese Kontrolle jedoch den kleine« neutrale»Staaten, Holland, den skandinavischen,'den Ostsee- und anderen Staaten anvertrauen würden. Außerdem würden in allen spanischen Häfen.internationale Beobachter fei», die den Vertretern aller Staaten deS Nichteinmischungsausschusses entnommen würden. Diese Kontrolle der Häse», würde durch eine Kontrolle aller Flugplätze in Spanien ergänzt werden.' ' Die hauptsächliche Frage sei letzt zu erfahren, ob di« beide» kriegführenden Parteien in Spanien Peipiitg. Der letzte Zusamnienstoß zwischen chinesischem und japanischem Militär ereignete sich Dienstag uni 11 Uhr Ortszeit an der Eisenbahnbrücke in der Nähe des Südtors von Pei- ping.Chinesische Soldaten eilten einer von den Japanern angegriffenen Patrouille von allen Seiten zu Hilfe. Nach zweistündigem Gefecht wurden die japanischen Abteilungen gegen F c n g t a i zurückgezogen. Durch die Kämpfe wurde der Verkehr im Siidtcil von Peiping lahmgclegt; die Bevölkerung erhielt die Weisung, in den Wohnungen zu bleiben.- Die Japaner treffen in Rordchina»roße militärische Vorbereitungen. Bon einer Konferenz aller. Präfekten, die für Donnerstag nach Tokio einberufen wurde, erwartet man Verkehrungen für die Mobilisierung weiterer Streitkräfte. Mehr als 20.000 Btann sind bereits In der Umgebung von F« n g t a i konzentriert, außerdem wurden die 5. und 10. japanische Division mobilisiert. In der Umgebung von Peiping ziehen di« Japaner die Truppen der Kwangtung-Armee zusammen.. Der Sprecher der japanischen Botschaft in Peiping behauptete Journalisten gegenüber, daß zwischen japanischen Offizieren und den Vertretern der 20. chinesischen Armee bereits ein schriftlicher Vertrag über die Beilegung des Konfliktes zuftandegekomnien sei und die Situation sich gebessert. habe. Die' Nankinger Regierung' beharrt jedoch auf dem Befehl, daß die chinesischen Behörden in Nordchina die japanischen Forderungen.« b- zulchnen habe». Die chinesischen Behörden fürchten,, daß die Japaner die günstige Gelegenheit' ergreife» und versuchen werden, die ganzen Provwzen Hopei und Tschahar, in deren nördlichen Teil st« schon seit.1080 bestimmenden Einfluß ansüben, in Land o n.(Reuter.) Außenminister E d e n empfing. DienStag den ch i n es i s ch e n Botschafter und legt« ihm dar, wie Großbritannien durch die. letzte» japanisch-chinesischen Kämpfe, die sich.in der Nähe von. Peiping aispielrn, beun- r u h i g t sej, Minister Ede» fügt« hinzu, daß die. britisch«,, Regierung' aufrichtig wünsche,' daß diese Meinungsverschiedenheiten zwischen Chino und Japan in kur»'er Zeit bei» e- l e g t werden mögen. Im gleiche» Sinne sprach sich der britische Außenminister am Montag gegenüber dem ja pa n, i s ch r n Botschafter auS. auf diesen Kompromiß-Vorschlag Englands eingehen werden. Francos Note bleibt unbeantwortet Im Unterhaus erfolgte eine Anfrage hinsichtlich der Rote General FrancoS betreffend die Erteilung des Kriegsrechtes. Lord Cranborne erwiderte, die britische Regierung habe nicht di« Absicht, ein« Antwort auf diese Rot« zu erteilen. Keine Anleihe an Franco London.„Daily.Herold" berichtet, daß die City das Ansuchen des Generals Franco um die Gewährung einer Anleihe in der Höhe von 75 Millionen Pfund Sterling glatt abgelehnt hat. ihre Machtsphäre einznglicder», um so g a n z Rordchina zu isolieren und cS vollkommen ihren wirtschaftlichen Interesse» zu unterordne». Auf diese Weise soll auS Nordchina ein zweites Mändf chnkuo gemacht werde». Die chinesische Regierung soll nach Meldungen, die auS der chinesisch^« Botschaft In London staniinc», fest entschlossen sein, eine weitere Invasion auf seinem Gebiete nm jeden PreiS zu verhindern. All« Minister wurde» nach Nanking berufen. Nach einer halbamtlichen Meldung hat die chinesische Regierung die ausländischen Diplomaten und Konsuln. in Peiping ersucht, ihre Staatsangehörigen zum Verlassen der Stadt zu veranlasse»,' weil sie ihnen ausreichenden Schutz nicht mehr verbürgen könne. Die Negierung hat zur Evaluierung der Ausländer einige Flugzeuge angcbotcn. Japanische Bomber greifen ein Meldung«» aus chinesischer Quelle zufolge bombardiert»» am DienStag fünf japanische Flug- zrnge lei Ranjuan einige chinesische Truppenabteilungen. ES ist dies der erste Fall seit dem AstSbruch der gegenwärtigen chinestfch-japanischeir Feindseligkeiten, daß japanische Flieger aktiv «iNgriffen." Die letzten Reutermeldunge» auS Schanghai besagen,. daß sich die Lage im Fernen Osten sehr verschärft habe. ; Um Mitternacht auf Mittwoch setzte an der EisenbahnbrÜcke bei Peiping wiederum heftiger Artilleriefeuer, begleitet von Maschinengewehr- feuer ein. DaS Feuer war auS der Umgebung der südlichen Mauer PeiPingS zu hören. Lachen linkst ' oder „Sonntag Ist nicht Donnerstag“ Es könnte auch ein Lustspiel sein, wenn der Hintergrund nicht zu ernst wäre. Wir wollten unseren Augen nicht trauen, als wir die Entschließung lasen, die vorigen Sonntag in Hohcnelbe auf der Tagung des„Bundes der Deutschen" gefaßt wurde. Seit Menschengedenken hat sich zum erstenmale ein völkischer Schutzverein auch mit der Lohnfrage befaßt. Bisher war es doch das vornehme Privileg dieser Herrschaften, die Sorgen der Arbeiter ebenso gering zu schätzen, wie deren Beitragskreuzer zu würdigen. Die soziale Frage existierte einfach für jenen Klüngel von satten Bürgern, hochfahrenden Intellektuellen und Fabrikanten nicht, die in der schönen Einbildung leben, das Deutschtum in Erbpacht zu haben. Was war also geschehen? Eine Wendung, ein Durchbruch? War Konrad Henlein das Zauberstück gelungen, daS soziale Gewissen der sudetendeutschcn Unternehmer aus dem Dornröschenschlaf zu wecken? Man muß das Ereignis auf seine richtige Bedeutung znriickführen. Die Herren voni Bunde der Deutschen sind über die Verdächtigung erhaben, irgendwie im allgemeinen Sinne arbeiterfreundlichen oder gar antikapitalistischcn Tendenzen zu huldigen. Niemand kann ihnen Nachweise», daß sie sich jemals zu der Forderung verstiegen hätten, jedem deutschen Arbeiter müsse vom Volksgenossen Unternehmer ein auskömmlicher Lohn bezahlt werden. Ueberhaupt ist die Vorstellung, daß der arbeitende Mensch. schlechthin An« sPMch'.Sstf,. ein,.menschenwürdiges Dasein besitze, in oaS ao'gehärtei« Kästenhesvütztsessi VK Völkischen Kreise noch nicht eingedrungen. Die soziale Frage interessierteste bestenfalls unter der Froschperspektive der nationalen Machtpolitik. Deshalb haben die Deutschbündler auch in Hohenelbc die Lohnfragc nur im Zusammenhänge mit dem Geburtenrückgang angeschnitten. Insbesondere liegen ihnen die Kinderzulagen am Herzen, um sodurch„die Gründung und Erhaltung kinderreicher Vollfamilien zu ermöglichen". In Hohenelbc ist wahrlich nichts Unmögliches verlangt worden. Die Industrie hat wieder gute Zeiten. Viele Unternehmungen haben ausgesprochenen Hochbetrieb. Es wird wieder verdient und dies nicht zu knapp. Nur langsam finden die Löhne und Gehälter den Anschluß an die ansteigende Kurve des Wirtschaftslebens. Der tiefe Einbruch in das Lebensniveau der Massen, de» die Krisenjahre verschuldet haben, ist sehr schwer auszuglätten. Unsere Gewerkschaften sind im ganzen Lande in voller Tätigkeit, nm auch den lohnarbeitenden BolkSmassen einen bescheidenen Anteil an der Konjunktur zu sichern. Es geht aber nicht um die Löhne und Gehälter allein I Viele Unternehmer haben sich in der Krise angeivöhnt, einfach unmenschliche Lei st un gen zu fordern. Die Rationalisierung'wurde mit geringen Ausnahmen in der Form eines gesteigerten ^Raubbaues an der Gesundheit und Lebenskraft deS schaffenden Volkes ins Werk gesetzt. Die Herren vom Bund der Deutschen mögen sich über den traurigen Geburtenrückgang nicht wundernl Das Elend der langjährigen Masseuarbeitslosig« leit hat daran gewiß einen hohen Anteil. Man sehe sich aber unsere Textilarbeiterinnen an, ivemi sie abgemüdet aus den Fabriken heimkehren. Können solche auSgeniergelte Frauen gesunde Mütter sein? Und wieviel junge Paare möchten sich gerne einen eigenen Hausstand gründen I Sie verzehren sich in aussichtslosem Zuwarten, denn di« Bezahlung der jungen Arbeiter und Angestellten liegt tief unter den einfachsten LebenSan- sprüchen. Ein großes, lveites Feld der sozialen Aufbauarbeit ruft nach hingebungsvoller Betreuung. Die sozialistische Arbeiterbcivcgung sieht aber im Kampfe um das Menschrecht des schaf- Ingland und Amerika■ dringen auf friedliche Lösung 'Wenn einmal Üfww a«Ätt?i» dem K-nfuit' scheint»"Snnlnnsweise-in sogenannter völkischer Schutz- 8 c f ich e r t-» sein. 'i Washin-ton. Da- Staatsdeparte chinesischen Botschaft mst, daß die Regierung der Brreisstgten.Staaten glaube, daß ein bewaffneter «snflikt zwischen Japan und China riy großer hett t j st Don n- rs tä gl" C. Bchsssi siir tzen Weltfrieden und Fortschritt wäre. ,tz o h e n e I b e, Ivo eine Woche zuvor ein„Fest '/ Die Uebereiitstimmung der Ansichten zwi schen Großbritannien und.den Bereinigten Staa- i senden Jndustrievolkes allein. .verband am Sonntag für Lohnerhöhungen ein- ! tritt, dann kommen die gleichen völkischen Unter- -■r’-.-T"•«jrws&wsGwxjr"''” nehmcr wochentags drauf und wollen die Löhne issrsst'- teilt? dem japünfschen Botschafter'und der abbauen. Erinnert dann ein völkischer Arbeiter v'»■-*-" den völkischen Fabrikanten an die sozialen Sonn tagspredigten, dann bekommt er eine verblüffend« Antwort:„H e u t i st n I ch t S o n n t a g, j" So geschehen in einzweites Mandschukuo? Stile 2 Mittwoch, 14. Juli 1837 Nr. ISS Der deutsch-österreichische „Pressefrieden“ Ein bedeutender Erfolg des Nazismus Die Krupp-GrüBe für Gibraltar London. Die in Tarif« an der spanischen Küste ausgestellten weittragenden Geschütze haben, wie gestern geweidet, zu einer Interpellation im Unterhaiise geführt. Dein„Daily Express" zufolge umfasst diese Batterie drei lüziilligeKrupp.Kanonen, die bereits vor drei Monaten aufgefahren wurde» und nicht»nr die Ttadt Gibraltar, sondern auch die Strasse von Gibraltar und die marokkanische Küste beherrschen. Schwere Artillerie-Batterien, die mit Hilfe Italienischer Monteure eingebaut wurden, sind entlang der ganzen Küste von Algeciras ausgestellt worden. Der Einban der Geschütze wurde voü der britischen Admiralität genau verfolgt und man besitze Photographien von alle". Befestigungen in der Nachbarschaft von Gibraltar. aller Deutschen" für Lohnerhöhungen plädierte. Besser kann die volksfremde Demagogie der Völkischen nicht charakterisiert werden... „Sonntag ist nicht Donnerstag"— dieser Ausspruch sollte ins Wappen- Bl a r s e i 11 e. Der Resolutionsausschuss des Sozialistischen Kongresses empfahl mit 18 gegen 13 Stimmen die Resolution Lion Blums und Paul F a u r e 8 gur Annahme, welche sich für da» Verbleiben der sozio- listtschen Mini st er in der Regierung EhautempS ausspricht, solange diese Regierung die Progrnmmpolitik der BolkSfront loyal durchführen wird. Die Resolution der Linken, deren Autoren der Chefredakteur des„Populaire" Bracke und Zy- romski sind, erhielt acht Stimmen. Diese Reso- lntion spricht sich zwar für das Verbleiben der sozia« Wischen Minister in einem Kabinett mit einem radikalen Ministerpräsidenten aus. empfiehlt aber gleichzeitig, die Sozialisten sollten schon jetzt trachten, eine neuebiegierung herbeizuführen, an der die sozialistischen Minister führenden Anteil hätten. Die Resolution der äussersten Linken, deren Autor MareoPivertist, fordert den sofortigen Austritt der Sozialisten aus der Regierung Chau- temps und die Bildung einer Volksregierung, die sich auf die sozialistische Partei, die kommunistische Partei und den allgewerkschastlichen Arbeitsverband stützen würde. Diese Resolution erhielt fünf Stimmen, Dieses Stimmenverhältnis deutet an, dass Bilbao.(HavaS.)' Radio Requetes forderte in den letzten Tagen von der nationalistischen Bevölkerung„m ehr Härte" bei der „Säuberung des Hinterlandes von unverlählichen Elementen". Am Montag sandte der Sender Re- quete neuerlich eine solche Aufforderung: „Seien wir nicht zu gutmütig. Haben wir nicht so viel Mitgefühl und Erbarmen mit Menschen, die sich so viele Grausamkeiten zuschulde» kommen ließen schild des„Bundes der Deutschen",ausgenommen werden. Völkisch sein h e.i h t e b e n, am S o n n t a g a n d e r Sz u r« d e n, a l S an Wochentagen gehandelt wird.' Ein solches Lugenierlcknis hat unserest unvergesslichen Seligerin die sozialistischen Reihengeführt. Er war Mitglied, eines völkischen.Turnvereines und. eS gefiel ihm, mit jungen Bauern und Bürgersöhnchen am Turnboden kameradschaftlich verkehren zu können. Bald fiel ihm aber auf, daß der Arbeiter im sozialen Alltag alles andere als völkische Kameradschaft erlebi. Die Erkenntnis, daß zwischen dem Sonntag und dem Alltag der völkische» Politik eine unüberbrückbare Kluft bestehe, machte den jungen Seliger zum Sozialisten. Diesen Weg lverden noch viele gehen, die darauf kommen, dass der arbeitende Mensch mit Heilschreien und Nachlaufe» hinter unsozialen Uniernehmern kein menschenwürdiges Dasein zu erringen vermag. Die Sonntagprediger von Hohenelbe tragen lvider Willen dazu bei, die ausgebeuteten Volksgenossen zum Denken zu bringen und der sozia- iistischen Idee auch im sudetendeutschen Bereich neue Bekenner zuzuführen. Aus enttäusch- ten Jungturnern werden sozialistische Bolksführer vomSchlage Josef SeligerSl der Kongress die Resolution Lkon Blums und Paul Favres, so wie allgemein erwartet wurde, a n» e h m e n wird, aber mit einer kleineren Mehrheit, als man glaubte. Zahlreiche Delegierte aus den Jndustriebezirken geben der Resolution den Vorzug, welche im letzten Augenblick Bracke und Zyromski ausarbeiteten. Die Schlusssitzung des KoiMesses wurde mit Rücksicht auf die Verzögerung in der Redaktion der Schlussresolutionen auf 22 Uhr abends vertagt. * In einer Entgegnung auf die Angriffe des linken Parteiflügels, der von Zyromski und Map- reau Pivert geführt wird, sührie LeonBlum am Montag abends an, was die Regierung der Bollsfront unter Führung der Sozialisten für die Verbesserung der materiellen und sozialen Stellung der Arbeiterschaft geleistet hat. Er legte die Umstände dar, die zu der Demission seiner Regierung geführt haben und betonte namentlich, dass die Ädrigen Komponenten der Bollsfront in der Regierung nicht Anhänger des Verharrens im Widerstand gegenüber dem Senate waren. Zum Schlüsse verteidigte er und Faure die Teil nähme der Sozialisten im Kabinett EhautempS. und so herzlos waren. Mit Menschen, di« nicht das geringste Mitleid mit unseren Frauen, Vätern und Kindern hatten. Wir müssen unser« Feind« s« ch« n» di« bisher ganz einfach keine Zeit mehr hatten zu fliehen und die sich unter der Oberfläche bei unseren Freunden verbergen. Fordern wir energisch die Säuberung unseres Landes von diesen zerrüttenden Elementen für daö genieinsame Wohl nnd für das Wohl des Bat erlandes." Wien:(Tfch. P. B.) Auf Grund de» neuen österreichisch Scheitern seines letzten, vielleicht auch gar nicht ernst gemeinten Versuche», den deutschen Drohungen durch die Restauration der Habsburger zu begegnen, wurde immer deutlicher, dass er trotz gelegentlichen Kokettierens mit dem Westen auf die deutsche Karte setzen wird. Mit dem 12. Juli 1887 rückt für Oester« reich die Gefahr des deuffchen Einmarsches oder der„friedlichen" Gleichschaltung um eine» weiteren Schritt näher. Da e» in der heutigen gespannten Situation beinahe gewiss ist, dass die Westinächte eine derartige Verschickung in Mitteleuropa nicht mehr ruhig htnnehmen würden, bedeutet der W i e n e r„P r e s s e frl e d e n" eine unmittelbare Verstärkung dereuro- päischen Kriegsgefahr. Vor dem Abschluß des Marseiller Sichere Mehrheit für die Resolution Blum Kongresses Der Franco-Sender fordert zum Maisehmord auf! 19 Negerkönigs Tochter Roman von Otto Stösst COPYRIGHT BY SATURN- VERLAG, WIEN Und dann wurde ihr Haar vorgenommen. Auch das gab ein bitterliches Leidwesen. ES stand nämlich in kleinen, verfitzten, schwarzen Wollkräuseln auf ihrem Haupte. Zwischen den einzelnen ineinandergerollten Löckchen schien die Kopfhaut rötlichbraun durch. DaS war ihr ein Greuel, sie zeigte auf Frau Dieters glatten Scheitel und reinlichen Haarknäuel mit flehentlicher Gebärde. Das Striegeln dieses Hauptes ging aber wirklich Uber die schwachen Kräfte ihrer Pflegemutter. Da musste der Hausvater helfen und gab sich gutmütig dazu.her, liess Bella niedersetzen und nahm die Reibbürste aus der Küche, denn eine gewöhnliche Haarbürste hätte nicht gefruchtet. Als dieses Frisieren zum erstenmal stattfand, schauerte auch der lckenskundige.Dieter zurück. In den vielen Nestern der einzelnen Wollkräusel verbarg sich noch das wilde Afrika. Schmutz und Sand und Läuse hausten hier, bisher noch völlig ungestört, wie in einem Heinen Urwald. Sie hatten da« ungebärdige Haar zusam- meugebacken und wehrten sich gründlich ihres angestammten Besitzes. Reibsand und Petroleum hielten her. Und es wurde nach Leibeskräften gestriegelt und geschmiert, gewaschen und gefettet. Die afrikanischen Bewohner mussten endlich aussterben, und die Kräusel lösten sich zwar nur unwillig und äusserst mühselig, aber erschienen wenigstens glänzend und machten einen gewöhnlichen Lockenkopf, der Bellas Ehrgeiz sreikich keineswegs genügte, aber vielleicht später einmal sich schlichten und glätten mochte, Jule sie so sehnlich wünschte. Mil dieser grossen letzten Reinigungsarbeit hatte man sich allerseits das Nachtmahl redlich verdient, das nun mit Dampf und Wohlgeruch auf den Tisch kam. Nachher lehnre sich Dieter behaglich in seinem Stuhl zurück, liess sich von seinem Buben die lange Pfeife bringen und schmauchte, während er seinem Söhnlein gestattete, auf seinen Knien zu reiten, was dem grossen Jungen noch immer als der Inbegriff würdiger Belohnung und Annehmlichkeit erschien, der schaukelnd seine Schulerlebnisse berichtete und sich vom Vater ausfragen liess. Bella aber ihrerseits wetzte auf ihrem Sessel hin und her und konnte sich vor Ungeduld nicht fassen, starrte mit glühenden Augen auf den grossen weissen Mann, sprang endlich zornentbrannt auf, stiess den Knaben mit einem ihrer wüsten tschechischen Schimpfworte von seinem Ehrensitz und begehrte selber auf Dieters Knie. Und da durfte der kleine Joses, wenn er auch über diese'Gemeinheit noch so aufgebracht war, nicht wehleidig tun, den» das kitt der Vater nicht:„Lass jetzt auch die Schwarze reiten, später kommst du wieder dranl" Und nun schaukelte er gutmütig das grosse afrikanische Kind, das eigentlich schon ein ganzes Weib und doch noch dümmer war als sein vernünftiger Junge. Aber sie war auch gewiss und wahrhaftig noch niemals auf eines guten Vaters Knien gee. festen und geschaukelt worden. Damit sie aber auch, etwas zur Unterhaltung beitrage,, die sie. mit an« ständigen gesetzten deutschen Worten nicht wohl' führen konnte, sagte er ihr:„'Also Della, sing' waSI" Weil eS schön behaglich warm war und kein Fremder sie beirrte, fing sie, langsam auf den Knien des Ziehvaters sich wiegend, zu singen an, weiche Silben'in merkwürdiger schwerniütiger Tonfolge aneinanderretheNd: die Gesänge ihrer Landleuk^ die ihr unvergessen eigen waren, wie ihre. Häm und ihr Haar, Gesänge, die sie vor langer Zeit abends im Freien, unter dem hohen Himmel heim Brunn?» oder vor. den Hütten beim Mahlen des Korns, beim Melken der Kühe, beim Flechten von Bast selbst gesungen hatte.? Kam aber irgendein Fremder, so sprang, sie mit einem Husch von ihrem guten Sitze, verstummte, ver kroch sich in eine Ecke und glühte den unwillkommenen Gast mit ihren wilden Augensternen gehässig an. Auch vor dem Doktor Hesly sang sie um keinen Preis diese Lieder, deren sie sich schämte, die sie vergessen wollte, wie sie ihre Haut und ihr Haar verleugnete, und von denen sie sich nur gleichsam überkommen liess, wenn sie sich ganz unbeachtet dem.Wohlsein der Abendruhe ergab. Sie schien überhaupt den Doktor fast zu verabscheuen, jedenfalls recht zu fürchten, obgleich sie ihm durchaus und ohne Widerstand gehorchte. Aber an ihren Blicken sah man den.Kampf, das Widerstreben, den Zorn, diesem Manne untertan zu bleiben. Befahl er etwas, so erfüllte sie eS schweigend, mit trotzigem Mund und gesenkten Augen, aber nur däs, was sich erzwingen liess, Nicht mehr. Befahl er ihr zu singen, so krähte sie irgendeinen tschechischen Gassenhauer, den sie bei ihrem Prager Aufenthalt gelernt, ingrimmig falsch, laut und höhnisch, dass sich alle die Ohren 'zuhlekten und froh waren, wenn sie aufhörte und voll Genugtuung nach beendetem Gesang die Zunge herausstreckte. Auch in ihren Unterhaltungen mit dem jungen Dieter— die beiden spielten und schwatzten lange Nachmittage miteinander in einer Zimmerdecke.!— lehnte sie jede Auskunft über ihr« Heimat mit einem wegwerfenden Kopfschütteln abi'Die Kinder, hatten? sich' eine, unbeholfene Umgangs« spräche"'gebildet/in'der'sie sich, für die Erwachsenen völlig unverständlich, nach ihrer Art ganz wohl einander mitteilen konnten. Josef sprach Deutsch unh verstand von seiner Mutter her— Frau Dieter war, eine Landsmännin Heskys— ungefähr ebensoviel Tschechisch I wie Bella: diese wieder redete ein mit afrikanische».Sprachfetzen behängtes. Deutsch, dazwischen englische Brocken ynh.,tschechische Floskeln.' Josef, der eben in dens Alter war, wo sich die Knaben /mit den höhere» Dingen auseinanderzusetzen beginnen, jegliche Betätigung deichen, Mutes und männlicher Rück- sichtslosigkeit suchen und es /gerade darauf abgesehen haben, wovor MN ihnen Respett einbläuen will, befasste sich in allen seinen Gedanken und Bestrebungen mit einer wilden und ruchlosen Gottesleugnung. Nicht bloss, dass er den geduldigen alten Hinmielvater sich' zugleich' vorstellte und mit allen Schimpfnamen schmÄte, die er aufzubringen und zu erfinden verstand, um ihn nur wieder aus der Weit wegzufluchen, sondern er setzte ihn auch täglich and stündlich in» Unrecht, indem er ihn jeder bösen Wendung beschuldigte, die etwa eintraf, so dass ein nicht vorhandener Herrgott zugleich den Sündenbock für alles abgeben musste, was Jostzf irgend missfiel. Dieser Kampf gegen den licken Gott bildete des Knaben eigentliche feierliche Lebensaufgabe, auf welche er sich„bei Gott", man muss schon so sagen, nicht weniger zugut tat, wie von je die Aufilärung aus ihren heiligen Beruf. Man kann sich denken, dass Josef seine Kameradin vor allem in diese Grundtatsache einzuwethen, mit dem ersten und letzten ErgckniS seiner Welkanschauung vertraut zu machen suchte:„eS gibt keinen Gott". Doch wie merkwürdig: Bella war von dieser Nachricht, die, wie Josef glaubte, all ihre eingeborenen Vorstellungen erschüttern und sie in den bittersten Zustand de» Nichts und der Zerknirschung stürzen Muhte: gar nicht sonderlich berührt! Sie hörte zu und nickte gedankenlos. Er muhte ihr nun auseinandersetzen, was er meinte. Gott! WaS war, wer war Gott? DaS war ein Mann, ein Geist, ein Vater, ein Sohn,. dreierlei und einerlei, der angeblich alles erschaffen hätte, was auf der Welt war,. Baum und Sonne, Boden und Himmel, Feuer und Master. So hieh eS. Wer das war nicht richtig. Es gab keinen Gott. Bella bestätigte das, Feuer zündete der Mensch, Wasser kam au» dem WasserleitungSroht, wenn.es regnete, machten es die Wolken. Diese Erklärung erschien wieder deüi Knaben gar zu flach und grob, denn im Hintergründe blick doch etwa» stehen. (Fortsetzung folgt.) Hk. 188 Mittwoch, 14. Juli 1937 Seit« 8 fudetendcutscfier Zeitspiegcl ^«SSSSSSWWW——M»WWWWMWMEWSWM»M^WMWWW»W>W»W.W^MW»W^MMWWWWMMnMM»»>W-«M Jw Obgwa >lb& fäeer Der Ort des chinesisch-japanischen Zwischenfalls Mehr Kinder I Aber keine Wohnungen für Kinderreichel soll dieses nicht in seinen völkischen Kraftquellen versiegen. Doch gerade jene Sudetendeutschen, die wirtschaftlich gut gestellt sind, machen eS den kinderreichen deutschen Familien so schwer, menschenwürdige Wohnungen zu finden. Da läßt man die Häuser lieber leer stehen oder vermietet sie an Andersnationale, ehe man eine mit Kindern gesegnete deutsche Familie ausnimmt. Die völkische Erneuerung treibt sonderbare Blüten. Dieser Tage wurde in Warnsdorf«in Subjekt verhaftet und dem Kreisgerichtsgefängnis in Böhm-Leipa eingeliefert, das durch«ine niederträchtige Denunziation «inen unschuldigen Menschen ins Verderben gestürzt hat. Ein reichsdeutscher Staatsbürger aus Dresden war über die Grenze gekommen und hatte sich von Warnsdorf aus an einem billigen Ausflug »ach Prag beteiligt, der von Arbeitertou- nisten veranstaltet wurde, wovon allerdings der Ausländer keine Kenntnis hatte. Der Denunziant, dessen Name vorläufig nicht bekanntgegeben wird, um die Untersuchung nicht zu stören, verständigte von diesem„Verbrechen" die G e st a p o. Obwohl der Denunzierte, als er erfuhr, dass die Veranstalter des Ausfluges einem Arbeitervereine angehörten, und er sich durch die Teilnahme an dieser Fahrt nach nazistischen Begriffen eine» verbrechens schuldig gemacht hatte, sofort den z_ deutschen Behörden eine Aufklärung übermittelt«, wurde er doch gleich beim Verlassen der Republik von der Gestapo in Haft genommen. Wir später festgestellt wurde, hatte der Denunziant an seinem Opfer zunächst einen dreisten Erpressung S versuch unternom- men, und erst, als dieser erfolglos blieb, seineAuf- traggeber jenseits der Grenze auf die Spur deS Verdächtigten gehetzt. Da die Erpressung offenkundig ist, wurde der schuftige Denunziant in Hast genommen. Er ist tschechoslowakischer Staatsbürger deutscher Volkszugehörigkeit. Welcher.sveltanschaulichcn" Einstellung dieser Erpresser ist, bedarf wohl keiner langen Erwägung. ES fehlt nur noch, dass solcher Abschaum in einer gewissen Presse als nationaler Vorkämpfer und Märtyrer gefeiert wirdl Mann, verlief sich nach Zittau, also in die nächste Nachbarschaft und trank dort seine Wut hinunter, dass die Sachsen infolge der Devisenbestimmungen gar keine Zeche in der Tschechoslowakischen Republik mehr machen. In der Folge scheint ihm der Gerstensaft die Zunge gelöst zu haben. Er räsonierte. Für solche Extratouren hat man aber in dem Lande der Goebbelschen Freiheit absolut keinerlei Verständnis. Die allgegenwärtige Gestapo hatte ihn gleich beim Schlafittchen und zeigte ihm die deutschen Kriminale von innen. Hoffentlich schreitet Henlein bei unserem Auhenministerium mit entsprechendem Nachdruck ein, dass sein„Kamerad" Schröder wieder demokratischen Boden unter die Füsse bekommt. Möglich, dass Kamerad Schröder auch geheilt aus dem Dritten Reiche kommt, wenn er jetzt den Unterschied kennen lernt. Nichtöestättgter Gemeindevorsteher. Dem im Jänner dieses Jahres zum Gemeindevorsteher in K a i tz bei Komotau gewählten Anton Schubert wurde von der Landerbehörde in Prag die Bestätigung verweigert. Schubert ist Mitglied der SdP und war früher Funktionär bei den inzwischen aufgelösten Hakenkreuzlern. Die Mörderin von KönigSwald geständig. Die in Hinter-HermSdorf in Sachsen verhaftete 82 Jahre alte Anna Spengler, die dringend verdächtig war, den kleinen Watzke in KönigSwald ermordet zu haben, hat ihre bestialische Tat eingestanden. Sie gab an, den Jungen mit einem Beile erschlagen zu haben, als sie von ihm beim Einbruch« in das Gehöft seiner Eltern überrascht wurde. Die Mörderin dürste in den nächsten Tagen den hiesigen Behörden überstellt werden. Zur Weltausstellung nach Paris und Arbeiterolympiade nach Antwerpen im AuwbuS vom 24. Juli biS 4. August für Ai 1499.— einschl. Fahrt, voller Pension, Rundfahrten, Eintritte, Führungen etc.— Verlangen Sie Prospekte von der U R O- Reisekanzlei Bodenbach(Telephon 557). Im gelobten Land hängen geblieben Man erzählte da kürzlich eine Mär aus dem Dritten Reiche, von einem Wettlauf zwischen einer Schnecke und einer Ziege. Die Ziege kam sehr verspätet ans Ziel, denn ihr„G e m e ck e r" hatte ihr mehrere unsteiwillige Stationen eingetragen, während die Schnecke kriechend und schleimend gut vorwärts gekommen war. Jetzt hat ein G r o t- tauer G a st wirt das Schicksal der meckernden Geiss teilen müssen. Hugo Sch r ö d e r, Gastwirt„ZurReichsgrenze", treuer SdP- An die Hopfenpflücker und Ihre Arbeitgeber In Böhmen Vom„Zemsky üstfednl üfad präce" in Prag wird amtlich verlautbart:„Der Landesbeirat für Angelegenheiten der landwirtschaftlichen Arbeiterschaft für Böhmen" hat den Kollektivarbeitsvertrag für die heurige Hopfenpflücke genehmigt. Die Lohnakkordsätze wird der Landes« beirat, wie alljährlich, erst Anfang August, also noch immer rechtzeitig vor dem Beginn der Pflücke kundmachen. Mit der Zusammenstellung und Anwerbung der Partten muss jedoch sofort begonnen werden, weil eS sich wieder um den Bedarf von mehr als etwa 4909 Partie» mit rund 75.999 biS 89.999 Pflückern handelt. Alle Partieführer und Partieführerinnen werden deshalb aufgefordert, ihre Partten in der nächsten BezirkSanstalt für Arbeitsvermittlung unverzüglich anzumelden. In den Anstalten erhalten sie einen Abdruck der Vertragsbedingungen und die notwendigen Informationen. Ueberall» wo beide Vertragsparteien im Vorjahr« zufrieden waren, wird das Arbeitsamt bestrebt sein, solche Partten wieder in ihre alten Arbeitsstellen zu vermitteln. Änme’tditrt'ä’en i Ifiternth« m e r übernimmt der„ZsmskK üstfedni üfad präce" bis längstens 20. Juli 1937. Die diesbezüglichen Prospekte, Bedingungen und An» tneldüngSdrucksorten sind beim Arbeitsamte in Prag und bei den BezirkSarbeitsvermittlungSan- stalten der Hopfenbaugebiet« und in den Ber- bandskanzleien der Hopfenbauerorganisationen in Saaz, Roudnice n. Labem, Auscha und Dauba unentgeltlich erhältlich. An alte Besteller wurden diese Drucksorten direkt versandt. Der obige Dermin für die Einbringung der Anmeldung muß unbedingt«ingehalten werden, damit di« Pflük- kerpartien sobald alS möglich«rfahrrn, woran sie sind, und damit auch dir mit der Sicherstellung »ad Abfertigung einer so großen Anzahl von Pflückerpartien verbundenen Arbeiten rechtzeitig bewältigt werden können. .... Jicfangtu IDanfactu/^ Verhafteter Denunziant Nach erfolgreicher Erpressung sein Opfer an die Gestapo geliefert Die Sommerarbeit dor braunen Blut-Justiz Unsere Troppauer„Volkspresse" veröffentlicht folgenden, gerade jetzt sehr aufschlussreichen Brief: - Seit Wochen bemühe ich mich um eine Wohnung.. Ich bin verheiratet und Vater dreier Kinder, deren ältestes in di« vierte Klasse der Volksschule geht, während das Jüngste kaum den Windeln' rnttvachsen ist. Ueberall, wo ich anklopftet wurde mir mit bedauerndem Achselzucken erklärt, dass man mich nicht nehmen.könne. Man v er t r a g e keinen Kindeslärm, als Hausherr will man doch im eigenen Hause Rühe haben: So geht«S mir schon seit Wochen. Obwohl ich tausendmal versicherte, dass di« Kinder niintandem! zur, Last fallen/untepsteter^Aufsicht stehen, artig und zuvorkommend ,Md,«ß Nithte mir nichts, stets erhalte ich di« gleich« verneinende Antwort. Sch glawbte, dass ich wenigstens bei jenen Hausherren Verständnis finden werde, die im„B u n d der Deutschen." organisiert siiGund als dessen Mitglieder für die Erhaltung und Vermehrung der deutschen Familie«in« treten Aber wie himmeltveit ist da der Unterschied von Worten und Tüten. LchMetssch' ist man wohl in'diesen Kreisen für di« kinderreichen Familien— aber praktischverwehrt man eS diesen, di« Kinder unter menschenwürdigen Verhältnissen aufzuziehen; man verweigert Wen ordentlich« Wohnungen und seht damit die ar», men Hascherln samt den Eltern schweren, sttfl^» chen, gesuUdheimche'n'"'und"'Äoräljschen'"Gefahren aus. Was nützen da alle noch so fchön gemeinten Entschliessungen/ wenn,.sie nur auf dem Papier stehen, und, nie verwirklicht werden? Da hat man-in H o. h e n e l.b« einen Aufruf beschlossen, der auf die NotwendigkeisdeS Kinderreichtums für das Sudetendeutschtum hinweist, Gleich, alS ob vor den GerichtSfetten noch einmal der Welt die ganze Schaüerlichkeit der Razt-Snsti» vor. Augen geführt werde«„sollte, werden in ständig steigendrm Matz».feit einig«» Woche» Todesurteile Hw schwere ZnchthauSstra, frn auS dem Dritten Reich berichtet. Da» Volks- «richt, daS seinen Sitz bald hier,»old hart ans- fchlägt, übt MiieWIgWMMWder vhffchttlichW abgeschlossen, wie eine Feme, MS. JmMak wWeWaü,überrascht>.vondem volltzng chne» t|Ss dicht« MhvkMnwn Tode». MW an dem 2Sjähri,en Kölner Arbeiter W t o K r o p p. Zur WKW wurde« in Stuttgart 17 Arbriter und AngesteM« zu insgesamt SS Jahren Znchthan»««d Gefängnis«er- ujrtetlt. Dis AMalchtstr« M ar Maddal» n a und Käthe Lübeck wurden zum Tode verur. will, ohne daß ihnen etwas andere», al» ihre, dem- Regime feindllche Grfimnmg vorgeworfe» »erde» konnte. Helmut Hirsch und rin an- derer slrichfall» SOjährtgrr junger Gchaugener wurden htngerichtet. In Berlin;»erhängte der VolkSjjericht»h»f über Antifaschisten W Alter von knapp 25 Jahren ZuchthauSurteil« von 19 bis IS Jahren und in Stuttgart hat derßelbe Gerichts- hos die Arbeiter St ei d le, Göritz Md Lo- w a t s ch zum Tove Verurteilt. Mit ihnen ist zum ersten. Mal« in der BtrafrrchtSgeschichte Deutsch- lMdS eine Fra« als Opfer ihrer Gesinnung »um Tode verurteilt worden und»war die 27- jährige Liesel Herrmann, Muttertineö zweijährigen Kindes. Gleichzeitig kommt au» Berlin dw Nachricht, daß die drei zum Tode verurteilten Opfer deS Richardstraßen-Prozesses Schulz, Zimmermann und Schröter heimlich hingerichtrt worden sind. Eine neue furchtbare Welle de» gesetzlichen Marde» geht über Deutschland. Diejenigen, die noch nicht«dm Henkerbeil getroffen sind, verdie- nen, daß die Welt sich für sie«insetzt und vor allem solltm dir Frauen der Welt da» tragische Schicksal det Liesel Herrmann»um Anlaß nehmen, Um ihre Proteste gegen eine solche hem- MMgSlose Justizmaschkne kräftig und wirkungsvoll zu gestalten. Der Terror trifft in gleicher Weise Sozialdemokraten, Kommunisten, Bündische Jugend, Bibelforscher, aber auch, wie der Prozeß gegen den Kaplan Rossaint»eigt, katholische Bollskreise. Ihne» allen bei»ustehrn, ist eine Pflicht der welt- öfsentlichkett, di« über den»ahllosen sonstigen Errignissen dieser Tage nicht vergessen werde» darf.' Die„UUiM füp Recht, und Freiheit" fordert all« Organisationen auf, in geeigneter weise ihre Stimme grgen die»ahllosen geplanten und durchgeführten‘ Justizmorde»u erheben. Donnerstag letzter Ministerrat?' Prag. Am Dienstag beschäftigten sich die AssiitschaftSminister wiederum mit der Festsetzung der Getreidepreise, ohne die Beratungen zu einem Abschluss führen zu köuucn. Die Beratungen ziehen sich auch deshalb solange hin, weil neben der Preisfrage auch noch andere komplizierte Fragen, die das Statut der Getreidegesellschaft, ihren Vertrag mit dem Saat usw. betreffen, geregelt werden müssen. Für Mittwoch ist der Verwaltungörat der Getreidegesellschaft einberusen, der definitive Vorschläge in Sachen der Getreidcpreise ausarüeiten und der Regierung vorlegen soll. Die Regierung wird dann ihre Entscheidung vermutlich in der letzten Sitzung des Ministerrates fällen, die vorläufig für Donnerstag geplant ist. Nach der„Prager Presse" stehen auf der Tagesordnung der NegierungSberatungen auch a d- ministrative Angelegenheiten, welche mit der neuen Praxis in der Minderheitenpolitik a->S Auswirkung der im Feber aufgestellten Richtlinien im Zusammenhang stehen. Auf diesem Gebiete werden weitere Verwaltungsbesch küsse vorbereitet. Am Mittwoch findet ferner eine weitere Sitzung des Obersten Rates der StaaSvercidiguug statt, der in den letzten Tagen wichtige Beschlüsse vorbereitet hat, welche mit dem Ausbau der SaatSverteidigung und ihrer Sicherung im Zusammenhang stehen. Neu Spaltung bei Stkibrnh. Am vergangenen Donnerstag erfolgte die Neukonstituierung der Nationalen Liga Stkibrnh», wobei der ehemalige Nationaldcmokrat Senator Jng. Havlin eine führende Funktion erhielt. Havlin hat aber inzwischen nicht nur die Wahl abgelehnt, sondern, wie„L. N." melden, auch seinen Austritt aus der Liga bekanntgegeben. Er beschwert sich darüber, dass in der Liga die sogenannte„Volksbewegung in der Nationalen Vereinigung" an die Wand gedrückt werden sollte. Die„Vollsbewe- gung" ist jener Teil der Nattonaldemokrate», der unter Führung Havlins den innerparteilichen Kampf gegen Dr. Hodää und für Stkibrnh führte. Görings Autarkleplan wird gelindert Berlin. General Göringhatiu der Or- ganssation des deutschen Autarkieplanes bedeutende Acndcrungcn vorgenommen. Die Gruppe „Rohswsfverteilung", deren Leiter— der badische Ministerpräsident Koehler— zurückgetreten ist, wurde aufgehoben; dafür wird eine besondere Geschäftsstelle für E i se n und Stahl errichtet, die einem Generalstabsobersten anvertraut wird. Eine gleichfalls neue Geschäftsgruppe für Aussenhandelsgeschäfte soll mit allen Mitteln— unabhängig von den bereit» zuständigen Ministerien und Geschäftsgruppen— «ine Entfaltung des deutschen Auhenhandels anstreben; sie soll dabet namentlich in enger Zusammenarbeit mit den natio- malsoziallistischen Organisa« tio n en imAu Stand(I) stehen. bedeutsame besuche In Paris Paris. König Carol von Rumänien, der Montag vom Präsidenten der Republik Librun empfangen wurde, hatte im Laufe deS Dienstag private Unterredungen mit Ministerpräsidenten ChantempS, Aussenminister D e l b o s und Kriegsminister D a l a d i e r. Am Dienstag ist auch der rumänische Generalstabschef S i ch i t i u in Paris eingetroffen und war mittags gemeinsam mit dem jugofla- wischen Generalstabschef Nedii, der Montag in Paris eingetroffen ist, Gast des französischen Generalstabschefs Gamelin. Einstimmig abgelehnt Jerusalem.(Reuter.) Der vorläufig eingesetzte Ausschuss der Arabischen Partei für Nationalverteidigung hat den Entwurf"betreffend die Teilung Palästinas, den er mit dem arabischen Ideal für unvereinbar hält und der der nationalen arabischen Bevölkerung widerspricht, einst i m m i g abgelehnt. Ueber die gegenwärtige Lage berichtet der Korrespondent des„Daily Herald", die Zionisten stimmen darin überein, dass das. Gebiet deS zionistischen Staates zu klein und die Abtrennung von Jerusalem ungerecht sei. Die Araber sind gespalten. Der Mufti von Jerusalem führt die Opposition, der Emir von Transjordanien steht den Vorschlägen günstig gegenüber. Todesurteile am laufenden Band MoSkau.(Havas.) Das Blatt„Zaria Wostoks" meldet aus Tiflis, dass das Oberst« Gericht der Republik Grusinien sieben Personen, welch« wegen Spionage und Landesverrat a»ge« klagt waren, zum Tode verurteilt hat. Seite 4 Mittwoch,"14. Juli 1937 Rr. ISS. NAesneuiMeiten. vlchtuns— Den Schlußvorträg hielt Wilhelm Schüß• ler-Berlin über Mitteleuropa. Er schloß seinen Uebcrblick mit der Feststellung, daß Adolf Hitler in die lange und kampfreiche Geschichte dieses Raumes ein abschließendes Prinzip gebracht habe: das der unbedingten nationalen Toleranz. Aus dem Bericht der„Frankf. Zig." Uber den Erfurter Historikerkongreß. und Wahrheit: „Bei der Behandlung der innerpolitischen Fragen bezeichnete er dio Nationalsozialisten im tiefsten Herzen als gläubig und sich und sein Werk von der Vorsehung geleitet. Ohne diese, bekannte er, würde er die sch w i n d c l haften Wege oft nicht gefunden haben.“ ,„Langenthaler Tagblatt" vom 28. Juni über die Würzburger Rede Adolf Hitlers. Organisation muß fein.(Macs.) Als Dank- fagung für die Teilnahme am Begräbnis eines in Berlin verstorbenen jungen Mädchens veröffentlicht die Familie durch die Zeitung: ....>. Ferner bauten wir.., für die besondere Anteilnahme: de» Lehrerkollegiums unb Klassenkameradinnen der Stubienanstalt Spanbau, der Reicher eferentinbe» BDM, Trübe Biirkner, des DDM-Ober, g a u cs, Berlin, beS I u n gmäb ei- Unter, gaue», Charlottenburg-Spandau, der Jung- mäbelgruppe Nibelungen, der Mädelgruppe Spandau-Altstadt, der G e f o t b» schäft Spandau-Neustadt, 18/198, des Fähnleins 26/108, des SS-Sturmbann» III/6, der Ortsgruppe der NSDAP, Spandau-Altstadt, und der Politischen Leiter und Walter der Zelle 11, der Ortsgruppe der NSB, Spandau-Altstabt, der Amlswalterinnen der Frauenschaft Span- bau«Altstabt, der Reichrpo st beamten der(.lauer Berlin, Fachschaftsgruppe 1 unb IV unb berGefolgschaftbe»Post« a m t e S Derlin-SiemenSstadt." Schwer habens die Menschen im Dritten Reich. Bon der Wiege bis zum Grabe... Die Kuh in der Arktis. In„Politiken" berichtet der bekannte dänische Grönlandsorscher Peter Freuchen, der sich zurzeit in Moskau aufhält, über eine Unterredung, die er.mit.dem" Leiter der russischen Nordpolexpedition, Professor Schmidt, unmittelbar nach dessen Rückkehr vom Pol gehabt hat. Professor Schmidt erklärte, daß man am Pol im Gegensatz zu allen Erwartungen keine offenen Wasserflächen angetroffen habe. Ucbcrall, wo sie geflogen seien, hätten.sie dichtes Eis angetrossen, und Professor Schmidt glaubt, daß man mit moderner Ausrüstung von Amerika aus den Pol mit Schlitten erreichen könne. Dagegen sei dies von der europäischasiatischen Seite ans über Spitzbergen oder Franz-Josefs-Land ausgeschlossen. Wie Freuchen lociter berichtet, hat Professor Schinidt einen neuen arktischen Fünfjahresplan ausgearbeitet, der in erster Linie einen weiteren Ausbau des Netzes von metercologischen Stationen an der sibirischen Küste und den ihr vorgelagerten arkti- schcn Inseln Vorsicht. ES gibt bereits jetzt 86 solcher Stationen und der Bau von weiteren 23 ist geplant. Diese werden alle mit den modernsten wissenschaftlichen Apparaten ausgerüstet, so daß . ihre Beobachtungen für die Entwicklung des arktischen Flugverkehrs die größte Bedeutung erhalten werden. Für das nächste Jahr ist eine vorbereitende Expedition in die noch unerforschten Gebiete der sibirischen Nordlüstc und der arktischen Inseln zwischen Beringstraße und Franz-Josef- Land vorgesehen, an der voraussichtlich auch der dänische Forscher teilnchmen wird. Noch in diesem Jahre wird«ine aus fünf Wissenschaftern und einem Mechaniker bestehende Expedition unter Leitung von Muchanow nach den De Long- Jnscln aufbrcchcn. Die Expedition wird mit speziell konstrnicrten Unterkunstshäusern ausgerüstet, sogar einen— Garten nimmt sie dorthin mit, in dem b e i kü n st l i ch e in L i ch t und künstlicher Wärme Gemüse gezogen ivorden soll, und selbst an einer K u h wird es. nicht fehlen, die den Forschern auf dem 80. Breitengrad täglich frische Mi I ch liefern soll! Den noiivendigen Kraststrom für die Erzeugung von Licht und Wärme erhält die Station dnrch große moderne Windmotore. Zur Durchführung von Teilcxpcditionen führt die Muchanolv-Expedition 24 Schlittenhunde und ein Flugzeug mit. Die Unterkunftshütten werden nach demselben System wie das von den am Nordpol überwinternden Forschern bewohnte Haus konstruiert sein; dieses hat zwei Aluminium- wände, und der zwischen ihnen bestehende Hohlraum ist dicht mit Vogelsedern auSgesüllt. Die russische Aktivität auf dein Gebiete der Arktisforschung hat auf den Dänen. Freuchen einen außerordentlich starken Eindruck gemacht. In seinem Bericht erwähnt er neben Professor Schmidt, den er Mit Nansen und Sverdrup.vergleicht. den ehemaligen Wasserstraßen-Minister Janson, der jetzt die Oberleitung für die gesamte russische Arktissorschung in Händen hat. Jan Klepetär verläßt das Gefängnis Der zweite Verurteilte Im VBrttsmarty*PnneB In Freiheit Wie wir bereits berichteten, hat vor einiger- Zeit der Zweitangeklagte In dem BöröSMartyprozeß Ja n K l c p.e t ä k, der zu fünfzehn Jahren schweren Ker- i kcrS verurteile worden war, nach Verbüßung von ' zwei Dritteln der verhängten Strafe das Gesuch.um .Haftentlassung eingebracht, dem nunmehr stattgegeben ■ wurde. Am kommenden SamStag wird Klepetäk da» Gefängnis verlassen. Der Mordprozeß BöröSmarty zählt zu den größten Kriminalprozessen, die bei uns zur Verhandlung kanten. Er dauerte nahezu einen Monat. Auf der Anklagebank saßen drei Angeklagte. Als Hauptangeklagter erschien der ehemalige Redakteur Jan M i» ch a l k o, außer ihm waren angeklagt der damals 20jährige Arzt und Schriftsteller Dr. Jan Klepetär und Michalko» Freund Nikolaus S i k o rsk i,. dessen Aussagen zur Stützung der Anklage wesentlich beitrugen. Die.Anklage lautete auf das Verbrechen der Mordes, bßw. der Mittäterschaft an diesem Verbrechen, begangen an der Hausgehilfin Margit Vörö»- marty, die ans Amerika zurückgefehrk, ziemlich ansehnliche Ersparnisse mitgebracht hatte. Michalko war bei einer Razzia aufgegriffen worden, da er wegen Richtanwitt seines Militärdienstes' polizeilich' gesucht wurde. Sikorski machte sich dadurch verdächtig, daß er sich bei der Polizei nach dem Grund der Verhaftung seines Freundes erkundigte. Da inzwischen festgestellt worden war, daß von der als' verschollen gemeldeten Margit BöröSmarty gegen Michalko eine BetrugS- angeige erstattet worden war, richtete sich der. Verdacht gegen ihn und seinen Freund Sikorski. Während Michalko hartnäckig leugnete, legte Sikorski alsbald ein Geständnis ab, daß Michalko die BöröSmarty bei einem gemeinsam unternommenen Ausflug in die Tatra in einem Teich bei Strbskä Pleso ertränkt habe, wobei er-— Sikorski— mitgoholfen habe. Sikorski beschuldigte bei seinem Geständnis auch der Mittäterschaft an diesem Mord den Dr. Jan Klep etäk, Sinnstörender Druckfehler. In unserem gestrigen Bericht Wer den Besuch des. Kardinal- StaatssekretärS Pacelli in Frankreich hieß es völlig unsinnigertveisc, Frankreich beweise, daß auch ein vollkommen katholisches Land sich, zum „F a s ch i s m u s" entwickeln könne. Hier liegt selbstverständlich ein Druckfehler vor. Im Manuskript hieß cS L a i z i S m n s, nicht Faschismus. Mädchenhandel in» Zeitalter des Menschenraubs. Im D-Zug Bukarest—Warschau konnte die polnische Polizei da» Haupt einer internationalen Mädchenhändlerbande, einen Armenier verhaften. In seiner Begleitung befanden sich drei junge Rumäninnen, die er nach Rio de Janeiro verschleppen wollte. Nach.den bisherigen Ermittlungen sind durch ihn und seine Helfershelfer allein in den letzten Monaten wenigstens 200 Mädchen aus Bulgarien, Rumänien, Ungarn und Polen über Gdingen nach Rio de Janeiro verschleppt und dort verkauft worden. Der todbringende„Rettuygszug". Zwischen den Stationen Beeses und llellö'(Ungarn) stieß ein Personenzug mit einem Lastzug zusammen. Zwei Eisenbahnbeamte, fanden, den Tod, acht Reisende erlitten leichtere Verletzungen. Auf'die Nachricht von dem Unglück wurden unverzüglich Rettungszüge aus Budapest und Szeged abgefertigt. Der aus Szeged abqefangene Rettungszug überfuhr bei einem offenen Bahnübergang einen Bauernwagen, dessen beide Insassen den Tod fanden. Der zweit« Oberplaner Attentäter verhaftet. Der Hörer der Handelsakademie in Linz Wilhelm R i p p e I, der, wie bekannt, gemeinsam mit seinem Kameraden Walter Lemberger in Oberplan im Böhmerwäld einen Bankraub versuchte und dabei den Beamten der Bank anschotz, wurde beim Versuch, die österreichische Grenze zu überschreiten, in Aigen von österreichischen Gendarmen verhaftet. Sein Mithelfer Lemberger ivar unmittelbar nach der Tat in Oberplan verhaftet worden,> Der. Flug über den Pal. In Fort Smith wurde Dienstag um 12,21 Uhr Ortszeit eine radiotelegraphische Nachricht des russischen Flugzeuges aufgefangen, welches sich.auf dem Fluge von Moskau nach San Francisco befindet. Da» Flugzeug gab feine Position mit 66 Ä.rad nördlicher Breite, und 122 Grad westlicher Länge an. An.Bord ist alles tvohlauf. Dar Flugzeug befindet sich also über dem Großen Bären-See etwa 1400. Meilen,vom Nordpol entfernt. Bisher absolvierten die Flieger ihre Reise mit einer durchschnittlichen Stundengeschwindigkeit'., von 180 Meilen.' Ratten fressen«in Kind. In Jaseneä bei'Birovi- tice.(Serbien) begab sich der Landwirt Solar mit seiner Frau zur Feldarbeit. und ließ sein. drei Monate altes Kind daheim zurück, Als die Eltern nach Hause kamen, fanden sie das Kind zur Hälfte von Ratten angesressey vor. Pelnischer Ballen in der Tschecheslewekischen Republik gelandet.' Sonntag kurz nach.Mittag landete auf tschechoslowakischem Gebiete.in der Nähe der'Gemeinde Stadnä im Bezirk Velkä Bcreznä ein Sportballon de» polnischen Klubs Sanok, der im nebeligen und regnerischen, Wetter vom, Winde auf tschechoslowakisches Staatsgebiet getragen wurde: Die Besatzung bestand au» Branislav Kasprzak au» Posen, KasimirMemec aus Krakau und. Branislav . Roher aus Sianek. Die tschechoslowakischen Be- > Hörden kamen der Besatzung(bei., der Verpackung der der zunächst auf frei«»'Fuß'belassen,. aber später gleichfalls in Untersuchungshaft geNötnmen würde. Als schwer belastender Indiz fiel in die Waag-, schale, daß Klepetär bei einer ScheintraüUng mitgewirkt hatte, die Michalko, der mit der BöröSmarth ein Verhältnis.'«Nwrhiest und ihr mehrfach Geld herausgelockt hatte, arrangierte, um das. Mädchen zu beruhigen/Sie'scheint aber später. Argwohn geschöpft zu haben: was daraus heivorgeht, datz'sie'gegen den ehemaligen'Geliebten die Strafanzeige erstattete."’ Allerdings konnte sich die Anklage außer stuf da» Geständnis Sikorskis m>r' auf Indizien, berufen. In dem l Teich,,an dessen. Ufern, der. Mord verübt worden sein,soll,.fandi man Knochen und Haare,, von denen aber die ärztlichen Sachverständigen nicht.mit Sicherheit angebien konnten, ob sie von-der evmordeten Bö« rösmarty herrührten. Bei den Knochen war überhaupt nicht, festzustellen, ob er sich um, menschliche Gebeine handle..Da, die Leiche der angeblich .'Ernt o r bete n, nie mal» auf.gefund en würde, fehlte es in der Folgezeit. nicht an allerlei Sensationsnachrichten, büß die Vörösmarty später lebend und gesund gesehen worben sei. Diese Nachrichten erwiesen sich allerdings stet» al» Mystifikationen. Wa» Klepetäk betrifft, so bestritt.er von Anfang an und bestreitet bi» heute jede Schuld. Er hat zweimal versucht, eine Wiederaufnahme der Verfahren» burchzusetzen, die sogar in erster Instanz bewilligt: doch auf Antrag der Gencralprokuratur abgewiesen wurde. Wie verlautet, hat Dr. Klepetäk keineswegs den Gedanken an eine gerichtliche Rehabilitierung aufgegeben. Vermutlich wird er die wiedergewonnene Freiheit dazu benützen, in dieser Richtung weiter- zuarbeiten. Nikolau» Sikorski, der gleichfalls zu fünfzehn. Jahren verurteilt worden war, ist. bekanntlich bereit» aus der Haft entlassen worden. Jan Michalko, der ursprünglich zum. Tode.verurteilt worden war, wurde zu lebenslänglichem Kerker begnadigt.. Ballons und. der Beschaffung. eines Nachtlagers entgegen. Dienstag reisten die Genannten nach Polen zurück. Bei der' Landung verletzte sich durch Absprung, au» mehreren Metern Höhe leicht der Jn- struktor-Pilot Kasptzäk. Die Säzava an» den Ufer» getreten. Dienstag in.den frühen Morgenstunden trat'die Säzava an zahlreichen'Stellen aU» den.Ufepn..Die. größten Ueberschwemmüngen weist da» Gebiet von Pkibyflav auf, wo da» Hochwasser, sich in einer Breite bi» zu 6V Müe'r über die Ufer ergoß und.deck Straßenverkehr zwischen Pkibhslav und Polna gestört hat. Da» gemähte Heu auf den Wiesen wurde bom Wasser fortgeschwemmt.'' Auch die Getreidefelder in der Nähe der Ufer'haben stark’ gelitten In Deuts ch- b rod,, ist'da»'. Jlußnivcau Wer de» Normalstand gestiegen. Auch die beiden kleinere» Nebenflüsse der Säzava, hie. Slapänka und der Zabincc führen Hochwasser. An einigen Stellen hat dar Hochwasser das Niveau der Eifenbahnstrecke Deutschbrod—-Zdär in Mähren erreicht, doch' wurde der Verkehr nicht unterbrochen- Auch aus Svitiä und Lede! werden Ueberschwemmüngen größeren. ÜmfängS gemeldet. Leichenfunde au» dem Weltkrieg. Wie au» Klagenfurt gemeldet wird,.wird' das Gebiet de» PlöckenpasseS, da» im Weltkrieg Kampfgebiet.war, von'italienischen Arbeitern nach Metallen abgesucht. Bei'dieser Suche im Gelände wurden fünf Skelette gefunden,- von denen' vier als Leichen österreichischer Soldaten'angeblich tschechischer Nationalität erkannt werden konnten.-Die Identität der Leichenreste ist bisher, allerdings noch nicht'festgestellt. Fahrbare. Postämter. In Oesterreich werden fahrbare Postämter' eingeführt-werden. E» handelt sich uch große'Autobusse, mit. Post-, Telephon- und Telegraphenpersonal;-sowie mit der' entsprechenden' Einrichtung,- die-bei größeren, insbesondere sportlichen Veranstaltungen, oder auch auf dem Lande, NX e»'wenig ständige Pbstämter gibt', Berwendung'fin» den sollen. - Brandstiftung. In der Gemeinde Agyago» bei Oedenburg steckten unbekannte Täter einen Heu« schober in Brand. Der herrschende Stürm begünstigte die Ausbreitung des Feuer», dem 17 Bauernhöfe. und 19 Scheuern zum Opfer fielen-.Der Schaden beträgt Wer 70.660 Pcngö. Zwei.Engländer wissen sich zu helfen.. Zwei englische Ingenieure,' Frank Storey und Jone» Spürdcy, hatten die Weltausstellung besucht und .unternahmen dann einen Bummel durch Pari», der bi» spät in die Nacht dauerte. Zum Schluß waren sie- im Quartier Latin, wanderten die Seine-Kai» entlang und befanden sich auf dem um diese Zeit völlig menschenleeren Kai Henri IV. Auch ein Taxi war nicht zu sehen, und ein Blick auf die Uhr zeigte, daß 'ihr Zug in einer Stunde ging. Sie-hatten keine .Ahnung, wo sie'sich befanden, und sie sprachen, kein Wort französisch. Ratio» irrten sie- eine Zeitlang hin und her, bi» sie an einen erleuchteten Feuermelder kämen. Kutz entschlossen schlugen sie die Scheiben ein,, und wenige Minuten später raste ein Löschzug an.. Die Feuerwehr sah weit und breit keinen Brand,' mit den beiden konnte sie sich nicht verständigen, und der Branddirektor verstand beim besten Willen nicht, daß die ihm vorgeztigte Fahrkarte- eine Berechtigung für einen Alarm bot. Er nahm sie folglich beide mit' und' setzte sie beim nächsten Kommissariat ab. Der Wachtmeister, der dort die Nachtwache hielt, verstand .sie ebenso wenig. Storey und Spurdey wurden nun schrecklich aufgeregt, zeigten immer wieder aus die Uhr, und da sie durchaus elegant und. vertrauenswürdig.aussahen, verlangte der Wachtmeister telephonisch einen Dolmetscher von der Präfektur,.Dieser konnte endlich den. Vorfall ausklären.' Den beiden Engländern wurde eine' Buße von 60 Franc»-auferlegt, aber dafür wurden sie im Polizeiwagen zum Bahnhof geschasst; wo sie.gerade vor Abgang ihre» Zuge» eintrafen. Wetter unstcher. Bei allmählichem Druckanstieg tritt in Mitteleuropa eine langsame Wetterbesserung ein., Ausgenommen'Böhmen'hat er am Nachmittag in der Republik noch an vielen Orten geregnet. In Karpathorußland wurden dabei nur plu» 14 bi» plu» 18 Grad Telsius verzeichnet; sonst hat e» sich bereit» ein wenig erwärmt. Unter dem Einfluß einer neuer Druckstörung, welche von den Britischen Inseln ostwärts- vorrückt, ist jedoch die-Weiterent- wicklung de» Wetter» unsicher^ Wahrscheinliche» Wetter Mittwoch: Wechselnd bi» vorwiegend bedeckt. Vom Westen her Abnahme der Regenneigung, verschiedentlich jedoch noch Schauer möglich, auch im Osten ein wenig wärmer.' Vorwiegend, westlicher Wind.—.Die WetterauSsichwn für Donnerstag: Mäßig warm. WitterungSentwicklung noch unsicher.' Vom Rundfunk Cntpfahlaniwartat au» dan Prearammani Donnerstag Prag, Sender 1:10.05: Deutsche Presse, 11.05.: Kompositionen von Dvokäk. 12.10: Opernfantasien. 14.00: Deutsche Sendung:-Kleinigkeiten von großen Leuten. 14.40: Mozart: Serenade. 18.05: Deutsche Sendung: Sportvorschau..18.10: Landwirtschaft. 18.45:' Deutsche Presse. 18.55: Au» dem deutschen Kulturleben. 19.10: Nedbal: Nkärchen vom Han». 20.10: Bunte» Solistenkonzert: Schubert, Schu« mann etc. 22.20: Tanzmusik.— Prag, Sender II: 15.00: Operngesänge. 15.15: Deutsche Sendung: Klara Wieck, Gattin Schumann». 15.50: Deutsche Presse.— Brünn: 17.40: Deutsche Arbeitersendung: Adolf Schmidt: Georg Herwegh. 18.15: Fi« ,bich: Fantasie au» der Oper„Sarka". 21.10: Rundfunkorchesterkonzert:' Franz Schubert, Dvokäk. Preßburg: 14.20: Bioloncellokonzert. 22.85: Tanz-; Musik.— Kaschaur 12.05: Opernszenen. 12.85 s Rundfunkorchesterkonzert.—. Mähr. Ostrau: 14.20;; Opernarien. 16.10: Rundfunkorchesterkonzert. 18,-10:! Deutsche Sendung: Dr. Hadina: Dichterhumanität, SilbiMnlirluloniwn? In diesen und zivar vier aü» München, zwei 'aus der'Schweiz,!eine.'i,tqlienische'ünd'eine'tirolische,''den Angriff a»f die Eigernord« wa n d begonnen, um sie zu besteigen. Wie gemeldet, hat ßie Schweizer Bundesregierung den j Rettungsmannschaften streng untersagt, an der Eigernordwand einzugreifen. Nr. 163 Mittwoch, 14. Juli 1037 Seite 6 «>. Das neue ScheidungSrecht in England. Der Gesetzesvorschlag über eine durchgreifende.Reform der englischen Scheidungsgesetzgebung ist jetzt im Oberhaus zur Sprache gekommen: und es Hat sich hetaüsgestellt, daß die Lords modernerdenken als die Mitglieder des Unterhauses. Bekanntlich gab es bis jetzt nur einen einzigen ScheidungS- gründ, der in England rechtmäßig anerkannt wurde,-und das war-die erwiesene Untreue eines der beiden Ehepartner. Die moderne Auffassung hat sich in der öffentlichen Meinung Englands Npr sehr schwer durchgesetzt und zu leidenschaftlichen Pressepolemiken geführt, und eben erst hat in' der Debatte im Oberhaus Lord Salisbury erklärt, daß alle Neuerungen unchristlich wären. Trotzdem aber ist das„House of Lords" weitergegangen, als das Unterhaus. Während dieses beschlossen hatte, daß während der ersten fünf Jahre eine Scheidung Unter gar keinen Umständen- ausgesprochen werden kann, hat das Ober- Hau» diesen Termin auf drei Fahre herabgesetzt. Die endgültige Verabschiedung des Gesetzes wird im Herbst erfolgen. $1* gefärbten Wassernixen. Die Wächter des Vergnügungsparkes der Ausstellung wurden neulich nachts durch Schreie aus einer Schaubude alarmiert, die den'stolzen Namen„Hollywood Crystal" führt. Sie fanden dort vier nackte Mädchen, die in einem Schaustück als Wassernixen auftraten und in. einem Bassin schwammen. Um di«, Nummer glanzvoller zu machen,.hatte man die Artistinnen veranlaßt, ihre Körper mit einer grünen Farbe zu bemalen, die im Wasser unlöslich ist, aber mit Alkohol und Benzin abgewaschen werden kann. Nach der Vorstellung stellte eS sich aber heraus, das das nicht stimmte. Die vier Mädchen versuchten vergebliche sich von dem..Farbpanzer zu befreien. Sie begannen um Hilfe zu rufen, da eine von ihnen, bereits ohnmächtig, wurde, denn» offenbar ist die Farbe auch noch giftig. Sie wurden ins Krankenhaus gebracht, die Schgubude wurde, geschlossen. Das Vierjahreshuhn. Ein Ausländer bestellt«, wie westeuropäische Blätter schreiben, im„Rheingold", dem schönsten LüxuSzug Deutschlands, Huhn. Der Ober kommt und bringt eine Vorspeise, zum zweiten Gang erscheint er mit Fisch. Schließlich legt er ein Stück Huhn vor. Da» Stück war leider zäh, alt und mager. Der Gast zieht die Stirn in Falten, ruft den Ober und meint mit sichtlich verhaltener Erregung:„Nun möchte ich aber doch endlich wirkliches Fleisch sehen sür meine 4 NM."— Darauf der Ober:„Tja, mein Herr, da» hier ist ein Vierjahreshuhn, nämlich von der ältesten Generation. Die jungen.Hühnvr müssen- zum Eierlegen erhalten bleiben. Auch wir müssen uns auf den Vierjahresplan de» Führers einstellen." Der IX. Kongress der Internationalen Frauen- Liga für Frieden, und Freiheit wird vom 27. bis 81. Juli in Luhaiovice stattfinden. Am Sonntag, den 28. Juli, werden die Vorsitzenden und ständigen Komitees und am Montag, den 26- Juli, die- Exekutive und da» llongretz-Komitce tagen. Um 20 Uhr findet die Begrüßung der Delegierten und Gäste tm Fcstsaal des Kurhauses statt. Am Dienstag, den 27. Juli, um 9.80 Uhr, wird der Kongreß eröffnet werden. Kulme Projekte um die Prager Ausstellung im Jahre 1942 Aus der Broschüre des„Vorbereitenden Komitees** „Weniger wäre mehr...** —rb—) Im Jahre 1942 soll in Prag eine große Ausstellung stattfinden, deren Bezeichnung noch nicht feststeht,. Das„Vorbereitende Ausstellungs-Komitee", das sich bereits konstituiert hat, empfiehlt den Namen einer„Tschechoslowakischen Ausstellung", obwohl der Rahmen, der projektierten Unternehmens weiter fein soll, al» dies« Bezeichnung zum Ausdruck bringt. Wie immer auch die BezeichnungSfrage gelöst wirb, fest steht, daß 1942 in Prag eine Ausstellung großen Stils stattfinden soll. Ein Projekt solchen. Umfange» bedarf natürlich großzügiger Vorarbeiten und Vorbereitungen. Tatsächlich entwickelt denn auch das Vorbereitende Komitee in einer.von ihm herauSgegebenen Broschüre ein wahres Riesenprogramm von Wau- und Adaptierungsprojekten, die als Vorbedingungen für das Gelingen der Ausstellungbezeichnet werden. Ein« and'üe^Fdjg? N.fkeiflch^nwWoN'Ue Verwirklichung dieser Vorbedingungen innerhalb eines Zeitraumes von fünf Jahren auch bei günstigsten Umständen möglich ist. Neben der selbstverständlichen Forderung einer entsprechenden Herrichtung des Ausstellungsgeländes und seiner Umgebung, wird die Erbauung ejner neuen Schleuse bei P o d- baba, die Errichtung einer neuen Brücke n a ch. T r o j a, Regulierung des Moldaukanals und di« Beseitigung der am Moldauufer hinter dem Baumgarten, liegenden Klärstation der Prager Kanalisierung gefordert, ein Projekt, das durch mehr als zehn Jahre bearbeitet wird, aber stets an den AufwandSerforderniffen scheiterte. Ferner wird verlangt, daß der Bahnkörper der Karlsbader Strecke entsprechend erhöht werde, weil Lii' Eisenbahnkrücke beim Baumgarten zu niedrsg sei und auch wegen ihrer Schmalheit«in BerkchrshinderniS bilde. Fall» di« Erhöhung des Bahnkörpers aber bis zu dieser Zeit nicht möglich sein sollt«, fordert das Komitee für die Zeft her Ausstellung- einfach die Abtragung der Brücke und. Schaffung- einer entsprechend breiten Durchfahrt, was^fteilich die Stillegung des Bahnverkrhre»»wischen Holleschowiy und Dejwitz. bedeuten würde. Ob die Bahnverwaltung und das preisende Publikum von der Unterbrechung einer-Hauptstrecke, über welche, wichtige internationale. Verbindungen,- nach Karlsbad-. führen, sunb- gerade züx Saison)!,.' erfreut.sein würden, und ob diese überhaupt bahntechnisch möglich M,: mag! Hghsngestelkt blechen.,/- Die Publikation- des Komitees geht aber- noch viel weiter. Es wird darin die radikale Me. sung, des Prager BerkehrSprobleMS verlangt, einerseits Vdürch- Regulierung'sämtlicher-Ausfall-! straßen-anderseits durch den. Um« und Ausbau Man erhält fUr K8. 100 Reichsmark'.' 758.— Markmünzen-. s.. j,'a . 815.-7- 100 österreichische Schilling.- . 533.50 100 rumänische Lei'.' -ir’-. 16.00 Ifto polnische Zloty. i' 545.50 100 ungarische Pengö.'.. ';.568:50 100 Schweizer Franken. . 657.50 109 französische Francs.. 111.20 1 englisches. Pfund''«» ; 141.50 1 amerikanischer Dollar' 28.60 100 italienische Lire..' l- . 189:40 190 holländische Gulden.. fcl1577.— 100 jugoslawische Dinar«-• . 64.80 100 Belga»"Ä;. !* 483.— 100 dänische Kronen 682.— 100 schwedische Kronen''l ’. 781.— der Prager Bahnhöfe. Al» Selbstverständlichkeiten werden so nebenbei in einer Zeile angeführt: Bau der Stafanikbrücke und der Brücke über das Rnfler Tal, Ucberbriickung des Mafaryk-. bahnhofes und die Herrichtung des Hollescho- witzer Brückenköpfe» der Hlavkabrücke. Ebenso wird vorausgesetzt, daß bis 1942 die Regulierung de» Platzes der Republik, des Klärov und des Dejwitzer Vitcznc»am. durchgeführt sein wird. Doch nicht genug daran. Auch das Maninagelände soll in diesen fünf Jahren ausgebaut, die neue Zentralmarkthalle soll auf diesen heute wüsten Gründen erstanden, das Moldauufer mit schönen Anlagen geziert, die Altstähter und Odkolekmühlen rekonstruiert, auch das Moldauuscr oberhalb Prags mit„den entsprechenden Kommunikationen und Badeplätzen" versehen..feig usw. Außerdem, müsse.. ah^r guch. dtzk.'ZstßMHnblick Prags bädiksile Veränderungen. erfahren,'«S bedürfe gründlicher„Retöüchen", zu deren Durchführung sich Staat, Land, Gemeinte und Privatleute vereinigen müßten. Eine Frage, und. zwar die hauptsächlichste, bleiben uns die kühnen Projektanten allerdings schuldig, nämlich die Frage.- Wer soll daS alles finanzieren? Die bequeme Antwort: der Staat, das Land, die Gemeinde, ist natürlich keine Anttoort. Wer mit einem solchen Programm auf den Plan tritt, hätte wenigstens andeutungsweise auch die Fi- nanziecungsmäglichkeiten klarlegen müssen. In dieser Hinsicht aber bleibt das Komitee jede Auskunft schuldig. So dekretiert es z. B. als„Vorbedingung" den Bau mindestens eines wirklich großstädtischen Riesenhotels im Zentrum, ohne sich darum zu kümmern, daß sich Großkapitalistcn auch durch den beweglichsten Hinweis auf die Notwendigkeit der„Repräsentation" nicht«inen Heller aus. der Tasche locken lassen, geschweige denn sich zu Millioneninvestitionen verstehen werden, wenn die. entsprechenden Profitchancen nicht gegeben sind.- Auch-öffentliche Gelder.stehen .nicht so ohne.weiteres.: unbeschränkt.zur.^ Verfügung,. wie-die Äüwren'"dUer- Vroschijre chtizu- nehmen scheinen.-Jedenfalls wäre,-ein bescheide- neres,'aber'gut durchdachtes und unter Berücksichtigung. der.' realen Möglichkeiten kalkuliertes .Programm,/.birken"-schönen, aber'wenig realen Wünschen upd. Forderungen vorzuziehen-gewesen. Als. Platz' der künfügen Ausstellung ist wieder- das'.alte Ausstellungsgelände angenommen, doch-erfahren, wir. aus der Broschüre des Borb«- reitenden Komitees, daß auch noch eine Reihd an« derer'Gelände in Erwägung gezogen wurde. Sa z. B. bei Bränik-Modkany/'auf. dem Belvedere« Plateau/in der Pähe des Krtfcher Wäldchen».b«i 'Ehodoy,.auf dem Weißen. Berg, und auf, der Radlitzer Hochfläche. Dieses Projeft ist besonders interessant,...da ihm' allerlei Bömsige züerfanni 'Werden,-'.wobei aber gleichzeitig b'eckdrkt.wirtü daß die Kümmünikasion-frage schwierig, sei. Upd 'nstr dann geM werden könne, wenn bi» 1942 bi« Brück«»wischen dem Pankratzer Plateau - untz der auf dem andern Moldauusier liegenden Radlitzer Hochfläche, bereits hergestellt, wär»/ die in75 Meter Höhe über die Moldau füh- r»n soll.. ,.- Bon didsem interessanten Projekt Hat'die-Oeffent- lichtest bisher wenig^sehört und wer davon wußte, hat sicherNicht->damft--gerechnet,.auch Mr sein« Inangriffnahme zu erleben. Das Komitee ist' so optimistisch, diese.Möglichkeit bis; 1942 immerhin nicht ganz auSzuschließen. Daß dabeidie lieber« brückung deS Nusler TaleS-undalle sonstigen 's,BoraU'»setzlingen'!-auch-noch dürchzuführeü wären,', versteht' sich' von selbst. WKsMftsekaft und S&zialpoßtife Die Warschauer Beratungen des Internationalen Gewerkschaftsbundes An den Beratungen des JGB, die am 29. und 80. Juni in Warschau stattfanden, nahmen außer den Vorstandsmitgliedern 01 Delegierte teil, die 16 Landeszentralen und 18 internationale Fachsekretariate vertraten. Die Tschechoslowakei war durch Macoun, Tayerle und Klein vertreten. Eine besondere Bedeutung erlangte die Tagung durch die Anwesenheit des Repräsentanten der amerikanischen Arbeits-Föderation, der die Anmeldung seiner Organisation zum JGB begründete. Der Vorsitzende Citrlne führte an, daß der JGB heute an 16 Millionen Mitglieder von Gewerkschaftsverbänden vereinigt und daß mit Rücksicht auf die vorliegenden Beitrittsankündi- gungen damit gerechnet werden kann, daß die Zahl von 20 Millionen in der nächsten Zeit erreicht werden wird. Nach der Begrüßung durch Kwapinski im Namen der polnischen La»deszentrale und Nied- zialkowski im Namen der SAJ legte der Sekretär des JGB Schevcnels den Tätigkeitsbericht vor, in welchem ein erhöhtes Interesse einiger Länder für die Zusammenarbeit konstatiert wird s insbesondere Neuseeland, Australien und Japan); ein wesentlicher Teil des Berichtes ist der wirtschaftlichen Tätigkeit und den internationalen sozialen Forderungen der Gewerkschaften gewidmet. Nach eingehender Debatte wurde die Anmeldung der American federation of labour einstimmig angenommen. Mft Rücksicht auf die Differenzen innerhalb der amerikanischen Gewerkschaftsbewegung wurde in einer besonderen Resolution erklärt, daß dieser Beschluß nicht die inneren Angelegenheiten, der amerikanischen Gewerkschaftsbewegung tangiert. ES wird gleichzeitig die Hoffnung ausgesprochen, daß durch Aufnahme der Föderation zu ihrer Beilegung bei» getragc»wird. Die Tagung beschäftigte sich ferner eingehend mit der Frage der 40-Stunden- woche. Am 2. Juli traten die Vertreter der Gewerkschaftszentralen Mittel- und Osteuropas zu- sammen, um über verschiedene gemeinsame Ge- werkschaftS-, Wirtschafts- und sozialpolitische Fragen zu beraten. Die Konferenz wurde von Kupers geleitet, für die Tschechoslowakei nahmen an jhr Macoun, Tayerle und Klein teil. Die Konferenz sprach sich einstimmig für die notwep- pige'Regelung der Wirtschaftsbeziehungen aus, lÄwB"die Annäherung und Angleichung dersozialpolitischen Gesetzgebung fördern und insbesondere den. sozialen Schutz und die Rechte der Arbeitnehmer garantieren soll. Die vorgelegten Anträge werden in den einzelnen Landeszentralen geprüft und deren Entscheidungen der nächsten gemeinsamen Konferenz vorgelegt werden, die in kürzester Zeit einberufen werden soll. Schatten Uber Deutschlands Wirtschaft Im Dritten Reich hat der Reichsminister des Innern einen neuen Erlaß herausgegeben, der bestimmt, daß die Bäckereien„anfallendes Alibrot zur Herstellung von Brot wieder verwenden dürfen". Der Zusatz von Altbrot«darf nicht mehr als 8 Prozent des verwendeten Mehle» betragen. Es muß so fein in die Teigmaffe verteilt werden, daß es im fertigen Brot mit bloßem Auge nicht zu erkennen ist." Daß die behördlich verordnete und in Deutschland jetzt im weiten Umfang betriebene Lebensmit- telverfälfchung sich sogar an das tägliche Brot heranwagen würde— das dürften vor vier Jahren nur wenige für möglich gehalten haben. Die Produktion der deutschen Automobindustrie hat ihrenHöhe- punkt überschritten. Im Mai 1987 ist die Erzeugung von Automobilen und Motorrädern hinter dem Vormonat und auch hinter dem* gleichen VorjahrSmonat zurückgeblieben. Die Erzeugung von Personenkraftwagen war im Mai um 7.7 Prozent niedriger als im April 1937, während die Abnahme gegenüber dem Mai 1936 8 Prozent beträgt. In derselben Vergleichszeit hat sich die Produktion der Lastkraftwagen um 2.2 bzw. um 4.8 Prozent vermindert. Kraftomnibusse wurden im Mai 1987 84 Prozent weniger hergestellt al» im April 1937, und 89 Prozent weniger al» im Mai 1936. Bei den Motorrädern ist die Produktion vom April zum Mai d. I. um 18,2 Prozent zurückgegangen. Von den 105.200 Empfängern von Kurz- arbeiterliuterstühung im Reiche sind 71.700- oder mehr als zwei Drittel Textilarbeiter. In den bedeutendsten Zentren der deutschen Textilindustrie, in Sachsen und Westfalen-Nord, arbeiten mehr al'S' 25 P rtoz ent der T e x t i l a r b e i- t e r w e m i g e r. ä l S 40 S t u n d« n. Ursache: die' Rohstoffschwierigkeitcn.‘ Der Ei'ermaügel tritt wieder ver- schärft in Erscheinung. Der letzte NährstandSbe- richt, veröffentlicht iü der„Frankfurter Zeitung" vom-12. Juli, teilt dorsichtig mit:«daß ist den Züschußgebieten n i'cht imm'-e-r die- von den" Berb.ra.uche r'n g'e'w ün sch ien Me.ntz'en: zur Vers ü.g u n g st a n- den... Die Ueberschußgebieie bcnütigie» einen großen Teil ihrer Erzeugung zur Deckung des Eigenverbrauchs der Landwirtschaft und der Kur- und Somnierfcischcnorte. Eine Entspannung der Marktlage hängt in der Hauptsache von dem Anlagen ausländischer Zufuhren ab... Eine reichlichere Belieferung der deutschen Märkte ist zunächst nicht zu erwarten." Der Fleischverbrauch weist im Mai einen neuerlichen Rückgang auf. Er bleibt um 4 Prozent hinter dem gleichen BorsahrSmonat zurück. Selbst im Jahre 1913 war der Fleischverbrauch je Kopf der Bevölkerung um 2 Prozent höher als im Mat 1937. Einspruch Roosevelts gegen neue Farmerkredite Präsident Roosevelt legte gegen den Entwurf, der von beiden Häusern angenommen wurde und die landwirtschaftlichen Kredite betrifft, sein Veto ein. Dieser Entwurf, durch den die Bestimninngcn über den ermäßigten Zinssatz für die Farmer für ein Jahr verlängert werden sollte, tvürde das Budget sür das ftinftige Jahr mit ungefähr 30 Millionen Dollars belasten. In der Begründung seines Vetos verweist Roosevelt darauf, daß die Farmer heute die Zinsen' bereits in voller Höhe bezahlen können, denn die landwirtschaftlichen Produkte seien um fast 100 Prozent im Preise gestiegen. Die Löhne in der russischen Metallindustrie Nach der Zeitung des Volkskommissariat» der Schwerindustrie„Sa Jndustrialisaziju" bestehen in der Entlohnung der Arbeiter der gleichen Qualifikation große Unterschiede. So variiert z. B. der Stundenlohn in den sieben Maschinenbaufabriken Moskaus wie folgt: Schlosser der 3. Lohnklasse 1.46 und 2 Rubel, Unterschied 37 Prozent. Dreher der 4. Lohnklasse 1.40 und 1.88 Rubel, Unterschied 34 Prozent. Bohrer der 2. Lohnllasse 0.95 und 1.72 Rubel, Unterschied 81 Prozent, Fräser der 3. Lohnklasse 1.01 und 1.99 Rubel, Unterschied 97 Prozent, Hilfsarbeiter 0.93 und 1.59 Rubel, Unterschied 72 Prozent. 1 Das gleiche Bild, behauptet die Zeitung, sei auch in anderen Städten zu verzeichnen. Die Fluktuation der. Arbeiter sei daher zum großen Teil eine Folge der Nichteinhaltung der Tarifsätze durch die einzelnen Betriebsleitungen. '-' Oeffcntlichc Investitionen im.ersten. Halb, jahr 1987. Das Arbeitenministerium hat in den ersten sechs Monaten dieses Jahres für insgesamt 318 Millionen Kronen Arbeiten vergeben. Im Juni allein beträgt der Betrag fast 127 Millionen. Von den 318 Millionen entfällt der größte Teil, 143 Millionen, auf Straßenarbeiten und öffentliche Bauten, dann rund 67 Millionen auf Erd- und wasserwirtschaftliche Arbeiten, 21 Millionen auf Brückenbauten(staatliche und nichtstaatliche), der gleiche Betrag aus den Ausbau des Flugwesens, rund 10 Millionen auf die Schiffahrt und 56 Millionen auf die staatlichen Berg- und Hüttenwerke. Di« Errichtung von Gewerbeschulparallel- kkassen. Die Zahl der Anmeldungen ist an den Gewerbeschulen heuer so groß, daß zahlreiche Bewerber, vorläufig wenigstens, tvegen der unzureichenden Räume und der ungenügenden Klassenzahl an den staatlichen Schulen zurückgcwiesen werden mußten. Es ist klar, daß diese Zustände nicht nur vom Standpunkt der Schüler, welchen wertvollste Bildungsmöglichkeiten derart verschlossen werden und welchen die Ausbildung zu qualifizierten Kräften unmöglich gemacht wird, sondern auch vom gesamtwirtschaftlichen Standpunkt aus dringend einer Aenderung bedürfen. Es ist geradezu grotesk, daß in einem Augenblick des Mangels an ausgebildeten Arbeitskräften in zahlreichen Gewerbe- und Industriezweigen sich das Schulwesen so wenig vorbereitet erweist. Wie das„C. Sl." meldet, beabsichtigt das Schulministerium, an den Schulen, welche die meisten Anmeldungen haben, Parallelklassen zu errichten. Ein genauer Plan soll bereits dem Finanzministerium vorgelegt worden sein, von dessen Entscheidung die Verwirklichung dieser Absicht abhängig sei. Weitere Weizenverkäufe«ach Deutschland. Bei den vor einigen Tagen abgeschlossenen Verhandlungen mit Deutschland wurde der Export von weiteren 1000 Waggons Welzen und 1000' Waggons Mahlprodukten aus Weizen nach Deutschland abgeschlossen. Gleichzeitig wurde die Verbesserung einiger Kontingente unserer Jndu- sirieprodukte bei der Einfuhr nach Deutschland erzielt: Belgrader Bauarbeiter streiken. Da die Verhandlungen über eine Verbesserung der Bedingungen des Kollektivvertrages der Bauarbeiterschaft in Belgrad ergebnislos verlaufen sind, sind über 4000 Arbeiter in den Streik getreten und lehnen es ab, die Arbeit wieder aufzunehmen, bevor ihren Forderungen nicht entsprochen wird'. Etwa 400 Bauten wurden von dem Streik erfaßt. Seite 6 .Sozialdemokrat' flusZarld Die neue finnische Regierung ! an der Arbeit (J.J.) Ein neuer Geist Ist in die Politik Finnlands gekommen, seitdem am 12. März eine Koalitionsregierung unter sozialdemokrati» schein Einfluß die Macht antrat. In der Sitzungsperiode des finnischen Parlaments, die am 7. Mai zu Ende ging, wurden zwei große Probleme der finnischen Politik und des öffentlichen Lebens Finnlands einer Lösung erheblich näher gebracht. Die Sprachensrage, die sich ans die'schwedischsprechende Minderheit(ungefähr 10 Prozent der Bevölkerung). bezieht, wurde hiusichtlich der, zentralen Universität von Helsinki(Helsingfors) durch das UniversitätS- Sprachengeseh geregelt, das am 28. April ent- gültig angenommeu ivurde. Es sichert den schwedischsprechenden Studenten 15 Professorenstuhle an der Universität und das Recht, in ihrer eigenen Sprache geprüft zu werden, d. h. die fin- uischsprechenden Professoren müssen schwedisch verstehen. Diese Regelung bedeutet eine Zurückweisung des extremen finnischen Nationalismus, der den Schweden keinerlei Rechte an der Universität einräumen wollte. Die zlveiie große Frage, deren Lösung um einen großen Schritt vorwärts gebracht wurde, ist die der Sozialversicherung. Am 24. April wurde ein Alters- und Jnvaliditäisrenien-Gesetz beschlossen, das die Altersgrenze ans 65 Jahre, in Jnvaliditätsfällen noch niederer herabsetzt. In beiden Fragen bedeutet die Regierungspolitik auch eine Stärkung der Beziehungen zu Skandinavien. Schon durch, ihre Konstruktion, die Bauern und Fortschrittliche mit Sozialdemokraten vereinigt, versiimbildlicht die Regierung den Wert des schwedischen Beispiels. Ihre Sozialpolitik ist mit der aller skandinavischen Länder gleichgerichtet und die Universitätspolitik, wie sie in dem erwähnten Gesetz zum Ausdruck kommt, beseitigt die Besorgnisse in den anderen nordischen Ländern, daß nationalistische Bestrebungen in Finnland der Zusammenarbeit sprachliche und damit technische und kulturelle Hindernisse bereiten könnten.= Der IGB für Spanien Auch die Warschauer Tagung des Internationalen GetverkschastSbundes beschäftigte sich eingehend mit den spanischen Angelegenheiten. IN einer Kundgebung ivurde den spanischen Organisationen von neuem vorbehaltslose Solidarität zugesagt. Die Forderung nach voller Handelsfreiheit für Spanien wurde erneuert. Auf Antrag des mexikanische» Delegierten wurde beschlossen, eine internationale Propaganda-Woche für Spanien zu verkünden. Danziger Menschenraub. Einige Wochen vor der Verschleppung unseres Genossen Wiech- m a n n, Vertrauensmann der Danziger Eisenbahner und Mitglied des Parlaments, ist der kommunistische Abgeordnete Karl Plenikow- s k i verschwunden. Die Nazis hatten ihn monatelang in„Schutzhaft" gehalten, um ihm die Mandatsniederlegung zu erpressen, aber er Wae standhaft geblieben und man hatte ihn schließlich„freigclassen". Er wohnte mit seiner Frau in dem Vorort Siedlitz, bis er spurlos verschivand. Die„Behörden" erklären, er sei zu einer Parieikonserenz nach Kopenhagen gereist, aber seine Frau bezeichnet dies als eine Lüge., Wie der „Dailh Herald" ans Danzig berichtet, ist Frau Plenikowski überzeugt und verschweigt auch gar nicht, daß die Nazis ihren Mann in ein r e i ch s- deutsches Konzentrationslager verschleppt und vielleicht auch schon ermordet haben,(bn) Für eine demokratische Einheitsfront I» der Schweiz sprach sich auf dem unter großem Interesse der Oefsentlichkcit abgelaufenen Parteitag der freisinnig-demokratischen Partei der Parteiführer Stuck! aus. Er kritisierte insbesondere die Haltung eines Großteils der Schweizer Bourgeoisie gegenüber der Arbeiterklasse und der Sozialdemokratie. Stucki Ivill die Sozialdemokratie in die demokratische Front einbeziehen und setzte seine Resolution, die dieser Auffassung Ausdruck gibt, auf dem Parteitag durch. In seinen» Schlußwort sagte er:„Wie Schweizer müssen erfüllt sein von der Idee unseres Staates, die die Idee des kleinen B ö l<- kerb nn des der Genossenschaft ist. eine Idee, die unS verpflichtet, unsere Gegensätze im Innern nicht auf die Spitze zu,treiben, sondern durch staatsbürgerliche Verständigungzu wenn sie, einmal schlagt, ein einiges Schweizer- überwinden. Vielleicht hat die Schicklalsstitnde EnrovaS noch nicht geschlagen. Möge sie aber, Volk finden I Darauf müssen wir unsere ganze Kraft konzentrieren, und wenn wir das erreichen, ist es mir hnndewurst, ob ich hier in diesem Saal der Geschlagene bin oder nicht!" Auch ein Stück Kriegsrüstung. Der italienische Rundfunk wird demnächst"«Wei neue Lang« und Kurzwellensender in Betrieb nehmen, die in der Umgebung Roms(Santa Palomsa und Prato Smeralda) ihren Standort haben. Die Presse hebt hervor, daß der italienische Rundfunk mit diesen beiden Sendestationen, deren höchster Turm 266 Meter hoch ist, auch die entlegensten Winkel des Erdballs Wird erreichen können. Äerztlicher Bineitschaftsdienst zur Nachtzelt.'Bek einer gemeinsamen Beratung der Vertreter der Aerzteschast und der zuständigen behördlichen Stellen wurde beschlossen, in de» einzelnen",Prager Stadtvierteln einen nächtlichen""'ärztlichen' BereitschastS« dienst, zu organisieren, wodurch"die"Gewähr geboten würde, daß im Bedarfsfälle" mit" Sicherheit ein Arzt jederzeit zur.Perfügung ist. Dieser Bereitschaftsdienst soll sich. auch,.auf die Feiertage erstrecken, wo ja wie bekannt, öfter der Fall eintritt,, daß bei plötzlichen Erkrankungen oder Unfällen, die Beschaffung ärztlicher Hilfe verzögert wird,' weil viele Aerzte außerhalb der Stadt sind. Die getroffene Maßnahme ist also sicher begrüßenswert. Wie verlautet, soll die Stadt bei Organisierung dieses Dienstes einen Zuschuß gewähren, damit die Aerzte auch bei Hilfeleistungen. für Unbemittelte entschädigt werden können. Die Bilanz des 24stündig»n Regengusses am Sonntag bis Montag ist. wie Dr. Rud. Zavadil im „Bei. C. El." ausrechnet, für das Prager Gebiet sehr respektabel. Im Westen Prags sielen durchschnittlich 66 Liter, in den östlichen Stadtvierteln 50 Liter auf den Quadratmeter. Die Wassermenge dieser.Niederschläge würde zur Füllung eine» Teiches vom Flächeninhalt eines Quadratkilometers hinreichen, bei einer durchschnittlichen Tiefe von neun Meter. Ueberfledlung der Abteilungen XV und XVI des ZIvil-KreiSgerichle» In Prag. Die Abteilung XV(Konkurs-Abteilung) und die Abteilung XVI (Außerstrittige Angelegenheiten) des ZivilkreiSge- richte» in Prag, welche bisher im Gebäude der Arbeits-Unfallversicherung in Prag II., Na Pokiöi Nr. 7, untergebracht waren, wurden in da» Gebäude de» Zivil-KreiSgerichte» in Präg II., Ovocnh trh Nr. 587, verlegt. Beginnend mit dem 12. Juli 1087 amtiert die Abteilung XV In den Amtrlokalen Tür Nr. 51 bi» 55 im 1. Stockwerk und die Abteilung XVI in den Amtslokalen Tür Nr. 110 bis 118 Im 2. Stockwerk. Bau eine» neuen Geschästspalai» in Prag. In den nächsten Tagen beginnt die Niederreißung der alten und bekannten Hause»„Zum Weißen Schwan" na Poiiii, an dessen Stelle mit einem Aufwand von zehn Millionen Xi ein Geschäftr- palai» der„Aktiengesellschaft für internationalen Handel" errichtet werden soll. Die gesamte Straßenfront de» Palais wird aus Thermolux-Gla» errichtet sein. Eintänzer und Erpresser Prag.—rb— Der Angeklagte, der sich dem Strafsenat de» GR Dr. H r u ö k a präsentierte, ein gewisser Wenzel Bobllk, ist zwar gelernter Maschinenschlosser, kam aber später darauf, daß e» „Berufe" gibt, die ihren Mann ohne besondere Anstrengung besser ernähren. Da er ein hübscher Mensch und ein guter Tänzer ist, verdingte er sich in einem Bad, da» von verschiedenen erholung»- und abwechslungsbedürftigen Damen der„besseren" Gesellschaft besucht zu werden pflegt, al» Eintänzer. Das ist nun an sich ein bitteres und karges Brot, aber Bobllk verstand es, sich die Butter dazu zu verschaffen und nicht nur die Butter, sondern auch Kaviar und Champagner, kostbare Pelze und Schmucksachen und noch verschiedene Tausender dazu. Welche Gegenleistung er dafür bot, braucht wohl nicht erst besonders erwähnt zu werden. Er amüsierte die alternden und gelangweilten Danien, die sich entsprechend erkenntlich zeigten und wenn er nicht übermütig geivorden wäre, hätte er solcherart ein angenehmes Lebe» führen könne». Indessen schien ihm der Verdienst, den er als Schmarotzer an den gesell« schastlichcn Parasiten buchen konnte, auf die Dauer al» unzulänglich und er erweiterte sein Tätigkeitsgebiet dahin, daß er welkende Liebhaberinnen»ach der Rückkehr au» dem Bade zu erpreffen begann. Da» mag ihm verlchiedentlich gelungen sein. Die Anklage spricht jedenfalls nur von einem solchen Fall, in weichem die betreffende züchtige Dame, unter Hintansetzung ihrer Züchtigkeit die Polizei verständigte. Wie sie sich mit dem Herrn Gemahl auSeinan» dergesetzt hat, ist leider nicht bekannt. Fest steht nur, daß der Angeklagte nach Saisonschluß in der Prager Wohnung der liebesbedürstigen Dame erschien und 10.000 K£ verlangte, widrigenfalls er dem Herrn Gemahl alle» entdecken werde. So gerieten also Ehrbarkeit und Mammon wieder einmal in Streit und Mammon siegte. Die ehrsame Dame lehnte es entschieden ab, für gewiße versängliche Briefe ein solches Opfer zu bringen" und ließ den geschäftstüchtigen Liebhaber festnehmen. v Vor Gericht behauptete Boblik, daß"an dieser Darstellung kein wahrer Wort sei und die Dame sich im Gegenteil heftig gesträubt habe, das.Verhältnis mit. ihm. abzubrechen.- Er fei lediglich zu diesem Zwecke zu ihr gekommen und au» Rache habe sie ihn angezeigt. Glaubwürdig war diese Verteidigung nicht gerade, zumal, da verschiedene andere ähnliche Affären vorliegen, die allerdings nicht Gegenstand diese» Strafverfahren» bilden. Der Tatbestand der Ec« Pressung schien dem Gerichtshof jedenfalls erfüllt und so wurde Wenzel Doblik zu vier Monaten schweren Kerkersunbedtngt verurteilt. Kunst und Wissen Fritz Grünbaum und Karl Farkas setzten Sonn- iag ihr Ensemble-Gastspiel in der Kleinen Bühne, wieder vor ausverkauften Reihen, mit einer türkisch aufgezogenen Sketch-Äevue fort; nicht ganz so.über« wältigend lustig wie da» erftgespielte Programm, aber doch auch voll, von heiteren Einfällen. Höhepunkte bildeten ein Dramolett mit Jarka» al» falschem Apotheker und eine Solo-Szene Grünhaum» al» jüdischer Treidler grundgüiiaen Herzens und urkomischer Hviterie. ilm die beiden ausgezeichneten Komiker grupviecien sich wieder reizende Damen und gute Schauspieler. g. DerDinr Der tschechische Film aus d« Weltausstellung. Unter dem Protektorate de» Gesandten Dr. Osusstj und in Anwesenheit des französischen. Ministerpräsidenten Chautemps fand im Film-Palais der Internationalen Ausstellung eine dem tschechosiowakischen Film gewidmete Festausführung eine» dokumentarischen Filme» über die tschechoflowakische Armee statt, der sich Probevorfiihrungen de» tschechosilowakischen Farbenfilm», der Film„Wir leben im Jahre 1087" und der Film„Menschen aus der Eisscholle" anschlossen. Länder-FuBballsplel am Sonntag, den 18. Juli 1037, am Sportplatz Zuckmantel Tschechische Lünderels„Stak-Berband" gegen Olympiade-Elf der„Atu»-UnI0N" Ueberall zeigen bereit» die Plakate diesen großen Fußballkampf an, welcher dadurch an Bedeutung gewinnt, daß diesmal die Vertretung de» Unionsverbande» dec kompletten Olympiadevertre- tung unserer Fußballer entnommen ist. Daß die Tschechen mit einer sehr spielstarken Mannschaft für dieses Spiel gerüstet haben, ist. selbstverständlich. Ihre Mannschaft ist sehr sorgfältig züsammengestellt und hat erst in letzter Zeit mit Kreismannschaften einige Probespiele auSgetragen. ES ist mit einem sehr schonen gleichwertigen Spiele zu rechnen."Die AtuS-Union meldet nachstehende Mannschaft: Zienert Predlitz j Hellmich Rusche’ Lerchenfeld' Falkenau Fiedler Hampel Rittig Äcochwitz Kleische Kleinaugezd Hloitiek Müller Schottenhammel Ron» Stängel Pihankeu Graslitz Zuckmantel Nestomitz Fischern Der Anstoß ist auf halb 6 Uhr festgesetzt. Vorspiel der Jugendmannschaft Kleinaugezd gegen Be- zirk-aurwahi Jugend- Es wird aufmerksam gemacht, Aas dein amerikanischen Kulturleben Die Sensationen in Hollywood reißen nicht ab. Eben war es der tragische Tod von Jean Harlow, dann der Skandal um Shirley Temple, und jetzt erfährt man endlich nicht nur das richtige Aller, von Mae West, sondern darüber hinaus auch noch, daß sie seit nicht weniger als 26 Jahren völlig legitim verheiratet ist. Und man erfährt nicht nur die», sondern gleichzeitig auch eine Skandal- und Er- pressungzassäre größten Ausmaßes. ES stellt- sich nämlich heraus, daß Mae West im Alter von 1V Jahren im Jahre 1011 in"Brooklyn einen damals 21jährigen Rann namens Frank Wallace geheiratet und mit ihm volle vier'Jahre in-Frieden und Eintracht gelebt hat. Mae West ist. jetzt gezwungen gewesen, diese Tatsache zuzugeben, und- die Diva konnte als unzureichende„Entschuldigung" nur sagen, sie habe ihn ganz einfach vergessen. Frank Wallace ist nämlich plötzlich wieder aufgetaucht Und hät beim Gericht die Anerkennung seiner vollen Eherechte verlangt. Die» tut er keineswegs, wie er ganz offen zugibt, aus Liebe, sondern einfach darum, weil er", nicht'einsicht,"warum er" seine Rechte äüf das Vermögen, da» seine Gattin!inzwischen- erworben hat, nicht geltend. mache»! solltet!"."In. der. Tat würde ihm die Hälfte de» 80 Millwnen-Bermögen» zugesprochen" werden. Mae West hat ihm 80.000 Dollar angeboten, wenn,-er auf"alle Forderungen B e, n g? I> e d< n g n n g- n: Bei Zustellung in» Hau» oder bei Bezug durch die Post monatlich Ai: 16.—, vierteljährlich Xi 48.—, halbjährig Xi 96.- Taris billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuskripten, erfolgt"nur bei Einsendung der Rewurniärken.Die graphendirektion mit Erlaß Nr. 18.80Ü/VII/198Ü bewülistk,"— Druck-rei:..Orbis". Druck--. Verlags- uns Zeitung Mittwoch, 14. Juli 1937. Nr. 163 Mauren O'sullwan und Johny Weißmüller in einem der vielen Tarzan-Filme. sich rechtzeitig mit VorverkaufSkarten einzudecken, da an der Kassa nur Karten zu 4 Xi.zum Verkaufe kommen werden. Mitropacup 1937: Admlra und Genova ausgeschlossen Die Entscheidung des Mitropacup-Komitee»' in Venedig im Streitfall Admira-Genova ist gefallen. Beide Vereine wurden gleichmäßig schuldig erklärt und für die weitere Teilnahme de» Cups 198.7 ausgeschlossen. Gleichzeitig wurde auch der'italienische Verein"Lazio kampflos'zum Finalisten bestimmt, während A u st r i a- Wien, gegen den Sieger aus dem dritten Spiel gerencrvaros—Vienna antritt. Man steht au» der ganzen„Entscheidung", daß die Schuldigen mit Handschuhen angefaßt wurden, denn wäre er anders gekommen, hätte dem Mitropa« Cup dar Sterbeglöcklein geläutet. So ober war man weise genug, Mussolini den Gefallen zu tunundden italienischen Fußballllich nicht direkt als den wirklichen Sündenbock hinzustellen. Um din Aufstieg in die Liga Die Rückspiele der Ausscheidungsturnier» um den Aufstieg in die Liga setzen Sonntag ein. DFC. Prag spielt in Pardubitz gegen SK. Pardu- bice und Cechie Karlin spielt tu der Slowakei gegen ITC- Filakovo...-. Sowjetrussische Leichtathletik. In Kiew gewann der Kugelsteper Kanaki die 110 Meter Hürden in 15.2 Sek. und die Sportlerin Pijurina erzielte im Weitsprung. 5:45 Meter.— Bei einem Meeting tir Moskau lief Schelndjakow über 800 Meter in 1.57 Min. und über 4 mal 100 Meter epzjelte die Moskauer Staffel die gute Zett von 42.0 Sek. Da» Speerwerfen gewann I. Sergejew mit 61.18 Meter. — In, Tiflis erreichte im Hochsprung der Sportler Aianelow 1.95 Meter. „Spartak" Moskau nach Antwerpen. Moskauer Meldungen besagen, daß die Vertretung der USSR bei der Internationalen Arbeiter-Olympiade der" Moskauer Fußballmannschaft„Spartak", verstärkt durch andere Spieler,, übertragen wurde.--/.Spartak" soll, nach den gleichen Berichten zufolge,, die Barken« Fußballer mit 6:2 geschlagen haben leine Bestätigung diese» Siege» ist merllvürdigerweise nirgend» zu ersehen). Vgrlanggtübgrall Volkszünder verzichtet, war er aber nicht akzeptierte. DäS Verfahren nahm also seinen Gang, und die Diva mußte vor dem Richter ihre Ehe bekennen. Die Art)'wie die Anwälte von Mae West diese Affäre behandeln wollen, ist sehr vielsagend. Sie haben nämlich nicht» anderer behauptet, als daß Frank Wallace zwar mit Mae West getraut worden sei, aber daß die Ehe nie vollzogen wurde, weil Mae West schon damals eine tiefe körperliche Abneigung gegen ihn empfunden habe. Man kann sich leicht auSmalen, mit welcher Gier sich das Publikum auf die mit diesen DetqilS mitgeieilie Ehegeschichte von Mae West stürzü--.' „Times" veröffentlichen den- Bericht' eiche»' .Spezialkorrespondenten" aus New Nock- Über Die! Frosch-Hüpf-Konkurrenz von Calavera» lkounty:; „In Gegenwart von 2 5..0 0 0 Zuschauern gewann gestern der F r o sch E mm"et Da.ltön, erzogen uud trainiert auf der Ranch von Mister Will Roger», die neunte Jrosch-Hüps-Konkurrenz von CalaveraS County und:stellte einen Weltrekö'rd auf mit einem Sprung Von18. Fuß, 5. im- Damit schlug er"um 1den 1982 von" dem Füa sch■ Bud w e i s e r aufgestellten,.-.Rekord.-"Der-Wett- bewerb, welcher.jährlich zur- Erinnerung an Mark Twain» Geschichte ,Der-'springende- Frosch voy'.iCa- laverarl abgehalten^-.wird,-.-hatke) dIeseSk-Jahr.üllÜ Konkurrenten.zu.verzeichnen aus.aVech-Pejlech d'ep Vereinigten Staaten.... Jed'em Frosch-waren drei Hopser" erlaubt,. die zusaMMetigezählt, al»!. risk- Sprung gewertet. wvrden?-'-'P.' ,!-ii -. ganzjährig XL 102.—."—" Inserate ipeidemljmt^' ZeiwngSfrankätur würde von der Post- und Tele«. »-A.-G. Prägt------- J‘.,-.r