Aus dem Inhalt: Die dritte Arbeiter-Olympiade 17. Jahrgang Sonntag, 25. IM 1937 Nr. 173 Die Kirche gegen totalitäre Staaten Je^t kommt der Komsomol daran I Weitere Entfaltung der tschechoslowakischen Wirtschaft Sozialdemokrat Sentrqlorga« der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei In der Tschechoslowakischen Republik «rschoint mtt«»«»«hm,»«»t«, t»«Nch feNH/«injelpteie 70«eilet 2^dMonluDfW>Mmg. Prag XU., Fochova S2— Telephon K8077— Herausgeber: Siegfried Taub— Brrantw. Redakteur i. V.: Zdenko Neuwirth, Prag Minister Dr. E, Franke kündigt an; Staatsvoranschlag für 1938 um mehr als eine Milliarde höher Dem Parlament soll ein ausgeglichenes Budget vorgelegt werden Der Leiter des Finanzressoris, Minister Dr. Emil Franke, gab einem Vertreter der„Prager Preffe" Informationen über einige mit dem Ressort zusammenhängende Fragen. Da» Interview des Ministers wird durch das Tschechoslowakische Korrespondenz-Büro verbreitet. Die AuSfÜhrun- gcn de» Minister» betreffen den Stand der Staatseinnahmen im kaufenden Jahr, di« Vorbe- reitungSarbeiten für den nächstjährigen Voranschlag und seine Bedeckung. Dr. Franke ist zuversichtlich: Heute haben wir" bereits den Ausweis der Einnahmen für das erste Halbjahr 1037. Steuermehrelnnahmen heuer 475 Millionen Die. Gesamtheit der Einnahmen der öffentlichen Wirtschaft, d. i.- der Steuern, ■ Zölle, Gebühren und Monopole betrug im ! ersten Halbjahr 1937 4.738,000.000 Ke. ■ Gegenüber dem selben Zeitraum de» Jahre» . 1936 ist die» um 475 Millionen KL mehr ■ und umgerechnet aus Prozente um 11.15 Prozent mehr.'■ Den Hauptteil an dieser Erhöhung haben die direkten Stenern mit einer um. rund 800 Millioncn erhöhtcn Einnahme." Auch wenn, es sich vielleicht zeigt, bah diese günstige Entwicklung das Ergebnis der DepurationSaltion(Steuerschul- denentlastung) ist, so ist doch nicht daran zu zweifeln, dah dieses günstige Ergebnis doch ebenso die Auswirkung der gebesserten WirtschaftSver» hältnisfe ist. Dies ist an den Verbrauch S- steuern ersichtlich, wo der bester« Ertrag sich aus den gebesterten WirffchastSverhäliniffen in den letzten Monaten ergibt. . Weitere Steigerung wahrscheinlich E» ist natürlich sehr schwer, für die Zukunft eine sichere. Schätzung der Entwicklung der Einkommen zu treffen. Trotzdem kann man bestimmte Folgerungen mit Rücksicht auf die Entwicklung unserer gesamten Volkswirtschaft ziehen. Diese berechtigen zur begründeten Hoff- uung, daß die günstige Entwicklung der Ein- nabpien der össentlichm Wirtschaft sich noch steigern wird. Was unmittelbar das zweite Semester 1937 anbelangt, haben wir eine bestimmte Reserve bei der Umsatz- und Luxussteuer, bei der im ersten Semester das außordentliche Steuerskonto,"nicht in Geltung war, so dah unter normalen Voraussetzungen gerade im Zweiten Semester ,ein gebesserter Ertrag dieser treuer zu erwarten ist. Was die direkten Steuern anbelangt, wird sich hier gewiß die Vorschrift für" zwei Jahre auf" einmal günstig auswirken, die mit Rücksicht auf. die Aen- terung des Steuerjahrcs erfolgt, wie sie durch die Stcuerrefortn vom. Vorjahre durchgesührt würde. Die eigentlichen günstigen Auswirkungen bei den direkten Steuern werden unzweifelhaft im Jahre 1938' in Erscheinung treten, denn die Gruydläge" für.die Steuervemessung tvlrd das wesentlich' günstigere Jahr 1987 sein,, Wird der Voranschlag überschritten? Was die Seite der Einnahmen im Budget für das heurige Jahr, anbelangt, zeigt, es sich, dah das Präliminar der Einnahmen sehr vorsichtig ausgestellt würde, da die, Einnahmenziffern für da» erste Semester, nur. um einige. Zehnmillionen« hinter dem Voranschlag zurück find,, Da» Ergebnis ivär/ noch.günstiacr. lp-nn nicht, an den Anteilen der Gruppe 8,(Zuteilungen, an. di, SelbstverwaltungSeVerbände,, die/ Staatsfonds u. ä.) mehr ausgezahlt worden stvar^ als»er Voranschlag vorgursehte. Bezüglich der Ausgaben, seit, ist r» allerdings nicht M»»eschl»st«n,, daß «in, müßige sleberschreitüng viefleicht hoch^rfol- -gen könnte. E« ist mein Bestreben. demzu begegnen, Ausweitung des Budgets Das Finanzministerium prüft jetzt die Ansprüche der. einzelnen Restorts und die daraus folgenden Auswirkungen im Voranschlag für 1938. Heute kann man allerdings noch nicht von genauen Voranfchlqgsziffern sprechen. c n eröffnet wird. Denn dir Kosten auch einer Gemeinschaftsrcisc nach Belgien sind nicht gering, nur wenige unserer noch immer so schwer unter den Krisensolgen leidenden Arbeiter vermögen sie zu erschwingen— und nicht' jeder Arbeistrsportler bekommt.gerade zur Ochmpiadc-Zeit Urlaub. Denkt man an alle diese Hemmnisse, dann erkennt man, welcher Opfer einzelner und der Arbeiter-Sport-Organisationen cs bedürfte, um die Entsendung einer unter solchen" Verhältnissen immerhin stattlichen Anzahl von zweitausend A rb« i fet« Tn r- ncrn und Arbeiter-Sportlern nach Antwerpen zn ermöglichen. Ungefähr v i e r- hundert der tschechoslowakischen Olympiade- Fahrer sind Angehörige unserer Atu S-U n i o u, die anderen werden vom tschechoslowakischen Verband(DJT) entsendet. Die Antwerpener Arbeiter-Olympiad« ist. die dritte von der Arbettcr-Sport-Jnstrnattonal« veranstaltete. Diese Bereinigung der sozialistischen Arbeiter-Sporwerbände wurde im Jahre 1918 in Genf gegründet. Der Krieg zerstörte wie. so viele internationale Organisationen auch diese. Sie wurde erneuert im Jahre 1929 auf einem Kongreh in Luzern. Ihr schloffen sich sofort die Arbeiter-Sportorganisationen Englands, Belgiens, Frankreich-, Deutschlands, der Schweiz, Finnlands, die DTJ, später auch andere Verbände an. Der Sieg des Faschismus in Deutschland, Oesterreich und Lettland, der die Arbeiter- Sportbewegung dieser Länder vernichtete, schwächte natürlich die Sozialistische Arbeiter-Sport- Jnternationale sehr. Bald aber setzte wieder eine Auswärtsbewegung ein, neue Organisationen schloffen sich an, und heute zählt sie in 24 ihr angehörenden Verbänden nicht nur Europas, sondern auch Amerikas und Asiens 1,400.009 Mitglieder. Zur ersten Arbeiter-Olympiad« in Franks furt a. M. im Jahre 1928 waren Arbeiter/ Sportler von siebzehn Nationen gekommen. Im Jahre 1981 nahmen an der Arbeiter-Olympiade in Wien die Arbeiter-Sportorganisationen von vierundzwanzig Nationen teil. Im grohen Festzug. marschierten damals hunderttausend Turner Und Sportler. Die stärksten Kontingente waren damals die der Oesierreicher und der Deutschen. Oesterreich und Deutschland werden in Antweqien unvertreten sein, die hunderttausende ehemaliger Arbeiter-Sportler dieser Länder, die in ihren Herzen der grohen Idee der Völkerverbrüderung und des Sozialismus treu geblieben sind, können nbr stille Grüßeder'Sehnsucht und.' Gelöbnisse der Verbundenheit nach Anttverpen senden. Zum ersten Male aber werden diesmal an der Arbeiter-Olympiade, zu der rund 28.999 Arbeiter». Sportler gemeldet sind, Spanien und Ruhland Abordnungen entsenden. Wir wissen— bis jetzt— ferner von der Teilnahme der Arbeiter-Sportler aus Frankreich, Belgien, Holland, der Schweiz, Polen, England, Norivegen Schweden, Dänemark, Finnland, Estland, Amerika und Palästina. Die große Idee, die alle diese Arbeiter- Turner und Sportler vereinigt, sie und Millionen Arbeiter— und Arbeiterinnen aller Länder— ja, aller, auch der faschistischen: Kampfe, für., die Demokrat?« und Kämpf für den Weltfrieden! Annäherung der Rationen durchädcn Sport, Schaffung internationaler Kameradschaftlichkeit zwischen den Sportlern aller Welt, das war vormals auch die Absicht derer, die die Institution jener Olympiaden schufen, di« sich zwar nicht bürgerlich nennen, aber«s find. Biel mehr Nationen und viel gewaltigere Massen nehmen an diesen Olympiaden teil. Die festgebenden, aber auch die delegierenden Staaten lassen sich diese Veranstaltungen schon etwas kosten! Um der Idee der Völkerverständigung zu dienen? Aber nein, um nationalen Ehrgeiz zu befriedigen! Er gilt ja Wiel weniger, sportlichen Internationalismus zu pflegen, als sich vor den anderen Nationen mit eigenen nationalen Leistungen zu brüsten! So Ist diese Olympiade zu einem grohen nnd schillernden Gehäuse ohne Kern geworden. Der Apparat ist geblieben, die Idee ist beiseite geschleudert worden. Denn wäre man der Idee treu geblieben, hätte man nicht gemeinsam mit faschistischen Staaten und in einem faschistischen Staate die Olympiade veranstalten dürfen! Die Arbeiter-Olympiade in Antwerpen ist kleiner, viel ärmer an Prunk, und was bei der Berliner bürgerlichen Olympiade das wichtigste war, di« Erzielung von Rekorden, ist ihr unwesentlich. Ihr geht«S um Gesamtleistungen, sie zeigt, sie fördert den Massensport, und Sport ist ihr nicht Selbstzweck, ist untergeordnet der Idee, jener Idee, die allein noch bei den Avbeitem in guter Hut ist: der Idee der Menschlichkeit. Und sagt man: Demokratie, und sagt man Friede, und sagt man Internationalismus, es ist immer das gleiche. Heute werden groß« Menschenmaffen di« Straßen Antwerpens säumen, um den Z u g d e r Kinder an sich vorbeimarschieren zu lassen— Kinder vieler Nationen. Zweihundertsünfzig deutsche und tschechische Kinder aus unserem Lande unter ihnen. Fest der Kinder, Aufmarsch der Kinder, Turnen und Spiel der Kinder eröffnen dagroße internationale Treffen der Arbeiter- Sportler. Wenn wir schon heute die Olympiade grüßen, obwohl erst der Mittwoch der Tag des Aufmarsches der Rationen sein wird, so deshalb, weil wir es gern als gutes Zeugnis nehmen Wällen, daß es die Kinder sind, die als erste sich in Antwerpen zusammenfinden, Kinder vieler Natio- jiien, für die es ganz selbstverstkndlich ist» im anderen Kind nur das Kind, den Menschen zu sehen, ohne nach Rasse und Nation zu fragen. Kein heißerer Wunsch, den wir ihnen zusenden iänncn, als den, daß sie noch das Werdest einer .Welt- erleben, in der«S allen Menschen selbstverständlich ist wie ihnen, im Menschen nur den Menschen zu sehen! Für den Aufbau einer solchen Welt kämpfen alle die Arbeiter-Sportler» die nach Antwerpen kommen, kämpfen die Organisationen, die sie entsandt haben. Und weil«S sich nicht nur um ein Sportfest handelt, sondern in diesen Tagen Antwerpen der Schauplatz eines Fester des Werdenden und einer Kundgebung für Demokratie und Frieden ist, grüßen wir, grüßen alle Sozialisten unseres Landes die dritte Arbeiter-Olympiade mit so großer Freude. Das Wort, das die Freund« in Antwerpen einander zurufen werden, es klingt in unseren Herzen wider: Freiheit! 96—————————SB——S—5—S “ Roman von L Pringsheim Sonntags ging sic mit ihm aus, und er mußte ihr schon aus der Stiege den Arm reichen. Sie wollte imponieren und das glücklich behütete Frauchen spiele». Wenn cs ein bißchen windig war, pustete sie dauernd„hu, hu, wie kalt ist dem Frauchen" und der Ntopö mit dem gestrickten hellgrünen Wämschen paßte blendend als Zuhörer. Der Kanarienvogel sang schon lange nicht mehr infolge der Ucbcrfütterung des vielen Küssens. Er mußte „Frauerl" auf den Mund fliegen, das war dann der Kuß, der immer in hundertfacher Weise erwidert wurde. Frau Franzi schlief natürlich noch fest, wenn der Mann ausstand. DaS ältliche Dienstmädchen(eine junge' gestattete die Hausfrau nicht) stellte im tadellos gewichsten und wie ein Schaufenster auSsehcndcn Speisezimmer dar Frühstück hin. Dort las Dr. Glaser flüchtig die Zeitung und eilt« zum Amt. Heute blieb ihm ein Inserat hasten,„sonniger Süden" betitelt, indem in wunderbarsten Worten eine südliche Fahrt angepriesen wurde. Er dachte plötzlich ganz konkret: „Könnte ich doch allein dahin— meinetwegen sterben— ach richtig, es heiht ja.Neapel sehen und dann sterben'." Und wieder war daS merkwürdige Gefühl am Herzen. Der Schweiß trat ihm auf die Stirn, und kaum konnte er so pünktlich wie sonst sein Amt betreten. Frau Franzi schlief noch, dann klingelte sie, setzt« eine leidende Miene auf und sagte zum Mädchen, sie habe miserabel geschlafen, kein Auge zugetan, sie wolle das Frühstück ans Bett. Das Mädchi» heuchelte Teilnahme. ES heuchelte Immer, wollte aber die relativ gute Stell« behalten, lieber die Gnädige in Kauf nehmen. Franzi befahl nur dünnen Dee und einen Zwieback— dabei schielte sie aufs Mädchen, um die Wirkung diese» asketischen Krankenwunsches zu beobachten. Das Mädchen sagte prompt:„So wenig, gnädige Frau? Aber da werden ja gnädige Frau ganz schwach?!" Franzi war befriedigt. Als das Mädchen hinausgegangen war, eilte Franzi zum Schrank, holte eine Schachtel der feinsten Keks heraus und versteckte sie im Bett. Tann nahm sie theatralisch das Frühstück ein und ah dann heimlich alle Keks. Das waren ihre Tricks, denn sie war auch noch geizig und hätte um die'Welt dem Mädel oder der Bedienerin nicht» angeboten. Deswegen wurden die guten Ding« versteckt— auch noch zum Zweck der Lohnkürzungen. Trotzdem verstanden sich Dienstmäd- ihen und Bedienerin mit einem Blick, und das Mädel wuhte sich schon Auswege zu schaffen. Die Bedienerin war eigentlich Franzi ein Dom im Auge. Aber sie behielt sie, da man ihr die FraU in irgendeinem sehr„feinm" Damenllub ange- lcgentlichst empfohlen hatte als einen-tzesonderen Fall, in dem Gutes zu tun wert war. Und etwas Gute» zu tun, war man schliehlich der eigenen Stellung schuldig. Md da diese Frau noch dazu im selben Hau» wohnte und die Leute auch sehm sollten, dah man sich Mädchen und Bedienerin hielt, ließ sie cs dabei bewenden. Dann verlangte Franzi di« Zeitung, Ms sofort den Roman und einen Raubmord und nicht» andere». Dann verlangte sie die Romanzeitschrist. Da» Mädchen sagte, die Zeitschrift sei noch nicht da. In Wahrheit la» da» Mädel immer züerst die Romane und gab sie dann erst der Gnädiaess/': Franzi wurde wütend ob der Verspätung', langweilte sich entsetzlich und verlangte den Mop». Ja, der Mops sei unten mit der Frau Hardt!— Das war zu viel! Franzi redete Ununterbrochen auf das Mädchen«in'und drohte schließlich mit Ge« Haltserniedrigung, da die Zeiten so schlecht seien. >„Aas glauben Sie, wie wir Uli» einschränken, ich habe noch nicht einmal die Sachen, die ich unserer Stellung schuldig bin, denn all die Abgaben". Derweil spazierte Frau Hardt verbissen mit dem Mop». Um dieselbe Zeit verabschiedete sich flüchtig und«ilig eine Treppe höher in der kleinen Wohnung mit Einzelzimmer und Bad äin Mann von einem Mädchen, welches noch im Bett ürg und mit grohen, kühlen, wissenden Augm die Bewegungen des Mannes verfolgte. Er war ärgerlich, weil es später war, al» er gewollt hatte. Abend» lernte er das hübsche große 9!ibe! im Tanz lokal kennen, sie tranken viel, und er begleitete sie. Wahrscheinlich war der Wein schlecht, denn ihm wurde übel und er schlief spät«in. Als er erwachte, mußt« er sich erst besinnen, was geschehen war. Aber noch dominierte di« Uebelkeit, und Verliebtheit und Sinnlichkeit waren gänzlich fort. Gottlob,, man konnte baden, ein schöne» Badezimmer, überhaupt ein feines Mädel, wber sicher teuer, und so viel Geld hatte er nicht. Er legte rasch seinen letzten Schein, zehn Schillinge, hin und fragte nach der,Telephonnummer, kühte , flüchtig ihre Hand— empfand den etwas zu stark parfümierten Schlafzimmergeruch als lästig und sprang erleichtert die Treppen hinunter, in den Morgen hinein. Auf der Treppe kam Frau Hardt mit dem Mops und sah den jungen, netten Mann verständnisvoll an. Er bemerkt« mit der aus- , geprägten Eitelkeit eines kleinen Kabarett-Schau» spielers den Blick der älteren Frau und quittierte jhn al» selbstverständlich. Dann in» Kaffeehaus, dort war das Mädel und die Nacht schon halb vergessen. Aber«S war doch ganz schön, schließlich hatte man cS ja satt, immer mit den Berufskolleginnen zu schlafen, es war.doch mal was anderes. Während er frisch gebadet- und mit schwindendem Kopfweh die Zeitungen laS, stand da» Mädchen auf und lüftest mit etwa» angewidertem Gesicht die zerdrückten Betten.«Eigentlich'schade um die hübsche Wäsche", dachte sie. Dann ließ sie sehr heißes Wasser in di« Wanne und badest ausgiebig. Die zehn Schilling« hatte si« sorgfältig vestvahrt. Sie hatte noch nicht einmal auf 19 Schillinge gerechnet bet dem Jungen, Aber wie sollst c» nur werden bei der zunehmenden Konkurrenz? Sie hatte es ja nicht nöttg, an Straßenecken zu ssthen—«8 gab auch da allerlcj^ge- sellschastliche" Abstufungen. Sie fand immekden einen oder anderen solideren Herrn im Kaffeehaus oder Tanzlokal. Aber es war auch kein leichter Beruf! Die diele körperlich« Pflege, guten Kleider ustv., die unbedingt nötig waren— denn bei der 28jährigen konnte man nicht mehr ganz den weichen Charme der zarten Jugend entdecken— all diese unbedingt notwendigen Hilfsmittel, um wirklich reall von Männern leben zu können, kosteten Geld. Da sie eine stille, fast bescheiden zu nennende Mieterin war, ihr Zimmer, Baderaum und kleine Kochnische tadellos sauber hielt, da«s noch nie zu Lärm oder Exzessen bei ihr gekommen war, ließ man sie wohnen. Die nächtlichen Herrenbesuch« wurden auch wenig'bemerkt in dem Riesenhau», dem vielen treppauf, treppab und. den diversen Stiegen. Die Portierleute wußten es, aber wie sollten sie. sich entrüsten, wo so vielfältige» Schicksal sich abspielte und ihr Interesse an den Parteien., sich mehr auf regelmäßige» Zahlen de» Mietzinse» und der Innehaltung der Hausordnung beschränkte? Portier» waren sehr ordentliche lstnk, bei ihnen blitzte alle» vor Sauberkeit Und Rechtschaffenheit. Die Kinder hatten Arbeit, die Alten besorgten tadellos da» Hau». Di« Frau"schlurfte nicht in abgetretenen Filzpantoffeln und dem bekannten schmutzigen geblümten Schlafrock direkt Wer dem Hemd ungewaschen herum. Sie' sah immer sauber und angezogen au»)' die Wohnung beherbergte keinen schmutzigen Lappen, keinen, Staub, und' wenn dst verschiedenen Parteien mit ihren Anliegen hereinkamen, war der ständig«. AuSrufi„Haben Sie e» aber schön und gemütlich!"' (Fortsetzung Mgt.i Nr. 17 3, Sonntag, 28.Juli 1037 Seite 3 Die Sorgen des Herrn Dr.«lieber "Ä delshochschule. Denn das Studium an der tschechischen Handelshochschule ist nur jenen Deutschen möglich, die die tschechische Sprache vollkommen beherrschen, und das. ist-«ineBedingung,die bei dem bestehenden mangelhaften Tschechischunterricht an deutschen Mittelschulen nur von wenigen erfüllt werden kann. Damit ist nun nicht gesagt, daß der deutsche Kommerzingenieur die tschechische Sprache nicht vollkommen. beherrschen muh, im Gegenteil, an der deutschen Handelshochschule soll er in der tschechischen Handelssprache bis zur Vollkommenheit ausgebildet werden, aber es ist ein Unterschied, ob«in Deutscher mit mangelhaften Tschechischkenntniffen an einer tschechischen Hochschule studieren soll, oder ob er seine Muttersprache als Unterrichtssprache hat, Bor einigen Wochen hat der Generalsekretär des Einheitsverbandes Abgeordneter Robert Klein auf einer Kundgebung darauf hingewie- sen, dah 20.000 sprachenkundige Vertreter und Agenten benötigt werden, um vor allem im Ausland das tschechoslowakisch« Erzeugnis zu verbreiten. Solche Vertreter und Agenten müssen mit Hinblick auf ihre grohe Verantwortung gegenüber unserer Industrie sprachlich und kommerziell vollkommen ausgebildet sein, sie müssen den tschechoslowakischen Staat repräsentieren können. Auch dieser Mangel könnte erfolgreich durch Absolventen einer deutschen und einer tschechischen Handelshochschule behüben werden. Die Erfahrungen, die man bei der Bekämpfung der seht etwas abnehmenden Wirtschafts-, krise gemacht hat, haben gelehrt, dah das vielleicht' vor dem Weltkrieg zulässige Prinzip„Laisser faire,' laiffer aller", d. h. den Dingen im Wirtschasts-, leben ihren Lauf zu lassen, in der heutigen Zeit) unbrauchbar und schädlich ist. Unsere Wirtschaft, muh planmässig organisiert sein, die Wirtschaftskrisen können nicht mehr durch die sogenannte„Intervention-Politik" behoben werden» bei der man«ine schadhafte Stelle zudeckt und die Krise an einer anderen Stelle wieder Herbortritt, Der planmässige Aufbau'unserer Wirtschaft über soll von Leuten durchgefühkt werden, die durch gründliche theoretische Vorbereitung mit der Materie vollkommen vertraut sind." Ernennung auch deutscher Postvorstande Die Pvstverwaltung seht di« Neuaufnahme Von Postvorstätiden fort. Außerdem erfolgen nun auch die ersten Vergebungen der ausgeschriebenen Postvorstandsstellen. Von den ernannten vier Postvorständen ist einer ein Deutscher. Neu aufgenommen werden Posworstände im Bereiche der Post« und Telcgraphendirektion Brünn b;i folgenden Postämtern: Unterlangendorf bei Sternberg, Jedowitz bei Boskowitz, Rowekin, Taitenitz bei Hohenstadt; im Bereich der Postdirektion Pardubitz bet den Postämtern Pölitz, Marschendorf I und Zdiretz; im Bereiche der Prager Direktion beim Postamt Prag 18. Auch bei . den neu ausgeschriebenen Borstandsposten werden Deutsche berücksichtigt, um so mehr, als auch diesmal die in Frage kommenden Postämter, namentlich Mährens, vorwiegend in deutschen Gebieten liegen,.(DND), Herrn Doktor Quido Klieb er,, Großagrarier und Abgeordneten der Sudetendeutschcn Partei, haben wir jene berüchtigte Rede vom 2. März 1037 im landwirtschaftlichen Ausschuh des Abgeordnetenhauses zu verdanken, in welcher i m NamenderHenleinparteidieagra- rischenForderungenäufEin- schränkung der Margartneer» z e u g u n g, auf Einführung neuer steuerlicher Belastungen, mit einem Wort auf Verteuerung des Konsumentenhaushalts und Vernichtung der Arbeitsplätze deutscher Arbeiter eine um so weniger unerwartet« Stütze fanden, als nicht einmal tschechische Parteien sich bereit fanden, diesen Versuchen der tschechischen Großagrarier Schützen Hilfe zu leisten. Dr. Klieber verlangte damals Mah- n'ahmen gegen die angebliche Ueberdimcnsionie- rung der Margarineerzeugung, er beschuldigte die Regierungsparteien und die Regierung, dass sie zuließen, dah soviel Margarine auf den Markt komme, er empfahl die Einführung von Bezugsscheinen für Margarine, wie sie in Deutschland bestehen, und all dies tat er nur deshalb, weil die Großagrarier 84 Waggons Butter nicht zu einem ihnen passenden Preise absetzen konnten. 84 Waggons Butter, das ist ungefähr ein halbes Hundertstel unserer jährlichen Butterproduk- tion l Der SdP waren sie aber wichtig genug, um eine Drosselung der Margarineerzeugung zu fordern, den Konsumenten einen erschwinglichen Fettstoff zu entziehen und deutschen Arbeitern in den deutschen Margarinefabriken den Arbeitsplatz wegzunehmen l Seit einiger Zelt aber bemüht sich der ehrenwerte Herr Abgeordnete, den Margarinearbeitern beizubringen, dah er stets nur auf ihr Wohl bedacht gewesen sei. Seitdem er mit seinen Wünschen im landwirtschaftlichen Ausschuss durchge- fallcn ist, weil die sozialdemokratischen Parteien diesen gemeinsamen Angriff der tschechischen Agrarbaron« und der Sudetendeutschen Partei zurückschlugen, ist Herr Doktor Klieber wieder ein warmer Freund der Margarinearbeiter geworden; jetzt lässt er keine Gelegenheit vorübergehen, ohne Wer die Gefährdung der deutschen Margarine- jnduftrie durch daö Margarinegeseh Klage zu Nir«hie deutsche'. Handelshochschule Im»Werkstudent" lesen wir in' einem Äuf- sätz.vonHfriedrlch ÄÜstitz st, a.: „Mit demselben Recht, wie ei neben der Deutsch-tschechische Zusammenarbeit. von Lehrern und Schülern w Der Riiisky svaz uiitelstva mMfansk’ych äkol(Reichverband der Bürgerschul-Lehrerschaft) veranstaltet in der Zeit vom 1. Juli bis 31. Juli im Einvernehmen mit dem Reichsverband der deutschen Bürgerschullehrerschaft in der Tschecho- flow. Republik in§ e r m n a bet Gcicrsberg ein Ferienlager mit einem Konversations-Sprachkurs für die Kinder seiner Mitglieder. Der Kurs zeitigte bis jetzt sehr gut« Erfolge. Täglich wird' in zwei besonderen Kursstunden konvertiert, wobei insbesondere auf das Lebensnahe grosser ' Wert gelegt wird. Die Kinder sind in fünf Grup- pen, je nach d«r Kenntnis der deutschen oder tschechischen Sprache, eingeteilt. Di«.Konversation ist 'so geregelt, daß an einem Tage nur deutsch und am anderen Tage tschechisch gesprochen wird. Die Konversation beschränkt sich nicht nur'auf das Lager selbst, sondern wird auch auf den Spaziergängen^ betriebene Die tschechischen Lehrer'des Kurses.sprechen nist den deutschen Kindern tschechisch,''während die deutschen Lehrer mit den tschechischen Kliidern wiederum nur deutsch sprechen. Es ist dies der erste Versuch, den die beiden genannten Verbände im verständnisvollen Einüer- nohiyen gemeinsam unternehmen und es ist jeden« sälls der weitere Ausbau dieser vorzüglichen Idee zu.begrüben..? natürlich aus die paar Sommermonate gerichtet, aber auch hier weichen sie durch die Zulassung ausländischer Kräfte in ihren Erwartungen betrogen. Ein bezeichnendes Beispiel dafür bietet Marienbad. In fast keiner der dortigen Bars werden Inländer beschäftigt,, obwohl in diesem Genre an ausgezeichneten Kräften durchaus keiir Mangel herrscht. Im Kursaal konzertierte bis vor einigen Tagen eine einheimische Kapelle zur allgemeinen Zufriedenheit. Da kam das Damenorchester Alma Ross aus Wien hereingeschneit, und anderen Tags waren die e inheimischen Musikerbeschäftigungslos. Sie müssen nun ihren Anspruch gerichtlich geltend machen .Und werden vielleicht in einem Jahre zu ihrem Geld kommen, aber bis dorthin können sie von der Luft leben, denn in dieser Saison finden sie nirgends einen Posten. Es scheint,' dass das Landesamt mit der Erteilung von Arbeitsbewilligungen bei ausländischen Musikern allzu freigebig ist, führen, durch dasselbe Gesetz, welches ihm noch vor vier Monaten zu wenig scharf wär! Sein letzter Beweis sind zwei Bilder im »Trommler", dem Aussiger SdP-Blatt, welche die Niederreissung einzelner Trakte einer Margarinefabrik in Nordböhmen darstellen. So heisst es im Text und als Begründung wird angeführt, dah der Betrieb infolge der Margarineverordnungen sehr stark eingeschränkt werden musste. Damit sollte also wieder ein»Verbrechen der Sozialdemokraten" dokumentarisch nachgewiesen werden. An Armseligkeiten solcher und ähnlicher Art' sind wir jetzt nachgerade gewöhnt. Wir finden es auch ganz natürlich, dass man nach jedem Strohhalm greift, wenn man in der Situation ist, in welcher sich»Trommler" und Klieber befinden. Ueberraschend ist nur das Ausmass des Unsinns, der diesmal serviert wird. Wir stellen also fest: Die beiden Gebäude, welche der»Trommler" abbildet, sind Objekte der ftühere« Seifenfabrik der Firma Weinmann in Krischwitz. Diese stillgelegte Fabrik wurde nach dem Kriege von den Centra-Werken übernommen, die auf dem Terrain ihre Margarinefabrik errichteten. Beide Gebäude standen aber seit einem Jahrzehnt leeri Vorübergehend waren sie an die Firma„Colas" vermietet, welche dort Asphalt erzeugte. Damals waren die beiden Objekte sogar durch eine Umzäunung und einen separaten Zugang von der Centra-Fabrik getrenntl Es ist also eine grobe Unwahrheit, wenn man die Niederreissung der Gebäude mit der Kontingentierung der Margarine in Verbindung bringen will. Die Abtragung erfolgte überdies schon im Frühjahr 1088, also zu einer Zeit, wo ein Zusammenhang mit der Kontingentierung erst recht nicht herzustellen warl Herr Dokwr Klieber hat also wieder einmal weit vorbeigeschoffen. Der Versuch, sich zum Retter der deutschen Industrie und der deutschen Arbeiter aufzuwerfen, ist ebenso misslungen wie die Umwandlung von Asphalt in Margarine. Wundern wir uns nicht: 64 Waggons Butter sind eben nicht leicht loszuwerden I- I Derselbe. In der neuesten„Rundschau" des Herrn Henlein ist folgende amtliche Meldung in völlischem Turnverein-Deutsch zu lesen: „Wegen Verlustes des BczirkSamtSwalter« ausweises Nr. 848, lautend auf den Namen Anton Hahn, Gastwirt, Winterberg, Ringplatz Nr. 46, wird derselbe hiermit für ungültig erklärt," Hoffentlich kränkt sich derselbe, nämlich Herr Hahn, nicht allzusehr darüber, dass er hiermst für ungültig erllärt wurde..- Unsere Roten Fallen auf der Reise nach Antwerpen. Ein Telegramm aus Straßburg vom Vormittag des Samstag meldet die gute Ankunft der Kinder in Frankreich. Sie setzen ohne Aufenthalt die Reise nach Bedien fort. Groh, Funktionär-Versammlung des Bezirkes Teplitz-Schönau. Freitag abends versammelten sich 277 Funttionäre und Funktionärinnen aus allen Lokalorganisationen, Gewerkschaftsgruppen und Kulturorganisattonen unter dem Vorsitz des Bezirksvertrauensmann-Stellvertreters Emil Haase zu einer Plenarversammlung, in der Karl Kern(Prag) über die polittsche Situation und die spanischen Ereignisse sprach. Seine eineinhalbstündigen Darlegungen umfassten die letzten Geschehnisse in der spanischen Innenpolitik, das Problem der Nichteinmischung und. hie.politische und militärische Situation i»uSpanien,.Dem Vertrag folgte langanhaltender, stürmischer Beifall.—- Der Vorsitzende des Propagandaausschusses, Franz Seidel, sprach hierauf Wer den am 14. und 16. August stattfindenden Kreisarbeitertag in Teplitz-Schönau, skizzierte das Programm und erläuterte die notwendigen organisatorischen Arbeiten. Besonders die„Ausstellung zur Kultur, Geschichte und Leistung der Arbeiterbewegung, Freiheit und Licht" wird vom Schaffen in den letzten Jahrzehnten Zeugnis Wiegen. Am 7, August erscheint di«„Freiheit" anlässlich ihres 40jährigen Bestandes als Festnummer. Sein Appell zur Teilnahme aller arbeitenden Menschen fand freudigen Widerhall. Franz Schaffarsch .schloss mit einem markanten Aufruf zu regster 'Werbetätigkeit für diese grosse Manifestation, die Tagung- AuSbildung von Gendarmerie und Polizei im Rettungsschwimmen. Die Deutsch eL eben s- ,rettungsgesellschaft hat sich an die .massgebenden Ministerien mit dem Vorschlag gewendet, die Organe der Gendarmerie und Polizei im Rettungsschwimmen auSzubilden. Es wird nun erwogen, diesen Borschlag im Rahmen der neuen Badeordnung, deren Entwurf eben im Gesundheitsministerium behandelt wird, durchzuführen. Gleich- zeitig soll die Forderung, dass alle Bademeister, Führer usw. geprüfte Rettungsschwimmer sein müssen, gesetzlich geregelt werden.(DND.) -Ä. Di« Kinderkarten der Deutschen Jugendfürsorge erfreuen sich ständiger Beliebtheit. Im Jahre )1S3S konnte wiederum«ine neue Auflage, diesmal imit neuen Bildern, herauSgegeben werden. Die Kar- ten sind bei allen Bezirksjugendfürsorgen, in den Mütterberatungsstellen, bei den Ortsausschüssen, Fürsorgeschwestern und Mutterschulungen erhältlich. Schriftlich können sie ausserdem bei der Deutschen Landerkommission für Kinderschuh und Jugendfür- sorge sn Reichenberg, Waldzeile 14, bestellt werden. Der Preis der Karten ist trotz ihrer gediegenen SuS- führung sehr niedrig. Ein Stück kostet 60 Heller,«in ganzes Dutzend S Kd. Das Blumenwunder von FrauzenSbad. Samstag, den 2t. d. M„ wird in der städtischen Gärtnerei in»Franzen»bäd auf die Dauer von 14 Tagen ein« grosse Blumenausstellung eröfinet. Sie ist ein Werk der städtischen GarteninfpektorS W. O. Pfifte r. Pfister ist ein Künstler seiner Facher. Er beschränkt', sich nicht vielleicht nur darauf, althergebrachte Blu- men zu züchten, sondern er ist stet» bestrebt, nach mühevollen Versuchen und Besteubungrkunstftückchen, -Neuer zu bieten. In einem verhältnisniässig engen Raum'sind gegen zweimalhunderttausend' Blumen, -Zierpflanzen, Zier«'und Schmuckbäumezueiner betäubenden Färbensymphonie vereinigt. Sellenheiten: ein Orangenbaum mit grossen,«tziareti Früchten und-ein, ganzjährig blühender Marschall-Niel-Rosen- .strauch. Gerhard Unger, Musiker-Elend Unter diesem Titel lesen wir In unserem Karlsbader„Volk-Wille"-unter anderem:' In den Kreisen der BerufSmufiker, die nach wie vor einen, schweren Existenzkampf führen, herrscht grosse Verbitterung über die immer mehr um sich greifende Verengung'ihres Arbeitsgebietes durch, a u S l ä n d i f ch« Kräftc. Während ein«, heimische.Musiker nur. selten im Auslande«in« auskömmliche Existenz finden, und das erst nach; Ueberwindung grosser Schwierigkeiten, müssen sie) sich in der Heimat meist mit zweitrangigen Arbeitsplätzen begnügen, während die guten Plätze tschechischen juridischen Fqkultät eine deutsch« giirt, von, ausländischen,Kapellen besetzt itzerden, Im verlangen Wir ble.Errichtung einer deutschen Han« I Baderdreieck ist^die ganze Hoffnung«v MuftkeH Das Böhmerwaldlied-Donkmal, das am 26. Juli in Eleonorenhain enthüllt wird..Entwurf: Ernst Blumentritt, B.-Budweis, Ausführung: Kurt L e i p e r t, Winterberg. Patriarch Varnava gestorben Belgrad. Patriarch Varnava, das Haupt der serbischen orthodoxen Kirche, ist Freitag um Mitternacht gestorben. Der im Alter von 67 Jahren Verstorbene stand sechs Jahre an der Spitze der orthodoxen Kirche. Während des Weltkrieges hat er den Marsch der serbischen Armee über Albanien mitgemacht, war mit den Resten der Armee einige Zeit in Korfu, worauf er an die Salonikier Front zurückkehrte. Die Wahl des neuen Patriarchen führt das Wahllollegium durch, in welchem auch der Ministerpräsident und die aktiven Minister orthodoxen Glaubens die Mitgliedschaft besitzen. Mit absoluter Mehrheit der Stimmen wählt dieses Kollegium seine Kandidaten, aus denen einer vom König zum Patriarchen ernannt wird. * Belgrad. Aus dem Aügeordnetcnklub der ju- goslawischen Radikalen Union wurden 16 Abgeordnete ausgeschlossen, tvelche die Disziplin verletzt und gestern'gegen das Konkordat gestimmt haben. Der Klub der jugoslawischen National- pari«!-(Zivkovii-Jevtii!).-hat- den-Abgeordneten Dr. Nvvatan ausgeschlossen, weil er sich nicht zur Abstimmung eingefundcn hatte.' Säuberung des Komsomols London. Weitere Verhaftungen In der Sowjetunion werden nach London berichtet. Dem „Daily Herold" zufolge sind eine Reihe von Technikern und Professoren, die die Pläne für den Wolga-Don-Kanal ausgearbeitet haben, in Haft genommen worden. Die Arbeit von vier Jahren und ein Aufwand von 16 Millionen Rubeln sollen vergeblich gewesen sein. Weiters sind dem Blatte zufolge neun Politiker in Ungnade gefallen. Es sind dieS: Rad zutak, der Vizepremier und Kandidat für das Politbüro, ferner Suliniow, der Vorsitzende der Kommissäre der RSFSR, ferner Bubkin, Chefredakteur der„Komfomofkaja Prawda", der grössten russischen Provinzzcitnng, dann Feinberg, Jlinski und Lukianow, Mitglieder des Exekutivansschusscs der Komsomol sowie drei ukrainische Leiter der Komsomol. Hinrichtungen In Berlin Berlin.(DNB.) Die vom Volksgerichtshof am 17. Feber dieses Jahres wegen Landesverrates zum Tode und dauerndem Ehrverlust verurteilten Josef Michnia(28 Jahre alt) und Paul Matischek(27 Jahre alt) sind DamStag morgens hingerichtct worden. Wie das DRB weiter dazu meldet, waren Michnia nnd Matischek Grenzbewohner, die durch Geldznwen- dungen von ausländischen Grenzbeamtcn für de» fremden Nachrichtendienst angewortc» worden seien. Keine Verschmelzung! Paris. Der kommunistische Deputierte Tho- rez sprach sich in der Schlusssitzung des Partei- Vollzugsausschusses. für die Bereinigung der sozialistischen und der kommunistischen Partei zu einer einheitlichen Partei des Proletariats aus.„Populaire" antwortet darauf, dass.die Sozialisten zwar für eine enge Zusammenarbeit der beiden grossen Parteien des Proletariats'eien, die B e d i n g u n g e n der Kommunisten für die Vereinigung aber ab l ohne n.. Große PulverexpEosion Belgrad.(HavaS.) Wie auS Kragujcvaä gemeldet wird, ist in dem Dorfe S t r a g a r i ein P P l v e r m a g a i; i n in■ die Luft geflogen. Die Explosion war bis nach KragujevaL zu hören. Die Sachschäden sollen gross sein. Fünf' Personen wurden getötet und fünfzehn vier letzt. Veite 4 Sonntag, 25. Juli'1037 Rr. 173 Chinesische Elitetruppen aus Nanking auf dem Marsch Frage an einen Führer lind wachst du manchmal auf In dunkler Nacht und hörst beklemmt, als wär'« in schwerem Traum,, das dumpfe Dröhnen einer femen Schlacht? Dehnt sich das Zimmer dir zum weiten Raum, und hörst du, wie der Krieg sein Mordlied brüllt, und siehst du, wie mit Grausen bis zum Saum um dich Verlohnen sich das Weltall füllt? Und fühlst du, wie die Schuld,«In schwarzes Tuch, dich Unrettbaren gnadenlos, umhüllt? Und steht dor deinen Augen jenes Buch, in dem sich Strich um Strich dein Konto mehrt und Tat an Tat sich reiht und Fluch an Fluch? Stehst du das Land, das dein Gebot verheert, die Trümmerftatt, dir schwarze Wüstenei, in die dein Wort das reiche Feld verkehrt? Und hörst du eines Kinde« Todesschrei, der wir ein Blitzschlag durch die Mordnacht flammt? Weiht du: ich bin gerichtet und verdammt, und ahnst, daß nie und nirgends Gnade sei? Ma; Barth. SatlsfaktlonsHihlg Früher, in der schlechten alten Zeit, war das nur der Offizier und der akademisch Gebildete. Menschen minderer■ Ehre, zum Beispiel solche, die sich durch Selbstbildung einen reichen Wisscnsschatz erworben hatten, die in der Wirtschaft etwas geleistet hatten, waren cs nicht. Peter Rosegger wäre, auch wenn er nicht grundsätzlicher Gegner des Duells gewesen wäre, nicht satisfaktionssähig gewesen. Ein verbummelter Student war ihm an„richtiger" Ehre hoch überlegen. In der verruchten Weimarer Republik hielt>>ian— abgesehen von den„exklusiven" Kreisen— nicht sehr viel vom Duell. Das ist jetzt anders geworden! Ein neuer Ehrcnkodcx der deutschen Studentenschaft schreibt genau vor, wann sich ein Student beleidigt fühlen und sich schlagen mutz. In schweren Fällen mutz der Zweikampf mit Säbeln fortgesetzt werden,„bis einer der Gegner nach seiner oder des Arztes Meinung nicht mehr fähig ist, auf den Beinen zu stehen". Halb-, Dreiviertel- und Volljuden find natürlich nicht satisfaktionsfähig. Einen Vierteljuden kann zum Beispiel ein vollarischer Held so gemein beschimpfen, wie er nur will— der Beleidigte kann weder Genugtuung wit dem Säbel verlange», weil er nicht satisfaktionS- fähig ist, noch mit Aussicht auf Erfolg klagen, weil dann nicht der Schimpfer, sondern der Beschimpfte verurteilt wird.— Aber nicht aus- geschlossen von der Satissaktionsfähigkcit sind die deutschen Arbeiter! Das heißt man doch wirklich, aus den Proletarier» vollwertige Volksgenossen machen! Zwar wird nie ein Arbeiter einem Studenten im Duell gegenüberstehen, aber schon das Bewußtsein, daß das theoretisch immerhin möglich ist, muß cwaS wert sein.— Nein, Duelle zwischen Arbeitern und Studenten wird es nicht geben. Aber die Ar- beiter werden einmal zur Mensur antrotcii! Und dann werden sie ihr großes Duell nicht mit Säbeln austragen. Zum Tode Karl Tschnppiks schreibt nnS L. K.-Tcplitz: Wer Tschnppiks pubilizistische Tätigkeit schildert, darf keinesfalls seine sozialistischen Slnfängc verschweigen. An dem deutsch und tschechisch geschriebene»„Organ der sozialistischen Jugend", das vom Oktober 1887 bis zum September 1888 erschien, der„Akademie", als deren verantwortlicher Redakteur Alfred Meißner und als deren Herausgeber F. Tomäsek und Otto Pohl zeichneten, hat auch Karl Tschuppik «nitgcarbcitet. Der zwanzigjährige Hörer der Prager Technik hat sowohl den Kunstrichtungen der Zeit seine Aufmerksamkeit geschenkt und der „Döcadence" um die Jahrhundertwende scharfsinnig jegliche kultnrschöpfcrische Kraft abgespro- chcn als auch gelegentlich volkswirtschaftliche Fragen behandelt. Eine Auswahl aus den meist, von, jungen Studenten geschriebenen Anfsätzcn der Zeitschrift würde noch heute ihre Leser finden; Tschuppik dürste unter den Autoren nicht fehlen. Zur Reise George LansbnrhS»ach Rom. jsJ. I.) Der„Nuovo Avanti", das Organ der italienischen Sozialistischen Partei, veröffentlicht einige Bemerkungen zur Reise des Genossen L a n s b u r h nach Röm und zu den Erklärungen, die der gewesene Führer der Arbeiterpartei der Presse gegeben hat, u. a. die folgende: Mussolini will den Frieden. Ist das der Grund, war- um er aus Italien eine ungeheure Kaserne »nächt? Ast das der Grund, warum unser junger Genosse P e s e n t i... richtig, hat LanSbury jemals etwas von dem jungen Professor Pesenti gehört? Erinnert er sich vor einigen Jahren in London den Besuch eines jungen Mannes emp- ifangen zu haben, der England und die Engländer gründlich kannte? Dieser junge sRann. ist heute im Gefängnis von Civita Vecchia unweit von Roi», weil er vor zwei Jahren gewagt hat, sich gegen den faschistischen Krieg in Abessinien. zu erklären. Er ist 25 I äh re alt. Er wurde z u 25 Jahren Gefängnis verurteilt,. Die 25 Jahre. Zuchthaus für Pesenti. Die Kanonen und Flugzeuge Mussolinis. Die Brand- uud Explosivbomben auf Madrid und Bilbao.' Die Massaker von Addis Abeba. Die. 68.880 Faschisten, die in Spanien Krieg führen— das ist die Friedensliebe Mussolinis, vor der der Friedensfreund LanSbury seine Bücklinge macht. Genosse LanSbury, wir achten Ihre weißen Haare und wir bezähmen unsere Empörung. Aber wir haben dip Pflicht, Ihnen zu sagen? daß es Komödien gibt, bei denen uns übel wird." „Die Bonzen im Speck!" Wie wohlvcrtraut ist uns dieser Rufi Er wird, von denen erhoben,! die in Ehrfurcht, vor einem teuren Führer-Auto erschauern. Er wird erhoben gegen— na, selbstverständlich gegen. die Vertrauensmänner der Arbeiter! Er wurde, aus Deutschland übernommen, lvo er gute Dienste getan hat im Kampfe, gegen den Marxismus und mitgcholfe» hat, die Rufer cmpörzutragen zu jene» gesellschaftlichem Höhen, auf denen Autos, Villen und sonstiges Zubehör der„feinen Leute" selbstverständlich ist. — Die bürgerliche, aber freilich demokratische Basler.„National-Zeitung" berichtete dieser Tage über die Lebenshaltung jener Nazi-Größen, die früher so sehr gegen die marxistischen„Bonzen" gewettert haben: ..„Die geplagten deutschen VolkSumsszn vergleichen heimlich empört ihr eigener dürftiger Dasein mit dem üppigen,, keine Kosten und kein Maß scheuenden Lebensgenuß,ihrer.gnädigen Herren und Obern. Da von einem gewissen Grad in der Hierarchie an die Kontrolle über die Staatsgelder aufhärt,."sind die teuersten Autos, die teuersten. Gastereien, die, teuersten Weinkeller, die. teuersten. Wäschegeschäfte und die teuersten Schneider gerade gut genug. Der preußische Ministerpräsident Braun, einer der mächtigsten Mkäimer im Weimarer Staat, hatte eine Vierzim- mcrwohnuug inne. Der Reichsinnenminister Se- vcring benützte sein staatliches Dienstauto meistens nur zu Dienstfahrtcn und mischte sich abends,• Sie Hände auf dem Rücken, brav kleinbürgerlich, unter die Bummler auf dem Kursürstendamm. Auch die Herren heute kannten vor dem Jänner 1888 fast durchwegs die persönliche materielle Bedrängnis. Jetzt hat ein jeder seine Villa, seinen Palazzo im Grünewald oder Dahlem, se i n S o m m e r h a u S am Meer, an einem bayrischen See oder i n d e n B e r g e n. Der Schreiber dieses Artikels hatte dieser Tage in Paris Einblick in eine Musterkollektion von Menüs, besonders auch kleiner,.mehr intimer Empfänge durch gcgewvärtig führende Berliner Herren. Ein ausländischer Diplomat sammelt diese „Speiscfolgen" als Beitrag für eine künftige Kulturgeschichte. So gut und so teuerwird a u ch b e i i n d i s ch e n und am e r i konische n N a b o bs lau m m e h r g e- taselt,.Hier ist vom„wehrpolitisch bedingten Rückzug auf den deutschen ErnährungSraum" auch nicht die Spur. Die die Riemen enger schnallende berühmte Autarkie gilt wirklich nur fürs breite Volk." So haben sich di« alten Kämpfer den Sozialismus im Dritten Reich.bestimmt nicht vorgestclltl Aber sie.haben einen Trost: ihre„Vorkämpfer" haben cs„geschafft"!.Wenn die'„FUHrer" gut kleben, begnügt sich die' wirklich völksberbiindene„Gefolgschaft" gern.mit verschlechtertem Brot. Wenn nur die„Führer" Speck ansetzen I- Dann haben die Geführten stuf alles Fett zu verzichten.,. .„Dir Russen kommen!". Aus Sachsen wird m den„Deutschland-Berichte»" der Sozialdemokratischen Partei folgendes. gemeldet:/„In einem Großbetrieb, mit.rmid 8888 Mann Belegschaft ist der Lustschntz sehr gut organisiert. Der Betriebszellen-Obmann wollte nun- da bisher jede Uebnyg sehr:gut.geklappt hätte,! einmal probieren,, wie die Sache unangemeldet klappen würde. Er setzte sich deshalb mit dem nächsten Kommando der Luftwaffe in Verbindung'!:und. erhielt auch die Zusage für ihre Mitwirkung: Eines Tages nun heulten im Werke,? die: Sirenen: der/Flugabwehr .und,'kurz daräuf erschienen ü Bombcnslngzenge und markiertest'einen Angriff auf das- Werk. Diä Wirkung.war.veMüfsend, Alles flüchtete hilfe rufend. Die Leute auf dem Hofe wollten ins Werk eilen und die Leute im Werl wollten hinaus. Vielfach hörte man Ruse:„Di e Rus s e n k o m- in c n 1" Von Luftschutz. war bei dieser Panik nichts zu spüren. Ein Denkmal für den Erbauer des Panamä- Kanals. Der Heeresausschuß in Washington"hat die Erbauung eines, riesigen Denkmals für den Erbauer des Panama-Kanals, den Ingenieur .General Goethals, genehmigt. Das Denkmal, .das zugleich ein mächtiger. LeUchtturm sein Ivird, wird 168.888 Dollar koste» und, beim Panama-Kanal stehen, wo cs sowohl den.Schiffen als auch den Luftfahrzeugen zur Orientierung dienen und ,von beiden Ozeane»? dem Atlantischen und dem Stillen, zu sehen sein.wird. Bergarbeiter-Tod. An- der Befreiung des Freitag auf der„Engerth"-Grube in K l a d n o von einer Kohlenschicht verschütteten V. Inna wurde bis znm gestrigen Vormittag. die ganze Nacht, hindurch gearbeitet. Inna wurde, unter der Kohlenschicht t o t aufgesundcn. Marroni• hinterläßt ein Riesenvermägen. Marroni hat den größten Teil seines Vermögens seiner Tochter Electra als seiner Universalerbin hinterlassen. Seine übrigen Kinder Denia, Giulia und Gioia erhalten die ihnen nach dem Erbrecht Anstehenden Beträge, Die Witwe wird das Nutznießungsrecht eines Viertels des- Hinter-. lasseNschäftsvermögens haben. Obwohl eine-genaue' Schätzung des Vermögens des verstorbenen Erfinders, das teils in Italien, teils im: Auslande angelegt ist, nicht möglich-ist? wird doch ivon fünf Millionen Pfund Ster- l i mg gesprochen. Im Testament, gibt cs-kcine besonderen Legate.. Er ist halt aa Scheine. An dcr Basler„Na- tional-Zcitung" erzählt jemand ein schönes,Reiseerlebnis aus Bayern. Er' war mit einem Ss- Offizier ins Gespräch gekommen, und der berich- tctc vom bevorstehenden Kunstsest in München Und dem Anteil des Führers an diesem'mit Recht auch außerhalb des'Dritten Reiches viel beachtete» Ereignis: Am vorigen Sonntag, da war der Führer ganz unerwartet zu einer I»- spcktio» gekommen und hatte sich de»-Plan zum siroßen historischen Zug vorlegen lassen.—„Da hat'r dann nur an Blick reiNgworfen und gleich gsagt:„Wer sein denn die Trotteln, die des gmacht Ham?"—„Ja," Hanis gsagt,„Des sein halt die Historiker, die Professoren!"—„Was," hat er gsagt, der Führer,„die Professoren? Raus ntit de Schpezialisten! Dös mach i selber!"— „Sehn S'i" sagte nun meine SS-Charge,„der versteht halt aa alles! Wo er dreinredt, da.miassn halt die andern das Maul halten!"'„Da hab i,mi," erzählte jetzt der Berichtende,«net halten sännen und hab zum SS-Mann, gesägt:.. Der Führer is hält a Schmie:., da kön» ma nix machen."—.„Ja," hat der SS-Mann: drauf gesagt-„dös sag»: ma äa imwerl"..■<, Ein Fasel, ohne h, also nicht der bekannte Prediger, sondern«in' anderer: katholischer Priester ist wegen„Unzucht" berürteilt, worbest,, Der „Angriff"' hatte von der Verurteilung des«Salon« läplänS" berichtet..' ,. Die. Mjsche.,WHmeisteriy.' Bei de»'.Pariser Weltmeisterschaften errgng H,e le n:e>. May e r ,(die.früher in^Deutschland. lsbje), den erste»: die Unggrin S cha ch e ra, dest zweiten, die.Oester» reichersn Ellen- P r e ih' dm.^dritten, Hreis. Sollte• man sich in.: reinrWgest Kreisest'-darüber ärgern, daß die Jüdinnen, Mgyepusid'HMß Weltpreise erlangten:': so mW mstn/WM! damit trösten,- daß sie keinesfalls' artgemäß- fechten..''> / Die. Maas, wird in ein neues Flußbett geleitet. Dieses Werk,-wird:188ll'beeiidet:sein-., Es wsirden. viele: Pläüe'.ausgearbeitet-.-:ufn:den Ueberschwemmungon- der' Maas vorzubcugen. Im Jänner. 1826-überschwemmte, dieseriFlützieinige Provinzen.(Närdbrqbänt: Limburg, Gelderland>, wobci ungeheure Schäden verursacht wurden. Es Wird: angenommen, daß: mgnssölche: Katastrofchen wir,w.is^Zukunft' nicht'Mehr.'zu-fÜrchtenibdäuchen, weil!- der von Dr<: E:' W. Lest),:ehhmaligem-iMi- nister':' für, öffentliche Arbeiten./ausgeärstditete Plan,, bereits.feister.Völtendungc.ientgetz'estgehtl i. Bei der' Melioration dcr Maas werden viele! A r b e.i t s los e b e s.ch ästig t. ES arbeiten dabei'1800-Mann ans vierzig holländischen Gemeinden. Durch die Arbeiten wurden auch' viele Hektar guten Bodens für Wiesen und Felder gewonnen, Bisher wurden insgesamt sechs Millionen Kubikmeter Erde versetzt. Nach BecN- digung der Arbeiten bei Balgoy iln'Jnhrc" 1838 wird»och die Erweiterung des Flußbettes zwischen Mook und Grave durchzusühren sein. Damit wird eine beinahe zehnjährige Arbeit beendet werden. Die Beendigung der Arbeiten wird ein Ereignis von weittragender Bedeutung fein.; Aus Antwerpen, der Stadt der in. Arbeiter- Olympiade bringt die neueste Nummer von NBC eine Reihe prachtvoller Bilder und ergänzt sic außer». dem durch Bilder und Berichte aus Belgien, dein Land«, das jetzt lausende Bcsncher der Olympiade kennen lernen werden- Ucbetdics berichtet ABC von dem belgischen Maler Wicrtz, der in seinen Bildern die Greuel der Kriege bekämpfte, erzählt ferner, wie im Fernen Osten„Zwischenfälle" hcrgcslellt werden, widmet Worte und Bilder den: Sänger des Böhmerwaldliedcs Andreas Hartauer. Zahlreiche Bilder von den Zeitereignissen, die Fortsetznng der spannenden RomancS„Schuß ins Kaffeehaus". Lesestoff, Rezepte für kleine Leckerbissen, Rätsel usw. sind in der neue» Nummer enthalten. ABE kostet trotz seines reichen Inhaltes nur XL 1.80 und ist überall erhältlich. Die amtlichen Ziehungslisten über die am 2.- «und 8. August stattsindende Ziehung dcr Staatslose zur Unterstützung der Bautätigkeit werden von der Direktion der Staatsschuld in Prag III., Malostranskt näm. 2, auSgegcben und können von dort gegen Einsendung von 1 Ui per Stück und 20 Heller des Portobetragcs(Drucksache) durch die Post- bezogcn werden. Dort sind zu demselben Preise auch die Ziehungslisten der vorigen Ziehungen sowie auch die neue Restantenliste Rr. 18 ssür die Jahre 1822. bis 1886) zum Preise von 8 Xi und 50 Heller der Portobetrages lDrucksache) zu bekommen. Die Bestellungen kiümen bereits jetzt erfolgen. Die amtlichen Ziehungslisten werden ausnahmslos nur ge-' gen Voreinsendung des entsprechenden Betrages ab- gefondet werden. Dcr Betrag kann mit„Bianco Erlagschein", welcher bei jedem Postamtc um fünf Heller erhältlich ist, eingesendet werden. Auf dem Erlagscheine ist an dem weißen Rande des mittleren Teiler oberhalb des Druckes„Erlagschein" die Kon- tonummcr 87.782.62, sowie auch kurz, wär zu senden ist, z. B.„Ziehungsliste vom 2. August"', an-'. zufüh'rcn. Die Adresse muß deutlich und leserlich jgeschriebm sei». Authentisch ist nur die amtliche' Ziehungsliste,- wogegen die, prwat auSgegebenen Listen ost Fehler enthalten, die Oeffentlichkeit unrichtig informieren und so Unannehmlichkeiten oft zur Folge haben...., WetterauSsichten unsicher. An der Vorderseite einer Druckstörung, welche von den Britischen Inseln bis nach Dänemark vorgerückt ist, hat er sich, in -unseren Gegenden, bei südwestlichem.Wind stärker "erwärmt. In einigen Orten stieg die.Tcniperatur bis auf 28 Grad an- Die allgemeine Wetterlage' gibt jedoch keine Aussicht auf ein längeres Anbau-• ern der schönen Witterung, da sich vom Ozcan her kühle Luft übet den Britischen Inseln hinweg' gegen daS Festland bewegt. Wahrscheinlicher Wetter heute: Zunächst noch ziemlich warm. Weiterentwicklung jedoch unsicher, namentlich' im Westen der Republik Schauer oder Gewitter. Später. etwas kühler. W e t t e r a u s.s i ch t e n für morgen: Veränderlich, kälter, Westtvind. Vom Rundfunk EmplehltniwertM aut den Programme« Montag Prag, Sender 1:16.05: Deutsche Presse. 11.05: Schallplattenkonzert: Dvokük, Schubert etc. 14.05: Deutsche Sendung: Hans Tichi: Bedeutung eines internationalen Handwerkerzentrums. 14.40: Volkslieder. 16.10: Konzert aus dem Baumgarten: Suppt, Bizet etc. 17.05: Salonorchester. 18.05: Deutsche Sendung: Aus der Sommerwohnung. 18.15: Franz Schubert: Lieder auS seinem Nachlaß.' 18,80: Deut», sche Presse. 18.00: Uebertragung aus Salzburg:' Verdi:.Falstaff, Dirigent: Toscanini. 22.40: Deutsche Presse.— Prag, Sender II: 15.00 Gesangskonzert der mährischen Lehrer, 15:20: Deutsche Sendung: Buntes Schallplattenprogramm.' tt-, Brünn: 17.40; Deutsche Sendung: Dr. Steiner« mager: Deutscher Humor aus dem vierten Jahrhundert.— Preßburg: 22.45: Tanzmusik,—Kaschau:, 12.05: Mozart: Kleine Nachtmusik.— Mährisch. Ostrau:, 12,85: Rundfunkorchesterkonzert: Lehar, Nedbal,' Johann Strauß. 18.05: Deutsche Arbeitersendung: Dr. Feldmann: Probleme der organisierten Medizin.> Dienstag Präg, Sender!: 10.15: Deutsche Sendung: Mr die Frau, 10:80: Schallplattenkonzert. 12.10:. Schallplatte»: Smetana, Liszt etc. 14.00: Deutsche Sendung: Dr. Faktor: Mte Kunst inderSlöwäkei. 14.10: Demi: Aus dem tschechoslowakischen Kultur- leben., 14.40: Schallplattenkonzert. 18.05: Deutsche Sendung; Horner: Wirtschaftsrelief; 18.15:„Casa- »ova in Böhmen", musikalisches Rundfunkspiel.' 18.45:' Deutsche Presse. 1L55:«u» dem deutschen Kulturleben. 20:55: Konzert'der tschechischen Philharmonie: Gluck: Paris und Helma.Äaydn: Konzertsymphonie etc. 22.00: Englische.Tanzmusik.',— Prag, Sender II:- 15.00:Opernarieni', 15.15: Deutsche Sendung: Dr. Jahn: Sultansschlösser am Bosporus. 15.50: Deutsche. Presse.— Brünn: 11.05: Salontrio. 17.40:, Deutsch« Arbeiterfendung: Soziältnformättonrn.— Dr. Brügel: Schutz der arbeitenden Jugend. 1815: Cimbalsolo.—Preßburg: 14.15: Konzert der Bach-Gesellschaft: Bach, Händel: 17.40t Liederkonzert.— Kaschau: 18:80: Smetana: Moldau.— Mähr. Ostrau: 16.10: Rund», funkorchcsterkonzcrt: Glinka, Mouquct etc.- 18.10: Deutsche. Sendung: Landwirtschaft, «r. 173, Sonntag, 2S. Juli 1837 Seite 5 WLsuüktsckaft 8oLiaip»üM Isckeckoslovtskiscke Wirtschaft in weiterer Entfaltung Öle Konjunktur nähert sich in manchen Staaten schon dem Gipfelpunkt Dem Geschäftsbericht des Bankrates der Na» tionalbank entnehmen wir folgendes: Die Weltbewegung der Waren nimmt ständig zu, namentlich durch das Anschwellen der Ausfuhr aus den Rohstoffgebieten und das starle Einfuhrbedürfnis der Industrieländer. Die Welt- wtrtfchaftSkonjunktur befindet sich durchschnittlich noch im Steigen, obivohl sie sich in einigen Staaten bereits dem Gipfelpunkte nähert. Merkbare Anzeichen eines Umschwunges sind bisher nicht in Sicht, di« Abschätzung der künftigen Entwicklung ist jedoch durch hi« internationale politische Lage erschwert. Die WährungSrcgelung in Frankreich fand nirgend Echo. Die Wirtschaftstätigkeit in der Tschechoslowakei gewinnt ständig an Intensität. Die Preisentwicklung war in der letzten Zeit ruhig, ausländische Impulse fanden im Inland einen nur schwachen Widerhall. Das Niveau der Groh- und Kleinhandelspreise erfuhr eher'aus Saisongründcn eine unbedeutende Steigerung. Die ab Mitte Juni eintretende Feuchtigkeit kam der Vegetation zugute, deren Stand sich während der heitzen und trockenen Tage der ersten Monatshälfte bereits beunruhigend verschlechtert hatte. Bei Getreidefrüchten kamen diese Niederschläge verhältnismähig dem Wintergetreide am meisten zustatten; die Frühjahrssaat, die schon in ihrer Anfangsentwicklung zu sehr von der Trockenheit heimgesucht wurde, blieb auch nach dem Regen klein und schwächer. Die Unterschiede im Getreidestand sind jedoch nach Gegend und Ort sehr bedeutend. Der woljltuende Einfluss der Feuchtigkeit äuhert sich beträchtlich bei Hackfrüchten. Die Getreideernte begann in den niedrig gelegenen Gegenden zu Juliänfang. Der Fortschritt der Ernteatbeiten, welche inzwischen in die Niederungen der höheren Lagen Übergriff, war durch starke Regen unterbrochen und aufgehalten, sö das; Nachrichten über das Ernteergebnis bisher spärlich s!iU>.? In der Industrie wurde weiterhin sehr lebhaft gearbeitet. Die evhöhte Produktivität entlastet den ArbcitSmärkt. Der Mangel an geschulten Arbeitskräfte« steigt. In der Jndustrieerzeu» gung kommt eS zur Verlängerung der Lieferfristen. Die Unternehmungen schreiten zur Erneuerung und Modernisierung der Produktionseinrichtungen, UM'gegenüber der Weltkonkurrenz nicht ins Hintertreffen zu geraten. In den größeren Städten dauert die reg« Baubewegung, welche Heuer in beträchtlichere:« Matze auch die Handels- und Jnduftriekreise erfaßt. Die Streikbewegung gewinnt allmählich an Stärke. Der hohe Umsatz des Autzenhandels hielt auch im Juni an und iie Gesamtbilanz erscheint nahezu ausgeglichen. Di« Rohstofscinsuhr und Fertigwarenausfuhr liegt beträchtlich über dem Vorjahrsniveau, wobei sich der Umsatz mit dem freien Auslände von Monat zu Monat insbesondere durch die Steigerung des Exports erhöht. ersten Halbjahr um ein Drittel zugcnommen. Die Zahl der Auslandsreisen der tschechoslowakischen Staatsbürger hat nachgelassen und die Reisen sind kürzer geworden. In dieser Hinsicht bringt der Juni d. I.«ine erwünschte Besserung unserer FremdenverkehrSbilanz, welche im Jahre 1988 für uns mit einem fühlbaren ZahlungS- entgäng geendet hat. Im ersten Halbjahr 1887 sind zu uns 888.8 Tausend Ausländer eingereist. Das ist also eine Verbesserung des Fremdenverkehres um ungefähr 12 Prozent gegenüber dem Vorjahre und eine um 27 Prozent höhere Zahl als im ersten Halbjahr 1935. Im ersten Halbjahr d. I. verbrachten bei unS die Ausländer ungefähr 2.6 Mill. Tage. Der Aufenthalt der Ausländer. bei. uns ist im heurigen Halbjahre ungefähr- um 27 Prozent länger als im Vorjahre und ungefähr um63 Prozent länger als in der gleichen Zeitspanne 1888. lieber 25 Millionen Kronen Exportentfali mit Spanien Infolge des spanischen Bürgerkrieges ist der Handelsverkehr mit Spanien im ersten Halbjahr stark geschrumpft. Besonders die Ausfuhr sst fast ganz zum Stillstände gekommen, während die Einfuhr verhältnismähig gehalten werden konnte. Insgesamt wurden seit Jahresbeginn aus Spanien für 28,2 Millionen Kronen Waren, vorwiegend Südfrüchte, eingeführt, gegen 47.4 Millionen Kronen im ersten Halbjahr 1886. Di« Getreidepreise verlautbart Im Amtsblatt vom 28. Juli werden die neuen Gctreideprcise durch einen Erlass des Finanz» und des Landwirtschaftsministeriums verlautbart. Der Erlatz bezieht sich auf sämtliche Arten, und. zwar Weizen, Roggen, Gerste, Hafer und Mais. öas neue Handelskammergesefj ' Das Handelsministerium ist mit der detaillierten Ausarbeitung des neuen Kammergesetzentwurfes beschäftigt. Für Anfang September ist eine Beratung der beteiligten Industrie-, Handels- und Gewerbekreise geplant. Auf der Enquete wird in erster Linie über die Wahlordnung beraten werden, die für. alle Gruppen van grösster Bedeutung„ist In. den anderen Fragen, insbesondere hinsichtlich der Neuäbgrenzung der Kammersprengel dürfte ein Einvernehmen leicht zu erzielen fein,., Bedeutende Zunahme des Fremdenverkehrs Der Fremdenverkehr zeigt auch im Juni ein« andauernde Zunahme. Der Besuch aus dem AuSIande nimmt zu und die Dauer der Aufenthaltes der Gäste wird verlängert. Die Zunahme der Besucher aus dem Ausland zeigt sich in den grohen Städten, besonders in Prag und vor allem in unseren Welt-Kurorten, wo die Gäste zu längerem Aufenthalt verweilen.' Die Zahl der Kurortegäste aus dem Ausland hat Heuer bis zum Juni im Vergleich mit dem vorjährigen „Verdammt weit weg von Europa“ Von Josef Wechsberg(Hongkong)' „Sehen Sie den schlanken Mann dort drüben, mit dem blonden Schnurrbart?", fragte mich mein Begleiter auf der Dachterrasse des grotzen Hotels von Hongkong, von wo man einen herrlichen Blick auf die Lichter des Hafens und der Stadt hat. Ich nickte. Ein nicht mehr ganz junger Mann, Sporttyp, unauffällig gekleidet,-di«, typische Kolonialerscheinung.„Das ist einer der kühnsten Menschen von Hongkong. Raten Sie seinen Perus?" Wie soll man da raten? In Hongkong, diesem Tummelplatz seltsamer Menschen und,.seltsamer Berufe? Ich gehe es auf,,„Er ist Antipiraterei-Offizier(Antipiracy-Osficer). Die. tollkühnsten Piraten zittern, wenn sie ihm begegnen." Das ist alles so seltsam. Sitze ich nicht auf der grotzen. Dachterrasse, unter Herren in Smokings und Damen in Abendkleidern, spielt nicht das Philippino-Orchester den letzten Modetango?. AberCaPtain S. lacht nur,''als wir darüber sprecht«.„Ja, letzte Woche hatten wir besonderes Glück.) Seit Monaten sind wir einer Bande auf. der Spuy, welche viel« Schiffe zwischen Chefoo und Foochow^ beraubt hat und' den ganzen Handelsverkehr unsicher machte..Die Bursche« hatten zwei, schnelle, Dschunken, Maschinengewehre, und' wärest. nicht,z« kriegen. Weyn uns'eine Fra« nicht geholfest hätte..." Immer die Frauen. Und ich hörk^eine Geschichte, die in jedem amest rikanischen Äbeütesterfilm spielen könnte. Daisy' Meng ist eine der berüchtigsten Erscheinungen des unterjtdlschen Hongkong. Sie ist Halbblut wie ihr Name, der Vater wirr Ire, die Mutter Chs- nestni Seit Jahren reist Daisy auf der^Sun", einer geftirchteten Piratendschunke, die oen gan zen Osten„bearbeitet". Vor einem Monat hat die Bande einen kleinen portugiesischen Dampfer angehalten, den Kapitän kurzerhand über Bord getoorfen, die Ladung ausgeraubt, die Matrosen mit vorgehaltenen Revolvern unter Schach gehalten. In zwei Stunden war alles erledigt, die Radiostation vernichtet und der Dampfer wurde mit seiner Besatzung aufs Meer geschickt. Er kam vier Tage später in Shanghai an. Und die Geschichte der„Hua-Shin"? Der Offizier stellt mich einent alten Mann'vor, dem Kapitän Teber- sen, der vor einem Monat«in im ganzen Osten bekanntes Abenteuer mit den gelben Piraten hatte. Kapitän Leversen ist Schwede, und führte seinen Dampfer.„Hua-Shin", ein unter chinesischer Flagge fahrendes 4000-Tonsten-Schisf von Shanghai nach Foochow. Er hatte etwa 286 Ebinesenpaffägiere, viel Ladung/ darunter 80 Silberbarren und 271 Postsäcke. In der China- See geschah die Katastrophe. Nahe bei der Insel Talak überfielen 34 der gelben Passagiere dar Schiff,! feuerten nach links und rechts, verwundeten einige Matrosen und erschossen den ersten Steuermann. Der Kapitän, die zwei europäische« Offiziere(ein Norweger und ein Däne) wurden gefangen genommen, und daS Schiff in die Bias Bay.dirigiert, ein-berüchtigtes Piratennest, unweit von Hongkong. Dort warteten schon Sampans— alles war genau vorbereitetI— nahmen das Silber, die Post und. alle Wertsachen der Passagiere mit uyd verliehen die„Hua-Shin", nachdem sie alle Menschen an Bord geseffelt hatten. Es dauerte lange, bis er einigen gelang sich zu befreiens„Stellen Sie sich die Verzweiflung der ausgeraubten Menschen vor"/ sagt Kapitän Leversen.,>Wir kamen' einen Tag später nach ?lmoy, aber von den Ptrate« war natürlich-jede .Spur.verlöre«., ,,. Würden..Sie diese Geschichte glaube«,.? wenn.Sie,, sie. ip seiner Zeitung in Europa lesen? Aber wir sind, eben nicht in Europa, wir sind verdammt weit weg von Euwpa." Ausfuhr betrug hingegen nur 1.2 Millionen Kronen gegen 26.3 Millionen Im Vorjahre. Im Vergleich zu 1936 beträgt daher der Exportaussall ß8 Millionen Kronen.'? Wasserbauten für 147.7 Millionen KL ' Im Laufe'dieses Jahres werdest insgesamt 1765 Wassevbauarbeiten für insgesamt 147.7 Millionen KL durchgesührt. Hievon entfallen auf die Regulierung von Wasserläufen 616 Bauten, von dtren Gesamtaufwand per 1888.84 Millionen heuer 78.8 verbaut werden. In Böhmen werden in 781 Bauten 49.64 Millionen investiert, in Mähren-Schlesien in 821 Bauten 64.64 Millionen, in der Slotvakei in 378 Bauten 34.8 Millionen, in Karpathoruhland in 88.Bauten 8.6 Millionen. In diesem Bauprogramm sind aber jene' kleineren Bauarbeitcn eingeschlossen, deren Kostenaufwand niedriger als 60.800 bis 108.080 K6 ist Diese Arbeiten werden durch die gemein- stmc Dotation der LandeSauSschüssc unterstützt. Dieser Dotation wurde ein Staatsbcitrag von 1.62 Millionen für Böhmen, 1 Million für Mähren-Schlesien, 8.42 Millionen für Karpatho- riitzland und 8.8 Millionen KL für die Slotvakei überwiesen.(DND.) Neuer Vorschlag einer Weltwirtschaftsorganisation V«' In einem Schreiben, welches der König von Belgien an den Ministerpräsidenten Van Zoeland anlätzlich dessen Rückkehr von der Reise in die Vereinigten Staaten gerichtet hat, beglückwünscht er Van Zeeland zu seinem Erfolg und regt gleichzeitig die Schaffung einer Weltorganisation für wirtschaftliche Fragen an, deren wichtigste Merkmale er mit den Worten Universalität, dauernder Bestand und Unabhängigkeit umreiht. Diese Institution hätte die Aufgabe, wirtschaftliche Fragen zu studieren. Voraussetzung des Erfolges wäre dabei ihre Unabhängigkeit vom Einfluß der einzelnen Länder; die Mitarbeiter wären nur nach sachlichen Gesichtspunkten zu wählen und hätten nicht Beauftragte irgendeiner Stelle zu sein. In dem Schreiben wird angeführt, was nach Ansicht de» Königs notwendig sei, um einen Krieg durch die Lösung der wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu verhindern. Inwiefern diese Aktion des belgischen Königs, die in London grosse Ueberraschung Herborgerusen haben soll, mit der Aktion Van Zeclands, welche auf eine Weltwlrt- schastskonferenz abzielt, zusammenhängt, und inwiefern sie der persönlichen Initiative des Königs entspringt, der häufig seine eigenen Wege geht, ist noch nicht bekannt. Bicrztg-Stundenwoche und Arbeitslosigkeit in Frankreich. Lucien Laurat besaht sich im Pariser„Peuple" mit der Frage inwieserne die Einführung der Viezig-Stundenwoche zur Milderung der Arbeitslosigkeit beigetragen hat-und kommt zu folgenden Ergebnissen: Während des ganzen Jahres 1886 war die Arbeitslosigkeit ungefähr ebenso grotz wie im Vorjahre, obwohl die industrielle Produktion um 2.2 bis 8.6 Prozent höher lag. Eine Ausnahme bildete bloh das dritte Vierteljahr, in dem die Arbettslosigkeit infolge der Änpassungsschwierigftiten nach der Einführung der Sozialgesehe etwas höher war als im Vorjahr. Die Durchführung der Vierzig-Stundenwoche begann Ende 1886, wurde jedoch erst 1837 langsam verallgemeinert. Darum war Ende 1936 noch keine wesentliche Verminderung der Arbeitslosigkeit feststellbar. Im ersten Vierteljahr 1937 jedoch ging diese merklich zurück, nämlich um 16 Prozent, während die industrielle Produktion nur um 8.8 Prozent stieg. Der Zu- Der Offizier nickt.„Keine Woche vergeht, da Sie hier in Hongkong nicht von einem neuen Uebersall erfahren. Es klingt alles wie eine Filmstory und ist doch teuflisch ernst, denn die Piraten fitti» so grausam, wie Chinesen nur sein können... Mer ich habe Ihnen die Geschichte von Daisy Meng nicht zu Ende erzählt. Eines Abends kommt sie in mein Ossice. Sie habe mir etwas Dringendes zu sagen. Ich solle mein bestes Boot und meine besten Leute nehmen und Wit ihr kommen, wenn ich Wu's Bande fangen will. Ich war mihtrauisch. Bei diesen Leuten weih man niemals, ob sie aufrichtig sind.„Wenn Sie lügen, lasse ich Sie erschiessen", sagte ich. Sie lacht. Und ich habe nicht geahnt, dass sie.in diesem Augenblick schon rettungslos verloren war,"fast tot... Wir haben in dieser Nacht die ganze Bande bekommen. Die Kerle waren so überrascht, dah sie sich gar nicht wehrten. Woher konnten wir nur erfahren haben, in welchem Schlupfwinkel der Bay sie lagen? Als ich in Wu's Kajüte kam und ihn mit einer Frau bei Tisch sitzen und trinken' sah, verstand.ich alles: Eifersucht war der Grpnd und Daisy Meng hatte sich gerächt. Ja, genau so wie im Kino.. „Und Daisy?" Der Offizier wird ernst. „Sie ist in derselben Nacht gestorben. Sie hat, bevor sie zu mir kam, um ihre frühere« Freunde zu verraten, ein unfehlbar wirkendes Gift genommen. Ja, diese Leute verstehen zu stechen!" Die Musik hatte einen neuen Fox begonnen und das Parkett füsst sich mit den tanzenden Paaren. Korrekte englische Herren, Ladies aus Londo« und Touristen^äuf der Durchfahrt. Und wenn man den Kops«in wenigweiter wendet, auf den Hafen, sieht man— in kaum fünf Meilen Entfernung-— die Bucht, in der Captain S. die "gefürchtete Piratenbande Wu's gejagt'hat. Wie hat Teversest-gesagt?»Wir sind verdammt weit wegvonEuropal" Ein geiundex Herz und starke Nerven; Siegln. Nohmrrl Sic 1 ,die klinisch'und Arztllqh empfohlenen Pastlileo'-'f,.^' (xiKl/) \t''PäetKL?-' Für Dlabct iK o-f' in gleicher"Zusammensetzung ohne.Zucker? Mit der Bezeichnung D< In joder Apotheke sammenhang zwischen Arbeitszeitverkürzung und Rückgang der Arbeitslosigkeit war also recht deutlich.' Qusfaful Zum Thema„Mitteleuropa" veröffentlicht Professor Elcmer HantoS in einem kürzlich erschienenen Sammclheft„Donauraum" einen Beitrag„Der regionale Aufstieg Donaucuro- paS", dessen sachliche Wichtigkeit, ja Bedeutsamkeit noch gesteigert wird durch das politische Faktum, dar er aus der Feder eines Ungarn, und sogar einer ehemalige» Staatssekretärs kommt. .„Für die Kenner der VevhAlnisse im Donauraum", schreibt HantoS,„war es... seit Kriegsende klar, datz Europa nicht früher gesunden könne, eh', seine willkürlich zersprengte Mitte neue, natürliche Lebensformen findet."„Aus Volkswirtschaften, die sich ergänzten, sind Volkswirtschaften geworden, die sich Konkurrenz machen." DaS Entstehen von Zollgrenzen im früher einheitlichen Gebiet, die autariischen Tendenzen haben eine wirtschaftliche Dcsorganisatton deS DonauraumcS zur Folge gehabt, die weit über das Matz der Weltkrise hinausging,„zu einer Sonderkrise der Donaustaaten im Rahmen der allgemeinen Weltwirtschaftskrise" wurde— und die, infolge ihrer besonderen Ursachen, auch besondere Mittel zu ihrer Lösung erfordert. „Es handelt sich... nicht um den aussichtslosen Versuch, das Rad der Geschichte zurückzudrehen", betont HantoS. Wohl aber erscheint ihm als das„Natürlichste',„die durch Staatentrennui'g und Autar- kicbestccbiingen zerrissene Arbeitsteilung aufeinander angewiesener, sich gegenseitig ergänzender Länder wiedevherzustellen." Er will ein Donaueuropa aus den„fünf Donaustaaten, die zugleich Nachfolgestatten der früheren Monarchie such: Oesterreich, Ungarn, Tschechoslowakei, Rumänien und Jugoslawien-" Da ihm„der Versuch, die Wirtschaft von der Politik her in Ordnung zu bringen", als„missglückt" erscheint, so will er„die Polittk von der wirtschaftlichen Seite her... überwinden"— ein Vorhaben, das ihm freilich in dieser Ausschliesslichkeit selbst ein wenig fragloüvdig vorkommt, denn er beeilt sich hinzuzufügen:„Gelänge es mit einem Wurf, das wirtschaftliche'und das- politische-Problem zu lösen, wäre damit viel gewonnen." Hantös verschliesst sich im übrigen dem Wert politischer Argumentierung durchaus nicht; er sicht die Gefahr, die der Realisierung des Donaubundes von dem(in seiner heutigen Form auch von HantoS als etwas antiquiert, aber darwn als nicht weniger wirksam erkannten) Gegensatz Revisionismus-Anti» revisionismuS droht; er spricht anlässlich des magyarischen Revisionismus von„I m p o n d e r a b i- lien", auf die kein Volk verzichten kann", stellt ihnen verständnisvolle Worte deS Ministers Krosta gegenüber und konstatiert, dah„aus dieser versöhnlichen Grundlage... ein« einheitliche Donaufront hergestellt" werden kann. Mer wenn Hantos die Zugehörigkeit Bulgariens zu einem künftigen Donaubund nicht nur aus geographischen und geschichtlichen, als» sachlichen Gründen postuliert(wobei man ihm nur zustimmen kann), sondern auch aus politischen I Zwecküberlegungen, dann tut er gerade das, was er vermieden sehen will: er bringt„die Wirsschaft von der Politik her"— in Unordnung. Denn dies ist seine Argumentation:„Äusser wirtschaftliche» Gründen spricht auch für di« Einbeziehung Bulgariens... die politische Tatsache, dah dadurch der Kleinen Entente in den drei andern Staaten ein natürliches Gleichgewicht entstünde". Bor allem bemerkenswert an HantoS' AuSsüh- rungcn ist die klare Erkenntnis, dass die Lösung deS Donauraumproblems ausschliessliche Sache der Donaustaaten selbst ist. Weder Italien noch Deutschland sollen dabei die Hand Im Spiel haben— wiewohl ihnen, nach erfolgtet Bundcsgründung,„alle Kooperationsmöglichkeiten ofien" stehe»,„mit Ausnahme des handelspolitischen Zusammenschlusses". Hantos befürchtet sonst, besonders von Deutschland, die Gefahr einer Ueberfremdung: denn trotz dem doppelten Gebietsumfang dieses DmmueurovaS zu Deutschland(bei annähernd gleicher Bevölkerungszahl), ist der wirtschaftliche, finanzielle, technische Status Deutschlands heute zu überlegen, um«in solches Experiment diskutieren zu können. Dies sind ebenso richtige wie erfreuliche Feststellungen. Sie werben die interstaatlich« Diskussion mnso eher befruchte» können, als die konkreten Organisierungsvorschläge, di« HantoS gibt, sich teils mit denen decken, di« etwa der tschechoslowakische Ministerpräsident Hodja Vovgelegt hat, teils dies« ergänzen und ihnen jedenfalls nicht widersprechen- DaS SammsHeft„Donauraum" ist unter det Redaktion von Roman Prochazka in Wien erschienen, als erste von„vorläufig sechs Lieferungen". Keiner der übrigen Beiträge erreicht freilich dar Niveau des Hantosfchen(«in Aussatz des anscheinend unvermeidlichen Feh sicht, sogar unter jedem Niveau)— gber inpnerhin ist dar Heft so-Interessant, dass inan/dem Unternehmen Erfolg wünscht. - M. Herb Seite 6 .Sozialdemokrat' Sonntag, 25..Juli 1987. Nr) 173 ftraqer Mtufw Prager Markt Auf den Gemüsemärkten fielen in der vorigen Woche die Preise vieler Warenlorten. Reue Kartoffeln sind bereits in ziemlich groben Mengen auf dem Markte und auch die Preise sind bedeutend niedriger. 1 Kilogramm kostet jetzt 0.80 Kö, Zwiebel 1 Kg. 1—1.20 X5, Erbsenschoten 1 Kg. 8—4 XL, Fisolenschoten 2.40—8 Xi, Tomaten .8—5 Xi. Petersilie 1 Bund 1—1.50 Xi, Sellerie Bund 1.50—0 Xi, Knoblauch neu 1 Kg. 8—5 Xi, Karfiol Stück 1—2 Xi, Karotten lMöhre) Bund 0.70—1.50 Xi, Salatgurke» Stück 0.50—1 Xi, Einlcgurken 1 Schock ,6—10 Xi, Rettich Bund 0.50—1 Xi, Rote Rübe frisch. Bund 1—150 Xi, Salat Stück 80—50 Heller, Spinat 1 Kg. 2—8.50 Xi, Kraut weis; Stück 1—1.50 Xi, Paprika(grün neu) Stück 80—80 Heller. Auf den Ob st Märkten gibt e» schon heurige Weintraupen: 1 Kg. um 8—14 Xi, heimische Birne» 1 Kg. 1.50—6 Xi. Aepsel heurige 4 bis 12 Xi, Marillen ital. 7.50—8 Xi, Johannisbeeren 8.50—5 Xi, Wassermelonen(rot) 1 Kg. 2—4 Xi, Ananas(gelb) und Zuckermelonen(grün) 1 Kg. 8—5 Xi, Heidelbeeren 1 Kg. 8.50—8 Xi, Stachelbeeren 2—8 Xi,> Nüsse zum Einlegen.(grün) 1 Kg. 2—4'Xi, Pflaumen 8—12 Xi, Zwetschgen 7—12 Xi, Kirschen. 4—6 Xi, Weichsel 6—14 Xi, Zitronen! Stück. 40—70 Heller, Bananen 1 Kg. 6— 8 Xi, Auf den Fleischmärkten bemerken' wir in dieser Woche niedrigere Preise bei besseren Kalbsleischsorten, dagegen aber stiegen um denselben Unterschied die Preise für bessere Schwcinfleischsor» ten. Rindfleisch Vorderes mit Zuwage 1 Kg. kostet 10—14 Xi, Hinteres 12—17 Xi. Vorderes ohne Zuwage 12—16 Xi, Hinteres 14—10 Xi, Lungenbraten mit ZiNvagcn 18—20 Xi, ohne Zuwage 20—28 Xi, Kalbfleisch Vorderes mit Zuwage 7— 9 Xi, Hinteres 10—18 Xi, Vorderes ohne Zuwage 0—11 Xi. Hinteres 14—20 Xi, Schweine- Mk MOORBAD MNNlUMvM rillt Oschitz, Station Kriesdort.Telephon Oschitz I hallt Rheuma, Gicht, Ischias, Frauenleiden Zeitgemäße Preise, vorzügl. Unterkünfte und Ver- nflegung. Titel. Konzerte. Nene Strandbadanlage« Kurhausgarten. Tennisplatz. Kegelbahn. Waldreiche Umgebung für kurze Wanderungen. Pro> speiste und Anfragen durch die Kurverwaltung« fleisch Vorderes mit Zuwage 8—11 Xi, Hinterer 11—15 Xi, Vorderes ohne Zuwage 10—18 Xi, Hinteres 12—18 Xi, Schöpsenfleisch Vorderes mit Zuwage 8—11 Xi, Hinteres 12—18 Xi, Vorderes ohne Zuwage 10—18, Hinteres 12—-16 Xi, Rindsleber 8—12, Rsttdszunge roh 11—14 Xi, geselcht 16—18 Xi, Rindshirn 16—18.Xi..Kalbshirn 18 bis 24 Xi, SchweinShirn 18—24 Xi, Kuttelfleckc 6—7 XL. Geflügel und Wild. Haus-Ente Stück 25—40 Xi, heimische Gans gefüttert Stück 40 bi» 100 Xi, geschlachtet 1 Kg. 12—14 Xi, Schmalz» gans geschlachtet 1- Kg. 14—16 Xi, heuriges Huhn 1 Kg. 23—24 Xi, Henne Stück 15—85 Xi, Tauben 2 Stück 12—18 Xi. .'Verschiedene Ware. Landbutter 1 Kg. 14—18 Xi, Tccbnttcr im 5 Kg.-Paket 22 bis 24 Xi, Topfen frisch 1 Kg. 4—6 Xi, Honig 1 Kg. 18—16 Xi, Brot 1 Kg. 2—2.50 Xi. Schwämme. Die Pilze(frisch) sind in dieser Woche bis um 10 Xi billiger— 1 Kg. kostet jetzt 5—12 Xi, Eierschwänime sind uni 1 Xi billiger',—. 1 Kg.: jetzt 4—5 Xi.• AnS der Elektrischen abgesprungen— auf ein Motorrad. Verhängnisvolle Folgen hätte ei» Abspringen ans einem fahrenden Wagen der 18er Linie in der Hollcschowitzcr Äelcrcdistraßc nach sich ziehen können. Ter 82jährige Musiker Jaroslav Slechta sprang aus den« in voller Fahrt befindlichen Wagen ab und gerade auf ein Motorrad, das eben dem Strassenbahnwagen Vorfahren wollte. Ilm ein Haar wäre crlimicr die Räder gekommen, aber auch so war der seitliche Anprall gefährlich, nicht nur für den Abspringendcn, sondern auch für die beiocn Fahrer. TaS Motorrad wurde nmgejtoßcn und alle drei schlugen auf das Pflaster auf. Zum Glück erlitten sie keine schweren Verletzungen. Gegen den leichtsinnigen Springer wurde dar Strafverfahren eingeleitet. Der neu» Prager Zentralsriedbof in llhodov würde in Ban genommen. Das Projekt ist nicht neu und die Bezeichnung einer Zentralfriedhofcs eigentlich nicht ganz gerechtfertigt. Auch im Rordosten der Stadt(KobtzltS) ist eine große Friedhofsanlage im Ausbau begriffen, die wohl einen großen Teil der Bestattungen aus den Stadtvierteln aufnehmen wird. Jedenfalls wird der näher gelegene Wolscha» ncr Friedhof in absehbarer Zeit den Ansprüchen der werdenden Millionenstadt bei weitem nicht mehr genügen und nach und nach dem Abbau verfallen. Besucher des Friedhofes In Ehodov werden es allerdings nicht ganz leicht haben, da dieser Friedhof noch ein hübsches Stück hinter Spokilov liegt, von wo ans die Straßenbahn verlängert werden soll. Bereits im nächsten Jahr soll mit den Beerdigungen in llhodov begonnen werden. Aümst mul Mssrn, Kunst und Politik Als Erweiterung des Gedanken eines von ünS auszugsweise veröffentlichte» Aufsatzes der Herrn Prof. Karl K a s ch a k schickt uns der Verfaller folgeiide Betrachtung, die wir umso lieber veröffentlichen, als wir seinen Anschauungen größtenteils znstimmcn können.(Der aktuelle Zusammenhang zwischen den Vorbereitungen der Karlsbader Ausstellung und dem deutschen Kunstgeschehen mußte freilich nicht erst durch journalistische Geschicklichkeit hergestellt werden—. er drängte sich geradezu auf): Die uuter dem Titel„Sudetendeutsche Kunstausstellung 1987" in der Leitmeritzer Zeitung vom 12. d. M. erschienenen Zeilen waren hauptsächlich an die Fachleute gerichtet; sie sollten auf Unzulänglichkeiten bei den Vorbereitungen für die genannte Ausstellung Hinweisen. ES blieb der journalistffchen Geschicklichkeit Vorbehalten, einen aktuellen Zusammen- hang mit der am 18. d. M. im Hause der deutschen Kunst in München eröffneten Ausstellung herzustellen, der selbst wieder einen volitifchen Beigeschmack hat. Die Acußerungen dieser Art gehen aber an den eigentlichen und grundsätzlichen Problemen vorüber, die hier nur angedeutet werden können. Politik und Kunst sind ganz verschiedene Le- benSbereichc, in denen infolgedessen mich ganz verschiedene Gesetze gelten. HöhtpUNkte politischer Machtcgtwicklung sind nicht auch unbedingt Höhepunkte kultureller Entwicklung. E» sei nur an die politische Lage zur Zeit unserer klassischen Dichtung erinnert. - ES kmm in künstlerischen Angelegenheiten k e inen be stimmten, allgemein g iil- tigen, ewigen Wertmaß st ab geben»' Jeder Wechsel der WclMnschmmng hat auch eine Aenderung des Schönheitsideals, der Kunstrichtung zur Folge. Die Ablösung einer Generation durch die nächstfolgende kann schon die Entwicklung einer neuen Kunstrichtung verursachen; meist schaffe» drei Generationen gleichzeitig'in ganz verschiedener Art, die bereits ältere, die soeben erwachsene und die noch junge Generation. Nicht selten findet selbst der Ent-' Wicklungsablauf einer einzigen Menschenleben» seinen Niederschlag in einem mehrmaligen Wechsel deS' künstlerischen Ausdruckes. Die problematische Stellung Dürer» zwischen Gotik und Renaisiance und die künstlerische Entwicklung Goethe» seien dafür als Beweise angegeben. Daher können auch nicht willkürlich aus der natürlich gewachsenen, zusammenhängende». Entwicklung eine» ganzen Kulturkreiser oder der Kultur eines Volker einzelne Kunstrichtun»' gen einfach gestrichen werden. Die angeblich cstmnder aurschließenden Bezeichnungen nationale und internationale K u n st sind nur Schlagworte. Jede Kunstrichtung ist innerhalb de», zuständigen Kultnrkreiscs international und wird durch die Völ- Ein verhafteter„Toter". Nach langen Nachforschungen konnte gestern abends die Polizei einen der»rührigsten.Spezialisten auf hem Gebiet betrü- gcrischer Herauslockungen und Unterschlagungen, den Reklameartikelvertreter Erwin Frankenbusch, verhaften. Die SchadenSbeträge erreichen eine sehr ansehnliche Höhe. Heiter ist die Tatsache, baß die polizeilichen und gerichtlichen Zustellungen an Fran- kcnbusch. der es glänzend verstand, sich'unsichtbar zu Machen, al»..unzustellbar wegen Tod de» Adressaten" zurück kamen. Briesträger dürfe« den List benützen. Bisher war den Briefträgern unbegreiflicherweife die Benützung der Lift» bei ihren Dienstgängen untersagt. Wie human dieses Verbot für Leute ist, die jeden Tag dreimal verschiedenemale in dar fünfte und sechste Stockwerk steigen sollen, bedarf keiner besonderen Erwähnung. Nun soll da» aber ander» werden, denn wie verlautet, ist er zwischen der Prager Poftdirektion und dem HauSbesitzerverbanhe zu Verhandlungen gekommen, die darauf hinauSlänfen, diesen geplagten. Angestellten die Benützung der Aufzuge» gnmdsätzlich«inzuräumen. Merkwürdig ist, daß ein Teil der Hausherren— und zwar besonder» jene au» der inneren Stadt— gegen eine solche Vereinbarung sind, während für einige Außenbezirke bereit» die Zustimmung der betreffenden Lokalorganisationen erfolgt ist. ker diese» Kulturkreise» national abgewastdelt werden. Die Gotik und der Expressionismus find international, weil sie bei allen Völkern he» europäischen Kulturkreises als Sill vorherrschten; sie sind aber auch, national, denn sie können al» französische, deutsche, italienische Gotik-und französischer, deutscher ukid italienischer Expressionismus voneinander unterschieden werden. Jede Kunstrichtung ist belastet mit Marktschreiern, Geschäftemachern, Mitläufern und Kitsch; das gilt schon von der antiken und auch von der neuesten Kunst. ES dürfte nicht angohen, diese unangenehmen Begleiterscheinungen mit der Kunst selbst zu verwechseln-und diese dafür, verantwortlich zu machen. ES gibt zahlreiche Spielarten von Kitsch, internationalen, nationalen, religiösen. Großstadt-, Dorfkitsch usw. Daran werden auch die Schlagworte der Kunsterziehung, welche die Kunstzeitschristen füllen und die in gegensätzlichster Fassung„l'art pour l'art" oder„Kunst fürs Volk" lauten, nicht viel ändern. Der Kunsterziehung sind eben auch von der Natur Grenzen gezogen, denn die Möglichkeiten der einzelnen Menschen, Kunst zu erleben, sind doch von ganz verschiedenen! Grade. Auch die politische Propaganda, wird daher nur ein äußerliches und unechte» Verhältnis zur Kunst herbeiführen. Drr Mm - Snfanna im Bade..Ein Film bMi: Heiterkeit, ein leichter und beschwingtes deutsche» Lustspiel. Hie Schiller einer Kunstschule entführen ihrem Lehrer ein Gemälde au» dem Privatatelier und hängen e» einfach in die Ausstellung. Aber es ist ein Äktgcmälde und wer ist da» Modell? Er gibt eine Fülle reizender Verwicklungen, die sich dann zwang- los lösen und drei glückliche Paare zucücklasien. Ein Film voll junger Menschen. Erika T h e l l-- mann ist schon in früheren Filmen al» kluge und hübsche Schauspielerin, ausgefallen. In diesem Film bekräftigt sie diesen Eindruck..Han» Schlenckals Professor zurückhaltend und echt.(Und endlich ein- Mal wieder nicht eine gestriegelte Filmlarve.) Hans B r a use w e t t t r, Gülsdorff und Manja Behren» helfen mit, daß man sich unbeschwert unterhält. jk Fräulein Abenteuerin. Man fährt Im'Zug und wird von einer Frau gebeten, sich al» ihr Gatte auSzugeben.(War schon kürzlich in-einem deutschen Spionagefilm der„Einfall" gewesen.) Da» kann nur schlimm enden. Diesmal machen sie au» dem Spiel Wirklichkeit und lieben und heiraten einander. Aber er ist trotzdem ganz spannend und unterhaltend, wenn auch die Lösung der Rätsel, auf die man wartet, ein wenig enttäuscht.. Ellen Frank und Han» Brause Wetter— wahrhaft ein, Rekord, in wieviel Filmens man den rundlichen Jüngling sieht— spielen das Paar, da» sich im Schnellzug fand. „Sittlichkeit“ zur Firderung der Geschlechtskrankheiten In Wien gab es bi» vor einiger Zeit Auionia- ten, die gegen Einwurf von einem Schilling drei Präservative auSfolgtcn. Die Automaten Ivaren angebracht in den Herrentoiletten in Bars, Kaffeehäusern'und öffentliche» Bedürfnisanstalten. Sie funktionierte» besonders gut, ahne Störung, lieferten bessere Ware als zu demselben Preis in Apotheken erhältlich und 25 Mkem'chen erhielten dadurch Brot undArbeit.»' Aber eines. Tages sollten sie verboten lverden. Tic Polizei, die Abteilung.zur Bekämpfung der Gc- schlechtskrankheiten. das Sozialministerium liefen gegen dieses Verbot Sturm. Uiid es war auch nicht leicht, denn die Firma' hatte' einen einwandfreien langjährigen Vertrag mit der Stadt.'' Man, legte der Firma höheren Ort» nahe, au» „sittlichen Gründen" auf ihren Vertrag zu verzichten. Di« Firma wandte ein, daß die Gefahr, ein kleiner Junge kömie sich den Kopf zerbrechen über den Zweck dieser Automaten, viel geringer sei als die Gefahr, der Ansteckung. Im übrigen sei sie bereit zn verzichten, wenn man ihr daS investierte Kapital vergüt,-; Der Vertrag sei unanfechtbar Und 25 Menschen iviird'eü brotlos».■ Das lebte Argument wurde nicht zur Kenntnis genommen, was aber' den Vertrag anlangte, de», konnte, man nicht einfach übergehen. Zahlen jedoch; wollte man nicht, lieber«inen Vertragsbruch.'.« Fast zwei Jahre dauerte der Kampf: Die Pck< lizel und. das Sozialministerium sabotierten und., schoben die Erledigung aufdie lange' Bank.» Mam entsandte Referenten, die beim Bundeskanzler Vortrag hielten. Denn: kein Mensch, kein Verbot wird zivei Leute davon abhalten.können, miteinander au 1 schlafen, wenn sie die feste Absicht haben. Haben sie einen Schutz bequem bei der Hand, so werden sie ihn' benützen. Das Fehlen eines solchen wird sie aber bei weitem nicht bestimmen, ihr Vorhaben aufzngebeü, der Verkehr wird nur eben ohne Schutz stattftnden.» Der Gedanke.-da» Nichtvorhandensein eine» Schutze» könne den außereheliche» Verkehr beschränken, zn Verantwortlichkeit und Vorsicht erziehen, kann nur im Kopfe eine» Menschen mit sehr, geringer Menschenkenntnis entstanden sein. Wie Viele schämen sich— zwar nicht«inen außerehelichen, oder bedenkliche» Beischlaf zu vollziehen— aber in aller Oeffcntlichkcit; wenn andere.zuhören, wo möglich' noch von einer Frau hinter dem Ladentisch, ein Prä« servativ zu verlangen! Und wer geht etwa mn späten Abend noch bi» in die nächst« Apotheke, die Nachtdienst hat, läutet, wartet und zahlt noch den dreifachen Preis? Die Folge der Verbotes kann nur ein Ansteigen der Geschlechtskrankheiten und der unehelichen Geburten sein!».'■■■,'■»■»•■' Wo„Sittlichkeit" zur fixen Idee wird, sind VernunftSgründe vergebens. Bundeskanzler und Büvgr enteister im» trauten Verein blieben unzugänglich. Und was geschah? Kurzerhand wurde von „oben" ein» Gesetz Zerlassen",' welches da» Bestehen wlcher Automaten verbot und alle Verträge für hinfällig erklärte. Wa» würde man wM von einem Geschäftsmann denken, der sich seinen Verpflichtungen auf diese billige Art entziehen wollte und feine Verträge aus eigener Machtvollommenheit nicht, einhielte? Daß 25 Menschen arbeitslos geworden sind, dem Staat zur Last fallen und obendrein von der Arbeitslosenunterstützung natürlich bedeutend schlechter lebeii„ist nicht gering»zu schätzen in» einem Lande, wo die Unterbringung von zehn Erwerb»losen schon ein« Hebung der Wirtschaft bedeutet. Abzuwarten bleibt noch da» Ansteigen der Geschlechtskrankheiten, da» ja für eine Berufsgruppe, für die. Spezialärzte einen Vorteil hätte, wenn— wenn nicht die meisten der Betroffenen aus Geldmangel »vorzögen, in» Spital zu gehen unp nicht zum' Privatarzt. Und so bleibt auch die unbeabsichtigte Wir- ung, dem Elend» der Aerzieschafi>zu steuern, illusorisch. «i’?„Sittlichkeit"'um jeden Preis. Vermeintliche Sittlichkeit!» Auf'Kosten der Volksgesundheit,» de» Staatssäckel», der Vernunft und de» geltenden Rechte»»■.■ Für gesunde Verdauung sorgt das natürliche i Abführ-Er Weichungsmittel, Verursacht Keinen uurcman Für Diabetiker in gleicher Zusammensetzung ohne Zucker. Mit d,eLB,etoiChn|39C D In jeder Apotheke Sozialversicherung!- Briefkasten . Ocfscntlicher Vormund Solka: Ihren Angaben entnehmen wir, daß die Gehurtsasiistentin Gesamt- bczüge von etwa Xi 2200.— jährlich bezieht. Die KränkenversicherungSanstalt bestreitet die Versiche- rüngSpflicht aus dem Titel.der Nebenbeschäftigung, weil man von diesem Betrage nicht leben kann. Der Begriff der Nebenbeschäftigung ist im Gesetze(Paragraph 5, lit. a) SozmlversicherungSgesetz Nr, 189/1984) nicht näher definiert. Nach der Judikatur de» Obersten VerwaliUngdgerlchte» liegt eine Nebenbeschäftigung vor, wenn gegenüber der Äc- schäftigung eine andere EinnahmSquelle steht(cs kann auch ein«, bloß«.„Lebensstellung" sein), die gegenüber der Lohnbeschäftigung überwiegt und die Existenzgrundlage der»arbeitenden Verson bildet. Daß die genannte Person von ihrer Lohnbeschäftigung nicht leben kann,, schließt sie also von der Versicherungspflicht noch nicht au», sondern cs müßte von der politischen Behörde festgestellt»werden, daß dieselbe ein andere» höheres Einkommen hat. Um die Frage, ob im konkreten Falle eine Nebenbeschäftigung vorliegt, zu beantworten, müßte geprüft werden, ob die Gehurtsasiistentin nicht noch anderen Beschäftigungen nachgeht, resp. toi« hoch der Lohn daraus ist, ob sie nicht selbständig erwerbstätig ist, gegebenenfalls»wie hoch der Verdienst aus dieser Tätigkeit ist, ob sie nicht eine Rente(Pension) und in welcher Höhe bezieht, bzw. Unterstützungen von Verwandten(Kindern),» von welchem sie» hauptsächlich lebt, schließlich ob. sie nicht'di« Hauptqucll« ihres Unterhaltes in der Führung des -Haushaltes ihres Gatten» hat, von welchem sie» hauptsächlich erhalten wird(wichtig wäre hier das Einkommen des Gatten, die Zahl her Kinder); Falls Sie uni di« angeführten Daten noch» Mitteilen, könnten wir uns äußern, ob» hier ein« Nebenbeschäftigung vorlicgt. Die Roten Falken, die im Klostergraber Läger ivaren, kommen Nkonta« um 17.88 Uhr auf dem Smichover Bahnhof an.--'»-» EI no esend et. Die Praktische Hausfrau hat gerne alle»»bei- lammen. Sie hat deshalb ihr« Freude an der vollkommenen Ausstattung von Opckta. denn in jeder Flascht und in» jeder SchikchkÄ Opkkia findet sie dafür«in« Marnicladekochung notwendig« Cellophan. Etiketten für die Mkarnieladegläser und das neue .vervollständigte Rezeptheft. Diese.Vorteil« machen neben der unübertrefflichen Qualität von Opckta das Einkochcn von Marmeladen in zehn Minuten mit Opckta noch beliebter.. filme In Prager Lichtspielhäusern Adria:..Nachtslug."(A.)— Alfa::„Der Muster-Diener."(A.— Ch» Laugt»«.),— Apollo:»»„Ehe ohne.Hochzeit."(A.)— Avion: „Herzen im Dämmerschein."(Tsch.)— Fenix: „Wir von■ Kronstadt."(Russisch.)— Holltztvood: „Susanns in: Bade."(Deutsch.)— Hvizda:„Nacht- flug."(A.)—Julis:„Gcspenst.auf Reifem"(Engl.— R. Clair.)— Kinema:„Grotesken, JöürUäle."— Koruna:„Aktualitäten»,» Journale, Grotesken:"—. Äotva;„Die Macht der Liebe."(A.— Grace Moore.)—Metro: ,,Drei fesche Rädels."(A.— Dean« Durbin.)— Passage:„Prater."(Deutsch.)— Praha:„Fräulein Abenteurer."(A.)— Staut:„Spione über dem Ozean."(A.)— Sviwzor: ,,Ehe ohne Hochzeit." («-)— Baikal:„Pater Bosiich."(Tsch.)— Bel. vederc: ,»,Wilhelm Tcll."(D.— Konrad Veidi.)1— Beseda:„Im weißen'RLsil."(D.)— Illusion: Moral über alles."(Tsch.)— Lido Ur„Gvioiie über dem Ozean."(A.)— Louvre:„Es geschah in einer Nacht."(A.)— Maceska:„Die Wildnis ruft."(A.— C. Gable.)— Olhmpic:.„Der Mann ohne Herz."(D.— P. Wegener.)— R»Mr--Her Mann ohne Herzt".(D.)— Tatra:„Ein Kamel geht durch ein Nadelöhr."(Tsch.)— U Bejvodii: „Gold."(D.— H. Albers.) Bezugrbedin gu.n.g-n: Bei Znsi-llung in» HäuS oder bei Bezug durch die Post monatlich Xä 18.—. vierteljährlich XS ä8.7^ halbjährig Xi 98.-, gaiizjLhrigXi ISS;—.-2) JnsemteMrdeniMt' i. Tarif billigst berechnet Bei öfteren' Einschaltungen Preisnachlaß/— Rückstellung von Manuskripten«folgt nur bei Linsendunsi der Retvurmarktn.'^-'Dte Zmtungsftankatur»tvurde von der Pofti Und/Telei j graphendirektion mit Erlaß Nr. lS.800/VlI/19S0 bewilligt.— Druck-rei:..Orbi»", Druck-,»Verlag», und Zeitungr-A.-G. Prag.. ,»>,?j.<-,■/