Sozialdemokrat ^entralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoflowakischen Republik Erscheint«ßt««»nahm» deo tSgttch früh/ Ss«»elpret« 70 Heller l^RedaktlonmVerwaltung: PragXll,, Fochova 62- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- Derantw. Redakteur i.V.: Zdenko Neuwirth,Prag K. Jahrgang Mittwochp 21. Juli 1S37 Aus dem Inhalt: Francos Gegenangriffe scheitern „Nichteinmischung“ stockt bereits Strelk-Erfolge in der Handschuh- und Porzellan-Industrie Marconl gestorben Nr. 169 Heilte neue Regierung br. Franke provisorischer Leiter des , Finanzministeriums Sonst keine Aenderungen Im Kabinett , Prag. Amtlich wird verlautbart: Die heutigen Beratungen deS designierten Borst»«, den der Negierung, Dr. Milan Hodja, mit'den RegiernngS. und"den politischen Faktoren über oie ArbeltHbasis deK neutn Kabinett- endeten mit einem Einvernehmen in. allen bisher strittigen Fragen. Deshalb würde eö ermöglicht, daß Dr. Mila» Hodja morgen, Mittwoch, Uber da« positive Ergebnis feiner Betrapüng dem Präsidenten der Republik Bericht erstattet. Dem Präsidenten der Republik wird zugleich vorgefchlägen werden, daß der bisherige ständige BertreKr deS Finanzmini, sters, Minister für Schulwesen und Bolkskultur Dr.. Emil Franke, gleichzeitig mit der zeitweisen Leitung deS FiüanzministrriuMS betraut«erde. Sonst werden in derZusammensetzung der Re- gicrung keine Aenderungen vorgeschlagrn werden. Die Verhandlungen über die Neubildung der Regserung haben den erwarteten Verlauf genommen. Da bei asten in Betracht kommenden Parteien der Wille zur Erzielung eines Einver» nehmens vorhanden war, war es, wenn auch nicht ganz ohne Schwierigkeiten, auch zu finden/ Die neue Regierung Dr. HodZa weist gegenüber der -zurückgetretenen mit Ausnahme der bloß provi- sorischenLösung.'daßder Unterrichtsminister Dr. Franke.auch Hie" Leitung des Finanzministerium- 'Altf.'E'idis'Es viele'zuder Frage führen, ob denn der Rücktritt der Regierung nicht-überhaupt vermeidbar war. Aber wenn mucks in.mancherlei Beziehung die Ur» fachen der Demission nachaußen hin nicht klar sein mochten, so wär'sie doch unzweifelhaft notwendig geworden, weil-in-der vergangenen Woche die . Verhandlungen, auf-einen ltoten.Punkt, geraten . waren...'' Es ist nun gelungen, über die durch die Haltung des Finanzministers Dr. Kalfus und-durch die sonstigen der..Demission vorausgegangenen ' und Im Verlaufe der.turzen. Regierungskrise auf» 1 getauchten Schmierigkeiten hinwegzukommen. Nach - vielen Bemühungen,-an denen unsere- Genossen und überhaupt die sozialistischen Minister in inten-' sivster Weise beteiligt waren, gelang es heute'iti .den Abendstunden,.alle, schwebenden Fragen so weit-zu klären, daß morgen an die Bildung der Regierung-geschritten werden-kann.- . Wir wiederholen, daß in diesem Falle für die - Sozialisten außer- anderen politischen Wünschen - entscheidend war, daß- nach' keiner Richtung hin eine Verteuerung des BrotpreiseS eintrete.- Dieses Kardinalziel wurde«reicht.- .' Ein« haLofsizielle Darstellung; welche in der /Prager Presse" wiedergegeben ist, sagt dar» - über.'folgendes:- „Die-Verhandlungen, welche den ganzen Fragenkomplex umfaßten, den bereits die zurückgetretene IRegierung in-Angriff geüommen hatte, nahmen im 'Lause deS heutigen Tages auf der Basis eines Kom- . pramißvorschlageS eine« günstige Wendung,.auf- den ' sich,.der Präsident der.tschechoflowakischen Getreide- gesestschäft Dr. Feietabend. n»d der Obmann der ' GroßeinkaUfSgesellschaft der Konsumgenossenschaften Generaldirektor Lustig lgeesnlgt hasten, Dieser Bor- schlag würde im Dause des. Nachmittags dem Komitee ' dpr« Wirtschaftsminister. ünterbreiset undangenom- pi«ni/ Die Getreidepreise sind für jene Getreide» ''socteü veresnbart, bei- welchen die Interessen der ^Konsumenten mlt in Betracht-kommen, also bei Weizen'Und Roggen, und bedeuten weder«ine B e r.-t e u e r u-n g d e s- Br o t«, noch des .Mehlbreis«».< Sn,bezug, auf. die übrigen Preis« d«r Übrig«» ' Getrcidesorten, di« jedoch keinen politischen Ber- handlunßsgegenstand'gebildet haben, also Kafer, andere.Getteidesorten. gehen die Berhandlungm wei- ter.'- Vereinbart sind, ferner ast« Fragen, welch« dse ■ administrativ,technisch« Seite des Getreidemonopols, beziehungsweise der' Getreidebewirtschaftung vetref- :"stn, därüüt'er vorzüglich die Richtlinien für die Be- . stellung der Aetreivelommißionär« und auch die Frage der sogeiiannten Eisernen Reserve". ss.' i-Jetid'nfästsIst pstW die Situation so,- daß morgen schon nicht nut: die'Regierungsbildung er- sMeü-üsoiidetN'/q>ich:.die. BeWüngen über,-den ganzen-Komplex der- politischen.Fragen,''.um- derell Die Kanonen sprechen Japanische„Strafexpedition“ In vollem Gange Wanplns bombardiert/ Japan fordert noch immer die„Lokalisierung“ des Konfliktes Wie zu erwarten war, hat Japan seinen« diplomatischen Erpreffungsversuch In Nanking nimmehr dadurch gräß«e» Nachdruck verliehen, daß«S den Krieg faktisch begonnen hat. Selbstverständlich wird behauptet, daß die Chines« angefangen Härten. Die Angriffsbewegung geht aber zweifellos vondei« Japan« tu aus, da cs sich ja um chinesisches Gebiet und chinesische. Städte handelt, die unter daS Feuer der japanischen Artillerie genommen wurden.. I» Nanking scheint man nun ebenfalls mit dem Kriege als unausweichlicher Folge der letzten Ereignisse zu rechne». Tfchangkaischek; ist in der Hauptstadt eingetrofse» und konferiert mit den Ministern. Er hat den General Feng zum Oberkoinmandivrcnde» in Nordchina ernannt. Die. Gesandten rüsten>uie es-heißt"bereits zur Abreise und dürfte» in den nächsten Stunden ihr« Päße verlangen, wenn China nicht unter dem Eindruck deS gewaltigen japanischen Machtaufgebots doch noch nachgibt. Die. diplomatischen Verhandlungen sind inzwischen^nicht abgerissen. Sie drehen sich nach wie vor' um die japanische Hauptforderung, daß China sich in den lokalen Konflikt»nicht einmische", also, tatsächlich ans die Oberhoheit über die Rordprovinzen verzichte,-Ob auf die ersten Kanonaden ein plötzlicher FriedenSschlnß, das heißt ein Nachgei« Chinas erfolgt,-hängt iin wesentlichen davon ab, ivas die Kabinette von London, Moskau und Washington' den Japanern und Chinesen«klärt haben mtd worüber zur Zeit noch ein Geheimnis gebreitet ist. In militärischen Kreist» Tokios hasst man immer noch aus«ine.Beschränkung der Kämpfe auf- den Distrikt Wanping, In politische» Kreisen ab« glaubt man. in der Haltung der Ran» kingregittung die Gefahr einer Ausdehnung der Auseinandersetzungen auf.Nordchina zu sehen. Die Diplomaten beraten noch Tok i».(HavaS.) Der diplomatische B«r< treter Japans in China hatte Dienstag früh tu Rqnkstig- eine Unterredung mit dem chinesischen Außenminister Wantschnnwei. Di« japanischen Blätter melde«, daß bei dieser Unterredttng«ine Präzise-Antwort auf folgende- Punkte verlangt wurde:,,. ,''.1 . 1. Daß die Raitking-Regirrmig da» lokale chinesisch-japanische Abkommen', über Rordchina anerkenne:.-/ 2. daß die japanfeindlichen Provokationen aushären und insbesondere di« Entsendung- von Abteilungen'der Zentralregierung nach Rordchina eingestellt werde. Der chinesische Minister antwortet», daß die Ranling-Negirrung 1. nichts gegen den Abschluß eines. lokalen Abkommens einzuwenden habe» sofern sie seine Bestimmungen wird genehmigen können, daß sie 'S.' keinen- Krieg provozieren wolle, sondern im Gegenteil, eine versöhnlich«' Lösung des Konfliktes»»strebe Und daß sie -3. her Ansicht sei, daß der Abschluß eineS provisorischen Abkommens, wie eS in der Antwort vom SamStag angeführt-wurde, daS Maximum' der Zugeständnisse, bedeute. Tokio. DaS Kriegsministerium teilt offiziell mit:' Di« chinesischen Truppen eröffneten Dienstag morgens auf die japanischen Truppen da» Feuer und griffen sodann.nachmittags um 2 Uhr '(chinesische'Zeit) die japanischen Stellungen bei Papaofchan und Lokuchiao. an. Dir japanischen Truppen nahmen sofort den Abwehrkampf auf.- WeiterS wird'mitgrteflt, daß die jäpanischen Truppen bei Wanping unmittelbar nach Eröffnung deS Kampfes auch gegen die umliegenden Stellungen der SÜ. Armee geschossen und die! „Strafrxpedition" begann« hab«. Di« offizielle Ageiüur„Domes", schätzt diese japanisch« Maßnahme als de» Bessin» ernster lln- ternehmungen«in. Di« japanische'Armee habe alle Hoffnunß« auf.«ine friedlich« Beilegung der Zwischenfälle aufgegeten. Bereinigüngrdie Regierung vor der Demission be-, müht war,' weitergehen könne»,. .-. Daß-die Regierungskrise so rasch und ohne besondere Schwierigkeiten' überwunden werden' sonnte:'wird' wohl allgemeine Befriedigung erwecken» Daß di« bisherige Koalition die Basis jeder neue» Regierung Hilden müsse, war unbestritten, Daß die. politische Situation, vor allein die außenpolitische, elne.lnösslichst baldige Neu», bildung der Regierung'erforderte,' war ebenso klär, Wnd! da, diese Auffassung nicht mir die der Parteimenschen, der-besonders, politisch Inter« cssierien waren- und sind,'erweckten die-'- Regie» rüngSde.missiv» msid die Perhastdlungen.jPer bte- Bildung der nepest'Regierung keine Aufregung, — die Bevölkpflsng wußte, datz-si« df.x. Demokratie .pnd siaßistetdeni^Bcra>itwgr!.nngshtivu8Din-ssdw demol r a-t i-s ch e n' Politiker v«rilOU«t kann. Aid die Chinesen es sehen Pelsiing. Zum Verlauf der neuen KanipfHaudlnugen wird hier erklärt, daß die japanisch« Artillerie der unter Generalmajor Kawaba stehenden Brigade di« Beschießung von Wanping.nachmittags Ist Uhr(chinesifche Zeit) eröffnet hat. Innerhalb«ineinhalb Stunden seien mehrere hundert Schuß abgefeuert worden. Peiping.(Neufer.) Die Japaner eröffneten»um 19.45 Uhr Ortszeit eine heftige Beschießung der Stadt Wanping. Nach einem miß- lungenen Angriff transportierte» sie auS Feng- tai Artillerie schwerer« Kalibers heran. Auch an anderen Orte», bei Peiping hat sich«in Kampf entwickelt Und es wird befürchtet, daß er an AuS. dkhnung zunehmen wird. Die Beschießung Wan- pingS dauerte etwas über eine Stunde. Die Japaner benützten dabei Brandbombe». Di« chinesische Gesandtschaft i» Prag stellt dm Blätter» folgend« amtliche Mitteilung zur Verfügung: ' Dir chinesische Gesandtschaft in Prag hat streb« die amtlich« Bestätigung der Nachricht er- halteni daß am 19. d. M. japanisch« Militärflugzeuge bei Tschuanghotschiao und an einer anderen Stell« der Eisenbahnstrrck« Peiping—Hankau chinesische Züge dreimal^auS Maschinengewehren beschoss« haben., Zahlreiche chinesische Zivilrei- sendr wurden getütet oder verletzt. DaS chinesische Außenministerium hat in dieser Angelegenheit -b«jm japanischen Botschafter- in Nanking einen scharf« Protest überreicht. nie„Aera des Nlttelmeeres" Rom.(Havas.) Kommenden Sonntag wird da»- große, italienische Schlachtschiff„Vittorio Veneto" vom Stapel gelassen, Diese neue mäch» tigste und-stärkste Marinoeinheit der ganzen Welt, schreiben die Zeirungen, bedeutet nickst nur eine Vermehrung her italienischen Flotte, sondern auch eine vollkommene Aendcrung des Charakters dieser Kriegsflotte. Die italienische Kriegsflotte, galt -bisher als eines-der Elemente der territorialen Macht.. Nunmehr wird diese Flotte das H a u p t e l e ment sein. Die Blätter erin- ncrn an die Mailänder Rede- Mussolinis, in der er,erklärte:/„Italien ist. eine Insel, die im Mit» -telmeer badet. Die. europäische tzmtinentale Aera -M-.italienischen ,Lebens muß als. beendet ange» seh'en werden,- Nunmehr beginnt die Aera des Mittelinccres." Italienische Marinekreise sind der 'Ansicht, daß-die italimische Flotte künftig nicht Mr-,'.«in Instrument,der bewassneten' B.'nlcitung -der'Handslsflotte-sein-soll,.sondern- d/rß-sj« nun-' /p^hr- ünstande seinl Müsse, sim-'. Kriegsfälle- eine »Wt-s-chie-üd e nsd D'n.-R oll e zn-spiele'n.-'Des. .HM ist im.ijasifpii.che.» Plan der Bau von großen Kaust>feinheitcn vorgesehen. Marconi- und was weiter? Rnnd um den Erdball läuft jetzt die Mcl- dung vom Tode des Italieners Guglielmo Marconi; rund um den Erdball, auf dem in hunderttausendcn Schulen bundcrt Millionen Menschen die erste— zumeist auch die letzte— Aufklärung über die Bedeutung dieses Mannes erhielten; rund um den Erdball läuft die Todesmeldung mit Windeseile, vor allem gerade kraft der Leistung, die er bewältigte: der Ermöglichung praktischer drahtloser Telegraphie. Marconi lvar nicht der Erfinder dieser ans Wunderbare grenzenden Möglichkeit schlechthin; er ist nur ein Glied— allerdings vielleicht das wichtigste in einer langen Kette. Aber hatte sich die Rcvolntionierulig, die dieser technische Phänomen mit sich bringen sollte, schon mehr als hundert Jahre vor Marconi angekündigt,> so lvar doch«wen e r es, dem der Sprung aus dem bleiche der Phantasie, und der Theorie in die Wirklichkeit gelang. Und wahrhaftig gibt es kaum eine zweite technische Errungenschaft, die für die Menschheit von so großer Bedeutung lvurde wie der drahtlose Funk, dessen Entdeckung die Menschen zuvörderst an den Namen MarconiS zu lnüpfen gewohnt sind. Indem wir. daS denken und niederschreibcn und indem wir unS erinnern, zu- w elchen Zwecken die Mensche» von alterSber»ach Möglichkeiten der Zeichengebung und der Verständigung in die Ferne suchten, fällt aber auch schon der bittere Wermut-Straps« in unsere Betrachtung. Denn schlagen wix^hw WL-r auf, die geschrieben sind, utst nnS von der Geschichte der „Kultur" zu erzählen, und suchest wir darin nach de» ersten Berichten über Versuche, auf große Entfernungen hin Meldungen zu verbreiten, so tönt uns auch schon daS Wort Krieg entgegen. Bor dreitausend Jahren, im Kamps um Troja, so erzählt uns die Geschichte,, hatte die drahtlose Telegraphie ihren Vorläufer in den Feuersignalen, die von Ort zu Ort militärische Meldungen weitertrugen;(natürlich vorher verabredete Feuerzeichen, denn anders Inäre ja die Verständigung nicht möglich gewesen). Ein Halbjahrtausend später, in den Perserkriegen, liefen die Befehle des Königs Terxes durch Sklavenketten, also Ahnen unserer Stafetten, über Hunderte Kilometer. Die alten Römer versuchten, es dann schon mit Sprachrohren, spätere Jahrhunderte mit Spiegel-Signalen, also wieder auf dem optischen Wege. Aber eigentlich war die Menschheit zweieinhalb Jahrtausende hindurch in ihren Methoden auf diesem Gebiete nicht erheblich wci- tergckommen. Und das eben ist das Bemerkenswerte,.daß alles, was späterhin ersonnen und erfunden, entdeckt und vertvirklicht wurde, immer wieder zu allererst für den Krieg„verwertet" lvurde. Erinnern wir uns doch, daß diejenigen unter uns, die zu Anfang dieses Jahrhunderts aus. Schulbänken sahen, dort wohl schon etwas von der drahtlosen Telegraphie erfuhren, daß alles Praktische darüber aber-damals wie in einen Schleier gehüllt war, der kaum die vorwiegend ins Auge gefaßten KriegSverwendungSmöglichkeitcn..dieser Erfindung verhüllte. Und erst nach dem Weltkrieg trat die drahtlose Telegraphie, trat her Rundfunk— ähnlich übrigen? doch auch das Flugzeug— sozusagen in daS zivile, allgemeine' Lebe»,..also eigentlich überhaupt erst ins Leben, nachdem eben diese Errungenschaft bis dahin mehr dem Tode gedient hatte. Gewiß ist heute, in dem Tempo, daS unsere Epoche kennzeichnet, der Rundfunk innerhalb kaum eines Menschenalters aus einem rätselvollen Geheimnis zu einer fast alltäglichen Erscheinung ge- worden; und gewiß dient er heute auf tausendfache Art- dem friedlichen Leben der Mensche«!, ihrer Aufklärung und Belehrung, ihrer Bildung, ihrem Vergnügen, ihrer Zerstrsuung. Und hat all« Voraussetzung an sich,»in so nichtl.Nur der Verständigung.im einfachen Wärtsinn zu dienen, -sondern auch der höheren, inneren, geistigen und seelischen,- weltanschaulichen Verständigung der Menschen, was doch nichts anderes bedeutet— oder doch bedeuten sollte— als eben der B e« f r i e dm n g der Menschen, der Nationen, der Staate» und. Kontinente, Aber, abgesehen davon, daß. wir sa fchou jetzt täglich schaudernd. Zeugen dessen werden, in welchem Maße nüd in welcher Art gerade der drahtlose Funke zur Vernebelung der Gehirne und zur Verhetzung der Völker viel» I fach mißbraucht wird, brauchen wir-uns ja nur Seite 2 Mittwoch, 21. Juli 1937 Nr. 189 eine vage Vorstellung von einem zukünftigen großen Kriege zu mache», um uns nnsmalen zu können, wie grauenhaft dann die drahtlose Telegraphie in den Dienst der Lüge, der Gewalt, der Vergiftung und jeglicher Art von Mord gestellt werden wird! Und so entfesselt auch der Gedanke an Mar- koni aus Anlaß seines HinscheidenS alle Herzen»- und Gehirnqual des Menschen. int zwanzigsten Jahrhundert, dessen große technische Errungenschaften, Beweise und zugleich Mittel der Aufwärtsentwicklung, eben zu Instrumenten des Niederganges, der Barbarei, der Verwüstung herabgewürdigt zu werden vermögen. Großartig auf der einen Seite die Jnternationalität der geistigen Arbeit, die beispielsweise auch im Werdegang der drahtlosen Telegraphie steckt: Engländer und Amerikaner sind vorangeschritten, der Deutsche Heinrich Hertz lieferte die erste brauchbare Theorie, der Italiener Mareoni die praktische Lösung; großartig die Jnternaiionali- tät, die das Radio im grenzenlosen Raum mit AugenbltckSgeschwindigkeit als unS unüberbietbar erscheinendes Charakteristikum in sich schließt. Und dennoch fluchenswert jene Jnternationalität, die sich dieser herrlichen menschlichen Geistesblüte bemächtigt, um sie Tod und Verderben auSatmen zu lassen! Innerhalb eines Jahrhunderts hat die Menschheit Probleme gelöst und Entdeckungen weiter entwickelt, von denen sich ganze Jahrtausende vorher nichts träumen ließen; hundert Jahre genau ist der Morse-Telegraph alt; vor fünfzig Jahren machte Hertz in Karlsruhe seine ersten bahnbrechenden Versuche; vor genau vierzig Jahren stellte Marroni" die erste drahtlose Verbindung auf eine Entfernung von fünf Kilometer her. Wo stehen wir heute? Heute haben wir daS alles im kleinen Finger; werfen Detektoren und Antennen über Bord, erobern den Bildfnnk, und wer weiß, welche Wunder, heute noch erst in den Laboratorien vorbereitet, morgen schon die Welt mit neuem Lichte überstrahlen werden! Er scheint, als ob die Generation nach Mareoni ihn himmelweit überflügeln werde. Aber daran' allein, auf die Technik allein, kommt es nicht an Ihre EroberungSgewalt ist großartig. Ihr Sie.' aber wird erst groß sein, wenn sie nur meb: Hand in Hand gehen mit restlos aufbauendem Lebensgeist, mit dem Willen, Leben zu verlängern und zu verschönen, den Funken menschlichen Genies zur ewig leuchtenden Flamme echter Menschlichkeit, wahrer Kultur und beglückenden dauernden Friedens zu erheben! ItutTd» OugtntfurlOTgt. „Nichteinmischung“ stockt bereits Italien fordert Anerkennung Francos! London,(meuter;) In den DienSlag- Sitzungen des Subkomitees des Nichtwierven- tionSauSschuffeS schlug der Borfitzende Lord Ply- moüth vor, sogleich in die Besprechung deS Paragraph 9 deß Weissbuche- einzutreten, demzufolge Großbritannien ermächtigt werden soll, mit den beiden Parteien in Spanien Verhandlungen über nachstehende Angelegenheiten einzuleiten: Placierung Internationaler Beobachter in den spanischen Häfen, Abberufung der Freiwilligen,■ Zuerkennung der Krieg-rechte. Der italienische Botschafter Grands schlug vor, das Subkomitee möge die Einstellung der Seekontrolle zur Kenntnis nehmen und gutheißen, ferner möge die Landkontrolle sofort"wieder hergestellt werden und beide Parteien in Spanien aufgefordert werden, internationale Beobachter In. die spanischen Häfen aus- zunehine». In der Nachmittagssitzung forderte Lord Pl y m o u t h, daß die Aussprache über die Abberufung der Freiwilligen eröffnet werde. Grand! erwiderte, er könne eine Diskussion in der gewünschten Reihenfolge nicht akzeptieren. Lord P l h Ui o u t h erwiderte, daß in der Bor- mittagSsitznng alle Anwesenden die Verhandlungen dahin verstünden hätten, daß alle Angelegenheiten, zu welchen keine Zustimmung der beiden Parteien in Spanien erforderlich ist, erst s p ä t e r behandelt werden sollen. G r a n d i erklärte, seiner Ansicht nach müsse zuerst ein Einvernehmen über alle Vorschläge erzielt werden, dann erst könne der Gesamtplan den beiden Parteien in Spanien vorgelegt werden./ Der" portugie- s ch e Gesandte unterstützte'die Ansicht Grandis, erklärte jedoch, daß der Unterschied in der Pro- .zeduc für die portugiesische Regierung von keiner ausschlaggebenden Bedeutung sei. In Vertretung des deutschen Botschafters Ribbentrop erklärte Botschaftsrat Woermann, er" stimme mit Grandi überein. Der französische Botschafter C o r b i n, der tschechoslowakische Botschafter Jan Masarhk und der belgische Botschafter schlossen sich der Ansicht Lord Plymouths an. Dieser schlug sodann vor, in die Beratung der Landkontrolle unter der Bedingung einzutreien, daß nachher die Aussprache über die Abberufung der Freiwilligen eröffnet werde. Botschafter C o r b i n verwies darauf, daß eine bestimmte Anzahl untergeordneter Angelegenheiten erörtert werden müßte, wenn zuerst Mir die Landkontrolle verhandelt werden würde, was einen Aufschub bedeuten müßte.. Trotzdem nahm er jedoch den Vorschlag von Lord Plvmouth abermals unter der Bedingung an, daß gleich nachher die Abberufung der Freiwilligen erörtert werde. Daraufhin erklärte Grands nochmals, seine Regierung könne diese Reihenfolge nicht akzeptseren. Da somit Aar war, daß ein Einvernehmen über die Prozedur vorläufig nicht zu erzielen war, beschloß der Unterausschuß, die weiteren Verhandlungen zu vertagen, damit.die einzelnen Vertreter ihre Regierungen um Instruktionen ersuchen können und damit ein Weg zur Beilegung der Differenzen in der Frage 1 dir | Prozedur gesunden werden köune. Francos Gegenangriffe scheitern Madrid.(HavaS.) An der Front bei .miete Quijorua und Billa Nmeva del Par» .llo, wo die Aufständischen zwei Tage lang heftig angriffen» hat fich die GefechtStätigkeit abgeschwächt. DienStag wurde an diesen Stellen nur, Gewehr- und Maschinengewehrfeuer verzeichnet. Gleichzeitig haben die Aufständische» die Ge- fechtStätigkeit bei Billa Franca del Castillo ausgenommen» aber mit wett geringerer Heftigkeit» so daß die republikanischen Truppe« den Angriff leicht zurvckweise« konnten. Auch der Angriff auf User« wurde»urückgeschlagen. Bei diesem"Angriff belegten die Aufständische» die republikanische» Stellungen mit. Handgranaten. Die republikani- scheu DYnamttcroS zwange» den Gegiter. in feine Ausgangsstellungen zurückzukehren. Die Aufständischen erlitten große Verluste. In der Provinz Guadalajara» westlich von der Straße nach Lrragon, übte» die republikanischen Abteilungen einen starken Druck auf die Stellungen der Aufständischen aus und diese waren gezwungen» verschiedene Schützengraben- linicu aufzugeben. Barcelona. Bier aufständische Flugzeuge, welche gestern von der See her eintrafen, bombardierten nach 21 Uhr Tarragona und das Dorf CambrilS. DaS Bombardement forderte zahlreiche Opfer, doch ist die genaue Zahl bisher I nicht bekannt. Mißbilligung des Palästina-Planes London. In der Debatte über den Bericht der Palästina-Untersuchungslommission führte u. a. Lord Shell auS, die Labour-Party könne den Vorschlag aus Teilung Palästinas nicht unterstützen. Die sich in Palästina kundgebende Erregung richte sich nicht so sehr gegen die Juden als vielmehr gegen England. Die Lage werde dadurch erschwert, daß die Zionisten es von allem Anfänge an abgelehnt haben, eine unter der Herrschaft' der Araber stehende Minderheit zu bleiben. Zu dem Vorschlag der Teilung des Landes sei die Untersuchungskommission wohl nur von der Gewalt der"Tatsachen getrieben worden. —..Der Unterstaatssekretär für die Kolonien fähtte/ÄuS! es würden Wohl einige,''keineswegs aber grundlegende Abänderungsvorschläge berücksichtigt werden. Es werde in Palästina ein britischer Korridor geschaffen werden, der eine starke britische Flugbasis umfassen wird. Wenn Genf die Borschläge der UntermchungSkommission an, nimmt, werde mit der Jewish-Agency und mit den Arabern neuerlich verhandelt iverdin. In de» nächsten acht Monaten Iverden 8000 jüdische Emigranten die Einreiseerlaubnis für Palästina erhalten.— Lord Samuel lehnte den Bericht der Untersuchungskommission ab, obwohl er, Ivie er ausführte, Sympathien sowohl für die Zionisten als auch.für die Araber hege, denn das Tei- lungsschema enthalte allzu viele polstische Disserenzen und heikle Punfhi. Negerkönigs Tochter Roman von Otto Stösst COPYRIGHT BY SATURN- VERLAG. WIEN Ob er alles weitere ihm überlasse, fragte der .Verwalter.„Ja, in Dreiteufelsnamen." Und da ein ernsthafter Schwiegersohn sogar fluchen darf, tvenn er nur heiraten will, lächelte der Alte freundlich, bot seinem künftigen Eidam die Rechte und begab sich gut verrichteter Dinge fort, während Hesly verstimmt nach dem Stalle ging, seinen Hengst bestieg und ausritt. Der schöne Morgen Ivar ihm gründlich verleidet. So wurde, ohne daß Hesly sich weiter um die Angelegenheit kümmerte, die Hochzeit gerüstet, nach Lage der Sache möglichst rasch, während der Bräntigani sich nicht anders betrug als ein unwilliger Gast, der die aufgetragene und einge- brockte Suppe auslöffelt. Dieter ivurde als alter Freund und Vertrauter eingeladen, HefkyS Trauzeugen abzugeben. Nach der einfachen Feierlichkeit im engsten Kreise sollte es gleich nach Afrika gehen, den» für die neue Reise hatte Hesly längst schon besser vorgesorgt, als für seine Heirat. Seine Ausstattung war aufs ansehnlichste bestellt, seine englische Flinten und Jagdgeräte, Schuhwerk und Kleider aller Art, Meßapparate und Ferngläser, Mikroskope und Präparierzeug, viele Kisten mit Glasperlen und Zinnsoldaten, mit billigen Püppchen und Holzspielwaren zum Tausche, Medizinen und Konserven, kurz was da draußen nötig, nützlich oder angenehm war; auch an Geld mangelte es ihm nicht, da- er durch Borträge und Sammlungen reichlich aufgebracht hatte. Tesak, der Zimmermann, sollte ihn begleiten, und da es nun einmal nicht anders ging, mochte auch Anna mitkommen, die unerläßliche Gattin, obgleich von ihr so wenig wie möglich gesprochen wurde. Dieters gelehrter Freund wär in diesen vielbeschäftigten Tagen mit allem änderen mehr befaßt als mit der Vorbereitung für den Ehestand, wich jeder Andeutung des unvermeidlichen Ereignisses aus, wie tvenn er es dadurch wegschieben könne, daß er es verschwieg und benahm sich eigentlich so, als warte er auf irgendein günstiges Eingreifen geneigter Götter, die" ihn am Ende allein, in eine Wolke gehüllt, dem europäischen Treiben, der Drohung einer lächerlichen und unnützen Verbindung entführen und plötzlich nach Afrika versetzen würden, oder auf sonst welchen glücklichen Zufall, der den Helden vor den" Folgen jener Handlungen beschützt, hie er nicht in seinen eigentlichen Absichten," sondern alS" Mann sozusage im übertragenen Wirkungskreise verMt. Am Hochzeitstage waren alle Im ausge- räumten, nunmehr wieder unwirtlichen Saale des Pavillons versammelt, Dieter hatte seinen alten schwarzen Rock zur Feierlichkeit angelegt und sogar eine weiße Halsbinde umgetan, die zugehörigen Handschuhe behielt er einstweilen im Sack, Tesak, der Zimmermann, zeigte seine gewohnte strenge Miene, die für jede ernste Angelegenheit schon im voraus paßte, Anna, die Braut, sah in einem einfachen hellen Kleide recht angenehm ans, verriet das unbefangenste, heiterste Wesen Und lachte vergnügt, ohne die mindeste Aufregung, Angst oder Befangenheit, als gäbe es auf der ganzen Welt keinen bedrohte»" Ehrenschild oder sonstige Gefahr. Sie war Ihrer Sache sicher Und konnte Ihren künftigen Mann wohbfesthalten,. da sie eS wollte und sich einmal gegen die Uniform eines Wachmannes Und für die Afrikaforschung entschieden" hatte. Wie wäre auch dem Weibe eines kühnen Entdeckers ein"zimperliches Verhalten ängestanden? So ging sie lachende boll Munterkeit von eintzm, zum andern- schenkte ein und' trank den Gästen zUs während dep Hausverwalter stramm^ seine KkiegSMedäille aufwies, die ihm diesen letzten Strauß so wacker bestehen geholfen, recht als«in Sinnbild und Amulett aller vaterländischen und Familienehre. Rur dir Bräutigam fehlte, die nicht wohl entbehrliche Person des Tages. Wo mochte er denn fein? War er auSge- ritten'k Nein, sein Pferd stand ußten im Stalle und fraß ruhig seinen Hafer. Wann war er fortgegangen? Frühmorgens, Ivie sonst. Er machte doch wohl keiiie Dummheiten? ES wär höchste Zeit, in einer Stunde sollte die Trauung ftatt- jinden, Man mußte in die Kirche fahren. Wo steckte er nur? « Dieter besann sich, daß Hefty ihm letzthin erzählt hatte, er kühle sich in der Mineralogie etwas schwach und studiere jetzt im Naturalien- tabinett die Hauptschlichen Gesteine feiner Forschungsgebietes, um sich die nötigen Kenntnisse rasch noch anzueignen. Dort würde.er wohl zu sistdep sein. Ditter sagte nicht, wo er seinen Freund vermutet um ihn nicht vor aller. Welt also gleichgültig und gefühllos zu verraten, sondern verkündete bloß, er glaube, zu wissen» wo der Vermißte anzutreffen sei, werde ihn abholen und gleich in die Kirche mitbringen, man möchte ihn nur--dort erwarten, Flug- setzt« er sich, in einen Einspänner und eilte zum Museum. IN der Tat wäf er dort in einem einsamen Saal den Doktor Hesky versunken, in die unbekümmerte Betrachtung her in den GlaSschränfen wohlgeordnet ausliegenden mannigfaltigen Steine.»He da, lieber Doktor i Was machen Sie denn hier? Es ist ja t>ie.höchste Zeit!""—„Was denn, wa» gibt'- Henn?" fuhr der Angeredete aus seinen Gedanken. »Hochzeit, Verehrtester! Sie müssen gleich "mlskominen."—„Ich? Ah! I» ja gar nicht not« wendig. Sie soll alleifi heiraten."—„Aber Doktor, jetzt ist'-, schon einmal, so. Mit, da kann "Mali-nicht» machen. Ohne Sie. geht die Geschichte nichts zünr Heiraten gehörtn imMer zwei!". ■•"'»Ich habe doch schon früher ja gesagt. Wa» soll Ich wenn setzt noch dabei. Laßmjch In Ruh, ich habe keine Zeit!"—„Gescheit szjn, Freunder! I Es dauert ja nicht lang. Weh tut'- auch nicht. Var Skupschtlna droht Auflösung Belgrad. Die DienSiag-SitzuNg der Skup- schtiua war nicht so stürmisch, wie ursprünglich angenommen wurde.. Die Anfragen der opposttio« nelle» Abgeordneten GrdZIL und Euriä an den Skupschttnapräsidenten EiriL über die Ausschreitungen auf der Fürft-Michael-Straße nahmen nur zeitweise einen lebhaften und aufregenden Verlauf. In Beantwortung der beiden Anfragen hob Präsident Cirii vor allem hervor, daß die Ausschreitungen einen politischen Hintergrund haften, wa- auch die Redner der Opposition zugaben. Al» die Repräsentanten der orthodoxen Kirche informiert wurden, welche Folgen die Durchführung. de» Umzuges haben könnten» nahmen sie dessen Verbot zur Kenntnis und erklärten sich damit einverstanden, den Umzug nicht zu veranstalten. Dr. Eirii gab der Befürchtung Ausdruck, daß der Sturm in der Skupschtlna deren, durch eineinhalb Jahre aufrecht erhaltenes Höhe-Niveau(?) erschüttert habe, und ersuchte, die Abgeordneten nachdrücklich» r u h i g u n i> duldsam zu sein, damit die Skupschtlna nicht tu ihrer Existenz bedroht werde. DaS Gesetz über da» Konkordat, erklärte er, sei so wichtig, daß er nicht zulassen könne, daß auf die Abgeordneten von außenher ein Druck auSgeübt werde und daß di« Skupschtlna bei Behandlung«ine» Gesetze» von besonderer Wichtigkeit unter dem Einfluß von Demonstrationen und der Straße stehe. Au» der Kundgebung Dr. EiriLs geht hervor» daß es eventuell zur Auflösung der Skupschttna kommen könnte. Polens Sorgen Warschau. In der DienSiagsihung de» Sejm» der zu einer außerordentlichen Session zweck» Erledigung de» Zwischenfalle» mit dem Erzbischof» Sapieha einberusen wurde, gelangte« dtr von der Legionärrgruppe de» Sejm ein* gebrachte Gesetzentwurf zur Durchberatung, der im Sinne der- Antragsteller den Präsidenten der Republik ermächtigt, in der Zukunft entsprechende Maßnahmen zur Verhinderung von ähnlichen WillküraUen zu treffen. Nach Verlesung de» Gesetzentwürfe» hielt der Vizemarschall de» Sejm, Abg. Schätzl, im Namen der Antragsteller«ine Rede, in der er u. a. erklärt«, daß der Krakauer Metropolit durch sein vorgehen die Verehrung, der ganzen Natton für Pilsudski tief verletzt habe. Dieser Teil der Ansprache wurde von den Anwesenden stehend angehört. Nach der Red« Schätz!» macht« der Sejmmarschall E a r die Mitteilung, daß, nachdem der Präsident der Republik und die Regierung den Wawelkonflikt al», definitiv beigelegt«Märt haben, die Annahme der vorgeschlagenen Gesetze» praktisch gegenstandSw» sei, worauf die Antragsteller den Entwurf zurückzogen. Daraufhin erklärte, der Sejmmarschall die außerordenlliche Sitzung für beendet. Der Sitzung- die einen außerordentlich feierlichen. Verlauf genommen hatte, wohnte Marschall Rydz-Smigly mit der Generalität, da» gesamt« Kabinett sowie M« Senatoren bei. Was-wzlon. Dar Repräsentantenhaus billigte einen Kredit in der Höhe von 21,460.000 Dollar für den Bau von Kasernen und zur Modernisierung der militärischen Einrichwngen. Patt». lHava».) Der Bizeaouverneur der Bank von Frankreich, Pierre Fournier, wurde an Stelle der birherigen Gouverneurs Labehrie zum Gouverneur ernannt. Kommen Sie schön mit, nachher können Sie ja wieder hierher zurück!" Damit nahm er den Unwilligen unter den Arm, der ihn nicht viel ander» ansah al» Bella, wie er sie im Spital verlassen hatte: Auch du? Aber Hesky gehorchte und ließ sich zur Kirch« fahren. Die Trauung, in die sich der Bräutigam mit «wem schmerzlichen Lächeln ergab, wurde rasch beendet, und nachher lud der Schwiegervater di« wenigen Gäste zu einem lleinen Imbiß ein, während der Anserwählte sich mit aller Eile entschuldigte, daran nicht teilnehmen zu können, da er wieder in» Naturalienkckbinett müßte. Die Zeit drängte, er wollte noch die wichtigsten Studie» machend er empfahl sich" kurz und ging davon» whrend die übrigen mit der jungen'»Frau an der Spitze ein ganz vergnügte» Hochzeii-maht hielten. Wenige Wochen später versammelte sich eine weit ansehnlichere Gesellschaft auf dem Bahnhofe« »in dem abreisenden Forscher da» Ehrengeleit zu geben, da. er wieder, nach Afrika fuhr,.seinem eigenen Wissensdrange zu folgen und die Ehr« de» Vaterlandes in den unbekannten Ländern de» dunklen Erdteile» zu verbreiten, wo die» nur möglich, war. Zu diesem Abschied nahm Dieter feitun JUngen mit, denn der Biib sollt« die Erinnerung an einen bedeutenden Augenblick, an einen merk- würdigen Mann' für» Leben bewahren. In der eisenüberwölbten weiten" Halle wimmelte e» von Leuten;' Da waren Deputationen au» Hesky» engerem.Baterlande» schwarzbefrackte Herren mit verschiedenen LereinSabzeichen, Chaloupka, der Vater der Reisenden, darunter, glückstrahlend Und stolz gnf den zy hohen Ehren emporgestiegenen Schützling, da waren die Professoren vrr Unitzer« sitäten, die ihrer Pflicht genügwn, und die Stutzer und. Narren, deren" Eitelkeit"nirgend» fehlen will« wo ein anderer etwa- gift, während sie selber am fremden Ruhm die eigene Stadtbekanntheit, auf- zuwärmen hoffen, z.'.;oAHRDssd .(Fortsetzung folgt.)- I«r. 169 Mittwoch, 21 9ttti 1937 Stift 3 fudetendeutscfict Zeitspiele! BSSS■''■————« ss- Jugendliche Arbeitslose bauen eine Straße lieber Initiative der sozialdemokratischen Mitglieder der Bezirk-Vertretung Letschen hat dieser Bezirk in Neu-Ohlisch ein Arbeitslager sür Jugendliche errichtet, da- in immer sechswöchigen Turnussen je 80 Jugendliche Arbeitslose beherbergt. Diese Jugendlichen, die eine eigene, transportable Baracke bewohnen, haben die Ausgaben, einen sehr schlechten Fußweg, der die beiden Orte Alt- und Neu-Ohlisch verbindet, in eine normale BezirkSstraße zu verwandeln. Finanziert wird dieser Straßenbau vom Bezirk und vom Staat. Die Straße selber würde wohl in absehbarer Zeit nicht gebaut tvorden sein, wenn es nicht auf diese Art möglich gemacht worden wäre. Nach ihrer Fertigstellung wird diese Straße ungefähr vier Kilometer lang sein. Man wird ihr vielleicht einen besonderen Namen geben müssen, denn alle Arbeiten, mit Ausnahme etwa gewisser Mauerteile und Durchlässe, werden von Jugendlichen verrichtet. Wir haben diese Jugendlichen bei der Arbeit gesehen. ES Ist keine leichte Arbeit, die sie zu verrichten haben und so mancher Jugendliche mag wenigstens in den ersten Tagen empfunden haben, wie schwer es ist Erde abzugraben, Karren zu beladen und zu schieben. Aber sie werden ja auch nicht überanstrengt und ihre Verköstigung Ist gut und ausreichend. Besonders große Anforderungen stellen die Erdbewegungen in dem Abschnitte, an dem jetzt gearbeitet wird. Hier müffen erhebliche Erdmaffen abgegraben und abgefahren werden, dort wieder müffen Aufschüttungen erfolgen usw. Und alle arbeiten freudig und mit leuchtenden Gesichtern und bei jedem einzelnen kann man beobachten, daß der jede Arbeit mit Interesse verrichtet und sich gewiffenhaft die Frage stellt und beantwortet, warum dies so und jenes so und nicht anders gemacht werden muß. Erziehung zur Arbeit ist der Sinn dieses Lagers. Und das gelingt. Die jungen Menschen werden keine Landsknechte und keine Hampelmänner, die in Erfolgreicher Abschluß des Streiks der HandtChuharbeiter im Oberen Erzgebirge Prager Handschuhmacher streiken weiter Nach achttägiger Dauer des■ Streiks, bei welchem die gesamte Arbeiterschaft beiderlei Geschlechts einmütig in einer Kampffront gestanden ist, konnte nach mehrstündigen schweren Verhandlungen auf der BezirkSbehärde in Neudek am 2V. Juli ein erfolgreicher Abschluß des Streikes der Handschuhindustriearbeiter im Oberen Erzgebirge erzielt werde». Die Unternehmer, welche erst eine einmalige Aushilfe in der Höhe eines Wochen- lohneS bewilligen wollten(waS einer 2.bprozen- tigen Lohnerhöhung gleichgekommen wäre), mußte» sich bereit erklären, eine neunprozeu- tige Lohnerhöhung zu bewilligen. Ab 1, Dezember 1987 werden die Tariflöhne nur «in weiteres Prozent erhöht,,so daß insgesamt eine zehnprozentige Erhöhung der jetzigen Tariflöhne erreicht werden konnte. Für die Heimarbeiterinnen erfolgte eine fünfprozentige Erhöhung der TariflShne. Die Regelung der Löhne sür H i l f S- a r b e i t e r in den Betrieben erfolgen zu einem spätere« Termin. Außerdem wird der Streik nicht alß Unterbrechung des Arveitsverhältniffes angesehen und die Firmen werden keinerlei Maßre gelungen wegen deS Streik- vornehmen. Bereits vorgenommene Kündigungen werden zurückgenommen. Damit ist her schwere Lohnkonflikt in der Lederhandschuhindustrie, welcher bei einigem guten Willen und bei etwas mehr Einsicht der Unternehmer hätte vermieden werden können, für die Arbeiterschaft ehrenvoll-eigelegt worden. '■ In den Filialbetrieben der P r a g e r Hand- schuhnnternehmungen, in den Orten Böhm. Wiesenthal, Stolzenhein, Schmiedeberg, Joachims- thal, GotteSgab und Kaaden sowie in den Betrieben von Groß-Prag selbst, geht der S t r e i k unverändert weiter. Durch den Vertragsabschluß in Abertham ist die ablehnende Haltung der Prager Fabrikanten den Forderungen der Arbeiter gegenüber unhaltbar geworden, da durch den Vertragsabschluß in Abertham der Beweis erbracht wurde, daß die Handschnhindustöie durchaus in der Lage ist, den gerechten Forderungen der Arbeiter zu entsprechen. Zuzug von Handschuhmachern in die Orte Böhm. Wiesenthal, Stolzenhein, Schmiedeberg, JoachimSthal, GotteSgab und Kaaden ist strengstens kernzuhalten. Streik-Erfolg« der in der Ben den 11 bestreikten Betrieben in der Porzellanindustrie konnte nunmehr in einigen Betrieben die Streikaktion beendet werden Bei Schneider«. Co., Alt-Rohla«, wurde am.19. d. M. ein Kollektivvertrag abge- fchloffen und deshalb Montag mit der Arbeit wieder begonnen. Bei Mayer in Posche- Angestellten porzellan-lndustlie Erhöhung der Entlohnung nach dem Ascher Tex- tilabkommen vereinbart. * Der Arbeitgeberbund in K a r l S b a d hat Verhandlungen wegen deS Bauwerkführer- BertrageS auf den 3. August angefetzt. »an und Choda» wurde eine llprozentige Gehaltserhöhung erreicht und der Streik DienStag mittags beendet. Bei Richter, Fenkel und Hahn in Chodau Wurde« Perhandlungf«.unter, der.Bedingung an- geboten,"daß die Arbeit sofökkÄtfMomlntü"wer- dtn soll. Die Betriebsversammlung in Choda» hat .beschloffcn, de» Streik weiter ,« führen, biS diese Bedingung aufgehoben wird. Bei der Firma HaaS und Cziöek, Schlaggenwald und Choda«, deren Chef sich auf einer Nordlandreist btstndet, wurde de» Prokurist mit den Verhandlungen beauftragt. Bei Viktoria, Altrohlau, wurde ein Abkommen getroffen, wonach eine 11- prozentige Gehaltserhöhung zugesichert wurde. Deshalb wurde dieser Betrieb nicht bestreikt. Beim Epiag-Konzern, der sechs Betriebe umsaßt, wurden die Beehmidlungen für DienStag nachmittags festgesetzt;.sie dürften abends erfolgreich abgeschloffen werden. Die Streikbrttiligung in diesem Betriebe ist Ivüprozentig. Bei Pihl-Ladowitz wird heute die Belegschaft beschließen, ob sich die Belegschaft der Streikaktion anschließt. Bisher wurden die Remunerationen Ivoprozeutig bewilligt. (Früher nur ein Drittel oder 50 Prozent auS- iezahlt.) Den Angestellte» erwächst auS der Streikbewegung kein Nachteil. Die verlorene Zeit wird bezahlt. Bei de« Firmen, die nicht bestreikt wurden/werden Verhandlungen angefetzt» weil sie »um größten Teil Verhandlungsbereitschaft kundgegeben haben. ». Bei. der Textilindustrie im '2 g r l s bä der Kreis stmkde eine 7proze»tige Wenzel J a s c h und Franz H a la an der Spitze des Festzuges in Staab Der„Kreistag der Arbeit“ In Staab Die mächtige Kundgebung der Arbeiterschaft Westböhmens und des Böhmerwaldes Ifit Pflügen und Wegen waren die Kleinbauern zu der Kundgebung gekommen Pseudoarbeitslagern gewisser Drahtzieher zu einer Knüppelhorde ausgebildet werden, um bei pompösen Maskeraden zur Schau gestellt zu werden. Strenge Kontrolle der BerkehrSverhällniffe auf den Autostraßen. In Brüx wurde für das nordböhmische Straßennetz eine Gendarmeriekommission für die strikte Einhaltung der Ver- kehrsvorschrlsten eingesetzt. ES ivurde sestgestellt, daß namentlich dort, aber auch in den übrigen Teilen der Republik, das Ladegewicht der Lastwagen stark überschritten wird, wodurch Verkehrsunfälle herbeigeführt werden. Die Ueberschreitung der zuläffigen Höchstbelastung wird streng geahndet werden.(DND.) DaS Böhmerwaldlied im Rundfunk. Anläßlich der Böhmerwaldlied-Feier bringt die Prager deutsche Sendung am 24. Juli daS Hörspiel„Tief drin im Böhmerwald" von Rudolf Kubitschek unter der Leitung Hans MultcrerS. Prag überträgt auch die Denkmal- Enthüllung. Zahlreiche ausländische Sender werden an den» Tage daS Lied spielen. Brand in der Lackfabrick Borkowsky iw Bodenbach. Am DienStag dieser Woche entstand in dem genannten Betriebe infolge Ueberlausens eines Kessels ein Brand. Das Feuer konnte jedoch gelöscht werden, ehe es größeren Umfang annahm. Der Schaden ist unbedeutend. Die Prüfungstermine für daS Lehramt an Mittelschulen a» der Deutsche» Universität in Prag finden im Herbst 1087 an folgenden Terminen statt: A. Erste Staatsprüfung: vom 20. Oktober bis 6. November. Vollständig belegte Gesuche bis längstens 10. September, Taxen bis längstens 10. Oktober 1087 einsenden.— B. Zweite Staatsprüfung und Lehramtsprüfung alten Stils: von: 1. Dezember bi» 11. Dezember. Vollständig belegte Gesuche sowie Hausarbeiten lmit der ehrenwörtlichen Erklärung versehen) bis längstens 20. Oktober, Taxen bilängsten» 20. November einsenden. Werbefilm der Deutschen Jugendfürsorge. Bor etwa drei Jahren begann der große Film der Deutschen Jugendfürsorge„Kinder werben um dein Herz" seine Wanderung durch die deutschen Bezirke Böhmens. Seitdem sind die Wandcrvortragenden der Deutschen Jugendfürsorge unermüdlich von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf gewandert und haben elbst hi» in die entlegenste Gemeinde Kunde von der Arbeit und dem Werke der Deutschen Jugendfürsorge gebracht. 1000 Gemeinden wurden durch diese planmäßige Werbearbeit ersaßt. 2000 Vorführungen wurden durchgeführt. 288.000 Besucher und Besucherinnen konnten das Leben und Treiben in den Heime» der Deutschen Jugendfürsorge, in den Mntter- bcratungcn, in den Erholungskolonien, in de» ver- ichiedeniicn.Fachsteileu^dcr Zentrale Und der Zweigstellen im Film kcuuciiierucn. Die TstMche Landes- kommission für Kinderschuh und Jugeiwfiirsorge in Böhmen denkt, wie wir erfahren, wieder daran, einen neuen großen Film zu schaffen. Der Präsident der Republik empfing DienStag den bevollmächtigten Minister und außerordentlichen Gesandten in Kaunas, Dr. Jan Skalickü, in Audienz. Ferner empfing der Präsident den Redakteur der schwedischen Tageszeitung„Soria! Demokra« t e Abgeordneten Dr. Ivan Pauli, und schließlich den tschechoslowakischen Militärattache in Rom, General Vladimir Kleeanda. Der Minister dr» Aenßerrn Dr. Krosta empfing den schwedischen Abgeordneten Dr. kwan Pauli, Chef der Au»land»rubrik de» Stockholmer Tagblattes„S o c i a l D e m o k r a t e n". Englische Flottenmanöver bei Port Said Kairo. Die englische Mittelmeerflotte hat sich mit 20 Einheiten, darunter drei Flugzeugmutterschiffen mit über 200 Flugzeugen, zum Besuch In Alexandria zwischen dem 28. August und 21. Oktober angenieldet. Die Schiffe werden ein großes Manöver an der ägyptischen Küste im Raum, zwischen Alexandria und Port Said unter Mitwirkung der Luftwaffe durchführe». Der englische Botschafter erbat von der ägyptischen Regierung die Genehmigung zur Errichtung von provisorischen Funkanlagen während dieser Manöver. Veriandfertlgu Waffen Magdeburg. Die mitteldeutschen und thüringischen Waffen- und Munitions-Fabriken haben während der letzten Wochen Order erhalten, Handwaffen, Minenwerfer, Geschütze und Munition in bestimmter Weise verspndfertig zu machen, Die vorgeschriebene Art der Verpackung läßt erkennen, daß mit See-TranSport gerechnet wird. Berlin. Hier ist aus zwei deutschen Waffenfabriken bekannt geworden, daß sie Geschütze und Flugabwehr-Geschütze versandfertig machen füllen. Die Anweisungen weichen von denen ab, die sonst für die Ablieferung von fertiggestelltem Material an die Wehrmacht üblich sind. Seite 4 Miitwvq; 21. Tutt 1SS7 Nr. IS» |>! a elaiileflia Znnel deren Aera-mit'der Rede Hitlers in.'München' antzcbr.ochen Ist,'luurde dort, nicht nurdiu'ch das MICJlCUcQcUl5in^^Un5J abschreckende.Beispieleiiser AuSstellung.,der nunmehr verfemten,Künstler deS'näherest, erläutert,' sondern auch dein aüfbäuenden Chätälter der böaUnen Gangsterei entsprechend an pofitiveii' Beispielen dein staunenden Publikum vor Augen, geführt. Zu diesemtZweckeveräststältete'mäst meinen Festzug',,besser gesagt' einen'F a stm a ch.t s» S u.g,: dev-„Jwei> Jahrtausende deutscher Kultur", darstellen, sollte.- Den Bildern)näch'zu,'schließen'— deren' die„Münch: N. Nachrichten".eine ganze Seite.bringen— hat es sich um einen wahrhäft gigantischen Kitschlgeyändelt.'Wäs wir hier oben vorfiihren„DäS Sinnbild der deutschen Wissenschaft, flankiert von. den> vier Erdteilen" ist»och' eine der härnilvseren, Gcschmaülosigleiten. Dagegen wirken gotische Brunnen, eine Orgel, ein Wikingerschiff, das Hochgrab eines Ritt'e.r'sl'eist barockerBrunsten'u.sa.'m! was,man, aus Papiermache erzeugt, auf Wagen herumführte, unvergleichlich kitschig. Es erinnerte an, die ,,Kunstwetke",'di« man auf der' ZuckerbäckerlAuSsiellung sieht: der Kölner Dom aus Marzipan, die Peterskirche aus Kandiszucker.und-ähnliche:.kitschige Spielereien, öder an die Schubertbüsten aus Schweineschmalz^ Nur daß hier, dem Stil der Sch ick lg r u b e r- P e r i o d e entsprechend e: I le s s eh rgro ß geraten.war. Wie.sich denn die-Gröhe des Nazismus überhaupt in'der reinen Quantität auswirkt,' ein Ziig, den er nusdcm AMerikätiiSMuS m:d deMMationaliSinus gemeinsam hat. Auch ein Modell des Führerhauses wurde von maskierten Bauleuten durch die Straßen getrageft^Bon'eister Tribüne sah sich,, innerlich ergriffen und' begeistert wie-kaum: mehr: seit den Tage».da er in Braunau, den ersten Wanderzirkus-besucht haben, mag oder da er zum erstenmal in den Wurstelprater kann der Schöpfer inrd Schützer der neuen, deutschen Kultur,das gigantische Pimperltheater an. Er.'war flankiert von dem Eunuchengesicht «inest weißgekleideten Generalobersten, Generals der Flieger, Ministerpräsidenten,. Luftfahrtministers, Reichsjägermeisters, Protektors der Akademie auf der einen und der konfiszierten Teufelssrahe eines klumpfüßigen Schwadroneurs' und Betüfslügners auf der andern. Auch-dies ein Bild der destlschen'Kultur nach 2000 Jahren Entwicklung. 3»Aes«rEgMten. Alkohol und Nationalsozialismus Der„Daily Herald" stellte kürzlich fest: Die englischen Häfen sind zur Zeit von anti- semitischen Flugblättern überflutet, die, in englischer Sprache versaht,' in Deutschland gedruckt sind.— Deutsche Geschäftshäuser haben aus Berlin die Anweisung bekommen, möglichst bald enge Verbindung mit einsluhreichen Engländern anzuknüpsen, die als Sympathisierende für den Nazismus gewonnen werden können. Solche Sympathisierende-ollen geschäftlich nach Möglichkeit bevorzugt werden. Man hat auch Ver- suche geinacht,- die Dockarbeiter zu gewinnen, indem inan sie aus deutsche Schiffe einlud und sie mit alkoholischen Getränken bewirtete. Ein besonderes Augenmerk wurde dabei den Belegschaften der Schiffswerften von Liverpool und Birkenhead gewidmet. Warum sollen solche Methoden nicht angewendet werden? War doch der deutsche Ge- sandte, Herr von Ribbentropp, früher Weinreisender! Und liegt doch einer„Bewegung", die in Münchner Bierstuben zuerst verkündet wurde, rö besonders nahe, den. AlköholismuS als „Ideengrundlage" zu benützen. Aber diese Ber- suche der nazistischen'Auslandspropaganda nötigen doch auch zu einigem'Nachdenken nicht nur über sie, sondern über die betrübende Tatsache, dah der Alkoholgenuh im Leben aller Bevölkerungsschichten, auch der Arbeiter, eine so große Rolle spielt. Wäre eS nicht so, gälte nicht imnier noch das Trinken als erstrebenswerter Genuß, vielfach als Lebensgenuß' schlechthin, würden von den Arbeitern ganz allgemein geistige Getränke abgelehnt—die hier geschilderten nazistischen Methoden wären im vorhinein zum Versagen verurteilt! Biel verlangt. Der DND meldet: Ein tschechisches Provinzblatt veröffentlicht folgende Anzeige::,,!!! i e n st m ädche n aufs Land wird auf» genommen sürFeld-und Hausarbeiten,'.fürs Geschäft und G a st w i r t« fchaft, Kenntnis von Kanzle i- ii n d GcrichtSarbeiten bevorzug t, 100 AL monatlich und Kost. Angebote unter' Zeichen:„Römisch-katholisch", Brünn, hauptpostlagernd".— Erstaunlich, dah bei solcher Entlohnung nicht Hochschulbildung oder:doch.zu,: ' mindest Matura gefordert wird! ; Der rasende Tod. An B r ü n n- ZI d e» nie« ereignete sich Dienstag ein Zusammenstoß zwischen einem Lastauto und einem von dem 28jährigen Kaufmann Rudolf Karäsek aus Brünn gelenkten Motorrad.. Der 30jährige verheiratete Rotlmeister Karl Krin n i Le k, der sich auf dein Soziussitz des Motorrades befand, wurde bei dem Zusammenstoß getötet. Karäsek wurde schwerverletzt und muhte ins Krankenhaus überführt werden..— Am Vormittag wurde unweit der Gemeinde Bosonohy bei Brünn die 28jährige Hausgehilfin Angela Kr u I o v ä von einem vorbeifahreäden Personenauto erfaßt und schwer verletz t. Die Krulovck, welche sich im siebenten S ch Wange rschaftsmonat befindet, wurde inS Krankenhaus eingeliefert und sofort operiert. Ahr Zustand ist ernst. Reichsdeutsche Qualität 1037. Im Pirin- Gcbirgc in Südbulgarien stieß Dienstag ein bulgarisches Militärflugzeug gegen einen Felsen und ging' in Trümmer. Der P i l o t und der B e- o b a ch i e r fanden denTod. Es handelt sich bereits nm den siebent e n U n fall von M I I i t ä r fl u g z eu g e n, die in der letzten Zeit v o. n D e u t s ch l an d an Bulgarien g c l i cf e r t wurden! TodeSsturz dreier Kinder. Drei Kinder aus Brkat waren auf dem Wege' nach Dubrovnik, um dort eine Prozession zu sehen. Der Hitze wegen, wollten sie im Meere baden. An der steilen FclSküste rutschte eines der Kinder beim Hinabklettern ab und da alle drei einander an den Hän- den hielten, fielen sie alle in. die Tiefe, 4vo sie töt liegen blieben: Wolkenbrüche.. Miontag. wurden zahlreich« Gebiete in: Jugoslawien voy'Naturkatastrophen heimgesucht. So wurden durch einen Wollenbruch die Bäche, die sich In den Fluß Usora bei TesliL crgiehcn, dermaßen- iiberschwcmt, dah durch das Hochtöasser der Eisenbahndamm auf der Strecke TesliL—Nfor? in- einer Länge von einem Kilometer Weggeschwemmt und'stellenweise dem Erdboden gleichgemacht" würde. Die Stadt TesliL wurde von den Fluten.überschwemmt und Häuser aus schwächerem Material-stürzten zusammen. Ein i g e h u n d e r t S t ü ck Ri n d v i-'e h k a m en. i n den Flute n um..Ein Teil des Magazins der' staatlichen Zuckerfabrik wurde vernichtet. Biele'- Menschen suchten aus Bäumen und Dächern Zuflucht. An Sarajevo dauern di« durch das Unwetter hervorgerufenen Schwierigkeiten-an. Biele Wohnungen sind überschwemmt.'- Der Dank der spanischen Gesandtschiist.-Angesichts der Unmöglichkeit, die zahlreichen' Zuschriften cinzelu zu. beantworten,< spricht di« spanische Gesandtschaft-in Prag allen Organisationen und autonomen Körperschaften, die äu» Anlaß des Jahrestages des spanischen Bürgerkrieges ihre Sympathieeriläxungcn für die Sache des spanischen Volkes und der spanischen Demokratie eingesandt haben, hiemit öffentlich ihren Dank aus. 7060 Meter im Heissluftballon. Maytag abends um 10.84 Uhr startete der Heißluftballon der jungen Oesterreicher Marek und Emmer, welche'in Prag bereits einige Flüge. absolviert haben, darunter einen Rekordflug, bei dem sie die nichtofsi'zielle Höhe' von 6Ü00 Meter^erreichten, zu esnem neuen Versuch, den-tzöhenflugrckord-zu brechen. Der Ballon erreichte binnen 40 Minuten die Höhe von 7060 Meter, wie von dem amtlich versiegelten Barograph abgelesen werden konnte. Nach dem gelungenen Flug, der Mer zwei Stun-, den währte,, ging-der Ballon bei der Gemeinde Kkijov bei Släpy nieder.' Das Unternehmen finanzierten zwei Prager, W. Strauskh und Konsul Landsmann, die von dem Ballonsachmann Dr..Rumplcs beraten wurden. Der Ballon ist in seiner Konstruktion-eine Vervollkommnung des MoNtgolfierschen Gedankens. Im Innern der Ballonhülle'wird die Lust durch einen Peiroleum- brenner erhitzt, dessen regulierbare Flamme bis zu zwei Meter hoch ist. Durch Regulierung der Flamme-ist-eine-Höhensteucrung gegeben, während die Vorwärtsbewegung von der Luftströmung abhängig ist.:-- Es wird weiter gelyncht.- Zwei junge Neger wurden'In der letzten Nacht aus dem Gefängnis in Tallahassee(Florida) von unbekannten Tätern entführt-und gelyncht. Sie waren unter der Beschuldigung, einem Polizisten Stichverletzungen bcigebracht zu haben, in Untersuchungshaft genommen worden." Sonderbarer„Heiliger". Ein Scheich, der dieser Tage in einem Vorort Kairos' starb, hat seinen Bruder 27 Jahre lang in Ketten an die Wand geschmiedet gefangen gehalten. Die Ebben des Scheichs fanden den Unglücklichen beim Oeff- nen der Kellerräume. Der Scheich wurde von der Bevölkerung' als Heiliger verehrt. . Mörder Alkohol. Der in Rohrbach bei Ter- Nitz an der Südbähn wohnhafte'60jährige Werkmeister Franz Mörgenbesser liegt wegen- feiner Tr.-ünkenh e i-t-mit seiyer Frau in stetigem Zwist. Montag zechte er in einigen. GaMäüsern,: kehrte, nachts betrunken' nach- Hause-und«S gabeln«-Schlägeref. Die Frau ergriff, schließlich, eine- Hacke und' versetzte-.ihren' Mann einige-Schläge auf'denKopf. Die Frau- entfernte' sich dann aus der WohnUna und stürzte sich unier einen Zug. Jhrei'Leiche wurde bis zur/UnkenntlichleitHcr- stünimelt.-Ihren! Manns fand man fpättzrs iyi be- wußtlöseM'Züstande insdcr Wohnung 7äitf< Nach, derlleberfUhrung ins Krankenhaus nach Neiin- kirchen'.erlag Mörgetwesfer^feinen schweren Ver- letzüygenV' Zusammenstoß zwischen Streikenden: und. gelten Gardm. Jn.denGrubcil- bei Tjerifsa höhuygderLöhne! verlangen,, bereitsfeit-einigen Tagens.im Streik., Als Dienstag-- der,s,Ord-' nungsdienft"■ das Unternehmen räumen wollte, würÄ>ser.,mlt>.Steiney^betviyssen.':Pei^.'Wt'-M« genden ZufchiimeNstoh' tvutd'e-ein MarokkanerW-- tötet-und«IN anderer--schwer verletzt.- Män- glaübt,.dah. noch, drei- Arbeiter. leicht perletzt, wurdenl.' Entsetzliche- BcrwvchslungSszene. An dem Dorfe Lud i- H u m o- r u.I u i in dcr Buko- lvina ereignete-sich vergangene Woche ein furchtbares Fämiliendräma. Der im Jahre 1021 nach Amerika ausgewanderte Landwirt Theodor ,B I a n d u kehrte in sein«-Heimat zurück, wo er von seiner Frau und der'21jährigen: Tochter erwartet wurde. Blandu traf Mittwoch mit der Bahn in Sueceaba ein.-:- Da-er' aber am selben Abend keine Fahrtgelegenheit nach seiner Heimat- gemeindt'mehr hättö,'besuchte, er ein Heines Lokal. An diesem Lokal-'lernte er? ein: Mädchen kennen,- das er überredete,.mit ihm- die- Nacht im. Hotel zu verbringen: Donnerstag.- früh begab er,sich>in seine Heim'atgemeinde/ Zu'Haufe- angelangt,-erkannte- er zu seinem gröhten Erstaunen- in seiner eigenen Tochter' doSls Mädchen',,'"-mit.dem lech dir- Nachtim Hotel verbracht.hatte: Hierüber'geriet er in' fürchterliche Erreguim,.seiner. Sinne-,.: kaum mächtig,: zog er einen- Revolver- aus' der" Tasche und.schoh'.sich eines Kugel- lu den-Kopf. Kurze Zeit später-verschwand seine Tochter s aus dem-Hause und konnte trotz/allem Suchen nicht ausgefunden werden. Män. ninimt an, däß-auch die Tochter den Freitod gewählt hatte... l ihr) Weiterer Versuch«ine» Weltrekord» auf einem Flugzeug. Dienstag um- 3M Uhr' früh startete Stabskapitän Fuksa niit dem Beobachter Frank« zu dem, Versuchs, den- Rekord- auf' 1000'Kilometer,'-der am. 29: Juni vonKapitänSeidl-aUfdcm Flugzeug ,Mn XIl" aufgestellt würde, zu-brechen.'Die Flieger erreichten ,aüf einem,„Präga Plir-Boby"-Flug» zeug-nach de» vorläufigen/Ergebnissen-ein« Stun- dengeschwindigkeit' vön zirka 144-ÄrlöMeter. Das Ergebnis': wird»ich von-der Flugföde^a'tion/FAJ in: Paris geprüft und. genehmigt-werde».-:Die<-,8slieger, die aM 16. Juli d. I. den Versuchünternahinen, den Rekord auf-1000 Kiwmeter zu'brechen,-haben! diesen, Rekords neuerlich in einer dritten Runde gebrochen,, in der-sie die Geschwindigkeit: von''zirka, 146 Kilometer erzielten. Sie.landeten UM' 10.48 Uhr, so daß sie rund. sieben Stunden- reine'Zeit-,agf der-Strecke' Prag—Novk Benätktz—Rlp—Prag in'der Lüft-ver-' brachten./ Tabakfabrik verbrannt. Ein..Brandschäden-in der. Höhe voN fast'-sünfs Millionen dänischen Krone» entstand durch ein riesiges Feuer der'bekannten Tabakfabrik in Horscns lJiitland)..Die Fabrik,, deren- älteste-Gebäude aus dem Jahr«. 1774 stammen, wurde/mit sämtlichen Lagern vollkommen-verpichterlj Autounfall des dänischen Kronprinzen. Der Kronprinz von Dänewäök,'Lredei!ik,/.hätte- Montag gelenkte Wagen hatte-leinen Achsenbruch, durch den ein Hinterrad während der Fahrt vom Wagen flog. DerKwNp'rinzkotzNte.fedöchs-'den'-Wägen.s'zum' Stehen bringen. Kronprinz Frederik befand sich auf der Fahrt nach Schweden, wo er an der Zusammenkunft der Könige von Schweden undiPän'emarki.auf Schloß:,Merobri.Helsingf.PrS-'aÜläMch'eiyer''.Fti>t- -teppaskäde.sde'rkchwedifchensWMsi^öilnijMt'.s-'.s : Autobu» umgeftürz«. In den' Abendstunden des Montag kam es unweit der Einschicht Svitälka bei ' Michalovice: im Bezirk Deutsch-Brod zu einem: schweren Autounglück. Ein dem Anton' Höfer gehörender Autobus, mit dem Trauergäfte vön einem Begräb'nis.heinikehrteu, stürzte-ums äl»- der Ehäuf- .seür..J.,sByuer svor. einer. g.e'fahrIichen.''Kiirve-,.!dey 'Wägen'abbrewsdn-wollte'.'Die/.Br'etnsen/vetsagten' riekung der Klassenlotterie (Ohne Gewähr.)- Prag. Bei der Dienstag--Ziehung der 2. Klaffe der 87. tschechoslowakischen Klaffcplotirrie wurden nachstehende, Gewinste gezogen: 60.000: 33382. »0 20.000: 46388, 68380. »0 10.000:'72696, 20134, 8807. «ö 6000: 24189, 101858, 105941: 90638,. 08879, 5462, tz4316, 95770, 59771. Kü' 2000: 17602, 37166, 62472, 19169, 29342. 1872, 67898, 81427, 12226, 96468, 108409,.100696, 8488, 64975, 67384. und der umstiirzcude Autobus wurde zertrümmert. Der llhausfeur- wurde am- schwersten, verletzt.und in» Krankenhaus geschafft. Ernsthäfi verletzt wurde auch dcr'Bürgcrnicister von Deutsch-Bröd, L. Maret, der Kaufmann J.-KrupiLka und L. Prokop.:> DenkmalSschitndüng. Unbekannte Täter vernichteten Dienstag nachts das vor dem Rathaus-in Hir- tcnbcrg erst vor 14.Tagen-enthüllten Denküial de» Kaisers Franz ,Joseph-und entwendeten-die 40 Kilogramm-schwere Büste, - MUitärverrat. Am 19. d. M. fand vdr dem Strafsenat, de» Kreisgerichte» in Kotiee-die- Hauptverhandlung gegen Franz Kmiya'jun', und' Genoffen wegen des Verbrechens des Militärv'er'raie» statt, Wegen' dieser- Verbrechens wurden- Franz' Konya jun,-zu. Zuchthaus von fünf Jahren und-drei Monaten, Georg. Bödi, Jan Timko-.und Andreas Toth zu je-fünf.'Jähren Zuchthaus. verürt'ellt.' Ferner wurden'wegen de» Verbrechens der- Nichtanzeige strafbarer Handlungen Franz Konya und-Andrea» Konya-zu drei. Monaten Kerker verurteilt. Wahrscheinliche» Wetter heute: Vorwiegend heiter bis wechselnd bewölkt, sommerliche Temperaturen, schwächer Nord« bis Rordostwind. W e t t e r a u S« fich'tenfü-r.morgen: Keine-wesentliche Arn« derungen.- - Vom Rundfunkf tMP(ohl«n*worto» au* don ProframmMt Dmuersta»'- i Prag, Sellder lr. 10.05: Deutsche Presse« 10.15: Deutsche Sendung: Für-die Frau/ l)).80: Schällplättenkönzert,)12.10.::Be'r'ühmie-lSopräneauf Schallp.latten,.'14:'Dtuisch'e'Sendung:-.-Späziergang durch Salzburg, 14.40: Lilzt:'LeS PktludeS:18.ü5; Deptschä-.Sendung:- Dr. Kraut: Möderne.sJärbene Photographie,. 18,20: Landlvirtschaft, 18.45: Deute MeWeff«:'18.55: Aus dem. deutschen Kulturleben, t9:S0:- SöMenköiizert,.21: Konzert. aus Karlsbad: Ocstcrrcichische Musik, 22.20 tiSchallplattenkopzttt« — Prag, Sender II:.,15: Schallplqtten) 15.15: Deutsche-'Sendung:- Zeitaenösische Komponisten.—> BrüUur!'-17.40üD.!e>u t s-ch.«. Se'nMm-'gÄÄr-b eia- t,WresKe>uidÄ-in-g:l- Fritz P e rl.se.e:. Des Arbei« ter».'freie.-sZeitz. 21:'.MydstlnkorchestsickMertt'''--- Prehburg: 17.40« Mozart-Kompositionen.. 19.10: Russische Arien, 22.85:' Tanznmsik.— Kascha»: 1-1,06;. Militärkonzert... 12.05:. Operettenstintästen,' 16.10: Rundfunkorchestcrlonzert.-—Mähr.-Oftrau: 12.85: MittagSkonzcrt: DeIibeSi,Urhach-Ht^:,.-18.10:, Deutsche- Sendung:' Marie Stona liest. aU»?eigene». Wecken,'.^-'Liederkonzert.)'-'-/— Nr. 109 Mittwoch, 81’. Juli 1937 Seit« 5 61.000.— 6.000.— HMsEtsckaft und 8oÄatpoiltiL 46 ÜustamL men. Das Unternehmen wird sich auf die Erzeu- gung von Glasziegeln und optischem Glas spezialisieren, wobei eine größere Zahl nordböhmi» scher Glasarbeiter Beschäftigung finden wird. Die Firma beschäftigte seinerzeit über 500 Arbeiter. ! jedoch, sie durch die steigenden Getreidcpreise auf < den internationalen Märkte» wettmachen zu können. derem Mussolini der intellektuellen Urheberschaft an der' Ermordung der Brüder Rosselli beschuldigten. 54.000.— 151.000.— 40.000.— 267.000.— 4.000.— , Polizei grausam gemartert. Aldro Petacchi, der Bruder eines.freiwilligen Spanien-Kämpfers, wurde mit Knüppeln geschlagen. In den letzten- Tagen wurden vier Personen auf die Inseln deportiert: Professor Mencoui uildStefano Bat- tedoni wurden auf drei Jahre verbannt, desgleichen Serafino Cocurnia, und der oben genannte Petacchi sogar aus fünf Jahre. Auch eine Frau, Nella Menconi, die schon 1924 ins Gefängnis ■ kam, wurde nunmehr deportiert. Eine andere Frau, Ida Scroglieri, die Gattin eines Antifaschisten, der nach Spanien ging, würde durch die Repressalien, die man deshalb gegen sie und. ihre vier Kinder anwandte, zu einem Selbstmordver- 1 such getrieben und schwebt nün zwischen Leben und ' Tod.— Am 27. Juli findet vor dem Sonderge« Neuer Streik in Gablonz In der Flakoneris des Kamnitztales ist ein neuer Streik auSgebrochen, der bisher etwa 700 Schleifer erfaßt hat. Streikursache ist der Widerstand der Unternehmer gegen die Auszahlung des sogenannten Regieüeitrages, der durchschnittlich 2 KC monatlich beträgt und im Kollektivvertrag vom Juni d. I. festgesetzt wurde. Dieser Streik wird nicht von den Gewerkschaften geleitet. xr 603.864.00 40-Stundenwoche bewährt sich. Bei der Jah- rcsversammlung der bekannten Londoner Firma I.& I. Colman wurde mitgetcilt, daß die seit vier Jahren angewandte Arbeitszeitregclung sich bestens bewährt habe. Die Firma hatte damals, um Entlassungen zu vermeiden, in den meisten Abteilungen die Arbeitszeit von 44 auf 40 Wochenstunden bei vollem Lohnausgleich vermindert. Dieses Experiment hatte ausgezeichnete Ergebnisie; es gelang, die Produktionskosten aus gleicher Höhe zu erhalten. Auch polnische Bergarbeiter nach Belgien. Das belgische Arbeitsministerin«! hat der Einwanderung von weiteren 790 polnischen Bergleuten zugeftimmt, die mit ihren Familien nach Belgien kommen werden. Erhöhung der Getreidepreise in Bulgarien. Der bulgarische Ministerrat hat eine Verordnung genehmigt, durch welche der Preis für ein Kilogramm Weizen von 3 auf 3.20 Lewa und für ein Kilogramm Roggen von 2.25 auf 2.45 Lewa <1 Lewa—35 Heller) erhöht wird. Der Geivinn der Getrcideanstalt soll am Jahresende unter die einzelnen Produzenten verhältnismäßig aufgeteilr Staatliche ErnährungS- und Milchaktion in Westböhmen. DaS Ministerium für soziale Fürsorge hat für die Ernähcungs- und Milchaktion in der Zeit vom 19. Juli bis 22. August 1937 den westböhmischen Bezirken folgende Beträge zur Verfügung gestellt berste Zahl Ernährungsaktion, zweite Milchaktion): Asch(35.000.— 5400), Eger(140.000— 15.000), Elbogen (180.000— 15.000), Falkenau(140.000— 15.000), GraSlitz(160.000— 19.200), Joachimsthal(8000), Kaadcn(73.000— 7200), Karlsbad(880.000— 86.000), Ma- rienbad(48.000— 4800), Neudek(110.000 —.16.200), Podersam(10.000— 1000), Prehnitz(80.000— 9000), Tepl(10.000), zusammen 1,269.000 bzlv. 143.800 Kronen. Rohstahlproduktion über 1929. Die Produktion der tschechoslowakischen Hütten- und Stahlwerke betrug im Juni 186.382 Tonnen Roheisen und 201.801 Tonnen Rohstahl. Damit hat die Rohstahlproduktion eine Höhe erreicht, dis auch im besten Monat dis Jahres 1929 nicht verzeichnet wurde. Steigerung der Schuh- und LederwarrnauS- ■Mft Jr-"—''üü 18 Milliarden Francs sollen erspart werden Paris. Der dienstägige Ministerrat ver» chgndelte einen weiteren Teil der Finanz», hauptsächlich Ersparungsmaßnahmen. Durch diese Er-1 sparungsmaßnahmcn verspricht sich die Regie-1 rustg, 12 bis 15 Milliarden Francs zu erzielen.' Die Verhandlung dieser Maßnahmen war sehr MWierig. Der Ministerpräsident und der Finanz-! Minister hätten weitere Vorberatungen teils frtit- d^i sozialistischen Mitgliedern des Kabinetts, teils ,mst den Ministern für nationale Berteidkgung, Marine und Flugwesen.. öffentlichen, drahtlosen Verkehr zwischen England, und Amerika richtete Warconi im Jahre 1907 ein. Im Jahre 1916 erprobte Marconi als erster die Kurzwellen^ Im Jahre 1926 gab Marconi die Ergebnisse seiner neuen, zehn Jahre zurückliegenden Erfindung der drahtlosen Telegraphieren» unter Ausnützung kurzer Wellen in Bündelsorm bekannt. Die erst« Herstellung einer drahtlosen telegraphischen Verbindung London—Australien, also über eine Strecke von 20.000 Kilometer, wirkte damals epochemachend. Aehnlich' weltbewegend wirkte«In Erfolg, den er am 26. März 1980 zu verzeichnen hatte, als eS ihm gelang, mittels Relais von seiner Jacht im Hasen von Genua aus die Beleuchtung im Gebäude der Elektrizitätsausstellung in Sidney während der Eröffnungsfeier einzuschalten. Marconis neueste und außerordentlich weittragende Entdeckung, die er im August 1982 der Oeffentlichkeit mitteilte, sind radiotelegraphische und radiotelephonische Verbindungen mit kleinen Ultra- Kurzwellen, die sich nicht kreisförmig verbreiten, sondern auf bestimmte Empfänger zugestrahlt werden, ein Umstand, der«ine Geheimhaltung, derartig gegebener Müdung ermöglicht.-- Für-seine wissenschaftlichen Verdienst« wurde Marconi mit großen Ehrungen bedacht. U. a. erhielt er im Jahre 1909 den Nobelpreis für Physik. Nach dem Kriege wurde er als italienischer Delegierter zur Friedenskonferenz nach Pari» entsendet.' Im Jahre 1929 erhielt er den«üblichen Titel eine» Marquis. In demselben Jahre wurde er zum Mitglied und gleichzeitig zum Ehren-Präsi« deuten der italienischen kgl. Akademie gewählt. Er war auch Präsident der nationalen ForschungSrateS und Professor an der Universität in Rom.- DaS^LeicherchegängniS MarWis;fjndet-Mittwoch, den 21. d. M-, statt. Marcyni wär bereits feit längerer Zeit an einem Herzleiden eikränkts doch wat feist Zustand in den letzten Tagen im ganzen ein guter. Am Samstag empfing ihn der Papst in Castel Gandolf». Dienstag begleitete Marconi seine Gattin, zur Bahn, welche, nach dem Badeort« Biareggio. fuhr, wo bereits di« Tochter Elektra weilte. Abends erlitt Marconi«inen Herzanfall. Frau Mar» eoni wurde, da sich der Zustand ihres Gatten verschlimmerte, telegraphisch ersucht, nach Rom zu kommen,-wo sie früh eintraf. Wovor„warnt" die Industrie? Aus Mctallarbeiterkreisen wird uns geschrieben: Der Prager„Montag" brachte am 12. Juli unter dem Titel„Warnung der Industrie" einen Aufsatz seines Dr.-M.»Mitarbeiters, den dieser auf Grund einer Aussprache mit einem Direktor eines bedeutenden Unternehmens der nordmährischen Industrie hatte. Wovor„warnt" die Industrie? Selbstverständlich vor einem sozialpolitischen Fortschritt, vor der Einführung der 44-Stunden-Woche, die in der böhmischen Metallindustrie verträglich vereinbart wurde, auch in der nordmährischen Metallindustrie. Wörtlich wird gesagt:„ES ist zum Beispiel in Nesselsdorf heute geradezu unmöglich, einen qualifizierten Arbeiter in der Umgebung aufzutreiben", und weiter:„Die Einführung der 44-Stunden-Woche tvürde also, vorausgesetzt, daß die Arbeiter nicht dieselbe Arbeitsfreudigkeit wie in Böhmen zeigen,, der Industrie einen schweren Schaden zufügen." I.. Nun,-warum gibt e»,.überhaupt einen gewissen Mangel an Facharbeitern.?.Weil die.'vör- ausschauende Industrie während der Kriseniahr« nicht dazu zu bewegen war, junge Menschen anzulernen I ES war doch jahrelang so, daß der schulentwachsene junge Menfch weit, und breit keine Lehrstelle finden konnte. Aber fofern es sich um die nordmährische Metallindustrie im besonderen handelt, ist zu sagen, daß es in dem Augenblicke keinen fühlbaren Mangel an Facharbeitern mehr geben.wird, da man sich daran erinnert, daß deutsche Facharbeiter in näch st erNä heleben, alsArbeitS» lose lebenl Der nordmährische Arbeiter ist nicht weniger arbeitssreudig als der böhmische. Vergleiche der LeistungSziffern. würden' zeigen, daß er unter gleichen Voraussetzung« gleiches leistet. Worum aber handelt es sich bei der im„Montan" gerühmten größeren AvbeitSfreudigkeit der böh- mifchen Arbeiter? In der böhmischen Metallindustrie wurde vielfach die 44-Stunden-Woche eingeführt, aber die Arbeiter leisten in der Konjunktur weiterhin 48 Stunden Arbeit. Von der 45. Stunde an wird aber ein Ueberstundenzuschläg gezahlt. Gegen gleiche Arbeitsverträge aber wehrt sich die nordmährische IndustrieI.Sie könnte, wenn sie nur wollte,, genau die gleiche Arbeitsfreudigkeit der mährischen Arbeiter erleben, wie die böhmische Industrie.- Aber die nordmährische Industrie weigert sich beharrlich,., einem modernen Arbeitsvertrag zuzustimmen, der Rechte und Pflichten der Arbeiter genau umreißt. Die nordmähtische Industrie läßt lieber einen intelligenten ortsansässigen Arbeiter arbeitslos, wenn sie aus den Beskiden einen Land-, arbeit« bekommen kann, - Am Bereiche der nordmährischen Industrie gehört es zu den normalen Erscheinungen, daß. einem Arbeiter, wenn.er' lischt Mut. genüg hat,, sich, dagegen zu-wehren, in einer Woche dreimal die Akkordsätze gekürzt'werden', Die:Nordmahrifche Industrie kümmert sich' sehr gern um die.sozialen Gesetze zugunsten der Arbeiter n i ch tund.mitder Größe des Werkes, pflegt. diese Mißachtung der Gesetze zu wachsen.: - Und wenn sich dann.zeigt,, daß solche Me-' thoden— es sind die Methoden sehr kurzsichtiger^ Jndüstriegewaltiger— der Industrie alles ändere als zuträglich'sitid.'dannwählt manden .beEMest.y^eg.^.MMägtsicher die ntzn»' gelndc Arbcitsfreudigkeit der Weiter l Hilfe für Spanien Am 5. Juli fand im Gebäude der Leitung der Bereinigten Sozialistischen Jugend Spaniens in Valencia ein« gemeinsame informatorische Besprechung von Vertretern der Soziasissi- fchen Jugend-Internationale und der Kommunistischen Jugend-Internationale über die Möglichkeiten einer Verstärkung und Vereinheitlichung der Hilfsaktion für die spanische Jugend statt.''AN'der Besprechung, die unter dem Vorsitz des Generalsekretärs der Bereinigten Sozialistischen Jugend Spaniens,:.'.Santiago Carillo, tagte, nahmen.für die Sozialistische Jugend- Jnternationale ihr Vorsitzender und ihr Sekretär, H. C. Hansen-Kopenhagen und Erich Ollen- hauer-Prag, für die Kommunistische Jugend- Internationale Michal Wolf und Gil Green teil. Santiago Carillo unterbreitete der Sitzung 'eine Reihe von Vorschlägen der Vereinigten Sozialistischen Lugend Spaniens. für die. Verstärkung und' Vereinheitlichung, der Hilfsaktion für.den spanischen Freiheitskampf, wobei er insbesondere dem dringen Wunsch der Jugend Spaniens pach, ejner gemeinsamen Hilfsaktion der SJJ.uyd. der k^jJ für. Spanien unterstrich.' Die Vertreter der SJJ und der KJJ berichteten.über ihre bisherigen Aktionen ststd nahmen zu den Vorschlägen Carillos Slellüng.-Die Teilnehmer der Sitzung waren sich, einig- in dem Sinne.' alle Anstrengungen zu unternehmen,'um die Hilfe für. das'spanische Volk und für die spanische'Jugend noch. wirksamer als bisher.zu ge-' stalteni Tj f; ", Die Per.treter der S8F und der KJJ vereinbarten, ihre Mitarbeit, in Her Internationa«, len Propagandakommission für die spanischeJu- gend zu verstäcleß. um'tindieser Kommissiöneim Zentrum her Hilfsaktjonsü'rdie spanische Jugend zu.schaffen'., Beide JnterjkeitionaleNj-begrüßen cs, wenn, di«' Jpgdnd sn den? einzelnen- Ländern,- iy' denenftdie' Möglichkeiten dWr begeben sind, di«, .Hilfsnktione>s' sÜr die Dänisches Jtlgdnd in'ähn« sicher Weise gemeinsam durchführen.. fuhr. In den ersten 5 Monaten d. I. wurden werden. Ferner wurde bestimmt, daß die Han» 4,724.000 Paar Lederschuhe für 116.6 Mill. KC delsspanne nicht höher als ein Prozent sein darf- ausgeführt, gegen 4,141.000 Paar und 112.5 i Nach dem soeben erschienenen Bericht der Ge- Mill. KC im Vorjahr. Die Gesamtausfuhr der| treideanstalt hat deren Gebarung im vergangenen Taschnerwaren stieg heuer auf 20(i. B. 9): Jahre mit 20 Millionen Lewa Verlust apgeichsok« Tonnen für 2.5 Mill. XL(i. V. 1.2 Mill. XL), sen. Für heuer rechnet man mit einem Anwach- Verhandlungen mit Holland abgeschlossen.! f-» d°r Berlust« auf^120 Millionen Lewa, hofft Die tschechoslowakische Handelsdelegation verein barte Ende, der vergangenen Woche im Haag ein neues Warenaustauschabkommen mit Holland, welches ein Zusatzabkommen zum Handelsvertrag darstellt und bis Ende 1987 Geltung hat. Di- Verhandlungcn bezogen sich auf den holländische«. Import in',die Tschechoslowakei, insbesondere die Lieferyngess von Kunstseide, Fischen, und die Ausfuhr von Leder, Textilien, Leinenwaren, usw. aus der Tschechoslowakei nach Holland. Weitere Bewilligungen in der produktiven ArbeltslosenfUrsorge DaS Fürsorgeministerium hat weitere Ansuchen um Zuschüsse aus dem Titel der produktiven Arbeitslosenfürsorge günstig erledigt. Es .wurden.Aesiräge.,zu. Arbeiten mit gittern ,Aufwand von 5,200.000 Kronen bewillig!, die mehr als 1400 Arbeiter beschäftigen werden. „Giustizia e Liberin" und ebenso der gleichfalls, in Paris erscheinende„Nuovo Avanti" berichten, daß die bis vor kurzem sehr passive anti» faschistische Opposition in Italien letzthin eine größere Aktivität entfaltet und daß dies hauptsächlich sowohl auf die zunehmende Verschlechterung der wirtschaftlichen Verhältnisse als auch auf die Impulse zurückzusühren sei, die der Freiheitskampf in Spanien in der italienischen Arbeiter-Bevölkerung auslöst. ,' Italiens Vorbereitungen zum Krieg.„Daily Herald" meldet aus Kairo, daß die Befestigung der ägyptischen Westgrenze mit großer Beschleunigung fettiggestellt wird. Die Ursache dafür seien fortgesetzte Berichte über italienische Vorbereitungen in Lybien. Die britische und di« ägyptische Regierung seien in ständiger Verbindung über die notwendigen Maßnahmen. Nach Informationen des Blattes haben die Italiener einen dreifachen Befestigungsgürtel an der lybisch-ägyptischen Grenze errichtet. Strategische Bahn. Anfangs August wird die seit einem Jahr in Bau befindliche Eisenbahnlinie, die das Eisenerzgebiet in Lappland mit den Eisenerzgruben in Mittelschwcden und deren Häfen verbindet, durch den Kronprinzen von Schweden eröffnet werden. Dieser Bahn wird neben ihrer wirtschaftliche» Bedeutung auch, wie„Stockholms Tid- niiigen" hervorhebt, große strategische Bedeutung vor allem für die Verteidigung Nordschwedens beigemessen. Wohltätlgkeltspostmarlcen „Für die Kinder 1937** Die erste Wohltätigkeitsaktion, lvelche die Poswerwaltung.im Jahre.1936 durch Herausgabe von WohltätigkeitSmarkcn unternommen hatte, hgt einen Betrag von 1,308.618 XL ergeben, der unverkürzt der„Demokratie für die Kinder" übergeben lvurde. Diese Institution hat den«rzicllcn und um die Zinsen und Spenden erhöhten Betrag im Einvernehmen niit dem Mi- nisterium für soziale Füiforge gerecht und proportional unter nachfolgende, sich mit der Kinderfürsorge befassende Korporationen verteilt: Svaz isl. päke o mlädej v Ccsko- slovenskt republice..... Reichsverband für Deutsche Jugendfürsorge......... Polska krajowa rodzina opiekuncza. Spoleknost Ceskoslovensköho kcrvcnöho kklje.... Närodnk pomocnö sdciiZcnk„ikeskö srdcee" Rktiski! üstkcdl svazu Charity... Deutscher RcichS-CharitaSverband, listkedk kcskobratrskä evangelicskä so» ciälni pkie üstkedk sociälni präce v cirkvi kesko- siovenskt Zidovskä üstiedna pro sociälni pöii. Ceskoslovenskh üstav zahraniink.. ... Betrlebsaufnahme In der Glasindustrie J i i^'MMMMmWtst.LHlsnMrd'djeWssSfab'tzlh , der Firma GebicLder"Fränkl in Hund'orf bei > Teplitz-Schönau. die Erzeügung wieder aufneh. Marconi sestorben I Der faschistische Terror In Italien. R- m,(Stefani.) In der Stacht auf DienS-1"Mustizia e LiS-rtL»: eines. der f« Paris tag um 3.45 Ahr.starb der berühmte Wissen- erscheinenden Blätter der italienischen Sozialisten, schaftler Marquis Guglielmo Mareoni im meldet'aus C a r a r a: In den letzten Monaten Alter von«»"Jahren infolge eine» Herzschlages, wurde» viele Antifaschisten verhafteten)» von der O. Guglielmo Marconi wurde am LS. April 1874 in Griffon« bei Bologna geboren. Seine Mutter war Irländerin. Schon während seiner Ctidienzeit in Bologna beschäftigte er sich mit Versuchen, draht los zu telegraphieren. ES gelang ihm zum ersten Mal« im Jahre 1895, elektrische Signale ohne me tallische Leitung auf kurze Strecken zu. Übertragen. Der Versuch glückte erneut in England zwischen Ptnarth und Weston, Im Jahr« 1896 erwarb Mar coni ein erstes Patent in Englckbd auf„ein prak tisch vertoendbareS System der Telegraphie ohne Draht" und konnte im Jähre 1897 auf Grund weiterer Patente die„Wireleß Telegraf and Signal Company" begründen.' Diese Gesellschaft begann dann'unter Mar ronis Leituiig mit der Errichtung der ersten Anlage an der englischen.Küste. iJtn Jahr« 1899 war die. ,,,, m Reichweite so vergrößert, daß Vie Herstellung der, richt in M a i l a n d ein Prozeß gegen eine Reihe ersten drahtlosen Verbindung über den Kanal La-von aUtisaschtstisch'en Intellektuelle«(Künstlern Manche und im Jahre 1901 die erste Sendung über s aller Art) statt. Eine große Anzahl von Verhaften Atlantischen Ozean zwischen Poldhu in Corn-.Itupgen wurden in B r e s c i a vorgenommen, weil wall und Er. John» in Neufundland gelang. Den dort Flugblätter verteilt wurden, die unter an- Die Hauptvcrhandlungen über die Ersparungs» Maßnahmen beruhen darin, daß die Ausgaben aller Ministerien um eine beträchtliche Summe, lvahrschoinlich um 10 Prozent, gekürzt werden. Auf Drängen des Ministers für Nationalverteidigung, Daladicr, wurde jedoch beschlossen, daß die Ersparungen in den Ausgaben sich nicht auf die Militärkredite beziehen werden. Die Texte der Regierungödekrcte dürften am Mittwoch, im Amtsblatt veröffentlicht.werden. 8.000.— 4.000.— 20,000,— 1,812.834.90 Dieser Erfolg ist ein Beivcis für das Verständnis der Oeffentlichkeit für die Bedürsitissc der Fürsorge um unschuldig leidende Kinder und berechtigt zu der Hoffnung, daß auch die heutigen Wohltätigkcitsmarkeu, welche die Poswerivaltung mit 1. Mai in Umlauf gegeben hat, ihre Aufgabe einer wirksamen Hilfe für die Kinder erfüllen und daß sic zum Anlaß eines edlen Wettstreits der Bevölkerung in der Erzielung des bestmöglichsten finanziellen Erfolges werden. Die Wohltätigkeitspostmarken sind bis Ende August 1937 bei allen Postämtern, Postwert- zeichenb-rkaufsstellcn und bei den Briefträgern erhältlich. Man erhalt filr XL 100 Reichsmark.... .. 758.— Markmünzen..... .. 805.— 100 österreichische Schilling .. 531.50 100 rumänische Lei.. .. 16.35 100 polnische Zloty.. .. 546.50 100 ungarische Pengö.. .. 560.50 100 Schweizer Franken . 056.50 100 französische Francs. '.. 106.70 1 englisches Pfund.. 141.50 1 amerikanischer Dollar .. 28.60 100 italienische Lire. .'7.', 136.40 100 holländisch, Gulden. , 1577.— 100 jugoslawische Dinare ... 65.05 100 Belga».'... .. 48450 100 dänische Kronen,. .. 632.— 100 schwedische Kronen- .... 732— Seite ff Sozialdemokrat' Mittwold. 21. Juki 1937. Nr. 16- Die kleine Bohunka RaskeovL and Jikina Sejbalovt in„Fran Eva» Scheidung" Wir lasen innerhalb der Programm- zwei Priese, von Genossen vor, die in der internationalen Brigade kämpfen und,.begeistert von-ihren .Siegen.berichten. Wir-schlossen mit'der„Inter« nationale' und. wir sind überzeugt, daß alle Genossen, die bet: unserer Feier waren, denselben Willen wie wir haben, dem spanischen Bolle zu helfens SJ-Kreife Rtichenterg—Prag. Der Zauber der Montur. Hochstapler von heutzutage.haben. er nicht, so ganz einfach. Die Adelsprädikate, sind abgeschafst; wie hoch«in akademischer Grad, im Kur- steht, bewies unlängst ein Herr Dienstgeber, der sich vor dem Arbeitsgericht damit, brüstete, daß er für 509 K£ jederzeit einen Doktor für die untergeordnetsten Kanzleiarbeiten haben könne. Um als Finanzmagnat auftreten zu können, bedarf er immerhin einer Betriebskapitals, dar nicht jedem Hochstapler zur Verfügung steht. Bleibt, also der Zauber der Montur, von dem dec gelungene Herr Friedrich Z. ausgiebig und mit großer Hartnäckigkeit Gebrauch machte. Vor einigen Monaten, wurde dieser Mann, der als Offizier auftrat, obwohl er mit dem Militär zeitlebens nicht dar mindeste zu tun gehabt hatte, festgenommen, al- er sich allzu aufdringlich in der Uniform einer Drago- ncrleutnantS bewegte und in dieser Marke mehrere unisormsüchtige Mädchen.hereinzulegen wußte. Kaum aus der Strafhast entlasten, lief der Hochstapler beim Betreten eine- Kaffeehauses wieder einem-Detektiv in die Hände, der. ihn allzugut kannte und den schmucken Dragoneroffizier sofort sestnahm. Der Polizist bemerkte gleichzeitig, daß der„Leutnant" sich inzwischen selbst befördert hatte und inzwischen die Distinktion einer Oberleutnants trug. Nun sitzt der„Oberleutnant" neuerlich in Untersuchungshaft und erst die Untersuchiing wird ergeben, ob die-Uniform nur zur Eroberung weiblicher Herzen, oder auch zur Oesfnung der dazugehörigen Brieftaschen dienen sollte. Kleine Visite Im„Kulturamt** der SdP Unlängst fiel ein Mann von« Blonde und au» allen Wolken dazu. Also landete er senkrecht im „Kulturamt". Er gibt uns davon folgenden etwas naive», doch unbefangenen Bericht: Man kommt, genau wie im Irrenhaus, zuerst in die„Aufnahme". Dort stehen die„Kameraden" Schlange, zuweilen' pittoresk gekleidet, wie aus Defreggers sämtlichen Werken entsprungen. Warten oft stundenlang Umsbnsf. Worauf sie dann, die Faust in der Tasche, den Staub von den Sohlen schütteln und„abhauen". Nächsten Tag kommen sie vorläufig wieder. Wie lange noch? Auf wen warten sic? Zumeist auf Herr» Höller. Das ist ein nicht ganz fertiger Kunsthistoriker, der'Vorschläge- einerseits zu Gedichten, andererseits zur Budgetdebatte macht; weil er allen alles versprechen muß, mutz er angeblich auch alle» können. In der Händtlrbraiiche wie auch int Propa- gandaministcrium Weitz man, datz nicht jeder Tapezierer sich zum Schaufensterdekorateur eignet. Man hat die Notwendigkeit de» Irrationalen in der Kundenwerbung entdeckt, d. h. die Nottvendigkeit des Bruchs mit dem Klischee(man nennt das bekanntlich „Umbruch", abweichend vom Sprachgebrauch der Setzerei). Die jüngere Ns-Garnitur hat entdeckt, man brauche sich eigentlich um die Erfindung des Irrationalen und der„Umbruchs" keine grauen Haare wachsen zu lasse». Wozu innncrfort„Umbruch"? Gewöhnlicher„Bruch", wie man in Berlin sagt,— zu süddeutsch„Stutz"— tue er auch. Wenn man die Leute nur irrational behandelt, vergessen sic, datz nian ihnen nichts Irrationales sonst zu bieten hat, sondern die alten, mit dem 111. Jahrhundert der Liberalismus weitgehend glcichgeschalteten Klischees von 1870. Wenn einer nur tüchtig herumgeheht und gusgcbcutet wird, erkennt er die Edda in jedem Courths-Mahler-Roman. Er hat ja dann das hochgelobte Irrationale in sich und sieht es, mit solchem Trank im Leibe, überall, auch wo cs bestimmt nicht ist. Die jüngere NT-Garnitur und mit ihr das ewig im Herzen ein Student bleibende„Kulturamt" schritten also zu weitgehenden Abstriche.» und Nationalisierungen auch auf dem Gebiet der„Umbruchs". Ta also die„sudetendeutsche Freiheitsbewegung" und„verschworene Gemeinschaft" der SdP von der Ansicht ausgeht, Terrorisiere» und Korrumpieren sei bedeutend wichtiger als werben:— gilt hier der Torso eine» weiland Kunsthistorikers, Herr Höller, als ganzer Mann und hinreichend„geschulter" Propagandist. Tenn er kann ja tatsächlich alles, wär für die örtliche» bescheidenen Ansprüche an Ueberzeu- gungskrast erforderlich ist: Hacken klappen, brüllen, und unter dem Schutz des Zwickers die Augen rollen. Noch keiner kann sich rühmen, seine Augenbrauen in der bei Nichtsührern normalen Lage gesehen zu haben. Stets sind sie erhoben, staunend, gehetzt, ängstlich und geharnischt zugleich. Darin ist alte Fllhrertradition. Schon Schopenhauer bezeichnete bekanntlich diese Art des Augenaufschlags als eine» der wesentlichsten Adjustierungsstücke für jene„Bier- SoirtSphilosophe", die er unternahmen, den preußischen Polizeistaat der Vormärz zu verteidigen. Dar„Kulturamt" hat seinen Sitz im Olymp, nämlich im vierten Stock der Hybernskä 4, also in der für einen geistigen Ueberbau angemessenen Lage. Im ersten Stock ist die„Ausnahme", im zweiten die Finanz, im dritten die soziale Gerechtigkeit, vertreten durch dar„RcchtS"-!lmt. Was darüber geht,-ist eitel Lyrik. Dort liegt da» Zimmer 88, Propagandaabtei- lung, das Herz des„Kuliuramts", etwa in der Mitte der Ganges. Die erste Tür führt'zum„Arbeiter- Amt". Datz dort schon jemals ein Arbeiter gewesen sei, wird seit Menschcndcnken von den Aeltestcn der Hybcrniker bestritten. DaS Propagandanit besteht auS zwei Flügeln; der linke, Jng. Wenzel, stellt die Verbindung zur Zentrale in Eger her; der rechte, Höller, die Ver- b'mdung zu den unverstandenen Studenten und dem, was man sich im Dritten Reich unter einem Arbeiter vorstcllt. Dazwischen liegt der LimbuS Dantes, die Vor-Hölle, die zu Höller führt, worin die Unverstandenen und Unverständlichen auf die Nachwelt und zwo Minuten Abfertigung durch Höller harren. Ter Raum zeigt folgende Eigentümlichkeit: es gibt dort drei Schreibhilfskräfte, aber nur eine Schreibmaschine; weshalb die Kräfte zumeist irgendeine sinnende Tätigkeit markieren. Bemerkenswert ist, daß SdP-Jünglinge sich hier im Vorsaal des Kulturamts darüber unterhalten, wie man—„soldatisch" — am zweckentsprechendsten bei tschechoslowakischen Waffenübnngen tachinieren kann, Vermutlich deshalb wird man, endlich zu Höller vorgclassen, mit schallendem Hackenklappen empfangen. Und zu Hqupten hängt«in Mann mit Stahlhelm.' Darin erschöpft sich die„soldatische" Kuliur. Unsichtbar, doch um so fühlbarer, streicht der Geist Schwejks durch diese deutscheste aller Walhallen und Wartehalle». Verlanget Überall Volkszünder Solidaritätskundgebung für Spanien Im Freiheitslager der SJ, Prag. Das. SJ-Lager in Johannesberg berichtet: Am Jahrestag des Ausbruches des spqNi- schcn Bürgerkrieges veranstalteten die SJ-Kreise Reicheubcrg.und Prag.. eine Solidaritätskundgebung für die kämpfenden Genossen in Spanien. Wir hatten alle Genossen aus der Umgebung dazu cingeladen und sie kamen, um zu. hören, was wir über das kämpfende Spanien sagen wollten. Wir konnten den Genossen Patz vom Verbandsvorstand als Referenten begrüßen, die Stadtvertretung der Stadt Johannesberg mit dem Bürgermeister, Genossen Weiß, an der Spitze, unseren Prager Vertrauensmann, Genossen Kkeiiek, die NW Gablonz und selbstverständlich alle SJ-GrUppcn aus der Umgebung. Wir eröffneten unsere Feier mit. dem Lied „Brüder, zur Sonne". Dann begrüßte Genosse Löwidt aus Prag alle Gäste und Genosse. Pay sprach über die Kämpfe der spanischen Volksfront. Er drückte die Hossnung aller Sozialisten aus, daß unsere spanischen Genossen gemeinsam mit der internationalen Brigade in ihrem heldenhaften Kampfe siegen würden und daß der Sieg des roten Spaniens über den Faschismus der Anfang des Sturzes des Faschismus überhaupt sein würde. Nachher sprach Genosse Kkeäek. Er erinnerte nns daran, daß mit Solidaritätskundgebungen allein unsere Pflicht noch nicht getan ist und daß wir den Kämpfern in Spanien am besten helfen, wenn wir den Faschismus im eigenen Lande besiegen. Sommervffrgnügen Kunst luul Wisset!'. Ein KUnstler-Protest Professor K. Kascha! in Leiimeritz fordert in der„S. Z." jene sudetendeutschen Künstler und Künstlervereinigunge», welche die von ihn:.schon früher dargelegten Unzulänglichkeiten der Vorbereitungen einer vom„Bund der Deutschen", Abteilung für Volksbildung und Volkskultur, geplanten„Kunst, ausstellung 1087" in Karlsbad nicht billigen, zur Zusendung ihrer Adressen auf. Prof. Kaschak fordert Aufklärung der Oeffenllichkeit darüber, datz-in einem vom BdD vcrösscn lichten Rundschreiben über den Sinn und Zweck einer„Sudetendeutschen Ausstellung" Behauptungen aufgestellt wurden, die infolge ihrer inneren Widersprüche nicht unwiderlegt bleiben dürfen. Zunächst stellt Kaschak fest, daß der BdD zu Unrecht für sich in Anspruch nimmt, die„erste und einzige Stelle" zu sein, welche die Aufgabe erkannte und in Anspruch nahm, Verständnis.für die bildende Kunst im allgemeinen zu wecken und dadurch auch den einzelnen Künstlern Hilfe zu bringen. Durchaus berechtigt ist der Hinweis Kaschaks auf da» Wirken deutscher Künstlerverbände(Mehner-Bund, Scholle, Oktobergruppe, Kunstring,.Prager Sezession u. a.) seit'achtzehn Jahren. Kaschak wendet sich auch gegen die'Einsetzung eines eigenen^Fachausschusses" zur Auswahl der Künstler— in. diesem Ausschuß sei weder ein Maler, noch ein Graphiker, noch ein Bildhauer: Das Rundschreiben habe erklärt, die Nichteinladung von Künstlern beinhalte-kein künstlerisches Werturteil. Dagegen wird von Kaschak.betont, daß das Uebergehen von' Akademieprofessoren und ihr« besten Schüler, die als Künstler'bereits' anerkannt sind,' als„Werturteil" aufgefaßt werden muß. Auch gegen diese Abstempelung wendet sich Professor Kaschak. Er meint, die' sudetendeutsche- Künstlerschaft könne mit-Recht-fordern, datz die- Vorbereitungen für die Ausstellung, noch. nicht. als abge-' schloffen betrachtet werden und datz die Eröffnung der Ausstellung bis zum Herbste, verschoben werde. Ohne: un»i ein-Werturteil>anmaßen. zu wollen, weder eines über die.eingeladenen,-!'noch üh« die übergangepen Künstler,.- glauben' wir annehmen zu dürfen,-datz- die Karlsbad« Ausstellung freiwillig gleichgeschaltete K u n st zeigen, eine snd'etendcutsche Ergänzung- der Münchner Ausstellung werden soll und. datz deshalb Künstler— natürlich ohne eine Werturteil zu. fällen'•—. ausgeschlossen werden, die entweder nicht reinrassig genug sind .oder den Wald nicht so schön grün. und.den Himmel nicht so schön blau'malen,.wie der'deutsche Kunstdiktator eS befiehlt. Nein, man-fällt beileibe kein Weuturtcili Bloß: eS wird sich schon' herumsprechen, daß eigentlich der kein deutscher-Künstler ist, wer nicht vom Bund der Deutschen zur Ausstellung cingeladen wurde. Die Nichteingeladencn haben immerhin noch einen Trost:.sie dürfen-trotz dem-Fachausschuß der BdD noch imm« so schaffen, wie sie wollen. entartete Kunst ' In München wurden zwei'.Kunstausstellungen «öffnet: eine für die.Banausenlim„Haus der deutschen.Kunst") und eine.sllr die'Kunstfreunde und Kunstkenner. Die erste-wurde durch, eine fulminante Red« eines, hochgestellten Dilletantcn cingcwciht, die ändere, ohne große Propaganda unter- dem Namen „Ausstellung entarteter Kunst" eröffnet.. ' In der ersten findet jenes Publikum, das in.dec Kunst den Ausdruck.'sein« eigenen Oeldruckphanta- 'sien.'und-SonntagnachmittagSgefÜhlchen sucht, die reichhaltige Kollektiop von.Prodstkstn. der Wald- Uno Wiesen-, Partei-,! Hausmacher- und Kleiiikrämer- malerei. In der gktdcren sindfisr diejenigen,, die Ansprüche stellen'und' von der Kunst Schöpferisches verlange»,. Problemstellungen und-lösungen«Höffen, Auseinandersetzung mit Welt, Leben, Form und Geist fordern! die' Meister vereint.': i" l/f■• Ist der Ausstellung Uvei, der' Ausstellung-der „Entarteten", Wigsn-neben Franz Marcs, de» !m Krieg Gefallenen,.-wundervollem-„Türm der blauen Pferde" dst Wtrke jener; idse.nach dem Ende de». Krieger dem künstlerischen'. Lebest-Deutschlands neuen Aufschwung gäben. und Ruhm.erwarben. Da sstd R ol d.e, H edel, K i rch ste r, P e ch st e i n— wie haben uns einst ihre Färbest, die Förmproblcme, die sie züt Diskussion'stillen!'ihre- aufwühlende Abt, dieMnge von innen zu'sehen und zp zeigen,,.-' den Liigenschleier der Konvention, von: ihnen' zu reißen und, Ihre' Struktur bloßzulegen, erregt,'«griffest ge formt! Da sind Kokoschka, der da» Nervengeflecht der Menschen und Dinge malte, B eck* man n, der in großem Aufriß da» Leid, die Tragik, die Verlassenheit des Individuums und feine brennende Hilflosigkeit, zugleich äb« auch die Würde und Größe des leidenden Menschen darstellte, Otto. D i x, der unerhört packend und wahr den innersten Menschen malte und den Krieg nackt, in seiner ganzen entsetzlichen-Wahrheit und schrecklichen' Größe. Da find die Maler vom BauhauS: Kandinsky, Feininger, Klee, die, zugleich abstrakt und elementar, durchs die Entdinglichuyg, den Verzicht-aus individuelle Gestalt, mit dem' bloßen Mittel der reinen. Form,.dtr Farbe, der Berhältniffe an die Ur-Impulse in uns rührten, die Ur-Formen aller konkreten Dinge in un» wach-und lebendig werden ließen. Noch andere find da, zum. Beispiel die zeitweise überschätzte, trotzdem aber stark«,'inhaltsvolle, empfindungS-- und gefichtereiche Paula Moder« sohn-Becker und der klare, bewußte, so greifbar warm und lebensstark gestaltende Hofer. Daß George Grosz, der Enthüll« der seelischen Ver- korksthciten, Minderwertigkeiten und d« Stupiditäten, darunter ist, wundert«inen nicht: man kann es seinen Modellen nicht so übel nehmen, wenn sie sich dafür rächen, daß er sie porträtiert hat. Die Schau der„Enterbten" ist die Ausstellung jener Meister, denen die Knust eine Aufgabe, Künstlertum eine Sendung und. die Arbeit ein. Ringen mit sich selbst, sft. Die deutschen Kunstfreunde solltest den Ktt Zeit däs Reich beherrschenden Männern eine Dankadresse widmen für die— wenn auch nur'wor« übergehend«— Errichtung dieser Ehrenhalle' der deutschen Meist« und du deutschen Kunst' M. B. Fritz- Grünbaum und Karl FarkaS- setzen ab heute da» seinerzeit durch vier. Tage, ständig-völlig ansverkaufte, wegen bereits abgeschlossener Verträge abgebrochene Gastspiel mit„Gangster über-Wien" fort. DonNerswg,„Gangster über Wien". Freitag, ..Ali FarkaS und die.40 Grünbäume". Beginn. 8 Uhr, Preise stä 8,— bis KL 85.—. Vorverkauf: Bohemiafiliale(Deutsche» Hau», Tel. 24887) Metzler, Truhläk, Neper Deutsche» Theater. Da» Reue Deutsche Theater, filmt. Ende Juli beginnen die Aufnahmen zu dem-deutsch-tschechischen Film„Menschen unter den Bergen"„ den Ä. Wassermann.inszeniert. In der deutschen Version'spielt fast.dar ganze Ensemble der Prag« Deutschen Theaters. ES sind beschäftigt, die Damen: Wünsche, Lmdner, Bringolf und die Herren: Volker, Äfriisch, Trabäüer. Szurovy, Klippel. Zpord-8piet-MGecpskegs Arbeiter-Turn- und Sportunion' V Krol«(Fußball) r">:«!; Allen Bezirk»spiellestern:Uyd'Vueinrv«trHchrl zur OemttNi»-,.daß:Krhi»ssti«lleiter- Genosse ei' n e r'bereits seinen. Urlaub»angetteten hat suiiduffH bi-l 8. August;, außerhalb Aussig'»' befiydet: Drin, «ende Zstschriften sind daher an Genossen'Aosef S st i tz, Aussig, Kleische 18,: zu-richtest' welcher! i« Agenda des Kreis«»' bis dopthin üb«nominesthgt.s ,.'Die KrelSspielleitustß- iDavls-Cup1937'.' '> Amerika schlägt Deutschland 3:2. -Dienstag, wärdfss in' W imbledon di« reft! lichen Einzelspiele im Tavis-Cup ausgetragen. Im ersten Spiel siegst H c n k c I-Tcntschland über, den Amerikaner G r a-n t 7:5, 2:0, 0.-3, 6:4, woniiiidas Ergebiiis auf 2:8 gestellt wurde. Im- darauffolgenden entscheidende» 2 p i e l HvischeN BudgeH- v. Cramm siegle nach.hartem.Fjinssatzkamstsbtt Amerikaner 6:8, 5:7, 6:4. 6:2, 8:6, so datz nunni'ctzr Aip«ifa als Gesam'tsi/eger au» den, Jiiter- zon.en-Finale hcrvo.rgcht und ani Wochenende., auf «st-^Uphtttesdig« E n gl'and rrifst:'-'.fr Bezngsved n nun Bun: Bei Zustellung ins Hau» oder b« Bezug durch die Post monatlich K4 16.—,'viertelsShrlichKö 48.—. halbjährig XL SS- ganzjährigKü. 182.—.— Inserate w-rLen laüt- Tons billigst berechnet. Bel öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur-bei Einsendimg Per Reiourmarken.— Di« ZeitungSfransauir- wurde von der P--it. und Test».:: graphendirektion mst Erlaß Nr.18.8ÜÜlVlI/1SS0 bewilligt.—Druck-rei:.Orbj»". Drnck-, Vertag»- und Zeilunas-A.'-G. Prag.,.