Institut für ZelWforsdiWI Dortmund Afntralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartefin der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Ausnahme de» Montag täglich früh/ Sinzelprei» 70 Heller Redaktion u.Verwaltung: PragXII.,Fochova62- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- Verantw.Redakteur i.B.: Zdenko Neuwirth,Prag Aus dem Inhalt: Tagung der Gewerkschaftskommission Flottenabkommen London—Berlin—Moskau Miajas Offensive weiter erfolgreich Minderheiten als Schach* figitren des Nazismus 17. Jahrgang Sonntag, 18. Juli 1937 Nr. 167 Dr.Hodza milder Kabinettsbildung Dl« Parteiführer beim Presidenten betraut Prag. Präsentanten der Uaalitiansparteien anhären wird,- hat er sich die definitive Entscheidung bi» nach den Empfängen der palitlschen Faktoren Vorbehalten.' Der Präsident der- Republik empfing hjergnf im Sinne dr» Vorschläge» Dr. HodZa» noch vor. mittags den Innenminister Dr. Josef Cernh, den Borsitzenden der tschechoslowakischen sozialdemokratischen Arbeiterpartei, Abg. Antonin Hampl, und den Stellvertreter de» Vorsitzenden der Regierung, Eisenbahnminister R. B e ch y n i, In Audienz. Nachmittag» sanden beim Präsidenten der Republik folgende Enipfinge statt; de» Minister» sür Schulwesen und Lolk»ausklärung, Dr. Emil Fra Pk e, de» Minister» sür Unislzierung der Gesetze und der Verwaltung, Msgre Srämek, des Handel»Ministers I. B. Rajman, de» Minister» sür öffentliche» Gesundheitswesen Dr. Ezech und dr» Minister» ohne Portefeuille Erwin Zajiöet. Minister Dr. Spin« konnte während des Sesmstag» zur Audienz nicht eingeladen«erden, da er außerhalb Prag»«eilt. Jl. Nach bett Unterredungen mit den Regierung», und politischen Faktoren, die de» ganzen Tag hindurch dauerten, empfing der Präsident der Republik um 18 Uhr Ministerpräsident Dr. HodZa. Der Präsident dgr Republik teilte Dr. Hodja mit, daß er die Demission der Regierung annehme, daß»kihn mit der Bildung der neuen Regierung betraue und er ersuchte ihn gltichzeUig, daß bi« zur Lbsuug der Krise die bisherige Regierung die staatlichen Angelegenheiten erledige. Der designierte Ministerpräsident Dr.^ Milan HodZa wird die Verhandlungen mit den politischen Parteien am Montag, den 19. Juni früh, eröffnen. Nobllmaeliuns und Aufmsksck! von Medensworten begleitet Au« der noch immer ungeklärte» Lage im Fernen Osten und de» einander in vielen Punkten widersprechenden Berichten der großen Presse- bilros lRrüter, United Preß, Haun«) läßt sich etwa folgende» Ergebnis herauSschäle»; Die ch i n r s i s ch e Z e n t r a l r« g i e- rung würde.auch heute noch«inen Krieg gern vermeiden, weil die Organisation deS chinesische» Reiches wie seiner Armee nicht auf jener Hähe find, die eine erfolgreiche Kriegführung gegen daS schwächere, ater ausgezeichnet organisierte Ja- pgn gewährleisten. Aber man ist sich in Nanking darüber im klaren, bäß inan eine außenpolitische Demütigung wahrscheinlich mit einer Revolution ihr Innern bezahlen würde.^Wem« die Führer der„29. Armee", di« eigentlichen Herren in dem umstrittenen Gebiet von Hopes, sich de« Japanern füge», so werden sie wahrscheinlich von ihren Meuternde» Truppe» davongejagt oder erschlagen werden. Wenn die Regierung die kapitulierenden Gesuraledeckt, wird sich gegen sie rin BolkSsturm erheben. Es bleibt per chinesischen Regierung kaum ei»e andere Wahl alS Widerstand bi« zum äußerstem f. ,y Auälblila-p-ltu iTschd Rigiertrug möchte angesichts, der Haltung Englands, der VGA und'der unklaren Lage in Rußland eine» offesttnKriegam liebsten vermeiden. Aber auch ist Japan fragt'man sich, ob man der Kwantnng- Ärmee noch ohne Gefahr einer' innerpolitischen Revolte i» den Arm fallen kann. In Japan gehrt« ebenso wie in China die Wogen deS Na» tipnaliS m u S hoch. Man kann andererseits die Kwantung-Armee auch nicht der Gefahr einer Niederlage auSfetzen und hat mit der Mobilmachung sehr starker Streitkräfte be-imnrn. DaS Ziel JapanS ist es, aus den Provinzen Hopei und Tschachar einen neuen„autonomen" Pufferstaat nach dem Muster von Mandschukuo zu machen. Man hofft, durch Einsatz stärkerer Kräfte gegen die chinesische Besatzung von Hopei dieses Piek' erreichen zu können/ ohne formell Krieg gegen Japan'führen zu müssen. Man hat China mitgrtM, daß man daS Betreten HopeiS hurch chinesische Truppe» ni ch t d u ld e n werd«. Während chinesische Truppen sich nach Norden in Matsch.setzen,- tüstet Japan zur. Einschiffung einer Okkupationsarmee von mehr älS 100.000 Mann.. U5L«amen die faschistischen Mhchte W a s h ing t on. Kurz nachdem dir chinesische Regierung die Bereinigten Staaten durch ihren Botschafter Wang ersucht hatte,,zu per Zusammenziehung japanischer Truppen in. Nord- China auf Grund des. Neun-Mächtevertrages Stellung zu nehmen, gab, Staatssekretär Hall eine .sopmelli Erklärung ab, in. der er, ohne Japan, .'China»dpr de» Neunniächtevertrag zu erwähnen, den Standpunkt BmetikaS darlegte. Die Erklä- . rung besagt u. a.,«S könne nirgends in der Welt ernste Fetndseligkeiten gebsn, die nicht.in irgend- ,einer Weise die Interessen, Rechte oder Verpflichtungen der. Bereinigten.Staaten berührten. Wei- trr fsigteHnllr, „Wir befürworten, daß a ll« N a t i»'n e« sich tri»er Berfolgüng ihrer Politik'der G ewalt a n'w e n d«« g und Einmi-> schün, in dir internen'Angelegenheiten anderer Rationen enthalten. Wir befürworten" di« Regelung jntematiopaler.-Probleme' durch, Verhandlung«Nd Berstäfidigp»,. ,Unter Aufrechterhaltung de« Grundsatzes um«-der Heiligkeit.der Verträge glauben.Mp gn eine Aenderung von Vertragsbestimmungen, wenn die Notwendigkeit dazurntfteht,dnkchMn»rdnungSmäßigesver- ..fahre», im Geiste gegenseitiger Behilflichkeit und Verständigung. Wir ttfümorten die Senkung »der Beseitigung'ÜberMäßihee' Schranken in« in» ternatio»ale» Handelsverkehr. Wir'glauben an . ein« Herabsetzung und Befchränkmig der Rüstun- r AährM fast Ke gesä^ta. Presst..hjd.Sü; Mission der Regierung,'jo überraschend sie D kommen war, ziemlich ruhig behandelte, glaubte der„Vcnkov".übcr eine Verteidigung der agrarischen Forderungen hinauSgchen und sich Andeutungen über die Möglichkeiten, die doch die Agrarier— vielleicht die rechteste Gruppe aus- genommen— selber nicht ernstlich in Betracht ziehen, leisten zu müssen:„Die Mehrheit in der Koalition kann eine Minderheit im Staate werden". Und: wenn die Landwirte in die De- fcnsive gedrängt werden sollen, solle man sich nicht auf den Staat und die Demokratie berufen, wenn durch diese Taktik die Koalition geschwächt wird.— Nun. der Verlauf des Samstag zeigte, daß die Koalition nicht geschwächt wird, daß man auch nicht an eine Aenderung der bisherigen Koalition denkt. Was schon die Stimmen der Presse zeigten, das wurde auch offenkundig in den Besprechungen, die der Staatspräsident mit den Parteiführern hatte: der W u n s ch n a ch der B e t r ä u u n g deS bisherigen Minister-' Präsidenten Dr. H o d j a mit der Kabinetts- bildung war allgemein.'. Der Staatspräsident Dr. Bene? empfing, im Laufe des Tage« alle Parteiführer, unter ihnen selbstverständlich auch, die-deutschen Minister Dr. Czech und Zajicek(Dr. Spina war nicht in Prag) und. nach Anhörung der Auf- fässungen der Parteien betraute, er Dr. HodZa, der Nochmals ain Abend empfangen worden war, mit der Bildung dep Regierung. Dr. Hüdja wird den Montag zu den notwendigem Verhandlungen über die Neubildung des Kabinetts anfnehme» und es wird allgemein angcnoitimen.'datz die Verhandlungen einen glatten unb rascheil Verlaus nehmen.werden. Selbst' verständlich handeü es sich nicht nur um Personenfragen, sonder», auch um die Beilegung jenes Konflikte s,■■-er zur Demission geführt hatte. In welcher Weise.die Gessensähe in„der Frage' der Finanzierung der„eisernen Reserve" und'-in der Frage der Gctrcidcpreise überwunden werden' sollens' läßt' sich freilich heute noch nicht sagxw'...• ' Die Wiedcrbetra'uUng Dr..HodZaS ist. vor Mein ein. Vertraue ns b e sv eiS, für i h n/ES ist zuwünschen, daß dieser Vertrauensbeweis vor allem seine Stellung.i» der eigenes Partei, gegenüber deröm rechte» Flügel,.stärkt,! gegenüber jesiptn Flügel,-er- weit weniger qy-M StgaOinteresse'als an feine Sonder-^ intepessen denkt.' '.'''Mit)'großen Aenderüngen im der Zpspmmonsotzpng der Regierung, ist. nicht iSHuüA,.. Wsc^krscheinlich wird»ip, FinanjyMiswrium gilt Wechsel cinrrekcn. esftf Notwendig, daß die Krise rasch überwunden wird, aus innerpolitischen Gründen, vor allem aber mit Rücksicht auf die außenpolitische Situation, und diese Erkenntnis dürste mit zur baldigen Neubildung der Regierung beitragen. Wien. lieber die Demission-er Regierung Dr. HodZa» schreibt die heutige„Wiener Zeitung": Bei der Liquidierung der Krise wird viel davon abhängen, ob der aktuelle Anlaß allein den Rücktritt verursachte oder ob nicht doch tiefere Gründe dem Wunsche nach einer Aenderung de» System» oder der Person, die ein eigene» Programm durchsetzen wollte, Nachdruck verschaffte. Politische Krisen im Sommer gleichen oftmals rasch vorüberziehenden Gewittern. . Die„Reichspost" befaßt sich mit der Tätigkeit de» Ministerpräsidenten Dr. HodZa und schreibt«. a.: .Nicht minder verheißungsvoll als seine innerpolitische BtfriedigungSaktion waren Dr. HodZa» Bemühungen um die Annäherung der D o n a u st a a't.e n. Seit der Reise de» Bundeskanzler» Dr. Schuschnigg nach Präg im Feber 1988 und seinen Unterredungen mit Dr. HodZa konnte man eine.Reihe.konkreter Ergebnisse verzeichnen, vor allem den zwischen Oesterreich und der Tschechoslowakischen Republik, abgeschlossenen Handelsvertrag, aber auch, einen Ab bau g.e i st i g e r Hemmungen zwischen den Staaten der Kleinen Entente, und jenen der römischen Protokolle. Erst ist' der letzten Zeit wieder haben staatsmännische Reden Dr. HodZa» und des ungarischen Minister» Kanya dieser Tatsache Ausdruck gegeben. Man durste erwarten,, daß die Spannungen allmählich einer sfrieblichen Bereinigung gegenseitiger Wünsche weichen werden. Deshalb bedeutet Dr. HodZa» Rücktritt auch einen Rückschlag i n Mi t t e l e n r o p a, der völlig unerwartet «kngetreten ist.' Der Papst für Mundelein ., Castell Gandolfo.(Reuter.).Papst Pius Xl. gedachte anläßlich:,einer Audienz von Pilgern aus ,W«ggo öffentlich, des Kardinälcrzbischoss Mun- delein, dessen.Rede über das. deutsche Staatsoberhaupt seinerzeit, ejnen diplomatischen Zwischenfall, hervorricf.. Der Heilige Väter i erklärte hiebei: »St« können auf, die Größe Ihrer Heimatstadt .stwlz s e.in, aber auch auf.,d i e.'G rö ß e .'J,hW«S. po^r't ve f„f l ich e,n. Kardinal,- e.r z b i.s.ch o fr,, der bei der.Verteidigung der Rechte Pottes und der Kirche, zum Heil der See- l«n so mntig auftrat."..7.» Der spanische Freiheitskampf Von Karl Kern, Mitglied der Spanlendelegatlon der Sozialistischen Jugendinternationale Nun währt der spanische Bürgerkrieg bereit» ein Jahr und noch ist sein Ende nicht abzusehen. Tausende und abertausende blühender Menschenleben hat der Krieg schon verschlungen: die Lugend an den Fronten, die Frauen und Kinder von Malaga, Guernica, Almeria, Bilbao und Madrid, die Männer von Badajoz, von Rio Tinto und Jrun, die im faschistischen Hinterland gemordeten Bekenner der sozialistischen Idee. Von den Pyrenäen bis znm Mittelmeer zieht sich eine Kette des Todes und der Vernichtung und riesengroße Trauer hat sich über das sonnige schöne Land gebreitet. Die spanische Erde trinkt gierig das Blut, daS in Strömen fließt— und jener Teil Europas, der sich demokratisch nennt, beschränkt sich darauf, dem grausigen Schauspiel mit verschränkten Armen zuzusehen, gestattet untätig, daß ein paar ruchlose Generale mit deutscher und italienischer Hilfe und mit Hilfe der Marokkaner das spanische Volk auSrotten. Was ist in Spanien seit dem Sturze der Monarchie, abgesehen von dem reaktionären Zwischenspiel in den Jahren 1934 und 1985, geschehen? Zum erstenmal in der Geschichte Spaniens wurde, schüchtern genug, der Versuch unternommen, dem Volke sein Vaterland zu geben, das vordem nur das Vaterland der Neichen, de» Adels, der Offizicrskaste und der Geistlichkeit gewesen ist.. Ln kaum einem anderen Teile Europa» waren Land üstd Volk soweit voneinander entfernt wie im Spanten der Monarchie Und der Reaktion. Die Armee, die zu nichts anderem al» zur Niederhaltung des Volkes und zur Vermittlung von Pfrllndnerstellen für die Söhne de» Adels täugte, blieb leider auch nach dem Sturze der Monarchie volkssremden' und gewissenlosen Offizieren ausgeliefert, die um ihre Pfründen bängten und die Nationswerdung des spanischen Volkes mit allen Mitteln zu verhindern trachteten. Sie griffen schließlich zu dem verwerflichen Mittel des BaterlandSverrats, indem sie den Aufstand gegen die rechtmäßige Volksregierung anzettelten und sich mit jenen ausländischen faschistischen Mächten verbündeten, die in Spänien nichts anderes suchen als die Befriedigung ihrer materiellen und politischen Interessen. Gleich den Faschisten Deutschlands und Italiens geben sie vor, gegen den kultur- und volkszerstörenden Bolschewismus zu kämpfen; in Wirklichkeit sind sie es, die Land und Volk verderben— wie ihre Vorbilder und Bundesgenossen. Wenn Spanien» Volk in allen seinen Teilen frei handeln und entscheiden könnte, wäre der blutige Spuk in wenigen Stunden verflogen. Wir haben gesehen, wo Spaniens Volk steht: in den Fischerdörfern an-der Küste des Mittelmeeres, in den stolzen. Städten Kataloniens, Arragoniens und Kastiliens, in. den armen Gebirgsdörfern, auf den Werften und in den Fabriken ist der Wille lebendig, in demokratischer Freiheit Spanien neu zu zimmern, aber auch der Wille, eher zu sterben als noch einmal den Nacken unter, das Joch-des blut- und beutegierigen landesverräterischen Adels zu beugen. DaS spanische Volk wird siegen— oder Spanien wird ein« menschenleere Wüste sein, in der die deutschen und italienischen Eroberer ihre militärischen Boll- werke gegen dir europäische Demokrat!« bauen. Will die Welt den wahren Willen des spanischen Volkes sehen, dann blicke sie auf Madrid, die stolze, trümmerreiche, blutende und. hungernde Hauptstadt des Landes, die seit neun Monaten dem faschistischen Anstrum trotzt und unerschütterlich ist im Haß gegen die faschistischen Mörder, unerschütterlich in dem Glauben an den Sieg der demokratischen Republik. Das spanische Boll, die rechtmäßige spanische Regierung, sie werden siegen. Daran muß jeder glauben,, der. dieses.Bost gesehen, der sein Schaffen und Kämpfen zu bewundern Gelegenheit hätte. Sie werden siegen und damit auch die ängstlichen, europäischen Demokratien vor. dem Untergang bewahren,, jene Demokratien, die sich beeilen, aus" den faschistischen falt accompli juristische Tatbestände zu konstruieren und dann versuchen, diesen,'mit Leisetreterei, Konferenzen, Beschlüssen und' Versprechungen gerecht, zu werden, obwohl— oder weil?—sich die Faschisten aller Zungen aus diesem Treiben'einen guten Tag Veite 2 Sonntag, 18. Juli 1937 Nr. 187 Japanische Sabotage? Schanghai. Eine schwere Explosion ereignete sich am Samstag nachmittags in einer Pulverfabrik bei Hsingtengkau in der Nähe von Tschung- ling(Provinz Tschcchuan). Die Fabrik selbst und mehr als 100 Häuser in der Umgebung wurden vernichtet. Unter den Trümmern fand man bisher 70 Tote. Ueber 300 Verletzte sind bereits geborgen worden, lieber die Ursache ist noch nichts bekannt geworden. Der Leiter der Fabrik wurde verhaftet, da mit der Möglichkeit einer Sabotage gerechnet wird. machen und weiterhin fertige Tatsachen fabrizieren.— Das spanische Volk wird trptzalle« dem siegen, weil nur auf seiner Seite die moralischen und politischen Voraussetzungen für den Sieg und für das Regieren des Landes bestehen. Aber wieviel Blutopfer wird dieser Sieg durch die Schuld der europäischen Demokratien noch kosteni Wieviel blühende Jugend, die zur besten Jugend Europas zählt! Wir haben die Vorbereitung zur großen republikanischen Offensive gesehen, die daS erste Jahr de» Bürgerkrieges abschließt. Zehntausende junger Menschen, keiner älter als fünfundzwanzig Jahre, fuhren der Front entgegen. Guten Mutes, gläubigen Herzens und todesbereit. Wir sprachen mit den Soldaten an der Front, die in den Gefechtspausen lesen und schreiben lernen, weil ihnen das alte Spanien keine Gelegenheit dazu gab. Welch eine herrliche Jugend ist da»! Und was wird übrig sein von ihr, wenn die großen Kämpfe vorüber sein werden? Wieviel werden jetzt noch leben von denen, die uns die Hand drückten? Wird ihr Sterben wenigstens den langerhofften großen' Sieg bringen? Gewiß, es ist noch viel unermeßlich viel andere Jugend im Hinterland, Jugend, die noch zu Hause bleibt, weil man keine Waffen für sie hat. Ist es aber notwendig, daß soviel« sterben? Die Faschisten haben alle Waffen, deren sie bedürfen. Die Arsenale Deutschlands und Italiens stehen ihnen unbeschränkt zur Verfügung. Tag um Tag wird Madrid mit schwerer Artillerie beschossen. Aber die Armee der rechtmäßigen Regierung hat der militärischen Technik der Feinde nichts entgegenzusetzen als die Leiber junger Menschen. Die Angriffe auf die Stellungen der Gegner werden fast ohne jede Artillerievorbereitung untemommen, der Sturm erfolgt gegen die unversehrten Maschinengewehrnester der Feinde, die so die Reihen der republikanischen Soldaten ohne Mühe und große Verluste furchtbar dezi- mieren. Und gegen das schwere Granatfeuer aus Madrid kann die republikanische Armee kein einziges schweres Geschütz einsetzenl Die Marokkaner bleiben geschützt und gedeckt durch die Waffen Hitlers und Mussolinis und Spaniens Jugend muß sterben, weil sich die Welt mit der Gegenkolonisation Europas durch die von Hitler und Mussolini bewaffneten Afrikaner absindet. Zu dieser ungeheuren Schande kann Europas Arbeiterschaft nicht schweigen, d a r f sie nicht schweigen, denn morgen wird i h r Blut auf die gleiche Weise vergossen werden. Mit einigen hundert schweren Geschützen, einigen Dutzend Flugzeugen und Tanks ist dieser furchtbare Krieg rasch mit dem Siege der Republik zu beenden und zehntausende Menschenleben würden erspart. Man gebe den, spanischen Volk die Waffen, die es braucht, um sein Leben und Europa gegen den Faschismus und gegen Afrika zu schützen! Vor kurzem hat die Sozialistische Arbeiter23 Negerkönigs Tochter Roman von Otto Stössl COPYRIGHT BY SATURN- VERLAG, WIEN Er habe recht erstaunt gefragt, woran der Njaka das erkenne. Der aber habe ihm geantwortet, an ihren Händen, die schon ganz blaß seien. Doch habe sie, um recht vollkommen weiß, wie die Leute hier alle, und um auch ganz gesund zu werden, noch andere Dinge zu tun und mannigfache Beschwörungen und Zaubermittel anwenden zu lassen, die er, Dieter, nicht kenne, denn er sei leider kein Njaka und verstehe nichts davon. Darum bringe er sie jetzt zu einem großen Hause, wo viele mächtige NjakaS wohnten, die sie erst gescheit behandeln mühten, damit sie auch wirklich weiß würde, Und da standen sie schon vor dem fremden Gebäude. Er ging mit den Kindern hinein und ließ Josef vor der Kanzlei warten. Drin aber sprach er mit dem anwesenden Arzt, der Bellas Hände besah und sie bereitwillig aufnahm. Dann bat Dieter noch, sie möge hübsch brav sein, damit dem Medizinmann die große Kur auch gelinge, es werde ihr schon gut ergehen in dem Zauberhaus«, und sie solle der Krankenschwester folgen- welche dastand und auf Bella wartete. Die zeigte ein merkwürdiges Gesicht. Ihm war, als müßten Afrikas wilde Tiere so schauen vor dem Ansprung auf den Menschen. Bei Gott, es wär« ihm recht und billig erschienen, wenn Bella ihm mit ihren weißen Zähnen an den Hals gesprungen wäre. So sah sie aus, wie auf dem Sprung. Und zugleich hatte ihr Auge einen Ausdruck, den er nie mehr in seinem Leben vergaß, der sagte nichts weiter, als ein stummes, entsetztes: Auch du! Sie war durch dl« Hände aller Menschen gegangen, einer hatte sie dem anderen internationale die gleiche Forderung erhoben. Die Resolution, mit der dies geschah, genügt.nichtl Die Völker der demokratischen Länder müssen aufstehen und ihre Regierungen zum Aufgeben der Lässigkeit und Aengstlichkeit zwingen, durch die der rechtmäßigen spanischen Regierung und damit dem ganzen spanischen Volk der Ankauf von Was« fen bisher verwehtt wurde. Es würde auch die wirkliche Verhinderung von Waffenlieferungen an die Faschisten genügen. Mit dem, was da ist, würde Spaniens Volk ohne Zweifel fertig werden. Ein Jahr de» spanischen Bürgerkrieg» liegt Himer. Europa. Da» ist eine Mahnung an uns, unsere eigenen Kräfte zu mehpen und die Hilfe für Spanien zu verstärken. Um Spanien» Volk, um Spanten» Jugend, aber auch um unserer s e l b st willen. Unsere Herzen schlagen für Spaniens Freiheit, unsere Hände und Köpfe müssen für sie handeln I' Das Echo der Demission Nicht nur aus technischen Gründen, sondern auch wegen der unerwarteten Plötzlichkeit-et Ereig- nisses war die Samstagpreffe^soweit sie di» Nachricht von ter Demission der Regierung überhaupt bracht«, nur»um Teil in,der Lage-sie zu kommentieren. Da» Bemerkenswerteste an denUrteilen.der tschechischen Blätter ist, daß sie ohne Unterschieb' ter Richtung— und auch ohne Rücksicht darauf, ob e» sich um Organe von Koalition»-«der Oppositionsparteien handelt— sofort die Neubildung einer Regierung auf der Grundlage der bisherigen Konstellation für da» Wahrscheinlichste und Wünschenswerteste bezeichnen. Scharf macht« der.Venkov" in seinem Leitartikel, über den er die Frage„Ueberlebt sich, die Koalition?" setzt und dessen Tenor darin besteht, daß da» Ende der Zusammenarbeit und Einigung in der Koalition»die Mehrheit dtr Koalition in«ine Minderheit im Staate" verwanden könnt«. Gleich daneben wird jedoch im eigentlichen Kommentar zu der offiziellen Rücktrittimeldung angekündigt, daß die Parteien eine neue Bast» für die Zusammenarbeit versuchen werden, wobei„die plötzliche Demission vermutlich zu kleineren Senderungen benützt" werden würde. Di« politischen Parteien seien stch klar darüber, daß sie auch im Rahmen einer Beamtenregierung di« Verantwortung tragen und dies« im Herbst direkt übernähmen müßten.—, „Prätw Lidu" sagt in der SonntagSauraabe:.Trotz der Etnmüfigkeit de» Beschlüsse» wird die Demission irgendwie den Eindruck einer Improvisation machen. E» ist nämlich die Frag«, ob gerade in der heutigen Lest e» angezeigt war. die Frage der Weweid«preise erst in der letzten Vorferienwoche gipfeln zu lassen." — Ueber die Vorgeschichte der Demission schreiben .Lidovt Novintz":„Ministerpräsident Dr. Hodja war in seinen Bemühungen um ein Kompromiß in hohem Maße durch die Hartnäckigkeit seiner eigenen Partei gelähmt. Und so entstand schon gestern der Eindruck, daß die Unzufriedenen in der Agrarpartei direkt zur Krtfe trieben, damit Dr. Hodja» Kabinett falle.— Sehnlich sagt„Ceftt Slovo":„Dieser Kampf zwischen dem Fortschritt und der Reaktion äußert stch nicht nur zwischen der agrarischen und de» änderen Parteien. Ein ständiger Kampf wird auch innerhalb der agrarischen Partei geführt. Die Sachen vor zwei Jahren hatten in ihr dieselbe Wurzel wie die heutige Unterminierung der Regierung Hodja."— In demselben Sinne schreibt auch da» Zentralorgan der PolUpartei.Lidovk Lisch". „Prager Preise" Wir wollen die partecholittschen Hintergründe, welche zu diesem Ergebnis geführt hWen, da» die politische Oeffentlichkeit überrascht hat, beseitelassen. Nur soviel ist Wer diese» Thema zu sagen, daß die Spannung inneichalb der Koalition in der letzten Zeit im Steigen gewesen ist, worauf auch di« immer gereizter werdenden Polimiken der koalttionellen Par« teilpreffe hindeuteten. Die Dinge wurden nicht mehr im Schoße der Koalition selbst, sondern außerhalb, in der Presse und wdhl auch in den Versammlungen draußen behandelt, kurz, die Atmosphäre war nicht die beste. Dennoch ist in allen Parteien, welche «inen kühlen Kopf behalten Haien, die Ueber» z e u gu n g n och im m e r über w t e g e nd, daß di« Koalition,une»tb«hrltch ist: wenn nicht au» anderen Gründen, so au» dem Verantwortungsgefühl gegenüber dem Staat, der in einer der schwierigsten Perioden europäischer Geschichte einer festen Führung der politischen Geschäft« und einer stabilen, auf dem Mehrheitswillen der Bevölkerung beruhenden Regierung nicht'entbehren kann. Das stärk unsere Zuversicht, daß die leitenden Männer unsere» Lande», voran der Präsident der Republik, ohne größere Schwierigkeiten eine Lösung der politischen Fragen finden werden, die zu dieser Demission geführt hoben. nBohemls 1* Gehemmt durch di« Einficht in di« nicht nur politische, sondern auch sachliche Notwendigkeit«ine» Kompromisses zwischen den extremen Interessenten« I forderungen hat Hodja, obwohl er der Vater de» Ge- Neues Flottenbau-Abkommen England-Deutschland und England*Ru8land London. SamStag vormittags wurde im englischen Außenamt in Ergänzung de» deutsch-englischen Flottenabkommens von 1985 ein weiteres deutsch-englisches Flottenabkommen abgeschlossen und vom Botschafter Ribbentrop» dem englischen Außenminister Eden sowie Marineminister Duff Cooper unterzeichnet. DaS neue Uebcreinkommen besteht aus drei Teilen: a) einer qualitativ enBereln« b a r u n g, d. h. einem Uebereinkommen über SchiftSgrößen und Bestückung der Kriegsschiffe, und einer Vereinbarung, Nachrichten über künftig« Schiffsbauten auszutauschen, b) einer al»„E r k l ä r u n g" bezeichneten Ergänzungsvereinbarung zum deutsch-eiiglischen Flottenabkommen von 1936, die der besonderen Lag« Deutschland» nach diesem Abkommen Rechnung tragt und e) einem N o t« n w e ch s e l, der die Bauz pause für große Kreuzer behandelt. Da» Uebereinkommen tritt nach Ratifikation und gleichzeitig mit dem Londoner Flottenvertrag von 1936 und dem englisch-sowjetrussischen Vertrag vom gleichen Tag, der ebenfalls in London unterzeichnet wurde, in Kraft. Das qualitafive Abkommen enthält Begriffsbestimmungen für die verschiedenen Schifisklaffen, die in Schlachtschiff«, Flugzeug-Träger, leichte Ueberwasser-Fahrzeuge, Untersee-Boote, kleine Kriegsfahrzeuge und Hilfs-Fahrzeug« eingeteilt (sind, was eine Aenderung gegenüber dem Flottenabkommen vom Jahre 1935 bedeutet. DaS Abkommen bestimmt die Altersgrenze, die Größe der Schlachtschiffe(nicht mehr als 35.000 Tonnen), das Geschühkaliber, ebenso auch bei den anderen Fahrzeugtypen. Unterseeboote dürfen keine größere Wasserverdrängung als 2000 Tonnen haben. Besonders hervorzuheben ist die grundsätzliche Baupause für große Kreuzer, die bis zum 1. Jänner Der jugoslawische Klrchenkonfllkt Belgrad. Nach der Feststellung, daß aus dem Sekretariat der Jugoslawischen Nationalpartei aufreizende Flugblätter verbreitet werden, nahm die Polizei in den Räumlichkeiten de» Sekretariat» eine Haussuchung vor, wobei 4 verschiedene gedruckte und maschinengeschriebene verbotene Flugblätter beschlagnahmt wurden, aus denen die Aktion dieser Partei gegen das Konkordat, das Re-- gierungssystem und gegen Personen der Regierung hervorgeht, und zwar auch gegen solche, die nach-em geltenden Gesetze und der geltenden Verfassung bei keiner politischen Angelegenheit erwähnt werden dürfen.(Prinzregent?) DaS einwandfreie Vorgehen bei der Durchsuchung be- 1947 läuft,-le jedoch angesichts der Tatsache, daß die Sowjetunion solch« Kreuzer auf Stapel zu legen beabsichtigt, durch eine besonders vorgesehene Bestimmung gekürzt werden kann. Beabsichtigte Neubauten sind den Vertragspartnern vorher mit» zuteilen. Bei Eintritt besonderer Umstände kann eine Ueberprüfung de» Vertrage» erfolgen, der, falls er nicht vorher gekündigt wird, bi» zum 81. Dezember 1942 in Kraft bleibt. Die„Erklärung", d. h. da» Zusatzabkommen zum deutsch-englischen Flottenvertrag von 1935 enthält Bestimmungen über die Anwendung des Stärkeverhältnisses zur britischen Flotte in der Höhe von 35:100 auf die einzelnen Schisssklaffen, bie Möglichkeit der Tonnage-Uebertragung von einer Schisfsllasse auf die andere, sowie Sonderbestimmungen über da» Alter der nach den Bestimmungen de» Versailler Vertrage» gebauten deut« , schen Kriegsschiffe. Die Verhandlungen um die nun unterzeichneten Flottenverträge dauerten länger al» ein Jahr. Di« Abkommen, die auf die dreiseitige Londoner Konvention vom Jahr« 1936 ausgebaut sind, sollen den Seemächten, die an der Londoner Konferenz nicht teilgenommen haben, die Teilnahme an den Klauseln dieser Londoner Konvention, betreffend die qualitative Beschränkung der Kriegsschiffs-Tonnage und den Austausch'von Nachrichten Wer projektierte Schiffsbauten ermöglichen. Der Abschluß dieser Abkommen wird zur Folge haben, daß England di« dreiseitige Londoner Konvention, bi« von Frankreich und den Bereinigten Staaten ratifiziert worden ist, unterzeichnen wird. In dem Vertrag mit Rußland wird für die ostastatische Flotte Rußland», eine bemerkenswerte Ausnahme gemacht. Rußland soll nicht verhalten sein, Schiffsbauten für den Fernen Osten den Briten besonder» anzuzeigen und in die vereinbarte Tonnage einzukalkulieren. stätigien zwei bevollmächtigte Abgeordnete dieser Partei.'Auf Grund de» beschlagnahmten Maie- rials wirb gegen die Urheber und Verbreiter die Anklage auf Grund de» Gesetze» zum Schutz der öffenilichen Sicherheit und Ordnung im Staate erhoben werden. Die sugoslawssche Regierung bemüht sich, im Ausland die Gerüchte zu zerstreuen, daß di« orthodoxe Kirche hinter der Oppositton gegen da» Konkordat stehe. Diese Dementis sind Wer wenig glaubwürdig. Es scheint doch, daß di« Herrsch« sucht der orthodoxen Kirche hinter den Manöver» steckt, die das Konkordat hintertreiben und dämit die Kroaten und Slowene» vollend» in den Kampf gegen da» serbische Element treiben wollen. weitergegeben, als ein kurioses Ding, sie hatte zu essen bekommen, Schläge gekriegt, gebrüllt, gelacht, vergessen, sie hatte ihre Besitzer veriauscht wie bie Gegenden, die sie gesehen und wieder verlassen, bis sie in das kleine Haus gekommen war, zu seiner braven Frau, zu ihm, und da hatte sic sich zum ersten Male fest unb sicher gefühlt. Jetzt erwies sich alles als falsch und treulos wie immer, man gab sie wieder aus der Hand. Oh, hätte sie ihm doch eines ihrer herzhaften Schimpfworte zugerufew, um sich geschlagen, sich gcz wehrt, ein Wort nur gesagt, das ihn vor sich selbst gerechtfertigt hätte. Aber das tat sie nichr, sondern schaute ihn nur diesen einen Augenblick lang an. Und bann ging sie'mit gesenktem Kopse hinaus, der Krankenschwester nach. Schweigsam und bekümmert entfernte sich Dieter mit seinem Jungen und kehrte in die stille Wohnung heim, wo ihn der eine wunde, grimme Blick aus jedem Dinge ansah, das diese kleine Negerin in Händen gehabt hatte: Auch dul. In der nächsten Zeit machte sich Dieter einmal auf, um seinen alten Freund Hesky doch wiederzusehen als anerkannt großen Mann unb im Glücke. Wie lange schon war er nicht mehr in dem einsamen Prqterpavillon gewesen, der unter den Bäumen vornehm weiß hervorschimmerte. Nachdenklich betrat er den vertrauten Saal, der einen ungewohnten, neuen, behaglichen Eindruck machte, denn ein paar reinliche Möbel, Teppich« und Hausgeräte waren hübsch geordnet, da,«ine Lampe hing Wer einem rechtschaffenen Tische, ein bürgerliche» Lager, kein ausschlagbare» Feldbett, wie«» der Doktor Hefty sonst immer benützt, zeigte sich saWer gebettet in der Ecke, und afrikanische Waffen, Gewehr«, Dolche und Hörner hingen zu einem abenteuerlichen, doch geordneten Zimmerschmuck gruppiert, an der Wand, weiße Vorhänge gaben dem früher kahlen Raume ein freundliche» Ansehen, man bemerkte gleich, um den unbekümmerten Doktor Hefty trug jetzt ein auf die tägliche kleine Wohlanständigkeit bedachter weibliches Wesen Sorge. Dieter hätte nicht ein braver Ehemann sein müssen, um die» nicht gleich kopfschüttelnd bei sich festzustellen. Kaum hatte er sich erst recht umgesehen, sv war dieser wirkende Geist der Sauberkeit auch schon zur Stelle und begrüßte ihn freundlich: die Anna, de» Hausverwalters Tochter, welche stattlich, mit herzlichem Lachen und dem eigenen munteren Behagen, darr kannte, vor ihn trat, ein bißchen ansehnlicher als sonst, zwar wie immer in ihrer AlltagSklei- duNg mit Schürze und Bluse, Kopftuch und aufgeschürzten Aermeln, mit bloßen, festen wohlgerundeten Armen, aber irgendwie selbstbewußter oder vornehmer. Wie soll«in Mannsbild all die kleinen Finten und körperlichen oder seelischen Witze kennen, die ein Frauenzimmer■ aussteckt, wenn es sich hervortun und würdig machen Willi Der Dokwr Hefty sei auSgeritten, käme aber Wohl recht bald zurück und würde sich freuen, den Herrn Dieter zu sehen.„ES ist schön, daß Sie sich wieder einmal um ihn kümmern, warum sind Sie denn so rar geworden?" ”„Dec Doktor Hefty hat ja jetzt ganz andere Leute, der braucht mich nicht mehr, ihm ist gewiß da» Fräulein Anna lieber, al» ich alte» Möbel." „Warum nicht gar? Ich bitt' Sie, dem Doktor Hesky fällt'» keinen Augenblick ein, Wie ich ausschau'. Ja, wenn ich ein Roß wär', oder«in afrikanischer Asse, oder ein zerraufter afrikanischer Neger! Ein Weiße» Frauenzimmer aber, wie mich, sieht er nicht einmal darauf an, ob'» ein« Alie oder Junge ist." „Aber daß Sie ein Frauenzimmer find, weiß er schon, und da» ist die Hauptsache." Sie lachte. „Nun, wa» machen Sie denn sonst, Fräulein Anna? Roch keinen Mann in Aussicht? Ich. hab' Sie schon lange verheiraten wollen." „Männer genug, aber zum Heiraten ist die Auswahl zu groß!. Da man nur einen nehmen kann, geht's gar so' schwer. Der ein« hat da», der ander«' da, irgendwo» Gute»' kommt auf irgendwo» Schlechter, und man kann sich'» nicht so zusammenklauben, wie man will." Dieter schüttelte interessiert den Kopf. Sie sah wirklich ganz danach aus, als ob sie an jeder Falte einen Anbeter hängen hätte. Bon dem Gewichte solcher Verehrung wird ein Frauenzimmer statt niedergedrückt, ganz besonders grad- ungroß und schupft die Achseln. Er kannte die Gebärde. Da» war'», weshalb sie so' übermütig dreinschaute. Belusttgt fragte er sie.au» ,v mit seinem gutmütigen verständnisvollen'Blick, dem. man unwillstürlich Vertrauen schenkte, als ob man gar kein Geheimnis vor ihm zu haben braucht«, da er ohnedies alles wußte, was einen anging, und alle» auch verstand. „Da wär« zum Beispiel der Wächmann draußen. Sie kennen ihn ja, den großen blonden, der hier immer Inspektion hat.". Freilich kannte er den:«Ein HWscher Mensch!" .Bilanz leidlich, liebt." ein bissel dumm, aber der« „Eben darum, und der andere?" Sie errötete und lächelte, rin wenig verletzen, ein wenig verschämte halb stolz, halb demütig: „Sie wisse» schon!", «Ach so, also der! Und wa» sagt er denn dazu?" „Er? Mein Gott, der wird doch nicht«Kn, den muß mm eben nehmen, wenn manihN haben mag. Dem fällt doch so wa» von selbst nicht eiii, über wenn ich will, wird'» ihm schon recht sei». Wüßte ich nur selber, ob ich-soll. Was glauben'Sie? Der Wachmann oder er?"‘ ’■„Der Wachmann ist ein hübscher Kerl, groß, schaut nach wa» Rechtem au», hat ein« Figur, nicht wahr?".' w' (Fortsetzung folgt) . Jh. 167 Sonntag, 18. Juli 1937 Seite 3 fudetmdeutscher Zeitspiele! Petzold-Döllwerke Podersam drohen mit Betriebsstillegung Die Finna lehnt Verhandlungen mit. den Gewerkschaften ab treideuwnopolrwar,alz Regierungschef niemals «ine n u r a a r a r i f K e P o l i t i k gemacht. Eben biet wurde ihm jetzt von manchen Seiten verübelt. ■ Die so denken, aber auch alle anderen, die mit dem Gedanken einer grundsätzlichen Aenderung der Koalitionsbasis spielten, haben die weitgehende Zwangsläufigkeit der bisbcrigcn Komprom itzpolitik nicht richtig verständen. Gewiß, es liefen sich mit dem Bleistift in der Hand noch andere Mehrheiten ausrechnen. So etwa der vielberedete„Bürgerblock", ohne sozialistische Parteien, wobei man außer den Forderungen der SdP auch sämtliche Postulate HlinkaS erfüllen müßte. Oder eine^schwarz-rote" Koalition, mit der gelegentlich den Agrariern gedroht wurde und die, ebenfalls bei voller Befriedigung HlinkaS, zugleich durch eine überspitzte Sozialpolitik den Kommunisten die Möglichkeit zum Mitmachen oder Tolerieren geben müßte. Aber das alles wären müßige Kombinationen, es wären praktisch Totgeburten. Man kam, das zeigte sich bei dieser Regierungskrise sehr rasch, um eine der bisherigen wesensgleiche Koalition nicht herum. Und es erschien ebenso rasch als das Nächstliegende und Natürliche, auch in der Führung keine Aenderung eintreten zu lallen. Dr. Hod.la ist, das hat sich in den 20 Monaten seiner Ministerpräsidentschaft wie in den vorhergegangenen Jahrzehnten seiner ungewöhnlichen politischen Laufbahn gezeigt,«ine durchaus eigenartige und eigenwillige Persönlichkeit, die sich durch die Besonderheit und Unbeirrbarkeit ihrer Konzeptionen immer außer einem starken Prestige und vielen Freunden auch Gegner geschaffen hat. ES ist nicht erstaunlich, daß solche Gegnerschaften auch jetzt zum Ausdruck kamen. Aber seine großen Verdienste, die starke Anziehungskraft seiner Konzeptionen, seine weltläusige Universalität, seine ungewöhnliche Arbeitskraft lallen sich bei sachlicher, durch keine Parteioder Jntereffenbrill« gefärbter Betrachtung schlechthin nicht leugnen. Auch für die international e S t« lln n g d e r Tschechoslowakei ist er gewiß von Bedeutung, daß sich an der Spitze der Regierung auch weiterhin«in Staatsmann vpn europäischem Format befindet.' Der Präsident der Republik empfing am Samstag, den.17. Juli, den Herausgeber und Chefredakteur der amerikanischen Revue„Foreign Asfairs" Hamilton Fish Armstrong. Madrid.(HavaS.) Im Laufe der Rächt zum SamStag unternahmen die Aufständischen einen heftigen Angriff auf Billa Nueva del Pardillo, der an dem zähen Widerstande der republikanischen Abteilungen- scheiterte.. Die Regierungsarme«. entfaltete. bei Boädilla de'. Mont« und Casa del Campo größere Tätigkeit. Westlich von Madrid bei Las RozaS drangen die Regierungsabteilungen in die feindlichen Linien«in und brachten den Aufständische» empfindliche Berluste bei. Bei Caravanchel setzten di, republikanischen Abteilungen ihren Augrifs fort und zwangen die Aufständischen zur Räumung einiger Schützengrabenlinicn und mehrerer Häuser. Im Abschnitt bei Cienpo- z u e l o s südlich von Madrid wurde ein für den Feind sehr verlustreicher Angriff durchge- führt. An der Südfront von Guadalajara währte die heftige Kanonade bis Nachmittag. Die Rcgie- rungsflugzeugc.unternahmen, einige ErkuudnngS- fliige und kehrten dann trotz des heftigen! Feuers der Fliegerabwehrbatterien der Aufständischen unversehrt nach ihrer Basis zurück. Gibraltar.(Reuter.) Reue Abteilungen von eingeborenen Berbern tresfen unuterirochen auS Ceuta, Tetuan und Melila in Algeciras ein. Diese Abteilungen sind für die Granadafront bestimmt, wo di« Offensive der Regier»ngstr«ppen sich auf breiter Front entfaltet und den Aufständischen schwere Berluste beifügt. Di« Krankenhäuser der Stadt Ronda sind Überfüllt. Dir Toten werden in Masiengräbern Die 240 Mann starke Belegschaft der Kaolinwerke Pehold-Döllwerke trat Donnerstag, den 8. Juli l. I., in den Streik. Die Ursache des Streikes liegt.darin,.daß die Firma in der Leit der Krise die Verdienste der Arbeiterschaft durchschnittlich nm 20 Prozent abbaute. Infolge des allgemeinen WirtschastSauftriebes hat auch bei den Pehold- Döllwerken seit mehreren Monaten ein besserer Geschäftsgang eingesetzt. Eine Belegschaftsversammlung beauftragte seinerzeit die zuständigen Gewerkschaftsorganisationen, Lohnforderungen einzureichen. D.ie Firma hat ablehnend geantwortet. Die Betriebsleitungen traten dann mit den Betriebsausschüsien in Verbindung, besserten die Löhne per 30. April um 2% Prozent auf, erklärten aber, daß die Firma mitden Gewerkschaften Uber Lohnfragen nicht verhandelt. Von diesem sehr eigentümlichen Standpunkt verständigten die Gewerkschaften die Bezirksbehörde in Podersam und das Gewerbcinspektorat in Karlsbad mit dem Ersuchen, einzugreisen. Die Bezirksbehörde in Podersam versuchte zu vermitteln,.jedoch lehnte es die Firma ab, an einer Enquete teilzunehmen. Darüber erregt, traten die Belegschaften in den Streik und verlangten neben der berechtigten Lohnerhöhung auch den Abschluß eines Kollektivvertrages. Infolge des Streikes griff die Bezirksbehörde Podersam neuerdings ein. Dienstag fand bei dieser Behörde unter Vorsitz des OberkommissärS Schauer eine Verhandlung statt, an welcher neben den Arbeiter- und Firmenvertretern auch Komis- sär TuLek vom Gewerbeinspektorat Karlsbad teil- in der Umgebung der Stadt Ronda und bei Cordoba beigefetzt. Sonntag sollte» in Algeciras und in La Linea anläßlich deS ersten Jahrestages der spanischen Erhebung Stierkämpfr stattfinde», die jedoch auS unbekannter Ursache abgesägt wur- M Wie verlautet, wkkd als Ursache dieser Ab, sage det größc Verlust an Menschenleben ange- Ven. Madrid. RegierungSabteilungen sind in der Provinz Avila im Abschnitt El Tiemblo um zwei Kilometer vorgerückt, ohne auf feindliche» Widerstand zu stoßen. * Aufruf der Regierung an die Soldaten Francos Madrid. Die Negierungsflieger haben in den letzten Tagen über den zentralen Fronten Flugzettel folgenden Wortlautes abgeworfen: Soldaten des Aufständischen Heeres, euer Widerstand ist zwecklos. Die republikanischen Waffen rücken vor und werden jeden vernichten, der es versuchen wird, diesem Vormarsch Widerstand entgegenzusetzen. Wir behandeln die Gefangenen menschlich und gehen mit euren Deserteure» brüderlich um. Wir sind Spanier und keine Mörder. Wir werden lediglich die verräterischen Generale bestrafen, die Spanien den Ausländern verkauft und die diese» Krieg provoziert haben, der das Vaterland mit Blut tränkt. Geht zu. uns über, desertiert von den aufständischen Abteilungen. ES lebe die Republik! nahm. Die Verhandlung blieb ergebnislos, weil der Firmenvertreter über keinerlei Vollmacht verfügte. Dessen ungeachtet unterbreiteten die Arbei- tervertreier einen Vermittlungsvorschlag, welcher im Interesse beider Teile zur Liquidierung des Streikes hätte führen können. ■ Aus dem Schreiben der Firma vom 14. d. M. an die BezirkSbehörde Podersam geht aber hervor, daß die Firma bis jetzt zu keinerlei Bermitt- lungSvorschlägen bereit ist, ja sogar mit Betriebsstillegung, droht. Aus obigem objektiven Bericht erkennt die breite Oeffentlichkeit, daß an dem Ausbruch des Streikes und dessen Folgen die Arbeiterschaft keinerlei Verantwortung tragt und die Schuld ay dem Ausbruch des Streikes nur die Firma Petzold-Döllwerke trifft. Zuzug von Arbeitern ist strengstens fcrn- zuhalten. Staatliche Ernährung*aktlon Im Zuge der staatlichen Ernähruugsaktion wurden vom Ministerium für soziale Fürsorge den nachfolgend angeführten Bezirken zuerkannt: ferste Zahl: Betrag der Ernährungsaktion; zweite Zahl: Zahl der Milchanweisungen; dritte Zahl Wert der Milchanwoisungeu): B.-Leiva (110.000'— 8000— 18.000), Tctschen 110.000— 3500— 21.000), Lcitmeritz (80.000— 600— 3600), Deutschgabel (80.000— 500— 3000), Rumburg(74.000 — 1500— 9000), Schluck-nau(120.000— 2400— 14.400), Aussig(200.000— 4000 — 24.000), Warnsdorf(35.000— 500— 3000), Teplitz-Schönau(250.000— 4800— 28.800), Dux(140.000— 8000— 18.000)', Bilin(54.000— 1100— 6600), Brüx (120.000— 2400— 14.400), Komata» 15Q.000— 3800— 22.800), Saaz(15.000 — 800— 1800)'. Staatliche produktive Arbeitslosenfürsorge Vom Ministerium für sozial« Fürsorge wurden als Zuschüsse des Staates zu de» Arbeitslöhne bewilljgt: Der Gemeinde Steinschönau zu'Pmnie'iunnSarbetirN- Spielplatz- Herrichtung und Straßenarbeiten 1000 K6, dec Gemeinde R e i ch st a d t für Straßen- und Pslasterunasarbeiten und Bachregulicrung 12.000 KC, der Gemeinde Kleinaugezd für den Bau eines Armenhauses 32.000 KL, der Gemeinde Brüx für die Herrichtung eines Spielplatzes beim deutsche» Gtzmnasium 14.700 KL. Erfolgreicher Streik der Schneidergehilsen in Marienbad. Am Frejtag trat die gesamte Gehilfenschaft der Herrenschneider, 80 an der Zahl, in den Streik, da die Genossenschaft der Herrenschneider die geforderte» Verhandlungen verschleppen wollte. Der einmütig und geschlossen durchgeführte Streik hat unerwartet rasch ein erfolgreiches Ende gefunden. Nach dreistündiger Dauer war die Genossenschaft verhandlungsbereit und erfüllte alle aufgestellten Forderungen. Der Streik ist ein großer Erfolg der Ortsgruppe des Bekleidungsarbeiterverbandes, welche damit der gesamten Gehilfenschaft Marienbads wiederum»ach vierjähriger tarifloser Zeit einen gesetzlich verbürgten Lohn erkämpft hat. Dec neu abgeschlossene Tarif bringt einigen Werkstätten, deren Löhne durch die Krisenzeit eine unerhörte Kürzung erfahren haben, eine Lohnerhöhung bis zu 80 Prozent. Brief an den Zeitsniegel Frau H. M.-Warnsdorf schreibt uns:„Da mein stellenloser Mann nur ein geringes Einkommen hatte und infolge seines Alters auch keine Aussicht bestand, daß er wieder mehr verdienen würde, hatte ich mich im Jahre 1935 entschlössen, für die damals noch intakte „Versicherungsgesellschaft Phönix“"(jetzt „Star“) das Inkasso der Prämien zu besorgen, gegen eine ohnehin sehr geringe Entlohnung(Prozentsatz). Ein Lohnabkommen wurde schriftlich vereinbart. Als die bekannten Schwierigkeiten 1936 einsetzten, sank mein Einkommen, trotz vergrößerter Arbeitsansprüche, auf ein Minimum herab. Ende 1936 hörte ich— nach Kündigung seitens der„Phönix"— ganz zu arbeiten auf. Für die letzte Vzjährige Tätigkeit blieb mir ein Guthaben von einigen hundert Kronen. Trotz Vorlage meiner Abrechnung konnte ich diesen Arbeitslohn nicht erhalten, da man sich auf das bekannte Moratorium berief. Mein Mann, der mir bei meiner Arbeit behilflich war, wendete sich daher an das zuständige Arbeitsgericht in Reichenberg, dies wies aber, als nicht zuständig, uns ans ordentliche Gericht, es entstanden Kosten in der Höhe von über 200 Kronen, die die„Phönix“ durch ihre Advokatenkanzlei Dr. V. Kaplan und Dr. Karl Nämec, Prag II, Vodickova 41, nun von mir fordert. Auf mein höfliches Schreiben an diese Kanzlei, daß doch wir die Fordernden seien, kam eine Erwiderung, die wie folgt lautete:„Wir werden an dem erwirkten Urteile festhalten und davon vollen Gebrauch machen. Wenn Sie mutwillige(!) Prozesse führen, dann müssen Sie auch die Konsequenzen tragen.,, Wohin soll ich mich nun, da ich arm bin, um Rechtshilfe wenden? Warum sind also Arbeitsgerichte geschaffen worden?“ 109„Concordia“-Arbeiter Ain Freitag wurden nach einer Meldung des„Pr. Mittag" 109 Arbeiter der wegen Roh- stoffmangcls eingestellten und erschöpften Kohlengrube„Concordia" in Blatnitz bei Pilsen gekündigt, nachdem die Bemühungen des Besitzers, seine» Arbeitern doch noch Arbeit zu geben, vergeblich' waren, Der erschöpfende und gesundheitsschädliche eiuwöchigc UntertagS-Streik. der Arbeiter war also umsonst.. Großes Schadenfeuer auf dem Grohmannschacht In Eisenberg Ein Todesopfer Freitag nachts gegen halb 1 Uhr ertönten im oberen Bergbaugebict des Bezirkes Komotau die Fabrilsirenen. Auf den Großmannschächten in Eisenberg war Feuer ausgebrochen, dem die ganze Anlage der Vcrladegussen zum Opfer fiel. Auch ein angrenzendes Wohnhaus hatte bereits Feuer gefangen, doch gelang cs schließlich den herbeigeeilten Wehren, de» Brand zu lokalisieren. Das war ein großes Glück deshalb, weil beim Uebergreifen des Feuers, auf die Förderanlage, die Folgen nicht auszudenken gewesen wären. Bei den Löscharbeiten ist es zu einem bedau- criiAvcrtcn Unfall getoinmcn. Der 1875 geborene, in Bartelsdorf wohnhafte Obersteiger Viktor Winkle r, stürzte von einer zwölf Meter hohen Laufbrücke ab und blieb mit einem Schädclbruch tot auf dem Pflaster liegen. Um ettva drei Uhr früh, waren die Löscharbeiten beendet. Die Förderung geht ihren normalen Gang. 01« Offensive verbreitert Franco holt neue Mauren heran Spanische Reise Bon Karl Kern« Alf der Front Vorbei! geht die Fahrt am zerschossenen Nordbahnhof! hier ist die Brücks über den Manzanares, um die soviel Blut geflossen ist und dort der Casa del Campo, in dem sich die Bäume leise rauschend, im Winde wiegen..Und da— ja, da ist der Krieg, da ist'er no ch näher als ist. Madrids Straßen, Alle. Häuser an der Straß« liegen in Trümmern, die. Drähte sind zerfetzt, das aufge- rissene Pflaster hat viel Blut getrunken. Haus um Haus wurde im Handgemenge erobert. Die Straße ist'jetzt frei, aber die Front ist nahe. Ein zwanzigjähriger Kapitän des Generalstabs führt UNS zum.Brigadekommandeur, einem jungen Land- »rbeit«b. Der drückt uns die Hand und sagt kürz: ,, Erzählt der West, daß wir genug tapfere Menschen, haben. W tr- brauchen. W af fe n. Schickt un« keine Resolutionen,.sondern materielle Hilfei Salridi" Und hä wir auf, die. Straße'tre- t«st/. fällt vor uüs., gleichsam. zur Bekräftigung. deS Gesagten,.eistet feindliche. Kugel post' der Mauer nieder, Wir durchlaufen dis Gräben und sind bald nn der. ersten,Linie,'umristgt von blutjungen Soldaten, denen die Freudentränen über den Gruß der Internationale iy den.Aiigen stehen, den wir überbringen.'„Saludl"— aber schon hat der Feind die Bewegung bemerkt und seine Kugeln schlagen in die Brüstung und pfeifen über uns hinweg.„Salud, KameradasI Und schickt uns Waffen I" Das ist der Abschiedsgruß der Soldaten. Und wir sehen, wie notwendig man die Waffen braucht... Ein Soldatenheim dreihundert Meter hinter der Front, eine Feier uns zu Ehren. Da sitzen die jungen Kämpfer der spanischen Volksarmee, alle Mitglieder der Vereinigten sozialistische» Jugend Spaniens und bewundern fröhlich den Castagnettentanz einer schönen Genossin und'begleiten sentimentale andalusische Volkslieder mit lauten Rufen des'Bedauerns. Könnt ihr euch ein wirkungsvolleres' Melodram vorstellen?: Ein Schauspieler spricht eindringlich das Gedicht: „Attencivn, Madrid t-(„Achtung auf Madrid, schützt Madridl") und die musikalische Untermalung liefern die Kanonen Francos, die ihre eisernen Grüße Über uns hinweg in das blutende Madrid senden: Jubel, grenzenloser Jubel steigt auf, da der Vertreter der Internationale in tiefer Ergriffenheit spricht.— Wir sahen die Schulhefte im Soldatenheim, in die die Landarbeitersoldaten das Alphabet kritzeln. Im Dröhnen der Geschütze ustd im Kugelregen wird, hier das neue Spanien gezimmert:-mit der Fibel und dem Buch; unter der Führung tapferer Intellektueller. — Am nächsten Tag begqnn hier die große Offensive; Wieviel! Kameraden wird heute schon der grüne Rasest, decken?--- Stolz fragt usts einerv ,,Glaubt ihr nun>'daß es die Faschisten noch weit' haben nach Madrid?" Wir glauben es. NoPaso r ä n l Spanische Jugend Eine Sitzung des Exekutivkomitees der Vereinigten sozialistischen Jugend Spaniens: Santiago Carillo, eine legendäre Figur, Generalsekretär des Verbandes, einundzwanzig Jahre alt. Er war einer unter den ersten, die den Widerstand organisierten. Da ist General Lain, Direktor der Kriegsschule in Valencia, sechsundzwanzig Jahre alt, einer der bekanntesten Graphiker Spaniens; dort ist V i d al, vierundzwanzig Jahre alt, Gcneralinspektor der gesamten Luftwaffe, ifrüher Bergarbeiter in Asturien; da sitzt OberstsP o»cela, Dr. Phil, et Dr. jur.» jetzt politischer Armeelommissar, zugeteilt den« Generalkriegskommissariat in Valencia; hier ist unser Führer R o d r i g u e z, sechsundzwanzig- jährig, Professor des Handelsrechts an der Universität Madrid. Das ist die Generation, die jetzt in Spanien im Vordergrund des Geschehens steht. — An ter Front treffen wir einen zweiundzwanzigjährigen Frontkommandeur tm Rang ejneS Majors, Dr. jur-, e» hatte schon die Abkomman- dierung zum diplomarischen Dienst, aber er lehnte I mit der Begründung ab, daß er an der Front bei feisten Soldaten bleiben wolle. Das Bataillon, daSwirin der ersten Frontlinie trafest, hat schon drei, Kommandeure verloren. Trifon. Mi e d r a- n o, der zweiie Sekretär des Verbandes der Ber einigten sozialistischen Jugend Spaniens, ist gefallen, Lina O d e n a, das weibliche Mitglied des Exekutivkomitees, geriet, an der Front kämpfen», in die Gefangenschaft der Miauren und verübte Selbstmord. Wir sahen, wie der Univcrsitätsprofessor mit den jungen Landarbeitern im Dorfe sprach und wie sie an seinen Lippen hingen; er war i» diesem Augenblick nichts anderes als einer von ihnen. Und so sind diese Intellektuellen alle: sie sind dort, wo die größte Gefahr ist, führend und sich opfernd und das große Ziel vor Augen, ein neues Spanien zu schmieden, das zum ersten Male in der Geschichte ein Spanien des.Volkes sein wird. Das Ziel ist ivert, für es z» sterben.— Offiziere, die älter find als dreißig Jahre sind eine Ausnahme, noch seltener sind spanische Soldaten über fünfundzwanzig oder sechsundzwauzig. Diese Jugend, die'heute kämpft und stirbt, ist unerschütterlich in dem Glauben an den Sieg der Republik. Morgen wird ganz Spaniey ihr gehören. Wir sahen diese Jugend in einer Massenversammlung in Madrid. Der größte Teil lvaren Soldaten, herbeigeeilt aus dem Schützengraben. Sie alle glauben so an die Internationale, wie sie an.ihren Sieg glauben. Und wir? Es genügt nicht, an die spanische Jugend zu glauben, wir müssen ihr h e l f e n. Die beste, die tapferste, die gläubigste-Jugend Europas ruft uns! Seien wir ihrer würdigt ^(SchlußH, Telle 4 Sonntag, 18. Juli 1937 Rr. 187 ÄAesftemgMte«. VecluekeMse küräerung Die Botaniker sind eine stille und deshalb sympathische Gesellschaft. Wer sich liebevoll mit den Pflanzen beschäftigt, mit diesen schweigenden und nur ftir den Freund und Beobachter beredten Geschöpfen, hat meist keine Freude am Lärm politischer Hetzstimmen, und je mehr ihn seine Wissenschaft in Anspruch nimmt, um so mehr versteht er auch, daß wirkliche Wissenschaft nicht an den Grenzen einer Nation Halt macht. Auf dem zwölften sudetendeutschen Botanikertag, der vor kurzem in Braunau versammelt war, zeigte ein Bortrag des Fachlehrers K. Prinz, wie fruchtbar für die Botanik unseres Landes die deutsch-tschechifche Zusammenarbeit ist. Die neuere Pflanzenkunde Böhmens fußt, so legte er dar, auf dem Lebenswerke Lad. Cela- k o v s k y s, dem„ProdromuS".„Bor mehr als einem halben Jahrhundert haben an diesem Standwerk der Heimatkunde deutsche wie tschechi. sche Pflanzenkundige so gründliche und verlaß- liche Mitarbeit beigesteuert, daß wir Heutigen immer wieder darauf zurückgreifen müssen." Spätere Entfremdung sei nun überwunden, namhafte tschechische Botaniker seien zu nennen, die den neu auflebenden Arbeitsbestrebungen mit entschiedener freundlicher Anteilnahme begegneten, vor allem Prof. Jaromir K l i k a, der füh. rcndc tschechische Pflanzensoziologe.„In Fragen des inneren Ausbaues und der äußeren Förde- rung ist er uns ein verläßlicher Freund und Bc- roter und so beispielgebend geworden für die Wiederaufnahme alter, guter, wechselseitig fördernder Beziehungen zwischen den zwei Völkern, die mit gleicher Liebe an ihrer Heimat hängen". Nichts Großes, nichts Weltbewegendes, wenn auf einem nicht im Brennpunkte des öffentlichen Interesses stehenden wissenschaftlichen Arbeitsgebiete Deutsche und Tschechen verständnisvoll zusammenwirken und von deut- scher Seite so bereitwillig die Förderung durch tschechische Wissenschaftler anerkannt wird. Aber in dieser Zeit, in der die schrillen nationalistischen Kampfrufe so überlaut sind, soll doch auch eine stillere, aber doch wertvolle Freundesstimme nicht verloren gehen. Konrad Henlein gestorben? Obzwar keine Meldung vorliegt, die zu der obigen Frage be- rcchtigcn würde, muß sie doch angesichts eines Artikels in der letzten Folge der„Rund- sch a u" gestellt werden. Dort ist nämlich, über die ganze Breite einer reich bebilderten Seite in fettesten und größten Lettern zu lesen: Dm Erbe Konrad Henleins lebt! ES handelt sich, wie man dann erfährt, um das Erbe, das der in jungen Jahren zu weltgeschichtlicher Bedeutung aufgeblasene Mann bei seinem Abgang aus der aktiven Stellung im Turnverband hinterlassen hat. Und zwar— um Mißverständnisse zu vermeiden— um das Erbe, das er den Turnern hinterlassen hat, nicht etwa um'Mobilien oder Immobilien, die er von den Turnern geerbt hat. Da man aber gemein- hin Wendungen, wie:„Sein Erbe lebt" oder „Eebe" überhaupt erst gebraucht, wenn einer ab- geschieden ist, dürste immerhin mancher?lbonncnt der„Rundschau" schreckensbleich geworden sein, als er den Titel las, aus dem. er annchmcn konnte,'Henlein sei gestorben und man habe es nur nicht erfahren. Drei Millionen Briefmarken. Unsere Post verkauft jährlich eine halbe Milliarde Briefmarken, Drei Millionen dieser Marken stellen die liebliche Plastik des Bildhauers Sucharda„Wiegenlied" dar. Diese Marken werden mit einem kleinen Zuschlag verkauft, aber dieser kleine Zuschlag kann und soll volle zwei Millionen XL zugunsten der hungernden und frierenden Kinder in unserem Staate ergeben. Diese zwei Millionen Kö würden nach der vorjährigen Erfahrung 1,299.000 ausgiebige Essen und 15.000 Kleider und Schuhe für die ärmsten Kinder bedeuten. Wer nicht eine einzige'WohlsahrtSbriesmarke kauft, die er in jeder Trasik bekommen kann, gibt zu erkennen, daß er wirklich nicht einmal 50 Heller dafür auSgeben will, daß ein Kind seinen Hunger stillen kgnn. Für den schriftlichen Verkehr mit dem Aus- lande benützet die Wohlfahrtsbriefmärken mit der Suchardaschen Darstellung des Familienglucks. Eine jede solche Marke findet, jenseits unserer Grenzen einen dankbaren Sammler,, nachdem nur eine beschränkte Anzahl davon ansgegeben wurde. Außerdem gehören die heurigen Wohlfahrtsbriefmacken zu den schönsten und vollendetsten Marken der Welt, deren wir uns mit Recht überall rühmen können. Die amerikanischen Geschäftsleute pflegen ihren Geschäftsfreunden eine Kollektion der neuen amerikanischen Marsen als kleine Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Wie wäre es, wenn' auch unsere Geschäftsleute ihre Ausländskorrespondenten mit einer' ähnlichen kleinen, aber praktischen Aufmerksamkeit erfreuen würden! Ayr. Mittwoch feierte, ganz Frankreich,-wie alljährlich, den Tag zur-Erinnerung an-den Bastillestürm. der den höchsten Nationalfeiertag des Landes darstellt. DenHöhepunkt bildet« die große Militärparade in Paris..Ncbenden modernsten' Waffen^und Formationen cs waren u. a. auch achtzig-Fallschirmspringer- und Ski» Abteilungen der: Alpenjäger- vertreten—• sah man wieder starke Abteilungen farbiger Truppen. Dse Leibgarde des Sultans.'von-Marokko' beim Vorbeimarsch dem sonst bekannten- Bilde österreichischer- Justiz heraus: daß gute Oesterreicher; die sich Verdienste um den Staat erworben haben, keine-mildernden Umstände bekommen, sondem Wöllersdorf oder Polizeihaft, weil sie der Polizei keine neuen-Uniformen geschenkt, sondern- ihr im Gegenteil die schuldige Verehrung verweigert haben. Der Basel aber wurde zuguterletzt, damit die österreichische Tradition keinen Bruch erleide,-auf- f r e i e n Fuß gesetzt!. Schießerei unter Zigeunern.. In der'Gemeinde Timmelkam in Oberöstcrreich kam es zu »einem Streit zwischen mehreren Zigeünerfami» lien, der in eine Rauferei und zum Schluß in eine Schießerei ausartete. Hiebei wurde der'Zigeuner Alois Weinrich erschossen, vier ander« ernstlich verletzt Der Hauptschuldige Robert Foyu-wurde verhaftet.-.-.-.''...', Die Opfer von Rabaul. Wie die.„Times" aus Canberra meldet,-.hat--die'Regierung-- von Neuguinea bekanntgegeben,'- daß..-nachHem Vulkanausbruch,--der»Ende Mai die Stadt Rabaul auf Neu-Pommern heimsuchte,.424 Eingeborene vermißt werden. Die meisten der Vermißten werden, bei. der Naturkatastrophe umgekommen sein. Fünfzig Leichen konnten bisher geborgen werden. Riesiges. Eisenbahnunglück in Indien.' Ungefähr 15 Meilen von P atna(Bengalen) entfernt, ereignete.sich,ein großes Eisenbahnunglück. Die Lokomotive eines Personenzuges!. entgleiste und fuhr die Böschung.».hinNnteri die.'übrigen Waggons mit sich reißend. Drei' Waggons.'kippten um. Nach den ersten Nachrichten'sollen mindestens 100 Personen getötet und.200. verletzt' worpen fein..'-'--'-- Man sucht noch immer.nach MißEarhardt. Nach vier, sich über. 200.000 Ouadrgtmeilen erstrickeiid'en Massenflügen von. 600 Marineflugzeugen auf. i der Suche nach der verschollenen. Weltfliegerin Earhart erklärten' die' Märiiiedienststellei'i,-die, Suche-werde wahrscheinlich am SaniStag als aussichtslos eingestellt werde».-', Britische Kaltblütigkeit. Die„Carnavon Castle" ist InKapstädt-eingetroffen., Die. Laderäume..des Schiffes waren durch einen' Brand vollkommenzerstört. Der Biand dauerte 28-Stunden. Der-Kapitän ließ alle Luken hermetisch abschließcn, teilte.'. den Passagiere» die Tatsache des Brandes, mit, bat fie jedoch, ruhig Blut zu behalfen,-da keine.Gefahr vorliege.-Obwohl' allmählich aus allen Epalten Rauchschwaden zogen und die Hitze des Fußboden» unerträglich wurde,' brach nicht die geringste Panik äuS. Die Passagiere schliefen,-nahmen die Mahlzeiten ein, tanzten im Frack und Abendkleid und behielten die Nerven. Der Bericht verzeichnet, daß sämtliche Passagiere Engländer-waren.- Eist Mensch, der ein Gewissen hat. In Swi- gemünde hat ein Auto- au» Mtralsünd" einen Radfahrer.-überfahren, der schwer verletzt ins.Krankenhaus, eingeliefert werden mußte,. während'. der Autämobilsst unerkannt davonfuhr'... Später.'fand man seinen Wagen am-Rastde, eines. WaldeSauf; er felbst.hatte sich an'einem,Baume'erhHngt.'.. : Des Schicksal Ahasvers. Der Sohn Trotzkis, Nikolaus,- und feige-Frau-weslten'in der letzten. Zeit Bei einer Kahnfahrt gerieten 16 Ausflügler aus Rio Prcto und Nova Grande im Staat Soa Paolo in eine Stromschnellc und ertranken. Bisher wurden 14 Leichen geborgen. Schwere Gewitterstlirme und wolkenbruchartiger Regen suchten Mitteljapan heim und richteten große Schäden an. Nach bisher noch unvollständigen Meldungen ist mir zahlreichen Todesopfern-zu rechnen. In der Provinz Kana- gawa in der Nähe von Tokio wurden in der Nacht die Hütten der Straßenarbeiter durch vlötzlich austretende- Erdrutsche verschüttet und die Arbeiter selbst unter den Trümmern begrabe». Bisher wurden 22 Tote- geborgen. Die Flüsse kchlvollen durch den starken Regen so sehr an, daß sie die Dämme durchbrachen,-die in der Nähe befindlichen Dörfer überfluteten,, die'Reisfelder vernichteten und mehrere-Brücken-fortschwcmmten. Viele von den Ge- witterstürmen überraschte Bauern ertranken in den hochgehenden Fluten. Mehr als 1900 Häuser sollen eingestürzt sein. Der Eisenbahnverkehr ist gestört', da.die Schienen' durch' den Erdrutsch und den Degen verlagert sind. In einem Orte stürzte eine Schule ein und mehrere Kinder wurden getötet. Dec Gesamt schaden ist unabsehbar. - Einige. Millionen Effe»,. hunderttausend« Kleider und Schuhe werden im künftigen Winter gebraucht werden, wenn die ärmsten Kinder im ganzen Staatsgebiete. nicht Hunger und. Kälte leiden sollen.' Jeder kann bequem und dgrch eine kleine Münze dazu beiträgen, daß besser, als bisher um ein künftiges gesundes Geschlecht gesorgt wird: ES genügt, wenn Sie in der nächsten Trafik. eine Wohlsahrtsbriesmaxke. mit. einem.kleinen Zuschlag zugunsten der notleidenden Kinder unserer-Republik kaufen. Verurteilung und Ehrung eineS Schiebers. Aus Wien wird gemeldet:„In dem Prozeß gegen den ehemaligen Bankier Siegmund Basel wurde Samstag vormittags um 19 Uhr das Urteil gefällt. Die- Angeklagten- wurden- im- Sinne der aus Be trug, und M ein e-id lautenden Anklage verurteilt,- und zwar der ehemalige Bankier- Siegmund Basel zu- 18 Monaten schweren Kerkers, der ehemalige Vize-- Präsident der Unionbank und seinerzeitige Rechtsberater Bösels, Dr. Wolfgang'David, zu 12 Monaten schweren Kerkers, upd der Buchhalter Basels. Karl. Rosenberg, zu 19 Monaten schweren Kerkers?'— Die- voreilige Anerkennung, die nian einem Staat u. einer Justiz zu zollen bereit, tväre,. die es ännö 1987 wagen, einen Schieber.zu einer Kerkerstrase zu verurteilen, statt ihn, wie es in diesem- Jahrhundert, der Brauch-ist, zum Würdenträger. zu machen, oder ihm. wenigstens sämtliche Betrügereien nachzusehen und. seinem Treiben nichts in den Weg zu-legen, diese, voreilige Bewunderung. erfghrt eine Minderung, wenn mau weiter liest, das Gericht habe dem Schieber.„wegen iein.ee' unbestreitbaren V e r d lenste u ni' d'en.iS tä a.t" m,i l d e r'n d e. Um st and e zugebilligt, obzwar es wiederum auch anerkannte, daß.der Staat ihm. erst. ermöglicht, habe, sein Vermögen zu exwerben. Da-die Geschäfte, deret- wegen Herr Bösel verurteilt würde, und'jene,, die ihm die Anwartschaft sichern, ein Vater des Vater- lizei- des Herrn C,„..- Ü- n i- f o r m c n>s-pe N dst e r.t hat.' Und da| die österreichiche Totalität eine halberte ist, keine totgle,"verurteilt- Schuschniggs'Justiz Wohl den' Schieber,'- zu Ehren der Autorität des christlichen StaatSgedäNkeNs, aber sie anerkennt billigerweise die Verdienste, die er sich um die zweite autoritäre Macht im-Staate, um- die Polizei, erworben hat.' Und- es kommt sozusagen das genaue Pendant zu landes genannt zu werden üiid die ihm bereits' üs dödapest. Ha-ihnemd.ie un^ir.ischen^-Behörden-die mildernde Umstände verschafft haben, durchaus- in'.. AufenthaltsbewMgung- nicht. erteilten, hgt. Nikolau, der gleichen Ebene liegen, fragt man sich, wie-'dicse^"dki mit seiner Familie Ungarn-verlaffen-und, sich Logik-mit'derunfehlbaren Weisheit eine» totalitä-1"ach, Jugoslawien begeben.-..--.-,. ren'Siaätes zu-vereinbaren' ist.' Man muß sich. Absturz in dm Bergen.. Im Gebiete. de»- Lärm« da ccher erinnern,'daß B o's e l e i n st d e r P o- kogel stürzte der Student- der-Technik-Georg, Keller ( Sober ne u e au» Thüringen-in eine Schlucht und'blieb'tot'liegen. Die grüßte Niederlage von Lloyd^Georgei-Der große- englische Staatsmann Lloyd i Geotgei der trotz seine» hohen. Alter» noch-iinmer-'dcr.leidenschaftliche Kämpfer geblicben ist,- der viele parlamentarisch« und politische Siege zu verzeichnen hat,'hat- vorneinigen Tagen eine Niederlage crljtten,.-'die'ihm-ganz, besonders schmerzlich sein muß. Er ist nämlich, abgesehen von' der Politik,', ersten».'ein- ebenso leidenschaftlicher Ratten als Freunde der Bergleute Der Rattenfänger von Hameln wäre heutzutage wohl In. allen Städten und Dörfern willkommen'— aber in A m« r i k a gibt cs einen Ort, wo er sofort wieder htnauskomplimen.tiert werden würde, und das ist das kleine Grubenstädtchen Z o r t m a n im Staate Montana. Nach dem strengsten Befehl der Leitung der Gruben müssen dort die Bergleute di« u n zählt g e n Ratten, die in den Stollen leben,' schonen, schützen und al» ihre Freunde betrachten— bilden sie doch das sicherste. Alarmsignal im Fall« von Verschüttungen. Infolge der sandigen Beschaffenheit der Bodenformationen sind Einstürze in den Zortman- Gruben an der Tagesordnung; und man hat entdeckt, daß die Ratten einen drohenden Einsturz lange vor den Bergleuten bemerken. Mit einem geradezu unheimlichen Ahnungsve'r- mögen begabt, flüchten die Tiere in Scharen, wenn ein Erdrutsch bevorsteht, und geben so den Grubenarbeitern ein Warnungssignal, das diese auch stets prompt befolgen. Hu.nderte von Menschen sind bereits durch die Ratten vor dem Tode öder mindesten» vor schweren Verletzungen bewahrt worden; und die Tiere selbst besitzen einen der» artig entwickelten Sinn' für die bestehende CinbruchSgefahr— wahrscheinlich achten fie auf die geringsten, für Menschen unmerklichen Bewegungen de» Gestein»—, daß bei den Aufräu- mungSarbeiten nach erfolgten Einstürzen noch nie eine tote oder verwundete Ratte gefunden wurde; stets vermochte sich die gesamte Rattenbevölkerung rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. Angler und zweitens ein HIngebungrvoller Obstzüchter. Sinn fand vor kurzem in London eine Obstaü»- stellung statt, und Lloyd George hatte dorthin di« wunderbarsten Erdbeeren gesandt, die er angebaut .hatte. Er hat die Sendung, sogar selbst verpackt und dafür gesorgt, daß«ine Beere schöner war al» die andere. Trotzdem hat die Jury die Lloyd-George- Erdbeeren mit keinem Preise ausgezeichnet und dieser segensreichen Seite der Tättgkeit von Lloyd George nicht einmal«inen Troflprei» zugebilligt. Unsicher« Wetter. In Mitteleuropa steigt der Luftdruck zwar allmählich an, da» Wetter ist hier jedoch noch immer-unbeständig. Stellenweise tteten Regenschauer oder Gewitter auf, die Nachmittagstemperaturen erreichten nur 1V bis 88 Grad Celsius. In der ungarischen Tiefebene und auf der Balkan-Halbinsel wurden gleich- zeittg 27 bis 80 Grad Wärme verzeichnet. Infolge dieser Temperaturunterschiede bleibt die wettere Entwicklung des Wetters in unseren Gegenden andauernd unsichcr. Di« Neigung zu MgiN wird wenigstens in Böhmen abnehmen, aber die Temperaturen werden voraussichtlich unter dem Normalwert' verbleiben.— Wahrschein l i ch e» Wet ter Sonntag: Veränderlich, Bewölkung, Neigung-zu Regenschauern oder Gewittern, u. zw. besonder» in der Mitte und im Osten de» Staate». In dm-böhmischen Ländern nur mäßig warm, im Osten wärmer, Westwind.— Wetterau» sichte«für Montag: Noch unbeständig, vereinzelte Regenschauer, im Osten der Republik Gewitter, mäßig warm, Wind au» westlichen Richtungen. Vom Rundfunk Empfehlenswerte* aus das Proirammaai Montag Prag, Sender 1.10.05: Deutsche Presse; 12.10: Operngesänge: Puceini, Gounod etc.-; 12-85:- Blech-- musik; 14.05: Deutsche Sendung: Dr. Adolf: Die 28. internationale Arbeittkonferenz; 16.10: Orchesterkonzert Rok: Leo Fall Johann Strauß' eie.-; 17.40: Solo auf Violoncello; 18.05: Deutsche Sendung: Au» der Sommerwohnung; 18.15: Dr. Hill«:, Der Sklave, Novelle; 18.85: Glaer: Paneuröpäisch« Betvegung; 18.45: Deutsche Presse; 20.25: Smetana: Träumt, Klavierkompositionen'; 22.20': Tanzmusik.— Prag, Sender II. 15: Schallplattenkonzert; 15.20: Deutsche Sendung: Bardach: F 2 macht da» Rennen, Hörspiel; 15.20: Deutsche Press«.— Brünn. 11.05: Salontrio; 17.40: Deutsche Sendung: Jng. Krumpholz: Bücherneuheiten aus dem Gebiet der Radiotechnik; 18.15: Operettengesänge. — Prehbltrg. 17.40: Liederkonzert; 22.85: Tanzmusik.— Kascha». 18.80: Operettenmusik!. Friml, Nedbal etc.— Mähr.-Vsiran. 18110; Deutsche Ar- ieitersendung: Bogel: Der Arbeiter und'die Presi«; 21. Populär«» Rundfunkorchesterkonzert,- Dim»tag Prag, Sender 1.10.05: Deutsche Presie; 10.80: Salonorchester; 11:05: Schallplattenkonzert;.12.10:' Caruso auf Schallplatte»: 14: Deutsche Sendüitg: Dr. Mara»: Au» moderner tschechischer Prosa; 14.40: Kompositionen von Jesse! auf. Schallplatkenr' 18.05: Deutsche Smduna: Madrigale de» 16. und 17. Jahrhundert»; 18.80: Heimisch« Komponisten: 18.45: Deuts he Presie; 18.55: Au» dem deutschen Kulturleben; 19.10: Konzert äu» dem Baumgartegtz, 20.15: Tschechische Rhapsodie vonOndkiiek; 20.50: Konzert der tschechischen Philharmonie: Berlioz: Phantastische Fantasie..— Prag Sender II, 15; Operettengesänge; 15.15: Deutsche Sendung: Will- heim: Reise nach Italien vorlöO Jahren;15.85: Zehn Minuten' SozialversicherungSmathemattk.'— Brünn: 12.85: Rundfunkorchesterkonzert:-Rubinstein. Dvoktk, Nedbal; 17.40: Deutsch«, Sendung: Sozialinformationen,«rbettersendung: Schramek: Jaur»» und di« Arbeiterschaft; 18.15: Sarophon« solo; 22,20: Englische Swing-Musik.— Preßt»:«, 14.15: Ruffische Soldatenlieder'; 17.40: Obern-s fantasien; 22.85:' Tanzmusik.—' Kascha». 12:05:' Opernvorspiele von Mozart; 16.10: Rundfunk«. orchesterkonzerr. Nr. 167 Sonntag, 18. Juli 1937 Seite. 5 and doch so lange Jialtbarfi IMtewirtecfiaft und Swolpa-lttifc Cla&laMl Für Diabolik c r in gleicher Zusammensetzung'' ohne Zucker Mit der Bezaichnunt b./njetfei' Apotheke. Die Streikgefahr In Lodz Die Verhandlungen über di« Lohnforderungen der 120.666 Textilarbeiter im Lodzer Bezirk und über die Arbeitszeitverkürzung sollen bekanntlich im Laufe dieser Tage durchgeführt werden, Es wird aber damit gerechnet, dah die Regierung angesichts der unüberbrückbar scheinenden Gegensätze zwischen den Gewerkschaften und den Unternehmern versuchen wird, die Frage der Arbeitszeitverkürzung zu verschieben und die Lohnfragen einem Schiedsgerichtsverfahren zuzuleiten. Die Entscheidung darüber, ob die Arbeiterschaft ihre Forderungen durch einen Streik durchsetzen muh, wird zuu Beginn der kommenden Woche falle». einen Antrag der Arbeitergruppe, der sich auf die bisherigen Erfahrungen bei der industrieweisen Behandlung der Bierzig-Stundcnivoche stützt, beschloß die Arbeitskonferenz einen Auftrag an den BerwaltungSrat des Internationalen Arbeitsamtes, zur nächsten Konferenz eine allgemeine Konvention auf Einführung der Vierzig-Stun- dcnwochc vorzubereiten.' In einem weiteren Punkt der Tagesordnung der Vollsitzung wurde über die Jugend- lichen,Fürsorge verhandelt. Es lagen Anregungen und Beschösse einer Konferenz der Jugendlichen vor, die dringliche Forderungen für den Schutz und das Fortkommen jugendlicher Arbeiter verlangen. Dringlich ist ein modernes LehrlingSgesetz, für eine bessere fachliche Ausbildung die notwendigen Einrichtungen zu treffen, Ausgestaltung der Fortbildungsschulen und die Beseitigung der veralteten Dienstbotcnordnung. Erledigt wurden dann noch eine Reihe zeit« gemäher Organisationsfragen. kammer liegen noch keine Berichte über die Schaf- üng des Regionalverbandes vor. Die wirtschaftliche Aufwärtsentwicklung hat! ein Ansteigen der Lohnbewegungen in, vielen Industrien zur Folge. In zahlreichen FA-' len war es möglich auf dem Wege der Verhandlungen Lohnerhöhungen zu erreichen. Es konnten viele günstige Abschlüsse erzielt werden. Im Verkaufe dieser Lohnbewegungen hat sich auf der ganzen Linie gezeigt, dah unsere Verbände ihre' Aktionskrast trotz der harten Krisenjahre erhalten haben. Die fteien Gewerkschaften haben sich rasch, planmäßig und mit Erfolg auf die lohnpolitische Aktion umgestellt. Selbst in einer Reihe von schwierigen Konfliktsfällen, in denen die Arbeitgeber den Lohnforderungen hartnäckigen und, scharfen Widerstand entgegensetzten, konnten Lohnerhöhungen durchgesührt werden. Die Organisationen des Deutschen Gewerkschaftsbunde» haben innerhalb ihre» Tätigkeitsgebietes in der Lohnbewegung die Führung. Im Verlaufe der .bisherigen Lohnbewegung konnte manche bemerkenswerte Erfahrung gemacht werden, insbesondere hinsichtlich der Rolle, die die gegnerischen Organisationen im allgemeinen dabei spielen. Um das Ergebnis der durchgeführten Lohnbewegungen entsprechend auswerten zu können, wird innerhalb der freien Gewerkschaften eine Erhebung über die wichtigsten Begleitumstände dieser Kämpfe vorgenömmen werden. Natürlich sind die Mionen zur Herstellung besserer Arbeitslöhne noch lange nicht abgeschlossen. Eine Aufwärts- «ntwicklung der Arbeitslöhne ist außerdem wirtschaftliche Notwendigkeit. Eine wichtige und wertvolle Maßnahme in der Lohnfrag« ist durch die neue Regierungsverordnung Nr. 141 vom SS. Juni 1687 erfolgt. Sie betrifft die Verbindlichkeit der Kollektivverträg«. Damit ist endlich ein entscheidender Schrftt in der Frage der Sicherstellung der Kollektivverträge und ihrer Rechtsverbindlichkeit geschehen. Im Monat Juni ist dieArbeitSlosen- z t f f e r wiederum stark zurückgegangen. WaS die Verteilung der Arbeitslosen auf. die einzelnen Sprachgebiete betrifft, so ergibt sich, WaS Böhmen anlängt, für den Monat Mai die Tatsache, daß voll 202.814 Beschäftigungslosen in Böhmen auf die deutsche« und vorwiegend deutschen Bezirke 128.288 Arbeitslose entfallen, also immerhin noch mchr al» di« Hälfte. Jnn«rhalb de» Deutschen Gewerkschaftsbundes wird in nächster Feit, genau so wie im Jahre 1988, ein« Untersuchung über den Umfang der Arbeitslosigkeit in den bei- derseitigen Sprachgebieten vorgenommen werden. Dies« Erhebung wird sich auch darauf erstrecken, wieviel e» noch stillstehendr oder liquidierte Betrieb« ist dem. einen oder anderen Sprachgebiete gibt.-. 7/r. Unter Berücksichtigung der vermehrten Be- schästtgungSmöglichkeit im gegenwärtigen kon- jumturelsen Ausstieg der Wirtschaft beschloß die Vollsitzung die^Einleitung einer großen Werbe- aktton für die Hebung de» Mitgliederstande». In einer Reihe von Verbänden ist schon in den letzteu Monaten«in Mitgliederaufstieg«ingetre- ten. Er muß aber planmäßig darauf hingearbeitet werden, durch Heranziehung neuer Mitglieder di« KmOftrast der freien Gewerkschaften zu erhöhen. ,^'>Ueber die I n t e r n a t i o n a l e A r- ' be.it»konferenz, die im vorigen Monat in r Genf tagte, lag«in im allgemeine» züfrteden- ' stellender Bericht vor. In der Bieqig-Stunden- i Woche konnte nur ein voller Erfolg für dieTextil- i, Industrie erzielt werden, fttr die.graphische und i- für die chemische Industrie erhielt da»> vom > Arbeitsamt vorgeschlagene Uebereinkommen nicht die entsprechende Mehrheit der.Stimmen. Auf ihr Land hergeben, die blühenden Obst« und Weinkulturen de» Etschtale»-werden— als lästige Konkurrenten italienischer Provinzen— zerstört, Bozen wird im Fiebertempo industrialisiert. Mussolini verlegt die Rüstungsindustrie in da» Bozner Land, er läßt dort Zementsabriken errichten, die den einst gesegneten Garten Tirols mit Staubwolken bedecken, er bringt mit den neuen Betrieben zu vielen Tausenden italienische Arbeiter'und Angestellte ins Land, so daß die Deutschen seit Jahren ihrer Schulen, ihrer sprachlichen Rechte, vielfach ihrer Namen beraubt, in der Flut de» italienischen Zustroms zugrundegehen, daß Jahr.für Jahr hunderte junger Burschen über die Gletscher und Hochgrgte nach dem Norden fliehen, um wenigsten» dem Los zu entgehen, für die italienische Trikolor« in Abessinien oder Spanien krepiere» zü müssest. Auch davon schsveigt der Minderheitenkon- greß, wie er von den Basken, wie er von den Juden schweigt. Denn die von Herr» Henlein ge- Vollsitzung der Zentralgewerkschaftskommission Wirtschaftsfragen— Regionalausschüsse— Lohnbewegungen Verbindlichkeit der Kollektlwerträge— Rückgang der Arbeitslosigkeit Internationale Arbeitskonferenz— Fragen der Arbeiterjugend Niemals lose,.| Mar echt In dieser Packung 1 Am Dienstag, den 18. Juli, hielt die Zentralgewerkschaftskommission des Deutschen Ge» Werkschaftsbundes in Reichenberg ein« Vollsitzung ab. Diese beschäftigte sich mit einer Reihe von Wirtschaftlichen Fragen. Der Bericht des Zentralsekretariats handelte von der Tätigkeit des StaatlichenJnve» stitionsbeiratcs. Für Böhmen wurde dieser Beirat am 28. Mai d. I. konstituiert. Im Präsidium dieser staatlichen Körperschaft ist der Deutsche AewerkschaftSbund vertreten. Zur nächsten Sitzung des Jnvestitionsbeirates sollen dessen Mitglieder au» ihren Gebieten JnvestitionSpläne bcibringen.. Darauf ,, würde» die KreiSgewerk- fchaftskommiffionen durch«in Rundschreiben, bereit» aufmerksam gemacht.' Die in Aussicht genommen« Errichtung Von » s.chst s s e n, die sich init den wirtschaftlichen Fragen der einzelnen Gebiete zu besessen haben, geht nur langsam vorwärts. Für den Handelskammersprengel Reichenbcrg sind di« Borarbeite». abgeschlossen und der Regionalausschuß einvernehmlich organisiert. Im Egerer HandelSkammersprengel konstituierte sich am 8. Juni der dortige Regionalverband. In den zwan- ziggliedrigen Ausschuß wurden im Egerer Gebiete aber zumeist SdP-Leute gewählt und die freie Gewerkschaften bis auf zwei Vertreter übergangen. In den geschäftsführenden Ausschuß wurde überhaupt kein freigewerkschastlicher Vertreter zugelassen. Die Zusammensetzung de» Ausschusses des Egerer RegionalverbandeS ist durchaus nach parteipolitischen Motiven und vorwiegend nach den Gleichschaltungstendenzen der Sudetendeutschen Partei erfolgt. Eine Mitarbeit in dem dortigen Verband ist mit Rücksicht auf diese Art der Zusammensetzung des Ausschusses sür unsere Gewerkschaften unmöglich, weshalb unseren Organisationsstellen nahegelegt werden wird, ihre zwei Vertreter zurückzuziehen. Gegen«ine derartig« Politisierung volkswirtschaftlicher Bereinigungen muß" auf» schärfste aufgetreten werden. Aus dem Sprengel der Troppaüer HandelS- KriegSgericht für lohale Staatsbürger. Nachrichten au» Aufständischer-Quelle zufolge wurden drei Persönlichkeiten aus baskischen Finanzkreisen, und zivar der Generaldirektor der Baskische» BankE ch S v tci i nFfdin'Stdllvertreter' I b an« z ünd ein hoherAeanitec namens Pöli- carpo Ibanez verhaftet. Alle drei befinden sich in San Sebastian in Haft. Sie werden von den Aufständischen-Behörden beschuldigt, bis zum• Fall von Bilbao wirtschaftliche Beziehungen zur. baskischen Regierung unterhalten und dieser, bedeutende Mittel zur Verfügung gestellt zu haben. Alle drei Beschuldigten werden vor ein Kriegsgericht gestellt werden. Nach deutschem Muster. Der Führer der jüdisch-sozialistischen Partei in Lodz Esraim Zel- manoviä, ferner ein Mitglied des Zentralaüs- schusses und ein Mitglied dieser Partei wurden verhaftet und in das Konzentrationslager in Berez eingeliescrt. Die Lokalbehörden in Lodz beschlagnahmten drei Blätter, die zugunsten des republikanischen Spanien Sammlungen veranstaltet haben. StaatScisenbahnen in Frankreich. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern besaß Frankreich bis jetzt, ebenso wie England, in der Hauptsache private Essenbahngesellschaften. Das„Räseau d'Etat", da» staatliche Eisenbahnnetz, bedeckte lediglich«inen ge- 'ringen Teil Nordfrankreichs, während namentlich die großen Verbindungen nach dem Süden, also nach Marseille und der Revier«, von der brühmten pri-• Voten Gesellschaft P. L. M.(PariS-Lyon-Mkditer- ranöe) betrieben werden. Jetzt hat auf dem So« zialistenkongreß in Marseille Leon Blum, für die Oeftentlichkeit recht unerwartet, angekündigt, daß die französischen Eisenbahnen zwar nicht nationalisiert, wohl aber unter die Kontrolle des Staate» kommen werden. Di« einzelnen Gesellschaften werden bestehen bleiben, schon um die Traditionen und, ebenfalls wie in England, die Konkurrenz in bezug auf Modernisierung, Bequemlichkeit und Sicherheit zu gewährleisten. Aber der Staat übernimmt von allen Gesellschaften ein sehr hohes Aktienpaket, womit«r entscheidend all« Auswüchse der Konkurrenz verhindern und für Ersparnisse in der Gesamtorganisation sorgen kann. Flüchtling« von der Insel ivtallorea aufgefunden. Fischerbarken, welche sich, vor der Mün-. düng des Ebro befanden, bemerkten am Horizont eine kleine Barke, aus der man ihnen Zeichen mit roten Tüchern machte. Sie schleppten die Barke bi» zum Strand. Die vier Mann, die darin faßen, erklärten,■ daß sie aus Andraith auf, Mallorca entflohen seien. Sie konnten Sonntag Mitternacht, mit einigen Lebensmitteln versehen, entfliehen und kamen Donnerstag Morgen in Sicht der katalanischen Küste, Sie hatten einig« Tage auf dem Meere zugebracht und waren dabei in ein heftige» Unwetter geraten., - Die vier Flüchtlinge waren in einem beklagenswerten ' Zustand. Sie erklärten, daß, wenn Mallorca, nicht i eine Insel wär«, es unmöglich sein würde, den De- : sertionen au» dem faschistischen Lager Einhalt '■ zu tun./ Ein gesundes Herz und starke NerVen siegen. Hohman Sie die klinisch und Ärztlich' empfohlenen. Pastillen, maskierte Propagandastelle Beflins. Der ehr» l ich en und be re ch t-i'g t e n Minder- h eit e n- B e w« g u n g wird auf lange hinaus durch diese Demägogt» unsagbarer Scha- WWW ch gdbrachi deu t s,ch e VolkSgrupp en auStvirkt.i und die nationalen PkindÄheiten-diteersplitter- icweist ja da» Be i s Pt« l S ü d t i r o l s.-.te» fleiNe»voIkhgruppen werden vielleicht a» den Seit Monaten ist dort ein yester Feltzzstg gegen Folgen der' gewissenlpsen Berliner Demagogie^ das DfutsMum im Gange. Ein etgeneSAmr zur noch-zu-leiden haben,- wenn- von dem Bau de» Enteignung des AtupdbesteW-tvürde geschaffen.. Dritten Reiche»' kein Stein mehr aUfdemandern Zu Schandpreisen müssen-' die'deutsche»-Bauern-.nche»'•?- Kostbare Strümpfe geben auch dem schlichten Kleide Eleganz. Wenn sie nur nicht so zart und so empfindlich wären... Auchan hauchdünnen Strümpfen' kann man lange Freude haben. Dazu gehört nur richtige Pflege. Am besten wäscht man sie nach jedem Tragen kalt im milden Lux. Das geht sehr rasch. Der Strumpf bleibt schmiegsam und elastisai.Er hält um vieles länger! Mißbrauchte ' Minderheiten - Die europäische Minderheiten- oder Volk»« gruppen-Bewegung-hatte vo» Haui.au» einen ausgesprochen-demokratischen Charakter. Männer wie Dr, Paul Schiemann, der sich heute be müht, von Wien aus eiste-neue, demokratische Minöritäten-Organisation zu schaffen, wie Dr. W iff«n. der als Slowene und von Mussolini vertriebener Exulant die faschistische Minderhei tenpolitik sehr gut kannte, suchten die Lösung des Minderheitenproblems in der Verstärkung der demokratischen Tendenzen in den einzelnen Staa ten, der Autorität der überstaatlichen Ordnungen, der Völkerbund» also und de» Haager Schieds gericht», in dem Siege eines neuen humanen und demokratischen Geistes. Sie lehnten irredentistische Manöver ab und wollten nicht, daß au» den Mn« derheiten einfach Werkzeuge und Opfer diploma tischer-Ränke und imperialistischer Politik wür den. Schiemann ist au» der nazifizierten Minder heitenbewegung völlig auSgeschieden, Wilfan steht formell noch an der Spitze der Nationalitäten- Bewegung, aber e» ist zweifellos nicht nur Krank heit, ,wa» ihn dem Getriebe ter Minoritätenkon gresse fernhält. Die Nazi haben sich ftühzeitig der Minder heitenbewegung bemächtigt und aus ihr ein In strument des alldeutschen Imperialismus gemacht. Das hat hie Sitzung des Londoner Minoritäten- Kongresses am Donnerstag nur zu deutlich er wiesen. Man hat dem Vertreter des B a» k e n v o l k. e S das Wort ver weis e r t, hat unter einem fadenscheinigen Bor wand den Sprecher.jene» Volksstammes, der heute der am härtesten bedrängte, in seiner Freiheit und Eigenart-am schwersten bedrohte ist, aus dem Kongreß vertrieben. Hier offenbarte sich vor-aller Welt, wa» der Nationalitätenkongreß geworden ist: eine Hilfsorganisation der faschist.ischenMächte,«in Wurmfort satz de» Monstrum», das sich die„Achse Rom— Berlin" nennt. Im Minoritätenkongreß dominie ren die„deutschen Volksgruppen",- deren Vor sitzender bezeichnenderweise Herr Henlein ist, und die.deutschen Volksgruppen", da» sind die Filialen de» Nazismus in Europa. Die Basken, depen man nicht nur Schulen sperrt, Arbeitsplätze und Sprachenrecht« nimmt, sondern deren Städte man dem Erdboden gleich macht, die man an Leib und Leben schädigt, die vor den Heinkel» und Junkers-Maschinen fliehen müßten und noch auf der Flucht von den deutschen Maschinengewehren niedergemäht wurden, die Barken, die ihre Kinder zu Tausenden nach Eng land schicken mußte»,-damit sie nicht von beseh}.. scheu. Bomben zerrissen, von deutschen Miträil» i leusen durchstebttwerden, die-Basken, bereu'ver briefte-Rechte-man für nichts achtet, deren Land man- einfach raubt, damit Deutschland Erz be komme(so die authentische Erklärung-Hitler» in Würzburg), st« dürfen ihre Beschwerden auf dem Minderheitenkongreß n i ch t vorbringen, damit um so mehr Zeit-und Raum für die Beschwerden der SdP übrigbleibe, die den Kongreß natürlich wieder benützt, um der tschechoslowakischen Demo kratie alle erdenllichen Verbrechen gegen das Völ kerrecht nachzusagen. Die Behandlung, die den Barken von deutscher und italienischer Seite zu teil wird, erscheint dem Kongreß, auf dem Herr Rutha das große Wort führt, nicht weiter- an« stößig, die Freiheiten, die von der Regierung.'und dem Parlament der Tschechoslowakei der'In lands- und Auslands-Agitation der nazistischen SdP.gewährt werden, sind aber wie es scheint noch-jfnMer zu gering für die Ansprüche, die-der Nazismus- an das..internationale Minderheiten recht stellt! R e ch t l-o s wie die Basken sind vor diesem Forum natürlich a u chdieJuden. Daß sie in Deutschland,' i» Polen, in Rumänien gesetzlich oder faktisch bedruckt, verfolgt, bedroht weichen, da» gehört nicht zu d«n Problemen, mit. denen sich die sogenannte Mtnoritäten-Bewegung be« befatzt. Eine- Bedrückung,' an der sich' die Nazi beteiligen,'vtft keine Bedrückung:- Minderheiten sieht man grundsätzlich nur dort, wo die andern einmal die Mehrheit haben.Wo die Mehrheit durch faschistische'Mächte repräsentiert wirdi gibt e» keine Minderheiten., Die Herren Henlein und Rutha machen e» mit den Basken.und mit den Jüden,.. mit den Wenden und Masuren, den Ukrainern in Polen, aber auch mit den Deutschen in i Südtirol so wie e» der Admiral Nelson machte, al» er 1808 mitten im Frieden die Stadt Kopenhagen und die dänische Flotte- in Brand schoß. Man machte, ihn aufmerksam,, daß die Däne» die weiße Fahne aufziehen,'tr aber hielt dar Fernrohr' vor die Narbe seines auSgeschosse- nen Auge»,- kniff da» gesunde Auge zu Und.sagte: „Ich sehe. nicht» i!'-—' und ließ westexfeürrn. Wenn das Großpreußeistum und seine.Bundes genossen.Minderheiten bedrücken, steht Henlein es nicht/Mll/der, ganze famos«„Minderheltenkon« 8reß" cs nicht sehen. Paßt da» Minderhrttenpro« leitete Minderheiteichewegüng ist nur eine schlecht blem abev irgendwo in das Konzept der groß« 7--~-- p'reWMA HWsk,‘ Ntnri modernsten Berliner. iBerg'rLßerungSWpaikäte und»^MsP^echeri-Anlägeycherbisi,^, T} z ' Wle^ö^e rch rrr e n»sichdao-a u ch am.-n Seite 6 .Sozialdemokrat' Sonntag, 18. Sult 1937. Skr. 167 Trauer Aelümg rein naturI.Sauerbrunn. 8port-8pLet-Xörperpstege MOORBAD ViMlWvmr Kunst und Mssen Mitteilungen.aus dem Publikum. Erfrischend, bekömmlich und heilkräftig»«gleich ist der im ursprünglichen Naturzustande hygienisch einwandfrei gefüllte, milde Krondorfer Sauerbrunn l Sein grober Sehalt an natürlicher Kohlensäure verleiht ihm einen besonder» erfrischenden Wohlgeschmack und seine heilkräftigen Mineralien machen ihn zu einem bekömmlichen Heilgetränk. Will» Eichterger und Magd« Schneider " in dem Jilin„Prater" die de» Am USA— Deutschland im Interzonen-Finale des Davis-Cups In Wimbledon wurden Sam»tag rftenSpiel« im Jnterzonen-Final« tett, Letscheff-Streichquartett au» Sofia, Ouatuor de Bruxelle»,' Manzer-Ouartett au» Karlsbad und Prof. Slavko Popoff—BL Macüdzinski, ferner B. Si- imek—R. Manudginski Cello- resp. Biolonsonaien. Lommerspielzeit Kleine Bühne. Ensemblegastspiel von Mitgliedern de» Wiener Burgtheater». Heute abend» Erstaufführung„Da» Mädel im Schatten", Komödie in 8 Alten von Walter Elli». Am 10. Juli, 8 Uhr abend» letzte Börstellung„Da» Mädel im Schatten". Dienstag geschlossen. Mittwoch 8 Uhr abend»: Ensemblegastspiel Grünbaum-Farkas in„Gangster über Wien". Gabriel Piörnf, der bekannte französische Komponist. Organist und Dirigent, ist Samrtag im Aller von 7». Jahren gestorben. Besonder» bekannt ist sein sinfonische» Derk„Dauhnk" .■■ Davir-Eup» vor 9000 Zuschauern au»g«traaen. ersten Spiel de» Tage» siegte v. C r a m m(Deutschland) über Grant(Amerika) ziemlich leicht 6:3, 6:4, 6:2. Da» zweite Spiel gewann der Amerikaner B u d g e gegen den Deutschen Henkel glatt 6:2, 6:1, 6:8, womit ter Gleichstand von 1:1 erzielt wurde. Montag wird da» Doppel gespielt, welche» wohl gleichzeitig al» Entscheidung bezeichnet werden kann. Dienstag gelangen bann die resto lichen Einzelspiele zur Austragung,' Moskauer Theater Es war vergebliche Mühe,„Anna Karenina" im Künstlcrtheawr in Moskau sehen zu wollen; die Schlangen," in denen die Leute schon in zeitlichen Morgenstunden anstanden, um eine Karte im Vorau» zu ergattern, Ivaren ein Abschreckungsmittel. Außer- dem war den Ausführungen eine Grenze gesetzt. Ta» Theater sollte mit„Anna Karenina" auf der Pariser Ausstellung gastieren. Daß man da» größte Ereignis der Theatersaison missen mnbte, könnte vielleicht die Erinnerung au den Mo»tauer Aufenthalt trüben, wenn das, was man sonst in den Moskauer Theatern— und auch in anderen Städten— gesehen hat, nicht einen genügenden Ueberblick geboten hätte. Seitdem sich die russischen Theater den Ruf von Avantgardebühnen erworben haben, wurde schon ofnngl» festgesteüt, daß es. neben dem künstlerischen Ehrgeiz und der als selbstverständlich betrachteten Pflicht, Vollkommenes zu leisten und dem nach Äunstwerten hungernden Publikum zu bieten, auch eine beinahe unbeschränkte Möglichkeit der Entfaltung der dramatischen Kunst gibt. Monatelang wird ein Stück probiert, das kleinste Detail der Ausstattung überdacht und festgelegt, jede kleinste Geste bi» zur äußersten Grenze der Natürlichkeit und de» künstlerischen Ausdrucks eingeübt, die Charakteristik der Rolle voll erschöpft. Tas offenbart sich nun in jeder Darbietung, der man beiwohnen kann. Ter Maiseieriag, der tagelang alle künstlerischen Kräfte Moskaus in den Dienst de» Äolks- festival» stellt, fordert naturgemäß auch von den Theatern und sonstigen dramatischen Institutionen eine erhöhte Leistung. Die vier arbeitsfreien Tage füllen die Theater; aber auch auf provisorischen Bühnen sahen wir Darbietungen von Äunstballett- und ZirkuSschule». die nationale Tänze, Ballettszenen und Akrobatenstücke auffübren. Einer zarten Pantomine im Fußspitzentanz, die in dem Zusam- menbrechen eine» verwundeten Vogel» endete, schauten regungslos'Tausende von Mensche» zu, so daß man über den Köpfen der Zuschauer nur eine» leichten schillernden Schleier auf der Bühne sah. Die bedeutendsten Künstler treten auf den Bühnen der verschiedenen Arbeiterklubs auf, wo man Kammer« fpiel-Aufführnngen zu sehen bekam, wie sie selten > auf großen Bühnen dargeboten werden: Im großen Klubhause des„Proleta rier- r a y o n S" in Moskau, da» an Stelle de» niedergerissenen Smolensk-Kloster», nach künstlerischen Entwürfen erbaut wurde, gastierte Ende April ein Teil de» Ensemble» des„Staatlichen kleinen Künst- lertheaters". dessen Aufführung von Ostrowski» „Hochzeit de» Belinski" un» zum, erstenmale die heutige russische dramatische Kunst zeigte. Die Bühne de» Saale» ist nicht für ein ständige» Theater'ge- heit, ihr sympathischer, zwischen volkttümlicher Derbheit und., witziger Noblesse wohltemperierte» Talent zu zeigen. In. der männlichen Hauptrolle de» wider Willen glücklich gemachten Advokaten war Philipp- v. Zeska nicht ohne Ueber- treibungen, aber auch nicht ohne wirklich komische Wirkungen, während Wilhelm H e i m al» amerikanischer Truftpräsident nicht erheitern konnte. Die Regie,(für die Walter Eidlitz zeichnete) hatte für flotten Ablauf und Betonung' der Pointen gesorgt.—ei»— Kam«term«fil-Jeftiv,l in Trentschin-Teplitz. In.der zweiten Hälfte August werden in Bad Trent- schin-TePlih die 1. Europäischen Kammer», musik-Je st Wochen veranstaltet, an denen bedeutende Duo». Trio» und Streichquartette Europa» teilnehmen werden. Bisher haben folgende Bereinigungen ihre Teilnahme angemeldel: Ouartetto di Roma, Trio d'Athene», da» Ast-Quartett au» Wien, da» Neue Ungarische Streichquartett au» Budapest, Prager Quartett, Dre»dner Fritzsche Ouar- Für ßosund? Verdauung to'gt d.il natürliche Abführ-Erweichungsmittel, Bezugsbedingungen: Bei Zustellung in» Hau» oder bet Bezug durch die Post monatlich Ai- 16.—-, vierteljährlich Ai 48.—, halbjährig K4 96.—. ganzjährig Ai 192.—.— Inserate werden laut r\ Tarif billigst berechnet, Bei öfteren Einschaltungen Preirnachlah.—Rückstellung von Manuskripten nur bet Einsendung"der'Rewürmarken.— Die Zeltüngrfrankatur wurdtz ,von der Post- udd Lrl«» graphendirektion mü Erlaß Rr. lg.S00)VlI/198ü bewilligt.— Druidrei: ,^0rbi»", Druck-, Verlag»« und Leit»ia»-A.-W. Prag. —...» Filme in Pmor Lichtspielhäusern Adria:.Nachtflug."(«.)—«f«.Tetz .Musterdiener."(A.)— Apollo:.Die»Liebe»« Parade."(A.— I. MaeDonald, Chevalier.)— Avion:.Die wahnsinnigen Elemente."(A.).--- Seal»:.Zirkur."(Muss.)— Flora:.RoseÄiärie» (A.— I. MaeDonald.)— Hollwood:.Prater. (S>.). Hvizda:.Nachfflug^.(A^). Jatföj .Da» schöne Irl. Schragg."(D.)— Kintwra: Reportagen, Louir Braddock,—- Koruna: Aktualitäten, Groteske, Reportagen.— Kotva:^Schicksalswege."(Engl.— Conrad Beidt.)— Lacerna» «Königin Christine."(Ai— Greta Garbo.).-« Metro:.Da» Komödiantenschiff."(A.)— Paffaooi .Prater."(D.)— Praha:«Bampyr in Weitz." (A.)— Skaut:.Der geheimnisvolle Mr. O'Hata. (A.— G. Cooper.)— Svitozor:.Die Iran aist Scheidewege."(Tsch.)— Alma:.Die JungenS au» Hefter-Street."(A.)— Belvedere:„Piccadilly» Jim."(A.)— Beseda:.Eine Frau ohne Bedeutung."(D.)— Illusion:«Spiel mit dem Feuer."- (D.)— Lido II:»Moskau—Schanghai."(D.)— Louvre:„Die Aangsterbraut."(A.)— Macetkar .Ein Hochzeit»traum."(D.)— Olympie:„Mazurka."(D.)— Rory:„Ein Hochzeitstraum."(D)" — Tatra:.Wenn Frauen schweigen."(D.)— tt«ejvodu:.Me Tage ist kein Sonntag."(D.)— Baldek:.Frauen und Freundinnen."(A.)— Beletrhy:.Donner und Blitz."(A.) Die wahnsinnigen Elemente» Interessant an diesem Film ist die Tatsache, daß er in Mexiko hergestellt wurde und somit die erste'Probe mexikanischer Filmkunst ist, die wir zu sehen hekonunen. Ein Erlebni» ist der Film aber nicht, denn er ist nur eine Nachahmung amerikanischer und europäischer Vorbilder. und zwar durchschnittlicher Vorbilder. Erst handelt e» sich um eine Sängerin, die ihrem Gatten, einem Flieger, um de» Theater» willen untreu wird, und bann, um den Unfall diese» Flieger», der schließ, lich Selbstmord in den Lüften begeht, weil, er bei der Rettungsaktion für einen Kameraden schwere Gesichtswunden erlitt und deshalb die Hoffnung verloren hat, je wieder seine Frau zurückzugewinnen. So gibt e» eine Mischung von rührseligem Lieberfilm mit Gesang und. TheaterauSstattung und.von Fliegersensationen mit düsterem HcroiSmu», an denen al» Ausführender übrigen» der Ozeanflieger Franco, der nach Mexiko übersiedelte Bruder de» Faschistengenerals Franco mitwirkt. Unter den schauspielerisch Mitwirkenden fällt niemand durch besondere Eigenart auf.''—ei»— Durchlaß Für Dlabpiik er in gleicher Zusammensetzung ohne Zuckci- Mit ocr Bezeichnung D>n jedci Apotheke Werten Sie SeftlebtBen in Schlesien» qrthter.'■ GomWerfrtsche jtarlOthal ■. Im nitbalecaetltae. Steife: Bett IW'4',—', 8.—. MNchoSmenü 8 61» 11 Kt. :’j BeetoeNe,«tollmn,,«»tnooott»pich HI .... eemelodeomt»orl»chal., 425» Ümmm, fiicM, Isckin, FramleMaa Zaltwemäß« Preis*. vorsttfl. Unterkünfte und Ver- vfletunr. TI«!. Konzerte. Neue 8t raa Ibadan late. Kurhauararten.. Tenni solatx. Ketelbahn. Walfl- reiche Umrebunr für kurze Wanderungen. Pro. roetts toi Aafrw dareh Kinwwiliui, ,„Ta» schön» Fränl^n- Schrozz". Ein Film, der ernstere Ambitionen hat. Entlassen« Sträflinge kolonisieren Ostpreußen.' Wertvolle Menschen, die glücklich find, in schwerer Arbeit ein Stück Land für ein neue» Leben zu erobern. Man macht e» ihnen nicht leicht. Ihre Vergangenheit begleitet sie al» düsterer Schatten. Der Film ist tn Deutschland ge- drcht und man merkt, die Hemmungen, die der Re- gisseur,(Peter Ostermayer) hat, der Menschlichkeit da» Wort zu' reden. Daß e» versucht wird, soll vermerkt sein. Der Au»stattung»film bringt sm übrigen schöne Bilder, gute» Spiel Gchlettov» und Klinger».' Die weibliche Hauptrolle spielt die Naive de» deutschen Filme» Haust Knotek, die manchmal da» dümmste Gesicht de» deutschen Filme» macht. Man sieht auch Friedrich den Groß«» und e»'spielt ihn—wer denn sonst— Otto Gebühr. '.„Prater". Der Wiener Prater ist Hintergrund' einer oft gesehenen' sentimentalen Liebesgeschichte zwischen einem. Maler und einem süßen Mädel. Da» Praier-Milteü,. dar. eine» besseren Filme» würdig wäre und einem wirklichen Regisseur groß« Möglichkeiten gebe, wird rasch verlassen uiw wir kommen ineine Boheme, Me sie nur im Film existiert, und in" eine: Gesellschaft"von Falschspielern.' Magda Schneider spielt:da» süße Mädtlmit. Wärme und ihr Partner- Willy E i chb.« d g e r ist al» Malen', sympathisch.. Die erfreulichste Gestalt de» Filme» gibt, Han» Old e n,.unnachahmlicher.Gestalter, de» Wiener Vorstadtmenschen. Die fchöNh Hilde. Stolz, üyd Fred Henning» verkörpern die„gxoße Welt", die''«»''zur kleinen ziehß Ein Sommerftlm.in dem die'wKten' Praterauen Freude machen.''' jk. Warum? Samstag vormittag» sand im P r a- ger.Rathause wiederum eine Beratung in Angelegenheit der Regelung de» ärztlichen S onn-, F c i e r t a g»- und Nacht-Bereit s ch a f t» d i en st e s in Prag statt. Obwohl in Prag ungefähr 400 deutsche Aerzte in der Praxi» stehen und die deutsche Aerzteschaft wieder» bolt erklärt hat, daß sie eine zweckdienliche Regelung dieser Frage im Interesse der Bevölkerung begrüßen würde und zur Berwirklichung beizutragen gerne bereit ist, wurde diesmal der„Reichiverband der deutschen Aerztevereine in der Tschechoslowakischen Republik", die berufene Bertreiung der deutschen Aerzteschaft, zu dieser Beratung nicht ringe- la den. Vergebliche Razzien. Obwohl seit einigen Tagen fast alle der Prager Polizei bekannten Einbrecherbänden hinter Schloß und Riegel sitzen, haben sich gestern und vorgestern■ wieder eine Reihe größerer Wohnung»- und Kanzleieinbrüche ereignet. E» scheint, daß sich in Prag eine neue P a n d e etabliert hat. Au» diesem Grund hat die Polizei vorgestern und in der Nacht auf heute in Prag und an der Peripherie eingehende Razzien durchgeführt. ?llle Halbwegs verdächtige» Personen, die auf der Straße, in Tanz» oder Weinlokalen, Bars oder Kasseehäusern angetrossen wurde», wurden zur Sicherstellung ihrer Identität auf die Polizeidirektion gebracht. Während Freitag abends und in der Nacht nur 82 Personen, die zum größten Teil wegen kleinerer Verbrechen gesucht wurden, vorgesührt wurden, ergab die Razzia der SamStag-Nacht eine bedeutend reichere Auslese. Die Razzia setzte bereits abend» ein und war nicht viel kleiner, als die) die anläßlich de» Besuches König Carols durchgeführt, wurde. Schon gegen Mitternacht war der Hof der Polizeidirektion mit einer großen Menschenmenge, hauptsächlich Frauen, angefüllt. TaS Verhör und die Durchsicht der Papiere wurde am Hof bei elektrischer Beleuchtung durchgeführt. Das Verhör dauerte bis in die frühen Morgenstunden und hatte zur Folge, daß von den vorgeführten 60 Personen SO in Polizeihaft zurückbehalten wurden. An der Razzia hatte sich auch die sogenannte Sittlichkeitsabteilung beteiligt. Ob man auf diesem Weg« die Einbrecher finden wird, die ja weder die Nächte, da sie„arbeiten", in Bars zubriugen, noch auf den Strich geben, bleibt dahingestellt. In» Wasser gefallen. Freitag nachmittag» um 6' Uhr fuhr mit einem zweispännigen Kohlenwagen der 29jährige Wenzel Petru aus Smichow über den Rasinkai. Auf einmal bäumte sich, da» Pferd auf und stürzte an den Rand der iltlotdau, anscheinend um zu trinken. Ta der Wage» aber nachdrängte, siel'da» Pferd in» Wasser und zog schließlich auch baS zweite Pferd und den Kohlenwagen mit sich. Es mußte die Feuerwehr gerufen werden, der es erst nach längerem Bemühen gelang, die beiden Pferde saint' den Wagcn wieder an Land zu bringen. Der Vorfall hast« tinin großen McnschkULUfsästf hüt Folge..''.,, Farbeneffekten im HochzeitSzug und Tang. Tas Hinabgleiten Sädko»-und dann ftm Hinüuffchwebtn mit der. Nixe Bolchova durch die Meergewässer war eine vollkommene■ optische.' Täuschung! Ein« besondere Mtkung erzielte die Szene', in'der da» Schiff Sad- ko» durch die Wellen treibt; der ganze Bühnenraum stellt« von oben bi» unten wogende Wellen dar, von denen da» Schiff umbraust„ aber nicht getragen wird.' E» läßt-fich kaum- denken, daß ein Theater, an ei» begrenzte». Budget gebunden, sich je an«ine ähnliche Ausstattung wagen könnte, wenn die Rollenbesetzung auch kein« Schwierigkeiten bedeuten würde. Milena Jllovä. „Die Fee". Da» Moinarsch« Stück, mit dem gestern ein« Truppe von Mitglieder» de» Wiener Äurgtheäter» ihr. Dreitagegastspiel in der Kleinen Bühn« begann, ist witzig erfunden,, geschickt pointiert, pendelt drei Akte lgng zwischen Pikanterie, Gemütlichkeit und Selbstparodie, um dann in einem Nachspiel endgültig zum Theater-Ulk zu werden. Die Mischung ist bewährt und fand auch In der Kleinen Bühn« den heiteren Beifall de» vergnügten Publikum». Die Haupt- und, Titelrolle de» Stücke», da» einsame, aber nicht alleinstehende Mädchen, da» ein« Fe«, aber kein Engel, eigentlich eine Schwindlerin, aber doch eine güt« Seele.«In bißchen hausbacken und ein bißchen abenteuerlich ist, ein echt Mol« narsche» Konglomerats von Gan» und Hexe,— diese Für ein Gewerkschastrsekretariat in Karlsbad wird zum 1. August 1087 ein flotte« Stenotypist ter auch die Registratur zu führen hat, gesucht. Bedingungen: Flotter Stenograph und Maschinenschret- ber, Beherrschung, der deutschen' und tschechischen Sprach« in Wort und Schrift, Stellung'einer Kaution von 2000 llö, Lebensalter nicht über 80 Jahre. Offert« in beiden Landersprachen, unter Bekanntgabe- der Gehaltransprüch«, sind bi» 25. Juli 1087, unter Chiffre„Registratur" an di« Jnseraienabteilüng diese» Blatte»' einzuscnden. Offerte von Kräften, di« den Bedingungen nicht in seder Beziehung voll entsprechen, find zwecklos.. 4257 pagandagruppe von Kommunisten mit dem Auftrage, die JnterbentioNSarmce zu zersetzen und'sie für den Kamps de» Proletariat» zu gewinnen. Di« ersten 12 Bilder scheinen in keinem Zusammenhang zueinander z» stehen, doch plötzlich sind die Szenen voll Handlung und Geschehnissen, so wie sich jede Revolution an» anfang» nebensächlichen Momenten entwickelt. Dazu trägt da» meisterhafte Spiel de» Ensemble» bet, obzwar da» Stück mit wenigen Ausnahmen nur Episodenrollen aufznweisen hat; doch jede von ihnen beweist durch die sorgfältige Einstudierung, daß auch der flüchfigste Austritt und Augenblick sowohl für da» dramatische Zusammenspiel wie' auch für da» historische Geschehen bedeutend ist und war. Wa» man auch von der?ll>kehr der nissischen dramatischen Kunst von den Revolutionsideen spricht und schreibt, hier fühlt man. in dem Banne der künstlerischen Leistungen de» Regisseur», der Aü»- stattung und hauptsächlich der vollendeten Cbatak- teriftik der Gestalten, daß da» Revolutionslied noch nicht auSgellungen ist.- Das.„Staatliche Große Akademische T h e a t e r", wie der offiziell« Titel de» Bolschoj Töatr in Moskau lautet, hat in den Mai», feieriagen da» Ovcrnmäochen„Sadko" mit der Musik von Rimskij-Korsakov aufgeführt. Die ukrainische Tage erzählt von dem Legendensänger Sadko, dem die Tochter dc» Mcere-zaren den Zaubergoldfisch ins Netz., schickt, welcher ihm groß« Reichtjimex evwidbk'.'~ Vön"scinM Reichtum betört',"oeakbl sich Sadko mit seindü Begleitern Ndch fremden Landern; doch während die Schiffe seiner Leyte unbehindert weiterfahren, wird Sadko» Schiff vom Meerkönig angehalten, bis sich Sadko, als Sühne für.. nicht entrichtete Opfer, in die Meereswelle» stürzt. Auf dem Grunde des Meere» angelangt, zwingt er den Meereskönig durch sein Spiel und Lied, ihm di« Tochter zur Frau zu geben. Vom Ruf de» alten Seerecken au» seiner Verzauberung geweckt, verläßt er mit der Nixe den Meeresgrund und landet, unweit seiner Hütte. Da» Klagelied seiner irdischen Frau führt ihn zu ihr und zu seiner Sängcrkunst zurück. Die Seebraut wird zur Ouelle de» Flusse» Volchova. Die prachtvolle Aurstattung de» Stücke» zeigt, daß hier unbeschränkte Mittel vorhanden sind, um der künstlerischen Phantasie freie Entfaltung zu gewähren. Er gab Szenenbilder, die auch den sach» lichst veranlagten Zuschauer mit einem Zauber umspannten, von dem man schwer in die Wirklichkeit zurückkehrte. lieber dem Bild de» erwachenden Morgens am Ilmensee lag eine träumerisch« Weichheit, wie sie nur di« von Birkenwäldern umsäumten ukrainischen Seen hervorzubringen vermögen; der Markt in Nischnij Nowgorod war eine Feeri« au» „Tausend und einer Nacht", in Ausstattung und Kostümen, wie sie nur di« altrussische Märchenphan- taste ersinnest' kann. Da» Ballett am Meeretgrund Ivar ein Meisterstück von Tanz» und Kostüimusisk; ein Tummelplatz von Hunderten Märchenwesen in zarten Schleiern bi» zu Seeungeheuern in grün phorphoreszierendem Licht« mit. unbeschreiblichen. bdnt.-si« dient'provfforisch zu Theaifr»-und Konzert aufführungen', bi» der-im Bau begriffene Saal für 8000 Zuschauer fertiggestellt sein wird; die Aur» stattnngSmittel.sind-also beschränkt und doch sieht man selten eine' derart tief in» Charakteristische reichende kluSstattung. Die meistenteils jungem Zuschauer, die stets al» allzu sachfich- geschildert« nach revolutionär« Generation, lauschten atemlos»einem Drama, an dem nicht» revolutionäre» war, wenn wir den schroffen Gegensatz, der Klassen und ihre vorrevolutionäre Einstellung beiseite lassen..-. Ein Stück, da»' die westeuropäischen Zuschauer nie zu Gesicht oder Gehör bekommen werden, hat sich in den Tagen dc» Maifeiertage» ständig auf der Bühne de»- W.a.ch a na o v»TH e-a t-e.r-r behauptet:„Die, Intervention" von Lev Slavin. Wir sehen darin Odessa In den Tagen de» Bürgerkriege» des Jahre»'1910, unter französischer Besetznitg rmd dem Kommando eine» englischen General», di« hier die intervenierenden Mächte vertreten. Unter., die Fittiche der' Besetzung flüchten die Odessaer'und Petersburger Bourgeois, Offiziere der Deißarmee; Abenteurer, und'Provokateure.: Die Revolution»«_. ,,.......... kräfte vertritt hier ein« kleine Agitation»« und Pro-1 dankbare Rolle gab Alma-S« i d l-e r Gelegen-