Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Avbeiteryertel in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Anennhme de» Menta» tSglich früh/ 70 Heiler Redaktion u. Verwaltung: PragXII., Fochova62— Telephon 88077- Herausgeber: Siegfried Taut— Verantw. Redakteur i. V.: Zdenko Neuwlrth, Prag Aus dem Inhalt: Voller Strelk-Erfolg in der Porzellan-Industrie Ausstände und Lohnbewegungen Henlein-Terror nach dem Staaber Kreisfest Dorf in Not 17. Jahrgang Freitag, 23. Juli 1937 Nr. 171 Rudaug der Chinesen Die Japaner trotzdem unzufrieden Entspannung, aber keine Lösung . Di« chinesische Regierung hatte der japanischen di« beiderseitige Zurückziehung der Trup- pen aus den umstrittenen Gebieten vorgeschlagen. Darauf hat Japan nicht geantwortet. Die chinesische Regierung hat daraufhin stillschweigend ihre Zustimmung zu den Maßnahmen der lokalen(provinziellen) Behörden erteilt, die sich vor dem Anmarsch starker japanischer HeereS- -teile langsam»«rückziehen und die Provinz H o p e i f a k t i s ch d e n I a p a n e r n r ä u m e n, alS deren Strohmann vorläufig der Gouverneur von Tschachar die Berwaltung leitet. Tatsäch» lich kommandiere» die Organe der Kwantung-Armee. Nunmehr würde für Japan jeder Borwand für eine weitere kriegerische Aktton Wegfällen. Tatsächlich aber behaupte« die Japaner nun, daß die Chinesen die Räumung zu säumig durchführen oder sie berufen sich darauf, daß : China nur Zeit gewinne» wolle(was in einem wetteren Sinn« richtig sein dürfte)Jnsbeson.» ' der« scheint die von Tokio ja in vielen Fragen unabhängige Kwantung-Armee die Fortführung Per Feindseligkeiten zu betreiben: . So fft trotz einer gewissen Entspannung di« Gefahr eines Krieges noch keineswegs besek- tigt. Daß. man auch in Börsenkreisen mit einem Krieg«och rechnet, zeigt sich daran, daß die japanischen und englischen Schiffahrtsgesellschaften die Tarife für den Fernen Osten beträchtlich erhöhen, daß dieHandelskreise in den nordchinesischen Städten ihren: Angestellten empfehle», . sich zur Abreise iereitzuhalten und daß die japanischen wirtschaftlichen und militärifchen Rüstungen fortschreiten. . S ch a n g h a l.- Wie die japanische Preffe- agentur Domei meldet, bezeichnen die japanischen Militärbehörden in Schanghai den Abzug der chinesische« Truppenabteilungen aus Lukuttchia» als„eipe strategische Bewegung, um Zeit zu gewinnen", und erklären, daß di« 37. Division-der stS. Arntze«in Instrument dpr Nankinger Legierung ist. Di« Militärkreis« fügen Hinz», daß di« Entsendung großer Lerstärkungen der 30. und der 40. Ärmer unter dem Kommando der Generale Sunlirntschun und Kumpinsun nach Paotin, der Hauptstadt der Provinz Hopei, die»wischen den Generalen Hvjintschin'und Ümits« vom Jahre 1935 abgeschlossene Vereinbarung verletzt. Die. japanischen Militärkreise schließen daraus, daß das Verhalten der Nankinger Regierung de» Frieden im Fernen, Osten bedrohen könne.. L- n d o n. Die Lage im Fernen Osten gibt Anlaß-zu fortgesetzt«» Besorgnissen,.die auch in her diplomatische»:Fühlungnahme vom, Mittwoch deutlich zum Ausdruck kommen. W wird nunmehr bekannt, daß Außmministrr Ede» außer dem chinesischen auch den japanischen Botschafter empfangen hat und, die ganze Situatton auch anläßlich eines Besuches des französische» Botschafters'bei Ede» durchbesprochen wurde. Der britische Botschafter in-Nanking wurde am gleichen Tage vom chinesischen, Außenminister empfangen, und hatte mit- ihm eine lange, Unterredung. Der chinesische Botschafter in Tokio stattete, dem japanischen Außenminister eine« Besuch, ab. Uebrr den Inhalt dies««'Besprechungen ist vorläufig nur soviel- bekannt, daß Großbritannien Tokio und Nanking nachdrücklich darauf hingewiesrn hat, die^Differenzen beizulegen und au- einem lokale«. Konflikt nicht einen fernöstlichen Kpies entstehen zu lassen, dessen Ausmaße nicht abgesehen werden könnten. Zwischen. Paris und, London wurde beschloss«»» abermals mit de» Bereinigte« Staate« in Verbindung zu treten, ob ei» gemeinsamer Schritt dardrri Mächte im. Wer»«» Osten nicht,doch.ange» zelgt wäre. - Die'„TimeS".' schreiben, daß"eine beruhigende: Tatsache darin', zu erblicken sest daß der staiser- von Japan noch nicht umseineEinwilli- Stzss>»up Mobilisierung für eine»«, Feldzug gegen China ersucht worden sei. Die Lage habesichbr- reitS so verschlechtert,: daß e- nürmrhr dret-MSg- lichkeitrst gebe 1. Ein friedliche- Kompromiß durch chinesische ZtzgeftSydnisse::: 2. ein lokales politisches Abenteuer»der 3. wirklicher Krieg. Im japanischen Interesse läge, wie HaS Platt- meint, tini friedliche Lösung. Weder von-strategischen:noch vom politischen Gesichtspunkt:läßt sich'! augenblicklich rin Borteil in einer kriegerische» Berwicklun» sehen, Jqpan habe die Welt außer Fassung gebracht, weil es einen«erwgfügigen Zwischenfall, für den«S'selbst mitverantwortlich ist, zu einer injer- stationalen- Krise' aufgebauscht habe. 1 Der Text der chinesischen Nöte Die' chinesische Gesandtschaft, in Prag stellt den Blätter» folgende»,Hericht zur Verfügung:- Die chinesische ,. Gesandtschaft in Prag«chieft. den offiziellen Text der.Antwort der chinesischen Regierung auf die japaiiische Forderung, datz die chinesische''Regierung! ihre- Zustimmung za Brr-' Handlungen der, japanischen Rilstärksmmandanten mit den örtlichen Behörden in Nordchina«»»spreche und daß China'selbst' die Truppenvcrschiebungen einstelle. Der Text läutet: „In Wiederholung der Wunsches Chinas, nach einer friedlichen" Lösung und dessen Bestrebens, die Lage.nicht zu' erschweren,, verweist, der..chinesische Außenminister. Dr. Wan g darauf,.daß die stän dige Konzentrierung japanischer Truppen offensichtlich auf die Absicht Japans hinweist, von feinen Machtmitteln Gebrauch zu machen. Indem Dr. Wang daran erinnert, daß er dem Leiter der japanischen Botschaft in Nanking, Hitaka, am 12. Juli vorgeschlägen hat, daß beide Parteien die Truppenverschiebungen einstellen und ihre Truppen in die ursprünglichen Stellungen zurückberufen, spricht er dar Bedauern aus, daß die Antwort Japans auf diesen Vorschlag bisher nicht eingegangen ist. Dr. Wang schlägt vor, daß beide Parteien gemeinsam ein Datum festsehen, an dem beide Teile mit den Trappenverschiebungen aufhörcn und ihre Truppen in die vor dem Zwischenfall- innegehabten Standorte zurückberufen. Die chinesische Regierung ist bereit, sofort in Verhandlungen mit der japanischen Regierung' im üblichen diplomatischen Weg einzutreten- Jede Erledigung von Fragen örtlichen Charakters, die eine lokale Lösung gestatten, wird der chinesischen Nationalregierung zur Genehmigung vorgelegt werden. Kurz, die chinesische Regierung'ist bereit, alle friedlichen Mittel zur'Aufrechterhaltung de» Friedens in Ostasien zu erschöpfen. Deshalb sind für die chinesische Regierung alle Methoden, welche da» internationale Recht und die internationalen Verträge für die friedliche Lösung internattonaler Konflikte vorsehen, wie z. B. direkte Verhandlungen, Vermittlung, Arbitrage usw. in gleicher Weise annehmbar". Wie. bekannt, hat Japan die. chinesischen Vorschläge auf gleichzeitige Einstellung der' Truppeichewegungen und Rückberufung der Truppen in ihre vor dem Zwischenfall innc'gehabten Standorte'abgelehnt und mit dem Bombardement der Stadt Wanping geantwortet. Flucht aus Pdplns Washington. Außenminister Pull hat Le« fqnntgcgeben,-daß diea merikanis chen S t'a a t r b ü r g e r" in Peiping ausgefordert worden seien, sich für- eine Uebersiedlung in d i e B o t s ch a f,t bereit zu halten. Hulk erklärte- ferner, man stehe im Begriff, die amerikanische Botschaft von Peiping nach Nanking zu verlegen. Sorgenkind Gibraltar MTP(London) Da» britische Imperium befindet sich seit dem Ausgang des Weltkrieges in einer sehr absonderlichen Lage: es besitzt die Schlüssel zu den meisten Türen sowohl der Weltpolitik wie der Weltherrschaft, aber diese Türen, die es unmittelbar nach dem Kriege für seine Weltgeltung weit öffnen konnte, schlagen eine nach der anderen tvieder zu. Und es genügt nicht, den passenden Schlüssel für eine Tür zu besitzen — wichtiger ist der Zustand der Tür selbst. Eine der uneinnehmbarsten Positionen Englands schien seit Jahrhunderten der Felsen von Gibraltar. Diese, sandige Landzunge, an deren Südspitze sich der„Roe" erhebt, ist Schloß und Schlüssel zugleich für das Mittelmeer. Die Meerenge von Gibraltar, an der schmälsten Stelle kaum 14 Kilometer breit und nirgendwo tiefer als 59 Meter, eine wirkliche Schwelle vom Atlantik zum Mittelmeer, war von dieser einen Stelle aus bisher absolut unter Verschluß zu halten, obwohl der Felsen weder an der wirklichen Südspitze Spaniens liegt noch- an der engsten Stelle der Straße. Der spanische Bürgerkrieg hat eS mit sich gebracht, daß eben an dieser Stelle noch ein zweites Schloß angelegt wurde. Und dieser neue Verschluß ist wenigstens zur Zeit für England endgültig versperrt, die Schlüssel- liegen nicht einmal in den Händen des Generals Franco, der die Stelle beherrscht, sondern vielmehr in denen Italiens und Deutschlands. Die Engländer waren sich seit langem klar, welchen strategischen Wert C-uta besitzt. Der Haft» von C-uta ist-weitaus geeigneter, große Einheiten einer Kriegsflotte aufzunehmen' und mit Brennstoff zu versorgen, und schon allein aus diesem-Grunde hatte England schon lange vor Ausbruch des Bürgerkrieges mit den spanischen republikanischen Regierungen verhandelt, um sogar-Gibraltar gegen Cöuta einzutauschen. Der Aufstand des Generals Franco hat alle diese Hoffnungen völlig zunichte gemacht, ja, mehr als das, C-utaundAlgeeiras entwickeln sich zu gefährlichen Rivalen der englischen Festung. In der letzten Zeit kamen immer wieder Meldungen durch, daß die Franco-Regierung hier Befestigungen anlege, und in der letzten Woche hieß eS sogar, daß England-einen offiziellen Protestschritt wegen der Bestückung dieser Anlagen mit weittragenden großkalibrigen deutschen und italienischen Geschützen vorhabe. Dieses Vorhaben ist von englischer- Seite sofort dementiert worden, aber nun hat kein geringerer als Winston Churchill,, dessen Cassandra-Rufe immer häufiger werden, obwohl sie noch immer keinen Widerhall finden, auf die Größe der Gefahr aufmerksam gemacht. Der Kronzeuge, den Churchill anführtc, war niemand anders als sein eigener Sohu, und Ausrufe des Erstaunens wurden im Uiüerhause laut, als man dieses Detail vernahm. Der junge Churchill hat mit eigenen sachverständigen Augen die neuen Befestigungen und Geschütze gesehen. Sie können- 20 Kilometer weit treffen, und sie sind auf die Docks von Gibraltar gerichtet. Ihr Feuer ist jedenfalls ohne weiteres in der Lage, eine Sperrzone.um die Bucht von'AlgericaS zu errichten und'damit den Zutritt der.englischen Flotte dorthin zu unterbinden, Churchill hat'die gewiß richtige Ansicht geäußert, daß die Aufstellung-dieser Geschütze sich kaum aus den militärischen Not» , Wendigkeiten deS spanischen Bürgerkriege» erklärt. Denn- Franco beherrscht sowieso däS Meer, die Regierungsflotte ist viel zu schwach,-um einen Geeangriff gerade, hier zu wagen. Trotzdem er« klärte der Sprecher der Regierung, man solle nichts dramatisieren, und Franco habe nur das Seine'zum Schutz seiner Interessen getan. Diese ausweichende Antwort zeigt, daß England nach wie vor auch in'diesem gewiß sehr empfindlichen Punkte zu keiner irgendwie.entscheidenden Siel« lungnahmeentschlossen ist.. Was ist der wirklich« G r u n d dieser -U-n e n t s ch l osse n.h e"i t?- Entgegen, der landläufigen Meinung, daß Gibraltar auch heute noch eine uneinnehmbare Fest« ist, wissen die englischen Sachverständigen.schon lange, daß. rein militärisch gesehen, die Bedeutung von-Gibraltar nahezu gleich Null ist. England hat in seinen Rüstungen üngeheuer-viel versäumt; e» versucht jetzt, in Listen» phantastischen.-Tempo diese. Versäumnisse nachzuhoken. Aber wenn, man weiß, Gegenangriffe wieder gescheitert . Madrid. Die Kämpfe bei Madrid gingen Mittwoch früh mit ungeschwächtrr Heftigkeit fort. Durch die Eroberung neuer. Stellungen nördlich von Quijornä befänden sich die RegierungSabtri-' lungen in bloß-sechs Kilometer Entfernung von der Straße nach ESkorial,' die ste unter Feuer halten können. Die Regierungstruppen gehenden» Rahkampf auö. dein Wege.-Sie. verteidigen sich mit automatischen Waffen. Die Hauptaufgabe.in den Kämpfen hat die Artillerie. Die Änstuiterie der Aufständischen arbeitet eng. mit'der Flng» waffe zusammen, während, die' Regierungstrup» pen ausgiebig Tanks verwenden. Dir große.Hitze in de» TankS erlaubt es aber nicht,'daß-die Besatzung allzulange darinnen verweilt.. Mä d r ip. ,(HävaS.) Seit den ersten Morgenstunden deS DonnerStäg sind die Batterien der Aufständisch«» in intensiver Tätigkeit, welche' die republikanischen Positionen bei. Billa Rueva de la Canada, prunetr, Ouijerna und bet. Billa Franca del Castillos beschießen. Die Regierungstruppen hüben bisher jedoch ihre Gräben ast keiner Stelle verlassen.; Die RrgierüngSarttllerie- erwiderte das Politische Umgruppierung 1 in beiden Lagern Spaniens ■ Sowohl die spanische Regierung in Valencia als. auch das. Rebelleir-Komiteein Burgos find' iN-, der jüngstep^Zeit bemM,' in, Ihres», Machtbereich stabilere. politische'.Verhältnisse zu- schaffen- uph deutlich.ee erkennen. zu lassen, wi« sie sich die Zükunft des Landes vorstellen. Manco. -hgt, nach'dem stvch iWier''rätselhäften Abstutz des karlistischen Generals',Mola', zunächst' eint, -Reihe^ P.halangisten, also. Parteigänger der i eigentlich. saschistischen'Gruppe in seinem Läger- !psozessieren'und, MtlierW lassen..'Zur-' selben 'Zeit.widlirführ-das,.gteicheSchicksälder-'Grüppe i„Durptti".-'sAnärchist'enMM'R.egieriliigSiWr; !Kürzlich,W-..FMieo zum erstenmal. erklärt,' er . ivolle'deil Exkönig'Älfonso'^zÜrÜchtstfen», wobei- er, iihm,'bidF.u'nktioncinesdicPärteicn'„versöhnen-, 'dM^'iFried'tnSbrin'gerSi'zUwieSi'Rün-'wird.- ge-'i Feuer de-Feindes mit gleicher Intensität und Machte daS vorgehe» der Aufständisch«» unmöglich. Die RegierungSslieger bombardierten zeitlich früh'Militärobjekte in der Nähe von Raval Carnero.. Die.Aufständischen-Fliegtr warfen in Erwiderung dieses'Bombardement- Bomben über Cplmero uNd Biejon ab, welche beide» Orte jedoch hieinlich weit von der Front entfernt sind, ES wurden etwa 25 Opfer gezählt. Wetter bombardierten die Aufständischen-Flieger da- Dorf Ouintanar de la Orden,- Im nördlichen Teil der.Provinz Guadala- -jara versuchten die Aufständischen, die Regie» rnngsstellungen bei Almadrones und. Bal Formosa zu besetze», wurden aber durch. daS Feuer derRegierungsbatterien zurückgetrieben. " Auf der Mittelfront unternahmen die Re- gjerungSatteilungen.einen plötzlichen Angriffund überraschten den.Feind, der.seine Stellungen oh»e Kampf verließ. Auf der Front von Teruel befestigten die RegirrungStrüppen ihr« vorteilhaften Stell«»gen bei Guadalviar. tnWi,.'daß Franco mit' G i l R o b le S. verhandelt häbe, der'bei Beginn, der Revolte emi« gWrtl ist und.seither'.in Portugal lebt. RobleS 'soik, von. Franco'' eine, innerpolittsche und'- ein« außenpolitische,'für Oliveira Salazar. bestimmt« Mission erhalten haben. ES scheint, daß-' Franco versucht,-sich, stärker nach' der monarchistischen Seite-festzulegenünd die Kirche, die sich- ihm gegestübei: in den letzten Monaten kritisch verhalten hat, zu versöhnen.'.--.7 i '.'M"UmM.e'g'i'-e rlü'sW'I. S lag e r'hat man den Kampf gegen, die Anarchisten und-die POUM mit großer Mergi« aufgenomi»««.' Wie aus Barcelona gemeldet'wird.iuntcrsücheneigene' Köm-! miffsonest: strengste' dich- PeMrattd,' undi Morde).diel ist' der Zeit seit'dem Aufstand vor» gekommen-sind und stehen schärfsten'-' gegen die! Schuldigen vor. Zugleich'- wird auf- kulturellem Gtbißt gt'ne'n> gewisse Auswüchse'«inMchritten. Ist'der' Besetzüsstz wichtiger' Polizeistellcn sind Misse'Aenderungen!-'ei»»getret«n...---- Seite 2 Freitag, 23. Juli 1937 Nr. 171 daß seit 1928 die Fortlfikatimwn von Gibraltar in keiner Weise modernisiert worden sind, daß kein neuer Geschütz hier Aufstellung gefunden hat, und wenn man dazu die außerordentlichen Fortschritte gerade in den letzten zehn Jahren auf dem Gebiete der Artillerietechnik in Betracht zieht, so wird man dar resignierte Verhalten der Engländer zwar nicht entschuldigen, wohl aber verstehen. Gibraltar ist, namentlich im Zeitalter der Aviatik, im Ernstfall durchaus wertlos. ES ist keine Position, die zu halten wäre, es sei denn, mit ganz ungeheuren Opfern. Und gerade dazu ist ja England iinmer wieder nicht entschlossen. AnschluBversuche Danzigs? Warschau. Der„Goniee Warzawski" brächte die Meldung, daß das„Berliner Tageblatt" am 20. dS. eine Nachricht veröffentlicht habe, wonach die Reichsregierung dem neuen dänischen Konsul in Danzig, Detlev Schrader, das Exequatur erteilte.„Goniee Warzawski" gibt seiner Verwunderung über diese Meldung des„Berliner Tageblattes" Ausdruck, weil bekanntlich das Recht der Erteilung des Exequatur für ausländische ,Kyn- suln auf dem, Gebiete'ber'Freien Stadt Dätuig äuSschließlii^ dem'Präsidenten'Ur polnischen Republik zusteht, da auf Grund des Versailler Vertrages die Freie Stadt Danzig auf internationalem Boden von Polen repräsentiert wird. „Goniee Warzawski" verlangte vom polnischen Außenministerium die sofortige Aufklärung dieser Angelegenheit. Die halbamtliche Nachrichten- Agentur„Iskra" veröffentlichte daraufhin abends ein Kommunique, in welchem behauptet wird, daß die Nachricht des„Berliner Tageblattes" auf eine Entstellung zurückzuführen ist. Gleichzeitig konstatiert die ,Lskra", daß das Exequatur für den dänischen Konsul Schrader vom Präsidenten der polnischen Republik im Ein« Trotzdem manövriert sich,, ,England gerade mit,dicseni Verhalten in eine auch im politischen Sinne unhaltbare Stellung an'diesem Knotenpunkt der Geeinteressen der Großmächte hinein. Denn, die Frage wird ja erst akut-werden, Henn die endgültigen Regelungen nach' Abschluß'-; des' spanischen Bürgerkrieges zu treffen sein-werden, und die Kanonen von General Franco find,-auch wenn sie nicht losgehen, außerordentlich starke Trümpfe in dein Spiel der Mächte, an oeren Tisch England wenigstens im Augenblick es vorzieht, bei jedem irgendwie riskanten Spiel zu passen. vernehmen mit dem Danziger Senat schon am 28. April d. I. erteilt wurde. Adolf Hitler-Allee— Leidensweg Danzig. Ein bezeichnender Zwischenfall hat sich Mittwoch in dem Badeort Z o p p o tbei Danzig zugetragen. Der Stadtrat genehmigte mit den Stimmen der nationalsozialistischen Mehrheit die Ausnahme einer Anleihe, von vier Millionen ZlotyzürVerschönerungder'AdolfHItlee-Allee. Die Vertreter des katholischen Zentrums im Stadtrate stimmten gegen diesen Antrag und schlossen sich auch den Manifestationen der Nationalsozialisten nicht an, die sich erhoben und Heilrufe auf den Reichskanzler ausbrachten. ES entstand ein großer Lärm und die Zentrumsmitglieder verließen den Sitzungssaal. Der Bürgermeister schloß sie von drei Stadtrats- sitzungen aus, weil sie„es ablehnten, Hitler zü huldigen". Noch am gleichen Abend-wurde der dem Zentrum angehörende Stadtrat Liedtke verhaftet und in Sicherungshaft genommen. Die Danziger nationalsozialistische Presse richtet heftige Angriffe gegen das katholische Zentrum. Vorschläge Mussolinis an Hitler? Paris.(Agence Efpagne.) Geneviöve. Taboni» veröffentlicht-im>,Oeuvre'! einen Artikel über, die letzte» Vorschläge.Mussolinis an Hitlek Man erfährt,- daft-Mussolini an Hitler vor der Koäferenz in Berchtesgaden einen neue« LiquidationSplan für das'spanische Atenteuer überimttelt haben soll: Der Duce informierte dm Führte, daß er seine besten Gmeralstabsoffiziere nach Spanien geschickt habe,«m sich über die Hilfe zu informieren, die man Franc» dringen müsse, damit dieser vor dem Winter zu einem Siege über die Regierung komme. Mussolini erklärt, dass nach den Aussagen der italienischm Generalstabsoffiziere 13 Divisionen notwendig seien, um diesen Sieg herbeizuführm, daß er zehn Divisionen Franc» zur Verfügung stelle unter der Bedingung, daß Hitler die andrem fünf liefere. Dann folgt ein Plan der Teilung der Relchttimer des Bodens Spaniens. Die Eisen» und Bleiminen sollen D e u tsch» l a n d z u f a l l e n, die Quecksilber- minenvon Almaden aber Italiens das dadurch daS Monopol der Ouecksilberproduk- tion Europas erhalten würde. Mussolini beschließt seinen Bericht mit der Feststellung, daß dir Realisierung dieses kühnen PlanS durchaus möglich fei, da England zur Verhinderung dieses PlanS nichts tun wolle und Frankreich„nichts tun könne". Rach einer lebhafte» Diskussion gab Hitler dem Duce.die solgmde Anwort: Der Führer will sich in Spanim nicht weiter engagieren, da er Frankreich und England verschiedme Pläne habe präsentieren lassen und hauptsächlich, da er daS Resultat der Verhandlung über die französischenglischen Pläne im RichtinterventionSauSschuß abwarten wolle. Vom Hlchtlnterventions-Theater London. Der tote Punkt in der Aussprache der Mächte über den Nichtinterventionsplan Großbritanniens konnte bisher nicht überwunden werden. Wie in politischen Kreisen verlautet, besteht auch noch ein Alternativvorschlag Großbritanniens, der in der nächsten Sitzung des Ausschusses vorgelegt werden soll. Ueber seinen Inhalt ist bisher nichts bekannt geworden. Der Termin der nächsten Sitzung des Unterausschusses ist noch nicht festgesetzt worden, da Corbin und Grandi Mittwoch bei ihrer Zusammenkunft mit dem britischen Außenminister Eden neuerlich angaben, Informationen von ihren'Regierungen einholen zu wollen.— Am Freitag soll der technische Ausschuß zu einer Sitzung zusammentreten, der sich mit Detailfragen über die Durchführung der Kontrolle in den spanischen Häfen zu befassen haben wird. Auch soll bereits ein Vorschlag für die Abberufung., der Freiwilligen aus. Spanien vorliegen, Lessen Inhalt den Regierungen der zuständigen Mächte bereits vorgelegt wurde.' Einer, der Bescheid weiß P a r i S. Wie die Agentur Mitropretz meldet, hat der Gmcralsckretär der Komintern Dimitrow dm ehemalige« deutschen ReichStagsab- geordnetm W. Münzenierg einige Male aufgefordert nach MoSkau zu kommm. Münzenberg hat die Reise nach Sowjetrußlaud a b- g«lehnt. Wie„Daily Telegraph" meldet, sind unter der Anklage der Volksfeindschaft verhaftet worden: Der verantwortliche Redakteur des„Kommunist", deS offizielle« Parteiorgan» für die Ukraine,, und seine Mitarbeiter 81 ecke, Hirsche nb ein, Kaplan und Re«ad.ich. Als. Saboteure: Moro z,' Präsident der allrussischen Gewerkschaft der im Handel-beschäf- ttgten Arbeiter. Al» Feind de» Volke«: Glinka, Direktor der Kercher Metall-Werke.» Du Japanische Parlament regierungstreu Tokio.neistschäft", interessante Einzelheiten au- der SdP aus, zu deren pielen; Merkwürdigkeiten eben auch dieses Blatt gehört. Denn jeder zweite Aufsatz in dieser sonderbaren Zeitschrift stellt den nicht, völlig in alle SdP-Geheimnisse «mgeweihten Leser vor die Frage/ob es sich hier eigentlich um einen„Kämpfer" für oder gegen Henlein handelt. Aber das„gegen" scheint trotz aller Tarnungsversuche der vielfach Getarnten doch zu überwiegen. Denn nach der Ansicht des„Kämpfer" versteht der„kleine Mann" unter anderem nicht, „daß trotz der durch die ungeklärte GewerkschaftS- ‘ frage heraufbesHvorenen Unruhe in der SdP noch immer keine Entscheidung— Spitzenverband oder nicht— zustande kam, daß die Mitglieder der„Ramphold Gorenz" auf der Hauptversammlung des Bundes bei der Begrüßung Konrad Henleins mit verschränkten Armen ostentativ sitzen blieben, daß GewerlschaftSfekretäre, die von den Beiträgen der SdP-Arbeiter bezahlt werden, immer wieder Stellung gegen die SdP und ihre Führung nehmen, daß ausgerechnet der ErsatzSreservist Dr. Roland Shha dazu anSersehen sein soll, Leiter der BundeSschnlnngSarbeit zu werden." DaS sind ganz nette Sächelchen. Und ihre Mitteilung durch den„Kämpfer" scheint zu beweisen, daß sich unter den Partisanen Henleins sehr, sehr viele befinden, deren innere Partei- Loyalität etwa so zu werten ist wie die Gesamt- .loyalitä^ der SdP zur TschxchosloHattsHen R«j- .pumik/uMzur Demokxanet Ern&hrungsaktlon Bom Ministerium für soziale ■ Fürsorge wurden für die Ernährungsaktion in der Zeit vom 19. Juli bis 22. August zur Verfügung gestellt: Bezirk ErnährungS« Milchaktion aktion K£ Anweisungen!oir am 28. Juni meldeten, sie sei verhaftet worden, einer„trotz- li,'tischen" Falschmeldung aufgesessen.„Ich kann Ihnen versichern, daß ich, im Gegenteil, nie in einer, ruhigeren, sorgenloseren Atmosphäre gelebt habe tvie hier".— Wir freuen uns aufrichtig, einmal mitteilen zu können, daß jemand in Moskau nicht verhaftet wurde, und Ivir hoffen, daß wir diese Richtigstellung nie berichtigen müssen und Frau Hedda Zinner dauernd im Besitze jener kräftigen Nerven bleibt, die sie die Atmosphäre der Massenverhaftungen und Mas- senerschießungen als ruhig empfinde» lassen. „Wuchs, Haltung" und besonders-— Schnauze! Aus einem Bericht der„Frankfurter Zig." iiber Francos Armee:„Daß aus Italien Freiwillige in größerer Zahl nach Spanien ge- konnnen sind, ist in der italienischen Presse sogar mit besonderem Nachdruck versichert toordeu. Auch italienische Flieger haben sich zur Verfügung gestellt, und zwar sehr gute Flieger. Die Zahl der deutschen Freiwilligen ist in der Auslandspreise auf eine geradezu- groteske Weise übertrieben worden. ES sind nicht viele, doch fallen sie durch Wuchs, Haltung und Leistung auf. Die Vorstellung, daß es viele seien, kommt wohl nicht zuletzt daher, daß sich überall,>oo sie eingrifsen, alsbald ein guter Erfolg eingestellt hat." Schtverer Justizirrtum. Eine wahrhaft erschütternde Tatsache offenbart sich in der kurzen Nachricht, daß der 1934 wegen schwerer Brandstiftung verurteilte Landwirt Georg GoIiäs nach vier Im'Gefängnis verbrachten Jahren auf freien Fuß gesetzt wurde, weil sich inzwischen seine Unschuld herausgestellt hat. Er wurde schuldig erkannt, auf das Zeugnis des MüllersKarl Benedikt, der ihn vor dem Schwurgericht in Rinwskä Sobota(Slowakei) als Hauptzeuge beschuldigt hatte, daß er—• Golias— die Stall- tvand eines dein Landwirt Andreas Toinasik gehörigen Gehöftes mit Petroleum begaffen und dann angezündet habe. Alle Unschuldsbeteuerungen des damalige«» Angeklagten blieben erfolglos, desgleichen auch seine Versuche, eine Wiederaufnahme des Verfahrens herbeizuführen. Der in Frage stehende Brand gestaltete sich zu einer furchtbaren Katastrophe, die an fünfzig Häuser einäscherte. Es ist der Gendarmerie zu danken, daß sie trotz der offiziellen Erledigung dieser Sache, die auch von dem Obersten Gericht sanktioniert worden war, verschiedene Spuren im Auge behielt, die schließlich zu einer neue»» Untersuchung führten. Diese hatte das Ergebnis, daß die Unschuld des Ver»»rteilten nachgewiesen wurde. Der Kronzeuge Karl Benedikt wurde der falsch en Zeugenaussage überwte- sen und in Haft genommen. Der falsche Zeuge wird demnächst abgeurteilt tverden, der verurteilte Georg GoliäS wurde auf freien Fuß gesetzt. Er hat.unschuldig vier Jahre, seines Lebens hinter Kerkerniauerir'zugebracht. Schlangenplage belastet die Gömeindefinan- zen. Die abnormale Witterung des heurigen Jahres hat zu einer ungewöhnlichen Bermeh- r u n g d er Kreuzottern geführt, die in manchen Bezirken zu eiiier!v ä h r c n Landplage wurden. Besonders heimgesucht wurden nebst verschiedenen Bezirken des Böhmisch-Mährischen Hügellandes vereinzelte Bezirke'Nordböh- mrns. Besonders betroffene Gemeinden sahen sich genötigt, Prämie»«. für die Tötung' vön Kreuzottern auszuschreiben. Die.Prämien bewegten sich zwischen AL 1.80 bis 2.79(soweit bekanntgegeben) für eine getötete Schlange. Diese absonderliche Berdienstmöglichkeit hat dazu geführt, daß in den betroffenen Bezirke»» der Voranschlag drei- bis vierfach überschritten werden mußte. In Boreslau. im Böhmischen Mittelgebirge sollen bisher an 399 Kreuzotter»> eingeliefert worden sein. Absturz in de» Karpathen.. Aus Zakopane wird gemeldet: Donnerstag um 19 Uhr vormittags verständigten einige polnische Touristen, welche auf der tschechoslowakische»» Seite der Tatra eine Bergtour unternahmen, die Berg- Rettungsgesellschaft- in- Zakopane, daß sie unterwegs den Absturz-eines einsamen Touristen-von dem Risy aus der Ferne beobachtet haben. Die sofort aus,Zakopane entsandte Reitungsexpedi- tion sand am ÜnsallSort die Leiche des in den Abgrund gestürzten' tschechoslowakischen Staatsbürgers Dr. Otakar V i t ck k, Staatsanwaltes aus Bratislava, auf. Dr. Vitäk hatte sich auf der Tour von dem Risy nach Czarny Staw verirrt und war von einem verschneiten Sieg in eisten 369 Meter tiefe» Abgrund gestürzt. Die Leiche des Verunglückten wurde nach dem Meerauge und sodann nach Zakopane übergeführt.; Der Amtsschimmel wiehert. Vor einiger Zeit wurde die 81jährige Elisabeth Peresteny vor dem Kaschauer Schwurgericht-zu lebenslänglichem Kerker verurteilt. Im-Zuge des Verfahrens stellte sich heraus, daß sie in der Garderobe des Kaschauer Bahnhofes einen Korb eingestellt hatte,' um dessen Herausgabe sich die Staatsanwaltschaft bemühte. Die Amtsstellen der Eisenbahn lehnten dieses Ansuchen entschieden ab, da für den hinterlegten Korb noch die Garderobegebühr zu erlegen.sei, die zu entrichte»» sich wiederum das Justizärär beharrlich weigert. Wie mit dem Eigentum der lebenslänglich verurteilten Frau zu verfahre»» sei, bildet gegenwärtig den. Gegenstand eines lebhaften Mei- nungSaustansches'zwischen den beteiligten Stellen. Bis heute, ist diese hochnotpeinliche Streitfrage' nicht' entschieden, die noch dadurch kompliziert wird, daß mit jedem' weiteren Tage der Aufbewahrung dieses ominösen Gepäckstückes die Förderungen der Bahnbehörden sich ün» eine Krone Aufbewährungsgebühr vermehren, deren Bezahlung, wie erwähnt vom Justizärar grundsätzlich verweigert wird. Welcher der beiden Amtsschimmel das Rennen gewinne» wird, steht derzeit' noch'dahin. . Eine Fahne wird gehisst! In Deutschland gibt es Menschen, die den Mut und die Geschicklichkeit. besitzen, angesichts des Todes wenn, nicht durch Mfall. so durch Bluturteil auf einen» schwerbesteigbaren Kamin eine-Fr'eiheitSslagge aufzupflanzen. Wie anders sind die llnistände, unter'denen.'sich.ein..'derartiges akrobatisches Kunststück ist». freiheitlichen D ä n e ist a r l abspielt,. wenngleich auch hier eine Demonstration beabsichtigt ist. Bor wenigen Tagen entschloß sich der-(von Kindheit an- etwas-verkrüppelte)! Artist ESb'ern Andersen,- auf dem höchsten Punkt des Kopenhagener' Rathansturmes, über der malerischen. Kuppel und dem Wetterhahn eiste Fahne mit dpi» Worten„Freiheit, Arbeit, Broti" anz'u- bringei». Andersen, trotz seiner großen. Fertigkeiten seit langer Zeit arbeitslos,, wollte auf diese Weise für sich, aber auch für die müßiggehenden Kollegen Beschäftigung, fordern.. Um zlvei Uhr nachts fuhr er mit.seinem Rad in die Stadt, erkletterte eine ziemliche Höhe. Da vernahm' er das Hupen eines Rettungsautos und glaubte,.man wolle ihm zu Hilfe kommen. Das war ein Irrtum; er setzte seine Partie fort,, schlief aber dort obei» ein.und erstachte erst um 6 Uhr. Nun befestigte er' die Fahne, wobei er allerdings von einer großen Menschenmenge beobachtet und mit reichem Beifall bedacht wurde, der sich noch steigerte, als er bewunderungswürdiges AuSharren im waagrechten geraden Anklammern an die Turmspitze vorsührte. Er hatte vor, noch lange zu bleiben, als vier Rathausbeamte aus ziemlicher Tiefe'erst mit freundlichen Drohungen, die aber mit dem Hinweis auf ihre Unwirksamkeit abgetan wurden, dam» mit der Ei»»ladung zu Bier und belegten Brötchen seinen Abstieg durchsetzten. —- Der Berichterstatter des„S'oeialdemokraten" besuchte den Mutigen in seiner Wohnung, wo er mit. Frau und Kind bei Tische saß und— gerade eine»» Vertrag mit.denr>grö.hten dänischen Zirkus müprschriev. Andersen erhärte:„Ich wollte für keine bestimmte Partei-werben, sondern nur auf die Lage der unbeschäftigten Artisten aufmerksam machen, di« zwar-dank unserem sozialen Gesetzgebung vor dem Elend, aber nicht vor-dem Müßiggang geschützt sind. Mein persönlicher Erfolg ist daher nur ein Teilerfolg meiner Fahnenhissung. Ich gebe zu, daß die freundschaftliche Einladung der Rathausbeamten meine Ent- schloffenheit zum AuSharren, auf dem Turm ent- waffnet hat." Der Wackere fand sogar noch am selben Tage eigen Nacheiferer, der freilich bald ernüchtert wieder umkehrte.. Auch ihm ist nichts Schlimmeres ass. eine Verwarnung de«! Sicherheitspolizei zuteil gestorben.(—bn—);. In den Alpen atgestürzt..Der Wirt- der Meiler-Schutzhlltte auf dem Wetterstein- in- den Tiroler-Alpen Anton Reindl» stürzte, als er zwei Bergsteigern auf deren Signale- hin zu Hilfe eilte,-199.Meter tief ab und- erschlug sich: Auf dem Wachsenstein im Grenzgebiet zwischen Tirol und Bayern'-stürzten zwei- junge Münchner Karl Tschupplk gestorben . Donnerslag um 14 Uhr starb in Wien der bekannte Schriftsteller und Journalist Karl Tschupplk im Alter von 69 Jahren. Tschuppik wurde am 26, Juli 1877 in Melnik geboren. Er-studierte an den technischen Hochschulen sn Prag und Zürich und wandte sich der Journalistik zu. Vom Jahre 1899 bis 1917 gehörte er der Redaktion des„P r asser Ta g b la t t" an, vom Jahre 1919 bis 1917 als dessen Ehefredakteur. Vom Jahre 1918 bis 1926 lebte er in Wien und war u. a. beim„Neuen Wiener Tagblatt", beim:„Neuen Tag" und al» Chefredakteur der„S t u n d- e", tätig. Von 1927 bis 1933 spielte sich seine Haupttätigkeit in der Zeitschrift-„Das Tagebuch" in Berlin ab., Seit 1988 hatte er seinen Wohnsitz wiederum in.Wieg,, wo er u.-a. bei der„Sonn- und Montagszeitung"-journalistisch arbeitete. *.■ Tschuppik war ein glänzender Journalist• von unbezähmbaren» Temperament und sprühendem Witz. Er liebte es, stark aufzutragen' und'.derbe Phrasen zu gebrauchen, verstand' es aber iruch, wenn,e» darauf ankam, mit dem Florett, zu hechten.ustdrdie Worse sorgfältjg zu. yiägqu. In', den' letzten zehn Jahren'.veröffentlichte.Tschuppik'.eine'- Reihe von B i ö.g'.r a p h i en' und- zttsttzt eine».Rüman,,',Ein Sohn, aus gutem Hause", Die besten-'seiner Biographien' sind wohl'seine Bpcher über dje K ais e- r i n’S l i.s a b et.h ,undüber'W a r i a-T-h e- r es ia. Eiste Biographie'F r äst z Jos eph S„ die er vetfaßt.hat, ist sehr, aMüsayt geschrieben!, aber doch ein.wenig zu anekdotisch,. um dem. Stoff. völlig Touristen, Hermann Angele-und Ludwig Haindl ab, wobei sie den Tod fanden. Die Ezploston des„Hindenturg", In einem Bericht des USA.-Handelsministeriums heißt es, daß die Ursache der Katastrophe des Luftschiffes «Hindenburg" wahrscheinlich ein Funke statisches Elektrizität war, der die Wafferstoff-Lüft- Mischung entzündete. In dem Bericht wird hin» zugefügt, daß demnach der Saboiageverdacht durch nichts begründet ist. Brandstifter. In der Gemeinde Heghtö bei Oedenburg brach ein Brand au», der 18 Gehöfts vernichtete. Das Feuer war gelegt und die Brandstifter hatten ihre Tat vorher In an einige Einwohner gerichteten Schreiben und an den Häusern auSgöhängten Plakaten angekündigt. Vorbereitungen tschechoslowakischer Segelflieger zum Flugwettbewerb. Die Masarykflugliga veranstaltet vom 28. Juli bi» 8. August den 4. Ganzstaatlichen Segelflugwettbewerb auf dem Strankk bei Sohle(Bezirk Neutitschein), an denen zwölf Segelflieger au» den Prager Ortsgruppen dey Masarykflugliga teilnehmen. Der.Präsident der Republik hat außer einem Wanderprei»-eine goldene Uhr mit graviertem Namenszug für den Sieger des 4. Wettbewerbe» gestiftet. Ein Sonderschalter des Postamtes Schrecken-, stein I wird am 17. Oktober 1937 die aufgegebenen Brleffendungen mit einem violetten Gelegenheitspoststempel und täglichen Poststempel mit der Legende„Stkekov ck— Schreckenstein I— Bhstava poStovnkch znämek— Briefmarkenausstellung" versehen. Fahrpreisermässigung nach Reichender« zur Messe. 18. bi» 22. Äugust 1987— Sonntag bi» inklusive Sonntag. Wie allsährlich wurden auch Heuer der Reichenberger Messe feiten» der inländischen Regierungsbehörden, sowie auch fast aller, au»-, ländischen Regierungen, in Anerkennung der volkswirtschaftlichen Wichtigkeit der Messe, für Aussteller, Einkäufer und Besucher der 18. Reichenberger Mustermesse, gegen Borwei».der Meffelegittmation, Begünstigungen gewährt. Auf den tschechoslowakischen Staatsbahnen 83 Prozent. Für Ausländer von einer Grenzstation oder au» einem ischechoslo» wakischen Badeort bei einer Fahrstrecke über 199 Kilometer 69 Prozent. Nähere Auskünfte erteilt däs Messeamt Reichenberg. Wochenende schön. Innerhalb kühlerer ozeanischer Luft, welche Herste vom Weste»» her über unsere Gegenden vorgedrungen ist, traten in den böhmischen Ländern zahlreiche Schauer und Gewitter auf. l Unter dem Einfluß höheren Drucke» dürste sich die Witterung wibber bald beruhigen. Wahrscheinliches Wetter heute: Unbeständig, in den böhmischen Läudern jedoch wieder verringerte Regenneigung, mäßig warm. Im Karpathengebiet Gewitter oder Schauer, etwa» kühler. Vorwiegend westlicher Wind. Wetteraussichten s. ü'r morgen: Erneut besseres Wetter und wärmer« Vom Rundfunk CapMilMswartM au* dan Programmen» SamStag r Prag, Sender 1:19.96: Deutsche Presse, 19.15: Deutsche-Sendung: Für die Frau, 19.89: Popul. Schallplattenkonzert, 11.95: Salonorchester. 12.19 t- Operettenmusik: Offenbach, Joh. Strauß, 18.49: Opernarien, 14.49: GefangSkonzert der Prager Lehrer auf Schallplasten, 16.99: Uebertragung au» Bay-- reuth: Wagner: Lohengrin, 17.16: Schallplatte»,- 17.66: Deutsche Sendung: Sportvorschau, 18.99; Funkwochenschau, 18.19: Tief drin im Böhmerwold, Bilder au» dem Leben eines Gla»macher», 18.45; Deutsche Presse, 18.55: Deutsche Aktualitäten, 21,25: Bunte» Konzert.— Prag, Sender II: 15.19 Deutsche Sendung: Freut Euch auf» Weekend, fröhliche Musik, 19.59: Deutsche Presse.— Brünn 18.46: Opernarien, 17.49: Deutsche Sendung: Spaziergang durch den Zoologischen Garten.— Prehburg: 19.85: Populär. Schallplattenkonzert, 19.16: Tanzmusik.--- Kafchau: 12.86: Rundfunkorchesterkonzert.— Möhr. Ostrau: 18.99: Zitherkouzert. gerecht zu werden. Endlich hat Tschuppik eine Biographie Ludendorff» geschrieben, in der et- diesen al» den Typhu» de»„Fachmann»" kennzeichnet, der dem Gesamtproblem de» Kriege» nicht gewachsen gewesen sei— eine sehr treffende, auch soziologisch tiefgründige Erklärung.— Karl Tschuppik- ging auf in der Welt de» alten Oesstrreich, er gehörte, obwohl er bei Kriegsende ja die Vierzig kaum- Überschritten hatte, ganz in die versunkene Sphäre de» franeirko-josephinischen Wien, dem nächzutrauern er nicht müde wurde. In zahllosen Anekdoten, Ge-- schichten und Reminiszenzen wußte er diese eigen»' artige, ja einzigarttge Welt zu zeichnen»md lebendig- zu machen. Auch in seiner Gesinnung gehörte Tschuppik, obwohl er immer in liberalen Ä»ch linken Blättern schrieb, eher auf die katholisch-konservative: Rechte und e» war fein besonderer Kummer, daß er nie in die Lage kam, ein große» konservative» Blatt' zu leiten. Seine-Tätigkeit in dem berüchtigten Blatt de» Imre Bekeffy, der Wiener ,/Stunde", hat er /selbst al» schmachvoll und als eine Art tragischen-Fluch einpfunden, dem zu begegnen er äl» typischer.passiver Oesstrrticher nicht die innere Kraft fand. Zuletzt stand Tschuppik den Legitimisten nahe, da» heißt, er selbst nannte sich mit'Borliebe einen„Royalisten". Gegen'den Nazismus hat er, wann»md-wo er nur konnte, mtt der ganzen Leidenschaft eine» Manne» gekäinpst, dem RationalirmuS, Pübelhaftigkeit und bornierte Dummheit, dem vor allem auch, da» Preußentum.in' der tief-st-e'-n Seele zuwider, waren. Mtt Tschuppik verliert da» literarische Wien— dem. er trich/ seister deutsch-böhmischen Ahkuyft zugehörst— wieder eine seiner- intereffänststen Gestallen. «r. 171 Freitag, SS. Juli 1937 Seite 5 Fünfzig Jatzre Esperanto. Die Welt der Esperantisten, die namentlich in den Jahren nach dem.Weltkriege immer größer, geworden ist, und dereNMjährliche Kongress« vom Fortschrciten des Eslwrcwto-GedaNkenS Zeugnis ablegen, bereitet fich'zur Feier des 80jährigen Jubiläums der Weltsprache vor..Denn die erste Grammatik, daS erste Lesebuch und das erste Wörterbuch des Esperanto sind von dem Schöpfer. der Sprache, Dr. Zamenhof, im Jahre 1887 veröffentlicht worden. Zamenhof war selbst erstaunt, wie groß das Interesse für seine Bücher damals war. Bereits Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts wurde er auf dem ersten Kongreß in Boulogne mit Ehren empfangen, die sonst nur einem Staatsoberhaupt zuteil werden. Kurz danach wurde er vom Lord Mayor von London ebenso gefeiert, und nach dem Kriege war die Idee einer alle Böller verbindenden Sprache Allgemeingut geworden. Aber trotz des großen Erfolges blieb cS leider eben nur. bei der Idee, und auch Zamenhof, der gewiß das Seine zur Berwirllichung des Weltfriedens getan hat, war nicht in der Lage, diesen zu sichern, Marlene Dietrich'.tritt ab.(mb) Marlene Dietrich, die sich zur Zeit in Europa aufhäli, hat während, ihres kurzen Besuches in Paris den Reportern erllärt,. das. Gerücht, sie höre auf zu filmen, fei richtig.„Selbstverständlich höre ich auf zu arbeiten. Ich möchte noch ein wenig wirflicheS Leben sehen, bevor ich sterbe", sagte sie.„Die Karriere eines Filmstars muß notwendigerweise kurz sein.' Eie kann nur solange dauern wie unsere Jugend; und die Jugend vergeht auf der Leimvand rascher als auf der richtigen Bühne. Aus, der Bühne kann man dem Publikum etwas vormachen, auf der Leinwand nicht. Ich werde aufhören zu arbeiten, solange ich noch auf der Höhe'bin. ES gibt nur einen Menschen in der Welt, der seine Frische und seinen Glanz lebenslang bewahren kann. Das ist G r« t a Garbo. Sie" hat«ine magische Eigenschaft, die selbst schlechte Filme überwindet— und sogar das Alter." Marlene Dietrich wird im Herbst nach Hollywood zurückkehren, um zum letzten Mal zu spielen im Film:„French without tearS"(Der tränenlose French).— Marlene Dietrichs Entschluß, ünd seine Begründung zeigen, daß ihr Hollywood den Sinn für wesentlichere Lebensinhalte, als es Ruhm und Erfolg find, nicht geraubt hat. Kamera mit Trauerfchleife. Kaum ist gemeldet worden, daß die Suche nach Amelia Earhart als ergebnislos ausgegeben wurde, und schon soll ihr Heldenleben verfilmt werden. Angeblich soll ihr Gatte selbst Jesse Lasky gebeten haben, der tragisch' verunglückten ein filmisches Denkmal zu setzen. Wie in den Filmkreisen bekannt wird» hat die Metro Goldwyn Waycr die Absicht, die. Roste, von Amelia Earhart Catherine Hepburn anzuvertrauen, die tatsächlich eine große Ähnlichkeit mit der Fliegerin-Hat. Außerdem hat sie auch wirkliche Beziehungen Hur Aviatik, denn* sie ist mit einem der besten amerikanischen Flieger verheiratet. Beim Bckanntwerden dieses Planes, der, wie gesagt,, die Zustimmung des Mannes von Amelia Earhart unter der Voraussetzung erlangt haben soll; daß das Szenario sich streng an die wirkliche Biographie halten soll» hat sich aber auch die Warner BrothorS Gesellschaft zum Wort gemeldet und angekündigt, daß auch sie einen Amelia Earhart-Film mit Bette Davis in der Hauptrolle herauSbringen wird. Die Universität Barcelona bietet Ar bei« 1 e r n. die Möglichkeit, die Vorlesungen an der Universität zu besuchen. Dieser Lage begannen die Inskriptionen für das Sommersemester. Die Zahl' der inskribierten ArbeUer hat bereits 200 Überschritten. Der Eröffnung des Kurses für die Arbeiter wohnte das gesamte Professorenkollegium unter dem Vorsitz Dr. Bosch-GimperaS, des Rektors der Universität, und des katalanischen Justizministers- bei. Di« Bifitenkarte auf de« Rücken. Dieser Tage ist in Budapest ein gutgekleideter Mann angekommen, der auf seinem Rücken in zehn Weltsprachen ein Plakat trug:„Ich heiße Hender Shkerul, stamme au» Tirana, sprech« nur albanisch und bitt«, mir keine Schwierigkeiten zu machen." Selbstverständlich kann sich der Fremdling nicht bewegen, lchne daß ihm Dutzende von Reugierigen folgen. Schließlich wurde «r wegen. Erregung öffentlichen Aergernistei verhaftet. Auf der Polizei wurde er durch einen Dolmetscher vernommen. Hender Shkerul bat, ihm da» Plakat auf dem Rücken zu lassen, damit er nicht verloren gehe,. Die Polizei billigte ihm endlich.auch da» Recht de» Tragen» dieser seltsamen Visitenkarte zu. Shkerul beabsichtigt, noch. Oesterreich, Deutschland, Belgien und Frankreich' zu durchgueren,. bevor er wieder in seine- albanische Heimat- zurückkehrt, Man erhMIt für KB 100 REmark ,.\. 750.— 1 Markmünzen..... 805.— 100 österreichische Schwing.. 531.50 100 rnmänische Lei.... 16.50 100 polnische Zloty..•.■ 545.50 100»iltzarische Pengö... 566.50 100 Schweizer Franke«-... 1 656.50 100 französische Franc»... 106.57 1 enMche» Pfund..... 141,50 1 amerikanischer Dollar... 28.60 100 italienische«re. /... 184.40 100»olliiWsche Mulde».X..1570.— 100 jugoslawische Dinare.. 64.30 100«tfg«»... 484.— 100 dänische Krone»...,„.,.639.—. 100 schwedische Kronen... 735-—. / vie polmrcne^kdeitencnsn in vevegung Ovnvralstrellr der Lodzer' Textilarbeiter n&hergerilckt— Die Metallarbeiter verlangen Arbeitszeitverkürzung Die Gefahr des Ausbruches eines Niesen«. sireikSim Lodzer Textilgebiet, her sich gegebenen», falls auf etwa 140.000 Textilarbeiter erstrecken würde, ist akut geworden, da Mittwoch die zwischen den Vertretern der Textikarbeiwrorgani« sationen und den Industriellen seit längerer Zeit geführten Verhandlungen definitiv gescheitert sind. Die Textilindustriellen lehnen die Forderung der Arbeiterschaft nach einer 20prozentigen Lohnerhöhung entschieden ab. Der Fürsorgeminister hat auf Grund des vor kurzem im Parlament angenommenen Gesetzes«ine staatliche Schiedskommission eingesetzt, welche in dem Lohnkonflikt ihre Entscheidung treffen wird. Bon der Annahme, 1 bzw. Ablehnung dieser Entscheidung hängt der eventuelle Ausbruch des Streikes ab. Die polnischen Hüttenarbeiterorganisationen dichteten an die Hüttenindustriellen die Forderung nach einer Kürzung der Arbeitszeit in den Eisenbund Metallhütten, welche gegenwärtig durchschnittlich zwölf Stunden täglich ausmacht, auf acht Stunden pro Tag. Die gleiche Forderung Wurde auch von der Arbeiterschaft in den Kokereien und den chemischen Werken gestellt. Die Hüttenindustriellen haben erllärt, daß sie ihren Beschluß betreffend eine eventuell« Kürzung der Arbeitszeit in der Hüttenindustrie erst nach der definitiven Regelung der Angelegenheit der Ar- bestszeitkürzung im polnischen Kohlenberghau fassen werden. Die weiteren Verhandlungen in dieser Angelegenheit wurden für einige Wochen verschoben,* Die Fertlgwarenausführ Mit der Wiederausdehnung des tschechoslü- wakischen Außenhandels, die in den letzten Jahren zu verzeichnen ist, ist eine günstige Entwicklung der FertigivarenauSfuhr verbunden. Bei der Bedeutung, die dem Export von Fertigwaren für. die tschechoflowakische Wirtschaft, insbesondere aber für die im sudetendeutschen Gebiet ansässige Industrie zukonunt, muß diese Erscheinung als besonders erfreulich festgestellt werden. Ergibt sich doch auch gleichzeitig eine Erhöhung des Anteils des Fertigwarenexports an der tschechoflowakische» Gesämtausfuhr. Seit 1020 nahm die Ausfuhr von Fertigwaren dies« Entwicklung: Fertigwarenausfuhr in Millionen in Proz. der Kronen Gesamtausfuhr 1929 14.667 71,5 1980 12.904 73,8 1981. 9.929 75.5 1982 5.107 60.1 M 1933 4.043 68.2 W»' 1934 5.108 70.0 1086 6.872 67.6 HM 1986 6.835 78.0 M' 1. Halbj. 1987 8.899 71,0“ Im ersten Halbjahr 1987 beträgt also die Ausfuhr fast soviel wie im ganzen Jahre 1088. Wenn die günstige Entwicklung im zweiten Halb- jahr sich im gleichen Tempo fortsetzt wie in den ersten'sechs'Monaten dös''laufenden Jahres, sä' dürfte die-GesamtauSfuhr in Fertigwaren' im ganzen Jahr« nahe an das Ergebnis von 1981 herankommen. Immerhin bleibt auch dann noch ein erheblicher Abstand zu der Fertigwarenausfuhr tzn Jahre 1929. Vergleicht man diese Ziffern mit der Entwicklung unserer industriellen Produktion, die bekanntlich die Höhe von 1929 wieder erreicht hat, so wird klar, daß hinter den Bemühungen um eine weitere Steigerung des Exports auch die Anstrengungen für die Erhöhung des JnlandSabsat» zeS nicht zurückstehen dürfen. Wenn nicht durch eine unpassende Besserung der Einkommensverhältnisse die Kaufkraft unserer Bevölkerung gesteigert wird, ist ein Rückschlag in der Produk- tionsentwicklung umso eher zu befürchten. DaS Handelsabkommen mit Griechenland verlängert. DaS bis zum 30. September 1937 gültige Handelsabkommen mit Griechenland ist um ein Jahr verlängert worden. Die Tschecho- flowakei hat sich wieder zur Abnahme von einer Million Kilogramm Tabak verpflichtet. Die tschechoslowakische Wareneinfuhr nach Griechenland wurde auf 59 Millionen Kronen begrenzt. Die tschechoflowakische Industrie in internationale» Kartellen. Die tschechoslowakische Schwerindustrie wird an der internationalen Schrottkonferenz und an der Tagung der internationalen Stahlkonvention teilnehmen. Desgleichen ist daS tschechoflowakische Stickstosskariell an den Beratungen des internationalen Verbandes der Stickstoffabriken beteiligt. Die Getreideausfuhr. Im ersten Halbjahr 1987 kamen 1,898.044 Meterzentner zur Ausfuhr gegen 690 Meterzentner im Vorjahr. Bei Roggen betrug der Export in der gleichen Zeit 678 Meterzentner gegen 662 Meterzentner im Vorjahr. Die Entwicklung des Fleischverbrauchs. Vom April zum Maid. I. ergibt sich eine Steigerung des Fleischverbrauchs von' 297.000 auf 322.000 Meterzentner. Das ist eine Steigerung um 8.4 Prozent. In den ersten fünf Monaten betrug der Fleischverbrauch 1,407.000 Meterzentner» in der gleichen Zeit des Vorjahres 1,414.000 Meterzentner. Der Fettverbrauch ist von 235.000 Meterzentner im ersten Halbjahr 1036 auf 250.000 Meterzentner in der gleichen Zeit 1087 gestiegen. Erhöhter Autoavsatz. Wurden im erste» Halbjahr 1036 insgesamt 5812 Kraftwagen, ab- Niktor Staat und Zarah Leander in dem Film„Zu neuen Ufern" gesetzt, so lvarcn es in der gleichen Zeit 1037 6803. Gegenüber dem Vorjahr ergibt sich demnach eine Absatzstcigeirung um 20.7 Prozent. Erhöhter SpirituSabsatz. In den bisherigen zehn Monaten der Kampagne 1036/87 wurden 828.450 Hektoliter Spiritus abgesetzt. In der gleichen Vorjahrsperiode betrug der Absatz 754.200 Hektoliter. Von der Zunahme entfallen 11.730 Hektoliter auf versteuerten Trinkspiritu». In Kurzes London.(Reuter.) Ministerpräsident Chamberlain teilte im Untrrhause mit, daß die Session am 80. Juli geschlossen werden wird. Rach den Sommerferien wird das Haus, wahrscheinlich am 21. Oktober wieder zusammentreten und auf den 26. Oktober vertagt werden, an welchem Tage der König die neue Session feierlich eröffnen wird. Pari». HavaS erfährt aus Valencia, daß eine baldige Reise des Präsidenten Azana nach Paris nicht ausgeschlossen ist. Warschau. Wie die Rechtspresse meldet, ist in der letzten Nacht in Szydwwiee bei Radom ein führend«».Mitglied einer-nationalen. Organisation durch zwei Schüsse getötet worden. Die Ermittlungen der Polizei haben zu keinem Ergebnis geführt. Gibraltar. lHavaS.) Die Personen, welche in Algeciras erschossen worden sind, wurden beschuldigt, nationalistische Fahnen, welche anläßlich des ersten Jahrestage» der militärischen Aktionen gehißt wurden, hcrabgeholt und zerrissen zu haben. In Gibraltar treffen ständig neue Deserteure au» den Reihen der Aufständischen«in. Wettrüsten im Stillen Ozean .(MGS) In den Meldungen der letzten Tage Wer die Suche nach der verunglückten gmerikanischen Fliegerin AmeliaEarhart- Putnam wurde immer wieder der Name einer Insel Howland genannt» die sie auf ihrem Weltflug zusammen mit Captain Frede- rickNoonan nach ihrem Abflug von Auckland auf Neeseeland als Zwischenstation ansteuern, wollte. ES scheint aber, als ob die Katastrophe, die die tapfere Fliegerin betroffen hat, weniger in das Gebiet der Sportfliegerei gehört, als vielmehr den unausbleiblichen Verlusten des militärischen Flugwesens der Vereinigten Staaten zugerechnet werden muß. Bis vor kurzer Zeit war Howland so bedeutungslos wie Tausende und Abertausende derartiger Koralleninseln im Stillen Ozean. Die Insel liegt ungefähr 1900 Seemeile» südwestlich von Hawaii und erstreckt sich in.einer Breite von 900.Metern und einer Länge von 8200. Metern von Norden nach.Süden. Sie war ursprünglich völlig unbewohnt, eine mit. hartem Korallensand bedeckte flache Ebene, die sich kaum 8 Meter.über den Meeresspiegel erhebt hinter, ter ständig schäumenden Brandung. Obwohl, in den Seekarten die Insel Howland als britischer Besitz angegeben ist, hat doch, tatsächlich bis vor wenigen Jqhren weder England noch irgendeine anders seefahrende Nation auf. dem. verlassenen Eiland Besitz-.,oder tzoheitSansprUchegeltend gemacht. Seit aber am 1. Jänner 1987 die Bestimmung de» Washingtoner Abkommens,, wonach die Anlage neuer. Befestigungen„auf pazifischen Inseln den. Vertragspartnern, verboten war,^gelaufen ist, hlwen'die, Bereinigten Staate», die' schon im Jahre 1986 in aller Heimlichkeit auf Howland, und ebenfalls auf. den benachbarten Harris- und, Bakerinseln die Sterne und Streifen hissen liehen, dort in Mer Eile eindn modernen Flughafen anlegen lassen, der allerdings heute noch nicht völlig! fertiggesteÄist.. , Auch die Ins e l.I o b n st on,gleichsalls nur ej» ödes, etwa. 1' Melle' langes'Korallenriff, ,die, schonWger,ÄS Besitz. der Vereinigt«: Staa- te» gilt und. uNgeflchr bOO' Seemeilen Westflld-: west von Hawaii liegt, wird seit dem 1. Jänner 1937 stark befestigt. Dort wurden in die Korallenfelsen Unterkunftsräume hineingesprengt, Befestigungswerke geschaffen und eine betonierte Landungsrampe für Flugboote gebaut. Die Insel Howland eignet sich wegen der reißenden Strömung der Brandungswellen als Zufluchtsort für Flugboote, um so besser aber als Tankstelle für den Flugzeugtyp, mit dem die Flugzeugmutterschiffe ausgerüstet sind.. England hat inzwischen auf den Phönixinseln, besonders auf der größten sogenannien Cantoniusee ebenfalls Landungsplätze und Reparaturwerkstätten für Flugzeuge angelegt. Lm übrigen verfügt die britische Admiralität iy: Stillen Ltzean bereits über ungefähr 40 Flugplätze auf Koralleninseln und größeren Inseln. Die jetzt soviel genannte Insel Howland scheint daS Verbindungsglied zwischen dem englischen und dem usamerikanischen System, flugmili.täri- scher Stützpunkte darzustellen. Mit der Reichweite und' Schnelligkeit der modernen usamerikanischen Marinebomber ist es schon heute möglich, von den Aläuteninseln in je einem Tag nach Hawai (2000-SeeMeflen: 3700, Kilometer), von Hawai nach Howland(1900 Seemeilen) und von dort über die! zahlreiche» britischen Flugplätze weiter nach Neuseeland oder Australien zu fliegen., Damit ist ein geschloffener Verteidigungs- wall in der Richtung Nord-Süd geschaffen, der .in der künftigen Seestrategie sehr bedeutungsvoll werden dürfte, Strategie gegen'wen? ^.?'Aapän hat gegenüber den.angelsächsischen Mächten^ den Vorteil, daß es sich im unbestrittenen Besitz weitaus der. meiste» Inseln sm' mittleren Pazifik befindet. Die nördlich, sind nordöstlich von Neuguinea gelegenen Inselgruppen, die früher deutscher HolonicWesitz' waren, sind durch denWötkerbund als sogenannte Mandatsgebiete an'Japan übergegangen. Nachdem' Japan,1928 aus dem Völkerbund" ausgetreten Wae,' hat cs'sich 'bis Mute, kaltblütig und konMuent geweigert, irgendwelche Rechte,an.diesen..strategisch.und wirtschaftlich sehr bedeutungsvolle» Inseln. augj lücur,> rückzugeben. Auf eine höfliche Anfrage. des Außenamtes des Dritten Reiches, Ivie Japan sich zur Rückgabe dieser Mandate stellen würde, hat die Kaiserlich Japanische Regierung vor ungefähr zwei Jahren, kühl und abweisend geantwortet: „Wer japanischen Besitz in der Südsee haben will, möge ihn sich Von Japan holen!"— Es handelt sich um die Palau-Inseln, die Marianen, die Karolinen, die Marshallinseln und um dieizahlreichen Inseln und Inselchen des Bismarck- Archipels. Japan hat in den letzten Jahren eine große Zahl dieser Inseln, insgesamt mehrere hundert, stark befestigt und als Flotten- und Aerostütz- punkte ausgebaut. Der direkte Weg zwischen der usamerikanischen Flottcnbasis aus Hawai und den gleichfalls usamerikanischen Philippinen ist dadurch wenn nicht versperrt, so doch mindestens äußerst erschwert. Gegen Japan und seine Bor- niachtspläne im Pazifik arheitet freilich die Zeit. Die Fortschritte der Kriegstcchnik im Flugwesen, namentlch die ständg verbesserten Geschwindig- keiten und Reichweiten der großen Bomber(ein lehrreiches Beispiel für die Möglichkeiten derartiger Flugzeuge im Kriege ist der Nonstopflug sowjetrussischer Flieger von Moskm: über den Pol nach Los Angeles, eine Leistung, die weniger den Fähigkeiten der Flieger als vielmehr der hervorragenden Qualität und Leistungsfähigkeit des Flugzeuges anzurechnen ist) hringen eine starke Verletzlichkeit der zahlreichen japanischen Flottenstützpunkte mit sich.. Jeder neue»samerika- nische oder englische Stützpunkt im mittleren Pazifik'verringert den Wert des iBertsidigilngs- gürtols, hinter dem sich daS eigentliche Japan gegen Angriffe von See aus bisher unbedingt sicher fühlen konnte. ES ist nichts mehr mit der„friedlichen Insel in der,Südsee"—heute würde Van Zanten keine" „glückliche Zeit" mehr verleben können, schiffbrüchig gelandet"auf fernem KoralleNatoll. Heute HÄ>e» in dem ungeheuren Gebiet Polynesiens tzle Strategen das Wort, die zur Sicherung des' Weltfriedens einen künftigen Seekrieg im"„pazifischen Ozean"'vqrberelteii.. Und. das Räuschen' der-Brandung über somienbestrqhlten Korallenriffen, wirp Ubcrbrnllt von donnerndem Motoren, Seite 6 Sozialdemokrat Freit,,, 23. Juli 1337. Nr. 171 Ausland Die Italienischen Verschleppungsmanöver Paris.(HavaS.) Die Aufmerksamkeit der Pariser. Presse weichet sich vor allem dem Ergebnis der Sitzung der NichtinterventionSauSschusteS zu.„Petit Parisien" spricht die Meinung aus, daß Rom einfach den ganzen britischen Plan zunichte machen wolle. Infolge des italienischen Borgehens bleiben die Verhandlungen des Nichtinterventionsausschusses ständig auf einem toten Punkt. Die britische Diplomatie werde wahrschein- lich auch weiterhin, bestrebt sein die Situation zu retten. Das Blatt glaubt aber, daß der Augenblick kommen känue, wo England die Geduld verliert und dann werde Italien vielleicht als erstes das Scheitern des Nichtinterventionssystems bedauern. Auch„Echo de Paris" wirft den totalitären Staaten vor, daß sie absichtlich das Kontrollsystem vernichten.„Populaire" schreibt, daß Italien die„Freiwilligen" nicht abberusen wolle,.da sich der Duee bewußt sei, daß ohne sie Franco verloren wäre.„Figaro" bezeichnet das Auftreten GrandiS in der Sitzung des NichtinterventionSauSschusseS als gefährliches Spiel, da sich Grand! sicherlich bewußt sei, daß seine Forderungen auf Schwierigkeiten stoßen werden. Polen- Dran, zum Meer.(AP.) Anläßlich des„Fester des Meeres" hat Präsident Moseicki eine Rundsunlrede über Polens Drang zum Meer gehalten, in der er daraus hinwies, daß das einstige Fischerdorf Gdingen heute zu einem Welthasen und zu einem Wirtschaftszentrum des 31 Millionen-Staates geworden sei. Es genüge aber nicht, eine Küste und eigene Schisse sowie einen eigenen Seehandel zu haben, sondern Polen nüisse auch über eine Kriegsmarine verfügen/die seiner Größe und seinen Bedürfnissen entspreche. Bisher konnte man von einer pol- nischen Kriegsmarine kaum sprechen. Der Aufbau begann mit fünf alten deutschen Torpedobooten und einem alten französischen Kreuzer. In den 18 Jahren des Bestehens des polnischen Staates sind nur vier Zerstörer und drei U-Boote dazugekommen. Die größte Einheit der polnischen Kriegsmarine ist ein vor kurzem von einer englischen Werft gelieferter Zerstörer von 2110 Tonnen. Die Sammlungen der polnischen. See- und Kolonialliga brachten nicht, mehr al» das Geld für den Bau eines weiteren U-Bootes. Die Losung„Baut Kriegsschiffe I" ist angesichts dieser Situation umso bemerkenswerter. Die Schwierigkeiten ,jiyd aber groß, denn Polen kynn seift? Kriegsschiffe nur im Ausland bauen und braucht dafür Devisen, die es dringend für Rohstoffe benötigt. So ist an einem schnellen Ausbau der Kriegsmarine nicht zu denken, aber an dem festen Will n, hier vorwärtszukommen, ist nicht mehr zp zweifeln.. Man wird versuchen, wenigstens einen Teil, im Inland zu bauen. Bisher konnten zwar nicht einmal größere Schiffsceparaturen in Gdingen dnrchgesührt werden, aber hier soll jetzt Wandel geschaffen werden. Eigene Wersten sind also die erste Boraussehung, obwohl sie in. dem JnvestitionSplan für Gdingen bisher eine untergeordnete Rolle spielten. Auch die Kü st ende f e st i g u n g e n sollen auSgebaut werden. Sie bestanden bis jetzt nur aus ein paar Flugab- wehrgeschützen bei AdlerShorst und einigen alten Geschützen auf der Halbinsel Hela. Auch das soll 16 Milliarden Bäume für die Saharal Bekanntlich wandert die Sahara jede» Jahr im Durchschnitt einen Kilometer nach Süden. Um nun ein weiteres Bordringe» aufznhalte», will die britische Kolonialverwaltnng zusammen mit der französischen einen Schuh gegen den Wüstensand schaffen, lieber eine Länge von 2000 Kilometern und in.einer Tiefe von 10 Kilometern sollen 18 Milliarden Bäume angepflanzt werden. Trotz der langen Zeit und der riesigen Mittel, die diese Anpflanzung erfordert, ist man zur Durchführung, be» Pläner entschlossen, weil er die einzige Möglichkeit ist, Mittelafrika vor weiterer Berwüstmig durch die wandernde Sahara zu schützen.— Unser Bild zeigt reisende Beduine», die das Herannahen des gefürchteten. Wüstensturmes, des Samum, beobachten. Ximst und Wissen Ehemalige, Mitglied des Pnager Deutschen Theater» nach Ankara. Han» Erwin Hey, der nach fünfjähriger Tätigkeit beim Prager Deutscheü Theater in Pension' gegangen ist, wurde von Paul Hindemith an da» Staatskonservatorium in Ankara berufen. Hev wird dort al» Gesang»- und Rhetorik, lehrer tätig fein. Die Kammermusik de» modernen Hella» kommt zum ersten Male«ach Mitteleuropa. Wie uns au» Bad Trentschin-Teplitz berichtet wird, nimmt an de» FesUvochen das Kammermusik-Ensemble■ Trio »' Äthine» teil und wird am 18. August außer den Werken von Beethoven und Brahm» auch eine Schöpfung de» modernen griechischen Komponisten P e t r i d i S vortragen. Kakteen mit»»ÄOMPETchglMD" begaffen, werden zauberhaft schön. Senden Sie uns Xi 8.88 kn Briefmarken, wir liefe« Ihnen dafür den guten Blumenzauberdung, den. besten Dungguß für Ihre Blumen. Sie werden staunen, wie herrlich dann Ihre Blumen gedeihen. Verwalt««,„Frauenwelt", Prag XU., Focheva ti; 82, und turch alle Kolpor- : teure erhältlich... jetzt anders lverden. Der schmale Kiistenstreifeu soll ernsthaft befestigt werden. Der Kulturfrleden.(Tsch. P.-B.) Donnerstag fand die abschließende. Besprechung des deutschösterreichischen ÄulturauSschuffe» statt, in der die. Vorarbeiten für die Uebetprüsung der Berbrei- tungSverbote für Bücher und Broschüren in Deutschland und Oesterreich beendet wurden. Cs handelt sich bei den österreichischen Büchern, die zur Freigabe vorgeschlagen wurden, vor allem um Werke kulturellen Inhalt», bei den deutschen. vorwiegend um solche militärwlffenschaftlichen Charakter», wie auch um einige Bücher kulturellen und wirtschaftlichen Inhalt». Die fertiggestellten Listen werden den zuständigen Stellen' der beiden Regierungen zur Genehmigung vorgelegt werden. Göring zur Nachahmung empfohlen! Die der indischen Kongreßpartei(Gandhi) angehörenden Minister der lokalen Regierungen der indischen Pro- binzen haben beschlossen, nur ein Sechstel der ihnen zustehenden Bezüge anzunehmen und selbst g esponnene Gew änder zu tragen. Dies ist als Demonstration dafür gemeint, daß Indien ein arme» Land ist. Sie. werden also statt 2788 Pfund Sterling nur 488 Pfund beziehen. Dem Andenken Jour»»'. Die französischen Linksparteien und der Allgewerkschaftliche Arbeit»- verband haben beschloflen, am 81. Juli, dem Jahrestag der Ermordung de» Sozialistenführerr Jan« rd», im Pantheon eine große Feier zu veranstalten, wohin die sterblichen Ueberreste Jaurd» im Jahre 1825 unter Herriot» Regierung des Linkskartell» übergeführt wurden. AnfgefischteS italienisches Torpedo.(Agcncc Espagnc.) Ein Fischerboot, das in der Nähe von Prello auf See war, ist ans ein Torpedo geDaser ZeUmrg. 18 AS.Tageskarten für alle Prager Verkehr». mittel. Die Prager Elektrischen Unternehmungen habe« eine bemerkenswerte Neuerung eingeführk. El werdeck. Legitimationen ausgegeben werden,' die ihren Inhaber für die Dauer eine» Tage» zu, beliebig oftmaligen Fahrten auf allen von den"Prager Elektrischen Unternehmungen, betriebenen Verkehrsmitteln berechtigen, also für die Straßenbahn, für sämtliche städtische Autobuslinien, für die Trolley- buSstrecken und für die Drahtseilbahn auf de» Petrin. Die AuSsolgung eine» solchen eintägigen Fahrscheine» setzt keinerlei Fornmlitäten voran» und wird bei den üblichen Kartenangabestellen der Strä- ßenbahnverwaltung erfolgen. Ob' der Preis von 18 XL nicht zu. hoch ist, zumal da auch noch sin Nachtzuschlag von 1 Xi vorgesehen ist, bleibe dahin- gestellt. Prag, Rote Falke«. Die Nestfalkest, die lm Ferienheim in Sandau: waren, kehren am »tag nach Prag zurück.' Ankunft'Wilson« um 17.58. Die RotenFal'ken Klo st ergrab am Mo«tag Ankunft am Bahnhof Smichov um 18.89.. Ortsgruppe Prag... Sonntag, de« 25. Juli- Treffpunkt um, T-Mr'srüh beim Smichover'Bechnhos.'Fährt nach Revniee, Wanderung' nach Zadni Treban zum Baden, führt Winteryitzj stoßen. Als. dies Torpedo aus dem Wasser gezogen wurde, konnte man feststellen, daß es italienisches Fabrikat ist. Da» Torpedo ist nach Cattä- gena gebracht tvorden, wo es genau untersucht werden wird. Es handelt sich aller Wahrscheinlichkeit nach um. eines der Torpedos, die kürzlich ghpcn den Handelsdampfer Juan Sebastian El- cano abgefeue.rt worden, ist." in„Jarkin» Professor" Volksbad lm slowaldsdicn Erzgebirge Kaschau ist eine kleine Völkerstadt. Da schlendere ich durch belebte Straßen und höre staunend viele Sprachen. Tschechen, Slowaken, Deutsche, Ungarn, Russen, Juden gehen friedlich nebeneinander, und wie man einen anredet: Deutsch, Tschechisch, Ungarisch, so antwortet er. Soldaten, viele Soldaten, lustwandeln am Abend nut ihren slowakischen Mädchen, die graziös und kokett ihre Reifröcke schwingen, und denken nicht an Waffen, Krieg und Kriegsgeschrei. Nationen? Nassen? Ach wart Menschen. Arbeiter, Angestellte, Kaufleute, Bewohner einer Stadt. Da möchte ich gerne noch Vertveilen. Aber da steht ein großer Autobus bereit zur Absahrt. .• Zwei Stunden Fahrt durch Wälder und über kleine Berge, an scharfen Kurven vorbei. Auto stopp..Weiter geht es nicht mehr. Da ist also das Ziel: Stos küpele, Bad Stos. Billen im Wald, ein modernes großes Haus, Post, Kino, Restaurant, Kaffeehaus, alles innsttten herrlicher Waldlandschaft,. die an die Semmeringlandschast erinnert. Sehr, schön. Eine kleine,» nette Badestadt. Aber ich will in da» Sanatorium. Wo ist das? Sanatoriwn? Das ist alles ein Sanatorium. Es gibt Heilanstalten und Erholungsheime. Aber Sanatorien: das sind doch Einrichtungen- für reiche Leute. Net«, nein: Dieses- Sanatorium da ist für alle bestimmtl Es ist ein richtige» Volkssanatorium. Früher für Adelige, jetzt für da» Volk Entdeckt.haben ja diese schöne heilkräftige Waldgegend zuerst die reichen Leute, Dg bekam einmal vor vielen Jahren ein Stoser Fabrikant in Budapest einen Bronchialkatarrh. Man erzählt, er habe zu kaltes Bier getrunken. Es wär ein sehr hartnäckiger Katarrh.. Kein Budapester Arzt konnte dein Kranken Helsen. Er brauchte ein gemäßigtes Klima in den Bergen, sagte man ihm. Da riet ihm ein Bekannter seiner Fabrik, in diese Waldgegend in der'Nähe des Dorfes Stos zu gehen. Der Fabrikant tat es, baute da ein Haus und wurde bald gesund. Das ist eine nette Geschichte. Dem Beamten, der indessen selbst Fabrikant getvorden war, gefiel sie sehr. Er baute auch ein Haus und errichtete da im Jahre 1882 ein klimatisches Gebirgsbad. Das-wurde, besonders bei den ungarischen Adeligen bald sehr, beliebt. Die ungarischen Fürsten und Grafen kamen gerne her und holten'sich Gesundheit und neue Kraft für ihr schweres Leen. Es gibt-aber auch-noch andere Menschen, die auch- eisten- Bronchialkatarch bekommen können,, wenn auch nicht gerade durch kaltes Bitri sonderst-bei der Arbeit in einem Bergwerk oder deren Nerven-zerstört und verbraucht worden sind in Fäbriksälen und Schreibstuben.Für diese'Men«! scheu hat die R e Vie rbrud-c rla d e im Jahre 1927 das.Bad Stos gekauft.-Seit zehn-Jahren also gehört'es dem ganzen Volke/ steht eö im Dienste dec Volksgesundheit.— Die ungarischen Adeligen-kommen- seit 1918 nicht mehr. Rätur und. Wissenschgft.. Jetzt-kommen-aus allen Teilen der.Republik und auch aus. dem-Ausland Menschen mit Neurosen. und Basedow-Erkrankungen, mit Bronchialkatarrhen, Blutarme und Unterernährte,' Rekonvaleszenten-ndch- Lungenentzündungen und.- anderen, schwere« Erkrankungen; nur Tuberkulöse' nicht-.-.-Da sind witder Deutsche und Tschechen, I Slowaken und Ungarn,-Judest upd Christen, denn- die Krankheit fragt nicht nach Rasses Nation und Religion- Ü"d in diesem Volksbad fragt auch.nie» mgnd danach. Allen gibt e» Erholung: und Gesundheit..' Die Natur heilt: Luft, Sonne, Master und der. wunderbare Wald. Und menschliche Misten-. schäft tut alles, was sie nur. kann, dazu. Die modernsten Einrichtungen- wurden in den letzten zehn Jahren geschaffen. Auch der Seelenarzt kommt zur Geltung; Psychotherapie wird auch gemacht. Doktoren, Bergarbeiter, Buchdrucker, HauSfraueit Acht Pavillons-gibt es-da mit-vierhundert Betten. Wer da sind nicht-öde,. gsräue, große Krankensäle, sondern freundliche, Helle, kleine Zimmer ckit zwei Betten.-Jetzt, im Sommer/ist Ueberbelag:'Vierhundertvierzig. Von-ihnen:sttid ungefähr zweihundert Kinder.-- ....Wer. kommt nun in dieses Bad statt"der ungarischen Adeligen? Zähle«'sind, nicht immer langweilig. Ein paar Zahlen erzählen^ daß dieses Sanätorium wirklich dtm ganzen' Volke gehört. Ich Jahre 1836 waren dort zur.Kur: 86 Aerzte, 10 Pflegerinnen,- 38 Schriftsteller' und Journalisten,.82 Buchdrucker,' 42 Advokaten,' 29 Studenten, 79 Professoren und Lehrer, 168 Berg- qxbeiter, 158 Industriearbeiter, 119 Bauern und Feldarbeiter, 21 Private, 2.95, Hausfrauen, 228 Privatbeamte und. 258 Staatsbeamte. Sie. sind von Krankenkasten, Fürsorgeeinrichtungen, der Kri'egsfürsorge'geschickt'worden oder auch' auf eigene Kosten gekommep,,'. ' Ein paar Männer spielen Karten auf einer Waldbank, während ich-den Artikel schreibe.- Eine M^ene ertönt.„Üieglckpr, Liegekur"^'r«A eine hübsche Frau,„inän muß. die Zeit auSnLtzen": f Ja, ja, es ist schon gut, dqß hier auch Arbeiterinnen und Hausfrauen die Zeit auSnützeN können,-einmal für sich selbst, für ihre Gesundheit und Erholung.. And Kindergesundheit Die nettesten Menschen und'die. wertvollsten sind doch die Kinder.- Sie sind noch nicht verpatzt. ES kann noch etwas Anständiges.und Gutes, au» ihnen werden, während bei vielen Erwachsenen schon alles verloren-ist. Man muß, sie nur gesund erhaltest, an Leiib und Geist. Ja, gesund.solle» die Kinder des Volkes werden. Eine ganze Billa gehört ihnen und eigene Speisesäle haben sie-und eigene Pflegerinnen,.-die den ganzen Tag-um,-sie sind,.mit. ihnen, spielen, und wandern,.mit ihnen baden: und'singen-. Und mit. ihnen Heidelbeeren pflücken im- Walde, aus dem die Kleinen.-mit schwarzen Mäulern-und huietschvergnügt zurückkehren. Nur imit-der Liegekur^ möchten sie e» manchmal halten wie die, kartenspielenden Männer: sie schwänzen. Aber das wird nicht erlaubt, und sie-verstehen.schließlich doch, besser als die Kartenspieler,' daß die Liegekur' nottvendig ist. Esten müssen sie natürlich auch bräv'.' MehlsPeisen sind ihnen am liebsten. WerfÜnf.Kilogramm- zugenommen hat, kriegt zum Abschied eine große, herrliche Torte.'ES kommt gar nicht so selten vdr, daß ein Bub oder Mädel eine gute Torte als Belohnung, fürs Gesund- und Siarktverden'bekommt. Na, und' Heimwehs kriegen sie gär nicht?'Da» kompit vor,-wenn auch'selten. Da wöllte ein Bub gleich wieher seinen Koffer packen sind fortsahreni Er ließ sich aber überreden. zu bleibe«, und Ölsechs Wochen um und seine Zelt'.zü Ende waren, da woltte er überhaupt-nicht, mehr wegfahden.. \''...'(Schlüß folgt. 1 B ez u a» b e d i n g u n a o n: Bei Zustellung in» Hau» oder bei Beaug durch Vit Post monatlich Xi 16.—, vierteljährlich Xi 48.—, halbjährig.Xi 96.—.» ganzjährig Xi 192.—.'— Inserate werden laut' Tarif billigst berechnet. Bel öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt-nur bei Einsendung der Retourmarken.Die ZeitungSftankatur wurde von der Bost« und Tele« ------ gravbendirektion mst Erlaß Nr. 18.880/VII/ISgü bewilligt.— Druck^ei:..Orbis". Druck-, Verlag»- und Zeitungl-S.-B. Prag...,>: