SDMenwkrat Aentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit A«««ah«e de» Montag täglich srLH/ Einzelpret» 70 Heller SJeböttion u. Verwaltung: PragXll., Fochova S2- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taui- Berantw. Redakteur i. B.: gdenko Neuwirth, Prag 17. Jahrgang Dienstag, 20. Juli 1937 Aus dem Inhalt: B000 beim roten Kreistag In Staab Angestellten-Streik in der Porzellan-Industrie Piccard hat Glück im Unglück Atus-Unlon gegen Stak-Verbandself 6:1 Nr. 168 Man kämpft und verhandelt Um das Schicksal Nordchlnat, Nanking will bis zum äußersten kämpfen er. und suche nach einer geeigneten Ferm, uni beide« lindern, sonder» einen wirkliche» Versuch zur ver. ständlgnng unternehmen sollten, um eine Zeit friedlicher Entwicklung für der Handel zu den, daß eine Staatengruppe für ihn, eine an» sichern: Roch immer bestünde die Hoffnung, die »ere Gruppe aber gegen ihn-sei und«» sei deshalb chinesisch-japanischen Beziehungen zu verbessern. Smste klattnung zum keieden/ Spanien-Plan steht und Milt als Ganzes Vermittlung in Tokio an gebot en! London. Im Unterhaus« eröffnete Mou» tag Außenminister Eden die außenpolitische De batte mit einem Ezpost über die.internationale Lage. Da» große Interesse, dem diese» Ezpost in der politische» Oefscntlichkeit begegnete, ging auS der Anwesenheit fast aller AnSlandbdiPlomaten und hoher politischer Persönlichkeiten hervor, welche in den Logen Platz genommen hatten. Außenminister Ede» führte, wie zusannnen- faffend gesagt werden kann, u. a. auS: 1, 1. Großbritannien hat nicht die Absicht, ge-! gen andere Länder eine Politik, des Angriffes oder der Rache zu betreiben. Im englischen Wort.. schätz finde sich kein Ausdruck für daS Wort„Ven detta"(ital.r Blutrache). . 2, Großbritannien wird sich an keincitz B l o ck gegen den KommuniSmns und gegen den Faschismus beteilige». Für Großbritannien beiten seien gegenwärtig sehr wieS er darauf hin, daß Peiping, wenn China die Besetzung von Lukuochiao zulasse» ein zweites Mulde» werde» würde, und waS bewahre dann Nanking davor, ein zweite» Peiping zu werden? Ob der Zwischenfall soiedlich geregelt werden könne, hänge davon ab, ob die Grenze deS Ertragbaren erreicht werde. China wolle dm Krieg nicht und setze dem Angriff nur Widerstand ent- gegen. DaS chinesische Volk solle wissen, daß die Regierung sich heute mitten in dm Borbereitmi- gen für die Berteidignng befinde. Wenn die chinesische Regierung zulassr, daß. auch nur noch ein Zoll chinesischen Landes verloren gehe, so würde sie ein unverzeihliches Verbrechen an der eigme» Rasse begehen. ES würde China nichts anderes übrig bleibe», als jedes Hilfsmittel der Nation in dem Kampf um den endgültigen Sieg zu benützen. Grund-Thesen britischer Politik Eden vor dem Unterhaus Sut Laufe des Montag habe» die Koalitionsparteien über die Lage und di« Bildung des neuen Kabinetts Beratungen sowohl in ihren leitende» Körperschaft«», alö auch mit den» designierten KabinettS-Chef abgefiihrt. Die KoimnuniqntS, die von den eüiztlnen,.Parteien auSgegebt» wurden, brlWn^MMgrmetikW den"Wünsch'züsst'Auv.' druck, die Krise so rasch äkS möglich und äuf dtin von« Präsidenten der Republik durch die Birnfütig Dr. HodjaS eingeschlagenen Wege zu überwinde». Sn der Beratung der tschechoslowakischen Sozialdemokratie referierte Minister B e ch y n k über die Situation und führte die Krise vor allem auf organisatorische Mängel der Getreidebewirtschaftung zurück, für die Fehler aus frühere» Jahren maßgebend feien. Dr. Meißner kritisierte die Agrarier,, die er für dir Demission deS Kabinetts verantwortlich machte. In den Preffepolimike» ist Montag eine gewisse Beruhigung eingetreten, während Sonntag Wichtige Parteiberatung Montag vormittags versammelte sich der Parteivorstand der dmtschen sozialdemokratische» .Arbeiterpartei, um zu der durch di« Demission der "Regierung geschaffene» Lage Stellung zu nehmen. Der Parteivorsiyeude Minister Dr. Ludwig C z e ch erstattete einen eingehmden Bericht über die Probleme, dir zur Kris« in der Regierung führten und über de» Stand der Verhandlungen des designierten Ministerpräsidenten Dr. Hodja um die RegierungSneubildung. In der an de» Bericht anschließenden Aussprache kamen die Genossen Dr. Heller, KrejLi, Jents ch, Müller, Reitz- n e r, H a ck e n b e r g, T a n b, W i l d n e r, Zinner und Z i s ch k a zum Wort. Nach einem Schlußwort des Vorsitzenden faßte der Parteivorstand den einmütigen Beschluß, den Bericht zur Kenntnis zu nehmen, di« getroffene» Maßnahmen z« billigen und dem Parteivorsttzendrn Dr. Ludwig Czech di« Vollmachten für alle weiteren Verhandlungen zu erteilen. . Tumulte In der Skupschtlna Belgrad'.•Die Belgrader. Polizeidirektion.publi« jiektbMsnIäg.eine^ Verfügung) der zusölge/.Pie Brp- ze'ssiMcheHe Mantäg abends nach,d«ss Gaiiesditsist anläßlich i>er GesünduW d-sHatriäkch-n b-Mstql-. tel" werden-sollte. b ö te n würde: ■ Anläßlich der Verhandlung des KoMrdat« kanteSin desillgo^awlschenÄupschiiNuMintag zu Krawallen. Abe« auch in.dsn Straßen Belgrad«' kam. eö zu Znsqmsiienstößen, alS die orthvdozen' Geistlichen versuchten, die verbotene Prozession durchguMren: Angeblich fall die Po- lizri auch einm Bischaf verprügelt»ab««. Hodia verhandelt mit den Parteien Regierungsbildung wahrscheinlich Dienstag »»er-AbkommenS vöin 2. JöUner 1937i"-. S: Der Völkerbund sei weder tot, noch sei'er' im Sterben'begriffen, doch müsse vermieden wer- ... Aus den zahlreichen von den verschiedenen K HopeiS und TschacharS, an- denen-japa- Nische aus chinesische Truppen stoßen, einlangen- den Berichten geht hervor, daß tatsächlich Kämpfe in beträchtlichem Umfang im Gange sind. Die Japaner rücken vdr und behandeln die Provinzen lvie ihre eigenen. ES handelt sich faktisch um ein« j a P a n i s ch r O k k« p a t i o n N o r d- ch'»",». Andererseits, reden beide Parteien von der Möglichkeit, den Frieden zu.erhalten, verhandeln und bombardieren einander mit Protestnoten nnd ultimativen Forderungen. ■■■-■ Während die lokalen Behörden die japani- schen Forderungen angenommen haben» weigert sich dl, Zentralregirrung in Nanking, diese Ab- machungen anzuerkennru. Japan wieder fordert von der chinesischen Regierung, sie solle sich in die Angelegenheiten Nordchinas„nicht einmischen": Hier entsteht also eine neue Fassung für de» so interessanten Begriff„Nichtriümischung". Ob die Nanking.Regierung den Kampf wagen wird, läßt sich«rotz der starke» Worte Tfchangkaischek« noch nicht mit Sicherheit sagen. Wie Eden im Unterhaus bekanntgab, hat England«» Nanking und Tokio seine B e r- Ut i t t l n n g a n g e t r a g e n. noch rin heftiges Feder-Gefecht geführt wurde. Man empfindet in weiten Kreisen daS Bedürfnis, die alte Koalition zu erhalten, weil sie dir derzeit einzige Form ist, die schwere iunerpolitischen Krisen und eine außenpolitische Unsicherheit auSschlirßrn kann. Erscheint feftzuste» "hrsi,"dMtsi^,Bsldimg vtS"Ueuen"KabinekkS ans der Gtnnrkitge der frühere» Regierung mit geringfügigen Aenderungen erfolge» wird. In den Abendstunden verlautet allerdings, daß S ch w i e- rigkeiten noch Immer bei den A g r a r i e r n vorliegen, die noch keine endgültige Stellung bezogen haben. Man hofft, daß trotzdem im Laufe des Dienstag dir neue Regierung perfekt sein wird.. Präsident Dr. BeneS ist nach seinem SonntagSaufenthalt auf> seinem Landsitz wieder nach Prag zurückgekrhrt und hat Montag u. a. den Minister,Dr. S p i n a empfange». notwendig, dir Zahl seiner Mitglieder zu höhen. . 6. Der britische Plan für die Vermittlung in Spanien steheoderfallealS Ganzes» das müsse man sich an den zuständigen Stellen vergegenwärtige». Die Alternative des Planes tarnt nur in einem völligen Zusanunen- bruch der Nichteinmischung bestehen."Man könne darüber streiten, waS die Parteien in Spanit» von einem, solchen Zustande hätten. ES bestehen aber kein« Zweifel darüber, daß Europa verlieren würde. Wenn die Völker jetzt nicht aufrichtig auf einer Grundlage" zusauiuicuarieiten, die sie alle, angenommen hätten, würde man in g e» fährlicherWeise einem europäischen Krieg näher kommen. - 7.Die fernöstliche»Angelegen- ...._..,. BK~“.t verworren, ist ausschlaggebend daS Verhalten.anderer Länder^ Großbritannien habe Verständnis für die berech- im internationalen Verkehr, nicht aber die inner», tigfen Interessen sowohl Japans alS auch Chinas politische Ordnung ihrer Angel,genhriten.'7' 1 .-g.R i e m a n d d ü r f e ho ff en, dir Parteien gerecht zu werden, englisch-französische Freund J• Freund-!<, i Infolge der drohende» Gefahr hat sich die sch a ft zu zerstören»der auch nur schwächen, britisch, Negierung auch mit denB ereinig- zu können..Die englisch-französische» Bc- te» Dtaa t e n und der französi- ziehunge» seien gegenwärtig die denkbar besten. scheu Regierung inBerbindung 4.1m Mittelländischen und gesjßt und diesen gegenübrk ihrpn Wunsch Im muten M er r müsse allen Ländern einer friedlichen Regelung»um Ausdruck gebracht, fr ei« Ein- und D n r ch fahrt gewähr« Auch hat sie in Takia und Nanking i h r e Ver- leistet"sein. Grohiritannie» stehe zu den Ver- m i t t l u« g a n g e b o r e n.' Eden regte.an, bindkichkeite»" deS englisch-italienische» Mittel-, daß.Japan sind China) nicht nur die. Methoden 'hAiw 9' cWhtnat»'• ntthrrtt. htthrrtt rittrtt mirfflHirtt Werfaiiä tiir Mer« Schanghai. Marschall. Tfchangkaischek stellte in Kuling in einer Erklärung vier Mindest- M>rrWkN, gls Basis, für chinesisch-iavauische eerßa>MWMMr/"'"Die"'Ks'rßrMM" besüKin "'" 1. daß jede ReMnng dl« territorial« In tegrität nnd dir- souveränen Rechte ShinaS nicht verletzen dürfe, 2. daß die Zrntral-Regiernng in den von ihr festgelegten Status des Hopei-Tschachar- Rates keine illegalen Aenderungen znlaffr» .würde, 3. die chinesische Regierung einer Absetzung von solchen lokalen Beamten, die von der Zentralregiernng ernannt sind, n»ie der Präsident deS Hopei-Tfchachar-RateS, auf Grund auswärtigen Druckes nicht zustimnie» werde nnd 4. daß die chinesisch« Regierung eö nicht zulassen könne, daß irgend weiche Beschränknngen hinsichtlich der Plätze gemacht werden, die jetzt von der 29. Armee gehalten werden. In dieser Erklärung führte Marschall Tfchangkaischek noch weiter aNS, daß China die Regelung aller Probleme ans diplomatischem Wege anstrebe. Solange China die äußerste Grenze deS Ertragbaren nicht erreicht habe, werde eS nicht leichthin von letzten Opfer» sprechen. Sollte aber dies« Grenze erreicht sein, so werde auch di« letzt« Unze nationaler Energie in den Kampf geworfen werde». ,DaS chinesische Volk müsse di« volle Bedeutung dieser Worte und ihre Folgen verstehen. Sobald erst einmal«in solcher Abschnitt erreicht-fei, müsse bis zum bittersten Ende durchgekämpft werden. Denn wenn man trügerische Hoffnungen auf ein EinleNktn des Gegners hege, so werde China zugrunde gehen. Tfchangkaischek sagte sodann, daß der Lnknochiao-Fall keine plötzliche, zufällig« Angelegenheit sei, sonder» daß er von den Japanern seit Monate» vorbereitet worden sei. Der Zwischenfall mache klar, daß Japan eine» sehr bestimmten" Zweck.mit China- verfolge nnd daß der Frieden--nicht leicht erhalten'.bleiben tönute. China Hütte den.Zwischenfall nur dadurch verhindern können, daß es ausländischeNArmeen freien. Einmarsch und Marschfreiheit im'eigenen Gebiete gestattet«. Kein Land, daS auch nur die geringste Selbstachtung besäße, könnte.eine solche Erniedrigung annehmenr Unter: Hinweis auf den Verlust der Mandschurei vor sechs Jahren Wilhelm III.? Wenige Jahre vor der Machteinsetzung Hitlers durch den greisen Reichspräsideuicn Hindenburg, der seine» und seiner junkerlichen Stan- deSgenosscn Grundbesitz vor dem Bodcnreform- „Bolschewismus" bewahren wollte, erschien, auS der Feder des oppositionellen Nationalsozialisten v. Miltcndorsf, eine Broschüre unter dem Titel: „Adolf Hitler— Wilhelm III." Sie zog zahlreiche Vergleiche zwischen dem letzten deutschen Kaiser, den:„Redekaiser", und Adolf Hitler und sand ungeinein viel Gemeinsames: die Redefreude, die Freude am Prunk, den Unfehlbar- keitsdiinkel, und auch den Glauben an das eigene Künstlertum und die Berufung" zum Amte des Schiedsrichters über alles Künstlerische. Adolf Hitler hat, seit er Diktator des Dritten Reiches ist, den Gindruck einer gewisse» We- sensverwandtschast. mit Wilhelm II. verstärkt. Einer gewissen Wesensberwandtschaftl Denn da alle die Hemmungen, die es im Deutschland des Kaisers immerhin gab: Reichstag, Pressefreiheit, eine Regierung, die doch auf den europäischen Ruf Deutschlands bedacht war, längst wcggcfal- lcn sind, mußten sich phantastische Ueberjteige« rungen der Sucht, ins„Gigantische" zu Wirten, ebenso einstcllcn wie Wachsen deS Unfehlbarkeitsglaubens ins Maßlose. Der pompöse Prachtbau des„Hauses der Deutsche» Kunst" in München und die Rede, die Hitler am Sonntag zur Eröffnungsfeier hielt. So tvie einst Cäsarenwilte kostspielige Prachtbauten erstehe» ließ, so lieft Hitlers Gebot einen Riesenbau erstehen,, der so große. Summen verschlungen hat, daß mau es selbst in dein Lande, in dem man noch mehr al« in Amerika mit dem äußerlich Großen prahlt, cs vorzog, die Baukosten nie zu nennen. Mußten doch allein, um Platz für die große Zufahrtsstraße zu schaffe», zlvanzig Häuser niedergerissen werden! Das vielkritisierte Gebäude ist ganz nach den Angaben Hitlers gebaut lvorden, und auch die AussteUung, mit der eS eröffnet wurde, ist durch Hitlers Gebot gestaltet worden. Er selber verwarf ünd wählte Bilder aus. ' Nachdem schon am Vortage in zahlreiche» Reden Hitler als Förderer und Befreier der deutschen Kunst, vom- Gauleiter Wagner als „größter Meister der deutschen Kunst" gepriesen lvorden war(ernsten Gesichtes mußten das die Vertreter der Auslandspresse mir anhören), verkündete der Unfehlbare am Sonntag selben sein Evangelium der wahren und allein gültigen deutschen Kunst. Hitler erklärte, mit der, Eröffnung dieser Ausstellung habe das Ende der deutschen„Kunst- vernarrung" und der deutschen Kulturvernichtung begonnen. Von nun ab lverde ein unbarmherziger Erneuerungslricg gegen die-letzten Elemente der deutschen Kulturzersetzung geführt lverde». Hitler wandte sich gegen jede Kunstmode lalio gegen das Moderne, gegen das Neuei), denn eine solche Theorie sehe die Kunst gleich dem Hand, werk der modernen Schneidereien. In des„Führers" Rede, der auch Konrad Henlein, der Nui- turverbundene, lauschte, wimmelte es von scharfen und derben" Ausdrücken.„Schmieranten" solle man kastrieren oder einspercen, denn entweder sehen diese Maler„falsch", dann hätten sie ein« „schlechte Erbmasse", oder sie malten absichtlich „falsch"," dann seien sie Verbrecher.. Als in Deutschland an der Neige des vorigen Jahrhunderts als Rebellion gegen die Kunsterstarrung der Naturalismus sich erhob, wandte sich Wilhelm II. heftig gegen diese„Rinnsteinkunst". Damals wurde nicht nur außerhalb der Grenzen deS Reiches, sondern auch in Deutschland laut gelacht, und der Naturalismus setzte sich, eben weil Wilhelm nur eine primitive Kunstmeinung, aber keine Macht über die Kunst hatie, doch durch. Heute wagt man in Deutschland höchstens noch"innerhalb der vier Wände heimlich zu lachen, über der deutschen Kunst aber herrscht unentrinnbar des Diktators Gebots ES wird bi« deutsche Kunstnicht ganz umzubringcnlvermö- gcn. Aber eS verhindert jegliche Weiterentwicklung. Kunst kann nur in der Freiheit wachsen. Dem Künstler dürfen nicht bestimmte enge Wege .vorgezeichnet werden. ES darf ihm nicht eine ganz genau bestimmte Art, so und nur so zu malen, zu dichten, zu komponieren,.vorgeschrieben werden. Nur in Freiheit und in freier Konkurrenz, nicht bloß zwischen den einzelnen Künstlern, sondern .auch den verschiedenen Kunstauffässnngen kann -Kunst"-gedeihen. Anders-verkümmert, sie, kommt Seite 2 Dienstag, 20. Juli 1837 Nr. 1S8 sie über ewig gleiche Selbstwiederholung nicht hinaus. Die„Frankfurter Zeitung" hat cs gewagt, eingewickelt in allerlei zustimmende Redensarten, zum„Tag der Deutschen Kunst" dcS Meisters Albrecht Dürers Wort zu zitieren:„Was aber die Schönheit sei, daS weih ich nit." WaS Dürer, der so viel unvergänglich Schönes geschasfen, in seiner erhabenen Demut nicht wußte, daS weiß der deutsche Reichskanzler und nur außerhalb Deutschlands dürfen Zweifel an diesem Alles» wissen und AlleSverstehen laut werden. Wenn jene moderne Kunst, die in allen Äulturstaaten hoch geschätzt wird, in Deutschland auSgerottet wird, und wenn die— allerdings sehr verengte— Kulturwelt zugleich erstaunt, belustigt und erschüttert Zeuge dieser despotischen Äunstverwaltung und Kunstreglementierung wird, so mag man im Dritten Reich die FassungSlosig- leit der Welt angesichts dieses Wütens gegen die Kunst triumphierend als Ergebnis der um alles Welturteil uubelümmerten„arteigenen" Entwicklung preisen. Man irrt nur in einem: der Welt damit zu beweisen, daß es, wie der Gauleiter Wagner meinte,„zu allen Zeiten keine Menschheitskultur geben könne ohne die Deutschen". Gewiß wird die Menschheitskultur ärmer durch die deutsche Selbstausschaltung, aber: aufzwingen lassen sich die anderen Völker die von Hitler dem deutschen Volle diktierten Kunstausfassungen nicht! Es wird eben, so wie eS keine Befruchtung der deutschen Kunst durch die der anderen Völker mehr geben darf, auch keine Befruchtung der Kunst außerhalb der Grenzen des Dritte» Reiches durch die eiiigcschnürt« und kommandierte deutsche„Kunst", mehr geben können. Adolf Hitlers Kunstdiktatur ist aber auch wieder eine jener Erscheinungen, die die Welt warnen sollten! Hitler träumte in seinen Puber- tätSjahren davon, Künstler zu werden. Seine Begabung reichte dazu nicht aus. Nun, er wurde mehr als schaffender Künstler: er wurde Herr über die deutsche Kun st, und wurde eS gewiß seiner eigenen innersten Ueberzeugung nach, weil er dazu berufen ist, weil er mehr als alle anderen Menschen davon versteht, weil er ein Ueberlünstler ist, ein AuSerwählter Gottes. Aber Hitler hat nicht nur diesen einen Pubertätstraum verwirklicht! Und wir wissen nicht, welche Träume er in jenen dunklen Jahren sonst noch in seinem unruhigen Gehirn auSbrütetel Wenn er auch davon träumte, Herr Europas und Schiedsrichter über alle Völker zu werden? Er ist nicht der erste Diktator, der sich nicht bloß für«inen großen Staatsmann, sondern auch für einen großen Künstler hält!— Sein Vorgänger, mit dem v. Miltendorff ihn verglich, wähnt« ein großer Komponist und Richter zu sein— und er verhieß, sein Volk„herrlichen Zeiten entgegen" zu führen. Hat man vergessen, wohin er es geführt hat? in Kurze i Ri» de Janeiro. Au» Sao Paolo wird gemeldet, daß ei bei Militärseierlichkeiten zu Autschreüungen kam, wobei eine Person getötet und 18 verletzt wurden. London. Wie Außenminister Eden im Unterhaus mitteilte, ist der britische Botschafter in Hen- daqe beauftragt worden, die sofortige Freilassung der britischen Schiffer„Molto»" und seiner Mannschaft zu bedangen und zu erklären, daß die britischen Behörden General Franco für jeden Schaden verantwortlich machen würden, der dem Dampfer oder der Besatzung etwa zugestoßen sein sollte. Neierkönigs Tochter Roman von Otto StOssl COPYRIGHT BY SATURN- VERLAG. WIEN „Ja, das wär' aller recht schön. Aber der andere ist doch wer! Der hat so etwas gewisse» Heimliche» und stellt in der Welt doch mehr vor, kriegt Geld und Orden und kommt herum. Der Wachmann freilich hat wieder seine Uniform, und Uber den lacht kein Mensch. Der Doktor Hesky ist alleweil ein bissel komisch." „Ich möchl' an Ihrer Stelle den Wachmann nehmen. Was fangen Sie mit einem Afrikareisenden an?"—„Mitfahren müßt' Ich!"— „Nach Afrika, warum nicht gar?"—„Meinen Sie, ich könnte nicht auch reisen, jagen, reiten und schießen? Lust hätt' ich schon dazu!"—„Aber, wenn Sie den Wachmann nehmen, brauchen Sie da« alles nicht. Der Hesku wird nie so recht ordentlich auSschauen, die Uniform macht viel." Anna dachte nach und wog lächelnd die beiden Schicksale ab, wie sie wohl ost schon im stillen getan, doch ehe sie sich entscheiden konnte, vernahm man draußen Schritte, sie legte ernsthaft und Schweigen gebietend den Finger an den Mund und eilte zur Tür hinaus, noch ehe Hesky eintrat. Der begrüßte den seltenen Gast mit alter Herzlichkeit, und rasch war das Gespräch im Gange über alles, was in der Zwischenzeit geschehen war. Dieter lenkte die Rede«in paarmal auf die neue, schöne Ordnung der Wohnung und auf Anna, die dies alle» so hübsch zustande gebracht und gehalten. Vielleicht wußte sein Schützling doch von ihrer besonderen Zuversicht. Der bestätigte indes immer nur recht gedankenlos, die Anna sei ein ganz tüchtiges Frauenzimmer und halte seine Sachen zusammen, aber in Bälde komme er doch endlich hinaus nach Ljistka. E» sei höchste Zeit, daß er wie- Churchlll warnt London« In der außenpolttischcn Debatte im Unterhaus ergriff mich Churchill da» Wort. In sein«» Rebe spiegelt« ftch>1« große Besorgnis wider, welche groß» Teil» der englischen Oeffentlichkeit wegen der Konsum an der spanischm Kifft« und Gibraltar empfinden. Ich selbst, sagte Churchill, habe bereits vor vier Monaten Eden auf diese Tatsache aufmerksam gemacht, di» ich von meinem Sohn« gehört habe. Eden war darüber ernstlich betroffen. Wenn diese Batterien, erklärte Churchill, sich in Reichweite der Häfen von Gibraltar und Algeciras befinden, könnten fte diese rasch zerstören. Auf wessen Antrieb wurdm diese Batterien ausgestellt? Siche» nicht, um die Flotte von Balmcia zu vertreiben. CS ist auch absurd anzunehmen, daß Franco seine geringm Hilfsmittel für die Aufstellung solcher Batterim verwenden würde, die vor dem Kriege nicht bestanden hatm. Wenn dies» Kanonen an» Deutschland und Italien stammen, dann ist e» klar, daß st« nichts mit dem spanischen Krieg zu tun hatm, sondern in Ber- bindung mit weiteren Zielen aufgesahrm wurden. Man muß sich die Tatsache vor Augen hal- tm, daß Franco mit diesen Kanonm die Meerenge von Gibraltar beherrscht. Ein bloßer Zwischenfall der au» diesen Umständen für ein britische» Schiff entström könnte, würde unter Umständen die See- vormocht der Welt mtscheidend verändern. Churchill wir» sodann aus die Gefahren hin, dir von dm im Ausland lesenden deutsche» und italienischen Staatsangehörigen, di« zu politischen Propagandaorganisationen znsammengrsaßt find, entstehen könnten und auf da». Spezialamt in Deutschland, da» sich mit der Leitung der deutschm Nationalsozialisten i« Ausland» befaßt. Churchill«rlltrtr, daß r» bisher nicht» AehnlicheS gegeben hole und daß«S Zeit wäre, daß sich da» englische Innenministerium mit dies« Angelegenheiten befaßt. An der Klagemauer Jerusalem.>as Kind nach Hause zu schicken, uno er dachte nach, was man machen könnte und verfiel aus eine List. DaS Kind hat.Fieber, schrieb er nach Prag, es muß noch einige Wochen dableiben. Und es blieb, Und als es mit dem nächsten Sanunel- tranSport abreiste, hatte es die Krücken mit einem Bändchen und einem Blumensträußchen zusammengebunden... ES war zwar rcglemontwidrig, aber hier hat der Zweck das Mittel geheiligt. / nek. Seite 4 Dienstag, 20, Juli 1937 Nr. 1«8’ 3cigmeuigfcettw Fllsers Erbe Wer lehnt ihn noch, den bajuvarischen Ouorschädel und urwüchsigen Volksvertreter Josef Filser, königlich bayerischen LandtagSab- geordnctcn, erfunden und zu unvergänglichem Leben erweckt von Ludwig Thoma, dem Humoristen aus dem„SiinplizissimuS"? ES sind fast dreißig Jahre her, seit das Publikum die Filser- Bricfe verschlang, eine Satire, die immer wieder nachgcahmt und schließlich arg verwässert wurde, deren Original aber heute noch wie damals wirkt- als sich der derbe Witz Thomas gegen die Herrschaft der bayerischen Zentrums- Partei'im Landtag richtete. Welch gutmütig harmlose Tyrannei war das doch! Sie ließ es zu, daß der„Simpl" erschien und sich über sie lustig machte, sie war gebändigt durch alle möglichen Gewalten in Staat und Gesellschaft, sie war nicht einmal am Stammtisch ganz totalität, denn auch in den Kneipen Münchens hatten die Thomas ihren angestammten Platz, nicht nur die Filser. Zn den am meisten belachten Stellen in den„Filser-Briefen" gehörte immer die tiefsinnige Erklärung über das Wesen der wahren, Kunst, die Filser einmal seinem Freunde mit- teilt: indem daß Minke» eine Kunststadt ist, haben wir im Landtag oft die Diskussion ge- habt, waS eine Kunst ist und was keine Kunst nicht ist. Die Malerei(die Mahlerei, wie Thoma seinen Filser natürlich schreiben ließ) i st schon eine Kunst, aber nur bis zum Nabel. Darunter ist es eine Sauerei... Der Kulturhistoriker wird unschwer den gewaltigen Fortschritt feststellen, den München von 1907 bis 1937 gemacht hat: auch heute wird wieder erklärt, was eine Kunst ist und waS keine Kunst nicht ist. Aber eine Diskussion gibt cs schon nicht mehr. Vielmehr ist einer da, der cS vorneweg weiß. Der es den anderen nicht erst mit Argumenten erklärt, sondern dekretiert(von welchem Wort man einst in Rußland daS treffende Wort DekretiniSmuS abgeleitet hat). Er braucht keine Argumente mehr. Er klebt nicht an der Stofflichkeit wie der Filser, er hat eS nicht mit der Moral, er geht auf die Seele, auf das Wesen der Kunst und mit dem nie trügenden Instinkt des gescheiterten Realschülers/ verhinderten Akademikers und Gelcgenheitsmalers hat: -r es hcrauSgefunden:„die Malerei ist schon eine Kunst, aber nur biS.zumPartei- b ü ch e l, darunter ist es KulturbolschewiSmuS". Der gute Filser, aber würde heute vielleicht fest- stellen müssen, daß es nunmehr gerade über der Zulässigkeitsgrenze eine Sauerei geworden ist. Die Lehrer Haien es schwer. In München fand, so erzählen die sozialdemokratischen „Deutschland-Berichte", eine„Woche der Schule" statt. Die Eltern konnten während dieser Zeit dem Unterricht in den Schulen beiwohnen. Nur wenige haben sich dafür interessiert, obwohl cs sehr unterhaltend war. Ein ergötzliches Schauspiel lvar z. B. der staatsbürgerliche Unterricht in den Unterklassen. Der Lehrer erklärt groß und breit die Leistung Hitlers für die Wiedererweckung des deutschen Volkes. Er schildert die Opfer der„alten Kämpfer", ohne die der Führer sein Werk nie hätte vollenden können. Als er lange genug erklärt hatte, sing er zu fragen an:„Nun Eisele, jetzt sag mir einmal, wer hat denn dem Führer bei der Eroberung Deutschlands geholfen?"— Eisele erhebt sich, schaut etwas unsicher umher! und erwidert dann keck:„Die alten Germanen,! Herr Lehrer I" Alles lacht, nur der Lehrer nicht. j Tann erklärt er, daß der Führer auch ein großer Rechner sei, der alles gut ausrechnen konnte und daher tvcnig Verlust hatte. Er fragt den Grics- hanuner nach längerem Reden:„Wer ist also in Deutschland der beste Geschäftsmann?"— Gries- hannner antwortet prompt:„Der Jude, Herr Lehrer!" Im allgemeinen verstehen auch die Lehrer nichts von der Rassenfragc. Dorfschullehrer im Erzgebirge, die die Sache ernsthaft nehmen und sie richtig handwerksmäßig behandeln wollten, teilten nicht nur die Schüler, sondern die ganze Eiiilvohnerschaft je nach dem Nasenbein, dem Hinterkopf, der Stirnsorm, der Haarfarbe in Ostisch- Dinarisch-Baltisch oder irgendeine Teufels- oder Engels-Rasse ein. Die Folge war, daß sich viele beleidigt fühlten., Im Aut» verbrannt. Aus der Brennerstraße in der Nähe von Innsbruck geriet der Kraftwagen des Holzhändlers Stctter aus Srerzing infolge schneller Fahrt ins Schleudern, stürzte einen Hang hinab und verbrannte. Der Besitzer des Wagens fand auf der Stelle den Tod, feine Begleiterin Mathilde Spcstenhauser aus Meran erlitt tödliche Brandwunden und Verletzungen, denen sie erlag, Auto und Motorrad. Bei Wiener Neudorf stieß Sonntag abends das Auto des Wiener Architekten Dr. Anton Pies mit dem von einem gewissen Schmelz gelenkten Motorrad zusammen. Der Advokat und der Motorradfahrer, wurden schwer verletzt. Die Gattin Schmelz' wurde ge- Die Jugend der Atus-Union marschiert! AbschluB des Jugendlagers In Neustadt!— GroBe Kundgebung In Sandau Die dreihundert Zelte, die durch zehn Tage ein halbes Tausend jünger Turner und Sportler beherbergten, würden am'Sonntag abgebrochen. Die jungen Burschen, die aus ganz Nordböhmen zusämmengekommen waren, sind nun, ausgerüstet mit neuem Wissen und mit wertvollen Erfahrungen, in ihre Heimat zurückgekehrt. Sic'werden, tvaS sie gelernt haben, iw Dienste der Arbeiterbewegung anwenden.;' Am Sonntag war das Polzental beherrscht von den sozialistischen Arbeitern..Sie kamen in kleinen und größeren Gruppen, cs kamen Scharen von Wanderern, cs kamen Radfahrertrupps, und sie alle zögen am frühen Vormittag nach Sandau zum Marktplatz. Bald standen ganze Säulen in. den Ortsstratzen. Gegen zehn Uhr vormittags ertönten Musikklänge und nun marschierten Radfahrer, Sozialistische Jugend,' Arbeitersportler, marschierten Frauen und Männer nach dem Marktplatz und nähmen dort Aufstellung. Und dann kam, geführt von der Staatsflagge und der roten Fahne, der Zug der AtuS-Jugendi Sie gruppierte sich vor der Rednertribüne,' von der aus, nachdem die Staatshymne verklungen war, Genösse Kunig sie begrüßte: Als tagelanger Regen zur Erwägung zwang, das Lager äbzu- brechen, sagten unsere Jungen: Wir halten d'utchl Und sie haben durchgehalten! Trotz dem Gerede, daß das halbe Lager erkrankt und die. Lagerleitung geflüchtet sei! Heute kann sich jeder davon überzeugen, daß unsere Jungen gesund sind und daß niemand geflüchtet ist!' Mit dem Gruße„Freiheit!" schloß Kunig seine Begrüßungsansprache, inst dem Gruße „Freiheits" begann der Vertreter des Parteivor« standcs, Ernst Paul(Prag), seine Rede, die die Jugend als Trägerin.' der.proletarischen Disziplin und als Vorkämpferin des Gedankens des Sozialismus würdigte.'' Der Redner sprach von den Gefahren, die Europa durch den Faschismus drohen und pries am Jahrestage..des Ausbruches des spanischen Bürgerkrieges.die Freiheitsliebe und den beispiellosen Heldenmut des demokratischen spanischen' Volkes. Wir- geloben, uns der spanischen Schwestern und Brüder würdig züertveisenl 'Spontan erklang nach der mit. jubelndem Beifall aufgenommenen. Rede Pauls' die:„Internationale". Kunig schloß dann mit einigen kräfiigen Worten die Kundgebung: Die.'Teilnehmer formierten sich zu einem gewaltigen. Demonstrationszuge, der von Sandau nach Neustadtl marschierte'..' Ein massenhaft.besuchtes, Volksfest schloß sich der. von etwa zivettausendsünfhundert Personen besuchten Kundgebung an. tötet.— In Steiermark stieß der Motorradfahrer Johann Strobel aus Steinach mit dem Auto eines Schweizer Rennfahrers zusammen. Strobel wurde auf der Stelle getötet. Miß Earhardt nufgcgcbcn. Die Marine der Bereinigten Staaten hat von der weiteren Suche nach der Fliegerin Earhardt Abstand genommen und sie für beendigt erklärt. Das Schiff„Lcxsng- tou" erhielt den Befehl, nach San Diego abzudampfen. Bor den Augen des Bakers' ertrunken. Als der Landwirt Jusofoviä mit seinen beiden Söhnen im Alter von sechs und elf Jahren auf einem Fuhrwerk aus der Gemeinde Bokovinja(Serbien) nach Hause zurückkehren wollte, mußte er einen durch das Hochwasser angeschwollenen Bach durchqueren. Das Ochsengespann wollte in der Mitte des Baches nicht mehr weiter und Jusoviä stieg vom Wagen, um die Tiere.auszuspannen. In diesem Augenblick riß das Wasser das Fuhrwerk um und die beiden Kinder'ertranken vor den Augen des Vaters, der ihnen keine Hilfe bringen konnte. Im Hafen gesunken. Im Hamburger. Hafen sank, in. der letzten Nacht nach-cinemi Zusammen-, stoß mit. einem Schlepper eine. VeekehrLbarkasse, die mit sieben.Fahrgästen und dem Schiffsführer besetzt war. Dabei ertrankensiebenPer- s o n e n, während ein Mann gerettet werden konnte. In einem Anfall von Irrsinn ermordete .««».gewisser Stefan.Wroblewski.in Gdingen seine Gattin, feine zwei Kinder,, seinen Schwager und seinen Neffen, worauf er sein Haus anzündete und einen Selbstmordversuch unternahm. Probates Mittel. Präsident Cardcnas beauftragte den Stadtrat von Mexiko, beginnend, mit dem 19. Juli, die Kohlenvorräte bei den Großhändlern zu beschlagnahmen und direll an die Bevölkerung zu verkaufen. Durch diese Maßnahme sollen die Großhändler gezwungen werden, sich, dem festgesetzten Kohlenpreistarif anzupassen. Arbeiter verschüttet. Belm Niederreißen einer alten Brauerei im Wiener 17. Bezirk, stürzte ein Gewölbe ein, wobei der Baupolier I. Feiler verschüttet und getötet und einige andere Arbeiter verletzt wurden. Vom Balkon gestürzt. Der Grazer Universitätsprofessor Hofrat Max Wiliurg lehnte sich vom Balkon seiner Wohnung hinaus, verlor dar Gleichgewicht und stürzte auf die Straße, wo er mit zer- . schmettertem Schädel tot liegen bileb. \ Das Korinthen-Plebiszit. Die griechische Rcgie- ' rung hat. beschlossen, die von ihr als wirtschaftlich . unumgänglich angesehene Maßnahme, eine ganze Reihe von Äorinthen-Pflanzungen zu zerstören, znm Gegenstand einer Volksabstimmung zu machen, da sich eine lebhafte Opposition gegen die gewiß unpopuläre Absicht bemerkbar gemacht hat. Die Ursache liegt darin, daß Griechenland der Wcltlieferant für Korinthen ist, daß aber der Weltmarkt nicht einmal die griechische Produktion aufnehmen kann. Im letzten Jahre konnten 299 Millionen Pfund Korinthen verkauft werden, während. Griechenland. 829 Millionen Pfund Korinthencrnte.aufzuweisen hatte. Der Erfolg ist, daß 89 Millionen zu Schleuderpreisen auf den Markt kamen mid damit eine Korinthenkrise auSlüsten. Um diese nach Möglichkeit einzudämmen, hat die griechische Regierung selbst den Korinthenüberfluß aufgekauft, aber da» belastet die Staatsfinanzen sehr erheblich. Daraufhin ist eben der Beschluß gefaßt worden, die überschüssigen Weinberge in Zukunst nicht mehr zu bebauen, was eine jährliche Ersparnis von nicht, weniger als 249 Millionen Drachmen bedeutet hätte. Aber dagegen haben sich die Körinthenbauern gewandt.' Französische Kühe für Frank». In den nächsten Tagen wird an der französisch-spanischen Grenze bei Hernaz eine Zeremonie stassfinden, die sich seit 1899 Jähret» wiederholt,- die«über dieser Mal einen'politischen Beigeschmack dadurch bekommt, daß Frankreich bei dieser Gelegenheit sozusagen offiziell mit Franco nicht nur.Fühlung nehmen, sondern! ihm sogar Vlasta Souckovä,- wurde für die Verfilmung von Öapeks „Hordubal“ engagiert.‘ die Lieferung von drei fetten Kühen nicht verweigern kann. ES ist ein uralter'Tribut, und die zuständigen Behörden der französischen Grenzstädtchens.'haben, obwohl auf'der spanischen Seite Franco-Truppen stehen, den- Beschluß gefaßt,, die Tradition nicht zu brechen.-Dieser Tribut stammt au» dem Jahre'628, al- die Belvohner-e- heutigen Grenzterritorium- in den Kampf zwischen den Zimbern und den-Bewohnern von Navarra eingriffen. Die Spanier haben vor 1899 Jahren gesiegt und als Kriegsentschädigung atif ewige Zeiten die jährliche Lieferung von drei: fetten Kühen angeordnet. Die Kühe müssen vön-lö Franzosen, die mit Hellebarden bewaffnet sind, über die Grenze gebracht werden, und die Wachmannschaft muß zum, Zeichen,' daß sie sich als Besiegte fühlt, feierlich vor den sieben Spaniern- die sie- empfangen'- die Hellebarden zu Boden senken.-An der Spitze der fran- zöschen Delegation steht jeweils der Bürgermeister der Orter, und er wird feierlich vöm Alcaven- empfange:». Sobald, die Kühe, die mit bunten Bändern geschmückt sind, als fett genug befunden, werden und. übergebe» sind, werfen auch die Spanier ihre Waffen'fort, die Hellebarden werden zu Kreuzen zusammengebnndcn, und dann rufen alle gemeinsam:„Friede von nm» .an!" So ging die» jedes Jahr vor sich, und so wird es auch dieses Jahr geschehen: Weder die Bourbonen noch die Revolution noch Napoleon noch'die-zweite und dritte Republik haben je etwas daran geändert. Nur Napoleon IH. hat sein Beto gegen die Auslieferung der Kühe evhoben; aber auch dies nützte nichtS. Jn der Nigel-ström«» viele Touristen in'Hernaz: zusammen,-um der- Zeremonie beizuwohnen, aber dieses Jahr durften vermutlich keine hinkommen. Ins Meer gestürzt. Südlich'von Gothenburg fiel'ein Privatflugzeug ins/Meer. Hiebei,kamen der Pilot und ein ihn begleitendes Mädchen um» Leben. Gesegneter Appetit.- Der. internätjongle ,Kongreß der christlichen Arbeiterjugend- an dem.auch eine starke' tschechoslowakische Delegation teilnahni,'wurde Sonntag unter Teilnahme von.42 Erzbischöfen und Bischöfen und 79.999.Teilnehmern: mit einer Ansprache des Kardinals Berdier. abgeschlossen, worauf ein großes Bankett unter freiem- Himmel von 49.999 Teilnehmern abgehalten wurde.-Dpbet wurden: zehn Tonnen-Pasteten, 49.999 Eier, 1,299 Schweine, 5 Tonnen Käse, 8 Waggons'Bananen, 8 Tonn«»: Pfirsiche und. Weintrauben gegessen und neben anderen Getränken 29.999 Liter Wein getruicken.,- . Da» bester« Wetter, dürste bei. un». auch.heute' andauern. Im Osten-des Staate», dürsten sich.st»-den Nachmittagsstuuden der /heutigen Tage» örtliche Wärmegewitter äuSbilden. X- Wahrscheinliches Wet- ter heute:. Vorwiegend'^heiterbiS: wechseln-- be- Plccard hat Glück Dar Ballon verbrannt, der Forscher heilgeblieben New Bork. Professor Jean Piccard, der Sonniag früh zu einem VersuchSslug gestartet war, mußte.notlanden, weil der Ballon in der Luft Feuer fingi Nach der Landung verbrannte der Ballon vollkommen, wobei alle Instrumente vernichtet wurden. Der Balloninhalt bestand ans 89 mit Wasserstoff gefüllten BallonetS. In der Gondel aus Duraluminium befanden sich nur das Barometer, der HöheniNcsscr und eine Kurzwel- lensendcstation. Piccard erklärte vor dem Stark, daß er im Falle eines Gelingen seines Versuchsfluges eine» Ballon mit 2099 BallonetS konstruieren würde,. der eine Höhe von 24.090 Meiern erreiche»» könnte. Bei seinem Versuch hoffte er eine Höhe von 8000 Meiern zu erreichen. Um S Uhr 80 hörte sein Sender auf zu funktionieren. Erst au» einem an seine Gattin gerichteten Tclegramin, wurde das Mißlingen dos Versuchebekannt. Piccard, der insgesamt sechs Stunden in der Luft war, kam ohne Unfall davon und begab sich in sein Hotel in Lansing. Er lehnte es äb, irgendeine Erklärung abzugeben. Piccard' erklärte Journalisten gegenüber, daß nach seiner Ansicht die Ursache des Brandes die Explosion vön Patronen war, die er zur Lösung der die ein« zelnen BalönettS verbindenden Taue benützt hätte. Piccard war genötigt, mit einem Revolver einige Ballonetts zu durchschießen, damit der Ballon zur Erde sinke. Professor Piccard blieb sechs Stunden in der Luft und erreichte eine Höhe von 3800 Meter. wöllt, bis auf vereinzelte Gewitter trocken, sommerliche Temperaturen, Wind au» nördlichen Richtungen. — WetterauSsichten für morgen: Noch heiter und warm, später in Böhmen Zunahme der Gewisser« neigung. Der Schuß Im Parlament Sieben Monate schweren Kerken für einen primitiven Demonstranten Prag.(— rb—.) Wie bekannt, fiel am 18. Mai d. I. im Abgeordnetenhaus ein Schuß. Er war kein Attentat, sondern, wie es sich' alsbald zeigte,«ine ebenso leichtsinnige, als primissbe Demonstration. Montag stand der Täter vor dem Strafsenat der GR. Dr. Marekek. ES war der 88jährige slowakisch« Müllergehilfe Franz Sebe.k, der zu seiner Verteidigung anführte, er habe durch diesen Schuß di« Aufmerksamkeit der Volksvertreter auf feine Arbeitslosigkeit und die Unbill, die ihn» widerfahren sei, lenken wollen. Sebek wurde von .seinem- Dienstgeber Vinzenz' Häla in Lussovic» entlassen, weil er mit einem Organ de» Getreidemöno» pols, dar dienstlich in der Mühle zu tun hatte, eine handgreifliche Auseinandersetzung hatte, in-deren Perlauf er das JnspckssonSorgan durch einen Fausthieb zu Boden streckte. Von dieser Zeit an-versuchte er vergeblich, eine neue Stellung zu finden und kam schließlich aus der Slowakei nach'Prag, wo er' vergeblich beim Generalsekretär der Getreidegesellschaft Dr. Feierabend vorzusprechen versuchte. Auch alle sonstigen Versuche, sich durch Fürsprache höheren Orte-«ine neue Stellung zu verschaffen, schlugen fehl. Da» hab« ihn erbittert und er habe den Vorsatz gefaßt, durch eine öffentliche Demonstration die Aufmerksamkeit auf seine Notlage und auf da» ihm vermeintlich widerfahrene Anrecht zu lenken. Al» Schonplatz dieser Demonstration' ersah er sich' das Abgeordnetenhaus. Der voll-parteiliche Abg. Vikänek, an den er sich um Beschaffung einer Eintrittskarte auf die Zuhörertribüne wendete,'beschaffte ihm- ahnungilo» eine solche, worauf am 18. Mai die bekannte Szene in» Sitzungssaal de» Parlament-Plenum» erfolgte. Angeblich brachte ihn besonder» auf, daß im Laufe der damalige» Sitzung die Henleinleute ein Pultdeckelkonzert veranstalteten. Darauf habe er einen Schuß in die Lust abgeseuert, wobei er Rufe auSstieß, die ihm eine Voruntersuchung, nach dem Schutzgesetz eintrugen. Bei der Verhandlimg trat.die Einfalt und Primitivität de» Angeklagten deutlich in Erscheinung. Da» konnte freilich nicht hindern, daß er im Sinne der Anklage schuldig erkannt und zu sieben Monaten schweren Kerke.r» verurteilt wurde. Der Revolver, mit dem er die Demonstration vollfiihrt«, war übrigen» gestohlen. Vom Rundfunk gavtehlenaweftes ans den Proarammeai Mittwoch Prag, Sender Ir 19.08: Deutsche Presse,, 11:05: Salonorchesterkonzert, 12.10: Geigenson« zert von Piihoda auf. Schallplassen, 18.40:.Deutscher Arbeitsmarktbericht, 14: Deutsche Sendung: Komponisten der Heimat, 17.40: Orgelkompositio» nen von Bösst, 18.98: Deutsche Sendung»Direktor Zak: lieber die Schicksalsverbundenheit von'Staat, und Bürger,.18.20: Arbeiter s e nd u n g: Abg. Wenzel Jak sch: ArteUeräussite,—»ol». aufftieg, 18,40: Sozialinformassopen, 18.48: Deut«: sche Presse, 22.20: GesangSkonzert der Prager Lehrerinnen.— Präg, Sender N: 15: Lieder aut Tonfilmen, 15.18:' Deutsche Sendung: Zeitgenössische Komponisten:'Hindemith, Honegger, Pfitzner etc-, 15.80: Deutsche Presse.— Brünn: 18.10:Rund- funkorchesterkonzert, 17.40: Deutsche.Sendung: Zeisel: Beide Eichendorfs», Rundfunklustspiel, 21.18: Hummel; Septett-D-moll.— Preßburg: 12-85: Militärkonzert, 14.15: Schallplatten, 22.85: Tanz- musik.— Kaschau: 12.08: Opernarien, 18.18: Gei- genkonzert..>— Mühr.-Oftra»; 18: Lieder von Gustav Mahler, 18.80: Lieder auf Schallplatten, ,19.20: Rundfunkorchesterkonzert.. Nr. ISS Dienstag, SS. Suli 1037 Seit« S ^MsMrtsckaftuml 8oLiaipoilM Ausland rung von Mehrkonttngenten für gewisse unserer Erzeugnisse betreffen. Diese Revisionsverhandlungen sind im tschechoslowakisch-französischen Handelsvertrag vorgesehen und betreffen diesmal die Kompensationen für den anläßlich der Weltausstellung besonders großen Reiseverkehr aus der Tschechoslowakei nach Frankreich. Franco-Gesandtschaft direkt untersteht und ebenfalls umfangreiche Geschäfte nach Spanien vermittelt. DaS neue Handelsgesetz. DaS Justizministerium hat den Entwurf deS neuen Handelsgesetzes fertiggestellt und in Druck gegeben. Der Entwurf besteht aus zwei Büchern. Im ersten werden in acht Hauptstücken die Bestimmungen über Kaufleute, Firmenregister, Handelsfirmen, Uebernahme von Handelsbetrieben, Geschäftsbücher,. Prokuristen und, andere Handelsbevollmächtigte und selbständige"'Agentev behandelt. Das zweite Buch regelt die Verhältnisse der. Handelsgesellschaften. DaS erste Buchest das Ergebnis der Arbeit einer Spezialkomjnission,, die vor Jahren errichtet wurde Pariser Kclknerstrcik vor dem Ende. Der Streik der Angestellten in den Pariser Hotels und Kaffeehäusern nähert sich seiner Beilegung. Die Arbeitgeber haben versprochen, daß sie nach Beendigung der Ausstellung in die Regelung der Arbeitszeit mit zwei freien Tagen cinwilligen werden. Sie haben es jedoch abgelehnt, jene An« 'gestellten aufzunehmen, die ihren Dienst verlassen haben. Die Zahl dieser Angestellten beträgt etwa sieben Prozent der Gesamtzahl. Ministerpräsident ChautempS hatte sich einem Vertreter des HavaS-BureauS gegenüber scharf gegön den Streik ausgesprochen und insbesondere Mahnah- men gegen Ausschreitungen angekündigt. Die Ausfuhr von Lederhandschuhen steigt weiter In den erste«» fünf Monaten des Jahres wurden insgesamt 8,141.000 Paar im Werte von SS Millionen. Kß ausgeführt gegen 8,060.000 PaarimWerte:von^64,W0M0u8öM-d-rglei-- chen Zeit des Jahres 1036...Sowohl im.Prager als auch- im erzgebirgischen Gebiete ist die Beschäftigung sehr gut. Obwohl die Unternehmer Facharbeiter brauchen, haben sie, wie der»Bekleidungsarbeiter" erfährt, Weisungen gegeben, bet Lev Suche vorsichtig zu sein, damit der Eindruck erweckt werde, daß kein Bedarf an Hand» schuharbeitern vorhanden sei. Mit solchen Maßnahmen wollen sie über die günstige Lage der Handfchuhindustrie Hinwegtäuschen, um die Forderungen der Arbeiter ablehnen zu können. Lesen Kartellwlllkllr — rar Erhaltung des Arbeitsplatzes Die Absichten des Zuckerkartells, dis In» landsproduktion der Schönpriesener Zuckerraffi- uerie um 40 Prozent zu kürzen, hat unter der Angestellten- und Arbeiterschaft und der Ge- schäftswclt berechtigte Erregung ausgelöst, die ihren Ausdruck in einer eindrucksvollen Massenkundgebung fand, die vom BetriebSauSschutz einberufen war. Für die Gewerkschaften legten Novotny(Prag)- in tschechischer und Pohl(Aussig) in deutscher Sprache die wirtschaftlichen Schäden dar, die eine Verkürzung der Inlands« Produktionsguote und letzten Endes einer Stilllegung des Betriebes haben müsse. Bürgermeister Pölzl führte aus, daß auf Veranlassung der Gewerkschaften die Stadtgemeinde Aussig die zentralen Behörden durch Eingaben informiert und entschiedenes Eingreifen verlangt hat. Neben der Arbeiter« und Angestelltenschaft und der Ge- schästswelt werden auch die Stadtgemeinde, der Bezirk und der Staat durch die Stillegung des Betriebes finanziell in Mitleidenschaft gezogen. Der Wegfall einer Lohnsumme von 6.2 Millionen Kronen müsse sich katastrophal auswirken. Die Umlagen würden sich für die Stadt um 11.500 und für den Bezirk um 40.000 Kronen vermin« dern. In einer Entschließung wird gegen die Absichten des KartclleS entschieden Stellung genom« men und von der Regierung-entscheidende Maßnahmen zur Erhaltung des Arbeitsplatzes verlangt. Neuer Franc-Sturz Nachdem am Samstag der ftanzösische Franc neuerlich bedeutend gefallen war, endete er Montag mit einem Kurs von 181.80 im Verhältnis zum Pfund. Wie die Pariser Abendblätter«mdeuten, hat der Stabilisierungsfonds zur Festigung des Francs eingegriffen. Dies sei der erste größere Eingriff unter der Regierung Ehau- temps. Zur Besserung der Stimmung trug in bedeutendem Maße die Erklärung des Ministers Bonnet bei, er werde in der morgigen Sitzung des Ministerrates weitere Finanzmaßnahmen zur Sicherung des Budgetgleichgewichtes vorlegen. Die tschechoslowakische Krone schloß im Verhältnis 02.60 zu 100 Kß. Es ist dies ihre höchste Notierung im heurigen Jahre. In der ersten Börsenversammlung zu Beginn der Regierung ChautempS nach der Devalvierung des Francs notierte die Kß 02.50 und fiel in der letzten Zeit auf 00. Der Streile der Handschuharbeiter im Prager Gebiet ist trotz der gegenteiligen Meldungen, die in einem Teil der Presse erschienen, ein vollständiger. Die Unternehmer- versuchten, den Verhandlungen dadurch zu entgehen, daß sie ausstreuten, sie seien nicht in Prag(I). Dies konnte schnell widerlegt werden. Die Streikleitung denkt unter diesen Umständen an eine Verschärfung und Ausdehnung der Bewegung. Die Gewerkschaften haben bedeutende Mittel zur Führung deS Streiks fteigemacht. Insolvenzen und landwirtschaftliche Ausgleich Im Juni wurden 84 Ausgleichsverfahren '(1086:.01) eingeleitet und 61 Konkurse(56) eröffnet. Im ersten Halbjahr betrug die Zahl der Ausgleichsverfahren 458(502),"die Zahl der Konkurse 87.5(441).— Die Zahl der landwirtschaftlichen Ausgleiche im Juni betrug 206. Seit Wirksamkeit der betreffenden Verordnung, d. i. seit April 1086 bis Ende Juni 1087 wurden Insgesamt 16.865 landwirtschaftliche Ausgleichsverfahren eingeleitet, bei welchen die Aktiva 670 Millionen, die Passiva 1806 Millionen ausmach- ten, so daß eine Ueberschuldung von rund 700 Millionen Kß besteht. und hauptsächlich aus Hochschulprofessoren besteht, das zweite Buch wurde im Justizministerium ausgearbeitet. Der Entwurf wird den Interessenten zur Aeußerung vorgelegt werden. Die Arbeiten an dem dritten Buch, welches sich mit den Geschäften befassen wird, sowie am Einführungsgesetz, werden im Herbst fortgesetzt werden; die Arbeiten am dritten Buch hangen allerdings stark von den Ergebnissen der parlamentarischen Behandlung deS allgemeinen bürgerlichen Gesetzbuches ab, so daß an eine Endredaltion erst geschritten werden kann, wenn die Resultate dieser parlamentarischen Arbeiten vorliegen werden. Die Reform deS Aktienrechtes, der Gesellschaft mit beschränkter Haftung und deS GenoffenschastSrechtes ist einer besonderen gesetzlichen Regelung Vorbehalten. Exporte über Triest fast verdoppelt. Die tschechoslowakische Transitausfuhr über Triest hat nach Aufhebung der Sanktionen einen raschen Aufschwung genommen. In den ersten fünf Monaten 1087 exportierte die Tschechofiowakei über Triest fiir 21.8 Millionen Kronen Waren gegen 11.8 Millionen in der gleichen Zeit 1Ö85 Die tschechische GroßeinkaufSgeftllschaft übernimmt eine Zvndholzfabrik. Die BDP bemühte sich seit langer Zeit um die Bewilligung zur Errichtung einer Zündholzfabrik, die Versuche scheiterten bisher aber an einem österreichischen Patent,-welches die Errichtung neuer Fabriken an eine behördliche Bewilligung band. Nunmehr kaufte, die^GroßeinkaufSgesellschaft eine bestehende Kartell-Fabrik in Bellä Bytßa und übernahm gleichzeitig di« ErzeugungSberechtigung. Die Fabrik hat eine tägliche Leistungsfähigkeit von dreißig Kisten.. Die Verhandlungen mtt Frankreich. Vor einigen-Tagen wurden in Paris die tschechoffowa« fischen Forderungen vorgelegt, welche die Gewah» Kß . 758.— . 810.— . 588.50 . 16.35 . 546.50 . 566.50 Ä, 657.— . 108.70 141.50 . 28.60 .. 186.40 • 1577.— -. 64.80 484.50 . 682.— ...782^- »Schulter an Schulter." In Wels in Oberösterreich sand Sonntag ein Kongreß österreichischer und reichsdeutscher Frontkämpfer unter dem Motto„Schulter an Schulter" statt. Ursprünglich Ivar der Kongreß verboten worden, doch wurde er später bewilligt, nachdem die Veranstalter den Behörden einige Garantien gegeben hatten. Minister G l a t s e- H o r ft e n a u und der deutsche Botschafter in Wien von Papen hielten Ansprachen. Die Frontkämpfer, ungefähr 14.000 aus Oesterreich, aus Deutschland nur 1500, enthielten sich überhaupt jeder Kundgebung. Dagegen veranstallete das durch die Landbevölkerung verstärkte Publikum bei dem vormittägigen Umzug der Frontkämpfer lebhafte Demonstrationen. Die Unruhestörer riefen„Sieg Heil" und andere Schlagworte. Als die Jugend sang, wurde sie vom Publikum mit Hitlerliedern überschrien, als die österreichische Hymne gespielt tvurde, sang man den Text der reichsdeutschen Hymne u. ä. Die Polizei, die wiederholt einschreiten mußte, verbot das angesagte Desilee. Bei den Demonstrationen wurden zahlreiche Personen, hauptsächlich junge Nattonalsozialisten, verhaftet; in den Abendstunden herrschte in Wels wieder Ruhe. Die Kämpf« in Waziristan.(AP.) An der Nordwestgrenze Indiens konnte der Aufstand bisher trotz größter Anstrengungen noch.nicht liquidiert werden, obwohl die Kämpfe nun schon ein halbes Jahr dauern und 87.000 Mann aufgeboten worden sind. Die Operattonen werden durch die Nähe der afghanischen Grenze behindert, da bei den Truppenbewegungen politische Gesichtspunkte berücksichtigt werden müssen. Die aufsässigen Stämme machen sich diesen Umstand zunutze und weichen in kritischen Momenten über die afghanische Grenze zurück. Bedenllicher ist noch, daß die Afghanen. diqsen^Stämmen, mit. denen sie sich als Mohammedaner verbunden fühlen,' oft' aktive Hilfe leisten. Dies Züsämmengehörigkeits- gefühl der mohammedanischen Völker bereitet England überhaupt wachsende Sorge. In Indien ist«in mohammedanischer Block im Werden, der sich auf den Pandschab, Sind, die Nordwestprovinzen sowie Beludschistan erstreckt und auch Kontakt mit Afghanistan und Persim sucht. Alle dies« Dinge komplizieren die Situation und machen den Aufstand in Waziristan zu einem besonders heillen Problem. Zwei KriegSminister. Wir lesen im Kopenha« neuer„Socialdemokraien": Die Wchrminister zweier Länder besuchten in den letzten Tagen das dänischdeutsche Grenzgebiet: Genosse Alsing Andersen und Marschall Blomberg. Die Presse hüben und drüben verzeichnet diese Begebenheit; in der Form einer kleinen Notiz bei uns in Südjütland, in großer Aufmachung, mit bombastischen Ueberschriften im Reich. Unser BerteidigungSminister hatte freilich nur auf einer Ferientour zu Rade die Gelegenheit benutzt, sich die Kasernen dort unten anzuschaucn, während der Generalfeldmarschall, nicht ganz so anspruchslos, auf einem Kriegsschiff eigens die Fahrt von Kiel nach Flensburg zurücklegte, um sich der Sicherheit der Nordgrenze der Reiches zu vergewissern. Dafür wurde er aber auch mit den höchsten militärischen Ehren empfangen, als sein Kreuzer die Marinestation Mürwik anlief. Dort legte er der Mannschaft dar," war man von den Soldaten der Wehrmacht im Ernstfälle erwarte. Dann gab er noch eine Riesenparade zu Lande.— Inzwischen sind die Gäste wieder abgeceist. Alsing Andersen hat sich auf sein Stahlpferd geschwungen und strebt nun dem Norden zu. Kriegsminister Feldmarschall Blomberg aber ist unter Ehrensalut an Bord des Kriegsschiffes gegangen.(—bn—) Was soll«iS Spanien werden? Der frühere spanisch« Delegierte beim Völlerbunde, M a d a- riaga, schreibt tn einem an die„Times" gerichtete» Briefe u. a., daß man Spaniens innere Verhältnisse nicht bessern könne, wenn das Land zugrundegerichtet fei. Spanien werde wederfafchi» stisch, nochkommunistisch werden und fremde Hilfe, welche dem Lande nicht selbstlos zud Verfügung gestellt werde, könne im Land« nur tiefste Verstimmung auslösen. Hitlergouß für Danziger Eisenbahner verbot«,. Durch eine Anordnung der polnischen Staat-eifen« bahndirektion wurde die Anwendung des sogenannten deutschen Grüße» für Danziger Eisenbahner grundsätzlich untersagt, und zwar gleichgültig ob e» im Dienst oder außer Dienst geschieht und ab de« Beamt« Uniform»der Zivilfieidung wägt. DaS Ber- I. bot gilt auch für'deutsche Eisenbahner-Danziger : Staats,ugehörigkeit--üpd."hat in'Danzig ayßer- Dort'hält sich auch di« andere Grupp« auf, di« d«r' ordentlich verstimmt..(DND.A gung verzichtende StaatSführung mit nationali« stischem Kurs. Seine Berufung in die Regierung wird erwartet. Wer sind nun die beiden anderen, die bisher mehr eine sekundäre Rolle spielten? Zunächst Dr. Grazynski, seit- elf Jahren Wojwode von Polnisch-Oberschlesien und Vertreter eines besonderen Flügel» im Regierungslager der„Sanacja". Sein Programm lautet aus Gleichsetzung des nationalen mit dem sozialen Gedanken, Durchsetzung des Staaiswohls gegen alle Sonderinteressen und— Unabhängigkeit der Haltung Polens auch gegenüber dem westlichen Nachbarn. Auf Grazynski hofft also ebenso der kleine Mann wie die Gegner der bisherigen außenpolitischen Orientierung. Schließlich sei Justizminister Grabowski genannt, dem im Gegensatz zu dem al» link» geltenden Grazynski fett seiner Tätigkeit al» Ankläger im Prozeß von Brest-Litowsk der Ruf eine» rechten Politikers vorausgeht. Seit seinem Besuch in Berlin, wo er Verhandlungen über die Förderung der Zusammenarbeit mit den Juristen des Dritten Reiche» führte, gilt er als besonders zugänglich gegenüber nationalsozialistischen„Anregungen". Neue Minner In Polen? (AP.) Während heute bei allen Beratungen regelmäßig fünf Namen genannt werden, nämlich Staatspräsident Moscicki, Generalinspek- tor Marschall Rydz-Smigly, Ministerpräsident General Slawoj-Skladkowski, Bizepremiermini- ster und Finanzminister Kwiatkowski und Außenminister Oberst Beck, treten in letzter Zeit in zunehmendem Maße andere Namen in den Vordergrund, die die Bermltung auftauchen lassen, daß in nicht allzu ferner Zeit an den entscheidenden Posten Polens Personalveränderungen erwartet werden können. Dazu gehören zwei Namen, die auch heute schon"eine gewisse Rolle spielen, und zwei weitere Namen, die bisher relativ im Hintergründe waren. Da ist einmal Kriegsminister Kasprzyeki, ein Kampfgefährte Pilsudskis, der al» erster im August 1014 an der Spitze der 1. Kompagnie des" 1. Legionärregiments die russische Grenze überschritt und heute Mitarbeiter von Rydz-Smigly ist. Er ist politisch ein, unbeschriebenes Blatt, doch munkelt man davon, daß nian.seiner bedürfen werde, wenn man die Armee noch stärker als bisher in die Politik einsetzen müsse und wenn ein« starke, rtchtungSmähig nicht abgestempelte Autorität für die Erhaltung der inneren Ordnung benötigt werde. Da» deutet darauf hin, daß man einer krittschen Zuspitzung der inneren Verhältnisse Polen» entgegensieht. Daneben wird Oberst Koc" genannt, der ebenso Politiker wie Milit« ist, und in der Press«, im Ftnanzminifteriüm, in»er Bank von Polen sowie bei der Gründung der„Lager» der nationalen Einigung"., eine große Rolle gespielt hat. Auch er unterstellt sich bedingungslos dem Marschall Rydz-Smigly und gilt als Verfechter, einer, autoritären, jedoch"auf'■ eine faschistische Massenbewe- D/Ian erhält für 100 Reichsmark.... Markmünzen.. 100 österreichische Schilling 100 rumänische Lei. 100 polnische Zloty.. 100 ungarische Pengö.. 100'. Schweizer Franken 100 französische Franc» 1 englische» Pfund... 1. amerikanischer Dollar 100. italienische Lire..".. 100 holländisch- Gulden. 100. jugoslawische Dinare, 100-Belga»".. r 100 dänische Kronen..'.; 100 schwedische Keimen- . v' Neue deutsche Spanientransporte . Hamburg.(F. K.) Die hiesige Olden» b u r g- Portugi«sische-Dampf- fchiffsreederei ist an der Durchführung von"Materialtransporten für Spanien vorzugsweise beteiligt. Aber Luch alle anderen Reedereien, die Schiffe in südlicher Richtung laufen hwben, nehmen die günstige Gelegenheit des Größverdienens mit, Di« Geschäfte mit Franco macht zu einem wesentlichen Teile ein SchiffS- makler O t t, dem nachgeredet wird, daß er schon vorher an der AuSbeutung marollanischer Boden« schätze besonders bcteiligt'gewesen sst". Der Sitz Ziehung der Klassenlotterle (Ohne Gewähr.) Prag. Bei der Montag» Ziehung der 2. Klasse der 87. tschechoslowakischen Klassenlortcrie wurden nachstehende Gewinste gezogen: 180.000 Kfi Nr. 104519. 20.000 Kß Nr.: 77958. 10.000 Kß Nr. 86390, 63473, 69924. 5000 Kß Nr.: 108185, 10823, 57111, 21696, 114702, 113061, 106805. 2000 Kß Nr.: 66135, 461, 25741, 115444, 90719. 23168, 5110, 40185, 68966, 81309, 117492, 48305, 115918,117205, 31013, 99337, 56148, 37075, 60554, 27312, 12552, 2379, 39539, 74226, 26792. Sri Eise Internationale Woche für Spanien (I. I.) In diesen Tagen wird e» ein Jahr, dass der Heldenkampf des spanisch« Volke» um seine Freiheit begonnen hat. Au» einem Kampf gegen rebellierende Generale ist er heute zu einem Kriege gegen- di« Er peditionsheer,««»ländischer faschistischer Mächte geworden. Lom ersten Tage an hat di« Arheiterschaft der ganzen Welt den Kampf ihrer Brüder in Spanien mit einer leidenschaftlichen Anteilnahme begleitet, für die e» in der Geschichte kein Beispiel gibt. Die Leistungen der Internationalen Brigaden und der gewaltig« Umfang de» Hilfswerke» für da» republikanische Spanien sind Zeuge« dieser attlvr« Solidarität. Bei der großen internationalen Spanienkonferenz, die die S. A. I. und der I. G. B. gemeinsam am .16. Und 11. März in London athieltU, wurde auf-Antrag der spanischen Delegation auch«in Beschluß gefaßt,'der diePcranstaltüng einerInternationalen Propaganda-Woche für Spanien vorsah, dieDurch. führung jedoch dem Einvernehmen der beiden Jnternatlonaleit übtrlieif. DleiüngftabgehafteneAusschußsitzung he» I. G. B. in Warschau hat diese Frage neuerlich geprüft und«Ine« konkreten Vorschlag gemacht. Nunmehr Haien die S. A>. I. und der I. G. B. alle ihnen angeschloffenen Organisationen ausgefordert, vom 81. Juli bi« zum6.A«g«st eine große International« Propaganda-Woche für Spanien zu veranstalten. Die Form der Veranstaltungen ist den einzelnen Landesorganisationen überlassen. Die Arbeiter-Olympiade in Antwerpen, deren Abschluß- Feier am Sonntag, den 1. August stattsindet, wird gleichfall» den Charakter einer große« Internationalen Demonstration für Spanien annehme«. Die S. A. I. gibt für die Spanien-Woche folgende pilitische Parolen au», die aus Anttag ter spanischen Arbeiter-Organisation«« von der letzten gemeinsamen Sitzung der S. A. I. und de» I. G. B. in Pari» zu Forderungen der internationalen Arbeiterschaft erhob«» worden find: Anwendung der Bestimmungen de» Välkerbundpakte» auf den spanischm Konflikt. Wiederherstellung der vollm Handelsfreiheit für die rechtmäßige spanische Regierung. Uneingeschränkte Solidarltlwpflicht, bindend für alle Arbeiterorganisationen und alle Sozialisten. Stile 6 .Sozialdemokrat" Dien-tag, 20. Juli 1937. Nr.lSS bra-er Zeitmr- Kunst und Wissen gen. worauf die Zuschauer' auf dar Spielfeld drangen. Ensemblespiel Fritz Grünbaum—AarlFar« kar findet morgen um 8 Uhr abend» mit der Revue „Gangster über Wien" feine IFortsetzung. Preise: Ke 5.— bi» 35.—. Barverkauf: Bohemiafiliale (Deutsches Haus. Tel. 21887). Wetzler, Truhlät, Neue» Deutsche».Theater. Mitropa-Cup: Austria siegt weiter Im Wiener Stadion wurde Sonntag da» erste Spiel der Vorschlußrunde zwischen Austria und Ferenevaro» Budapest ausgetragen. Die Wiener boten die bessere Leistung und gewannen verdient 4:1(2:0). Die Budapester hatten im Angriff ihre schwächste Waffe; owvohl da» Feldspiel ebenbürtig dem Sieger war, fand er vor dem Tore keinen erfolgreichen Abschluß. Unentschiedene Spiele im Qualifikationsturnier. In Pardubitz standen sich DFL Prag und der dortige SK gegenüber. Die Begegnung endete 8:8(1:2). Entgegen den letzten.Spielergebnissen zeigte der AZC diesmal' mehr Ernst und Energie, so daß eine vorher völlig aursichtrlo» scheinende Partie mit einem annehmbaren Remi» endete. Doch merkwürdig- bleibt dabei noch die Schußunsicherheit der Stürmer, denen nur.ein. Torschuß gelang, während die übrigen da» Half erzielte. Gleichfalls mit einer'Punkteteilung endete die Begegnung E e ch i e K a r l i n mit F T C Fila- kovo auf dem Platze der letzteren. 1:1(0:0) lautete der Schlußstand. Obwohl Filakovo die erste Halbzeit überlegen war, erzielte e» erst nach der Pause ein Tor, da» die Karliner nach kurzer Zeit aufholten. Sodann brachten die Karliner eine scharfe Note in» Spiel, die dazu führte, daß der Tormann der Heimische» bei der Abwehr eine» Balle» zu Fall gebracht wurde und liegen blieb. Ein Funktionär von Filakovo, der dem Gestürzten zu Hilfe eilte, wurde von den Karlinern angegriffen und geschla- Kriegläch in Sieiermark' al» Sohn■ eine» Gebirgsbauern geboren und starb am 28/Juni'1918 in Krieglach.) Sommerspielzeit Kleine Bühne. Da» bei täglich.'ausverkauftem Hause wegen bereit» abgeschlossener anderweitiger Gastspielverträge abgebrochene Tschechoslowakische Flieger starte» nach Zürich. Montag um 11 llhr vormittag» startetenauf dem Flugplatz in Kbely 18 tschechoslowakische Flugzeuge, die an dem internationalen Flugwettbewerb in Zürich teilnehmcn und unter Führung de» Fliegermajor». A. H e ß stehen. ES handelt sich um acht Maschinen, Type klvia B 122, vier Maschinen Type Avia B 581 und eine Maschine Type Fokker. Zur Verabschiedung' hätten sich für die Militärverwaltung Flieger-General Vicherek, die Generali» töt, al» Vertreter de» Aeroklub» der Tschechoslowakischen Republik Zentralsekretär Kopeckts, die Familienmitglieder der Startenden und die Pertreter der Fliegerkorporationen eingefunden. Benzinexploüon. Die Inhaberin einer Drogerie'in H'olleschowitz, Skuhersköho ul. 28, goß in der fünften Nachnüttagsstunde de» Montag Benzin au» einem drei Liter fassenden Gefäß um. Sie befand sich in der Nähe eine«, brennenden Petroleumkocher». Die sich entwickelnden Benzindämpfe entzündeten sich an der Flamme de» Kocher» und e» erfolgte eine Explosion. Sowohl die Drogistin, wie auch ihr Gehilfe Stanislav Helmich erlitten Verbrennungen an Gesicht und Händen. Glücklicherweise batte die Explosion aber keine schweren Folgen. Beide Verletzten konnten nach her ersten Hilfeleistung in häusliche Pflege entlassen werden. Der durch die Flüssigkeit entstandene Brand konnte von der Feuerwehr, die alsbald- zur Stelle war, erstickt werden, phe er größere Dimensionen annahm. ner umspielt und mühelo» zum 1:0 einsendet. Nach diesen Erfolgen gibt die Union elf für einige Zeit dem Gegner freie Bahn. Da» führt zum ersten Erfolg der Prager, welcher auch der einzige bleiben sollte. Ein Verteidiger köpft den Ball zum Tormann zurück, welcher denselben jedoch verfehlt, so daß der Halbrechte der Präger-unbehindert den Ball in da» Tor schieben kann. Darauf gibt e» noch einen Handelfmeter gegen.da» Uniontor, der in da» rechte Toreck glänzend geschossen, aber ebenso glänzend vom Tormann abgewehrt wird. Noch einige Angriffe der Prager und die erste Halbzeit ist zu Ende. In- der zweiten Halbzeit gibt e» eine Armitage vor dem Uniontor. Der Schiedsrichter gibt,, nicht gayz verständlich) im Strafraum einen Schiedsrichterhall, welcher zur Ecke führt. Die cffolglosen Bemühungen der Prager, die übrigen» eine schärfere Gangart angeschlagen haben, lassen diese nach einiger Zeit wieder- zurückfallen. Vorerst werden jedoch einige Angriffe der Unionelf durch Abseits gestoppt. Dann ist e» aber wieder der Union-Rechtraußen, der eine schöne weite Vorlage übernimmt und zum 5:1 einschießt. Ein" Eckball bei den Pragern führt zu nicht», denn der Kopfstoß de» Rechrraußen geht daneben, wie auch die Mitte knapp darauf verschießt. Dann zeichnet sich der Stak-Tor- Mann au», indem er einen scharfen Nachschuß Herrmann au», indem er einen scharfen Nahschuß Herr» stert. Der Rechtsaußen der Unionself spielt sich neuerlich durch den. Halbrechten, durch und schon fliegt der-Ball'in» obere Toreck. 8:1! Nun legen noch einmal die Prager lo», bemüht da» Resultat zu verbessern, doch gibt die» nur dem Union-Tormann Gelegenheit, sein gute» Können unter Beweis zu stellen. Noch einmal, nach nutzlosem Geplänkel geht die Unionelf zum Angriff über,' der Rechtsaußen verschießt knapp, dann vfeift der Schiedsrichter, der sein Amt sehr gut versah, ein Spiel ab, da» zwar einen Erfolg brachte, aber die Unionelf nicht zur bollen Entfaltung ihre» Können» gezwungen hat.-.-—uf—. §edcMssuaC Paul Parkus wieder vor Gericht Prag,(»rb«) Der famose ehemalige Rechtsvertreter de» Prager Dominikanerkonvents, dessen Prozeß so interessante Detail» zutage brachte, erschien neuerlich vor dem Prager Strafgericht. Diesmal stand er vor dem Senat de» GR. Dr. H r u II a und die neuerliche Verhandlung war dar einzige und ziemlich magere Ergebnis der umfangreichen Nichtigkeitsbeschwerde, die Parkus an da» Oberste Gericht eingelegt halte. Zum Großteil wurde die Nichtigkeitsbeschwerde von der höchsten Instanz verworfen. Nur in einem relativ untergeordneten Punkt wurde da» erste Urteil aufgehoben und eine teilweise neue Verhandlung angeordnet. E» handelt sich um jenen Punkt der Anklage,...7/)..... Parkus zur Last gelegt wurde, daß er in Ber-I tretung eine» Klienten au» der ErbschaftSmasse de» I verstorbenen Eigentümer» der Firma Mautner auf strafbare Weise verschiedene Maschinen herauSge- lockt und unter der Hand verkauft habe. Dieser Punkt war allerdings bei weitem die geringste Straftat, die dem Herrn Parku» von der Anklage zur Last gelegt wurde. Jmmethin- vertrat er seinen Standpunkt mit großer Hartnäckigkeit und beträchtlichem Selbstbewußtsein, da» davon Zeugnis gab, daß Parkus sich tatsächlich, wie er stch am vorletzten Perhandlungstag äußerte,„nicht» au» ein paar Jahren macht". Jedenfalls hat ihm die bisherige mehr al» anderthalbjährige Haft wenig anhaben können. Die Verhandlung endete in diesem Punkte tatsächlich mit einem F r e i s p r u ch, der zur Folge hatte, daß da» ursprüngliche Urteil, da» auf vier Jahre gelautet hatie, dahin gemildert wurde, daß Paul Parku» nunmehr nur zu drei- einh,alb Jahren schwere»Kerker» verurteilt erscheint. Das Durdislnändsr im DFV Der DFV hat bekanntlich feinen Obmann verlort» und obwohl bereit» eine Wocht verslässtn ist, herrscht noch keine Klarheit darüber, wer sein Nachfolger sein soll. Wie verlautet, soll.der bekannte Westggu-Obmann Friedl der Nachfolger Dr. Fiechtl» werden- Wenn man sich hiebei vor Augen halt, welche Zustände im Westgau in Punkto Disziplin und Fairneß herrschen, die dazu geführt haben, daß dieser Gau den gewiß nicht gerade schmeichelhaften Titel„Wildwestgau" erhielt, so sehen gewisse Kreise im bürgerlichen Füßballsport mit Bangen, dieser neuen Aera entgegen. - Nachdem mit Dr. Fiechtl auch der Nordgau- Obmann seine Funktion niedergelegt hat, folgte nun der Geschäftsführer de» Westgaue» mit seiner Demission. Wie unangenehm diese Demissionen in bürgerlichen Kreisen empfunden- werden, geht auch darau» hervor, daß.hierüber gebrachte Notizen nur in wenigen'Worten und in kleinster Schrift an versteckter Stelld aufscheinen. Wie man hört, will man im August den Vollzugsausschuß und erst im September den Vorstand einberufen, deren Sitzungen zur Wahl eine» neuen Obmanne» führen sollen. Pi» zu dieser Zeit wird wohl, hinter den Kulissen die neue Person««»gesucht sein, die den sanierungsbedürftigen DFB au» seinen finanziellen wie dem übrigen„unpolitischen" Sorgen heraussühren soll. Von Interesse Ware noch, daß-im Amtsblatt- de? DFV ein Aufruf erschien, welcher zu.„gemeinsamer. Arbeit" auffordert und vom— Destgau-Obmann Friedl gezeichnet ist..'.. Ein Denkmal für Peter Rosegger in der„Waldheimat".^» Krieglach in Steiermark, in der bekannten„Waldheimat" von Peter Rosegger, wurde soeben ein Denkmal de» Dichter» errichtet. Das interessante Denkmal stellt einen Waldbauernbuben dar, der auf hochgetürmttn Steinen fitzt und zum Himmel emporschaut; während eine große,waagrecht stehendeStein- platte de» Denkmals die Aufschrift trägt:„Als ich noch der Aaldbauernbub war..."(Der österreichische Dichter Peter Rosegger wurde am 81. Juli 1818 in Da» Treffen der Auswahlmannschaft der Atur- Union mit der Elf des Prager Stak-Äerbande» vor Antritt der Reise nach, Antwerpen zur Arbeiter- Olympiade brachte dieser wohl einen- ziffernmäßig großen Erfolg, doch konnten, bie gezeigten, Leistungen nicht voll befriedigen. Vor allem. verstand e» die Mannschaft nicht, System in ihr Spiel zu bringen, ja, sie ließ sich sogar dar ungekünstelte Spiel der Prager aufdrängen. So kam e», daß meist Einzclleistungen zu Torerfolgen führten. Daß hieran in der Hauptsache die Flügelstürmer beteiligt waren, hatte seine Ursache darin, daß die gegnerischen Außenläufer, besonder» der linke, reichlich schwach waren. Da hätte ein raumgreifende» Flügelspiel forciert werden müssen jmb hätte die» ein noch weit höhere» Torergebni» für die Unionself gebrächt. Daß die Prager trotzdem de» öfteren beängstigend im Angriff liegen konnten, ist. auf da» schwache Spiel der Unionrläufer zu buchen und hatte daran die rechte-Seite den größeren Anteil. Die Läuferreihe darf niemals vergessen, daß ste neben der Abwehr auch den Aufbau de» Angriffe» zu versehen hat und daran hat e» stark gemangelt. Jedenfalls wird die UnionSmannschaft in Antwerpen ganz ander» kämpsen müssen, wenn sie nur einigermaßen Erfolg haben will.• Gleich nach Spielbeginn übernimmt die U n i» n» e l f die Führung.- Wenn auch ein scharfer Schuß de» Rechtsaußen vorerst ein Abseitstor ergibt und bald darauf der Linksaußen, allein vor da» Tor kommend verschießt, so heißt er doch bald 1:0 wofür der UnionS-Mittelstllrmer verantwortlich'-zeichnet. Eine weite Vorlage zum Linksaußen ergibt kurz darauf 2:0. Dann folgen zwei Strafstöße wegen regelwidrigen Spiel», an der Strafraumgrenze der Prager, die zu nicht» führen- Da arbeitet sich der Linksaußen der Union schön durch, ein weiter Paß in den freien Raum wird vom Rechtsaußen aufgenoMmen und dessen scharfer Schuß . vrallt vom Verteidiger der'Prager in» Tor zum nach^ welchem 8:0-^tzt ist e» der Halblinke, welcher mehrer Geg- Ein gesundes Herz und stärke Nerven IlOHOR U.k—.... C.— jl....„ Für Diabetiker m gleicher Zusammensetzung ohne Zucker Mit der Bezeichnung D In jeder Apotheke Sonstige Fusjballergebnifse. GraSlitz: Tcp- litzer FK gegen DFE 7:5(8:8.— K a rl» ba d: KFK gegen Sportbrüder Eger 10:1(1:0).— Brüx: Sportbrüder gegen Sportbrüder Schreckenstein 6:1(2:1).— Saaz: DSV gegen SK Ko- pisty 6:8(8:8).— Gablonz:.Sparta Prag komb. gegen BSK 5:2(8:0).— Reich einberg: Warn»dorser JK gegen DFK 5:0(2:0). Trautenau:, DSV gegen DSK Neudek 1:0 (1:0), BerbandSmeisterschaft de».DFV.—- Trop- Pau: DSV Jägerndorf gegen DSK Teschen 1:1 (1:1).. Davis-llup Amerika—Deutschland 2:1. Am Montag wurde in Wimbledon im Jnterzonen-Fütale des Davir-Eüp», da» wohl für die ganze Begegnung entscheidende Doppel, au»getragen. Di» Amerikaner B u d g e» M a k»'gewannen nach hartem Kampf gegen die beiden Deutschen v.Cramm- Henkel 4:6. 7:?. 8:6,; 6:4, so daß aller Wahr, scheinlichkeit nach Amerika Endsieg« werden dürfte. Neuer Leichtathletik-Weltrekord. Der amerikanische Sportler John Woodruff lief bei den panamerikanischen Spielen in. Dalla» über 800'Meter Iß 1:47.8 Min. eine neue Weltbestleistung, und verbesserte damit den'Weltrekord von 1.40.8, der vbn Eastman und Hampson gehalten wurde. Der Leichtathletik-Wettkampf Ungarn gegen Oesterreich, welcher^« Szolnok zur AuStragüng-gelangte, endete.'mit. 78:54 Punkten für die Ungarn. Die„feindlichen Brüder" Oesterreich—Italien. Nach dem Krach Admirn—Genua sind-die.sportlichen Beziehungen' dieser beide»- Lander sehr„getrübt" worden. Der Frauen-Leichtathletikweitkampf, der in Italien durchgeführt werden sollte, wurde au» „Gründen der öffentlichen Ruhe".abgesagt und nun fällt auch die in Wien vorgesehene Begegnung der Boxer au». Wenn da» so weiter' geht, wird wohl auch da» Mitropacup-Endspiel(fall» Austria', in Budapest ebenso günstig abschneidet) daran glaube» müssen. Ja, ja, e» tut sich wa» mit dem„völkerverbindenden" Sport der Bürgerlichen.- Die Internationale Ruder-Regatta der-Tschechoslowakei, in Wittingau ausgetragen,- endete- zu überwiegendem Teil mit Siegen- der Schweizer, und Oesterreicher. Besonder» große» Interesse fand da» Rennen-der großen Einer, da» der Wiener Hasen« öhrl vor den Schweizer Stubart und Zavkel(Läün)I in überlegener Manier gewann. Die ffowakifchen Schwimmeifterschafte«: wurden bi» auf eine Disziplin im Frauenschwimmen',übt» 100 Meter Rücken eine Beute de» Preßburger jüdischen Schwimmflub» Bar Kochba.. Die d'entschbürgerlichen Schwimmer' hielten Ü.'ä'. in Troppäü die Meisterschaften von Mähten« Schlesien und der.Slowakei ad, wobei der Brünneä Verein Aegir seine Vormachtstellung an'denTrop- pauer SK(bei gleicher Punktezahl von'207) verlor.-. Schuppenflechte (Pseriasis) kann man jetzt erfolgreich behandeln mit Salbe nach Prof. Dr. Finger, Einige-Tage Behandlung genügt, um sämtliche Krankheitz» erscheinungen zum Verschwinden zu bringen. Kurpackung Kd 80.-—(Dreißig Ki). PH. Mr. F. Kupka, M.» Ostrava, Gymnasiumgasse 4. 4252 Ihre Blume« dflrsteK nach dem gutem Blumen-Aauber-ün- 1 Paket mit Postzusendung Kt 5 80 durch Verwaltung»Frauenwelt", Prag xu., Fache», 62 Der Sonnenmaler Zum' 90. Geburtstag Max Liebermanns „Er ist au» der neueren, nationalen Geschichte Deutschlands gar nicht mehr fortzu- '' denken, er ist organisch verwachse»-Mit dem ' Boden, dem er so reiche Keime entlockt hat, er ist ein Produkt der deutschen-Kunst, und de» -' deutschen VolkScharakterS." (Karl Scheffler, 1912.)' Einen Künstler al» den größten zu bezeichnen, ist eitel. E» ist im Wesen de» wahren Künstler» gelegen, daß man ihn nicht werten kann. Seine Fähigkeit zu führen hat nicht selten weniger mit seinem Genie zu tun. al» mit anderen Eigenschaften, die er besitzt. Wenn Max Liebermann in einer autobiographischen Skizze den MalerauSjpruch zitiert:„Ich kann nicht sagen, wa» ich habe malen wollen. Wenn ich e» sagen könnte, hätte ich e» nicht zu malen gebraucht," so schiebt er kurz denjenigen Teil der Kunstbetrachter beiseite, der einem Werke verständnislos gegenüber zu stehen pflegt, da» keine» Titel besitzt.„Der spezifisch malerische Gehalt eine» Bilder ist umso-größer, se geringer da» Interesse-an seinem Gegenstände selbst ist; je restloser der Inhalt eine» Bilder in malerischer Form äüfgegangen ist, desto größer der Maler." Wiederum- eine Belehrung für Betrachter, doch gleichzeitig eine solche, für Maler, der hinzüzufügen ist;.„AuS dem vollendetsten Handwerker kann nie der Künstler werden ohne den göttlichen Funken der Phantasie." Göttliche» aber zu erkennen und zu begreifen ist bisher nur einer verschwindenden Minderheit Vorbehalten gebljeben. Max Liebermann ist viel gelästert worden, teil» au» ehrlichem Unverständnis..teil» au» Böswilligkeit. Daß er sich, ohne Not.uyd Hunger, durchzusetzen vermochte, verdankte er seinem Schicksal, da» ihn im Hause eine» wohlhabenden Fabrikanten zux Welt komMen ließ, im Hause einer alten jüdischen Patrizierfamilie, deren- Wurzeln' tief im Berliner Boden. verankert waren, väterlicher» und mütterlicherseits— die Mutter, geborene Haller, deren Vetter anno 88 Bürgermeister der Stadt Hamburg gewesen,— in jenem Hause, da» er erst nach seinem Tode verlassen hat. Dys.Unverständnis dem Lieber- mannschen Werke gegenüber war nur ein Zeugnis für die ewige Haltung de» Gestrigen dem Heutigen gegenüber, daher mit Gleichmut zu ertragen und überwindlich. Pietsch'zum Beispiel äußerte sich'noch im Jahre 97.in der.„Vossischen":„Warum müssen solche-.-.Studien" und„Skizzen"! nur-au» roh und! flüchtig hingeschleitderten' Farbenflecken"bestehenden Fixierungen empfangener; Impressionen- notwendig öffentlich ausgestellt- werden?-..-Die abstoßend-die Lieblosigkeit, ja Roheit malerischer Behandlung,: die Vernachlässigung der Detail».... Ich vermisse- fn den: meisten Radierungen, nicht» weniger gls alle», wä» den Reiz und Wert wirklicher Radierungen ausmacht-" Der damals sinmevhin schob Fünfzigjährige vermochte solcherlei-zu ertragen, nachdem er Stürme, überwunden'hatt'e,^ wie- denjenigen imi- bayrischen Landtag, von' 1880,--der, da» Bild.. jsJesu» im-Tem» pel" zur Ursache hatte, und darin bestand, daß die Hohen Herren zu München, Räte und Politiker, wegen der Darstellung des Gemälde» tobten und, ohne e» auszusprechen, den jüdischen Maler angriffen, der es gewagt, voll Liebe und Können, den Knaben Jesu» zwischen bärtigen Männern eifernd im Hempel zu malen. Sie glaubten ihre Seelenhaltung, der Religion gegenüber am besten dadurch zu beweisen, daß sie sich al» zutiefst verletzt bezeichneten. Daß da» Bild 1911 von der Hamburger Kunsthalle um 80.000 Mark erworben worden ist, änderte nicht» an der Tatsache, baß die maßgebenden Stellen de» deutschen- Reiche»- 50 Jahre-später zur. Kunftauffaffung de» bayrischen Landtage» von 1880 zurückkehrten und die Werke Liebermann», de» Weltberühmten. ,de» unsterblich Gewordenen, Akademiepräsidenten, Begründer» der, Berliner Sezession, Ehrendoktor der Berliner Universität^ ablehnen, verbannen, weil er Jude' wax,' ' Da» Unberständni»'seinem Werk gegenüber hat Liebermann, überwunden, die.'tragikomische Einstei« lung de» alten, wiederauferstandenew Hyperteutonen» Geiste» nicht. Sein Leben aber'war gesegnet, vom Anbeginn bi»- zum-Ende,, so daß er seinem Berliner Hause al» Urafter die Augen für- immer schließen, durfte, ohne zu lange.und- zu fühlbar unter dein Hexensahbat zu leiden,- der ringsumher' auSge. brachen,war.-„Ich wohne.im Hause meiner Eltern, wo ich meine Jugend verbracht habe, und e» würde mir schwer fallen,, wen» ich. wo ander»'wohnen sollte. Auch ziehe-ich Berlin-jeder anderen Stadt-al». blei- btnden Wohnsitz vor." Weder zuarm/ noch zu jung, durfte er bleiben. Sie haben den. wltönMann nicht vertrieben, wenn sie seine Bilder auch tunlichst ent- fernteü und verschleuderten..' Da die Sonne verdunkelt ist, steht'.man- in Deutschland die Werke des Sonnenmalers nicht. Man sieht sie nicht, da»'.heißt, man will sie nicht-sehen; die Reiterallee,' die Grunewaldlandsckaft,-die Sirandbildep, den Wännseegarten, die Dünen, den Kinderspielplatz, die Konservenmächerinnen,-'.- die Arbeiter im Rübenfeld, die Porträt»'-von Bode! Hauptmann, Virchow, Fontane,- Slevogt, Hindenburg und den Tennisplatz ohne Schatten, jene» erstmalige Werk, da» nicht,, wie e»'ansonsten seiner Art entsprach, nur Sonnenflecken zwischen.äcüneM Laub und bunten Blumen.und Menschen zeigt) Pudern die heiße, blendende Sonne selbst. Die- Bilder in Oel. Pastell, Kreide,und Tusch-und die Radierungen,- ste werden die Männer'überleben, die. sie heute in Keller und Magazine verbannen.'Ja sie täüchen immer, wieder auf, wenn auch nicht innerhalb-der-Grenzen seiner Heimat) so doch), sogar auf deütschem Boden, wie in Wien, Wo sie ebenso begeisterten, wie zur Zeit, da die WahnstnnSepideNne.noch nicht ausgebrochen wqr.’ Bor zehn Jahren veranstaltete die preußische Akademie der Künste iu Berlin' zuM>8ll:GeburtStag deS.AüMtler» eine.große; Aüsstellung- seichr Werke." Au», diesem Anlaß, sagte der Ute:- ,,Der, ipahre Künstler strebt' nach, nicht»,Anderem! als: zu werdender er ist." Daß dieS^sefne; wirkliche Ueberzeugüng gewiesen'.jst, hat'er bewiesest. Er strebte danach,'er selbst'»«.,werden' und-er'ist-Mak"Lirbermstyn.'ge>i worden.''■'• S .*'■'' Robsevt'F'e'ld-är-f./' B e zugSbeding u n g e-n: Bei Zustellung iy» Hau», oder bei Bezug.durch die Post.Monatlich Ai 18.—, vierteljährlich^ Xi 48.—, halbjährig Ai 98.- gaiystährig Ai 192.—.'—' Inserate werden laut. Tarif' billigst berechnet. Bei öfteren Einschältungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt, nur bei Einsendung der Retourmarken.— Die Zeitungsfrankatur wurde von der Post- ütid Tele- graphendirektion mit Erlaß Nr. 18.800/VII/1980 bewilligt.— Druckerei:.UOrbii", Druck-, Vertag»« und 8titung»-A.-G. Prag;