Sozialdemokrat Yerrtralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Ausnahme de» Montag tSglich früh/ Einzelpreis 70 Heller Redaktion u. Verwaltung: Prag XII., Fochova 62— Telephon 8S077— Herausgeber: Siegfried Taub— Berantw. Redakteur i. V.: Zdenko Neuwirth, Prag Aus dem Inhalt: Innerpolitische Entscheidungen unmittelbar bevorstehend Beschlüsse des Obersten Verteidigungsrates Proteststreik der Angestellten in der ■ Porzellanindustrie Bilder vom Atus-Jugendlager im Polzental Ist Dr. Sebekowsky ein Deutscher? 17. Jahrgang Donnerstag, 15. Juli 1937 Nr. 164 Englands neuer Vorschlag Kontrolle In den Hälen z Zuerkennung begrenzter Kriegsrechte nach begonnenem Abtransport der„Freiwilligen** London. Der englische BermIttlungSvorschlag zur Aufrrchtertzaltung des Richtiyterven- IwnSsystemS in Spanien, der Mittwoch nachts veröffentlicht wurde, enthält folgende Haupt- punkte:... i . 1. Die Seekontrolle soll durch Neber wachungSkom Mission en in de» einzelnen spanisch en'Häfen vorgenommen werden. Dadurch entfällt di« Flottenkontrolle. 2. Die Ueberwachung der Landgrenzen ist unmittelbar wieder aufzunehmen. 8. Eine Kommission soll gebildet werden, die den AbtransportderFrei- w i l l l g e n in die Wege leitet. Kommt die Richtinterventionskontrolle in der Folge einstimmig zu der Erkenntnis, daß der Abtransport der Freiwilligen befriedigende Fortschritte macht, dann können die. Kriegsrechte— allerdings mit Einschränkungen— an die beiden spanischen Parteien gewährt werden. Die Einschränkungen betreffen a) die Konterbandebistimmungen gelten für jene Waren, welche vom RichtinterventionS- komttee in einer feiner ersten Sitzungen in einer Lifte zusammengcfaßt wurden. b) Schiffe, die spanische Häfen nicht anlaufen, werden nicht unter daS KriegSrecht fallen, d.h.,si« dürfen nicht angehalten und untersucht werden. e) Schiffe, die Kontrolloffiziere an Bord haben und die zu schaffende RichtinterventionS» flagge hissen, unterstehen gleichfalls nicht dem Kriegsrecht. Eine Stellungnahme der Mächte über'den Plan ist voraussichtlich vor Freitag nicht zu erwarten. Dagegen unterliegen den RechtSSefngnissen der kriegführenden Parteien alle Schisse, ob Mit oder"ohne Kontrollflagge, die die Neutralität beispielsweise durch Beförderung von Trupp en'»der durch AuSsendung von Signalen militärischen EharakterS verletzen. Dies betrifft auch Schiffe, die eine, notifizierte, wirksame Blockade zu durchbrechen versuchen sollten. Unklare Lase im fernen Osten FdedM»b«teuemngkm und MVWyien Verschwörung* Im Leger der Rebellen G ibralt a r.(Agcncc Espagne) Man meldet aus Sevwa, daß die de«tsch e Geheimpolizei eine Verschwörung aufgedeckt hat, die die Ermordung der Generale Qneipo de 8lano, Franco, Cabanellos nnd der Sberkommandierende« der italienischen nnd deutschen Armee in Sevilla und Salamanca zum Ziele hatte. Die Polizei hat gleichfalls eine RamenSliste zahlreicher spanischer Offiziere gefunden, die in daS Komplott verwickelt find und die eine Erhebung gegen die Deutsche« und Italiener vorbereiteten, die«ach der Ermordung ver Generale stattfinden sollte. F ü n f undzwan- zig DerschwSrer sind füsi» l i e r t w o r d e n, während die ander«, von denen die Mehrzahl spanische Offiziere find, fich im Gefängnis befinde« und vor ein Kriegsgericht gestellt Werden. „Touristen" und„Schokolade" aus Hamburg für Franco- London.(HovoS.) Der diplomatische Redakteur deS»Manchester Guardian" iehaup- tet/d»h. i»l,2uui uiU> zu 2uli-Brginn^»hlreich« brutsche„Freiwillige" nach'Spanien gekommen seien. Die Fahrt träten sie von Hamburg aus in Tonristenkleibern an/ tatsächlich Handelte«S sich aber um Piloten«n>d Techniker, die für Franco wichtiger seien, als Infanterie-Bataillone. Bon Hamburg gehen auch, wie daS Blatt weiter meldet, ununterbrochen Kriegsmaterial- Transporte nach Spanien ab. So verließ am v. April ein dänischer Dampfer Hamburg mit einer Fracht von Flugzeugen, Tanks und.Bomben, verpackt I» Kisten mit der Aufschrift»Schoko- l a d e". Die deutschen Dampfer, di« Kriegsmaterial nach Spanien transportieren, gehe» unter falschem Namen und unter der Flagge süd- und mittelamcrikanischer Staaten in See. So zum Beispiel benützt der Dampfer„Amelienvurg" den Namen„Arme", und die Panama-Flagge, der Dampfer„Schleswig" den Name».»Marano»" und die peruanische Flagge. krtolge der spanischen Luftwaffe Madrid. Im Laufe des Dienstag haben die RrgierungSflugzruge zehn Flugzeuge der Aufständischen abgeschossen.'. s' , Ovledo bombardiert Oviedo. Der HavaSberichterftatter teilt mit, daß Negierungsartillerie' auf die Stadt 'Oviedo 400 Granaten abgeschosien hat. Biele HSäser wurden dNrch daS Bombardement beschädigt.' Weder 61 Hinrichtungen In U55K Nach-einer„United-Preß".Meldung deS »Pr. Tgbl." veröffentlichte die sibirische Sowjet- zeitung»Stern de» Pazifischen Ozean»" in ihrer AnStzat« vom 4. Juli eine Liste mit den Namen vtzn«1^Trotzkisten, Terroristen und Spionen", die wegen ihr«, Bergehen gegen den Sowjetstaat hingerichtet worden sind,-t- Die Nordpol-Flieger gelandet' N e w Uork. Die' sowjetruffischen Nord- polflje-er sind auf einem Felde uMveit Los Angeles gelandet. SänFr o« e i s r o.(Reuter.) Die Sowjet-Flieger auf„Ant 25" habe» de» bisherigen Langstreckenrekord endgültig-gebrochen. Sie übrrslogck San Franeiseei mch flogm vei- ter i« der Richtnng nach San Diego. Dem Flng^ platz in Oäklaad, wo sie ursprünglich niederge- he» wollten, teilten sie mit/ noch genügend Prplnstosf-» besitze».. Die Lage im chinesisch-japanischen Konflikt ist nach de». einander vielfach widersprechenden Meldungen unübersichtlich und ungeklärt. Beide Parteien rüsten wie eS scheint fieberhaft, so soll Japan insbesondere nach deutsch-italienischem Muster einen großen„Propagandakrieg" vorbereiten. Beide Parteien bezichtigen die Gegenpartei, daß sie alle Schuld trage,. Beide versichern zugleich, daß sie zu einem Kompromiß bereit, seien. Allerdings hat das japanische Außenamt durch seinen offiziellen Sprecher eine Erklärung abge- ien lassen, die der Ablehnnng eines neutralen Vermittlungsvorschlages von Haus auS ziemlich gleichkommt. Andererseits erklären japanische Negierungskreise, daß sie eine ernste Vermittlung wünschen würden. Auch hierüber herrscht also keine Klarheit. • Dir Eh in es»n haben in Tokio gegen dir Okkupation ihres Gebietes Protest ein g e- legt.Diej a p a nisch r Regier u n g hat die Entgegennahme des Protestes ab gelehnt und mit vorwürfen geantwortet. Dir japanischen . Seit Montag, den' 12. Juli stehe» in Groß- Prag:alle Lederhandfchuhmacher in Streik. Am DirnStag schloffen sich auch die Hand- schuhmacher und Lederarbeitor im Obrrerz- g e b i r g t dem Slampf an und verbliebe» in de» Betrieben. ES komme» im ganze» über 30 80 Arbeiter und Arbeiterinnen in Be- trachh welche geschloffen den Kampf um h ö her e Löhne ausgenommen haben. Sowohl in Prag al» auch im Bertragsgebiete des oberen Erzgebirges haben die^Arbeiter«Ine Erhöhung ihrer Tariflöhne gefvrdert. Die Unternehme» wollen dagegen- nur' eine einmalige, vollständig unzulängliche TeuerungSauShilfe' bewilligen.’• Ihr Bestrebe» ist rS,: die Regelung der Lohnfrage in die ,Länge zu ziehen. DieArbetteehaben lange genug gewartet und ihre Geduld wurde auf rin« hart« Probe gestellt/Di« Berantwortung für diesen Lohnkampf, welcher bei einigem gute» Willen hätte vermickr» werden können, trifft di« Unternehmer. Seit Monaten herrscht in der Handschuh, industriehohe Konjunktur. Die B e»dien st t d er, U n t« r n ehm r r-find g e st i e-g e n„ ater die Art eit»löhne sind trotz verschlechtertem Rohmaterial g l e i ch g e blieben.-' Seit Bestand unserer Republik ist eS darrst«Mal, daß tsch echtsch e und d e u t sch r H and.sch u hm a ch e v!ei« h e i t l i ch Truppenbewegungen solle» aufgehört haben, waS man alS Leiche»,-der Entspannung bucht. Andererseits ist Peiping von Flüchtlingen überfüllt, die vor den Japanern davonlaufen. Daß di« Japaner- den Konflikt nicht ohne faktische Erweiterung ihrer Einflußzon« beenden werden, ist wohl sicher. Sir vertreiben bereit- die chinesischen Angestellten an deröv ahnstreckeMukden— Peiping und ersetze^ di« Chinesen überall durch-mandschurische Beamt« nnd Angestellte. I» China erklärt man, daß man eine weitere Annexion chinesischer Gebiete nicht dulden, sondern sich wehren werde. , Dir Seemächte sind an der Beilegung deS Konfliktes sehr interessiert. Insbesondere L o n- d o« versucht z« vermitteln nnd hat sich än Amerika gewandt, da» aber vorläufig«in gemeinsames Vorgehen äilehnt. Die USA wollen-sich volle Handlungsfreiheit bewahren, verfolgen ater selbstverständlich alle Vorgänge in China mit stärkstem Interesse. Schulter an Schulter für die Besserstellung ihrer Lebenshaltung kämpfen. Der Kämpf ist ein einheitlicher. und wird restlos durchgeführt werden/ Spontaner Streik Im Ober-Erzgebirge , Karlsbad. In Atrrtham fanden für die Handschuhindustri« des Oberen Erzgebirge» Berhandlungen statt, di« ergebnislos verlaufen Jitib.- Ohne'irgendeinen gewerkschaftliche» Be- chkNsj,-einfach nurwon der Empö tun g über daS Verhalten der Unternehmerschaft ge» trtiben,' ist''die' Handschuh-Arbeiterschaft deS gäitzen Oberen Erzgebirges am Dienstag einheitlich in den S i tz st r e i k getreten,der bi» zur Stünde noch.anhält. D i e A-r bei t e r- f ch ass t»le i b t a u ch n acht» inte n Betri«ben.''.V'.'" ' D« n n« r S t a g nachmittag» findet auf dem-Schülplätzi» Aiertham eine' öffentliche K N n d g e b u n g sämtlicher' Arbeitnehmer i» der HcktzhschühindNsNir deS Oberen ErzgebirgeS-statt, »» Per außer de» H ei in a r b ei i e r» alle V e tri et»art ei t tr aufmarschieren wert den, di« tiü dorthin im Sitzstreik verharren.-- Von der Achse zum Dreieck Japan als Partner der europäischen Friedensstörer Die WeltkrisiS verläuft programmgemäß. Was sich jetzt im Fernen Osten abspielt, war längst fällig. ES gehört zu dem Hasardspiel der. „dynamischen" Mächte genau wie die Beschießung von Almeria, Ivie die Sprengung der Seekon- trolle, wie die nazistischen Extratouren im Donauraum, wie die Reden und Artikel Hitlers, Mussolinis, Farinaeeis, GaydaS und Goebbels'. Der dritte im Bunde spielt seinen Trumpf aus. Man kann dieses Spiel seit Jahren beobachten. Ob eS nun vereinbart und abgekartet ist oder ob eS von„Traumwandlern" mit der somnani« bulen Sicherheit eines Mediums gespielt wird, es funktioniert jedenfalls und stellt eine Hetziägd vor, bei der das Opfer der Frieden ist. Ob Italien in Abessinien angriff, ob Hitler daS Rheinland besetzte oder Japan eine chinesische Probinz, jedesmal setzte sich, wenn Einer Tritt faßte, die ganze Kolonne in Marsch. Und jedesmal hat dieses Jneinandergreifen der politischen, militärischen und propagandistischen Operationen der drei„dynamischen" Großmächte die übrige Welt überrascht, in Schrecken versetzt und in der Abwehr gelähmt oder mindestens stark gehemmt. Die japanische Aktivität Im Fernen Osten hat die Engländer abgehalten, ihre Rechnung mit Mussolini auszutragen, als dieser sich in Ostafrika eine ungeheuer starke und gefährliche Position gegen' Englands Orientmacht schuf. Di« Sorge um den 'Rhein hat die Franzosen abgehalten, die Autorität des Böllerbundes gegen den UalienischenLrie- densbruch ernsthaft-zu vertreten. Die Sorge um den Nil hat die Engländer bewogen, Hitlers Rhetnländbefetzung ohne ernsten Widerspruch hinzunehmen. Die Sorgen des Britischen Reiches um den Fernen Osten hemmten Englands ganze Europa-Politik. Noch während der letzten Empire-Konferenz haben die Dominions, Australien voran,, ihre Zustimmung zu einer größeren Aktivität Großbritannien» in Europa davon abhängig gemacht, daß London einen zehnjährigen Sicher- heitspakt mit Japan zustandebringe. Der japanische Vorstoß in China ist offenbar die Antwort Tokios auf den britischen Verständigungsplan. Wenn man die Bedeutung und die G e« fahrdesneuenjapanisch-chineii- fchen Konflikts richtig werten will, muß man ihn in diesem Zusammenhang sehen.. An sich wäre der Konflikt um ein Stück China nicht weltbewegend. Ob eS zu einem regelrechten Krieg kommen wird, läßt fich heute noch nicht sagen. ES hängt davon ab, ob Japan den Augenblick für die Aufrollung aller ostasiati- schen Fragen für gekommen hält und ob China sich bereits stark genug fühlt, einen Kampf mit Japan aufzunehmen. ES hängt nicht zuletzt von der Bereitschaft und Fähigkeit Rußlands ab, in den Kampf einzugreifen. Tokio rechnet anscheinend mit der Schwäche Rußlands und sucht die Erschütterung deS militärischen Ansehens der USER durch die Abschlachtung der Generale politisch auszuwerten. Die Frage, ob Japan geschlagen werden kann, hängt wie 1S04/0S vorzüglich von der S e e h e r r s ch a f t im Gelben Meer ab. Nur wer die Nachschublinien der Japaner unterbinden kann, wird imstande sein, sie wirklich zu besiegen. Vorläufig ist aber Japan zur See den Russen und Chinesen weit überlegen. Mehr Wahrscheinlichkeit al» für einen„großen" Krieg besteht daher für einen jener kriegSähnlichen Zustände, wie sie sich seinerzeit, bei-dem Angriff auf Schanghai, wie sie sich bei der Okkupation der Mandschurei ergeben haben. Ohpe daß' die Kämpfenden ihre gesamte-militärische Macht einsehen, ohne daß sie- formell Krieg führen, bekämpfen sie einander durch-kleine Expeditionskorps, durch Banden, durch Spionage, Sabotage, Propaganda. So bildet sich, wieder ohne formellen Friedensschluß, ohne ein vertragliches Kompromiß, schließlich ein Zustand aus, der bei Erschöpfung beider Parteien eine Art„Frieden" darstellt. Das Ergebnis wäre aller Wahrschei.i- lichkeit nach ein weiteres faktisches Vordringen der völlerrechtltch nicht anerkannten japanischen Okkupation gegen Mittel-China. Aber die Gefahr liegt, wie erwähnt, darin, daß die astatische Affäre in einen unmittelbaren Zusammenhang mit den schwebenden europäischen Fragen gerät. England hat in China ungeheuer viel zu verlieren, vielleicht mehr als in Spanien', sicher mehr als in Mitteleuropa. Je heikler die Generalstreik der deutschen und tschechischen Handschuhmacher 3000 Arbeiter und Arbeiterinnen Wimpfen um höhere Löhne Seift 2 Donnerstag, 18. Juli 1937 Nr. 184 Situation am Sanntfc wird, desto weniger Akft- i'itiit luirb" England nit der Donau zeigen, desto inciir wird cs geneigt sein/ die'Entscheidung im Mitfeluieer z» verzögern. Wird Rußland in den fernöstlichen Konflikt vcrjvickclt.so sinkt sein Gewicht ans der Waage der europäischen Entscheidungen. Auch das ist ein beachtenswerter Vorteil fiir die faschistischen Mächte. Nicht zuletzt ist auch die Einbeziehung der Vereinigten Staaten in den China-Konflikt von Bedeutung. Die Bereinigten Staaten haben in der jüngsten Zett die Politik der Westmachtc gefördert. Das wachsende-Interesse der USA für den europäischen Frieden Ivar einer-der stärksten. Aktivposten' Englands und Frankreichs. Aber auch die USA werden durch eine Aufrollung der Schicksalsfragen Chings mir zivingender Gewalt vom Atlantik weg und zum Pazifischen Ozean gezogen/ So könnte, selbst wenn cs nicht zum Kriege in aller Form lammt(wobei es sich fragt: ob nicht der Krieg in der völkerrechtlichen Form, in der ihn die Geschichte bisher kannte, überhaupt aufhört und durch das erseht wird, was man mit einem Modcivort»Nichtintervention" nennt!), auch Ivenn zivisckicu Japan und Thing nur irreguläre Bandenkämpfe stattsinden, die wachsende Verwirrung i n A s i e n eine beträchtliche Verschiebung ind er europäischen Lage herbeiführen. England und Amerika Ivcrde» von den Geschehnissen-int Fernen Osten auf jeden Fall so sehr in Anspruch genom« men werden, das; sie in Spanien und in Mitteleuropa nur mit halber Kraft wirken können. Das eröffnet den beiden faschistischen Mächten in Europa wieder größere Aktionsfreiheit. Und das ist'-ja der-Sinn des ganzen Manövers': daß die Achse Berlin— Rom zum Dreieck B e r l i n—R o m—T okio erweitert und die Friedenspolitik der Wcstmächte durchkreuzt werde. Oer Fall OtenäSek Unter dem Druck der empörten Kommentare, welche die Meldung des Pressebüros über die Rede des SokolfunttionärS Oöcnäsck auf der Auffigcr Tagung der.Hcnkeintucncr hervorgerufen hat, cntschlotz sich nun der„Beäer" zu einer ausführlichen Erklärung. Er gibt zu, datz Oienäbek weder als Vertreter der Sokolgcmeinde in Aussig Ivar, noch als Vorsitzender des BeirarS für Körpererziehung beim Gesundheitsministc- rium, sondern einzig und allein als P r i v a t- m a n n, der von den Henleiniurnern um ein Referat ersucht worden war und dieser Einladung für seine Person Folge leistete. Die Schuld treffe ausschließlich den Berichterstatter des Tschechoslowakische» Preßbüros, der Oäenäöek als Delegierten des„Sokol" bezeichnete, ohne dazu eine Veranlassung zu haben. Der„PeLer" bemerkt zu der Frage der Delegierung: „Der Sokol würde zweifellos' die. Aiuiä- herung' an- jeden Körpcrknliurvcrband der an- dersnatioiialen Bürger"der Republik- begrüßen, wenn die Verhältnisse der Sache günstiger wären. Man kann die Augen nicht vor der Tatsache verschließen, welche I d e o l o g i e die Turner vorläufig auf sich einwirken lassen. Wir mutmaßen, daß dies der Grund war, aus welchem die Sokolgemeinde nicht auf der Turnertagung in Aussig vertreten war.„Im übrigen verteidigt der„Beier" den Vortrag Oienäseks mit. der. Begründung, daß dieser den Henleinturnern die Bedeutung von Thrs und seinen. Ideen einprägsam dargelegt und sie davon überzeugt habe, daß sich das tschechische Voll njenials die wiedergewonnene Selbständigkeit werde nehmen lassen.. Beschlüsse V° r Etappe der AiifrUatyng des Obersten Verteidigungsrates Prag.(Amtlich.) Als Abschluß der heurigen, der Verteidigung deS Staates, und' Schaffung aller Voraussehnngeu für eiste ordnungsgemäße Weiterentwicklung der tschechoflökvaki- fchen Wehrmacht gewidmeten Arbeiten, fand am 9. Juli 1987 in der Prager Burg,.unter.dem Vorsitz des Präsidenten der Republik und' in Anwesenheit sämtlicher Mitglieder eine Sitzung des Obersten Staatsverteidigungsrates, statt., Die Sitzung wurde am 44. Juli fo«gesetzt und entsprechende Beschlüsse gefaßt.. Der Minister für Nationalverteidigung M a ch n i k, Generalinspektor Armeegeneral S h r o v h und.Generalstabschef, Armeegeneral KrejLi, erstatteten ist der Sitzung detaillierte Referate über die Durchführung und bisherigen Ergebnisse der einzelnen gesetzgeberischen, Rcgierüngs- und Rcssort-De- schliissc, die den Aufbau und die Vervollkommnung der Verteidigung.des Staates während des letztest Jahres betreffen: Die Berichte wurden mit Befriedigung zur Kemitnis genommen. Hieraufwurde das Programm dieser Arbei- Parteikongreß fOr Blum Marseille.(Tsch. P.-B.) Der Sozia- listischc Kongrcsi wurde Mittwoch um 3 Uhr früh mit der Annahme der Schl-uhresolution, welche di« Teilnahme der sozialistischen Minister an' der Regierung mit einem radikalsozlälistischen Ministerpräsidenten iin Verhältnis mit 3484 gegen 1888 Mandaten billigt, abgeschlossen. 43 Delegierte enthielten,.sich der Stimme. M« Zustimmung zur^ ehemaligen Negierung Blum, und ihre Mähnahmen, pie dicse Regierung verwirklichte, laist in dein Ttlmm'enverhältnis von 4839, gegen 19 znm Äusdruck, wobei sich 828. Delegierte der Abstimmung enthielten.. Die Resolution der'gerstähigten Linken, die von Bracke und Z y r o in s k i vorgelegt wurde, i erhielt 1848 Stimmen, die Resolittion der äußer- j stcn. Linken, die Marceau P i v e r t zur Abstim- j niung brachte erhielt 894 Stimmen. i.■.—...., Frankreichs Botschafter i kritisiert Goebbels Berlin.(Havas.) Ans Anlaß deS französi- schcn Nationalfeiertages, empfing der französische Botschafter FrantzoiS Poncet Mtglieder der französischen Kolonie''in Bcrlin.und hielt ast fie'eine' Anfprache,. an der er die,'apfpichtziah KrgeberchxA aller Franzosen.zu den djmokratischen Ideen uiid' dem sozialen'Fortschritt betonte. Auf Deutschland zu sprechen kommend, sagte der Botschafter, Frankreich habe zahlreiche Beweise seines guten Willens gegeben. Unsere Versuche, die gegenseitigen Beziehungen zu bessern und deren Atmosphäre zu. änderst, werden mit'unzweifelhafter inniger Aufrichtigkeit ausgenommen. Weshalb aber Muß der kleinste' Zwischenfall— namentlich wenn«S sich nur um eine Pressepolemik handelt— gleich' einen schroffen Ton, ähnlich einem Arrillerie- feuor mit'stä r k st« n K a li b«rn, Hervorrufen? Heftigkeit, ungezügelte Leidenschaft und die Unfähigkeit, sich zu beherrschen, find keineswegs das Zeichen von Kraft und ftn für die, folgenden, Jahre durchgenommen. ES tvurden die definitiven Bedürsnisfe der Arme«- festgesetzt, sowohl'ivä» das laufende Budget Wr die kommenden Jahre betrifft als auch die notwendigen AusristungS-, technischen und finanziellen Maßnahmen für die letzte Etappe der R ü st' u n g S- u n d B e f e st i g u st g S a ritz e i t e n." Es wurden Anträge für den Ministerrat, beschlossen, die nach der Genehmigung durch die Regferung den gesetzgebenden Körperschaften zugcleitet werden. Nach der Gesetzwerdung und der fortschreitenden- Durchführung'- dieser Vorschläge wird dann jezie Periode.des Ausbaues der, Armee beendet sein, wo autzirördentllche'Kredite und esu« besondere, finanzielle Anspannung des Staates für die Aufrechterhaltung der tschechoslowakischen Wehrmacht auf einer Höhe notwendig war, wie sie di« heutigen Verhältnisse erfordern.. Die weiteren Bedürfnisse der Armee und der Staatsverteidigung werden dann- nurmehr im Weg« der ordentlichen Budget» und der normalen Ausgaben gedeckt, werden, schrecken nicht die Gegenseite. Sie verhärtet sie im Gegenteil, in ihrem Gefühl.beleidigter. Würde. Man kann alles sagen, ohne beleidigen zu müssen. Auf der gleichen Seite eines Blattes konnte man in der erste» Spalte Komplimente und DankeSworte an Frankreich aus.Anlaß des Abschlusses des Handelsvertrages lesen, dessen politische Reichweite mit Worten vollem Optimismus betont wurde, während die vierte Spalte voll der schärfsten gegen Frankreich gerichteten. Vorwürfe, war, die sich auf ein unrichtig wiedergcgcbenes oder schlecht auS- gelcgtcS Kommunique stützen,. das di« Nicht- istterventionSpolitik betraf. In diesem Zusammen- hange über dar Vorgehen Frankreichs in der Nicht- intevbentionsangelegenheit zu sprechen kommend, konstatierte der Botschafter, daß. gerade mtt Rücksicht auf die Delikatesse dieser Frage sie mit, doppeltem Takt und doppelter Vorsicht bearbeitet werden muß. Wir könnten' den Mut verlieren, wenn wir. nicht schon seit längerer Zeit diesen Wechsel von Warm und Kalt gewöhnt wären und wenn wir nicht fest überzeugt wären, daß unsere beiden Nationen den innigen. Wunsch haben, in Frieden ustd gutem Einvernehmen zu leben und, daß die Vernunft'schließlich siegt.,.' Papler-Not in Deutschland• Berlin. Der Präsident der Rcichspressekam- mcr Amann erließ.eine, Anordnung zur Nebelung fW^VirbiWchöS. md'ÄcßugcS bon^D>ier''Himr Druck der Zeitungen und Zeitschriften. Danach darf der Bedarf für den Druck von'Zeitungen und'Zeitschriften ab Jänner 1937 nur in der zulässigen Menge gedeckt werden. Die Fächver« bände sind dafür verantwortlich, daß im'pressemäßigen Papierverbrauch die Einsparung bis an di« Grenze der verlegerisch und staatspolitisch Verantwortlichen durchgeführt wird. Sollten schon für spätere Monate Bestellungen auf größere Mengen Papier erfolgt sein, so sind sie hinsichtlich der überschießen- den Menge zu streichen. 29 Hegerköiiigs Tochter Roman von Otto Stösst COPYRIGHT BY SATORN- VERL AO, WIEN Bella warf hi»,, in Prag seien viele, viele Götter geivesen. Nein, meinte Josef, eS gibt doch nur einen oder dreierlei in einem: Gott. Vater, Sohn und heiliger Geist. Auch in Prag könne es nicht mehr geben. Doch! Dort seien viele, viele große, hohe, steinerne Götter mit Gold und Farbe geivesen. Das waren ja nur die Kirchen, die sie meinte! Dort sollte bloß der Gott wohnen', aber die hohen steinernen, goldenen Dinge, waren nicht Gott selbst, sonder» nur von Menschen gemacht, um ihn anzubeten. Auch das war Bella recht. Ihretwegen brauchte keiner einen lebendigen Golt zn glaube» oder zu leugnen. Es ging doch alles ganz ruhig, ob man von solchem Zeug schwatzte oder nicht. Was sollte sie'mit einem Gott anfangen? Loses ärgerte sich wieder über diese gemeine Gleichgültigkeit und alltägliche, rohe Nüchternheit.^ So war es nicht gemeint. Wenn man einen Gottperlcugnet, muß man ihn unter Furcht und Zweifeln von seinem angestammten Himmel herabziehen, ihn einen toten Hund heißen und dabei warten, ob er einem nicht im nächsten Moment die Zunge im Miind verbrennen läßt. Man nmß seine Allgegenwart' verlachen, wenn man irgendwas ansiellt, das keine stra- seiide Gerechtigkeit erblicken soll und dabei i.inmer- zu denken: sieht er'S und tut'nichts'dergleichen? Nein, er sieht.es nicht, weil er ja gar nicht ist, ich darf machen, was. ich will. Man konnte eine Türklinke auf« und zudrchen. Auf: Hab ich das jetzt mit memem freien Willen getan, oder-hat mir, das der Herrgott bestimmt? Zu! Weitz er das? Apfl Er weiß es stichtI Das war der Herrgott. Und daß man uhechgupt auf der Welt war, foer hatte das angeschajft?, Dic-Wollegam Him mel, den Baum, die Tauben auf dem Dache, alles Tun und Treiben der Menschen, das Gute und das Böse, skWarze, rote und weiße Menschen, die Donau, den Prater, was sie hier redeten und taten, daS alles sollte ein Gott gemacht haben, ein einziger Gott, der sollte mit einem großen roten Mantel und wallendem weißen Bart unsichtbar über sieben Himmeln sitzen Und mit einem Blick anschaffen: da scheint die Sonne- da springt ein Wasser, da sitzen zwei, einer ist schwarz, einer weiß! So war der Herrgott. .. Und wieder mußte man dessen, der nicht war, des geleugneten,• beschimpften, immer wieder denken. 8a, mit dezn lieben Herrgott'geht, es den. Menschen nicht anders, als jenem. Schatzgräber,, dem man einen goldenen FuNd verheißen, aber unter einer einzigen.kleinen Bedingung: er dürfe dabei nicht an ein Nashorn denken. Und nun; konnte er den Schatz niemals heben, denn immer siel ihm das Nashorn ein. So durfte Josef auch den Herrgott nimmer, und.nimmermehr aus seinen Gedanken bringen,:» da er ihn einmal hafte nennen Hören. Er mußte-ihn glauben, indem er Ihn. leugnete,, von ihm redest, indem er'ihn höhnte und ihn überaus groß und wichtig nehmen, wenn er ihn der kleinen Negerin doch als eitlen Wahnwitz und nicht vorhandenen. Menschenunsinn recht eindringlich verleiden wollte, die an-Gott so wenig dachte, wie der Schatzgräber vor der Verheißung an das Nashorn.. - Nicht in allen Stücken erschien aber'Bella so untergeordnet,- wie bei diesen metaphysischen Unterhaltungen, denn sie erfreut«, sich ejnes vornehmen Verkehrs, hatte'sie doch,.wie wir schon früher erzählten, während'ihrer Ausstellung allerhand Freunde, gewonnen, die ihr nach wie vor Aufmerksamkeit schenkten, da dies«' kleine Negerin in den Wichen Gesellschaften recht.loohl eine eigenartige SehenSlviirdigkcit abaab. Man konnte sich, mit ihr,vor den anderen Leuten- hervortun, eine nähere Verbindung mit der Wissenschaft, mit einem zur Zeit.berühmten und populären- Manne aufweisen.und mitein«« afrikanisch«» Spezialität Staat machen. Daher wurde Bella wiederholt zu, Nachmittagsgesellschaften eingeladen, wo sich die verschiedenen jungen Mädchen mst Ach und Oh, Zärtlichkeiten und schwärmerischen Huldigungen, Seufzern und Küßchen um sie bemühten,.was die NegerkönigStochter teils mit würdiger Geduld, teils mit zähnebleckendem Hohn und tschechischen, Gott sei Dank hier im'Lande nicht gemeinverständlichen Flüchen über sich ergehen ließ, und pur, wenn eine der versammeltest Damen ihr- allzu schmachtend lästig'fiel, sich etwa mit einer auS- holenden Ohrfeig« wehrte.- Solche unerwartete Grobheiten machten sie zwar recht gefährlich, aber wiederum doppelt merkwürdig, weshalb man dieses possierliche wilde Tier ohne Maulkorb und Kette neben sich duldete und ihm sein Böses belustigt zugute hielt. Man fütterte Bella mit' Zuckerwerk und bewunderte ihre Leistungsfähigkeit auf diesem Gebiete, indem sie recht wohl auf einen Sitz ein Kilogramm Schokoladenbonbons verschlingen konnte, woran-sich-die ganze Gesell«, schäft als au> einem- gotterschaffenen- Naturschau- 'spiel weidete:■: Freilich hatte sie nachher zu Hause gewisse Beschwerden, tvogegen/dev Doktor Hefty fiste beträchtliche Oüantstät.MizinuSöl'üerordneß' mußte, um ihre unvevtvüstliche Gesundheit wieder ins Gleichgewicht zu bringen.i>' k;■ V. 1;->» j ',. Was aber daS Geistige betraft so zeigtest' ihr> di« verzückten Fräuleins ihre Photographiealbums und goldstrahlenden- Prachtwerke und evbaten sich, von-der- neuen'.Freundin- auch den üblichen Tribut des Andenkens und der guten GssinNungin ,ihren Stammbüchern.- Hier sollte sich auch Vella neben den', zierlichsten? Zeichnungen,: den i bekanntesten Wunsch- und UnschuldSverSlein, fein gestochenen Melodien, Gebinden!aü»' gepreßten Blumen und; all dem verlogenen Kram: der,weiblichen^ Jugendeselei verewigen.' DaS war- leichter' verlangt; al» erfüllt, denn sie: konnte Wed« schreibest stoch lesen,, weder zeichnei» noch mälen, und verstand sich: auch nicht auf die tieferen Zwecke solcher Unternehmungen:;. Mithin schüttete' sie auf «ine schöne weiße Seite ein Tisttestsaß-auS, und Dle innerpolitische Lase Entscheidungen unmittelbar bevorstehend 7 Wie wir gestern gerichteten, entwickeln sich ditz'Verhastdlmtgen üb« di«.aktuellen politischen Probleme so, daß man für die allernächsten Tag«, vielleicht schon für heute, mit dm wichtigen Ent- schetdungen ist.'den beiden bedeuwnden Fragen, nämlich der. Festsetzung' der Aetrei'de- preise einerseits, der G e in e i n d e w a h l e n anderseits,.rechnen kann. Gestern, Mittwoch, fanden tagsüber wiederholt« Regieruugssitzungrn statt, in denen aber noch keine wie immer geartete Entscheidung im Preis-»der Wahlproblem gefallen ist..Dia Beratungen werden dauernd fortgesetzt; die Lösung der Probleme erfordert Zeit, geht aber in völliger Ruhe vor sich. Für h e u t e Donnerstag ist wiederum ein« Sitzung d« S Gr s a m-t kab i n e t 1 s ,nie- raumt. Der Oberste Rat für di, Staatsverteidigung ist bereits gestern neuerdings zusammengetreten. Ist Or. Sebekowsky ein Deutscher? Das„Prävo lidu" brachte am Dienstag bi«. Nachricht, daß Dr. Sebekowsky, bekanntlich Mitglied, bis Führungsrates- der Henlein-Partei, beim 9. Infanterieregiment in Brüx um Aufnahme als aktiver Offizier angesucht und dabei seine Nationalität als'tschechoftowakisch angegeben habe. Wir haben diese Mitteilung! des „Prävo lidu" nicht' übernommen, weil noch am selben Tage das NationalverteidigungSministe- rium die Nachricht dementierte. Das„Prävo lidu" kam aber am Mittwoch auf die Angelegen» heit zurück, gab seiner Verwunderung über die Raschheit,. mit der das Nationalvcrteidigungs» Ministerium sich zu dementieren beellie, Ausdruck und bemerkte, es habe nicht gesagt, Dr. Eebe- kowfty habe beim Ministerium angcsucht, sondern er habe daS in Brüx getan.— Dr. Sebekwvsky dürft« nun selber das Bedürfnis haben, mitzutei- lcn, ob und wo und mit welcher Nationalitätsangabe er um Aktivierung angesucht hat. Vielleicht geschah das im Zuge der.Bestrebungen der SdP, loyal zu erscheinen? Daß Dr. Sebekowsky als Nationalität tschechoslowakisch angegeben hat, findet die„Landpost" nicht verwunderlich; sie meint, er habe sich einfach an seinen Großvater erinnert. Das ist durchaus möglich, daß in einem Manne die Kindheitserinneriingen übermächtig werden, mit ihnen auch die Erinnerungen an die ersten Worte, die das Ohr des Kindes auffing. Der Präsident der Republik hat am Mittwoch,' den 14. d. M., Finanzminister Dr. I. K a I f u s empfangen. Weiter empfing der Präsident den fran- ö.ösischfn außerordentlichen Gesandten und....-bevollmächtigten Minister de Lä c r o i r-'-ünd hierauf den jugoslawischen außerordentlichen Gesandten und bevollmächiigien Minister Dr. P r o t i 6. Auf der Welt-Klrchenkonferenz InOxford setzte Mittwoch der Londoner Pfarrer Pato.n die politischen Auslassungen fort. Er erklärte, daß der- A n t i s e m i t i s m u s das Leben der christlichen Kirch« in vielen Ländern gefährde: Die Kirche stelle einen fortwährenden Vorwurf gegen jenen dar, die das Leben eines Volkes aus Grund der Anschauungen von Raffe und Bodest oder nationaler Geschichte reglementieren wollen. daS mußte als bleibendes Zeichen ihrer Freundschaft gelten, ist ein anderes dargereichteS Albiim spuckte sie wieder kräftig hinein, womit sie ein schlichtes Geschenk ihres Innenlebens darbot.... Dieser Zustand gröblicher Unbildung erweckt« in ihrem Ziehvater Dieter den Gedanken, das Mähe! sollte etwas lernen. Herr Dieter begab, sich daher in die Volksschule, die auch, sein Sohn besuchte und fragte den Oberlehrer, ob. er nicht eine Keine Negerin aufnehmen möchte. Das war eine.rechte Verlegenheit. Dafür gab er noch kein Beispiel in'der Schulvergangoliheit. „Dst sie schulpflichtig?". „Ja, fie ist noch Nicht vierzehn Jahre alt." Bei.diesem erschtoerenden Umstand konnte man im Grunde ihre Aufnahme nicht verweigern, wenngleich die Negerin doch nicht unbedingt nach Wien.-gehörte. Aber wer zu einem Geistlichen kommt, darf der Segnungen- der Religion; vNd wer von einem Lehrer Unterricht verlangt, nicht des feligen Brotes der Bildung beraubt, bleiben.' Also.mochte, die Vorfrage, ob Bella-aufgeno.inmen werden, müsse,- zwar, rechtlich, strittig sein, menschlich, sittlich, pädagogischefvax sie..es.nicht,''.Der ^'«hrep/geda'chle,, daher, so lange als möglich.sich zu sträuben, acher ,sDieWch,- wenn darauf! bestanden wurde, ja Dieter war nicht der Mann, von seinem Verlangen so leicht abzulassen und eine beschlossene Sache prekszugebeni- Er blieb so lange ruhig vor dem verlegenenSchulmann« Ustd' wiederholte, das Mädel.müsse endlich etwas lepnen, bis. der Herr Oberlehrer itt'Aottesnämen ein.Forinvjlab.Mr- vorzog.. Meter lächelte.befriedigt, denn ijMnn einmal«fn. Formular Erscheint,'. taucht doch, der Beginn einer' Erledigungi wenngleich erst in weiter Fern«, auf dem Horizont«nchorl^: ' Dai^,Nationale. Die mannigfächrn vkubri« ken di Seite 3 . Nr.«'M DouuerStag, 15. Juli.1087 fudctendcutsdier Zeitspieget Das fttas-Jugendlager im Polzental Nm SnmStag, den 10. Juli, svürbe in N e u« statt la. P. das erste Schulungslager- der Atus-Union der Kreise Teplitz-Saaz und Aussig« Bodenbach-Warnsdorf eröffnet. Auf einer sonnigen Wiese, von drei Seiten von dichtem Buschwerk umrahmt, erhebt sich- eine in zwei Gruppen geteilte Zeltstadt. 8 0 0' Z e I t c- in'• streng ausgerichteten Reiht» sind zur Ausnahme von 600 jugendlichen Turnern und Sportlern bereit.> Von jedem dieser Zweimann-Zelte. weht ein rotes Fähnchen... An der Stirnseite des Lagers weht von hohem Mäst die Staatsflagge/flankiert, von zwei roten■ Fahnen, dahinter" befinden sich zwei große Zelte der Lagerleituiig. Zwischen den beiden Zeltgruppen, ist ein" groher ebener Platz« frei fstr die Ueüungen.. In der südwestlichen Ecke des Platzes"steht ein großes Zelt für die Vorträge und schräg gegenüber sind zwei Zelte der. Samariter. Am SamStap Abend nahmen 470"junge Burschen aus den Bezirken Komötau, Seestädtl, Dux, Teplitz, Aussig. Bodenbach, Haida, Rumburg, Warnsdorf usw. in.den Zelten Quartier. Wenig freundlich zeigte sich das"Wetter. Samstag abends, bei strömendem Regen, wurden die Strohsäcke gestopft und die Zelte"eingerichtet. Kurz vor neun Uhr' ständen alle Lagerinsasscu, mit Ausnahme der Wachen, zum Appell. Gen. Kuni g, dem die- Leitung des Lagers obliegt, und dem Gen. Hiebs ch, Bodenbach, zur Seite steht, begrüßte die Jugendlichen. Sonntag früh um 9 Uhr begannen die im Programm vorgesehenen Ordnungsübungen unter Anleitung" der Bezirks- und Gruppenjugendleiter. Um halb 11 Uhr Probeappell. An knapp fünf Minuten standen 470 Lagerteilnehmer in vorbildlicher Ordnung auf. dem Platze. Unaufhörlich.strömt der Regen. Es" wird Mittag und die Abspeisung beginnt. Da, kaum die Hälfte hat das Esten empfangen und gibt sich der so angenehmen Beschäftigung des EffenS hin, ertönt das Signal des Lagerhornisten zum Appell. Vier Minuten später stehen die" Jugendlichen in strammer Ordnung- auf dem Platze und der Gen. Häckl kann dem■ Gen. Kunig melden, daß das ganze Lager zum Appell gestellt ist. In diesem Augenblicke betritt der Vertreter des M i- nist.eriumS für nationale Verteidigung, Herr Major Bedkich Bala, das Lager, empfangen von den Fanfarenklängen der Zuckmantler und Eichwalder Jugendlichen. Bor dem Zelte der Lagerleitung stand eine Ehrenwache in der Stärke von" 20 Jugendlichen und in diesem Augenblicke würde die Staatsflagge und die röten L agerflaggen hochgezogen., Unbeirrt durch den strömenden fliegen marschierte unsere AtuS-Jugend an dem Vertreter des Ministeriums und der Lagerleitung vorüber, formierte sich zu einem breiten Frontmarsch und nahm dann Aufstellung. Kreisjugendleiter Häckl erstattete-dem Gen. K u n i g und dieser dem Herrn Major Meldung, worauf er ihn im Namen der Atur- Union und der 470 jugendlichen Lagergäste begrüßte"und die Erwartung aussprach, Major Bala werde die Ueberzeugung gewinnen, daß unsere Jugend demokratisch, im Geist« BenesS und Masartzks erzogen werde.— Herr Major Vala dankte daraufhin dem Gen. K u n i g und der Lagerlejtung. für den Empfang"und begrüßte sodann in herzlichen Worten die Lagerinsaffen, die seinen Gruß brausend erwiderten. Die Nachmittagsstunden des ersten Lagertages waren' mit einem längeren Vortrag des Herrn Majors Bala ausgefüllt, der«S außerordentlich gut verstand, mit den Jugendlichen in kürzester Zeit einen herzlichen Kontakt herzustellen. Ueber dar Lager, die Ordnung und die Disziplin dortselbst äußerte er sich in außer- . ordentlich anerkennenden Worten. , Die folgende Nacht war eine wahre Sturmnacht. Unaufhörlich strömte der-Regen ugd dazu heulte ununterbrochen der Wind und trotzdem gab e» keinen Mißmut und pünktlich erfüllten die Wachposten(eS waren Austiger)-ihren Dienst. Auch der Morgen brachte kein« Aenderung des Wetters und gegen 9 Uhr vormittags mußte der größte Teil"der Lagerinsaffen,„evakuiert" werden.. Statt der> Zelte dienen ihnen nun trockene und geschloffen« Räume, im Ort«, die" in. entgegen» kowmender Weise von denHerren Emjl B e t t e r, Friedrich Schr-öter und vom Konsumverein beigestellt, worden.waren, als Läger. Diese Verfügung"erwies sich als notwendig, weil die Nächt infolge des wahren Unwetters-in den Zelten zu kühl geworden wäre.-" Strömender Regen auch am Dienstag. Die Parole>,beim-.. Morgenappell„W ir hält en durch I"- wurde" mit"stürmischem Beifall aufge» noMmen. Und in der Tat:- wenn man mit den Jugendlichen spricht, man sieht nur fröhliche Gesichter. Sie lachen d«S Wetters, und wenn auch,alle froh wären, wenn die Sonne schiene. S i e w ollen durchhalten. Und wir wünschen mit Ibnen, das Programm möge in. seiner Gänze er» füllt werden- und dann zum Abschluß am Sonntag,. den 18. Jülii die große Kund g e» b u ng d er Lage r t eil n e h m e r, zu der viele'Gäste." au» der" ganzen Umgebung erwartet werden,, in-Neustadtl abgehalten werden können. ' Streik lit Turn--. Die Arbeiterschaft bei der Firma A. Sou» d e k, Strickwarenfabrik in T u r n, steht wegen Lohndifferenzen- im Streik. Zuzug dorthin ist sernzuhalten. Adrt Postvorstands-Posten ausgeschrieben - Das Postministerium schreibt Wiederum-acht Posten fürPöstvorstände und fünf Posten für Aufsichtsbeamte der 6. Gehaltsklaffe aus. Im Sinne "der Feber-Abmachungen kommen für diese Posten auch deutsche Bewerber in Betracht. Deutsche Bewerber dürften diesmal-um so mehr Aussicht auf Berücksichtigung haben, als namentlich Pöst» v o r st ä n d e v o r iv i e g e n d f ü r d e u t« s ch e O" r t e.gesucht werden. Die Dienststelle eines Posworstandes wird vergeben:beim Postamt B r ü n'n 4, B ä r n und L o b-n i g bei Römerstadt (alles im Bereich der Postdirektion Brünn); beim Postamt M o st y(Postdirektton Tröppau); beim Postamt ä/M et tau, Bad Bilohrad und S ch ö n b r ü n n b. Poliäka(alles-Postdirektion Ein Wort noch über die Verpflegung. Diese entspricht ungefähr jener des Militärs. Früh Kaffee und eine Semmel, pro Tag ein halbes Kilogramm Brot, mittags Suppe, Fleisch, Zuspeise, abends ebenfalls warmes Esten. Informationsdienst der Lagerleitung Bon verschiedenen Seiten wurden Gerüchte in Umlauf gesetzt, daß die Ordnung und Disziplin im Lager erschüttert sei. Weiters, daß es viel« Kranke gebe, daß auch ein Unfall zu verzeichnen sei und angeblich soll sogar ein Lagerinsaffe tödlich-erkrankt sein. An all diesen Gerüchten ist kein wahres Wort. Es hat sich weder ein" Unfall noch ein ernstlicher Krankheitsfall ereignet. Uebrigens stehen die Lagerinsaffen auch unter ärztlicher Kontrolle. Außerdem ist der Samariterdienst vorzüglich organisiert. In einem Fälle wurde ein Lagerinsasse infolge einer leichten Sehnenzerrung von Herrn Dr. Mild« behandelt. Besucher, die an der sonntägigen Kundgebung teilnehmen- wollen Und schon Samstag das Lager zu besichtigen gedenken, werden für den Fall, als sie hier nächtigen wollen, aufmerksam gemacht, daß nur Zeltlager zur Beifügung stehen und daß sie Decken mitzubringen haben. Für die auswärtigen Besucher an der sonntägigen"Kundgebung, die für 10 Uhr geplant ist," gibt es nach allen Richtungen günstige ZugS» bervindungen. Pardubitz); beim Postamt B a l o n(Postdirektion Bratislava). Die Dienststellen von Aufsichtsbeamten in der 6. Gehaltsklaffe werden vergeben bei den Postämtern: B r-ä t t f l a v a 1, Mähr. Ostrau 8, Trop P au l, 2, 3, 5, De u t s ch» B r o d 2 und Prag 3Ü. Di« Frist für die Einreichung der Gesuche endet am 27. d. M. "...(DND.) Qünstlge Berichte aus den Kurorten Trotz der Ungunst des Wetters ist der Kur» befrick in Karlsbad gut und ständig treffen Kurgäste ein.» Bisher wurden 22.000 Personen verzeichnet,' während die Marienbader K u r- liste 15.000 Besucher registiert. Teplitz» Schönau hat" bisher 3000,"C ich Wald bei Teplitz" verzeichnet"1450 Gäste: Die-Saison entspricht in allen Kurorten zwar nicht den Erwartungen, die Heuer in sie gesetzt wurden,-aber dennoch sind, die Besucherzahlen durchwegs günstiger al» in den letzten Jahren. Die. Ausländer sind überall-wieder zahlreicher vertreten; auch"in Prag, das bisher einen weitaus größeren AuS- länderbesuch aufzuweisen hat, als in den letzten fünf Jahren.■ Bezirksarbeitertag Podersäm. Für Sonntag hatte die Parteibezirksorganisatioy."Podersäm ihren BezirlSarbeitertag angesetzt.- An dem unt 10 Uhr vormittags abgchaltenen Funktionärappell nähmest" an die 200 BertrauenS» leute-teil., Die- Tätigkeit der Organisationen tvar laut den auf dem Ärbeiiertag erstatteten Berichten zufriedenstellend. Im". heurigen Jahre konnte"die erste F rauen o rga.n.t sa- t i o n- ins Leben gerufen werden. 1936 wurden 119 Netiveitritte"verzeichnet und ijn ersten Halbjahr 1037 bereits..wieder 106 neue Parteimitglieder gewonnen:- Der Markenumsatz ist bedeutend gestiegen. Die Werbung"für die Parteitreffe:, die noch nicht abgeschlossen ist, verlauft sehr -giinstig."— Im Anschluß an den Bericht sprach Abgeordneter Katz über die außen-und.inner« politische Situation.— Nachmittags formierte sich trotz strömenden Regens der Fefizüg. Die Festrede hielt Abo. Katz,, für di« tschechische sozial- - demokra tische Partei.sprach M r a z.. Selbstmord nach dem Rache-Akt/Am Montag>frllh explodierte hör dem HäuS-de», Steinmetzen Hübel än Gablonz a. N.«in Papierböller. .Die ganze Angelegenheit erfährt jetzt eine Klärung dadurch, daß man am Mittwoch früh im Lin Dell der Zeltstadt Protest-Strelk der Angestellten In der Porzellanindustrie Karlsbad.(E.B.) An einer großen Anzahl von Betrieben der Porzellanindustrie, fo in Altrphlan, lkhodau, Dallwitz, Neurohlau, Pirken« Hammer usw. fand am 14. Juli ein e i n stündiger P r o t e st st r e i k der Angestelltenschast gegen daß Verhalten des Arbeitgeberverbandes der Porzellan-Industrie statt. Wie wir erfahren, haben die Angestellten durch ihre gewerkschaftlichen Organisationen, den Allgemeinen Angeftell- tenverband und den DHB, die Forderung auf zeitgemäße Regelung ihrer Gehaltsbezüge überreicht.. Der Arbeitgeberverband lehnte Verhandlungen sowohl hierüber als über den Abschluß dcS KollektivvertrageS ab. Da auch di« Mehrzahl der Firmen der Porzellan-Industrie sich zu keiner neuen Regelung herbeiließ, beschloß die Augestell- tenschaft, ohne Rücksicht auf ihre gewerkschaftliche Einstellung ihren Willen durch diesen Streik kundzugeben und dadurch Verhandlungen der Arbeitgeber und der Angestellten zu erreiche», lieber Weisung de» Ministeriums für soziale Fürsorge sollen diese Verhandlungen noch diese Woche stattfinden. Sollten sie abermals ergebnislos sein, ist mit einem allgemeinen Streik dieser Angestellten zu rechnen. Radlerwald bei Gablonz die Leiche eines Mannes fand, dessen Schädel bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt war. Der Selbstmörder hatte eine Dhnamit-Patroue im Munde zur.Erplosion gebracht. Es handelt sich um den 53jährigen Wenzel N e u m a n n aus Gablonz, der bei' der Stadtgemeinde als Arbeiter beschäftigt war. Neumann hat, wie festgestcllt wurde, den Papierböller vor dem Hause des Hübel aus Rache zur Explosion gebracht. Böhmerwald-Reiseführer beschlagnahmt. Ter Deutsche Böhmerwaldbund hat vor dem Krieg das Reisehandbuch„Führer durch den Böhmerwald" heräusgegebcn. Im Jahre 1929 ist eine zweite „verbefferte" Auflage dieses Buches erschienen. Jetzt haben die Behörden den Führer beschlagnahmt. Welche Stellen beanstandet wurden, wurde von der Staatsanwaltschaft noch nicht bc- kanntgegeben. Um ein Franz-Joseph-Denkmal. Das Jägern dorfe r Franz-Joseph-Denkmal sollte nach Wien gebracht und dort aufgeftellt werden. Die„Vereinigung zur Errichtung eines Kaiser- Franz-Joseph-Denkmals in Wien" hat bereits die Nachricht ans Jägerndorf erhalten, daß der Verkauf seitens der Stadtvcrtretung genehmigt wurde, so daß man in der.nächsten Zeit mit der Ueberführung des zwei Tonnen schweren Monumente» rechnen könne. Wie die„Reichspost" erfährt, lehnt aber die zuständige Prager Stelle di« erforderliche Bewilligung zur Ausfuhr ab mit der Begründung, daß das Jäzerndorfer Denkmal unter.Denkmalschutz stehe. Europäischer MInderheltenkongreB London.(Reuter.) Hier wurde heute der 13. Kongreß der europäischen Minderheiten eröffnet. Zum Vorsitzenden des Äongreffes wurde der ukrainische Senator des rumänischen Senates Z a- lozieckij gewählt. Im Namen der britischen Minderheitenfreunde wurde der Kongreß von Lord Dickinson begrüßt-.— Aus der T s ch e ch o s l o- w a k e i sind die Abgeordneten Szüllö und Kundt, Senator Ludwig Frank, der Obmann des Bundes der Landwirte Hacker, Architekt Rutha, Graf Westfalen, Dr. Brastscheiko als Vertreter der karpatho- ukrainischen Gruppe sowie Dr. Kaminskij als Vertreter der russischen Gruppe anwesend.— Der frühere Labourabgeordnete M a l o n e hielt, wie er betonte, als Privatmann, ein Ansprache, in der er entschieden davor warnte, ein positives Eingreifen Großbritanniens in den Minderheitenfragen zu erwarten. Großbritannien habe weder die Kraft, noch die Macht, um eine Aktion zur Einhaltung der Verpflichtungen, die aus den Min- derheitenverträgen entspringen, zu erzwingen- Wenn der Völkerbund das Minderhcitcnproblcm nicht lösen könne, dann empsehle er, es eventuell einer Konferenz" der vier Großmächte zu unterbreiten. Kein englisches Seid Mr Franco London.(HavaS.) Der laboüristische Abgeordnete Rilley stellte im Unterhaus an Außen-" Minister Eden eine Anfrage, ob der Minister in der Lage sei, dem Unterhause«inen Bericht über den Besuch britischer Finanzleute bei General Franeo in Burgos und über ihre Absichten mit General Franco über eine Anleihe zu verhandeln, äbzugeben in der Lage sei, was im Wibersp:uch mit der NichUnterventionspolitik stehen iuürde.- Minister Eden antwortet: Insoweit mir etwa» von dieser Angelegenheit bekannt ist, wär kein, britischer Fingnzmgnn bei General Franco im Hauptquartier von BurgoS zu Besuch. Der Labourist Parker forderte Eden auf, wenigstens den-zweiten Teil der Anfrage zu beantworten. Minister Eden antwortete, daß eine solcheAn- leihe unter den gegenwärtigen Umständen nicht möglich wäre." Seite 4 * Donnerstag, 15. Juli 19H7, Im Sturm zerbrochen Bei einem schweren Sturm geriet in Neusiidwales ein Dampfer auf ein Felsenriff und zer- brach in zwei Hälften. Zwei Matrosen fanden den Tod, die Übrige Mannschaft wurde gereitet. Nr..164 Ghetto auf der Schulbank Berlin.(DND.) Mit Erlaß dom 2. Juli 1037 hat der Reichserziehungsminister eine Zu- sanunenfassung der Richtlinien über die Rechtsstellung der Juden im deutschen Schulwesen gegeben. Soivekt leine jüdischen Schulen vorhanden sind, oder von den Unterhaltsträgern der öffentlichen Schulen besondere öffentliche Schulen für Juden nicht errichtet Iverden, nehmen die jüdischen Schüler an dem Pflichtnnterricht der allgemeinen öffentlichen Schulen teil. ES wird nahegelegt, besondere öffentliche Schulen oder Sammelk.lassen für jüdische Schüler zu. errichten. Für die Zulassung der Juden zum Besuch der Wahlschulen(Mittlere höhere Schulen und Fachschulen) können jüdische Schüler in Höhe von eineinhalb Prozent der gesamten Neuaufnahmen zugelassen werden. Die Kinder von jüdischen Frontlämpfern find in diese Zahl nicht einzubeziehen. Jüdische Mischlinge besuchten grundsätzlich die allgemeinen Bolls- und Berufsschulen. Sie unterliegen auch bei der Ausnahme an Wahlschulen keinerlei Beschränkungen. Den von zwei volljüdischen Großeliernteilen abstammenden jüdischen Mischlingen ist auch der Besuch jüdischer- Schulen oder Sammelklaffen für jüdische Schüler gestattet, jedoch Ist Vorsorge getroffen, daß sie in diesem Fall künftig nicht das reichsdeutsche Bürgerrecht erhalten. Zur Reifeprüfung als Nichtschüler und zu sprachlichen Ersatzprüfungen sind wie bisher jüdische Bewerber deutscher Staatözugehörlgkeit nicht zugelassen. Sofern sie an einer nicht mit selbständigem Prüfungsrecht ausgestatteien Schule unterrichtet worden sind, k ä» n e n sie jedoch zur Ablegung de"r Reifeprüfung an einer öffentlichen höheren Schule zugelassen werden. Jüdischen Mischlingen ist die Ablegung der Prüfung in jedem Fall gestattet. Var Antrag Uber die Freiwilligen L a n d o n. In Ergänzung der Vorschläge der englischen Regierung an die Mchtein- mischungSmächte ist vom englischen Anhenmini- slerium ein weitere- Dokument veröffentlicht worden, da- einen Vorschlag de- technischen Un- ierau-schuffes für die Zurückziehung der Freiwilligen aus Spanien zum Gegenstand hat. Da- Schriftstück hat folgenden Wortlaut: Personen, die zur Evakuienmg empfohlen werden: Alle Personen in Spanien, den spanischen Besitzungen oder, der spanischen Zone in Marokko sind der Evakuierung'unterworfen, falls sie am 18. Juni iSSS entweder Staatsangehörige— oder wenn e» sich um staatenlose Personen handelt— wohnhaft in irgendeinem Lande waren, dessen Regierung ein Teilnehmer des Nichteinmischungsabkommens ist, und falls sie nicht den Beweis erbringen können, daß sie in die Dienste einer der beiden Parteien in Spanien vor diesem Datum eingetreten sind, wenn sie unter irgendeine der folgenden Gattungen fallen: 1. Kämpfendes Personal von jedem Rang, dar den See«, Land- oder Luftstreitkräften einer der Parteien in Spanien angeschlossen ist, in diesen oder mit diesen dient; 2. Personal, das nist der Anfrecht- erhalümg wichtiger Dienste im Zusammenhang mit den Streitkräften beschäftigt ist. Hiebei handelt es sich um Verbindungslinien. Bodendienst auf Flugplätzen, Lieferungen, Ordonanzen u. a. Ausgenommen ist Personal, das in anerkannten, nichtspanischen ärztlichen, sanitären oder ähnlichen Einheiten dient; 8. Personen, die als Instrukteure oder Berater bei den Streitkräften der einen oder anderen Partei tätig sind; 4. Personal, das in einer zivili- stischen Eigenschaft bei den Streitkräften der einen oder anderen Partei beschäftigt ist, Hichei handelt eS sich um Verbindungslinien, Marine- und Küsteneinrichtungen usw.; 6. Personen, die bei der einen oder anderen Partei in RegierungSämiern oder anderen VerlvaltnugSbnroS oder als deren Berater beschäftigt sind, wie z. B. bei der Eisenbahn, Häfen, Docks ufw.; 6. Personal, da» in irgend einer Eigenschaft mit der Arbeit der Herstellung oder Ausbesserung von Kriegsmaterial(einschließlich Flugzeuge), das vom Nichteinmischungsabkommen erfaßt wird, beschäftigt ist; 7. Personal, dar im Waffenhandel mit per einen oder anderen Partei beschäftigt ist; 8. Personen, deren Betätigung In irgendeiner Weise dazu angetan ist, den gegenwärtigen Konflikt zu verlängern oder zu verbittern lvom Sonderunter- auSschuß zu definieren); 9. Kriegsgefangene, die von der einen oder anderen Partei fesigehalten werden. * London. Die Plenarsitzung de» Nschtinier- ventionsausschusseS wurde für Freitag, 11 Uhr vormittags, einberufen. Zur Weltausstellung nach Paris und Arbeiterolympiade nach Antwerpen im Autobu- von: 24. Juli bi- 4. August für AL 1496.— etnfchl. Fahrt, voller Pension» Rundfahrten; Eintritte, Führungen etc.— Verlangen Sie Prospekte von der NRV- Retsekanzlei Bodenbach(Telephon 557). Geheiligtes RoBflelsch Arme Leute, denen Rind, und Schweinefleisch zu teuer ist, kaufen Pferdefleisch.' Daist seit langem so, und es ist sehr gut zu verste- Heu, daß im Dritten Reiche im selben Maße, in dem der Nationalsozialismus sich durchsetzt, der Roßfleischverbrauch steigt. Weil eben immer mehr Menschen sich diesem billigen Fleisch zu- wenden müssen. Aber es gibt kejjie.Erscheinung‘ der durch die Aufrüstung und dm Autarkie. Wahn erzeugten Mißstände, die nicht nationa- listtsch verklärt würde. Wie sollte da der Pferde- fleischgenuß eine Ausnahme machen? So hörten denn die zur Reichsinnungsversqmmlung des ReichSinnungSverbandeS des Roßschlächterhand- werks in Düsseldorf versammelten treudeutschen Roßschlächternieister andächtig und lasen dann die. Verbraucher mit griinmigem Schmunzeln in den.Blättern den Bericht-darüber,, was-der Kommissarische. Reichsinnungsmeister Höffkes über daS germanische Pferdesleischessen sagte. Der Genuß von Roßsleisch sei den Vorfahren nicht fremd gewesen, sie hättm bei ihren K u l t- g e b r ä u ch e n daS P f e r d e fl e i s ch al S Fe st braten geschätzt. Mit der Christiani- sierung habe auch der Kampf gegen das Pferdefleisch eingesetzt, eben, weil es sich um kultisches Essen gehandelt habe.— So daß, wie man ergänzend zum Vortrag des Herrn Höffkes sagen kann, ohne die Zerstörung des WotanS- glaubens und ohne die Vernichtung der guten alten Heidenbräuche durch das Christentum.der Pferdefleischgenuß dem deutschen Volke dürch die Jahrhunderte uneingeschränkt erhaltm geblieben wäre und daS Roßschlächterhandwerk sich stetig weiter entwickelt hätte und heute ganz anders blühen würde. Es mußte also auch für die Roßsleischhauer erst Adolf Hitler kommen, um ihnen die gebührende Stellung in der.Na- tion zu geben. Das war freilich nur auf dem Umwege möglich, daß einer erklecklichen Anzahl Volksgenossen das Rind- und Schweinefleisch genommen wurde. Aber wer nach Schweine- braten lüstern ist und sich mit Roßfleisch begnügen muß, weiß nun— und das tröstet ihn nicht nur, sondern erhebt ihn seelisch über die Schweinefleischesser und sogar über die verein- zelt in der Reichsführung verkommenden Vegetarier— daß er durch seine Armut dem germ ani s ch en Urzustande ganz nahe gekommen ist. BrotprolS und Arbeitslohn. Eine gute Antwort erteilt den agrarischen Brotverteuerern, denen ihre Preffe, vor allem der„Benkov" und der „Veier" alljährlich durch erschreckliche Schilderungen der angeblichen„Mißernte^(regelmäßig ist es dann eine gute Mittelernte) sekundiert, ein Artikel de»„A-Zet". Die Agrarier jammern über die niedrigen Broipreise und verweisen darauf, daß bei uns das Brot nur AL 1.85 loste, in Frankreich dagegen Ai 8,—. in England Ai 2:15 und in Schweden gar AL 4.89, Ohne diese Angaben auf ihre Richtigkeit prüfen zu wolle», stellt der er- ivähnte Artikel Les„A-Zei". unsere durchschnittlichen Arbeitslöhne denen der genannten» Staaten gegenüber. Der durchschnittliche Stündenlohn eine- qualifizierten schwedischen Arbeiters beträgt nach unserem Geld Ai 14.—, der des englischen Arbeiters Ai 11.23 und der des französischen Ai 11,28. Der schwedische und französische Arbeiter kaust also.für ein Drittel seine- Stunden lohnes ein Kilogramm Brot, der englische Arbeiter für ein Fünftel seine- Stundenverdienstes. Dabei ist es Brot von einer Qualität, wie es bei uns mit Ai 8.56 bezahlt wird— was dem Stundenlohn unseres qualifizierten Arbeiters im Durchschnitt entspricht. Das bedeutet,' daß unser Arbeiter sein Brot dreimal so teuer kauft als der- englische und. schwedische, und fünfmal so teuer am der .englische.,,?£•'’ Beamter de- obersten Kontrollamte» verhaftet. Bor einigen Tagen wurde, wie„£. El." meldet, der Obersekretär de- Obersten Kontrollamtes Jaroslav B a l a s i auf Grund einer Anzeige des AktionärverbandeS verhaftet. Balast hatte durch Zeitungsinserate Börsentyps angeboten und dabei darauf spekuliert, daß nach dem Börsenkrach viele Besitzer von Börsenpapieren jede, Gelegenheit benützen werden, um ihre Verluste gützumachen. Die Untersuchung ist noch im Gange.„(k. El." bemerkt gleichzeitig, daß vor kurzem auch etn Beamter des Finanzministeriums sichergestellt wurde, der auf ähnliche Weise Geschäfte zu machen versuchte. Frauenkundgeiung für Friede««nb Freiheit. Vom.27. bi- 81. Juli sindetin Luh a i ov ree der üeuht'e intetnationalie Kon» greßderJnternationakenFranen» ltga für Frieden und Freiheit statt, einer heute in 51 Ländern verbreiteten' Frauetwrganisation, die während des Weltkrieges von der englischen Pazifistin Jane AddamS gegründet wurde. Sie hat einmal im-Jahre 1929 ihren Kongreß in Prag abgehalten. Der Kongreß, in Lühaioviee hat das Thema„Eine neue, internationale Ordnung" und wird Referate, Djs- kuffionen und Vorschläge zu der Frage bringen, was angesichts der drohenden' faschistischen Kriegsgefahr durch internationale Zusammenarbeit für den Frieden und die Freiheit geleistet Iverden kann. Heber die Grundlagen einer neuen internationalen Ordnung wird Dr. Anna Schustlerovä(Tschechoslowakei) referieren, über Abrüstungsprobleme Camille Drevet(Frankreich), über die Internationalisierung der Luftfahrt Miß Hayler(England), über internationale Schiedsgerichtsbarkeit Dr. Gertrud Dunant (Schweiz), über die, interamerikanischen Beziehungen Dr. Gertrude Buffey(USA), über .internationale Wirtschaftsabkommen Dr. Grete Stoffel(Paris). Einen Bericht über Spanien wird die Engländerin Edith Paye geben, und Madame Duchöne(Frankreich) wird über die' Amnestie für politische Gefangene sprechen. Den Beziehungen zwischen der Tschechoslowakei, Polen und Ungarn werden besondere Referate gewidmet sein. Im Anschluß an, de a Kongreß werden öffentliche Friedenskundgebungen im Kurpark Lühaioviee und in Uherski Hradisti stattfinden. Den ausländischen Teilnehmerinnen wird Gelegenheit gegeben werden, sich ein Bild über die Ivahren Verhältnisse in der Tschechoslowakei zu machen und die Bedeutung der tschechoslowakischen Demokratie für den Weltftieden kennenzulernen. Der undeutsche Goethe,(bz.) In der Zettschrift Ludendorfss„Am Heftigen Quell deutscher KrKft7 wird am 20. Jüni'1987-folgeyde Frage gestellt:- In welchem Zusammenhang steht bei Glieder"?:■ „Man erziehe die Knlchen zu Dienern am Staate und die" Mädchen zck Müttern, so wird er überall Wohl stchen." Dazu stellt die Zeitschrift fest, daß die Worte„am Staates nicht von Goethe stammen; Dieser habe vielmehr an„Dienen" im/ freimaurerischen Sinne gedacht. Die Zeitung Ifährt dann fort: „WenigstenS steht unerschütterlich fest, daß Goethe »ich t,, im Sinne Friedrich» del Großen,. von „Dienern am'.Staate" spricht. Goethe hat Glück gehabt, daß er voy-HMer, gelebt haft- Der weiß, ob' er heute nichts im K. Z,züm wahrhaft I deutschen Mann hätte erzogen werden müssen l' w-- Selbstverbrennung. Einen fürchterlichen Selbstmordversuch unternahm der 53jährige Post« ujnterbeamte RUtzolf Rovomkstskh, der beim Post- - amte-Brünn II. aügestellt war. Er verließ Mitten in der Nacht da» Hau- und nach diesem ungewöhn« ’'sichen Weggang fand seine Frau- auf dem Tisch einen Brief, in dem,ihr Gatte seinen Selbstmord > ankündigte. Die verzweifelte Frau alarmierte, so« fort die Nachbarn, aber alles Nachsuchen blieb ver« "gebens. Al» sie helMgekehrt waren, wurde"plötzlich an die Türe gepocht. Als man öffnete, fand man" auf dem Gehsteig Novomistfth in tiefer Bewußtlosigkeit. Er war fast nackt und sein Körper wies schreckliche Brandwunden auf. Er hatte sich in den Feldern ter Umgebung mit Spiritus übergossen und dann angezündet. Als sich der Tod nicht einstellen wollte, schleppte er sich mit letzten Kräften nach Hause. Sein Zustand ist hoffnungslos. Für raschere Eisenbahnverbindung Böhmen» mit Mähren-Schlesien. Das nächste große Bauprojekt der Staatsbahnen ist der Ausbau der Schnellzugsstrecke Brünn—Tischnowitz—Prag, die zu Beginn de» nächsten Jahres in Angriff genommen werden wird. Sie wird eine Entlastung für die bisherige Strecke Brünn---Bähm--Trübau— Prag darstellen und zugleich raschere ZugSverbin« düngen innerhalb der historischen Länder ermöglichen. Der Bau ter neuen Strecke wird ein'en Aufwand von 760 Millionen AL erfordern und drei Jahre in Anspruch nehmen.(DND.), Letzte Suche nach der Fliegerin. In der Nähe der Howland-Jnsel ist der Flugzeugträger „Lexingion" eingetrofsen und begann heute die letzte Suche nach der Fliegerin Earhardi. Mittwoch nachmittag stiegen 60 Flugzeuge von der Lexingion auf und suchten ein Gebiet von 98.240 Quadratkilometern nach der Fliegerin ab. Es ist dies die größte Suche, die je in der Marinegeschichte veranstaltet wurde. Pilzvergiftung. In der kleinen ungarischen Ortschaft Domony sind Wer 40 Personen an schwerer Pilzvergiftung erkrankt. Bier Personen sind gestorben, fünf schweben in Lebensgefahr und auch der Zustand der übrige« Kranken ist ernst. Die höchste Alpenstrasse eröffnet. Der Präsident der französischen Republik hat nunmehr die in fast zehnjähriger Arbeit erbaute Straße über den Paß von Jseran eröffnet. Diese Straße ist die höchsteEuropaS; sie üherwindet den Paß auf 2769 Meter, während das Stilfser Joch, daS bisher den Höhenrekord innehatte, 2732 Meter hoch ist. Die neue Straße vollendet die berühmte„Route des Alpes". Eie ist im ganzen 28 Kilometer lang, aber ihr Bau war mit ganz ungewöhnlichen Schwierigkeiten verbunden, da das Gestein hier besonders schwer zu bearbeiten ist. Sie schafft eine direkte Verbindung zwischen dem Genfer See und dem-Mittelmeer und erspart rund, 250 Kilometer Ilmwege, die bisher notwendig, waren. HaS neuerbaute Stück beginnt in'Bal dHser und' endet in Bonneval-sur-l'Are, wobei ein Höhenunterschied von 900 Metern überwunden wird. Die Straße heißt„R. R. 202"—„Route Nationale No. 202". , Oesterreich revidiert len Posttarif. Die österreichische Postverwältung hat mit der jugosiawischen Postverwaltung ein Abkommen über die Herabsetzung der Posttarife abgeschlossen, auf Grund dessen der Stand, de» Jahres 1984 erneuert wird. Dar Ergebnis dieser österreichlsch-jugoflawischen Verhandlungen wird die Grundlage für Uebereinkom- mcn mit den übrigen Nachbarn Oesterreich» bilden. Die gute« Bürger. Der Funktionäre der USA- Staatrschatze» John Rogge veröffentlichte ein Verzeichnis von weitern 20 Personen, die sich Steuer» unierschleise zu Schulden kommen ließen. Es befinden sich darunter der Preffemagnat Randolf Hearst, der Vizepräsident der„General Motor» Company" Kettering u. a. Es wird wieder warm. Innerhalb watmer Lust, welche sich vom Südwesten her über da» Binnenland aurbreitet, tritt eine allmähliche Besserung ein. Wahrscheinliches Wetter heute: Weitere,BewölknngSabnahme und Erwärmung, mur im Osten de» Staates noch vereinzelt ein wenig Regen. Wetteraussichten für morgen: Sehr warm. Vom Rundfunk buptahluntwurtu* am dm Prourauunm Freitag Prag, Sender 1:10.05: Deutsche Preffe, 11.05: Sinfoniekonzert auf Schallplatten: Mozart, Rubinstein,. Schubert«tc. 12.10: Opernchöre. 14(00:- Deutsche Sendung: Freunde, da» Leben ist lebenswert, Lieder von Schubers,, Lehar etc.14.40: Schall- plattenkonzert. 18.05: Deutsche Sendung: Kramer: Humor beim Arbeitervolk de» Jsergebirge». 18.15: Beck-Ati»: GefamtftaMliche Briesmarkenau»ftellung in Bratislava. 18.85: Deutsch» Artetterseuduugr Aktuelle zehn Mstmten. 18,45: Deutsche Presse,. 18.55: Au»'dem deutschen Kulturleben.- 19.10: Volkslieder au» Südböhmen. 20.55: Bolkskonzert der Tschechischen Philharmonie: Glinka, Tschaikowski etc.— Pra», Send« Ur 15.00: Populäre- Konzert., 15.15: Deutsche SendungrDr. Mikulaschek: Ausflug in den mährischen Karr 15.50: Deutsche Presse.— Brünn: 16.10: Rund-,unkorchesterkonzert. 1740)-- Deutsche Sendung: 18.15: Sängerkonzert der Mährischen Lehrer. 22.20: Janaiek-Ouartett. — Preßtnrg: 14.15: Slowakische Liederi»:19,4b: Harfenkonzert.— Mähr. Ostrau, 12.85: Mitta,»- konzert. 18.10: Deutsche Sendung; Dr. Schweiichura: Wie. ich-meine Nerven schone und-heile,'— Thürmer spielt Saxophon, Nr. 164 Donnerstag, 15. Juki 1937 Seife 5 Xlolfeswirtscftaftund als Ende 1936 und um 267 Mill. KJ mehr als i beladen. Der 14. Juli Grolle Volksfrontkundgebunsen und Mllltiirparaden zur gleichen Vorjahrszeit. Davon entfallen auf Guthaben im freien Ausland 1909 Mill. KJ (um 17t mehr als Ende 1936 und um 696 mehr als zum 31. März 1936) und auf Forderungen im gebundenen Ausland 1894 Mill. KJ, um 99 Mill. KJ weniger als zum 81. Dezember 1936 und um 249 Mill. KJ weniger als zum 31. März 1986. Ende März 1985 entfielen auf tschechoslo- walische Warensorderungen im freien Ausland nur 37 Prozent und im gebundenen Ausland (Clearing) 63 Prozent.-Heuer hat sich dieses Verhältnis infolge der Exportsteigerung nach Ländern mit freier Dcvisenwirtschast in 59:59 geändert.— Bon den Forderungen im freien Ausland entfallen auf den Psundblock und USA 929, auf den ehemaligen Goldblock 589 und auf das übrige freie Ausland 891 Mill. KJ. Länder» weiss betrugen die tschechoslowakischen Forderungen in Mill.'KJ: In England und dessen Kolonien 324, Australien 4, Britisch-Andien 35, Südafrikanische Union 19, Kanada 11, Aeghpten 80, Belgien 53, Frankreich 165, Holland 151, Iran 125, Polen 181, Norwegen 37, Schweden 60, Rußland 49, Sckiweiz 82, USA 154, Süd- und Mittelamerika 130.— Im gebundenen Ausland entfallen auf Oesterreich 890, Deutschland 343, Jugoslawien 287, Rumänien 273, Türkei 211, Bulgarien 104. Kohlenabsafe fm ersten Halbjahr Im ersten Halbjahr 1937 wurden in den Praunkohlenrevieren 332.400 Waggons, gegen 283.290 Waggons In der gleichen Borjahrszeit und 285.009 Waggons in der gleichen Feit 1935 beladen/ somit gegen 1936 um 17.3 Prozent mehr. In den Steinkohlenrevieren wurden, ein- schließlich Koks, 325.700 gegen 221.490 Waggons im Borjahr(195.209 Waggons im Jahre 1935) beladen, somit um 47.5 Prozent mehr. Mit Koks wurden 51.009 Waggons gegen 85.090 Waggons im Vorjahr(plus 46 Prozent) dem Betriebsausschutz nicht die Fähigkeit verliehen: Vermögen zu erlangen, geschweige denn, daß durch diese gesetzliche Bestimmung«in besondere» Vermögen für die Zwecke des Betrieb»aii»schuffe» geschaffen wird, daher irgendein unpersönlicher Vermögen; es handelt sich hier vielmehr um die Deckuna der BarauSlagen der Betri«b»au»schuffe» und mm deren Umlage auf die zur Deckung nach dem Gesetz verpflichteten Personen, woraus erflietzt, datz nicht einmal die nach dem Gesetz entstandenen Ausgaben des Betriebsausschusses eine Verpflichtung de» Be- triebsausschusses al» Vereinigung von Personen darstellen tind'datz auch die zur Deckung dieser Aur- Nahrungsmittel teuerer Der Index der Großhandelspreis« nach dem Stande vom 1. Juli 1937 weist ein Steigen um 1.5 Prozent von 752 Punkten im Juni auf 763 aus. Der Inder der Nahrungs- und Genutzmittel erhöhte sich von 710 auf 782,. der Futtermittelindex blich unverändert, so datz der gesamte Nahrung-«, Genutzmittc'- und Futter«, mittelinde 711 Punkte gegenüber 691 im Juni beträgt. Der Index der I n d u st r i e ft o f f e und -Erzeugnisse bleibt beinahe unverändert. Er beträgt 818 gegenüber 817 im Juni. In der Gruppe der pflanzlichen Nahrungsmittel kam e» zu einer Preisänderung hei Kartoffeln, wobei der Preis der neuen Kartoffeln um 209 Prozent höher ist als jener der alten vom Bornionate. In der Gruppe der tierischen Nahrungsmittel kam e» zu einer Preiserhöhung bei Schweinefleisch um 1 Prozent, Kalbfleisch um 1.6 Prozent, Schöpsenfleisch um 9.1 Prozent und bei Eiern um 0.8 Prozent, Eine Verbilligung verzeichnen dagegen Rindfleisch um 9.5 Prozent, inländischer Schweinefett um 18 Prozent, ausländische» um 0.8 Prozent und Butter um 2.5 Prozent. In der Gruppe der Metalle,erhöhten sich die Preise bei Gießereieisen um 8.7 Prozent, bei Fertig- und Halbsertigtvaren au» Eisen um 5 Prozent und bei Zinn um 1.6 Prozent. Eine Verbilligung verzeichneten Kupfer um 2.6 Prozent, Zink um 8.6 Prozent und Blei um 8.5 Prozent. Di« Gruppe der Textilien weist«ine unbedeutende Verteuerung bei Rohseide au», u. zw. um 0.4 Prozent, dagegen verbilligten sich Baumwolle um 8.2 Prozent, Baumwollgarn um 2.5 Prozent und Jute um 3.1 Prozent. gaben bestimmten Beiträge nicht sein Vermögen oder ein unpersönliche» Vermögen darstellen, sondern datz diese Beiträge nur ein ihm durch die Arbeitnehmer de» Betriebe» und den Arbeitgeber ausschließlich zur Verwendung für den schon vorher angeführten Zweck anvertrauter Eigentum sind. Der Betriebiau»schutz braucht auch kein selbständiges Vermögen, da er nicht dafu berufen ist, die Jnterellen der Arbeitnehmer des Betriebe» nach der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Seite direkt zu befriedigen, sondern nur diese Interessen.wahrzunehmen und zu fördern."■ „Daran ändert auch nicht», datz der Betrieb»« ,au»schutz beschließt(8 28 B.-A.-Gesetz) und datz er als Partei vor der Schiedskommission austritt(8 26 des angeführten Gesetzes), denn da» ist gerade nur die Art, auf welche er seine durch da» Gesetz im allgemeinen im ersten Msatz de» 8 8 de» Gesetze» Nr, 830/21 S. d. B. n. V. bestimmte Aufgabe mi»- führt, die ihm aber nicht die Fähigkeit zur Erwerbung eine» selbständigen Vermögen» al» Komplex von Rechten und Pflichten verleiht. Au» diesen Grüilden kann man den Betriebiauischutz nicht al» Rechtsperson nach i 26 a. b. G. B. in keiner ihrer Formen ansehen und dann allerdings hat der Pe- triebsausschutz auch nicht di« Fähigkeit, in einem strittigen oder Exekution-verfahren bei Gericht aufzutreten." Der Nationalfeiertag stand Heuer aber auch im Zeichen der großen Mtlitärparaden nicht nur in Pari», sondern auch in allen anderen Garnisonsstädten. Lum erstenmal beteiligten sich an diesen Militärparaden auch die sportlichen Einheiten mit Mtlitärmannschaften an der Spitze, welche im Laufe de» Jahre» in Frankreich oder im AuSlande bei den Konkurrenzen als Sieger heivorgegangen waren. In Pari» fand die Militärparad« auf dem Platze vor dem Triumphbogen und dem Grab« de» Unbekannten Soldaten statt. Dor bet' Defilierung der motorisierten Einheiten der Armee überflogen Flugzeuge aller Typen, im ganzen 600, die Champ» Elyske. Der Vorbeimarsch ter Truppen an der Ehrentribüne dauerte über zwei Stunden. Die hundertlausendköpfige Menschenmenge, die sich in den Champ» Elysöe und auf dem Place de lä Concorde eingefunden hatte, akklamierte die repMikanische Armee. Eine» der Militärflugzeug«, da» an der Defilierung- teilgenonunen hatte, stürzt« nach Abschluß derselben in di« Seine. Der Flieger konnte sich schwimmend'retten. Am Nachmittag gaben die staatlichen und einige Privattheater für die Bevölkerung GrattSvor« stellungen. Auf den Plätzen fanden Konzerte statt, woran sich die üblichen Volk»belustigungen anschloffen. Revolverschüsse In Marseiile Marseille.(HavaS.) Bei den Manifestation»« Umzügen'au» Anlaß de» Nationalfeiertage» haben sich Ausschreitungen«eignet. Den ersten Umzug bildeten die Angehörigen der Rechtipartelen. Auf dem gangen Wege zu dem Kriegrgefallenendenkmal würde der Zug von dem angesammelten.Publikum mit unfreundlichen Rufen bedacht. Der zweit« Umzug-7- Angehörige der Volk»frontpartei— machte auf tem Platz der Präfektur halt., Di« dort versammelten Angehörigen! der Rechtsparteien begrüß« ten diesen Zug Pit beleidigenden Ausrufen. Die Polizei mutzte energisch'Ruhe schaffen. Per Zug setzt« dann seinen Weg fort. Bei der Rue Pavillon, 3794 Millionen Exportförderungen Nach einer Ausstellung der Nationalbank zum 31. März betrugen die Exportguthaben insgesamt 8794 Mist. KJ, um 75 Mill. KJ mehr KJ 758.— 815.— 533:60 16.47 546.— 668.50 667.50 111.20 141.5Q 28.60 184.40 1577.-* , 64.80 , 483.— 633.— .. 78i.— Au»setzen» au» der Arbeit so definiert, datz man darunter„im allgemeinen die Unterbrechung bei Arbeit-Verhältnisse» ohne Lohnanspruch" versteht. „Wurde der Arbeitnehmer gegen seinen Willen ausgesetzt, f» hat er Anspruch auf den Lohn für di« ganze Zeit, während weicher er ausgesetzt war." In der Entscheidung des Obersten Gerichte» vom 21. September 1934, Rv I 1879/83, hat da» Oberste Gericht erklärt, datz durch da» Aussehen au» der Arbeit da» ArbeitSverhältni» nur anders ausgelegt, keineswegs aber gelöst wird. Entscheidend für den Anspruch auf Lohn während der Zeit de» Aussehens ist der Umstand, ob der Arbeitnehmer mit dem Aursetzen einverstanden war oder nicht. Mit einer ähnlichen Frage hat sich da» Oberste Gericht in seiner Entscheidung vom IL. Diärz 1986, Rv II 122/86, befasst. In dem diesem Urteil vorangegangenen Prozeß handelte«» sich um die Auslegung einer Vereinbarung zwischen einem Angestelltem und dem Arbeitgeber, derzufolge sich der Angestellte de» Anspruchs auf den Lohn für den Fall der „zeittveiligen Einstellung" de» Betriebe» der Weberei der beklagten Partei begab und die Verpflichtung übernahm, seine Ansprüche auf die Arbeitslosenunterstützung geltend zu machen. Diese Pereinbarung wurde getroffen, um die Kündigung zu vermeide», wenn e» zur Einstellung de» Betriebe» kommt. Der Angestellte machte den Anspruch auf Lohn für die Zeit geltend, während welcher er infolge Einschränkung(nicht Einstellung) de» Betriebes ausgesetzt wurde. Da» Oberste Gericht ent» schied in diesem Falle, datz der Angestellte, der sich de» Anspruch» auf den Lohn für den Fall einer „zeitweilige» Einstellung" de» Unternehmen» begab, nur dann diesen Anspruch verliert, wenn er durch die Einstellung de» Betriebes, kelnersäll» aber durch feine- Einschränkung ausgesetzt wurde. In der Begründung erklärt da» Oberste Gericht, datz Ein- ’ stellung und Einschränkung de» Betriebe» nicht identische Ausdrücke sind und datz die Einstellung de» Betriebe» die Erzeugung direkt ausschließt, während von einer Einstellung nicht gesprochen werden kann, wenn der Betrieb, wenn auch nur in eingeschränktem Umfange, aufrechterhalten wird. Au» der Tatsache, daß der Arbeitnehmer während der Leit der Be- rrtebSeinschränkung die Arbeitslosenunterstützung bezog, kann man noch nicht schließen, daß er auf den Anspruch auf Lohn verzichtete. Ole ProzeBfählgkelt des Betriebsaussdiusses Der BctricbsauSschuß einer Firma hat auf Grund: einer Entscheidung der Schiedskommission, in der die Firma verpflichtet wurde, den entlaffenen Arbeitnehmern eine Abserttgung in der Höhe ihre» drei« bi» vierfachen Wochenlohne» zu bezahlen, die Exekution gegen di« Firma beanttagt. Da» Erftgericht gab dem ExekutionSantrag statt, da» Rekursgericht wie» ibn ab. Da» Oberste Gericht hob di« Entscheidungen der unteren Gerichte auf und wie» den ExekutionSantrag mit der Begründung zurück, datz der nach dem Gesetz vom 12. August 1921, Nr. 830 S. d. G. u. B. errichtete BetriebiauSschutz keine Prozeßfähigkeit besitzt.. In der Begründung wird u. a. angeführt: „Au» dem Gesetz über die Betrieb»au»schüffe vom 12. August 1921, Nr. 380 S. d. G. u. V. geht hervor, datz der Betrieb»au»schuß in keine Gruppe der Rechtspersonen gemäß k 26 a. b. B. B. ein- gereiht werden kann. Der Bctriob-auSschuß wird unter der Voraussetzung der 8 1 der angeführten Gesetze» errichtet und ist gemätz 8 10 diese» Gesetz«» wenigstens dreigliedrig. Seine Aufgaben zählen tm allgemeinen vor allem der erste Absatz de» 8 3 und dann noch besonder» auch die 88 5 und 6 de» Besetze» über die Betrieb»aü»schüffe auf. Im. allgemeinen ist der BetriebSauSschutz nach 8 8 de» angeführten Gesetze» berufen, die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Interessen der Arbeitnehmer im Betriebe wahrzunebmen und zu fördern und in diese allge- . mein bestimmie Aufgabe fallen seine einzelnen, demonstrativ in den weiteren Absätzen de» 8 8,de» angeführten Geseye» und auch noch iesonder» in den 88 5 und 6 diese» Gesetze» ausgezählten Berechtigungen. Au» allen diesen Bestimmungen de» Gesetze» über die BetrieblauSschüffe geht hervor, daß der BetriebSauSschutz im Verhältnis zum Arbeitgeber für den.Schutz, der Arbeitnehmerintercffen dcS Betriebe»-dlB Organ der öffentlichen sozialen Fürsorge ' für die Arbeiterschaft sorgt, datz er aber keine Fähigkeit besitzt, ein besondere» selbständige» Vermögen zur Verfolgung der ihm durch da» Gesetz über die Äetri«b»au»jchüsse auserlegten Aufgaben zu erlangen, Daran ändert auch die Bestimmung de« 8 24, Abs. 2 de» Gesetze» über die BetriihrauSschüsse nicht», die* den Betriebtauischuß berechtigen,. zur Man erhalt für ■ 100 Reichsmark.»,»» Marimünzen... 100 österreichische Schilling 100 rumänische Lei■.. ,100 volntsche Zloty.'.. 100 ungarische Pengö. V. 109 Schweizer Franken 100 französtsche Franc». 1 englisches Pfund., ■'. 1 amerikanischer Della,. 100 italienische Lire. 100 holländisch» Gulden 100 jugoslawische Dinar».. 'lk»0 Belgatz I' 100.dänische Krpnrn. 100 schwedische Fronen Lohnanspruch beim Aussehen aus der Arbeit In der Entscheidung vom 1. Mrz 1935, Rv k dem di^HÄfte R- Arbeit'nehmer und"blcbei. 115/85, hat da» Oberste Gericht den Begriff de» Arbeitgeber tragen. Auch.in dieser Pestimmung wird Neuere arbeitirechtliche Enttcheldunsen i Deckung der au» seiner durch da» Gesetz über die BetriebSauSschüsse begründeten Tätigkeit entstandenen BarauSlagen einest Beitrag einzuheben, von Pari». Der französische Nationalfeiertag wird Heuer insbesondere in Paris mit besondirem Glanz gefeiert. In allen Vierteln werden Volksbelustigungen, Turn- ustd Eportseiern, Wettkämpfe, Pferderennen etc. veranstaltet, die mit Tanzuntcr- halttingen verbunden sind, bei denen sich unter die einheimische Bevölkerung zahlreich« Ausländer mischen. Im Osten von Pari» haben die Parteien und Organisationen der Volksfront«inen großen Mani- sesmtionSumzug veranstaltet, der seit dem Jahre 1934, da der Grundstein zur Volksfront gelegt wurde, traditionell ist. Ebenso wie im Vorjahre legten die beteiligtest Organisationen ei» Treue- gelöbnl» für die Bolk-front ab. Die Organisatoren veranstalteten vier Umzüge) die von verschiedenen Richtungen auSgingen und aus dem Nationalplatz mündeten. Dort mund auf dem nahen Bastille-Platz versammelten sich di« Manifestanten, um die von den Pariser und den Provinzsendern beibreiteten RundfunÄundgÄungen anzuhören. Nach ter. Eröffnungsansprache de» Universi- tätSprofessor» Basch wurde-'«ine herzliche Begrüßung de» Ministerpräsidenten Chautemps verlesen. Im Name» de» Allgewerkschaftlichen Ar- beitSverbande» sprach dann Generalsekretär Jou- haux, im Nam«i der sozialistischen Partei deren Generalsekretär.Staatsminister, Paul Faure, für die kommunistische Partei sprach der Generalsekretär Deputierter D u e I o», der: Vizepräsident der, Kam- mer, für die radikal« Partei Partei Deputierter. Elb e l,Wszeprästdent der Kammer,-und für die reHtzilMifsch-sozlalistische Union der Generalsekre- tär Deputterter M o n t a gnon,,‘ Der Umzug, an dem sich nach den ersten polizeilichen Schützungen an. 400,000 Person»» beteiligten, verlief vollkommen diszipliniert. Die Ordnung wurde von den Veranstaltern selbst aufrechterhalten und di« unauffällig ist' Seitenstraßen postierten-Polizisten hätten keinen- Grund' zum Einschreiten.' Am Albend würden qüf dem Ausstellung»-' gelände und an anderen.'Stellen von Pari» große' .Feuerwerke abgebrannt,'■," in der sich da» Heim einer ncugcbildeien Partei befindet, wurden gegen den Zug etwa zehn Rcvol- verschiisse abgegeben, die eine Panik hervorricfcn. Die Polizei ließ fünf Verletzte'in» Krankenhaus schaffen, von denen nur einer in häusliche Pflege entlassen wurde. Auch ein Polizist wurde verletzt. Zwei Personen wurden verhaftet. Das Haus, aus Ivelchem die Schüsse abgegeben wurden, Ivurde durchsucht und man fand dort zehn Personen, deren Anwesenheit Verdacht erregte. Sie wurden auf die Polizei gebracht und einem Verhör unterzogen. Aus der übrigen französischen Provinz wird absolute Ruhe und ein würdiger Verlauf de» Nationalfeiertage» gemeldet. Der Prozeß gegen Niemöller. Wie man in gut informierten Kreisen hört, dürfte die Anklageschrift gegen den kürzlich verhafteten evangelischen Pfarrer Niemöller noch vor Ende dieser Woche sertiggestellt werden. Man nimmt an, datz sich Niemöller, der sich noch in Moabit in Untersuchungshaft befindet, wegen Kanzelmißbrauches und Vergehen gegen das Hcimtückegejetz(Verleumdung von führenden Persönlichkeiten der Partei und des Staates) zu verantworten haben wird. Für das Verfahren gegen da» Heimtücke- gesetz ist ein sondergerichtlichcs Verfahren vorgesehen. Französische Botschafter für Bukarest, Prag und Belgrad? Lucien Bourgues befaßt sich im „Petit Parisien" mit dem Pariser Aufenthalt des Königs Carol und dessen Unterredungen mit Ministerpräsidenten Chautemps, Außenministcr DclbvS und Krieg-Minister Deladier, BourgueS erwähnt den Wunsch, den König Carol aussprach, und zwar daß unter Berücksichtigung der Erhebung der polnischen Gesandtschaft in Bukarest und der rumänischen in Warschau zu Botschaften, die französische Regierung den französischen Gesandten in Bukarest ebenfalls z u in Botschafter ernenne und fügt hinzu: Auf französischer Seite lvürde ein solcher Wunsch nur mit Shmpathie ausgenommen werden, wenn dieser Schritt tatsächlich einer intensiven Eriveiterung der französisch-rumänischen Freundschaft entsprechen würde. Es ist aber selbstverständlich, daß eine solche Maßnahme gleichzeitig auch bei den zwei an deren Staate» der Kleinen Entente durchgcführt werden müßte und nur dann einen w i rk l ich e n p o litis ch e n Sinn hätte, wenn sie das sichtbare Zeichen einer engen und dauernden intimen Zusammenarbeit mit gleichen Zielen und gemeinsamen Idealen werden würde. Araber»ege» die Teilung.' Der Staat Irak hat die Absicht, in Genf seinen Einfluß gegen den Porschlag auf Aufteilung Palästinas, das ist zugunsten der arabischen Forderungen, geltend zu machen. Der Ministerpräsident des Irak soll erklärt haben, datz jeder Araber, der sich bereit erklärt, da» Amr eine» auf Grund de» Vorschläge» der Königlichen Kommission gebildeten arabischen Staate» zu übernehmen, den Zorn der ganze» mohammedanischen Welt auf sich laden würde. Da» hervorragende Mitglied de» Obersten arabischen Äurschusse», Abdul Hadi, ist heute nach Bagdad geflogen, wo er mit den irakischen Ministern Unterredungen haben wird. Dann begibt sich Abdul Hadi nach Genf, wo sich ihm der Mufti von Jerusalem anschließen wird. Befriedung. Das Landcsgericht in Salzburg verurteilte 14 Nationalsozialisten mit dem 24jähri- gen Mechaniker Johann Scheucher au» St.-Johann an der Spitze zu drei bis zwölf Monaten schweren Kerkers. Di« Angeklagten feierten kürzlich den G e- burtsta'g Adolf Hitler» durch da» Abbrennen von Hakenkreuzen, durch Hissen von Fahnen und durch Streue» von Flugzetteln. Ein anderer Senat des gleichen Gerichtes in Salzburg verurteilte vier Nationalsozialistinnen zu Kerker bis zu 2)4 Monaten, weil sie Mitglieder des illegalen Bundes deutscher Mädchen Ware» und unter Führung der 20jährigen Johanna Wöhrle illegale Versammlungen abhielten. Japanische Zeitungbauflagen. Di« moderne japanische Tagespreise ist knapp 70 Jahr« alt, aber ihre Auflagenziffern stehen, wie eine von den Zeitungen „Bungai Dhujn und„Seikat Orat" veröffentliche Zusammenstellung beweist, denjenigen der groben europäischen Blätter keineswegs nach. Diese Statistik weist folgend« Zahlen auf:„Osaka Asahi" 1,800.000; „Osaka Mainichi" 1,200.000;„Tokio Nicht Nicht" 750.000;»Tokio Ashat" 700.000;„gomiura Tokio" 850.000;„Hoch! Tokio" 350,000 Exemplare. Die Auflage der„Osaka Asahi" erreicht also fast diejenige de» Londoner„Daily Expreß"(1,775.000), während diejenige de»„Hoch! Tokio" die Auflage der „Morning Post"(128.000) erhMch übersteigt. In Kürz« i Stmla.(Reuter.) Mittwoch, nachts überfielen Eingeborne eine britische Militärpatrouille/in Wa- ziristan durch Schüsse und Bombem Bei dem Feuergefecht wurden sech» Gurkha» getötet und zehn verwundet. Auch«in britischer Soldat wurde verwundet. Fakir von Jpi hält fich ständig noch in den unzugänglichen Gebirgsgegenden an der Grenze aus. Rom. Agenzia Stefan! gibt die siebente offiziell- Verlustliste italienischer Legionäre bekannt, die L e Namen von 81 an der spanischen Nordfront gefallene» Freiwilligen enthält, „Sozialdemokrat" Seite S 500 Jahre Prager Finanzprokuratur Kiuist und Wissen in NremsaaeilriMea Karl Tchöniöck in dem Film,„Di« Sdchzehniä1hrjg«7.: Frau in MSnnerkleldern Prag.(—rb—) Grobe Ucberraschnng erregte es, als vor dem Strafsenat des GR Dr. Nos«k die Angeklagte Marie PischalovL ausgerufen wurde und sich eine schmächtige Gestalt in^ Männerkleidung und einem grünen Hütchen in der Hand darstellte, Erst nach mehrfacher Frage wurde festgestellt, daß dieser scheinbare Mann tatsächlich in Wirklichkeit eine Frau ist, die beute 48jährige slowakische Landarbeiterin Marie Pischalovä, übrigens Analphabetin, Wie aus dem Gendarmeriebericht her» vorgebt, hatte diese Frau von früher Jugend auf den abnormalen Hang, sich in Äännerkleidern zu bewegen, wie sie denn auch in ihrem Gehaben durchwegs männliche Charakterzüge an den Tag legt«. Es bandelt sich offenbar um eine jener Abnormalitäten, die uns erst die jüngsten wissenschaftlichen Erforschungen verständlich gemacht baben. ■ Diese Marie. Pischalovä lebte also mit einer anderen Arbeitskollegin auf einem Gut in der Prager Umgebung in gemeinsamem Haushalt. Sie war auf diesem Gut als Kutscher angestellt und verrichtete durchwegs männliche Arbeiten. Welcher Art das Zusammenleben mit ihrer Partnerin war. ist nicht bekannt. Diese, eine gewisse Katharina Duni- kovä, war gleichfalls eine ältere Frau und hatte zwei bereits erwachsene Söhne. Der ältere, dieser Söhne, mit Namen Andreas, war ein Tunichtgut und vertrug sich besonder» schlecht mit der männlich verkleideten Partnerin seiner Mutter. ES gab"häufige Streitigkeiten. Am 22. Feber d. I. erschien dieser Andreas blutüberströmt bei der zuständigen Gendar» meriestation und erstattete die Anzeige, dab er von der Partnerin seiner Mutter mit einer Axt überfallen und verletzt worden sei. Die Gendarmerie nahm die Suche nach der Marie Pischalovä auf, doch blieb diese durch drei Tage uuaufsinobar. In dieser Zeit trieb sie sich in der Umgebung herum und nächtigte-in' Heuschobern.■" Als sje schließlich anfgcgrisfen würde,'erklärte sie, daß sie in Notwehr" gehandelt habe"." Der Sohn ihrer Gefährtin habe sie mehrfach sieohrfeigt und auch sonst mißhandelt und sie habe in ständiger Furcht vor ihm gelebt. Am kritischen Tag sei es zu einem Streit zwischen ihnen gekommen, weil der saule Bursche nicht hghe ausstehen wollen," obwohl erUn, diesem Tage eigen Poste» In Prag antreten sollte."ES sei wieder zu, einem Streit gekommen" und fic fei' Uqr ihm apf den Hof geflüchtet Als sie"sich dann in da» Haus zurückgetraute, habe sie„zur Vor- sicht"' eine Axt Mitgenommen, weil sie sich vor. ihm Naditflug Dieser Film aus Hollywood-hat—Ivie-pathetische Bor- und Nachreden zeigen-—den Ehrgeiz, eine Art Heldendrama der. jüngsten Vergangenheit zu sein und den fortschrittlichen Heroismus der ersten Piloten zu verherrlichen, die. in Südamerika —quer über die wilden, stürmischen Anden—• Postflüge bei Nacht und Nebel auSführtcn, was heute °nnet-1ag, 18. Juli 1037. Nr. 161 Dai Urteil gegen Jan Kloulek bestätigt? Prag,(—rb—). Der Mordprozeß gegen die Ehegatten Kloujek, der seinerzeit nach zweitägiger Verhandlung mit" der Bekurteilung döSl ehemaligen Lehrer» JanKloujek zu zwanzig Jahren" und seiner Gattin zu" fünfzehn Jahren schweten.KerkerS"endete, ist noch in frischer Erinnerung. Da»."Uriesl: erging am 22. Mai d. I. um halb I phr morgen».- Während-die Kloujek die"über sie verhängte Straf« annahm."legte"ihr Gatt«" Berufung gegen" das" Strafausmaß. ein..lieber diese Berufung-.ist"Nun.entschieden worden. Sie wurde- abgewsesoy und da» Urteil ist somit- rechtskräftig geworden. Jan Kloujek per», büßt seine Strafe, in der Strafanstalt Leopoldov, seine Frau in der Frauenstrafanstalt Reph.. IVUtropavupsple! Fenamm— Vienna' Sri(2:0)- Bor 12.000 Zuschauern gewann am Mittwoch Bu d. a' p e st"im" d ritten Spiel Ferenc- varo» gegen. Bienna knapp 2:1(2:0).. Die Tore der Sieger.schossen-Toldi und-Dr. Sarosi, für Piensta Baller. Ferencvaros trifft" nunmehr auf Austria- WieM--:- Für Diabetiker>n ßieicnef Zusammentalzunc ohne Zucker Mit der Bore.chnung D in(Oder Apothoke Rätselhafter Tod eines deutschen Hochschulassistenten. Wie der Polizeibericht kurz berichtet, wurde Dienstag nachmittag» der Assistent der Deutsche» Technische» Hochschule In«. AugustBeyrodt, zuletzt wohnhaft in Smichov 1117, in das Podoler Sanatorium übergeführt, wo er kurz nach Einlieferung starb. Die Ursache des plötzlichen Todes koimte vorerst nicht fcstgeftellt werden. Die Leiche wurde daher i» das Pathologische Institut zur Obduktion übergeführt. Nach einer Meldung des„Pr. Tgbl." wurde die Aufnahme BeyrodtS im Allgemeinen Krankenhaus und bei den Barmherzigen Brüdern wegen Ueberfül» lung abgelehnti Saison der Wohnung»- und Autodiebe. Die WohnungSdiebe entfalten eine ungemein rege Tätigkeit. Nach den zwei großen Einbrüchen des Sonntag wird ein weiterer schwerer Einbruchsdiebstahl in Stkeöovice gemeldet, wo Einbrecher der Wohnung de» Direktors Franz Stika einen Besuch abstatteten und neben ve-schicdenen Wertgegenständen 14.000 Xi in bar erbeuteten. In diesem Fall gelang es aber der Polizei schnell, dem Täter auf die Spur zu kommen. E» ist der 22jäbrige Werner Dietrich aus Berlin, der ohne Paß über die Grenze kam. In seiner Aktentasche wurden die gestohlenen Wertsachen aufgefunden. Außerdem werden noch drei kleinere Einbrüche gemeldet.— Auch die A u t o d i e-b e- sind sleißig an der Arbeit. Seit Beginn der Woche wurden drei Auto» i.l den Prager Straßen auSgestoblen, während ihre Inhaber sich entfernt hatten. Der lebte Diebstahl dieser Art ereignete sich in der Weinberger Lon- dvnskä ul., wo ein auswärtiger Automobilist seinen Wagen bei seiner Rückkehr ausgeplündert vorfand. U. a. war auch ein großer Koffer aus Bulkaufibre verschwunden.-in welchem sich KleidimgSstücke uns Gehrauchsgcgenitände im Werte von über 0000 XL befanden. Nach Meinung der Polizei ist. eine gut organisierte Bande am Werke. 13 Millionen Kinobesucher jährlich wurden für Groß-Prag festgestellt und 107 Kino» sorgen im Gebiet der Hauptstadt für das ilnterhaltnngsbedürfnis ihrer Besucher. Sie sind die ergiebigst« Quelle für die BerguügungSabgabe und, auch der Zwanzigheller- znschlag für Zwecke der Arbeitslosenfürsorge ergibt eine ansehnliche Summe. AüSflugSzüge der StaatSbahnr», Vom 17. bi» 25. Juli Lager im slowakischen Paradies 200 XL; vom 17. bi» 25. Jul! quer durch den Böhmerwald 440-Xi; am 18. Juli zur Jirasck-ÄuSstel- lung nach Hronob 130 XL; am Iß. Juli Regatta und venezianische Nacht in Wittingau 70 Xi..Anmeldungen und Informationen im.Basar neben dem Wilsonlmhnhof. Telephon 88885. gefürchtet habe. Es sei tatsächlich zu einem Äand- genienge gekommen und dabei- habe sseibstt mit, der Axt blindlings einige Hiebe verletzt,. Demgegenüber) betont" allerdings der Verletzte; er sei. Von ihr gründe lo»- mit dem Beil(- MigefalltN"wdrdtn).-a-l-S" m Bette lag.., X,..' Nach dem ärztlichen.Befund" war es allerdings Mit der. Schwere der Verletzungen nicht so" weit hhr. An sich wäre e» bloß eine„leichte Körper« v e r l« tz u n-g" im Sinne-her"Strafparägraphen gewesen: Da"aber, der IlÄbersall.gegen leinen-Schlafenden gerichtet'- und- mit einem Werkzeug vollbracht wurde," das-.geeignet.- war, schwebe- Verletzungen zu» zufügcn, wurdtz"die" Tat als daS-.Verbrechen- der schweren' Körperverldtzustg> qualifiziert;:, wobei: der Gerichtshof.die Verteidigung der AngellagteN- nicht als glaubwürdig erachtete- und den Angaben- des Hauptzeugen"GlaübeN"! schenkt«."Dlel Angeklagte wurde also im Sinne:der Anklage-schuldig! erkannt und zu z w e i.'M om ä t.em s-ch w e r"e-n K e"r- ke»r verurteilt, aber^mit" Rücksicht auf. die-bisherige Unbescholteicheit: der."Angeklagten bedingt, amf drei Jahre...- Für«in Smetana-Denkmal in Karlsbad. Gestern fand im CafL Posthof. in Karlsbad unter dem Protektorat de» Stadtrates ein Konzert des Kurorchesters statt,- das unter. der. Leitung de» Musikdirektor» Manzer Smetana»„Mein Vaterland" zur Aufführung, brachte. Der. Erfolg.war. hinreißend. Nach dem Konzerte überreichte der Geschäftsführer der Bereinigung- für die Errichtung eine» Smetana-Denkmale», Oberrät Pospljil, dem Musikdirektor Manzer einen Kranz mit Schleifen in. den Staatsfarben, Die Zuhörer brachten durch eine spontane freiwillige Sammlung ungefähr 4000 XL al» Spende für die Errichtung de» Smetana-Denkmal» auf. ' Da» Ensemble Arünbaum-Farka»-.-wird- mit Rücksicht auf den außergewöhnlichen, großen Erfolg, den da» Prager Gastspiel hatte le» waren sämtliche fünf Vorstellungen bi» auf den" letzten Platz auhver» kquft), voraussichtlich im Verlaufe seiner, tfchechoslo- wakischen Tournee noch eimnal nach Prag zurück- l«h«N^.„......■ Sommerspielzctt Kleists Bühne. Im Rahmen der diesjährigen Sonunerspielzeit bringt die Gast- spicldirertion der Kleinen-Bühne ein Gastspiel"voll Mitgliedern" des' WienerVurgtheaterS-imit.-den Damen Alma Seidler, Lilly Karoly, den- Herren Philipp v. ZeSka, Wilhelm Heim. Karl Eidlitz, Äeiichold Siegert, Ludwig. Nießner: am 17. Juli „Die Fee", Lustspiel in 8 Akten von Franz Molnar, Erstaufführung, am 18. Juli, 15Ühr: Billige Nachmitiagsvorstellung„Die Fee" am 18. Juli, 20 Uhr:„Da» Mädel Im Schatten") KöMdie von Walter Elli»; am 10. Juli, 20 Uhr;„Ta» Mädel im Schatten". Preise XL 5.— bis 85—. Vorverkauf: Deutsche» Hau», Wetzler, Truhlak, N. D- Theater. s f-x n. M sastimen Hang bi» in das au»gehend« Mittelalter, bis in die Zeit der sich auflösende» Naturalwirtschaft verfolgen kann, da sich die Ansätze einer Beamtentums im moderenen Sinne des Worte» erst zu Vit» den begannen. Die Prager Finanzprokuratur nimmt diesen Ruhm für sich in Anspruch. Unlängst erschien " im Verlage dieser Amtsstelle eine interessante Broschüre von Dr. Stanislav JuräSek, die ihre historische Entwicklung von ihren ersten Anfängen an Verfolgt. Er ist bemerkenswert, daß gerade jenes Amt, dessen Aufgabe die Vcttretung der finanziellen Interessen der jeweiligen Staatsgewalt(modern als Fiscus bezeichnet) war, im Laufe der langen Entwicklung eine bcdeutestde Stabilität bewiesen hat- Allerdings hat sich ihre Organisation»?»»» entsprechend den jeweiligen Gesellschaftsverhältnissen mehrfach geändert, aber ihr Äufgabenkrei» blieb>m wesentlichen der gleiche, wenn er auch zeitweilig be» irächtlich erweitert, zeitweilig wieder reduziert wurde.„,„ Als ihr Ahnherr erscheint der Ritter Wilhelm von Luditz, der von SiegiSmund im Jahre 1487 al»„commissariuS devolutionum rcga- lium" ernannt wurde. In den heutigen deutschen Sprachgebrauch ist dieser Titel nicht zu übertragen, weil die Begriffe, die er enthält, gemeinhin nicht mehr verständlich sind. SiegiSmund, der Ränkcvolle, der. nach Vernichtung der Taboriten und langem Handeln und Paktieren mit dem utraquistischen Adel und Patriziat endlich auf den böhmischen Thron gelangt rar, war eifrig bemüht, sein m den Hussitenkriegen verlorener Grundeigentum wieder zUsainmenzuscharren. Mit dieser keineswegs leichten Aufgabe wurde nun der commissariuS bestellt. Daß die nunmehrigen Inhaber der ehemals königlichen Güter, Herren und Ritter, nicht gutwillig hcrauS- ziigeben bereit waren, versteht sich von selbst und so kam es mehrfach zu heftigen Beschwerden gegen „Heimfallskommissäre", deren Agenda ständig wuchs. In der zweiten Hälfte des sechzehnten Jahrhunderts wurden diesen königlichen Beamten bereits Gehilfen beigegeben und schließlich stand der com- .misariu» an der Spitze eine» regelrechten Amtes, dar die königlichen Interessen vor den Gerichten zu vertreten hatte. Bis zur Zeit Ferdinands 1.(1528) ist. die Amtsbezeichnung nur tschechisch und lateinisch, von da an tritt immer häufiger auch die deutsche Amtsbezeichnung auf, die vorerst nicht einheitlich war(„Cammer-Prokurator in Bö« heimb",„FiSeuSprocurator inBöh- men",„Böhmischer Kammerprokurator" u. dgl.). Die fortschreitende Bürokratisierung, die ja eine der Hauptstützen der werdenden absolutistischen Herrscherniacht war, führte dazu, . daß diese Agenda nicht mehr einem persöhnliche» Träger anvertraut. waren, sondern einem behördlichen Kollegium, einem„Amt". Seit Mitte des 17. Jahrhunderts finden wir dementsprechend die Bezeichnungen ,K:ö nigliche» Procura» torSamt",„kgl. FiScalamt",„königl. Hine In Prager Lichtspielhäusern Adria:„Spione über dem Ozestn!".(&.)'-,~ «lfar.(',100.000.Dollav."(A.— Wal. Beety.)^, Apollo:„Marokko."(A.)— Avion:.„Die Frau am Schiidewege."(Tsch.)— Fknix:„TexaSreiteö" (A.)— Flora:„Der-Sänger"Ihrer Hoheit."(D.) — Hollywood:«Aeraert nicht den Großpapa,"(Tlch.. Vl. Burian.)— Hvkzda:„Spione über,"dem, Ozean." (A.)—. Julit:„Wenst Frauen"schwe!gen."'(D.) ,,4~ Ktnema:„Louis—Braddock."— Kiruna:.„Journale", Grotesken,' Aktualitäten."— K»Wstt"."-,)Mö- d"ern«i"Ziestt."-'(A-Ch- Chapli.».)' ,^- Lueerna; ,.Viva Villa."i-^-: Louvre,„E i n a u tz e r g« w ö h n l i.'ch e S- E r, « i llU.i l."..." kin gesundes Merz und starke Merven siegjen. Nohmnr. S r die urd rli,.'" cn'p’onencr, P.nblle r'